Stammdaten

Register
Amtsgericht Memmingen HRB 13351
Eingetragen
3.4.2008
Branche
Wärme- und KältehandelTätigkeiten von Strom- und Erdgasmaklerinnen und -maklernErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Vertrieb und Montage von umweltfreundlichen Energiesystemen, Handel mit Komponenten für umweltfreundliche Energiesysteme, Energieberatung und Erstellen von Energiesparkonzepten, Erstellen von Gutachten im Bereich umweltfreundlicher Energiesysteme, Betrieb, Verwaltung und Errichtung von umweltfreundlichen Energiesystemen, Übernahme von Beteiligungen an Gesellschaften, insbesondere Betreibergesellschaften für umweltfreundliche Energiesysteme und Übernahme von deren Geschäftsführung, ferner Konzeption, Verwaltung und Vertrieb von Gesellschaften und Anteilen daran und Entwicklung und Ausführung von Betreiberund Finanzierungsmodellen für umweltfreundliche Energiesysteme sowie alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen und Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Niko Mack
seit 28.7.2022
Geschäftsführer
Armin Teutschländer
seit 16.7.2022
Prokura
Martin Anton Neher
seit 17.12.2021
Prokura
Roman Jehle
seit 8.7.2016
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
RenerVest GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Actensys GmbH

Waldstetten

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht

A. Grundlagen der Gesellschaft

Die Actensys GmbH wurde 2008 gegründet und ist ein Full Service Anbieter für Planung, Projektierung, Installation, Wartung und technischer Betriebsführung von hochwertigen Photovoltaikanlagen. Die Bandbreite der Projekte erstreckt sich von der kleinen Dachanlage bis hin zum großen Solarpark. Darüber hinaus ergänzen die Prüfung und Anlagenbegutachtung sowie die Instandsetzung und Sanierung von Fremdanlagen das Leistungsspektrum der Gesellschaft.

Die Gesellschaft verfügt über ein breites Kundenspektrum, das von Privathaushalten über Gewerbebetriebe bis hin zu kommunalen Großprojekten reicht.

Die Actensys GmbH ist an folgenden Standorten vertreten.

• Ellzee (Kreis Günzburg)

• Weilheim i. Obb. (Kreis Weilheim-Schongau)

• Wiesmoor (Kreis Aurich)

Sie ist ein Tochterunternehmen der RenerVest GmbH, Ellzee

B. Wirtschaftsbericht

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Euroraum verzeichnete in 2022 mit einem Plus von 3,4 % ein moderates Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes im Vergleich zum Vorjahr. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde geprägt von einem schwierigen Umfeld. Neben einer Rekordinflation in der Eurozone von 8,4%, führte der Krieg in der Ukraine zu einer Energiekrise, da viele europäische Länder stark von russischen Gaslieferungen abhängig waren. Sanktionen und geopolitische Spannungen führten zu Unsicherheit auf den Märkten. Einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum hatten hingegen die Aufholeffekte nach den Lockdowns während der Corona-Pandemie, insbesondere in den Bereichen Dienstleistungen und privater Konsum. Auch die Lieferketten erholten sich teilweise nach den pandemiebedingten Engpässen. Die Arbeitslosenquote sank im Euroraum in 2022 auf einen neuen Tiefstand von 6,8 %, während der Fachkräftemangel in vielen Ländern zu spüren ist.

In Deutschland stieg in 2022 das reale Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr um 1,7 %. Nach dem pandemiebedingten wirtschaftlichen Einbruch in 2020, fiel die erhoffte Erholung aufgrund des Ukraine Kriegs, den steigenden Energiepreisen und der Rekordinflation von 6,9 % im Vergleich zum Vorjahr, deutlich geringer aus. Insbesondere energieintensive Industriezweige sowie private Haushalte waren aufgrund der ausgeprägten Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas erheblich von der Energiekrise betroffen.

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen blieb der Arbeitsmarkt in Deutschland relativ stabil mit einer Arbeitslosenquote von 5,3 % im Jahresdurchschnitt 2022. Dabei stellte jedoch der Fachkräftemangel einen limitierenden Faktor dar, den auch die PV-Branche deutlich spürte. Insbesondere die Bereiche Elektrotechnik, Bau- und Ingenieurwesen sind für die Branche entscheidende Berufsgruppen mit eklatantem Mangel an Fachkräften. Die hohe Zahl offener Stellen führt zu Engpässen und bremst letztlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.

Darüber hinaus bestanden weiterhin Beeinträchtigungen durch die Störung globaler Lieferketten. Insbesondere die Fortsetzung der chinesische Zero-Covid-Strategie bis Ende 2022 und die damit verbundenen Einschränkungen bei der Ausfuhr von Produkten, stellten die PV-Branche vor erhebliche Herausforderungen, da ein Großteil der Komponenten für PV-Anlagen aus China bezogen wird. Die Störung der Lieferketten führte zu langen Wartezeiten auf Solarmodule, Wechselrichter und Speicher. Infolgedessen kam es zu einer Verknappung auf den internationalen Märkten und steigenden Preisen insbesondere bei Solarmodulen.

