Herstellung von elektrischem Installationsmaterial
Lapp Systems GmbH
Oskar-Lapp-Straße 5, 70565 Stuttgart, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sascha Haid seit 26.6.2024 | Geschäftsführer |
Matthias Dannecker seit 10.2.2023 | Prokura |
Bernd Weikert seit 17.6.2021 | Prokura |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Lapp Holding AGStuttgartKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Lapp Holding AG Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Lapp Holding AG, Stuttgart und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Den im Konzernlagebericht enthaltene Abschnitt IV. Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 22. Dezember 2022 Ernst
& Young GmbH
Hummel, Wirtschaftsprüfer Krusche, Wirtschaftsprüferin Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022
Konzern-Bilanz zum 30. September 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022
1 In der Position "Immaterielle
Vermögenswerte/Sachanlagen" sind keine
Zahlungsmittelabflüsse durch Zugänge von
Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen enthalten, da
im Zugangszeitpunkt der Nutzungsrechte keine
Zahlungsmittelabflüsse entstehen.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022[A] Allgemeine Angaben Die LAPP Gruppe (im Folgenden auch: LAPP) besteht aus der Lapp Holding AG und ihren Tochtergesellschaften. Die Lapp Holding AG hat ihren Firmensitz in der Oskar-Lapp-Straße 2, 70565 Stuttgart, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart, Abteilung B unter der Firmennummer HRB 19676 eingetragen. Die LAPP Gruppe ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe. Sie ist einer der führenden und innovativsten Anbieter von Kabeln, Leitungen und der Technik rund um das Kabel für unterschiedlichste Branchen und Anwendungen. Das Geschäftsjahr der Lapp Holding AG und damit des Konzerns umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober eines jeden Jahres bis zum 30. September des Folgejahres. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzenden nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden, mit Ausnahme der erstmalig im Geschäftsjahr 2021/2022 anzuwendenden IFRS Standards. Der Konzernabschluss der Lapp Holding AG zum 30. September 2022 wurde in Euro erstellt. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Soweit zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst sind, wurden sie im Anhang gesondert ausgewiesen. Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Bei den tatsächlichen Ergebnissen kann es zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Einschätzung der künftigen Kupferpreisentwicklung im Zusammenhang mit der Vorratsbewertung. Daneben wurden Schätzungen hinsichtlich der Werthaltigkeit von Verlustvorträgen, von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie der Parameter zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen angenommen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Lapp Holding AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Neue IFRS Standards Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit folgenden Ausnahmen den im Vorjahr angewandten Methoden. Im aktuellen Geschäftsjahr waren erstmals die neuen bzw. geänderten Standards anzuwenden, die jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss hatten.
1) Für Geschäftsjahre die am oder nach
dem angegebenen Zeitpunkt beginnen
Das IASB und das IFRIC haben neue Standards sowie Änderungen zu bestehenden Standards und Interpretationen herausgegeben, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind und die von LAPP auch nicht vorzeitig angewandt wurden. Die verpflichtende Anwendung bezieht sich jeweils auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem genannten Datum beginnen. Der Konzern wird die neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen spätestens dann anwenden, wenn diese nach Übernahme durch die EU verpflichtend anzuwenden sind.
1) Für Geschäftsjahre die am oder nach
dem angegebenen Zeitpunkt beginnen
[B] Konsolidierungsgrundsätze Grundlage für den Konzernabschluss der Lapp Holding AG sind, die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 30. September 2022 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS Reporting Packages der LAPP Gruppe. Bei den at equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des Eigenkapitals angesetzt. Tochterunternehmen, die die Lapp Holding AG gemäß IFRS 10 direkt oder indirekt beherrscht, sind nach den Regeln der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt dabei vor, wenn LAPP die Verfügungsmacht über ein anderes Unternehmen hat, variablen Rückflüssen aus dem Engagement ausgesetzt ist, wie beispielsweise Gewinnbeteiligungen, und seine Verfügungsmacht zur Beeinflussung dieser Rückflüsse einsetzen kann. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und wenn der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Unternehmen besitzt, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Unternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen u.a.:
Ergeben sich aus Sachverhalten oder Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, prüft der Konzern erneut, ob er ein Unternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Anteile an Unternehmen, auf die die Lapp Holding AG direkt oder indirekt maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 ausüben kann (assoziierte Unternehmen), sowie Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen. Assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Möglichkeit eines maßgeblichen Einflusses besteht. Bei Stimmrechtsanteilen unter 20 % werden in der Regel Anteile an Gesellschaften unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen. Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung bilanziert. Der Teil der übertragenen Gegenleistung, der in Erwartung zukünftiger positiver Zahlungsrückflüsse aus dem Unternehmenserwerb getätigt wurde und nicht bestimmten bzw. bestimmbaren Vermögenswerten im Wege der Neubewertung zuzuordnen ist, wird als Goodwill unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. In Abhängigkeit des Ergebnisses einer jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt gegebenenfalls eine Abschreibung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag, der dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert (Fair Value) abzüglich Veräußerungskosten entspricht. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss den Erwartungen zufolge profitieren werden. Festgestellte Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgswirksam berücksichtigt. Mit einem Unternehmenszusammenschluss entstandene Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst. Für in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen wird die Equity-Methode angewendet. Dabei erfolgt die Fortschreibung des Beteiligungsbuchwertes entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals. Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen Wertminderungsaufwand für seine Anteile an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zu erfassen. Er ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam erfasst. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse im langfristigen Vermögen und im Vorratsvermögen aus konzerninternen Lieferungen werden bereinigt, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. [C] Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss zum 30. September 2022 sind neben der Lapp Holding AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, über die die Lapp Holding AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Die Entwicklung der vollkonsolidierten Gesellschaften stellt sich wie folgt dar:
Die Lapp Holding AG ist an 8 Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: 8 Gemeinschaftsunternehmen) beteiligt. Im Geschäftsjahr 2021/2022 ergaben sich folgende Änderungen im Konsolidierungskreis:
Die Gesellschaft Fender Cables SRL wurde bisher im Konzern nicht konsolidiert, da sie für das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist. Die Bewertung erfolgte in den Vorjahren zu Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 2.006. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 wurde die Gesellschaft vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der LAPP Gruppe einbezogen. Im Vorjahr wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2021 von der Lappkabel S.R.L., Italien weitere 51 % der Anteile an der KU Distribution S.R.L., Italien erworben. Die Unika S.p.A., Italien ist eine 100 % Tochter der KU Distribution S.R.L. In den Konzernabschluss der LAPP Gruppe wurden diese beiden Gesellschaften konsolidiert at Equity ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum 30. Juni 2021 mit einbezogen. Ab dem 1. Juli 2021 wurden sie vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der LAPP Gruppe einbezogen. KU Distribution S.R.L. ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von Kabeln auf verschiedenen internationalen Industriemärkten. Die Erstkonsolidierung wurde im Vorjahr zum Erwerbszeitpunkt 1. Juli 2021 vorgenommen. Der Gesamtkaufpreis exklusive Transaktionskosten (TEUR 242) betrug TEUR 32.000 in 3 Tranchen, wobei der Kaufpreis für den Kontrollerwerb zuletzt TEUR 25.000 betrug, wovon TEUR 3.000 erst per 30. September 2024 fällig werden. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel in Höhe von TEUR 3.783 betrug die gesamte Gegenleistung TEUR 28.217. Der Kaufpreis wurde bar bezahlt. Für die bislang at Equity bilanzierten Anteile an der KU Distribution S.R.L., Italien, sowie an der Unika S.p.A., Italien, erfolgte eine Neubewertung auf Basis einer Discounted Cash Flow Ermittlung zum Fair Value. Die Aufwertungen betrugen im Geschäftsjahr zum Zeitpunkt des Kontrollerwerbs TEUR 2.818. Die Beteiligungsfortschreibung unter Anwendung der at Equity-Methode führte bis zum Zeitpunkt des Kontrollerwerbs zu einem Zuwachs in Höhe von TEUR 3.711. Der Kaufpreis der K.U. Distribution S.R.L. überstieg die Summe aus den neubewerteten Vermögenswerten und Schulden, weshalb ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 22.373 bilanziert wurde. Dieser repräsentiert die erwarteten Synergien aus im Wesentlichen dem vorhandenen Know-how der Mitarbeiter, dem Ruf und Bekanntheitsgrad sowie den erwarteten Gewinnaussichten der erworbenen Gesellschaft sowie aufgrund der erreichten Marktposition. [D] Währungsumrechnung Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 ("Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse") in Euro. Bei der überwiegenden Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der Lapp Holding AG und ihrer Tochterunternehmen werden Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -Verluste werden erfolgswirksam in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen berücksichtigt. In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht in den ausländischen Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften bilanziert sind und bereits zum 1. Januar 2005 vorhanden waren, werden unter Anwendung der Übergangsregelung des IAS 21.59 weiterhin zum Konzernabschlussstichtag zu historischen Kursen bilanziert. Nach dem 1. Januar 2005 erworbene und in Fremdwährung geführte Geschäfts- oder Firmenwerte werden ebenfalls jährlich im Rahmen der Fremdwährungsumrechnung in Euro umgerechnet. Folgende Wechselkurse waren im Wesentlichen für die Währungsumrechnung im Konzern maßgebend (im Verhältnis zu einem Euro):
[E] Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Immaterielle Vermögenswerte In den immateriellen Vermögenswerten sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie aktivierte Entwicklungskosten ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Amortisation planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Software für kaufmännische und technische Anwendungen wird über 2 bis 5 Jahre linear abgeschrieben, Patente und sonstige Nutzungsrechte werden i. d. R. linear über 15 Jahre abgeschrieben. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zu einer begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen. Im Konzern werden Entwicklungskosten nach IAS 38 aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung sichergestellt ist. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen und es muss die Fähigkeit sowie die Absicht vorliegen, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und zu nutzen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen die direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz in der Regel über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sachanlagen Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger nutzungsbedingter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten noch zurechenbare Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. In den Folgeperioden werden Sachanlagen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert des Vermögenswertes. Die planmäßigen Abschreibungen für Sachanlagegegenstände sind auf der Grundlage folgender Nutzungsdauern ermittelt worden:
Die Restwerte und Nutzungsdauern unterliegen einer jährlichen Überprüfung und werden bei Bedarf prospektiv angepasst. Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird. Wertminderungen Alle nichtfinanziellen Vermögenswerte sind am Ende jedes Geschäftsjahres darauf hin zu untersuchen, ob Hinweise bestehen, dass ein solcher Vermögenswert im Wert gemindert sein könnte. Eine Wertminderung liegt vor, wenn der Buchwert des Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wobei der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes oder einer ZGE abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert ist. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswertes zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag, abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der Nutzungswert wird für jeden Vermögenswert separat oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, ermittelt. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt in der LAPP Gruppe die jeweilige einzelne Gesellschaft dar, da deren geschätzte zukünftige Cashflows durch bestehende Unternehmensplanungen weitestgehend zuverlässig ermittelt werden können. Die Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird anhand der ZGE untersucht, welcher die verteilten Geschäfts- oder Firmenwerte zuordenbar sind. Sich aus diesem Vergleich ergebende Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst. Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung bzw. Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswertes wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Eine Überprüfung findet auch dann statt, wenn Ergebnisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden. Finanzinstrumente Im Folgenden werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS 9 für das Geschäftsjahr beschrieben. Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Sobald LAPP Vertragspartei eines Finanzinstruments wird, ist dieses als Finanzinstrument zu erfassen. Für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen im Rahmen eines Vertrages, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorsehen, ist der Erfüllungstag relevant. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen, Beteiligungen, zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder in einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und derivative Finanzverbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte Klassifizierung Gemäß IFRS 9 bestimmt sich die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten nach dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts. LAPP klassifiziert finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien:
