Volksbank eGLiquidiert

Warendorf

Stammdaten

Register
Amtsgericht Münster GnR 414
Vorher
Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf eG
Eingetragen
4.1.1890
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Einlagen; b) die Gewährung von Krediten aller Art; c) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften; d) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; e) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; f) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; g) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; h) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen, Reisen und Immobilien, bei letzteren auch deren Vermietung. (3) Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten und sich an Unternehmen beteiligen. Die Durchführung einzelner banküblicher und ergänzender Geschäfte kann die Genossenschaft auch auf Tochtergesellschaften, Beteiligungsunternehmen und/oder Kooperationspartner übertragen bzw. zusammen mit diesen wahrnehmen. (4) Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

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Historie

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Konzern- und Jahresabschlüsse

Volksbank eG

Warendorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Volksbank eG, Warendorf

Gliederung des Lageberichts

Vorbemerkung

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der Volksbank eG

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs der Volksbank eG

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Volksbank eG

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur Wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

Vorbemerkung

Bei den im Text und in den Tabellen angegebenen Werten zu den Vorjahresveränderungen kann es aufgrund der Berechnung anhand der exakten Werte aus dem Jahresabschluss zu Rundungsdifferenzen kommen.

Im Interesse einer besseren Lesbarkeit wird davon abgesehen, bei Fehlen einer geschlechtsneutralen Formulierung sowohl die männliche als auch weitere Formen anzuführen. Die nachstehend gewählten männlichen Formulierungen gelten deshalb uneingeschränkt auch für die weiteren Geschlechter.

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Unsere Vision haben wir definiert als "Erster Ansprechpartner bei allen Finanzdienstleistungen in der Region".

Die Bank nutzt die geschäftlichen Möglichkeiten der genossenschaftlichen FinanzGruppe (gFG). Die gFG mit einer Vielzahl leistungsfähiger Partner bietet die Chance, die dezentrale Leistungsfähigkeit der Bank innerhalb der gFG mit zentraler Bereitstellung von Dienstleistungen durch die Verbundpartner zu kombinieren. Das Unternehmen ist dem Prüfungsverband "Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V." angeschlossen.

Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank dem BVR Institutssicherungssystem (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt. Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

Das Kerngeschäftsgebiet der Bank bilden die Kreise Warendorf und Gütersloh. Die Marktbearbeitung erfolgt in den fünf Hauptstellen in Ahlen, Ennigerloh, Harsewinkel, Oelde und Warendorf sowie in den Filialen in Beelen, Clarholz, Neubeckum, Marienfeld und Sassenberg. Zur Optimierung des Geschäftsstellennetzes hat die Volksbank eG im Jahr 2021 Kooperationen mit benachbarten Sparkassen zum Betreiben gemeinsamer SB-Standorte geschlossen. Die Umsetzung erfolgte größtenteils im Jahr 2022, einzelne Stellen werden noch im Jahr 2023 zusammengeschlossen.

Die Volksbank eG verfügt über ein TUI-ReiseCenter in Ennigerloh. Das Immobiliengeschäft wird durch die 100%ige Tochtergesellschaft Volksbank Immobilien GmbH mit Sitz in Oelde und Dependancen in Warendorf, Ahlen und Harsewinkel ausgeübt.

Die Volksbank eG definiert fünf strategische Geschäftsfelder für die Marktbearbeitung:

Privatkundenbank

Private Banking

Firmenkundenbank

Bauen & Wohnen

Medialer Vertrieb

Neben den zentralen Geschäftsfeldern im Kundengeschäft kommt dem "Treasury" als weiterem strategischen Geschäftsfeld die wichtige Funktion zu, zur Verstetigung unserer Erträge und zur Absicherung unserer Risiken steuernd beizutragen.

Zu unserem Dienstleistungsangebot zählen neben den Geschäften im Sinne des § 1 KWG die Vermögensberatung, -vermittlung und strategisch die -verwaltung sowie die Vermittlung und der Verkauf von Hypothekendarlehen, Investment- und Immobilienfonds, Bausparverträgen, Versicherungen, Leasing und Reisen. Die Vermittlung von Immobilien erfolgt über eine Tochtergesellschaft, die Vermittlung von Reisen über das bankeigene Reisecenter.

Neben der Hauptstelle in Warendorf unterhält die Genossenschaft folgende eingetragene Zweigniederlassungen:

Volksbank Ahlen, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Beelen, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Clarholz, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Ennigerloh, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Harsewinkel, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Neubeckum, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Oelde, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Volksbank Sassenberg, Zweigniederlassung der Volksbank eG

Reisestudio Ennigerloh, Zweigniederlassung der Volksbank eG

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Konjunkturelle Entwicklung in Deutschland

Die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands wurde 2022 spürbar durch die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine belastetet. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,8 %. Damit expandierte die Wirtschaftsleistung deutlich schwächer als 2021 (+2,6 %), trotz der auch 2022 noch andauernden Erholung vom Coronakrisenjahr 2020. Die allgemeine Teuerung legte kriegsbedingt weiter zu. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Inflationsrate mit 6,9 % so hoch wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. Vorherige amtliche Berechnungen hatte sogar eine noch höhere Inflationsrate von 7,9 % ergeben, die dann aber im Zuge einer routinemäßigen Anpassung nach unten revidiert wurde. Maßgeblich für die Abwärtskorrektur waren veränderte Konsumgewohnheiten, die zu einer Verminderung des Energiegewichtungsanteils führten.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch kräftig expandiert, befördert insbesondere durch die voranschreitende Erholung der kontaktintensiven Dienstleistungsbereiche vom pandemiebedingten Einbruch 2020. Im weiteren Jahresverlauf verschlechterte sich die Konjunktur aber deutlich, was in einer Schrumpfung zum Jahresende mündete. Hauptgrund für die Verschlechterung waren die wirtschaftlichen Begleiterscheinungen des Ende Februar einsetzenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, wie nochmals steigende Energie- und Rohstoffpreise, länger bestehende Lieferkettenstörungen und enorme Unsicherheiten, nicht zuletzt über die Gasversorgung. Ende August stellte Russland seine Gaslieferungen nach Deutschland vollständig ein. Gedämpft wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zudem durch den bereits vor dem Kriegsausbruch verbreiteten Arbeitskräftemangel und die Spätfolgen der Coronapandemie, die sich unter anderem in zeitweisen Lockdowns in wichtigen Häfen und Metropolen Chinas und den streckenweisen hohen Krankenständen hierzulande zeigten.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sind, nach einem geringfügigen Zuwachs im Vorjahr (+0,4 %), im Verlauf von 2022 zunächst kräftig gestiegen. Angesichts der Rückführung von Infektionsschutzmaßnahmen wurde vor allem in den Bereichen Gastgewerbe sowie Freizeit, Unterhaltung und Kultur mehr ausgegeben. Zum Jahresende bremste dann jedoch der Höhenflug der Verbraucherpreise die Kaufkraft der Haushaltseinkommen verstärkt aus. Auf Jahressicht konnten die privaten Konsumausgaben dennoch preisbereinigt um deutliche 4,3 % zulegen und mit soliden 2,1 Prozentpunkten zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beitragen. Die Konsumausgaben des Staates sind erneut gestiegen. Befördert wurden sie unter anderem durch das Nachholen verschobener medizinischer Behandlungen und die Mehrausgaben für aus der Ukraine geflüchtete Menschen. Der Zuwachs des Staatsverbrauchs fiel aber mit 1,2 % schwächer aus als im Vorjahr (+3,8 %), das stärker durch pandemiebedingte Sonderausgaben geprägt war.

Die Gemengelage aus enormen Preiserhöhungen, andauernden Personal- und Materialengpässen, eingetrübten Ertragsaussichten, weniger günstiger Finanzierungsbedingungen sowie hohen Unsicherheiten belastete das Investitionsklima spürbar. In Fahrzeuge, Maschinen und andere Ausrüstungen wurde angesichts der voranschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Bestrebungen zur Erhöhung der Energieeffizienz zwar mehr investiert. Der preisbereinigte Zuwachs um 3,5 % blieb jedoch etwas hinter dem Anstieg des Vorjahres (+3,3 %) zurück. Die Bauinvestitionen gaben hingegen um 1,7 % nach, da nahezu unveränderten öffentlichen Investitionen spürbare Rückgänge im Wohnungs- und Wirtschaftsbau gegenüberstanden. Insgesamt stagnierten die Bruttoanlageinvestitionen im Wesentlichen, nachdem sie im Vorjahr noch bedeutsam zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen hatten.

Der Außenhandel erholte sich weiter vom pandemiebedingten Konjunktureinbruch des ersten Halbjahres 2020. Die Exporte (+2,9 %) und Importe (+6,0 %) legten zu, wenngleich weniger dynamisch als im Vorjahr (+9,7 % beziehungsweise +9,0 %). Dämpfend wirkten nicht zuletzt die anhaltenden Materialknappheiten der deutschen Industrie, die aufgrund des Ukrainekrieges verhängten Sanktionen und die generell schwächere Weltkonjunktur. Da die Importe - in preisbereinigter Rechnung - angesichts der höheren inländischen Nachfrage nach Konsumgütern und nach Ausrüstungen erheblich stärker expandierten als die Exporte, verminderte der Außenhandel als Ganzes den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes rechnerisch merklich, um 1,2 Prozentpunkte.

Die Lage der öffentlichen Finanzen blieb angespannt. Unter anderem wegen verschiedener Einmalzahlungen zur Abfederung der hohen Energiekosten übertrafen die Ausgaben erneut deutlich die Einnahmen, deren Anstieg auch durch den vorübergehend gewährten staatlichen Tankrabatt vermindert wurde. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit ist aber gegenüber dem Vorjahr auf erhöhtem Niveau zurückgegangen, von 134,3 auf rund 101,3 Mrd. Euro. Die Defizitquote, die den Finanzierungssaldo ins Verhältnis zum kräftig gestiegenen nominalen Bruttoinlandsprodukt setzt, sank von 3,7 % auf 2,6 %. Der Bruttoschuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt dürfte sich von 68,6 % im Vorjahr auf rund 67 % vermindert haben.

Auch am Arbeitsmarkt setzte sich die Erholung vom Krisenjahr 2020 fort. Die Zahl der amtlich registrierten Arbeitslosen ging weiter zurück. Trotz eines zeitweisen Anstiegs, im Zuge der erstmaligen Erfassung ukrainischer Flüchtlinge, gab die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt um etwa 200.000 auf rund 2,4 Mio. nach. Vor diesem Hintergrund sank auch die Arbeitslosenquote nochmals, von 5,7 % im Vorjahr auf 5,3 %. Die Erwerbstätigenzahl erhöhte sich 2022 um knapp 600.000 auf rund 45,6 Mio. Menschen. Sie erreichte damit einen neuen Höchststand.

Die Inflationsrate, gemessen am Verbraucherpreisindex, lag mit 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 erheblich über ihrem Vorjahreswert von 3,1 %. Einen noch höheren Anstieg der Preise für die Lebenshaltung hatte es in der Bundesrepublik zuletzt 1973 mit 7,1 % gegeben. Maßgeblich für die enorme Teuerung waren die Energie- und Nahrungsmittelpreise, die im Zuge des Ukrainekrieges sowie der andauernden Lieferengpässe um außerordentliche 29,7 % und 13,4 % stiegen. Die Verbraucherpreisdynamik war bereits im Januar mit einer Inflationsrate von 4,2 % sehr kräftig. Sie beschleunigte sich angesichts extremer Import- und Erzeugerpreisanstiege weiter und führten im Oktober und November zu Jahreshöchstständen der Inflationsrate von jeweils 8,8 %. Die Gesamtteuerung wäre allerdings noch höher ausgefallen, wenn der Staat nicht durch Entlastungsmaßnahmen gegengesteuert hätte. Zu nennen sind hier beispielsweise das 9-Euro- Ticket und der Tankrabatt, die in den Monaten Juni bis August wirkten, sowie die einmalige Übernahme der Gas- und Wärmerechnungen im Dezember.

Finanzmärkte

Das Jahr 2022 wurde auch an den Finanzmärkten vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geprägt, der am 24. Februar 2022 begann. Der Krieg führte zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen, die sich wiederum global in den höchsten Verbraucherpreisinflationsraten seit mehreren Jahrzehnten niederschlugen. Dabei traf die kriegsbedingte Energie- und Nahrungsmittelinflation auf eine bereits hohe Kerninflation, die den Preisauftrieb ohne diese beiden Faktoren misst. Diese hatte in den USA im Dezember 2021 bereits bei annualisiert 5,5 % gelegen, im Euroraum bei 2,6 %. 2022 stiegen beide Kernraten weiter und erreichten 5,7 beziehungsweise 5,2 %. Verantwortlich hierfür waren anfangs vor allem Angebotsengpässe infolge aufgehobener Coronabeschränkungen weltweit - mit Ausnahme Chinas - und fortbestehende Lieferkettenprobleme infolge eben dieser Beschränkungen. Im Jahresverlauf kamen Zweitrundeneffekte hinzu, als von höheren Kosten betroffene Unternehmen ihre Preise erhöhten.

Weltweit reagierten Notenbanken auf die hohe Inflation mit Zinserhöhungen, also einer restriktiveren Geldpolitik. Während Schwellenländer ihre Leitzinsen teils schon 2021 erhöht hatten - wie etwa Brasilien, das seinen Leitzins bereits 2021 von 2,00 % auf 9,25 % erhöhte -, folgten die Industriestaaten erst 2022. Die US-Notenbank Fed erhöhte ihren Leitzins erstmals im März 2022. Die Europäische Zentralbank (EZB) begann im Juli 2022. Zuvor hatten beide Notenbanken eine stark expansive Geldpolitik mit sehr niedrigen Zinssätzen betrieben. Die Federal Funds Rate lag bei 0,00 bis 0,25 %, die Hauptrefinanzierungsrate der EZB ebenfalls bei 0,00 %. Zum Jahresende 2022 lag der Leitzins der EZB bei 2,50 %, der der Fed bei 4,25 bis 4,50 %.

Die US-Notenbank Fed straffte ihren geldpolitischen Kurs 2022 also deutlich und erhöhte den Leitzins um 425 Basispunkte. Parallel begann sie den Abbau ihrer Bestände an Staats- und anderen staatsähnlichen Anleihen, die sie während der Niedrigzinsphase und der Coronapandemie erworben hatte. Ab Juli verringerte die Notenbank ihre Staatsanleihebestände um monatlich 30 Mrd. Dollar, indem sie fällig werdende Anleihen nicht reinvestierte. Ab September wurden monatlich 60 Mrd. Dollar nicht mehr reinvestiert. Die Fed begegnete mit diesem straffen Kurs auch der Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale, also wechselseitigen Erhöhungen von Löhnen und Preisen. Die Arbeitslosigkeit in den USA hatte 2022 durchgängig zwischen 3,5 und 3,8 % gelegen, nahe der Vollbeschäftigung. Entsprechend gut konnten die Arbeitnehmer verhandeln: Das mittlere wöchentliche Gehalt stieg um 7,3 % und damit stärker als die Verbraucherpreisinflation von 6,5 %. Diese lag damit zugleich über dreimal so hoch wie das Inflationsziel der Notenbank von 2,0 %. Auch zum Ende des Jahres blieb der Inflationsdruck hoch. Die US-Notenbank signalisierte zum Jahresende eine - wenngleich langsamere - Fortsetzung ihres Kurses steigender Leitzinsen.

Zum Jahresbeginn ging die EZB trotz hoher und steigender Inflationsraten noch von einem temporären Inflationsschub aus. In mehreren Schritten beendete sie zuerst ihre Anleihekaufprogramme, die eingeführt worden waren, um die bestehende stark expansive Geldpolitik noch zu verstärken. Im Februar endeten die Zukäufe des pandemiebedingten Anleihekaufprogramms (PEPP) und im Juli die des schon 2014 gestarteten Anleihekaufprogramms APP. Die Leitzinsen blieben daher zunächst noch extrem niedrig. Parallel stieg die Verbraucherpreisinflation im Euroraum im ersten Halbjahr von 5,0 auf 8,6 %. Beginnend mit dem 27. Juli erhöhte die EZB dann auch ihren Leitzins erstmals seit dem Jahr 2011. In fünf Monaten stieg er um 250 Basispunkte auf 2,50 %. Zum Jahresende kündigten EZB-Präsidiumsmitglieder weitere Zinsschritte für das Jahr 2023 an, um die Inflation auf den Zielwert von 2,0 % zurückzuführen.

Parallel zu den Zinserhöhungen änderte die Notenbank nachträglich die Bedingungen der zuvor an Banken ausgereichten Gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (englisch TLTRO). Mit diesen hatte sie unter anderem während der Coronapandemie Kreditinstituten günstige Finanzierungskonditionen angeboten, mit dem Ziel einer Stabilisierung beziehungsweise Erhöhung der Kreditvergabe. Die Änderungen erhöhten den auf diese Geschäfte von den Kreditinstituten zu zahlenden Zins. Die EZB begründete ihre Entscheidung mit dem geänderten Leitzinsumfeld, aber auch mit dem Ziel einer Dämpfung der Kreditvergabe angesichts der hohen Inflation. Zusätzlich bot die EZB zum Jahresende 2022 vorzeitige Rückzahlungen der TLTRO-Kredite an, um deren Volumen zu verringern. Bis Jahresende wurden so 35,2 % der Bestände abgebaut. Auf ihrer letzten Sitzung im Jahr 2022, am 15. Dezember, entschied die EZB zudem, die vollständige Reinvestition ihrer Bestände an Staatsanleihen zu beenden. Ab März 2023 sollen auf diesem Weg Bestände in Höhe von durchschnittlich 15 Mrd. Euro monatlich abgebaut werden. Diese Entscheidung gilt für das Kaufprogramm APP mit einem Volumen von insgesamt 3.258 Mrd. Euro, nicht aber für das Pandemie-Notfallprogramm PEPP. Dessen Anleihen in Höhe von insgesamt 1.684 Mrd. Euro sollen bis mindestens Ende 2024 vollständig reinvestiert werden.

