Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 23443
Vorher
LAPP SYSTEMS-Baunach GmbH
Eingetragen
7.2.1984
Branche
Herstellung von elektrischem InstallationsmaterialHerstellung von Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungenHerstellung von elektrischen Haushaltsgeräten
Gegenstand
Die Herstellung und der Vertrieb hauptsächlich elektronischer sowie elektrotechnischer Geräte und Bauteile zur Steuerung und Regelung industrieller Maschinen und Anlagen, insbesondere die Herstellung und der Vertrieb von Kabelsystemen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sascha Haid
seit 26.6.2024
Geschäftsführer
Matthias Dannecker
seit 10.2.2023
Prokura
Bernd Weikert
seit 17.6.2021
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Lapp Holding AG

Stuttgart

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Lapp Holding AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Lapp Holding AG, Stuttgart und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 30. September 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Den im Konzernlagebericht enthaltene Abschnitt IV. Nachhaltigkeitsberichterstattung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 22. Dezember 2022

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hummel, Wirtschaftsprüfer

Krusche, Wirtschaftsprüferin

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis 92.192 59.088
versicherungsmathematische Gewinne/ (-) Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 6.612 1.340
latente Steuer auf versicherungsmathematische Gewinne/ (-) Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen -1.649 -217
Sonstiges Ergebnis (nach Steuern), das in Folgeperioden nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden kann 4.963 1.123
Gewinne und (-) Verluste aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen 18.412 4.525
(davon aus at equity bewerteten Beteiligungen) 1.505 -25
Sonstiges Ergebnis (nach Steuern), das in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden kann 18.412 4.525
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern 23.375 5.648
Gesamtergebnis des Konzerns 115.567 64.736

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

Anhang 2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Umsatzerlöse (1) 1.863.973 1.423.336
Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen/Leistungen 4.091 3.878
Aktivierte Eigenleistungen 2.139 2.804
Materialaufwand (2) -1.252.500 -938.498
Personalaufwand (3) -285.546 -245.009
Abschreibungen (4) -61.870 -59.828
Sonstige Aufwendungen (5) -161.725 -121.170
Sonstige Erträge (6) 27.033 14.905
Beteiligungsergebnis (7) 677 6.089
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (8) 2.187 714
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (8) -5.600 -4.853
Ergebnis vor Steuern 132.859 82.368
Steuern vom Einkommen und Ertrag (9) -40.667 -23.280
Konzernjahresergebnis 92.192 59.088

Konzern-Bilanz zum 30. September 2022

Aktiva

Anhang 30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (10) 59.537 61.576
Sachanlagen (10) 228.028 207.394
Finanzanlagen (10) 1.080 2.749
At equity bewertete Beteiligungen (11) 15.248 13.075
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (13) 532 282
Sonstige Vermögenswerte (13) 2.435 2.342
Latente Steueransprüche (15) 12.366 11.893
319.226 299.311
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (12) 389.435 278.833
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (13) 265.835 215.709
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (13) 5.017 3.706
Laufende Ertragsteueransprüche (13) 2.325 2.383
Sonstige Vermögenswerte (13) 42.040 29.883
Finanzielle Vermögenswerte (13) 183 567
Zahlungsmittel (14) 80.000 91.828
784.835 622.909
1.104.061 922.220

Passiva

Anhang 30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (16) 5.000 5.000
Kapitalrücklage (16) 15.618 15.618
Gewinnrücklagen und andere Rücklagen (16) 465.481 369.275
Summe Eigenkapital 486.099 389.893
Langfristige Schulden
Pensionsrückstellungen (17) 13.832 19.927
Sonstige Rückstellungen (17) 2.508 1.363
Latente Steuerschulden (15) 5.801 4.685
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (18) 0 363
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (18) 700 625
Finanzverbindlichkeiten (18) 143.642 117.475
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (18) 51.886 48.887
Sonstige Verbindlichkeiten (18) 626 584
218.995 193.909
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen (17) 8.638 9.461
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten (18) 10.895 10.814
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (18) 149.153 122.040
Finanzverbindlichkeiten (18) 83.533 68.177
Vertragsverbindlichkeiten (18) 10.471 7.596
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen (18) 23.672 23.189
Sonstige Verbindlichkeiten (18) 112.605 97.141
398.967 338.418
1.104.061 922.220

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
1. Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit
Konzernjahresergebnis 92.192 59.088
Abschreibungen / Zuschreibungen 61.870 59.759
Erhöhung (+) / Verminderung (-) der Pensionsrückstellungen -6.303 -1.860
Erhöhung (+) / Verminderung (-) der sonstigen Rückstellungen 321 1.457
Erhöhung (-) / Verminderung (+) der Vorräte -103.539 -66.451
Erhöhung (-) / Verminderung (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -47.727 -58.663
Erhöhung (+) / Verminderung (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 24.747 47.838
Erhöhung (+) / Verminderung (-) der übrigen Bilanzposten und sonstige zahlungsunwirksame Veränderungen -18.949 -7.674
Aufwendungen (+) / Erträge (-) aus Anlagenabgängen 179 6
Zinsaufwendungen (+) / Zinserträge (-) 3.413 4.139
Sonstige Beteiligungserträge (-) -676 -6.089
Ertragsteueraufwand (+) 40.667 23.280
Ertragsteuerzahlungen (-) -30.127 -17.100
Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 16.067 37.730
2. Cash Flow aus Investitionstätigkeit
Immaterielle Vermögenswerte / Sachanlagen 1
Auszahlungen (-) für Investitionen -40.232 -25.849
Einzahlungen (+) aus Abgängen 752 4.067
Finanzanlagen
Auszahlungen (-) für Investitionen -224 -5
Einzahlungen (+) aus Abgängen 16 6
Auszahlung (-) aus dem Erwerb von Anteilen an Tochterunternehmen 0 -18.218
Erhaltene Zinsen (+) 553 368
Cash Flow aus Investitionstätigkeit 2 -39.137 -39.631

1 In der Position "Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen" sind keine Zahlungsmittelabflüsse durch Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen enthalten, da im Zugangszeitpunkt der Nutzungsrechte keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen.
2 Durch den geänderten Ausweis der Nutzungsrechtsanteile ergab sich für das Vorjahr eine Veränderung des Cash Flow aus Investitionstätigkeit um TEUR 11.316.

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Fortsetzung Kapitalflussrechnung
3. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
Gezahlte Dividenden (-) -20.000 -17.000
Einzahlungen von Eigenkapital 0 -2.398
Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals 0 2.379
Aufnahme (+) von sonstigen Finanzverbindlichkeiten 102.066 61.600
Tilgung (-) von sonstigen Finanzverbindlichkeiten -66.564 -30.196
Veränderung (Tilgung - / Aufnahme +) von Leasingverbindlichkeiten -6.366 -13.227
Gezahlte Zinsen (-) -3.617 -2.851
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 5.520 -1.693
4. Finanzmittelfonds
Zahlungswirksame Veränderung von flüssigen Mitteln -17.550 -3.594
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 481 0
Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 5.250 1.770
Sonstige Veränderungen des Finanzmittelfonds -9 -319
Veränderung des Finanzmittelbestands insgesamt -11.828 -2.143
Finanzmittelbestand zum Jahresanfang 91.828 93.971
Finanzmittelbestand zum Jahresende 80.000 91.828

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
TEUR TEUR TEUR
1. Oktober 2021 5.000 15.618 381.701
Dividendenzahlung 0 0 -20.000
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 8
Sonstige Veränderungen 0 0 631
Konzernjahresergebnis 0 0 92.192
30. September 2022 5.000 15.618 454.532
Andere Rücklagen Eigenkapital Konzerneigenkapital
TEUR TEUR TEUR
Währungsumrechnung versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
1. Oktober 2021 -9.982 -2.444 389.893 389.893
Dividendenzahlung 0 0 -20.000 -20.000
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern 18.412 4.963 23.383 23.383
Sonstige Veränderungen 0 0 631 631
Konzernjahresergebnis 0 0 92.192 92.192
30. September 2022 8.430 2.519 486.099 486.099

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
TEUR TEUR TEUR
1. Oktober 2020 5.000 15.618 339.632
Dividendenzahlung 0 0 -17.000
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0
Sonstige Veränderungen 0 0 -19
Konzernjahresergebnis 0 0 59.088
30. September 2021 5.000 15.618 381.701
Andere Rücklagen Eigenkapital Konzerneigenkapital
TEUR TEUR TEUR
Währungsumrechnung versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
1. Oktober 2020 -14.507 -3.567 342.176 342.176
Dividendenzahlung 0 0 -17.000 -17.000
Summe sonstiges Ergebnis nach Steuern 4.525 1.123 5.648 5.648
Sonstige Veränderungen 0 0 -19 -19
Konzernjahresergebnis 0 0 59.088 59.088
30. September 2021 -9.982 -2.444 389.893 389.893

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021/2022

[A] Allgemeine Angaben

Die LAPP Gruppe (im Folgenden auch: LAPP) besteht aus der Lapp Holding AG und ihren Tochtergesellschaften. Die Lapp Holding AG hat ihren Firmensitz in der Oskar-Lapp-Straße 2, 70565 Stuttgart, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart, Abteilung B unter der Firmennummer HRB 19676 eingetragen. Die LAPP Gruppe ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe. Sie ist einer der führenden und innovativsten Anbieter von Kabeln, Leitungen und der Technik rund um das Kabel für unterschiedlichste Branchen und Anwendungen.

Das Geschäftsjahr der Lapp Holding AG und damit des Konzerns umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober eines jeden Jahres bis zum 30. September des Folgejahres.

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzenden nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden, mit Ausnahme der erstmalig im Geschäftsjahr 2021/2022 anzuwendenden IFRS Standards.

Der Konzernabschluss der Lapp Holding AG zum 30. September 2022 wurde in Euro erstellt. Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Die Bilanz ist nach Fristigkeit gegliedert, die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt. Soweit zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst sind, wurden sie im Anhang gesondert ausgewiesen.

Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Bei den tatsächlichen Ergebnissen kann es zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen. Die wesentlichen Quellen von Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Einschätzung der künftigen Kupferpreisentwicklung im Zusammenhang mit der Vorratsbewertung. Daneben wurden Schätzungen hinsichtlich der Werthaltigkeit von Verlustvorträgen, von Geschäfts- oder Firmenwerten sowie der Parameter zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen angenommen.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Lapp Holding AG werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Neue IFRS Standards

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit folgenden Ausnahmen den im Vorjahr angewandten Methoden. Im aktuellen Geschäftsjahr waren erstmals die neuen bzw. geänderten Standards anzuwenden, die jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss hatten.

Standard und Interpretation Erstmalige Anwendung 1) Auswirkung auf die LAPP Gruppe
Geänderte Standards / Interpretation
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 - Reform der Referenzzinssätze - (Phase2) 1. Januar 2021 Keine
IFRS 4 Änderungen "Verlängerung der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9" 1. Januar 2021 Keine

1) Für Geschäftsjahre die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnen

Das IASB und das IFRIC haben neue Standards sowie Änderungen zu bestehenden Standards und Interpretationen herausgegeben, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind und die von LAPP auch nicht vorzeitig angewandt wurden. Die verpflichtende Anwendung bezieht sich jeweils auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem genannten Datum beginnen. Der Konzern wird die neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen spätestens dann anwenden, wenn diese nach Übernahme durch die EU verpflichtend anzuwenden sind.

Standard und Interpretation Erstmalige Anwendung 1) Auswirkung auf die LAPP Gruppe
Neue Standards
IFRS 17 "Versicherungsverträge" 1. Januar 2023 Keine
Geänderte Standards / Interpretation
IFRS 3, IAS 16, IAS 37 sowie jährlicher Verbesserungsprozess 2018-2020 1. Januar 2022 Keine
IAS 1 "Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig" 1. Januar 2023 Keine
IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" - Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1. Januar 2023 Unwesentlich
IAS 8 " Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" - Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1. Januar 2023 Keine
IAS 12 " Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen" (Herausgabe 7 Mai 2021) 1. Januar 2023 Keine
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen 1. Januar 2023 Unwesentlich

1) Für Geschäftsjahre die am oder nach dem angegebenen Zeitpunkt beginnen

[B] Konsolidierungsgrundsätze

Grundlage für den Konzernabschluss der Lapp Holding AG sind, die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum 30. September 2022 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS Reporting Packages der LAPP Gruppe. Bei den at equity bewerteten Unternehmen werden ebenfalls die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Ermittlung des Eigenkapitals angesetzt.

Tochterunternehmen, die die Lapp Holding AG gemäß IFRS 10 direkt oder indirekt beherrscht, sind nach den Regeln der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt dabei vor, wenn LAPP die Verfügungsmacht über ein anderes Unternehmen hat, variablen Rückflüssen aus dem Engagement ausgesetzt ist, wie beispielsweise Gewinnbeteiligungen, und seine Verfügungsmacht zur Beeinflussung dieser Rückflüsse einsetzen kann.

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme und wenn der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Unternehmen besitzt, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Unternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen u.a.:

Vertragliche Vereinbarungen mit den anderen Stimmberechtigten

Rechte, die aus anderen vertraglichen Vereinbarungen resultieren

Stimmrechte und potenzielle Stimmrechte des Konzerns.

Ergeben sich aus Sachverhalten oder Umständen Hinweise, dass sich eines oder mehrere der drei Beherrschungselemente verändert haben, prüft der Konzern erneut, ob er ein Unternehmen beherrscht. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert.

Anteile an Unternehmen, auf die die Lapp Holding AG direkt oder indirekt maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 ausüben kann (assoziierte Unternehmen), sowie Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen. Assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die Möglichkeit eines maßgeblichen Einflusses besteht. Bei Stimmrechtsanteilen unter 20 % werden in der Regel Anteile an Gesellschaften unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen.

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode auf der Grundlage der Wertansätze zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung bilanziert. Der Teil der übertragenen Gegenleistung, der in Erwartung zukünftiger positiver Zahlungsrückflüsse aus dem Unternehmenserwerb getätigt wurde und nicht bestimmten bzw. bestimmbaren Vermögenswerten im Wege der Neubewertung zuzuordnen ist, wird als Goodwill unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. In Abhängigkeit des Ergebnisses einer jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt gegebenenfalls eine Abschreibung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag, der dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert (Fair Value) abzüglich Veräußerungskosten entspricht. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss den Erwartungen zufolge profitieren werden. Festgestellte Wertminderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte werden erfolgswirksam berücksichtigt.

Mit einem Unternehmenszusammenschluss entstandene Transaktionskosten werden erfolgswirksam erfasst.

Für in den Konzernabschluss einbezogene Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen wird die Equity-Methode angewendet. Dabei erfolgt die Fortschreibung des Beteiligungsbuchwertes entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals. Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen Wertminderungsaufwand für seine Anteile an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zu erfassen. Er ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam erfasst.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen werden eliminiert. Zwischenergebnisse im langfristigen Vermögen und im Vorratsvermögen aus konzerninternen Lieferungen werden bereinigt, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

[C] Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 30. September 2022 sind neben der Lapp Holding AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, über die die Lapp Holding AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.

Die Entwicklung der vollkonsolidierten Gesellschaften stellt sich wie folgt dar:

Anzahl der vollkonsolidierten Gesellschaften 2021/2022 2020/2021
1. Oktober 58 57
Erstkonsolidierte Unternehmen 1 2
Verschmolzene Unternehmen 0 1
30. September 59 58

Die Lapp Holding AG ist an 8 Gemeinschaftsunternehmen (Vorjahr: 8 Gemeinschaftsunternehmen) beteiligt.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 ergaben sich folgende Änderungen im Konsolidierungskreis:

Zugänge vollkonsolidierter Unternehmen Anteil am Kapital Mit Wirkung zum Art des Anteilserwerbs
Fender Cables SRL, Cluj-Napoca, Rumänien 100 % 1. Oktober 2021 Akquisition

Die Gesellschaft Fender Cables SRL wurde bisher im Konzern nicht konsolidiert, da sie für das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung ist. Die Bewertung erfolgte in den Vorjahren zu Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 2.006. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 wurde die Gesellschaft vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der LAPP Gruppe einbezogen.

Im Vorjahr wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2021 von der Lappkabel S.R.L., Italien weitere 51 % der Anteile an der KU Distribution S.R.L., Italien erworben. Die Unika S.p.A., Italien ist eine 100 % Tochter der KU Distribution S.R.L. In den Konzernabschluss der LAPP Gruppe wurden diese beiden Gesellschaften konsolidiert at Equity ab dem Erwerbszeitpunkt bis zum 30. Juni 2021 mit einbezogen. Ab dem 1. Juli 2021 wurden sie vollkonsolidiert in den Konzernabschluss der LAPP Gruppe einbezogen.

KU Distribution S.R.L. ist spezialisiert auf die Herstellung und den Vertrieb von Kabeln auf verschiedenen internationalen Industriemärkten. Die Erstkonsolidierung wurde im Vorjahr zum Erwerbszeitpunkt 1. Juli 2021 vorgenommen. Der Gesamtkaufpreis exklusive Transaktionskosten (TEUR 242) betrug TEUR 32.000 in 3 Tranchen, wobei der Kaufpreis für den Kontrollerwerb zuletzt TEUR 25.000 betrug, wovon TEUR 3.000 erst per 30. September 2024 fällig werden. Unter Berücksichtigung der übernommenen liquiden Mittel in Höhe von TEUR 3.783 betrug die gesamte Gegenleistung TEUR 28.217. Der Kaufpreis wurde bar bezahlt. Für die bislang at Equity bilanzierten Anteile an der KU Distribution S.R.L., Italien, sowie an der Unika S.p.A., Italien, erfolgte eine Neubewertung auf Basis einer Discounted Cash Flow Ermittlung zum Fair Value. Die Aufwertungen betrugen im Geschäftsjahr zum Zeitpunkt des Kontrollerwerbs TEUR 2.818. Die Beteiligungsfortschreibung unter Anwendung der at Equity-Methode führte bis zum Zeitpunkt des Kontrollerwerbs zu einem Zuwachs in Höhe von TEUR 3.711.

Der Kaufpreis der K.U. Distribution S.R.L. überstieg die Summe aus den neubewerteten Vermögenswerten und Schulden, weshalb ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 22.373 bilanziert wurde. Dieser repräsentiert die erwarteten Synergien aus im Wesentlichen dem vorhandenen Know-how der Mitarbeiter, dem Ruf und Bekanntheitsgrad sowie den erwarteten Gewinnaussichten der erworbenen Gesellschaft sowie aufgrund der erreichten Marktposition.

[D] Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 ("Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse") in Euro. Bei der überwiegenden Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

In den Einzelabschlüssen der Lapp Holding AG und ihrer Tochterunternehmen werden Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -Verluste werden erfolgswirksam in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen berücksichtigt.

In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht in den ausländischen Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften bilanziert sind und bereits zum 1. Januar 2005 vorhanden waren, werden unter Anwendung der Übergangsregelung des IAS 21.59 weiterhin zum Konzernabschlussstichtag zu historischen Kursen bilanziert. Nach dem 1. Januar 2005 erworbene und in Fremdwährung geführte Geschäfts- oder Firmenwerte werden ebenfalls jährlich im Rahmen der Fremdwährungsumrechnung in Euro umgerechnet.

Folgende Wechselkurse waren im Wesentlichen für die Währungsumrechnung im Konzern maßgebend (im Verhältnis zu einem Euro):

1 EUR entspricht Durchschnittskurs 2021/2022 Durchschnittskurs 2020/2021 Stichtagskurs 30.09.2022 Stichtagskurs 30.09.2021
CHF 1,02 1,09 0,96 1,08
CNY 7,07 7,76 6,94 7,48
GBP 0,85 0,87 0,88 0,86
INR 82,89 88,04 79,43 86,08
RUB 74,88 89,23 55,41 84,88
SEK 10,45 10,16 10,90 10,17
SGD 1,48 1,60 1,40 1,58
USD 1,08 1,20 0,97 1,16

[E] Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögenswerte

In den immateriellen Vermögenswerten sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie aktivierte Entwicklungskosten ausgewiesen.

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer erfolgt die Amortisation planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Software für kaufmännische und technische Anwendungen wird über 2 bis 5 Jahre linear abgeschrieben, Patente und sonstige Nutzungsrechte werden i. d. R. linear über 15 Jahre abgeschrieben.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbegrenzter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbegrenzten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbegrenzten zu einer begrenzten Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen.

Im Konzern werden Entwicklungskosten nach IAS 38 aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung sichergestellt ist. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen und es muss die Fähigkeit sowie die Absicht vorliegen, den immateriellen Vermögenswert fertig zu stellen und zu nutzen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen die direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz in der Regel über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger nutzungsbedingter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten noch zurechenbare Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

In den Folgeperioden werden Sachanlagen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet, wird eine Wertminderung ergebniswirksam erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert des Vermögenswertes. Die planmäßigen Abschreibungen für Sachanlagegegenstände sind auf der Grundlage folgender Nutzungsdauern ermittelt worden:

Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3- 15
Maschinen und maschinelle Anlagen 5- 12
Gebäude, Um- und Einbauten 10-40

Die Restwerte und Nutzungsdauern unterliegen einer jährlichen Überprüfung und werden bei Bedarf prospektiv angepasst.

