KARL MAYER Technische Textilien GmbH

Otto-Schmerbach-Straße 19, 09117 Chemnitz, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Chemnitz HRB 29837
Vorher
Liba-Maschinenfabrik Gesellschaft mit beschränkter HaftungKARL MAYER LIBA Textilmaschinenfabrik GmbH
Eingetragen
27.3.1947
Branche
Herstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und GießmaschinenHerstellung von Maschinen für die Textil- und Bekleidungsherstellung und die LederverarbeitungHerstellung von Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung
Gegenstand
Herstellung und Vertrieb von Maschinen, Maschinenersatzteilen und Metallwaren sowie zugehörige Produkte und Dienstleistungen aller Art

Historie

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Management

NameRolle
Hagen Lotzmann
seit 16.7.2025
Geschäftsführer
Volker Böhling
seit 15.11.2023
Prokura
Kristina Zimmermann
seit 15.11.2023
Prokura
Susann Merkel
seit 3.4.2023
Prokura
Sven Erik Ebel
seit 16.2.2022
Prokura
Regine Wappler
seit 16.2.2022
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
KARL MAYER STOLL Textilmaschinenfabrik GmbH
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

KARL MAYER Textilmaschinenfabrik GmbH
Germany
1.757.000 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

KARL MAYER Technische Textilien GmbH

Chemnitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die KARL MAYER Technische Textilien GmbH (KMTT) ist im Textilmaschinenbau tätig und Teil der familiengeführten KARL MAYER Gruppe. Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochter der KARL MAYER Textilmaschinenfabrik GmbH, Obertshausen (KMO). Die KMTT entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Maschinen insbesondere zur Herstellung technischer Textilien für Anwendungen im Bereich der Windenergie, Luftfahrt, Automobil, Schienenverkehr, Baubranche, Boots- und Schiffbau sowie Sportindustrie. Darüber hinaus produziert die KMTT Sonder-Kettenwirkmaschinen für die KMO. Die Kunden bekommen hochtechnologische Textilmaschinen und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Maschineninstallationen mit umfangreichen Serviceangeboten und maßgeschneiderten Anwendungspaketen geliefert. Zum umfassenden Service gehört es auch, den Kunden Ausbildungsmöglichkeiten oder Anwendungsversuche an unseren Vorführmaschinen zu bieten.

Mit den innovativen Kompetenzzentren für die Entwicklung und Montage von Composite Maschinen in Naila und für die Entwicklung und Montage von Schusswirkmaschinen in Chemnitz wird gezielt in Innovationen investiert und zugleich der konsequenten Ausrichtung auf die Kundenanforderungen und Märkte der Technischen Textilien innerhalb der Organisation der KARL MAYER Gruppe Rechnung getragen.

Der Fokus der Gesellschaft richtet sich verstärkt auf neue Märkte und Anwendungen im Bereich technischer Textilanwendungen und -verfahren.

2. Personal- und Sozialpolitik

Im Jahresdurchschnitt betrug der Personalbestand im Berichtsjahr 256 (im Vorjahr 263) Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Zusätzlich beschäftigen wir durchschnittlich 12 (im Vorjahr 18) Auszubildende.

Im Berichtsjahr 2019 war es notwendig, Maßnahmen zu vereinbaren, um der Unterauslastung entgegenzuwirken und Kosteneinsparpotentiale zu erzielen. Die Maßnahmen zur operativen Ergebnisverbesserung waren der Abbau von Zeitkonten und die Fortführung der Kurzarbeit. Außerdem erhielten anspruchsberechtigte Mitarbeiter, anstelle der Auszahlung des tariflichen Zusatzgeldes, bezahlte freie Tage gemäß den Bestimmungen des Ergänzungstarifvertrages.

Als weitere Möglichkeit um Beruf und Familie noch besser miteinander zu vereinbaren wurde das Konzept zum "Mobilen Arbeiten" mittels einer Gesamtbetriebsvereinbarung zum 01.01.2019 eingeführt und der Rahmen für das Jahr 2020 erweitert.

Des Weiteren wurde das Thema "Neue Führung" weiter etabliert. Zahlreiche Führungskräfte nutzten Angebote, um Impulse oder Ideen für das eigene Führen zu übernehmen, anzupassen und auszuprobieren. Beispielsweise wurde ein erster Workshop zum Thema "Lessons Learned" durchgeführt und das Projekt "ERFA" (Erfahrungsaustausch zwischen Belegschaft und Führungskräften zu aktuellen Themen) gestartet.

Zum Zwecke der systematischen Personalweiterbildung und -entwicklung stehen den Mitarbeitern mit dem Ausbau der virtuellen Lernplattform "KARL MAYER Learning Community" weitere neue Weiterbildungsmaßnahmen und Trainings zur Verfügung. Um die persönlichen und fachlichen Kompetenzen weiter auszubauen, wurden ebenfalls die Möglichkeiten der internen Programme - Expertenlaufbahn sowie Talentplanung und Talentpool - genutzt.

3. Forschung und Entwicklung

Die Verschiebungen in den Märkten und in den Produktgruppen sowie sich verändernde politische Rahmenbedingungen bestimmen zunehmend unser Geschäft. Unsere Kunden sind bestrebt, sich durch Differenzierung Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, sei es durch gezielte Einzellösungen oder durch Produktivität und Kosten.

Der Bereich der Forschung und Entwicklung des Unternehmens liefert durch Antizipation dieser Trends sowie durch Orientierung an Kundenwünschen und Marktanforderungen und der daraus resultierenden Entwicklung innovativer Maschinen und Anlagen einen wichtigen Beitrag hierzu.