Dennoch war 2022 die wirtschaftliche Entwicklung der Solarindustrie in Deutschland von einem starken Wachstum geprägt. So verzeichnete die Bundesnetzagentur einen Netto-Zubau bei Photovoltaik-Anlagen von 7,5 Gigawatt auf 67,6 Gigawatt, was einer Steigerung um 12,5% entspricht. Die steigenden Energiepreise sowie ein allgemein großes Interesse an erneuerbaren Energien, erhöhten die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Dabei gewinnen Energiespeicher zunehmend an Bedeutung, um den selbst erzeugten Strom optimal zu nutzen.

Ebenfalls positiv entwickelten sich die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland, mit dem Ziel eines beschleunigten Ausbaus Erneuerbarer Energien. Die Maßnahmen beinhalten unter anderem die Erhöhung der Ausbauziele auf 215 Gigawatt bis 2030, die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren sowie eine Erhöhung der Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Trotz starker Wachstums-Indikatoren stellten Lieferkettenprobleme, steigende Rohstoffpreise und ein Mangel an qualifiziertem Fachpersonal eine Herausforderung für die PV-Branche in Deutschland dar. Die Rohstoffe Aluminium, Kupfer und Stahl - welche zur Fertigung von Kabel/Leitungen, Transformatoren und Unterkonstruktionen benötigt werden - verzeichneten in 2022 einen starken Preisanstieg. Infolgedessen verzögerten bzw. verteuerten sich einige Projekte.

2. Geschäftsverlauf

Die Actensys GmbH konnte im Geschäftsjahr 2022 ihre Gesamtleistung (Umsatzerlöse und Bestandsveränderung) um TEUR 11.762 bzw. 79,0 % auf TEUR 26.658 erhöhen, nachdem bereits im Vorjahr eine Steigerung von 8,9 % realisiert werden konnte. Besonders hervorzuheben sind dabei zwei Projekte, welche in 2022 erfolgreich abgeschlossen wurden:

• Die Errichtung des größten Solardachs auf einem Fußballstadion in Deutschland. Dabei wurden auf einer Fläche von 15.000 m 2 insgesamt 6.200 Solarmodule verbaut, welche jährlich 2,3 Mio. kWh an Energie produzieren und somit den prognostizierten Jahresstrombedarf des Stadions decken.

• Die schlüsselfertige Errichtung des Solarparks Glöttweng mit einer Gesamtleistung von 3,6 MWp auf anspruchsvollen Grundstücken mit Hanglage.

Neben der Finalisierung weiterer interessanter Projekte, ist die positive Entwicklung der Gesamtleistung im Wesentlichen auf die Bestandserhöhung an unfertigen Leistungen (TEUR 9.915, Vorjahr TEUR 1.437) zurückzuführen. Viele Projekte - darunter auch Solarparks - weißen zum Bilanzstichtag einen hohen Leistungsfortschritt auf, konnten jedoch aufgrund der Lieferkettenprobleme und des Fachkräftemangels nicht vollends fertiggestellt werden. Entsprechend verschiebt sich auch die Realisierung der Gewinn-Marge in das Geschäftsjahr 2023 und führt in 2022 zu einem negativen Betriebsergebnis in Höhe von TEUR -3.997.

Folgende Faktoren beeinflussten zudem das Betriebsergebnis:

• Die deutlichen Preiserhöhungen für Rohstoffe sowie der verstärkte Einsatz von Subunternehmern im Bereich Montage- und Elektroarbeiten, führen in Kombination mit einer stark wachsenden Geschäftstätigkeit zu einer signifikanten Erhöhung des Materialaufwandes um TEUR 14.876 auf TEUR 24.664.

• In 2022 konnte die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter um 8,7% erhöht werden. Dabei wurden verstärkt Vollzeitarbeitskräfte bzw. Führungskräfte eingestellt. Diese positive Entwicklung sowie die Inflationsausgleichsprämie führten zu einer Erhöhung des Personalaufwandes um TEUR 717.

• Es wurde erstmalig eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 399 gebildet.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Erwartungen an den Geschäftsverlauf 2022 nicht vollständig erfüllt wurden und der Verlauf des Geschäftsjahres 2022 nur bedingt zufriedenstellend war.Gleichwohl hat sich die wirtschaftliche Lage zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts signifikant verbessert und ist als zufriedenstellend zu beurteilen.