Finanzielle Vermögenswerte werden zum Erfüllungstag bilanziert. Wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung der Vermögenswerte ändert, klassifiziert LAPP Fremdkapitalinstrumente entsprechend um. Bewertung LAPP bewertet bei der erstmaligen Erfassung einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert. Dieser setzt sich aus den Anschaffungskosten und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten zusammen. Davon ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente beinhalten, und die mit dem Transaktionspreis zu bewerten sind. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unmittelbar als Aufwand zu erfassen. Die Folgebewertung stellt sich abhängig vom Geschäftsmodell und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts wie folgt dar: Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten: Vermögenswerte, die in einem Geschäftsmodell mit der Zielsetzung zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme, welche ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen auszuweisen. Gewinne und Verluste aus einer Ausbuchung sind direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -Verlusten zu erfassen. Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert: Vermögenswerte, die in einem Geschäftsmodell mit der Zielsetzung zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden sowie deren Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, sind erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Veränderungen des Buchwerts sind im sonstigen Ergebnis auszuweisen mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -Aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -Verluste, welche im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen auszuweisen. Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert: Vermögenswerte, die keiner der beiden Kategorien zuzuordnen sind, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. In diese Kategorie sind insbesondere zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, einzustufen. Als zu Handelszwecken gehalten werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, wenn diese für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Daneben sind Derivate sowie einschließlich getrennt erfasste eingebettete Derivate ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten einzustufen. Eine Ausnahme bilden solche Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, sind unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Gewinne oder Verluste aus dieser Kategorie sind unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten in der Periode auszuweisen, in der diese entstehen. Wertminderung Die Bestimmung der Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte erfolgt nach dem Modell der erwarteten Kreditausfälle (Expected-Credit-Loss-Model). Das Modell basiert auf dem Grundprinzip der Abbildung eines Verlaufs einer Verschlechterung oder Verbesserung der Kreditqualität von Finanzinstrumenten, wobei bereits erwartete Verluste berücksichtigt werden. Mit Ausnahme für Fremdkapitalinstrumente mit erfolgswirksamer Folgebewertung ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 für alle Fremdkapitalinstrumente anzuwenden. Der allgemeine Ansatz des IFRS 9 nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Bestimmung von Wertberichtigungen: • Stufe 1: 12-Monats-Kreditverluste Diese Stufe ist auf alle Posten seit dem erstmaligen Ansatz anzuwenden, wenn sich die Kreditqualität nicht signifikant verschlechtert hat. In dieser Stufe ist der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, zu erfassen. • Stufe 2: Kreditverluste über die Gesamtlaufzeit - keine beeinträchtigte Bonität Diese Stufe ist anzuwenden, wenn sich die Kreditqualität eines Finanzinstruments signifikant verschlechtert hat, allerdings nicht in deren Bonität beeinträchtigt ist. Die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments sind als Wertberichtigung zu erfassen. • Stufe 3: Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit - beeinträchtigte Bonität Bei Vorliegen eines objektiven Hinweises auf einen Wertminderungsbedarf (bei Einzelbetrachtung) von finanziellen Vermögenswerten, ist die Betrachtung der gesamten Laufzeit des Finanzinstruments erforderlich. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet LAPP den vereinfachten Ansatz des Wertminderungsmodells (Simplified Approach) an. Hier müssen die Änderungen des Kreditrisikos nicht nachverfolgt werden. Beim erstmaligen Ansatz und zu jedem nachfolgenden Abschlussstichtag ist im Konzern eine Risikovorsorge des zu erwartenden Verlusts (expected credit loss) über die Gesamtlaufzeit zu erfassen. Die erwarteten Verluste werden anhand einer Wertminderungsmatrix ermittelt, indem die finanziellen Vermögenswerte auf Basis der jeweiligen Fälligkeitsstruktur gruppiert und die Ausfallwahrscheinlichkeiten entsprechend der Fälligkeitsklasse zugrunde gelegt werden. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten setzen sich aus der historischen Ausfallwahrscheinlichkeit je Fälligkeitsklasse und einer Zukunftskomponente zusammen. Die Ermittlung der Zukunftskomponente basiert auf der Entwicklung des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für Bankguthaben und sonstige finanzielle Vermögenswerte ist das allgemeine Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden. Dabei verfolgt LAPP die Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner, um eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zu erkennen. Beim erstmaligen Ansatz sind diese Finanzinstrumente der Stufe 1 zuzuordnen und der erwartete Verlust entspricht dem Wert eines möglichen Ausfallereignisses innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag. Sonstige finanzielle Vermögenswerte mit einer Überfälligkeit von mehr als 120 Tagen werden in die Stufe 2 transferiert. Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte LAPP bilanziert abgeschlossene derivative Finanzinstrumente zu deren Marktwert am Abschlussstichtag. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt in Abhängigkeit von deren Fälligkeiten. Derivate mit positivem Marktwert sind als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte und Derivate mit negativem Marktwert sind als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu bilanzieren. Da bei LAPP Hedge-Accounting keine Anwendung findet, werden Marktwertveränderungen von derivativen Finanzinstrumenten stets ergebniswirksam behandelt. Als derivative Finanzinstrumente werden bei LAPP insbesondere Währungs-, Zins- und Rohstoffsicherungsgeschäfte eingesetzt. Die volatilen Marktentwicklungen, insbesondere bei Rohstoffen, haben Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Durch den aktiven Einsatz dieser Sicherungsgeschäfte sollen die Risiken eingegrenzt werden. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Für die Bewertung sind Durchschnittswerte herangezogen worden. Im Einzelnen umfassen die Herstellungskosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse die Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, direkte Personalkosten, andere direkte Kosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (basierend auf normaler Betriebskapazität). Vertriebskosten sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung sind nicht enthalten. Sofern die begrenzten Umstände des IAS 23 erfüllt sind, werden Fremdkapitalkosten einbezogen. In Bezug auf die Ermittlung des Kupferwertes für die Bestandsbewertung, wurde erstmalig im Geschäftsjahr 2021/2022 der London Metal Exchange (LME) Kurs verwendet. Die Waren werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Bestandsrisiken, die sich aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wurde durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Niedrigere Werte am Abschlussstichtag, aufgrund gesunkener Nettoveräußerungswerte, sind angesetzt worden. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen war, sind entsprechende Zuschreibungen vorgenommen worden. Zahlungsmittel Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz sowie der Finanzmittelbestand in der Kapitalflussrechnung beinhalten Barmittel und kurzfristige Anlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Diese werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eigenkapitalinstrumente LAPP bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Die aus der Zeitwertbewertung resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 in die folgenden Kategorien eingeteilt:
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Diese Kategorie beinhaltet zum einen zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten und zum anderen Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Verbindlichkeiten designiert wurden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn diese für Zwecke der Veräußerung in naher Zukunft erworben werden. Ebenfalls als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten einzustufen sind Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate. Eine Ausnahme stellen solche Derivate dar, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind. Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten, welche nicht der oben genannten Kategorie zuzuordnen sind und keine derivativen Finanzinstrumente sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten der Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Altersvorsorge der LAPP Gruppe erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Zahlungen für beitragsorientierte Zusagen sowie Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen werden als Aufwand der Periode erfasst. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen werden gem. IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von erwarteten zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet. Die Pensionsrückstellungen sind bei inländischen Konzernunternehmen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Bei ausländischen Gesellschaften werden Pensionsrückstellungen nach IAS 19 konformen landesspezifischen Parametern ermittelt. Abweichungen zwischen dem Saldo aus versicherungsmathematischem Anwartschaftsbarwert und externem Planvermögen sowie der bilanzierten Pensionsrückstellung, sind als Vermögenswerte oder Schuld bilanziert und ergeben sich vorwiegend aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten im Zusammenhang mit Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends von den unterstellten Rechnungsparametern. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden direkt in den anderen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Details ergeben sich aus den Tabellen zu Ziffer 17A "Pensionsrückstellungen" innerhalb des Abschnittes "Erläuterungen zur Bilanz". Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand und somit im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung, wie auch die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen, im Finanzergebnis. Sonstige Rückstellungen Eine sonstige Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn die Gesellschaft eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und wenn eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtige beste Schätzung angepasst. Langfristige Rückstellungen werden mit dem Barwert, der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben, angesetzt. Bei Abzinsung mit dem laufzeitkongruenten Marktzins wird die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung als Finanzaufwand erfasst. Latente Steuern Latente Steuern wurden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-Methode gebildet (IAS 12 "Ertragsteuern"). Demnach werden Steuerabgrenzungen grundsätzlich für sämtliche temporären Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen berücksichtigt. Aktive latente Steuern für Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede sowie für steuerliche Verlustvorträge werden jedoch nur berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten bzw. voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind. Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt beziehen oder auf unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, in jeder künftigen Periode, in der die Ablösung oder Realisierung der Beträge an latenten Steuerschulden bzw. Steueransprüchen zu erwarten ist, entweder den Ausgleich der tatsächlichen Steuerschulden und Erstattungsansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung der Ansprüche die Verpflichtungen abzulösen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten, in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Eventualverbindlichkeiten Eine Eventualverbindlichkeit ist eine mögliche Verpflichtung, die aus vergangenen Ereignissen resultiert und deren Existenz durch das mögliche Eintreten eines oder mehrerer unsicherer zukünftiger Ereignisse erst noch sich bewahrheiten muss, diese liegen indes nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens. Darüber hinaus können gegenwärtige Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen bestehen, welche nicht erfasst werden, da ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist bzw. die Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann. Eine Eventualverbindlichkeit, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses angesetzt wird, wird beim erstmaligen Ansatz zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zum höheren der beiden folgenden Beträge: dem Betrag, der in Übereinstimmung mit den in Ziffer 17B "Sonstige Rückstellungen" genannten Anforderungen für Rückstellungen erfasst wurde, oder dem ursprünglich angesetzten Betrag, gegebenenfalls abzüglich der in Übereinstimmung mit den Anforderungen für die Ertragsbilanzierung erfassten kumulierten Abschreibung. Leasingverhältnisse Seit 1. Oktober 2019 bilanziert die LAPP Gruppe alle Leasingverhältnisse unter den Rechnungslegungsvorschriften des Standards IFRS 16. Die Nutzungsrechte sind im Bereich Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, in den technischen Anlagen sowie in den Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthalten. Die Leasingverbindlichkeiten werden als Teil der Finanzverbindlichkeiten sowie als Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen abgebildet. Die wesentlichen Mietverträge betreffen Produktions-, Lager- und Bürogebäude sowie Grundstücke mit Laufzeiten bis zu 13 Jahren. Einige Verträge enthalten Preisanpassungsklauseln, die eine jährlich fixe prozentuale Erhöhung vorsehen. Einige Verträge enthalten Verlängerungsoptionen, Kündigungsoptionen oder automatische Vertragsverlängerungen. Weitere Leasingverträge beziehen sich auf Fuhrpark, Maschinen und Hardware sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Laufzeiten bis zu 6 Jahren. Für diese Verträge bestehen zum Teil Verlängerungsoptionen oder automatische Vertragsverlängerungen. Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der Leasingzahlungen, die über die Dauer des Leasingverhältnisses geleistet werden. Diese umfassen die festen Zahlungen, variable Zahlungen, wenn diese an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, und den Ausübungspreis einer Verlängerungs-/Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher gilt (reasonably certain). Sofern der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz nicht bestimmbar ist, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet. Dieser wird basierend auf dem gruppenspezifischen Refinanzierungszins für unterschiedliche Laufzeiten und Länder abgeleitet. Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und umfassen die Leasingverbindlichkeit, Rückbauverpflichtungen und Mietvorauszahlungen. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die Gesamtlaufzeit der Leasingvereinbarung. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, das heißt, die Leasingzahlungen werden aufgeteilt in Zinsen und in einen Tilgungsanteil der Restschuld. Unter IFRS 16 sind Auszahlungen für den Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthalten. Bei Leasinggegenständen von geringem Wert (unter TEUR 5) und kurzfristigen Leasingverhältnissen (bis zu 12 Monaten Laufzeit) wird von der Anwendungserleichterung des IFRS 16 Gebrauch gemacht. Die Abrechnungen für geringwertige, kurzfristige und variable Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in den sonstigen Aufwendungen erfasst. Darüber hinaus wird das Wahlrecht zur Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten (z.B. Services) in Anspruch genommen. Nichtleasingkomponenten werden in der Ermittlung des Right-of-Use Asset nicht berücksichtigt. Kommt es zu einer Modifikation des Leasingvertrags oder zu Änderungen der Leasingzahlungen, der Dauer des Leasingverhältnisses oder der Einschätzung hinsichtlich der Ausübung von Verlängerungs-/Kaufoptionen, wird die Leasingverbindlichkeit neu bewertet. Nach den im Geschäftsjahr 2021/2022 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden waren künftige Mietzahlungen aus operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen wie folgt fällig:
