Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRB 705960
Eingetragen
20.10.2010
Branche
Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenForschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von orthopädischen Erzeugnissen
Gegenstand
Die Entwicklung, klinische Testung und Vermarktung von Produkten im Bereich der Neurotechnologie, insbesondere Elektroden und Implantate für das Gehirn.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Oliver Dr. Bärtl
seit 10.12.2021
Geschäftsführer
Martin Schüttler
seit 9.10.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (17)

NameAnteil
8.58%
T***** S********
1.07%
1.07%

Ungelöste Beteiligungen (11)

Gesellschafter
Beta

21 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 21 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Santo Venture Capital GmbH
Germany
35.180 €
21.59%
Mangold Invest GmbH
Germany
29.925 €
18.36%
M-Invest GmbH
Germany
18.698 €
11.47%
KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
Germany
18.666 €
11.45%
High-Tech Gründerfonds GmbH & Co. KG
Germany
14.276 €
8.76%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

CorTec GmbH

Freiburg im Breisgau

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

CorTec GmbH, Freiburg

A. Grundlage der CorTec GmbH

1. Geschäftsmodell, Ziele und Strategie

Die CorTec GmbH (nachfolgend "CorTec") entwickelt ein Implantat für die Langzeitmessung und Stimulation von Gehirnaktivität. Die Technologieplattform CorTec Brain Interchange® (BIC) bildet eine direkte, drahtlose Schnittstelle zwischen Gehirn und einem externen Computer und ist dafür ausgelegt, relevante Daten auf Basis neuronaler Aktivität zu messen, zu analysieren, und bedarfsgerecht patientenspezifisch zu stimulieren. Ein wesentlicher Vorteil des Systems ist, dass Messung und Stimulation quasi in "Echtzeit" erfolgen können (Closed-Loop). Darüber hinaus bietet das System ein hohes Maß an Flexibilität, weil die Elektroden sowohl für die Messung als auch für die Stimulation verwendet werden können. Der geschlossene Regelkreis in Verbindung mit der Flexibilität eröffnen völlig neue Möglichkeiten, Neurotherapien zu erforschen und zu entwickeln, insbesondere weil die Datenverarbeitung extern erfolgt und künstliche Intelligenz (KI) bei der Analyse der Daten zum Einsatz kommen kann. Ziel von CorTec war es, sich als führender Partner für Industrie und Akademie in der Erforschung und der Entwicklung von neuartigen Neurotherapien und den dafür erforderlichen Medizintechnikprodukten, zu etablieren.

Die Gesellschaft wurde am 21. September 2010 errichtet. Mit dem erfolgreichen Einwerben von Finanzierungsmitteln konnte die CorTec ihr operatives Geschäft am 1. September 2011 aufnehmen. Seit Sommer 2014 tragen Umsatzerlöse aus dem Technologiegeschäft mit Komponenten des BIC-Systems zur Finanzierung der CorTec bei.

CorTec ist in den beiden Geschäftsfeldern BIC-Technologie und BIC-Therapieentwicklung tätig. BIC-Technologie umfasst einerseits die Vermarktung einzelner Komponenten der BIC-Plattform als Standardprodukt. Ein Beispiel hierfür sind verschiedenste Elektroden zur Ableitung und Stimulation des Nervensystems. Andererseits ist CorTec OEM-Partner für Industriekunden. CorTec bietet Produkte und Dienstleistungen als Private Label oder als Private Design an. Unter Private Label ("unser Produkt - Ihre Marke") ermöglichen wir Kunden, unsere Produkte unter deren Marke zu vermarkten. Im Private Design ("unsere Technologie - Ihr Produkt") verbinden wir unser Know-how mit den Ideen der Kunden und erarbeiten kundenspezifische Lösungen rund um unsere BIC-Plattform für alle Stufen in der Medizinprodukteentwicklung.

In der BIC-Therapieentwicklung vermarkten wir unser System für die Entwicklung neuer Therapien im Rahmen von klinischen Studien in der therapeutischen Forschung mit Akademikern oder Industrieunternehmen. Dabei ist CorTec bestens positioniert, das große aufgekommene Interesse in der wissenschaftlichen Forschung sowie in der Industrie zu bedienen und mit weiteren Innovationen zu fördern.

Im April 2024 wurde ein Strategiewechsel bei der CorTec beschlossen: Entwicklung hin zu einem Unternehmen für Auftragsentwicklung und -fertigung (Contract Design and Manufacturing Organization, CDMO). Der Fokus liegt auch weiterhin auf Umsatz mit Komponenten und der Brain-Interchange-Technologie. Ziel ist es, ein kompetenter Partner für die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten unserer Partner zu sein, der diese über den gesamten Produktlebenszyklus vom Konzept bis zur Vermarktung begleitet. Dies geschieht weiterhin sowohl im Komponenten Geschäft als auch im BIC-Umfeld.