Im Jahr 2019 standen neben kundenspezifischen Anpassungen und Entwicklungen auch Maschinenentwicklungen im Vordergrund, mit dem Fokus der Verbesserung der Produktivität und des Preis- / Leistungsverhältnisses.

Konkret wurden neben den Serienbetreuungsaufgaben folgende Schwerpunkte im Jahr 2019 verfolgt und bearbeitet.

Entwicklung von Maschinen für Verstärkungsgitter zu Anwendungen u.a. im Bausektor,

Entwicklung von spezifischen Anlagen für Carbonanwendungen,

Weiterentwicklung der Faserfolienanlage für thermoplastische Verbundsysteme für die Serie.

Die damit verbundenen Aufwendungen lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei EUR 7,9 Mio., das entspricht 14,9% vom Umsatz. Für das Geschäftsjahr 2020 planen wir mit EUR 8,4 Mio. (inklusive Fördermittel in Höhe von EUR 0,1 Mio.), dies entspricht 17,7 % von den für 2020 prognostizierten Umsatzerlösen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Geschäftsverlauf 2019

Der internationale Wettbewerbsdruck für den deutschen Anlagen- und Maschinenbau nimmt weiter zu - insbesondere durch Unternehmen aus China und Indien. Dies gilt insbesondere für den Textilmaschinenbau.

Im Berichtsjahr 2019 war die Konjunktur im Textilmaschinenbau im Zuge geopolitischer Krisen durch eine sich abschwächende Investitions- und Ordertätigkeit gekennzeichnet. Dies beruht insbesondere auf aktuellen Unsicherheiten bezüglich der schlechten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der VR China und den USA sowie einem bereits im letzten Geschäftsjahr erfolgten massiven Einbruch der türkischen Lira.

Nach Angaben des "VDMA Textilmaschinen" sank der Auftragseingang für Maschen bildende Maschinen in Deutschland im Zeitraum Januar bis Oktober 2019 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum um -15% (darin Inland -9%, Ausland -15%), der dem Auftragseingang nachlaufende Umsatz nahm um -17% (darin Inland +7%, Ausland -18%) ab. 1 Für den deutschen Textilmaschinenbau insgesamt beläuft sich der Auftragseingangsrückgang im gleichen Zeitraum auf -20% (darin Inland -19%, Ausland -20%) und der Umsatzrückgang beläuft sich auf -22% (darin Inland -14%, Ausland -23%).

Dieser vom VDMA ermittelte Abwärtstrend zeigte sich für die Gesellschaft in einem rückläufigen Auftragseingang von -30 % gegenüber dem Vorjahr. Der gesamte Auftragseingang für Maschinen lag im Berichtsjahr bei EUR 28,4 Mio. (Vorjahr: EUR 40,5 Mio.). Damit lag der Auftragseingang im Berichtsjahr auch um ca. -23% unter dem Budget für 2019 (EUR 37,1 Mio.).

Trotz des niedrigen Auftragseinganges konnte das Gesamtumsatzvolumen des Vorjahres mit einer geringen Abweichung von -0,4% erreicht werden. Dazu hat der gute Auftragsbestand an Maschinen vom Ende des Jahres 2018 in Höhe von EUR 16,2 Mio. beigetragen. Für eine Vollauslastung reichte das Volumen jedoch nicht, da auch fertige Maschinen aus dem Lagerbestand verkauft wurden. Deshalb nutzten wir Kurzarbeit und Zeitkontenabbau wie bereits im Vorjahr. Der Auftragsbestand Ende des Geschäftsjahres 2019 beträgt EUR 11,4 Mio. und liegt damit ca. -30% unter dem Auftragsbestand von Ende 2018.

Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, startete die Geschäftsführung bereits Anfang 2018 das Programm "FUTURE TT 2020". In diesem Projekt wurden zum einen kurzfristige Maßnahmen zur Kostenreduzierung wie Zeitkontenabbau, Kurzarbeit und Unterstützung von KARL MAYER Obertshausen in verschiedenen Bereichen festgelegt und zum anderen Maßnahmen zum Aufbau von Business Development und Market Intelligence aufgesetzt, um Klarheit über die zukünftigen Marktpotentiale der KMTT zu erlangen und diese dann zu erschließen.

1 VDMA Textilmaschinen, Konjunktur-Textilmaschinenbau 11/2019

Da das Geschäft im Jahr 2019 wieder unter den Erwartungen lag, wurde zur Sicherstellung der langfristigen Zukunftsfähigkeit der KMTT eine Neuausrichtung unumgänglich. Folgende Maßnahmen wurden eingeleitet:

Schließung des Produktionsstandortes in Naila (78 Mitarbeiter betroffen)

Reduzierung der Fertigungstiefe (Nutzung der Fertigungskapazitäten in der

KARL MAYER Gruppe)

Aufbau von zwei Kompetenzzentren für Entwicklung/Service

Zentralisierung der Abrechnungsprozesse in der Konzernzentrale

Verschiebung eines Teiles vom Produktportfolio der KMTT in einen anderen Geschäftsbereich des Konzerns

Die KARL MAYER Gruppe investiert weiterhin gezielt in Lösungen und Innovationen im Bereich der Technischen Textilien, um seine weltweite Marktführerschaft weiter auszubauen. Bei dieser Neuausrichtung steht daher die Betreuung der Kunden im Fokus.

Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -9,7 Mio. hat sich gegenüber dem Vorjahr und gegenüber den Erwartungen für 2019 deutlich verschlechtert. Dies liegt hauptsächlich an den Kosten von EUR -7,8 Mio. für die beginnende Neuausrichtung der Gesellschaft. Ohne Kosten für die Restrukturierung und Neuausrichtung liegt das Ergebnis vor Steuern bei EUR -1,9 Mio. und damit um EUR 2,6 Mio. besser als für das Berichtsjahr 2019 prognostiziert. Das haben Kostenreduzierungen in verschiedenen Bereichen, bspw. durch Kurzarbeit und Überstundenabbau sowie durch Value Engineering Maßnahmen bewirkt.