Ertragsrealisierung In der LAPP Gruppe werden Umsatzerlöse erfasst, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird. Die Höhe der Erlöse kann erst dann verlässlich bestimmt werden, wenn alle den Verkauf betreffenden Eventualitäten erfüllt sind. Umsatzerlöse werden abzüglich der allgemeinen Umsatzsteuer sowie etwaiger Preisnachlässe und Mengenrabatte erfasst, wenn die Lieferung stattgefunden hat und die Übertragung der Eigentumsrisiken und -Chancen abgeschlossen ist. Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Dividendenerträge werden zum Zeitpunkt der Beschlussfassung erfasst. Aufwendungen für Forschung und Entwicklung Die Forschungs- und die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 1 Umsatzerlöse Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Regionen stellt sich wie folgt dar:
Die Umsätze enthalten nahezu ausschließlich Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen. Die Konzernerlöse beinhalten Umsätze mit assoziierten Unternehmen von TEUR 39.588 (Vorjahr: TEUR 30.632). 2 Materialaufwand
Die Materialaufwandsquote, bezogen auf den Umsatz, hat sich gegenüber dem Vorjahr, aufgrund von Kupferpreis und weiterer Rohstoff und Service Kostensteigerungen, und zeitlichem Versätzen bei der Preisweitergabe in den Markt, um 1,3 %-Punkte auf 67,2 % (Vorjahr: 65,9 %), erhöht. 3 Personalaufwand und Mitarbeiter
Im letzteren Posten sind folgende Aufwendungen für die Altersversorgung enthalten:
Insgesamt wurden im Berichtsjahr im Durchschnitt in den einbezogenen Unternehmen 4.842 (Vorjahr: 4.450) Mitarbeiter beschäftigt. Diese teilen sich auf in: Anzahl Mitarbeiter
Im Berichtsjahr wurden insgesamt in den Gemeinschaftsunternehmen durchschnittlich 325 (Vorjahr: 310) Mitarbeiter beschäftigt. 4 Abschreibungen Auf Sachanlagen entfallen Abschreibungen in Höhe von TEUR 51.682 (Vorjahr: TEUR 52.743). Hierin enthalten sind Abschreibungen der Nutzungsrechte an Leasingvermögenswerten, die durch die Anwendung des IFRS 16 in den Sachanlagen enthalten sind, in Höhe von TEUR 28.967 (Vorjahr: TEUR 31.558). Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte belaufen sich auf TEUR 10.187 (Vorjahr: TEUR 7.084). In den Sachanlagen ergaben sich im laufenden Jahr, aufgrund der Ukraine-Krise, außerplanmäßige Abschreibungen im einstelligen Millionenbereich auf Anlagegüter der Lapp Russia OOO. Im Geschäftsjahr wurden in Deutschland auf immaterielle Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 248) vorgenommen. Diese außerplanmäßige Abschreibung entfällt auf immaterielle Vermögenswerte, bei denen die Voraussetzungen nach IAS 38.8 im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr erfüllt sind. Details zu den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ergeben sich aus der Anlagen 6.1 Entwicklung des Konzernanlagevermögens sowie auf der Tabelle zu Ziff. 10 "Anlagevermögen" im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz". 5 Sonstige Aufwendungen
Die LAPP Gruppe übt die Wahlrechte aus und aktiviert kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse in Bezug auf geringwertige Wirtschaftsgüter nicht. Folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen sind in den Verwaltungskosten enthalten:
Die Forschungs- und die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst. Die sonstigen Aufwendungen beinhalten unter anderem Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungskosten von rund TEUR 8.201 (Vorjahr: TEUR 7.959). Daneben sind Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 2.206 (Vorjahr: TEUR 3.894) aktiviert. In den Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2021/2022 Nebenkosten für Raummieten in Höhe von TEUR 10.914 (Vorjahr: TEUR 7.336), Reisekosten in Höhe von TEUR 8.258 (Vorjahr: TEUR 3.877) und Aufwendungen für Aus- & Fortbildung in Höhe von TEUR 1.669 (Vorjahr: TEUR 943) enthalten. Darüber hinaus beinhaltet diese Position Aufwendungen für Personalgewinnung, Arbeitsschutz und freiwillige Sozialleistungen sowie sonstige Aufwendungen der Verwaltung, wie Nebenkosten des Geldverkehrs und EDV-Kosten. 6 Sonstige Erträge Die sonstigen Erträge erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 12.128 auf TEUR 27.033. Sie enthalten Fremdwährungsgewinne von TEUR 14.592 (Vorjahr: TEUR 4.349). Des Weiteren sind in den sonstigen Erträgen weiterberechnete Aufwendungen, Provisionserträge sowie Erträge aus Umlagen gegenüber nahestehenden Unternehmen enthalten. Zudem sind in den sonstigen Erträgen COVID-19 bedingte Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 239 (Vorjahr: TEUR 1.698) erfasst. Diese resultieren aus temporären Mieterleichterungen insbesondere für angemietete Räume als direkte Folge der Corona-Pandemie. Die vom IASB verkündeten Erleichterungen für Leasingnehmer bei "lease modification" wurden von LAPP in Anspruch genommen. 7 Beteiligungsergebnis Das Beteiligungsergebnis enthält das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, Erträge aus Ausschüttungen von Beteiligungen und das Ergebnis aus der Bewertung von Beteiligungen. Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug TEUR 668 (Vorjahr: TEUR 2.772). Im Vorjahr war im Beteiligungsergebnis ein Ertrag in Höhe von TEUR 2.818 aus der Bewertung der KU Distribution S.R.L. im Rahmen der Akquisition ausgewiesen. Ergebnisse aus dem Verkauf von Gütern durch konsolidierte Gesellschaften an at equity bilanzierten Gesellschaften (Zwischenergebnisse), die nicht durch Veräußerung an konzernfremde Dritte realisiert wurden, werden im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen entsprechend der Anteilsquote herausgerechnet. 8 Finanzergebnis Das Finanzergebnis beinhaltet Zinserträge und Zinsaufwendungen. Die Zinserträge belaufen sich auf TEUR 2.187 (Vorjahr: TEUR 714). Darin enthalten sind Zinserträge von nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von TEUR 110 (Vorjahr: TEUR 86). Die Zinsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 5.600 (Vorjahr: TEUR 4.853). Diese enthalten Zinsaufwendungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von TEUR 726 (Vorjahr: TEUR 493). Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Darüber hinaus sind aus den nach IFRS 16 bilanzierten Leasingverhältnissen im Geschäftsjahr 2021/2022 Zinsen in Höhe von TEUR 1.267 (Vorjahr: TEUR 1.433) im Finanzergebnis der LAPP Gruppe enthalten. Hiervon entfällt ein Anteil von TEUR 510 (Vorjahr: TEUR 636) auf nahestehende Unternehmen und Personen. Der Ermittlung liegt die Anwendung eines länderspezifischen Grenzfremdkapitalzinssatzes zugrunde. 9 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Steueraufwendungen beinhalten die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften. Die Überleitung zwischen dem theoretischen und dem effektiven Steuersatz der LAPP Gruppe ergibt sich wie folgt:
Der theoretische Steuersatz in Höhe von 31 % setzt sich aus 16 % Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und durchschnittlich 15 % Gewerbesteuer, sowie vergleichbaren Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften, zusammen. Die Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise ergeben sich aus dem Unterschied zwischen dem jeweiligen lokalen Steuersatz zu dem Steuersatz des Mutterunternehmens, welche je Konzerngesellschaft unterschiedliche Ausprägungen haben. Die angewandten Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variieren von 0 % bis 35 % (Vorjahr: 0 % bis 37 %). Wesentliche Effekte auf die Steuerquote im Geschäftsjahr 2021/2022 ergeben sich insbesondere aus den Wertberichtigungen von latenten Steuern auf Verlustvorträge. Erläuterungen zur Bilanz 10 Anlagevermögen Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens ist in Anlage 6.1 dargestellt. Der Anlage können auch die Zugänge und Abschreibungen der Nutzungsrechte an Leasingvermögenswerten, die in den Sachanlagen enthalten sind, entnommen werden. Neben den bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerten liegen keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer vor. Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Legal Entities") zugeordnet. Die im Verhältnis zum Gesamtbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes, in Höhe von TEUR 36.000 (Vorjahr: TEUR 34.876), signifikanten Einzelpositionen entfallen auf die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten: Entwicklung Goodwill
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf der Basis der Berechnung des Nutzungswertes ermittelt. Diese Berechnung wird auf der Grundlage von Cashflow-Prognosen erstellt, die auf Grund von vom Vorstand genehmigten Finanzplänen, erstellt wurden. Diese strategische Dreijahresplanung orientiert sich im Wesentlichen an den Umsatzerwartungen, die vom Management der einzelnen Gesellschaften festgelegt und vom Vorstand der Lapp Holding AG sowie final durch den Aufsichtsrat genehmigt wurden. Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der LAPP Gruppe ermittelt und zur Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten herangezogen. Diskontierungssätze *
Der ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 gültige gruppeneinheitliche Kapitalkostensatz basiert auf allgemeinen sektorbezogenen Datenparametern (Einbezug branchenähnlicher Peer Sektoren), unter Berücksichtigung der Steuerquote sowie Zahlungsmitteln und den ermittelten Refinanzierungskosten der LAPP Gruppe. Für das Geschäftsjahr 2021/2022 ergeben sich Kosten des Fremdkapitals von 1,90 % (Vorjahr: 2,10 %) und Kosten des Eigenkapitals von 8,70 % (Vorjahr: 7,70 %). Diese sind in einem Gruppen-Kapitalkostensatz von 7,50 % (Vorjahr: 7,00 %) zusammengeführt. Cashflows nach dem Zeitraum von drei Jahren werden, unter Verwendung eines einheitlichen Wachstumsabschlags von 1,00 % (Vorjahr: 1,00 %) im Terminal Value extrapoliert. Für die Berechnung der Impairment-Tests wurden die im Rahmen des Planungsprozesses festgelegten Annahmen, bezüglich der durchschnittlichen Umsatz- und Ergebnisentwicklung, zu Grunde gelegt. Bezüglich der Planentwicklung verweisen wir auf Abschnitt 2.2.4 "Vergleich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit der Prognose" in Verbindung mit Abschnitt 3.1 "Prognosebericht - Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens" des Lageberichts. Im Zusammenhang mit den durchgeführten Impairment-Tests auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde bei den Geschäfts- oder Firmenwerten im abgelaufenen Geschäftsjahr kein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf festgestellt. Unabhängig von der aktuellen und der erwarteten wirtschaftlichen Lage hat die LAPP Gruppe Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien:
Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht kein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten besteht. Eine Aufstellung der Tochterunternehmen ist in der Anlage 6.2 dargestellt. 11 At equity bewertete Beteiligungen Zum Bilanzstichtag bestehen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen (im Folgenden auch Joint Venture Gesellschaften) in Höhe von TEUR 15.248 (Vorjahr: TEUR 13.075), die als at equity bewertete Beteiligungen gezeigt werden. Entwicklung des Beteiligungsbuchwertes im Zeitraum:
JJ-Lapp (S) Pte. Ltd. Die Gesellschaft JJ-Lapp (S) Pte. Ltd. hat ihren Sitz in Singapur. Als Muttergesellschaft hält sie 100 % der Anteile an der JJ-Lapp (M) Sdn. Bhd., Malaysia, der PT JJ-Lapp Cable Indonesia, Indonesien, der PT JJ-Lapp Cable Works Indonesia, Indonesien, der JJ-Lapp (P) Inc., Philippinen, und der JJ-Lapp Vietnam Co. Ltd., Vietnam. Der geschäftliche Schwerpunkt der JJ-Lapp Joint Venture Gesellschaften liegt im Vertrieb von Kabeln und Zubehör im südost-asiatischen Raum. Die Joint-Venture Gesellschaften sind 50:50 Beteiligungen zwischen Jebsen & Jessen (South East Asia) Private Limited und der Lapp Holding Asia Pte. Ltd.
JJ-Lapp (T) Ltd. Die Gesellschaft JJ-Lapp (T) Ltd. hat ihren Sitz in Bangkok, Thailand und ist führender Anbieter von Kabel- und Verbindungslösungen in ASEAN.
Lapp Australia Pty Ltd Lapp Australia Pty Ltd, Australien, bietet Kunden Zugriff auf die gesamte Produktpalette von LAPP, einschließlich flexibler Strom- und Steuerkabel, mehradriger Kabel, Ethernet-Kabel, Solarkabel, Kabelverschraubungen und industrieller Steckverbinder.
12 Vorräte
Vom Gesamtbetrag der zum 30. September 2022 bilanzierten Vorräte sind TEUR 79.918 (Vorjahr: TEUR 54.780) zu ihrem Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Aufwand aus der Veränderung der Wertberichtigungen wurde in Höhe von TEUR 4.657 (Vorjahr: TEUR 1.687) ergebniswirksam innerhalb des Materialaufwandes erfasst. 13 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Aufwendungen wurden Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 887 (Vorjahr: TEUR 991) sowie Forderungsausfälle in Höhe von TEUR 563 (Vorjahr: TEUR 1.445) erfasst. Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 274) innerhalb der sonstigen Erträge erfasst. In den sonstigen Vermögenswerten sind Steuererstattungsansprüche aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern in Höhe von TEUR 19.769 (Vorjahr: TEUR 16.475) enthalten. Die finanziellen Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Kupfersicherungsgeschäften der U.I. Lapp GmbH, Deutschland in Höhe von TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 234). 14 Zahlungsmittel
Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. 15 Latente Steuern Die latenten Steueransprüche und -Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:
Von den gesamten steuerlichen Verlustvorträgen der LAPP Gruppe in Höhe von TEUR 57.382 (Vorjahr: TEUR 43.688) zum 30. September 2022 ist die Realisierung von Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 229 (Vorjahr: TEUR 14.445) wahrscheinlich. Darüber hinaus ist unter Voraussetzung erwarteter Änderung der marktwirtschaftlichen Parameter eine weitere Realisierung in Folgeperioden in Höhe von TEUR 11.165 (Vorjahr: TEUR 11.165) möglich. Verfall steuerlich nutzbarer Verlustvorträge:
Die ausschüttbaren Rücklagen ausländischer Tochterunternehmen beliefen sich zum 30. September 2022 auf TEUR 370.882 (Vorjahr: TEUR 300.832). Für das Geschäftsjahr 2021/2022 werden passive latente Steuern ausgewiesen, die im Zusammenhang mit den für das Folgejahr geplanten Ausschüttungen von ausländischen Tochtergesellschaften stehen. Diese passiven latenten Steuern berücksichtigen anfallende Ertrag- und Quellensteuern, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese auszuschüttenden Gewinne einer entsprechenden Besteuerung unterliegen. Aus diesem Grund sind im Konzernabschluss passive latente Steuern aus möglichen Ausschüttungen bzw. Dividendenzahlungen ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 593 (Vorjahr: TEUR 625) erfasst. Die auf die zukünftigen Ausschüttungen anfallenden Quellensteuern sind hierin entsprechend berücksichtigt. Etwaige Ausschüttungen sind in Deutschland steuerfrei, werden jedoch in Höhe von 5 % als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe berücksichtigt. Für versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden, sind zum Bilanzstichtag aktive latente Steuern in Höhe von TEUR -414 (Vorjahr: TEUR 1.235) gebildet. Im Geschäftsjahr 2021/2022 sind zudem in den erfolgsneutralen Effekten passive latente Steuern in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr: TEUR 74) aus der Erstanwendung von neuen IFRS Standards enthalten. Aus der Erstkonsolidierung neu erworbener Gesellschaften und der damit verbundenen Kaufpreisaufteilung wurden im Geschäftsjahr passive latente Steuern in Höhe von TEUR 0 gebildet (Vorjahr: TEUR 1.966). Zum Geschäftsjahresende sind aus erfolgten Erstkonsolidierungen noch latente Steuern in Höhe von TEUR 1.395 (Vorjahr: TEUR 1.910) bilanziert. 16 Eigenkapital Das Eigenkapital und die Bilanzsumme stellen sich zum 30. September 2022 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:
