Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 754449
Vorher
LiveFresh Verwaltungs GmbH
Eingetragen
2.11.2015
Branche
Herstellung von Frucht- und GemüsesäftenSonstige Verarbeitung von Obst und GemüseHerstellung von Erfrischungsgetränken und Mineralwässern
Gegenstand
Gegenstand geändert; nun: Die Produktion und der Vertrieb von Lebensmitteln aller Art sowie die Entwicklung und das Betreiben moderner Informationstechnologien, insbesondere aber die Produktion und der Handel frisch gepresster Säfte mit Hilfe innovativer Verfahrenstechniken.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Simon Storz
seit 2.11.2015
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (5)

Gesellschafter
Beta

4 von 5 Anteilseignern sichtbar

Name
Ort
Anteil
Simon Storz
78604 Rietheim-Weilheim
25.00%
Benedikt Schellinger
88605 Sauldorf
25.00%
R***** S******
20.00%
B**** T*****
20.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

LiveFresh GmbH

Neuhausen ob Eck

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

a) Geschäftsmodell des Unternehmens

Die LiveFresh GmbH produziert und vertreibt hochwertige Lebensmittel. Die angebotenen Produkte werden für Steuerungszwecke in zwei Segmente aufgeteilt: Das Segment "Liquids" umfasst unsere frischen Säfte und Shots mit Funktion sowie die Saftkuren. Das Segment "Food" umfasst insbesondere unsere tiefgekühlten Fertiggerichte sowie die Foodkuren.

Die Saft-Produkte werden dabei in-house durch die innovative "High Pressure Preservation"-Technologie, kurz HPP, haltbar gemacht. Die abgefüllten Flaschen werden ohne Erhitzen einem hohen Druck ausgesetzt. Durch die Hochdruckbehandlung mit 6.000 Bar Wasserdruck werden Keime und Bakterien inaktiviert und die Säfte dadurch haltbar gemacht. Da die Säfte während des Produktionsprozesses zu keiner Zeit erhitzt werden müssen, bleiben die Eigenschaften eines frisch gepressten Saftes erhalten. Während nahezu alle kaufbaren Säfte in der Regel bei über 60°C erhitzt werden müssen (Pasteurisierung), wodurch die meisten Vitamine, Nährstoffe sowie sekundären Pflanzenstoffe zerstört werden, gehen bei den Säften von LiveFresh weder wertvolle Inhaltsstoffe noch Vitamine oder Geschmack im Produktionsprozess verloren. Durch die Integration der Wertschöpfungskette haben wir große Teile des Herstellungsprozesses in eigener Hand.

Im Saftbereich kann zwischen drei wesentliche Produktkategorien unterschieden werden: frische Frühstückssäfte, Wellness-Säfte und -Shots sowie funktionelle, auf die persönlichen Ziele der Kund*innen angepasste Saftkuren mit einer Dauer von 3, 5 oder 7 Tagen. Im Foodbereich bieten wir u.a. Foodkuren mit einer Dauer von 1 bis 3 Wochen, gesunde und vegane Tiefkühl-Bowls sowie Porridge und Proteinpulver an.

Der Vertrieb unserer Produkte erfolgt über zwei Hauptkanäle: Offline (via B2B) und Online (via D2C). Der Offline-Vertrieb läuft über die großen Handelsketten. Unsere Säfte und Shots sind im deutschen Lebensmitteleinzelhandel seit einigen Jahren u.a. bei EDEKA, tegut, Kaufland, Rewe sowie Globus gelistet und im (umkämpften) Kühlregal platziert. Über unsere eigene Website können Kund*innen die Ware direkt online von uns beziehen. Wir sind überzeugt, dass in der direkten Interaktion mit unseren Kund*innen großer Mehrwert geschaffen werden kann. Neben der eigenen Webpräsenz betreiben wir zusätzlich einen eigenen Online-Shop auf Amazon Marketplace. Unsere Produkte werden zudem international geschätzt. Unser Hauptfokus liegt auf der DACH-Region, wir bedienen aber auch Kund*innen aus den Niederlanden und Luxemburg. In Zukunft wollen wir unsere Marktanteile weiter erhöhen und weitere Märkte erschließen, wobei wir uns aktuell auf die bestehenden Versandregionen fokussieren.

Unsere Unternehmensvision ist, dass sich LiveFresh zum Nummer-1-Begleiter in eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise entwickelt. Dies wollen wir durch konsequentes kundenorientiertes Produktmanagement erreichen. Hierfür entwickeln wir kontinuierlich unser Angebot weiter.

b) Nachhaltigkeitsstrategie "LiveGreen"