Das vergangene Jahr war auch für die internationalen Anleihemärkte außergewöhnlich. Sorgte Russlands Angriff auf die Ukraine unmittelbar noch für einen Rückgang der Anleiherenditen und damit eine Kurserholung, stiegen die Renditen im weiteren Jahresverlauf deutlich. Die zunehmend straffen Zinsschritte weltweit wichtiger Notenbanken, insbesondere aber in den Industrieländern, bewirkten einen deutlichen Kursverfall. Entsprechend deutlich stiegen die Renditen. Die Renditen begannen ihren Anstieg im März 2022, als die US-Notenbank Fed ihren Kurs änderte und ihre Leitzinsen erstmalig erhöhte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe war am 4. März 2022 zum letzten Mal negativ, bei -0,10 %. Bis zum 20. Juni erhöhte sie sich aufgrund steigender Inflations- und Zinserwartungen auf 1,75 %; die Anstiege anderer Staatsanleihen verliefen ähnlich. Im Sommer beruhigten sich die Renditen zwischenzeitlich und fielen, erneut am Beispiel der zehnjährigen deutschen Anleihe, auf 0,76 % am 1. August zurück. Die Anleger reagierten in dieser Zeit auf die stark negativen Konjunkturprognosen des Sommers, die etwa für Europa eine Gasmangellage mit Energierationierung prognostizierten. Zugleich herrschte auch hinsichtlich der Zins- und Inflationspfade noch größere Unsicherheit, die auch die Marktbewertung von Anleihen erschwerte. Ab Mitte August setzte dann jedoch ein erneuter Aufwärtstrend ein, der von den nun parallelen Zinserhöhungen der großen westlichen Notenbanken geprägt war. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,56 % zum Jahresende. Damit lag die Rendite 274 Basispunkte höher als zu Jahresanfang. Die Rendite der zehnjährigen US-Bundesanleihe stieg 2022 von 1,50 % auf 3,83 %, also um 233 Basispunkte. Neben den Renditen stieg auch die Volatilität an den Anleihemärkten, die insbesondere in der zweiten Jahreshälfte sehr stark auf makroökonomische Daten und die Ankündigungen sowie Kommunikation der Notenbanken Fed und EZB reagierte.

Die europäische Gemeinschaftswährung schwächte sich im Jahresverlauf gegenüber dem Dollar deutlich ab - ausgehend von einem Kurs zum Jahresauftakt von 1,14 Dollar. Insbesondere in den ersten drei Quartalen 2022 wirkten sich die schnelleren Zinserhöhungen der Fed und die erwarteten schweren konjunkturellen Folgen der Energiekrise für Europa durch Russlands Angriffskrieg negativ auf den Wechselkurs des Euro aus. Auch der Status des Dollar als sichere, globale Reservewährung ließ die Gemeinschaftswährung wie viele andere Devisen an Gegenwert verlieren. Im August unterschritt der Euro erstmals seit 2002 die Parität zum US-Dollar. Am 27. September 2022 erreichte er mit einem Wert von 0,96 Dollar sein Minimum. Im 4. Quartal konnte sich der Euro dann jedoch wieder etwas erholen. In diesem Zeitraum nahmen die Schätzungen für die weiteren Zinsschritte der Fed leicht ab, während die für den Euroraum stiegen. Damit verringerte sich der erwartete, zu Ungunsten des Euroraums ausfallende Zinsabstand der großen Währungsräume. Weiterhin profitierte der Euro von rückläufigen Rohstoff- und Energiepreisen sowie einem ungewöhnlich milden Winter, der die Wahrscheinlichkeit einer Gasmangellage deutlich verringerte. Die Gemeinschaftswährung beendete das Jahr 2022 mit einem Gegenwert von 1,07 Dollar, immer noch ein Rückgang von 6,1 % zum Vorjahresendwert.

An den Aktienmärkten begann der DAX das Jahr mit leichten Verlusten, die sich nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine schnell ausweiteten. Nach noch 15.884,86 Punkten zum Jahresauftakt fiel der Deutsche Leitindex bis zum 8. März auf einen zwischenzeitlichen Tiefstand von 12.831,51 Punkten. Zwar konnten die starken Verluste wieder ausgeglichen werden, die Abwärtsbewegung hielt aber an. Am 29. September erreichte der DAX seinen Jahrestiefstand mit 11.975,55 Punkten, ein Rückgang um 24,6 % zum Stand vom Jahresanfang. Dahinter standen die mit dem Krieg verbundenen Preisanstiege bei Rohstoffen und insbesondere Energie, also Erdöl und -gas. Für Erdgas konnte zudem eine Knappheit mit entsprechenden Rationierungen nicht ausgeschlossen werden. Zudem verteuerte die zunehmend weniger expansive Geldpolitik die Refinanzierung der Unternehmen und senkte die Wachstumserwartungen für das laufende und die kommenden Jahre. Der ungewöhnlich warme Winter des 4. Quartals 2022 entschärfte diese Negativszenarien der Konjunktur und Energieversorgung. Da der Energieverbrauch aufgrund des milden Wetters sank und die chinesische Wirtschaft bis spät im Jahr in Corona-Lockdowns verharrte und entsprechend weniger Energie nachfragte, fielen auch die Notierungen der Energiepreise. Damit verbesserten sich die Erwartungen für die europäische Wirtschaft, während auf hohem Niveau rückläufige Inflationsraten in den USA die Erwartung an weitere Leitzinserhöhungen dämpften und damit die Konjunkturerwartungen verbesserten. Zuletzt wandte sich die Volksrepublik China im Dezember 2022 von ihrer Null-Covid-Politik ab, wodurch sich eine wirtschaftliche Öffnung des Landes und damit wieder mehr Absatzchancen für westliche und deutsche Unternehmen im Jahr 2023 abzeichneten. Der DAX konnte sich daher zum Jahresende auf 13.923,59 Punkte erholen, ein Anstieg um 16,3 % zum Tiefststand in September. Auf das Gesamtjahr gerechnet, verlor der DAX allerdings 12,3 % und zeichnete sich wie die globalen Aktien- und Anleihenmärkte durch deutlich gestiegene Volatilität aus. Im internationalen Vergleich entwickelte sich der Deutsche Leitindex damit schlechter als der europäische Index Euro Stoxx 50, der 11,7 % verlor, oder der traditionelle US-Index Dow Jones mit -8,8 %. Der technologielastige Nasdaq verlor hingegen mit 33,1 % deutlich stärker an Wert.

Geschäftsentwicklung 2022 der Kreditgenossenschaften im Verbandsgebiet des Genossenschaftsverbandes - Verband der Regionen e.V.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 gehörten dem GV Verbandsgebiet insgesamt 317 (Vorjahr: 334) Mitgliedsbanken an, zu denen 15 Sonderinstitute zählten.

Die addierte Bilanzsumme aller GV Mitgliedsbanken betrug zum 31.12.2022 insgesamt 585,5 Mrd. Euro, das sind 1,4 % mehr als im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung der Sonderinstitute konnte bei den GV Banken eine Bilanzsummensteigerung von 5,1 % (Vorjahr: +6,6 %) auf 470,0 Mrd. Euro erreicht werden. Die durchschnittliche Bilanzsumme dieser Banken betrug 1,6 Mrd. Euro.

Der Bestand an ausgeliehenen Krediten wuchs 2022 deutlich um 7,6 % auf 310,3 Mrd. EUR (Vorjahr: +8,2 %). Dabei erhöhte sich der Bestand langfristiger Kredite mit einer Laufzeit über fünf Jahren um 7,1 % auf 273,3 Mrd. EUR. Der Bestand der kurz- und mittelfristigen Kredite stieg um 11,5 % auf 36,6 Mrd. EUR (Vorjahr: 32,8 Mrd. EUR). Das gewerbliche Kreditgeschäft wuchs mit 9,2 % stärker als der Privatbereich (+5,6 %). Innerhalb des gewerblichen Kreditgeschäftes lag das Baugewerbe mit einer Wachstumsrate von 15,5 % an der Spitze. Der Dienstleistungsbereich erreichte eine Zuwachsrate von +10,5 %. Die Landwirtschaft hatte mit einem Zuwachs von 0,3 % die geringste Wachstumsrate zu verzeichnen.

Bei den bilanzwirksamen Kundeneinlagen schwächte sich das Wachstum im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr leicht ab. Die Einlagen stiegen um 4,8 % auf 344,7 Mrd. Euro (Vorjahr: +6,0 %). Der Zuwachs der Kundeneinlagen ist unter anderem auf die Liquiditätspräferenz der Kunden zurückzuführen und setzt den Trend zu kurzfristigen Anlagen weiter fort. Das zeigte sich am weiteren, allerdings verlangsamten Anstieg der täglich fälligen Einlagen um +5,3 % oder 13,0 Mrd. EUR auf 255,9 Mrd. EUR.

Nach Angaben des Genossenschaftsverbandes - Verband der Regionen e.V. verbesserte sich das Zinsergebnis der 272 teilnehmenden Banken (ohne Sonderinstitute) im abgelaufenen Jahr um 0,03 %-Punkte auf 1,61 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS). Während der Zinsertrag (einschließlich laufende Erträge aus Wertpapieren, Beteiligungen etc.) um 0,02 %-Punkte stieg, reduzierte sich der Zinsaufwand lediglich um 0,01 %-Punkte. Das Provisionsergebnis fiel um 0,04 %-Punkte auf 0,64 % der dBS. Die Quote des Verwaltungsaufwands sank um 0,03 %-Punkte auf 1,45 % der dBS. Das Betriebsergebnis vor Bewertung betrug im Geschäftsjahr 2022 = 0,89 % der dBS (2021 = 0,82 %). In der Gesamtbetrachtung ergibt sich eine Aufwands-Ertragsrelation (Cost-Income-Ratio) von 62,1 % (2021 = 64,3 %). Das Bewertungsergebnis 2022 bezifferte sich auf -0,60 % der dBS (2021 = -0,05 %). Auf das Kreditgeschäft entfielen dabei -0,05 % (2021 = -0,01 %) und auf das Wertpapiergeschäft -0,54 % der dBS (2021 = -0,04 %). Der Saldo der anderen und außerordentlichen Erträge und Aufwendungen betrug für das abgelaufene Jahr = 0,02 % der dBS (2021 = 0,00 %). Nach gewinnabhängigen Steuern (0,13 % der dBS) sowie ausgeglichenen Zuführungen/Auflösungen zu den Positionen gemäß §§ 340f, 340g HGB (0,00 % der dBS) belief sich der Jahresüberschuss in 2022 auf 0,17 % der dBS (2021 = 0,24 %).

Wirtschaftsentwicklung in der Region

Der Wirtschaft in unserer Region blieb nach dem Abklingen der Corona-Krise kaum Zeit zur Erholung. In Folge des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine sind enorme wirtschaftliche Belastungen, hohe Unsicherheiten und große Risiken entstanden. Durch den Krieg spannte sich die Versorgungslage deutlich an, was zu enormen Preisanstiegen und damit zu erhöhten Kosten der Unternehmen und reduzierter Kaufkraft bei den Verbrauchern führte. Das Konjunkturklima verschlechterte sich in der Folge gemäß einer Umfrage der IHK Nord Westfalen auf das Niveau zum Beginn der Corona-Krise, wobei die Geschäftserwartung in der Herbstumfrage sogar auf ein Allzeittief sank. Im letzten Quartal hellte sich die Stimmung der Unternehmen aufgrund der weniger angespannten Energieversorgungslage und dem stabilen privaten Konsum als konjunkturelle Stütze wieder auf.

Insbesondere die Baubranche, die lange Zeit ein verlässliches Zugpferd der Konjunktur war, litt zunehmend unter den Preisschüben bei Energie und Material sowie den steigenden Finanzierungskosten. Im Handel trübte sich die Stimmung aufgrund der hohen Inflation und dem damit erwarteten rückläufigen privaten Konsum im Laufe des Jahres 2022 ein. Bis zum Jahresende waren allerdings zumindest kurzzeitig Besserungstendenzen erkennbar, da die erwartete Abschwächung des privaten Konsums ausblieb und das Weihnachtsgeschäft positive Impulse setzen konnte. Das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie konnte allerdings in Teilen des Handels noch nicht wieder erreicht werden.

Die Auslandsumsätze der nord-westfälischen Industrie entwickelten sich im abgelaufenen Jahr positiv. Sie lagen mit einem Volumen von 18,7 Mrd. Euro im Zeitraum Januar bis November nominal 17 % über dem Vorjahreswert und auch wieder über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Die Preissteigerungen dämpften allerdings auch hier das reale Ergebnis. So lagen die Exportpreise nach Angaben des Statischen Bundesamtes im November 2022 rund 12 % über dem Vorjahresmonat. Die Investitionsneigung ist im Laufe des Jahres 2022 deutlich gesunken. Zur Bewältigung der Energiekrise hatten zwar knapp die Hälfte der nord-westfälischen Unternehmen Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs umgesetzt, darunter auch investive Maßnahmen. Nach Angabe der Betriebe werden weitere Investitionen allerdings deutlich zurückgefahren. In der Herbstumfrage der IHK gaben fast ein Drittel der Betrieb an, das Investitionsvolumen zu kürzen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen wollte das Volumen zumindest stabil halten.

Die Arbeitslosenquote lag nach statistischen Angaben der Bundesagentur für Arbeit zum Jahresende 2022 im Kreis Warendorf bei 4,8 % und im Kreis Gütersloh bei 4,0 % und damit deutlich unter dem Bundes- (5,4 %) und Landesdurchschnitt (6,9 %). Die Kaufkraft liegt in den Kreisen Warendorf und Gütersloh über dem Landesdurchschnitt. Die Privatverschuldung ist innerhalb des Geschäftsgebietes im bundesdeutschen Vergleich unterdurchschnittlich.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Instituts auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

Betriebsergebnis vor Bewertung (Quote)

Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote)

Personalaufwandsquote

Sachaufwandsquote

Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR

Das Betriebsergebnis vor Bewertung errechnet sich dabei aus der Summe der ordentlichen Erträge (Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss und sonstige betriebliche Erträge bereinigt um betriebswirtschaftlich außerordentliche Positionen) abzüglich des Betriebsaufwands (Verwaltungsaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen, Betriebssteuern). Ausgedrückt als Quote wird das Betriebsergebnis vor Bewertung in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS) gesetzt. Die durchschnittliche Bilanzsumme wird als Mittelwert der einzelnen Monatsscheiben eines Jahres gemäß Zinsergebnisbilanz aus VR-Control ermittelt. Ausgehend vom Betriebsergebnis vor Bewertung lässt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung durch Saldierung mit den Bewertungsergebnissen für Kredite, Wertpapiere und Beteiligungen berechnen. Auch das Betriebsergebnis nach Bewertung lässt sich als Quote in Relation zur dBS ausdrücken. Bei der Berechnung der Personalaufwandsquote und der Sachaufwandsquote wird die Summe der Personalaufwendungen bzw. die Summe des Sachaufwands ins Verhältnis zur dBS gesetzt. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank werden im Kontext unserer Geschäftsaktivitäten und steigender Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als bedeutsamen Leistungsindikator für die Vermögenslage / Kapitalausstattung dient uns die aufsichtsrechtlich festgelegte Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR (CRR - Capital Requirements Regulation). Die Gesamtkapitalquote ermittelt sich als Verhältnis der gewichteten Risikoaktiva (Gesamtrisikobetrag) zu den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln nach Art. 72 CRR.

Für die einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren hat die Bank in ihrer Geschäfts- und Risikostrategie strategische Ziele mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2026 und Ambitionsniveaus definiert.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Daneben haben wir folgende bedeutsame nichtfinanzielle Leistungsindikatoren definiert, die die Entwicklung unserer Bank maßgeblich beeinflussen:

Neukundenquote

Produktnutzungsquote

Die demografische Entwicklung im Geschäftsgebiet und im Kundenbestand der Bank erfordert eine Intensivierung der Neukundenakquisition. Daher bildet die Neukundenquote eine explizite strategische Zielgröße in unserer Geschäfts- und Risikostrategie. Die Neukundengewinnung ist in den Geschäftsfeldstrategien der Bank verankert. Die Kennzahl berechnet sich aus dem Verhältnis der Anzahl neuer Kundenstämme eines Jahres zu der durchschnittlichen Gesamtkundenanzahl.

Die Ausgestaltung unserer Kontomodelle soll den Hausbankgedanken deutlich bei unseren Mitgliedern und Kunden verankern und stärken. Daher hat die Bank die Steigerung der Produktnutzungsquote als strategische Zielgröße definiert. Die Kennzahl wird an der durchschnittlichen Anzahl der durch Bankprodukte abgedeckten Bedarfsfelder je Kundeneinheit gemessen.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die Geschäftsentwicklung verlief im Geschäftsjahr 2022 für die Volksbank eG, gemessen an unserer Zielerreichung in der Wachstumsplanung sowie der Zielerreichung unserer bedeutenden finanziellen Leistungsindikatoren, überwiegend erfolgreich. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen aufgrund der Zinswende und den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges konnten fast alle betriebswirtschaftlichen Ziele der Bank erreicht werden. Die für das Jahr 2022 aufgestellte Planung der bilanziellen Kundenforderungen und auch der Kundeneinlagen wurde deutlich übertroffen.