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird.

Wertminderungen

Alle nichtfinanziellen Vermögenswerte sind am Ende jedes Geschäftsjahres darauf hin zu untersuchen, ob Hinweise bestehen, dass ein solcher Vermögenswert im Wert gemindert sein könnte. Eine Wertminderung liegt vor, wenn der Buchwert des Vermögenswertes seinen erzielbaren Betrag übersteigt, wobei der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes oder einer ZGE abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert ist. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswertes zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag, abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswertes und seinem Abgang am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind.

Der Nutzungswert wird für jeden Vermögenswert separat oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, ermittelt. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Die zahlungsmittelgenerierende Einheit stellt in der LAPP Gruppe die jeweilige einzelne Gesellschaft dar, da deren geschätzte zukünftige Cashflows durch bestehende Unternehmensplanungen weitestgehend zuverlässig ermittelt werden können. Die Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird anhand der ZGE untersucht, welcher die verteilten Geschäfts- oder Firmenwerte zuordenbar sind. Sich aus diesem Vergleich ergebende Wertminderungen werden ergebniswirksam erfasst.

Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung bzw. Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswertes wird jedoch nur soweit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Eine Überprüfung findet auch dann statt, wenn Ergebnisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden.

Finanzinstrumente

Im Folgenden werden die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS 9 für das Geschäftsjahr beschrieben.

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.

Sobald LAPP Vertragspartei eines Finanzinstruments wird, ist dieses als Finanzinstrument zu erfassen. Für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen im Rahmen eines Vertrages, dessen Bedingungen die Lieferung des Vermögenswerts innerhalb eines Zeitraums vorsehen, ist der Erfüllungstag relevant.

Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen, Beteiligungen, zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte sowie bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente.

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder in einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und derivative Finanzverbindlichkeiten.

Finanzielle Vermögenswerte

Klassifizierung

Gemäß IFRS 9 bestimmt sich die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten nach dem Geschäftsmodell des Unternehmens und den Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts.

LAPP klassifiziert finanzielle Vermögenswerte in die folgenden Kategorien:

zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVtOCI)

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVtPL)

Finanzielle Vermögenswerte werden zum Erfüllungstag bilanziert. Wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung der Vermögenswerte ändert, klassifiziert LAPP Fremdkapitalinstrumente entsprechend um.

Bewertung

LAPP bewertet bei der erstmaligen Erfassung einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert. Dieser setzt sich aus den Anschaffungskosten und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten zusammen.

Davon ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente beinhalten, und die mit dem Transaktionspreis zu bewerten sind.

Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unmittelbar als Aufwand zu erfassen.

Die Folgebewertung stellt sich abhängig vom Geschäftsmodell und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts wie folgt dar:

Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten:

Vermögenswerte, die in einem Geschäftsmodell mit der Zielsetzung zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme, welche ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten.

Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen auszuweisen.

Gewinne und Verluste aus einer Ausbuchung sind direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammen mit den Fremdwährungsgewinnen und -Verlusten zu erfassen.

Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert:

Vermögenswerte, die in einem Geschäftsmodell mit der Zielsetzung zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden sowie deren Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, sind erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Veränderungen des Buchwerts sind im sonstigen Ergebnis auszuweisen mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -Aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -Verluste, welche im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind.

Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen auszuweisen.

Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert:

Vermögenswerte, die keiner der beiden Kategorien zuzuordnen sind, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

In diese Kategorie sind insbesondere zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, einzustufen.

Als zu Handelszwecken gehalten werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, wenn diese für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden.

Daneben sind Derivate sowie einschließlich getrennt erfasste eingebettete Derivate ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten einzustufen. Eine Ausnahme bilden solche Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind.

Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die nicht ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, sind unabhängig vom Geschäftsmodell als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten.

Gewinne oder Verluste aus dieser Kategorie sind unter den sonstigen Gewinnen/Verlusten in der Periode auszuweisen, in der diese entstehen.

Wertminderung

Die Bestimmung der Wertminderungen finanzieller Vermögenswerte erfolgt nach dem Modell der erwarteten Kreditausfälle (Expected-Credit-Loss-Model). Das Modell basiert auf dem Grundprinzip der Abbildung eines Verlaufs einer Verschlechterung oder Verbesserung der Kreditqualität von Finanzinstrumenten, wobei bereits erwartete Verluste berücksichtigt werden.

Mit Ausnahme für Fremdkapitalinstrumente mit erfolgswirksamer Folgebewertung ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 für alle Fremdkapitalinstrumente anzuwenden.

Der allgemeine Ansatz des IFRS 9 nutzt ein dreistufiges Vorgehen zur Bestimmung von Wertberichtigungen:

• Stufe 1: 12-Monats-Kreditverluste

Diese Stufe ist auf alle Posten seit dem erstmaligen Ansatz anzuwenden, wenn sich die Kreditqualität nicht signifikant verschlechtert hat. In dieser Stufe ist der Anteil an den erwarteten Kreditverlusten über die Laufzeit des Instruments, welcher auf einen Ausfall innerhalb der nächsten zwölf Monate zurückzuführen ist, zu erfassen.

• Stufe 2: Kreditverluste über die Gesamtlaufzeit - keine beeinträchtigte Bonität

Diese Stufe ist anzuwenden, wenn sich die Kreditqualität eines Finanzinstruments signifikant verschlechtert hat, allerdings nicht in deren Bonität beeinträchtigt ist.

Die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments sind als Wertberichtigung zu erfassen.

• Stufe 3: Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit - beeinträchtigte Bonität

Bei Vorliegen eines objektiven Hinweises auf einen Wertminderungsbedarf (bei Einzelbetrachtung) von finanziellen Vermögenswerten, ist die Betrachtung der gesamten Laufzeit des Finanzinstruments erforderlich.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet LAPP den vereinfachten Ansatz des Wertminderungsmodells (Simplified Approach) an. Hier müssen die Änderungen des Kreditrisikos nicht nachverfolgt werden. Beim erstmaligen Ansatz und zu jedem nachfolgenden Abschlussstichtag ist im Konzern eine Risikovorsorge des zu erwartenden Verlusts (expected credit loss) über die Gesamtlaufzeit zu erfassen. Die erwarteten Verluste werden anhand einer Wertminderungsmatrix ermittelt, indem die finanziellen Vermögenswerte auf Basis der jeweiligen Fälligkeitsstruktur gruppiert und die Ausfallwahrscheinlichkeiten entsprechend der Fälligkeitsklasse zugrunde gelegt werden. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten setzen sich aus der historischen Ausfallwahrscheinlichkeit je Fälligkeitsklasse und einer Zukunftskomponente zusammen. Die Ermittlung der Zukunftskomponente basiert auf der Entwicklung des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für Bankguthaben und sonstige finanzielle Vermögenswerte ist das allgemeine Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden. Dabei verfolgt LAPP die Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner, um eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zu erkennen.

Beim erstmaligen Ansatz sind diese Finanzinstrumente der Stufe 1 zuzuordnen und der erwartete Verlust entspricht dem Wert eines möglichen Ausfallereignisses innerhalb der nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag. Sonstige finanzielle Vermögenswerte mit einer Überfälligkeit von mehr als 120 Tagen werden in die Stufe 2 transferiert.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

LAPP bilanziert abgeschlossene derivative Finanzinstrumente zu deren Marktwert am Abschlussstichtag. Die Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt in Abhängigkeit von deren Fälligkeiten. Derivate mit positivem Marktwert sind als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte und Derivate mit negativem Marktwert sind als kurz- oder langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu bilanzieren.

Da bei LAPP Hedge-Accounting keine Anwendung findet, werden Marktwertveränderungen von derivativen Finanzinstrumenten stets ergebniswirksam behandelt.

Als derivative Finanzinstrumente werden bei LAPP insbesondere Währungs-, Zins- und Rohstoffsicherungsgeschäfte eingesetzt. Die volatilen Marktentwicklungen, insbesondere bei Rohstoffen, haben Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Durch den aktiven Einsatz dieser Sicherungsgeschäfte sollen die Risiken eingegrenzt werden.

Vorräte

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt. Für die Bewertung sind Durchschnittswerte herangezogen worden. Im Einzelnen umfassen die Herstellungskosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse die Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, direkte Personalkosten, andere direkte Kosten und der Produktion zurechenbare Gemeinkosten (basierend auf normaler Betriebskapazität). Vertriebskosten sowie Kosten der allgemeinen Verwaltung sind nicht enthalten. Sofern die begrenzten Umstände des IAS 23 erfüllt sind, werden Fremdkapitalkosten einbezogen. In Bezug auf die Ermittlung des Kupferwertes für die Bestandsbewertung, wurde erstmalig im Geschäftsjahr 2021/2022 der London Metal Exchange (LME) Kurs verwendet.

Die Waren werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet.

Bestandsrisiken, die sich aus einer geminderten Verwertbarkeit ergeben, wurde durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Niedrigere Werte am Abschlussstichtag, aufgrund gesunkener Nettoveräußerungswerte, sind angesetzt worden. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen war, sind entsprechende Zuschreibungen vorgenommen worden.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz sowie der Finanzmittelbestand in der Kapitalflussrechnung beinhalten Barmittel und kurzfristige Anlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Diese werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Eigenkapitalinstrumente

LAPP bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Die aus der Zeitwertbewertung resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 in die folgenden Kategorien eingeteilt:

Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVtPL)

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)

Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Diese Kategorie beinhaltet zum einen zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten und zum anderen Verbindlichkeiten, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Verbindlichkeiten designiert wurden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn diese für Zwecke der Veräußerung in naher Zukunft erworben werden.

Ebenfalls als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten einzustufen sind Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate. Eine Ausnahme stellen solche Derivate dar, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden und als solche effektiv sind.

Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten

Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten, welche nicht der oben genannten Kategorie zuzuordnen sind und keine derivativen Finanzinstrumente sind, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten der Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag.

Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Altersvorsorge der LAPP Gruppe erfolgt sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert.

Zahlungen für beitragsorientierte Zusagen sowie Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen werden als Aufwand der Periode erfasst.

Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionszusagen werden gem. IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung von erwarteten zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen errechnet.

Die Pensionsrückstellungen sind bei inländischen Konzernunternehmen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Bei ausländischen Gesellschaften werden Pensionsrückstellungen nach IAS 19 konformen landesspezifischen Parametern ermittelt.

Abweichungen zwischen dem Saldo aus versicherungsmathematischem Anwartschaftsbarwert und externem Planvermögen sowie der bilanzierten Pensionsrückstellung, sind als Vermögenswerte oder Schuld bilanziert und ergeben sich vorwiegend aus versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten im Zusammenhang mit Bestandsänderungen und Abweichungen der tatsächlichen Trends von den unterstellten Rechnungsparametern. Diese versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden direkt in den anderen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Details ergeben sich aus den Tabellen zu Ziffer 17A "Pensionsrückstellungen" innerhalb des Abschnittes "Erläuterungen zur Bilanz".

Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand und somit im Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen, der Zinsanteil der Rückstellungszuführung, wie auch die erwarteten Erträge aus dem Planvermögen, im Finanzergebnis.

Sonstige Rückstellungen

Eine sonstige Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn die Gesellschaft eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und wenn eine zuverlässige Schätzung der Verpflichtungshöhe vorgenommen werden kann. Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtige beste Schätzung angepasst. Langfristige Rückstellungen werden mit dem Barwert, der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben, angesetzt. Bei Abzinsung mit dem laufzeitkongruenten Marktzins wird die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung als Finanzaufwand erfasst.

Latente Steuern

Latente Steuern wurden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-Methode gebildet (IAS 12 "Ertragsteuern"). Demnach werden Steuerabgrenzungen grundsätzlich für sämtliche temporären Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen berücksichtigt. Aktive latente Steuern für Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede sowie für steuerliche Verlustvorträge werden jedoch nur berücksichtigt, soweit es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet werden kann.

Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt gelten bzw. voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind.

Latente Steuerschulden, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt beziehen oder auf unterschiedliche Steuersubjekte, die beabsichtigen, in jeder künftigen Periode, in der die Ablösung oder Realisierung der Beträge an latenten Steuerschulden bzw. Steueransprüchen zu erwarten ist, entweder den Ausgleich der tatsächlichen Steuerschulden und Erstattungsansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung der Ansprüche die Verpflichtungen abzulösen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten, in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Eventualverbindlichkeiten

Eine Eventualverbindlichkeit ist eine mögliche Verpflichtung, die aus vergangenen Ereignissen resultiert und deren Existenz durch das mögliche Eintreten eines oder mehrerer unsicherer zukünftiger Ereignisse erst noch sich bewahrheiten muss, diese liegen indes nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens. Darüber hinaus können gegenwärtige Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen bestehen, welche nicht erfasst werden, da ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist bzw. die Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.

Eine Eventualverbindlichkeit, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses angesetzt wird, wird beim erstmaligen Ansatz zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Folgebewertung erfolgt zum höheren der beiden folgenden Beträge: dem Betrag, der in Übereinstimmung mit den in Ziffer 17B "Sonstige Rückstellungen" genannten Anforderungen für Rückstellungen erfasst wurde, oder dem ursprünglich angesetzten Betrag, gegebenenfalls abzüglich der in Übereinstimmung mit den Anforderungen für die Ertragsbilanzierung erfassten kumulierten Abschreibung.

Leasingverhältnisse

Seit 1. Oktober 2019 bilanziert die LAPP Gruppe alle Leasingverhältnisse unter den Rechnungslegungsvorschriften des Standards IFRS 16.

Die Nutzungsrechte sind im Bereich Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, in den technischen Anlagen sowie in den Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthalten. Die Leasingverbindlichkeiten werden als Teil der Finanzverbindlichkeiten sowie als Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen abgebildet.

Die wesentlichen Mietverträge betreffen Produktions-, Lager- und Bürogebäude sowie Grundstücke mit Laufzeiten bis zu 13 Jahren. Einige Verträge enthalten Preisanpassungsklauseln, die eine jährlich fixe prozentuale Erhöhung vorsehen. Einige Verträge enthalten Verlängerungsoptionen, Kündigungsoptionen oder automatische Vertragsverlängerungen.

Weitere Leasingverträge beziehen sich auf Fuhrpark, Maschinen und Hardware sowie sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung mit Laufzeiten bis zu 6 Jahren. Für diese Verträge bestehen zum Teil Verlängerungsoptionen oder automatische Vertragsverlängerungen.

Die Leasingverbindlichkeiten entsprechen dem Barwert der Leasingzahlungen, die über die Dauer des Leasingverhältnisses geleistet werden. Diese umfassen die festen Zahlungen, variable Zahlungen, wenn diese an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, und den Ausübungspreis einer Verlängerungs-/Kaufoption, wenn die Ausübung als hinreichend sicher gilt (reasonably certain).

Sofern der dem Leasingverhältnis zugrundeliegende Zinssatz nicht bestimmbar ist, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet. Dieser wird basierend auf dem gruppenspezifischen Refinanzierungszins für unterschiedliche Laufzeiten und Länder abgeleitet.

Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet und umfassen die Leasingverbindlichkeit, Rückbauverpflichtungen und Mietvorauszahlungen. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die Gesamtlaufzeit der Leasingvereinbarung. Die Leasingverbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, das heißt, die Leasingzahlungen werden aufgeteilt in Zinsen und in einen Tilgungsanteil der Restschuld.

Unter IFRS 16 sind Auszahlungen für den Tilgungsanteil von Leasingverbindlichkeiten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthalten.

Bei Leasinggegenständen von geringem Wert (unter TEUR 5) und kurzfristigen Leasingverhältnissen (bis zu 12 Monaten Laufzeit) wird von der Anwendungserleichterung des IFRS 16 Gebrauch gemacht. Die Abrechnungen für geringwertige, kurzfristige und variable Leasingzahlungen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in den sonstigen Aufwendungen erfasst.

Darüber hinaus wird das Wahlrecht zur Trennung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten (z.B. Services) in Anspruch genommen. Nichtleasingkomponenten werden in der Ermittlung des Right-of-Use Asset nicht berücksichtigt.

Kommt es zu einer Modifikation des Leasingvertrags oder zu Änderungen der Leasingzahlungen, der Dauer des Leasingverhältnisses oder der Einschätzung hinsichtlich der Ausübung von Verlängerungs-/Kaufoptionen, wird die Leasingverbindlichkeit neu bewertet.

Nach den im Geschäftsjahr 2021/2022 geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden waren künftige Mietzahlungen aus operativen Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen wie folgt fällig:

Jahre
Grundstücke & Gebäude 1 - 13
Maschinen & Anlagen 1 - 6
Fuhrpark 1 - 6
Betriebs- & Geschäftsausstattung 1 - 5

Ertragsrealisierung

In der LAPP Gruppe werden Umsatzerlöse erfasst, wenn die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird. Die Höhe der Erlöse kann erst dann verlässlich bestimmt werden, wenn alle den Verkauf betreffenden Eventualitäten erfüllt sind.

Umsatzerlöse werden abzüglich der allgemeinen Umsatzsteuer sowie etwaiger Preisnachlässe und Mengenrabatte erfasst, wenn die Lieferung stattgefunden hat und die Übertragung der Eigentumsrisiken und -Chancen abgeschlossen ist.

Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Dividendenerträge werden zum Zeitpunkt der Beschlussfassung erfasst.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1 Umsatzerlöse

Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Regionen stellt sich wie folgt dar:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Umsatzerlöse EMEA 1.351.543 1.044.847
Umsatzerlöse Mittel-/Nordamerika 174.678 125.467
Umsatzerlöse Südamerika 17.436 11.571
Umsatzerlöse APAC 320.316 241.451
Gesamt 1.863.973 1.423.336

Die Umsätze enthalten nahezu ausschließlich Erlöse aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen. Die Konzernerlöse beinhalten Umsätze mit assoziierten Unternehmen von TEUR 39.588 (Vorjahr: TEUR 30.632).

2 Materialaufwand

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.242.915 928.532
Aufwendungen für bezogene Leistungen 9.585 9.966
Gesamt 1.252.500 938.498

Die Materialaufwandsquote, bezogen auf den Umsatz, hat sich gegenüber dem Vorjahr, aufgrund von Kupferpreis und weiterer Rohstoff und Service Kostensteigerungen, und zeitlichem Versätzen bei der Preisweitergabe in den Markt, um 1,3 %-Punkte auf 67,2 % (Vorjahr: 65,9 %), erhöht.

3 Personalaufwand und Mitarbeiter

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 241.176 207.139
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 44.370 37.870
Gesamt 285.546 245.009

Im letzteren Posten sind folgende Aufwendungen für die Altersversorgung enthalten:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Nettopensionsaufwendungen 1.698 1.058
Kosten für beitragsorientierte Versorgungspläne 3.349 2.781
Gesamt 5.047 3.839

Insgesamt wurden im Berichtsjahr im Durchschnitt in den einbezogenen Unternehmen 4.842 (Vorjahr: 4.450) Mitarbeiter beschäftigt.

Diese teilen sich auf in:

Anzahl Mitarbeiter

Durchschnitt 2021/2022 Stichtag 30.09.2022 Durchschnitt 2020/2021 Stichtag 30.09.2021
Inland 1.497 1.591 1.446 1.533
gewerbliche Mitarbeiter 641 608 531 557
kaufmännische Mitarbeiter 856 983 915 976
Ausland 3.345 3.464 3.004 3.053
gewerbliche Mitarbeiter 1.716 1.791 1.502 1.476
kaufmännische Mitarbeiter 1.629 1.673 1.502 1.577
Gesamt 4.842 5.055 4.450 4.586
davon Teilzeit 245 252 239 239
davon Auszubildende & Studenten 75 90 129 121

Im Berichtsjahr wurden insgesamt in den Gemeinschaftsunternehmen durchschnittlich 325 (Vorjahr: 310) Mitarbeiter beschäftigt.

4 Abschreibungen

Auf Sachanlagen entfallen Abschreibungen in Höhe von TEUR 51.682 (Vorjahr: TEUR 52.743). Hierin enthalten sind Abschreibungen der Nutzungsrechte an Leasingvermögenswerten, die durch die Anwendung des IFRS 16 in den Sachanlagen enthalten sind, in Höhe von TEUR 28.967 (Vorjahr: TEUR 31.558). Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte belaufen sich auf TEUR 10.187 (Vorjahr: TEUR 7.084).

In den Sachanlagen ergaben sich im laufenden Jahr, aufgrund der Ukraine-Krise, außerplanmäßige Abschreibungen im einstelligen Millionenbereich auf Anlagegüter der Lapp Russia OOO.

Im Geschäftsjahr wurden in Deutschland auf immaterielle Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 248) vorgenommen. Diese außerplanmäßige Abschreibung entfällt auf immaterielle Vermögenswerte, bei denen die Voraussetzungen nach IAS 38.8 im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr erfüllt sind.

Details zu den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ergeben sich aus der Anlagen 6.1 Entwicklung des Konzernanlagevermögens sowie auf der Tabelle zu Ziff. 10 "Anlagevermögen" im Abschnitt "Erläuterungen zur Bilanz".