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Aspekt in der Steuerung des Unternehmens sowie bei unternehmerischen Entscheidungen. Unter dem Motto "LiveGreen - Nachhaltigkeit ist uns wichtig" haben wir uns daher einer ökologischen Nachhaltigkeitsstrategie verschrieben. Der Einsatz für die Zukunft unseres Planeten ist nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung, sondern dient auch dem langfristigen Erfolg der Unternehmung. Durch zahlreiche Maßnahmen und Investitionen versuchen wir schon heute so wenig CO 2 auszustoßen wie möglich. An unserem Standort in Inzigkofen nutzen wir Flächen, um grünen Strom aus Photovoltaik zu erzeugen. Nach dem Pressen von Obst und Gemüse wird zudem der Trester (Pressreste) bei einer regionalen Biogasanlage zu grüner Energie umgewandelt. Die hohe Wertschöpfungstiefe im Liquids-Segment sichert kurze Wege in der Produktion, was CO 2 einspart. Wir sind bestrebt durch zukünftige Investitionen die Wertschöpfungsintegration auch im Food-Segment zu erhöhen und damit kürzere Wege im Produktionsprozess sicherzustellen. Im Rahmen der Möglichkeiten achten wir auch bei der Verpackung unserer Produkte sehr stark auf Nachhaltigkeit: Wir verwenden zu 100% recyceltes PET (rPET) für unsere Flaschen. Die 250ml-Saftflaschen sind zudem im Pfandsystem integriert. Durch den geschlossenen Recycling-Kreislauf werden Ressourcen geschont und Abfall vermieden. Als Isolierverpackung, die zur Sicherstellung der Kühlung im D2C-Versand notwendig wird, verwenden wir weder Plastik noch Aluminium oder Styropor, sondern zu 100 % papierbasierte Isolierverpackung. Die nicht kompostierbaren Produktionsabfälle (insb. Papier) werden dem Abfallkreislauf zugeführt. Wesentliche Sonderabfälle entstehen durch die Produktion keine.

Zukünftige Investitionsentscheidungen werden maßgeblich von Nachhaltigkeitsaspekten beeinflusst. Die im Beschaffungs- und Absatzprozess nicht zu vermeidenden Treibhausgasemissionen werden durch die Unterstützung von regionalen sowie internationalen Klimaschutzprojekten bilanziell kompensiert. Die LiveFresh GmbH ist dabei hinsichtlich aller Produkte als "klimaneutrales Unternehmen" zertifiziert (Label von ClimatePartner GmbH, ClimateID der LiveFresh GmbH: 16805-2111-1001).

b) Forschung und Entwicklung

Das von uns angebotene Produktportfolio sowie der Produktumfang entwickeln sich kontinuierlich weiter. Im Segment "Liquids" können wir durch die tiefe Integration der Wertschöpfungskette vom Einkauf bis zum Vertrieb flexibel und schnell auf neue Trends reagieren. Neue Produkte können ohne wesentliche Investitionen am Markt getestet und etabliert werden. Die Produkt- und Rezeptentwicklung erfolgt dabei im Liquids-Bereich unternehmensintern durch ein qualifiziertes Entwicklungsteam mit Ernährungswissenschaftlern sowie im Food-Bereich in Kooperation mit Partnerunternehmen. Die Produktentwicklung erfolgt sowohl kunden- als auch konzeptorientiert und basiert auf aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Ziel der Produktneuentwicklungen ist die Lösung bestehender Probleme der Kund*innen mit innovativen Produkten.

II. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Insgesamt hat sich die Konjunkturlage im Verlauf des Jahres 2023 nicht verbessert. Nachdem die deutsche Wirtschaft 2022 noch um 1,8 % gestiegen war, ging das preisbereinigte BIP 2023 sogar um 0,3 % zurück. Die hohen Energie- und Rohstoffpreise, gestiegene Kapitalkosten sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland hatte zu einer Verlangsamung der realen Wirtschaftstätigkeit in Deutschland geführt. Das machte sich besonders bei den privaten Konsumausgaben bemerkbar, die im Jahr 2023 preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr abnahmen und sich vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 weiter entfernten (-1,5 %).

(Quelle:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html).

Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2023 um 5,9 % gegenüber 2022. Der Anstieg war zwar geringer als im Vorjahr (6,9 %), blieb aber dennoch im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt auf einem hohen Stand. Neben den Energiepreisen (5,3 %) stiegen 2023 insbesondere die Preise für Nahrungsmittel gegenüber 2022 um 12,4 % (Vorjahr: 13,4 %).

(Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html).

Die preisbereinigten Konsumausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sanken im Jahr 2023 weiter. Von den gesamten Konsumausgaben entfielen 11,7 % auf Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke.

(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/296809/umfrage/konsumausgaben-in-deutschland-fuer-nahrungsmittel-und-alkoholfreie-getraenke/; Genesis-Online-Datenbank - 81000-0120)

Der Marktanteil des Online-Handels am Umsatz mit Lebensmitteln in Deutschland blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant auf 2,9 %. Der deutliche Anstieg in den letzten Jahren (Wert 2015: 0,8 %) konnte zwar nicht fortgeführt werden, gleichwohl stabilisierte sich der Marktanteil.

(Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/475255/umfrage/marktanteil-des-online-handels-am-umsatz-mit-lebensmitteln-in-deutschland/).

b) Lage der Gesellschaft

i. Vorbemerkung zum Geschäftsverlauf

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Lageberichts (Mai 2024) gesichert. Zur besseren Darstellung der Lage der Gesellschaft werden im Folgenden auch Vorjahreswerte aufgeführt. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen wurden abweichend zum Vorjahr erstmalig saldiert ausgewiesen und offen von den Vorräten abgesetzt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte entsprechend dem geänderten Ausweis angepasst.