Die Personalaufwandsquote in Bezug auf die dBS lag mit 0,89 % leicht günstiger als der Planwert in Höhe von 0,90 %. Auch die Sachaufwandsquote bezogen auf die dBS fiel mit 0,54 % leicht günstiger aus als für das Jahr geplant (0,55 %). Mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung (Quote) in Höhe von 0,76 % konnte der Planansatz von 0,64 % für das abgelaufene Jahr deutlich übertroffen werden. Dagegen fiel das Bewertungsergebnis mit einer Quote von -0,53 % erheblich höher als die geplante Quote in Höhe von -0,20 %. Während im Kundenkreditgeschäft ein positiver Saldo bei der Risikovorsorge erzielt werden konnte, ergaben sich bei den Eigenanlagen aufgrund der plötzlichen Zinswende mit historisch einmalig schnellem Zinsanstieg im abgelaufenen Jahr ein Abschreibungsbedarf in Höhe von 15,6 Mio. EUR. In der Konsequenz des unerwartet hohen zinsinduzierten Bewertungsaufwandes hat das Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote) in Höhe von 0,23 % den Planwert von 0,44 % deutlich nicht erreichen können.

Die Neukundenquote als ein wesentlicher nichtfinanzieller Leistungsindikator stieg von 2,1 % im Jahr 2021 auf 2,3 %. Damit ist unsere Prognose einer leichten Steigerung für das Jahr 2022 eingetreten. Bei der Produktnutzungsquote als weiterer wesentlicher nichtfinanzieller Leistungsindikator fiel das Ergebnis des Jahres 2022 geteilt aus. Während im Firmenkundengeschäft die durchschnittliche Produktnutzung von 5,38 auf 5,41 gesteigert werden konnte, reduzierte sich die Anzahl der genutzten Produkte im Privatkundengeschäft von durchschnittlich 6,06 auf 5,99. Die Bank hat für das Geschäftsjahr 2022 einen leichten Anstieg der Produktnutzungsquote prognostiziert. Dies konnte demnach nur im Firmenkundengeschäft erreicht werden.

Bilanzielles Geschäft

Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 2.856.152 2.641.379 214.773 8,1
Außerbilanzielle Geschäfte *) 501.261 439.817 61.444 14,0

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte.

Die Bilanzsumme der Volksbank eG erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 214.773 TEUR (8,1 %) auf 2.856.152 TEUR. Das Wachstum konnte im Wesentlichen durch die positive Entwicklung der Kundenkredite (Wachstum +11,5 %) erreicht werden. Die Refinanzierung des Kreditwachstums erfolgte überwiegend über das Einlagenwachstum. Hier konnte eine Wachstumsraten in Höhe von +6,6 % erzielt werden. Ergänzend wurden langfristige Refinanzierungen bei der genossenschaftlichen Zentralbank in Höhe von 70.000 TEUR aufgenommen.

Aktiva

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 2.123.444 1.903.619 219.826 11,5
Wertpapieranlagen 289.928 312.017 -22.089 -7,1
Forderungen an Kreditinstitute 238.214 198.366 39.848 20,1

Die Kundenforderungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 219.826 TEUR (11,5 %) gestiegen. Dabei konnte insbesondere im Geschäft mit gewerblichen Darlehen wieder eine zweistellige Wachstumsrate (+15,3 %) erzielt werden. Innerhalb des gewerblichen Kreditneugeschäfts hatte die Branche "Grundstücks- und Wohnungswesen" mit einem Anteil von knapp 23 % den größten Beitrag, gefolgt von der Land- und Forstwirtschaft mit einem Anteil von ca. 14 %. Einzelne größere Finanzierungen insbesondere aus der Branche "Grundstücks- und Wohnungswesen" sowie die Finanzierung eines Gesellschafterdarlehens waren maßgeblich für das überplanmäßige Wachstum verantwortlich. Im Privatkundengeschäft konnte dagegen nicht an das Wachstum des Vorjahres angeknüpft werden. Insbesondere ab Mitte des Jahres 2022 reduzierte sich das Neugeschäft aufgrund der hohen Baukosten und der gestiegenen Zinsen deutlich. Zum Jahresende verzeichnete die Bank ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 4,4 %. Die Bank nimmt an der Vermittlungsplattform GenoPace für Baufinanzierungen teil. Im abgelaufenen Jahre wurde ein Gesamtvolumen von ca. 19,7 Mio. EUR über die Plattform akquiriert. Bei den Konsumentenkrediten verfolgte die Bank weiterhin die Strategie einer verstärkten Vermittlung an die Teambank.

Im Jahr 2022 hat die Bank ein Antragsvolumen für ihre Mitglieder und Kunden zur Gewährung von Krediten aus zweckgebundenen öffentlichen Fördermitteln in Höhe von 80,2 Mio. EUR (Vorjahr: 88,5 Mio. EUR) vermittelt. Dabei wurden ca. 48 % der beantragten Mittel für den Wohnungsbau verwendet. Auf die Landwirtschaft entfiel ein Anteil von 25 %. Die restlichen 27 % wurden im gewerblichen Bereich beantragt.

Der Bestand der Wertpapieranlagen ist im Jahr 2022 um 22.089 TEUR auf 289.928 TEUR gesunken. Der Bestandsrückgang ist im Wesentlichen durch die vorwiegend zinsinduzierten Abschreibungen bei den Anleihen und Fonds begründet. Des Weiteren wurden zwei Laufzeitfonds mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 10.070 TEUR im letzten Jahr fällig. Das Volumen wurden vorerst nicht neu in Wertpapieren wieder angelegt. Auch bei den Anleihen hielt sich die Bank spätestens seit Mitte des Jahres deutlich bei Neuinvestitionen zurück. Das Volumen aus fälligen Wertpapieren wurde - insbesondere zur Steuerung der LCR - neu in Wertpapiere der HQLA investiert. Auf weitere Wertpapieranlagen, die ursprünglich für das Jahr 2022 geplant waren, wurde verzichtet und die Liquidität verstärkt bei der genossenschaftlichen Zentralbank angelegt. Aus diesem Grund stiegen die Forderungen an Kreditinstitute um 20,1 % auf 238.214 TEUR.

Passiva

Passivgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 548.389 463.995 84.394 18,2
Kundengelder 2.057.621 1.929.547 128.073 6,6
Spareinlagen 520.624 532.680 -12.056 -2,3
täglich fällige Einlagen 1.463.875 1.390.996 72.879 5,2
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 73.122 5.872 67.250 ***. *

Die bilanziellen Kundeneinlagen wuchsen im Jahr 2022 um 6,6 % und erreichten zum Bilanzstichtag einen Bestand von 2.057.621 TEUR. Damit wurde das geplante Wachstum in Höhe von 2,1 % deutlich übertroffen. Insbesondere seit dem Wegfall der Berechnung von Negativzinsen im Kundengeschäft zur Mitte des Jahres konnten wieder Zuflüsse bei den Einlagen verzeichnet werden. Die Bank ist in der Folge dazu übergegangen, wieder verstärkt Einlagen mit vereinbarter Laufzeit zu vertreiben. Dementsprechend konnte in der Position ein Bestandszuwachs von 67.250 TEUR erzielt werden. Zum Teil wurde das Anlagevolumen aus den Spareinlagen umgeschichtet, was zu einem Rückgang der Sparguthaben führte.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 18,2 % auf 548.389 TEUR. Der Bestandszuwachs ist durch die Aufnahme von Refinanzierungen bei der DZ BANK AG sowie durch die Neuabschlüsse von Förderdarlehen im Kundengeschäft begründet. Im Jahr 2022 wurde ein Teilbetrag von 20,0 Mio. EUR eines im Rahmen des GLRG III abgeschlossenen Refinanzierungsgeschäfts bei der Europäischen Zentralbank vorzeitig zurückgezahlt.

Außerbilanzielles Geschäft

Im außerbilanziellen Geschäft betrugen die Eventualverbindlichkeiten 27.027 TEUR. Damit sanken diese Verbindlichkeiten um 20,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die unwiderruflichen Kreditzusagen sanken um 18,1 % auf 186.448 TEUR. Der Rückgang resultiert aus dem gesunkenen Neugeschäft im zweiten Halbjahr des Jahres 2022 verbunden mit der Auszahlung noch nicht voll valutierter Darlehen aus eigenen Mitteln.

Im Rahmen der Aktiv-/Passivsteuerung von Zinsänderungsrisiken nutzt die Bank derivative Geschäfte in Form von Zinsswaps. Im Berichtsjahr wurden Festzinszahlerswaps mit einem Nominalvolumen über 13.500 TEUR fällig. Im Laufe des Jahres wurden neun neue Festzinszahlerswaps mit einem Nominalvolumen von insgesamt 110.000 TEUR gekauft. Das Gesamtvolumen unserer Swaps stieg damit von 175.500 TEUR auf 272.000 TEUR. Die Swaps wiesen zum Bilanzstichtag einen positiven Marktwert in Höhe von 25.677 TEUR auf.

Dienstleistungs- bzw. Provisionsgeschäft

Der Planansatz für das Provisionsergebnis wurde im abgelaufenen Jahr um 367 TEUR übertroffen. Dies ist insbesondere dem über Plan liegenden Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft und den Erträgen aus dem Zahlungsverkehr geschuldet. Das Provisionsergebnis der Bank stieg von 20.698 TEUR im Jahr 2021 auf 20.875 TEUR im Jahr 2022. Gemessen an der ebenfalls gestiegenen durchschnittlichen Bilanzsumme sank die Quote leicht von 0,78 % auf 0,75 %. Im Vergleich zu den Kreditgenossenschaften im Verbandsgebiet des Genossenschaftsverbandes - Verband der Regionen e.V. zeigt die Volksbank eG sowohl im Vergleich mit allen Banken als auch in der Größenklasse weiterhin ein überdurchschnittliches Ergebnis.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 6.860 7.540 -680 -9,0
Vermittlungserträge 4.054 4.061 -7 -0,2
Erträge aus Zahlungsverkehr 10.033 9.148 885 9,7

Das Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft bildet mit einem Anteil von 30,0 % an den gesamten Provisionserträgen eine wichtige Ertragsstütze der Bank. Das Wertpapiervolumen unserer Mitglieder und Kunden bestehend aus Fonds und Direktanlagen sank im Jahr 2022 um 7,3 % auf 997.615 TEUR. Der geplante Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft wurde mit einer Zielerreichung von 71 % deutlich verfehlt. Der Grund waren überplanmäßige Wertpapierverkäufe. Der geplante Bruttoabsatz im Wertpapiergeschäft wurde mit 178 % Zielerreichung übertroffen. Allerdings gab es aufgrund der Turbulenzen an den Geld- und Kapitalmärkten auch mehr Wertpapierverkäufe als ursprünglich für das Jahr geplant. Gemessen an unserer Bilanzsumme betragen die Fondsbestände unserer Mitglieder und Kunden 25,3 %.

Im Vermittlungsgeschäft mit Bausparverträgen konnte das Neugeschäft gemessen am vermittelten Bausparvolumen gegenüber 2021 um 7,0 % gesteigert werden. Insgesamt wurde im abgelaufenen Jahr eine Bausparsumme in Höhe von 86.732 TEUR vermittelt. Allerdings reduzierte sich die Anzahl der vermittelten Verträge von 1.732 auf 1.542. Der Bestand an Darlehen, die an die Bausparkasse vermittelt wurden, konnte im Berichtsjahr um 7,5 % auf 240.019 TEUR ausgebaut werden.

Bei der Vermittlung von Lebensversicherungen wurde das Neugeschäftsvolumen aus 2021 gemessen an der vermittelten Beitragssumme im abgelaufenen Jahr gehalten. Insgesamt konnten 1.567 neue Verträge mit einem Beitragsvolumen in Höhe von 24.642 TEUR (Vorjahr: 24.533 TEUR) vermittelt werden. Die Vermittlung von Sachversicherungen (inkl. Unfall) blieb im Jahr 2022 gemessen am Neugeschäftsvolumen ebenfalls nahezu konstant.

Der Bestand an vermittelten Konsumenten- und Hypothekendarlehen sank im abgelaufenen Jahr um 2,6 % auf 304.666 TEUR. Während der Bestand der an die Teambank vermittelten Konsumentenkredite um 2.418 TEUR auf 17.283 TEUR stieg, wurde bei den Hypothekendarlehen ein Rückgang von 10.478 TEUR auf 287.383 TEUR verzeichnet, was zum einen auf die gesunkene Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen im zweiten Halbjahr des Jahres und zum anderen auf die Strategie der Bank zurückzuführen ist, Kredite tendenziell aus eigenen Mitteln zu vergeben.

Personal- und Sozialbereich

Zum Ende des Geschäftsjahres betrug der Personalbestand insgesamt 400 Mitarbeiter, davon 247 weiblich und 153 männlich. In der Ausbildung befanden sich davon 23 junge Menschen. Damit reduzierte sich die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr um 16 Personen. Die Personalkostenquote bezogen auf die dBS lag mit einem Wert von 0,89 % leicht günstiger als die geplante Quote von 0,90 %.

Unverändert wurde auch im Geschäftsjahr 2022 das Arbeitsleben in unserer Bank deutlich durch Krisen und Klimapolitik beeinflusst. Die während der Corona-Pandemie gesammelten positiven Erfahrungen und das Bestreben der Bank, die Kostensituation zu optimieren, sorgten in unserem Hause für eine deutliche Ausweitung des "mobilen Arbeitens". Bereits über 50% der Belegschaft können diese Arbeitsform regelmäßig nutzen. Ein weiterer Ausbau der Nutzung sowie neue Arbeitsformen (z. B. Desksharing) sind bereits konzeptionell in Vorbereitung.

Zum Ende des Geschäftsjahres wurden zwei Entwicklungsprogramme erfolgreich beendet. Darin wurde über eine Dauer von zwei Jahren eine ausgewählte Mitarbeitergruppe auf mögliche Managementaufgaben vorbereitet und eine weitere Gruppe junger Nachwuchskräfte in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Damit einhergehend wurde das Beteiligungskonzept der Bank für Fort- und Weiterbildungen im Jahr 2022 modifiziert, um individuelle Entwicklungswege der Mitarbeiter gezielt zu fördern und die Arbeitgeberattraktivität zu erhöhen.

Sonstige wichtige Vorgänge im Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr war geprägt von den Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten, die insbesondere durch die Einleitung der Zinswende durch die Europäische Zentralbank und den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine beeinflusst wurden. Im Jahresverlauf wurde ein historisch einmalig schneller Zinsanstieg beobachtet, der starke Auswirkungen sowohl im Vertrieb als auch in der Steuerung der Bank hatte.

Aufgrund geänderter Zweckbestimmung wurden im Berichtsjahr Wertpapiere aus dem Umlaufvermögen ins Anlagevermögen umgewidmet und darauf das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Wir verweisen auf unsere ausführlichen Darstellungen unter dem Abschnitt "Wertpapiere".

Zum 01.01.2022 hat die Bank ihr Risikotragfähigkeitskonzept vom bisherigen periodischen Going-Concern-Ansatz auf die ökonomische und normative Perspektive gem. RTF-Leitfaden der BaFin vom 24.05.2018 umgestellt. Das ökonomische Risikodeckungspotenzial und die Risiken werden in dem neuen Steuerungskreis barwertig ermittelt.

Im Rahmen der bereits im Jahr 2021 geschlossenen Kooperationen mit benachbarten Sparkassen wurden im Jahr 2022 insgesamt sechs Geschäftsstellen in gemeinsam betriebene SB-Standorte umgewandelt. Die Bank verfolgt damit das Ziel der Optimierung des Geschäftsstellennetzes bei gleichzeitiger Beibehaltung der Präsenz vor Ort.

Im Jahr 2021 wurden auf Vorstandsebene Sondierungsgespräche mit der Volksbank Münsterland Nord eG aufgenommen. Die Gespräche wurden im Jahr 2022 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft fortgeführt und mündeten im Dezember des Jahres in der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit der Absicht einer Verschmelzung der beiden Partnerbanken zu einem Institut. Dies soll im Jahr 2024 rückwirkend auf den 01.01.2024 erfolgen.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 42.751 39.224 3.527 9,0
Provisionsüberschuss 2) 20.875 20.698 176 0,9
Verwaltungsaufwendungen 39.997 43.732 -3.734 -8,5
a) Personalaufwendungen 24.941 27.324 -2.384 -8,7
b) andere Verwaltungsaufwendungen 15.056 16.407 -1.351 -8,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 21.215 15.452 5.764 37,3
Bewertungsergebnis -14.738 1.343 -16.081 ***. *
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 14.846 18.780 -3.934 -20,9
Steueraufwand 5.986 5.047 938 18,6
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 5.000 10.000 -5.000 -50,0
Jahresüberschuss 3.861 3.732 128 3,4

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

Der Zinsüberschuss stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9,0 % auf 42.751 TEUR und lag damit 5.161 TEUR über dem Plan. Im Kundengeschäft erhöhten sich die Zinserträge dabei um 7,7 % auf 40.486 TEUR, während der Zinsaufwand für Kundeneinlagen von 185 TEUR auf 355 TEUR stieg. Durch das Anheben der Leitzinsen und dem damit verbundenen Wegfall von Negativzinsen wurde bei den Forderungen gegenüber Kreditinstituten und den Zinsderivaten ein Zinsertrag von 933 TEUR erzielt. Im Vorjahr war noch ein negativer Zinsertrag in Höhe von 352 TEUR zu verbuchen. Die Erträge aus Beteiligungen lagen 1.427 TEUR über Plan. Grund dafür war eine überplanmäßige Ausschüttung unseres Tochterunternehmens Volksbank Immobilien GmbH. Das Provisionsergebnis konnte im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,9 % auf 20.875 TEUR gesteigert werden. Im Zahlungsverkehr konnten die noch ausstehenden Zustimmungen zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und damit zu den neuen Kontomodellen, die bereits im April 2021 eingeführt wurden, schneller eingeholt werden als geplant. Dadurch stieg der Provisionsüberschuss im Zahlungsverkehr gegenüber dem Vorjahr um 778 TEUR. Im Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäft konnte die Bank nicht ganz an das sehr positive Ergebnis des Jahres 2021 anknüpfen, da der Bruttoabsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4 % geringer ausfiel und die Wertpapierprovisionsspanne um 5 % gegenüber dem Vorjahr sank. Mit einem Überschuss von 6.562 TEUR lag das Ergebnis aber trotzdem 254 TEUR über der Planung. Im Bauspargeschäft wurde das Provisionsziel von 1.067 TEUR mit einer Zielerreichung von 69 % allerdings deutlich verfehlt. Insbesondere bei den Darlehensvermittlungen an die Bausparkasse wurden die erwarteten Volumen aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen nicht erreicht.

