Stammdaten

Register
Amtsgericht Aschaffenburg HRB 9212
Eingetragen
20.1.2005
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenEinzelhandel mit Kraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t oder wenigerEinzelhandel mit Kraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t
Gegenstand
der Handel mit Kraftfahrzeugen aller Art, deren Vermietung sowie der Betrieb einer Kfz-Werkstatt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ahmet Muhtar Kalkan
seit 20.1.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Lohrer Straße 108a, 63857 Waldaschaff
240.000 €
80.00%

Beteiligungen

NameAnteil
45.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Kalkan Automobile GmbH

Aschaffenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

BILANZ zum 31. Dezember 2023

Kalkan Automobile GmbH

Aschaffenburg

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1,00 1,00
II. Sachanlagen 1.346.091,00 1.103.912,00
III. Finanzanlagen 11.375,00 11.375,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 6.934.597,47 5.217.092,89
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.719.185,36 1.345.440,81
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 875.487,66 656.539,46
C. Rechnungsabgrenzungsposten 38.735,71 37.403,96
11.925.473,20 8.371.765,12

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 300.000,00 300.000,00
II. Gewinn-/Verlustvortrag 1.007.027,28 359.883,90
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 356.062,78 647.143,38
1.663.090,06 1.307.027,28
B. Rückstellungen 518.521,21 506.039,38
C. Verbindlichkeiten 9.741.938,93 6.557.082,49
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.923,00 1.615,97
11.925.473,20 8.371.765,12

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

Kalkan Automobile GmbH

Aschaffenburg

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 20.408.381,05 14.029.163,62
2. Gesamtleistung 20.408.381,05 14.029.163,62
3. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens und aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Anlagevermögen 283.052,50 101.664,50
b) übrige sonstige betriebliche Erträge 214.873,35 127.616,63
497.925,85 229.281,13
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 17.195.318,71 10.967.883,74
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 210.868,96 211.452,10
17.406.187,67 11.179.335,84
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 1.016.828,23 993.147,32
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 241.841,04 230.511,72
1.258.669,27 1.223.659,04
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 328.819,86 248.423,52
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 54.000,00 32.500,00
382.819,86 280.923,52
7. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Raumkosten 249.416,67 221.086,30
b) Versicherungen, Beiträge und Abgaben 73.701,96 70.770,98
c) Reparaturen und Instandhaltungen 22.520,70 30.911,82
d) Fahrzeugkosten 96.705,82 87.187,90
e) Werbe- und Reisekosten 228.999,11 212.440,69
f) Kosten der Warenabgabe 183.812,15 -53.003,28
g) verschiedene betriebliche Kosten 200.529,30 211.405,69
h) Verluste aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 328,00 1.944,09
i) Verluste aus Wertminderungen oder aus dem Abgang von Gegenständen des Umlaufvermögens und Einstellungen in die Wertberichtigung zu Forderungen 24.550,01 22.354,75
j) übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 85.855,57 30.970,00
1.166.419,29 836.068,94
8. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35.875,24 8.475,81
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 302.695,87 87.871,47
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 54.317,33 -0,30
11. Ergebnis nach Steuern 371.072,85 659.062,05
12. sonstige Steuern 15.010,07 11.918,67
13. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 356.062,78 647.143,38

1.1 Angaben zur Bilanzierung und Bewertung einschließlich der Vornahme steuerrechtlicher Maßnahmen

Gemäß § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB ist für Kapitalgesellschaften der Anhang "Pflichtbestandteil des Jahresabschlusses", der denselben Prüfungs- und Offenlegungspflichten unterliegt, wie die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Anhang besteht aus folgenden Angaben, soweit im Jahresabschluss keine Angaben erfolgten:

Angaben zum Jahresabschluss insgesamt

Angaben über Ansatz und Bewertung von Posten der Bilanz

Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses

Aufgliederung und Erläuterung von Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

1.2 Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Besonderheiten der Form des Jahresabschlusses:

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde auf Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Nachfolgend ist berichtet, wenn Angaben zu folgenden Bilanzierungsgrundsätzen zu machen sind:

Bewertungsgrundsätze mit besonderer Angabe bei Abweichungen von früheren Methoden und Darstellung des Einflusses auf das Jahresergebnis

Angaben über Unterschiedsbeträge bei Bewertungen nach § 240 Abs. 4 und § 256 Satz 1 HGB

angewandte Abschreibungsmethoden

Vorrätebewertung

Im Einzelnen waren dies folgende Grundsätze und Methoden:

Die Bilanz wurde nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB in Kontoform aufgestellt.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie in den Vorjahren die Gliederung nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Für eine klare und übersichtliche Darstellung von allen geforderten Informationen war der Raum in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung nicht ausreichend. Die Ausweiswahlrechte wurden daher überwiegend im Anhang dargestellt.

