Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
PIKATRON GmbH
Raiffeisenstraße 10, 61250 Usingen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Florian Dr. Klug seit 14.1.2025 | Prokura |
Matthias Dr. Staab seit 13.5.2020 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Identifizierte Personen (14)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 27.47% | |
W******** K**** | 15.45% |
| 14.59% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
13 Gesellschafter
GmbH-Struktur
5 von 13 angezeigt
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
PIKATRON GmbHUsingenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht Geschäftsjahr 2023der Pikatron GmbH, UsingenGeschäft und Rahmenbedingungen Unternehmensstruktur und Geschäftstätigkeit Unternehmensstrategie und Unternehmenssteuerung Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung Wesentliche Ereignisse für den Geschäftsverlauf Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf Gesamtaussage der Geschäftsführung zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Umsatz- und Ertragsentwicklung Vermögens- und Finanzlage Finanzmanagement Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter Forschung & Entwicklung Produktion und Supply-Chain-Management Einkauf- und Lieferantenmanagement Vertrieb und Marketing Corporate Social Responsibility (CSR) Nachhaltigkeit Risiko- und Chancenbericht Risikostrategie und Risikopolitik Risikomanagementsystem Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess Wesentliche Risiken Chancenbericht Beurteilung des Gesamtrisikos durch die Geschäftsführung Prognosebericht Voraussichtliche gesamtwirtschaftliche Entwicklung Künftige Entwicklung der Pikatron GmbH Gesamtaussage der Geschäftsführung zur voraussichtlichen Entwicklung Geschäft und Rahmenbedingungen Unternehmensstruktur und Geschäftstätigkeit Die Pikatron Gruppe wurde 1974 in Usingen gegründet und ist einer der führenden deutschen Hersteller im Bereich kundenspezifischer Leistungselektronik - von Wickelgütern über elektromagnetische Baugruppen bis hin zu speziellen Stromversorgungen und Antriebssystemen. Wir entwickeln und fertigen an insgesamt fünf Standorten im Inland (Pikatron GmbH) und einem Standort in Tschechien (Pikatron CZ s.r.o.) kundenspezifische Transformatoren, Schaltnetzteilwandler, Drosseln, Übertrager, Antennen, magnetische Sensorsysteme, EMV-Filter, Frequenzumrichter, Antriebssysteme, Hochspannungsquellen, Stromquellen, Leistungsquellen und vieles mehr. Wir bieten unseren Kunden neben hoher Qualität auch größtmöglichen Nutzen durch flexible Reaktion auf die terminlichen und logistischen Bedürfnisse. Unser Ziel ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit bereits im Entwicklungsprozess - sowohl mit unseren Kunden als auch unseren Lieferanten. Seit 1979 betreibt die Pikatron GmbH in Rasdorf im ehemaligen Zonenrandgebiet in Nordhessen eine Betriebsstätte mit 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Berichtsjahresende. Die Betriebsräume sind langfristig gemietet. In 2023 wurde eine räumliche Erweiterung der Betriebsstätte übernommen. Im thüringischen Amt Creuzburg bei Eisenach wird seit 1990 das Trafowerk Creuzburg als Zweigniederlassung der Pikatron GmbH mit 90 Beschäftigten zum Berichtsjahresende betrieben. Wir entwickeln und fertigen dort im 1992 erstellten und im Jahr 2000 erweiterten eigenen Firmengebäude. Der Bauantrag für eine Erweiterung des Gebäudes wurde erstellt. Seit 2005 betreibt die Pikatron Gruppe in Pisek die tschechische Tochter Pikatron CZ s.r.o. mit 112 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Ende des Berichtsjahres. Sie dient als verlängerte Werkbank und Fertigungsstandort für alle Produkte der Gruppe. Das Vormaterial wird von der Pikatron GmbH beigestellt. Vergütet werden die geleisteten Produktionsstunden. Die Betriebsräume sind langfristig gemietet. Im Berichtsjahr wurde eine Erweiterung auf den Weg gebracht, die in 2024 übernommen wird. Im Jahr 2009 wurde der Wuppertaler Filterhersteller tesch EMC übernommen. Dieser Bereich wurde zur Erweiterung der Pikatron Produktpalette um elektrische Filter und Funkentstörkomponenten erworben. In 2023 sind wir im Rahmen eines Ausbaus des EMV-Filtergeschäfts in neue langfristig gemietete Räumlichkeiten ins benachbarte Haan umgezogen. Der Standort wird mit 21 Beschäftigten zum Berichtsjahresende betrieben. In 2011 wurde der Antriebstechnikentwickler und -hersteller TAE Antriebstechnik GmbH in Wehrheim erworben und 2014 in die Zentrale der Pikatron GmbH in der Raiffeisenstraße in Usingen integriert. Mit dieser Erweiterung wurde das Produktspektrum in Richtung kundenspezifische Leistungselektronik erweitert. Seit 2020 ist der Großtrafo-Entwickler und -Fertiger Habermann Trafo in Lauchringen auch Teil der Pikatron Gruppe. Die Produktpalette wird dadurch hin zu großen Leistungen erweitert. Am Ende des Berichtsjahres arbeiten in dieser Zweigniederlassung der Pikatron GmbH 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zentrale der Pikatron Gruppe ist im eigenen Gebäude in Usingen untergebracht. Neben einer großen Fertigung befinden sich hier auch weite Teile der Verwaltung und die Geschäftsleitung der Pikatron Gruppe. Insgesamt arbeiten 191 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Berichtsjahresende an diesem Standort. Der Standort Usingen wurde um weitere Produktionsfläche in 2023 erweitert, die Anfang 2024 übernommen wurde. Insgesamt wurden am 31.12.2023 in der Pikatron Gruppe mit 493 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahr: 492) eine Person mehr beschäftigt als zum Vorjahreszeitpunkt. Auch in der nahen Zukunft beabsichtigt die Pikatron GmbH durch Zukäufe von Unternehmen oder von Unternehmensbereichen und durch Beteiligungen an anderen Unternehmen oder durch Fusionen zu wachsen und so das Produktspektrum auszubauen und zu erweitern. Konkrete Maßnahmen dazu sind eingeleitet. Die Pikatron GmbH ist nicht tarifgebunden und nicht Mitglied im Arbeitgeberverband. An einem Standort gibt es einen Betriebsrat und einen Wirtschaftsausschuss. Die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat war im Berichtszeitraum konstruktiv, ebenso problemlos war die Zusammenarbeit mit der zuständigen Gewerkschaft IG Metall. Der Absatzmarkt der Pikatron Produkte erstreckt sich über alle Bereiche der Elektroindustrie, überwiegend in Deutschland und der DACH Region. Alles unter dem Motto: "Kundenspezifische Leistungselektronik aus einer Hand". Schwerpunkte sind die Industrieelektronik, die Medizintechnik, die Telekommunikation, die Bahnindustrie, die Luft- und Raumfahrt sowie alle Bereiche der regenerativen Energien - von der Photovoltaik bis zur Windkraft. Weitere wichtige Kundenbereiche sind der Schiffsbau, die Sicherheitsindustrie, sowie die elektrische Antriebstechnik und alle Formen von Stromversorgungen mit besonderen Herausforderungen. Weniger stark im Markt vertreten ist die Gruppe mit Produkten in den Bereichen Automotive und Consumer. Da die Nähe zum Kunden ein wichtiger Erfolgsfaktor ist, ist der Exportanteil bei allen Pikatron Produkten gering. Unternehmensstrategie und Unternehmenssteuerung Ziel, Schwerpunkt und Stärke der Pikatron Gruppe sind kundenspezifische Entwicklungen und eine sehr flexible, kurzfristige und auftragsbezogene Fertigung und Lieferung aller Produkte ohne Fertigteillagerung. Durch eine extrem hohe Flexibilität müssen keine fertigen Produkte im Lager vorgehalten werden ("Make to Order"), weder bei Pikatron noch bei unseren Kunden. Hierdurch sind die Fertigungslosgrößen klein. Damit die Kosten durch diese Art der Fertigung in kleinen Losen nicht unverhältnismäßig steigen, ist die Flexibilität in Planung und Fertigung sehr hoch, ebenso die Fähigkeit zur schnellen und kostengünstigen Rüstung und Umrüstung von ganzen Fertigungslinien. Auch die schnelle Verlagerung ganzer Produktionslinien an andere Fertigungsstandorte innerhalb der Pikatron Gruppe gehört zu unseren Spezialitäten. Auf diese Weise kann die Fertigungskapazität bei einzelnen Produkten innerhalb von wenigen Stunden sowohl halbiert als auch verdoppelt werden. Erreicht wird dies durch Überkapazitäten bei praktisch allen Produktionsmitteln an mehreren Standorten und durch flexible Arbeitszeitmodelle für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dazu wird die Produktionskapazität auch über Zeitarbeiter kurzfristig und schnell an die aktuelle Auftragslage angepasst. Pikatron stellt sich den Marktanforderungen und Kundenwünschen durch eine konsequente Flussorientierung in allen Unternehmensbereichen. Es gibt keine klassische Werkstattfertigung in räumlich getrennten Abteilungen, sondern ausschließlich Linien- und Zellenfertigungen. Dies führt zu einer schnellen, mengen- und losgrößenunabhängigen Fertigung, ohne dass dadurch die Rüst- und Produktionskosten signifikant steigen. Die Komplexität der Fertigungsabläufe und damit auch die Kosten aller nicht wertschöpfenden Prozesse werden extrem niedrig gehalten. Alle Abläufe sind mit dem Ziel einer ständigen Verbesserung immer im Umbruch. Begleitet werden die KAIZEN- und KVP-Maßnahmen von externen Unternehmensberatungen. Es werden regelmäßig an allen Standorten und in allen Unternehmensbereichen - auch mit einem eigenen Optimierungsteam - KAIZEN-Workshops durchgeführt. Die Workshops umfassen alle Bereiche von der Fertigung über die Entwicklung bis zur Verwaltung ("Lean Office"). Durch das konsequente Vermeiden von Verschwendung ("Muda") werden alle Prozesse in allen Unternehmensbereichen kontinuierlich schlanker und kostengünstiger. Nur so können die Erwartungen von Kunden und Märkten auch zukünftig erfüllt werden. Die Fertigungsaufträge werden auf den Liefertermin hin geplant, gefertigt und ohne Zwischenlagerung sofort nach Fertigstellung an den Kunden ausgeliefert. Fertige Ware oder Fertigteileläger gibt es an keinem Standort der Pikatron Gruppe. Lediglich zum Jahresende entstehen kurzzeitig Fertigwarenbestände, die im Jahresabschluss dargestellt sind, weil die Kunden bei ihrer eigenen Inventur im eigenen Lager niedrige Bestände anstreben. Die Reichweite der fertigen Erzeugnisse stieg zum Ende des Berichtszeitraumes 2023 leicht auf 18,3 Tage, die Reichweite der Vormaterialien stieg leicht auf 151,5 Tage. Die konsequente Flussorientierung und das auf eine Minimierung von Beständen ausgerichtete Geschäftsmodell der Pikatron Gruppe führt zu einer sehr flexiblen Reaktion auf Kundenwünsche und sehr kurzen Reaktionszeiten bei Angeboten und Lieferungen. Dies wirkt sich immer in den Zeiten positiv aus, in denen sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schnell ändern - so wie in der aktuellen Krisenkette - und der Lieferant schnell reagieren muss. Der Bekanntheitsgrad des Unternehmens ist nach 50 Jahren im Markt sehr hoch. Die Schwächen der Pikatron Gruppe liegen in den beschränkten Möglichkeiten, dem Druck zur Kostenreduzierung in ausreichendem Maße nachzukommen. Hier wird man die Position durch den weiteren Ausbau der Fertigung in Tschechien stetig weiter verbessern. Die Unternehmensgruppe wird von der Zentrale in Usingen gesteuert. Die Geschäftsleitung setzt sich seit Mai 2020 aus dem Geschäftsführer Dr. Matthias Staab und dem erweiterten Führungsteam Dr. Felix Henschke (Technische Leitung, Einzelprokura), Dr. Mezmur Asressahegn (Entwicklungsleitung, Gesamtprokura) und Dirk Urban (Kaufmännische Leitung, Gesamtprokura) zusammen. An den Standorten übernehmen unsere Standortleiter die Koordination der Geschäftsführungsaufgaben vor Ort. Unsere Fertigungsleiter an den Standorten sorgen für das Ausbalancieren der Fertigungsaufträge nach verfügbarer personeller Kapazität. Die administrativen Bereiche des Unternehmens sind sehr schlank aufgestellt. Die tschechische Tochter Pikatron CZ s.r.o. wird von dem tschechischen Geschäftsführer Jiri Lukes zusammen mit dem deutschen Geschäftsführer Dirk Urban geführt. Alle Unternehmensteile werden dabei über ein einheitliches unternehmensweites ERP-System gesteuert und verwaltet. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Lage und Branchenentwicklung Im Berichtsjahr 2023 setzten sich die Herausforderungen der Vorjahre für die Elektroindustrie fort, geprägt durch die anhaltenden globalen Unsicherheiten, die sich aus geopolitischen Spannungen, pandemiebedingten Auswirkungen und Lieferkettenproblemen ergaben. Ein signifikanter Rückgang der Auftragseingänge kennzeichnete das Jahr, mit einem gesamten Minus von 22% gegenüber dem Vorjahr, wobei insbesondere der Juli 2023 mit einem drastischen Rückgang um 174% im Vergleich zum Vorjahresmonat hervorstach. Diese Entwicklung spiegelt einen deutlichen Einbruch sowohl in der Inlandsnachfrage als auch bei den internationalen Bestellungen wider, was die Branche vor erhebliche Herausforderungen stellte. Parallel dazu zeigte die Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter ein ähnliches Bild der Herausforderung, mit einem merklichen Rückgang um ein Zehntel ihres Vorjahresniveaus im Dezember 2023. Trotz dieser Rückschläge gelang es der Branche, ihre nominalen Erlöse im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr zu steigern, was ihre Fähigkeit unterstreicht, sich an die dynamischen Marktbedingungen anzupassen und aus den bestehenden Auftragspolstern Nutzen zu ziehen. Das Geschäftsklima innerhalb der Elektro- und Digitalindustrie erfuhr im Laufe des Jahres 2023 eine deutliche Eintrübung. Die kontinuierliche Verschlechterung der Lagebewertung sowie die zunehmend pessimistischen Geschäftserwartungen zeichneten ein Bild der Vorsicht und Zurückhaltung unter den Unternehmen. Jedoch zeigte sich zu Beginn des Jahres 2024 ein vorsichtiger Optimismus, mit leichten Verbesserungen in den Geschäftserwartungen, die auf eine mögliche Erholung hindeuten könnten. Die Industrie sah sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter Materialknappheit, Auftragsmangel und ein akuter Fachkräftemangel, der als das größte Hindernis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung identifiziert wurde. Die Kapazitätsauslastung zeigte eine abnehmende Tendenz, was auf die sinkende Nachfrage und Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung der Produktionseffizienz hinweist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Jahr 2023 für die Elektro- und Digitalindustrie ein Jahr der Bewährungsproben war, gekennzeichnet durch rückläufige Auftragseingänge, eine herausfordernde Geschäftslage und anhaltende Produktionshemmnisse. Dennoch deutet die leichte Besserung der Geschäftserwartungen zu Beginn des Jahres 2024 auf eine vorsichtige Zuversicht hin, die in der Branche für eine mögliche Erholung spricht. Die Fähigkeit der Branche, sich anzupassen und in schwierigen Zeiten zu wachsen, verdeutlicht ihre Resilienz und die zugrundeliegende Stärke des Sektors. Allein in Deutschland liefern weit über 300 Mitbewerber gleiche oder ähnliche Produkte wie Pikatron. Nahezu alle Mitbewerber konzentrieren sich aber auf einzelne, umsatzstarke Markt- oder Produktsegmente. Nur wenige dieser Mitbewerber sind bei ihren Produkten, ihrem Service, ihrer Logistik und ihren Kundenbereichen so breit aufgestellt wie die Pikatron Gruppe. Es gibt in Deutschland keinen einzigen Mitbewerber, der in allen Absatzmärkten der Pikatron Gruppe gleichzeitig aktiv ist und dabei die gesamte Palette der "Leistungselektronik aus einer Hand" in gleicher Weise anbietet. Pikatron war und ist immer auf der Suche nach den Nischen im Markt, bei denen die Wettbewerbssituation weniger ausgeprägt ist und bei denen hohe Flexibilität, hohe Qualität und hoher technischer Anspruch im Vordergrund stehen. Auch schon vor der Krise zeigte sich in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Wickelgüter eine starke Konsolidierung. Es sind viele Mitbewerber vom Markt verschwunden, andere werden von einigen sehr aktiven Investorengruppen gekauft, die im Bereich Elektromagnetismus und der Fertigung von Wickelgütern expandieren und damit versuchen, eine breitere Basis auch bei kundenspezifischen Produkten und Produktbereichen aufzubauen. Dieser Trend setzt sich mit großer Geschwindigkeit fort. Wesentliche Ereignisse für den Geschäftsverlauf Der Geschäftsverlauf bei Pikatron war 2023 noch von der ausklingenden Corona-Pandemie und einem generell hohen Krankenstand geprägt. Auch im Berichtszeitraum 2023 mussten wir krankheitsbedingt Fertigungslinien zwischen unseren Standorten verlagern, was auf Grund unseres Geschäftsmodells gut möglich ist. Der Jahresanfang 2023 sah in Bezug auf Umsatz und Auftragseingang noch sehr gut aus. Auch der IFO Geschäftsklimaindex ist in dieser Zeit weiter angestiegen. In den ersten vier Monaten des Berichtsjahres war der Auftragsbestand weitgehend konstant bei 36 bis 37 Mio. Euro. Seit Mai 2023 hat sich die Stimmung in der deutschen Industrie eingetrübt, was zu einem rückläufigen IFO Geschäftsklimaindex und auch zu einem rückläufigen Auftragseingang und Auftragsbestand bei uns geführt hat. Zur gleichen Zeit haben die ersten Kunden darauf hingewiesen, dass ihre Läger voll sind, weil wiederrum die Bedarfe bei ihren Kunden zurückgegangen sind. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte haben einige Kunden angefangen bereits platzierte Bestellungen zeitlich zu strecken oder zu stornieren. Der positive Nebeneffekt war eine deutliche Entspannung im Bereich der bis dahin schwierigen Vormaterialsituation. Gründe für die eingetrübte Stimmung liegen mit Sicherheit in den vielen weltweiten Krisen, auf die globale Lieferketten sehr empfindlich reagieren. Im Berichtszeitraum kam zum noch immer anhaltenden Angriffskrieg Russlands der Israel-Gaza-Krieg und diverse kämpferische Auseinandersetzungen z.B. im Bereich der Zufahrt zum Suezkanal hinzu. Das Zinsniveau im Berichtszeitraum 2023 ist auf einem extrem hohen Niveau angekommen und hemmt damit zusätzlich das Wachstum und die Investitionen. Auch die fehlende und klare Linie der deutschen Politik hat zu massiver Verunsicherung und damit zum Hemmen der deutschen Wirtschaft geführt - und das nicht nur im Bereich der Heizungen. In der zweiten Jahreshälfte konnten wir auf Grund des massiven weltweiten Anstiegs kriegerischer Auseinandersetzungen eine große Steigerung im Bereich der Verteidigungsthemen spüren. Gerade dieses Themenfeld hat zum Jahresende hin verschobene Aufträge in anderen Bereichen zu einem guten Stück kompensiert. Die Monate November 23, Dezember 23, Januar 24 und Februar 24 waren von einem sehr hohen Krankenstand - vermutlich in Folge der Pandemie - begleitet. Dieser extreme Krankenstand hat nicht nur zu Herausforderungen im Bereich der Liefertermine, sondern auch zu rückläufigem Umsatz geführt. An allen Standorten liefen auch im Berichtszeitraum 2023 Optimierungsprojekte unseres hauseigenen Optimierungsteams, um sowohl Prozesse, Produkte als auch Fertigungslinien noch schlanker und effizienter aufzustellen. Diese kontinuierliche Optimierungsarbeit macht zum einen wertvolle Ressourcen frei und ermöglicht es uns zum anderen weiterhin marktgerechte Preise anzubieten. Der im Frühjahr 2022 gestellte Bauantrag für eine weitere Produktionshalle am Standort Usingen von knapp 1.000 qm wurde Anfang 2023 genehmigt. Diese Produktionshalle wurde in der zweiten Jahreshälfte errichtet und ging Anfang 2024 vorzeitig in Betrieb. Die bauliche Erweiterung in Rasdorf von ca. 300 qm stand ab Mai 2023 zur Verfügung. Am Standort in Creuzburg haben wir im Berichtszeitraum einen Bauantrag für eine Erweiterung um knapp 500 qm erstellt. Am Standort Wuppertal mussten wir bedingt durch den auslaufenden Mietvertrag umziehen. Seit Juni 2023 befindet sich unser Standort in Haan. Dabei haben wir uns auch räumlich um 200 qm vergrößert. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf Der für das Berichtsjahr prognostizierte hohe Krankenstand hat sich leider bewahrheitet. Die damit verbundenen hohen Kosten im Bereich der Lohnfortzahlung und die Kapazitätsausfälle haben uns in 2023 deutlich belastet. Wir haben mit Gesundheitstagen an allen Standorten Gegenmaßnahmen eingeleitet, haben unser betriebliches Eingliederungsmanagement neu aufgestellt und haben zusätzliche Angebot im Bereich der Gesundheitsvorsorge aufgelegt. Den angekündigten Aufbau in Vertrieb und Auftragszentrum haben wir aktiv umgesetzt, um mit mehr Ressourcen in diesem Bereich näher an unsere Kunden heranzurücken und den Auswirkungen des absehbaren Rückgangs der Weltwirtschaft entgegen zu wirken. Die eingeleiteten vertrieblichen Maßnahmen haben dazu geführt, dass wir durch die Auftragseingänge im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern keine Kurzarbeit anmelden mussten. Der gemeinsam mit dem Standortwechsel Wuppertal/ Haan geplante weitere Ausbau unserer Marke tesch EMC hat im Berichtsjahr 2023 begonnen. Wir haben weitere EMV Produkte in unser Portfolio aufgenommen und sind verstärkt zu unseren Kunden gefahren. Auch haben wir alle vorbereitenden Arbeiten in Bezug auf eine Zusammenfassung von EMV Katalogprodukten durchgeführt. Der entsprechende Katalog wurde Anfang 2024 veröffentlicht. Auch im Berichtsjahr 2023 haben wir potentielle Zukaufmöglichkeiten für weitere Unternehmen geprüft. Die Finanzlage ist wie vorhergesagt trotz der Herausforderungen vor allem in der zweiten Jahreshälfte stabil geblieben. Unsere Ausrichtung, unser Geschäftsmodell, unsere Strategie und auch die Geschäftspolitik haben sich nicht verändert. Den freigegebenen Investitionsrahmen von 1,3 Mio. Euro haben wir zur Stabilisierung des Geschäfts fast vollständig ausgeschöpft. Insgesamt haben wir den für das Berichtjahr geplanten Umsatz von 43 Mio. Euro auf Grund der rückläufigen Weltwirtschaft mit 40,6 Mio. Euro nicht ganz erreicht. Auf Grund der schon frühzeitig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostenreduzierung konnten wir allerdings den vorhergesagten Jahresüberschuss für 2023 von knapp 2 Mio. Euro mit 2.115.109 Euro trotzdem leicht übertreffen. Eine große Leistung der gesamten Mannschaft unter den gegebenen Randbedingungen. Der Auftragsbestand ist von 37,1 Mio. Euro am Jahresanfang auf Grund der rückläufigen Weltwirtschaft im Laufe des Berichtsjahres 2023 kontinuierlich gefallen. Zum Jahresende des Berichtszeitraums lagen wir bei einem Auftragsbestand von 29,6 Mio. Euro gefallen. Die Anzahl der Kunden ist weiter gestiegen. Wie bisher sind unsere Kunden über alle Bereiche der Elektroindustrie verteilt. Das Unternehmen ist dadurch weniger anfällig für schnelle und starke Veränderungen in der Wirtschaft, obwohl wir ein reiner Zulieferer mit fast ausschließlich kundenspezifischen Produkten sind. Gesamtaussage der Geschäftsführung zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage Nach dem Auftragshoch im Vorjahr war klar, dass die Läger bei den Kunden trotz engmaschiger Kommunikation mit den Kunden irgendwann voll sein werden. Was nicht klar war, war der Zeitpunkt dafür. Betrachtet man den IFO Geschäftsklimaindex, war das im Berichtsjahr 2023 ab Mai bei vielen Unternehmen der Branche der Fall. Wir haben das Berichtsjahr genutzt, um weitere Strukturen in der Pikatron Gruppe zu schaffen, unsere Prozesse zu verschlanken und auch das große Gebiet der Nachhaltigkeit auf die Füße einer Nachhaltigkeitsstrategie zu stellen. Die Kosten sind im laufenden Berichtsjahr 2023 weiter stark gestiegen. Ein großer Anteil dieser Kosten entstand und entsteht durch die hohen Auflagen und den ständig zunehmenden Bürokratismus, der vom Gesetzgeber in uns hineingetragen wird. Ein Problem, das uns zwar innerhalb Deutschlands die Wettbewerbsfähigkeit nicht aberkennt, aber über die Grenzen hinaus zunehmend problematisch ist. Der erreichte Jahresüberschuss ist vor dem Hintergrund der andauernden Krisenkette wieder eine sehr gute Teamleistung. Die eingeleiteten Maßnahmen in allen Bereichen wurden von der gesamten Belegschaft in ausgezeichneter Weise umgesetzt. Auch die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten hat maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist trotz Pandemie, Vormaterialkrise, Ukraine-Krieg, Israel-Gaza-Krieg, weltweitem Wirtschaftsrückgang und anderer Herausforderungen weiterhin stabil. Nicht zuletzt auch wegen der von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellten Liquidität. Auch zahlen sich die bewusst gewählten weitgehend deutschen bzw. europäischen Lieferketten der Pikatron Gruppe und die im Geschäftsmodell verankerten Standorte aus. Die Fertigung in Deutschland und Tschechien ermöglicht eine hohe Flexibilität und garantiert auf Grund der Redundanz eine hohe Ausfallsicherheit für unsere Kunden. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Umsatz- und Ertragsentwicklung Im Berichtsjahr 2023 war die Ertragslage gut. Vor dem Hintergrund eines weiteren Krisenjahres war die Leistung des gesamten Teams sehr gut. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Gesamtleistung weiter auf 41,0 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss stieg ebenfalls leicht auf 2.115.109 € gegenüber 2.107.170 € im Vorjahr. Der ordentliche Cashflow fiel auf 3.845.541 €. Im Vorjahr lag er bei 4.610.987 €. Die Eigenkapitalrendite fiel im Berichtsjahr leicht auf 13,63%, die Gesamtkapitalrendite auf 9,84% und die Umsatzrendite auf 5,21%. Die Materialkosten und die Personalkosten sind wie bisher die Hauptaufwendungen des Unternehmens. Alle anderen Aufwendungen sind daran gemessen gering. Der Materialaufwand hat mit 47,30% im Jahr 2023 den höchsten Anteil der betrieblichen Kosten im Verhältnis zur Gesamtleistung. Im Vergleich zum Vorjahr ist er von 46,45% auf 47,30% gestiegen. Der Personalanteil an der Gesamtleistung belief sich im Jahr 2023 auf 34,53%. Im Vergleich zum Vorjahr ist er von 32,8% auf 34,53% leicht gestiegen. Der Materialaufwand lag im Berichtszeitraum bei 19,4 Mio. Euro, der Personalaufwand bei 14,1 Mio. Euro. Vermögens- und Finanzlage Im Berichtszeitraum 2023 waren die Finanzlage und die Liquidität der Pikatron Gruppe zu jedem Zeitpunkt stabil und gut. Auch im laufenden Jahr 2024 sind aus aktueller Sicht keine Engpässe zu erwarten, auch wenn die schlechtere Zahlungsmoral unserer Kunden und die weiteren Kostensteigerungen ebenfalls Liquidität benötigen. Das Finanzierungsrisiko ist wie in den Vorjahren niedrig. Das Fremdkapital ist niedrig, aber im Vergleich zum Vorjahr von 5,6 Mio. Euro auf 7,3 Mio. Euro angestiegen. Die Fristenstruktur des Fremdkapitals genügt der Anlagendeckungsregel. Die Verschuldung der Pikatron GmbH ist sehr gering. Die Zielgewährung an Kunden betrug am Ende des Berichtsjahres 16 Tage. Dies bedeutet, dass die Umsatzerlöse durchschnittlich nach 16 Tagen einzahlungswirksam wurden. Unter dem Liquiditätsaspekt wird eine möglichst niedrige Zielgewährung an Kunden als erstrebenswert angesehen. Gegenüber dem Vorjahreswert (22 Tage) ist eine weitere deutlich geringere Zielinanspruchnahme der Kunden um durchschnittlich 6 Tage zu verzeichnen. Die Zielgewährung von Lieferanten lag im Jahr 2023 bei 16 Tagen. Das ist der Zeitraum, in dem das Unternehmen im Durchschnitt seine Verbindlichkeiten aus Materialeinkäufen und sonstigen bezogenen Leistungen begleicht. Gegenüber dem Vorjahreswert (14 Tage) ist die Zielinanspruchnahme um 2 Tage gestiegen. Das Eigenkapital vor Gewinnverwendung stieg auf 15,5 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank auf 68,12% (Vorjahr: 72,1%). Die Bilanzsumme und damit das Gesamtkapital stiegen auf 22,8 Mio. Euro. Die Vermögenslage des Unternehmens ist gut. Das Gesamtvermögen lag am Ende des Berichtsjahres 2023 bei 22,8 Mio. Euro. Das Anlagevermögen lag bei 8,9 Mio. Euro, das Umlaufvermögen bei 13,8 Mio. Euro. Die Vorräte stiegen auf 10,2 Mio. Euro. Die flüssigen Mittel lagen am Ende des Berichtszeitraumes 2023 bei 1.318.886 €. Im Berichtsjahr 2023 war der Auftragseingang von Beginn an sehr hoch. Der Auftragsbestand war zu Beginn des Jahres ebenfalls sehr hoch, blieb bis April hoch und nahm dann stetig ab. Am Ende des Berichtszeitraumes lag der Auftragsbestand bei 29,6 Mio. Euro. Der aktuelle Auftragsbestand liegt trotz Rückgang der Auftragseingänge und Wirtschaftskrise bei heute guten 26,8 Mio. Euro. Die Creditreform bewertet die Pikatron GmbH mit der Bonitätseinstufung 115 und einer sehr niedrigen Ausfallwahrscheinlichkeit (PD 0,05%). Im Dezember 2023 beurteilte die Deutsche Bundesbank die Bonität der Pikatron GmbH mit der Rangstufe 3- (notenbankfähig). Die Zinskonditionen sind daher trotz der allgemein deutlich gestiegenen Zinsen für das Unternehmen sehr gut, die Finanzierungsinstrumente und der finanzielle Spielraum waren im Berichtszeitraum jederzeit mehr als gut. Insgesamt wurden 2.658.880,10 € investiert. Am Standort Usingen haben wir eine große Investition in Gebäude in Form eines Erweiterungsbaus für unsere Produktion getätigt. Der Erweiterungsbau befand sich zum Jahresende noch im Bau. Die Erweiterung der Produktion in Usingen haben wir zur Schonung der Liquidität mit einem zweijährigen Darlehen fremdfinanziert. Die nicht das Gebäude betreffenden Investitionen in Höhe von 1.191.050,19 € konnten im Berichtsjahr aus den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln getätigt werden. Daneben konzentrieren sich die Investitionen wie auch in den vergangenen Jahren in erster Linie auf die Modernisierung, die Erneuerung und die Erweiterung der Produktions- und Prüfmittel. Die Linienfertigung erforderte meist keine teuren, automatischen Großserienproduktionsmittel. Der geplante Investitionsrahmen liegt für das laufende Jahr leicht über dem Rahmen des Vorjahres. Die ordentlichen Abschreibungen auf Anlagevermögen und Sachanlagen stiegen im Berichtsjahr 2023 auf 941.830 € und werden infolge der gestiegenen Investitionen in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen am Ende des Berichtszeitraumes bei 1.834.711 €, die Verbindlichkeiten bei 843.888 €. Die Leasingverpflichtungen beschränken sich auf Kraftfahrzeuge des Unternehmens. Währungskursrisiken gegenüber Dollar und tschechischer Krone werden bei Bedarf durch Sicherungsverträge und andere Sicherungsinstrumente, wie eigene Umsätze, Einkäufe in Fremdwährungen oder Geldanlagen in Dollar oder in tschechischer Krone, begrenzt oder kompensiert. Über den Bilanzstichtag hinweg besteht eine Sicherung der tschechischen Krone. Auch der Bedarf an Rohkupfer wird über Sicherungsinstrumente und über langfristig geplante Kupferkonten abhängig von den Marktpreisen gesteuert, indem bei sinkenden Markpreisen Bestände angelegt werden. Finanzmanagement Das Unternehmen verfügt über eine sehr solide und langfristig gesicherte Finanzierung. Sie basiert auf einem hohen Eigenkapital, auf Darlehen der Gesellschafterfamilien und auf kurzfristigen Bankkrediten. Pikatron arbeitet zusammen mit mehreren großen Banken. Laut Satzung des Unternehmens wird jährlich nur die Hälfte des ausschüttungsfähigen Jahresüberschusses an die Gesellschafter ausgeschüttet, ein großer Teil dient der Erhöhung des Eigenkapitals. Die bereits niedrige Verschuldung wird dadurch weiter reduziert, soweit nicht neue Finanzmittel für einen Firmenkauf benötigt werden. Sowohl kurz- wie langfristig ist das Unternehmen sehr gut finanziert. Für die Finanzierung werden neben den üblichen Finanzierungsinstrumenten bei Bedarf Währungssicherungen, Zinssicherungen, Swaps, Optionsgeschäfte, Kupferkonten und Geldanlagen in Fremdwährungen eingesetzt. Hierbei stehen die Absicherung, die Begrenzung der Risiken und die Schaffung einer verlässlichen Kalkulationsbasis im Vordergrund. Die Instrumente werden nicht mit dem Ziel der Erzielung zusätzlicher Erträge eingesetzt. Spekulative Finanzentscheidungen werden vermieden. Im Rahmen der Jahresplanung wird von der Gesellschafterversammlung jährlich eine über fünf Jahre laufende Finanzplanung geprüft und genehmigt. Diese Finanzplanung wird regelmäßig überprüft, aktualisiert und fortgeschrieben. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren § 289 Abs. 3 HGB In mehreren Bereichen des Unternehmens werden regelmäßig externe Berater auf Zeit eingesetzt (z.B. im Vertrieb, in der Fertigung und im QM-Bereich). Die internen Abläufe und die Einhaltung der Vorschriften werden regelmäßig durch externe Auditoren überprüft, überwacht und verbessert. Die Anpassung der Fertigungsprozesse zur Verbesserung der Flussorientierung und zur Reduzierung der Komplexität wird von externen Unternehmensberatungen begleitet. Auf regelmäßigen Gesellschafterversammlungen werden die Gesellschafter mehrfach im Jahr über alle Entwicklungen und Entscheidungen umfassend informiert. Dort werden auch die notwendigen Beschlüsse gefasst und die Budgets und Jahrespläne genehmigt. Das Unternehmen verfügt über ein sehr zeitnahes und effektives Informationssystem. Gesellschafter und Banken erhalten monatliche Soll-Ist-Vergleiche. In diesen Übersichten werden die aktuellen Monats- und Jahreswerte den Planwerten und den Vorjahreswerten gegenübergestellt. Der monatliche Report enthält alle wesentlichen Informationen zur Entwicklung von Umsatz, Kosten, Produktivität, Liquidität, Auftragslage, Kapazität und Ergebnis. Dieser Report steht bereits in den ersten Tagen des Folgemonats zur Verfügung. Alle Informationen und alle Kennzahlen werden ständig aktuell vom eigenen Pikatron Controlling aufgearbeitet und im ERP System zeitnah bereitgestellt. Die Quellen für diese Informationen sind die durch die täglichen Buchungen im ERP System anfallenden Daten und die historischen Werte aus den Datenbanken. Damit ist der Datenbestand immer aktuell. Für den Vergleich der Fertigungsstandorte werden verschiedene und jederzeit verfügbare Leistungsindikatoren und Parameter verwendet, z.B. die erreichte Produktivität oder der Vergleich der benötigten Produktionsstunden mit den dafür kalkulierten Stunden (Nachkalkulation). Jeder einzelne Fertigungsauftrag wird unmittelbar nach der Fertigstellung überprüft, einer Nachkalkulation unterzogen und bei Bedarf angepasst oder für Folgeaufträge gesperrt. Die Kundenzufriedenheit, die Einhaltung der Liefertermine sowie andere wichtige Indikatoren werden regelmäßig ermittelt und bewertet. Die Pikatron Kunden stufen das Unternehmen überwiegend als A-Lieferant ein. Schlechtere Bewertungen beruhen meist auf zu hohen Preisen, selten auf Qualitätsmängeln oder auf mangelnder technischer Kompetenz. Die Qualität unserer Produkte ist hoch. Sie wird ständig und einmal jährlich auch im Managementreview überwacht und mit Kennzahlen kontrolliert und stetig verbessert. In der Pikatron Gruppe ist an allen Standorten das gleiche Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 implementiert. Es gibt weitere Zertifizierungen für Sonderbereiche. Das QM-System ist in einem Qualitätsmanagementhandbuch dokumentiert und wird vom QM-Beauftragten durch interne Audits regelmäßig überwacht, überarbeitet und angepasst. Ziel ist die ständige Optimierung der Wertschöpfungskette, die Risikoreduzierung bezüglich Produkthaftung und Umweltrisiken und die Chancenmaximierung. Dies erfolgt durch eine konsequente Prozessorientierung und eine umfassende Dokumentation aller Unternehmensabläufe. Die Wochenarbeitszeit beträgt an allen Standorten der Pikatron Gruppe einheitlich 40 Stunden. Die Möglichkeiten, die Arbeitszeit zu reduzieren (Teilzeit), werden in immer stärkerem Maß in Anspruch genommen. Alle Beschäftigten haben einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen, in Tschechien 25 Tage. Neben den Angestellten erhalten auch alle gewerblichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen monatlichen Festlohn unabhängig von den im Monat geleisteten Stunden. Mehr- und Minderstunden werden über Gleitzeitkonten verrechnet. Dies erhöht die schnelle Anpassung an schwankende Auftragslagen. In der gesamten Pikatron Gruppe wird ausschließlich über Zeitlohn vergütet. Im Berichtszeitraum wurde kein Antrag auf Sonntagsarbeit gestellt. Bei Bedarf wird die Fertigungskapazität durch Zeitarbeitskräfte für kurze Zeiten verstärkt oder es werden Überstunden angesetzt. Alle Zeitarbeitskräfte werden nach spätestens zwölf Monaten im Betrieb in feste Arbeitsverhältnisse übernommen. Für die betriebliche Altersversorgung verfügt das Unternehmen über Rahmenverträge mit einem Versicherer bzw. einer Pensionskasse, über die Beschäftigte ihre betriebliche Altersversorgung z.B. über Lohn-/ Gehaltsumwandlung abschließen können. Das Unternehmen unterstützt diese Vorsorge mit dem VWL-Anteil des Arbeitgebers. Darüber hinaus bietet Pikatron allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Beratungstermine zur betrieblichen Altersversorgung an. Für die Aus- und Weiterbildung gibt es schriftlich fixierte Programme und jährliche Schulungspläne. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgefordert und haben einen Anspruch und Gelegenheit an unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aufgefordert, auch selbst Vorschläge und Wünsche für ihre persönliche Aus- und Weiterbildung im Unternehmen oder für externe Schulungen zu machen. Der Ausbildungsstand aller Beschäftigten wird über regelmäßige Mitarbeitergespräche dokumentiert. Das Unternehmen verfügt über eine eigene Stelle, die sich um das Schulungs- und Qualifikationsmanagement kümmert. Umweltschutz und der sorgsame Umgang mit Ressourcen sowie die Schärfung des Umweltbewusstseins werden immer mehr zu einer zentralen Aufgabe des Unternehmens. Der Unternehmenserfolg und die Beurteilung durch die Geschäftspartner des Unternehmens und durch die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfordern immer mehr verantwortungsvollen Umgang mit allen Fragen im Bereich der Nachhaltigkeit. An allen Standorten der Pikatron Gruppe werden keine Stoffe, die in besonderer Weise gefährlich sind oder sein könnten oder solche mit hohen Emissionswerten, eingesetzt. Für den Fall von Unfällen im Umweltschutzbereich werden geeignete Schutz- und Gegenmaßnahmen vorgehalten. Abfälle werden in getrennten Behältern gesammelt und von Fachfirmen entsorgt (Papier und Pappe, Haus- und Industrierestmüll, Kunststoffe, Sondermüll, flüssiger Sondermüll, Elektronikschrott und verschiedene Metalle und Edelmetalle sowie Bioabfälle). An keinem Standort der Pikatron Gruppe sind Altlasten bekannt. Im Berichtszeitraum gab es keine Unfälle oder Schäden im Umweltbereich. Derzeit sind keine Kostensteigerungen oder Mehraufwendungen zur Erfüllung von Umweltauflagen oder Umweltgefahren bekannt oder abzusehen. An allen Standorten des Unternehmens werden zur Energieversorgung überwiegend Gas und Strom eingesetzt. Der Energieverbrauch des Unternehmens liegt im üblichen Rahmen eines Industriebetriebes. Trotzdem wurden umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch und die verbundenen Energiekosten zu senken. Hierzu werden in Usingen drei Photovoltaikanlagen betrieben. Insgesamt können am Standort Usingen über 180 kWp elektrischer Leistung erzeugt werden. Am Standort in Creuzburg wird eine Freifeld-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 220 kWp zur Eigenversorgung mit elektrischer Energie betrieben. Auf diese Weise wird ein großer Teil der vom Unternehmen benötigten elektrischen Energie selbst erzeugt. Parallel senken wir den Energieverbrauch durch z.B. flächendeckende Umstellung der Beleuchtung auf tageslicht- und präsenzabhängige LED Beleuchtung. Diese Maßnahmen dienen dem aktiven Umweltschutz und führen gleichzeitig zu hohen und dauerhaften Kosteneinsparungen, vor allem bei stetig steigenden Energiekosten. An allen Standorten sind ausgebildete Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragte benannt. Sie überwachen und organisieren die Maßnahmen zur Sicherheit und zur Unfallverhütung sowie die vorbeugenden Schutzmaßnahmen in allen Bereichen. Für die medizinische Betreuung bestehen Verträge mit externen Arbeitsmedizinern an den Standorten. Regelmäßig finden Arbeitsschutzsitzungen (ASA) mit der Geschäftsleitung, den Sicherheitsbeauftragten und den Arbeitsmedizinern statt. Eine Arbeitsgruppe organisiert, erstellt und aktualisiert alle notwendigen Gefährdungsbeurteilungen für die betroffenen Anlagen und Bereiche in allen Betriebsteilen. Wesentliche Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten sind im Berichtszeitraum nicht bekannt geworden. Ein eigener ausgebildeter Brandschutzbeauftragter überwacht die Maßnahmen zum Brandschutz. Die Ersthelfer und Brandschutzhelfer sind namentlich benannt und werden regelmäßig weitergebildet und geschult. Ein externer Datenschutzbeauftragter überwacht alle diesbezüglichen Angelegenheiten und koordiniert die erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die Pikatron Gruppe ist zwar kein klassisches Familienunternehmen, aber auf Grund der Gesellschafterstruktur ein Unternehmen mit einem familiären Charakter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens nehmen daher eine sehr zentrale Rolle ein. Die Anzahl der Beschäftigten lag in der Pikatron Gruppe zum Ende des Berichtsjahres 2023 bei 493. Im Laufe des Berichtsjahres 2023 haben wir auf 516 Mitarbeiter aufgebaut, die wir auf Grund der schlechteren zweiten Jahreshälfte wieder abbauen mussten. Forschung & Entwicklung § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB Wie in jedem technischen Unternehmen wird die Bedeutung von Forschung und Entwicklung auch in den nächsten Jahren weiter steigen. Im Berichtszeitraum 2023 wurden dazu bereits mehr Mittel als in den Vorjahren bereitgestellt. In den nächsten Jahren sind diese höheren Mittel für Personal und Ausstattung insbesondere im Gerätegeschäft (tae Antriebstechnik und tesema Leistungselektronik), aber auch im Bereich der EMV notwendig und bereits vorgesehen. Die Hauptaktivitäten liegen wie bisher in den Bereichen kundenspezifischer Produktentwicklung, Fertigungsoptimierung in Richtung Linienfertigung und Flussorientierung, sowie in der Erhöhung der Logistikleistung. Eigene Entwicklungen und Entwicklungsaufträge von Kunden werden im Entwicklungsbereich mit einem großen Team von Ingenieuren und Physikern bearbeitet. Enge Zusammenarbeiten und vertragliche Kooperationen mit mehreren deutschen Universitäten und Hochschulen sowie die Teilnahme an öffentlich geförderten Forschungsprojekten nehmen im Unternehmen zu. Dies gilt insbesondere für den Pikatron Bereich der kundenspezifischen Stromversorgungen. Mit der Technischen Universität Darmstadt besteht eine langjährige enge Zusammenarbeit, aktuell im Bereich zweier Forschungsprojekte zum Thema spezieller Solid State Schalter auf Basis von SiC-MOSFETs und Kompakte Stromversorgung der Solid State Schalter mit Mini-Solarzellen. Im Bereich Netzqualität besteht eine Zusammenarbeit mit der Universität Magdeburg. Mit den Haupt- und Realschulen und Gymnasien in der Region gibt es Kooperationen. Mit Technikerschulen und Hochschulen werden Gruppen- und Semesterarbeiten bis hin zu Masterarbeiten durchgeführt und die Gymnasien schicken regelmäßig Schülerinnen und Schüler als Praktikanten. Beschäftigte halten Vorträge an Hochschulen, auf Messen, bei Kongressen, bei Kunden, in Firmen und bei Verbänden und veröffentlichen Beiträge zu aktuellen Themen des Unternehmens. Produktion und Supply-Chain-Management Internationalisierung und zunehmender Wettbewerb haben die Kundenerwartungen hinsichtlich der Produktqualität, der verfügbaren Produktvarianten und an den Service in Form von guter Betreuung, kurzen Lieferzeiten und hoher Zuverlässigkeit steigen lassen. Pikatron richtet den Blick des Managements daher zunehmend auf Potenziale innerhalb der Supply Chain. Allerdings ist für ein erfolgreiches Supply Chain Management die kontinuierliche Entwicklung von Kompetenz, Motivation und Vertrauen auch jenseits der Unternehmensgrenzen erforderlich. Im Supply Chain Management ist es entscheidend, dass neben den Warenströmen auch Informationsflüsse betrachtet und optimiert werden, da die Gesamtleistung des Unternehmens von beiden gleichermaßen abhängt. Leistungen können letztlich nur erbracht werden, wenn die Informationen über die Leistungsanforderungen ausreichend schnell und differenziert zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten ist es uns gelungen angefangen vom rollierenden Forecast für die Materialbedarfsplanung/ -beschaffung über die Linienfertigung bis zur Just-in-time Lieferung die Materialbestände in der kompletten Supply Chain stetig zu optimieren. Weiterhin wird durch die engmaschige Abstimmung der gefürchtete Bullwhip-Effekt reduziert. Der Bullwhip-Effekt führt zu zwei zentralen Problemen: Die starken Schwankungen können zu Überbeständen im Lager oder zu Engpässen innerhalb der Produktion führen. Die Engpässe führen wiederum zu höheren Sicherheitsbeständen, die die Schwankungen weiter verstärken. Die Supply Chain entwickelt dabei eine negative Eigendynamik, die eskalieren und zu Lieferengpässen bei gleichzeitig hohen Lagerbeständen führen kann. Von den Problemen sind alle Unternehmen in der Supply Chain betroffen. Auch im Berichtszeitraum 2023 war das Thema Supply-Chain-Management eines der wichtigen Themen für das Unternehmen. Einkauf- und Lieferantenmanagement Die Pikatron GmbH betrachtet ihre Lieferanten als Partner und ist immer an langfristigen und vertrauensvollen Beziehungen interessiert. Der Fokus liegt auf deutschen und europäischen Lieferketten, die auch in Krisenzeiten stabil bleiben. Über neue Lieferanten werden Vorinformationen eingeholt. Sollten sie nicht vom Kunden vorgegeben sein, werden sie durch unseren Einkauf in Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement und der Technik ausgewählt. Eine Hilfe zur Auswahl geeigneter Lieferanten sind Beurteilungen, Audits, Lieferantenbesuche, Qualitätshistorie, der Nachweis eines QM-Systems, sowie Eignung der Betriebseinrichtungen und Knowhow. Diese Auswahlkriterien stellen sicher, dass die Lieferanten zur Erfüllung des Vertrages einschließlich der Qualitätsforderungen geeignet sind. Aufzeichnungen, welche über die Leistungsfähigkeit der Lieferanten eine Aussage zulassen, werden in Bezug auf die Lieferqualität geführt. Im Rahmen der Qualitätssicherung bei Zulieferungen werden bei Bedarf Lieferantenaudits durchgeführt. Bedarf kann entstehen durch neue Aufträge, besondere Liefervereinbarungen, vor dem Abschluss von Qualitätssicherungsvereinbarungen oder bei wiederholten Schlechtlieferungen. Diese Audits können system-, prozess- oder produktbezogen sein. Die Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgt in einem Auditbericht mit Maßnahmenkatalog. Vertrieb und Marketing Der in 2020 eingeführte technische Vertrieb hat sich auch im Berichtszeitraum 2023 bewährt. Dieser technische Vertrieb wird maßgeblich von unseren Entwicklern an den Standorten getragen und von unserem Vertriebsinnendienst gestaltet und unterstützt. Da der persönliche Kontakt im Nachgang der Pandemie wieder möglich war, waren wir im Berichtszeitraum wieder verstärkt vor Ort bei unseren Kunden bzw. unsere Kunden zu Besuch bei uns, weil die digitalen Vertriebswege im kundenspezifischen Geschäft die realen Besuche nicht vollständig ersetzen können. Unsere Hauptmesse, die PCIM Europe in Nürnberg fand im Berichtszeitraum 2023 wieder statt. Wir haben unser Unternehmen auf einem eigenen Messestand sehr erfolgreich einer Vielzahl von Fachbesuchern vorstellen können. Passend zu dieser Messe haben wir unsere vollständig neu gestalteten Webseiten veröffentlicht - www.pikatron-gruppe.de. Mit diesem Schritt haben wir unsere bewusst bunte Außendarstellung abgelegt und präsentieren uns in den nächsten Jahren in dunkel, edel und schlicht. Gleichzeitig stellen wir unsere