Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 155795
Vorher
Giesecke & Devrient International Government Solutions GmbH
Eingetragen
28.1.2014
Branche
BeteiligungsgesellschaftenVerlegen von ZeitungenVerlegen von Zeitschriften
Gegenstand
Die Eintragung betreffend den Gegenstand ist von Amts wegen berichtigt und wird wie folgt berichtigt eingetragen: Der weltweite Vertrieb von Produkten und Systemen an Hoheitsträger und private Personen, soweit diese für einen Hoheitsträger beschaffen oder mit hoheitlichen Rechten beliehen sind, sowie die Erbringung von Dienstleistungen, jeweils im Bereich Dokumente und Lösungen für die sichere Identifizierung und Authentifizierung, bestehend aus ID-Karten, Reisepässen, Sicherheitsdruck für Visa und Steuermarken, Gesundheitskarten, ID Systemlösungen und Document Life Cycle Systemen sowie das Komponentengeschäft für die vorgenannten Produkte (mit Ausnahme von Sicherheitspapier), jedoch nicht das direkte oder indirekte, dh. über Zwischenhändler getätigte Geschäft mit deutschen Endkunden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Corinna Schindler
seit 22.9.2025
Prokura
Thiago Sautchuk
seit 28.7.2025
Prokura
Bernd Kümmerle
seit 3.7.2025
Geschäftsführer
Thomas Morian
seit 2.9.2022
Prokura
Geschäftsführer
Tobias Nüssle
seit 3.2.2022
Geschäftsführer
Reinhard Wandinger
seit 8.8.2019
Prokura
Michael Kerling
seit 5.12.2018
Prokura
Andreas Kuba
seit 26.3.2015
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (5)

NameAnteil
C**** J**** E** M**** v** M****************
0.44%
M***** C******** S******** A*** M**** v** M****************
0.44%
S****** L***** A*** M**** v** M****************
0.44%

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
40.00%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Giesecke & Devrient Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Germany
600.000 €
60.00%
Bundesdruckerei Gruppe GmbH
Germany
400.000 €
40.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Veridos GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

HRB 155795B

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene sowie noch in der Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.251.456,03 2.952.112,58
2. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.030.476,00 4.216.905,00
3. Firmenwert 1.759.200,00 7.041.132,03 2.052.400,00 9.221.417,58
II. Sachanlagen
1. Technische Anlagen und Maschinen 1.284.176,50 1.213.020,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 314.839,00 260.837,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 56.675,00 1.655.690,50 0,00 1.473.857,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.462.486,86 10.292.486,86
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 42.360.912,58 28.051.022,80
3. Beteiligungen 2.998.459,87 58.821.859,31 2.996.429,31 41.339.938,97
67.518.681,84 52.035.213,55
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 623.815,50 199.308,19
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 27.957.919,17 35.439.593,89
3. fertige Erzeugnisse und Waren 10.058.750,54 6.157.378,60
4. geleistete Anzahlungen 3.322.749,30 41.963.234,51 3.561.801,21 45.358.081,89
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 55.666.034,50 37.724.164,16
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3.825.910,77 12.198.957,12
3. Forderungen gegen Gesellschafter 1.407.721,22 2.308.336,71
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.188.170,70 995.015,80
5. Sonstige Vermögensgegenstände 5.474.205,82 67.562.043,01 6.506.173,67 59.732.647,46
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
1. Kassenbestand 1.177,69 1.787,71
2. Guthaben bei Kreditinstituten 18.334.053,70 18.335.231,39 38.415.024,94 38.416.812,65
127.860.508,91 143.507.542,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.882.335,70 37.233,88
1.882.335,70 37.233,88
GESAMT 197.261.526,45 195.579.989,43

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Kapitalrücklage 79.027.685,93 79.027.685,93
III. Verlustvortrag -71.594.731,33 -43.732.974,83
IV. Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) 6.195.489,10 -27.861.756,50
14.628.443,70 8.432.954,60
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 18.086.340,00 17.772.118,00
2. Steuerrückstellungen 1.043.573,82 0,00
3. sonstige Rückstellungen 29.073.702,63 17.727.232,95
48.203.616,45 35.499.350,95
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22.000.000,00 30.948.107,55
2. erhaltene Anzahlungen 43.679.815,99 43.163.872,58
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.138.276,63 7.325.648,44
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.473.263,61 7.875.139,35
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 49.626.564,55 58.226.121,18
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 920.170,72 565.087,75
7. Sonstige Verbindlichkeiten 816.726,15 901.264,41
133.654.817,65 149.005.241,26
D. Rechnungsabgrenzungsposten 774.648,65 2.642.442,62
GESAMT 197.261.526,45 195.579.989,43

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 202.641.695,11 186.679.154,28
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -5.144.542,48 -47.330.136,56
3. Aktivierte Eigenleistungen 489.837,30 288.585,02
4. Sonstige betriebliche Erträge 7.618.141,33 7.930.365,83
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -68.075.936,01 -36.124.676,21
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -50.230.774,01 -118.306.710,02 -47.986.664,48 -84.111.340,69
Rohergebnis 87.298.421,24 63.456.627,88
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -30.194.940,23 -26.017.349,66
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -4.268.327,38 -34.463.267,61 -4.437.264,97 -30.454.614,63
7. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -3.506.537,74 -2.884.506,61
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 -3.506.537,74 -17.560.085,21 -20.444.591,82
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -41.386.816,87 -38.719.376,94
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 7.941.799,02 -26.161.955,51
9. Erträge aus Beteiligungen 960.773,06 498.160,46
10. Erträge aus Wertpapieren 0,00 522,60
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen -228.755,51 0,00
Ergebnis vor Zinsen und Steuern 8.673.816,57 -25.663.272,45
12. Zinsen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögen und sonstige Zinserträge 2.622.067,41 1.309.776,82
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -2.305.788,20 -2.508.822,90
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.592.923,29 -785.951,85
Ergebnis nach Steuern 6.397.172,49 -27.648.270,38
15. Sonstige Steuern -201.683,39 -213.486,12
Jahresüberschuss (i.Vj. Jahresfehlbetrag) 6.195.489,10 -27.861.756,50

Anhang zum 31.12.2023

I. Vorbemerkungen

Der Jahresabschluss der Veridos GmbH ("Veridos" oder "Gesellschaft"), Berlin, ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Firma lautet Veridos GmbH, Sitz der Gesellschaft ist Oranienstraße 91, 10969 Berlin, zuständiges Registergericht ist das Amtsgericht Berlin Charlottenburg und die Handelsregisternummer lautet HRB 155795B.

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 der Veridos GmbH sind einige Positionen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst ausgewiesen. Die zusammengefassten Positionen werden gesondert erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das Aktivierungswahlrecht für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände wird ausgeübt. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten unter Einbeziehung von Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten, aber ohne Einbeziehung von Verwaltungskosten und Fremdkapitalzinsen. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden planmäßig über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren linear pro rata temporis abgeschrieben. Der Abschreibungsbeginn erfolgt mit Beendigung der Entwicklung.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind, soweit entgeltlich erworben, mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen und erforderliche außerplanmäßige Abschreibungen bewertet. Soweit der Grund für außerplanmäßige Abschreibungen aus Vorjahren wegfällt, werden Zuschreibungen auf den beizulegenden Wert, maximal bis auf die fortgeführten Anschaffungskosten, vorgenommen. Investitionszuschüsse werden erfolgswirksam vereinnahmt. Immaterielle Vermögensgegenstände werden linear über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben, der Firmenwert über eine Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren. Bei Gegenständen des Sachanlagevermögens wird nur die lineare Abschreibung verwendet. Die Nutzungsdauern reichen von drei bis zwanzig Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände, bei denen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Betrag von 250 EUR nicht übersteigen, werden im Zugangsjahr aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten über 250 EUR liegen und den Betrag von 1.000 EUR nicht überschreiten, werden in einem Pool zusammengefasst und über fünf Jahre linear abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten oder zu dem niedrigeren beizulegenden Wert aktiviert.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt mit gewogenen Durchschnittspreisen bzw. mit niedrigeren beizulegenden Werten. Abschreibungen nach § 253 Abs. 4 HGB wurden, soweit erforderlich, vorgenommen. Die Handelswaren sind zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie die unfertigen Leistungen sind zu Herstellungskosten unter Einbeziehung von Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten und Fertigungsgemeinkosten, aber ohne Einbeziehung von Verwaltungskosten und Fremdkapitalzinsen unter Berücksichtigung der verlustfreien Bewertung bewertet. Die in den Beständen und Aufträgen vorhandenen Risiken werden durch Abwertung bzw. Rückstellungsbildung ausreichend berücksichtigt.

Bei Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen, die zu Nominalwerten bzw. dem Barwert angesetzt sind, werden alle erkennbaren Einzelrisiken durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nominalwerten bewertet.

Die Pensionsrückstellungen wurden in Übereinstimmung mit den handelsrechtlichen Vorschriften gebildet. Verpflichtungen für Pensionen und sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses und damit zusammenhängende Aufwendungen und Erträge werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen ermittelt. Diese Bewertungen basieren auf Prämissen, insbesondere hinsichtlich Abzinsungsfaktoren, der Lohn- und Gehaltstrends, des Rententrends/der Inflationsrate, der Fluktuationsrate sowie den Lebenserwartungen. Die angesetzten Abzinsungsfaktoren entsprechen den Zinssätzen der Deutschen Bundesbank gemäß § 253 Abs. 2 HGB (bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 15 Jahren). Die Pensionsrückstellungen aus leistungsorientierten Plänen werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien ("Anwartschaftsbarwertverfahren") bewertet. Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinsanteil der Rückstellungszuführung inklusive des Effekts aus der Zinssatzänderung wird im Zinsaufwand gezeigt. Die im Rahmen von beitragsorientierten Plänen zu leistenden Beiträge werden als Personalaufwand erfasst. Rechnungsgrundlage der versicherungsmathematischen Berechnung waren die "Heubeck-Richttafeln 2018G".

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostenverhältnisse für erkennbare Risiken, ungewisse Verpflichtungen und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (in Höhe des über die Bestandsabwertung hinausgehenden Risikos) in angemessenem und ausreichendem Umfang gebildet. Langfristige Rückstellungen werden nach Maßgabe der durch die Bundesbank ermittelten Abzinsungssätze abgezinst. Erträge aus der Abzinsung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" und Aufwendungen aus der Aufzinsung unter dem Posten "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Das Wahlrecht auf den Ansatz von aktiven latenten Steuern wird nicht ausgeübt.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Kurzfristige auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden zum Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs erfolgswirksam bewertet. Langfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden gemäß Niederstwert- bzw. Imparitätsprinzip mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Entstehung oder mit dem ungünstigeren Stichtagskurs bewertet.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie sich auf Wechselkursänderungen bezieht, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien.

Der beizulegende Zeitwert ergibt sich durch die Multiplikation des Nominalvolumens mit der Differenz aus dem vertraglichen Terminkurs und dem Terminkurs zum Stichtag. Entsteht aus der Bewertung ein negativer beizulegender Zeitwert, wird dieser unter den sonstigen Rückstellungen als Drohverlustrückstellung erfasst. Positive beizulegende Zeitwerte werden nicht bilanziert.

Die Veridos GmbH hat zum 31. Dezember 2023 Devisentermingeschäfte mit der Giesecke+ Devrient GmbH getätigt. Das Nominalvolumen der bestehenden derivativen Finanzinstrumente beläuft sich auf TEUR 18.316, die vollständig im Jahr 2024 fällig sind. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung von den am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Für die Veridos GmbH ergibt sich ein positiver beizulegender Zeitwert in Höhe von TEUR 134 (Vj. TEUR 475).