5 Sonstige Aufwendungen

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Verwaltungskosten 57.554 45.544
Fremdleistungen und Versicherungen 45.222 33.026
Reparaturen und Instandhaltungen 14.785 12.343
Werbeaufwendungen 9.452 5.448
Wechselkursverluste 15.165 5.627
Aufwendungen für Provisionen 3.347 2.660
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Umlaufvermögens 2.363 4.881
Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 1.357 226
Sonstige Aufwendungen 12.480 11.415
Gesamt 161.725 121.170

Die LAPP Gruppe übt die Wahlrechte aus und aktiviert kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse in Bezug auf geringwertige Wirtschaftsgüter nicht.

Folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen sind in den Verwaltungskosten enthalten:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Aufwendungen
aus kurzfristigen Leasingverhältnissen "Short-term Leases" 2.291 1.546
aus geringwertigen Leasingverhältnissen "Small-ticket Leases" 1.388 1.145
aus sonstigen Sachverhalten 1.945 1.187
aus variablen Leasingzahlungen 800 757
Gesamteffekt 6.424 4.635

Die Forschungs- und die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.

Die sonstigen Aufwendungen beinhalten unter anderem Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungskosten von rund TEUR 8.201 (Vorjahr: TEUR 7.959). Daneben sind Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 2.206 (Vorjahr: TEUR 3.894) aktiviert.

In den Verwaltungskosten sind im Geschäftsjahr 2021/2022 Nebenkosten für Raummieten in Höhe von TEUR 10.914 (Vorjahr: TEUR 7.336), Reisekosten in Höhe von TEUR 8.258 (Vorjahr: TEUR 3.877) und Aufwendungen für Aus- & Fortbildung in Höhe von TEUR 1.669 (Vorjahr: TEUR 943) enthalten.

Darüber hinaus beinhaltet diese Position Aufwendungen für Personalgewinnung, Arbeitsschutz und freiwillige Sozialleistungen sowie sonstige Aufwendungen der Verwaltung, wie Nebenkosten des Geldverkehrs und EDV-Kosten.

6 Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 12.128 auf TEUR 27.033. Sie enthalten Fremdwährungsgewinne von TEUR 14.592 (Vorjahr: TEUR 4.349). Des Weiteren sind in den sonstigen Erträgen weiterberechnete Aufwendungen, Provisionserträge sowie Erträge aus Umlagen gegenüber nahestehenden Unternehmen enthalten.

Zudem sind in den sonstigen Erträgen COVID-19 bedingte Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 239 (Vorjahr: TEUR 1.698) erfasst. Diese resultieren aus temporären Mieterleichterungen insbesondere für angemietete Räume als direkte Folge der Corona-Pandemie. Die vom IASB verkündeten Erleichterungen für Leasingnehmer bei "lease modification" wurden von LAPP in Anspruch genommen.

7 Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis enthält das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, Erträge aus Ausschüttungen von Beteiligungen und das Ergebnis aus der Bewertung von Beteiligungen.

Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug TEUR 668 (Vorjahr: TEUR 2.772). Im Vorjahr war im Beteiligungsergebnis ein Ertrag in Höhe von TEUR 2.818 aus der Bewertung der KU Distribution S.R.L. im Rahmen der Akquisition ausgewiesen.

Ergebnisse aus dem Verkauf von Gütern durch konsolidierte Gesellschaften an at equity bilanzierten Gesellschaften (Zwischenergebnisse), die nicht durch Veräußerung an konzernfremde Dritte realisiert wurden, werden im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen entsprechend der Anteilsquote herausgerechnet.

8 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis beinhaltet Zinserträge und Zinsaufwendungen. Die Zinserträge belaufen sich auf TEUR 2.187 (Vorjahr: TEUR 714). Darin enthalten sind Zinserträge von nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von TEUR 110 (Vorjahr: TEUR 86). Die Zinsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 5.600 (Vorjahr: TEUR 4.853). Diese enthalten Zinsaufwendungen gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen in Höhe von TEUR 726 (Vorjahr: TEUR 493). Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Darüber hinaus sind aus den nach IFRS 16 bilanzierten Leasingverhältnissen im Geschäftsjahr 2021/2022 Zinsen in Höhe von TEUR 1.267 (Vorjahr: TEUR 1.433) im Finanzergebnis der LAPP Gruppe enthalten. Hiervon entfällt ein Anteil von TEUR 510 (Vorjahr: TEUR 636) auf nahestehende Unternehmen und Personen. Der Ermittlung liegt die Anwendung eines länderspezifischen Grenzfremdkapitalzinssatzes zugrunde.

9 Steuern vom Einkommen und Ertrag

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Laufende Ertragsteuern 41.232 27.038
Latente Ertragsteuern -565 -3.758
Gesamt 40.667 23.280

Die Steueraufwendungen beinhalten die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern der ausländischen Gesellschaften. Die Überleitung zwischen dem theoretischen und dem effektiven Steuersatz der LAPP Gruppe ergibt sich wie folgt:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Ergebnis vor Steuern 132.859 82.368
Theoretischer Steueraufwand 31 % (Vorjahr: 31 %) -41.186 -25.534
Veränderungen des theoretischen Steueraufwands aufgrund:
- Zuschreibung/Wertberichtigung aktivierter Verlustvorträge -530 -125
- Verluste des laufenden Jahres, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde -2.347 -1.375
- Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise 9.628 5.782
- Steuerfreie Erträge 0 -978
- Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen -4.385 -364
- Quellensteuer auf Dividendenzahlungen -367 -596
- Periodenfremde Steuererträge/-aufwendungen -577 369
- Latente Steuern Outside Basis Differences 32 -48
- Sonstiges -935 -411
Steuern vom Einkommen und Ertrag -40.667 -23.280
Effektiver Steuersatz 30,6 % 28,3 %

Der theoretische Steuersatz in Höhe von 31 % setzt sich aus 16 % Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und durchschnittlich 15 % Gewerbesteuer, sowie vergleichbaren Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften, zusammen.

Die Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise ergeben sich aus dem Unterschied zwischen dem jeweiligen lokalen Steuersatz zu dem Steuersatz des Mutterunternehmens, welche je Konzerngesellschaft unterschiedliche Ausprägungen haben. Die angewandten Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften variieren von 0 % bis 35 % (Vorjahr: 0 % bis 37 %).

Wesentliche Effekte auf die Steuerquote im Geschäftsjahr 2021/2022 ergeben sich insbesondere aus den Wertberichtigungen von latenten Steuern auf Verlustvorträge.

Erläuterungen zur Bilanz

10 Anlagevermögen

Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens ist in Anlage 6.1 dargestellt.

Der Anlage können auch die Zugänge und Abschreibungen der Nutzungsrechte an Leasingvermögenswerten, die in den Sachanlagen enthalten sind, entnommen werden.

Neben den bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerten liegen keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer vor. Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("Legal Entities") zugeordnet. Die im Verhältnis zum Gesamtbuchwert des Geschäfts- oder Firmenwertes, in Höhe von TEUR 36.000 (Vorjahr: TEUR 34.876), signifikanten Einzelpositionen entfallen auf die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten:

Entwicklung Goodwill

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
KU Distribution S.R.L., Italien 22.373 22.373
Lapp Holding Scandinavia AB, Schweden 5.829 5.836
Lapp Tannehill Inc., USA 3.107 2.615
Volland AG, Schweiz 3.024 2.318
Lapp Connecto Oy, Finnland 892 954
Lapp Automaatio Oy, Finnland 406 406

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf der Basis der Berechnung des Nutzungswertes ermittelt. Diese Berechnung wird auf der Grundlage von Cashflow-Prognosen erstellt, die auf Grund von vom Vorstand genehmigten Finanzplänen, erstellt wurden. Diese strategische Dreijahresplanung orientiert sich im Wesentlichen an den Umsatzerwartungen, die vom Management der einzelnen Gesellschaften festgelegt und vom Vorstand der Lapp Holding AG sowie final durch den Aufsichtsrat genehmigt wurden.

Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten der LAPP Gruppe ermittelt und zur Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten herangezogen.

Diskontierungssätze *

30.09.2022 30.09.2021
LAPP Group WACC 6,50 % 6,00 %

* inklusive Wachstumsabschlag

Der ab dem Geschäftsjahr 2020/2021 gültige gruppeneinheitliche Kapitalkostensatz basiert auf allgemeinen sektorbezogenen Datenparametern (Einbezug branchenähnlicher Peer Sektoren), unter Berücksichtigung der Steuerquote sowie Zahlungsmitteln und den ermittelten Refinanzierungskosten der LAPP Gruppe.

Für das Geschäftsjahr 2021/2022 ergeben sich Kosten des Fremdkapitals von 1,90 % (Vorjahr: 2,10 %) und Kosten des Eigenkapitals von 8,70 % (Vorjahr: 7,70 %). Diese sind in einem Gruppen-Kapitalkostensatz von 7,50 % (Vorjahr: 7,00 %) zusammengeführt.

Cashflows nach dem Zeitraum von drei Jahren werden, unter Verwendung eines einheitlichen Wachstumsabschlags von 1,00 % (Vorjahr: 1,00 %) im Terminal Value extrapoliert.

Für die Berechnung der Impairment-Tests wurden die im Rahmen des Planungsprozesses festgelegten Annahmen, bezüglich der durchschnittlichen Umsatz- und Ergebnisentwicklung, zu Grunde gelegt. Bezüglich der Planentwicklung verweisen wir auf Abschnitt 2.2.4 "Vergleich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit der Prognose" in Verbindung mit Abschnitt 3.1 "Prognosebericht - Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens" des Lageberichts.

Im Zusammenhang mit den durchgeführten Impairment-Tests auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde bei den Geschäfts- oder Firmenwerten im abgelaufenen Geschäftsjahr kein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf festgestellt.

Unabhängig von der aktuellen und der erwarteten wirtschaftlichen Lage hat die LAPP Gruppe Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen.

Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien:

Erhöhung des Diskontierungssatzes um 0,5 %-Punkte

Verminderung der nachhaltigen EBIT-Marge um 0,5 %-Punkte

Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht kein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten besteht.

Eine Aufstellung der Tochterunternehmen ist in der Anlage 6.2 dargestellt.

11 At equity bewertete Beteiligungen

Zum Bilanzstichtag bestehen Anteile an Gemeinschaftsunternehmen (im Folgenden auch Joint Venture Gesellschaften) in Höhe von TEUR 15.248 (Vorjahr: TEUR 13.075), die als at equity bewertete Beteiligungen gezeigt werden.

Entwicklung des Beteiligungsbuchwertes im Zeitraum:

01.10.2021-30.09.2022 01.10.2020-30.09.2021
TEUR TEUR
Buchwert 1.10. 13.075 22.453
Anteiliges Jahresergebnis (inkl. Fair Value Aufwertung) 668 5.590
Währungseffekte 1.505 -25
Sonstiges (inkl. Beteiligungsabgang - Übergang Vollkonsolidierung) 0 -14.943
Buchwert 30.09. 15.248 13.075

JJ-Lapp (S) Pte. Ltd.

Die Gesellschaft JJ-Lapp (S) Pte. Ltd. hat ihren Sitz in Singapur. Als Muttergesellschaft hält sie 100 % der Anteile an der JJ-Lapp (M) Sdn. Bhd., Malaysia, der PT JJ-Lapp Cable Indonesia, Indonesien, der PT JJ-Lapp Cable Works Indonesia, Indonesien, der JJ-Lapp (P) Inc., Philippinen, und der JJ-Lapp Vietnam Co. Ltd., Vietnam. Der geschäftliche Schwerpunkt der JJ-Lapp Joint Venture Gesellschaften liegt im Vertrieb von Kabeln und Zubehör im südost-asiatischen Raum. Die Joint-Venture Gesellschaften sind 50:50 Beteiligungen zwischen Jebsen & Jessen (South East Asia) Private Limited und der Lapp Holding Asia Pte. Ltd.

JJ-Lapp (S) Pte. Ltd. konsolidiert *
2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
kurzfristige Vermögenswerte 63.400 36.543
davon flüssige Mittel 5.890 2.204
langfristige Vermögenswerte 8.163 8.196
kurzfristige Verbindlichkeiten 48.400 25.023
davon kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 25.800 0
langfristige Verbindlichkeiten 23 0
Umsatzerlöse 95.100 66.418
Zinsergebnis -22 -1.003
planmäßige Abschreibungen -1.670 -1.383
Ertragsteueraufwand oder -ertrag -1.300 -928
Ergebnis 1.252 2.854
Anteile des Konzerns am Ergebnis 626 1.427

* JJ-Lapp (S) Pte. Ltd., JJ-Lapp (M) Sdn. Bhd., PT JJ-Lapp Cable Indonesia, PT JJ-Lapp Cable Works Indonesia, JJ-Lapp (P) Inc., JJ-Lapp Vietnam Co. Ltd.

JJ-Lapp (T) Ltd.

Die Gesellschaft JJ-Lapp (T) Ltd. hat ihren Sitz in Bangkok, Thailand und ist führender Anbieter von Kabel- und Verbindungslösungen in ASEAN.

JJ-Lapp (T) Ltd.
2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
kurzfristige Vermögenswerte 8.087 7.167
davon flüssige Mittel 990 393
langfristige Vermögenswerte 514 637
kurzfristige Verbindlichkeiten 1.628 1.338
davon kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7 0
Umsatzerlöse 16.034 16.148
Zinsergebnis 1 2
planmäßige Abschreibungen -57 -69
Ertragsteueraufwand oder -ertrag -30 -183
Ergebnis 82 -455
Anteile des Konzerns am Ergebnis 41 -227

Lapp Australia Pty Ltd

Lapp Australia Pty Ltd, Australien, bietet Kunden Zugriff auf die gesamte Produktpalette von LAPP, einschließlich flexibler Strom- und Steuerkabel, mehradriger Kabel, Ethernet-Kabel, Solarkabel, Kabelverschraubungen und industrieller Steckverbinder.

Lapp Australia Pty Ltd
2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
kurzfristige Vermögenswerte 5.698 4.407
davon flüssige Mittel 1.174 1.043
langfristige Vermögenswerte 339 1.336
kurzfristige Verbindlichkeiten 6.580 4.681
davon kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.580 4.681
Umsatzerlöse 11.979 8.628
Zinsergebnis 2 3
planmäßige Abschreibungen 62 -51
Ergebnis 872 68
Anteile des Konzerns am Ergebnis 436 34

12 Vorräte

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 62.218 46.788
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 28.963 25.175
Fertige Erzeugnisse und Waren 314.327 218.607
Wertberichtigungen -16.941 -12.285
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 868 548
Gesamt 389.435 278.833

Vom Gesamtbetrag der zum 30. September 2022 bilanzierten Vorräte sind TEUR 79.918 (Vorjahr: TEUR 54.780) zu ihrem Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Aufwand aus der Veränderung der Wertberichtigungen wurde in Höhe von TEUR 4.657 (Vorjahr: TEUR 1.687) ergebniswirksam innerhalb des Materialaufwandes erfasst.

13 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 266.367 215.991
- davon > 1 Jahr 532 282
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 5.017 3.706
- davon > 1 Jahr 0 0
Laufende Ertragsteueransprüche 2.325 2.383
- davon > 1 Jahr 0 0
Sonstige und finanzielle Vermögenswerte 44.658 32.792
- davon > 1 Jahr 2.435 2.342

In den sonstigen Aufwendungen wurden Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 887 (Vorjahr: TEUR 991) sowie Forderungsausfälle in Höhe von TEUR 563 (Vorjahr: TEUR 1.445) erfasst. Auflösungen von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe von TEUR 11 (Vorjahr: TEUR 274) innerhalb der sonstigen Erträge erfasst.

In den sonstigen Vermögenswerten sind Steuererstattungsansprüche aus Umsatzsteuern und sonstigen Steuern in Höhe von TEUR 19.769 (Vorjahr: TEUR 16.475) enthalten. Die finanziellen Vermögenswerte beinhalten Forderungen aus Kupfersicherungsgeschäften der U.I. Lapp GmbH, Deutschland in Höhe von TEUR 165 (Vorjahr: TEUR 234).

14 Zahlungsmittel

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Schecks, Kasse 34 239
Guthaben bei Kreditinstituten 79.966 91.589
Gesamt 80.000 91.828

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst.

15 Latente Steuern

Die latenten Steueransprüche und -Schulden setzen sich folgendermaßen zusammen:

Bilanz GuV
30.09.2022 30.09.2021 2021/2022
TEUR TEUR TEUR
Immaterielle Vermögenswerte 250 346 -96
Sachanlagen 940 754 186
Sonstige langfristige Vermögenswerte -20 16 -36
Vorräte 4.573 3.339 1.234
Forderungen & sonstige kurzfristige Vermögenswerte 594 722 -128
Pensionsrückstellungen 300 2.331 -2.031
Sonstige Rückstellungen & langfristige Schulden 9.770 11.972 -2.202
Verbindlichkeiten & sonstige kurzfristige Schulden 10.737 8.654 2.083
Steuerliche Verlustvorträge 63 352 -289
Aktive latente Steuern (vor Saldierung) 27.207 28.486
Saldierung -14.841 -16.593
Aktive latente Steuern (nach Saldierung) 12.366 11.893
Immaterielle Vermögenswerte -1.199 -1.605 406
Sachanlagen -13.883 -15.369 1.486
Vorräte -2.739 -1.895 -844
Forderungen & sonstige kurzfristige Vermögenswerte -1.167 -1.010 -157
Sonstige langfristige Schulden -382 -395 13
Verbindlichkeiten & sonstige kurzfristige Schulden -1.272 -1.004 -268
Passive latente Steuern (vor Saldierung) -20.642 -21.278
Saldierung 14.841 16.593
Passive latente Steuern (nach Saldierung) -5.801 -4.685 -643
Nettobetrag der aktiven/passiven latenten Steuern 6.565 7.208
davon erfolgsneutrale Effekte -2.804 -1.596 -1.208
Latenter Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) 565

Von den gesamten steuerlichen Verlustvorträgen der LAPP Gruppe in Höhe von TEUR 57.382 (Vorjahr: TEUR 43.688) zum 30. September 2022 ist die Realisierung von Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 229 (Vorjahr: TEUR 14.445) wahrscheinlich. Darüber hinaus ist unter Voraussetzung erwarteter Änderung der marktwirtschaftlichen Parameter eine weitere Realisierung in Folgeperioden in Höhe von TEUR 11.165 (Vorjahr: TEUR 11.165) möglich.

Verfall steuerlich nutzbarer Verlustvorträge:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Verfall in 1 - 5 Jahre 0 1.285
Verfall in > 5 Jahre 0 11.380
kein Verfall 11.394 12.945
Gesamt 11.394 25.610

Die ausschüttbaren Rücklagen ausländischer Tochterunternehmen beliefen sich zum 30. September 2022 auf TEUR 370.882 (Vorjahr: TEUR 300.832).

Für das Geschäftsjahr 2021/2022 werden passive latente Steuern ausgewiesen, die im Zusammenhang mit den für das Folgejahr geplanten Ausschüttungen von ausländischen Tochtergesellschaften stehen. Diese passiven latenten Steuern berücksichtigen anfallende Ertrag- und Quellensteuern, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese auszuschüttenden Gewinne einer entsprechenden Besteuerung unterliegen.

Aus diesem Grund sind im Konzernabschluss passive latente Steuern aus möglichen Ausschüttungen bzw. Dividendenzahlungen ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 593 (Vorjahr: TEUR 625) erfasst. Die auf die zukünftigen Ausschüttungen anfallenden Quellensteuern sind hierin entsprechend berücksichtigt. Etwaige Ausschüttungen sind in Deutschland steuerfrei, werden jedoch in Höhe von 5 % als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe berücksichtigt.

Für versicherungsmathematische Gewinne/Verluste, die im sonstigen Ergebnis erfasst werden, sind zum Bilanzstichtag aktive latente Steuern in Höhe von TEUR -414 (Vorjahr: TEUR 1.235) gebildet. Im Geschäftsjahr 2021/2022 sind zudem in den erfolgsneutralen Effekten passive latente Steuern in Höhe von TEUR 74 (Vorjahr: TEUR 74) aus der Erstanwendung von neuen IFRS Standards enthalten.

Aus der Erstkonsolidierung neu erworbener Gesellschaften und der damit verbundenen Kaufpreisaufteilung wurden im Geschäftsjahr passive latente Steuern in Höhe von TEUR 0 gebildet (Vorjahr: TEUR 1.966). Zum Geschäftsjahresende sind aus erfolgten Erstkonsolidierungen noch latente Steuern in Höhe von TEUR 1.395 (Vorjahr: TEUR 1.910) bilanziert.

16 Eigenkapital

Das Eigenkapital und die Bilanzsumme stellen sich zum 30. September 2022 im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Eigenkapital 486.099 389.893
Fremdkapital 617.962 532.327
Gesamtkapital / Bilanzsumme 1.104.061 922.220

Das Grundkapital setzt sich zusammen aus 1.945.830 Namensstammaktien (Stückaktien) und 10.000 stimmrechtslosen Namensvorzugsaktien (Stückaktien) und ist seit dem 1. Oktober 2001 unverändert.