Die Personalaufwandsquote reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich von 1,04 % auf 0,89 % (Plan: 0,90 %). Im Vorjahr hatten Sondereffekte bei den Rückstellungen noch für einen erhöhten Personalaufwand gesorgt. Neben den vorgenannten Sondereffekten des Vorjahres führte auch das starke Bilanzsummenwachstum zu einem Rückgang der Personalaufwandsquote. Hierbei wurde eine im Berichtsjahr freiwillig geleistete Inflationsausgleichsprämie, die zum Jahresende 2022 an alle Mitarbeiter ausgezahlt wurde, überkompensiert, sodass die Personalaufwandsquote in etwa auf dem Plannniveau lag. Der Sachaufwand reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.351 TEUR. Höhere Aufwendungen im Bereich der Beiträge und des EDV-Aufwands und der sonstigen Sachaufwendungen wurden durch Einsparungen in anderen Kostenbereichen weitestgehend kompensiert. Des Weiteren wurde der im Jahr 2021 beschlossenen Maßnahmenkatalog zur nachhaltigen Ergebnisverbesserung der Bank weiter konsequent umgesetzt. Die Umbaumaßnahme der Hauptstelle in Ennigerloh wurde planmäßig bereits im Jahr 2021 abgeschlossen, was im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer deutlichen Reduzierung der Instandhaltungsaufwendungen führte. Die Sachaufwandsquote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 0,62 % auf 0,54 % (Plan: 0,55 %).

Infolge der vorgenannten Faktoren stieg das Betriebsergebnis vor Bewertung im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr auf 21.215 TEUR (Vorjahr: 15.452 TEUR), sodass sich unser Leistungsindikator Betriebsergebnis vor Bewertung in Relation zur dBS damit deutlich von 0,59 % auf 0,76 % verbesserte (Plan: 0,64 %). Die Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio), die als Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ermittelt wurde, verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr von 74,3 % auf 66,1 %.

Das Bewertungsergebnis wurde belastet durch die weitestgehend zinsinduzierten Abschreibungen bei den Eigenanlagen der Bank. Per Saldo ergab sich im Jahr 2022 ein negatives Bewertungsergebnis in Höhe von 14.738 TEUR. Dabei entfiel ein positiver Teilbetrag von 875 TEUR auf das Kundenkreditgeschäft und ein negativer Teilbetrag von -15.612 TEUR auf die Bewertung der Wertpapiere. Wesentliche Kreditausfälle aufgrund der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen waren im Jahr 2022 nicht zu verzeichnen. Die Pauschalwertberichtigung für das Kreditportfolio ist nach den Vorgaben gemäß IDW RS BFA 7 bemessen.

Das Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote) als weiterer finanziell bedeutsamer Leistungsindikator betrug im Geschäftsjahr 6.478 TEUR (Vorjahr: 16.795 TEUR). Mit einer Quote von 0,23 % lag das Betriebsergebnis nach Bewertung aufgrund des zuvor beschriebenen Abschreibungsbedarfs im Wertpapierbestand deutlich unter unserem Vorjahrswert (0,64 %) und ebenfalls deutlich unter unserer Planung von 0,44 %. Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit lag im Jahr 2022 um 3.934 TEUR unter dem Vorjahresergebnis. Die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisken nach § 340g HGB stammt aus der Umwidmung von stillen Vorsorgereserven nach § 340f HGB.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bildeten mit einem Anteil von 72,0 % (Vorjahr: 73,1 %) die größte Position auf der Passivseite der Bilanz. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Strukturanteil um 1,1 Prozentpunkte gesunken. Die Kundeneinlagen wurden dominiert von den täglich fälligen Einlagen, die einen Anteil von 71,1 % an den gesamten Kundeneinlagen ausmachten. Im Jahr 2022 wuchs der Bestand dieser Position um 5,2 %. Ein starkes Wachstum hatten auch die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist zu verzeichnen. Im Zuge des Anstiegs der Geld- und Kapitalmarktzinsen hat die Bank den Vertrieb von Festgeldern wieder aufgenommen, was zu dem deutlichen Bestandswachstum führte. Die Durchschnittsverzinsung unserer Kundeneinlagen lag in 2022 bei 0,02 % (Vorjahr: 0,01 %).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bildeten einen Anteil von 19,2 % (Vorjahr: 17,6 %) an der gesamten Passiva. Die Position wuchs im vergangenen Jahr um 18,2 %. Innerhalb der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bildeten die Refinanzierungen für Fördermitteldarlehen mit 72,3 % den größten Anteil. Der Bestand an diesen zweckgebundenen Mitteln stieg im Jahr 2022 um 9,5 %. Im Berichtsjahr wurde ein Teilbetrag von 20,0 Mio. EUR eines ursprünglich über 50,0 Mio. EUR im Rahmen des GLRG III abgeschlossenen Refinanzierungsgeschäfts mit der Europäischen Zentralbank vorzeitig zurückgezahlt. Der verbleibende Bestand an Tendergeschäften betrug zum Jahresende 50,0 Mio. EUR. Mit der DZ BANK AG wurden im Jahresverlauf Globaldarlehen über eine Gesamtsumme von 70,0 Mio. EUR neu abgeschlossen.

Im Berichtsjahr sind die Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen um 20,0 % auf 27,0 Mio. EUR gesunken. Der Rückgang entfällt hauptsächlich auf Garantien für Geschäfte mit Lux Credit und auf Bürgschaften im Kundenauftrag. Die unwiderruflichen Kreditzusagen reduzierten sich um 41,3 Mio. EUR, was auf das rückläufige Kreditneugeschäft im zweiten Halbjahr und die Auszahlung noch nicht vollvalutierter Kredite zurückzuführen ist.

Investitionen

Im Jahr 2022 wurden Investitionen in einer Gesamthöhe von 528 TEUR getätigt. Mit knapp 277 TEUR entfiel etwas mehr als die Hälfte der Investitionen auf die EDV-Ausstattung. Für Geschäftsausstattungen wurden rund 55 TEUR investiert. Weitere 42 TEUR entfielen auf den Neuzugang von Betriebsvorrichtungen (insbesondere Kundenmietfachanlagen). Der Restbetrag ist insbesondere den geringwertigen Wirtschaftsgütern zuzurechnen.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank wird maßgeblich durch das Kundengeschäft bestimmt. Es stellt die Basis unserer Liquiditätsausstattung dar. Des Weiteren unterstützt die bestehende Verbundstruktur die geforderte Diversifikation der Refinanzierungsquellen bzw. des Liquiditätspuffers (hinsichtlich Geschäftspartnern und Emittenten, Produkten, Laufzeiten und Regionen).

Die Bank war jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit nachzukommen. Aufgrund des hohen Anteils von breit gestreuten Kundengeldern und der aus diesem Grund geringen Abhängigkeit von Refinanzierungen am Geld- und Kapitalmarkt, gab es hinsichtlich der Finanz- und Liquiditätslage auch im Jahr 2022 keine Engpässe.

Zur weiteren Diversifikation der Refinanzierungsquellen und der Fälligkeitsstruktur unserer Refinanzierung sowie vor dem Hintergrund der Zinswende wurden im Jahr 2022 insgesamt fünf Refinanzierungsgeschäfte mit der DZ BANK AG abgeschlossen.

Die Kennzahl zur kurzfristigen Liquidität (Liquidity Coverage Ratio - LCR), für die ein Mindestwert von 100% definiert ist, haben wir stets übererfüllt. Zum 31.12.2022 lag die LCR bei 263,8 %, womit unsere hochliquiden Aktiva die zu erwartenden Nettomittelabflüsse der nächsten 30 Tage deutlich überstiegen. Die aufsichtsrechtliche Kennzahl für die strukturelle Liquidität (Net Stable Funding Ratio - NSFR) wurde ebenfalls eingehalten und lag zum Jahresultimo bei 125,1 %. Auch für diese Kennzahl ist ein Mindestwert von 100 % aufsichtsrechtlich vorgegeben.

Aufgrund unserer Liquiditätsplanung und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben gehen wir davon aus, dass auch in den kommenden Jahren mit einer gleichbleibenden Liquiditätslage zu rechnen ist.

c) Vermögenslage

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten nach den CRR stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2021 Veränderung zu 2021
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 229.329 220.618 8.711 3,9
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 238.733 227.687 11.046 4,9
Harte Kernkapitalquote 13,4 % 13,4 %
Kernkapitalquote 13,4 % 13,4 %
Gesamtkapitalquote 14,5 % 14,8 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken um insgesamt 8.711 TEUR gestärkt. Das bilanzielle Eigenkapital hat sich dadurch von 220.618 TEUR auf 229.329 TEUR erhöht.

Die risikogewichteten Aktiva stiegen moderat stärker als die Eigenmittel. Ursächlich dafür war das starke Kreditwachstum. Daher sank die Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR von 14,8 % auf 14,5 %. Wenngleich sich andere Ursachen für den leichten Rückgang verantwortlich zeigten, entspricht die Entwicklung in etwa unseren Erwartungen aus dem Vorjahr. Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung der Eigenmittel nach den CRR sind angemessen.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich im Geschäftsjahr auf 0,14 % (Vorjahr: 0,14 %). Die Eigenkapitalrendite nach Steuern lag bei 0,90 % (Vorjahr: 6,01 %). Der deutliche Rückgang beruht auf dem abschreibungsbedingt gesunkenen Betriebsergebnis nach Bewertung verbunden mit der steuerrechtlichen Nichtanerkennung zinsinduzierter Abschreibungen unter pari bei den Wertpapieren der Eigenanlagen.

Kundenforderungen

Den größten Teil der Aktiva stellten unverändert die Kundenforderungen mit einer Höhe von 2.123.444 TEUR dar. Das entspricht 74,3 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 72,1 %). Struktur und räumlicher Umfang unseres Geschäftsgebietes ermöglichten uns eine ausgewogene branchen- und größenmäßige Streuung unserer Ausleihungen.

Die durch die Vertreterversammlung festgesetzte Kreditgrenze nach § 49 GenG wurde im Berichtszeitraum eingehalten. Auch die Art. 387 bis 404 der CRR zu Großkrediten sowie die Vorgaben des § 15 KWG wurden von der Bank eingehalten.

Unser Kreditportfolio besteht zu 48,9 % (Vorjahr: 49,5 %) aus Forderungen (jeweils Zusage oder höhere Inanspruchnahme) gegenüber Privatkunden und zu 51,1 % (Vorjahr: 50,5 %) aus Forderungen gegenüber gewerblichen Kunden. Die größten Branchen bilden das Grundstücks- und Wohnungswesen mit einem Anteil in Höhe von 13,0 % (Vorjahr: 12,7 %) sowie die Land- und Forstwirtschaft mit einem Anteil von 7,2 % (Vorjahr: 7,2 %). Insgesamt ist die Zusammensetzung des Kreditportfolios granular. 95,6 % der Kreditkunden liegen in der Größenklasse des Risikovolumens bis 500 TEUR (Vorjahr: 95,9 %). Im Gegensatz zum Lagebericht des Vorjahres wird nun auf die Anzahl der Kunden in einer bestimmten Größenklasse abgestellt und nicht mehr auf eine Volumensgröße. Der Anteil der Forderungen an Kunden mit Sitz im Ausland beträgt unverändert 0,3 %.

Wertpapieranlagen

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 76.516 1.400 75.116 ***. *
Liquiditätsreserve 213.412 310.617 -97.205 -31,3

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 71,0 % auf Schuldverschreibungen und festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5) bzw. von 29,0 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6).

Der Wertpapierbestand ist zu 73,6 % (Vorjahr: 99,6 %) der Liquiditätsreserve zugeordnet. Der Anteil hat sich durch die Umwidmung von Wertpapieren ins Anlagevermögen im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich reduziert.

Die Struktur unserer Eigenanlagen orientiert sich an Anlagerichtlinien, welche vom Vorstand festgelegt wurden. Den größten Anteil haben die Bankschuldverschreibungen mit 31,8 %, gefolgt von Staatsanleihen mit 18,2 %.

Im Direktbestand der Anleihen sind zu 99 % festverzinsliche und zu 1 % variabel verzinsliche Wertpapiere von Emittenten mit einem Mindestrating von BBB- enthalten. Davon entfallen 32.036 TEUR auf öffentliche Emittenten, 142.044 TEUR auf Kreditinstitute und 31.724 TEUR auf Nichtbanken. Alle Wertpapiere lauten auf Euro und wurden überwiegend von inländischen Emittenten aufgelegt. Im Direktbestand befindet sich eine Credit-Linked-Note mit einem Buchwert in Höhe von 827 TEUR.

Der Aktivposten 6 beinhaltet Anteile an Investmentfonds in Höhe von 84.124 TEUR, die der Liquiditätsreserve zugeordnet sind. Im Rahmen der Anlagestrategie ist die Bank in einen Mehrmandaten-Spezialfonds sowie weiteren institutionellen Publikumsfonds investiert. Auf den Mehrmandanten-Spezialfonds entfällt ein Anteil von 24,9 % vom gesamten Buchwert. Das Volumen der restlichen Publikumsfonds ist zu einem Anteil von 48,1 % in Rentenfonds investiert. 23,7 % des Volumens entfallen auf Immobilienfonds, die restlichen 28,2 % auf Aktienfonds.

Vom gesamten Wertpapierbestand wurde ein Teilbetrag in Höhe von 76.516 TEUR (Buchwerte) bzw. 74.500 TEUR Nominalvolumen wie Anlagevermögen bewertet und darauf das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Hierbei handelte es sich überwiegend um Wertpapiere, die im Rahmen der Berechnung der Liquiditätskennziffer LCR als hochliquide Aktiva (HQLA) angerechnet werden können. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von 7.008 TEUR vermieden. Da bei den entsprechenden Emittenten keine bonitätsbedingten Risiken erkennbar sind und die Wertpapiere ein stabiles Rating im Investmentgrade zeigen, gehen wir von einer Wertaufholung bis zur Endfälligkeit aus (keine dauerhafte Wertminderung). Die restlichen Wertpapiere sind nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Hierbei ergab sich aufgrund des Anstiegs der Kapitalmarktzinsen im Laufe des Jahres 2022 per Saldo ein Abschreibungsbedarf bei den Anleihen in Höhe von 10.091 TEUR und im Fondsbestand in Höhe von 5.522 TEUR.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Gemessen an unserer ursprünglichen Planung beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses als überwiegend erfolgreich. Die finanziellen Leistungsindikatoren für die Ertragslage zeigten sich mit Ausnahme des Betriebsergebnisses nach Bewertung (Quote) besser als geplant. Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden, setzte sich fort. Im Kreditgeschäft wurde die Wachstumserwartung des Vorjahres deutlich übertroffen. Bei den Kundeneinlagen wurde das prognostizierte Ziel ebenfalls übererfüllt. Trotz des schwierigen Umfelds konnte die Bank erfolgreich agieren und mit dem Jahresüberschuss die Eigenmittel stärken, wobei die Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR mit dem starken Wachstum erwartungsgemäß nicht ganz Schritt halten konnte.

Sowohl die Personalaufwandsquote als auch die Sachaufwandsquote konnten im abgelaufenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr signifikant verbessert werden. Das Zinsergebnis profitierte vom gestiegenen Zinsniveau an den Geld- und Kapitalmärkten. Das Provisionsergebnis liegt ebenfalls über den Erwartungen.

Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus, womit die aufsichtsrechtlichen Anforderungen im Geschäftsjahr eingehalten wurden. Auch unser Leistungsindikator zur Vermögenslage, die Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR, zeigte sich trotz Zinswende und russischem Angriffskrieg in der Entwicklung so, wie im Vorjahr erwartet.

Die Finanzlage und die Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Für die Ausarbeitung unserer Strategie ist der Vorstand verantwortlich. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten aus dem Kundengeschäft und dem Eigenhandel.

Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwertplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren sowie einer Kapitalplanung über mindestens drei Jahre, steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie sowie die Teilstrategien werden im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von der Bank verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategie(über)prüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Wir haben ein funktionierendes System zur Risikofrüherkennung implementiert. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit.

Zum 01.01.2022 hat die Bank das Risikotragfähigkeitskonzept auf die ökonomische und normative Perspektive gemäß ICAAP-Leitfaden vom 24.05.2018 umgestellt. In der ökonomischen Perspektive wird das Risikodeckungspotenzial barwertig ermittelt. Das Risikodeckungspotenzial und die Risiken werden auf monatlicher Basis ermittelt und vierteljährlich an den Vorstand und die Entscheidungsträger berichtet.

Die Risikomessung erfolgt mithilfe geeigneter Value-at-Risk (VaR)-Modelle sowie in Teilen mithilfe nicht komplexer Verfahren.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und -politik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR. Die Inhalte werden mit den Strategien dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Die eingerichteten Verfahren des Risikomanagements gewährleisten eine vorsichtige Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials. Auf dieser Grundlage ist die Risikotragfähigkeit unter den von der Bank definierten Risikoszenarien gegeben. Das Risikocontrolling umfasst ebenfalls die Überwachung der bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren, die im Rahmen der regelmäßigen Erstellung der Risikoberichte, der Ertragsvorschaurechnung und des Vertriebsreportings gemessen und berichtet werden.

Risiken

Im Rahmen der Risikoinventur erfolgen eine Bestandsaufnahme aller Risiken der Bank und deren Bewertung hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Vermögenslage (inkl. der Kapitalausstattung), die Ertragslage und/oder die Liquiditätslage der Bank. Im Ergebnis werden alle Risiken hinsichtlich der zuvor genannten Auswirkungen in "wesentlich" oder "nicht wesentlich" eingestuft. Zur Beurteilung der Wesentlichkeit verschafft sich die Geschäftsleitung einmal im Jahr und ggf. anlassbezogen im Rahmen der Risikoinventur einen Überblick über die Risiken in der Bank.