III. Erklärung zur Bilanz

1. Entwicklung Anlagevermögens Geschäftsjahr 2023 (in TEUR)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12. 2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene sowie noch in der Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.073 867 0 0 3.940
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen an solchen Rechten und Werten 11.227 0 0 0 11.227
Firmenwert 4.398 0 0 0 4.398
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 18.698 867 0 0 19.565
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fr. Grundst. 28 0 28 0 0
Technische Anlagen und Maschinen 5.461 426 0 0 5.887
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.161 158 150 0 1.169
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 57 0 0 57
Summe Sachanlagen 6.650 641 178 0 7.113
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 21.265 2.250 853 920 23.582
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 27.055 22.353 6.809 0 42.599
Beteiligungen 2.997 922 0 -920 2.999
Summe Finanzanlagen 51.317 25.525 7.662 0 69.180
Anlagevermögen gesamt 76.665 27.033 7.840 0 95.858
Abschreibungen
01.01. 2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene sowie noch in der Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 121 568 0 689
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen an solchen Rechten und Werten 7.010 2.186 0 9.196
Firmenwert 2.346 293 0 2.639
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 9.477 3.047 0 12.524
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fr. Grundst. 28 0 28 0
Technische Anlagen und Maschinen 4.248 355 0 4.603
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 900 104 150 854
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
Summe Sachanlagen 5.176 459 178 5.457
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 10.973 0 853 10.120
Ausleihungen an verbundene Unternehmen -996 229 -1.005 238
Beteiligungen 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 9.977 229 -152 10.358
Anlagevermögen gesamt 24.630 3.735 26 28.339
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene sowie noch in der Entwicklung befindliche gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.251 2.952
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen an solchen Rechten und Werten 2.031 4.217
Firmenwert 1.759 2.052
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 7.041 9.221
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. Bauten auf fr. Grundst. 0 0
Technische Anlagen und Maschinen 1.284 1.213
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 315 261
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 57 0
Summe Sachanlagen 1.656 1.474
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 13.462 10.292
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 42.361 28.051
Beteiligungen 2.999 2.997
Summe Finanzanlagen 58.822 41.340
Anlagevermögen gesamt 67.519 52.035

Der im Zuge der Einbringung des Geschäftsfelds "International Services" durch die Bundesdruckerei und die BIS GmbH zum 1. Januar 2015 entstandene Firmenwert in Höhe von TEUR 4.398 wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren planmäßig abgeschrieben. Die Gesellschaft rechnet sich durch den mit dem Beitritt der Bundesdruckerei erhaltenen Zugang zu wichtigen Absatzmärkten einen langfristigen Nutzen aus und begründet damit die angesetzte Nutzungsdauer. Die Bundesdruckerei hat zum 1. Januar 2015 langfristige Verträge mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren auf die Veridos GmbH übertragen. Hinsichtlich der übertragenen Verträge rechnet die Gesellschaft zudem mit Folgeaufträgen mit mittel- bis langfristigen Laufzeiten. Darüber hinaus sieht der zwischen Giesecke+Devrient und der Bundesdruckerei geschlossene Joint Venture-Vertrag über die Veridos GmbH eine unbefristete Zusammenarbeit vor, die erstmals zum 31. Dezember 2034 gekündigt werden kann.

2. Anteilsbesitz

Bei den nachstehenden Gesellschaften werden das Eigenkapital sowie das Jahresergebnis nach IFRS ausgewiesen.

Von Veridos direkt und indirekt gehaltene Anteile an verbundenen Unternehmen Anteilsbesitz Eigenkapital am 31.12.2023 Jahresergebnis 2023
in % TEUR TEUR
Veridos Canada Ltd., Toronto, Ontario/Kanada 100% 5.542 1.088
Veridos FZE, Dubai/VAE 100% 5.664 -1.829
Veridos Mexico S.A. de C.V., Mexico-City/Mexiko 100% 3.227 -2.015
Veridos America Inc., Wilmington/USA 100% -4.509 -1.284
Firdaus AI Aman L.L.C., Bagdad/Irak 100% -34 0
VERIDOS IDENTITY SOLUTIONS UGANDA - SMC LIMITED, Kampala, Uganda 100% 86 79
E-Seek Inc., San Diego/USA 100% 4.612 391
VERIDOS TRADING AND SERVICES L.L.C., Abu Dhabi, VAE 49% 138 -30
Veridos Matsoukis S.A. Security Printing, Athen/Griechenland 60% 15.588 2.027
NetSeT Global Solutions, d.o.o., Belgrad/ Serbien 67% 1.236 844
Von Veridos direkt und indirekt gehaltene Beteiligungen Anteilsbesitz Eigenkapital am 31.12.2023 Jahresergebnis 2023
in % TEUR TEUR
UGANDA SECURITY PRINTING LTD., Entebbe/Uganda 49% 10.268 -439
Relief Validation LTD ., Dhaka, Bangladesh 24,98% 609 -425

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.936 (Vj. TEUR 1.042) und Finanzforderungen in Höhe von TEUR 1.890 (Vj. TEUR 11.157) enthalten.

Bei den Forderungen gegen Gesellschafter handelt es sich in Höhe von TEUR 1.212 (Vj. TEUR 2.308) um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie in Höhe von TEUR 196 (Vj. TEUR 73) um Finanzforderungen.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen, wie im Vorjahr, in voller Höhe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

4. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist in voller Höhe einbezahlt. Es setzt sich aus 1.000.000 Geschäftsanteilen mit einem Nennbetrag von jeweils EUR 1 zusammen. Hiervon entfallen 600.000 Geschäftsanteile auf die Giesecke+Devrient GmbH (60 %) und 400.000 Geschäftsanteile auf die Bundesdruckerei Gruppe GmbH (40 %).

Die Kapitalrücklage ergab sich zunächst aus der im Geschäftsjahr 2014 durchgeführten Ausgliederung von der Giesecke+Devrient GmbH und resultierte aus dem Überhang des die Stammkapitalerhöhung übersteigenden ausgegliederten Nettoreinvermögens (TEUR 5.047). Im Geschäftsjahr 2015 wurde die Kapitalrücklage durch Einbringung von Bar- und Sachleistungen der Gesellschafter um insgesamt TEUR 27.346 erhöht. Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Kapitalrücklage durch Ausgleichszahlungen beider Gesellschafter um TEUR 1.635 erhöht, die aus der nachträglichen Aufdeckung stiller Reserven bei den Gesellschaftern im Zuge der Übertragung der jeweiligen Geschäftsanteile resultiert. Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Kapitalrücklage durch Darlehensverzichte beider Gesellschafter um TEUR 20.000 erhöht. Durch eine im Geschäftsjahr 2022 getätigte Barkapitalerhöhung der Gesellschafter erhöhte sich die Kapitalrücklage um TEUR 25.000.

5. Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der zur Ausschüttung gesperrte Betrag beläuft sich auf TEUR 3.540 und setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
TEUR
1. Unterschiedsbetrag für Pensionen im Sinn des § 253 Abs. 6 S. 2 HGB 289
2. Aktivierte Entwicklungskosten 3.251
3. Ausschüttungsgesperrter Betrag 3.540

6. Rückstellungen

Der Bewertung der Pensionsrückstellungen lagen folgende Prämissen zugrunde:

Zinssatz: 1,83 % (Vj. 1,78 %)

Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen: 2,5 % (Vj. 2,25 %)

Erwartete Inflationsrate/Rententrend: für 2024 und 2025: 3,0%, ab 2026: 2,0% (Vorjahr 2023: 3,5%, 2024: 2,25% und 2,0 % ab 2025)

Fluktuationsrate: 3,0 % (Vj. 3,0 %)

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 18.086 (Vj. TEUR 17.772).

Der zugrunde gelegte Zinssatz von 1,83 % entspricht dem durchschnittlichen Zinssatz, der sich aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren ergibt. Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von zehn Jahren (1,83 %) und dem auf Basis von sieben Jahren (1,75 %) beträgt TEUR 289.

Die erfolgswirksamen Anpassungen der Pensionsrückstellungen an die Änderung des Abzinsungssatzes werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 20.002), Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 7.035) sowie für Gewährleistungsrisiken (TEUR 1.876).

7. Verbindlichkeiten

31.12.2023 davon RLZ bis zu 1 Jahr davon RLZ über 1 Jahr davon RLZ über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22.000 8.000 14.000 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43.680 43.680 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 7.138 7.138 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.473 9.473 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 49.627 1.982 47.645 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiliungsverhältnis besteht 920 920 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 817 817 0 0
(davon aus Steuern) (778) (778) 0 0
(davon im Rahmen sozialer Sicherheit)) (1) (1) 0 0
133.655 72.010 61.645 0
31.12.2022 davon RLZ bis zu 1 Jahr davon RLZ über 1 Jahr davon RLZ über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30.948 8.948 22.000 0
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 43.164 43.164 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen 7.326 7.326 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.875 7.875 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 58.226 10.581 47.645 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiliungsverhältnis besteht 565 565 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 901 901 0 0
(davon aus Steuern) (635) (635) 0 0
(davon im Rahmen sozialer Sicherheit)) (1) (1) 0 0
149.005 79.360 69.645 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 9.444 (Vj. TEUR 7.866) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 29 (Vj. TEUR 9)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.610 (Vj. TEUR 1.512), Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 48.017 (Vj. TEUR 55.724) sowie erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 990).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen, wie im Vorjahr, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

8. Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 775 (Vj. TEUR 2.642) und betrifft ausschliesslich Umsatzabgrenzungen.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsätze setzen sich regional wie folgt zusammen:

Umsatz nach Regionen 2023 2022 Δ
TEUR TEUR Vorjahr
EMEA 84.206 85.096 -890
AMER 34.961 20.671 14.290
APAC 83.475 80.912 2.563
Gesamt 202.642 186.679 15.963

Die Umsätze setzen sich aus folgenden Geschäftsbereichen zusammen:

Umsatz nach Geschäftsbereichen 2023 2022 Δ
TEUR TEUR Vorjahr
Identity Documents 148.224 106.312 41.912
Identiy Management Solutions 50.942 77.565 -26.623
Verification 3.476 2.802 674
Gesamt 202.642 186.679 15.963

2. Aktivierte Eigenleistungen

Im Jahr 2023 entstanden insgesamt TEUR 10.020 an Forschungs- und Entwicklungskosten, welche in Höhe von TEUR 867 als selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert wurden.

3. Sonstige betriebliche Erträge

2023 2022
TEUR TEUR
Periodenfremde Erträge 1.084 2.484
Erträge aus Währungsumrechnungen 5.687 4.946
Sonstige Erträge 847 500
7.618 7.930

Die periodenfremden Erträge betreffen mit TEUR 529 (Vj. TEUR 1.278) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie mit TEUR 546 (Vj. TEUR 1.201) Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen.

4. Personalaufwand

2023 2022
TEUR TEUR
Löhne / Gehälter 30.195 26.017
Soziale Abgaben 4.103 3.604
Aufwendungen für Altersvorsorge 165 834
34.463 30.455

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter betrug:

2023 2022
Produktion 91 84
Forschung und Entwicklung 35 23
Verwaltung 38 29
Vertrieb 96 111
260 247

5. Abschreibungen

2023 2022
TEUR TEUR
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.506 2.885
Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreiten 0 17.560
3.506 20.445

Die Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens im Vorjahr in Höhe von TEUR 17.560 resultieren aus der Einzelwertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.722 sowie einer Abschreibung für unfertige Leistungen in Höhe von TEUR 12.838 für ein Projekt, bei dem die Geschäftsführung weder von der Fertigstellung noch von der Bezahlung durch den Kunden ausgeht.

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023 2022
TEUR TEUR
Periodenfremde Aufwendungen 614 0
Aufwendungen aus Währungsverlusten 5.735 4.356
Sonstige Aufwendungen 35.038 34.363
41.387 38.719

Die periodenfremden Aufwendungen betreffen eine Umsatzabgrenzung aus dem Vorjahr.

7. Zinsergebnis

2023 2022
TEUR TEUR
Zinserträge von verbundenen Unternehmen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.143 1.225
Sonstige Zinserträge von verbundenen Unternehmen 479 0
Zinserträge übrige 0 85
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.622 1.310
Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen 978 887
Zinsaufwendungen aus Pensionsrückstellungen 335 620
Zinsaufwendungen übrige 993 1.002
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.306 2.509
Zinsergebnis 316 -1.199

Aus der Aufzinsung der Jubiläumsrückstellung ergaben sich Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 3 (Vj. TEUR 2).

8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und latente Steuern

Unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden neben der laufenden Körperschaft- und Gewerbesteuer Quellensteuern sowie die Ertragssteuern für Betriebsstätten ausgewiesen.

Die aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in folgenden Posten:

Firmenwert

Erworbenes Vertriebsrecht

Pensionsrückstellungen

Ausleihungen und Forderungen in Fremdwährung, die aufgrund ihrer Restlaufzeit von unter einem Jahr zum Stichtagskurs bewertet wurden.

Sonstige Rückstellungen

Verlustvorträge

Die passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus steuerlichen Rücklagen und selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen.

Die latenten Steuern werden mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von 15,83 % (Vj. 15,83 %) sowie mit einem Gewerbesteuersatz von 16,85 % (Vj. 16,85 %) bewertet.

Per Saldo ergibt sich ein Aktivüberhang der latenten Steuern. Das Wahlrecht zum Ansatz eines aktiven Überhangs bei den latenten Steuern wurde von der Veridos GmbH nicht ausgeübt.

V. Sonstige Angaben

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer:

Marc-Julian Siewert, Kreuth

Vorsitzender der Geschäftsführung

Dr. Christian Thywissen, München

CFO

Tobias Nüßle, Adelshofen

COO

Gesellschafterausschuss:

Dr. Ralf Wintergerst, München, CEO Giesecke+Devrient GmbH

(Vorsitzender des Gesellschafterausschusses)

Dr. Peter Zattler, Grünwald, CFO Giesecke+Devrient GmbH

Dr. Stefan Hofschen, Berlin, CEO Bundesdruckerei Gruppe GmbH

(Stellvertretender Vorsitzender des Gesellschafterausschusses)

Christian Helfrich, München, CFO Bundesdruckerei Gruppe GmbH

Gesellschafterdarlehen

Im Jahr 2023 stand der Veridos GmbH von den Gesellschaftern ein Kreditrahmen in Höhe von TEUR 8.000 zur Verfügung, der zum Stichtag voll in Anspruch genommen wurde. Der Rahmenkredit hat eine unbestimmte Laufzeit. Die abgerufenen Tranchen haben eine Laufzeit von zwölf Monaten und werden mit 3 % p. a. verzinst. Die Veridos GmbH gewährt den Darlehensgebern keine Sicherheiten.