Das Grundkapital setzt sich zusammen aus 1.945.830 Namensstammaktien (Stückaktien) und 10.000 stimmrechtslosen Namensvorzugsaktien (Stückaktien) und ist seit dem 1. Oktober 2001 unverändert. Die Anteile werden zu 100 % von der Lapp Invest AG (seit dem 6. Dezember 2022: Lapp Invest SE) (im Folgenden: "Lapp Invest AG") gehalten. Der Nennbetrag pro Aktie beträgt gerundet EUR 2,56. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von gesamt TEUR 20.000 ausgeschüttet. Darin enthalten ist die Vorabvergütung für die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Die Dividende pro Stammaktie beträgt EUR 10,23. Die Kapitalrücklage betrifft den, die Erhöhung des Grundkapitals übersteigenden, Wert der Sacheinlagen vom 20. Mai 1999. Insgesamt ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 44,0 % bezogen auf das Gesamtkapital, nach 42,3 % im Geschäftsjahr 2020/2021. Die Lapp Holding AG unterliegt keinen zusätzlichen satzungsbedingten Kapitalerfordernissen. 17 Rückstellungen Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
A. Pensionsrückstellungen a) Beitragsorientierte Versorgungspläne Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) entrichten Gesellschaften der LAPP Gruppe Beitragszahlungen an staatliche oder private Versorgungsträger. Neben der Subsidiärhaftung des Arbeitgebers im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung bestehen keine weiteren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Die Gesellschaften der LAPP Gruppe haben Beiträge in Höhe von TEUR 7.744 (Vorjahr: TEUR 7.127) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Die US-Tochtergesellschaften entrichten Beiträge im Rahmen eines beitragsorientierten 401k-Plans. Die Pensionsaufwendungen für diese Arbeitnehmer betrugen im Geschäftsjahr TEUR 850 (Vorjahr: TEUR 612). Die Zahlungen für sonstige beitragsorientierte Pläne, unter anderem in ausländische staatliche Rentenversicherungssysteme, betrugen TEUR 10.417 (Vorjahr: TEUR 8.499). b) Leistungsorientierte Versorgungspläne In Deutschland bestehen in der LAPP Gruppe nur definierte Einzelzusagen. Vorwiegend sind die Einzelzusagen den im Unternehmen tätigen Gesellschaftern gewährt. Der Pensionsplan ist nicht durch Planvermögen gedeckt. Bei den Schweizer Tochtergesellschaften existieren fondsfinanzierte Vorsorgepläne, welche über einen externen Vorsorgeträger im Vollversicherungsmodell finanziert sind. Dieser Vorsorgeplan besteht aufgrund gesetzlicher Vorschriften (Berufliches Vorsorgegesetz BVG) in der Schweiz und gewährt den Anspruchsberechtigten Alters-, Invaliditäts- sowie Todesfallleistungen. Der Arbeitnehmer übernimmt rund 40 % der zu bezahlenden Prämien sowie weitere fest umschriebene Kosten. Die restlichen Kosten werden durch den Arbeitgeber getragen. Die Risiko- und Kostenprämien werden von der Versicherung individuell berechnet und jährlich neu festgelegt. Bei den Konzerngesellschaften in Frankreich bestehen leistungsorientierte Pensionspläne entsprechend den landesrechtlichen Bestimmungen und zusätzlichen Vereinbarungen. Die Leistungshöhe wird vom Tarifabkommen der französischen Elektroindustrie vorgeschrieben. Sie orientiert sich an den Monatsgehältern in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit. Bei den italienischen Tochtergesellschaften bestehen Pensionspläne entsprechend den lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Diese sind als leistungsorientierte Pläne nach IAS 19 zu qualifizieren und wurden dementsprechend abgebildet. Weiterhin bestehen vereinzelt bei ausländischen Tochterunternehmen pensionsähnliche Leistungszusagen, vor allem für Übergangszahlungen nach Eintritt in den Ruhestand, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 abgebildet wurden und für den Konzern nur von untergeordneter Bedeutung waren. Grundsätzlich gibt es in der LAPP Gruppe nur wenige Einzelzusagen neben den beschriebenen landesspezifischen gesetzlichen Vorschriften. Darüber hinaus gibt es grundsätzlich keine entgeltabhängigen Leistungszusagen. Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen ergibt sich wie folgt:
Veränderung der Versorgungsverpflichtung
Veränderung des Planvermögens
Das Planvermögen setzt sich zum Stichtag wie folgt zusammen:
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Anteil der Pensionsaufwendungen
Bilanzpositionen bei der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen
Versicherungsmathematische Annahmen leistungsorientierter Verpflichtungen Für die deutschen Konzernunternehmen werden die Annahmen für die Lebenserwartung aus den biometrischen "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck entnommen. Die folgende Tabelle stellt die Grundannahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtungen dar:
Die gewichtete durchschnittliche Duration der Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 30. September 2022 betrug 13,5 Jahre (Vorjahr: 12,7 Jahre). Sensitivitätsanalyse leistungsorientierter Verpflichtungen Die Veränderung versicherungsmathematischer Annahmen hätte eine Änderung der Bewertung des Barwerts der Versorgungsverpflichtung zur Folge. Der Barwert der Versorgungsverpflichtung in Höhe von TEUR 31.242 (Vorjahr: TEUR 37.360) würde sich bei einer Minderung des Abzinsungsfaktors von 0,5 %-Punkten um TEUR 1.493 (Vorjahr: TEUR 2.552) erhöhen und bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,5 %-Punkte um TEUR 1.051 (Vorjahr: TEUR 2.000) vermindern. Künftige Zahlungsströme Der Konzern erwartet, dass 2022/2023 Beiträge in Höhe von TEUR 1.148 (Vorjahr: TEUR 301) in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Für die nachfolgenden Jahre 2-3 wird eine Zahlung von TEUR 1.410 erwartet, an Einzahlungen fällig in mehr als 3 Jahren wird ein Betrag von TEUR 9.708 erwartet. B. Sonstige Rückstellungen Mit der Rückstellung für Garantieverpflichtungen und Produkthaftungen werden die Risiken aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen aus dem Handel mit Kabeln, Leitungen und Kabelzubehör abgedeckt. Die Laufzeiten der Rückstellungen betragen zwischen 2 und 3 Jahren, ein präziser Eintrittszeitpunkt der Zahlungsverpflichtung kann aufgrund verschiedener Einflüsse nicht bestimmt werden. Zum Bilanzstichtag war eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 1.114 (Vorjahr: TEUR 1.074) gebildet. Die Rückstellung betrifft unter anderem Mietverpflichtungen für nicht genutzte Büroflächen, die entsprechend der Restlaufzeit ratierlich aufgelöst werden, sowie Abnahmeverpflichtungen. Rückstellungen für Altersteilzeit umfassen im Wesentlichen rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aufgrund von Altersteilzeitregelungen. Der Zahlungsabfluss erfolgt überwiegend innerhalb von 2 bis 5 Jahren. Die Rückstellung für Prozess- und Anwaltskosten beinhaltet die voraussichtlichen Aufwendungen von bestimmten Rechtsstreitigkeiten, die von Kunden gegen die LAPP Gruppe eröffnet wurden. Die entsprechende Aufwandsbuchung wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Die Rückstellungen betreffen neben erwarteten Prozesskosten aus Arbeitsgerichtsverfahren und Vertragsstrafen auch Kosten aus Inkassoverfahren. Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden. Diese führen zu Zahlungsabflüssen, die hauptsächlich im nächsten Jahr erwartet werden. 18 Verbindlichkeiten
Als sonstige Verbindlichkeiten sind insbesondere Ertragsteuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich, wie noch zu leistende Tantiemen, Gratifikationen und Prämien, sowie nicht genommener Urlaub, Abfindungen, Mehrleistungen und soziale Sicherheit ausgewiesen. Zudem enthält diese Position auch ausstehende Lieferantenrechnungen sowie Erlösschmälerungen, in Form von Rückstellungen für nachträgliche Rabatte. Erläuterungen zu sonstigen Posten 19 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der LAPP Gruppe im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 (Cashflow Statements) wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel umfassen Kassenbestände, Sichtguthaben und kurzfristige Termingelder. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode abgeleitet. Das Konzernjahresergebnis bildet somit die Ausgangsbasis der weiteren Ableitung. Im Rahmen der Überleitung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit werden Veränderungen von Bilanzpositionen aus der operativen Tätigkeit einbezogen. Berücksichtigung finden darüber hinaus Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus gegebenenfalls vorhandenen Konsolidierungskreisänderungen. Dies hat zur Folge, dass Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva in der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht notwendigerweise mit den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz übereinstimmen. Die Veränderungen im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sind im Wesentlichen auf die volumenbedingten Wachstumseffekte sowie deren Auswirkungen auf die wesentlichen Positionen des Net Working Capitals zurückzuführen. Zusätzlich stiegen die Ertragsteuerzahlungen gegenüber dem Vorjahr, aufgrund der verbesserten Ertragslage, deutlich an. Cashflow aus Investitionstätigkeit Die Ermittlung des Cashflows aus Investitionstätigkeit erfolgt auf direkter Basis. Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aufgrund von Abflüssen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte. Dementgegen stehen Zuflüsse aus dem Abgang solcher Vermögenswerte sowie Einzahlungen von Gemeinschaftsunternehmen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in Software- und Digitalisierungsprojekte, Anlagen und Maschinen sowie Erweiterungen im Logistikbereich. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Die Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit erfolgt ebenfalls auf direkter Basis. Dieser Cashflow beinhaltet die bezahlten Dividenden an Anteilseigner, sowie die Einzahlungen und Auszahlungen im Zusammenhang mit Darlehen sowie Kontokorrentkrediten. Die wesentlichen Einzahlungen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultieren aus neu aufgenommenen Darlehen. Die wesentlichen Auszahlungen resultieren aus Zahlungen für Dividenden an Anteilseigner und Tilgungszahlungen von bestehenden Darlehen. Die Veränderungen von Leasingverbindlichkeiten sind im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthalten. 20 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten
Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben des Anlagevermögens (Bestellobligo) bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 781 (Vorjahr: TEUR 1.287). Die entsprechenden Zahlungen sind ausschließlich innerhalb eines Jahres fällig. Des Weiteren besteht ein Bestellobligo aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 24.067 (Vorjahr: TEUR 14.211). 21 Finanzinstrumente Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente gemäß den Klassen und den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zum 30. September 2022 sowie zum 30. September 2021. Die Positionen enthalten keine Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16. Die im Folgenden aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen der Stufe 2 der Fair Value Hierarchie zuzuordnen. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Beteiligungen sind der Stufe 3 zugeordnet.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen/Verbindlichkeiten verfügen größtenteils über kurze Restlaufzeiten, weshalb deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der beizulegende Zeitwert sonstiger langfristiger Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entspricht dem Barwert der mit den Vermögenswerten verbundenen Cashflows. Dabei werden die aktuellen Zinsparameter berücksichtigt, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren. Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzverbindlichkeiten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Kurve der LAPP Gruppe ermittelt. Der Buchwert derivativer Finanzinstrumente entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert wird mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert dem Betrag, den die LAPP Gruppe bei Beendigung des Finanzinstruments zum Abschlussstichtag entweder erhalten würde oder zahlen müsste. Dieser wird unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten der Vertragspartner berechnet. Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumente enthalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen und Zinserträge, erfolgswirksame Marktwertveränderungen, Ergebnisse aus dem Abgang von Finanzinstrumenten, erhaltene Dividenden sowie Wechselkursänderungen. Die Gesamtzinserträge und -Aufwendungen der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
Angaben zum Finanzrisikomanagement Die LAPP Gruppe unterliegt in ihren finanziellen Aktivitäten verschiedenen Risiken. Die LAPP Gruppe überwacht die Risiken und schließt, soweit notwendig, Absicherungstransaktionen ab. Aufgrund der Vielzahl der Geschäftspartner, Abnehmerbranchen und der bestehenden Kreditversicherungen sowie der geographischen Differenzierung der Geschäftspartner der LAPP Gruppe liegt eine Konzentration von finanziellen Risiken nicht vor. Marktpreisrisiko Um Schwankungen in den Einkaufspreisen der Rohstoffe abzumildern hat die LAPP Gruppe Sicherungsgeschäfte für Kupfereinkäufe abgeschlossen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer, nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen, Änderung der Kupferpreise um 10 %. Bleiben alle anderen Variablen konstant, so würde das Konzernergebnis vor Steuern aufgrund der Auswirkungen der Änderung der Kupferpreise wie folgt beeinflusst: Sensitivitätsanalyse der Kupferpreise
Die Bewertung erfolgt zu Marktmittelkursen zum Tagesende. Zudem werden eigene, proprietäre Bewertungsmodelle der Banken (mark to market) zugrunde gelegt. Fremdwährungsrisiken Die LAPP Gruppe ist weltweit tätig und deshalb Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die Auswirkungen auf die, auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge haben. Der Großteil der Geschäftstätigkeit entfällt jedoch auf den Euro-Raum. Da auch die wesentlichen Konzernunternehmen in USA bzw. Asien weitgehend selbständig in den jeweiligen Ländern tätig sind und sich größtenteils auch dort finanzieren, ist das gesamte Fremdwährungsrisiko begrenzt, sodass in diesem Bereich auch nur wenige Kurssicherungsmaßnahmen notwendig sind. Zum Bilanzstichtag bestehen im Wesentlichen folgende offene Fremdwährungspositionen:
Zur Überwachung des Fremdwährungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse herangezogen. Für die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse der Währungsrisiken wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Sensitivitätsanalyse der Fremdwährungspositionen Die Tabelle gibt an, welche hypothetische Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern sich bei einer Abwertung des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um 10 % ergeben würde bzw. welche hypothetische Auswirkung sich bei einer Aufwertung des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um 10 % ergeben würde.