Für die Erstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden, gegenüber dem Vorjahr unveränderten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände und entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear und degressiv vorgenommen.

Die Abschreibung auf Zugänge des Anlagevermögens erfolgte zeitanteilig.

Bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 800,00 wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

Der Übergang von der degressiven zur linearen Abschreibung erfolgt in den Fällen, in denen dies zu einer höheren Jahresabschreibung führt.

Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und bewertet:

Beteiligungen zu Anschaffungskosten

Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten

Ausleihungen zum Nennwert

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt.

Forderungen wurden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet.

Das allgemeine Kreditrisiko wurde, soweit erforderlich, durch einen pauschalen Abschlag auf den Forderungsbestand berücksichtigt.

Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertetet.

Rechnungsabgrenzungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Sie betreffen Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag.

1.3 Erläuterungen zur Bilanz

Angaben zu den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP)

Bei den Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um vorausberechnete und vorausbezahlte Kfz-Steuer, Zinsen und Versicherungen.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Sofern die Tageswerte über den Erfüllungsbeträgen lagen, wurden die Verbindlichkeiten zum höheren Tageswert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 7.815.709,14

davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr EUR 7.784.200,09

davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem und bis zu fünf Jahren EUR 31.509,05

davon mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren EUR 0,00

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Wesentlichen durch Gesellschafterbürgschaften und Grundpfandrechte gesichert.

Sonstige Verbindlichkeiten EUR 1.926.229,79

Die in der Bilanz ausgewiesenen sonstigen Verbindlichkeiten haben ausschließlich kurzfristigen Charakter mit Restlaufzeiten unter einem Jahr. Auf eine gesonderte Darstellung ohne zusätzlichen Informationsgehalt wurde daher verzichtet.

1.4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung gibt ein ausreichendes Bild über die Ertragslage der Gesellschaft ab.

1.5 Sonstige Angaben

Angaben über die Mitglieder der Unternehmensorgane

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens unverändert durch die satzungsgemäß bestellten, alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer, die Herren Aykut Kalkan (bis 10.09.2020) und Ahmet Kalkan, geführt.

Bezüglich der an die Geschäftsführungsorgane gewährten Gesamtbezüge wird vom Schutzrecht nach § 286 Abs.4 HGB Gebrauch gemacht.

Gegenüber den Gesellschaftern oder Angehörigen bestehen die nachfolgenden Rechte und/oder Pflichten (Angaben in vollen EUR):

Ausleihungen, Forderungen oder Verbindlichkeiten

Sachverhalt Stand zum 31.12.2022 + Neuvergabe - Rückzahlung Stand zum 31.12.2023
Forderung:
Kalkan GbR 24.517,11 1.126,98 517,11 25.126,98
Kalkan Ahmet 263.893,65 223.404,54 7.553,81 479.744,38

Die Darlehen wurden banküblich verzinst. Die Zinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 26 Arbeitnehmer (Vorjahr 29).

Angaben zu Firma, Sitz, Registergericht und Handelsregisternummer

Die Firma Kalkan Automobile GmbH wurde durch den vor dem Notar Dr. Thilo Morhard in Aschaffenburg, notariell beurkundeten Vertrag vom 22. Dezember 2004 (Urkunden-Rolle Nr. M 2589) errichtet und unter der Nr. HRB 9212 im Handelsregister beim Amtsgericht Aschaffenburg - Registergericht - eingetragen.

Die Gesellschaft hat Ihren Sitz in Aschaffenburg.

Angaben zum Anteilsbesitz

Die Firma Kalkan Automobile GmbH ist mit 45% = EUR 11.250,00 an der BAF Handels GmbH (Stammkapital EUR 25.000.00) mit dem Sitz in Aschaffenburg beteiligt.