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage konnten wir unseren starken Wachstumskurs im Vergleich zum Vorjahr weiter fortsetzen. Dies spiegelt sich in einem im Vergleich zum Vorjahr erneuten deutlichen Umsatzanstieg wider, der auf ein anhaltend starkes Kund*innenwachstum und einen hohen durchschnittlichen Bestellwert zurückzuführen ist. Aufgrund des starken Wachstums im Jahr 2023 haben wir unsere Investitionen in unser Produktportfolio, den Kapazitätsausbau und in Humankapital weiter fortgesetzt. Insbesondere in unsere Produktionsbetriebsstätte in Engelswies wurden signifikante Beträge investiert und mit der neuen HPP-Maschine sowie zwei neuen Abfülllinien der gestiegenen Nachfrage Rechnung getragen.

Insgesamt hat das Geschäftsjahr 2023 die Erwartungen in Bezug auf Umsatz und Ergebnis deutlich erfüllt, so dass die Geschäftsentwicklung als überaus zufriedenstellend durch die Geschäftsführung eingestuft wird.

ii. Vermögenslage

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme der LiveFresh GmbH von 7.141 TEUR auf 9.236 TEUR um ca. 29 % erhöht. Dies ist hauptsächlich begründet in einem Anstieg des Sachanlagevermögens sowie der Vorräte. Die Lagerintensität hat sich dagegen leicht auf ca. 27 % reduziert (Vorjahr: 28 %). Unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung sowie der erhaltenen Anzahlungen hat sich der Net Working Capital-Bestand von 192 TEUR auf 678 TEUR deutlich erhöht. Die Forderungsintensität liegt im Vergleich zum Vorjahr konstant bei 5 %. Der Bestand des Anlagevermögens hat sich insbesondere auf Grund der Investitionen in den Maschinenpark um ca. 24 % auf 4.398 TEUR erhöht. Die Anlagenintensität hat sich von ca. 49,8 % im Jahr 2022 auf ca. 47,6 % im Jahr 2023 reduziert. Die Summe aus Verbindlichkeiten und Rückstellungen hat sich insbesondere aufgrund des deutlichen Anstiegs des Geschäftsumfangs um ca. 28 % erhöht. Die bestehenden Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten wurden alle planmäßig getilgt. Das Kreditneugeschäft beschränkte sich im Geschäftsjahr im Wesentlichen auf ein weiteres Innovationsdarlehen, das jedoch zum Bilanzstichtag noch nicht abgerufen wurde. Die im Vorjahr gewährten Innovationsdarlehen wurden im laufenden Geschäftsjahr vollständig abgerufen. Beim Eigenkapital konnte der positive Trend der Vorjahre fortgesetzt werden: Zum Bilanzstichtag ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 28,6 % (Vorjahr: 26,5 %). Die Entwicklung der weiteren Kapitalstrukturkennzahlen ist ebenfalls positiv: Der statische Verschuldungsgrad der Gesellschaft (definiert als Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital) konnte um ca. 17 % auf 2,5 (Vorjahr: 3,0) reduziert werden, während sich die Anlagendeckung (definiert als Verhältnis der Summe aus Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten sowie Eigenkapital zur Summe des Anlagevermögens) um 11,6 % auf 1,28 verbesserte (Vorjahr: 1,15).

Die folgende Tabelle fasst die Entwicklung der wesentlichen Bilanzwerte und Kennzahlen zusammen:

Geschäftsjahr 2023
[in T€]
Vorjahr 2022
[in T€]
Veränderung
[in %]
Anlagevermögen 4.398 3.557 23,6%
Umlaufvermögen 4.427 3.525 25,6%
davon Vorräte 2.521 2.013 25,2%
davon Forderungen 501 351 42,7%
davon liquide Mittel 1.238 1.007 22,9%
Eigenkapital 2.646 1.889 40,1%
sonstige Passiva 6.590 5.662 16,4%
davon Rückstellungen 533 232 129,7%
davon Verb. aus LuL 2.344 2.172 7,9%
davon Verb. ggü. KI 2.994 2.200 36,1%
Bilanzsumme 9.236 7.141 29,3%
Geschäftsjahr 2023
[in T€]
Vorjahr 2022
[in T€]
Veränderung
[in %]
Anlagenintensität 47,6% 49,8% -4,4%
Anlagendeckung 1,28 1,15 11,6%
Lagerintensität 27,3% 28,2% -3,2%
Forderungsintensität 5,4% 4,9% 10,4%
Net Working Capital 678 192 253,1%
Eigenkapitalquote 28,6% 26,5% 8,3%
Fremdkapitalquote 71,4% 79,3% -10,0%
Stat. Verschuldungsgrad 2,5 3,0 -16,9%
Dyn. Verschuldungsgrad 2,5 2,6 -4,1%

iii. Finanzlage

Die Entwicklung der finanziellen Lage der Gesellschaft ist erfreulich. Das Geschäftsjahr 2023 war deutlich Cashflow-positiv. Neben einem effizienten Working Capital-Management hat hierzu insbesondere der erneut starke Umsatzanstieg beigetragen bei gleichzeitig anhaltender operativer Profitabilität. Der operative Cashflow sicherte für 2023 ein erhebliches Innenfinanzierungspotential. Bestehende Kontokorrentkredit-Linien mussten im Wesentlichen nicht in Anspruch genommen werden. Die liquiden Mittel haben sich insgesamt von 1.007 TEUR auf 1.238 TEUR erhöht.

iv. Ertragslage

Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich erhöht. Grund für das starke Wachstum waren die Geschäfte im Direct-to-Consumer-Vertrieb über den eigenen Online-Shop. Neben dem deutschen Heimatmarkt hat sich insbesondere der Absatz unserer Saftkuren in Österreich und der Schweiz weiter erhöht.