2. Vermögens- und Finanzlage

Zum Bilanzstichtag betrug die Bilanzsumme EUR 36,2 Mio. und befand sich damit 4% über dem Vorjahresniveau (EUR 34,8 Mio.).

Das Sachanlagevermögen hat sich insbesondere durch planmäßige Abschreibungen von EUR 0,5 Mio. und außerplanmäßigen Abschreibungen von EUR 0,5 Mio., von EUR 1,9 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,3 Mio. im Berichtsjahr reduziert.

Die Vorräte wurden von EUR 15,3 Mio. im Vorjahr auf EUR 12,1 Mio. im Berichtsjahr reduziert. Dieser hohe Bestandsabbau war im Wesentlichen möglich durch den Erhalt von Ausfuhrgenehmigungen vom Bundesamt für Ausfuhren (BAfA), die im Vorjahr durch Verzögerungen zum Bestandsaufbau führten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch stichtagsbedingt weniger Geschäfte mit verbundenen Unternehmen um EUR 0,9 Mio. auf EUR 8,6 Mio. gefallen.

Die liquiden Mittel betragen zum 31. Dezember 2019 EUR 12,5 Mio. Die Gesellschaft ist somit, wie in den Vorjahren, finanziell solide aufgestellt und verfügt über ausreichend liquide Mittel.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Berichtsjahr EUR -0,6 Mio. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt im Berichtsjahr EUR -0,1 Mio. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt im Berichtsjahr EUR 8,0 Mio.

Trotz der Einzahlung in die Kapitalrücklage durch den Gesellschafter in Höhe von EUR 8 Mio. verringerte sich infolge des Jahresfehlbetrages 2019 das Eigenkapital von EUR 10,1 Mio. auf EUR 7,2 Mio. Dies ergibt eine Eigenkapitalquote von 19,8% (Vorjahr: 28,9%).

Die Rückstellungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um EUR 6,2 Mio. Dies ist insbesondere auf die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen um EUR 6,9 Mio. zurückzuführen. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch die Restrukturierung der Gesellschaft.

3. Ertragslage

Gegenüber dem Vorjahr sank der Umsatz von EUR 53,4 Mio. auf EUR 53,1 Mio. nur leicht, die Verteilung der Umsatzerlöse auf die Geschäftsbereiche hat sich jedoch deutlich verändert. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein Umsatzwachstum für den Geschäftsbereich Technische Textilien von 5,6% auf EUR 48,7 Mio. und für den Geschäftsbereich Wirkmaschinen reduzierte sich der Umsatz um 49% auf 3,1 Mio.

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen im Berichtsjahr bei EUR 0,4 Mio. und sind um EUR 6,5 Mio. niedriger als im Vorjahr. Der Unterschied zum Vorjahr geht auf Einmaleffekte aus konzerninternen Erträgen im Vorjahr zurück.

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung fiel von 57,3% im Vorjahr auf 53,5% im Berichtsjahr. Im Berichtsjahr haben hierzu im Wesentlichen bessere Umsatzmargen und der hohe Bestandsabbau beigetragen. Außerdem waren im Berichtsjahr die Aufwendungen für bezogene Leistungen, insbesondere für Reparaturen und Instandhaltungen niedriger als im Vorjahr. Durch Value Engineering Maßnahmen wurden positive Effekte bei den Materialkosten erzielt.

Der Personalaufwand beträgt im Berichtsjahr EUR 18,0 Mio. (Vorjahr: EUR 18,2 Mio.) Die Reduzierung ergibt sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aus der Verringerung der Beschäftigtenanzahl.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen im Berichtsjahr bei EUR 14,8 Mio. (Vorjahr: EUR 8,5 Mio.). Diese deutliche Erhöhung gegenüber dem Vorjahr hat sich hauptsächlich durch die Kosten für die Rückstellungen zur Restrukturierung und Neuausrichtung der Firma ergeben.

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,7 Mio. verbessert. Dies resultiert im Wesentlichen aus geringeren Aufwendungen im Zusammenhang mit der bestehenden mittelbaren Pensionsverpflichtung.

Es ergibt sich für das Berichtsjahr ein Verlust vor Steuern in Höhe von EUR -9,7 Mio. (Vorjahr: Gewinn von EUR 1,9 Mio.) Der Jahresfehlbetrag beträgt EUR -10,9 Mio. (Vorjahr: Jahresüberschuss von EUR 2,2 Mio.) Das unter den Erwartungen liegende Geschäft und hohe Einmaleffekte aus dem Beginn der Restrukturierung und Neuausrichtung der Firma führten zu diesem negativen Ergebnis.

4. Investitionen

Für 2019 wurden Investitionen in Höhe von EUR 0,4 Mio. realisiert, wie auch bereits im Vorjahr. Die Investitionen im Verhältnis zum Umsatz beliefen sich in 2019 auf 0,7%. Im Geschäftsjahr 2019 entfielen 60% auf Ersatzinvestitionen für die Bereiche Rechentechnik, Produktion/Logistik und Konstruktion. Ein Anteil von 40% entfiel auf Neuinvestitionen für die Entwicklungsbereiche.

III. Prognosebericht

Neue Werkstoffe im Bereich Faserverbundwerkstoffe gewinnen weiter an Bedeutung, aber auch der Bau- und Infrastruktursektor gewinnt zusätzlich an Bedeutung für Faserverbundsysteme und wird sich weiterentwickeln. Die KARL MAYER Technische Textilien GmbH ist mit ihren Technologien ein geschätzter Kooperationspartner für ihre industriellen Partner in diesem wachsenden Markt. Als Mitglied der KARL MAYER Gruppe profitiert sie von der globalen Struktur und den Prozessen der KARL MAYER Gruppe.