3. Ertragslage

Die Entwicklung der Ertragslage gegenüber dem Vorjahr stellt sich wie folgt dar:

2022 2021 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Umsatzerlöse 16.743 62,8 13.459 90,4 3.284 24,4
Bestandsveränderung 9.915 37,2 1.437 9,6 8.478 590,0
Gesamtleistung 26.658 100,0 14.896 100,0 11.762 79,0
Materialaufwand -24.664 -92,5 -9.788 -65,7 -14.876 152,0
Personalaufwand -3.645 -13,7 -2.928 -19,6 -717 24,5
Abschreibungen -58 -0,2 -57 -0,4 -1 1,8
Sonstige Aufwendungen und Erträge -2.288 -8,6 -1.429 -9,6 -859 60,1
Aufwendungen für die Betriebsleistung -30.655 -115,0 -14.202 -95,3 -16.453 115,8
Betriebsergebnis -3.997 -15,0 694 4,7 -4.691 -675,9
Finanzergebnis 5 0,0 -23 -0,2 28 -121,7
Ordentliches Unternehmensergebnis -3.992 -15,0 671 4,5 -4.663 -694,9
Periodenfremdes und neutrales Ergebnis 95 0,4 -516 -3,5 611 -118,4
Ergebnis vor Ertragsteuern -3.897 -14,6 155 1,0 -4.052 -2.614,2
Ertragsteuern 188 0,7 -128 -0,8 316 -246,9
Jahresfehlbetrag -3.709 -13,9 27 0,2 -3.736 -13.837,0

Der Materialaufwand erhöhte um 152,0 % auf TEUR 24.664 und damit deutlich überproportional zum Anstieg der Gesamtleistung.

Der Personalaufwand erhöhte sich infolge der gestiegenen Mitarbeiteranzahl sowie der Inflationsausgleichsprämie um insgesamt TEUR 717 oder 24,5 %.

Die Material- und Personalaufwandsquote (Material- bzw. Personalaufwand im Verhältnis zu der Gesamtleistung) entwickelte sich in den letzten drei Geschäftsjahren wie folgt:

2022
%
2021
%
2020
%
Materialaufwandsquote 92,5 65,7 70,6
Personalaufwandsquote 13,7 19,7 19,9
106,2 85,4 90,5

Die Zunahme der sonstigen Aufwendungen resultiert überwiegend aus der erstmalig gebildeten Drohverlustrückstellung sowie erhöhten Einzelwertberichtigungen auf Forderungen, Rechts- und Beratungskosten und Kfz-Kosten.

Die Jahresergebnisse und wesentlichen finanziellen Kennzahlen der letzten drei Geschäftsjahre entwickelten sich wie folgt:

2022
TEUR
2021
TEUR
2020
TEUR
Betriebsergebnis -3.997 694 115
Ergebnis vor Ertragsteuern -3.897 155 100
Jahresfehlbetrag -3.709 27 74

4. Vermögenslage

Das Gesamtvermögen verminderte sich zum Bilanzstichtag um TEUR 1.243 oder 18,5 % auf TEUR 5.484. Ursächlich für die Abnahme ist überwiegend die aktivische Absetzung der erhaltenen Anzahlungen von den unfertigen Leistungen in Höhe von TEUR 3.945. Bei einem unveränderten Ausweis der erhaltenen Anzahlungen hätte sich eine Zunahme des Gesamtvermögens um TEUR 2.702 oder 40,2 % ergeben.

2022 2021 Veränderung
TEUR % TEUR % TEUR %
Anlagevermögen 959 9,4 925 16,9 34 3,7
Vorräte 2.505 24,6 2.280 41,6 225 9,9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.662 16,4 918 16,7 744 81,0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 121 1,2 898 16,4 -777 -86,5
Sonstige Aktiva 437 4,3 68 1,2 369 542,6
Flüssige Mittel 2.262 22,2 395 7,2 1.867 472,7
6.987 68,7 4.559 83,1 2.428 53,3
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.231 21,9 0 0,0 2.231 N/A
Gesamtvermögen 10.177 100,0 5.484 100,0 4.693 85,6
Eigenkapital 0 0,0 1478 27,0 -1.478 -100,0
Rückstellungen 1.447 14,2 912 16,6 535 58,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 219 2,1 537 9,8 -318 -59,2
Erhaltene Anzahlungen 2.752 27,0 557 10,1 2.195 394,1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 1.737 17,1 752 13,7 985 131,0
Verbindlichkeiten verbundene und assoziierte Unternehmen 3.019 29,7 597 10,9 2.422 405,7
Sonstige Passiva 1.003 9,9 651 11,9 352 54,1
10.177 100,0 4.006 73,0 6.171 154,0
Gesamtkapital 10.177 100,0 5.484 100,0 4.693 85,6

Das Anlagevermögen blieb im Berichtsjahr nahezu unverändert. Den Investitionen in Höhe von TEUR 92 stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 58 gegenüber.

Die Vorräte entwickelten sich wie folgt:

2022
TEUR
2021
TEUR
Veränderung
TEUR
Unfertige Leistungen 13.860 3.945 9.915
Erhaltene Anzahlungen -13.860 -3.945 -9.915
0 0 0
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.409 2.196 213
Geleistete Anzahlungen 96 84 12
2.505 2.280 225

Die Unfertigen Leistungen verzeichnen einen signifikanten Anstieg um TEUR 9.915, welcher neben der wachsenden Geschäftstätigkeit auch auf eine verzögerte Fertigstellung aufgrund von Lieferkettenproblemen und Fachkräftemangel zurückzuführen ist. Entsprechend verschiebt sich die Realisierung der Gewinn-Marge in das Geschäftsjahr 2023 und führt in 2022 zu einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 3.709.