1.6 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Jahresabschluss ergibt nach § 264 Abs. 2 HGB ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

1.7 Ergebnisverwendung und Rücklagenbildung

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung folgende Verwendung des Jahresergebnisses vor:

Der Jahresüberschuss beträgt EUR 356.062,78
Einschließlich des zu berücksichtigenden Gewinn-/ Verlustvortrages in Höhe von EUR 1.007.027,28
ergibt sich ein Betrag von der zu verwenden ist. EUR 1.363.090,06
Vorabausschüttung EUR 0,00
Auf neue Rechnung wird vorgetragen. EUR 1.363.090,06

1.8 Beschlüsse

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr keine nennenswerten Beschlüsse gefasst.

1.9 Betriebsgröße

In § 267 HGB ist geregelt, welche Kriterien für die Einstufung der Kapitalgesellschaften in die verschiedenen Größenklassen gelten. Dabei sind je nach Einstufung in sogenannte "kleine", "mittelgroße" oder "große" Kapitalgesellschaften unterschiedliche Vorschriften für die Rechnungslegung, Offenlegung oder eine mögliche Abschlusspflichtprüfung zu beachten.

Die Betriebsgröße nach § 267 HGB hat wesentlichen Einfluss auf die Berichts- und Prüfungspflicht der Kapitalgesellschaft.

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 26 Arbeitnehmer (Vorjahr 29) gemäß § 285 Nr. 7 HGB (Grenze Kleine Kapitalgesellschaft 50 Arbeitnehmer.

Die Umsatzerlöse in den letzten zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag betrugen EUR 20.408.381,05 (Vorjahr EUR 14.029.163,62) gemäß § 329 Abs. 2 HGB (Grenze Kleine Kapitalgesellschaft EUR 12.000.000,00).

Die Bilanzsumme, gegebenenfalls nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags, betrug EUR 11.925.473,20 (Vorjahr EUR 8.371.765,12) (Grenze Kleine Kapitalgesellschaft EUR 6.000.000,00).

Die Rechtsfolgen der Größenmerkmale treten nur ein, wenn sie an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren über- oder unterschritten werden. Zum 31.12.2021 wurden erstmals wieder zwei Merkmale zur Grenze kleine Kapitalgesellschaft unterschritten und zum 31.12.2022 und 31.12.2023 erneut zwei Merkmale überschritten..

Die Berichtsfirma ist zum Abschlusszeitpunkt im Sinne dieser Vorschriften daher erneut wieder als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.

1.1 Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Allgemeine Branchensituation und Rahmenbedingungen

Das Kfz-Gewerbe ist seit längerem im Strukturwandel und auch in den nächsten Jahren werden sich die Autohäuser und Kfz-Werkstätten massiv weiter verändern (müssen). Digitalisierung, Elektromobilität, Mega-Dealer, Konzentrationsprozess, Online-Autohandel, Werkstatt-Plattformen, Kfz-Service 4.0 - das sind nur einige Schlagwörter, die die Vielfalt des starken Wandels andeuten.

Insbesondere die Digitalisierung beeinflusst alle Geschäftsfelder von Kfz-Betrieben: den Neu- und Gebrauchtwagenverkauf, den Teile- und Zubehörverkauf sowie das Servicegeschäft. Alle diese mit dem laufenden Strukturwandel verbundenen Themen wirken sich auf die Beschäftigung und die Arbeitsbedingungen im Kfz-Gewerbe aus.

Große Herausforderungen und Gestaltungsfelder im Kfz-Gewerbe gibt es bei der Mitbestimmung und der Tarifpolitik. Tarifpolitik und Mitbestimmung, wie sie im deutschen System der industriellen Beziehungen verankert sind, sorgen für Stabilität und Verlässlichkeit in der Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen und bilden die Basis für hohe Motivation und Flexibilität der Beschäftigten. Die produktive Rolle von Tarifverträgen, die Arbeitsbedingungen attraktiv machen, und von Mitbestimmung, durch die Beteiligungsprozesse und die Einbindung der Beschäftigten gewährleistet wird, sollte nicht unterschätzt werden. Auf mitbestimmungs- und tarifpolitische Herausforderungen und Handlungsfelder ist hinzuweisen.