Für unsere Risikobeurteilung in der ökonomischen Perspektive legen wir bei den zugrunde liegenden Parametern einen Risikohorizont von einem Jahr zu Grunde. Die Risiken werden auf den jeweils aktuellen Auswertungsstichtag bewertet (t0-Betrachtung).

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von einem Jahr nicht vor.

Adressenausfallrisiko

Das Adressenausfallrisiko stellt das Risiko des teilweisen oder vollständigen Ausfalls von Forderungen oder anderen schuldrechtlichen Instrumenten dar. Es beinhaltet das Kreditrisiko, das Emittentenrisiko und das Kontrahentenrisiko (jeweils einschließlich des Länderrisikos).

Das Kreditrisiko reflektiert die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Migration oder der adressbezogenen Spreadveränderung das erwartete Maß übersteigen. Dabei wird in der ökonomischen Perspektive die Veränderung des Vermögenswertes betrachtet, in der normativen Perspektive wird hingegeben ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt.

Das Adressenausfallrisiko stufen wir sowohl im Kundengeschäft als auch im Eigengeschäft (inkl. Beteiligungsrisiko) als betriebswirtschaftlich und aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Grundlage für diese Bewertung sind die in der Risikoinventur festgelegten Wesentlichkeitsgrenzen.

Die strukturelle Zusammensetzung unseres Kreditportfolios im Kundengeschäft sowie der Eigenanlagen wurde bereits im Kapitel zur Vermögenslage dargelegt.

Das Kreditrisikomanagement, d. h. die Steuerung und Kontrolle der Adressenausfallrisiken nach den Grundsätzen und Leitlinien für die Kreditpolitik des Vorstandes, ist in den Bereichen Unternehmenssteuerung und Marktfolge Kredit angesiedelt. Das Kreditrisikomanagement auf Einzelkreditebene erfolgt im Bereich Marktfolge Kredit, wobei die steuerungsrelevanten Daten auf Portfolioebene weitestgehend aus dem Bereich Unternehmenssteuerung zur Verfügung gestellt werden. Daneben sind spezialisierte Mitarbeiter für die intensive Betreuung problembehafteter Engagements sowie die Sicherheitenverwertung und Engagementabwicklung von gekündigten bzw. insolventen Krediten zuständig.

Zur Steuerung des Adressenausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Unser Risikovolumen ist zu einem Anteil von 99,9 % mit den VR-Ratingverfahren klassifiziert. Der Anteil des Risikovolumens, das mit dem Verfahren BVR-I-Rating bewertet wird bzw. ungeratet ist, liegt bei 0,1 %. Die ungerateten Kredite fließen mit Parametern in die Risikobetrachtung der Bank ein, die der Bonitätsnote 3 des BVR-I-Ratings entsprechen. Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizieren und frühzeitige Maßnahmen einleiten.

Die Bank ermittelt mit Hilfe des Moduls Kreditportfoliomodell für Kundengeschäfte (KPM-KG) unter VR-Control einen erwarteten und einen unerwarteten Verlust (Credit-Value-at-Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die aggregierten Blankoanteile in den Risikoklassen bzw. -gruppen des Forderungsbestandes als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Branchenparameter zugrunde liegen. Das Risikomaß CVaR gibt das Schadenspotenzial an, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 % innerhalb von zwölf Monaten nicht überschritten wird. Zur Abbildung des Migrationsrisikos nutzt die Bank bis zur Einführung des neuen barwertigen KPM-KG in VR-Control die Übergangslösung der parcIT mit einem bankindividuell plausibilisierten PD-Shift von 50 %. Die zum 31.12.2022 gemessenen Risiken lasten unser bereitgestelltes Verlustlimit für Adressenausfallrisiken im Kundengeschäft zu 75,5 % aus. Ergänzend zur Risikoberechnung nutzt die Bank Auswertungen, die Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen und Sicherheiten geben. Verlust- bzw. Volumenslimite sowie Steuerungs- und Beobachtungskennzahlen dienen der Initiierung risikosteuernder Maßnahmen (z. B. Anpassung der Kreditvergabegrundsätze im Neugeschäft).

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen abgedeckt. Die Ermittlung der Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierbare Adressenausfallrisiken (Pauschalwertberichtigungen) erfolgt nach den Regeln des IDW RS BFA 7. Dabei haben wir den erwarteten Verlust über einen Zeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien unter Berücksichtigung der internen Steuerungsparameter für Adressenausfallrisiken berücksichtigt

Das Adressenausfallrisiko bei Eigenanlagen des Direktbestandes ermitteln wir im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG). Die Berechnungen basieren auf verschiedenen Marktpartnersegmenten, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen. Wir ermitteln das Risiko mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Bei der Wahl der Risikoparameter wird ein Risikohorizont von 12 Monaten zu Grunde gelegt. Das zur Verfügung gestellte Verlustlimit war zum 31.12.2022 zu 49,0 % ausgelastet. Das Adressenausfallrisiko bei Eigenanlagen im Fondsbestand wird auf Basis von Risikokennzahlen der Fondsgesellschaft mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % berechnet. Zum Stichtag 31.12.2022 war das Risikolimit für den Fondsbestand zu 56,9 % ausgelastet.

Zusätzlich begegnen wir Adressenausfallrisiken in festverzinslichen Wertpapieren dadurch, dass wir Emittentenlimite festgesetzt haben und keine Papiere mit einem Rating schlechter als Investment Grade (BBB- nach der Ratingagentur Standard & Poor's) in den Bestand nehmen. Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten.

Das Beteiligungsrisiko wird als Unterrisikoart der Adressenausfallrisiken gesteuert. Die Risikoposition wird von der Beteiligung am Konzern der DZ BANK AG mit einem Anteil von rund 98% dominiert. Weitere Beteiligungen innerhalb sowie außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe sind in der Höhe von untergeordneter Bedeutung. Sie dienen der Intensivierung von Geschäftsbeziehungen oder betreffen Tochterunternehmen der Bank. Das Beteiligungsrisiko wird über validierte Risikomultiplikatoren auf Basis von historischen Kurszeitreihen berechnet. Dabei werden für Beteiligungen, für die keine Kurszeitreihen vorliegen, geeignete Stellvertreter verwendet. Zum Stichtag 31.12.2022 wurde das zur Verfügung gestellte Verlustlimit zu 79,8 % ausgelastet.

Kontrahentenrisiken bestehen grundsätzlich in Form von Wiedereindeckungsrisiken und Erfüllungsrisiken. Unsere Organisationsanweisungen legen fest, dass die Bank derivative Geschäfte nur mit der DZ BANK AG abschließen darf. Hierfür ist ein entsprechendes Kontrahentenlimit eingeräumt. Die von der Volksbank eG abgeschlossenen Zinsswaps hatten zum Bilanzstichtag einen positiven Marktwert in Höhe von 25,7 Mio. EUR. Devisentermingeschäfte wurden nur im Kundeninteresse mit deckungsgleichen Gegengeschäften abgeschlossen.

Marktpreisrisiken

Das Marktpreisrisiko umfasst das Risiko aus nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder Marktparametern (Zinsstrukturkurve, Aktienkurse, Devisenkurse), in deren Folge sich Abweichungen vom geplanten Ergebnis ergeben. Dabei wird in der ökonomischen Perspektive die Veränderung des Vermögenswertes betrachtet, in der normativen Perspektive wird hingegeben ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt. Im Rahmen des Risikomanagements wird das Marktpreisrisiko unterschieden in das Zinsänderungsrisiko und das Aktienkursrisiko für die wir entsprechende Risikolimite eingerichtet haben.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als betriebswirtschaftlich und aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Die Volksbank eG ist als Kreditinstitut, insbesondere aufgrund von bestehenden Inkongruenzen zwischen ihren aktiven und passiven Festzinspositionen, dem allgemeinen Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Dieser Sachverhalt wird bilanziell im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches berücksichtigt.

Für die Beurteilung des strategischen Zinsbuches wird das Barwertkonzept mit Unterstützung von VR-Control ZINSMANAGEMENT eingesetzt. Die Risiken werden nach der Veränderung des Barwertes des Zinsbuches mit dem Value-at-Risk-Ansatz gemessen. Der Value-at-Risk für das strategische Zinsbuch basiert auf der historischen Simulation mit einem Beobachtungszeitraum seit dem 03.01.2011. Der Risikohorizont deckt dabei Zinsveränderungen in einem Zeitraum von 12 Monaten ab. Das Konfidenzniveau ist mit 99,9 % festgelegt. Für die wesentlichen variablen Positionen verwendet die Bank Ablauffiktionen auf der Grundlage gleitender Durchschnitte, bei deren Ermittlung sowohl das historische Zinsanpassungsverhalten als auch eine zukunftsorientierte Betrachtung und (produkt-) strategische Aspekte einfließen. Das zur Verfügung gestellte Risikolimit war zum Jahresultimo zu 70,0 % ausgelastet.

Für die Quantifizierung der Zinsänderungsrisiken im Fondsbestand nutzt die Bank Risikokennzahlen der Fondsgesellschaft mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Zum Stichtag 31.12.2022 war das Risikolimit für den Fondsbestand zu 62,9 % ausgelastet.

Nach den zum 31.12.2022 gemessenen Zinsänderungsrisiken (einschließlich Kursänderungsrisiken in festverzinslichen Wertpapieren) in der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit werden Zinsveränderungen, die in der Ad-hoc-Betrachtung das aktuelle Marktzinsniveau um einen Prozentpunkt übersteigen, unser vorausberechnetes Ergebnis nach Bewertung um 147 TEUR verbessern. Der geringe Effekt ist dem Umstand geschuldet, dass die Bank bereits in ihrer Prognose von steigenden Zinsen im Jahresverlauf 2023 ausgeht. Das bilanzielle Zinsergebnis sinkt zwar in dem Szenario durch den höheren Zinsaufwand um 1.001 TEUR. Durch den Ad-hoc-Zinsanstieg im Szenario verbessert sich allerdings das Zinsergebnis unserer Festzinszahlerswaps gegenüber dem Planszenario. Zudem ergibt sich im Szenario ein geringerer Abschreibungsbedarf für das in 2023 neu abgeschlossene Anleihevolumen als im Planszenario.

Im Rahmen einer dynamischen Zinsrisikosteuerung auf Gesamtbankebene (Aktiv-/Passiv-Steuerung) setzt die Genossenschaft Zinssicherungsinstrumente ein. Die abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum Bilanzstichtag war keine Rückstellung zu bilden.

Aktienkursrisiko

Das Aktienkursrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als betriebswirtschaftlich wesentlich ein. Aktienkursrisiken geht die Bank ausschließlich über die im Bestand gehaltenen Fonds ein, um eine möglichst hohe Diversifikation zu erreichen. Für die Ermittlung des Risikobetrags nutzt die Bank daher Risikokennzahlen der Fondsgesellschaft mit einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Zum Stichtag 31.12.2022 war das Risikolimit zu 65,5 % ausgelastet.

Währungsrisiko

Zum Bilanzstichtag bestanden keine ungedeckten Währungspositionen in der Bilanz. Unter Einbezug der offenen Fremdwährungspositionen innerhalb der von der Bank gehaltenen Fonds ergibt sich eine offene Währungsposition in Höhe von 18.993 TEUR. Das Risiko aus dieser Position liegt unter der Wesentlichkeitsgrenze der Bank.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungsrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Die Bank bewertet das Zahlungsunfähigkeitsrisiko in der Risikoinventur als wesentlich. Betriebswirtschaftlich stuft sie das Risiko allerdings als gering ein. Unsere Einschätzung zur betriebswirtschaftlichen Relevanz des Risikos basiert auf unserer Liquiditätsplanung und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der Höhe unserer unterhaltenen Bankguthaben. Das Refinanzierungskostenrisiko als preisorientierte Komponente des Refinanzierungsrisikos wurde in der ökonomischen Perspektive als wesentlich bewertet.

Die Berücksichtigung des Risikos im Limitsystem erfolgt über eine Szenarioanalyse im Modul ZINSMANAGEMENT von VR-Control. Dazu erfolgt im ersten Schritt eine Bewertung des Zinsbuches mit der liquiditätsrisikofreien Swap-Zinskurve. Anhand einer historischen Zeitreihe seit 03.01.2011 werden die Spreads zwischen Swap-Zinskurve und Refinanzierungszinskurve der DZ BANK AG je Stützstelle berechnet und jeweils der Spread im 99,9 %-Quantil ermittelt. Anschließend erfolgt die Bewertung des Zinsbuches anhand der um die ermittelten Spreads (99,9 %) erhöhte Swap-Zinskurve. Die Differenz zwischen liquiditätsrisikobehafteter Bewertung und liquiditätsrisikofreier Bewertung bildet das Refinanzierungskostenrisiko. Das zur Verfügung gestellte Risikolimit war zum Jahresultimo zu 31,9 % ausgelastet.

Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator und Steuerungsinstrument. Stresstests für einen Zeitraum von drei Jahren führen wir anhand institutseigener, marktweiter und kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert.

Liquiditätsrisiken werden darüber hinaus von der Bank anhand von Übersichten zu Fälligkeitsstrukturen und Refinanzierungspositionen und über quantitative Vorgaben und Begrenzungen überwacht und gesteuert. Unter anderem erfolgt die Steuerung anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR. Unsere Risikotoleranz haben wir über die Festlegung eines Ambitionsniveaus von 120% für beide Kennzahlen definiert. Die Risikotoleranz wurde im Geschäftsjahr nicht unterschritten.

Zur Begrenzung der potenziellen Abrufrisiken werden Einzellimite und Strukturlimite als ein wesentlicher Baustein eingesetzt.

Für den Fall eines potenziellen Liquiditätsengpasses hat die Bank einen Notfallplan implementiert, deren Umsetzbarkeit regelmäßig überprüft wird.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert.

Wesentliche operationelle Risiken werden jährlich identifiziert und analysiert. Bei der Beurteilung der wesentlichen Ausprägungen berücksichtigt die Bank sowohl historische Erkenntnisse auf Basis einer Ereignisdatenbank, die die eingetretenen Verlustereignisse dokumentiert, als auch potenzielle Ereignisse. Bei der Identifikation und Beurteilung relevanter potenzieller Ereignisse greift die Bank dabei auch auf die in den Erläuterungen der MaRisk genannten Informationsquellen zurück.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "Zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten. Die Auslagerungssteuerung gegenüber dem Rechenzentrum hat die Volksbank eG an das zentrale Auslagerungsmanagement der genossenschaftlichen FinanzGruppe (ZAM eG) ausgelagert.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare, die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten und durch die Verwendung rechtssicherer Verträge z. B. im Auslagerungsmanagement. Versicherbare Gefahrenpotenziale, z. B. Diebstahl- und Betrugsrisiken, haben wir durch Versicherungsverträge in banküblichem Umfang abgeschirmt.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich mittel ein. Einzelne identifizierte Risiken weisen zwar eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit allerdings gepaart mit einem niedrigen Schadenspotenzial auf.

Die Risikomessung erfolgt anhand einer Monte-Carlo-Simulation mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Betrachtungszeitraum von 12 Monaten. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls ORM unter VR-Control. Die zum 31.12.2022 gemessenen Risiken lasten unser Verlustlimit für operationelle Risiken zu 24,1 % aus.

Sonstige Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei potenziellen Geschäfts- und Vertriebsrisiken, dem Reputationsrisiko, den strategischen Risiken, den Produktivitätsrisiken und den Modellrisiken. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen.

Für die ökonomische Perspektive der Risikotragfähigkeit liegen alle sonstigen Risiken unter der von der Bank definierten Wesentlichkeitsschwelle. Die Summe der Risikowerte aller unwesentlichen Risiken wird im Abzugsposten vom Risikodeckungspotenzial berücksichtigt.

In der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden das Kapitalanzugsrisiko und das Geschäfts- und Vertriebsrisiko als wesentlich eingestuft. Beide Risikoarten werden bei den adversen Szenarien in der Kapitalplanung gewürdigt. Darüber hinaus bestehen weitere Vorkehrungen zur Beobachtung und Steuerung beider Risikoarten im Risikomanagement der Bank.

Gesamtbild der Risikolage

Das Jahr 2022 war insbesondere geprägt durch die konjunkturellen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und die durch die EZB vollzogene Zinswende. Die Entwicklungen lösten mehrfach im Jahr bankinterne Frühwarnindikatoren im Risikomanagement aus, die daraufhin analysiert und der weitere Umgang vom Vorstand festgelegt wurde.

Schlagend gewordene Risiken konnten in der ökonomischen Perspektive insbesondere in der deutlich negativen Performance der Risikoklassen Zins und Aktien beobachtet werden. In der normativen Perspektive traten die Risiken im Bewertungsergebnis Wertpapiere ein. Im Jahresverlauf wurden mehrfach anlassbezogene Analysen im Risikomanagement durchgeführt, um die Risikolage der Bank eng zu steuern. Insgesamt ist festzuhalten, dass die Bank die Zinsänderungsrisiken im abgelaufenen Jahr deutlich reduziert hat, was sich insbesondere in der Entwicklung der Zinsrisikokennziffer im EBA Standardtest +200 BP zeigt. Die Reduzierung des Zinsänderungsrisikos wirkt sich auch stabilisierend auf unseren Leistungsindikator Betriebesergebnis vor Bewertung (Quote) aus.

Im Kreditrisiko Kundengeschäft konnten bis Jahresende noch keine erhöhten Kreditrisiken aufgrund der makroökonomischen Lage festgestellt werden, was sich in der ökonomischen Perspektive in relativ konstanten Risikowerten im Limitsystem sowie Steuerungskennzahlen auf Portfolioebene widerspiegelt. Die Durchschnittsbonität im Kundenkreditportfolio - gemessen an der Verlustquote (Expected Loss / Exposure) - sank von 0,93 % im März auf 0,88 % im Dezember des Jahres. Die Risikoquote (Credit Value at Risk / Exposure) als Maß für Klumpenrisiken im Kreditportfolio sank im gleichen Zeitraum von 2,86 % auf 2,53 %. In der normativen Perspektive ergab sich im Jahr 2022 ein positives Bewertungsergebnis für das Kundenkreditgeschäft.