Die Anteile werden zu 100 % von der Lapp Invest AG (seit dem 6. Dezember 2022: Lapp Invest SE) (im Folgenden: "Lapp Invest AG") gehalten. Der Nennbetrag pro Aktie beträgt gerundet EUR 2,56. Die Aktien sind alle ausgegeben und voll eingezahlt.

Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von gesamt TEUR 20.000 ausgeschüttet. Darin enthalten ist die Vorabvergütung für die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Die Dividende pro Stammaktie beträgt EUR 10,23.

Die Kapitalrücklage betrifft den, die Erhöhung des Grundkapitals übersteigenden, Wert der Sacheinlagen vom 20. Mai 1999.

Insgesamt ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 44,0 % bezogen auf das Gesamtkapital, nach 42,3 % im Geschäftsjahr 2020/2021.

Die Lapp Holding AG unterliegt keinen zusätzlichen satzungsbedingten Kapitalerfordernissen.

17 Rückstellungen

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Sonstige Rückstellungen
Pensions-
rückstellung
Garantie-
verpflichtung
Altersteilzeit Produkthaftung
TEUR TEUR TEUR TEUR
01.10.2021 19.927 1.675 1.113 4.393
Währungsänderung 208 7 -2 -6
Verbrauch 503 670 514 3.175
Auflösung 6.524 0 0 273
Zuführung 724 1.277 516 2.415
30.09.2022 13.832 2.289 1.113 3.354
Sonstige Rückstellungen
Prozesskosten Drohverluste Sonstige Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
01.10.2021 601 1.074 1.968 30.751
Währungsänderung 12 -1 -9 209
Verbrauch 381 223 348 5.814
Auflösung 217 0 317 7.331
Zuführung 288 264 1.679 7.163
30.09.2022 303 1.114 2.973 24.978

A. Pensionsrückstellungen

a) Beitragsorientierte Versorgungspläne

Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) entrichten Gesellschaften der LAPP Gruppe Beitragszahlungen an staatliche oder private Versorgungsträger. Neben der Subsidiärhaftung des Arbeitgebers im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung bestehen keine weiteren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst.

Die Gesellschaften der LAPP Gruppe haben Beiträge in Höhe von TEUR 7.744 (Vorjahr: TEUR 7.127) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Die US-Tochtergesellschaften entrichten Beiträge im Rahmen eines beitragsorientierten 401k-Plans. Die Pensionsaufwendungen für diese Arbeitnehmer betrugen im Geschäftsjahr TEUR 850 (Vorjahr: TEUR 612). Die Zahlungen für sonstige beitragsorientierte Pläne, unter anderem in ausländische staatliche Rentenversicherungssysteme, betrugen TEUR 10.417 (Vorjahr: TEUR 8.499).

b) Leistungsorientierte Versorgungspläne

In Deutschland bestehen in der LAPP Gruppe nur definierte Einzelzusagen. Vorwiegend sind die Einzelzusagen den im Unternehmen tätigen Gesellschaftern gewährt. Der Pensionsplan ist nicht durch Planvermögen gedeckt.

Bei den Schweizer Tochtergesellschaften existieren fondsfinanzierte Vorsorgepläne, welche über einen externen Vorsorgeträger im Vollversicherungsmodell finanziert sind. Dieser Vorsorgeplan besteht aufgrund gesetzlicher Vorschriften (Berufliches Vorsorgegesetz BVG) in der Schweiz und gewährt den Anspruchsberechtigten Alters-, Invaliditäts- sowie Todesfallleistungen. Der Arbeitnehmer übernimmt rund 40 % der zu bezahlenden Prämien sowie weitere fest umschriebene Kosten. Die restlichen Kosten werden durch den Arbeitgeber getragen. Die Risiko- und Kostenprämien werden von der Versicherung individuell berechnet und jährlich neu festgelegt.

Bei den Konzerngesellschaften in Frankreich bestehen leistungsorientierte Pensionspläne entsprechend den landesrechtlichen Bestimmungen und zusätzlichen Vereinbarungen. Die Leistungshöhe wird vom Tarifabkommen der französischen Elektroindustrie vorgeschrieben. Sie orientiert sich an den Monatsgehältern in Abhängigkeit von der Betriebszugehörigkeit.

Bei den italienischen Tochtergesellschaften bestehen Pensionspläne entsprechend den lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Diese sind als leistungsorientierte Pläne nach IAS 19 zu qualifizieren und wurden dementsprechend abgebildet.

Weiterhin bestehen vereinzelt bei ausländischen Tochterunternehmen pensionsähnliche Leistungszusagen, vor allem für Übergangszahlungen nach Eintritt in den Ruhestand, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 abgebildet wurden und für den Konzern nur von untergeordneter Bedeutung waren.

Grundsätzlich gibt es in der LAPP Gruppe nur wenige Einzelzusagen neben den beschriebenen landesspezifischen gesetzlichen Vorschriften. Darüber hinaus gibt es grundsätzlich keine entgeltabhängigen Leistungszusagen.

Die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen ergibt sich wie folgt:

2021/2022
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Barwert der Versorgungsverpflichtung 5.320 25.921 31.241
abzüglich Marktwert des Planvermögens 0 17.409 17.409
Nettoschuld 5.320 8.512 13.832
2020/2021
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Barwert der Versorgungsverpflichtung 7.595 29.765 37.360
abzüglich Marktwert des Planvermögens 0 17.433 17.433
Nettoschuld 7.595 12.332 19.927

Veränderung der Versorgungsverpflichtung

30.09.2022
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Barwert der Versorgungsverpflichtung Anfang der Periode 7.595 29.765 37.360
Währungsumrechnung 0 1.781 1.781
Erhöhung Verpflichtungen Ausland 0 73 73
Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers/Verwaltungskosten 0 1.034 1.034
Zinsaufwand 96 330 426
Versicherungsmathematische (-) Gewinne/Verluste
- aus der Veränderung der demografischen Annahmen 0 164 164
- aus der Veränderung der finanziellen Annahmen -2.029 -7.762 -9.791
- aus der Veränderung von erfahrungsbedingten Anpassungen -175 726 551
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -5 -5
Arbeitnehmerbeiträge/Beiträge der Teilnehmer zum Plan 0 180 180
Rentenzahlungen/gezahlte Vorsorgeleistungen -167 -482 -649
Sonstiges 0 117 117
Barwert der Versorgungsverpflichtung Ende der Periode 5.320 25.921 31.241
30.09.2021
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Barwert der Versorgungsverpflichtung Anfang der Periode 8.545 28.519 37.064
Währungsumrechnung 0 178 178
Erhöhung Verpflichtungen Ausland 0 1.095 1.095
Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers/Verwaltungskosten 0 941 941
Zinsaufwand 96 261 357
Versicherungsmathematische (-) Gewinne/Verluste
- aus der Veränderung der demografischen Annahmen 0 -588 -588
- aus der Veränderung der finanziellen Annahmen -157 -498 -655
- aus der Veränderung von erfahrungsbedingten Anpassungen -656 472 -184
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -570 -570
Arbeitnehmerbeiträge/Beiträge der Teilnehmer zum Plan 0 28 28
Rentenzahlungen/gezahlte Vorsorgeleistungen -233 -79 -312
Sonstiges 0 6 6
Barwert der Versorgungsverpflichtung Ende der Periode 7.595 29.765 37.360

Veränderung des Planvermögens

30.09.2022
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Planvermögen am Anfang der Periode 0 17.433 17.433
Währungsumrechnung 0 1.407 1.407
Zinsertrag 0 175 175
Erträge aus dem Planvermögen (nach Abzug des im Nettozinsergebnis erfassten Ertrags) 0 10 10
Arbeitgeberbeiträge 0 1.082 1.082
Arbeitnehmerbeiträge 0 248 248
Versicherungsmathematische Gewinne/ (-) Verluste
- aus der Veränderung der finanziellen Annahmen 0 -2.435 -2.435
- aus der Veränderung von erfahrungsbedingten Anpassungen 0 -28 -28
Rentenzahlungen 0 -483 -483
Planvermögen am Ende der Periode 0 17.409 17.409
30.09.2021
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Planvermögen am Anfang der Periode 0 16.446 16.446
Währungsumrechnung 0 -114 -114
Zinsertrag 0 138 138
Erträge aus dem Planvermögen (nach Abzug des im Nettozinsergebnis erfassten Ertrags) 0 70 70
Arbeitgeberbeiträge 0 673 673
Arbeitnehmerbeiträge 0 371 371
Versicherungsmathematische Gewinne/ (-) Verluste
- aus der Veränderung der finanziellen Annahmen 0 -107 -107
- aus der Veränderung von erfahrungsbedingten Anpassungen 0 20 20
Rentenzahlungen 0 -64 -64
Planvermögen am Ende der Periode 0 17.433 17.433

Das Planvermögen setzt sich zum Stichtag wie folgt zusammen:

30.09.2022 30.09.2021
festverzinsliche Wertpapiere 2,3 % 5,2 %
Rückkaufswert Versicherungen 19,8 % 45,0 %
Sonstige 77,9 % 49,8 %

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Anteil der Pensionsaufwendungen

2021/2022
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Dienstzeitaufwand 0 891 891
Nettozinsergebnis 96 155 251
Sonstiges 0 55 55
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung 96 1.101 1.197
2020/2021
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Dienstzeitaufwand 0 371 371
Nettozinsergebnis 96 123 219
Sonstiges 0 0 0
Erfasst in der Gewinn- und Verlustrechnung 96 494 590

Bilanzpositionen bei der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen

2021/2022
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Pensionsrückstellung 5.320 8.512 13.832
kumuliertes übriges Eigenkapital 412 2.107 2.519
2020/2021
Deutschland Rest der Welt Summe
TEUR TEUR TEUR
Pensionsrückstellung 7.595 12.332 19.927
kumuliertes übriges Eigenkapital -1.108 -1.336 -2.444

Versicherungsmathematische Annahmen leistungsorientierter Verpflichtungen

Für die deutschen Konzernunternehmen werden die Annahmen für die Lebenserwartung aus den biometrischen "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck entnommen.

Die folgende Tabelle stellt die Grundannahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtungen dar:

30.09.2022
Deutschland Rest der Welt
gewichteter Durchschnitt Spanne gewichteter Durchschnitt Spanne
Abzinsungsfaktor 4,11 % 4,11 % 4,05 % 2,15 %-7,50 %
Zukünftige Rentenerhöhungen 1,50 % 1,50 % 2,41 % 0,50 %-8,50 %
30.09.2021
Deutschland Rest der Welt
gewichteter Durchschnitt Spanne gewichteter Durchschnitt Spanne
1,31 % 1,31 % 1,30 % 0,00 %-6,40 %
1,50 % 1,50 % 1,70 % 0,00 %-7,00 %

Die gewichtete durchschnittliche Duration der Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 30. September 2022 betrug 13,5 Jahre (Vorjahr: 12,7 Jahre).

Sensitivitätsanalyse leistungsorientierter Verpflichtungen

Die Veränderung versicherungsmathematischer Annahmen hätte eine Änderung der Bewertung des Barwerts der Versorgungsverpflichtung zur Folge.

Der Barwert der Versorgungsverpflichtung in Höhe von TEUR 31.242 (Vorjahr: TEUR 37.360) würde sich bei einer Minderung des Abzinsungsfaktors von 0,5 %-Punkten um TEUR 1.493 (Vorjahr: TEUR 2.552) erhöhen und bei einer Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 0,5 %-Punkte um TEUR 1.051 (Vorjahr: TEUR 2.000) vermindern.

Künftige Zahlungsströme

Der Konzern erwartet, dass 2022/2023 Beiträge in Höhe von TEUR 1.148 (Vorjahr: TEUR 301) in die leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind. Für die nachfolgenden Jahre 2-3 wird eine Zahlung von TEUR 1.410 erwartet, an Einzahlungen fällig in mehr als 3 Jahren wird ein Betrag von TEUR 9.708 erwartet.

B. Sonstige Rückstellungen

Mit der Rückstellung für Garantieverpflichtungen und Produkthaftungen werden die Risiken aufgrund rechtlicher oder faktischer Verpflichtungen aus dem Handel mit Kabeln, Leitungen und Kabelzubehör abgedeckt. Die Laufzeiten der Rückstellungen betragen zwischen 2 und 3 Jahren, ein präziser Eintrittszeitpunkt der Zahlungsverpflichtung kann aufgrund verschiedener Einflüsse nicht bestimmt werden.

Zum Bilanzstichtag war eine Drohverlustrückstellung in Höhe von TEUR 1.114 (Vorjahr: TEUR 1.074) gebildet. Die Rückstellung betrifft unter anderem Mietverpflichtungen für nicht genutzte Büroflächen, die entsprechend der Restlaufzeit ratierlich aufgelöst werden, sowie Abnahmeverpflichtungen.

Rückstellungen für Altersteilzeit umfassen im Wesentlichen rechtliche und faktische Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern aufgrund von Altersteilzeitregelungen. Der Zahlungsabfluss erfolgt überwiegend innerhalb von 2 bis 5 Jahren.

Die Rückstellung für Prozess- und Anwaltskosten beinhaltet die voraussichtlichen Aufwendungen von bestimmten Rechtsstreitigkeiten, die von Kunden gegen die LAPP Gruppe eröffnet wurden. Die entsprechende Aufwandsbuchung wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen Aufwendungen erfasst. Die Rückstellungen betreffen neben erwarteten Prozesskosten aus Arbeitsgerichtsverfahren und Vertragsstrafen auch Kosten aus Inkassoverfahren.

Die übrigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl von erkennbaren Einzelrisiken und ungewissen Verpflichtungen, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts berücksichtigt werden. Diese führen zu Zahlungsabflüssen, die hauptsächlich im nächsten Jahr erwartet werden.

18 Verbindlichkeiten

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Finanzverbindlichkeiten 227.175 185.652
- davon < 1 Jahr 83.533 68.177
- davon > 5 Jahre 34.396 11.218
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 149.853 122.665
- davon < 1 Jahr 149.153 122.040
- davon > 5 Jahre 0 86
Vertragsverbindlichkeiten 10.471 7.596
- davon < 1 Jahr 10.471 7.596
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 75.558 72.076
- davon < 1 Jahr 23.672 23.189
- davon > 5 Jahre 9.664 2.652
Sonstige Verbindlichkeiten 124.126 108.902
- davon < 1 Jahr 123.500 107.955
- davon > 5 Jahre 243 158

Als sonstige Verbindlichkeiten sind insbesondere Ertragsteuerverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich, wie noch zu leistende Tantiemen, Gratifikationen und Prämien, sowie nicht genommener Urlaub, Abfindungen, Mehrleistungen und soziale Sicherheit ausgewiesen. Zudem enthält diese Position auch ausstehende Lieferantenrechnungen sowie Erlösschmälerungen, in Form von Rückstellungen für nachträgliche Rabatte.

Erläuterungen zu sonstigen Posten

19 Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der LAPP Gruppe im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In Übereinstimmung mit IAS 7 (Cashflow Statements) wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsmittel umfassen Kassenbestände, Sichtguthaben und kurzfristige Termingelder.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode abgeleitet. Das Konzernjahresergebnis bildet somit die Ausgangsbasis der weiteren Ableitung. Im Rahmen der Überleitung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit werden Veränderungen von Bilanzpositionen aus der operativen Tätigkeit einbezogen. Berücksichtigung finden darüber hinaus Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus gegebenenfalls vorhandenen Konsolidierungskreisänderungen. Dies hat zur Folge, dass Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva in der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht notwendigerweise mit den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz übereinstimmen.

Die Veränderungen im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sind im Wesentlichen auf die volumenbedingten Wachstumseffekte sowie deren Auswirkungen auf die wesentlichen Positionen des Net Working Capitals zurückzuführen. Zusätzlich stiegen die Ertragsteuerzahlungen gegenüber dem Vorjahr, aufgrund der verbesserten Ertragslage, deutlich an.

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Die Ermittlung des Cashflows aus Investitionstätigkeit erfolgt auf direkter Basis. Veränderungen ergeben sich im Wesentlichen aufgrund von Abflüssen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte. Dementgegen stehen Zuflüsse aus dem Abgang solcher Vermögenswerte sowie Einzahlungen von Gemeinschaftsunternehmen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in Software- und Digitalisierungsprojekte, Anlagen und Maschinen sowie Erweiterungen im Logistikbereich.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Die Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit erfolgt ebenfalls auf direkter Basis. Dieser Cashflow beinhaltet die bezahlten Dividenden an Anteilseigner, sowie die Einzahlungen und Auszahlungen im Zusammenhang mit Darlehen sowie Kontokorrentkrediten.

Die wesentlichen Einzahlungen im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit resultieren aus neu aufgenommenen Darlehen. Die wesentlichen Auszahlungen resultieren aus Zahlungen für Dividenden an Anteilseigner und Tilgungszahlungen von bestehenden Darlehen. Die Veränderungen von Leasingverbindlichkeiten sind im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthalten.

20 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften 3.066 2.132
Bestellobligo 24.848 15.498
Gesamt 27.914 17.630

Aus bereits erteilten Aufträgen für begonnene oder geplante Investitionsvorhaben des Anlagevermögens (Bestellobligo) bestehen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 781 (Vorjahr: TEUR 1.287). Die entsprechenden Zahlungen sind ausschließlich innerhalb eines Jahres fällig. Des Weiteren besteht ein Bestellobligo aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 24.067 (Vorjahr: TEUR 14.211).

21 Finanzinstrumente

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Buchwerte sowie die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente gemäß den Klassen und den Bewertungskategorien nach IFRS 9 zum 30. September 2022 sowie zum 30. September 2021. Die Positionen enthalten keine Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16.

Die im Folgenden aufgeführten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen der Stufe 2 der Fair Value Hierarchie zuzuordnen. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Beteiligungen sind der Stufe 3 zugeordnet.

AKTIVA Kategorie Buchwert 30.09.2022 Beizulegender Zeitwert 30.09.2022 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 30.09.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
Langfristige finanzielle Vermögenswerte
Finanzanlagen 1.080 1.062 2.749 2.732
davon Ausleihungen und Forderungen AC 730 712 719 702
davon zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte FVtPL 350 350 2.030 2.030
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 532 532 282 282
Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.434 2.377 2.342 2.238
davon Ausleihungen und Forderungen AC 88 88 94 94
Summe langfristige finanzielle Vermögenswerte 4.047 3.971 5.373 5.252
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 265.835 265.835 215.709 215.709
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen AC 5.017 5.001 3.706 3.706
Sonstige Vermögenswerte 42.040 42.041 29.883 29.883
davon Ausleihungen und Forderungen AC 4.197 4.197 1.691 1.691
davon zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswert AC 22 22 18 18
davon zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FVtPL 183 183 567 567
Zahlungsmittel AC 80.000 80.000 91.828 91.828
Summe kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 392.892 392.862 341.126 341.126
PASSIVA Kategorie Buchwert 30.09.2022 Beizulegender Zeitwert 30.09.2022 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 30.09.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
Langfristige finanzielle Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 700 700 625 625
Finanzverbindlichkeiten AC 110.635 111.738 89.579 89.066
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen AC 21.599 18.283 16.162 18.794
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 626 626 584 584
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 626 626 584 584
Summe langfristige finanzielle Schulden 133.560 131.347 106.950 109.069
Kurzfristige finanzielle Schulden
Finanzverbindlichkeiten AC 71.612 71.612 60.098 60.098
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 149.153 149.153 122.040 122.040
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen AC 6.360 6.360 6.756 6.756
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 19.445 19.445 16.148 16.148
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten AC 19.266 19.266 16.052 16.052
davon zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FVTPL 179 179 96 96
Summe kurzfristige finanzielle Schulden 246.570 246.570 205.042 205.042
Buchwert 30.09.2022 Beizulegender Zeitwert 30.09.2022 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 30.09.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 356.421 356.388 314.047 314.030
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVtPL 533 533 2.597 2.597
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 379.951 377.738 311.896 314.015
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVTPL 179 179 96 96

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen/Verbindlichkeiten verfügen größtenteils über kurze Restlaufzeiten, weshalb deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert entsprechen. Der beizulegende Zeitwert sonstiger langfristiger Forderungen mit Restlaufzeiten über einem Jahr entspricht dem Barwert der mit den Vermögenswerten verbundenen Cashflows. Dabei werden die aktuellen Zinsparameter berücksichtigt, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzverbindlichkeiten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der währungsdifferenziert bestimmten Credit-Spread-Kurve der LAPP Gruppe ermittelt.

Der Buchwert derivativer Finanzinstrumente entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert wird mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert dem Betrag, den die LAPP Gruppe bei Beendigung des Finanzinstruments zum Abschlussstichtag entweder erhalten würde oder zahlen müsste. Dieser wird unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten der Vertragspartner berechnet.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten AC 1.959 1.639
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert FVtPL 1.191 1.166
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten AC -3.672 -2.658

Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumente enthalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen und Zinserträge, erfolgswirksame Marktwertveränderungen, Ergebnisse aus dem Abgang von Finanzinstrumenten, erhaltene Dividenden sowie Wechselkursänderungen.