Kfz-Gewerbe im Überblick - und in einem Ausblick

Das Kfz-Gewerbe ist eine bedeutende Branche in Deutschland mit mehr als 460.000 Beschäftigten in 38.400 Betrieben (ZDK 2016). Mit 89.500 Auszubildenden stellt die Branche eine der tragenden Säulen der beruflichen Bildung in Deutschland dar. Eine Branchenstudie aus dem Jahr 2010 zeigt, dass in den zehn Jahren zuvor die Beschäftigtenzahl stark zurückging, während sich der Umsatz stabil bis moderat steigend entwickelte (IG Metall 2010). Seit einigen Jahren steigt der Umsatz im Kfz-Gewerbe und auch bei der Beschäftigtenzahl gibt es wieder eine leichte Zunahme. Jedoch verweist die geringe durchschnittliche Umsatzrendite von rund 1,5 Prozent in den letzten Jahren auf eine "chronische Ertragsschwäche" bzw. "prekäre Ertragslage" des Kfz-Gewerbes (Ifo-Institut 2016). Die Geschäftssäulen von markengebundenen Kfz-Betrieben, die hier im Zentrum stehen, sind der Neu- und Gebrauchtwagenverkauf, der Servicebereich mit dem Werkstatt- und Ersatzteilmarkt, sowie die Financial Services (Leasing, Finanzierung etc.), die sich zunehmend zu einer eigenen Säule entwickelt haben.

Die Digitalisierung, das sich ändernde Käuferverhalten sowie die zunehmende Bedeutung des Internets beim Automobilkauf spielen in der Branche eine wichtige Rolle. Weil die potenziellen Neuwagenkäufer sich vorab online informieren, entstehen die Erstkontakte häufiger über die Websites der Automobilhersteller oder über die Seiten der unabhängigen Autobörsen. Die Neuwagenhändler sind daher zunehmend abhängig von Onlineplattformen. Zudem dürften die Automobilhersteller selbst ihre Internetangebote in Zukunft erweitern und dabei den Neuwagen-Direktverkauf forcieren. Für die Kfz-Händler besteht so die Gefahr, dass sie langfristig in eine rein verkaufsunterstützende Funktion für die Fahrzeughersteller gedrängt werden.

Das Kraftfahrzeuggewerbe sieht sich drei Herausforderungen gegenüber: ein kaum noch wachsendes Mengengeschäft, eine chronische Ertragsschwäche und der Anpassungsdruck an die sich abzeichnenden technologischen Neuerungen im Produkt-, Verkaufs- und Servicebereich.

Stärken:

Durch den Mix aus gewerblichen und privaten Kunden ist die Nachfrage im Handel mit Personenkraftwagen im Konjunkturverlauf relativ stabil. Der Lohnkostendruck ist, außer bei Werkstätten, relativ schwach. Der hohe Fahrzeugbestand in Deutschland begünstigt den Aftermarket (Werkstätten, Teilehandel). Die Gewährleistungspflicht bei gewerblich verkauften Gebrauchtwagen schwächt den Verkauf von Privat und stärkt den Handel. Moderne Technik in Kraftfahrzeugen schränkt die Möglichkeit zur Selbstreparatur ein, Werkstattleistungen werden dadurch wichtiger.

Schwächen:

Es herrscht Margendruck im Handel von Neu- und Gebrauchtwagen wegen der Produktionsüberkapazitäten in Europa und der Sättigung des Marktes in Deutschland sowie besseren Vergleichsmöglichkeiten. Im Bereich Auto-und Motorradhandel steht das Produkt gerade bei jungen Leuten in starker Konkurrenz zu alternativen Konsumgütern. Das Auto ist kein Statussymbol mehr. Neuwagen werden durch technische Verbesserungen immer wartungsfreundlicher und weniger reparaturanfällig, zudem ist der Ersatzbedarf geringer.