Im Kreditrisiko Eigengeschäft haben sich die Risiken im Direktbestand nicht wesentlich erhöht. Es kam zu keinen Ratingherabstufungen. Die Spreads haben sich insgesamt bis zur Jahresmitte 2022 leicht erhöht, waren aber in der zweiten Jahreshälfte wieder rückläufig. Gleichwohl gab es für einzelne Anleihen unterjährig Spreadausweitungen, die über der von der Bank definierten Warnschwelle lagen. Dies erforderte nach eingehender Prüfung aber nicht das Ergreifen von risikoreduzierenden Maßnahmen. Im Fondsbestand haben sich die bonitätsbezogenen Risiken insbesondere bei Fonds erhöht, die Teile des Vermögens im osteuropäischen Raum investiert haben. Die Entwicklung dieser Fonds wurde im Jahresverlauf eng verfolgt und dem Vorstand berichtet. Die Bank verfolgt in der Strukturierung der Eigenanlage eine strategische Vermögensallokation. Aus strategischen Gesichtspunkten wurde darauf verzichtet, die entsprechenden Positionen aufgrund von operativen Einflüssen aktiv durch Verkäufe zu reduzieren. Allerdings wurde das Volumen von zwei im abgelaufenen Jahr fälligen Laufzeitfonds nicht wie ursprünglich geplant im Segment "Emerging Markets" neu investiert, um nicht zusätzliche Risiken aufzubauen.

Unser Leistungsindikator Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote) berücksichtigt alle vorgenannten mikro- und makroökonomisch bedingten Bonitätsrisiken aus dem Kunden- und dem Eigengeschäft. Beeinträchtigende Risiken für unsere geplante geschäftliche Entwicklung sind derzeit unter Berücksichtigung der Gesamtbankrisikolage aus unserem Leistungsindikator nicht ableitbar.

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit unter den von uns definierten Risikoszenarien gegeben. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht zuletzt aufgrund der Zugehörigkeit zur kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar.

Das Gesamtbank-Risikolimit wurde im Berichtsjahr 2022 stets eingehalten. Die zum 31.12.2022 gemessenen barwertigen Risiken lasteten unser Gesamtbank-Risikolimit zu 63,0 % aus. Die Bank stellt insgesamt 61,0 % des zur Verfügung stehenden barwertigen Vermögens (Risikodeckungspotenzial) für die Unterlegung von Risiken zur Verfügung. Die bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen zur Risikobegrenzung wurden im Geschäftsjahr sowohl quantitativ (CRR/CRD IV, Großkreditbegrenzungen) als auch qualitativ (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) erfüllt. Die Risikotragfähigkeit beurteilt die Bank mit Blick auf die Risikoauslastung und dem Verhältnis von Gesamtbank-Risikolimit zu Risikodeckungspotenzial als zufriedenstellend.

Die Eigenmittelanforderungen hat das Institut jederzeit eingehalten. Zum Stichtag 31.12.2022 belief sich die Gesamtkapitalquote auf 14,5 % und lag damit über der Mindestanforderung, welche zusätzlich zu den Eigenmittelanforderungen nach Art. 92 der Verordnung (EU) 575/2013 (CRR) unter anderem auch den von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Rahmen des bankaufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) angeordneten Kapitalzuschlag beinhaltet, der für unser Haus auf 1,00 % festgelegt wurde.

Die Gesamtbankrisikolage lässt derzeit keine Risiken erkennen, die unseren Leistungsindikator für die Vermögenslage, die Gesamtkapitalquote nach Art. 92 CRR, derart beeinflussen könnten, dass bankaufsichtliche Vorgaben nicht eingehalten würden, oder dass sie unserem geplanten Wachstum entgegenstehen würden.

Unsere weiteren Leistungsindikatoren (finanziell und nichtfinanziell) sind eher von mikroökonomischen Einflussfaktoren geprägt und für das Gesamtbild der Risikolage von untergeordneter Bedeutung.

Chancen

Die Simulationsrechnungen im Rahmen der Ergebnisvorschaurechnungen zeigen, dass die Zinsentwicklung des vergangenen Jahres sowie die erwartete Zinsentwicklung im Planungszeitraum zum Teil belastend auf das Bewertungsergebnis Wertpapiere wirken. Allerdings überwiegen die positiven Effekte im Zinsergebnis, was unter Berücksichtigung der getroffenen Annahmen insgesamt zu steigenden Betriebsergebnissen in den Folgejahren führt. Die Simulation alternativer Zinsszenarien zeigt zusätzliche Chancen bei der Unterstellung einer Linksdrehung der Zinsstrukturkurve. In diesem Szenario ergeben sich für die Jahre 2023 bis 2026 gegenüber unserer Zinsprognose bessere Zins- und Bewertungsergebnisse (Wertpapiere) zwischen 0,1 Mio. EUR und 3,2 Mio. EUR. In der ökonomischen Perspektive zeigt dagegen auf Sicht der nächsten 12 Monate das Szenario fallender Zinsen eine deutlich bessere Performance als unsere Zinsprognose. Drehszenarien führen in dieser Perspektive zu moderat höheren Zinsbuchbarwerten.

Eine Beendigung des russischen Angriffskrieges und eine geringere Inflation könnten darüber hinaus zu einer gesamtwirtschaftlichen Erholung beitragen, die auch die Börsenentwicklung positiv beeinflussen würde. Chancen bestünden dann in einer erhöhten Kreditnachfrage und höheren Wertpapierumsätzen, womit das Betriebsergebnis vor Bewertung verbessert werden könnte.

Im Kundenkreditgeschäft wurden in den vergangenen Jahren die in der Planung angesetzten Werte zur Risikovorsorge in der Regel nicht in voller Höhe gebraucht und sogar zum Teil deutlich unterschritten. Für das Jahr 2023 wurde in der Jahresplanung gleichwohl die statistisch ermittelte Risikovorsorge zuzüglich eines Risikopuffers in Höhe von 10 % berücksichtigt. Hier besteht die Chance, dass die tatsächlichen Kreditausfälle aufgrund der Granularität des Kreditportfolios trotz der andauernden inflationsbedingten Belastungen und der Unsicherheiten aufgrund des russischen Angriffskrieges geringer ausfallen als ursprünglich geplant, was sich entsprechend positiv auf unser Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote) und unsere Eigenmittelzuführungen in der normativen Perspektive und in geringeren Abzügen in Form von Kreditrisikoprämien in der ökonomischen Perspektive auswirken würde.

Mit der sich daraus ergebende Verbesserung der Ertragslage könnten auch die Eigenmittel stärker als geplant dotiert werden, was sich nachlaufend in einer besseren Gesamtkapitalquote widerspiegeln würde.

D. Prognosebericht

Die Prognosen für die Geschäftsentwicklung der Bank basierten zum Planungszeitpunkt auf folgenden wesentlichen Annahmen.

Kennzahl Annahme zur zukünftigen Entwicklung
Bruttoinlandsprodukt 2022: Welt = +3,0 % / Deutschland = +1,1 %
2023: Welt = +1,8 % / Deutschland = -1,9 %
Inflationsrate 2022: Welt = +9,5 % / Deutschland = +8,2 %
2023: Welt = +6,4 % / Deutschland = +6,4 %
Zinserwartung inverse Zinsstruktur bis Mitte 2024 mit Zinsanstiegen insbesondere im kurz- und mittelfristigem Bereich der Zinsstrukturkurve. Bis Ende 2024 Rückkehr zur normalen Zinsstruktur durch Zinsrückgänge im kurz- und mittelfristigem Bereich. Ab Ende 2025 konstante Zinsen bis zum Ende des Planungshorizonts
Aktienmärkte Prognose bis zum 30.06.2023 mit moderat steigenden Indexständen
Immobilienmarkt im Geschäftsgebiet Nachfragerückgang aufgrund steigender Zinsen und weiterhin hoher Baukosten
Sparquote in Deutschland 2022: +9,5 %
2023: +9,8 %
Arbeitsmarkt im Geschäftsgebiet tendenziell weniger Neueinstellungen in naher Zukunft auf Basis der Beurteilung der zukünftigen Beschäftigung aus der IHK-Konjunkturumfrage
Schuldnerquoten im Geschäftsgebiet Es ist davon auszugehen, dass insbesondere durch die Energiekrise bereits ab 2023 wieder ein deutlicher Anstieg der gesamten Verschuldungsquoten eintreten wird.
Wirtschaftsklima Konjunkturklimaindikatoren liegen auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie zuletzt bei Ausbruch der Corona-Pandemie. Über 50 % der befragten Unternehmen erwarten für die nächsten 6 Monate eine Verschlechterung der Lage.

Auf Basis dieser Annahmen haben wir unsere Geschäftsentwicklung für das Folgejahr wie folgt geplant.

Aktivgeschäft, Passivgeschäft und Bilanzsumme

Im Kundenkreditgeschäft gehen wir für 2023 von einem Wachstum in Höhe von 3,6 % aus. Hintergrund für diese Planung ist die Annahme, dass sich die bereits in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2022 rückläufige Kreditnachfrage aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und der weiterhin hohen Inflation zumindest bis Mitte 2023 weiter auf einem niedrigen Niveau halten wird und sich erst danach aufgrund einer anziehenden Konjunktur wieder belebt.

Im Einlagengeschäft rechnet die Bank damit, dass die Sparfähigkeit der Mitglieder und Kunden aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen nur eingeschränkt ist. Das verbleibende Potenzial wird auch weiterhin zu Teilen in das Wertpapiergeschäft und andere Sparformen fließen. Wir planen daher für das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 2,6 %.

Vor dem Hintergrund der dargestellten Entwicklungen im Aktiv- und Passivgeschäft rechnen wir für das folgende Geschäftsjahr mit einer leicht steigenden Bilanzsumme.

Dienstleistungs- und Provisionsgeschäft

Aufgrund der rückläufigen Kreditnachfrage ist auch im Vermittlungsgeschäft für Kredite nur mit einem verhaltenen Wachstum im kommenden Jahr zu rechnen. Die Wachstumsrate für die an die Hypothekenbanken und die R+V vermittelten Darlehen wird daher mit 0,0 % angesetzt. Das Baufinanzierungsgeschäft mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall wies in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten auf. Die Bank geht davon aus, dass sich allerdings auch hier dieser Trend für das Jahr 2023 nicht fortsetzen wird und plant ein Wachstum von 2,0 %. Das für 2023 geplante Neugeschäftsvolumen mit der Bausparkasse im Geschäftsfeld Baufinanzierungen wurde daher gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Mio. EUR reduziert. Für das Vermittlungsgeschäft mit der Teambank und der VR-SmartFinanz wurden daher Wachstumsraten in Höhe von 11,8 % bzw. 10,0 % geplant.

Das klassische Bausparen hat in den vergangenen Jahren aufgrund der niedrigen Habenverzinsung an Attraktivität verloren. Allerdings könnte sich das Neugeschäft in Zukunft wieder beleben, da der eigentliche Zweck des Bausparens - nämlich letztendlich die attraktive Darlehensverzinsung - aufgrund der gestiegenen Baufinanzierungskonditionen wieder stärker in den Fokus der Mitglieder und Kunden geraten könnte. Für das Jahr 2023 wurde das geplante Neugeschäftsvolumen jedoch gegenüber dem Vorjahresplan um 6,0 % reduziert, um der gesunkenen Sparfähigkeit Rechnung zu tragen. Bei der Vermittlung von Personenversicherungen sieht die Bank weiterhin Potenzial in der Sparte betriebliche Altersvorsorge. Im Privatkundengeschäft könnte sich aber wieder die gesunkene Sparfähigkeit negativ auswirken. Daher plant die Bank einen Rückgang des Neugeschäftsvolumens in Höhe von 6,7 % gegenüber der Vorjahresplanung. Das Wertpapierdienstleistungsgeschäft wird im Jahr 2023 durch den Anstieg der Habenverzinsung bei den klassischen Sparformen wieder eine größere Konkurrenz bekommen. Die Bank geht aber davon aus, dass der erfolgreiche Vertrieb der letzten Jahre fortgesetzt werden kann und plant daher für das Jahr 2023 mit einem Absatzvolumen in Höhe von 272,5 Mio. EUR (Vorjahr: 203,6 Mio. EUR). Aufgrund geänderter Provisionsmodelle liegt der daraus zu erwartende Ertrag allerdings nur auf dem Niveau der Vorjahresplanung.

Im Zahlungsverkehr wird für das kommende Jahr mit einer Seitwärtsbewegung gegenüber dem erreichten Provisionsergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres geplant.

Vermögenslage

Die Bank schloss das Geschäftsjahr 2022 mit einer Gesamtkapitalquote in Höhe von 14,5 %. Im Rahmen des Jahresabschlusses 2022 wird die Bank das Eigenkapital durch die Dotierung der Rücklagen und die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) weiter stärken. Mit Feststellung des Jahresabschlusses und dem Beschluss der vorgeschlagene Gewinnverwendung des Jahresüberschusses aus dem Geschäftsjahr 2022 durch die Vertreterversammlung werden sich die Eigenmittel im Sinne des Artikels 72 der CRR um 8,5 Mio. EUR erhöhen. Zur weiteren Stärkung der Eigenmittel wurde bereits im Jahr 2022 beschlossen weitere Geschäftsguthaben zu akquirieren. Damit wirkt die Bank auch möglichen Kapitalabzugsrisiken aufgrund der demografischen Mitgliederstruktur entgegen. Nachdem das Vertriebsziel für das Jahr 2022 verfehlt wurde, sind für das Jahr 2023 verstärkte Vertriebsaktivitäten konzipiert worden, die in den ersten Monaten des Jahres auch schon eine positive Wirkung entfalten konnten. Ziel ist es bis zum Ende des Jahres 2024 die Geschäftsguthaben gegenüber dem Stand per 31.12.2022 um insgesamt 8,0 Mio. EUR zu erhöhen.

Unsere auf den 31.12.2022 aktualisierte Kapitalplanung zeigt, dass die Gesamtkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR bei Eintritt unseres Planszenarios im Jahr 2023 konstant bleibt. Durch den gegenüber den Vorjahren deutlich niedrigeren geplanten Bestandszuwachs bei den Kundenkrediten, erhöht sich auch der Gesamtrisikobetrag aus der Säule I nur leicht. Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen werden im Planszenario im Betrachtungszeitraum eingehalten.

Finanzlage

Auf Basis der geplanten Geschäftsstruktur für das Jahr 2023 hat die Bank eine Liquiditätsplanung erstellt. Im Ergebnis ist aus der Liquiditätsplanung kein Liquiditätsengpass für 2023 erkennbar.

Durch die enge Beobachtung und Steuerung der Liquiditätskennzahlen und dem von uns definierten Ambitionsniveau von 120 % werden die Kennzahlen LCR und NSFR im kommenden Jahr über dem Anforderungsniveau eingehalten. Mit einer Beeinträchtigung der Liquiditätslage ist aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge sowie ausreichend zur Verfügung stehenden Refinanzierungsmöglichkeiten im genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und bei der Europäischen Zentralbank auch im Jahr 2023 nicht zu rechnen.

Ertragslage

Für die Planung der Ertragslage unterstellt die Bank bis Ende 2023 eine inverse Zinsstruktur mit deutlichen Zinsanstiegen im kurz- und mittelfristigen Laufzeitbereich. Auf Basis des zuvor dargestellten geplanten Geschäftsverlaufs im Kredit- und Einlagengeschäft rechnen wir im kommenden Jahr mit einem moderaten Anstieg des Zinsüberschusses. Dabei sinkt der Beitrag aus dem Kundengeschäft aufgrund einer höheren Durchschnittsverzinsung der Kundeneinlagen deutlich um 16 %. Der Beitrag des Eigengeschäfts am Zinsergebnis wird im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Die Gründe liegen in einer deutlich höheren Durchschnittsverzinsung der Bankenforderungen und Anleihen sowie in einem positiven Ergebnisbeitrag der abgeschlossenen Zinsderivate.

Die Hauptertragsquellen im Provisionsergebnis werden auch im kommenden Jahr die Provisionsüberschüsse aus dem Zahlungsverkehr und aus dem Wertpapierdienstleistungsgeschäft sein. Beide Positionen zusammen haben einen Anteil von ca. 75 % am geplanten Provisionsergebnis insgesamt für 2023. Im Vergleich zum Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 plant die Bank mit einem leichten Rückgang des gesamten Provisionsergebnisses.

Im Bereich der Personalkosten wurde die strategische Personalplanung im April des abgelaufenen Geschäftsjahres aktualisiert. Darin wurde der Personalbedarf bis zum Jahr 2024 unter Berücksichtigung der Geschäftsstrategie festgelegt. Die Zielsetzungen aus der strategischen Personalplanung sind in die Planung des Personalaufwands eingeflossen. Der Personalaufwand sinkt in der Planung für das Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr geringfügig. Die Personalaufwandsquote sinkt in dem Zuge ebenfalls von 0,89 % auf 0,83 %.

Die Sachkosten inkl. Abschreibungen auf Sachanlagen steigen im kommenden Jahr in der Planung absolut gesehen um 1,3 Mio. EUR. Hintergrund hierfür sind neben inflationsbedingten Mehrkosten im EDV-Bereich auch steigende Ausgaben für Instandhaltungen im Gebäudebestand. Die Sachaufwandsquote in Bezug auf die dBS steigt in der Planung leicht von 0,54 % auf 0,57 %.