Der Umsatzplan 2020 liegt bedingt durch die Neustrukturierung und der gegenwärtigen aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation bei ca. EUR 47 Mio., was unter dem langjährigen Mittel des Geschäftsbereiches Technische Textilien liegt.

Mittelfristig erwarten wir jedoch wieder ein Umsatzwachstum, da im Jahr 2020 eine grundlegende Neuausrichtung der KMTT und eine damit verbundene Ausrichtung an die Marktgegebenheiten erfolgen soll. Wesentliche Eckpfeiler der künftigen Maßnahmen sind die Erschließung von neuen Anwendungen, Investitionen in neue Technologien sowie der Ausbau des After Sales Geschäftes. Parallel steht die Verbesserung der Kostenstrukturen des bestehenden Portfolios im Mittelpunkt, um den Erfolg im wachsenden Wettbewerbsumfeld abzusichern.

Auch die bestehenden und neue Technologien weiterzuentwickeln ist Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb planen wir weiter mit hohen Anlaufkosten für Forschung und Entwicklung. Zusätzlich entstehen im Jahr 2020 Kosten für die Neuausrichtung der KMTT und parallel dazu werden die geplanten Kosteneinsparungen noch nicht ihre volle Wirkung erreichen. Aus diesem Grund erwarten wir für das Geschäftsjahr 2020 einen Jahresfehlbetrag innerhalb einer Spanne von EUR -4 Mio. bis EUR -5 Mio. Mittelfristig erwarten wir positive Ergebnisse. Die Gesellschaft ist ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet, um die Entwicklung wieder hin zu einer positiven Ertragslage zu realisieren.

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter, den Aufbau flexibler Strukturen und Abläufe und eine konsequente Ausrichtung aller Prozesse an die Kundenanforderungen schaffen wir die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft der KMTT.

Bezüglich der Umsatz- und Ergebnisprognose weisen wir auf die erhöhten Unsicherheiten hin, die die augenblickliche Entwicklung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit sich bringt. Die Auswirkungen lassen sich aus heutiger Sicht noch nicht verlässlich abschätzen.

IV. Risiko- und Chancenbericht

• Konjunkturelle Chancen und Risiken

Der Weltmarkt für Textilmaschinen unterliegt sehr starken Schwankungen und reagiert sehr kurzfristig auf politische und ökonomisch veränderte Rahmenbedingungen. Im Berichtsjahr war die Konjunktur im Textilmaschinenbau im Zuge geopolitischer Krisen durch eine sich abschwächende Investitions- und Ordertätigkeit gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang stellt sich das Maschinengeschäft in den verschiedenen Regionen und Marktsegmenten sehr unterschiedlich dar. Der asiatische Raum ist nach wie vor der wichtigste Markt. Hier wurden 50,3% (Vorjahr: 50,1%) des Gesamtumsatzes im Berichtszeitraum erwirtschaftet. China mit ca. 34,9% (Vorjahr: 40,8%) Anteil am Gesamtumsatz bildet zusammen mit dem westeuropäischen Markt 18,2% (Vorjahr: 21,8%) und den USA 20,8% (Vorjahr: 20,1%) unsere Hauptabsatzmärkte. Aktuell ergeben sich besondere konjunkturelle Risiken aus den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Auswirkungen hieraus lassen sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich abschätzen.

• Kundenchancen und -risiken

Wir pflegen zu unseren Kunden einen sehr engen Kontakt und werden in der Regel frühzeitig über eventuelle Veränderungen und/oder Schwierigkeiten informiert. Zudem folgen wir hinsichtlich Zahlungen, Sicherheiten und Eigentumsvorbehalt einer konservativen Haltung und halten so das Zahlungsausfallrisiko auf einem sehr niedrigen Niveau. Durch die Einbeziehung von Rechtsberatung bei komplexen Vertragswerken stellen wir zudem sicher, dass die Risiken aus einem Maschinengeschäft auf ein Minimum reduziert werden. In den Finanzierungsregeln des Unternehmens werden gezielt Anzahlungen und Letter of Credit-Geschäfte eingesetzt, um das Forderungsausfallrisiko zu minimieren. Das Risiko von Forderungsausfällen wird hierdurch auf ein Minimum reduziert. Die zum Bilanzstichtag bestehenden Wertberichtigungen auf Forderungen decken das tatsächliche Risiko aus Sicht der Geschäftsführung ab.

Dem Marktpreisrisiko begegnen wir mit technologischer Innovation und kundenspezifischen Lösungen (keine Massen-/Serienfertigung).

• Zulieferchancen und -risiken

Grundsätzlich verfolgt das Unternehmen die Strategie, Standardkaufteile, die auf dem Markt frei verfügbar sind, einzusetzen sowie durch die Auswahl von mindestens zwei potenziellen Lieferanten pro Produkt eine Abhängigkeit zu vermeiden. Bei Kaufteilen mit langen Lieferzeiten werden zur Absicherung der Lieferfähigkeit Abrufaufträge abgeschlossen. Besondere Preisrisiken sehen wir für das Geschäftsjahr 2020 nicht, da wir allgemeinen Preissteigerungen permanent mit Maßnahmen im Einkauf und im Value Engineering entgegenwirken.