Das Eigenkapital reduzierte sich um den Jahresfehlbetrag, sodass zum Bilanzstichtag auf der Aktiva ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 2.231 entsteht, welcher voraussichtlich im folgenden Geschäftsjahr 2023 wieder ausgeglichen wird.

Die Zunahme der Rückstellungen resultiert überwiegend aus der Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften.

Neben den Unfertigen Leistungen haben sich auch die erhaltenen Anzahlungen stark erhöht. Unter Berücksichtigung der aktivistischen Absetzung von den Vorräten, betragen diese zum Stichtag TEUR 16.612 (im Vorjahr TEUR 4.502).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen sind um TEUR 2.422 gestiegen und betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

5. Finanzlage

Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt grundsätzlich durch den operativen Cashflow und kurzfristige Bankkredite. Investitionen in den Fuhrpark werden überwiegend durch Leasing sowie ein Darlehen finanziert. Daneben besteht ein KfW-Förderdarlehn, das zum Bilanzstichtag mit TEUR 206 valutiert.

Die liquiden Mittel erhöhten sich zum 31. Dezember 2022 um TEUR 1.867 auf TEUR 2.262. Ihr Anteil am Gesamtvermögen beträgt 22,2 % (im Vorjahr 7,2 %). Die Gesellschaft ist jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Infolge des Anstiegs der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen sowie der erhaltenen Anzahlungen ergab sich im Geschäftsjahr 2022 ein positiver Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 1.996.

Die zusammengefasste Kapitalflussrechnung stellt sich wie folgt dar:

2022
TEUR
2021
TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.996 -257
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -84 -38
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 194 -55
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 2.106 -350
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 156 506
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 2.262 156

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagement

Die Actensys GmbH erbringt Planungs-, Bau- und Wartungsleistungen im überwiegend in Süddeutschland. Sie ist mit einer Reihe von Risiken konfrontiert, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Dies betrifft insbesondere Risiken, die aus der Markt- und Preisentwicklung, sowie aus kaufmännischen Vorgängen resultieren. Unsere Geschäftspolitik besteht darin, vorhandene Geschäftschancen bestmöglich zu nutzen. Aufgabe unserer Risikopolitik ist es, die damit verbundenen Risiken sorgfältig abzuwägen. Risikomanagement ist daher fester Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und Unternehmensentscheidungen. Als nachhaltig agierendes Unternehmen ist das oberste strategische Ziel der gesunde Fortbestand der Actensys GmbH.

Um unsere Risiken überwachen und steuern zu können, nutzen wir eine Reihe von Kontrollsystemen, insbesondere:

• Umfassendes Projektcontrolling

• Effektive Bonitätsprü?fung und -überwachung aller Kunden

• Kontinuierliche Liquiditäts- und Kostenkontrolle

Die Erreichung unserer Geschäftsziele und die damit verbundenen Risiken überwachen wir regelmäßig, ebenso die Prozesse der Rechnungslegung. Mit den installierten Instrumentarien der unternehmensinternen Kontrolle ist es möglich, bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, so dass geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmensfortbestandes getroffen werden können.

2. Chancen

Chancen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft ergeben sich insbesondere durch folgende Faktoren:

• Die wachsende Nachfrage nach Photovoltaikanlagen birgt enorme Chancen für die Actensys GmbH. Durch die jahrelange Erfahrung kann man Markt und Kunden die nötigen Lösungen anbieten.

• Die neue Ampel-Koalition hat wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, welche die politischen Rahmenbedingungen für einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien verbessern. Durch die Erhöhung der Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, wird beispielsweise die wirtschaftliche Attraktivität der Investition in eine PV-Anlage gesteigert.

• Die CO 2 -Abgabe auf die Erzeugung von Strom aus fossilen Quellen lässt die Endpreise am Strommarkt steigen. Über die Opportunitätskosten führt dies indirekt auch zu einem Preisanstieg beim Ökostrom. Angetrieben von dieser Dynamik und einer stärker werdenden Fokussierung auf den Klimaschutz, erwarten wir eine deutliche Steigerung der Nachfrage an Photovoltaikanlagen und Batteriespeichersystemen im privaten und gewerblichen Sektor. Die Nutzung von Speichermedien ermöglicht einen höheren Eigenverbrauch an elektrischer Energie und steigert so die wirtschaftliche Attraktivität einer PV-Lösung. Dieser Trend wird sich voraussichtlich in den Jahren 2023 und 2024 fortsetzen.

• Eine weitere Chance stellt der aktuelle Strommarkt dar. Regenerativ erzeugte Energiemengen können am Markt - abseits der restriktiven EEG-Vergütungsmodelle - gehandelt bzw. verkauft werden. Das Vermarktungsmodell "Power Purchase Agreement (PPA)" gewinnt insbesondere im Bereich der Solarparks an Bedeutung. In langfristigen Stromlieferverträgen werden alle Konditionen direkt zwischen Abnehmer und Erzeuger von Erneuerbarer Energien geregelt, wodurch sich insbesondere Marktpreisrisiken reduzieren lassen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz gestellten Anforderungen zur Flächenkulisse für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (z.B. Randstreifen von Autobahnen und Bahnschienen, Deponien) sowie die Begrenzung der Förderung in Abhängigkeit der Anlagengröße, verlieren durch die Vermarktungsmöglichkeit PPA deutlich an Relevanz.