Zinsänderungsrisiko Zinsänderungsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LAPP Gruppe haben können. Zinssatzschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsertrages und -Aufwands der variabel verzinslichen originären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie zu Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der Zinsderivate. Ein Teil der Kreditinstrumente der LAPP Gruppe ist fest verzinslich. Dadurch werden die Auswirkungen von Zinssatzschwankungen auf die Ertragslage begrenzt. Des Weiteren sind die bei Forderungen und Verbindlichkeiten verwendeten Zinssätze marktüblich. Die Überwachung der Zinsänderungsrisiken erfolgt ebenfalls durch eine Sensitivitätsanalyse. Mit dieser Methode können die Effekte aus hypothetischen Marktzinsänderungen auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen und auf das Eigenkapital zum Stichtag berechnet werden. Folgende Annahmen liegen der Sensitivitätsanalyse zu Grunde:
Wenn das Marktzinsniveau zum 30. September 2022, unter der Berücksichtigung der Zinsderivate, um 1 %-Punkt höher gewesen wäre, hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 640 (Vorjahr: TEUR 640) verbessert. Eine Absenkung des Marktzinsniveaus um 1 %-Punkt hätte eine Ergebnisreduktion in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 583) zur Folge. Kreditrisiken Für Finanzinstrumente wird ein aktives Risikomanagement mit Beurteilung und Überwachung der Forderungen durchgeführt. Die Gefahr einer Risikokonzentration wird durch die große Anzahl und die breite geographische Verteilung der Kunden minimiert. Die Kreditrisiken der übrigen finanziellen Vermögenswerte werden durch Bonitätsprüfungen kontrolliert. Mit den getroffenen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Verkäufe nur an Kunden erfolgen, die sich in der Vergangenheit als kreditwürdig erwiesen haben und sich dadurch das bei Verkäufen bestehende Ausfallrisiko innerhalb eines angemessenen Rahmens bewegt. Darüber hinaus bestehen in der LAPP Gruppe Warenkreditversicherungen. Da mit den Kunden keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen getroffen werden, stellt die Gesamtheit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gleichzeitig das maximale Ausfallrisiko dar. Die Bruttobuchwerte und Risikovorsorge der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verteilen sich wie folgt:
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die LAPP Gruppe hat folgende Arten von finanziellen Vermögenswerten, für die das Modell der erwarteten Kreditverluste anzuwenden ist:
Die flüssigen Mittel unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Jedoch war der identifizierte Wertminderungsaufwand unwesentlich. Die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde mit einer Wertminderungsmatrix im Rahmen des vereinfachten Ansatzes, welche im Zuge des IFRS 9 im Jahr 2019 eingeführt wurde, ermittelt. Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:
Liquiditätsrisiken Die LAPP Gruppe benötigt ausreichende Mittel zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen. Die Kreditwürdigkeit der LAPP Gruppe erlaubt die Beschaffung von liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Darüber hinaus sind noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien vorhanden. In der nachfolgenden Tabelle wurden alle originären Finanzinstrumente, die sich zum jeweiligen Bilanzstichtag im Bestand befanden und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren, einbezogen. Planzahlungen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gingen in die Analyse nicht mit ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils zum Stichtagskurs umgerechnet. Zum 30. September 2022 betrugen die Leasingverbindlichkeiten TEUR 92.527 (Vorjahr: TEUR 85.135). Die Laufzeiten der Leasingverhältnisse liegen überwiegend zwischen einem Jahr und fünf Jahren, in Einzelfällen laufen die Verträge auch länger.
Zeitwert von Finanzinstrumenten Die nicht zum Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente der LAPP Gruppe umfassen in erster Linie Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, sonstige langfristige Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Kontokorrentkredite sowie langfristige Darlehen. Der Buchwert der Zahlungsmitteläquivalente sowie der Kontokorrentkredite kommt ihrem Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe. Der Zeitwert langfristiger Schulden beruht auf den derzeit verfügbaren Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Die in der Bilanz ausgewiesenen Werte kommen dem Zeitwert sehr nahe. Zum Bilanzstichtag per 30. September 2022 bestanden folgende Finanzderivate, die ausschließlich der Absicherung von Zinsrisiken, Währungsrisiken sowie der Glättung von Schwankungen bei Einkaufspreisen für Kupfer dienen:
Fair Value Hierarchie Die in der Bilanz zum Fair Value angesetzten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind den, im Folgenden aufgeführten, drei Stufen der Fair Value Hierarchie zuzuordnen. Diese Hierarchie spiegelt die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und ist wie folgt gegliedert:
Zum 30. September 2022 werden lediglich Devisentermingeschäfte, ein Zahlerswap sowie eine Put-Option zum Fair Value bewertet. Diese werden nicht an einem aktiven Markt gehandelt. Die Bewertung erfolgt jedoch auf Basis beobachtbarer Marktdaten, daher werden sie Stufe 2 zugeordnet. 22 Beziehung zu nahestehenden Unternehmen und Personen Folgende Personen, Personengruppen und Unternehmen wurden in der Berichtsperiode 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 als nahestehende Unternehmen und Personen identifiziert:
Wesentliche Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Zu c) in den Verbindlichkeiten sind Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 in Höhe von TEUR 1.397 enthalten. Zu d) in den Erlösen sind Mietreduktionen aufgrund des IFRS 16 in Höhe von TEUR 219 enthalten. In den Aufwendungen sind Abschreibungen im Rahmen des IFRS 16 in Höhe von TEUR 17.612 enthalten. Bei den Verbindlichkeiten entfallen TEUR 46.202 auf die Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 sowie TEUR 2.419 auf Verbindlichkeiten aus Finanzierungen. Zu e) Verbindlichkeiten, Erlöse und Aufwendungen resultieren vollumfänglich aus operativen Liefer- und Leistungsbeziehungen mit den Joint Venture's siehe Ziffer 11 "At equity bewertete Beteiligungen". Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben im Allgemeinen eine Laufzeit zwischen 30-90 Tagen. Die Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit den nahestehenden Unternehmen erfolgten wie unter fremden Dritten. Für die Angaben zur Vergütung des Managements und des Aufsichtsrates verweisen wir auf Ziffer 23 "Sonstiges". Für die Beziehungen zu Tochterunternehmen verweisen wir auf Anlage 6.2. 23 Sonstiges Angaben zu Tochtergesellschaften Die nachfolgenden deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB, dem Verzicht auf Veröffentlichung im Bundesanzeiger sowie dem Verzicht auf Erstellung eines Lageberichtes, Gebrauch: U.I. Lapp GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 12720 Lapp Systems GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 23443 Lapp GmbH Kabelwerke, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 2785 Lapp Service GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 24768 Contact GmbH Elektrische Bauelemente, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 3282 Die nachfolgenden deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB, dem Verzicht auf Veröffentlichung im Bundesanzeiger, Gebrauch: Lapp Holding Deutschland GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 20370 Konzernangaben Die Lapp Invest AG, Stuttgart, hat uns gemäß § 20 Abs. 1 AktG mitgeteilt, dass sie seit dem 1. Oktober 2010 einen Stimmrechtsanteil von 100 % an der Lapp Holding AG hält. Vorschlag für die ErgebnisverwendungDer Vorstand der Lapp Holding AG, Stuttgart, schlägt der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 30 Mio. Euro auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das Gesamthonorar des zur Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses bestellten Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021/2022 betrug:
Mitglieder des Aufsichtsrates
Im Geschäftsjahr 2021/2022 ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat ist Herr Siegbert Lapp, Vorsitzender (bis 30. September 2022). Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr TEUR 550 (Vorjahr: TEUR 500). Mitglieder des Vorstandes
Im Geschäftsjahr 2021/2022 ausgeschieden aus dem Vorstand ist Herr Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender (bis 30. September 2022). Die Gesamtbezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr TEUR 2.443 (Vorjahr: TEUR 1.700). Außerdem bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern in Höhe von TEUR 4.780 (Vorjahr: TEUR 7.109). Der vom Vorstand zum 30. September 2022 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden in der Vorstandssitzung am 19. Dezember 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. 24 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ablauf des Geschäftsjahres 2021/2022 Die Lapp Holding AG hat im Laufe des Geschäftsjahres 2021/2022 mit dem Rechtsformwechsel in eine SE ("Societas Europaea") begonnen. Der Rechtsformwechsel wird durch Eintragung im Handelsregister im Geschäftsjahr 2022/2023 vollzogen. Die Lapp Holding AG wird nach erfolgter Eintragung fortan unter Lapp Holding SE firmieren. Darüber hinaus sind nach dem 30. September 2022 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LAPP Gruppe erwartet werden.
Stuttgart, 22. Dezember 2022 Der Vorstand Matthias Lapp Georg Stawowy Jan Ciliax Dr. Christoph Hiller Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022Immaterielle Vermögenswerte
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021Immaterielle Vermögenswerte
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022Sachanlagen
davon Nutzungsrechte
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021Sachanlagen
davon Nutzungsrechte
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022Finanzanlagen
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021Finanzanlagen
Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 30. September 2022
1) Ergebnisabführungsvertrag
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 / 2022I. Grundlagen der LAPP Gruppe 1 Die LAPP Gruppe im Überblick Die LAPP Gruppe ist, gemäß der 2022 veröffentlichten Marktstudie der WirtschaftsWoche in Kooperation mit der Universität St. Gallen, weiterhin Weltmarktführer für integrierte Lösungen im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologien. Derzeit stellt LAPP weltweit über eine Viertelmillion systemgeführter Verkaufsartikel für unsere Kunden in diversen industriellen Endmärkten und Anwendungsbereichen bereit. Des Weiteren werden für kundenindividuelle Aufträge Spezialkabel und Verbindungslösungen entwickelt und produziert sowie ein breites Spektrum an kundenspezifischen Serviceleistungen angeboten. Die Herstellung der Produkte erfolgt zu einem hohen Anteil in eigenen Fertigungswerken. Die LAPP Gruppe produziert an 19 internationalen Standorten, darüber hinaus besitzt die Gruppe 41 eigene Vertriebsgesellschaften und kooperiert mit Geschäftspartnern, wodurch insgesamt rund 100 Vertretungen bestehen. Zusätzlich ist die LAPP Gruppe an drei Gemeinschaftsunternehmen beteiligt (diese bestehen aus acht rechtlichen Einheiten). Für Details zu den Gesellschaften verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste (Konzernanhang Anlage 6.2 "Aufstellung des Anteilsbesitzes"). Zum Abschlussstichtag waren 5.055 Mitarbeiter: innen weltweit beschäftigt. 