Die Gesamtzinserträge und -Aufwendungen der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

30.09.2022 30.09.2021
TEUR TEUR
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.821 414
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.702 2.888

Angaben zum Finanzrisikomanagement

Die LAPP Gruppe unterliegt in ihren finanziellen Aktivitäten verschiedenen Risiken. Die LAPP Gruppe überwacht die Risiken und schließt, soweit notwendig, Absicherungstransaktionen ab.

Aufgrund der Vielzahl der Geschäftspartner, Abnehmerbranchen und der bestehenden Kreditversicherungen sowie der geographischen Differenzierung der Geschäftspartner der LAPP Gruppe liegt eine Konzentration von finanziellen Risiken nicht vor.

Marktpreisrisiko

Um Schwankungen in den Einkaufspreisen der Rohstoffe abzumildern hat die LAPP Gruppe Sicherungsgeschäfte für Kupfereinkäufe abgeschlossen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität gegenüber einer, nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen, Änderung der Kupferpreise um 10 %. Bleiben alle anderen Variablen konstant, so würde das Konzernergebnis vor Steuern aufgrund der Auswirkungen der Änderung der Kupferpreise wie folgt beeinflusst:

Sensitivitätsanalyse der Kupferpreise

30.09.2022 30.09.2021
hypothetische Ergebnisauswirkung hypothetische Ergebnisauswirkung
bei Abwertung um 10 % bei Aufwertung um 10 % bei Abwertung um 10 % bei Aufwertung um 10 %
TEUR TEUR TEUR TEUR
Gesamteffekt 2.509 -2.246 3.151 -2.867

Die Bewertung erfolgt zu Marktmittelkursen zum Tagesende. Zudem werden eigene, proprietäre Bewertungsmodelle der Banken (mark to market) zugrunde gelegt.

Fremdwährungsrisiken

Die LAPP Gruppe ist weltweit tätig und deshalb Wechselkursschwankungen ausgesetzt, die Auswirkungen auf die, auf Fremdwährung lautenden Vermögenswerte, Schulden, Aufwendungen und Erträge haben.

Der Großteil der Geschäftstätigkeit entfällt jedoch auf den Euro-Raum. Da auch die wesentlichen Konzernunternehmen in USA bzw. Asien weitgehend selbständig in den jeweiligen Ländern tätig sind und sich größtenteils auch dort finanzieren, ist das gesamte Fremdwährungsrisiko begrenzt, sodass in diesem Bereich auch nur wenige Kurssicherungsmaßnahmen notwendig sind.

Zum Bilanzstichtag bestehen im Wesentlichen folgende offene Fremdwährungspositionen:

In Tausend je Währung 30.09.2022 30.09.2021
(negative Werte entsprechen Verbindlichkeiten, positive Werte entsprechen Forderungen)
in Schwedischen Kronen (SEK) 191 1.033
in Amerikanischen Dollar (USD) -2.043 -3.525
in Britischen Pfund (GBP) -249 3.769
in Singapur Dollar (SGD) -372 -305
in Dänischen Kronen (DDK) 19.809 16.177
in Indischer Rupie (INR) 143 0
in Norwegischen Kronen (NOK) 29 26
in Brasilianischen Real (BRL) -1.293 -1.665
in Polnischen Zloty (PLN) -2.666 -2.730

Zur Überwachung des Fremdwährungsrisikos wird eine Sensitivitätsanalyse herangezogen. Für die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse der Währungsrisiken wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Sensitivitätsanalyse der Fremdwährungspositionen

Die Tabelle gibt an, welche hypothetische Auswirkung auf das Konzernergebnis vor Steuern sich bei einer Abwertung des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um 10 % ergeben würde bzw. welche hypothetische Auswirkung sich bei einer Aufwertung des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um 10 % ergeben würde.

30.09.2022 30.09.2021
hypothetische Ergebnisauswirkung hypothetische Ergebnisauswirkung
bei Abwertung um 10 % bei Aufwertung um 10 % bei Abwertung um 10 % bei Aufwertung um 10 %
TEUR TEUR TEUR TEUR
Schwedische Kronen (SEK) 731 -598 939 -768
Amerikanische Dollar (USD) -3.209 2.625 -320 320
Britische Pfund (GBP) -33 27 812 -665
Singapur Dollar (SGD) -28 23 -21 18
Dänische Kronen (DKK) 296 -242 242 -198
Indischer Rupie (INR) -251 206 6 -5
Norwegische Kronen (NOK) -2.178 1.782 -577 472
Brasilianischer Real (BRL) -25 21 -30 24
Polnischer Zloty (PLN) -63 52 -66 54

Zinsänderungsrisiko

Zinsänderungsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LAPP Gruppe haben können. Zinssatzschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsertrages und -Aufwands der variabel verzinslichen originären Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie zu Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der Zinsderivate. Ein Teil der Kreditinstrumente der LAPP Gruppe ist fest verzinslich. Dadurch werden die Auswirkungen von Zinssatzschwankungen auf die Ertragslage begrenzt. Des Weiteren sind die bei Forderungen und Verbindlichkeiten verwendeten Zinssätze marktüblich.

Die Überwachung der Zinsänderungsrisiken erfolgt ebenfalls durch eine Sensitivitätsanalyse. Mit dieser Methode können die Effekte aus hypothetischen Marktzinsänderungen auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen und auf das Eigenkapital zum Stichtag berechnet werden. Folgende Annahmen liegen der Sensitivitätsanalyse zu Grunde:

Marktzinsänderungen wirken sich insbesondere auf das Zinsergebnis originärer variabel verzinslicher Finanzinstrumente aus.

Alle festverzinslichen und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente unterliegen keinem Zinsänderungsrisiko.

Zinsderivate wurden in die Analyse mit einbezogen.

Wenn das Marktzinsniveau zum 30. September 2022, unter der Berücksichtigung der Zinsderivate, um 1 %-Punkt höher gewesen wäre, hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 640 (Vorjahr: TEUR 640) verbessert. Eine Absenkung des Marktzinsniveaus um 1 %-Punkt hätte eine Ergebnisreduktion in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 583) zur Folge.

Kreditrisiken

Für Finanzinstrumente wird ein aktives Risikomanagement mit Beurteilung und Überwachung der Forderungen durchgeführt. Die Gefahr einer Risikokonzentration wird durch die große Anzahl und die breite geographische Verteilung der Kunden minimiert. Die Kreditrisiken der übrigen finanziellen Vermögenswerte werden durch Bonitätsprüfungen kontrolliert. Mit den getroffenen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Verkäufe nur an Kunden erfolgen, die sich in der Vergangenheit als kreditwürdig erwiesen haben und sich dadurch das bei Verkäufen bestehende Ausfallrisiko innerhalb eines angemessenen Rahmens bewegt. Darüber hinaus bestehen in der LAPP Gruppe Warenkreditversicherungen. Da mit den Kunden keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen getroffen werden, stellt die Gesamtheit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gleichzeitig das maximale Ausfallrisiko dar.

Die Bruttobuchwerte und Risikovorsorge der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verteilen sich wie folgt:

30.09.2022 Bruttobuchwert Risikovorsorge Durchschnittlich erwartete Ausfallrate
TEUR TEUR
Diese Darstellung folgt dem vereinfachten Ansatz:
nicht fällig 227.833 21 0,01 %
fällig seit 1-30 Tagen 22.814 85 0,37 %
fällig seit 31-90 Tagen 9.861 124 1,26 %
fällig seit 91-120 Tagen 3.381 57 1,69 %
fällig seit mehr als 120 Tagen 3.827 178 4,65 %
Summe 267.715 465 0,17 %
30.09.2021 Bruttobuchwert Risikovorsorge Durchschnittlich erwartete Ausfallrate
TEUR TEUR
Diese Darstellung folgt dem vereinfachten Ansatz:
nicht fällig 187.160 86 0,05 %
fällig seit 1-30 Tagen 18.714 68 0,36 %
fällig seit 31-90 Tagen 6.643 58 0,87 %
fällig seit 91-120 Tagen 2.654 29 1,11 %
fällig seit mehr als 120 Tagen 2.986 88 2,93 %
Summe 218.157 329 0,15 %

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die LAPP Gruppe hat folgende Arten von finanziellen Vermögenswerten, für die das Modell der erwarteten Kreditverluste anzuwenden ist:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden

Die flüssigen Mittel unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9. Jedoch war der identifizierte Wertminderungsaufwand unwesentlich.

Die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde mit einer Wertminderungsmatrix im Rahmen des vereinfachten Ansatzes, welche im Zuge des IFRS 9 im Jahr 2019 eingeführt wurde, ermittelt.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
Stand der Wertberichtigungen am 1. Oktober nach IFRS 9 2.630 2.017
Verbrauch -254 -102
Auflösung -11 -274
Zuführung 887 991
Währungsumrechnung 11 -2
Stand der Wertberichtigungen zum 30. September 3.263 2.630

Liquiditätsrisiken

Die LAPP Gruppe benötigt ausreichende Mittel zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen. Die Kreditwürdigkeit der LAPP Gruppe erlaubt die Beschaffung von liquiden Mitteln in ausreichendem Maße. Darüber hinaus sind noch nicht in Anspruch genommene Kreditlinien vorhanden.

In der nachfolgenden Tabelle wurden alle originären Finanzinstrumente, die sich zum jeweiligen Bilanzstichtag im Bestand befanden und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren, einbezogen. Planzahlungen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gingen in die Analyse nicht mit ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils zum Stichtagskurs umgerechnet.

Zum 30. September 2022 betrugen die Leasingverbindlichkeiten TEUR 92.527 (Vorjahr: TEUR 85.135).

Die Laufzeiten der Leasingverhältnisse liegen überwiegend zwischen einem Jahr und fünf Jahren, in Einzelfällen laufen die Verträge auch länger.

Fälligkeitsanalyse Restlaufzeit 30.09.2022 kurzfristig mittelfristig langfristig
TEUR TEUR TEUR
Finanzverbindlichkeiten 83.533 109.246 34.396
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen 149.153 700 0
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 23.672 42.222 9.664
übrige finanzielle Verbindlichkeiten 6.777 383 243
Fälligkeitsanalyse Restlaufzeit 30.09.2021 kurzfristig mittelfristig langfristig
TEUR TEUR TEUR
Finanzverbindlichkeiten 68.177 106.257 11.218
Verbindlichkeiten Lieferungen und Leistungen 122.040 539 86
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen 23.189 46.235 2.652
übrige finanzielle Verbindlichkeiten 6.336 427 158

Zeitwert von Finanzinstrumenten

Die nicht zum Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente der LAPP Gruppe umfassen in erster Linie Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, sonstige langfristige Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Kontokorrentkredite sowie langfristige Darlehen.

Der Buchwert der Zahlungsmitteläquivalente sowie der Kontokorrentkredite kommt ihrem Zeitwert aufgrund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe.

Bei Forderungen und Schulden, denen normale Handelskreditbedingungen zugrunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe.

Der Zeitwert langfristiger Schulden beruht auf den derzeit verfügbaren Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Die in der Bilanz ausgewiesenen Werte kommen dem Zeitwert sehr nahe.

Zum Bilanzstichtag per 30. September 2022 bestanden folgende Finanzderivate, die ausschließlich der Absicherung von Zinsrisiken, Währungsrisiken sowie der Glättung von Schwankungen bei Einkaufspreisen für Kupfer dienen:

Buchwert 30.09.2022 Buchwert 30.09.2021 Beizulegender Zeitwert 30.09.2022 Beizulegender Zeitwert 30.09.2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
Rohstoffbezogene Derivate
Put-Optionen 183 540 183 540
Swaps 812 0 812 0
Zinsbezogene Derivate
Zahlerswap 179 -96 179 -96
Gesamt 1.174 444 1.174 444

Fair Value Hierarchie

Die in der Bilanz zum Fair Value angesetzten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind den, im Folgenden aufgeführten, drei Stufen der Fair Value Hierarchie zuzuordnen. Diese Hierarchie spiegelt die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und ist wie folgt gegliedert:

auf aktiven Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1)

für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen (Stufe 2)

für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) (Stufe 3).

Zum 30. September 2022 werden lediglich Devisentermingeschäfte, ein Zahlerswap sowie eine Put-Option zum Fair Value bewertet. Diese werden nicht an einem aktiven Markt gehandelt. Die Bewertung erfolgt jedoch auf Basis beobachtbarer Marktdaten, daher werden sie Stufe 2 zugeordnet.

22 Beziehung zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Folgende Personen, Personengruppen und Unternehmen wurden in der Berichtsperiode 1. Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 als nahestehende Unternehmen und Personen identifiziert:

a)

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Lapp Holding AG, Stuttgart, sowie deren Familienangehörige;

b)

alle Unternehmen, welche direkt oder indirekt von Mitgliedern des Managements kontrolliert, gemeinsam kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden;

c)

Familienangehörige der Familie Lapp sowie sonstige nahestehende Einzelpersonen;

d)

Unternehmen, die direkt oder indirekt durch die Familie Lapp kontrolliert beziehungsweise wesentlich beeinflusst werden;

e)

Gemeinschafts-/ Assoziierte-Unternehmen des Konzerns

Wesentliche Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

2021/2022 2020/2021
TEUR TEUR
c.)
Verbindlichkeiten 14.803 12.383
Erlöse aus Produktverkauf und Leistungen 448 72
Aufwendungen für bezogene Waren und Dienstleistungen 1.142 1.103
Forderungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen 222 180
d.)
Ausleihungen aus kurz- und mittelfristigen Darlehen 669 696
Forderungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen 4.524 2.972
Verbindlichkeiten 60.755 56.694
Erlöse aus Produktverkauf und Leistungen 49.498 29.031
Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen 44.850 31.205
Anteils(ver)kauf / Darlehenstilgung
e.)
Forderungen aus Liefer- und Leistungsbeziehungen 7.834 5.933
Erlöse aus Produktverkauf und Leistungen 39.664 30.712
Aufwendungen für bezogene Waren und Dienstleistungen 404 546
Verbindlichkeiten 211 0

Zu c) in den Verbindlichkeiten sind Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 in Höhe von TEUR 1.397 enthalten.

Zu d) in den Erlösen sind Mietreduktionen aufgrund des IFRS 16 in Höhe von TEUR 219 enthalten. In den Aufwendungen sind Abschreibungen im Rahmen des IFRS 16 in Höhe von TEUR 17.612 enthalten. Bei den Verbindlichkeiten entfallen TEUR 46.202 auf die Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 sowie TEUR 2.419 auf Verbindlichkeiten aus Finanzierungen.

Zu e) Verbindlichkeiten, Erlöse und Aufwendungen resultieren vollumfänglich aus operativen Liefer- und Leistungsbeziehungen mit den Joint Venture's siehe Ziffer 11 "At equity bewertete Beteiligungen". Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben im Allgemeinen eine Laufzeit zwischen 30-90 Tagen. Die Lieferungs- und Leistungsbeziehungen mit den nahestehenden Unternehmen erfolgten wie unter fremden Dritten.

Für die Angaben zur Vergütung des Managements und des Aufsichtsrates verweisen wir auf Ziffer 23 "Sonstiges". Für die Beziehungen zu Tochterunternehmen verweisen wir auf Anlage 6.2.

23 Sonstiges

Angaben zu Tochtergesellschaften

Die nachfolgenden deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB, dem Verzicht auf Veröffentlichung im Bundesanzeiger sowie dem Verzicht auf Erstellung eines Lageberichtes, Gebrauch:

U.I. Lapp GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 12720

Lapp Systems GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 23443

Lapp GmbH Kabelwerke, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 2785

Lapp Service GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 24768

Contact GmbH Elektrische Bauelemente, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 3282

Die nachfolgenden deutschen Tochtergesellschaften in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft machen von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB, dem Verzicht auf Veröffentlichung im Bundesanzeiger, Gebrauch:

Lapp Holding Deutschland GmbH, Stuttgart, Amtsgericht Stuttgart, HRB 20370

Konzernangaben

Die Lapp Invest AG, Stuttgart, hat uns gemäß § 20 Abs. 1 AktG mitgeteilt, dass sie seit dem 1. Oktober 2010 einen Stimmrechtsanteil von 100 % an der Lapp Holding AG hält.

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand der Lapp Holding AG, Stuttgart, schlägt der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 30 Mio. Euro auszuschütten und den verbleibenden Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des zur Prüfung des Jahresabschlusses und Konzernabschlusses bestellten Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021/2022 betrug:

Abschlussprüfungsleistungen TEUR 216

Steuerberatungsleistungen TEUR 222

sonstige Bestätigungsleistungen TEUR 236

Mitglieder des Aufsichtsrates

Herr Dr. Hans Schumacher, Vorsitzender

Herr Peter J. Schmid, stellvertretender Vorsitzender

Frau Katharina Lapp (seit 1. Oktober 2022)

Im Geschäftsjahr 2021/2022 ausgeschieden aus dem Aufsichtsrat ist Herr Siegbert Lapp, Vorsitzender (bis 30. September 2022).

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr TEUR 550 (Vorjahr: TEUR 500).

Mitglieder des Vorstandes

Herr Matthias Lapp, Vorstandsvorsitzender

Herr Georg Stawowy, Vorstand Innovation und Technik

Herr Jan Ciliax, Vorstand Finanzen und Controlling

Herr Dr. Christoph Hiller, Vorstand Vertrieb und Marketing (seit 1. Januar 2022)

Im Geschäftsjahr 2021/2022 ausgeschieden aus dem Vorstand ist Herr Andreas Lapp, Vorstandsvorsitzender (bis 30. September 2022).

Die Gesamtbezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr TEUR 2.443 (Vorjahr: TEUR 1.700).

Außerdem bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitgliedern in Höhe von TEUR 4.780 (Vorjahr: TEUR 7.109).

Der vom Vorstand zum 30. September 2022 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht wurden in der Vorstandssitzung am 19. Dezember 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.

24 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Ablauf des Geschäftsjahres 2021/2022

Die Lapp Holding AG hat im Laufe des Geschäftsjahres 2021/2022 mit dem Rechtsformwechsel in eine SE ("Societas Europaea") begonnen. Der Rechtsformwechsel wird durch Eintragung im Handelsregister im Geschäftsjahr 2022/2023 vollzogen. Die Lapp Holding AG wird nach erfolgter Eintragung fortan unter Lapp Holding SE firmieren.

Darüber hinaus sind nach dem 30. September 2022 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wesentliche Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der LAPP Gruppe erwartet werden.