Der Materialeinsatz konnte trotz der weiter gestiegenen Input-Preise konstant gehalten werden. Der Rohertrag hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 41,9 % erhöht. Im Verhältnis zum Umsatz rückläufig ist die Personalaufwandsquote. Die Fremdkapitalkosten sind im Verhältnis zum Umsatz erwartungsgemäß leicht gestiegen, da die bereits teilweise im Jahr 2022 abgerufenen Darlehen im Geschäftsjahr 2023 volle Jahreswirkung hatten. Um den weiteren Aufbau der Marke zu ermöglichen und neue Kund*innen zu gewinnen, wurden zudem die Aufwendungen für Marketing im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich gesteigert sowie erhebliche Summen in die Überarbeitung sowie den Relaunch der Website investiert, die im Geschäftsjahr voll ergebniswirksam erfasst wurden. Das EBITDA konnte dennoch um 21,4 % auf ca. 2,7 Mio. € gesteigert werden. Die im Geschäftsjahr vorgenommene außerplanmäßigen Abschreibungen führen dagegen zu einer Belastung von EBIT sowie Jahresergebnis i.H.v. 636 TEUR (Vorjahr: 14 TEUR). Entsprechend haben sich EBIT und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Ohne Berücksichtigung der außerplanmäßigen Abschreibungen konnte das (adjusted) EBIT leicht gesteigert werden.

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Ertragskennzahlen zusammen:

Geschäftsjahr 2023
[in T€]
Vorjahr 2022
[in T€]
Veränderung
[in %]
Rohertrag 26.025 18.342 41,9%
EBITDA 2.660 2.192 21,4%
EBIT 1.393 1.863 -25,2%
EBIT, adjusted 2.029 1.877 8,1%
Jahresergebnis 957 1.306 -26,7%

v. Mitarbeitende

Unsere Mitarbeitenden prägen durch ihren Einsatz, ihr Wissen und ihr Können unser Unternehmen. Das gesamte Team ist maßgeblich für unseren langfristigen Erfolg und macht uns zu dem, was wir sind. Unsere Belegschaft steht für Internationalität und Vielfalt.

In 2023 waren an unseren drei Standorten in Engelswies (Produktion), Pfullendorf (Versand, Lager) sowie Neuhausen ob Eck (Verwaltung, Marketing) im Durchschnitt 92 (Vorjahr: 84) Mitarbeitende beschäftigt.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Prognosebericht

Das Folgejahr 2024 ist weiterhin geprägt von ökonomischer Unsicherheit. Die Stagnation der deutschen Wirtschaft hält an. Die Konsumlaune befindet sich nach wie vor auf niedrigem Niveau.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2024 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt nach offiziellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent zum Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt). Auf das Gesamtjahr 2024 wird zwar mit einem leichten Anstieg des BIP gerechnet, gleichwohl sind die Wachstumsaussichten eingetrübt.

Trotz der im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Inflation kann keine Erholung beim privaten Konsum festgestellt werden. Die privaten Konsumausgaben sanken im 1. Quartal 2024 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 % im Vergleich zum Vorquartal, da unter anderem die Konsumausgaben für Nahrungsmittel und Bekleidung zurückgingen. (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/05/PD24_205_811.html).

Die Inflation lag im Mai 2024 bei 2,4 % und damit in relativer Nähe der Zielinflationsrate der EZB von 2 %. Gleichwohl bleibt die Kerninflation bei 3,0 % und damit anhaltend hoch.

(Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/05/PD24_213_611.html).

Die seit Ende 2021 hohen Inflationsraten führten im Jahr 2022 sowie 2023 zu erheblichen Zinserhöhungen der EZB. Der maßgebliche Leitzins im Euro-Raum wurde von 0 % (bis Juli 2022) auf aktuell 4,5 % und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2008 erhöht (Stand: 31.05.24). Es wird erwartet, dass die EZB im weiteren Verlauf des Jahres 2024 die Zinswende einleiten und erste Zinssenkungsschritte durchführen wird. Auf mittlerer Sicht werden die Zinsen jedoch auf einem höheren Niveau verbleiben. Die Fremdfinanzierungskosten werden daher mittelfristig auf einem höheren Niveau verbleiben.

Aus unserer Sicht wirkt sich diese Lage wie folgt auf die Situation bei LiveFresh aus:

Für 2024 und 2025 erwarten wir entgegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung weitere Umsatzanstiege, die jedoch im Vergleich zum Vorjahr geringer ausfallen werden. Die bisherigen IST-Zahlen im Jahr 2024 bestätigen diese Erwartung bisher. Durch die im Jahr 2023 getätigten Maschineninvestitionen und Produktionsprozessoptimierungen besteht weiteres Wachstumspotential im Liquids-Segment, wo wir eine anhaltend hohe Nachfrage für unsere Produkte sehen. Die Food-Produkte entwickeln sich zu einer stabilen zweiten Ertragssäule. Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir eine im Vergleich zum Vorjahr konstante operative Ertragskraft.