2 Unternehmenssteuerung Die LAPP Gruppe steuert primär durch ein global ausgerichtetes Management-Team in Repräsentanz des Vorstandes der Lapp Holding AG. Darüber hinaus wird die LAPP Gruppe über 3 Regionen gesteuert, diese sind LA EMEA (Latein Amerika, Europa, Naher und Mittlerer Osten sowie Afrika), NA (USA, Mexiko und Kanada) und APAC (Asien Pazifik sowie Ozeanien). Zusätzlich zu den Regionen wird der Unternehmensbereich Lapp Mobility als separates Geschäftsfeld geführt. Die Gruppenplanung erfolgt auf Basis des regionalen Prinzips und wird in der Lapp Holding AG zu einer Gesamtplanung verdichtet; diese Struktur liegt auch der langfristigen Gruppen-Strategie 2027 zugrunde. Wesentliche Steuerungsgrößen in der LAPP Gruppe sind die Kennzahlen Nettoumsatz, Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie seit dem Vorjahr das Nettoumlaufvermögen (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Zusätzliches Augenmerk gilt der Nettobankposition (Bankguthaben abzüglich Bankverschuldung), welche sowohl ein Guthaben als auch eine Verbindlichkeit darstellen kann. Darüber hinaus erfolgt laufend eine Überwachung des Ist-Auftragseinganges sowie dessen Bestandes, welcher jedoch nicht Teil der Planung ist. 3 Forschung und Entwicklung / Technik Gemäß des Strategieprozesses 2027 wurde der Bereich F&E / Technik durch verschiedene Maßnahmen und Projekte weiterentwickelt. So wurde zum Oktober 2021 die globale Forschung und Vorentwicklung im Rahmen einer Umorganisation als eigenständiger Bereich in den Fokus gerückt und deckt nun drei Verantwortungsbereiche auf globaler Ebene ab. Hierbei soll die Vision von LAPP als innovativer Lösungsanbieter mit technologischer Vorreiterrolle gestützt werden. Diese Verantwortungsbereiche sind die globale Vorausentwicklung, das globale Innovationsmanagement zur Steuerung von Innovationsprozessen sowie die globale Steuerung und Koordination von Labor- und Testzentrumsaktivitäten. Auch im Hinblick auf die Produktionsprozesse wurden Investitionen und Projekte gemäß den strategischen Vorgaben weiter vorangetrieben. So wurde zum Beispiel im Rahmen des Projektes "Smart Factory" die erste Verseilmaschine erfolgreich an das MES System ("Manufacturing Execution System") angebunden. Das bestehende Produktportfolio wurde speziell im strategisch wichtigen Bereich der Industriellen Kommunikation weiter ausgebaut. Mit der "ETHERLINE ROBOT PN Cat. 5e" steht eine torsionsfähige, Hochgeschwindigkeit-Datenleitung für moderne Roboter- Anwendungen zur Verfügung. Zur Überwachung von Datenleitungen in hochdynamischen Anwendungen wurde mit der "ETHERLINE GUARD Box" eine "Predictive Maintenance" Lösung im Umfeld von Industrie 4.0 präsentiert. Um die ambitionierten Wachstumsziele im Bereich der Elektromobilität zu erreichen, hat LAPP seine Produktpalette für Ladelösungen ebenfalls weiter ausgebaut: Mit dem "MOBILITY DOCK" wurde im Sommer 2022 eine innovative Mode 2 Lösung am Markt eingeführt. Beim Hochvolumenprodukt Mode 3 wurde flankierend eine neue Generation in den Markt gebracht, welche insbesondere durch höhere Robustheit sowie prozessoptimiertes Design überzeugen soll. 4 Mitarbeiter Der Personalstand zum Stichtag 30. September 2022 - bezogen auf den Konsolidierungskreis - von insgesamt weltweit 5.055 (Vorjahr: 4.586) Mitarbeiter: innen bei der LAPP Gruppe bedeutete ein Aufbau der Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr um 10,2 %. Nachdem sich im Geschäftsjahr die Auftragslage für die LAPP Gruppe stark positiv entwickelt hatte, wurden wachstumsbedingt Kapazitäten sowie, der Strategie 2027 folgend, Kompetenzen in nahezu allen Bereichen aufgebaut. Der höchste prozentuale Aufbau fand in der Region APAC mit 23,0 % statt, gefolgt von der Region Nord Amerika mit 14,4 % gegenüber dem Vorjahr. Details zu den Mitarbeitenden können dem Konzernanhang entnommen werden (Konzernanhang Ziffer 4 "Personalaufwand und Mitarbeiter"). Das globale Weiterbildungsprogramm wurde im vergangenen Geschäftsjahr erneut weiterentwickelt. Die Programme beinhalteten sowohl Präsenzmodule als auch virtuelle Module. Damit konnte die LAPP Gruppe die Vorteile des virtuellen Trainings mit den Vorteilen der Präsenztrainings kombinieren mit dem Ziel die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden weiter auszubauen. Auch in diesem Jahr, wurde ein strategischer Schwerpunkt auf das Thema Kultur des lebenslangen Lernens und Vertrauens gelegt. Die "LAPP Learn Challenge" wurde im Geschäftsjahr zwei Mal durchgeführt und ist damit zu einem gesetzten Format in der Gruppe geworden. Es soll eine Kultur gefördert werden, in der die Mitarbeitenden sich Wissen selbständig aneignen und im Arbeitsalltag integrieren. Im Bereich Organisationsentwicklung lag der Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 auf Themen, die den Erfolg der Strategie 2027 sicherstellen sollen. Neben dem Aufbau entsprechender Kompetenzen wurden in diesem Zusammenhang ein einheitliches Job Grading sowie Incentive System für die obersten Führungskräfte etabliert. Des Weiteren wurde basierend auf den Zielsetzungen der Strategie 2027 die Organisationsstruktur einer ersten Analyse unterzogen. Ziel war es zu evaluieren, welche Funktionen mit welchen Verantwortlichkeiten zukünftig auf globaler bzw. auf regionaler Ebene notwendig sein werden. Erste Veränderungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 bereits angestoßen. Die wichtigste Ressource für die LAPP Gruppe bleibt der Mensch. Nur mit den Menschen im Mittelpunkt kann die bisherige Erfolgsgeschichte der LAPP Gruppe weiterverfolgt werden. Daher gebührt unser aufrichtiger Dank unseren Mitarbeitenden, die auch in herausfordernden Pandemie-Zeiten ein weiteres Wachstumsjahr der LAPP Gruppe ermöglicht haben. II. Wirtschaftsbericht 1 Wirtschaftliches Umfeld / Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Für das Vorjahr 2021 hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) einen Zuwachs der Weltproduktion um 5,7 % erwartet und eingangs auch für das Geschäftsjahr 2022 noch mit 4,5 % Zuwachs geplant. Ausgehend von dieser Basis und dem kräftigen Wachstum im zweiten Halbjahr 2021 ist jedoch die Expansion der Weltwirtschaft unter dem Eindruck hoher Inflation, hartnäckiger Lieferengpässe sowie großer Unsicherheit im Frühjahr des Geschäftsjahres zum Stillstand gekommen, berichtet das IfW weiter. Insbesondere durch die Pandemienachläufer im asiatischen Raum sowie Auswirkungen des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine wurde die ohnehin kräftige Inflation weiter verstärkt. Insofern wurden die Aussichten im Herbstbericht des Institutes auf ein Wachstum der Weltproduktion im Jahr 2022 von 2,9 % gesenkt und der Ausblick für 2023 mit einer noch geringeren Zunahme von 2,2 % angegeben. Die Europäische Kommission ging mit ihrer Sommerprognose für 2022 und 2023 von einem Wachstum in Höhe von 2,7 %, bzw. 1,5 % für Europa aus. Insbesondere die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im Frühjahr trotz Rekordinflation und Ukraine-Krieg deutlicher gewachsen als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte in den Ländern mit dem Euro zwischen April und Juni zum Vorjahresquartal um 0,7 % zu, wie das Europäische Statistikamt Eurostat bekanntgab. Im asiatischen Raum, unter Hinzunahme von Australien und Neuseeland, wurde für die "advanced markets" mit einem gesamt BIP-Wachstum von 2,7 % für 2022 gerechnet und für 2023 wurde dieselbe Prognose gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr 2021, bei dem noch mit einem Wachstum von 3,6 % gerechnet wurde, ist dies hingegen ein deutlicher Rückgang. Für Indien wurde 2021 eine BIP-Entwicklung von 8,9 % verzeichnet und für das Jahr 2022 wurde ein BIP-Wachstum von 8,2 % prognostiziert. Der Ausblick für 2023 fällt jedoch nüchterner aus, es wird mit einem Zuwachs von nur noch 6,9 % gerechnet. Auch für China zeigt sich eine große Diskrepanz: 2021 errechnete die Wirtschaftsprognose eine Steigerung von 8,1 % für das Land. 2022 waren es 4,4 % und für 2023 wird ein BIP-Wachstum von 5,1 % erwartet. Der Einbruch wird durch Sorgen über neue Varianten des Coronavirus und verbundene Unsicherheiten getrieben. Die US-Wirtschaft ist Anfang des Jahres etwas stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,6 %, wie das Handelsblatt unter Bezug auf das Handelsministerium mitteilte. Insgesamt geht das IfW Kiel für die Vereinigten Staaten für das laufende Jahr noch von einem Zuwachs von 1,8 % des BIP aus, prognostizierte jedoch gleichzeitig für 2023 einen Rückgang um 0,1 %. Die Leibniz-Institute für Wirtschaftsforschung aus Essen, München und Halle (RWI, ifo, IWH) und das IfW hatten in ihrer am 29. September 2022 veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose des deutschen Marktes für 2022 ein leichtes Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,4 % und für das kommende Jahr einen Rückgang um 0,4 % prognostiziert. Für das Jahr 2022 wurde für den deutschen Markt eine Inflationsrate von 8,4 % erwartet; für 2023 eine weitere Steigerung auf 8,8 %. Insbesondere die hohen Energiepreise lassen Deutschland nach der Herbstprognose des IfW 2023 in eine Rezession abgleiten. Im kommenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 0,7 % zurückgehen. Damit korrigierte das Institut seine bisherige Prognose drastisch um 4 %-Punkte nach unten. Im Juni hatte es noch ein kräftiges Plus von 3,3 % erwartet. Zusammenfassend sorgen der Umgang der chinesischen Regierung mit neuen Coronavirus Varianten, die anhaltende Inflation trotz ansteigender Zinsen und die geo-politisch stark angespannte Lage für ein erneut hohes Maß an Unsicherheit. Dieser kann nur durch eine erhöhte Wachsamkeit, Flexibilität und ständige Adjustierung begegnet werden. 2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage A. Ertragslage Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz deutlich um 31,0 % von 1.423 Mio. Euro auf 1.864 Mio. Euro. Der gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegene Kupferdurchschnittskurs 1 um 19,8 % hat hierbei zu einem Umsatzanstieg von rund 6,5 % geführt. Die Währungsentwicklung hatte näherungsweise mit einem Plus von rund 1,9 % gegenüber dem Vorjahr einen marginalen positiven Einfluss auf den Umsatz der Gruppe. Daher hat das erzielte Umsatzvolumen - ohne die genannten Kupfer- und Währungseffekte - um rund 22,6 % organisch gegenüber dem Vorjahresumsatz zugenommen. Die erstkonsolidierte Gesellschaft, Fender Cables SRL, Rumänien, hatten keine wesentliche Bedeutung im Umsatzwachstum. Dieser erneut signifikante Anstieg, auch auf bereinigter Basis, war im Wesentlichen auf die deutlich gestiegene Auftragslage in Kombination mit weiterhin steigenden Marktpreisen zurückzuführen und wurde durch allgemeine Nachholeffekte im Markt unterstützt. Dabei zeigten alle wichtigen Absatzmärkte der LAPP Gruppe eine deutliche Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr. Allem voran konnten die amerikanischen Märkte inklusive Südamerika ein Umsatzwachstum von 40,2 %, auf unbereinigter Basis, verbuchen. In den europäischen Märkten, in denen die LAPP Gruppe weiterhin mehr als zwei Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftete, ergab sich ebenfalls eine starke Umsatzerhöhung, auf unbereinigter Basis, von 29,4 % gegenüber dem Vorjahr. In Asien stieg der unbereinigte Umsatz ebenfalls sehr deutlich und lag zum Jahresende rund 32,7 % über dem Vorjahreswert. Details zur Aufteilung des Umsatzes nach Regionen sind dem Konzernanhang zu entnehmen (Konzernanhang Ziffer 1 "Umsatzerlöse"). Der Auftragsbestand der LAPP Gruppe, zu konstanten Wechselkursen, lag zum Bilanzstichtag 30. September 2022 bei rund 356,3 Mio. Euro und damit um 53,3 % erneut deutlich oberhalb des Vergleichswertes aus dem Vorjahr (rund 232,4 Mio. Euro). Auf die Ertragslage der LAPP Gruppe hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr diverse Faktoren einen spürbaren Einfluss genommen. Deutlich geringer als noch im Vorjahr aber immer noch positiv wirkte sich die Metallpreisentwicklung, nach Anwendung von Kupfersicherungsinstrumenten, auf das Ergebnis der LAPP Gruppe aus. Dieser Effekt hat im gesamten Geschäftsjahr - unter Berücksichtigung der Kosten für anteilige Metallpreisabsicherungen - zu einem Ertrag in Höhe von 2,1 Mio. Euro geführt (im Vorjahr Kupferkurserträge von 10,6 Mio. Euro). Im Jahresdurchschnitt betrug der Kupferpreis 880 Euro/100 kg (Vorjahr: 734 Euro/100kg) und lag damit um 146 Euro/100 kg über dem Durchschnitt des Geschäftsjahres 2020/2021. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 erwarten wir einen Kupferdurchschnittspreis auf einem leicht niedrigeren Niveau. Die Materialaufwandsquote (bezogen auf Umsatzerlöse) von 67,2 % (Vorjahr: 65,9 %) hat sich im Geschäftsjahr 2021/2022 aufgrund
1 Seit Beginn des Kalenderjahres 2022 wird der
LAPP LCP Kurs herangezogen.