Außerdem stellen die Gesellschafter zur Finanzierung von Projekten einen Finanzrahmen von TEUR 65.000 zur Verfügung, von welchem zum Bilanzstichtag TEUR 39.645 in Anspruch genommen wurden.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen/nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Sonstige finanzielle Verpflichtungen sind gemäß § 285 Satz 1 Nr. 3a HGB wie folgt anzugeben:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen 4.706 2.996
Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen 90.504 71.670
95.210 74.666

Die Verpflichtungen aus Mietverträgen bestehen in Höhe von TEUR 1.394 gegenüber dem Gesellschafter Bundesdruckerei. Vorteile der Mietverträge sind die Optimierung des Bestands an liquiden Mitteln sowie die Risikominimierung.

Die Verpflichtungen aus Einkaufsverträgen bestehen in Höhe von TEUR 2.175 gegenüber den Gesellschaftern, in Höhe von TEUR 53.119 gegenüber verbundenen Unternehmen.

Im Zusammenhang mit der Akquisition von weiteren 27% der Anteile an NetSeT Global Solutions d.o.o. wurde dem Verkäufer das Recht eingeräumt, die verbleibenden Anteile an Veridos in 2025 anzudienen. Dieser künftige Zahlungsanspruch, dem sich Veridos nicht einseitig entziehen kann, beläuft sich nach zum Bilanzstichtag maßgeblichen Verhältnissen auf 2,8 Mio. EUR.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der MC Familiengesellschaft mbH, München zum 31. Dezember 2023 (größter Kreis) sowie in den Konzernabschluss der Giesecke+Devrient GmbH (kleinster Kreis) einbezogen. Beide Konzernabschlüsse werden nach den Vorschriften der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt und im Unternehmensregister bekannt gemacht. Aufgrund der Einbeziehung in diese Konzernabschlüsse ist die Veridos GmbH selber von der Erstellung eines Konzernabschlusses befreit.

Bezüglich der Angabe des Abschlussprüferhonorars wird auf den Anhang des Konzernabschlusses der Giesecke+Devrient GmbH, München, zum 31. Dezember 2023 sowie auf den Anhang des Konzernabschlusses der MC Familiengesellschaft mbH, München, verwiesen.

Vorschlag zur Verwendung des Ergebnisses:

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 22. März 2024

Veridos GmbH

Die Geschäftsführung

gez. Marc-Julian Siewert

gez. Dr. Christian Thywissen

gez. Tobias Nüßle

Lagebericht zum 31. Dezember 2023

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftstätigkeit der Gesellschaft

Die Veridos GmbH (Veridos) ist ein Joint Venture zwischen der Giesecke+Devrient GmbH, München, und der Bundesdruckerei Gruppe GmbH, Berlin. Die Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister Berlin erfolgte im Januar 2014. Die Giesecke+Devrient GmbH hält 60 % und die Bundesdruckerei Gruppe GmbH 40 % der Anteile an Veridos.

Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Berlin. Es gibt eine Niederlassung in München. Weltweite Präsenz hat Veridos durch ihre Tochtergesellschaften in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Griechenland, Irak, Uganda, Kanada, Mexiko, Serbien und USA sowie weitere Beteiligungen in Bangladesch und Uganda. Zusätzlich hat Veridos Niederlassungen in Macao, im Kosovo, in Botswana und im Irak.

In einer modernen Gesellschaft benötigen die Identitäten von Bürgern besonderen Schutz. Veridos unterstützt Regierungen und Behörden auf der ganzen Welt mit verlässlichen, integrierten ID-Lösungen.

Veridos bietet ein breites Produkt-Portfolio rund um den Bereich Identitäten und deckt dabei jeweils die gesamte Wertschöpfungskette in der jeweils gewünschten Größenordnung und Komplexität ab. In mehreren Großprojekten unterstützt Veridos ihre Kunden beim Aufbau zukunftssicherer Produktionsstätten sowie der Errichtung der notwendigen Infrastruktur.

Veridos liefert seinen Kunden hochsichere Reisedokumente sowie einzelne Komponenten für die Herstellung hoheitlicher Dokumente. Diese Dokumente werden mit den höchsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet und permanent weiterentwickelt. Dazu zählen beispielsweise Amber ID, Diamond ID und Spectre ID. Sie kombinieren transparente Fenster- und Streifenelemente mit einzigartigen Materialien, personalisierten Daten sowie Spezialeffekten für ein neues Sicherheitsniveau von Pässen. Zudem setzt sich die Digitalisierung von Dokumenten weltweit immer mehr durch und die Anforderungen an die Sicherheitsmerkmale steigen stetig. Ein Trend, den Veridos mit seinem innovativen Produktportfolio länderübergreifend bedient.

Neben der Herstellung hochsicherer Reisedokumente gewinnt die effiziente Verwaltung von Bürgerdaten zunehmend an Bedeutung. Die Bürgerinnen und Bürger wollen ihre Daten vor unberechtigtem Zugriff geschützt wissen und gleichzeitig, neben der klassischen Identifikation durch die Authentisierung und Absicherung in digitalen Geschäftsprozessen über das Internet sowie IT-Lösungen, für diese Prozesse sicher nutzen. Gleiches gilt für das Gesundheitswesen. Ärzte, Patienten und Verbände fordern erhöhte Sicherheit in digitalisierten Lösungen im Rahmen eines modernen Datenmanagements im Gesundheitswesen. Für all diese Anforderungen bietet Veridos leistungsstarke und zuverlässige Lösungen, die bereits heute weltweit im Einsatz sind.

Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

Die Verifizierung von Identitäten umfasst die zweifelsfreie Identifizierung von Personen sowie die Überprüfung von physischen oder digitalen Sicherheitsdokumenten. In einer vernetzten und globalisierten Welt benötigen Bürger bei Grenzübertritten sichere und moderne Pässe. Dabei müssen unterschiedlichste Formate des Identitätsnachweises geprüft werden. Dies ist eine Herausforderung für Veridos, da sie ihr Produktportfolio dementsprechend kontinuierlich erweitern muss. Für die sichere und schnelle Verifikation am Arbeitsplatz sowie für die Zugriffsverwaltung von IT-Netzwerken, insbesondere für kritische Infrastrukturen und im Bankenbereich, bietet Veridos maßgeschneiderte Lösungen, um die Identität der Kunden zu prüfen und zu dokumentieren.

Veridos bedient vorwiegend ausländische Staatsdruckereien und Ministerien. Der Markt unterliegt einem starken Wettbewerb. Daher hat Veridos ihr Lösungsangebot über die letzten Jahre zunehmend verbreitert um sich als Komplettanbieter und Systemintegrator zu positionieren. Eine der wichtigsten nicht-technischen Säulen sind die über viele Jahre gewachsenen vertrauensvollen Kundenbindungen.

Das Geschäft ist geprägt von langen Vertriebszyklen sowie komplexen politischen Rahmenbedingungen. Folglich liegt auch in der Organisation des Unternehmens der Schwerpunkt auf dem Kontakt zum Kunden, d. h. im Vertrieb und Angebotsmanagement. Insbesondere durch den erfolgreichen Ausbau des Lösungsbereichs gewinnt das Projektmanagement zunehmend an Bedeutung für den Erfolg des Unternehmens. Im Bereich der allgemeinen Verwaltung bezieht Veridos einen Teil der notwendigen Dienstleistungen von der Giesecke+Devrient GmbH und nutzt damit Skaleneffekte. Der eigene Administrationsbereich kann dadurch vergleichsweise schlank gehalten werden.

1.2 Forschung und Entwicklung

Für den Veridos Geschäftsbereich Identity Documents (IDOC) wurde die gemeinsame Entwicklung und Zertifizierung einer neuen JavaCard-Produktlinie in Kooperation mit der Schwestergesellschaft (G+D ePayments GmbH) im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen. Außerdem wurden im Softwarebereich die Entwicklung und Zertifizierung von zwei Java Card basierten Anwendungen abgeschlossen. Mit der Entwicklung eines neuen Betriebssystems wurde die G+D Java Card auf den neuesten Sicherheitsstand portiert. Die Java Card wurde dabei auf die neuesten Java Card und Global Plattform-Spezifikationen aktualisiert. Zusätzlich hat die Veridos, zusammen mit G+D, erstmalig den hohen Sicherheitsstand Common Criteria EAL 6+ high für ein Karten-Betriebssystem erreicht. Zusammen mit der Entwicklung des Betriebssystems wurden auch Applikationen für den elektronischen Reisepass bzw. für die elektronische ID-Karte entwickelt und Common Criteria zertifiziert. Die neue Veridos Suite bietet darüber hinaus auch noch Funktionalitäten für den elektronischen Führerschein und Fahrzeugschein, sowie weitere Applikationen, die nach Kundenwunsch erstellt werden können.

Mit der neuen Veridos ePass Produktlinie wird der Sicherheitsgedanke für die elektronischen Reisepässe weiter ausgebaut. Die Veridos ePass Applikation ist eine Software, die auf dem aktuellen Java Card Betriebssystem von G+D zum Einsatz kommt. In dem Applet sind alle Funktionalitäten integriert, die für die Verwendung in einem elektronischen Reisepass benötigt werden. Hierbei wurde besonders auf die Langlebigkeit und auf die Sicherheit Wert gelegt. Es wurden nicht nur die Sicherheitstests in den internen G+D Security Labors durchgeführt, sondern die Applikation besitzt auch mehrere Common Criteria Zertifikate. Das Veridos ePass Applet wurde so konzipiert, dass es einfach auf weiteren Betriebssystemen eingesetzt werden kann. Es gibt bereits eine Common Criteria Zulassung für das ePass Applet auf einem weiteren Betriebssystem. Der Vorteil für den Kunden ist, dass er zwischen verschiedenen Chip Hardware Lieferanten wechseln kann, ohne etwas an seinen Personalisierungsanlagen ändern zu müssen.

Die eigene Produktion von Pässen und Ausweisen konnte mit Hilfe von AI-Algorithmen optimiert werden. Das eingesetzte Al-System verbessert, durch Condition Monitoring und Predictive Maintenance, die Produktqualität und reduziert den Ausschuss.

Im Bereich der physischen Identitätsdokumente führte die Zusammenarbeit mit der G+D ePayments GmbH zur Entwicklung neuer nachhaltiger Kartenkörper. Dabei ist es gelungen, spezielle Farbpigmente aus der G+D Familie in ein ID-Dokument aus Polycarbonat zu integrieren.

Schwerpunkt des Geschäftsbereichs Identity Management Solutions (IDMS) war die Weiterentwicklung aller VeriCORE Produkte, welche die Registrierung von Bürgern und den kompletten Lebenszyklus von digitalen und physischen IDs ermöglichen. Wie bereits beschrieben, wurde für den Bereich Enrollment und Personalisierung die Kompatibilität der Veridos Lösung zu unterschiedlichen Personalisierungsmaschinen erhöht sowie neue Sicherheitsmerkmale eingeführt. Die Softwareentwicklung mobiler Services unterstützt die Offline-Erfassung personenbezogener Daten mit Tablets. Anhand eines intelligenten Managements, der spezialisierten Public Key Infrastruktur (PKI), können mit VeryKEY Dokumente mit digitalen Zertifikaten geschützt werden. Für preissensitive Dokumentlösungen ohne Chip kann durch die Lösungen mit TrueSeal und Chipless-ID ein hoher Sicherheitsstandard erreicht werden.

Der Geschäftsbereich Verification (VER) verantwortet das Portfolio rund um das Thema Verifikation von Identitätsdokumenten, Verifikation von Personen sowie der Verifikation identitäts-basierter Befugnisse und Berechtigungen. Die Produkt- und Lösungspalette reicht dabei vom reinen Passlesegerät bis hin zu kompletten Grenzkontroll-Lösungen. Das Veridos In-House Portfolio umfasst hierzu sowohl Hardware als auch Software-Produkte. 2023 wurde der Passleser VeriCHECK M600 fertiggestellt und durchläuft aktuell die letzten Zertifizierungen. Neben dem Verifizieren von rein physischen Dokumenten wurde das Portfolio auch um die Verifizierung von mobilen Ausweisdokumenten erweitert, um der zunehmenden Digitalisierung im ID Umfeld Rechnung zu tragen. Hierzu wurde der Ausweisleser M500 mit einem mobilen Ausweisleser integriert und zu einem Hybrid-Leser aufgewertet, welcher nun sowohl physische als auch mobile Ausweise lesen und verifizieren kann. Im Fokus weiterer Entwicklungen steht die Automatisierung von Grenzkontroll- Systemen wie bspw. Iris-Erkennung in Bewegung. Die datenbasierte Risikoanalyse von Einreisenden auf Basis ihrer API/PNR (Advanced Passenger Information/Passenger Name Record) Daten bietet zusätzlichen Schutz beim Monitoring von grenzüberschreitenden Reisetätigkeiten.