Aufgrund des profitablen Wachstums können wir kleinere Investitionen sowie den Working Capital-Bedarf regelmäßig vollständig aus unserem operativen Cashflow finanzieren. Das Innenfinanzierungspotential soll perspektivisch auf einem hohen Niveau gehalten werden. Sofern erforderlich, können Working-Capital-Spitzen durch Kontokorrent-Linien ausgeglichen werden. Für 2024 und 2025 streben wir zudem eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalquote an. Große Mobilien-Investitionen zum Ausbau der Produktionskapazität sowie für Zwecke der Effizienzsteigerung werden dagegen mit Darlehen finanziert, wobei sich die Gesellschaft für diese Zwecke geförderte Innovationsdarlehen sichern konnte.

Wir haben das Ziel, sowohl die Qualität unserer Produkte, die Auswahl an innovativen und funktionalen Produkten als auch die Nachhaltigkeit unseres Handelns immer wieder zu verbessern. Für das neue Geschäftsjahr sehen wir uns zusammengefasst in einer starken Ausgangssituation die aktuellen und anstehenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern und die Marke LiveFresh weiter zu etablieren.

b) Chancen- und Risikobericht

Mit unserem Produktportfolio greifen wir den Trend zu einer gesunden, nachhaltigen Ernährung auf. Unsere bestehenden Säfte und Gerichte vereinen Geschmack mit wertvollen Inhaltsstoffen und liefern so Mehrwert für unsere Kund*innen.

Weiteres Wachstum versprechen wir uns durch den weiter steigenden Bekanntheitsgrad, Erweiterung unserer Vertriebskanäle, sowie durch eine verstärkte Durchdringung des europäischen Marktes. Durch ein von uns entwickeltes neuartiges Produktionsverfahren sowie mit unseren neuen Produkten im Lebensmittelbereich können wir zukünftig unsere Zielgruppen erweitern und damit neben der strategischen Marktnische "Saftkuren" weitere Märkte und Kundengruppen erschließen. Durch das im Unternehmen gebundene Produktions-Knowhow sowie die zunehmende Markenbekanntheit sehen wir großes Potential, dass wir uns als Begleiter für eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise unserer Kund*innen etablieren können.

In unseren beiden Segmenten "Liquids" und "Food" gibt es einige mittelbare und unmittelbare Wettbewerber. Im Bereich "Liquids" stehen wir im Wettbewerb mit Unternehmen, die ebenfalls Saftkuren sowie HPP-behandelte Säfte anbieten. Da wir aufgrund unserer hohen Wertschöpfungsintegration sowohl eine konkurrenzfähige Kostenstruktur als auch eine hohe Flexibilität haben, um auf neue Entwicklungen und Produkttrends zu reagieren, sehen wir uns im Wettbewerb gut aufgestellt. Durch den Direktvertrieb haben wir zudem die Möglichkeit, mit unseren Kund*innen unmittelbar in Kontakt zu treten und deren Anregungen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge zeitnah umzusetzen. Diesen kund*innenorientierten Ansatz sehen wir als große Stärke. Mit den klassischen Volumenherstellern von Fruchtsäften stehen wir weder preislich noch von der Qualität im Wettbewerb.

Die Produktqualität und -sicherheit hat für uns höchste Priorität. Die Qualität der Waren wird durch intensive Eingangskontrollen geprüft. Wie bei allen Lebensmitteln üblich besteht ein gewisses, trotz aller Kontrollen nicht komplett aufzulösendes Qualitätsrisiko. Dadurch besteht ein gewisses Risiko in Form der Rückrufnotwendigkeit von Chargen. Gleichwohl ist aufgrund der sehr geringen Chargengröße und einer im Versandprozess sichergestellten Rückverfolgbarkeit gewährleistet, dass durch zielgerichtete Rückrufaktionen die Folgen für Finanzlage und Reputation geringgehalten werden können. Bisher kam es noch zu keinem Chargen-Rückruf. Allgemeine Lebensmittelrisiken sind durch eine Produkthaftpflichtversicherung abgedeckt. Aufgrund der Verderblichkeit unserer Produkte besteht zudem grundsätzlich kein Widerrufsrecht, sodass ein wesentliches Retourenrisiko ausgeschlossen werden kann.

Die gesamte Produktion ist fortlaufend mit dem Qualitätsstandard IFS (Internation Food Standard) zertifiziert. Da dies bei bestimmten Lebensmitteleinzelhändlern eine notwendige Bedingung für ein Listing darstellt, würde eine Nichterteilung der Zertifizierung im Rahmen eines Audits zum De-listing der Produkte und zum Wegfall der damit zusammenhängenden Umsätze führen. Diesem Risiko wird durch strenge interne Kontrollprozesse sowie laufende Beratung Rechnung getragen.

Wesentliche Technologierisiken bestehen keine. Die von uns genutzte innovative HPP-Technologie ist seit Jahren erprobt; die Haltbarkeit der Produkte wird nachweislich und zuverlässig sichergestellt. Wir halten uns zudem streng an alle gültigen gesetzlichen Regelungen und sichern uns stets durch qualifizierte Rechtsberatung lebensmittelrechtlich ab. Ein signifikanter Defekt bzw. eine Zerstörung einzelner wesentlicher Produktionsanlagen (insbesondere HPP-Maschine und Abfülllinien) würde zur Durchbrechung der Produktionskette und damit verbunden zu signifikanten Lieferunterbrechungen führen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses wird vor dem Hintergrund des modernen Maschinenparks als sehr gering eingeschätzt. Die Gesellschaft hat sich zudem gegen Produktionsausfälle entsprechend versicherungstechnisch abgesichert.