Risiken:

Die Verschlechterung des Konsumklimas bei Privaten Verbrauchern bzw. zurückhaltende Investitionen der Unternehmen lässt die Nachfrage nach Fahrzeugen und den dazugehörenden Dienstleistungen zurückgehen. Die ständige Verschärfung von Umweltgesetzen erhöht die Investitions- und Betriebskosten von Kraftfahrzeugen und fördert alternative Mobilitätskonzepte. Die Ausbreitung der Schattenwirtschaft führt zu Problemen bei der Reparatur von Fahrzeugen. Die verstärkte Nutzung von Big Data durch Hersteller, Versicherungen etc. bringt freie Werkstätten gegenüber den jeweiligen Vertragswerkstätten in Nachteil.

Generell spielen in der Branche die Digitalisierung und dass sich ändernde Kaufverhalten eine immer wichtigere Rolle. Kunden informieren sich vor dem Autokauf schon heute immer stärker im Internet, gehen immer seltener zum Händler. 42 Prozent aller Kunden denken bereits darüber nach, ihr nächstes Auto im Internet zu kaufen. Der unzureichende Einsatz digitaler Technologien in den Geschäftsprozessen kann hier zu massiven Problemen führen. Die Händler drohen ihre Funktion als zentrale Anlaufstelle zu verlieren.

Ein konkretes Problem stellt der Mangel an Fachpersonal dar. Es wird immer schwieriger, gut ausgebildete Mitarbeiter mit ausreichenden Marktkenntnissen im Verkaufs- und Servicebereich zu finden. Mögliche Ertragsverluste durch "schlecht beratene", d.h. verlorene Kunden, sind hier die Folge.

Des Weiteren wird der Druck durch Mindestabnahmevorgaben der Vertragshersteller Land Rover und Jaguar immer größer. Dadurch sinken bei Nichterfüllung entweder die Verdienstmargen oder es werden "Ladenhüter" produziert, die nur weit unter Preis verkauft werden können.

Gleichzeitig bereiten aber die derzeit bestehenden Lieferengpässe erhebliche Probleme bei der Generierung notwendiger Umsätze und Verkaufszahlen.

Markt und Chancen

Chancen ergeben sich durch die Ausdehnung des Kfz- und Teilehandels nach Osteuropa oder Asien. Die stärkere Nutzung des Internet wird zur alternativen Vertriebsform und Informationsquelle bei Neu- und Gebrauchtwagen. Es erschließen sich neue Kundenschichten (ältere Personen, Frauen, Singles) mit spezifischen Präferenzen in Bezug auf Fahrzeugtypen, Service und Konditionen. Nachrüstungen für Altautos (Hybridtechnik) schaffen ein zusätzliches Marktpotential für den Instandsetzungs- und Reparaturbereich.

Der systematische Einsatz digitaler Technologien in den Geschäftsprozessen muss weiter konsequent vorangetrieben werden. Das Autohaus der Zukunft muss zum digitalen Geschäft umgebaut werden, das im Gegensatz zur Konkurrenz im Netz auch reale Dienstleistungen wie individuelle Testfahrten oder komplexe technische Beratung anbieten könne. Eine entsprechende Schulung des Personals ist dabei aber unabdingbar.

Mit der Ausweitung der Produktpalette durch die Vertragshersteller Land Rover und Jaguar und deren neuem, innovativen Design können neue Käuferschichten gewonnen werden.

Notwendig wäre auch ein Umdenken der Autokonzerne bei den Vergütungsmodellen. Diese dürften sich nicht mehr allein an der Zahl der verkauften Autos orientieren, sondern auch guten Service belohnen. Wer einen Kunden gut berate müsse auch dann verdienen, wenn das Auto am Ende online gekauft werde.

Corona, der Ukrainekrieg und die damit zusammenhängende steigende Inflation wird den Kfz-Markt wohl noch weiterhin deutlich ausbremsen. Doch für die Zeit nach der Pandemie und dem Krieg gibt es durchaus Wachstumsperspektiven. Die Elektrifizierung wird den wichtigsten Wachstumsimpuls liefern.

Fazit und Ausblick

Es ist eine stagnierende bis schrumpfende Nachfrage infolge der Verschiebung der Konsumpräferenzen und des Bevölkerungsrückgangs, sowie der steigenden Inflation zu erwarten. Der Umsatz wird bei Stagnation des Volumens durch steigende Preise stabilisiert bzw. gesteigert.