2. Forschung & Entwicklung

a) Brain Interchange System

Der Schwerpunkt der operativen Tätigkeit der Gesellschaft liegt in der Entwicklung der BIC-Technologieplattform, welche auf dem Zukunftsfeld der Neurotechnologie insbesondere die klinische Erforschung von therapeutischen Anwendungen ermöglichen soll. Die Entwicklung des Systems ist technisch anspruchsvoll und es kommen eine Vielzahl an neuen Komponenten zum Einsatz.

b) Komponenten

Weiter konzentriert sich CorTec auf die Entwicklung und die Produktion von Komponenten vorwiegend in Form von implantierbaren Elektroden, die in unterschiedlichsten Bereichen der Neurotechnologie oder verwandten Bereichen zur Anwendung kommen. CorTec ist darauf spezialisiert, ihre Kunden von der Produktidee bis zum fertigen Medizinprodukt zu begleiten.

c) Weitere F&E Tätigkeiten

Neben der Entwicklung des BIC-Systems entwickelt die Gesellschaft insbesondere ihre Fertigungsprozesse und ihre Elektrodentechnologie weiter. Hierzu wurde 2018 ein neuer Reinraum errichtet, in dem neue und verbesserte Fertigungsprozesse etabliert wurden. Der Reinraum wurde im Oktober 2019 zur Herstellung von Humanprodukten qualifiziert.

d) Förderprojekte

Die Weiterentwicklung der Brain Interchange Technologie wird zum Teil durch Förderprojekte der EU und das Bundes unterstützt.

B. Wirtschaftsbericht: Rahmenbedingungen, Geschäftsverlauf und Lage der CorTec

Branchenumfeld und Wettbewerbssituation

Das Gebiet der Neuromodulation wächst in den letzten Jahren sehr stark und hat derzeit eine Marktgröße von etwa 7 Milliarden USD erreicht. CorTec's Technologien werden vor allem in den stark wachsenden, innovativen Feldern im Bereich der Neuro- und Medizintechnikbranche verwendet. Hauptmärkte sind USA, Asien und Europa.

Im Berichtszeitraum haben sich die Erlöse im Bereich Neuroimplantate gut entwickelt mit einem Wachstum von 50% zum Vorjahr.

Die Corona-bedingten Einschränkungen sind überwunden. Der Krieg in der Ukraine hat kaum bis wenig Einfluss auf das Geschäft. Allerdings wirkt sich der Konflikt im Nahen Osten negativ auf unsere Möglichkeiten aus, in Israel Akquisitionstätigkeiten vor Ort durchzuführen.

Geschäftsverlauf

Im Berichtszeitraum lag der Fokus der Gesellschaft weiterhin auf der Fertigstellung des Brain Interchange Systems.

Parallel zu den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten konnten im Berichtsjahr höhere Umsatzerlöse als in den vorangegangenen Jahren erzielt werden. Auch die Auftragsakquise entwickelte sich positiv - so konnten im Berichtszeitraum weitere Aufträge in Form von Entwicklungsprojekten für Komponenten von innovativen Neuroimplantaten gewonnen werden.

CorTec auf einen Blick

Geschäftsjahr 2023 2022
Umsatzerlöse 4.236 t€ 2.822 t€
Jahresfehlbetrag -3.992 t€ -6.174 t€
Eigenkapital am Jahresende -10.094 t€ -6.102 t€
Bilanzsumme am Jahresende 15.833 t€ 11.670 t€
Mitarbeiter am Jahresende 62 72

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum 4.236 t€ an Umsatzerlösen, was einer Erhöhung von 50 % gegenüber den Umsätzen von 2.822 t€ des Vorjahres entspricht. Die Erhöhung resultiert hauptsächlich aus der Akquise neuer Key Accounts. Fördergelder wurden i. H. v. 1.335 t€ (Vorjahr 586 t€) abgerufen.

Der Auftragsbestand per 31.12.2023 beträgt 1.148 t€ und ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 % zurückgegangen (Vorjahr: 1.416 t€).

Die Ertragslage wird dominiert von der Produktentwicklungstätigkeit, welche sich in den folgenden wesentlichsten Aufwandspositionen widerspiegelt:

• Personalaufwand mit 5.415 t€ (Löhne und Gehälter sowie Sozialversicherung), der auf Höhe des Vorjahresniveaus liegt (2022: 5.416 t€);

• Aufwand für Entwicklung, inkl. Entwicklungsmaterial und Kosten für präklinische Studien mit 1.150 t€, somit 36 % über dem Vorjahresniveau i. H. v. 848 t€.