weiteren Rohstoffs und Service Kostensteigerungen sowie zeitlichem Versätzen bei der Preisweitergabe in den Markt, erneut leicht erhöht. Die Sachkosten, bestehend aus Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen, zuzüglich Personalkosten und abzüglich sonstiger Erträge, haben sich unterproportional zu den Umsatzerlösen entwickelt und lagen bei 25,9 % (Vorjahr: 28,9 %) vom Umsatz. Die Sachkostenzunahme ist in weiten Teilen durch die gesteigerte wirtschaftliche Aktivität begründet, die Sachkosten erhöhten sich um 71,0 Mio. Euro gegenüber der Vorperiode. Der Personalaufwand stieg stark unterproportional zum Umsatz um 40,5 Mio. Euro (16,5 %) an. Dies basiert insbesondere aufgrund der starken Preiseffekte im Umsatz, welche sich in diesem deutlicher als im anfallenden physischen Volumen auswirkten. Parallel erhöhten sich auch die sonstigen Aufwendungen mit einer Zunahme um 33,5 % gegenüber der Vorperiode. Hier wirkten sowohl die gestiegene wirtschaftliche Aktivität, inklusive Normalisierungseffekten in den operativen Aufwendungen (bspw. Reisekosten), als auch inflationsbedingte Preiseffekte. Der Anteil der Sachkosten aus der erstkonsolidierten Gesellschaft, Fender Cables SRL im Jahr 2022 betrug hierbei 0,3 %. Wesentliche Veränderungen der sonstigen Aufwendungen sind im Konzernanhang (Konzernanhang Ziffer 5 "Sonstige Aufwendungen") aufgegliedert. Für das Jahresergebnis 2021/2022 ergaben sich Einmalaufwendungen im einstelligen Millionenbereich für außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte der russischen Gesellschaft. Hierbei wurde basierend auf konservativen Annahmen eine Anpassung der Buchwerte vorgenommen. Diese Aufwendungen waren in der Position der Abschreibungen des Geschäftsjahres enthalten. Das EBITDA lag bei 197,5 Mio. Euro (Vorjahr: 140,2 Mio. Euro) und erhöhte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr um rund 40,8 %. Dieser Anstieg resultierte vor allem aus dem weiter stark gestiegenen Volumen in Verbindung mit dem unterproportionalen Anstieg der Sachkosten. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis, das sich zusammensetzt aus dem Ergebnis at Equity, Ausschüttungen aus Beteiligungen sowie den Zinserträgen und Zinsaufwendungen, lag in Summe durch Aufwandsüberhang bei -2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro), dabei hat sich das Beteiligungsergebnis im Vorjahresvergleich um 5,4 Mio. Euro verringert. Die Hintergründe lagen im Wesentlichen in einem Einmaleffekt der Erstkonsolidierung des Vorjahres begründet. Darüber hinaus wies das Ergebnis at Equity einen deutlich geringeren Ergebnisbeitrag verglichen mit dem Vorjahr aus. Das Konzernergebnis der LAPP Gruppe vor Steuern (EBT) betrug 132,9 Mio. Euro und stieg somit stark im Vergleich zum Vorjahr um 50,5 Mio. Euro an. Gleichzeitig erhöhte sich die Umsatzrendite (EBT geteilt durch Konzernumsatz) auf 7,1 % nach 5,8 % im Vorjahr. Das Konzernergebnis nach Steuern hat sich um 33,1 Mio. Euro auf 92,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um 56,0 % verbessert. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) erhöhten sich um 52,5 % auf 41,2 Mio. Euro (Vorjahr: 27,0 Mio. Euro). Die Steuerquote lag leicht gestiegen bei 30,6 % nach 28,3 % im Vorjahr. Wesentliche Details zu Veränderungen der Steuerquote gegenüber dem Vorjahr sowie weitere Angaben sind den Aufstellungen im Konzernanhang zu entnehmen (Konzernanhang Ziffer 9 "Steuern vom Einkommen und Ertrag"). B. Finanz- und Liquiditätslage / Investitionen Die Nettobankverbindlichkeit hat sich um 44,4 Mio. Euro erhöht und beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021/2022 auf 102,2 Mio. Euro (Vorjahr: 57,8 Mio. Euro). Die Bankverbindlichkeiten betrugen 182,2 Mio. Euro (Vorjahr: 149,6 Mio. Euro). Der Anstieg der Nettobankverbindlichkeit ergab sich erneut aus mehreren Aspekten. Auf der einen Seite war der volumenbedingte Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen analog der Absatzentwicklung des Geschäftsjahres ein Faktor. Auf der anderen Seite wurde durch den Volumenzuwachs, aber auch deutlichen wertmäßigen Anstieg der Vorräte, bedingt durch den weiteren Anstieg der Kupferpreise und Verteuerung anderer Rohstoffe sowie Handelswaren, eine weiter zunehmende Kapitalbindung erforderlich. Diese Effekte wurden durch die vorgenommene Dividendenausschüttung der Lapp Holding AG sowie ein gestiegenes Investitionsvolumen weiter verstärkt. Die unterproportional gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erzeugen wiederum einen teilweisen Gegeneffekt. Die LAPP Gruppe ist überwiegend kurz- bis mittelfristig (und größtenteils auf Basis von vertraglichen Mehr-Jahreszusagen) finanziert und alle Gruppengesellschaften waren im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt in der Lage, alle Zahlungsverpflichtungen vollständig zu erfüllen. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit reduziert sich deutlich auf 16,1 Mio. Euro. Maßgebliche Einflüsse auf den Rückgang, trotz des signifikant gestiegenen Konzernjahresergebnisses, lagen vor allem in den Effekten des Net Working Capital begründet. Die Steigerung der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überstiegen den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um rund 133,8 Mio. Euro. Zusätzlich wirkten sich durch die gestiegene Ertragslage auch die gestiegenen Ertragssteuerzahlungen negativ im operativen Cashflow aus und erhöhten sich um 13,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich von einem leichten Überhang der Abflüsse im Vorjahr (1,7 Mio. Euro) auf Zuflüsse in Höhe von 5,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr. Wobei die Zuflüsse aus der Aufnahme neuer Finanzverbindlichkeiten die Abflüsse, durch Tilgungen bestehender Darlehen sowie Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten und einer Dividendenauszahlung, leicht überstiegen. Die Investitionen lagen entgegen dem Vorjahr spürbar über den wechselkursbereinigten Abschreibungen. Die Zugänge für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Berichtsjahr 2021/2022 betrugen 128,8 Mio. Euro und waren damit um 44,3 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau (84,5 Mio. Euro). Dabei entfielen auf immaterielle Vermögenswerte 7,8 Mio. Euro und auf Sachanlagen 121,0 Mio. Euro. Bereinigt um die Zugänge aus Nutzungsrechten des IFRS 16 in Höhe von 88,6 Mio. Euro, betrugen die Investitionen in das Sachanlagevermögen 32,4 Mio. Euro. Das Investitionsvolumen aus Sachanlagen ohne Nutzungsrechte und immateriellen Vermögenswerten belief sich somit auf 40,2 Mio. Euro nach 25,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrafen in wesentlichen Umfang Softwareanschaffungen und Digitalisierungsprojekte sowie nach wie vor Maßnahmen im Rahmen der Erweiterung und Harmonisierung des ERP Systems. Schwerpunkte der Investitionen bei den Sachanlagen ohne leasingbezogene Vermögenswerte lagen im Geschäftsjahr 2021/2022 in den europäischen, chinesischen und indischen Produktionsgesellschaften sowie im Bereich der Elektromobilität, als auch in geringerem Umfang in den Vertriebseinheiten. Die größten Einzelinvestition erfolgten für die Produktionskapazitäten in Frankreich, der Schweiz und Indien. Im Rahmen der Zugänge der Nutzungsrechte entfällt der wesentlichste Zugang auf eine Erweiterung der Flächen in Benelux sowie in China als auch sich standardgemäß wiederholender Neubewertung von laufenden Verträgen. Thematisch lag der Investitionsfokus auf dem Ausbau der Kapazitäten und produktionsbezogenen Kompetenzen sowie dem Voranschreiten der Digitalisierung. C. Vermögenslage Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 1.104,1 Mio. Euro (Vorjahr: 922,2 Mio. Euro). Hierbei entfällt ein Anteil von rund 0,6 % der Bilanzsumme auf die erstkonsolidierte Gesellschaft. Durch Volumeneffekte ergab sich eine deutliche Steigerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 266,4 Mio. Euro (Vorjahr: 216,0 Mio. Euro). Die stark gestiegene Auftragslage, vor allem aber die Teuerungsraten im Materialeinsatz und Kupferkurseffekte, führten zu einem erneut starken wertmäßigen Aufbau der Vorräte um 110,6 Mio. Euro auf insgesamt 389,4 Mio. Euro. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen 0,4 Mio. Euro auf die erstkonsolidierte Gesellschaft, bei den Vorräten betrug der Anteil 1,9 Mio. Euro. Das Eigenkapital ist um 96,2 Mio. Euro auf 486,1 Mio. Euro (Vorjahr: 389,9 Mio. Euro) gestiegen. Die Eigenkapitalquote liegt mit 44,0 % (Vorjahr: 42,3 %) leicht über dem Vorjahr und erneut auf einem konstant hohen Niveau. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen, bezogen auf den Umsatz, deutlich unterproportional an auf 149,9 Mio. Euro (Vorjahr: 122,7 Mio. Euro). Dies war bedingt durch die begrenzte Verfügbarkeiten in der Lieferkette. Der Anteil aus der Erstkonsolidierung lag bei 0,9 % des Jahresendwertes. Das Nettoumlaufvermögen - bestehend aus Vorräten und Kundenforderungen abzüglich Lieferantenverbindlichkeiten - zog erheblich an und stieg um 35,9 % auf 505,9 Mio. Euro, was ebenfalls im betrieblichen Cashflow deutlich wurde. Die Bankverbindlichkeiten erhöhten sich im Jahresverlauf um 32,6 Mio. Euro von 149,6 Mio. Euro auf 182,2 Mio. Euro. Die liquiden Mittel in Höhe von 80,0 Mio. Euro lagen zum Bilanzstichtag auf einem geringeren Niveau verglichen mit dem Vorjahr (91,8 Mio. Euro). In den liquiden Mitteln sind Anteile aus der Erstkonsolidierung von 0,6 % enthalten. Die Bankverbindlichkeiten wurden durch den erweiterten Konsolidierungskreis nicht berührt. D. Vergleich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit der Prognose Im Geschäftsjahr 2020/2021 hatte der Vorstand der LAPP Gruppe im Prognosebericht, aufgrund der Annahme der globalen Erholung an den Industriemärkten, mit einem moderaten Umsatzwachstum, bei anhaltender Unsicherheit und anspruchsvollen Planungsbedingungen aufgrund der Pandemielage sowie verbundenen politischen Ereignissen, in allen Regionen gerechnet. Darüber hinaus wurde ein deutlich gestiegenes Ergebnis (EBT) prognostiziert. Sowohl die Umsatz- als auch die Ergebnisprognose wurden auf Basis von neutralen Währungseffekten und Kupferpreiskursen gemacht. Beim Nettoumlaufvermögen ging der Vorstand von einem moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. Die Entwicklung der Nettobankposition wurde zum 30. September 2022 gegenüber dem Vorjahr mit einem weiterhin spürbaren Anstieg der Fremdfinanzierung zu liquiden Mitteln eingeschätzt, dies war bedingt durch ein deutlich gestiegenes Investitionsvolumen. Der Umsatz bzw. das Gesamtvolumen - auf bereinigter Basis, d.h. bei Anwendung unveränderter Kupferkurse und Wechselkurse gegenüber dem Vorjahr - erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Niveau, welches 22,6 % deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Dies lässt sich vor allem auf die globale Erholung und deren Nachholeffekte zurückführen, welche mit einem signifikanten Anstieg im Auftragseingang in allen Regionen einherging. Das Ergebnis (EBT) entwickelte sich deutlich besser als prognostiziert, was unter anderem auch in der erheblichen Steigerung der Umsatzrendite erkennbar wurde. Der spürbare Anstieg des Nettoumlaufvermögens trat stärker als zunächst erwartet zu Tage, da sich die Position um mehr als ein Drittel erhöhte. Dies begründet sich in den überproportionalen Steigerungen der Forderungen und Vorräte, letztere waren durch die Preissteigerungseffekte sowie die Nachfragesituation wesentlich getrieben. Der Zuwachs der Nettobankverschuldung trat mit einer Steigerung von 44,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr, wie prognostiziert, spürbar ein. E. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage Insgesamt stellte sich die Vermögens- und Finanzlage der LAPP Gruppe im Geschäftsjahr 2021 /2022 weiterhin als grundsolide dar. Die Ertragslage liegt tendenziell oberhalb der gestellten Erwartungen an Umsatz und Ergebnis und kann somit erneut als äußerst erfreulich bezeichnet werden. III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1 Prognosebericht - Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens Dem Prognoseprozess zur Umsatz- und Ergebnisplanung werden konstante Wechselkurse und ein leicht geringerer Kupferpreiskurs zu Grunde gelegt, so dass in beiden Positionen sowohl Risiken wie auch Chancen für die künftige Entwicklung enthalten sind. Ebenso steht die Prognose unter dem Vorbehalt, dass es zu keiner weiteren wesentlichen Veränderung der weltweiten Wirtschaftslage kommt bzw. keine signifikanten Auswirkungen auf die industriellen Märkte eintreten. Neben leichten Nachzüglern der COVID-19-Pandemie waren im Vorjahr bereits erste Indikatoren einer Erholung sowie leicht ansteigenden Inflationsraten an den Märkten zu erkennen. Weitere Unsicherheiten bestanden aber weiterhin hinsichtlich der Lieferketten und Materialverfügbarkeiten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kamen dann unvorhersehbare Faktoren, wie der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine, welcher eine allgemeine Energiekrise und historische Inflationsraten mit sich brachte, hinzu. Wie auch im abgelaufenen Geschäftsjahr bringt dies eine Unsicherheit bei der Planung und Verfügbarkeit mit sich und könnte damit auch zukünftig eine beeinträchtigende Wirkung auf den Geschäftsverlauf haben. Unter den genannten anspruchsvollen Rahmenbedingungen, aber ermutigt durch die weiterhin gute Nachfragesituation an den industriellen Märkten und den weiterhin hohen Auftragsbestand, wird der Verlauf für das Geschäftsjahr 2022/2023 im weitesten Sinne als konstant eingeschätzt. Gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr wird mit einem moderaten Umsatzanstieg in allen geographischen Regionen gerechnet, bestehend aus sowohl Volumens- als auch Preisanstiegen. Wohingegen im Ergebnis (EBT) für die LAPP Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 von einem moderaten Rückgang ausgegangen wird, wobei hier Effekte der strategischen Investitionen in Personal, Anlagen und Digitalisierung kurzfristig auf die Ergebnismarge wirken werden. Das Nettoumlaufvermögen wird aufgrund mehrerer Initiativen hinsichtlich Bestands- sowie Verbindlichkeitsmanagement mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Im Bereich der Nettobankposition zum 30. September 2023 wird mit einem sich zum Vorjahr umkehrenden Verlauf und somit moderaten Rückgang der Nettobankverschuldung geplant, aufgrund der starken operativen Ergebniserwartung und einer erwarteten Reduktion des Nettoumlaufvermögens. 2 Risiken und Chancen Die wesentlichen Risiken für die LAPP Gruppe sind in folgenden Bereichen zu sehen:
Aus Sicht der einzelnen Gesellschaften der LAPP Gruppe wurden die Risiken gegenüber der Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2020/2021 niedriger bewertet. Gleichzeitig werden die Chancen höher eingeschätzt. Wesentliche Gründe, die zur Verbesserung der Risikoeinschätzung beitrugen, sind u.a. die verbesserte Marktsituation und die überstandenen COVID-Effekte. Einzelne wesentliche Risiken können aufgrund der bestehenden Vielzahl von heterogenen Einflussfaktoren nur schwer beziffert werden. Dennoch kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die bestehenden Risiken beherrschbar und aus heutiger Perspektive keine bestandsgefährdenden Risiken für die LAPP Gruppe ersichtlich sind. 3 Risikomanagement und Risikomanagementmethoden Der Vorstand der Lapp Holding AG hat ein Risikomanagementsystem definiert und in einem Handbuch dokumentiert. Herzstück des Risikomanagementsystems sind das Risk-Reporting, die Interne Revision, Compliance & Law sowie die Controlling Instrumente der LAPP Gruppe, welche unter anderem aus dem Monats- und Quartalsberichtswesen (mit Soll/Ist-Vergleichen, Kommentaren und Maßnahmenplänen), Forecasts und dem Planungsprozess inklusive der entsprechenden Turnusgespräche mit den regionalen Controlling Verantwortlichen bestehen. Die Abteilung "Compliance & Law" wurde in die Organisationsstruktur der LAPP Gruppe integriert. Die LAPP Gruppe ist den branchenspezifischen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Zu diesen unter Punkt III.2 genannten individuellen Hauptrisiken sind weitere Risiken, wie Währungsrisiken, finanzielle und technologische Risiken zu nennen. Im Folgenden wird ergänzend zum implementierten Risikomanagementsystem dargestellt, wie den einzelnen Risikokategorien begegnet wird. Marktrisiken und strategische Risiken Die sich in den vergangenen Jahren abzeichnende Konsolidierung in der Branche der Verbindungstechnologie hat das bereits ausgeprägte Wettbewerbsumfeld weiter verstärkt. Diesem Risiko begegnet die LAPP Gruppe durch eine kontinuierliche Diversifizierung ihrer Produktpalette und Services sowie durch Innovationen und Ausrichtung auf individuelle Kundenbedürfnisse innerhalb definierter Geschäftsmodelle. Finanzielle Risiken Die finanzielle Stabilität der LAPP Gruppe ist durch ausreichende Kreditlinien und eine breit gefächerte Kernbankenstruktur sichergestellt. Währungsrisiken Währungsrisiken aus Liefer- sowie Finanzierungsbeziehungen werden im Bedarfsfall durch Finanzinstrumente, wie Devisentermingeschäfte oder vereinzelt auch Währungsswaps reduziert. Die verbleibenden Währungsrisiken sind trotz gestiegener Volatilitäten beherrschbar. Diese Einschätzung beruht einerseits darauf, dass der Euroraum mit seinem hohen Umsatzanteil weiterhin hauptsächlicher Absatzmarkt der LAPP Gruppe ist. Andererseits ist die LAPP Gruppe mit ihren Vertriebs- und Produktionsgesellschaften im gleichen Währungsraum in der Lage, Fremdwährungszahlungen durch ein Natural Hedging weitestgehend auszugleichen. Zinsänderungsrisiken / Risiken aus dem Einsatz von Derivaten Zur Absicherung des Zinserhöhungsrisikos wurden in der Vergangenheit vereinzelt sowohl Zins-Caps als auch Zins-Swaps abgeschlossen. Seit November 2016 besteht ein Absicherungskontrakt. Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein zusätzlicher Zins-Swap mit einer Laufzeit von 7 Jahren abgeschlossen, um die variablen Zinsrisiken zu minimieren. Die derivativen Finanzinstrumente werden nicht zu Spekulations-, sondern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt. Weitere Zinssicherungsmaßnahmen bestehen in der fristenkongruenten Finanzierung von Investitionen. Ein weiterer Teil der Sockelfinanzierung wurde langfristig durch Festsatzdarlehen gesichert. Rohstoffpreisrisiken Das Risiko von Kupferpreisschwankungen wird durch den Einsatz derivativer Sicherungsinstrumente (Optionen und Swaps) aktiv gesteuert bzw. begrenzt. Katastrophenrisiken und Wirtschaftskriminalität Durch zunehmende Natur- oder Pandemiekatastrophen und Angriffe von außen besteht ein gewisses Risiko in der "Supply Chain" der LAPP Gruppe. Mit Hilfe eines aktiven Notfall- und Katastrophenmanagements steuert LAPP aktiv die sich daraus ergebenden Gefahren. Ergänzend wird die Umsetzung eines umfassenden "Business Continuity Plans" etabliert. Zusätzlich zur weiterhin im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie bestehenden "Coronavirus Taskforces" wurde aufgrund der aktuellen Energiekrise ein umfassender Maßnahmenkatalog beschlossen. Dadurch leistet LAPP seinen Beitrag zur Umsetzung der Energieverordnung der Bundesregierung. Auch der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine hatte Auswirkungen auf die LAPP Gruppe. Abgegrenzt und rein auf den wirtschaftlichen Aspekt bezogen, wurden neben dem deutlich reduzierten Absatzvolumen beziehungsweise der deutlich gesunkenen wirtschaftlichen Aktivität in beiden Ländern, auch Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der russischen Gesellschaft im einstelligen Millionenbereich vorgenommen. Qualitäts- und Produktrisiken (inklusive Projektgeschäft) Die LAPP Gruppe legt großen Wert auf hohe Qualitätsstandards. Daher sind alle wesentlichen Produktionswerke sowie der überwiegende Teil der Vertriebsstandorte nach ISO 9001 (Qualitätsmanagementsystem) zertifiziert. Erste Standorte sind bereits nach IRIS (International Railway Industry Standard) sowie nach dem Automobilstandard IATF 16949 zertifiziert. Der Qualitätsstandard in der LAPP Gruppe wird durch regelmäßige interne Audits in den Unternehmen sowie ein weltweites Qualitätsberichtswesen seitens des zentralen Qualitätsmanagements kontinuierlich kontrolliert und verbessert. Vermeidung von Umweltrisiken/Umweltmanagement Umweltrisikomanagement ist bei LAPP ein entscheidender Faktor für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Aus diesem Grund strebt LAPP eine Zertifizierung aller seiner Produktions- und Vertriebsstandorte nach DIN ISO 14001 an. Im Rahmen des Umweltmanagements werden externe und interne Umweltrisiken ermittelt und bewertet. Darüber hinaus werden, wenn möglich Gegenmaßnahmen benannt. LAPP nimmt die geltenden gesetzlichen Anforderungen ernst (beispielsweise RoHS oder REACH). Darüber hinaus setzt sich LAPP für die "Vermeidung besorgniserregende Stoffe" (SVHC) in den eigenen Produkten ein. Es ist für LAPP ein ständiges Bestreben die internen Prozesse zur Absicherung der Produkte und zur Information der Kunden laufend zu verbessern. IV. Nachhaltigkeitsberichterstattung (ungeprüft) Die Lapp Holding AG selbst besitzt keine rechtliche Verpflichtung gemäß §§ 315b und 315c des Handelsgesetzbuches zur Aufstellung einer vollständigen Berichterstattung. Die nachfolgenden Passagenberichten über die Kernelemente der unternehmerischen Verantwortung seitens LAPP. 1 Grundsätze Nachhaltigkeit ist seit jeher Teil der Unternehmens-DNA von LAPP. Als Familienunternehmen wird großer Wert darauf gelegt, langfristig zu denken und verantwortungsbewusst zu handeln. "Reliably connecting the world" ist mehr als nur ein Versprechen, es ist der Auftrag, dem sich LAPP täglich verpflichtet, um mit innovativen Verbindungslösungen für die Kunden weltweit einen Mehrwert zu schaffen. In diesem Sinne ist LAPP stets bemüht, einen nachhaltigen Beitrag zum Wohlergehen zukünftiger Generationen und zum Erhalt unseres Planeten zu leisten. LAPP richtet sein Nachhaltigkeitsengagement an den 17 Zielen für eine nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) aus. Folgende Nachhaltigkeitsziele sind dabei von besonderer Relevanz für das Unternehmen: SDG [3] "Gesundheit und Wohlergehen" LAPP setzt sich für das Wohlergehen aller Mitarbeitenden ein. Mithilfe eines betrieblichen Gesundheitsmanagements wird z.B. kontinuierlich daran gearbeitet die Gesundheit der Arbeitskräfte zu fördern. [SDG 8] "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum" An allen seinen Standorten fördert LAPP ein dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit. Mithilfe von Standards, Zertifizierungen und Audits werden die Arbeits- und Produktionsbedingungen vor Ort sichergestellt und überprüft. [SDG 9] "Industrie, Innovation und Infrastruktur" Um den globalen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es vieler innovativer Lösungen. In Future Labs werden z.B. aktuelle Technologietrends gesichtet. Darüber gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten. [SDG 12] "Nachhaltige/r Konsum und Produktion" Eine nachhaltige Produktion spielt bei der Produktentwicklung und den verwendeten Rohstoffen eine wichtige Rolle. Der Einsatz ressourceneffizienter Technologien gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei LAPP wird z.B. zu biobasierten und recycelten Materialien geforscht. [SDG 13] "Maßnahmen zum Klimaschutz" Mit seinem Produktportfolio unterstützt LAPP, als Lieferant von wichtigen Komponenten, den Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen. Darüber hinaus gehören zum Sortiment Lösungen für die Elektromobilität. 2 Unternehmenskultur LAPP ist und bleibt aber auch zukünftig in Familieneigentum. Dies bietet für die Unternehmenskultur und der weiteren Entwicklung nicht nur ein stabiles Fundament, Kontinuität und Verlässlichkeit, sondern auch die Möglichkeit, neue Wege zu gehen und Innovationen voranzutreiben. Nachhaltiges Handeln spielt dabei für LAPP seit jeher eine große Rolle, welches auch im Rahmender Strategie 2027 fest verankert wurde. A. Werte bei LAPP Kundenorientiert, familiär, innovativ, erfolgsorientiert - auf diesen Werten ist LAPP aufgebaut. Die klare Wertorientierung hat das Unternehmen stark gemacht.
B. Verhaltenskodex "Code of Conduct" Der Code of Conduct ist weltweit für alle LAPP-Mitarbeitenden gültig. Darüber hinaus dient er als Leitbild für die Zusammenarbeit mit internen und externen Anspruchsgruppen. Der Code of Conduct definiert nicht nur die Unternehmenswerte, sondern legt auch wesentliche Verhaltensstandards fest. Die unbedingte Beachtung gesetzlicher Vorschriften ist für LAPP oberstes Gebot. C. Kulturwandel Bereits seit 2018 treibt LAPP einen Kulturwandelprozess voran. Vier interdisziplinäre Teams arbeiten dabei Regionen übergreifend an folgenden Themen:
3 Soziales und gesellschaftliches Engagement Als Familienunternehmen nimmt LAPP seine Verantwortung für die Gesellschaft sehr ernst. Im Geschäftsjahr 2021/2022 haben die einzelnen Standorte über 270 verschiedene interne/externe soziale und ökologische Mahnahmen ergriffen und knapp 2 Mio. Euro hierfür investiert. 4 Umweltbezogenes Engagement Bei LAPP steht nachhaltiges, umweltschonendes Wirtschaften und der verantwortungsvolle Umgang mit allen natürlichen Ressourcen im Fokus. Mit dem Geschäftsjahr 2021/2022 wurde die Nachhaltigkeitsstrategie in der Unternehmensstrategie verankert. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten von LAPP sind an folgenden 5 Themenfeldern ausgerichtet:
A. Produkte und Lösungen nachhaltig gestalten Im Fokus des Nachhaltigkeitsengagements bei LAPP steht das Produkt und der Herstellungsprozess. LAPP setzt sich für eine effiziente Nutzung von Rohstoffen sowie den umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und Abfällen ein.
B. Gebäude und Werke ressourcenschonend betreiben Alle LAPP-Gesellschaften weltweit sind dazu angehalten, ihre Gebäude/Werke so energieeffizient wie möglich zu betreiben. Ein Großteil der Standorte bezieht bereits Strom der zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammt. Darüber hinaus betreiben einige der Niederlassungen eigene PV-Anlagen. In Zukunft soll dies noch weiter ausgebaut werden.
C. Kunden weltweit umweltbewusst beliefern Auch in der Logistik spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine wichtige Rolle. Für Kunden gibt es heute schon die Möglichkeit, Sammelbestellungen aufzugeben. Über dezentrale Lager werden darüber hinaus Transportwege minimiert. Um Ressourcen zu sparen, gibt es ein Kreislaufsystem für Kabeltrommeln. Darüber hinaus wurde im vergangenen Geschäftsjahr die die Dicke von Verpackungsfolien reduziert. Bei Schrumpffolien, mit denen LAPP Waren auf Paletten sichert, kommt jetzt eine Rezeptur mit 30 Prozent Recyclat zum Einsatz. D. Portfolio auf nachhaltige Industrien ausrichten LAPP bietet Produkte speziell für die Solar- und Windenergie sowie für den Schienenverkehr an und wird diese Aktivitäten in den nächsten Jahren weiter forcieren. Über die Lapp Mobility GmbH fokussiert sich LAPP auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Ladesystemen für Elektroautos. E. Natur und Menschen langfristig bewahren Für LAPP stehen nachhaltiges Handeln und die Verantwortung für die Mitarbeitenden und Menschen weltweit im Mittelpunkt.
5 Die nächsten Schritte Im vergangenen Geschäftsjahr hat LAPP sein Nachhaltigkeitsmanagement weiter ausgebaut und eine Führungsfunktion für die strategische Ausrichtung und Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten geschaffen. Im Geschäftsjahr 2022/2023 ist vorgesehen eine Software zur Erfassung und Analyse von Nachhaltigkeitskennzahlen einzuführen. Diese Software unterstützt auch bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Eine Zertifizierung durch die Nachhaltigkeits-Ratingagentur EcoVadis ist ebenfalls für das neue Geschäftsjahr geplant. Auch wird LAPP der WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg beitreten. Darüber hinaus arbeiten verschiedene Projektgruppen an der Umsetzung neuer Regulatorik im Bereich der Nachhaltigkeit (u.a. LkSG, CSRD, EU-Taxonomie) Sonstige Angaben Erklärung des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Wir erklären, dass die Lapp Holding AG bei jedem Rechtsgeschäft mit verbundenen Unternehmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, angemessene Gegenleistungen erhalten hat. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG wurden nicht getroffen.
Stuttgart, 22. Dezember 2022 Der Vorstand Matthias Lapp Georg Stawowy Jan Ciliax Dr. Christoph Hiller Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021/2022Der Aufsichtsrat ist im Jahr 2021/2022 vom Vorstand regelmäßig über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche Geschäftsvorgänge unterrichtet worden. Anhand der Berichte und der erteilten Auskünfte hat der Aufsichtsrat den Vorstand überwacht und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss zum 30. September 2022 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Berichte des Abschlussprüfers liegen dem Aufsichtsrat vor. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis dieser Prüfungen zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 30. September 2022 seinerseits abschließend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erklärt sich der Aufsichtsrat mit dem Bericht des Vorstandes sowie mit dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer einverstanden.
Stuttgart, den 10. Januar 2023 Lapp Holding SE Dr. Hans Schumacher, Vorsitzender des Aufsichtsrats Billigung des KonzernabschlussesDer Konzernabschluss der Lapp Holding AG (seit 27. Dezember 2022 Lapp Holding SE) wurde am 18.02.2023 gebilligt. DividendenbekanntmachungDie ordentliche Hauptversammlung unserer Gesellschaft hat am 18. Februar 2023 beschlossen, den im Jahresabschluss der Lapp Holding AG (seit 27. Dezember 2022 Lapp Holding SE) ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von 158.318.905,52 Euro zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 35.000.000,00 Euro zu verwenden. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 123.318.905,52 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.
Stuttgart, den 18. Februar 2023 Der Vorstand |
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