Neben eigenen 35 (Vj. 33) Mitarbeitern zum 31. Dezember 2023 kann Veridos bei Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf Kompetenz/Erfahrungen der beiden Gesellschafter zurückgreifen. Bei speziellen Entwicklungen von Verifikationsalgorithmen sowie der Entwicklung nachhaltiger Kartenkörper bindet Veridos die Kompetenzen der G+D Mobile Security GmbH mit ein. Bei Dokumenten können Synergien aus den Entwicklungen der G+D Currency Technology GmbH genutzt werden. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind auf TEUR 10.020 (Vj. TEUR 8.419) angestiegen. Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 867 (Vj. TEUR 803) aktiviert und Abschreibungen in Höhe von TEUR 568 (Vj. TEUR 121) darauf vorgenommen.

2 Wirtschaftliche Entwicklung

2.1 Konjunkturelle Entwicklung

Das Jahr 2023 war insgesamt von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Die Weltwirtschaft erholte sich weiterhin langsam von den negativen Schocks der vergangenen Jahre: Die COVID-19-Pandemie mit ihren Störungen der globalen Nachfrage und der Lieferketten und Russlands Invasion in die Ukraine und den darauffolgenden sehr starken Anstiegen der Rohstoffpreise (insbesondere bei Energie in Europa). Trotz der Störungen und der beispiellosen finanziellen Straffung, die notwendig war, um die seit Jahrzehnten höchste Inflation zu reduzieren, hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt, aber stagnierte nicht. Im Rückblick hat sich die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft als bemerkenswert erwiesen.

In diesem Umfeld konnte G+D in allen Geschäftsbereichen aufgrund seiner strategischen Positionierung auf integrierte Sicherheitstechnologie hervorragende Ergebnisse erzielen.

Die Konjunkturprognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) geht für 2023 davon aus, dass sich das globale Wirtschaftswachstum auf 3,1% verlangsamt. Die Verlangsamung ist in den Industrieländern mit einem Wachstum von nur 1,6% stärker ausgeprägt als in den Schwellen- und Entwicklungsländern mit 4,1% Wirtschaftswachstum. Innerhalb der Industrieländer überraschten die USA mit einer robusten Konsum- und Investitionsentwicklung positiv, während das Wachstum im Euroraum schwächer als erwartet war. Viele Schwellenländer erwiesen sich als recht widerstandsfähig und überraschten positiv, mit der Ausnahme von China, das mit der Immobilienkrise und einer schwächelnden Vertrauensbasis konfrontiert ist. Die globale Inflation wird voraussichtlich von 8,7% im Jahr 2022 auf 6,6% im Jahr 2023 sinken.

2.2 Wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft

Unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind unverändert die Umsatzerlöse, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie das Working Capital 1. Ein weiterer finanzieller Leistungsindikator ist der Free Cashflow. Als Teil der G+D Gruppe wendet Veridos zur operativen Steuerung des Geschäfts konzerneinheitlich die IFRS-Vorschriften für die Messung der Leistungsindikatoren an. Als wesentlicher nicht-finanzieller Leistungsindikator steht die Anzahl der Mitarbeiter 2 im Fokus.

Veridos hat die Mehrheitsbeteiligung an NetSeT Global Solutions zu Beginn des Geschäftsjahres 2023 erworben, einem Entwickler von Identity-Management-Systemen. Durch die Übernahme stärkt Veridos seine Position als Komplettanbieter integrierter Identitätslösungen. Das serbische Unternehmen NetSeT ist auf die Entwicklung komplexer Informationssysteme für die Verwaltung von Bürgerdaten sowie Informationssicherheit spezialisiert. Die Übernahme erweitert das Angebot von Veridos, das die gesamte Wertschöpfungskette von Identitätslösungen abdeckt: Von der Registrierung der Bürger über die Erstellung und Personalisierung von ID-Dokumenten und die Verwaltung der Bürgerdaten bis hin zur Verifikation der Dokumente. Veridos erhöhte seine Beteiligung von einer Minderheitsbeteiligung in Höhe von 40% auf 67% der Anteile.

1 Working Capital = Kundenforderungen + Vorräte + vertragliche Vermögenswerte ./. Verbindlichkeiten ./. vertragliche Verbindlichkeiten ./. Umsatzabgrenzungen
2 Mitarbeiteranzahl wird gemessen in Full-Time-Equivalents (FTE)

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren nach IFRS (Veridos GmbH) haben sich im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr und zur Prognose wie folgt entwickelt.

in TEUR IST Geschäftsjahr 2023 IST Geschäftsjahr 2022 Veränderung Prognose Vorjahr für 2023
Umsatzerlöse nach IFRS 188.723 140.805 47.918 auf Vorjahresniveau
EBIT nach IFRS 6.519 (20.352) 26.871 deutliche Verbesserung
EBITDA nach IFRS 8.434 (18.811) 27.245 deutliche Verbesserung
Working Capital nach IFRS 25.099 22.776 2.323 leicht unter Vorjahresniveau
Free Cashflow nach IFRS (3.114) (9.910) 6.796 nahezu ausgeglichener Free Cashflow

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren 2021 und 2022 hatten die Corona Pandemie sowie Lieferengpässe im Halbleiterbereich auf verschiedenen Gebieten zu Herausforderungen geführt. Insbesondere die Lieferengpässe im Halbleiterbereich hatten im Vorjahr mit sich gebracht, dass bestimmte elektronische Sicherheitskomponenten nicht geliefert werden konnten. Die bessere Versorgung mit Rohmaterialien zur Passfertigung sowie die in 2023 abgeschlossene Erweiterung der Produktionskapazitäten in Griechenland haben das Umsatzwachstum gestützt. Bereits im Vorjahr konnten zudem deutlich mehr Auftragseingänge gegenüber den Vorjahren erzielt werden und damit der Grundstein für das geplante Wachstum im Berichtsjahr gelegt werden. Dieser Trend zu höheren Auftragseingängen hat im Geschäftsjahr 2023 angehalten und ist die Basis für das Umsatzwachstum in den Folgejahren.

Der geplante Umsatz nach IFRS auf Vorjahresniveau konnte deutlich übertroffen werden und lag im Geschäftsjahr 2023 um 34,0 % über dem Vorjahresumsatz. Im Zuge des Umsatzwachstums konnte auch das EBIT und EBITDA im Berichtsjahr verbessert werden. Die höhere Geschäftstätigkeit führte zu einem leichten Aufbau des Working Capitals, so dass die Prognose verfehlt wurde. Der Aufbau der Bestände und insbesondere der Forderungen konnte durch den Abbau der Vertragsvermögenswerte nicht vollständig kompensiert werden. Der Anstieg der Verbindlichkeiten sowie Vertragsverbindlichkeiten (überwiegend die Erhöhung der erhaltenen Anzahlungen) konnte dem Anstieg des Working Capitals ebenfalls nur teilweise entgegenwirken. Der geplante ausgeglichene Free Cashflow konnte im Berichtsjahr nicht erreicht werden. Vor allem die Verbesserung des EBITs führte zu einem höheren operativen Cashflow, der den gestiegenen Cashflow aus der Investitionstätigkeit übertraf.

Der Unterschied der Ergebnisgrößen EBIT und EBITDA zu dem in der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (TEUR +8.674) bzw. Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (TEUR +12.180) beruht insbesondere auf der Bilanzierung entgeltlich erworbener Geschäftswerte und Vertriebsrechte (nur EBIT) und derivativer Finanzinstrumente, der zeitraumbezogenen Umsatzlegung von Kundenverträgen nach IFRS 15, einer abweichenden Bewertung von Pensionsverpflichtungen und Vorratsvermögen sowie Leasingverträgen nach IFRS 16.

2.2.1 Ertragslage

2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR abs. in %
Umsatzerlöse 202.642 186.679 15.963 8,6%
Bestandsveränderungen (5.145) (47.330) 42.186 89,1%
Andere aktivierte Eigenleistungen 490 288 202 70,1%
Sonstige betriebliche Erträge 7.618 7.930 (312) 3,9%
Materialaufwand (118.307) (84.111) (34.195) 40,7%
Rohergebnis 87.298 63.456 23.842 37,6%
Personalaufwand (34.463) (30.455) (4.008) 13,2%
Abschreibungen (3.507) (20.445) 16.938 82,8%
Sonstige betriebliche Aufwendungen (41.387) (38.719) (2.668) 6,9%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 7.942 (26.162) 34.105 > 100%
Erträge aus Beteiligungen 961 498 463 92,9%
Erträge (Vj. Aufwendungen) aus Wertpapieren - 1 (1) 100,0%
Abschreibungen auf Finanzanlagen (229) - (229) 100,0%
Finanzergebnis 732 499 233 46,6%
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 8.674 (25.663) 34.337 > 100%
Zinsertrag 2.622 1.310 1.312 > 100%
Zinsaufwand (2.306) (2.509) 203 8,1%
Zinsergebnis 316 (1.199) 1.515 > 100%
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2.593) (786) (1.807) > 100%
Ergebnis nach Steuern 6.397 (27.648) 34.045 > 100%
Sonstige Steuern (202) (213) 11 5,2%
Jahresüberschuss (i. Vj. Jahresfehlbetrag) 6.195 (27.861) 34.056 > 100%

Die Umsätze setzen sich regional wie folgt zusammen:

Umsatz nach Regionen 2023 2022 Veränderungen
TEUR TEUR
EMEA 84.206 85.096 -890
AMER 34.961 20.671 14.290
APAC 83.475 80.912 2.563
Gesamt 202.642 186.679 15.963

Der Umsatz ist in 2023 auf ein Rekordniveau in Höhe von TEUR 202.642 (Vorjahr: TEUR 186.679) gestiegen und beinhaltet Lieferungen und Leistungen, die für das internationale Geschäft im Bereich ID-Solutions erbracht wurden. Gemäß den Bilanzierungsvorschriften für langfristige Anlagenbauprojekte werden erbrachte, aber noch nicht an den Kunden abrechenbare Leistungen als positive Bestandsveränderungen bzw. die in einer späteren Projektphase fakturierten Leistungen als negative Bestandsveränderungen ausgewiesen. Einem aktuellem Bestandsabbau von TEUR 5.145 stand im Vorjahr ein deutlich höherer Bestandsabbau von TEUR 47.330 gegenüber - was im Wesentlichen im Vorjahr mit der Umsatzlegung beim Großprojekt in Bangladesch in Zusammenhang stand. Betrachtet man die Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen aggregiert, so ergibt sich im Berichtsjahr ein Anstieg beider Positionen um TEUR 58.149 im Vergleich zum Vorjahr. Im Vorjahr waren noch die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie sowie Engpässe in den Lieferketten zu spüren. Im Vorjahr konnten zudem die ursprünglich geplanten Umsätze, auf Grund des weltweiten Mangels an Chips, nicht erzielt werden und führten teilweise auch zu einer Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Im Berichtsjahr konnten die Produktionskapazitäten dagegen wieder vollständig ausgelastet werden. Zwischenzeitlich sind sogar längere Lieferzeiten in der Produktionsstätte in Griechenland zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind leicht unter Vorjahresniveau. Höhere Währungsgewinne wurden durch geringere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen auf Forderungen überkompensiert.

Die Materialaufwandsquote 3 lag im Berichtsjahr mit rund 60 % auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Personalaufwendungen stiegen durch den Mitarbeiteraufbau, allgemeine Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie insbesondere auf Grund höherer abgegrenzter Tantiemen und Prämien.

Die Abschreibungen betrafen Abschreibungen auf den im Rahmen der Einbringung von der Bundesdruckerei zum 1. Januar 2015 entstandenen Firmenwert sowie Abschreibungen auf Anlagen und Maschinen. Außerdem entfallen auf ein in 2019 erworbenes Vertriebsrecht für eine Vertriebsregion Abschreibungen, wie im Vorjahr, in Höhe von TEUR 2.171. Die im Vorjahr deutlich höheren Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens (TEUR 17.560), die die üblichen Abschreibungen von Veridos überschreiten, resultierten insbesondere aus Einzelwertberichtigungen auf überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf ein Gewinnbezugsrecht. Es wurden im Geschäftsjahr 2022 Abschreibungen für ein Projekt gebildet, bei dem weder von der Fertigstellung noch von der Bezahlung durch den Kunden ausgegangen wird.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten vor allem von der Muttergesellschaft weiterbelastete Aufwendungen für erbrachte Dienstleistungen, Provisionsaufwendungen, Währungskursverluste sowie Beratungskosten. Darüber hinaus betreffen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Reisekosten, Frachtkosten sowie Mietaufwendungen für die Standorte München und Berlin. Im Geschäftsjahr 2023 haben sich insbesondere die Währungskursverluste um TEUR 1.379, die Aufwendungen für Drohverluste um TEUR 718, die Beratungskosten in Summe um TEUR 480, die periodenfremden Aufwendungen um TEUR 614 sowie die Ausgangsfrachten/Porto um TEUR 629 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Vor allem der Rückgang aus geringeren Gewährleistungsaufwendungen um TEUR 839, sonstigen Betriebsaufwendungen um TEUR 630 sowie verminderte Sondereinzelkosten des Vertriebs um TEUR 1.105 konnten den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen nicht kompensieren.