 

Stuttgart, 22. Dezember 2022

Der Vorstand

Matthias Lapp

Georg Stawowy

Jan Ciliax

Dr. Christoph Hiller

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022

Immaterielle Vermögenswerte

Rechte selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2021 58.187 7.881 45.259
Währungsänderung 1.341 88 1.128
Zugänge 3.676 181 0
Abgänge 6.009 29 0
Umbuchungen 3.216 712 0
30.09.2022 60.411 8.833 46.387
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2021 39.551 5.675 10.383
Währungsänderung 1.169 66 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 9.421 590 4
Abgänge 5.930 29 0
Umbuchungen 169 0 0
30.09.2022 44.380 6.302 10.387
Nettobuchwert
30.09.2022 16.031 2.531 36.000
30.09.2021 18.636 2.206 34.876
Geleistete Anzahlungen Anlagen im Bau Summe
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2021 49 9.153 120.529
Währungsänderung 0 29 2.586
Zugänge 41 3.942 7.840
Abgänge 0 14 6.052
Umbuchungen -30 -4.679 -781
30.09.2022 60 8.431 124.122
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2021 0 3.344 58.953
Währungsänderung 0 0 1.235
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 172 10.187
Abgänge 0 0 5.959
Umbuchungen 0 0 169
30.09.2022 0 3.516 64.585
Nettobuchwert
30.09.2022 60 4.915 59.537
30.09.2021 49 5.809 61.576

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021

Immaterielle Vermögenswerte

Rechte selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2020 44.734 5.742 22.843
Währungsänderung 213 15 9
Zugänge 1.680 101 0
Abgänge 5.952 0 -34
Umbuchungen 14.336 2.023 0
Änderung Konsolidierungskreis 3.176 0 22.373
30.09.2021 58.187 7.881 45.259
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 35.035 5.275 10.347
Währungsänderung 157 16 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 6.698 384 2
Abgänge 2.240 0 -34
Umbuchungen -80 0 0
Zuschreibung -19 0 0
30.09.2021 39.551 5.675 10.383
Nettobuchwert
30.09.2021 18.636 2.206 34.876
30.09.2020 9.699 467 12.496
Geleistete Anzahlungen Anlagen im Bau Summe
TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2020 80 16.612 90.011
Währungsänderung 2 5 244
Zugänge 31 9.491 11.303
Abgänge 64 57 6.039
Umbuchungen 0 -16.898 -539
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 25.549
30.09.2021 49 9.153 120.529
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 5 3.344 54.006
Währungsänderung 0 0 173
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 7.084
Abgänge 5 0 2.211
Umbuchungen 0 0 -80
Zuschreibung 0 0 -19
30.09.2021 0 3.344 58.953
Nettobuchwert
30.09.2021 49 5.809 61.576
30.09.2020 75 13.268 36.005

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022

Sachanlagen

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Anlagen im Bau Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2021 179.734 169.039 84.209 7.893 440.875
Währungsänderung 5.987 6.795 1.635 145 14.562
Zugänge 86.536 12.132 9.821 12.474 120.963
Umbuchungen 122 3.303 -63 -2.581 781
Abgänge 76.259 2.640 4.049 114 83.062
Änderung Konsolidierungskreis 0 503 0 0 503
30.09.2022 196.120 189.132 91.553 17.817 494.622
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2021 50.503 123.158 59.394 426 233.481
Währungsänderung 2.299 5.558 1.333 0 9.190
Abschreibungen des Geschäftsjahres 31.413 10.929 9.340 0 51.682
Abgänge 22.131 2.031 3.428 0 27.590
Umbuchungen 0 86 -255 0 -169
30.09.2022 62.084 137.700 66.384 426 266.594
Nettobuchwert
30.09.2022 134.036 51.432 25.169 17.391 228.028
30.09.2021 129.231 45.881 24.815 7.467 207.394

davon Nutzungsrechte

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2021 105.821 9.532 8.183 123.536
Währungsänderung 3.566 637 -8 4.195
Zugänge 84.548 988 3.036 88.572
Abgänge 75.972 157 996 77.125
30.09.2022 117.963 11.000 10.215 139.178
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2021 29.067 5.679 3.997 38.743
Währungsänderung 1.525 560 16 2.101
Abschreibungen des Geschäftsjahres 25.440 1.067 2.460 28.967
Abgänge 21.844 64 583 22.491
30.09.2022 34.188 7.242 5.890 47.320
Nettobuchwert
30.09.2022 83.775 3.758 4.325 91.858
30.09.2021 76.754 3.852 4.185 84.791

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021

Sachanlagen

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Anlagen im Bau Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2020 165.958 158.601 79.737 5.980 410.276
Währungsänderung 850 655 434 12 1.951
Zugänge 51.491 5.951 10.699 5.010 73.151
Umbuchungen 317 5.470 -1.419 -3.829 539
Abgänge 47.612 4.616 5.548 49 57.825
Änderung Konsolidierungskreis 8.730 2.978 306 769 12.783
30.09.2021 179.734 169.039 84.209 7.893 440.875
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 39.547 110.445 54.829 75 204.896
Währungsänderung 386 566 339 1 1.292
Abschreibungen des Geschäftsjahres 26.851 16.511 9.381 0 52.743
Abgänge 16.465 4.357 5.124 -466 25.480
Zuschreibungen -12 0 -38 0 -50
Umbuchungen 196 -7 7 -116 80
30.09.2021 50.503 123.158 59.394 426 233.481
Nettobuchwert
30.09.2021 129.231 45.881 24.815 7.467 207.394
30.09.2020 126.411 48.156 24.908 5.905 205.380

davon Nutzungsrechte

Grundstücke und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2020 102.005 1.662 6.311 109.978
Währungsänderung 760 7 23 790
Zugänge 50.789 1.784 6.031 58.604
Umbuchungen 0 6.299 -3.313 2.987
Abgänge 47.733 276 1.088 49.098
Änderung Konsolidierungskreis 0 56 219 275
30.09.2021 105.821 9.532 8.183 123.536
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 20.871 799 2.197 23.867
Währungsänderung 344 22 9 375
Abschreibungen des Geschäftsjahres 24.010 4.967 2.581 31.558
Abgänge 16.146 101 750 16.997
Zuschreibung -12 0 -38 -50
Umbuchungen 0 -7 -1 -8
30.09.2021 29.067 5.680 3.998 38.745
Nettobuchwert
30.09.2021 76.754 3.852 4.185 84.791
30.09.2020 81.134 863 4.114 86.111

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2021/2022

Finanzanlagen

Beteiligungen Sonstige Ausleihungen Wertpapiere Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2021 2.002 719 29 2.750
Währungsänderung 152 -28 0 124
Zugänge 177 39 8 224
Abgänge 0 0 15 15
Änderung Konsolidierungskreis -2.007 0 6 -2.001
30.09.2022 324 730 28 1.082
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2021 1 0 0 1
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 1 1
30.09.2022 1 0 1 2
Nettobuchwert
30.09.2022 323 730 27 1.080
30.09.2021 2.001 719 29 2.749

Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020/2021

Finanzanlagen

Beteiligungen Sonstige Ausleihungen Wertpapiere Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.10.2020 1.980 664 24 2.668
Währungsänderung 21 60 0 81
Zugänge 1 0 4 5
Umbuchungen 0 -1 1 0
Abgänge 0 5 0 5
Änderung Konsolidierungskreis 0 1 0 1
30.09.2021 2.002 719 29 2.750
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020 0 0 0 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 1 0 0 1
30.09.2021 1 0 0 1
Nettobuchwert
30.09.2021 2.001 719 29 2.749
30.09.2020 1.980 664 24 2.668

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 30. September 2022

Anteil am Kapital 4)
%
A. Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Deutschland
Lapp Holding Deutschland GmbH, Stuttgart 1) 2) 100,00
U.I. Lapp GmbH, Stuttgart 1)2)3) 100,00
Contact GmbH Elektrische Bauelemente, Stuttgart 1)2)3) 100,00
Lapp GmbH Kabelwerke, Stuttgart 1) 2) 3) 100,00
Lapp Systems GmbH, Stuttgart 1)2)3) 100,00
Lapp Service GmbH, Stuttgart 2)3) 100,00
Lapp Mobility GmbH, Stuttgart 100,00
Region LA EMEA
Cabos Lapp Brasil Ltda., Säo Paulo, Brasilien 100,00
Lapp Automaatio Oy, Vantaa, Finnland 100,00
Lapp Connecto Oy, Hyvinkää, Finnland 100,00
Cableries Lapp S.a.r.l., Forbach, Frankreich 100,00
Lapp Muller S.A.S., Grimaud, Frankreich 100,00
Lapp France S.a.r.l., Forbach, Frankreich 100,00
Lapp Ltd., London, Großbritannien 100,00
Lappkabel S.R.L., Mailand, Italien 100,00
Lapp Italia S.R.L., Desio, Italien 100,00
Lapp Sistemi Italia S.R.L., Desio, Italien 100,00
Camuna Cavi S.R.L., Edolo, Italien 100,00
CEAM Cavi Speciali S.R.L., Monselice, Italien 100,00
KU Distribution S.R.L., Bagnolo San Vito, Italien 100,00
Unika S.p.A., Cologna Veneta, Italien 100,00
Lapp Kazakhstan LLP, Astana, Kasachstan 100,00
Lapp Miltronic SIA, Riga, Lettland 100,00
Lapp Benelux B.V., Waalre, Niederlande 100,00
LAPP Norway AS, Drammen, Norwegen 100,00
Lapp Austria GmbH, Linz, Österreich 100,00
Lapp Panamá S.A., Panama City, Panama 100,00
Lapp Connecto Polska Sp.Z.o.o., Grudziadz, Polen 100,00
Lapp Kabel Sp.Z.o.o., Kobierzyce, Polen 100,00
Policabos S.A., Sintra, Portugal 100,00
Fender Cables SRL, Cluj-Napoca, Rumänien 100,00
Lapp Romania SRL, Ilfov, Rumänien 100,00
Lapp Russia 000, Samara, Russland 100,00
LAPP Holding Scandinavia AB, Nyköping, Schweden 100,00
LAPP Miltronic AB, Nyköping, Schweden 100,00
Fleximark AB, Nykoping, Schweden 100,00
Lapp Tec AG, Diessenhofen, Schweiz 100,00
Volland AG, Rümlang, Schweiz 100,00
Lapp, d.o.o., Limbus, Slowenien 100,00
Lapp Kabel España S.L.U., Barcelona, Spanien 100,00
Lapp Southern Africa (PTY) Ltd., Modderfontein, Südafrika 100,00
Lapp Kablo SAN.VE TIC.LTD.STI., Istanbul, Türkei 100,00
Lapp Hungaria KFT, Budaors, Ungarn 100,00
Lapp Ukraine LLC, Kiev, Ukraine 100,00
Lapp Cables Middle East F.Z.E., Dubai, VAE 100,00
Region NA
Lapp Canada Inc., Ontario, Kanada 100,00
Lapp Mexico S.de R.L. de C.V., Tlaquepaque, Mexiko 100,00
Lapp Holding N.A. Inc., Florham Park, New Jersey, USA 100,00
Lapp USA Inc., Florham Park, New Jersey, USA 100,00
Lapp Cable Works Inc., Florham Park, New Jersey, USA 100,00
Lapp Tannehill Inc., Savage, Minnesota, USA 100,00
Region APAC
Lapp Kabel Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00
Lapp Cable Works Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China 100,00
Lapp India Pvt. Ltd., Bangalore, Indien 100,00
OLFLEX SOLUTIONS LLP, Mumbai, Indien 100,00
Lapp Japan Kabushihki Kaisha, Tokyo, Japan 100,00
Lapp Korea LLC, HwaSung City, Korea 100,00
Lapp Holding Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00
Lapp Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, Singapur 100,00
B. At Equity bewertete Beteiligungen
Lapp Australia Pty Limited, Eastern Creek, Australien 50,00
PT JJ-Lapp Cable Indonesia, Jakarta, Indonesien 50,00
PT JJ-Lapp Cable Works Indonesia, Tangerang, Indonesien 50,00
JJ-Lapp (M) Sdn Bhd, Shah Alam, Selangor Darul Ehsan, Malaysia 50,00
JJ-Lapp (P) Inc., Taguig City Manila, Philippinen 50,00
JJ-Lapp (S) Pte. Ltd., Singapur, Singapur 50,00
JJ-Lapp (T) Ltd., Bangkok, Thailand 50,00
JJ-Lapp Vietnam Company Limited, Ho Chi Minh City, Vietnam 50,00

1) Ergebnisabführungsvertrag
2) Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Offenlegung
3) Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf den Lagebericht
4) Mittelbare und unmittelbare Anteile der Lapp Holding AG

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 / 2022

I. Grundlagen der LAPP Gruppe

1 Die LAPP Gruppe im Überblick

Die LAPP Gruppe ist, gemäß der 2022 veröffentlichten Marktstudie der WirtschaftsWoche in Kooperation mit der Universität St. Gallen, weiterhin Weltmarktführer für integrierte Lösungen im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologien.

Derzeit stellt LAPP weltweit über eine Viertelmillion systemgeführter Verkaufsartikel für unsere Kunden in diversen industriellen Endmärkten und Anwendungsbereichen bereit. Des Weiteren werden für kundenindividuelle Aufträge Spezialkabel und Verbindungslösungen entwickelt und produziert sowie ein breites Spektrum an kundenspezifischen Serviceleistungen angeboten.

Die Herstellung der Produkte erfolgt zu einem hohen Anteil in eigenen Fertigungswerken. Die LAPP Gruppe produziert an 19 internationalen Standorten, darüber hinaus besitzt die Gruppe 41 eigene Vertriebsgesellschaften und kooperiert mit Geschäftspartnern, wodurch insgesamt rund 100 Vertretungen bestehen. Zusätzlich ist die LAPP Gruppe an drei Gemeinschaftsunternehmen beteiligt (diese bestehen aus acht rechtlichen Einheiten). Für Details zu den Gesellschaften verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste (Konzernanhang Anlage 6.2 "Aufstellung des Anteilsbesitzes"). Zum Abschlussstichtag waren 5.055 Mitarbeiter: innen weltweit beschäftigt.

2 Unternehmenssteuerung

Die LAPP Gruppe steuert primär durch ein global ausgerichtetes Management-Team in Repräsentanz des Vorstandes der Lapp Holding AG. Darüber hinaus wird die LAPP Gruppe über 3 Regionen gesteuert, diese sind LA EMEA (Latein Amerika, Europa, Naher und Mittlerer Osten sowie Afrika), NA (USA, Mexiko und Kanada) und APAC (Asien Pazifik sowie Ozeanien). Zusätzlich zu den Regionen wird der Unternehmensbereich Lapp Mobility als separates Geschäftsfeld geführt. Die Gruppenplanung erfolgt auf Basis des regionalen Prinzips und wird in der Lapp Holding AG zu einer Gesamtplanung verdichtet; diese Struktur liegt auch der langfristigen Gruppen-Strategie 2027 zugrunde.

Wesentliche Steuerungsgrößen in der LAPP Gruppe sind die Kennzahlen Nettoumsatz, Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie seit dem Vorjahr das Nettoumlaufvermögen (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Zusätzliches Augenmerk gilt der Nettobankposition (Bankguthaben abzüglich Bankverschuldung), welche sowohl ein Guthaben als auch eine Verbindlichkeit darstellen kann. Darüber hinaus erfolgt laufend eine Überwachung des Ist-Auftragseinganges sowie dessen Bestandes, welcher jedoch nicht Teil der Planung ist.

3 Forschung und Entwicklung / Technik

Gemäß des Strategieprozesses 2027 wurde der Bereich F&E / Technik durch verschiedene Maßnahmen und Projekte weiterentwickelt.

So wurde zum Oktober 2021 die globale Forschung und Vorentwicklung im Rahmen einer Umorganisation als eigenständiger Bereich in den Fokus gerückt und deckt nun drei Verantwortungsbereiche auf globaler Ebene ab. Hierbei soll die Vision von LAPP als innovativer Lösungsanbieter mit technologischer Vorreiterrolle gestützt werden. Diese Verantwortungsbereiche sind die globale Vorausentwicklung, das globale Innovationsmanagement zur Steuerung von Innovationsprozessen sowie die globale Steuerung und Koordination von Labor- und Testzentrumsaktivitäten.

Auch im Hinblick auf die Produktionsprozesse wurden Investitionen und Projekte gemäß den strategischen Vorgaben weiter vorangetrieben. So wurde zum Beispiel im Rahmen des Projektes "Smart Factory" die erste Verseilmaschine erfolgreich an das MES System ("Manufacturing Execution System") angebunden.

Das bestehende Produktportfolio wurde speziell im strategisch wichtigen Bereich der Industriellen Kommunikation weiter ausgebaut. Mit der "ETHERLINE ROBOT PN Cat. 5e" steht eine torsionsfähige, Hochgeschwindigkeit-Datenleitung für moderne Roboter- Anwendungen zur Verfügung. Zur Überwachung von Datenleitungen in hochdynamischen Anwendungen wurde mit der "ETHERLINE GUARD Box" eine "Predictive Maintenance" Lösung im Umfeld von Industrie 4.0 präsentiert.

Um die ambitionierten Wachstumsziele im Bereich der Elektromobilität zu erreichen, hat LAPP seine Produktpalette für Ladelösungen ebenfalls weiter ausgebaut: Mit dem "MOBILITY DOCK" wurde im Sommer 2022 eine innovative Mode 2 Lösung am Markt eingeführt. Beim Hochvolumenprodukt Mode 3 wurde flankierend eine neue Generation in den Markt gebracht, welche insbesondere durch höhere Robustheit sowie prozessoptimiertes Design überzeugen soll.

4 Mitarbeiter

Der Personalstand zum Stichtag 30. September 2022 - bezogen auf den Konsolidierungskreis - von insgesamt weltweit 5.055 (Vorjahr: 4.586) Mitarbeiter: innen bei der LAPP Gruppe bedeutete ein Aufbau der Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr um 10,2 %. Nachdem sich im Geschäftsjahr die Auftragslage für die LAPP Gruppe stark positiv entwickelt hatte, wurden wachstumsbedingt Kapazitäten sowie, der Strategie 2027 folgend, Kompetenzen in nahezu allen Bereichen aufgebaut. Der höchste prozentuale Aufbau fand in der Region APAC mit 23,0 % statt, gefolgt von der Region Nord Amerika mit 14,4 % gegenüber dem Vorjahr. Details zu den Mitarbeitenden können dem Konzernanhang entnommen werden (Konzernanhang Ziffer 4 "Personalaufwand und Mitarbeiter").

Das globale Weiterbildungsprogramm wurde im vergangenen Geschäftsjahr erneut weiterentwickelt. Die Programme beinhalteten sowohl Präsenzmodule als auch virtuelle Module. Damit konnte die LAPP Gruppe die Vorteile des virtuellen Trainings mit den Vorteilen der Präsenztrainings kombinieren mit dem Ziel die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden weiter auszubauen.

Auch in diesem Jahr, wurde ein strategischer Schwerpunkt auf das Thema Kultur des lebenslangen Lernens und Vertrauens gelegt. Die "LAPP Learn Challenge" wurde im Geschäftsjahr zwei Mal durchgeführt und ist damit zu einem gesetzten Format in der Gruppe geworden. Es soll eine Kultur gefördert werden, in der die Mitarbeitenden sich Wissen selbständig aneignen und im Arbeitsalltag integrieren.

Im Bereich Organisationsentwicklung lag der Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 auf Themen, die den Erfolg der Strategie 2027 sicherstellen sollen. Neben dem Aufbau entsprechender Kompetenzen wurden in diesem Zusammenhang ein einheitliches Job Grading sowie Incentive System für die obersten Führungskräfte etabliert.

Des Weiteren wurde basierend auf den Zielsetzungen der Strategie 2027 die Organisationsstruktur einer ersten Analyse unterzogen. Ziel war es zu evaluieren, welche Funktionen mit welchen Verantwortlichkeiten zukünftig auf globaler bzw. auf regionaler Ebene notwendig sein werden. Erste Veränderungen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Wirkung zum 1. Oktober 2022 bereits angestoßen.

Die wichtigste Ressource für die LAPP Gruppe bleibt der Mensch. Nur mit den Menschen im Mittelpunkt kann die bisherige Erfolgsgeschichte der LAPP Gruppe weiterverfolgt werden. Daher gebührt unser aufrichtiger Dank unseren Mitarbeitenden, die auch in herausfordernden Pandemie-Zeiten ein weiteres Wachstumsjahr der LAPP Gruppe ermöglicht haben.

II. Wirtschaftsbericht

1 Wirtschaftliches Umfeld / Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für das Vorjahr 2021 hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) einen Zuwachs der Weltproduktion um 5,7 % erwartet und eingangs auch für das Geschäftsjahr 2022 noch mit 4,5 % Zuwachs geplant. Ausgehend von dieser Basis und dem kräftigen Wachstum im zweiten Halbjahr 2021 ist jedoch die Expansion der Weltwirtschaft unter dem Eindruck hoher Inflation, hartnäckiger Lieferengpässe sowie großer Unsicherheit im Frühjahr des Geschäftsjahres zum Stillstand gekommen, berichtet das IfW weiter. Insbesondere durch die Pandemienachläufer im asiatischen Raum sowie Auswirkungen des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine wurde die ohnehin kräftige Inflation weiter verstärkt. Insofern wurden die Aussichten im Herbstbericht des Institutes auf ein Wachstum der Weltproduktion im Jahr 2022 von 2,9 % gesenkt und der Ausblick für 2023 mit einer noch geringeren Zunahme von 2,2 % angegeben.

Die Europäische Kommission ging mit ihrer Sommerprognose für 2022 und 2023 von einem Wachstum in Höhe von 2,7 %, bzw. 1,5 % für Europa aus. Insbesondere die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im Frühjahr trotz Rekordinflation und Ukraine-Krieg deutlicher gewachsen als zunächst erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt legte in den Ländern mit dem Euro zwischen April und Juni zum Vorjahresquartal um 0,7 % zu, wie das Europäische Statistikamt Eurostat bekanntgab.

Im asiatischen Raum, unter Hinzunahme von Australien und Neuseeland, wurde für die "advanced markets" mit einem gesamt BIP-Wachstum von 2,7 % für 2022 gerechnet und für 2023 wurde dieselbe Prognose gestellt. Im Vergleich zum Vorjahr 2021, bei dem noch mit einem Wachstum von 3,6 % gerechnet wurde, ist dies hingegen ein deutlicher Rückgang. Für Indien wurde 2021 eine BIP-Entwicklung von 8,9 % verzeichnet und für das Jahr 2022 wurde ein BIP-Wachstum von 8,2 % prognostiziert. Der Ausblick für 2023 fällt jedoch nüchterner aus, es wird mit einem Zuwachs von nur noch 6,9 % gerechnet. Auch für China zeigt sich eine große Diskrepanz: 2021 errechnete die Wirtschaftsprognose eine Steigerung von 8,1 % für das Land. 2022 waren es 4,4 % und für 2023 wird ein BIP-Wachstum von 5,1 % erwartet. Der Einbruch wird durch Sorgen über neue Varianten des Coronavirus und verbundene Unsicherheiten getrieben.

Die US-Wirtschaft ist Anfang des Jahres etwas stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im ersten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,6 %, wie das Handelsblatt unter Bezug auf das Handelsministerium mitteilte. Insgesamt geht das IfW Kiel für die Vereinigten Staaten für das laufende Jahr noch von einem Zuwachs von 1,8 % des BIP aus, prognostizierte jedoch gleichzeitig für 2023 einen Rückgang um 0,1 %.