Gruppenstruktur auch im Internet stärker in den Fokus und ermöglichen unseren Kunden so eine noch bessere Übersicht über die Vielzahl an kundenspezifischen Produkten im Bereich der Leistungselektronik. Insgesamt verfügt die Pikatron Gruppe aktuell über sechs Marken, die zum Kunden hin unsere Produktbereiche voneinander trennen und damit die kundenspezifische Leistungselektronik aus einer Hand abdecken. Die Kernmarke "pikatron" mit induktiven Bauelementen und Baugruppen (z.B. HV-Transformatoren, Sicherheitstransformatoren, Spulen & Drosseln, (Audio-)Übertrager, Hochfrequenzwandler, Strom- & Messwandler, magnetische Sensoren, Antennen & RFID). Die Marke "trafowerk Creuzburg" mit induktiven Bauelementen (z.B. Printtransformatoren, Netztransformatoren, Ringkerntransformatoren, Ringkerndrosseln, Trenntransformatoren, Schaltnetzteilwandler, Backlackspulen, Einschaltstrombegrenzer). Die Marke "Habermann trafo" mit induktiven Leistungsbauelementen (z.B. Leistungstransformatoren, Steuertransformatoren, Gehäusetransformatoren, Leistungsdrosseln, Leistungsübertrager, Stromversorgungseinheiten, Ein-/ Dreiphasen-Trafos, Ein-/ Dreiphasen-Netzgeräte). Die Marke "tesch EMC" mit EMV-Komponenten und Filterlösungen (z.B. Netzfilter, DC-Netzfilter, Durchführungskondensatoren, Durchführungsfilter, Ausgangsfilter, Signalfilter, Kabinennetzfilter, Sinusfilter). Die Marke "tae Antriebstechnik" mit Umrichtern und Antriebslösungen (z.B. Universelle Umrichter, Thyristorregler, Bremschopper, (A-) Synchronmotoren, Cool-Torque-Motoren, Magnetische Aktoren, Schaltschrankbau, Rückspeiseeinheiten). Und die Marke "tesema Leistungselektronik" mit kundenspezifischen Stromversorgungen (z.B. Hochspannungsquellen, Hochstromquellen, Leistungsquellen, Drahtlose Energieübertragung, AC/AC-Wandler, DC/DC-Wandler, AC/DC-Wandler, DC/AC-Wandler). Corporate Social Responsibility (CSR) Der Verhaltenskodex der Pikatron Gruppe regelt die Konformität unseres Handelns mit Recht und Gesetz sowie mit gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Normen und Werten. Dieser "Code of Conduct" gilt für alle Niederlassungen und Geschäftseinheiten der Pikatron GmbH. Wir erwarten auch von unseren Lieferanten und Dienstleistern, dass diese in ihrem Verhalten vergleichbare Standards einhalten und in ihrer eigenen Lieferkette umsetzen. Pikatron verpflichtet sich, die Einhaltung der Inhalte dieses "Code of Conduct" auch bei seinen Lieferanten und in der weiteren Wertschöpfungskette im Rahmen seiner jeweiligen Möglichkeiten und Handlungsräume zu fördern. Pikatron wirkt aktiv darauf hin, dass die im "Code of Conduct" genannten Werte und Grundsätze nachhaltig beachtet und eingehalten werden. Der "Code of Conduct" ist für alle zugänglich im Downloadbereich unserer Webseiten abgelegt. Die Pikatron GmbH ist Unterzeichner der "Charta der Vielfalt", der Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Seit 2023 bekennen wir uns zur UN Global Compact Initiative und schließen uns damit weltweiten Standards im Bereich Corporate Social Responsibility an. Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit ist bei uns ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. Neben dem UN Global Compact verfolgen wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens und der Treibhausgasneutralität bis 2039. Wir orientieren unser unternehmerisches Handeln nicht nur an geltendem internationalem Recht und anerkannten Normen, sondern auch an den Grundsätzen und Maßstäben der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen und dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Bereits seit Jahrzehnten befassen wir uns sehr erfolgreich mit dem Thema Nachhaltigkeit und sind so zu einem energieeffizienten Vorzeigeunternehmen geworden. Dabei leisten wir bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der von der Europäischen Union ausgerufenen Umweltziele, die in unserer im Berichtszeitraum 2023 erarbeiteten Nachhaltigkeitsstrategie ausführlich beschrieben sind. Klimaschutz: Wir betreiben ein aktives Energiemonitoring und Wärmerückgewinnung, beziehen 100% Ökostrom in Verbindung mit 400 kWp Photovoltaikanlagen, nutzen Tageslicht- und präsenzabhängige LED-Beleuchtungen und elektrifizieren die betriebliche Mobilität. Kreislaufwirtschaft: Wir vermeiden und verwerten aktive Abfallstoffe, setzen Recyclingprodukte ein und garantieren die Rücknahme von Altprodukten. Biodiversität: Wir bieten auf unseren Betriebsgeländen diverse Nistgelegenheiten für Vögel und Wildbienen, haben mehrere Blühstreifen angelegt und betreiben aktiv Baumpflege. Durch die Substitution und Reduktion von Schadstoffen und der Bewässerung mittels eigener Zisterne verfolgen wir die Ziele der Klimawandelanpassung, der nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen und der Vermeidung von Umweltverschmutzung. Ebenso wichtig wie die Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen ist unser Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen Transformation unserer Volkswirtschaften und Gesellschaften, die wir mit unseren kundenspezifischen Produkten im Bereich der Leistungselektronik ermöglichen. Wir liefern Bauelemente, Geräte und Systeme als Kernkomponenten der Energiewende und einer nachhaltigen Mobilität. Unser Produktportfolio umfasst unter anderem Komponenten für Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft, dezentrale Energienetze, Elektromobilität, Bahn- und Batterietechnik. Risiko- und Chancenbericht § 289 Abs. 1 S. 4 HGB Risikostrategie und Risikopolitik Das Unternehmen ist verschiedenen Risiken ausgesetzt. Ein effektives Chancen- und Risikomanagement ist daher für uns als international agierendes Unternehmen ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmensführung und dient der gezielten Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotentiale. Mögliche Risiken und Chancen werden regelmäßig ermittelt und in Risiko- und Chancenmatrizen durch die Prozesseigner und abschließend die Geschäftsführung bewertet. Dabei werden die Auswirkungen auf Qualität, Kosten und Lieferfähigkeit ermittelt und die Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Als Ergebnis entsteht eine Risikokennzahl. Bei einer Bewertung mit sehr hoher Priorität werden direkt Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Die Chancen werden nach gleichem Schema ermittelt. Hieraus können und sollen z.B. Aufgaben innerhalb des Management-Reviews formuliert werden, um Chancen zu ergreifen und Verbesserungen zu fördern. Unser Ziel ist es, Risiken und Chancen so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen rechtzeitig zu begrenzen bzw. zu nutzen. Die Risikostrategie wird in unserem QM-System abgebildet und von der Geschäftsführung und den Prozesseignern regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Wir haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet, um Auswirkungen externer Ereignisse auf unsere Geschäftsprozesse zu erkennen und zu minimieren. Alle Produktionsstandorte liegen in stabilen und sicheren Regionen. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen sind weitgehend durch Versicherungen abgedeckt. Unsere Vorsorgepläne sowie unsere verteilten Produktionsstandorte tragen dazu bei, die Auswirkungen lokaler oder regionaler Ereignisse auf unsere Geschäftsabläufe zu begrenzen. Eine sehr breite Streuung einer möglichst großen Anzahl von aktiven Kunden verteilt über viele unterschiedliche Branchen bieten der Pikatron Gruppe eine hohe Sicherheit bei Nachfrageschwankungen in einzelnen Wirtschaftsbereichen. Diese Strategie wurde jahrzehntelang erfolgreich verfolgt. Sie hat sich auch in den vergangenen Krisenzeiten bewährt und wird auch helfen die aktuelle Krisenkette ohne größere Schäden für das Unternehmen durchzustehen. Risikomanagementsystem Organisatorisch ist das Risikomanagement in unser bestehendes QM-System nach DIN EN ISO 9001:2015 eingebunden. Die Prozesseigner bewerten die Chancen und Risiken ihrer eigenen Prozesse und berichten regelmäßig bzw. bei kurzfristigen Änderungen auch ad-hoc an die Geschäftsleitung. Die Koordination übernimmt unser Qualitätsbeauftragter, der auch gleichzeitig die jährlichen Management-Reviews veranstaltet und über die Chancen- und Risikolage berichtet. Internes Kontrollsystem im Rechnungslegungsprozess Das interne Kontrollsystem umfasst Kontrollmaßnahmen, die dazu dienen, die Risiken zu erkennen und zu beherrschen und damit einen geordneten Betriebsablauf zu gewährleisten. Die Kontrollen sind in operative Prozesse integriert und beinhalten beispielsweise eine angemessene Funktionstrennung, Anwendung des Vier-Augen-Prinzips sowie Zugriffs- und Freigaberegelungen. Das interne Kontrollsystem unterstützt die Erreichung der geschäftspolitischen Ziele durch die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsprozesse, die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften und den Schutz des Geschäftsvermögens. Mit dem internen Kontrollsystem halten wir die für die Rechnungslegung einschlägigen gesetzlichen Regelungen ein und erzeugen zeitnahe, einheitliche und korrekte Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die organisatorische Verantwortung und der Prozessablauf sind in internen Anweisungen geregelt. Die Einhaltung der Berichtspflichten wird zentral durch das Controlling überwacht. Die Berichtspakete der Standorte und der Tochtergesellschaft werden nach Freigabe durch das lokale Management in ein zentrales Konsolidierungssystem überführt. Wir verfolgen ständig Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften und schulen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an diesen Themen arbeiten. Bei besonders komplexen Themen ziehen wir externe Spezialisten hinzu. Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Mit regelmäßigen Systemsicherungen und Wartungsmaßnahmen minimieren wir sowohl das Risiko eines Datenverlusts als auch das Risikos eines Ausfalls rechnungslegungsrelevanter IT-Systeme. Wesentliche Risiken Die folgende Übersicht gibt unsere Einschätzung zu wesentlichen Risiken wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, d.h. das gesamte Geschäftsjahr 2024. Die Bewertung der Risiken erfolgt unter Berücksichtigung der ergriffenen Steuerungs- und Absicherungsmaßnahmen. Konjunktureller Abschwung der Weltwirtschaft Als reiner Zulieferer ist unser Geschäft in besonderem Maße von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Das Weltwirtschaftswachstum kann durch den andauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine, den Angriffen im Umfeld des Suezkanals, den im Berichtszeitraum 2023 dazu gekommenen Israel-Gaza-Krieg, den Konflikt zwischen Taiwan und China in Verbindung mit einer möglichen Wiederwahl Trumps in 2024 und der Zinspolitik beeinträchtigt werden. Ein Abkühlen der konjunkturellen Entwicklung sowohl global als auch in für die Elektroindustrie wesentlichen Regionen kann dazu führen, dass unsere Umsatzerlöse sich nicht wie erwartet entwickeln. Der Bedarf unserer kundenspezifischen Produkte könnte auf Grund mangelnder Nachfrage reduziert werden oder wir könnten gezwungen sein, auf Grund eines stärkeren Wettbewerbsdrucks unsere Preise zu senken. Bei einer geringeren Produktionsauslastung können die spezifischen Herstellungskosten steigen und unser Ergebnis zusätzlich belasten. Ein Wegfall von wichtigen Lieferanten oder Lieferketten könnte ähnliche Auswirkungen haben. Wir beobachten die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anzupassen. Externe Risiken einschließlich Corona-Virus, Kriege und Bürokratie Das Unternehmen ist ein international operierendes Unternehmen mit fünf Standorten in Deutschland und einem Tochterunternehmen in Tschechien. Mögliche Naturkatastrophen, politische Krisen (z.B. Krieg), Pandemien und andere Beeinträchtigungen in einzelnen Ländern oder Regionen, in denen wir tätig sind, stellen ein potenzielles Risiko für unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe, den Absatz unserer Produkte und unserer Anlagevermögen dar. Der nach wie vor tobende unvorhergesehene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat zwar noch immer keine größeren direkten Auswirkungen auf das Geschäft der Pikatron Gruppe. Allerdings treten die indirekten Auswirkungen immer deutlicher zum Vorschein und es werden täglich neue Maßnahmen notwendig und umgesetzt, um sich den schnell ändernden äußeren Bedingungen in entsprechender Geschwindigkeit anzupassen. Dazu zählen unvorhergesehene Lieferembargos und ähnliche Herausforderungen. Den in 2021 erstmalig im Unternehmen eingeführten Materialteuerungszuschlag führen wir auch über das Berichtsjahr 2023 hinaus weiter, um die weit über unsere Marge hinaussteigenden Vormaterialverteuerungen transparent an unsere Kunden weitergeben und bei Bedarf wieder zurücknehmen zu können. Zum Ende des Berichtszeitraums 2023 sind die ersten Vormaterialpreise gefallen, so dass wir auch den Teuerungszuschlag reduzieren konnten. In 2024 werden wir dieses Hilfsmittel voraussichtlich entfallen lassen. Die sehr volatile Energiepolitik in Folge der Bundestagswahl 2021 bringt große Herausforderungen für das Unternehmen mit und stellt ein deutliches Risiko für die Kostenstruktur des Unternehmens dar. Der Vergleich zu deutschen Mitbewerbern lässt sich damit noch immer durchführen, aber im internationalen Vergleich mit internationalen Kunden sinkt die Wettbewerbsfähigkeit. Auch hier werden die Reaktionen des Marktes sehr genau beobachtet, um frühzeitig eingreifen zu können. Der angekündigte Bürokratieabbau für Unternehmen ist leider nicht im erhofften Maße eingetreten und wir haben auch im Berichtszeitraum 2023 einen massiven Anstieg an bürokratischen Auflagen hinnehmen müssen. Die sicher gut gemeinte Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung führt beispielsweise zu einem massiven Anstieg der Bearbeitungszeit. Auch wenn das die Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland nicht betrifft, so wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder ein Stück reduziert. Branchen- und Absatzmarktrisiken Wie bisher liegen weitere Unsicherheiten und Risiken für einen reinen Zulieferer wie Pikatron mit wenig eigenen Produkten und keinem eigenen Zugang zum Markt des Endkunden in der hohen Abhängigkeit vom Bedarf der Kunden und damit immer auch von der gesamtwirtschaftlichen Lage oder auch der aktuellen Stimmung in der Wirtschaft. Besonders risikoreich sind die auf den Weltmarkt ausgerichteten Kaufentscheidungen von großen Kunden. Der Druck durch Mitbewerber aus dem europäischen und asiatischen Ausland ist groß. Neben den schlanken Verwaltungs- und Produktionsprozessen ist Pikatron unter anderem mit dem Ausbau der Fertigung in Tschechien diesen Herausforderungen noch gewachsen. Allerdings muss ein erheblicher Anteil der Kostenvorteile über Preisreduzierungen nach und nach an die Kunden weitergegeben werden, um ausreichend neue Aufträge zu gewinnen und alte Aufträge zu halten. Die Mindestlöhne und Lohnkosten in Tschechien steigen stetig und stark an, so dass die Kostenvorteile immer geringer werden. Wir verringern die Risiken durch Erhöhen der Flexibilität in der Produktion, durch das Einführen von pfiffigen Fertigungshilfsmitteln, durch fertigungsgerechte Konstruktion, sowie durch konsequentes Kostenmanagement. Wir passen unsere Kapazitäten den Marktentwicklungen an und verbessern ständig die Effizienz der Produktions- und Geschäftsprozesse. Produktentwicklungsrisiken Die Leistungselektronik-Branche ist unter anderem durch einen laufenden und sehr schnellen technologischen Wandel und sich verschärfende bzw. auch neue Anforderungen an unsere Produkte und unsere Fertigungsprozesse charakterisiert. Es besteht das Risiko, möglicherweise nicht angemessen und frühzeitig darauf zu reagieren und künftige Marktentwicklungen falsch einzuschätzen. Risiken, die sich aus unserer Entwicklungsarbeit ergeben, minimieren wir, indem wir die Entwicklungen gemeinsam mit Kunden durchführen. Gleichzeitig beobachten wir intensiv den Markt und unsere Mitbewerber und führen strategische Kunden- und Lieferantengespräche durch. Wir kooperieren bei unseren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, um neueste Trends in unserer Technologie- und Produktentwicklung zu berücksichtigen. Für die Entwicklungsprojekte nutzen wir ein systematisches Projektmanagement. Eindeutige Projektmeilensteine sowie klare Genehmigungsprozesse unterstützen uns dabei, Projektrisiken frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Beschaffungsmarktrisiken Rohstoffe, Energien, andere Sekundärmaterialien, Maschinen und Ersatzteile werden nur von einer begrenzten Anzahl an Lieferanten angeboten. Aufgrund des allgemeinen Kostendrucks und der Komplexität wird die Zusammenarbeit zunehmend intensiver und die wechselseitigen Abhängigkeiten steigen. Die sinkende Auftragslage in vielen Zulieferindustrien führt zu sinkenden Auslastungen bei Lieferanten, was auch die Lieferzeiten und Ausfallrisiken sowie den Preisdruck in der Lieferkette senkt. Im Berichtzeitraum 2023 sind auch die Lieferzeiten für fast alle Vormaterialien wieder in realistische Bereiche zurückgekehrt. Qualitätsmängel, Lieferantenausfälle bzw. Lieferverzögerungen und unerwartete Preiserhöhungen können negative Auswirkungen auf die Produktion, den Absatz sowie die Ertragslage haben und eine notwendige Qualifizierung neuer Lieferanten oder Vormaterialien kann eine längere Zeit bei höheren Kosten beanspruchen. Vor allem dann, wenn es sich um zugelassene Bauteile für z.B. die Luftfahrt oder die Bahntechnik handelt. Um die Risiken von Lieferantenausfällen zu begrenzen, wählen wir unsere Lieferanten sorgfältig aus und bewerten sie zweimal jährlich im Rahmen unseres Managementsystems. Für strategische Vormaterialien und Betriebsmittel sowie kritische Anlagen und Dienstleistungen erarbeiten wir systematische Beschaffungsstrategien, die auch eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als signifikant eingestuft werden, treffen wir, wo immer möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Produktions- und Produkthaftungsrisiken Risiken liegen bei einem Zulieferer wie Pikatron auch bei Schadensersatzforderungen von Kunden aus gelieferten Waren. Diese sind weder vorhersehbar noch auszuschließen. Sie stellen für einen Zulieferer ein permanentes Risiko dar. Trotz ständiger Fortschritte im Bereich der Qualitätssicherung und stetiger Senkung der Fehlerraten, treten immer wieder Kunden mit Schadenersatzforderungen an das Unternehmen heran. Häufig werden auf Kundenseite aus Kostengründen keine Wareneingangsprüfungen und keine ausreichenden Freigabeprüfungen mehr durchgeführt. Die Vormaterialien werden von den Kunden oft sehr kurzfristig bestellt und benötigt und dann nach Eingang sofort und oft ohne weitere Prüfung in den meist teuren eigenen Endprodukten des Kunden eingesetzt. Die Folgekosten in diesen Endprodukten des Kunden sind dann durch das späte Erkennen von möglichen Problemen und Fehlern hoch und Kunden stellen häufiger als früher Forderungen auf Schadensersatz. Die Kosten durch diese Folgeschäden sind teilweise erheblich höher als die Kosten der fehlerhaften Ware und stehen häufig zu diesen in keinem angemessenen Verhältnis. Dies gilt insbesondere für Luftfahrtprodukte, bei denen die Stückzahlen sehr niedrig sind und die Versicherungsprämien weiter erhöht wurden. Durch immer kurzfristigere Dispositionen der Endkunden entsteht bei unseren direkten Kunden dann dort auch sofort ein Lieferverzug. Wegen des ständig steigenden Kostendrucks in allen Betrieben wird dann oft versucht, die Kosten auf den Lieferanten oder auf dessen Versicherer abzuwälzen. Insbesondere geltend gemachte Vermögensschäden und Schäden aus entgangenem Gewinn können schwer abgeschätzt und nicht ausreichend versichert werden. Das Risiko von Schäden oder Schadensersatzforderungen erhöht sich mit steigender Integrationsdichte, d.h. vor allem im Bereich der kundenspezifischen Geräte. Die Gewährleistungsforderungen für angeblich fehlerhafte Produkte nehmen weiter unverhältnismäßig zu. Auch im Jahr 2023 waren bei einzelnen Kunden mehr als 60% der Gewährleistungsforderungen unberechtigt. Die Haftungssummen der von Pikatron abgeschlossenen Versicherungen sind hoch. Sie können trotzdem nicht alle möglichen Schäden oder Schadensersatzforderungen vollständig abdecken. Pikatron wird in der Behandlung und der Abwehr von unberechtigten Forderungen von seinem Versicherungsmakler sehr gut unterstützt. Die Versicherungen werden in jährlichen Audits überprüft und angepasst. Spezielle Risiken werden durch Zusatz- oder Spezialversicherungen eingebunden und abgesichert (z.B. Luftfahrt, Automotive, Raumfahrt, u.a.). Rechtliche und regulatorische Risiken Langwierige Rechtsstreitigkeiten können sich auf unser operatives Geschäft und auf die Reputation unseres Unternehmens negativ auswirken und hohe Kosten verursachen. Um möglichen Risiken zu begegnen, die aus unterschiedlichsten steuerlichen, wettbewerbs-, patent-, kartell-, handels-, arbeits- und vertragsrechtlichen Regelungen und Gesetzen entstehen können, stützen wir Entscheidungen auf intensive Recherchen und rechtliche Beratung. Die auf Grund der stark gestiegenen Vormaterialpreise notwendige Liquidität in der gesamten Lieferkette ist sowohl im Bereich unserer Kunden, als auch im Bereich unserer Lieferanten derzeit mit hohen Risiken behaftet. Trotz sehr engmaschiger Überprüfung können wir nicht ausschließen, dass Kunden oder Lieferanten vor dem Hintergrund der hohen Zinsen insolvenzgefährdet sind. Im Fall von Kunden können unverschuldet hohe offene Forderungen entstehen, im Fall von Lieferanten das Abbrechen von Lieferketten. Die Pikatron Gruppe unterliegt einer Reihe von lokalen Umweltschutzgesetzen und -auflagen, die sich vor allem auf die Lagerung, Handhabung, Entsorgung, Emission und Registrierung von gefährlichen Stoffen beziehen. Das könnte uns einer Haftung für Umweltschäden aussetzen. Wenn Umweltgesetze geändert werden, kann dies zu weiteren Belastungen an unseren Standorten führen. Wir begegnen diesem Risiko durch umfangreiche Instandhaltungsroutinen und laufende Inspektionen der eigenen Anlagen. Sicherheit der IT-Systeme sowie Datensicherheit Im Berichtszeitraum 2023 ist ein weiterer deutlicher Anstieg von Bedrohungen der Informationssicherheit zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere sowohl für den Einsatz von IT-Systemen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse als auch für die Kommunikation. Eine Unterbrechung, Fehler, Manipulation oder Ausfall von IT-Funktionen oder der Kommunikationssysteme hätten daher einen erheblichen negativen Einfluss auf die Arbeitsabläufe, die Ertragslage sowie unsere Reputation. Pikatron überprüft ständig die eingesetzten Informationstechnologien und hat einen hohen Fokus auf die sichere Abwicklung der IT-gestützten Produktions- und Geschäftsprozesse. Ein absolut sicherer Schutz vor Angriffen auf unser IT-System ist dennoch nicht möglich. Zum Ende des Berichtszeitraum haben wir die Bemühungen im Bereich IT-Sicherheit massiv erhöht, z.B. bei Zugriffskonzepten, Sandboxingtools, Schadsoftscannern und anderen Maßnahmen. Personalrisiken Der Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum und den technologischen Vorsprung des Unternehmens auswirken. Seit der zweiten Jahreshälfte 2023 stellt sich die Wechselbereitschaft des Personals aus anderen Unternehmen heraus wieder als höher dar. Dieser Trend setzt sich auch in 2024 fort. Wie auch in den Jahren zuvor, schafft es Pikatron unter Einsatz großer Ressourcen qualifiziertes Personal sowohl für die Verwaltung als auch die Produktion zu bekommen. Wir begrenzen die Personalrisiken über diverse personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unsere vielfältigen Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Für Schlüsselpositionen im Unternehmen erfolgt eine langfristige Nachfolgeplanung. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wertvollste Gut, das wir haben, was sich auch in allen Maßnahmen widerspiegelt. Finanzwirtschaftliche Risiken Aufgrund des Einsatzes von Finanzinstrumenten und der Anlage von Guthaben bei Kreditinstituten besteht das Risiko eines Forderungsausfalls gegen Finanzinstitute. Wir begrenzen dieses Risiko, indem Finanzinstrumente und Finanzanlagen nur mit Vertragspartnern guter Bonität abgeschlossen und die jeweiligen Geschäftsvolumen limitiert werden. Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Unser Forderungsmanagement bewertet regelmäßig die Bonität der Kunden. Ausfallrisiken werden über definierte Kreditlimits und in ausgewählten Fällen über Bankbürgschaften oder Vorkassen begrenzt. Wir versuchen unsere breite, ausgeglichene und solide Kundenbasis zu halten und zu erweitern. Wechselkursschwankungen waren im Jahr 2023 insbesondere beim US Dollar und bei der tschechischen Krone für das Unternehmen von Bedeutung. Da das Unternehmen im Dollarraum sowohl ein- als auch verkauft, kann man Wechselkursschwankungen teilweise abfedern. Das Währungsrisiko der tschechischen Kronen haben wir kalkulierbar gemacht, indem wir für das gesamte Berichtsjahr 2023 und darüber hinaus eine Währungssicherung durchgeführt haben. Damit können Kalkulationen auf Basis eines festen Kurses durchgeführt werden. Dem Liquiditätsrisiko wird mittels einer rollierenden Liquiditätsplanung entgegen gesteuert. Dem Finanzierungsrisiko beugt die Pikatron GmbH durch ausreichend vorgehaltene Liquidität vor. Chancenbericht Pikatron hat die Chancen der Krisenkette genutzt und sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von weiteren Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Um Chancen frühzeitig zu erkennen, setzen wir diverse Marktbeobachtungsinstrumente ein und stehen in sehr engem Kontakt zu unseren Kunden und unseren Lieferanten. Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung werden auf Geschäftsführungsebene behandelt. Das geschieht in unterjährigen Strategieentwicklungsworkshops und in regelmäßigen Abstimmungstreffen des internen Führungskreises. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Chancen Die Pikatron Gruppe hat den Anspruch, die Ertragskraft langfristig zu sichern und weiter zu wachsen. Die Fokusregion liegt für uns unverändert in der Region DACH. Einen besonderen branchenspezifischen Fokus haben wir dabei ganz bewusst nicht. Dieses Wachstum kann über vier Mechanismen geschehen, wobei alle vier Möglichkeiten aktiv verfolgt werden: Wir bauen das Geschäft bei unseren bestehenden Kunden weiter aus. Wir bahnen Geschäfte bei neuen Kunden an. Wir wachsen weiter in der Nische, weil Mitbewerber durch z.B. die Krisenkette entweder vom Markt verschwinden oder von großen Investoren gekauft werden. Wir versuchen durch den Zukauf von weiteren Unternehmen zu wachsen, die unser Produktportfolio im Bereich der kundenspezifischen Leistungselektronik erweitern. Auch wenn viele Mitbewerber Fertigungen und Vormateriallieferanten im fernen Ausland haben, bleibt unser Schwerpunkt auch weiterhin auf regionalen Lieferketten und lokalen Fertigungen. Diese ermöglichen uns sowohl gut durch die Krisenkette zu kommen, aber auch weiterhin schnell und flexibel lieferfähig zu sein. Darüber hinaus können wir in ausgewählten Fällen Vormaterialien auch international beschaffen und größere Serien in unserem tschechischen Werk fertigen. Unternehmensstrategische und leistungswirtschaftliche Chancen Unsere gute finanzielle Situation ermöglicht es uns bei entsprechenden Markt- und Branchenentwicklungen flexibel und schnell reagieren zu können, um am Marktwachstum teilnehmen zu können. Auch der derzeit gute Auftragsbestand gibt uns die Sicherheit mittel- bis langfristige Investitionen tätigen zu können, z.B. die Erweiterung der Fertigungskapazität in unserer Usinger Zentrale im Berichtszeitraum 2023. Vor allem aber können wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in Krisenzeiten sichere Arbeitsplätze bieten. Eine stärkere Zusammenarbeit der sechs Standorte in der Gruppe durch eine bessere Vernetzung - auch durch digitale Infrastruktur - ermöglicht die noch bessere Nutzung von Synergien, hilft uns bei der gleichmäßigen Auslastung, beim Abfedern von Auftragsspitzen und hält uns durch die Redundanz beim Ausfall von einzelnen Bereichen oder sogar Standorten lieferfähig. Jeder Standort kann dabei sein spezielles Knowhow in besonderer Weise in die Gruppe einbringen und wir können so den größtmöglichen Nutzen für unsere Kunden bieten. Unsere Standorte sind wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells und es gibt derzeit keine Bestrebungen Standorte zusammen zu legen. Eine weitere große Chance bietet sich dem Unternehmen mit dem Bereich tesema Leistungselektronik, d.h. der kundenspezifischen Entwicklung und Fertigung von speziellen Stromversorgungen. Dabei kann das Knowhow der gesamten Gruppe aus den bisherigen Kernbereichen der induktiven Bauelemente, der Funkentstörkomponenten und EMV-Filter sowie die Erfahrung in der Fertigung und Entwicklung von Hardware und Software der tae Antriebstechnik gebündelt werden. Dies stellt für uns einen großen Wettbewerbsvorteil und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal gegenüber Mitbewerbern dar, die zumindest Teile dieser Komponenten zukaufen müssen und das Knowhow für diese Einzelkomponenten nicht selbst besitzen. Durch eine kontinuierliche Verlagerung der Großserien-Fertigung von den deutschen Standorten nach Tschechien kann das Unternehmen die Forderungen der Kunden nach ständiger Preisreduzierung auch in den nächsten Jahren erfüllen. An allen Standorten besteht noch ein erhebliches Ausbau-, Verbesserungs- und Rationalisierungspotential. Zur Senkung der Kosten und zur Verbesserung der Prozesse werden nach wie vor regelmäßig Audits, Schulungen und Workshops durch unser eigenes Optimierungsteam durchgeführt. Wie die Ergebnisse der KVP-Prozesse immer wieder zeigen, sind die Chancen und Verbesserungspotentiale in der Pikatron Gruppe bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Hierzu werden Produktionstechniken wie die Linienfertigung an allen Fertigungsstandorten der Gruppe ständig weiterentwickelt und verbessert. Dadurch erhöhen sich die Flexibilität und die Logistikleistung des Unternehmens. Mit der Fähigkeit, jederzeit kurzfristig den wirklichen Bedarf des Kunden liefern zu können und damit dessen eigene sowie die Lagerhaltung bei Pikatron überflüssig zu machen, hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren ein Alleinstellungsmerkmal am Markt geschaffen. Dies stellt beim Kunden häufig ein vom Produktpreis unabhängiges Entscheidungskriterium für die Auftragsvergabe dar. Beurteilung des Gesamtrisikos durch die Geschäftsführung Insgesamt sind die dargestellten Risiken aus Sicht des Geschäftsführers beherrschbar und werden ausreichend früh erkannt. Prognosebericht § 289 Abs. 1 S. 4 HGB Voraussichtliche gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die COVID-19-Pandemie wurde in den meisten Ländern der Welt für beendet erklärt, d.h. die direkten Auswirkungen sollten langsam aber sicher rückläufig sein. Die Lieferketten haben sich weitgehend stabilisiert, wobei der Trend weg von der Globalisierung und hin zu lokaleren Lieferketten bestehen bleibt. Die bei vielen Unternehmen im Rahmen der Pandemie eingeführte verstärkte Lagerhaltung wird wieder Stück für Stück zurückgefahren, was zu Auftragsrückgängen in der gesamten Wirtschaft geführt hat und führt. Sobald diese Läger abgebaut sind, werden die Auftragseingänge wieder steigen - allerdings mit kurzfristigeren Lieferterminen. Die politisch sehr instabile Situation im Bereich der Bürokratie, der Nachhaltigkeit und der Zinsen wird maßgeblich für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verantwortlich sein. Aktuell sorgt diese unklare Lage ebenfalls dafür, dass die Auftragslage zunächst eher weiter zurückgehen wird. Künftige Entwicklung der Pikatron GmbH Der Beginn des Geschäftsjahres 2024 liegt in Bezug auf den geplanten Umsatz unter dem Plan. Die Ergebnissituation ist auf Grund der schnell durchgeführten Kostenanpassungen bisher im Bereich des Plans. Trotz des noch immer hohen Auftragsbestands, der massiven Vertriebsaktivitäten und der für das zweite Halbjahr 2024 besseren gesamtwirtschaftlichen Prognose werden wir den Umsatzplan für das Geschäftsjahr 2024 von knapp 42 Mio. Euro nicht ganz erreichen können. Ohne weitere besondere Ereignisse rechnen wir mit einem Jahresüberschuss 2024 der Pikatron GmbH von ca. 1 Mio. Euro. Das Jahr 2024 haben wir intern unter das Motto "Lass den Unsinn" gestellt. Wir führen damit die im Berichtsjahr 2023 begonnenen Optimierungsprojekte fort. Das betrifft alle Bereiche des Unternehmens und führt zu schlankeren Administrations- und Fertigungsprozessen. Die bereits stark ausgebaute Vernetzung unserer Standorte werden wir weiter stärken, um die notwendige hohe Flexibilität noch besser darstellen zu können. Der hohe Krankenstand in Folge der Pandemie hat uns bereits Anfang 2024 massive Probleme gemacht. Wir rechnen aber auch im vierten Quartal 2024 wieder mit einem deutlich höheren Krankenstand als vor der Pandemie. Die Bestrebungen im Bereich der Gesundheitsvorsorge gehen mit großem Einsatz weiter. Den bereits im Berichtszeitraum begonnenen massiven Ausbau des Vertriebs über Social Media und Suchmaschinen setzen wir auch in 2024 fort. Wir erhoffen uns hier eine höhere Sichtbarkeit in der DACH-Region und so eine höhere Anzahl an Anfragen im kaufmännischen und technischen Bereich. Wir rechnen daher für 2024 mit einer deutlichen Steigerung der technischen Angebote im Vergleich zum Berichtszeitraum. Die Pikatron Gruppe soll auch weiterhin durch Zukäufe von Firmen oder durch Beteiligungen wachsen. In der Ausrichtung, dem Geschäftsmodell, der Strategie und der Geschäftspolitik sind keine wesentlichen Änderungen geplant. Die dargestellte positive Finanzlage wird stabil bleiben. Die Abhängigkeit von Banken wird zumindest bis zum Kauf eines weiteren Unternehmens niedrig bleiben. Durch die gute finanzielle Ausstattung, insbesondere durch das hohe Eigenkapital, fühlt sich die Geschäftsleitung für die Zukunft und die Weiterentwicklung des Unternehmens und der Pikatron Gruppe gut gerüstet und in der Lage alle notwendigen Investitionen zu tätigen. Gesamtaussage der Geschäftsführung zur voraussichtlichen Entwicklung Die Zufriedenheit unserer Kunden und die langfristige Bindung an die Pikatron Gruppe sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Geschäftsleitung als ihr oberstes Ziel an. Der Geschäftsführer der Pikatron GmbH beurteilt die Lage des Unternehmens sowie die Lage der Pikatron Gruppe als gut und stabil. Die Risiken durch die Krisenkette sind jedoch hoch und die Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und damit auf die Entwicklung des Unternehmens sind schwer abzuschätzen. Die Vermögenslage und die Finanzlage beurteilt der Geschäftsführer als sehr gut. Die mittel- und langfristige Finanzsituation der Pikatron Gruppe und die Entscheidungen der Gesellschafter für das Budget des laufenden Jahres erlauben es, die in den Prognosen dargestellten Chancen zu nutzen und die dargestellten Risiken, auch die der aktuellen Krisen, zu beherrschen. Die dargestellten Risiken sind erkannt und das Unternehmen ist vorbereitet bzw. weitgehend abgesichert. Insgesamt schätzt der Geschäftsführer der Pikatron GmbH die Wahrscheinlichkeit einer weiteren positiven Entwicklung des Unternehmens höher ein als die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von beschriebenen Risiken oder für das Eintreten einer negativen Entwicklung in den nächsten beiden Jahren.