Die Aufwandserhöhung für die Entwicklung ist hauptsächlich auf die Durchführung präklinischer Studien im Berichtsjahr zurückzuführen, die für die Einreichung bei der FDA notwendig sind.

Die flüssigen Mittel belaufen sich per 31.12.2023 auf 2.811 t€ (Vorjahr: 2.855 t€).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 956 t€ auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (978 t€). Die sonstigen Vermögensgegenstände liegen mit 119 t€ um 57 % unter dem Vorjahreswert von 278 t€, wobei Zahlungen für öffentliche Fördermittel im Berichtsjahr erstmals bei Zahlungseingang erfasst wurden und somit nicht zum Bilanzstichtag in den sonst. Forderungen ausgewiesen sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten liegen per 31. Dezember 2023 bei 41 t€ (Vorjahr € 124 t€). Der Rückgang resultiert aus der planmäßigen Tilgung der Darlehen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen stichtagsbedingt per 31. Dezember 2023 bei 680 t€ (Vorjahr: 407 t€).

Gesellschafter der CorTec haben der Gesellschaft über Wandeldarlehen Liquidität in Höhe von 12.217 t€ inkl. aufgelaufener Zinsen (Vorjahr: 9.303 t€) bereitgestellt, diese Darlehen werden als Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen. Im Berichtszeitraum wurde die Laufzeit der Darlehen bis zum 31.12.2025 verlängert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten liegen per 31. Dezember 2023 bei 1.212 t€ (Vorjahr: 692 t€). Der Großteil dieser Verbindlichkeit resultiert aus einem Wandeldarlehen (als Nachrangdarlehen), aus der Verbindlichkeit der Kirchen- und Lohnsteuer zum Stichtag sowie der gestundeten Miete aus früheren Jahren, die vertragskonform getilgt wird.

Die Bilanzsumme erhöht sich per 31. Dezember 2023 im Vergleich zur Vorperiode von 11.670 t€ um 36 % auf 15.833 t€. Die Erhöhung resultiert vor allem aus der Finanzierung durch Gesellschafterdarlehen.

Die CorTec weist zum 31.12.2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 10.094 t€ (Vorjahr: 6.102 t€) aus.

Die handelsrechtliche Überschuldung wird insolvenzrechtlich durch eine wirksame Nachrangigkeitserklärung der Gesellschafter auf die gewährten Darlehen beseitigt.

Investitionen

Die Investitionen betrugen im Geschäftsjahr 119 t€ (Vorjahr: 138 t€) und resultieren im Wesentlichen aus den Anschaffungen von Betriebsausstattungen, Software-Lizenzen und IT-Equipment.

Finanzierung der Gesellschaft

Die Gesellschaft hat sich im Berichtsjahr aus den deutlich gestiegenen Umsatzerlösen sowie durch die nochmals erfolgte Bereitstellung weiterer Mittel durch die Gesellschafter und eines Dritten in Form von Wandeldarlehen finanziert.

Durch eine weitere Brückenfinanzierung in Form von Wandeldarlehen durch bestehende Gesellschafter im Sommer 2024 sowie zusätzlichen Kosteneinsparungen ist die Finanzierung der CorTec voraussichtlich bis Herbst 2025 gesichert. Die Kosteneinsparungen betreffen im Wesentlichen Kosten wie beispielsweise Personalkosten, Marketing, Vertrieb und Reisekosten, Verwaltung und Consulting.

Der Strategiewechsel im April 2024 hin zu einem Unternehmen für Auftragsentwicklung und -fertigung (Contract Design und Manufacturing Organization, CDMO) wird von einem Change Projekt mit dem Ziel begleitet, die internen Prozesse und Abläufe zu verbessern. Wir erwarten erste Ergebnisse dieser Effizienzsteigerung bis Ende 2024 mit den vollen Effekten in 2025.

Mit dem Strategiewechsel wurde der Prozess zur Suche eines Neuinvestors gestartet.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass durch die oben beschriebenen Maßnahmen, die Finanzierung der Gesellschaft bis Herbst 2025 sichergestellt werden kann, sofern keine unvorhergesehenen Umstände eintreten. Wir verweisen auf den weiter unten dargestellten Ausblick.

Plan-/Ist-Vergleich

Nach Beratungen mit der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA wurden 2023 weitere präklinische Studien zu Brain Interchange durchgeführt, die zum Jahresende weitgehend abgeschlossen werden konnten. Dadurch hat sich der Zeitplan für die weitere Entwicklung des Brain Interchange Systems um ca. ein Jahr verschoben.

Die Umsätze konnten deutlich verbessert werden und das angestrebte Umsatzziel von 4,0 - 4,6 Mio. EUR wurde erreicht. EBITDA und Nettoergebnis waren dabei besser als im genehmigten Budget prognostiziert.

C. Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Wesentliche Geschäftschancen

• Chance auf zunehmenden Bedarf an der Technologie von CorTec: Die weltweite Zunahme neurologischer Erkrankungen wird als große Chance für die langfristige Entwicklung der Gesellschaft gesehen. Die Einrichtung großer öffentlicher Förderprogramme und die Zunahme an Start-Up Unternehmen im Bereich der Neurotherapie weisen auf eine Zunahme der wissenschaftlichen und medizinischen Forschung für die Anwendungen der CorTec-Technologie hin. Hervorzuheben sind hier closed-loop-fähige Neurostimulationssysteme, aber auch die Nachfrage nach Elektroden und Kapselungen für Implantate, sowohl für das zentrale wie auch für das periphere Nervensystem.

• Chancen auf zukünftige Produktentwicklungen: Der Charakter von CorTec Brain Interchange als Technologieplattform soll der Gesellschaft zahlreiche Anwendungsgebiete eröffnen. In 2024 wurden wichtige Meilensteine erreicht, als drei CDMO-Kunden ihre ersten Langzeitgeräte mit der Elektrodenleitungstechnologie von CorTec implantieren ließen.

• Chancen auf weitere Fördergelder: Die innovativen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten bergen Chancen für die weitere Einwerbung von Fördergeldern. Der Zugang zu diesen Fördermöglichkeiten hängt jedoch stark davon ab, wie die Europäische Kommission künftig Darlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt bei ihrer internen Bonitätsprüfung bewertet.

Risikomanagement und Geschäftsrisiken

• Allgemeine politische und wirtschaftliche Lage : Ein Ende der Konflikte in der Ukraine sowie im Nahen Osten ist nicht absehbar. Deshalb besteht für das Geschäftsjahr 2024 weiterhin ein erhöhtes Risiko von Lieferengpässen sowie des Ausfalls oder der Verschiebung von Kundenaufträgen durch die wirtschaftliche Unsicherheit.

Darüber hinaus besteht in der Wahl des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und die durch ihn angekündigte Erhöhung der Außenzölle Unsicherheit für die Geschäftsbeziehungen und damit verbunden Umsätze mit Unternehmen in den USA.

• Produktentwicklungsrisiko: Der erfolgreiche Einsatz der AirRay-Elektrodentechnologie und anderer Komponenten der BIC-Plattform bei zahlreichen Kunden und Partnern zeigt, dass wesentliche Teile der BIC-Plattform verlässlich funktionieren. Das Gesamtsystem wurde in mehreren Versionen in präklinischen Studien getestet. Trotz aller Projektfortschritte können wir nicht ausschließen, dass das Gesamtsystem in zukünftigen Einsätzen bisher unbekannte Probleme aufweist. Um Entwicklungsrisiken vorzubeugen, orientiert sich die Produktentwicklung soweit möglich an etablierten technischen Lösungen.

• Fachkräftemangel: CorTec bemüht sich als innovatives Unternehmen in einem attraktiven Marktumfeld, geeignete Fach- und Führungskräfte für das weitere Wachstum und insbesondere für die technisch und regulatorisch anspruchsvolle Entwicklung von Implantaten zu gewinnen. Allerdings sind Fachkräfte auf diesem Gebiet rar und schwer zu gewinnen. Die Gewinnung von qualifizierten und leistungsstarken Mitarbeitern bleibt mittel- und langfristig eine wesentliche und erfolgskritische Herausforderung.

Darüber hinaus birgt die Kostenreduktion im Personalbereich im Zuge der Einsparpotentiale ein Risiko auf weiteren Verlust von personellen Ressourcen. Der nicht geplante Abgang von benötigten Mitarbeitern birgt Risiken auf den Umsatz.

• Produktzulassungsrisiko: Die Gesellschaft hat erfolgreich eine erste Marktzulassung für die AirRay-Elektroden erhalten. Unterschiedliche weitere Designs der AirRay-Elektrodentechnologie für das zentrale und periphere Nervensystem wurden für klinische Studien zugelassen. Als nächsten Schritt steht die Zulassung des Brain Interchange Systems für klinische Studien an. Trotz der gesammelten Erfahrungen des Teams und der Zusammenarbeit mit erfahrenen Beratern kann es aufgrund neuer und strengerer Regularien, Problemen bei Dienstleistern oder Lieferanten oder der Neuheit bestimmter Aspekte unserer Produkte zu Verzögerungen bei der Zulassung des Brain Interchange Systems für klinische Studien kommen.