• Die kontinuierlich steigenden Neuzulassungen von Elektroautos bieten zudem interessante Chancen für den noch jungen Geschäftsbereich der Elektromobilität. Damit rückt die umweltfreundliche Verbindung von Photovoltaik und Elektromobilität weiter in den Vordergrund, wenn der getankte Strom ohne CO 2 -Emissionen erzeugt wird. Die Actensys GmbH übernimmt für ihre Kunden die Planung und Realisierung der Ladeinfrastruktur, welche sich mit einem Stromspeicher kombinieren lässt.

• Zusätzliche Chancen können sich zudem durch technologische Fortschritte in der Solartechnik, sinkende Produktionskosten für Solarmodule, sowie durch strategische Partnerschaften ergeben.

Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Actensys GmbH ihre Marktposition in den relevanten Märkten stärken. Die Geschäftsleitung ist davon überzeugt, dass sich die Gesellschaft in einer guten Ausgangslage befindet, die gute Marktposition zu halten und weiter auszubauen.

3. Risiken

Marktrisiken

Wesentliche Marktrisiken können sich insbesondere durch politische Entscheidungen und die damit verbundenen Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben. Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen wird erheblich durch die Höhe des Strompreises sowie staatliche Fördermaßnahmen beeinflusst.

Ein weiteres Risiko stellt die Überlastung der Stromnetze dar. Aufgrund des hohen Zubaus an Erneuerbaren Energien und einem zu langsamen Ausbau der Stromnetze, muss mittelfristig mit Engpässen im Bereich der Einspeisung ins Netz gerechnet werden. Wie bereits im Vorjahr, konnten in 2022 mehrere größere Projekte aufgrund fehlender Netzkapazität nicht realisiert werden. Der theoretische Einspeisepunkt liegt oftmals zu weit entfernt, wodurch ein wirtschaftlicher Betrieb aufgrund hoher Kosten für die Stromtrasse nicht mehr möglich ist. Durch die Prüfung der Einspeisemodalitäten sowie eine Einschätzung der wirtschaftlichen Machbarkeit zu Beginn eines Projektes, wird dieses Risiko frühzeitig erkannt.

Daneben bestehen Risiken aus Forderungsausfällen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein angemessenes Debitorenmanagement sowie ein effizientes Mahnwesen.

Beschaffungsrisiken

Der Beschaffungsmarkt der PV-Branche ist stark von globalen, komplexen Lieferketten, Rohstoffpreisen und technologischen Entwicklungen abhängig. Diesen Risiken begegnet die Actensys GmbH in der Regel durch die Auswahl von mehreren Lieferanten pro Produktgruppe. Da die Gesellschaft bereits langjährige Beziehungen mit ihren Lieferanten pflegt, können Preis- und Bezugsrisiken reduziert werden. Eine Abhängigkeit der Gesellschaft von einzelnen Lieferanten besteht nicht.

Zudem bezieht die Actensys GmbH einen Großteil der zugekauften Komponenten von verbundenen Unternehmen der RenerVest-Gruppe.

Die Coronapandemie und ihre Folgen stellten die Actensys GmbH seit 2020 vor eine große Herausforderung. Die gestörten Lieferketten in Verbindung mit der chinesischen Zero-Covid-Strategie, führten zu Engpässen und letztlich auch zu Preiserhöhungen bei wichtigen Komponenten für PV-Anlagen. Die Wiederholung eines ähnlich gelagerten Szenarios ist mittelfristig nicht auszuschließen. Um diesem Risiko noch besser entgegenzuwirken, werden unsere Lieferketten gestrafft und alternative Lieferanten in Deutschland oder Europa aufgebaut.

Deutliche Preissteigerungen beim Bezug der PV-Komponenten könnten sich belastend auf das Ergebnis auswirken, sofern diese nicht an die Kunden weitergegeben werden können. Insbesondere die Entwicklung der Rohstoffpreise für Polysilizium, Kupfer, Aluminium und Stahl kann sich zu einem Kostentreiber entwickeln. Weitere Faktoren wie z.B. Transportkosten, Währungskursrisiken und eine derzeit weltweit hohe Nachfrage nach Photovoltaikprodukten, können das Preisniveau weiter steigern.

Finanzielle Risiken

Das kontinuierliche Wachstum der Actensys GmbH ist mit gewissen Risiken im Zusammenhang mit der Finanzierung verbunden. Die moderate Ertragssituation in den letzten drei Geschäftsjahren hat in Verbindung mit einer signifikanten Zunahme des Geschäftsvolumens nicht zu wesentlichen Verbesserung der Kapital- und Finanzstruktur der Gesellschaft geführt.

Dem Liquiditätsrisiko wird durch kontinuierliche Liquiditäts- und Kostenkontrolle begegnet. Wir verweisen ergänzend auf den Abschnitt "Finanzlage" des Lageberichts.