Usingen, den 19. April 2024 PIKATRON GmbH Geschäftsführung gez. Dr.-Ing. Matthias Staab BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023der PIKATRON GMBHA. ANGABEN ZU INHALT UND GLIEDERUNG DES JAHRESABSCHLUSSES I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 2 HGB aus. II. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft Die Firma Pikatron GmbH mit Sitz in Usingen ist beim Amtsgericht Bad Homburg unter der Nummer HRB 9629 im Handelsregister eingetragen. B BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN I. Auf Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 284 Abs. 2 Nr. 1) 1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und linear abgeschrieben. Der aktivierte Geschäfts- und Firmenwert wurde über einen Zeitraum von 4 Jahren abgeschrieben. Ein weiterer Geschäfts- und Firmenwert wird über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und bei abnutzbaren Vermögensgegenständen um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Zugänge werden handelsrechtlich entsprechend der zu erwartenden möglichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei Neuzugängen von geringwertigen Wirtschaftsgütern in 2023 mit Anschaffungskosten von bis zu EUR 800,00 erfolgt die volle Abschreibung im Zugangsjahr mit Darstellung des Abgangs im Folgejahr. Für die aus den Vorjahren vorhandenen Anlagengüter erfolgt die Abschreibung soweit zulässig degressiv mit Übergang zur linearen Methode, wenn dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt. 2. Finanzanlagen Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt. 3. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. mit den niedrigeren beizulegenden Werten am Abschlussstichtag angesetzt. Wie im Vorjahr wird die LIFO-Methode nur noch bei der Rohkupferbewertung angewendet. Für nicht am planmäßigen Umschlag teilnehmende Rohwarenbestände wird mittels Reichweiten-Analyse ein Abschlag ermittelt, welcher im Berichtsjahr TEUR 398 (VJ TEUR 778) beträgt. Bei unfertigen und fertiggestellten Erzeugnissen werden in die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten mit einbezogen. Für nicht am planmäßigen Umschlag teilnehmende fertiggestellte Erzeugnisse wird mittels Reichweiten-Analyse ein Abschlag ermitteln, welcher im Berichtsjahr TEUR 39 (VJ TEUR 103) beträgt. 4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung auf die Netto-Forderungen angemessen Rechnung getragen. 5. Rückstellungen / Verbindlichkeiten Die Rückstellungen berücksichtigen alle bis zum Abschlussstichtag entstandenen und bis zur Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und Verpflichtungen. Die Dotierung erfolgt mit dem vorsichtig geschätzten Erfüllungsbetrag. Auf eine Abzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger wurde verzichtet. Verbindlichkeiten werden ebenfalls zum Erfüllungsbetrag angesetzt. II. Grundlagen der Währungsumrechnung Die auf Fremdwährung lautenden Guthaben bei Kreditinstituten werden unter Beachtung des § 256 a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Ebenso wird verfahren mit auf fremde Währung lautenden Verbindlichkeiten. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit dem Mittelkurs am Entstehungstag bewertet. C. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ I. Anlagevermögen Anlagenspiegel Die Entwicklung der historischen Anschaffungskosten und der kumulierten Abschreibung je Anlageposten ist im Anlagenspiegel auf der Folgeseite dargestellt.
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 255,5 (VJ TEUR 300,0). Diese haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. III. Latente Steuern 1. Ansatzgrund Die aktiven latenten Steuern beruhen im Wesentlichen auf niedrigeren, der steuerlichen Bewertung des Anlagevermögens zugrunde gelegten Abschreibungssätzen, niedrigeren steuerlichen Abschlägen bei der Bewertung der Vorräte, die nicht am planmäßigen Umschlag teilnehmen und höheren handelsrechtlichen Wertansätzen bei den Rückstellungen sowie der Pauschalwertberichtigung der Forderungen, die steuerlich nicht zulässig sind. Aus der Gesamtdifferenzbetrachtung ergeben sich aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 73,1 (VJ TEUR 92,0. Auf Grund des bestehenden Aktivierungswahlrechts wurden die aktiven latenten Steuern nicht angesetzt. 2. Zugrunde gelegter Steuersatz Zur Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz in Höhe von 28,78 % (VJ 28,71 %) zugrunde gelegt. (§ 285 Nr. 29 HGB) IV. Eigenkapital Die Geschäftsführung schlägt gemäß Satzungsregelung vor, den im Berichtsjahr erzielten Jahresüberschuss in Höhe von EUR 2.115.109,17 je zur Hälfte in die Gewinnrücklagen einzustellen (EUR 1.057.554,58) sowie an die Gesellschafter auszuschütten (EUR 1.057.554,59). V. Rückstellungen VI. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Tochtergesellschaft Pikatron CZ s.r.o. in Höhe von EUR 258.476,50 (VJ EUR 201.616,77). 2. Restlaufzeiten Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt:
(§ 268 Abs. 5 S. 1, § 285 Nr. 1a, § 285 Nr. 1b, § 285 Nr.2 HGB) Der Gesamtbetrag aller Verbindlichkeiten mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt zum 31.12.2023 EUR 4.359.068,39 (VJ EUR 3.703.305,87). Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren (VJ EUR 0,00). Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 168.799,83 (VJ EUR 250.224,18) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von EUR 1.645,52 (VJ EUR 4.564,08). Von den kurzfristigen Privatdarlehen betreffen EUR 773.662,45 Gesellschafter und EUR 1.062.697,26 nahestehende Personen. VII. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Aus KFZ-Leasingverträgen mit einer Laufzeit bis längstens 2028 bestehen folgende Verpflichtungen:
Aus Mietverträgen für die Objekte an den Standorten Rasdorf, Haan und Lauchringen bestehen folgende Verpflichtungen:
Das Restvolumen des in 2023 abgeschlossenen Devisentermingeschäfts beträgt für das Jahr 2024 insgesamt 72.000.000 CZK (= EUR 2.907.197,81). (§ 285 Nr. 3a HGB) D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG I. Währungsumrechnung Die saldierten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung belaufen sich auf EUR 20.484,49 (VJ saldierte Erträge EUR 37.114,57). (§ 277 Abs. 5 HGB) E. SONSTIGE ANGABEN I. Personalstand Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
(§ 285 Nr. 7 HGB) II. Geschäftsführung Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2023 war Herr Dr.-Ing. Matthias Staab. Herr Staab ist als Alleingeschäftsführer zuständig für alle Geschäftsbereiche. (§ 285 Nr. 10 HGB) III. Bezüge der Geschäftsführung Die Gesellschaft macht von ihrem Recht nach § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch und unterlässt die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung. IV. Kredit an die Geschäftsführung Dem Geschäftsführer wurde ein Kredit gewährt, der zum 31.12.2023 einen Saldo in Höhe von EUR 121.219,68 ausweist. Der Zinssatz liegt bei 4,33 % p.a., die monatliche Annuität bei 1.000,00 €. In 2023 wurde ein Betrag in Höhe von EUR 18.962,06 getilgt. (§ 285 Nr. 9c HGB) V. Anteilsbesitz und Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen Seit dem 25.8.2005 besteht in Tschechien die Pikatron CZ s.r.o. als Tochtergesellschaft. Das Stammkapital wurde von der Pikatron GmbH in Höhe von CZK 500.000,00 (EUR 17.277,13) zu 100% übernommen. Das Eigenkapital wurde im Jahr 2008 durch Einzahlung in die Kapitalrücklage um CZK 693.675,00 (EUR 25.000,00) aufgestockt. Zum Bilanzstichtag beträgt das Eigenkapital der Pikatron CZ s.r.o. TCZK 3.413 (EUR 138.050) und zum 31.12. des Vorjahres TCZK 3.970 (EUR 164.613). Im Berichtsjahr wurden bei der Muttergesellschaft Erträge aus Beteiligungen in Höhe von EUR 112.843,23 erzielt (VJ EUR 89.068,83), welche aus Gewinnausschüttung der Pikatron CZ s.r.o für das Jahr 2022 resultieren. Die Pikatron CZ s.r.o. hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem Gewinn in Höhe von TCZK 2.144 (VJ TCZK 2.709) abgeschlossen. Sitz der Gesellschaft ist Pisek. (§ 285 Nr. 11 HGB) F. VERWENDUNG DES ERGEBNISSES Die Beschlussfassung zur Gewinnverwendung erfolgt in der Gesellschafterversammlung am 26.04.2024. G. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Der Krankenstand ist noch immer höher als vor der Corona-Pandemie. Durch diesen hohen Krankenstand und die während der Pandemie aufgefüllten Läger unserer Kunden erreichen wir den geplanten Umsatz am Jahresanfang nicht. Aufgrund von schnell durchgeführte Kostenanpassungen liegt das Ergebnis bisher aber nur leicht unter dem Plan. Den geplanten Gesamtumsatz für das Jahr 2024 werden wir wahrscheinlich trotz des noch immer hohen Auftragsbestandes, massiven Vertriebsaktivitäten und der für das zweite Halbjahr besseren gesamtwirtschaftlichen Prognose nicht ganz erreichen können. Die Vermögens- und die Finanzlage wird nach aktuellem Stand als sehr gut eingeschätzt. (§ 285 Nr. 33 HGB)
Usingen, den 19. April 2024 gez. Dr.- Ing. Matthias Staab, Geschäftsführer sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 26.04.2024 festgestellt. Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersAn die PIKATRON GmbH Prüfungsurteile Ich habe den Jahresabschluss der PIKATRON GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus habe ich den Lagebericht der PIKATRON GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erkläre ich, dass meine Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Ich habe meine Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifiziere und beurteile ich die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, plane und führe Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinne ich ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteile ich die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehe ich Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich zu dem Schluss komme, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteile ich Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteile ich den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führe ich Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehe ich dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteile die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen gebe ich nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.
Wehrheim, den 19. April 2024 Sabine Haben-M'hadhbi, Wirtschaftsprüfer |
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