Die zu Beginn der Unternehmung bestehende Abhängigkeit von einigen großen Einzelhandelsketten konnte durch die Fokussierung auf den Direktvertrieb aufgelöst werden. Unser Geschäftsmodell hängt daher nicht von wenigen großen Marktteilnehmern ab. Lieferantenseitig pflegen wir langfristige, stabile Beziehungen. Für unsere wichtigsten Input-Faktoren bestehen ABC-Lieferanten mit denen wir in den meisten Fällen bereits seit mehreren Jahren Geschäftsbeziehungen unterhalten. Dadurch soll die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert werden. Besondere Risiken im Rohstoffbereich (Obst und Gemüse) bestehen keine; wie bei Frischeprodukten üblich schwankt die Produktqualität saisonal in einem für den fertigen Saft nicht wesentlichen Maße. Lieferkettenprobleme sind nach aktuellem Stand nicht ersichtlich, wobei sich der Klimawandel langfristig auf Verfügbarkeit und Qualität unserer Rohwaren auswirken kann. Die nach wie vor angespannte Lage bei Orangen wirkt sich bisher lediglich preislich aus. Bei deutlicher Erhöhung von Rohstoffpreisen können wir schnell reagieren und Rezepturen entsprechend anpassen.

Da einige Rohwaren international beschafft und dabei regelmäßig in US-Dollar fakturiert werden, bestehen Währungskursrisiken. Diese werden nach aktuellem Stand nicht durch Termingeschäfte abgesichert. Steigende US-Dollar-Kurse können sich daher negativ auf die Rohertragsmarge auswirken. Chancen ergeben sich entsprechend aus sinkenden US-Dollar-Kursen. Absatzseitig lauten unsere Verkaufspreise mit Ausnahme des Schweizer Online-Shops in Euro. Die Preise für unsere Schweizer Kund*innen orientieren sich am aktuellen Wechselkurs und können bei signifikanten Währungskursschwankungen entsprechend sofort angepasst werden. Bestände an Schweizer Franken werden zeitnah und fortlaufend in Euro umgewandelt. Der laufende Bestand an Schweizer Franken ist daher unwesentlich.

Durch die zunehmende Bekanntheit der Marke LiveFresh und die gestiegene finanzielle Schlagkraft der Gesellschaft entstehen neue Vertriebschancen. So können wir zum Beispiel zunehmend überregional bekannte Werbepartnerschaften mit bekannten Persönlichkeiten/Influencern schließen sowie mittels TV-Kampagnen weitere Zielgruppen erreichen. Eine im engen zeitlichen Zusammenhang mit unserer Kampagne stehende negative Berichterstattung bzgl. einzelner Werbepartner könnte im schlimmsten Fall mittelbare Auswirkung auch auf unsere Reputation haben. Entsprechend könnte negative mediale Berichterstattung über unser Unternehmen bzw. einzelne von uns verkaufte Produkte Reputationsverluste verursachen. Diese Risiken werden als sehr gering eingeschätzt. Weitere Vertriebsrisiken bestehen insbesondere im Bereich der Social-Media-Werbung. Durch Umstellung von Algorithmen und Werbelogiken sowie verschärften Privatsphäre-Einstellungen ist ersichtlich, dass die Kundengewinnung im Social-Media-Bereich schwieriger wird. Diesem Risiko, dem auch alle anderen Wettbewerber unterliegen, wird u.a. durch entsprechende Reallokation der Werbemittel Rechnung getragen. Unser Marketingteam sowie die langjährig verbundenen Partner haben hierfür engmaschige Controlling-Strukturen aufgesetzt, um bei Bedarf schnell zu reagieren.

Das Forderungsausfallrisiko wird als sehr gering eingeschätzt. Im B2B-Bereich fällt der Großteil des Forderungsbestands auf die großen bekannten Einzelhandelsunternehmen. Im D2C-Vertrieb besteht durch die Zwischenschaltung von Finanzintermediären kein Delkredererisiko.

Bestehende bzw. zukünftige Sanktionen gegen Russland sowie andere Länder haben weder beschaffungs- noch absatzseitig Einfluss auf unser Geschäftsmodell. Wir liefern außerhalb Deutschlands nur in EU-Länder sowie in die Schweiz und nach Liechtenstein.

Wesentliche weitere, über die genannten Risiken hinausgehende Markt-, Branchen- und unternehmensspezifische Risikokonzentrationen bestehen im Prognosezeitraum soweit ersichtlich nicht.