• Produktions- und Lieferantenrisiko: CorTec verfolgt das Ziel, Aufträge ohne Verzögerung und mit höchster Qualität zu realisieren. Hierzu wurde ein neuer Reinraum mit optimierten Prozessen und Maschinen qualifiziert beziehungsweise validiert. Der Ausfall einzelner Produktionsanlagen und kritischer Lieferanten kann dennoch zu Lieferverzögerungen führen. Trotz höchster Sorgfalt bei der Produktion, können Qualitätsprobleme bei Produkten nicht ausgeschlossen werden.

• Finanzierungsrisiko: Die Gesellschaft hatte durch ihre umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und durch die Anlaufkurve bei den Umsätzen für ihre vermarkteten Produkte in den vergangenen Jahren wie auch im Berichtsjahr einen negativen Free Cashflow, der durch Zuführung liquider Mittel in Form von Eigenkapital und Wandeldarlehen ausgeglichen wurde. Auch zukünftig wird mit einem weiteren Finanzbedarf gerechnet. Es besteht das Risiko, dass dieser nicht in ausreichendem Maße gedeckt werden kann. Daher wird die Gesellschaft den Fokus zunehmend auf ihr Kunden-Umsatzgeschäft legen und nicht refinanzierte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beenden. Dadurch soll der Finanzmittelbedarf in den nächsten Jahren schrittweise sinken. Die CorTec hat im August 2024 eine Brückenfinanzierung in Form von Wandeldarlehen durch die Bestandsinvestoren erhalten und ein Kostenreduktionsprogramm gestartet. Daneben wird weiter mit einer international agierenden Beratungsgesellschaft nach einem Neuinvestor gesucht. Mit einer Entscheidung hinsichtlich des Einstiegs eines Neuinvestors wird bis Ende des Jahres 2024 gerechnet. Kann das Kostenreduktionsprogramm oder die Finanzierungsrunde nicht erfolgreich umgesetzt werden und lassen sich die geplanten Umsatzerlöse nicht wie erwartet realisieren, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko bzw. die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft bis zum Jahresende 2025.

D. Ausblick

Im April 2024 wurde bei der FDA ein Antrag zur Genehmigung der Durchführung von klinischen Studien mit dem Brain Interchange-System zur Rehabilitation nach Schlaganfällen eingereicht. Der Antrag wurde von der FDA am 22.05.2024 genehmigt. Die Studie wird nun von einer US-Universität als Partner durchgeführt und finanziert.

Im April 2024 hat die Gesellschaft einen Strategiewechsel beschlossen und begonnen, diesen umzusetzen. Dabei soll das Umsatzgeschäft noch mehr in den Fokus rücken. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf Basis der Brain Interchange-Plattformtechnologie sollen als eigenständige Produkte für Kunden angeboten werden. Eine Reihe nicht-refinanzierter Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurde eingestellt. Die weitere Entwicklung des BIC-Systems zur Rehabilitation nach Schlaganfällen soll nach der ersten, vom Partner durchgeführten Studie, auslizenziert werden.

Die Bestandsinvestoren der CorTec haben im August 2024 eine Brückenfinanzierung in Form von Wandeldarlehen gewährt. Die Geschäftsführung hat im gleichen Zuge in Abstimmung mit dem Beirat ein Kostenreduktionsprogramm beschlossen. Es beinhaltet verschiedene Kostenreduktionen ab August 2024. In allen Geschäftsbereichen wurden Kosten ermittelt, die reduziert werden können und nur bedingt Einfluss auf den geplanten Umsatz haben. Dadurch sollen langfristig in den Bereichen Personal, Marketing, Vertrieb und Reisekosten, Verwaltung und Consulting die Kosten reduziert werden.

Durch den beschriebenen Strategiewechsel und die zusätzlichen Kostenreduktionen wurde der Finanzmittelbedarf für die Folgejahre deutlich reduziert. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen, um zielführende Gespräche und Verhandlungen mit einem potenziellen Neuinvestor führen zu können. Das Geschäftsmodell und die Technologien der CorTec sind dabei auf Interesse gestoßen, sodass ein erfolgreicher Abschluss und somit weiterer Zufluss liquider Mittel bis Jahresende 2024 möglich erscheint. Durch die Zusammenarbeit mit einem Neuinvestor, der das neue Geschäftsmodell der CorTec unterstützt und durch seine eigene Unternehmenstätigkeit im gleichen Segment das Unternehmen ausbauen und fördern kann, erhofft sich CorTec zudem Synergien und die Erschließung von weiteren Geschäftspotentialen.