Währungsrisiken

Da die Actensys GmbH sämtliche Leistungen in Euro fakturiert, besteht auf der Absatzseite kein Wechselkursrisiko. Gleiches gilt fü?r die Beschaffungsseite.

Personalrisiken

Der Fachkräftemangel stellt eine weitere große Herausforderung dar. Fachkräfte im Bereich Elektrotechnik, Bauwesen und Ingenieurswesen werden landesweit händeringend gesucht. Hier besteht ein Risiko, dass Aufträge mangels Personals nicht angenommen werden können.

Um langfristig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, verstärkt die Actensys GmbH ihr Engagement im Bereich der Lehrlingsausbildung. Zusätzlich erhöhen wir die Sichtbarkeit über digitale Kampagnen und Social Media. Moderne Arbeitsplätze, Firmenveranstaltungen sowie Corporate Benefits runden das Angebot ab und sollen die Mitarbeiterbindung weiter steigern. Darüber hinaus wird die Actensys GmbH beim Fach- und Führungskräfte Recruiting von erfahrenen Headhuntern unterstützt und plant den HR-Bereich weiter auszubauen.

Zusammenfassend sieht die Geschäftsführung derzeit keine Tatsachen, welche den Fortbestand des Unternehmens gefährden oder dessen Entwicklung wesentlich beeinträchtigen können.

4. Prognose für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025

Im Geschäftsjahr 2023 waren die geopolitischen und wirtschaftlichen Turbulenzen weiterhin deutlich spürbar. Trotz rückläufiger Inflation erholte sich die Konjunktur in Deutschland nur langsam, sodass das reale Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 0,3% sank. Eine restriktive Geldpolitik und steigende Zinsen verteuern die Finanzierung von Investitionen, wodurch viele Wirtschaftsbereiche eine sinkende Nachfrage verzeichnen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Photovoltaik-Branche in Deutschland zeigte dennoch eine deutlich positive Tendenz. So wurden in 2023 rund 17,2 Mrd. EUR in neue PV-Anlagen investiert - eine Steigerung um 123 %. Mit insgesamt 53,5 TWh Einspeisung ins Stromnetz, leistete die Solarenergie einen Anteil von 12,4 % an der Stromerzeugung in Deutschland.

Darüber hinaus setzte auch die Politik weiterhin positive Impulse, um die Klimaziele zu erreichen. Zum 01.01.2023 wurde bspw. der "Nullsteuersatz" bei der Umsatzsteuer eingeführt, welcher für Wohnungen und öffentliche Gebäude gilt, sofern die installierte Bruttoleistung der neuen PV-Anlage nicht mehr als 30 kWp beträgt. Aber auch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Erleichterung der Netzanbindung von Photovoltaikanlagen bietet neue Chancen für die Branche.

Im Geschäftsjahr 2023 baute die Actensys GmbH ihren bislang größten Solarpark in Krempe, welcher künftig rund 50 GWh Strom pro Jahr produzieren soll. Darüber hinaus entspannte sich auch die Situation der gestörten Lieferketten und ermöglichte so den Abschluss vieler Projekte aus 2022.

Bei einer Steigerung der Umsatzerlöse von rund 320 % auf 56,6 Mio. EUR und einer deutlich verbesserten Rohertragsmarge, wird für das Geschäftsjahr 2023 mit einem Ergebnis vor Ertragssteuern in Höhe von 5,3 Mio. EUR gerechnet

Für das Jahr 2024 rechnet das ifo-Institut mit einem leichten Wachstum des realen BIP in Deutschland von 0,4 %. Die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen verfolgen weiterhin die ambitionierten Klimaziele und setzen klare Anreize für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Dies zeigt sich bspw. in der Fortsetzung der erhöhten Ausschreibungsmenge für Solarparks sowie einer Vereinfachung von Genehmigungsprozessen.

Während die Nachfrage im Bereich privater Dachanlagen zurückgegangen ist, schreitet der Zubau an Freiflächenanlagen sowie PV-Projekte für die Industrie und Landwirtschaft weiter voran, wodurch insgesamt eine positive Entwicklung der Photovoltaikbranche in 2024 erwartet wird. Sinkende Preise für Solarmodule, eine Entspannung der globalen Liefer- und Logistikketten und technologische Fortschritte beim Wirkungsgrad von Solarzellen fördern diese Entwicklung.

Die Actensys GmbH erwirtschaftete bis einschließlich 30.09.2024 Umsatzerlöse in Höhe von 28,6 Mio. EUR und erzielte in diesem Zeitraum einen Jahresüberschuss von 2,0 Mio. EUR. Für das Geschäftsjahr 2024 wird ein entsprechend positives Ergebnis erwartet.

Im Mai 2024 wurde die Gesellschaft Opfer eines Cyberangriffes, welcher zu einem vorübergehenden Ausfall von Teilen der IT-Infrastruktur führte. In Zusammenarbeit mit einem externen Incident-Response-Team wurden entsprechende Sofortmaßnahmen ergriffen, um betroffene Systeme zu isolieren. Dennoch kam es zu einer Beeinträchtigung des operativen Geschäftsbetriebes von fast zwei Monaten. Die finanziellen Auswirkungen hinsichtlich Betriebsunterbrechung, entgangene Umsatzerlöse, Kosten für die Wiederherstellung der IT-Systeme sowie die Implementierung neuer Sicherheitsmaßnahmen belaufen sich auf geschätzte 0,5 - 1,0 Mio. EUR.