Die oben genannten Effekte führen dazu, dass das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit um TEUR 34.105 auf TEUR 7.942 gestiegen ist.

Im Finanzergebnis sind im Wesentlichen die Erträge aus Beteiligungen ausgewiesen.

3 Materialaufwandsquote = Materialaufwand / (Umsatzerlöse + Bestandsveränderungen)

Im Geschäftsjahr 2023 hat Veridos ein EBIT in Höhe von TEUR 8.674 erwirtschaftet (Vorjahr: TEUR -25.663) und damit die Planung erreicht. Das Jahr 2023 war nahezu unbelastet von Wertberichtigungen, so dass sich die Verbesserung im operativen Ergebnis auch in dem gestiegenen EBIT zeigt. Im Vorjahr wurden unter den Abschreibungen die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf ein Gewinnbezugsrecht in Höhe von TEUR 17.560 ausgewiesen. Auf Grund des gestiegenen Geschäftsvolumens (= Umsatz + Bestandsveränderungen) hat sich das Rohergebnis im Berichtsjahr um TEUR 23.842 verbessert - die Rohergebnismarge (bezogen auf Umsatz + Bestandsveränderungen) war gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Gestiegene Personalaufwendungen und höhere sonstige betriebliche Aufwendungen haben dem Anstieg des Rohergebnisses entgegengewirkt.

Das EBITDA (EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände) liegt mit TEUR 12.409 deutlich über dem Vorjahr (TEUR -22.779).

Das Zinsergebnis hat sich überwiegend durch stark gestiegene Zinserträge (TEUR 1.397) aus verbundenen Unternehmen auf Grund der höheren Ausleihungen an verbundene Unternehmen verbessert. Außerdem haben geringere Zinsaufwendungen für Pensionen um TEUR 285 zu dem positiven Zinsergebnis beigetragen. Eine leichte Gegenwirkung in Höhe von TEUR 91 haben gestiegene Zinsaufwendungen gegenüber verbundenen Unternehmen ausgeübt.

Die Erhöhung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wird maßgeblich durch den Anstieg der ausländischen Quellensteuern um TEUR 767 sowie durch die Neubildung der Rückstellungen für Ertragsteuern in Höhe von TEUR 1.044 verursacht.

Im Geschäftsjahr 2023 hat Veridos einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 6.195 erwirtschaftet.

2.2.2 Vermögenslage

Neben dem Vertrieb hochsicherer Dokumente und Ausweissysteme hat das Lösungsgeschäft im Geschäftsjahr 2023 an Bedeutung gewonnen und beeinflusst die Bilanzstruktur von Veridos. Die Abnahmen bei den Großprojekten führten zum Umsatzanstieg und gleichzeitig führte der Abbau der Vorräte zu einer Bestandsverminderung.

2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR abs. in %
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 7.041 9.221 (2.180) 23,6%
Sachanlagen 1.656 1.474 182 12,3%
Finanzanlagen 58.822 41.340 17.482 42,3%
Summe Anlagevermögen 67.519 52.035 15.483 29,8%
Umlaufvermögen
Vorräte 41.964 45.358 (3.394) 7,5%
Forderungen und sonstige Vermogensgegenstände 67.562 59.733 7.829 13,1%
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 18.335 38.417 (20.082) 52,3%
Summe Umlaufvermogen 127.861 143.508 (15.647) 10,9%
Rechnungsabgrenzungsposten 1.882 37 1.845 >100%
SUMME AKTIVA 197.262 195.580 1.682 0,9%
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 1.000 1.000 - 0,0%
Kapitalrücklage 79.028 79.028 - 0,0%
Verlustvortrag (71.595) (43.733) (27.862) 63,7%
Jahresüberschuss (i. Vj. Jahresfehlbetrag) 6.195 (27.862) 34.057 >100%
Summe Eigenkapital 14.628 8.433 6.195 73,5%
Fremdkapital
Rückstellungen 48.204 35.499 12.704 35,8%
Verbindlichkeiten 133.655 149.005 (15.350) 10,3%
davon Darlehen von Gesellschaftern 47.645 55.645 (8.000) 14,4%
Summe Fremdkapital 181.859 184.505 (2.645) 1,4%
Rechnungsabgrenzungsposten 775 2.642 (1.868) 70,7%
SUMME PASSIVA 197.262 195.580 1.682 0,9%

Die immateriellen Vermögensgegenstände setzen sich zusammen aus dem Firmenwert in Höhe von TEUR 1.759 sowie aus selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 3.251 sowie entgeltlich erworbenen Vermögensgegenstände von TEUR 2.031. Den Zugängen von TEUR 867 stehen im Berichtsjahr Abschreibungen in Höhe von TEUR 3.047 gegenüber, was den Rückgang des Buchwertes erklärt.

Die Finanzanlagen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 17.482 gestiegen. Hier wirken sich in erster Linie höhere ausgereichte Darlehen an ausländische Tochtergesellschaften um TEUR 14.310 sowie die Erhöhung der Anteile an der NetSeT um 27% auf 67% aus, was einen Kaufpreis für die neu erworbenen Anteile in Höhe von TEUR 2.250 bedeutete. Außerdem wurden 24,98% der Anteile an der Relief Validation Ltd, Dhaka/ Bangladesch zu einem Kaufpreis von TEUR 922 im Geschäftsjahr 2023 erworben.

Das Working Capital wird maßgeblich vom Leistungsfortschritt und der Abrechnung bei den Großprojekten (Work in Progress) beeinflusst und hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 11.306 erhöht. Der Anstieg der Umsatzerlöse, vor allem im Dezember 2023, hat zu dem Aufbau der Forderungen geführt.

2023 2022 Veränderung
TEUR TEUR abs. in %
Working Capital
Vorräte (inkl. gel. Anzahlungen) 41.964 45.358 (3.394) -7,5%
Forderungen ohne Finanzforderungen 62.372 46.303 16.069 34,7%
Verbindlichkeiten (inkl. erh. Anzahlungen) 62.792 61.423 1.369 2,2%
SUMME WORKING CAPITAL 41.544 30.238 11.306 37,4%

Der Abbau der Vorräte wird größtenteils durch die Reduzierung der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen erreicht. Auch die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte haben sich im Berichtsjahr leicht reduziert. Gegenläufig entwickeln sich die fertigen Erzeugnisse und Waren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die angestiegen sind.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind von TEUR 59.733 auf TEUR 67.562 angestiegen. Ausschlaggebend für die Entwicklung war insbesondere der durch höhere Umsätze bedingte Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 17.942. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (ohne Finanzforderungen), Forderungen gegen Gesellschafter und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, lagen auf Vorjahresniveau. Der Rückgang der unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesenen kurzfristigen Finanzforderungen ist auch im Zusammenhang mit dem erheblichen Anstieg der langfristigen Ausleihungen an verbundene Unternehmen zu sehen. Die Verminderung der sonstigen Vermögensgegenstände ist vor allem eine Folge der stichtagsbedingt niedrigeren geleisteten Anzahlungen. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Vorauszahlungen, vor Wertberichtigung, in Höhe von TEUR 2.675 (Vorjahr: TEUR 2.675) enthalten, die im Rahmen einer Dienstleistungskonzessionsvereinbarung (Betreibermodell) geleistet wurden. Diese wurden bereits im Vorjahr vollständig wertberichtigt. Im Berichtsjahr wurde vorsorglich noch eine Schadenersatzforderung in Höhe von TEUR 588 vollständig wertberichtigt. In den sonstigen Vermögensgegenständen werden auch Steuererstattungsansprüche aus Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 2.250 (Vorjahr: TEUR 1.502) ausgewiesen.

Zum Stichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme) von 7,4 % (Vorjahr: 4,3 %). Die Erhöhung des Eigenkapitals ist ausschließlich auf den Jahresüberschuss 2023 zurückzuführen.

Die Rückstellungen sind um 35,8 % über Vorjahresniveau. Die Erhöhung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um TEUR 314 ist vor allem auf die planmäßige Zuführung zurückzuführen. Die Personalrückstellungen sind insbesondere auf Grund höherer Tantieme- und Prämienverpflichtungen um TEUR 2.836 gestiegen. Die Rückstellungen für Gewährleistungen sind um TEUR 591 angestiegen, wobei sich gleichzeitig die Rückstellungen für drohende Verluste um TEUR 426 vermindert haben. Das positive Jahresergebnis vor Steuern hat zur Bildung einer Rückstellung für Ertragsteuern in Höhe von TEUR 1.044 geführt. Insbesondere haben aber höhere Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen um TEUR 8.254 zu dem Anstieg der Rückstellungen beigetragen.

Die Reduzierung der Verbindlichkeiten ist überwiegend auf die Rückführung von Darlehen gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 8.948 sowie um TEUR 8.000 geringere Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich stichtagsbezogen um TEUR 187 reduziert. Die erhaltenen Anzahlungen sind in Höhe von TEUR 43.680 geringfügig über Vorjahresniveau. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind vor allem durch höhere Anzahlungen der USPC auf TEUR 920 angestiegen, was einem Anstieg von TEUR 355 entspricht. Die Sonstigen Verbindlichkeiten sind leicht um TEUR 85 auf TEUR 817 zurückgegangen. Hier haben vor allem zum Bilanzstichtag weggefallene Verbindlichkeiten gegenüber Betriebsstätten (Vorjahr TEUR 241) den Anstieg der Umsatzsteuer-Zahllast um TEUR 151 überkompensiert.

2.2.3 Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen in Sachanlagen in Höhe von TEUR 641 (Vorjahr: TEUR 553) getätigt. Diese Investitionen betrafen im Wesentlichen Technische Anlagen und Maschinen sowie im geringeren Umfang Betriebs- und Geschäftsausstattung. Für das selbsterstellte immaterielle Anlagevermögen wurden im Geschäftsjahr Investitionen in Höhe von TEUR 867 (Vorjahr: TEUR 803) getätigt. Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzanlagen verweisen wir auf die Aussagen zur Vermögenslage unter 2.2.2.

2.2.4 Finanzlage

Die Liquidität der Veridos war im gesamten Jahr 2023 gewährleistet. Zum Stichtag standen dem Unternehmen Barmittel in Höhe von TEUR 18.335 (Vorjahr: TEUR 38.417) zur Verfügung.

Der Free Cash Flow war mit TEUR -3.959 zum 31. Dezember 2023 negativ. Zur Finanzierung von einzelnen Projekten hat Veridos von beiden Gesellschaftern langfristige Kreditlinien von insgesamt TEUR 65.000 zugesagt bekommen, von denen zum Bilanzstichtag TEUR 39.645 in Anspruch genommen wurden. Das im Jahr 2020 aufgenommene KfW-geförderte Darlehen bei zwei Kreditinstituten beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 22.000 (Vorjahr TEUR 30.000). Dieses hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2026 und einen durchschnittlichen Zinssatz von 1,35 %. Die jährlichen Tilgungen betragen ab dem Geschäftsjahr 2023 TEUR 8.000. Von den beiden Gesellschaftern bestehen Rangrücktritts- und Darlehensbelassungsvereinbarungen in Höhe von insgesamt TEUR 46.250 für die Laufzeit des KfW-geförderten Darlehens.

2.2.5 Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zu unserem Geschäftserfolg. Ihr Engagement, ihr Wissen und ihre Kompetenz entscheiden über die Qualität unserer Leistungen und Produkte und damit über unseren Erfolg am Markt. National und international setzen wir uns daher zum Ziel, ein attraktiver, verantwortungsvoller und verlässlicher Arbeitgeber zu sein.

Zum Jahresende beschäftigte Veridos 293 (Vorjahr: 267) Mitarbeiter. Der gezielte Mitarbeiteraufbau hat das gestiegene Geschäftsvolumen ermöglicht.

2.3 Gesamtaussage zur Wirtschaftslage

Das deutliche Umsatzwachstum sowie die geringeren Bestandsveränderungen im Berichtsjahr folgen der Entspannung der Lieferkettensituation sowie der wiederbelebten weltweiten Reisetätigkeit. Zudem hat Veridos mit der Entscheidung, seine Produktionskapazitäten zu erweitern eine Basis für weiteres organisches Wachstum gelegt. Der solide Auftragsbestand beweist eine gute Akzeptanz der Produkte und Lösungen von Veridos bei den internationalen Kunden. Wegen des deutlich gestiegenen Geschäftsvolumens (=Umsatz + Bestandsveränderungen) konnte das Rohergebnis nach HGB erheblich gesteigert werden. Der Anstieg der Personalkosten (+13,1 %) hängt insbesondere mit den höheren abgegrenzten Tantiemen und Prämien sowie den allgemeinen Lohn- und Gehaltssteigerungen als auch mit dem Mitarbeiteraufbau zusammen. Im Vorjahr waren die Abschreibungen insbesondere durch hohe Wertberichtigungen auf Forderungen und auf ein Gewinnbezugsrecht beeinflusst. Beim Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind vor allem gestiegene Beratungsaufwendungen und Währungsverluste sowie höhere Ausgangsfrachten erwähnenswert. Das gestiegene Finanzergebnis ist auf die höhere Dividendenausschüttung eines Unternehmens, mit dem ein Beteiligungsverhältnis besteht, zurückzuführen.