• Wettbewerberchancen und -risiken

Wir konkurrieren vor allem in den Produktgruppen Composite Glass und Schusswirkmaschinen in Asien gegen chinesische Mitbewerber. In der Produktgruppe Composite Carbon befinden wir uns weltweit vor allem in einem Technologiewettbewerb. Das Unternehmen reagiert darauf mit einer hohen Innovationsrate, kontinuierlichen Verbesserungen in allen Kernprozessen und einer ständig optimierten Wertschöpfungsallokation. Die konsequente Nutzung der Wertschöpfungsoptionen innerhalb der KARL MAYER Gruppe, die Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette (Supply Chain) sowie die Lean Management Aktivitäten in allen Unternehmensbereichen zielen darauf ab, dass unsere Kunden in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld weiterhin effizient und preis- /leistungsoptimiert produzieren können. Darüber hinaus sichert die Entwicklung kundenspezifischer Komplettlösungen und effizienter Anlagen für neuartige, innovative technische Textilien unsere Marktposition.

• Standort-Chancen und -Risiken, Produktionsrisiken und produktbezogene Risiken

Bisher versuchten wir die Standortnachteile der KMTT - allgemein und in der Kostenstruktur - durch Innovationen, Service und Reaktionszeit zu kompensieren. Die eigene Aus- und Weiterbildung sichert dabei unseren Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften ab. Durch die Integration der KMTT in die KARL MAYER Gruppe ergeben sich zunehmend wertvolle Synergien zum Nutzen unserer Kunden. Dies begründet sich hauptsächlich aus der weltweiten Präsenz unserer Vertriebs- und Serviceniederlassungen oder durch Kostenvorteile, z.B. in der Wertschöpfung, die sich aus der Kooperation mit dem hochmodernen Produktionsleitwerk der KARL MAYER Gruppe in Obertshausen sowie dem Engagement in China ergeben. Durch diese Maßnahmen wird die Wettbewerbsfähigkeit der KMTT weiter gesteigert. Es bestehen die allgemeinen Produktionsrisiken und das Risiko, dass Neuentwicklungen am Markt nicht oder erst verspätet angenommen werden.

• Währungskursrisiken

Ein Risiko aus Währungskursschwankungen ist von untergeordneter Bedeutung. Umsatzerlöse werden in EURO fakturiert. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen bestehen nur in geringem Umfang.

• Liquiditätsrisiko

Der Liquiditätsbestand der Gesellschaft ist aktuell ausreichend, um die erwarteten Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Durch die Einbindung in die KARL MAYER Gruppe ist im Bedarfsfall sichergestellt, dass benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt wird.

V. Risikomanagement

Um die Risiken rechtzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu analysieren, sie zu bewerten und sie zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, verfügt die KARL MAYER Gruppe über ein aktives Risikomanagement.

Das Risikomanagement innerhalb der KARL MAYER Gruppe ist in dezentraler Verantwortung. Jeder Fachbereich ist für seine Risiken verantwortlich und überwacht dementsprechend die

Risikoidentifikation

Risikobewertung

Risikosteuerung

Risikokontrolle

Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Risk Assessments wurden in den jeweiligen Fachbereichen Risiken identifiziert und auf deren mögliche Auswirkung hin untersucht.

 

Chemnitz, den 20. April 2020

Jochen Schmidt

Geschäftsführung

Marcus Kube

Geschäftsführung

Bilanz zum 31. Dezember 2019

AKTIVSEITE

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Software 24.643,00 14.588,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 406.768,92 443.773,44
2. technische Anlagen und Maschinen 291.335,00 240.762,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 605.091,00 1.201.668,00
1.303.194,92 1.886.203,44
1.327.837,92 1.900.791,44
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.447.046,84 6.865.573,50
2. unfertige Erzeugnisse 5.821.515,40 6.185.068,95
3. fertige Erzeugnisse und Waren 592.515,96 2.259.334,91
4. geleistete Anzahlungen 193.794,96 0,00
12.054.873,16 15.309.977,36
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.949.155,60 5.124.710,13
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 796.035,41 (Vj.: EUR 2.044.626,91)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.965.400,92 3.363.836,69
3. Forderungen gegen Gesellschafter 211.428,06 324.763,23
4. sonstige Vermögensgegenstände 464.714,68 650.198,77
8.590.699,26 9.463.508,82
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 12.485.926,49 5.234.153,72
33.131.498,91 30.007.639,90
C. AKTIVE LATENTE STEUERN 1.757.169,20 2.925.076,84
36.216.506,03 34.833.508,18

PASSIVSEITE

31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 3.500.000,00 3.500.000,00
II. Kapitalrücklage 32.924.254,86 24.924.254,86
III. Verlustvortrag -18.361.281,64 -20.578.245,03
IV. Jahresfehlbetrag/(Vj.:Jahresüberschuss) -10.898.934,73 2.216.963,39
7.164.038,49 10.062.973,22
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen 14.773.909,46 15.305.010,81
2. Steuerrückstellungen 4.880,00 138.968,00
3. sonstige Rückstellungen 9.428.640,42 2.567.724,53
24.207.429,88 18.011.703,34
C. VERBINDLICHKEITEN
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.038.605,34 3.204.020,82
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 964.026,86 558.966,23
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.394.663,92 1.030.343,61
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 428.116,56 637.736,53
5. sonstige Verbindlichkeiten 450.779,31 1.186.819,24
- davon aus Steuern: EUR 181.912,08 (Vj.: EUR 696.782,72)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 59.173,06 (Vj.: EUR 55.007,72)
4.276.191,99 6.617.886,43
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 568.845,67 140.945,19
36.216.506,03 34.833.508,18