Insgesamt erwarten wir in unserer Planung für 2023 zwar einen Anstieg der ordentlichen Erträge gegenüber dem Vorjahr. Die Mehrerträge werden teilweise durch höhere Sachkosten aufgezehrt. Das Betriebsergebnis vor Bewertung steigt dennoch auf 23,6 Mio. EUR. Auf der Grundlage der erwarteten Erträge und Aufwendungen für das nächste Jahr rechnen wir mit einer Cost-Income-Ratio in Höhe von 63,9 %. Die Quote des Betriebsergebnisses vor Bewertung wird gegenüber dem Ergebnis aus 2022 durch die dargestellten Effekte von 0,76 % auf 0,80 % steigen.

Die Bank erwartet für das Jahr 2023 eine konjunkturelle Abkühlung und damit verbunden höhere Kreditausfälle als sie in den vergangenen Jahren beobachtet wurden. Die Bank setzt in ihrer Planung den erwarteten Verlust aus dem Kreditportfoliomodell abzüglich der erwarteten Auflösungen durch Wiedergesundungen als Erwartungswert an. Für das kommende Jahr wurde zusätzlich ein Risikopuffer in Form einer 10%igen Erhöhung der Ausfallraten eingeplant.

Aus der Bewertung der Wertpapiere werden sich für 2023 bei der von uns unterstellten Zinsentwicklung und bei Berücksichtigung der geplanten Neuabschlüsse voraussichtlich leichte Zuschreibungen bei den Anleihen ergeben. Im Fondsbestand rechnet die Bank damit, dass ca. ein Drittel der in 2022 angefallenen Abschreibungen durch eine positive Performance wieder zugeschrieben werden können. Diese Annahme basiert auf den der Planung zugrunde liegenden Prognose zur Geld- und Kapitalmarktentwicklung sowie den Performance-Indikatoren der Fondsgesellschaft.

Das Betriebsergebnis nach Bewertung (Quote) wird gegenüber 2022 aufgrund des deutlich besseren Bewertungsergebnis Wertpapiere auf 0,70 % steigen.

In der Geschäfts- und Risikostrategie ist die Neukundenakquise in den Geschäftsfeldstrategien der einzelnen Vertriebsteilbanken verankert. Auch der beschlossene Maßnahmenkatalog zur nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage, der einen Umsetzungszeitraum bis Ende 2023 hat, sieht die Intensivierung der Neukundenakquise vor. Wir erwarten daher für die Neukundenquote als weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikator einen leichten Anstieg gegenüber dem Berichtsjahr.

Zur Erreichung der Vertriebsplanung wurde ein Maßnahmenpaket durch das Vertriebsmanagement erstellt. Die Aktivitätensteuerung im Vertriebsmanagement soll sicherstellen, dass die Produktdurchdringung im Kundenbestand steigt. Wir rechnen daher im Jahr 2023 wieder mit leicht steigenden Produktnutzungsquoten.

Die im Zusammenhang mit der prognostizierten Ertragslage stehenden Risiken resultieren insbesondere aus dem Zinsänderungsrisiko bei stark steigenden Zinsen und den Adressenausfallrisiken, die wir bei der Beschreibung des Risikomanagementsystems ausführlich erläutert haben. Wesentliche Risiken werden nach unseren Einschätzungen entstehen, wenn sich die Wirtschaftslage durch eine weitere Verschärfung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine drastisch verschlechtert und dadurch über Plan liegende Kreditrisiken schlagend werden sowie die erwarteten Zuschreibungen im Fondsbuch nicht erfolgen.

Unsere finanziellen Leistungsindikatoren können dadurch beeinträchtigt werden, dass vorübergehend oder ggf. auch andauernd Wertkorrekturen auf unsere Kundenforderungen und auf Eigenanlagen zu machen sind, die auch zu einem entsprechend niedrigeren Vermögensausweis führen können. Zusätzlich kann eine weiterhin hohe Inflation zu ungeplanten Mehrausgaben sowohl auf der Sachkostenebene als auch - über individuelle Gehalts- oder generelle Tarifsteigerungen - auf der Personalkostenebene führen. Bestandsgefährdende Risiken sind hieraus nicht erkennbar.

Wir überprüfen unsere institutsindividuellen Risikofaktoren bzw. -treiber, um bei Bedarf rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

 

Warendorf, 15. Mai 2023

Volksbank eG

Der Vorstand:

Norbert Eickholt

Thomas Schmidt

Martin Weber

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2022

Volksbank eG, Warendorf

Genossenschaftsregisternummer 414 beim Amtsgericht Münster

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 23.377.625,61 101.869
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 91.120.863,73 28.602
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 91.120.863,73 (28.602)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 114.498.489,34 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 170.760.147,79 191.628
b) andere Forderungen 67.453.741,65 238.213.889,44 6.739
4. Forderungen an Kunden 2.123.444.140,17 1.903.619
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 1.045.225.890,15 (941.155)
Kommunalkredite 22.157.343,09 (20.549)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 32.036.175,93 22.233
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 32.036.175,93 (22.233)
bb) von anderen Emittenten 173.767.542,33 205.803.718,26 191.369
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 141.923.845,21 (158.299)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 205.803.718,26 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 84.124.384,59 98.416
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 63.363.299,83 62.971
darunter:
an Kreditinstituten 1.835.211,91 (1.835)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 40.650,00 63.403.949,83 41
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 0,00 (0)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 30.000,00 30
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 7.522.208,26 14.954
darunter: Treuhandkredite 7.522.208,26 (14.954)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 5.097,00 7
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 5.097,00 0
12. Sachanlagen 8.785.081,61 9.718
13. Sonstige Vermögensgegenstände 10.321.405,90 9.186
14. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0
Summe der Aktiva 2.856.152.364,40 2.641.379

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 38.587,04 121
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 548.350.375,58 548.388.962,62 463.875
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 518.690.070,87 530.718
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 1.933.432,27 520.623.503,14 1.961
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.463.875.240,56 1.390.996
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 73.122.200,83 1.536.997.441,39 2.057.620.944,53 5.872
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 7.522.208,26 14.954
darunter: Treuhandkredite 7.522.208,26 (14.954)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.431.016,03 1.350
6. Rechnungsabgrenzungsposten 13.829,56 48
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 415.961,00 284
b) Steuerrückstellungen 1.145.000,00 418
c) andere Rückstellungen 10.285.575,36 11.846.536,36 10.165
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 85.000.000,00 80.000
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 20.839.049,06 20.578
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 50.629.218,62 50.208
cb) andere Ergebnisrücklagen 69.000.000,00 119.629.218,62 66.100
d) Bilanzgewinn 3.860.599,36 144.328.867,04 3.732
Summe der Passiva 2.856.152.364,40 2.641.379
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 27.027.201,58 33.769
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 27.027.201,58 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 186.447.924,77 186.447.924,77 227.762
darunter: Lieferverpflichtungen aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 41.418.492,77 37.231
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 1.355.395,23 42.773.888,00 1.341
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 58.369,16 (411)
2. Zinsaufwendungen 4.893.370,49 37.880.517,51 3.773
darunter: erhaltene negative Zinsen 898.681,60 (1.325)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.907.646,18 1.927
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.603.246,00 2.496
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 1.359.734,29 4.870.626,47 2
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 22.842.540,95 22.608
6. Provisionsaufwendungen 1.967.729,52 20.874.811,43 1.909
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.050.287,10 1.888
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 19.975.927,58 21.811
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.964.919,44 24.940.847,02 5.513
darunter: für Altersversorgung 1.338.262,58 (1.849)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 15.056.394,11 39.997.241,13 16.407
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.428.565,08 1.486
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.566.792,91 595
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 7.617.634,05 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -7.617.634,05 2.743
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 219.884,94 0
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 0,00 -219.884,94 39
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 14.846.124,40 18.780
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.852.585,00 4.888
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 132.940,04 5.985.525,04 159
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 5.000.000,00 10.000
25. Jahresüberschuss 3.860.599,36 3.732
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
3.860.599,36 3.732
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
3.860.599,36 3.732
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 3.860.599,36 3.732

3. Anhang für das Geschäftsjahr 2022

Volksbank eG, Warendorf

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Volksbank eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Bei Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden angewandt:

Barreserve wurde mit dem Nennwert bilanziert; der Bewertung der Sortenbestände liegen die zum 31.12.2022 gültigen Marktkurse zugrunde.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden sowie in anderen Aktivposten enthaltene Forderungen wurden mit dem Nennwert oder den Anschaffungskosten angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst. Bei der Ermittlung der Einzelrisiken haben wir die nachhaltige Schulddienstfähigkeit berücksichtigt, um alle vorhersehbaren Risiken abzudecken und im Bedarfsfall den nach kaufmännisch vorsichtiger Sicherheitenbewertung verbliebenen Blankoanteil der Kundenforderungen wertberichtigt.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft bestehen Pauschalwertberichtigungen und Rückstellungen gemäß IDW RS BFA 7. Diese wurden in Höhe des als Steuerungsgröße im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien in einer vereinfachten Methodik berücksichtigt. Der erwartete Verlust wird auf Basis der Risikoparameter Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote und möglicher Forderungsbetrag bei Ausfall für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenenen Geschäften sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen) geschätzt. Im Hinblick auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist ausreichend Rechnung getragen.

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere wurden nur bei einer voraussichtlichen dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (gemildertes Niederstwertprinzip). Anschaffungskosten über pari wurden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs, jedoch nicht unter den Marktwert am Bilanzstichtag abgeschrieben. Für die AT1-Anleihe als Eigenemission der DZ Bank AG, Frankfurt am Main, wurde der beizulegende Wert mittels eines Bewertungsmodells ermittelt. Dabei wurden die künftigen Zins- und Tilgungszahlungen prognostiziert und mit risiko- und laufzeitadäquaten Zinssätzen auf ihren derzeitigen Barwert abgezinst (Discounted Cashflow-Verfahren). Die verwendeten Diskontierungszinssätze setzen sich aus drei Komponenten zusammen: dem risikofreien Basiszins, dem Zuschlag für das Kreditrisiko (Credit Spread) und dem Zuschlag für das Liquiditätsrisiko (Liquidity Spread). Bei dem risikofreien Basiszins und dem Liquiditätsrisiko handelt es sich um in der Regel am Kapitalmarkt beobachtbare Parameter. Im Falle von AT1-Emissionen werden die Credit Spreads einer Spreadkurve entnommen, die regelmäßig von der Emittentin überprüft und beschlossen werden. Darüber hinaus ergibt sich eine Abhängigkeit des Bewertungsniveaus der AT1-Emission von der harten Kernkapitalquote der Emittentin. Bei der Festlegung des Bewertungsspreads wird das aktuelle Verhältnis der harten Kernkapitalquote zum Trigger der AT1-Anleihe berücksichtigt.

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhtenen oder zusätzliche (andersartige) Risiken oder Chancen aufweisen, wurden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet. Die Bewertung erfolgt zum Niederstwert. Die Notierung an einem aktiven Markt ist gegeben.

Derivative Finanzinstrumente (Swap-, Termin-, Optionsgeschäfte) im Nichthandelsbestand wurden - sofern sie nicht als Sicherungsinstrumente im Rahmen von Bewertungseinheiten oder als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Aktiv/Passiv-Steuerung dienen - nach den Grundsätzen des Imparitäts- und Realisationsprinzips einzeln mit ihrem Marktpreis bewertet. Soweit eine verlässliche Bewertung zum Stichtag aufgrund fehlender Marktpreise nicht möglich war, erfolgte die Bewertung mittels interner Bewertungsmodelle und -methoden mit aktuellen Marktparametern.

Der Umfang derivativer Geschäfte sowie ergänzende Angaben zu ihrer Bewertung sind im Abschnitt D. aufgeführt.

Dienen derivative Finanzinstrumente (Devisenswap- und termingeschäfte) im Nichthandelsbestand der Absicherung von Vermögensgegenständen, Schulden, schwebenden Geschäften oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen, wurden Bewertungseinheiten gebildet, sofern hierfür die erforderlichen Voraussetzungen vorlagen. Die Bewertung dieser derivativen Finanzinstrumente erfolge nach den Vorschriften von § 254 HGB. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der Bewertungseinheiten wurde die Einfrierungsmethode angewandt.

Das Volumen der schwebenden Geschäfte mit abgesicherten Währungsrisiken (Micro-Hedges) beträgt EUR 7.888.086,82. Bei den gebildeten Bewertungseinheiten handelt es sich um perfekte Micro-Hedges. Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente stimmen jeweils in allen relevanten Ausstattungsmerkmalen überein ("Critical Term Match"). Daher haben sich die gegenläufigen Wertänderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko am Bilanzstichtag vollständig ausgeglichen. Aufgrund der übereinstimmenden relevanten Ausstattungsmerkmale erwarten wir auch künftig für die festgelegte Dauer der Sicherungsbeziehung einen vollständigen Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen in Bezug auf das abgesicherte Risiko.

Die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen derivativen Geschäfte werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Bankbuchs nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und von dem positiven Überschuss die Barwerte der Risiko- und Bestandsverwaltungskosten abgezogen. Für einen eventuellen Verpflichtungsüberschuss wird eine Drohverlustrückstellung gebildet. Nach dem Ergebnis der Berechnung zum 31.12.2022 war keine Rückstellung zu bilden.

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert.

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu den Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, bei Gebäuden linear bzw. mit fallenden Staffelsätzen und beim beweglichen Sachanlagevermögen linear bzw. degressiv vorgenommen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter wurden in voller Höhe als Aufwand erfasst bzw. abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 800,00 nicht übersteigen.

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Über die Höhe der passiven Steuerlatenzen hinausgehende aktive latente Steuern wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde, die auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) von 1,80 % (Vorjahr 1,88 %) beruhen. Der Rechnungszinsfuß wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB nach der Vereinfachungsregelung bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Es wurden erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,50 % (Vorjahr 2,50 %) und eine Rentendynamik in Höhe von 2,50 % (Vorjahr 2,50 %) zugrunde gelegt. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt EUR 45.656,00. Wie im Vorjahr sind Verpflichtungen aus Pensionsanwartschaften mittels Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) angesetzt. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert.

Den Rückstellungen für Altersteilzeit liegen ebenfalls versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Die Verpflichtungen werden mittels Anwartschaftsbarwertverfahren angesetzt und mit dem Barwert bilanziert. Der Rechnungszins von 0,59 % (Vorjahr 0,30 %) für Altersteilzeitrückstellungen wurde abhängig von der durchschnittlichen Restlaufzeit des Personalbestandes ermittelt. Es wurden Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %) zugrunde gelegt.

Darüber hinaus wurde für drohende Inanspruchnahmen aus offenen Kreditzusagen bonitätsbeeinträchtigter Kunden Drohverlustrückstellungen gebildet.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der RückAbzinsV abgezinst.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des 31.12.2022 umgerechnet. Für die Umrechnung noch nicht abgewickelter Termingeschäfte wurde der Terminkurs des 31.12.2022 zugrunde gelegt.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Soweit die Restlaufzeit der auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenstände oder Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr betrug oder Anforderungen an eine besondere Deckung vorlagen, wurden Erträge aus der Währungsumrechnung in der Gewinn- und Verlustrechnung vereinnahmt. Die Ergebnisse aus der Währungsumrechnung wurden bei den GuV-Posten berücksichtigt, bei dem die sonstigen Bewertungsergebnisse des umgerechneten Bilanzpostens oder Geschäfts ausgewiesen werden.

Als besonders gedeckt werden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht.

Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungssatzes im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen werden analog zum Ab-/ Aufzinsungseffekte im sonstigen betrieblichen Ergebnis augewiesen.

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2022

Anschaffungs- / Herstellungskosten zu Beginn des Zugänge (a) Zuschreibungen (b) Umbuchungen (a) Abgänge (b) Anschaffungs- / Herstellungskosten am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erwor- 146.213 0 (a) 0 (a) 140.944
bene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 (b) 5.269 (b)
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 32.618.309 0 (a) 0 (a) 31.452.865
0 (b) 1.165.444 (b)
b) Betriebs- und 12.471.626 528.347 (a) 0 (a) 11.940.577
Geschäftsausstattung 0 (b) 1.059.396 (b)
Summe a 45.236.148 528.347 (a) 0 (a) 43.534.386
0 (b) 2.230.109 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Beginn des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Abschreibungen Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
EUR
Zugängen (a) Zuschreibungen (b)
EUR
Umbuchungen (a) Abgängen (b)
EUR
Abschreibungen am Ende des Geschäftsjahres (gesamt)
EUR
Buchwerte Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0 (b) 0 (b) 0 (b)
b) entgeltlich erwor- 139.170 1.946 (a) 0 (a) 0 (a) 135.847 5.097
bene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 (b) 0 (b) 5.269 (b)
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und Gebäude 25.041.403 566.674 (a) 0 (a) 0 (a) 24.459.156 6.993.709
0 (b) 0 (b) 1.148.921 (b)
b) Betriebs- und 10.330.189 859.945 (a) 0 (a) 0 (a) 10.149.204 1.791.373
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 1.040.930 (b)
Summe a 35.510.762 1.428.565 (a) 0 (a) 0 (a) 34.744.207 8.790.179
0 (b) 0 (b) 2.195.120 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
EUR
Veränderungen (saldiert)
EUR
Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR
Forderungen bewertet wie Finanz-Anlagevermögen 0 3.530.100 3.530.100
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.400.000 74.827.445 76.227.445
Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 63.162.451 241.499 63.403.950
Anteile an verbundenen Unternehmen 30.000 0 30.000
Summe b 64.592.451 78.599.044 143.191.495
Summe a und b 109.828.599 151.981.674

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 225.607.271,23 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 7.342.211,32 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 71.055.526,00 (ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen) fällig.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig davon:
EUR börsennotiert
EUR
nicht börsennotiert
EUR
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 205.803.718,26 203.576.867,85 2.226.850,41 76.516.178,68
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 41.022.971,27 0,00 41.022.971,27 0,00

Die Genossenschaft hält Anteile in Höhe von 21,7 % am DEVIF-Fonds Nr. 74 (i. S. § 1 Abs. 10 KAGB). Der Fonds war zum Bilanzstichtag mit 64,3 % in nationalen und internationalen Renten und Rentenfonds und mit 33,8 % in nationalen und internationalen Aktien und Aktienfonds investiert. Der Restanteil bestand aus liquiden Mitteln. Der auf unser Haus entfallende Anteilswert des Fonds betrug EUR 21.829.563,12 (i. S. §§ 168, 278 KAGB). Im Berichtjahr erhielt die Bank eine Ausschüttung in Höhe von EUR 610.788,00. Es bestehen keine Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit der Anteile.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens sind nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet worden. Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung liegen nicht vor, da diese Wertpapiere weiterhin ein stabiles Rating im Investment Grade ausweisen und zum Bilanzstichtag keine Bonitätsrisiken der Emittenten erkennbar waren. Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 76.227.445,06, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 69.219.488,60. Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennezichnet.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Bank ist mit 1,68 % an der WGZ 2. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Düsseldorf beteiligt. Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Jahresüberschuss der Kommanditgesellschaft EUR 87.179.501,42. Die Kapitalanteile der Kommanditisten beliefen sich auf EUR 3.549.641.798,89. Außerdem ist die Bank mit < 0,01 % direkt an der DZ BANK AG beteiligt. Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Jahresüberschuss in Mio. EUR 380. Das Eigenkapital der DZ BANK AG belief sich auf Mio. EUR 10.638. Die übrigen Beteiligungen sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bank von untergeordneter Bedeutung, sodass auf die Angabe gemäß § 286 Abs. 3 HGB verzichtet wurde.