 

Freiburg, den 29. Oktober 2024

CorTec GmbH

Die Geschäftsführung

gez. Dr. Oliver Bärtl

gez. Dr. Martin Schüttler

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 589.234,50 657.150,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 12.109,00 26.596,00
II. Sachanlagen 577.125,50 630.554,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 558.463,00 630.554,00
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.662,50 0,00
B. Umlaufvermögen 5.074.787,51 4.819.840,54
I. Vorräte 1.188.635,54 708.957,44
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.075.417,08 1.255.930,48
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.810.734,89 2.854.952,62
C. Rechnungsabgrenzungsposten 75.046,38 90.722,92
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 10.094.035,13 6.101.946,83
Aktiva 15.833.103,52 11.669.660,29

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 162.971,00 162.971,00
II. Kapitalrücklage 23.136.558,61 23.136.558,61
III. Verlustvortrag 29.401.476,44 23.227.970,23
IV. Jahresfehlbetrag 3.992.088,30 6.173.506,21
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 10.094.035,13 6.101.946,83
B. Rückstellungen 682.561,09 1.093.933,75
C. Verbindlichkeiten 14.150.542,43 10.575.726,54
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 41.235,12 124.137,60
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 12.216.551,74 9.303.028,26
3. sonstige Verbindlichkeiten 1.892.755,57 1.148.560,68
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.000.000,00
Passiva 15.833.103,52 11.669.660,29

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 5.774.920,70 3.305.042,57
2. Personalaufwand 5.414.586,81 5.415.764,76
a) Löhne und Gehälter 4.631.301,59 4.660.001,46
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 783.285,22 755.763,30
davon für Altersversorgung 35.224,56 0,00
3. Abschreibungen 158.319,26 200.335,72
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 158.319,26 200.335,72
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 3.755.062,51 3.634.327,95
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 35.534,13
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 14.188,56
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 449.326,79 227.960,35
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.742,19
8. Ergebnis nach Steuern -3.991.928,30 -6.173.346,21
9. sonstige Steuern 160,00 160,00
10. Jahresfehlbetrag 3.992.088,30 6.173.506,21

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

CorTec GmbH, Freiburg im Breisgau

A. Allgemeine Angaben

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und der Satzung aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Die CorTec GmbH hat ihren Sitz in Freiburg. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg unter HRB 705960 eingetragen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungs- und Bewertungsgrundsätzen nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Es liegt zum Bilanzstichtag ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag über € 10.094.035,13 vor. Die handelsrechtliche Überschuldung wird insolvenzrechtlich durch eine wirksame Nachrangigkeitserklärung der Gesellschafter auf die gewährten Darlehen beseitigt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden von den Gesellschaftern und Dritten zur Finanzierung der Gesellschaft weitere Wandeldarlehen mit Rangrücktritt gewährt. Die Wandeldarlehen der Gesellschafter belaufen sich zum Bilanzstichtag inkl. aufgelaufener Zinsen auf € 12.216.551,74 (Vj.: € 9.303.028,26). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten zum Bilanzstichtag zudem ein Wandeldarlehen Dritter inkl. aufgelaufener Zinsen von € 1.031.555,56 (Vj.: € 500.611,11). Die Darlehen sind mit 4% verzinst.

Durch die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die Anlaufkurve bei den Umsätzen wird auch 2024 und in Folgejahren mit negativen Ergebnissen gerechnet. CorTec hat im August 2024 eine Brückenfinanzierung in Form von Wandeldarlehen und in Höhe von € 1.993.272,00 durch die Bestandsinvestoren erhalten. Daneben wird weiter mit einer international agierenden Beratungsgesellschaft nach einem Neuinvestor gesucht, der einen signifikanten Invest in die CorTec tätigen soll. Mit einer Entscheidung hinsichtlich des Einstiegs eines Neuinvestors wird bis Ende des Jahres 2024 gerechnet.

Die Geschäftsführung hat im gleichen Zuge zur Brückenfinanzierung in Abstimmung mit dem Beirat ein Kostenreduktionsprogramm beschlossen. Es beinhaltet verschiedene Kostenreduktionen ab August 2024.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Anlagegüter werden linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von € 800,00 sind im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst worden. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und sofern ein entsprechender Sachverhalt vorlag, auf den niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag abgeschrieben. Soweit ein Börsen- oder Marktpreis nicht feststellbar war, wurden sie auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden zum jeweiligen Monatskurs eingebucht. Eventuelle Kursverluste werden am Bilanzstichtag berücksichtigt.

C. Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Zinsen für Fremdkapital wurden bei keinem Posten des Anlagevermögens aktiviert.