Die Leibniz-Institute für Wirtschaftsforschung aus Essen, München und Halle (RWI, ifo, IWH) und das IfW hatten in ihrer am 29. September 2022 veröffentlichten Gemeinschaftsdiagnose des deutschen Marktes für 2022 ein leichtes Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,4 % und für das kommende Jahr einen Rückgang um 0,4 % prognostiziert. Für das Jahr 2022 wurde für den deutschen Markt eine Inflationsrate von 8,4 % erwartet; für 2023 eine weitere Steigerung auf 8,8 %. Insbesondere die hohen Energiepreise lassen Deutschland nach der Herbstprognose des IfW 2023 in eine Rezession abgleiten. Im kommenden Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraussichtlich um 0,7 % zurückgehen. Damit korrigierte das Institut seine bisherige Prognose drastisch um 4 %-Punkte nach unten. Im Juni hatte es noch ein kräftiges Plus von 3,3 % erwartet.

Zusammenfassend sorgen der Umgang der chinesischen Regierung mit neuen Coronavirus Varianten, die anhaltende Inflation trotz ansteigender Zinsen und die geo-politisch stark angespannte Lage für ein erneut hohes Maß an Unsicherheit. Dieser kann nur durch eine erhöhte Wachsamkeit, Flexibilität und ständige Adjustierung begegnet werden.

2 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

A. Ertragslage

Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz deutlich um 31,0 % von 1.423 Mio. Euro auf 1.864 Mio. Euro. Der gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegene Kupferdurchschnittskurs 1 um 19,8 % hat hierbei zu einem Umsatzanstieg von rund 6,5 % geführt. Die Währungsentwicklung hatte näherungsweise mit einem Plus von rund 1,9 % gegenüber dem Vorjahr einen marginalen positiven Einfluss auf den Umsatz der Gruppe. Daher hat das erzielte Umsatzvolumen - ohne die genannten Kupfer- und Währungseffekte - um rund 22,6 % organisch gegenüber dem Vorjahresumsatz zugenommen. Die erstkonsolidierte Gesellschaft, Fender Cables SRL, Rumänien, hatten keine wesentliche Bedeutung im Umsatzwachstum. Dieser erneut signifikante Anstieg, auch auf bereinigter Basis, war im Wesentlichen auf die deutlich gestiegene Auftragslage in Kombination mit weiterhin steigenden Marktpreisen zurückzuführen und wurde durch allgemeine Nachholeffekte im Markt unterstützt. Dabei zeigten alle wichtigen Absatzmärkte der LAPP Gruppe eine deutliche Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahr. Allem voran konnten die amerikanischen Märkte inklusive Südamerika ein Umsatzwachstum von 40,2 %, auf unbereinigter Basis, verbuchen.

In den europäischen Märkten, in denen die LAPP Gruppe weiterhin mehr als zwei Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftete, ergab sich ebenfalls eine starke Umsatzerhöhung, auf unbereinigter Basis, von 29,4 % gegenüber dem Vorjahr. In Asien stieg der unbereinigte Umsatz ebenfalls sehr deutlich und lag zum Jahresende rund 32,7 % über dem Vorjahreswert. Details zur Aufteilung des Umsatzes nach Regionen sind dem Konzernanhang zu entnehmen (Konzernanhang Ziffer 1 "Umsatzerlöse").

Der Auftragsbestand der LAPP Gruppe, zu konstanten Wechselkursen, lag zum Bilanzstichtag 30. September 2022 bei rund 356,3 Mio. Euro und damit um 53,3 % erneut deutlich oberhalb des Vergleichswertes aus dem Vorjahr (rund 232,4 Mio. Euro).

Auf die Ertragslage der LAPP Gruppe hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr diverse Faktoren einen spürbaren Einfluss genommen. Deutlich geringer als noch im Vorjahr aber immer noch positiv wirkte sich die Metallpreisentwicklung, nach Anwendung von Kupfersicherungsinstrumenten, auf das Ergebnis der LAPP Gruppe aus. Dieser Effekt hat im gesamten Geschäftsjahr - unter Berücksichtigung der Kosten für anteilige Metallpreisabsicherungen - zu einem Ertrag in Höhe von 2,1 Mio. Euro geführt (im Vorjahr Kupferkurserträge von 10,6 Mio. Euro).

Im Jahresdurchschnitt betrug der Kupferpreis 880 Euro/100 kg (Vorjahr: 734 Euro/100kg) und lag damit um 146 Euro/100 kg über dem Durchschnitt des Geschäftsjahres 2020/2021. Für das Geschäftsjahr 2022/2023 erwarten wir einen Kupferdurchschnittspreis auf einem leicht niedrigeren Niveau. Die Materialaufwandsquote (bezogen auf Umsatzerlöse) von 67,2 % (Vorjahr: 65,9 %) hat sich im Geschäftsjahr 2021/2022 aufgrund

1 Seit Beginn des Kalenderjahres 2022 wird der LAPP LCP Kurs herangezogen.

weiteren Rohstoffs und Service Kostensteigerungen sowie zeitlichem Versätzen bei der Preisweitergabe in den Markt, erneut leicht erhöht.

Die Sachkosten, bestehend aus Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen, zuzüglich Personalkosten und abzüglich sonstiger Erträge, haben sich unterproportional zu den Umsatzerlösen entwickelt und lagen bei 25,9 % (Vorjahr: 28,9 %) vom Umsatz. Die Sachkostenzunahme ist in weiten Teilen durch die gesteigerte wirtschaftliche Aktivität begründet, die Sachkosten erhöhten sich um 71,0 Mio. Euro gegenüber der Vorperiode. Der Personalaufwand stieg stark unterproportional zum Umsatz um 40,5 Mio. Euro (16,5 %) an. Dies basiert insbesondere aufgrund der starken Preiseffekte im Umsatz, welche sich in diesem deutlicher als im anfallenden physischen Volumen auswirkten. Parallel erhöhten sich auch die sonstigen Aufwendungen mit einer Zunahme um 33,5 % gegenüber der Vorperiode. Hier wirkten sowohl die gestiegene wirtschaftliche Aktivität, inklusive Normalisierungseffekten in den operativen Aufwendungen (bspw. Reisekosten), als auch inflationsbedingte Preiseffekte. Der Anteil der Sachkosten aus der erstkonsolidierten Gesellschaft, Fender Cables SRL im Jahr 2022 betrug hierbei 0,3 %. Wesentliche Veränderungen der sonstigen Aufwendungen sind im Konzernanhang (Konzernanhang Ziffer 5 "Sonstige Aufwendungen") aufgegliedert.

Für das Jahresergebnis 2021/2022 ergaben sich Einmalaufwendungen im einstelligen Millionenbereich für außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte der russischen Gesellschaft. Hierbei wurde basierend auf konservativen Annahmen eine Anpassung der Buchwerte vorgenommen. Diese Aufwendungen waren in der Position der Abschreibungen des Geschäftsjahres enthalten.

Das EBITDA lag bei 197,5 Mio. Euro (Vorjahr: 140,2 Mio. Euro) und erhöhte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr um rund 40,8 %. Dieser Anstieg resultierte vor allem aus dem weiter stark gestiegenen Volumen in Verbindung mit dem unterproportionalen Anstieg der Sachkosten. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis, das sich zusammensetzt aus dem Ergebnis at Equity, Ausschüttungen aus Beteiligungen sowie den Zinserträgen und Zinsaufwendungen, lag in Summe durch Aufwandsüberhang bei -2,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,0 Mio. Euro), dabei hat sich das Beteiligungsergebnis im Vorjahresvergleich um 5,4 Mio. Euro verringert. Die Hintergründe lagen im Wesentlichen in einem Einmaleffekt der Erstkonsolidierung des Vorjahres begründet. Darüber hinaus wies das Ergebnis at Equity einen deutlich geringeren Ergebnisbeitrag verglichen mit dem Vorjahr aus.

Das Konzernergebnis der LAPP Gruppe vor Steuern (EBT) betrug 132,9 Mio. Euro und stieg somit stark im Vergleich zum Vorjahr um 50,5 Mio. Euro an. Gleichzeitig erhöhte sich die Umsatzrendite (EBT geteilt durch Konzernumsatz) auf 7,1 % nach 5,8 % im Vorjahr. Das Konzernergebnis nach Steuern hat sich um 33,1 Mio. Euro auf 92,2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um 56,0 % verbessert.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag (ohne Berücksichtigung latenter Steuern) erhöhten sich um 52,5 % auf 41,2 Mio. Euro (Vorjahr: 27,0 Mio. Euro). Die Steuerquote lag leicht gestiegen bei 30,6 % nach 28,3 % im Vorjahr. Wesentliche Details zu Veränderungen der Steuerquote gegenüber dem Vorjahr sowie weitere Angaben sind den Aufstellungen im Konzernanhang zu entnehmen (Konzernanhang Ziffer 9 "Steuern vom Einkommen und Ertrag").

B. Finanz- und Liquiditätslage / Investitionen

Die Nettobankverbindlichkeit hat sich um 44,4 Mio. Euro erhöht und beläuft sich zum Ende des Geschäftsjahres 2021/2022 auf 102,2 Mio. Euro (Vorjahr: 57,8 Mio. Euro). Die Bankverbindlichkeiten betrugen 182,2 Mio.

Euro (Vorjahr: 149,6 Mio. Euro). Der Anstieg der Nettobankverbindlichkeit ergab sich erneut aus mehreren Aspekten. Auf der einen Seite war der volumenbedingte Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen analog der Absatzentwicklung des Geschäftsjahres ein Faktor. Auf der anderen Seite wurde durch den Volumenzuwachs, aber auch deutlichen wertmäßigen Anstieg der Vorräte, bedingt durch den weiteren Anstieg der Kupferpreise und Verteuerung anderer Rohstoffe sowie Handelswaren, eine weiter zunehmende Kapitalbindung erforderlich. Diese Effekte wurden durch die vorgenommene Dividendenausschüttung der Lapp Holding AG sowie ein gestiegenes Investitionsvolumen weiter verstärkt. Die unterproportional gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erzeugen wiederum einen teilweisen Gegeneffekt. Die LAPP Gruppe ist überwiegend kurz- bis mittelfristig (und größtenteils auf Basis von vertraglichen Mehr-Jahreszusagen) finanziert und alle Gruppengesellschaften waren im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jedem Zeitpunkt in der Lage, alle Zahlungsverpflichtungen vollständig zu erfüllen.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit reduziert sich deutlich auf 16,1 Mio. Euro. Maßgebliche Einflüsse auf den Rückgang, trotz des signifikant gestiegenen Konzernjahresergebnisses, lagen vor allem in den Effekten des Net Working Capital begründet. Die Steigerung der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen überstiegen den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um rund 133,8 Mio. Euro. Zusätzlich wirkten sich durch die gestiegene Ertragslage auch die gestiegenen Ertragssteuerzahlungen negativ im operativen Cashflow aus und erhöhten sich um 13,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich von einem leichten Überhang der Abflüsse im Vorjahr (1,7 Mio. Euro) auf Zuflüsse in Höhe von 5,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr. Wobei die Zuflüsse aus der Aufnahme neuer Finanzverbindlichkeiten die Abflüsse, durch Tilgungen bestehender Darlehen sowie Zahlungen für Leasingverbindlichkeiten und einer Dividendenauszahlung, leicht überstiegen.

Die Investitionen lagen entgegen dem Vorjahr spürbar über den wechselkursbereinigten Abschreibungen. Die Zugänge für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Berichtsjahr 2021/2022 betrugen 128,8 Mio. Euro und waren damit um 44,3 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau (84,5 Mio. Euro). Dabei entfielen auf immaterielle Vermögenswerte 7,8 Mio. Euro und auf Sachanlagen 121,0 Mio. Euro. Bereinigt um die Zugänge aus Nutzungsrechten des IFRS 16 in Höhe von 88,6 Mio. Euro, betrugen die Investitionen in das Sachanlagevermögen 32,4 Mio. Euro. Das Investitionsvolumen aus Sachanlagen ohne Nutzungsrechte und immateriellen Vermögenswerten belief sich somit auf 40,2 Mio. Euro nach 25,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrafen in wesentlichen Umfang Softwareanschaffungen und Digitalisierungsprojekte sowie nach wie vor Maßnahmen im Rahmen der Erweiterung und Harmonisierung des ERP Systems. Schwerpunkte der Investitionen bei den Sachanlagen ohne leasingbezogene Vermögenswerte lagen im Geschäftsjahr 2021/2022 in den europäischen, chinesischen und indischen Produktionsgesellschaften sowie im Bereich der Elektromobilität, als auch in geringerem Umfang in den Vertriebseinheiten. Die größten Einzelinvestition erfolgten für die Produktionskapazitäten in Frankreich, der Schweiz und Indien. Im Rahmen der Zugänge der Nutzungsrechte entfällt der wesentlichste Zugang auf eine Erweiterung der Flächen in Benelux sowie in China als auch sich standardgemäß wiederholender Neubewertung von laufenden Verträgen. Thematisch lag der Investitionsfokus auf dem Ausbau der Kapazitäten und produktionsbezogenen Kompetenzen sowie dem Voranschreiten der Digitalisierung.

C. Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 1.104,1 Mio. Euro (Vorjahr: 922,2 Mio. Euro). Hierbei entfällt ein Anteil von rund 0,6 % der Bilanzsumme auf die erstkonsolidierte Gesellschaft.

Durch Volumeneffekte ergab sich eine deutliche Steigerung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 266,4 Mio. Euro (Vorjahr: 216,0 Mio. Euro). Die stark gestiegene Auftragslage, vor allem aber die Teuerungsraten im Materialeinsatz und Kupferkurseffekte, führten zu einem erneut starken wertmäßigen Aufbau der Vorräte um 110,6 Mio. Euro auf insgesamt 389,4 Mio. Euro. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen 0,4 Mio. Euro auf die erstkonsolidierte Gesellschaft, bei den Vorräten betrug der Anteil 1,9 Mio. Euro.

Das Eigenkapital ist um 96,2 Mio. Euro auf 486,1 Mio. Euro (Vorjahr: 389,9 Mio. Euro) gestiegen. Die Eigenkapitalquote liegt mit 44,0 % (Vorjahr: 42,3 %) leicht über dem Vorjahr und erneut auf einem konstant hohen Niveau.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen, bezogen auf den Umsatz, deutlich unterproportional an auf 149,9 Mio. Euro (Vorjahr: 122,7 Mio. Euro). Dies war bedingt durch die begrenzte Verfügbarkeiten in der Lieferkette. Der Anteil aus der Erstkonsolidierung lag bei 0,9 % des Jahresendwertes.

Das Nettoumlaufvermögen - bestehend aus Vorräten und Kundenforderungen abzüglich Lieferantenverbindlichkeiten - zog erheblich an und stieg um 35,9 % auf 505,9 Mio. Euro, was ebenfalls im betrieblichen Cashflow deutlich wurde.

Die Bankverbindlichkeiten erhöhten sich im Jahresverlauf um 32,6 Mio. Euro von 149,6 Mio. Euro auf 182,2 Mio. Euro. Die liquiden Mittel in Höhe von 80,0 Mio. Euro lagen zum Bilanzstichtag auf einem geringeren Niveau verglichen mit dem Vorjahr (91,8 Mio. Euro). In den liquiden Mitteln sind Anteile aus der Erstkonsolidierung von 0,6 % enthalten. Die Bankverbindlichkeiten wurden durch den erweiterten Konsolidierungskreis nicht berührt.

D. Vergleich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage mit der Prognose

Im Geschäftsjahr 2020/2021 hatte der Vorstand der LAPP Gruppe im Prognosebericht, aufgrund der Annahme der globalen Erholung an den Industriemärkten, mit einem moderaten Umsatzwachstum, bei anhaltender Unsicherheit und anspruchsvollen Planungsbedingungen aufgrund der Pandemielage sowie verbundenen politischen Ereignissen, in allen Regionen gerechnet. Darüber hinaus wurde ein deutlich gestiegenes Ergebnis (EBT) prognostiziert. Sowohl die Umsatz- als auch die Ergebnisprognose wurden auf Basis von neutralen Währungseffekten und Kupferpreiskursen gemacht. Beim Nettoumlaufvermögen ging der Vorstand von einem moderaten Anstieg gegenüber dem Vorjahr aus. Die Entwicklung der Nettobankposition wurde zum 30. September 2022 gegenüber dem Vorjahr mit einem weiterhin spürbaren Anstieg der Fremdfinanzierung zu liquiden Mitteln eingeschätzt, dies war bedingt durch ein deutlich gestiegenes Investitionsvolumen.

Der Umsatz bzw. das Gesamtvolumen - auf bereinigter Basis, d.h. bei Anwendung unveränderter Kupferkurse und Wechselkurse gegenüber dem Vorjahr - erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Niveau, welches 22,6 % deutlich über dem Vorjahreswert liegt. Dies lässt sich vor allem auf die globale Erholung und deren Nachholeffekte zurückführen, welche mit einem signifikanten Anstieg im Auftragseingang in allen Regionen einherging. Das Ergebnis (EBT) entwickelte sich deutlich besser als prognostiziert, was unter anderem auch in der erheblichen Steigerung der Umsatzrendite erkennbar wurde. Der spürbare Anstieg des Nettoumlaufvermögens trat stärker als zunächst erwartet zu Tage, da sich die Position um mehr als ein Drittel erhöhte. Dies begründet sich in den überproportionalen Steigerungen der Forderungen und Vorräte, letztere waren durch die Preissteigerungseffekte sowie die Nachfragesituation wesentlich getrieben. Der Zuwachs der Nettobankverschuldung trat mit einer Steigerung von 44,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr, wie prognostiziert, spürbar ein.

E. Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt stellte sich die Vermögens- und Finanzlage der LAPP Gruppe im Geschäftsjahr 2021 /2022 weiterhin als grundsolide dar. Die Ertragslage liegt tendenziell oberhalb der gestellten Erwartungen an Umsatz und Ergebnis und kann somit erneut als äußerst erfreulich bezeichnet werden.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1 Prognosebericht - Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Dem Prognoseprozess zur Umsatz- und Ergebnisplanung werden konstante Wechselkurse und ein leicht geringerer Kupferpreiskurs zu Grunde gelegt, so dass in beiden Positionen sowohl Risiken wie auch Chancen für die künftige Entwicklung enthalten sind. Ebenso steht die Prognose unter dem Vorbehalt, dass es zu keiner weiteren wesentlichen Veränderung der weltweiten Wirtschaftslage kommt bzw. keine signifikanten Auswirkungen auf die industriellen Märkte eintreten.

Neben leichten Nachzüglern der COVID-19-Pandemie waren im Vorjahr bereits erste Indikatoren einer Erholung sowie leicht ansteigenden Inflationsraten an den Märkten zu erkennen. Weitere Unsicherheiten bestanden aber weiterhin hinsichtlich der Lieferketten und Materialverfügbarkeiten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kamen dann unvorhersehbare Faktoren, wie der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine, welcher eine allgemeine Energiekrise und historische Inflationsraten mit sich brachte, hinzu. Wie auch im abgelaufenen Geschäftsjahr bringt dies eine Unsicherheit bei der Planung und Verfügbarkeit mit sich und könnte damit auch zukünftig eine beeinträchtigende Wirkung auf den Geschäftsverlauf haben.

Unter den genannten anspruchsvollen Rahmenbedingungen, aber ermutigt durch die weiterhin gute Nachfragesituation an den industriellen Märkten und den weiterhin hohen Auftragsbestand, wird der Verlauf für das Geschäftsjahr 2022/2023 im weitesten Sinne als konstant eingeschätzt. Gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr wird mit einem moderaten Umsatzanstieg in allen geographischen Regionen gerechnet, bestehend aus sowohl Volumens- als auch Preisanstiegen. Wohingegen im Ergebnis (EBT) für die LAPP Gruppe im Geschäftsjahr 2022/2023 von einem moderaten Rückgang ausgegangen wird, wobei hier Effekte der strategischen Investitionen in Personal, Anlagen und Digitalisierung kurzfristig auf die Ergebnismarge wirken werden. Das Nettoumlaufvermögen wird aufgrund mehrerer Initiativen hinsichtlich Bestands- sowie Verbindlichkeitsmanagement mit einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.

Im Bereich der Nettobankposition zum 30. September 2023 wird mit einem sich zum Vorjahr umkehrenden Verlauf und somit moderaten Rückgang der Nettobankverschuldung geplant, aufgrund der starken operativen Ergebniserwartung und einer erwarteten Reduktion des Nettoumlaufvermögens.