Getragen vom Umsatzwachstum lag das EBIT nach HGB und IFRS deutlich über dem Vorjahr und über den Erwartungen, was ebenso für das EBITDA nach HGB und IFRS gilt. Der Anstieg des Working Capitals ist im Wesentlichen verursacht durch einen deutlichen Aufbau der Forderungen (HGB). Nach IFRS wurde der Anstieg der Bestände durch den Abbau der Vertragsvermögenswerte nahezu ausgeglichen. Der Anstieg der Forderungen nach IFRS war höher als der Aufbau der Verbindlichkeiten. Das Working Capital nach IFRS ist infolgedessen angestiegen.

Die Umsatzerlöse nach IFRS lagen um 8,6 % über dem Vorjahresniveau, was insbesondere auf die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten zurückzuführen ist. Dieses Umsatzwachstum hat auch zur Verbesserung des EBIT beigetragen. Die Entwicklung der Umsätze hat die Erwartungen übertroffen. Auf Grund der höheren Umsätze hat sich der Free Cash Flow nach IFRS gegenüber dem Vorjahr erheblich verbessert.

3 Risiko- und Compliance-Management

Das Management von Chancen und Risiken ist eine fortwährende Aufgabe. Im Risikomanagement werden potenzielle Risiken identifiziert, bewertet und gesteuert. Risiken des unternehmerischen Handelns unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung. Deren Auswirkung auf die Performance wird in diesem Zuge abgeleitet. Insofern ist das aktive Risikomanagement integraler Bestandteil des Performance Managements mit seinen Strategie-, Planungs- und Controlling-Prozessen.

Aufgabe des Compliance-Management-Systems (CMS) ist die Sicherstellung des Vertrauens der Geschäftspartner und Mitarbeiter in Veridos. Die konzernübergreifende Compliance-Organisation gewährleistet, dass jeder Mitarbeiter die Compliance-Anforderungen kennt und danach handelt. Im Rahmen eines Compliance- Assessments werden über alle Gesellschaften hinweg insbesondere Risiken hinsichtlich Regelverstößen im Bereich Korruption und Kartellrecht überprüft und bewertet.

Das Interne Kontrollsystem (IKS) stellt einen ordnungsgemäßen Geschäftsablauf sicher und definiert Verantwortlichkeiten, die dazu dienen, operative und finanzielle Risiken für Veridos zu reduzieren. Hierfür werden in den Kernprozessen HR, Buchhaltung, Treasury, Auftragsabwicklung (OTC), Beschaffung (PTP) und IT- Sicherheit Kontrollmechanismen implementiert, dokumentiert und regelmäßig auf mögliche Lücken hin überprüft und korrigiert. Darüber hinaus wird darauf geachtet, dass gesetzliche Bestimmungen und interne Unternehmensrichtlinien eingehalten werden. Teilweise werden die Kernprozesse durch die Muttergesellschaft G+D für Veridos erbracht.

Das auf die Finanzberichterstattung ausgerichtete interne Kontrollsystem umfasst zentrale Komponenten wie:

die Konzernbilanzierungsrichtlinie mit Bilanzierungs- und Bewertungsvorgaben,

die Festlegung von Verantwortlichkeiten für die Erstellung des Einzel- und Konzernabschlusses sowie der Berichtspakete,

die Sicherstellung des Vier-Augen-Prinzips bei wesentlichen Sachverhalten und

Plausibilitätskontrollen.

Das interne Kontrollsystem wirkt somit risikomindernd. Dennoch unterliegen interne Kontrollsysteme gewissen inhärenten Risiken, darunter:

Menschlicher Fehler: Trotz aller Kontrollen und Prozesse besteht stets das Risiko menschlicher Fehler, sei es durch Unaufmerksamkeit, Fehlinterpretationen oder unzureichende Schulung.

Betrug: Ein IKS kann nicht alle Betrugsformen verhindern, insbesondere wenn mehrere Mitarbeiter in einen koordinierten Betrug involviert sind.

Technische Ausfälle: Technologie ist ein entscheidender Bestandteil der meisten internen Kontrollsysteme. Hardware- oder Softwareausfälle, Cyberangriffe oder Datenverlust können erhebliche Auswirkungen auf das IKS haben.

Mangelnde Anpassungsfähigkeit: Ein IKS, das nicht regelmäßig aktualisiert und an geänderte Geschäftsbedingungen oder regulatorische Anforderungen angepasst wird, kann seine Wirksamkeit verlieren.

Kein Kontrollsystem, unabhängig von seiner Bewertung, kann vollkommen fehlerfrei oder gegen alle Risiken immun sein. Ein gut konzipiertes IKS sollte jedoch dazu beitragen, diese Risiken zu minimieren und schnell auf auftretende Probleme zu reagieren.

3.1 Risikomanagement-System

Als weltweit tätiges Unternehmen steht Veridos im Spannungsfeld zwischen Risiken und Chancen. Um Geschäftschancen optimal zu nutzen, müssen Risiken eingegangen werden. Unerkannte bzw. unzureichend gesteuerte Risiken stellen ein hohes Gefährdungspotenzial für das Geschäft von Veridos dar. Effizientes Risikomanagement dient der verantwortungsbewussten, nachhaltigen Führung der Gesellschaft. Ziel des Risikomanagements bei Veridos ist, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen gegenzusteuern. Damit sollen potenzielle Schäden für die Vermögens-, Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens minimiert, der Fortbestand als unabhängiges Unternehmen gesichert, die Position am Markt gestärkt und der Unternehmenswert nachhaltig gesteigert werden. Veridos ist bis auf Weiteres in das Risikomanagement der Giesecke+Devrient GmbH eingebunden. Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher auch auf Prozesse der Muttergesellschaft.

Das Risikomanagement-System basiert auf einem umfassenden, interaktiven und management-orientierten Enterprise-Risk-Management-Ansatz, der in die weltweite Unternehmensorganisation integriert ist. Das Risikomanagement ist dezentral organisiert, wird aber zentral durch das Konzern-Controlling gesteuert.

Als wesentliche Elemente eines effektiven und gleichzeitig effizienten Risikomanagement-Systems sind folgende Punkte definiert:

Der Fokus liegt auf der Früherkennung von Risiken.

Risiken werden systematisch identifiziert und bewertet.

Soweit möglich, wird eine bewusste Entscheidung getroffen, Risiken einzugehen.

Risiken und Maßnahmen werden einer verantwortlichen Person zugeordnet.

Eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung von Risiken und Maßnahmen wird gewährleistet.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter des Unternehmens sind verpflichtet, sein unmittelbares Umfeld auf mögliche Risiken zu untersuchen und etwaige Risiken zu melden. Mit Unterstützung des in jeder Gesellschaft etablierten Local Risk Officer und unter Heranziehung weiterer Funktionen (beispielsweise Rechtsbereich, Controlling oder Security) werden Risiken bewertet sowie Risiko- und Maßnahmen-Verantwortliche bestimmt. Risiken werden durch das Risikomanagement und durch das Konzern-Controlling der G+D geprüft.

Während die operativen sowie finanzwirtschaftlichen Risiken laufend im Management des Tagesgeschäfts adressiert und in den vierteljährlichen Performance-Reviews überprüft werden, unterliegen die strategischen Risiken einer jährlichen Überprüfung im Rahmen des Strategieprozesses. Ebenso werden Compliance-Risiken über die eigene Compliance-Organisation gesteuert. Diese unterliegen einer gesonderten Berichterstattung, die bei finanziellen Auswirkungen auch eine Meldung an das Konzern-Controlling vorsieht. Die nachfolgenden Ausführungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf die operativen und finanzwirtschaftlichen Risiken.

3.2 Compliance Management System

Im Jahr 2016 wurde ein detailliertes Compliance Management System (CMS) bei Veridos konzeptioniert, geschult und wird seither regelmäßig weiterentwickelt. Das CMS beinhaltet Maßnahmen in den Teilbereichen Anti-Korruption, Interessenskonflikte sowie Kartellrechtsverstöße. Die Regelungen erstrecken sich auf alle inländischen und ausländischen Gesellschaften der Veridos-Gruppe. Die relevanten Richtlinien von Veridos werden bei Bedarf angepasst. Hierbei wird insbesondere auch auf die Schnittstellen und Besonderheiten in ausländischen Gesellschaften geachtet.

Aufgabe des CMS ist die Implementierung von ausreichenden und geeigneten Maßnahmen, um Compliance-Verstöße zu verhindern. Zudem dient es der Sicherung des Fortbestandes des Unternehmens. Das CMS wird stetig weiterentwickelt, um neuen gesetzlichen Anforderungen zu genügen und dem aktuellen Risikoprofil des Unternehmens zu entsprechen. 2020/21 wurde das CMS der Veridos Gruppe zuletzt von einem externen Auditor geprüft (Prüfungsurteil nach IDW PS 980 erteilt).

Das Human Rights Management-System wurde 2023 zusammen mit der G+D Gruppe eingeführt und deckt die rechtlichen Vorgaben nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ab.

Die Compliance Organisation von Veridos ist seit Juli 2021 konstant besetzt mit einem Senior Compliance Officer und einem Compliance Manager neben dem Chief Compliance Officer (CCO). Die Funktion ,Sales Partner Management' ist seit 2022 im Compliance Office verankert und wurde 2023 mit einer neuen Stelle besetzt. Die neu erforderliche Funktion des Menschenrechtsbeauftragten wurde 2023 eingeführt und dem CCO übertragen. Es findet ein laufender Austausch zwischen dem CCO von Veridos, den CCOs der weiteren Teilkonzerneinheiten und dem Head of Corporate Compliance der G+D GmbH statt. Zudem gibt es monatliche Jours fixes mit allen Compliance Funktionen der gesamten G+D Gruppe. Im 2-Jahres-Rhythmus finden konzernweite Zusammenkünfte aller mit Compliance befassten Mitarbeiter (Global Compliance Summit)

unter Schirmherrschaft des Chief Legal & Compliance Officer der G+D Group statt, so auch im Oktober 2023. Der CCO von Veridos berichtet quartalsweise über Aktivitäten in den Compliance-Kernbereichen Prävention, Aufdeckung und Reaktion an die Veridos Geschäftsführung und den Head of Corporate Compliance G+D Group. Zudem erstattet die Veridos Geschäftsführung dem Gesellschafterausschuss auf vierteljährlicher Basis Bericht über die Entwicklung des Veridos CMS und aktuelle Compliance-Themen. Relevante Compliance Vorfälle werden unabhängig vom regelmäßigen Reporting, unmittelbar an den Vorsitzenden der Geschäftsführung sowie an den Head of Corporate Compliance G+D Group berichtet. Der Vorsitzende der Geschäftsführung leitet daraufhin umgehend in Abstimmung mit dem CCO und mit der Geschäftsführung geeignete korrigierende und mitigierende Maßnahmen ein. Zur Prüfung und Beratung bei Compliance-Vorgängen wird auch auf externe Berater zurückgegriffen.

Der Code of Conduct von Veridos wurde 2022 in einem gruppenweiten Projekt mit G+D seitens Compliance Veridos neu aufgesetzt. Die neue Version berücksichtigt die rechtlichen und Compliance-relevanten Entwicklungen der letzten Jahre. In 2023 wurde der Veridos Code of Conduct in insgesamt 8 Sprachen (deutsch, arabisch, chinesisch, englisch, französisch, griechisch, portugiesisch und spanisch) veröffentlicht und alle Mitarbeiter der internationalen Gruppe hinsichtlich seiner Inhalte geschult.

3.3 Risikoanalyse und -bewertung

Veridos führt beginnend mit der Vertragsanbahnung bis zum Ablauf von Gewährleistungsfristen eine ganzheitliche Risikoanalyse durch.

Mit einem Vorhaben können mehrere einzelne Risiken verbunden sein, die sich zum Teil additiv ergeben, aber auch gegenseitig ausschließen können. Es sind sowohl die einzelnen Risiken jeweils separat zu bewerten als auch ein mit dem Vorhaben verbundenes Gesamtrisiko zu ermitteln, das die einzelnen Risiken in für das Vorhaben sinnvoller Weise kumuliert. Die identifizierten Risiken (Einzelrisiken wie auch Gesamtrisiko) sind nach der Brutto- und Nettomethode zu bewerten. Als Bruttoschaden wird der potenzielle Schaden ohne Berücksichtigung der Risikobewältigungsmaßnahmen zur Verringerung der Schadenshöhe definiert. Ein Nettoschaden ergibt sich, wenn die Maßnahmen zur Risikominimierung berücksichtigt werden. Wird zudem die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Nettorisikowert multipliziert, resultiert daraus der Risikowert.