Anschaffungs-, Herstellungskosten vom 01.01.2023
EUR
Zugänge Abgänge- bis 31.12.2023
EUR
kumulierte Abschreibungen Zuschreibungen- 01.01.2023
EUR
Abschreibungen 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2023
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 240.689,08 9.010,00 237.590,08 23.497,00 12.109,00 26.596,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 240.689,08 9.010,00 237.590,08 23.497,00 12.109,00 26.596,00
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.267.365,16 91.506,26 770.049,66 134.822,26 558.463,00 630.554,00
-30.358,76
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 18.662,50 0,00 18.662,50 0,00
Summe Sachanlagen 1.267.365,16 110.168,76 770.049,66 134.822,26 577.125,50 630.554,00
-30.358,76
Summe Anlagevermögen 1.508.054,24 119.178,76 1.007.639,74 158.319,26 589.234,50 657.150,00
-30.358,76

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Umsatzsteuerforderungen.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Bilanzstichtag € 162.971,00 (Vj.: € 162.971,00). Die Kapitalrücklage beträgt € 23.136.558,61 (Vj.: € 23.136.558,61).

In den sonstigen Rückstellungen sind insbesondere Rückstellungen für Personalkosten i. H. von € 529.986,07 (Vj.: € 758.394,75) und ausstehende Rechnungen von € 59.283,04 (Vj.: € 277.500,00) enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen zum Stichtag € 41.235,12 (Vj.: € 124.137,60) und haben in Höhe von € 9.836,64 (Vj.: € 82.902,48) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von € 31.398,48 (Vj.: € 41.235,12) eine Restlaufzeit von 1-5 Jahren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern belaufen sich auf € 12.216.551,74 (Vj. € 9.303.028,26) und haben eine Restlaufzeit von 1-5 Jahren.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen zum Stichtag € 1.212.465,01 (Vj.: € 691.844,39) und haben in Höhe von € 127.044,20 (Vj.: € 625.051,49) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, in Höhe von € 1.083.265,96 (Vj.: 51.710,40) eine Restlaufzeit von 1-5 Jahren und in Höhe von € 2.154,85 € (Vj.: € 15.082,50) eine Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren.

D. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Fördermittel i. H. v. € 1.335.117,53 (Vj.: € 586.434,72) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind forschungsbezogener Materialaufwand sowie bezogene Leistungen für Forschungstätigkeit und Aufwendungen für präklinische Studien i. H. v. € 1.150.471,26 (Vj.: € 848.038,72) enthalten.

E. Sonstige Pflichtangaben

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen, Sale-and-leaseback-Verträgen und Leasing- und Lizenzverträgen beläuft sich zum 31. 12. 2023 auf insgesamt € 3.141.865,94, davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr € 733.909,85, zwischen 1 und 5 Jahren € 2.337.274,57 und über 5 Jahre € 70.681,52.

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Produktion 14
Vertrieb 6
Verwaltung 13
Forschung- und Entwicklung 33
66

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens geführt durch

Hr. Dr. Oliver Bärtl, Diplom-Kaufmann, Sipplingen,

Hr. Dr. Martin Schüttler, Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, Emmendingen.

Die Geschäftsführer sind einzelvertretungsberechtigt.

Von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB wurde Gebrauch gemacht.

Die Gesellschaft hat einen Beirat, der im Geschäftsjahr mit folgenden Personen besetzt war:

Helmut Jeggle, Manager, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BioNTech SE (Vorsitzender des Beirats), Dr. Christoph Mangold, Jurist (stellvertretender Vorsitzender des Beirats), Prof. Dr. Timothy Denison, Physiker, Professor für Neurotechnologie, Dr. Pascal Fries, Neurophysiologe, Mediziner, Marco Winzer, Partner, High-Tech Gründerfonds (HTGF).

F. Nachtragsbericht

Im April 2024 wurde bei der FDA ein Antrag zur Genehmigung der Durchführung von klinischen Studien mit dem Brain Interchange-System zur Rehabilitation nach Schlaganfällen eingereicht. Der Antrag wurde von der FDA am 22. 05. 2024 genehmigt. Die Studie wird nun von einer US-Universität als Partner durchgeführt und finanziert.

Im April 2024 hat die Gesellschaft einen Strategiewechsel beschlossen und begonnen, diesen umzusetzen. Dabei soll das Umsatzgeschäft noch mehr in den Fokus rücken. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf Basis der Brain Interchange-Plattformtechnologie sollen als eigenständige Produkte für Kunden angeboten werden. Eine Reihe nicht-refinanzierter Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurde eingestellt. Die weitere Entwicklung des BIC-Systems zur Rehabilitation nach Schlaganfällen soll nach der ersten, vom Partner durchgeführten Studie, auslizenziert werden.

Die Bestandsinvestoren der CorTec haben im August 2024 eine Brückenfinanzierung in Form von Wandeldarlehen gewährt. Die Geschäftsführung hat im gleichen Zuge in Abstimmung mit dem Beirat ein Kostenreduktionsprogramm beschlossen. Es beinhaltet verschiedene Kostenreduktionen ab August 2024. In allen Geschäftsbereichen wurden Kosten ermittelt, die reduziert werden können und nur bedingt Einfluss auf den geplanten Umsatz haben. Dadurch sollen langfristig in den Bereichen Personal, Marketing, Vertrieb und Reisekosten, Verwaltung und Consulting die Kosten reduziert werden.