Strukturelle Umbrüche im Kfz-Markt führen zu einer nachhaltigen Verschiebung der Nachfrage. Es werden einerseits verstärkt kleinere Fahrzeuge gekauft, die einen geringeren Kraftstoffverbrauch haben Auf der anderen Seite sind nach wie vor große SUV sehr beliebt. Nicht zuletzt durch steigende Verbreitung von Hybridfahrzeugen und (wenn auch erst in den kommenden Jahren) Elektrofahrzeugen werden sich die Margen- und Geschäftsmodelle der Kfz- und Ersatzteilehändlern den veränderten Umständen anpassen müssen.

Ziel kann dabei die stärkere Ausbreitung in Nischensegmenten (Luxus-Kfz) sein.

Die Anzahl der vernetzten Fahrzeuge nimmt zu und damit auch die Nutzung von Big Data, was eine Reihe von neuen Geschäftsmodellen im Service-Bereich kreiert.

Geschäftsverlauf und Unternehmensentwicklung

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 ist insgesamt gegenüber dem Vorjahr wieder sehr zufrieden stellend verlaufen.

Der Umsatz / die Gesamtleistung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rd. TEUR 6.379 (= 45,47 %). Gleichzeitig stieg auch der Materialeinsatz und die Fremdleistungen erheblich um rd. TEUR 6.226 (= 55,70 %). Der Rohertrag verbesserte sich dadurch um absolut rd. TEUR 153 (= 5,35 %) Durch die überproportionale Steigerung des Materialeinsatzes/Fremdleistungen beträgt er jetzt 14,71 % vom Umsatz (Vorjahr 20,31 %).

Demgegenüber erhöhten sich aber die Gesamtkosten in nahezu allen Bereichen. Aufgrund dieser gegenüber dem Rohertrag überproportionalen Kostensteigerungen ist ein gegenüber dem Vorjahr verschlechtertes Jahresergebnis zu verzeichnen.

Nach Steuern wird ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 356.062,78 ausgewiesen. Die wirtschaftliche und liquiditätsmäßige Lage des Unternehmens ist aufgrund der weiterhin guten Eigenkapitaldecke absolut stabil.

Ertragslage

Die Ertragslage des Unternehmens für das abgelaufene Geschäftsjahr ist aus den zusammengefassten Informationen des Berichtszeitraums ersichtlich. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Zahlen des laufenden Jahres den Zahlen des Vorjahres gegenübergestellt. Die Darstellung erfolgt in vollen Beträgen (EUR). Rundungsbedingte Abweichungen sind zu vernachlässigen.

2023 2022 Abweichung
EUR % EUR % EUR %
1. Umsatzerlöse 20.408.381 100,0 14.029.164 100,0 6.379.217 45,5
2. Gesamtleistung 20.408.381 100,0 14.029.164 100,0 6.379.217 45,5
3. Sonstige betriebliche Erträge 497.926 2,4 229.281 1,6 268.645 117,2
4. Materialaufwand 17.406.188 85,3 11.179.336 79,7 6.226.852 55,7
- Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 17.195.319 84,3 10.967.884 78,2 6.227.435 56,8
- Aufwendungen für bezogene Leistungen 210.869 1,0 211.452 1,5 -583 -0,3
5. Rohergebnis 3.500.119 17,2 3.079.109 21,9 421.010 13,7
6. Personalaufwand 1.258.669 6,2 1.223.659 8,7 35.010 2,9
- Löhne und Gehälter 1.016.828 5,0 993.147 7,1 23.681 2,4
- Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 241.841 1,2 230.512 1,6 11.329 4,9
7. Abschreibungen 382.820 1,9 280.924 2,0 101.896 36,3
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.166.419 5,7 836.069 6,0 330.350 39,5
- Raumkosten 249.417 1,2 221.086 1,6 28.330 12,8
- Versicherungen, Beiträge 73.702 0,4 70.771 0,5 2.931 4,1
- Reparaturen, Instandhaltungen 22.521 0,1 30.912 0,2 -8.391 -27,1
- Fahrzeugkosten 96.706 0,5 87.188 0,6 9.518 10,9
- Werbe-, Reisekosten 228.999 1,1 212.441 1,5 16.558 7,8
- verschiedene betriebliche Kosten 200.529 1,0 211.406 1,5 -10.876 -5,1
- Sonstige 294.546 1,4 2.266 0,0 292.280 **
9. Sonstige Zinsen, ähnliche Erträge 35.875 0,2 8.476 0,1 27.399 323,3
10. Zinsen, ähnliche Aufwendungen 302.696 1,5 87.871 0,6 214.824 244,5
11. Steuern 69.327 0,3 11.918 0,1 57.409 481,7
12. Jahresergebnis 356.063 1,7 647.143 4,6 -291.081 -45,0