Die beschriebenen Chancen und Risiken werden von der Geschäftsführung regelmäßig überwacht. Sofern notwendig, werden entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Auf Basis der im Berichtzeitpunkt verfügbaren Informationen lässt sich in einer Gesamtbeurteilung der Risikosituation zusammenfassen, dass in der absehbaren Zukunft keine wesentlichen Risiken erkennbar sind, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

 

Neuhausen ob Eck, den 31. Mai 2024

LiveFresh GmbH

gez. Benedikt Schellinger, Geschäftsführer

gez. Simon Storz, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 4.398.263,29 3.557.445,14
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 88.131,00 96.854,00
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 74.065,00 96.854,00
2. In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögensgegenstände 0,00
3. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 14.066,00
II. Sachanlagen 4.310.132,29 3.460.591,14
1. technische Anlagen und Maschinen 3.773.599,00 1.601.215,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 517.874,00 358.206,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.659,29 1.501.170,14
B. Umlaufvermögen 4.427.118,71 3.525.231,81
I. Vorräte 2.521.389,41 2.013.426,82
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 972.500,00 410.821,88
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 667.542,47 505.058,44
1. Forderungen gegen Gesellschafter 0,00
2. sonstige Vermögensgegenstände 667.542,47 505.058,44
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.238.186,83 1.006.746,55
C. Rechnungsabgrenzungsposten 264.818,71 57.901,00
D. Aktive latente Steuern 145.900,00
Summe Aktiva 9.236.100,71 7.140.577,95

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 2.646.053,24 1.889.379,44
I. Gezeichnetes Kapital 33.000,00 33.000,00
II. Kapitalrücklage 96.292,34 96.292,34
III. Gewinnrücklagen 1.500.000,00 600.000,00
IV. Bilanzgewinn 1.016.760,90 1.160.087,10
davon Gewinnvortrag 60.087,10 54.114,51
B. Rückstellungen 533.128,67 232.300,00
C. Verbindlichkeiten 6.056.918,80 4.979.098,51
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.993.586,42 2.199.566,19
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00
3. sonstige Verbindlichkeiten 3.063.332,38 2.779.532,32
D. Passive latente Steuern 0,00 39.800,00
Summe Passiva 9.236.100,71 7.140.577,95

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 26.024.467,53 18.342.436,17
2. Personalaufwand 3.879.612,99 3.213.461,76
a) Löhne und Gehälter 3.097.773,08 2.746.520,29
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 781.839,91 466.941,47
davon für Altersversorgung 1.643,52 1.403,49
3. Abschreibungen 1.267.650,45 328.850,76
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.267.650,45 328.850,76
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 19.482.166,10 12.935.641,09
5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 110.015,95 50.661,22
6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 325.958,06 506.752,75
davon Erträge aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 185.700,00
davon Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 2.800,00
7. Ergebnis nach Steuern 959.063,98 1.307.068,59
8. sonstige Steuern 2.390,18 1.096,00
9. Jahresüberschuss 956.673,80 1.305.972,59

Anhang

I. Allgemeines

Die Gesellschaft ist als mittelgroße Gesellschaft im Sinne des § 267 HGB einzustufen. Die in Klammern gesetzten Beträge betreffen die Vorjahresangabe.

Die Gesellschaft ist unter der Firma LiveFresh GmbH im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart, Nr. HRB 754449 eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist Neuhausen ob Eck.

II. Bilanzierungs-, Bewertungsmethoden und Angaben zu den Posten der Bilanz sowie zu der Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des 3. Buches des HGB sowie der ergänzenden Bestimmungen des GmbHG erstellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den §§ 242 ff. HGB und sind unverändert. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen wurden gem. § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB erstmalig saldiert ausgewiesen und offen von den Vorräten abgesetzt. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte entsprechend dem geänderten Ausweis angepasst.

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens erfolgte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Bei den Gegenständen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden die Anschaffungskosten um planmäßige nutzungsdauerbezogene Abschreibungen vermindert. Die zu Grunde gelegten Nutzungsdauern richten sich - sofern handelsrechtlich vertretbar - grundsätzlich nach den amtlichen AfA-Tabellen der Finanzverwaltung. Geringwertige Anlagegüter werden pauschal über 5 Jahre abgeschrieben. Im laufenden Geschäftsjahr wurden zudem außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 636.339,41 € (14.498,00 €) vorgenommen.

Unter den immateriellen Vermögensgegenständen sind die Herstellungskosten einer neuen innovativen Produktionstechnologie ausgewiesen. Der nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB aktivierte Betrag an Entwicklungskosten beläuft sich auf 74.065,00 € (96.854,00 €). Im Geschäftsjahr wurden keine zusätzlichen Entwicklungskosten aktiviert, so dass keine Forschungs- und Entwicklungskosten (§ 285 Nr. 22 HGB) angefallen sind.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem folgenden Anlagespiegel:

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs-/Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 113.946,90 113.946,90
In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte 0,00 15.000,00 15.000,00
113.946,90 15.000,00 0,00 0,00 128.946,90
Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 2.452.714,22 500.419,84 2.862.850,72 1.296.341,52 4.519.643,26
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 563.754,88 270.614,48 52.317,37 782.051,99
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.501.170,14 1.998.595,28 -2.862.850,72 636.914,70
4.517.639,24 2.769.629,60 0,00 1.348.658,89 5.938.609,95
4.631.586,14 2.784.629,60 0,00 1.348.658,89 6.067.556,85
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 17.092,90 22.789,00 39.881,90
In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte 0,00 934,00 934,00
17.092,90 23.723,00 0,00 40.815,90
Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 851.499,22 533.509,56 638.964,52 746.044,26
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 205.548,88 92.162,48 33.533,37 264.177,99
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 618.255,41 618.255,41
1.057.048,10 1.243.927,45 672.497,89 1.628.477,66
1.074.141,00 1.267.650,45 672.497,89 1.669.293,56
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 74.065,00 96.854,00
In der Entwicklung befindliche immaterielle Vermögenswerte 14.066,00 0,00
88.131,00 96.854,00
Sachanlagen
Technische Anlagen und Maschinen 3.773.599,00 1.601.215,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 517.874,00 358.206,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 18.659,29 1.501.170,14
4.310.132,29 3.460.591,14
4.398.263,29 3.557.445,14