Durch den betriebenen Strategiewechsel und die zusätzlichen Kostenreduktionen wurde der Finanzmittelbedarf für die Folgejahre deutlich reduziert. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen, um zielführende Gespräche und Verhandlungen mit einem potenziellen Neuinvestor führen zu können. Das Geschäftsmodell und die Technologien der CorTec sind dabei auf Interesse gestoßen, sodass ein erfolgreicher Abschluss und somit weiterer Zufluss liquider Mittel bis Jahresende 2024 möglich erscheint. Durch die Zusammenarbeit mit dem Neuinvestor, der das neue Geschäftsmodell der CorTec unterstützt und durch seine eigene Unternehmenstätigkeit im gleichen Segment das Unternehmen ausbauen und fördern kann, erhofft sich CorTec zudem Synergien und die Erschließung von weiteren Geschäftspotentialen.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass durch den Strategiewechsel, die Brückenfinanzierung und die angestrebten zusätzlichen Einsparungen eine Finanzierung der Gesellschaft bis Herbst 2025 sichergestellt werden kann, sofern keine unvorhergesehenen Umstände eintreten. Sollte die Suche nach einem Neuinvestor bzw. die Durchführung einer Finanzierungsrunde nicht erfolgreich sein, besteht ein bestandsgefährdendes Risiko bzw. die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft bis zum Jahresende 2025.

 

Freiburg, den 29. Oktober 2024

CorTec GmbH

Geschäftsführung

gez. Dr. Oliver Bärtl

gez. Dr. Martin Schüttler

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.12.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Anmerkung zum Bestätigungsvermerk

Für den zur Offenlegung bestimmten Jahresabschluss wurden gesetzlich zulässige Offenlegungserleichterungen in Anspruch genommen. Der Abschlussprüfer hat zum vollständigen Jahresabschluss nebst Lagebericht der CorTec GmbH den folgenden Bestätigungsvermerk erteilt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die CorTec GmbH, Freiburg im Breisgau

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der CorTec GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der CorTec GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Abschnitte "A. Allgemeine Angaben" und "F. Nachtragsbericht" des Anhangs sowie auf die Abschnitte "Finanzierung der Gesellschaft", "Risikomanagement und Geschäftsrisiken" und "Ausblick" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Gesellschaft durch die umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die Anlaufkurve bei den Umsätzen auch in 2024 und in Folgejahren mit negativen Ergebnissen und somit weiterem Finanzbedarf rechnet, mit dem Risiko, dass dieser nicht in ausreichendem Maße gedeckt werden kann.

Im April 2024 hat die Gesellschaft einen Strategiewechsel beschlossen und begonnen die Entwicklung hin zu einem Unternehmen für Auftragsentwicklung und -fertigung (Contract Design and Manufacturing Organization, CDMO) umzusetzen. Mit dem zunehmenden Fokus auf das Kunden-Umsatzgeschäft und die Beendigung nicht refinanzierter Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten soll der Finanzmittelbedarf schrittweise sinken. Durch eine Brückenfinanzierung der Bestandsinvestoren im August 2024 in Form von Wandeldarlehen sowie einem Kostenreduktionsprogramm, mit dem insbesondere Kosten in den Bereichen Personal, Marketing, Vertrieb und Reisen, Verwaltung und Consulting eingespart werden sollen, sehen die gesetzlichen Vertreter die Finanzierung der Gesellschaft voraussichtlich bis Herbst 2025 als gesichert, sofern keine unvorhergesehenen Umstände eintreten. Parallel dazu sucht die Gesellschaft einen Neuinvestor zur Unterstützung der Umsetzung des neuen Geschäftsmodells und der Erschließung weiterer Geschäftspotentiale. Mit einer Entscheidung hinsichtlich des Einstiegs eines Neuinvestors wird bis Ende des Jahres 2024 gerechnet. Kann das Kostenreduktionsprogramm oder die Finanzierungsrunde nicht erfolgreich umgesetzt werden und lassen sich die geplanten Umsatzerlöse nicht wie erwartet realisieren, besteht die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft bis zum Jahresende 2025.

Wie in den Abschnitten "A. Allgemeine Angaben" und "F. Nachtragsbericht" des Anhangs sowie den Abschnitten "Finanzierung der Gesellschaft", "Risikomanagement und Geschäftsrisiken" und "Ausblick" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 29. Oktober 2024

Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf)

Peter Schill, Wirtschaftsprüfer

Susanne Berghoff-Flüel, Wirtschaftsprüferin

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