Vermögenslage

Der Vergleich der zusammengefassten Bilanzen zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 mit Darstellung der Werte in vollen Beträgen (EUR) zeigt folgendes Bild:

31.12.2023 31.12.2022 Abweichung
EUR EUR EUR %
AKTIVA
A. Anlagevermögen
II. Sachanlagen 1.346.091 1.103.912 242.179 21,9
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 6.934.597 5.217.093 1.717.505 32,9
II. Forderungen, sonstige Vermögensgeg. 2.719.185 1.345.441 1.373.745 102,1
III. Flüssige Mittel 875.488 656.539 218.948 33,3
C. Rechnungsabgrenzungsposten 38.736 37.404 1.332 3,6
11.925.473 8.371.765 3.553.708 42,4
31.12.2023 31.12.2022 Abweichung
EUR EUR EUR %
PASSIVA
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 300.000 300.000 0 0,0
II. Bilanzgewinn/-verlust 356.063 647.143 -291.081 -45,0
Eigenkapital gesamt 1.663.090 1.307.027 356.063 27,2
B. Rückstellungen 518.521 506.039 12.482 2,5
C. Verbindlichkeiten 9.741.939 6.557.082 3.184.856 48,6
11.925.473 8.371.765 3.553.708 42,4

Finanzlage

Der zusammengefasste Liquiditäts- bzw. Kapitalanlagenvergleich mit Darstellung in vollen Beträgen (EUR) ergibt sich wie folgt:

31.12.2023 31.12.2022 Abweichung
EUR EUR EUR %
Liquidität (kurzfristiger Bereich)
Vorräte 6.934.597 5.217.093 1.717.505 32,9
Kurzfristige Forderungen einschl. sonstiger Vermögensgegenstände 2.719.185 1.345.441 1.373.745 102,1
Flüssige Mittel 875.488 656.539 218.948 33,3
Vorhandene Mittel 10.529.270 7.219.073 3.310.197 45,9
Kurzfristiges Fremdkapital 10.230.874 7.022.900 3.207.974 45,7
Liquiditätsüberdeckung / Liquiditätsunterdeckung 298.396 196.173 102.223 52,1
Kapitalanlage (mittel- und langfristiger Bereich)
Anlagevermögen 1.357.467 1.115.288 242.179 21,7
Finanzierung durch Eigenmittel, Sonderposten sowie langfristiges Fremdkapital 1.568.975 1.166.592 402.382 34,5
Finanzierungsüberdeckung / Finanzierungsunterdeckung 211.508 51.304 160.203 312,3

Mitarbeiter

Im Wirtschaftsjahr 2023 wurden rund 26 Mitarbeiter beschäftigt.

Im laufenden Wirtschaftsjahr 2024 beträgt die Mitarbeiterzahl bisher 27 im Durchschnitt.

Zukunftsplanung/künftige Entwicklung

Die Auftragslage ist nicht zufriedenstellend.

Kosteneinsparungsmaßnahmen sind eingeleitet und werden umgesetzt.

Größere Investitionen sind nicht geplant.

1.2 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben.

1.3 Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Zur voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft wird im Einzelnen ausgeführt:

Seit dem Bilanzstichtag haben sich die geschäftlichen Aktivitäten entsprechend den Planungen in gewohntem Rahmen entwickelt.

Für das aktuelle Wirtschaftsjahr muss anhand der bisherigen Auftrags- und Ertragslage, sowie der Umsatzentwicklung mit einem weniger zufriedenstellenden Ergebnis gerechnet werden.

Die Geschäftsleitung rechnet unverändert mit einer kontinuierlichen Entwicklung der Gesellschaft.

Nach dem Stand der Buchführung zum 30. September 2024 beträgt das vorläufige Unternehmensergebnis zu diesem Zeitpunkt rd. - EUR 440.000,00.

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Unternehmens so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens beschrieben sind.

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