Risikobewertung Nettoschaden = [Bruttoschaden] - [Maßnahme]
Risikowert = [Nettoschaden] x [Eintrittswahrscheinlichkeit]

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos gibt dabei eine Erwartungseinschätzung für den Eintritt des identifizierten Risikos an, die in Anlehnung an den Bilanzierungsstandard IFRS wie folgt klassifiziert wird:

Kategorie Beschreibung Eintrittswahrscheinlichkeit
Sehr hoch Mit dem Eintritt ist zu rechnen x > 80%
Hoch Eher wahrscheinlich 80 % ≥ x > 50 %
Mittel Eher unwahrscheinlich 50 % ≥ x > 10 %
Gering Denkbar, aber eher theoretischer Natur x≤ 10%

Die einzelnen Risiken werden vordefinierten Risikokategorien (vgl. 3.5.) zugeordnet und die Risikowerte auf Ebene der Gesellschaft zusammengefasst.

Die Ermittlung des Gesamtrisikowerts geschieht durch einfache Addition der einzelnen Risikowerte; insofern sind die Werte in ihrer Summe eher von theoretischer Natur, da der gleichzeitige Eintritt aller Einzelrisiken aufgrund der unterschiedlichen Korrelationen nahezu ausgeschlossen werden kann. Die kumulative Bewertung bietet aber den Vorteil, dass sich Trendentwicklungen leichter ablesen lassen und Aussagen bezüglich der Risikotragfähigkeit getroffen werden können.

3.4 Gesamtrisiko Situation

Zum 31.12.2023 wurden 5 Risiken (Risiken >100 TEUR) im Rahmen des Risikoberichts an die Geschäftsführung und Gesellschafter gemeldet. Die Gesamtzahl der Risiken ist damit im Vergleich zum 31. Dezember 2022 unverändert geblieben. Die Risiken sind gemäß Nettoschaden und Eintrittswahrscheinlichkeit, wie in nachfolgender Matrix dargestellt, bewertet:

Kein Risiko ist zum Bilanzstichtag als "Top Risiko" zu werten. Ein Risiko befindet sich in der Kategorie "Signifikante Risiken" mit einem Nettoschaden größer 10 Mio. EUR bei einer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 10 % und 50 %. Hierbei handelt es sich um den kumulierten Nettoschaden, also der Addition von mehreren Einzelrisiken im Zusammenhang mit einem Großprojekt in Asien. Für jedes Großprojekt wurden Risikoaufschläge in der Projektkalkulation berücksichtigt und somit bereits eine umfassende Risikovorsorge getroffen.

Drei Risiken sind als "Wesentliches Risiko" bewertet. Bei einem handelt es sich um ein Großprojekt im Nahen Osten und bei dem anderen um mögliche Qualitätsthemen bei der Produktion von Pässen für einen europäischen Kunden. Beide Risiken haben einen Nettoschaden zwischen 5 und 10 Mio. EUR bei dem das wahrscheinlichste Szenario nach risikoreduzierenden Maßnahmen mit 5% und 20% des Maximalschadens zu bewerten ist. Das dritte Risiko aus dieser Kategorie betrifft ein weiteres Großprojekt in Afrika mit einem kumulierten Nettoschaden zwischen 1 und 5 Mio. EUR.

Der Gesamtrisikowert für Veridos beträgt ca. 9 Mio. EUR und reduziert sich damit um über 2 Mio. EUR gegenüber Vorjahr. Der gleichzeitige Eintritt aller Einzelrisiken kann aufgrund der unterschiedlichen Korrelationen nahezu ausgeschlossen werden. Insofern ist dieser Gesamtrisikowert als theoretisch zu erachten.

Die höchsten Risikowerte werden in den kumulierten Risiken der Großprojekte gesehen, gefolgt von einem Risiko aus der Wertschöpfung sowie den kumulierten Sicherheitsrisiken.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich nahezu alle Risikowerte vermindert - insbesondere in den Großprojekten. In dieser Kategorie hat sich der Risikowert durch den Projektfortschritt reduziert.

Risikovorsorge hat die Gesellschaft in finanzieller Hinsicht durch die Bildung von Rückstellungen bzw. Wertberichtigung auf Forderungen oder entsprechenden Kalkulationsaufschlägen bei Großprojekten in Höhe von etwa 9 Mio. EUR geleistet. Somit wurde im Jahr 2023 für nahezu 100 % der Risiken eine Risikovorsorge getroffen.

Die Risiken wurden im Einklang mit den Konzern-Bilanzierungsrichtlinien im vorliegenden Einzelabschluss beziehungsweise in der Prognose berücksichtigt. Wenn die Risiken, für die aufgrund ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit (≤ 50 %) keine Rückstellungen gebildet wurden, dennoch eintreten oder die Risikoaufschläge für Großprojekte zu niedrig kalkuliert wurden, würde dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Bei Eintritt der bilanzierten Risiken ist mit einem Zahlungsmittelabfluss zu rechnen.

Die Gesellschaft bewegt sich in vielen Fällen in risikobehafteten Ländern. Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft durch umfangreiche Risikobeurteilungen sowie Absicherungen über Vertragsgestaltungen, Garantien und Versicherungen. Nach sorgfältiger Analyse weist das konzernweite Risikoprofil weder einzeln noch in der Gesamtbetrachtung bestandsgefährdenden Charakter auf. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass aufgrund der guten Marktpositionierung, der strategischen Weiterentwicklung des Portfolios, der technologischen Innovationskraft, der weltweiten Standardisierung von Prozessen sowie mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch 2024 die Herausforderungen der Risiken meistern und sich bietende Chancen ergreifen wird.

3.5 Risiken und Chancen nach Kategorien

Grundsätzlich unterteilt Veridos Risiken in die Risikokategorien Risiken aus Großprojekten, Marktrisiken und Forderungsausfallrisiken, IT-Risiken, Risiken aus der Wertschöpfung, Sicherheitsrisiken, rechtliche und steuerliche Risiken sowie politische Risiken.

3.5.1 Risiken und Chancen aus Großprojekten

Generell steht Veridos als international tätiges Unternehmen unter dem Einfluss weltweiter wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen. Die politischen Unruhen, Veränderungsprozesse oder Regierungswechsel in diversen Ländern sowie die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Schwellenländern können die Geschäftsentwicklung beeinflussen. Umsatzerlöse erwirtschaftet Veridos überwiegend mit staatlichen Ministerien in verschiedenen Ländern. Politische Unruhen können die Geschäftschancen von Veridos negativ beeinflussen bzw. sogar kurzfristige Auftragsstornierungen nach sich ziehen. Dies kann bei Veridos zu mangelnder Deckung von Fixkosten und damit zu Umsatz- und Ergebnisrückgang führen. Aber auch die Finanzierungsmöglichkeiten bzw. -konditionen können negativ beeinflusst werden.

Veridos verantwortet derzeit mehrere internationale Großprojekte mit hohem Umsatzpotenzial und langjährigen Laufzeiten. Diese Projekte weisen zum Teil eine erhöhte Risikostruktur auf (z.B. unvorhersehbare Kostensteigerungen, die nicht unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden können), die in den Geschäftsmodellen mit entsprechenden Aufschlägen berücksichtigt sind. Für die Betreuung der Großprojekte wurden eine professionelle Projektsteuerung, ein kompetentes Projektmanagement sowie ein dediziertes Projektcontrolling aufgesetzt. Durch kontinuierliches Risikomanagement können die Risiken der Großprojekte erfolgreich gesteuert und reduziert werden. Eine Zunahme an Großprojekten im Portfolio würde den langfristigen Auftragsbestand sichern. Zudem könnte durch die Erschließung neuer Absatzmärkte der Marktanteil gesteigert werden.

3.5.2 Marktrisiken, Forderungsausfallrisiken und Chancen

Veridos ist dem klassischen Liquiditätsrisiko, dem Kontrahenten-Ausfallrisiko sowie Marktrisiken durch die Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen ausgesetzt. Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken durch die Erhöhung von Rohstoffpreisen, insbesondere Halbleiter. Diese Risiken können sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Veridos auswirken. Die Gesellschaft steuert diese Risiken vorwiegend im Rahmen seiner laufenden Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten.

Andererseits werden finanzwirtschaftliche Risiken für Gesellschaften der G+D-Gruppe auf der Grundlage schriftlicher Richtlinien zentral erfasst und weitgehend auch zentral durch die G+D gesteuert. Finanzwirtschaftliche Risiken sind ein Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an die Gesellschafter.

Zur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie sich auf Wechselkursänderungen bezieht, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien durch die Konzernmutter. Die finanziellen Auswirkungen werden an Veridos weitergegeben.

Weitere bedeutsame Risiken können durch Forderungsausfälle entstehen. Diesen Risiken begegnet Veridos durch weitreichende Absicherungen von Leistungen über Bankgarantien wie z. B. Akkreditive sowie durch Vereinbarung von Anzahlungen. Sollte es dem Kunden möglich sein, die ausstehenden Forderungen dennoch zu begleichen, so könnten die etwaig vorgenommenen Wertberichtigungen aufgelöst werden. Dies hätte einen positiven Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in entsprechender Höhe.

Die dargestellten finanzwirtschaftlichen Risiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen.

3.5.3 IT-Risiken und Chancen

Die Verfügbarkeit von internen IT-Systemen ist essenziell für die Handlungsfähigkeit von Veridos. IT-Infrastruktur und IT-Applikationen gewinnen im Zeitalter der Digitalisierung stetig an Bedeutung, da die gesamte Unternehmenstätigkeit auf IT-Systemen basiert. Diese Abhängigkeit bietet ein großes Schadenspotential. Veridos nutzt über Shared Services größtenteils die IT-Systeme der G+D und partizipiert an der kontinuierlichen Anpassung an die aktuellen Anforderungen seitens G+D.

Abläufe werden komplexer und die Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie von Systemen, die der Harmonisierung von Prozessen dienen, wächst. G+D steuert diesen Risiken entgegen, indem IT-Systeme kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen angepasst sowie kritische IT-Systeme redundant vorgehalten werden. Neben der Verfügbarkeit ist auch die regelkonforme Nutzung von Lizenzen ein mögliches Risikofeld. Ein aktives Lizenzmanagement soll diesem entgegenwirken.

Im Zuge der Digitalisierung entstehen neue digitale Geschäftsfelder im Bereich der IT. Ein deutliches Umsatzpotential könnte sich insbesondere durch die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Lösungen ergeben. Hierdurch könnten sich neue Absatzchancen für Veridos ergeben.

3.5.4. Wertschöpfungsrisiken und Chancen

Nicht erkannte Qualitätsprobleme könnten für Veridos zu höheren Kosten führen und sowohl die Nachfrage nach Produkten sowie den Ruf des Unternehmens beeinträchtigen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine kontinuierliche, effiziente Weiterentwicklung und kundenorientierte Ausrichtung des Qualitätsmanagementsystems unerlässlich. Die Grundeinstellung "Qualität geht uns alle an" wird Realität, wenn Abläufe, abgestimmte Schnittstellen und eine eindeutige Zuordnung von Aufgaben und Verantwortung klar beschrieben und kommuniziert werden. Dafür müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihre Prozesse und Verfahren kennen, um Ihren Beitrag an ihrem Arbeitsplatz dazu leisten zu können.

Das Supply-Chain-Management ist zentral organisiert. Etwaige Störungen im Supply-Chain-Management, wie zum Beispiel Lieferverzögerungen auf Lieferantenseite oder Erhöhung von Rohstoffpreisen (bspw. Halbleiter) können sich negativ auf Verfügbarkeit, Qualität und Kosten der Veridos-Produkte und damit auf die Umsatz- beziehungsweise Ergebnissituation auswirken. Deswegen wurden im Vorjahr insbesondere im Hinblick auf die Knappheit bei Halbleitern verschiedene risikoreduzierende Maßnahmen umgesetzt. Hierzu gehörten u. a. die strategische Bevorratung von Halbleitern zur Vermeidung von Lieferengpässen bzw. Produktionsstillstand.

Darüber hinaus könnte die Produktion durch technisches Versagen bei Veridos Matsoukis beeinträchtigt werden. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen zusätzliche Produktionskapazitäten vorgehalten werden. Durch die Produktionsplanung und -steuerung versucht Veridos, die optimale Maschinenauslastung sowie Back-up-Kapazitäten zu gewährleisten. Nicht mehr dem technischen Standard entsprechende oder veraltete Maschinen können zu einem Kapazitätsverlust in der Produktion führen, sodass die eingeplanten Mengen nicht oder nur teilweise produziert werden können. Projektverzögerungen oder eine verspätete Auslieferung der Produkte an Endkunden können die Folge sein. Sollte Veridos Produkte zu spät liefern, können damit beispielsweise Vertragsstrafen aufgrund der Nichteinhaltung der Lieferfristen entstehen. Rechtzeitige Ersatzinvestitionen sollen dies verhindern. Investitionen werden bei Veridos zentral gesteuert und vom Projektcontrolling eng begleitet.