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

2019 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 53.126.846,27 53.358.602,35
2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -2.165.548,22 1.136.324,48
3. Gesamtleistung 50.961.298,05 54.494.926,83
4. sonstige betriebliche Erträge 413.459,77 6.861.346,11
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -24.583.225,50 -28.391.039,38
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.668.957,32 -2.855.409,22
-27.252.182,82 -31.246.448,60
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -14.361.211,35 -14.439.877,02
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -3.589.621,08 -3.725.984,14
- davon für Altersversorgung: EUR 601.637,83 (Vj.: EUR 709.545,61)
-17.950.832,43 -18.165.861,16
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -952.716,64 -741.768,17
8. sonstige betriebliche Aufwendungen -14.762.721,81 -8.456.196,37
9. Betriebsergebnis -9.543.695,88 2.745.998,64
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 250.340,40 63.726,65
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -418.233,90 -931.241,44
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Vj.: Ertrag) -1.187.345,35 338.479,54
13. Ergebnis nach Steuern/ Jahresfehlbetrag (Vj.: Jahresüberschuss) -10.898.934,73 2.216.963,39

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Chemnitz. Das zuständige Registergericht ist das Amtsgericht Chemnitz. Die Eintragungs-Nr. im Handelsregister lautet HRB 29837.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2019 wurde unter Beachtung der Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufgestellt. Auf die Rechnungslegung der Gesellschaft finden die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB Anwendung.

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 und 275 HGB, wobei für die Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren Anwendung findet.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear abgeschrieben. Für die Nutzungsdauern wurde auf die von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen, die der betriebsindividuellen Nutzungsdauer entsprechen, zurückgegriffen. Die Immateriellen Vermögensgegenstände werden über 1 bis 4 Jahre abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden darüber hinaus vorgenommen, wenn eine Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens sind mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbsterstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten entsprechend den bei der Position "Vorräte" erläuterten Bewertungsgrundsätzen ermittelt.

Abnutzbare Gegenstände des Sachanlagevermögens sind um planmäßige Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vermindert. Seit dem Geschäftsjahr 2010 werden Zugänge grundsätzlich linear abgeschrieben. Für die Nutzungsdauern wurde auf die von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen, die der betriebsindividuellen Nutzungsdauer entsprechen, zurückgegriffen. Gebäude und Bauten werden über 25 Jahre abgeschrieben. Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird über 1 bis 23 Jahre abgeschrieben. Die Anschaffungskosten von Vermögensgegenständen, die als geringwertige Wirtschaftsgüter im Sinne von § 6 Abs. 2 EStG gelten, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden darüber hinaus vorgenommen, wenn eine Wertminderung voraussichtlich von Dauer ist. Soweit erforderlich, werden Zuschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Als Herstellungskosten werden Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dies durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihren Anschaffungskosten ausgewiesen, wobei angemessene einzelermittelte Wertberichtigungen vorgenommen wurden. Zudem wird auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf Basis einer Analyse der Altersstruktur der offenen Posten eine pauschale Wertberichtigung gebildet.

Die flüssigen Mittel sind mit dem Nominalwert ausgewiesen. Fremdwährungsbeträge werden zu Devisenkassamittelkursen zum jeweiligen Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

Ausgaben / Einnahmen, die vor dem Abschlussstichtag angefallen sind und für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag Aufwand / Ertrag darstellen, wurden als Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt.

Für die Ermittlung von latenten Steuern werden in Abhängigkeit von der späteren Realisierbarkeit Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen ermittelt und mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Von dem Wahlrecht der Saldierung der aktiven latenten Steuern mit den passiven latenten Steuern und dem Ansatz eines Aktivüberhanges wurde Gebrauch gemacht.

Für die Rückstellungen der Pensionen, der Altersteilzeit und der Jubiläen wurden versicherungsmathematische Gutachten in Auftrag gegeben, denen die Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde liegen. Als Berechnungsmethode wurde für die Pensionsrückstellungen sowie für die Jubiläumsrückstellung das Projected Unit Credit Verfahren angewendet.

Es bestehen mittelbare und unmittelbare Pensionsverpflichtungen. Die über einen Pensionsfonds bestehenden mittelbaren Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.854 sind vollständig passiviert. Dieser Betrag ergibt sich als Saldo aus der Bruttoverpflichtung in Höhe von TEUR 4.455 und dem Fondsvermögen in Höhe von TEUR 2.601. Der Berechnung der mittelbaren und unmittelbaren Pensionsrückstellungen liegt keine Gehaltsdynamik zugrunde. In die Kalkulation der Pensionsrückstellungen wird eine Rentensteigerung von 2,00% eingerechnet.

Als Rechnungszins diente der in der Rückstellungsabzinsungsverordnung genannte und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zins für die pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren; der Rechnungszins beläuft sich auf 2,71% (Vorjahr: 3,21%). Der der Ermittlung der Pensionsrückstellungen zugrunde zu legende Diskontierungszinssatz wird für alle nach dem 31.12.2015 beginnenden Geschäftsjahre mit dem Durchschnittszinssatz der vergangenen 10 Jahre anstatt der vergangenen 7 Jahre ermittelt. Diese Methodenänderung führt dazu, dass die Pensionsrückstellung um EUR 1,2 Mio. niedriger ist als sie unter Zugrundelegung eines 7-Jahresdurchschnittszinssatzes gewesen wäre. Hiervon entfallen EUR 0,4 Mio. auf die mittelbaren Pensionsverpflichtungen (Pensionsfonds) und EUR 0,8 Mio. auf die unmittelbaren Pensionsverpflichtungen. Diese Beträge unterliegen einer Ausschüttungssperre. Abzüglich hierauf entfallender latenter Steuern von EUR 0,4 Mio. ergibt sich ein Betrag von EUR 0,9 Mio.

Der Minderungsbetrag von EUR 0,4 Mio. wäre allerdings wiederum erhöhend bei der Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB für den Aktivüberhang bei den latenten Steuern zu berücksichtigen.