In 2025 dürfte sich die eher zurückhaltende Nachfrage nach privaten Dachanlagen weiter fortsetzen, welche jedoch bei der Actensys GmbH durch einen verstärkten Fokus auf Solarparks sowie PV-Anlagen für die Industrie und Landwirtschaft kompensiert wird. Wir rechnen mit einem positiven Jahresergebnis. Diese prognostischen Einschätzungen für 2025 sind geprägt von einem außerordentlich hohen Maß an Unsicherheit hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Bei unserer Prognose unterstellen wir, dass die geopolitischen Spannungen nicht weiter eskalieren.

Der Prognosecharakter aller zukunftsbezogenen Aussagen zieht jedoch die Möglichkeit nach sich, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

 

Waldstetten, den 28. November 2024

Actensys GmbH

Martin Weißenfels

Niko Mack

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 959.235,35 925.082,97
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.656,69 6.338,30
1. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 3.656,69 6.338,30
II. Sachanlagen 883.128,66 846.294,67
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 746.318,76 746.318,76
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 136.809,90 99.975,91
III. Finanzanlagen 72.450,00 72.450,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 60.000,00 60.000,00
2. Beteiligungen 12.400,00 12.400,00
3. sonstige Finanzanlagen 50,00 50,00
B. Umlaufvermögen 6.915.686,54 4.521.589,44
I. Vorräte 2.504.534,43 2.279.242,50
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, offen abgesetzt 13.860.243,65 3.945.247,80
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.149.190,85 1.846.888,39
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 118.946,86 897.714,94
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.453,39 0,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 2.027.790,60 949.173,45
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.261.961,26 395.458,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 71.400,25 36.849,44
D. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.230.832,18 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 10.177.154,32 5.483.521,85

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 0,00 1.477.704,14
I. gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 350.000,00 350.000,00
III. Gewinnrücklagen 6.670,00 6.670,00
IV. Gewinnvortrag 1.096.034,14 1.068.595,68
V. Jahresfehlbetrag 3.708.536,32 -27.438,46
VI. nicht gedeckter Fehlbetrag 2.230.832,18 0,00
B. Rückstellungen 1.447.194,39 912.390,19
C. Verbindlichkeiten 8.449.959,93 2.771.694,55
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 219.488,58 536.799,45
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.141.519,17 596.896,91
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 877.102,42 6.200,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 5.211.849,76 1.631.798,19
D. Rechnungsabgrenzungsposten 280.000,00 300.000,00
E. Passive latente Steuern 0,00 21.732,97
Bilanzsumme, Summe Passiva 10.177.154,32 5.483.521,85

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 2.205.838,44 5.221.110,38
2. Personalaufwand 3.644.355,40 2.927.625,40
a) Löhne und Gehälter 2.956.661,02 2.415.380,34
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 687.694,38 512.245,06
davon für Altersversorgung 29.270,39 26.158,57
3. Abschreibungen 57.877,14 211.173,81
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 57.877,14 57.340,36
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 153.833,45
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.395.217,07 1.530.667,91
5. Erträge aus Beteiligungen 8.000,00 0,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 47.100,60 9.841,39
davon aus verbundenen Unternehmen 45.921,84 4.367,48
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 48.972,89 57.407,75
8. Steuern vom Einkommen und Ertrag -187.812,47 127.798,37
a) Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern 21.732,97 6.405,42
9. Ergebnis nach Steuern -3.697.670,99 376.278,53
10. sonstige Steuern 10.865,33 348.840,07
Jahresfehlbetrag 3.708.536,32 -27.438,46

Anhang

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Actensys GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Waldstetten
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Memmingen
Register-Nr.: 13351

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss weist zum 31.12.2022 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 2.230.832,18 aus. Die Geschäftsführung ist der Auffassung, dass die Voraussetzungen zur Bewertung unter der Annahme der Unternehmensfortführung gegeben sind. Diese Auffassung ist durch die stillen Reserven in den in Arbeit befindlichen Aufträgen begründet. Diese stillen Reserven wurden im folgenden Geschäftsjahr realisiert und haben die bilanzielle Überschuldung beseitigt. Die Geschäftsführung hat keine weiteren Gründe erkannt, die der Annahme der Unternehmensfortführung entgegenstehen.

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

- Beteiligungen zu Anschaffungskosten

- Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten

Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Forderungen und Wertpapiere wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.

Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022
EUR
Zugänge
EUR
davon FK-Zinsen
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 45.002,42 0,00 0,00 0,00 0,00 45.002,42
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 45.002,42 0,00 0,00 0,00 0,00 45.002,42
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 746.318,76 0,00 0,00 0,00 0,00 746.318,76
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 769.196,37 92.029,52 0,00 0,00 0,00 861.225,89
Summe Sachanlagen 1.515.515,13 92.029,52 0,00 0,00 0,00 1.607.544,65
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 60.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 60.000,00
Beteiligungen 12.400,00 0,00 0,00 0,00 0,00 12.400,00
Genossenschaftsanteile 50,00 0,00 0,00 0,00 0,00 50,00
Summe Finanzanlagen 72.450,00 0,00 0,00 0,00 0,00 72.450,00
Summe Anlagevermögen 1.632.967,55 92.029,52 0,00 0,00 0,00 1.724.997,07
kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 38.664,12 2.681,61 0,00 0,00 0,00 41.345,73
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 38.664,12 2.681,61 0,00 0,00 0,00 41.345,73
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 669.220,46 55.195,53 0,00 0,00 0,00 724.415,99
Summe Sachanlagen 669.220,46 55.195,53 0,00 0,00 0,00 724.415,99
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 707.884,58 57.877,14 0,00 0,00 0,00 765.761,72
Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR
Buchwert 31.12.2022
EUR
Buchwert 31.12.2021
EUR
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 3.656,69 6.338,30
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 3.656,69 6.338,30
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 746.318,76 746.318,76
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 136.809,90 99.975,91
Summe Sachanlagen 0,00 883.128,66 846.294,67
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 60.000,00 60.000,00
Beteiligungen 0,00 12.400,00 12.400,00
Genossenschaftsanteile 0,00 50,00 50,00
Summe Finanzanlagen 0,00 72.450,00 72.450,00
Summe Anlagevermögen 0,00 959.235,35 925.082,97

Angabe zu Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr

Der Betrag der Forderungen mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr beträgt 72.382,88 EUR (Vorjahr: 71.313,18 EUR).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste (TEUR 399), Personalkosten (TEUR 308) und Gewährleistungen (TEUR 209).

Betrag der Verbindlichkeiten und der Sicherungsrechte

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2022 TEUR kleiner 1 J.
TEUR
größer 1 Jahr
TEUR
gegenüber Kreditinstituten 219,5 88,2 131,3
Vorjahr 536,8 317,3 219,5
erhaltene Anzahlungen 2.751,7 2.751,7 0,0
Vorjahr 557,4 557,4 0,0
aus Lieferungen und Leistungen 1.737,4 1.737,4 0,0
Vorjahr 751,6 751,6 0,0
gegenüber verbundenen Unternehmen 2.141,5 2.141,5 0,0
Vorjahr 104,6 104,6 0,0
gegenüber beteiligten Unternehmen 877,1 877,1 0,0
Vorjahr 6,2 6,2 0,0
sonstige Verbindlichkeiten 722,7 722,7 0,0
Vorjahr 322,8 322,8 0,0
Summe 8.449,9 8.318,6 131,3
Summe Vorjahr 2.771,7 2.552,2 219,5

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

Zum Stichtag bestehen Verbindlichkeiten gegen den Gesellschafter i. H. von Euro 430.108,42 (Vj: Euro 59.017,33).

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Neben den in der Bilanz aufgeführten Verbindlichkeiten sind die folgenden Haftungsverhältnisse zu vermerken:

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB Betrag
EUR
aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 400.000,00
davon durch Pfandrechte oder sonstige Sicherheiten gesichert 400.000,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 400.000,00
gesichert durch: Globalabtretung gegenüber Bank
Summe 400.000,00

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt EUR 1.668.990,0 und gliedert sich wie folgt auf:

Sonstige finanzielle Verpflichtungen Betrag
EUR
Mietverträge 501.312,80
Leasingverträge 293.853,27
Dienstleistungsverträge 26.544,36
Lizenzverträge 297.773,21
Investitionsverträge 94.067,22
Lieferverträge 455.439,20
Summe 1.668.990,06
davon im Folgejahr fällig 952.321,12
davon nach einem Jahr und innerhalb von fünf Jahren fällig 716.668,94
davon gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen 699.717,68

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppen Zahl
Arbeiter 0,00
Angestellte 56,75
leitende Angestellte 2,50
Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 59,25
vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter 41,75
teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter 17,50

Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Herr Martin Weißenfels ausgeübter Beruf Dipl. Betriebswirt (FH)
Herr Niko Mack ausgeübter Beruf: hauptberuflicher Geschäftsführer

Vorgänge von besonderer Bedeutung

Nach dem Schluss des Geschäftsjahrs traten keine Vorgänge von besonderer Bedeutung auf, über die zu berichten wäre.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt in Übereinstimmung mit den Gesellschaftern vor, den Jahresfehlbetrag von Euro 3.708.536,32 auf neue Rechnung vorzutragen.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Waldstetten, 28. November 2024

Martin Weißenfels

Niko Mack

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 29.11.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Actensys GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Actensys GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Actensys GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen

• Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 28. November 2024

SAH Revisions GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Peter Amon, Wirtschaftsprüfer

Es wurde von den Offenlegungserleichterungen nach §§ 326 f. HGB Gebrauch gemacht. Der wiedergegebene Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den vollständigen Jahresabschluss -

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