Mit der Volksbank Immobilien GmbH, Oelde, besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil das Tochterunternehmen für die Verpflichtungen der Bank, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung ist.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0,00 0,00 238.094.416,99 198.293.396,55
Forderungen an Kunden (A 4) 121,25 166,04 0,00 0,00
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0,00 0,00 92.668.857,93 96.710.387,80

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden und betreffen ausschließlich Forderungen an Kunden (A 4).

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 6.197.160,24 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 1.791.373,00 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2022
EUR
Forderungen an Pensionskassen 3.530.100,00
Provisionsforderungen 2.781.613,18
Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen 2.518.808,49

Aktive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei der Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde. Den insgesamt unwesentlichen passiven Steuerlatenzen stehen höhere aktive Steuerlatenzen insbesondere aus der Bewertung der Forderungen an Kunden gegenüber. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgte mit einem Steuersatz von 30,7 %.

Nachrangige Vermögensgegenstände

In den folgenden Posten und Unterposten der Aktivseite sind nachrangige Vermögensgegenstände enthalten:

Posten/Unterposten Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Aktiva 4 412.931,13 832.386,73
Aktiva 5 7.546.757,53 2.827.586,30
Aktiva 13 3.530.100,00 0,00

Die Forderungen an Kunden beinhalten EUR 412.931,13 Weiterleitungskredite der KfW mit 100%iger Haftungsfreistellung.

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 8.098.365,51 enthalten. Davon entfallen 419,26 EUR auf Sortenbestände.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Für die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen gelten die folgende Restlaufzeiten (ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen und Guthaben aus Bausparverträgen):

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 40.000.000,00 0,00 20.000.000,00 0
Forderungen an Kunden (A 4) 76.739.936,45 155.633.998,24 625.079.644,96 1.258.479.168,20

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Für die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gelten die folgende Restlaufzeiten (ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen):

bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 58.365.608,49 25.782.740,91 143.553.842,76 320.659.033,80
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 0,00 591.067,10 1.342.365,17 0,00
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 26.060.250,85 30.803.127,42 16.156.941,56 8.835,01

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 498.990.431,11 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Verbindlichkeiten ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden und betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute (P 1).

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2022
EUR
Steuerverbindlichkeiten 751.174,48
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 569.424,55

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von EUR 13.354,18 (Vorjahr EUR 46.741,48) enthalten.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0,00 0,00 498.990.782,45 394.663.234,78
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 887.899,22 1.094.043,24 0,00 0,00

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen mit gut der Hälfte den Personalbereich und zu rund einem fünftel das Kreditgeschäft.

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 20.221.908,85
b) der ausscheidenden Mitglieder 603.790,21
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 13.350,00
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 806,69

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage
EUR
andere Ergebnisrücklagen
EUR
Stand 01.01.2022 50.207.535,97 66.100.000,00
Einstellungen aus Bilanzgewinn des Vorjahres 421.682,65 2.900.000,00
Stand 31.12.2022 50.629.218,62 69.000.000,00

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die unter dem Bilanzstrich (Posten 1b) und 2c)) ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen breit gestreute Bürgschafts- und Gewährleistungsverträge für bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden. Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Sie unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung von Risiken gewährleisten. Die ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die künftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen werden. Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind durch Rückstellungen gedeckt. Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierbare Risiken wurden Rückstellungen nach IDW RS BFA 7 gebildet.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank aus dem Fördermittelkreditgeschäft sind EUR 396.350.139,86 durch eine Globlazession der korrespondierenden Kundenforderungen gesichert. Weitere Verbindlichkeiten von EUR 49.789,76 sind durch die Übertragung von korrespondierenden Kundenforderungen gesichert und entfallen auf die Investitionsbank des Landes Brandenburg. Verbindlichkeiten gegenüber der Deutschen Bundesbank in Höhe von EUR 49.310.154,71 sind durch Verpfändung von Wertpapieren gesichert.

Fremdwährungsposten

In den Schulden sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 8.097.946,26, und in den unter dem Strich vermerkten Eventualverbindlichkeiten im Gegenwert von EUR 8.722.503,16 enthalten.

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte des Nichthandelsbestands, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, dargestellt. Sie umfasst auch die in Bewertungseinheiten einbezogenen Derivate.

(Angaben in TEUR):

Nominalbetrag Restlaufzeit beizulegender Zeitwert
<= 1 Jahr 1-5 Jahre >5 Jahre Summe negativ positiv
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Zins-Swap (gleiche Währung) 12.000 115.000 145.000 272.000 0 25.677
Währungsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Devisentermingeschäfte 15.766 0 0 15.766 229 239
Aktien-/Indexbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Aktien-/Index-Swaps 0 19 0 19 0 0

Die Zinsswaps des Nichthandelsbestands sind mit ihrem Barwert zum Bilanzstichtag angegeben. Dabei haben wir die variablen Zinszahlungsströme mit Forward Rates - abgeleitet aus der aktuellen Zinsstrukturkurve - berechnet und diese - ebenso wie die fixen Zinszahlungsströme - mit der Swapkurve diskontiert. Die auf den Zeitraum vom jeweils letzten Zinstermin bis zum Bilanzstichtag entfallenden und im Jahresabschluss bereits berücksichtigten Zinsen sind im beizulegenden Zeitwert der Zinsswaps enthalten.

Die Zinsderivate wurden ausschließlich als Sicherungsinstrument im Rahmen der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv-/Passiv-Steuerung) abgeschlossen.

Die Devisentermingeschäfte betreffen Kundengeschäfte, für die jeweils in gleicher Höhe fristenkongruente Gegengeschäfte mit unserer genossenschaftlichen Zentralbank bestehen.

Den beizulegenden Zeitwert der Devisentermingeschäfte des Nichthandelsbestands haben wir aus den Barwerten der gegenläufigen Zahlungsströme (in Fremdwährungen und in Euro) unter Anwendung der Zinsstrukturkurve der jeweiligen Währung ermittelt.

Börsengehandelten aktien- und indexbezogenen Optionen wurden mit dem Börsenpreis bewertet. Der beizulegende Zeitwert ist Null, da eine Saldierung mit Kundengeschäften erfolgt.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind in den Zinserträgen in Höhe von EUR 58.369,16 (Reduktion des Zinsertrags) bzw. in den Zinsaufwendungen aus Passivgeschäften in Höhe von EUR 898.681,60 (Reduktion des Zinsaufwands) enthalten.

Die für das Geschäftsjahr ermittelten Aufzinsungseffekte für Zinsrückstellungen aus Zinsprodukten werden unter den Zinsaufwendungen mit EUR 2.051,00 erfasst.

Provisionserträge

Für Dritte erbrachte Dienstleistungen, die für die Geschäftstätigkeit von wesentlicher Bedeutung sind, werden im Zahlungsverkehrs- und Wertpapierdienstleistungsgeschäft erbracht.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 9.608,40 (Vorjahr EUR 0,00) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 30.497,62 (Vorjahr EUR 24.991,47) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 1.674.738,65 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 185.757,29 enthalten.

Die Steuern von Einkommen und Ertrag entfallen auf den Überschuss der normalen Geschäftstätigkeit.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Bezüge von ehemaligen Vorständen beliefen sich auf EUR 4.393,80.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2022 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 96.353,00.

Im Geschäftsjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats EUR 52.657,26.

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 606.905,42 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 1.391.276,18.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 45.656,00, diesem stehen ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüber.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Höhe von insgesamt EUR 5.839.795,00 und betreffen Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund). Ferner besteht gemäß § 7 der Beitrags- und Verpflichtungserklärung zum institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH (BVR-ISG) eine Beitragsgarantie gegenüber der BVR-ISG. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Aus der Übertragung von Pensionsverpflichtungen auf einen Pensionsfonds besteht die Verpflichtung Nachschüsse zu leisten, sofern das dem Pensionsfonds zur Verfügung gestellte Deckungsvermögen keine ausreichende Rendite erzielt. Der Fehlbetrag gemäß Art. 28 EGHGB Abs. 2 aus nicht bilanzierten Pensionsverpflichtungen aus mittelbaren Verpflichtungen beläuft sich auf EUR 2.176.473,00.

Personalstatistik

Die Zahl der 2022 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 22 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 226 136
Gewerbliche Mitarbeiter 0 3
248 139

Außerdem wurden durchschnittlich 19 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der Mitglieder Anzahl der Geschäftsanteile Haftsummen
EUR
Anfang 2022 57.220 149.082 28.610.000,00
Zugang 2022 1.482 9.236 0,00
Abgang * 2022 1.485 4.504 28.610.000,00
Ende 2022 57.217 153.814 0,00
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 552.936,28
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermindert um EUR 28.610.000,00
Höhe eines Geschäftsanteils EUR 150,00

* Gemäß Vertreterversamlmung vom 27.10.2020 wurde die Nachschusspflicht für Mitglieder in der Satzung augeschlossen.

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Ludwig-Erhard-Allee 20

40227 Düsseldorf

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf

Eickholt, Norbert, Bankvorstand für den Marktbereich

Weber, Martin, Bankvorstand für den Marktbereich

Schmidt, Thomas, Bankvorstand für den Marktfolgebereich

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf

Holterdorf, Dirk, - Vorsitzender - , geschäftsführender Gesellschafter der E. Holterdorf GmbH & Co. KG

Budt, Christian, - stellvertretender Vorsitzender - , Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

Claas, Stephanie, Kauffrau

Gerbaulet, Dietmar, Studiendirektor i. R. , (bis 30.5.2022)

Hagenkötter, Bertram, Praktischer Betriebswirt

Mensing, Karsten, Geschäftsbereichsleiter Zentrale Dienste Landwirtschaftskammer

Plenge, Udo, Betriebswirt / Mitgesellschafter der Plenge GmbH & Co. KG

Schaaf, Armin, selbstständiger Management-Trainer

Schröder, Robert, Dipl.Ing. / selbstständiger Dachdeckermeister

Spengler, Matthias, selbstständiger Rechtsanwalt und Notar

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 3.860.599,36 wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 2,00 % 405.211,91
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 455.387,45
b) Andere Ergebnisrücklagen 3.000.000,00
3.860.599,36

 

Warendorf, 15. Mai 2023

Volksbank eG

Norbert Eickholt

Thomas Schmidt

Martin Weber

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volksbank eG, Warendorf

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volksbank eG, Warendorf (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

1. Bewertung Kundenforderungen

2. Verändertes Marktzinsumfeld und Auswirkungen auf den Jahresabschluss

Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

Zu 1. Bewertung Kundenforderungen

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Genossenschaft ist hauptsächlich im Kundenkreditgeschäft tätig. Eine mögliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit von Kreditnehmern kann Auswirkungen auf die Höhe der zu bildenden Einzelwertberichtigungen bzw. Abschreibungen haben. Hieraus können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere auf die Ertragslage der Genossenschaft ergeben. Im Rahmen der Rechnungslegung ist zur Bewertung der Forderungen neben der Bonitätsbeurteilung in der Regel die Nutzung geschätzter Werte für gestellte Sicherheiten erforderlich. Da die hiermit verbundenen Einschätzungen einen bedeutsamen Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Einzelwertberichtigungen und Abschreibungen haben, und diese insofern mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, haben wir die Bewertung der Kundenforderungen als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt eingestuft.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit und Wirksamkeit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft zur Beurteilung der Risikoklassifizierung und deren Überwachung, zur Sicherheitenbewertung sowie zur Risikovorsorge beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir uns von der regelmäßigen Überprüfung der Angemessenheit der Schätzannahmen durch die Genossenschaft überzeugt.

Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Kundenforderungen einschließlich der Sicherheiten auf Basis risikoorientiert ausgewählter Einzelfälle beurteilt und mit den Einschätzungen der Genossenschaft abgeglichen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Zur Bewertung der Forderungen an Kunden verweisen wir auf den Abschnitt B. des Anhangs des Jahresabschlusses.

Zu 2. Verändertes Marktzinsumfeld und Auswirkungen auf den Jahresabschluss

a) Sachverhalt und Problemstellung

Die im Geschäftsjahr gestiegenen Marktzinsen haben insbesondere Auswirkungen auf die künftige Zinsmarge der Genossenschaft sowie auf die Marktpreise der Wertpapiere.

Mit den Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden, den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren auf der Aktivseite und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden auf der Passivseite gehören wesentliche Teile der Bilanz sowie die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossene Zinsderivate zu den Finanzinstrumenten des Zinsbuchs der Bank.

Die Finanzinstrumente des Zinsbuchs sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Bankbuchs nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. von der Genossenschaft verlustfrei zu bewerten. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, die unter den anderen Rückstellungen auszuweisen wäre.

Sowohl dem Ansatz und der Folgebewertung von Rückstellungen als auch der Beurteilung einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung bei Wertpapieren des Anlagevermögens einschließlich der hierbei zugrundeliegenden Annahmen und Parameter liegen in einem hohem Ausmaß Einschätzungen und Annahmen und Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass wesentliche Annahmen und Parameter nicht sachgerecht berücksichtigt werden bzw. Ermessenspielräume nicht sachgerecht genutzt werden. Daher waren diese Sachverhalte für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und waren aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir uns unter anderem mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Parametern sowie der Abgrenzung des Bankbuchs auseinandergesetzt. Schwerpunkt war die Würdigung der Annahmen zur Schätzung der direkt aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs resultierenden Provisionserträgen, der zugrundeliegenden Kostenannahmen, insbesondere im Bereich der Verwaltungskosten, der Standard-Risikokosten im Eigen- und Kundengeschäft sowie der zugrundeliegenden Annahmen für Geschäfte mit unbestimmter Zins- bzw. Kapitalbindung. Des Weiteren haben wir die zutreffende Ableitung der laufzeitadäquaten Zinssätze aus Marktdaten nachvollzogen und haben uns von der Kongruenz der verwendeten Methoden, Steuerungsinstrumenten und Parametern zur internen Risikosteuerung überzeugt.

Das Berechnungsschema der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir anhand der einfließenden wesentlichen Annahmen und Parameter einschließlich der Diskontierung nachvollzogen und plausibilisiert. Dabei haben wir bestimmte von den gesetzlichen Vertretern angewandte Annahmen und Parameter einer Einzelfallprüfung unterzogen.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir weiter die Bestände an Wertpapieren analysiert, deren Bewertungen mit erhöhter Ermessensentscheidung behaftet sind. Wir haben uns ein Verständnis darüber verschafft, wie die gesetzlichen Vertreter die für Schätzwerte relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Annahmen und Datenquellen, identifiziert haben. Anhand ausgewählter Einzelfälle haben wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Ermessensentscheidungen und genutzten Bewertungswahlrechte risikoorientiert im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nachvollzogen. Die Zulässigkeit von Umwidmungen in das Finanzanlagevermögen haben wir unter Einbeziehung des IDW RH 1.014 beurteilt. Bei Verzicht auf Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei Wertpapieren des Anlagevermögens haben wir beurteilt, ob die Wertminderung lediglich von vorübergehender Natur ist.

c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, Forderungen und Wertpapieren sind im Anhang des Jahresabschlusses im Abschnitt "B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden" enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen betreffen den Jahresbericht 2022.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Prüfung der Aufstellung der Beträge der Abzugsposten für Zwecke der Antragstellung nach § 16j Abs. 2 Satz 2 FinDAG

- Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäfts gemäß § 89 Abs. 1 Satz 1 und 2 WpHG

- Prüfung der Meldungen für die 3. Serie gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte des Eurosystems (GLRG-III)

- Schulung der Aufsichtsräte zu aktuellen prüfungsrelevanten Themenstellungen

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Christian Friedrich.

 

Düsseldorf, 15. Mai 2023

Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V.

Ludwig Lippes, Wirtschaftsprüfer

Christian Friedrich, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 23.05.2023 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2022 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 3.860.599,36 wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

Bericht des Aufsichtsrates

Volksbank eG, Warendorf

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Der vorliegende Jahresabschluss 2022 mit Lagebericht wurde Genossenschaftsverband - Verband der Regionen e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2022 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

 

Warendorf, 15. Mai 2023

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Dirk Holterdorf

Volksbank eG, Warendorf

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2022 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die Volksbank eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Volksbank eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die Volksbank eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 TEUR 65.676.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 304,7.

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 14.846.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 5.853 und betreffen laufende Steuern.

Die Volksbank eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

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Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
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Organisationen an dieser Adresse

2 nahegelegene Organisationen

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