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigen beilzulegenden Wert angesetzt. Die Bewertung der fertigen Erzeugnisse erfolgte zu Herstellungskosten unter Einbeziehung anteiliger Gemeinkosten. Die Ermittlung der Werte der fertigen Erzeugnisse erfolgte retrograd ausgehend vom Verkaufserlös.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert, ggf. unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Sämtliche Forderungen und Vermögensgegenstände haben Restlaufzeiten bis zu einem Jahr.

Der Ausweis der latenten Steuern erfolgt saldiert. Vor dem Hintergrund des Überhangs aktiver Steuerlatenzen wurde das Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB in Anspruch genommen.

Die sonstigen Rückstellungen sind nach den Vorschriften des § 249 Abs. 1 HGB angesetzt und nach § 253 Abs. 2 HGB mit ihrem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag, ggf. abgezinst bewertet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Sie berücksichtigen im Wesentlichen für das Bilanzjahr noch auszuzahlende Boni an Mitarbeiter und Resturlaubsverpflichtungen, Pfandrückzahlungsverpflichtungen, ausstehende Rechnungen sowie Buchhaltungs-, Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten des Bilanzjahres.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren jeweiligen Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel:

Verbindlichkeitenspiegel per 31.12.2023 Gesamt RLZ < 1 J. RLZ > 1 < 5 J. RLZ > 5 J.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.993.586,42 862.403,93 1.838.053,53 293.128,96
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.344.181,17 2.344.181,17 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 719.151,21 719.151,21 0,00 0,00
6.056.918,80 3.925.736,31 1.838.053,53 293.128,96
Verbindlichkeitenspiegel per 31.12.2022 Gesamt RLZ < 1 J RLZ > 1 < 5 J. RLZ > 5 J.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.199.566,19 581.847,82 1.418.728,69 198.935,68
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.172.397,19 2.172.397,19 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 607.135,13 370.102,01 212.153,44 24.879,68
4.979.098,51 3.124.347,02 1.630.936,13 223.815,36

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert. Die Sicherheiten bestehen aus der Sicherungsübereignung von Maschinen und Geräten des Anlagevermögens sowie des Warenlagers sowie aus einer Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die handelsüblichen Eigentumsvorbehalte.

Die aktiven latenten Steuern beruhen auf den zum Geschäftsjahresende bestehenden temporären Wertdifferenzen zwischen den Vermögensgegenständen bzw. Verbindlichkeiten in der Handels- und Steuerbilanz. Von dem Saldierungswahlrecht aktiver und passiver latenter Steuern wurde Gebrauch gemacht.

Sonstige finanziellen Verpflichtungen im Sinne des § 285 Nr. 3a HGB bestehen in Form von Mietverpflichtungen in Höhe von 372 T€ p.a. sowie in Form von Leasingverpflichtungen in Höhe von 74 T€ p.a. Sonstige allgemeine finanzielle Verpflichtungen bestehen gemäß den branchenüblichen Gepflogenheiten durch Abschluss von Lieferkontrakten und Lizenzvereinbarungen. Zudem bestehen Bestellobligo in üblichem Rahmen.

III. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse nach § 251 HGB bestehen keine.

Die Ausschüttungssperre gem. § 268 Abs. 8 HGB beläuft sich in Summe auf 219.965,00 €.

Die Geschäftsführung erfolgte im Bilanzjahr durch die jeweils einzelvertretungsberechtigten Geschäftsführer Benedikt Schellinger, Bachelor of Engineering (B. Eng.) und Simon Storz, Bachelor of Engineering (B. Eng.). Von der Ausnahmeregelung des § 286 Abs. 4 HGB wird Gebrauch gemacht.

Gegenüber Gesellschaftern bestehen, analog zum Vorjahr, weder Forderungen noch Verbindlichkeiten.

Die Gesellschaft beschäftigte im Bilanzjahr durchschnittlich 92 (84) Mitarbeitende.

IV. Gewinnverwendung

In 2024 erfolgte eine Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 400.000,00 € aus dem Bilanzgewinn. Die Geschäftsführung schlägt vor, den danach verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 600.000,00 € in andere Gewinnrücklagen einzustellen und den restlichen Bilanzgewinn in Höhe von 16.760,90 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Neuhausen ob Eck, den 16. Mai 2024

LiveFresh GmbH, Neuhausen ob Eck

gez. Benedikt Schellinger, Geschäftsführer

gez. Simon Storz, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 16.08.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die LiveFresh GmbH, Neuhausen ob Eck

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der LiveFresh GmbH, Neuhausen ob Eck, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LiveFresh GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens, Finanz und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 14. Juni 2024

BANSBACH GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Carsten Grill, Wirtschaftsprüfer

Christian König, Wirtschaftsprüfer

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