Der Berechnung der Jubiläumsrückstellungen liegt keine Gehaltsdynamik zugrunde. Als Rechnungszins diente der in der Rückstellungsabzinsungsverordnung genannte und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zins für die pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren; der Rechnungszins beläuft sich auf 1,96%. Der Berechnung der Altersteilzeitrückstellungen liegt eine Gehaltsdynamik von 2,0% zugrunde. Es wurden die Zinssätze der Deutschen Bundesbank verwendet, die der Restlaufzeit entsprechend zwischen 0,00% und 1,11% liegen.

Im Vorjahr erfolgte eine Saldierung der "Zeitkontenrückdeckung mit Garantie" mit der in diesem Zusammenhang stehenden Personalrückstellung. Der Zeitwert bzw. die fortgeführten Anschaffungskosten der Rückdeckung entsprachen dem Aktivwert und betrugen EUR 39.043 und der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden betrug zum Stichtag 31.12.2018 EUR 39.043. Zum 31.12.2019 ist kein saldierungsfähiges Deckungsvermögen vorhanden.

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen sind in Höhe der Erfüllungsbeträge angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen passiviert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. § 256a HGB wird für die Währungsumrechnung beachtet.

2. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Der Anlagespiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 5.949 (Vorjahr: TEUR 5.125) beinhalten in Höhe von TEUR 796 (Vorjahr: TEUR 2.045) Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 211 (Vorjahr: TEUR 325) sind ebenfalls Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Aktive latente Steuern

Die aktiven Steuerlatenzen ergeben sich aus Bewertungsunterschieden zwischen dem Handelsbilanzwert und dem Steuerbilanzwert von Rückstellungen (insbesondere Pensionsrückstellungen). Der angewandte Steuersatz beträgt 29,49%. Der ausgewiesene Betrag in Höhe von EUR 1,8 Mio. ist ausschüttungsgesperrt im Sinne von § 268 Abs. 8 HGB.

Eigenkapital

Mit Beschluss vom 16. Dezember 2019 wurde durch die Gesellschafterin ein Betrag in Höhe von TEUR 8.000 in die Kapitalrücklage eingestellt.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere eine Restrukturierungsrückstellung von EUR 7,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.), Personalrückstellungen in Höhe von EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: EUR 0,8 Mio.), Rückstellungen für Gewährleistungen sowie Garantien in Höhe von EUR 0,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,7 Mio.) und andere sonstige Rückstellungen in Höhe von EUR 0,9 Mio. (Vorjahr: EUR 1,1 Mio.).

Verbindlichkeiten

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.) enthalten.

Zusätzlich werden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Gesellschaftern ausgewiesen in Höhe von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,6 Mio.).

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten können dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel entnommen werden.

Beträge in EUR Restlaufzeiten
Verbindlichkeiten 31. Dezember 2019 < 1 Jahr > 1 Jahre Gesamt davon gesichert
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.038.605 0 1.038.605 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 964.027 0 964.027 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.394.664 0 1.394.664 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 428.117 0 428.117 0
sonstige Verbindlichkeiten 450.779 0 450.779 0
GESAMT 4.276.192 0 4.276.192 0
Beträge in EUR Restlaufzeiten
Verbindlichkeiten 31. Dezember 2018 < 1 Jahr > 1 Jahre Gesamt davon gesichert
erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 3.204.021 0 3.204.021 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 558.966 0 558.966 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.030.344 0 1.030.344 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 637.736 0 637.736 0
sonstige Verbindlichkeiten 1.186.819 0 1.186.819 0
GESAMT 6.617.886 0 6.617.886 0

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren bestehen wie im Vorjahr nicht.

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse nach Wirtschaftsgebieten und nach Tätigkeitsbereichen

2019 Vorjahr
EUR Mio. % EUR Mio. %
Erlöse Inland 9,7 18,3 6,3 11,8
Erlöse EU 6,7 12,6 12,6 23,6
Erlöse Ausland ohne EU 36,7 69,1 34,5 64,6
Gesamt 53,1 100,00 53,4 100,0
Geschäftsbereich 2019 Vorjahr
EUR Mio. EUR Mio.
Wirkmaschinen 3,1 6,1
Technische Textilien 48,7 46,1
Konzernumlagen und sonstige 1,3 1,2
Summe 53,1 53,4

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 2.615) enthalten. Diese Erträge resultieren insbesondere aus dem Abgang von Anlagevermögen (TEUR 19), der Minderung von Wertberichtigungen auf Forderungen (TEUR 2), Ausbuchungen von Kundenguthaben und Provisionen (TEUR 94) sowie der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 26). In den sonstigen betrieblichen Erträgen werden darüber hinaus Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr: TEUR 0) ausgewiesen.

Abschreibungen

In der Position Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind im Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 65 (Vorjahr: TEUR 325) enthalten. Diese Aufwendungen resultieren im Berichtsjahr insbesondere aus der Abschreibung von Forderungen (TEUR 26) und Rückzahlung von Fördermitteln (TEUR 11). Darüber hinaus enthält der Posten sonstige Steuern in Höhe von TEUR 12 (Vorjahr: TEUR 21).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist ein Betrag von EUR 7,0 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) für Restrukturierungsaufwendungen enthalten, bei dem es sich um einen Betrag außergewöhnlicher Größenordnung und außergewöhnlicher Bedeutung im Sinne von § 285 Nr. 31 HGB handelt.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In den Zinsen und ähnlichen Erträgen ist ein Betrag in Höhe von TEUR 102 (Vorjahr: TEUR 0) im Zusammenhang mit der bestehenden mittelbaren Pensionsverpflichtung enthalten. Der Betrag ergibt sich als Saldo aus den Erträgen aus dem Fondsvermögen (TEUR 239) und den Zinsaufwendungen aus den mittelbaren Pensionsverpflichtungen (TEUR 137).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR 0,9 Mio.) ausgewiesen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Im Steueraufwand wurden im Geschäftsjahr 2019 periodenfremde Steuern in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 55) erfasst. Des Weiteren wurde ein Aufwand in Höhe von EUR 1,2 Mio. aus der Veränderung der latenten Steuern berücksichtigt (Vorjahr: Ertrag von EUR 0,5 Mio. aus latenten Steuern).

4. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen keine Haftungsverhältnisse zum Bilanzstichtag.

Die nicht in der Bilanz erscheinenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 726 betreffen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 219 gegenüber fremden Dritten und Verpflichtungen in Höhe von TEUR 264 aus Mietverträgen mit einem verbundenen Unternehmen (KARL MAYER Holding Grundstücksgesellschaft GmbH) für Grundstücke und Gebäude.

Weiterhin sind hier enthalten -jeweils gegenüber fremden Dritten - Verpflichtungen aus Investitionsvorhaben in Höhe von TEUR 37 und Verpflichtungen aus Lieferantenrahmenverträgen in Höhe von TEUR 206.

Mitarbeiterzahl

Die Zahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt (§ 267 Abs. 5 HGB):

2019 Vorjahr
Produktion 107 114
Entwicklung und Konstruktion 76 73
Verwaltung 73 76
256 263
Auszubildende 12 18
268 281

Abschlussprüferhonorar

Hinsichtlich der Angaben über das von dem Abschlussprüfer berechnete Gesamthonorar gemäß § 285 Nr. 17 HGB wurde von der Befreiungsvorschrift Gebrauch gemacht. Diese Angaben sind in dem Konzernabschluss der KARL MAYER Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen, enthalten.

5. Organmitglieder

Geschäftsführer

Jochen Wenzel Schmidt, Frankfurt am Main,

Technischer Geschäftsführer und Geschäftsführer Vertrieb [CEO]

Marcus Kube, Dortmund

Kaufmännischer Geschäftsführer [COO]

Die Bezüge der aktiven Geschäftsführer werden gemäß § 286 Abs. 4 HGB nicht angegeben. Für ehemalige Geschäftsführer und ihre Hinterbliebenen wurden im Berichtsjahr 2019 Pensionszahlungen in Höhe von TEUR 149 geleistet. Der in diesem Zusammenhang nach § 285 Nr. 9b Satz 3, 1. Halbsatz HGB anzugebende Betrag der gebildeten Pensionsrückstellungen beträgt TEUR 1.067.

6. Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der KARL MAYER Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen, als Mutterunternehmen für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen, einbezogen.

Der Konzernabschluss der KARL MAYER Holding GmbH & Co. KG, Obertshausen, wird im Bundesanzeiger offengelegt und ist dort abrufbar.

7. Nachtragsbericht

Im Laufe des 1. Quartals 2020 und weiterhin im April bis zur Aufstellung dieses Jahresabschlusses hat sich das neuartige Coronavirus (SARS-CoV 2) in vielen Ländern verbreitet, was zu deutlichen Einschränkungen für Unternehmen geführt hat. Die zukünftigen Auswirkungen der Pandemie-Krise auf die Gesamtwirtschaft und das Unternehmen hängen von der weiteren Entwicklung der Situation ab und können aktuell noch nicht verlässlich abgeschätzt werden.

 

Chemnitz, den 20. April 2020

KARL MAYER Technische Textilien GmbH

Die Geschäftsführung

Jochen Wenzel Schmidt

Marcus Kube

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 410.197,30 20.325,88 -271.273,90 159.249,28
entgeltlich erworbene Software 410.197,30 20.325,88 -271.273,90 159.249,28
II. Sachanlagen 11.588.025,40 360.072,24 -522.161,87 11.425.935,77
1. Grundstücke und Bauten 2.474.389,15 0,00 -2.199,27 2.472.189,88
2. technische Anlagen und Maschinen 3.050.063,78 125.855,75 -9.795,49 3.166.124,04
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.063.572,47 234.216,49 -510.167,11 5.787.621,85
11.998.222,70 380.398,12 -793.435,77 11.585.185,05
Abschreibungen Buchwerte
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände -395.609,30 -10.270,88 271.273,90 -134.606,28 24.643,00 14.588,00
entgeltlich erworbene Software -395.609,30 -10.270,88 271.273,90 -134.606,28 24.643,00 14.588,00
II. Sachanlagen -9.701.821,96 -942.445,76 521.526,87 -10.122.740,85 1.303.194,92 1.886.203,44
1. Grundstücke und Bauten -2.030.615,71 -37.004,52 2.199,27 -2.065.420,96 406.768,92 443.773,44
2. technische Anlagen und Maschinen -2.809.301,78 -75.282,75 9.795,49 -2.874.789,04 291.335,00 240.762,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -4.861.904,47 -830.158,49 509.532,11 -5.182.530,85 605.091,00 1.201.668,00
-10.097.431,26 -952.716,64 792.800,77 -10.257.347,13 1.327.837,92 1.900.791,44

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die KARL MAYER Technische Textilien GmbH, Chemnitz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der KARL MAYER Technische Textilien GmbH, Chemnitz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der KARL MAYER Technische Textilien GmbH, Chemnitz, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 20. April 2020

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Gerd Kreuzburg, Wirtschaftsprüfer

Andreas Funke, Wirtschaftsprüfer

Angaben zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Gewinnverwendung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wurde von der Gesellschafterversammlung am 27. April 2020 festgestellt. Die Gesellschafterversammlung hat am 27. April 2020 außerdem beschlossen, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 10.898.934,73 auf neue Rechnung vorzutragen.

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