Ein weiteres bedeutsames Risiko ergibt sich aus den politischen Gegebenheiten bei manchen Kunden, hier kann es zu Lieferverzögerungen bis hin zu Geschäftsausfällen aufgrund nicht erteilter oder widerrufener Ausfuhrgenehmigungen kommen.

Sollte das Bewusstsein für mehr Sicherheit und neue Technologien in der digitalen Welt zu einer stärkeren Nachfrage nach Sicherheitstechnologie führen als bisher angenommen, könnte dies dazu führen, dass neue und verbesserte Produkte schneller nachgefragt werden. Neben Produktinnovationen ermöglichen Prozessinnovationen Effizienzsteigerungen und könnten Wettbewerbsvorteile kreieren. Eine steigende vertikale und horizontale Ausdehnung der Wertschöpfung birgt zusätzliche Chancen. Insbesondere trägt Global Sourcing zu einer Kostenreduktion bei. Die Abhängigkeit gegenüber spezifischen Lieferanten wird verringert und der Zugang zu speziellen Ressourcen wird sichergestellt. Hierdurch könnte die Wettbewerbsposition von Veridos gestärkt werden und ein positiver Einfluss auf die Vermögens -, Finanz- und Ertragslage könnte sich ergeben, der die Anhebung der bisherigen Prognose ermöglicht.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Ein Mangel an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann unser Wachstum einschränken und damit negative Auswirkungen auf unsere Finanz- und Ertragslage haben. Dem potenziellen Mangel an qualifiziertem Personal wirkt Veridos durch geeignete Maßnahmen in der Rekrutierung, Bindung und Weiterentwicklung von Fachkräften entgegen. Durch die Einbindung von Veridos in das Talentmanagementprogramm der G+D Gruppe unterstreicht Veridos seine Attraktivität als Arbeitgeber. Diese Maßnahmen zur Gewinnung und Entwicklung von qualifiziertem Personal sowie zur Personalbindung ermöglichen Veridos, sein Humankapital als Produktionsfaktor zu sichern. Ein möglicher Wissensvorsprung könnte einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor darstellen.

3.5.5 Sicherheitsrisiken und Chancen

Veridos kann sich Risiken der Cybersicherheit in Form von Wirtschafts- und Industriespionage, Cyberangriffen oder auch den typischen nicht-zielgerichteten Angriffen (wie z. B. Ransomware) nicht vollständig entziehen. Als Akteure für die zielgerichteten Angriffe kommen einzelne Staaten, möglicherweise Wettbewerber oder Mischformen (Staaten oder kriminelle Organisationen im Auftrag oder zur Unterstützung von Wettbewerbern) in Frage. Nicht zielgerichtete (opportunistische) Angriffe stammen vor allem aus dem Bereich der organisierten Kriminalität.

Schaden könnte durch die unerwünschte Offenlegung von vertraulichen Informationen oder geistigen Eigentums, Produktschäden (beispielsweise durch Verlust von Integrität in IT-Systemen), Lieferengpässe durch Produktionsausfälle oder durch die Gefährdung (personenbezogener) Daten entstehen. Darüber hinaus könnten sich Personen unerlaubten Zugang zu Gebäuden oder Systemen von Veridos und G+D verschaffen und Informationen, Produkte oder Materialien missbrauchen bzw. stehlen. Auch die Beschädigung von Sachanlagen ist möglich.

Zur Vorbeugung hat Veridos eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen, mit deren Hilfe diese Risiken minimiert werden. Dazu gehören verschiedene technische IT-Sicherheitsmaßnahmen, organisatorische und prozedurale Sicherheitsmaßnahmen (wie Identitätsverwaltung, kontrollierte IT-Prozesse, personelle Sicherheitsmaßnahmen) sowie physische Sicherheitsmaßnahmen (wie Zutritts- und Zugangskontrollsysteme, Kamera- und Alarmsysteme, Werkschutz). Zusätzlich sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen zu den unterschiedlichen Sicherheitsthemen sensibilisiert.

Veridos hat damit ein Sicherheits- und Steuerungskonzept implementiert, mit dem Risiken schnell erkannt werden, um entsprechend zeitnah darauf reagieren zu können.

Durch ein konsequentes Sicherheitsmanagement hat Veridos gezielt eine stabile Sicherheits- und Präventionskultur entwickelt. Diese interne Kompetenz könnte Veridos in die Lage versetzen, sich nachhaltig von anderen Unternehmen mit geringerem Sicherheitsniveau abzugrenzen und weiterhin als vertrauensvoller Geschäftspartner zu agieren.

3.5.6 Rechtliche, steuerliche, Zoll-Risiken und Chancen

Spezielle rechtliche und steuerliche Risiken fließen in die ganzheitliche Betrachtung der Großprojekte ein.

Bei der Auswahl externer Partner ist darauf zu achten, dass sich diese an interne Regularien, geltende Gesetze und Vorschriften halten sowie unseren Kunden qualitativ hochwertige Produkte liefern. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses könnte es zu Rechtsstreitigkeiten mit ehemaligen Mitarbeitern kommen, in denen Ansprüche gegenüber Veridos geltend gemacht werden könnten. Risiken aus Geschäftsbeziehungen umfassen zudem einen möglichen Verstoß gegen das Exportkontrollrecht oder können aus Gewährleistungsfristen und Garantiebedingungen resultieren. Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden fortlaufend überwacht.

Gesetzliche Anforderungen können auch zu einer Umsatz- und Ergebniserhöhung führen. Sofern Gesetze erlassen werden, die zum Beispiel eine bestimmte Technologie vorschreiben, die im Portfolio von Veridos vorhanden sind. Dies könnte zu einer Anhebung interner Prognosen führen.

Im Bereich des Datenschutzes sind die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen. Datenschutzrechtliche Verstöße können zu Schadenersatzforderungen gegenüber Veridos führen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden durch regelmäßige Schulungen für diese Thematik sensibilisiert.

Die Geschäftstätigkeit von Veridos ist den für internationale Geschäfte üblichen Risiken unterworfen. Dazu zählen z. B. das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Steuersysteme, mögliche steuerliche Hindernisse, die den Geschäftsverkehr erschweren, sowie Im- und Exportregelungen. Handelshemmnisse in Form von Zöllen können zu negativen Volumen- und Kosteneffekten führen, da zusätzliche Abgabenzahlungen fällig werden könnten. Konzerninterne Verrechnungen können von Finanzbehörden in Frage gestellt werden, was langwierige Verhandlungen und umfangreiche Dokumentationspflichten nach sich zieht. Wir wirken diesen Risiken entgegen, indem eine Steuer-Expertise eingestellt wurde und wir somit unsere internen Prozesse kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen anpassen sowie die Beratung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Anwalts- und Steuerkanzleien in den jeweiligen Ländern in Anspruch nehmen.

Umweltaspekte nehmen in Unternehmen eine immer größere Rolle ein. Veridos versucht, derartigen Risiken durch Umweltmanagement und Maßnahmen im Rahmen unserer Corporate Responsibility (CR)-Aktivitäten entgegenzuwirken. Dies beinhaltet auch das Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement. Chancen basierend auf einer positiven Reputation im Bereich Umwelt könnte die Attraktivität von Veridos als Geschäftspartner und Arbeitgeber erhöhen. Dies könnte positive Effekte auf die Erreichung finanzieller Kennzahlen sowie auf das Humankapital haben.

3.5.7 Politische Risiken und Chancen

Eine erneute Eskalation des handelspolitischen Konflikts zwischen China und den USA sowie weitere (geo-)politische Spannungen könnten die globalen Wachstumsaussichten deutlich verschlechtern. Politische Entscheidungen könnten die Einführung weiterer Handelshemmnisse auf internationaler Ebene nach sich ziehen.

Veridos begegnet diesen Risiken durch eine fortlaufende Beobachtung der konjunkturellen und politischen Entwicklungen in den wesentlichen Absatzmärkten. Produktion und Investitionen werden einerseits zentral gesteuert, sodass auf eine etwaige Konjunkturabschwächung schnell reagiert werden kann. Andererseits zeichnet sich Veridos durch seine lokale Präsenz aus. Die stark regional ausgerichtete Vertriebsorganisation ermöglicht es, geänderte Kundenanforderungen früh zu erkennen und zu erfüllen. Hier profitiert Veridos von seiner Kundennähe. Durch eine schnelle Reaktionszeit können kurzfristig Geschäftschancen realisiert werden.

3.5.8 Operative Chancen

Wir erwarten für Veridos ein deutliches Wachstumspotenzial durch die fortschreitende Mobilisierung der ID-Technologie, aus der Ausweitung des Portfolios in die Systemlösungen sowie auch aus dem Geschäftsfeld des Plant Engineering. Hierdurch ergibt sich die Chance, auch über das Dokumentengeschäft hinaus Geschäfte aus Systemlösungen sowie anschließend aus Serviceleistungen zu generieren.

Durch das Joint Venture mit dem Government-Bereich der beiden Gesellschafter Giesecke+Devrient GmbH und Bundesdruckerei Gruppe GmbH haben wir eine höhere Unternehmensgröße erreicht und der Markt hat uns gut aufgenommen. Hier kommt uns auch zugute, dass wir die Netzwerke und Technologien beider Gesellschafter verwenden können.

Darüber hinaus nimmt Veridos an diversen Ausschreibungen teil, die zu Projekten mit langjährigen Laufzeiten (teilweise über 10 Jahre) führen können. Hieraus ergeben sich Chancen für ein stabiles Basisgeschäft.

Weitere Chancen ergeben sich für Veridos aus der zunehmenden Nachfrage nach sogenannten Betreibermodellen (BOT Build Operate Transfer/ PPP Public Private Partnership). Diese Modelle führen ebenfalls zu langfristigen Kundenbeziehungen.

Zunehmend mehr Chancen erwartet Veridos auch aus der Nachfrage nach der Modernisierung von Systemen, auch hier kann nachhaltiges (langjähriges) Geschäft vor allem mit Service- und Wartungskomponenten erreicht werden.

Ebenfalls Chancen auf höhere Profitabilität im Geschäft erhofft sich Veridos daraus, dass mehr und mehr modulare Plattformen nachgefragt werden, was dem Wunsch von Veridos nach mehr Standardisierung entgegenkommt.

Aufgrund der Dynamik in unserem Geschäft und des starken Wettbewerbs sind die Chancen jedoch schwer quantifizierbar.

4 Prognose

Im Geschäftsjahr 2023 konnte Veridos mit einem Rekordwachstum den höchsten Umsatz seit Bestehen des Joint Ventures erzielen. Wegen der hohen Rezessionsgefahren und politischen Instabilitäten bleibt Veridos dennoch bei der Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2024 verhalten.

Mit der starken Exportorientierung wird Veridos von globalen politischen Entwicklungen beeinflusst. Insbesondere die weiterhin anhaltenden Spannungen zwischen den USA, China und Russland können zu weiteren Sanktionen im Banken- und Handelssektor führen. Gegebenenfalls kann dadurch die Reisetätigkeit von Menschen beeinträchtigt werden. Daher erwartet Veridos trotz der sehr soliden Auftragslage operativ einen Umsatz nach IFRS leicht unter Vorjahresniveau, sofern keine signifikanten Wechselkursschwankungen entstehen. Die Ergebnisgrößen EBITDA und EBIT werden voraussichtlich sowohl nach HGB als auch nach IFRS deutlich unter den Zahlen des Geschäftsjahres 2023 liegen. Dies ist vor allem auf anhaltende Kostensteigerungen zurückzuführen, die kurzfristig nicht in der Preisbildung abgebildet werden können. Das EBIT- Ergebnis nach IFRS wird leicht positiv erwartet. Beim EBITDA-Ergebnis rechnen wir ebenfalls mit einem positiven Ergebnis.

Das Working Capital nach IFRS soll in 2024 um mehr als ein Viertel abgebaut werden und damit zu einer Verbesserung des Free Cashflows beitragen. Insgesamt wird ein positiver Free Cashflow im mittleren einstelligen Millionen-Bereich nach IFRS erwartet.

Wir verfolgen weiterhin den angestrebten Wachstumspfad. Bei Investitionen sowie dem Aufbau von Mitarbeitern wollen wir moderat wachsen und behalten aktuelle Marktentwicklungen dabei im Fokus, um gegebenenfalls kurzfristig in 2024 anzupassen.

Unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt die Beurteilung der künftigen Marktentwicklung für Veridos schwierig. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

 

Berlin, den 22. März 2024

gez. Marc-Julian Siewert

gez. Dr. Christian Thywissen

gez. Tobias Nüßle

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Veridos GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Veridos GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Veridos GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 22. März 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hachmann, Wirtschaftsprüfer

Kolisnyk, Wirtschaftsprüferin

Feststellung Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde in der Gesellschafterversammlung am 15. April 2024 festgestellt.

Der Gewinn der Gesellschaft in Höhe von EUR 6.195.489,10 wird in die Eigenkapitalrücklage eingebracht und auf neue Rechnung fortgeschrieben.

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