2 Risiken und Chancen

Die wesentlichen Risiken für die LAPP Gruppe sind in folgenden Bereichen zu sehen:

Konjunkturelle Abschwächung in wichtigen Absatzmärkten bzw. Verschlechterung der weltweiten konjunkturellen Situation inkl. damit verbundene Zahlungsausfälle/Insolvenzen (wirtschaftlich, rechtlich und politisch bedingt, z.B. der Zehn-Punkte-Plan als COVID-Strategie in China sowie die vorherrschenden wirtschaftlichen Konsequenzen inkl. Sanktionen in Verbindung mit dem Angriffskrieg Russlands)

Rohstoffpreisentwicklung (allem voran die Kupferentwicklung)

IT-Risiken (Cyber-Kriminalität)

Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Kunden sowie Wettbewerbssituation inkl. Risiken durch neue Wettbewerber

Ausfall von Schlüsselpositionen / Personalrisiko

 

Chancen bestehen in folgenden Bereichen:

Effizienzsteigerung bei der Einführung neuer Produkte und Bereinigung des Produktportfolios

Zusätzliche Umsätze im Rahmen der Strategie 2027 inklusive Innovationen, neue Marktsegmente, im Wesentlichen in den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energien und generelle Chancen im Bereich Nachhaltigkeit

Stärkung und Ausbau von Kernkompetenzen (Eigenfertigung)

Optimierungen / Ausbau der Infrastruktur und Logistik

Effizienzsteigerung durch Investitionen, mit Schwerpunkt in die weitere Digitalisierung sowie bei der Einführung neuer innovativer Produkte

Verbesserte konjunkturelle Rahmenbedingungen (Rückgang der Inflation und Energiepreise, zeitnahes Kriegsende)

Aus Sicht der einzelnen Gesellschaften der LAPP Gruppe wurden die Risiken gegenüber der Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2020/2021 niedriger bewertet. Gleichzeitig werden die Chancen höher eingeschätzt. Wesentliche Gründe, die zur Verbesserung der Risikoeinschätzung beitrugen, sind u.a. die verbesserte Marktsituation und die überstandenen COVID-Effekte.

Einzelne wesentliche Risiken können aufgrund der bestehenden Vielzahl von heterogenen Einflussfaktoren nur schwer beziffert werden. Dennoch kann zusammenfassend festgehalten werden, dass die bestehenden Risiken beherrschbar und aus heutiger Perspektive keine bestandsgefährdenden Risiken für die LAPP Gruppe ersichtlich sind.

3 Risikomanagement und Risikomanagementmethoden

Der Vorstand der Lapp Holding AG hat ein Risikomanagementsystem definiert und in einem Handbuch dokumentiert.

Herzstück des Risikomanagementsystems sind das Risk-Reporting, die Interne Revision, Compliance & Law sowie die Controlling Instrumente der LAPP Gruppe, welche unter anderem aus dem Monats- und Quartalsberichtswesen (mit Soll/Ist-Vergleichen, Kommentaren und Maßnahmenplänen), Forecasts und dem Planungsprozess inklusive der entsprechenden Turnusgespräche mit den regionalen Controlling Verantwortlichen bestehen. Die Abteilung "Compliance & Law" wurde in die Organisationsstruktur der LAPP Gruppe integriert.

Die LAPP Gruppe ist den branchenspezifischen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Zu diesen unter Punkt III.2 genannten individuellen Hauptrisiken sind weitere Risiken, wie Währungsrisiken, finanzielle und technologische Risiken zu nennen. Im Folgenden wird ergänzend zum implementierten Risikomanagementsystem dargestellt, wie den einzelnen Risikokategorien begegnet wird.

Marktrisiken und strategische Risiken

Die sich in den vergangenen Jahren abzeichnende Konsolidierung in der Branche der Verbindungstechnologie hat das bereits ausgeprägte Wettbewerbsumfeld weiter verstärkt. Diesem Risiko begegnet die LAPP Gruppe durch eine kontinuierliche Diversifizierung ihrer Produktpalette und Services sowie durch Innovationen und Ausrichtung auf individuelle Kundenbedürfnisse innerhalb definierter Geschäftsmodelle.

Finanzielle Risiken

Die finanzielle Stabilität der LAPP Gruppe ist durch ausreichende Kreditlinien und eine breit gefächerte Kernbankenstruktur sichergestellt.

Währungsrisiken

Währungsrisiken aus Liefer- sowie Finanzierungsbeziehungen werden im Bedarfsfall durch Finanzinstrumente, wie Devisentermingeschäfte oder vereinzelt auch Währungsswaps reduziert. Die verbleibenden Währungsrisiken sind trotz gestiegener Volatilitäten beherrschbar. Diese Einschätzung beruht einerseits darauf, dass der Euroraum mit seinem hohen Umsatzanteil weiterhin hauptsächlicher Absatzmarkt der LAPP Gruppe ist. Andererseits ist die LAPP Gruppe mit ihren Vertriebs- und Produktionsgesellschaften im gleichen Währungsraum in der Lage, Fremdwährungszahlungen durch ein Natural Hedging weitestgehend auszugleichen.

Zinsänderungsrisiken / Risiken aus dem Einsatz von Derivaten

Zur Absicherung des Zinserhöhungsrisikos wurden in der Vergangenheit vereinzelt sowohl Zins-Caps als auch Zins-Swaps abgeschlossen. Seit November 2016 besteht ein Absicherungskontrakt. Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein zusätzlicher Zins-Swap mit einer Laufzeit von 7 Jahren abgeschlossen, um die variablen Zinsrisiken zu minimieren.

Die derivativen Finanzinstrumente werden nicht zu Spekulations-, sondern ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.

Weitere Zinssicherungsmaßnahmen bestehen in der fristenkongruenten Finanzierung von Investitionen. Ein weiterer Teil der Sockelfinanzierung wurde langfristig durch Festsatzdarlehen gesichert.

Rohstoffpreisrisiken

Das Risiko von Kupferpreisschwankungen wird durch den Einsatz derivativer Sicherungsinstrumente (Optionen und Swaps) aktiv gesteuert bzw. begrenzt.

Katastrophenrisiken und Wirtschaftskriminalität

Durch zunehmende Natur- oder Pandemiekatastrophen und Angriffe von außen besteht ein gewisses Risiko in der "Supply Chain" der LAPP Gruppe. Mit Hilfe eines aktiven Notfall- und Katastrophenmanagements steuert LAPP aktiv die sich daraus ergebenden Gefahren. Ergänzend wird die Umsetzung eines umfassenden "Business Continuity Plans" etabliert.

Zusätzlich zur weiterhin im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie bestehenden "Coronavirus Taskforces" wurde aufgrund der aktuellen Energiekrise ein umfassender Maßnahmenkatalog beschlossen. Dadurch leistet LAPP seinen Beitrag zur Umsetzung der Energieverordnung der Bundesregierung.

Auch der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine hatte Auswirkungen auf die LAPP Gruppe. Abgegrenzt und rein auf den wirtschaftlichen Aspekt bezogen, wurden neben dem deutlich reduzierten Absatzvolumen beziehungsweise der deutlich gesunkenen wirtschaftlichen Aktivität in beiden Ländern, auch Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der russischen Gesellschaft im einstelligen Millionenbereich vorgenommen.

Qualitäts- und Produktrisiken (inklusive Projektgeschäft)

Die LAPP Gruppe legt großen Wert auf hohe Qualitätsstandards. Daher sind alle wesentlichen Produktionswerke sowie der überwiegende Teil der Vertriebsstandorte nach ISO 9001 (Qualitätsmanagementsystem) zertifiziert. Erste Standorte sind bereits nach IRIS (International Railway Industry Standard) sowie nach dem Automobilstandard IATF 16949 zertifiziert.

Der Qualitätsstandard in der LAPP Gruppe wird durch regelmäßige interne Audits in den Unternehmen sowie ein weltweites Qualitätsberichtswesen seitens des zentralen Qualitätsmanagements kontinuierlich kontrolliert und verbessert.

Vermeidung von Umweltrisiken/Umweltmanagement

Umweltrisikomanagement ist bei LAPP ein entscheidender Faktor für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Aus diesem Grund strebt LAPP eine Zertifizierung aller seiner Produktions- und Vertriebsstandorte nach DIN ISO 14001 an. Im Rahmen des Umweltmanagements werden externe und interne Umweltrisiken ermittelt und bewertet. Darüber hinaus werden, wenn möglich Gegenmaßnahmen benannt.

LAPP nimmt die geltenden gesetzlichen Anforderungen ernst (beispielsweise RoHS oder REACH). Darüber hinaus setzt sich LAPP für die "Vermeidung besorgniserregende Stoffe" (SVHC) in den eigenen Produkten ein. Es ist für LAPP ein ständiges Bestreben die internen Prozesse zur Absicherung der Produkte und zur Information der Kunden laufend zu verbessern.

IV. Nachhaltigkeitsberichterstattung (ungeprüft)

Die Lapp Holding AG selbst besitzt keine rechtliche Verpflichtung gemäß §§ 315b und 315c des Handelsgesetzbuches zur Aufstellung einer vollständigen Berichterstattung. Die nachfolgenden Passagenberichten über die Kernelemente der unternehmerischen Verantwortung seitens LAPP.

1 Grundsätze

Nachhaltigkeit ist seit jeher Teil der Unternehmens-DNA von LAPP. Als Familienunternehmen wird großer Wert darauf gelegt, langfristig zu denken und verantwortungsbewusst zu handeln. "Reliably connecting the world" ist mehr als nur ein Versprechen, es ist der Auftrag, dem sich LAPP täglich verpflichtet, um mit innovativen Verbindungslösungen für die Kunden weltweit einen Mehrwert zu schaffen. In diesem Sinne ist LAPP stets bemüht, einen nachhaltigen Beitrag zum Wohlergehen zukünftiger Generationen und zum Erhalt unseres Planeten zu leisten.

LAPP richtet sein Nachhaltigkeitsengagement an den 17 Zielen für eine nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) aus. Folgende Nachhaltigkeitsziele sind dabei von besonderer Relevanz für das Unternehmen:

SDG [3] "Gesundheit und Wohlergehen"

LAPP setzt sich für das Wohlergehen aller Mitarbeitenden ein. Mithilfe eines betrieblichen Gesundheitsmanagements wird z.B. kontinuierlich daran gearbeitet die Gesundheit der Arbeitskräfte zu fördern.

[SDG 8] "Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum"

An allen seinen Standorten fördert LAPP ein dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit. Mithilfe von Standards, Zertifizierungen und Audits werden die Arbeits- und Produktionsbedingungen vor Ort sichergestellt und überprüft.

[SDG 9] "Industrie, Innovation und Infrastruktur"

Um den globalen Herausforderungen zu begegnen, bedarf es vieler innovativer Lösungen. In Future Labs werden z.B. aktuelle Technologietrends gesichtet. Darüber gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten.

[SDG 12] "Nachhaltige/r Konsum und Produktion"

Eine nachhaltige Produktion spielt bei der Produktentwicklung und den verwendeten Rohstoffen eine wichtige Rolle. Der Einsatz ressourceneffizienter Technologien gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei LAPP wird z.B. zu biobasierten und recycelten Materialien geforscht.

[SDG 13] "Maßnahmen zum Klimaschutz"

Mit seinem Produktportfolio unterstützt LAPP, als Lieferant von wichtigen Komponenten, den Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen. Darüber hinaus gehören zum Sortiment Lösungen für die Elektromobilität.

2 Unternehmenskultur

LAPP ist und bleibt aber auch zukünftig in Familieneigentum. Dies bietet für die Unternehmenskultur und der weiteren Entwicklung nicht nur ein stabiles Fundament, Kontinuität und Verlässlichkeit, sondern auch die Möglichkeit, neue Wege zu gehen und Innovationen voranzutreiben. Nachhaltiges Handeln spielt dabei für LAPP seit jeher eine große Rolle, welches auch im Rahmender Strategie 2027 fest verankert wurde.

A. Werte bei LAPP

Kundenorientiert, familiär, innovativ, erfolgsorientiert - auf diesen Werten ist LAPP aufgebaut. Die klare Wertorientierung hat das Unternehmen stark gemacht.

Kundenorientiert: Eine vertrauensbasierte Kooperation, die sich nach den Bedürfnissen des Kunden richtet, fokussiert auf dessen Erfolg.

Familiär: Langfristige Orientierung, Wertschätzung und ein Gefühl der Nahbarkeit tragen zur Sicherung der Zukunft bei.

Innovativ: LAPP findet zukunftsorientierte Lösungen für die Kunden.

Erfolgsorientiert: LAPP legt Wert auf Unabhängigkeit und profitables Wachstum.

B. Verhaltenskodex "Code of Conduct"

Der Code of Conduct ist weltweit für alle LAPP-Mitarbeitenden gültig. Darüber hinaus dient er als Leitbild für die Zusammenarbeit mit internen und externen Anspruchsgruppen. Der Code of Conduct definiert nicht nur die Unternehmenswerte, sondern legt auch wesentliche Verhaltensstandards fest. Die unbedingte Beachtung gesetzlicher Vorschriften ist für LAPP oberstes Gebot.

C. Kulturwandel

Bereits seit 2018 treibt LAPP einen Kulturwandelprozess voran. Vier interdisziplinäre Teams arbeiten dabei Regionen übergreifend an folgenden Themen:

Führungskultur

Verantwortung- und Entscheidungskompetenz

Kundenzentrierung

Lernkultur, Wertschätzung und Anerkennung

Kommunikation und Kooperation

3 Soziales und gesellschaftliches Engagement

Als Familienunternehmen nimmt LAPP seine Verantwortung für die Gesellschaft sehr ernst. Im Geschäftsjahr 2021/2022 haben die einzelnen Standorte über 270 verschiedene interne/externe soziale und ökologische Mahnahmen ergriffen und knapp 2 Mio. Euro hierfür investiert.

4 Umweltbezogenes Engagement

Bei LAPP steht nachhaltiges, umweltschonendes Wirtschaften und der verantwortungsvolle Umgang mit allen natürlichen Ressourcen im Fokus. Mit dem Geschäftsjahr 2021/2022 wurde die Nachhaltigkeitsstrategie in der Unternehmensstrategie verankert.

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten von LAPP sind an folgenden 5 Themenfeldern ausgerichtet:

Produkte und Lösungen nachhaltig gestalten

Gebäude und Werke ressourcenschonend betreiben

Kunden weltweit umweltbewusst beliefern

Portfolio auf nachhaltige Industrien ausrichten

Natur und Menschen dauerhaft bewahren

A. Produkte und Lösungen nachhaltig gestalten

Im Fokus des Nachhaltigkeitsengagements bei LAPP steht das Produkt und der Herstellungsprozess. LAPP setzt sich für eine effiziente Nutzung von Rohstoffen sowie den umweltverträglichen Umgang mit Chemikalien und Abfällen ein.

Product Carbon Footprint: LAPP hat sich das Ziel gesetzt den CO2 -Fußabdruck seiner Kabelprodukte um 20 % bis 2025 (bezogen auf das Basisjahr 2020/2021) zu reduzieren. Die dafür notwendigen Berechnungen sowie entsprechende Maßnahmen werden vorangetrieben und wurden zum Teil bereits umgesetzt.

Umgang mit Kunststoffen: Der Einsatz von bio-basierten sowie recycelten Kunststoffen wird seit einiger Zeit untersucht. Beim Kunststoffrecycling werden intern Maschinen getestet, die bei der Regranulierung von Kunststoffen unterstützen können. Das gewonnene Granulat kann dann als Füllmaterial zum Einsatz kommen.

B. Gebäude und Werke ressourcenschonend betreiben

Alle LAPP-Gesellschaften weltweit sind dazu angehalten, ihre Gebäude/Werke so energieeffizient wie möglich zu betreiben. Ein Großteil der Standorte bezieht bereits Strom der zu 100 % aus erneuerbaren Energien stammt.

Darüber hinaus betreiben einige der Niederlassungen eigene PV-Anlagen. In Zukunft soll dies noch weiter ausgebaut werden.

Gebäudeanalyse und -sanierung: Am Standort Stuttgart wurden im letzten Geschäftsjahr einige Gebäude energetisch untersucht. Aufbauend auf den Analysen wurden Klimafahrpläne zur Erreichung von CO2 -Neutralität entwickelt.

Energie- und Umweltmanagement: Die Vertriebsgesellschaften in Europa sind im Rahmen einer Matrix nach DIN ISO 50001 zertifiziert. Bis Ende Geschäftsjahr 2023/2024 ist darüber hinaus eine Zertifizierung nach DIN ISO 14001 vorgesehen. Die Produktionsgesellschaften verfügen bereits über eine solche Zertifizierung.

Nachhaltige Logistikstandorte: Im Geschäftsjahr 2021/2022 eröffnete LAPP in Hannover seinen bis dato nachhaltigsten Logistikstandort. Die Regalgänge sind z.B. mit Bewegungsmeldern ausgestattet, um den Strombedarf zu reduzieren. Ferner wird über eine moderne Verpackungsanlage der Gasverbrauch erheblich reduziert.

VDMA-Nachhaltigkeitspreis: Im vergangenen Geschäftsjahr hat Lapp India den "Manufacturing Excellence Award for Energy Efficiency and Conservation" des VDMA Indien erhalten. Damit wird Lapp India für seine Nachhaltigkeitsbestrebungen ausgezeichnet.

C. Kunden weltweit umweltbewusst beliefern

Auch in der Logistik spielt der Nachhaltigkeitsgedanke eine wichtige Rolle. Für Kunden gibt es heute schon die Möglichkeit, Sammelbestellungen aufzugeben. Über dezentrale Lager werden darüber hinaus Transportwege minimiert. Um Ressourcen zu sparen, gibt es ein Kreislaufsystem für Kabeltrommeln. Darüber hinaus wurde im vergangenen Geschäftsjahr die die Dicke von Verpackungsfolien reduziert. Bei Schrumpffolien, mit denen LAPP Waren auf Paletten sichert, kommt jetzt eine Rezeptur mit 30 Prozent Recyclat zum Einsatz.

D. Portfolio auf nachhaltige Industrien ausrichten

LAPP bietet Produkte speziell für die Solar- und Windenergie sowie für den Schienenverkehr an und wird diese Aktivitäten in den nächsten Jahren weiter forcieren. Über die Lapp Mobility GmbH fokussiert sich LAPP auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Ladesystemen für Elektroautos.

E. Natur und Menschen langfristig bewahren

Für LAPP stehen nachhaltiges Handeln und die Verantwortung für die Mitarbeitenden und Menschen weltweit im Mittelpunkt.

Charta der Vielfalt: Im Geschäftsjahr 2021 /2022 hat LAPP die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Damit setzt sich das Unternehmen für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld und Chancengleichheit ein. Im kommenden Geschäftsjahr sollen in Anlehnung an die Charta der Vielfalt Ziele und Maßnahmen definiert werden.

5 Die nächsten Schritte

Im vergangenen Geschäftsjahr hat LAPP sein Nachhaltigkeitsmanagement weiter ausgebaut und eine Führungsfunktion für die strategische Ausrichtung und Steuerung der Nachhaltigkeitsaktivitäten geschaffen.

Im Geschäftsjahr 2022/2023 ist vorgesehen eine Software zur Erfassung und Analyse von Nachhaltigkeitskennzahlen einzuführen. Diese Software unterstützt auch bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Eine Zertifizierung durch die Nachhaltigkeits-Ratingagentur EcoVadis ist ebenfalls für das neue Geschäftsjahr geplant. Auch wird LAPP der WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg beitreten.

Darüber hinaus arbeiten verschiedene Projektgruppen an der Umsetzung neuer Regulatorik im Bereich der Nachhaltigkeit (u.a. LkSG, CSRD, EU-Taxonomie)

Sonstige Angaben

Erklärung des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Wir erklären, dass die Lapp Holding AG bei jedem Rechtsgeschäft mit verbundenen Unternehmen nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt der Vornahme der Rechtsgeschäfte bekannt waren, angemessene Gegenleistungen erhalten hat. Berichtspflichtige Maßnahmen im Sinne des § 312 AktG wurden nicht getroffen.

 

Stuttgart, 22. Dezember 2022

Der Vorstand

Matthias Lapp

Georg Stawowy

Jan Ciliax

Dr. Christoph Hiller

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021/2022

Der Aufsichtsrat ist im Jahr 2021/2022 vom Vorstand regelmäßig über die Entwicklung und die Lage des Unternehmens sowie über wesentliche Geschäftsvorgänge unterrichtet worden.

Anhand der Berichte und der erteilten Auskünfte hat der Aufsichtsrat den Vorstand überwacht und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt.

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat den Jahresabschluss zum 30. September 2022 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Berichte des Abschlussprüfers liegen dem Aufsichtsrat vor. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis dieser Prüfungen zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 30. September 2022 seinerseits abschließend geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erklärt sich der Aufsichtsrat mit dem Bericht des Vorstandes sowie mit dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer einverstanden.

 

Stuttgart, den 10. Januar 2023

Lapp Holding SE

Dr. Hans Schumacher, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss der Lapp Holding AG (seit 27. Dezember 2022 Lapp Holding SE) wurde am 18.02.2023 gebilligt.

Dividendenbekanntmachung

Die ordentliche Hauptversammlung unserer Gesellschaft hat am 18. Februar 2023 beschlossen, den im Jahresabschluss der Lapp Holding AG (seit 27. Dezember 2022 Lapp Holding SE) ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021/2022 in Höhe von 158.318.905,52 Euro zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 35.000.000,00 Euro zu verwenden.

Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 123.318.905,52 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Stuttgart, den 18. Februar 2023

Der Vorstand

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

38 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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