Avient Colorants Germany GmbH
Hohenrhein 1, 56112 Lahnstein, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Philip Theophiel Anna Van den Brande seit 28.1.2026 | Geschäftsführer |
William C. Nordloh seit 28.1.2026 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
Avient Switzerland GmbH | 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Avient Colorants Germany GmbHFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Bilanz zum 31. Dezember 2023AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023
Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 93737Anhang für das Geschäftsjahr 2023Allgemeines Die Avient Colorants Germany GmbH mit Geschäftsanschrift in Lahnstein hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und ist im Handelsregister B des Amtsgerichts Frankfurt am Main, unter der Nummer HRB 93737 eingetragen. Der Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb von chemischen Produkten und verwandten Erzeugnissen und Präparationen einschließlich diesbezüglicher Forschung und Entwicklung sowie der Erwerb und der Vertrieb von Maschinen und maschinellen Vorrichtungen. Der vorliegende Jahresabschluss der Avient Colorants Germany GmbH zum 31. Dezember 2023 ist nach den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ("GuV") ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Hinsichtlich bestandsgefährdender Risiken wird auf die Ausführungen in Abschnitt "5.6. Bestandsgefährdende Risiken" des Lageberichts verwiesen. Die Avient Colorants Germany GmbH ist ein Tochterunternehmen der Avient Switzerland GmbH, Birsfelden/Schweiz, und gehört zum Konzern der Avient Corporation, Avon Lake, Ohio, USA. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Ausweisstetigkeit wurde gewahrt. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Bilanzierungswahlrechte wurden gem. § 274 Abs. 1 HGB (aktive latente Steuern) in Anspruch genommen. Bewertungswahlrechte wurden unverändert gegenüber dem Vorjahr angewandt. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Aus dem Erwerb des Masterbatches Geschäfts ist ein Geschäfts- oder Firmenwert entstanden, der gemäß § 253 Abs. 3 S. 4 HGB über 10 Jahre (von 2020 bis 2029) abgeschrieben wird. Außerplanmäßige Abschreibungen werden immer vorgenommen, wenn der beizulegende Zeitwert des Geschäfts- oder Firmenwertes dauerhaft in seinem Wert soweit gemindert ist, dass er seinen Restbuchwert unterschreitet. Die übrigen immateriellen Vermögensgegenstände werden höchstens mit einer Nutzungsdauer von 12 Jahren angesetzt. Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Bei selbsterstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten entsprechend den bei dem Posten "Vorräte" erläuterten Bewertungsgrundlagen für Erzeugnisse ermittelt. Gegenstände, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, werden entsprechend ihrer voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer ausschließlich linear abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Für technische Anlagen und Maschinen werden Nutzungsdauern von höchstens 20 Jahren sowie für andere Anlagen und für Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung höchstens 15 Jahren angesetzt. In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird handelsrechtlich die steuerrechtliche Regelung des § 6 Abs. 2 und 2a EStG analog angewendet. Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, mehr als 250 EUR bis zu 800 EUR betragen, werden in voller Höhe im Zugangsjahr abgeschrieben (§ 6 Abs. 2 EStG). Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 250 EUR betragen, werden analog § 6 Abs. 2a S. 4 EStG in voller Höhe als Aufwand erfasst. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Bei Wegfall des Grundes werden Zuschreibungen vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten, bei Erzeugnissen und Waren jedoch höchstens zu dem von den realisierbaren Preisen zum Bilanzstichtag abgeleiteten Wert. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip einer verlustfreien Bewertung beachtet. In den Herstellungskosten von Erzeugnissen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen einbezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag abzüglich eventuell notwendiger Einzelabschreibungen sowie Abschreibungen wegen allgemeiner und besonderer Kreditrisiken angesetzt. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert erfasst. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert angesetzt. Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, angesetzt. Alle sonstigen Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden im Sinne des § 253 Abs. 2 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten restlaufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen verweisen wir auf die Erläuterung Nr. 6 zur Bilanz in diesem Anhang. Den gebildeten sonstigen Rückstellungen für Altersteilzeit ("ATZ")-Verpflichtungen (Erfüllungsrückstand und Aufstockungsbetrag) und Jubiläumszuwendungen liegen versicherungsmathematische Gutachten (Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck; Rechnungszinsfuß für die ATZ = 0 %, Rechnungszinsfuß für die Jubiläumszuwendungen = 1,74 %) zugrunde. Die Rückstellungen für den Erfüllungsrückstand aus den ATZ-Verpflichtungen werden mit dem entsprechenden Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB aus der Insolvenzsicherung von ATZ-Verpflichtungen verrechnet. Diese Verrechnung erfolgt auch für die Rückstellungen über die Versorgungszusagen für Verpflichtungen aus der Barlohnumwandlung, denen ein Deckungsvermögen zur Insolvenzsicherung gegenübersteht, sowie für Verpflichtungen aus Langzeitkonten. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens den Betrag der entsprechenden Rückstellung, wird der übersteigende Betrag in einem gesonderten Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" nach § 246 Abs. 2 S. 3 HGB ausgewiesen. Im umgekehrten Fall wird der Überhang der Rückstellungen entsprechend als Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bzw. als sonstige Rückstellungen ausgewiesen. Die Aufwendungen/Erträge aus der Auf-/Abzinsung der Pensions- und ATZ-Rückstellungen werden mit den Erträgen/Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen verrechnet; der Gesamtbetrag wird entweder in den Zinserträgen oder den Zinsaufwendungen ausgewiesen und gesondert im Anhang angegeben. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Aus Vereinfachungsgründen erfolgt die unterjährige Verbuchung mit dem Euroreferenzkurs. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet: Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Euroreferenzkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Euroreferenzkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Euroreferenzkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Euroreferenzkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Euroreferenzkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Euroreferenzkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben/Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand/Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der in dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesene Differenzbetrag zwischen den Anschaffungskosten zu Marktwerten am Erwerbsstichtag 1. Januar 2020 und den niedrigeren HGB-Werten mittel- und langfristiger Personalrückstellungen aus dem Erwerb der BU Masterbatches von der Clariant Plastics & Coatings (Deutschland) GmbH wird zwischen 5 und 22 Jahren aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird im Zinsergebnis ausgewiesen. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz ermittelt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Erläuterungen (1) Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibung des Geschäftsjahres ergibt sich aus der Anlage zum Anhang. Die Abschreibungsdauer des Geschäfts- oder Firmenwerts beträgt 10 Jahre. Im Geschäftsjahr 2022 wurde aufgrund einer negativen Prognoseerwartung bei dem Geschäfts- oder Firmenwert eine außerplanmäßige Wertberichtigung in Höhe von TEUR 4.874 vorgenommen. (2) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(3) Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit TEUR 9.925 (Vorjahr: TEUR 6.380) aus Lieferungen und Leistungen. Seit dem 22. August 2022 ist das Unternehmen Teil eines zentralen Finanzmanagements (Cash-Pool). Die Restlaufzeiten sämtlicher Forderungen gegen verbundene Unternehmen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr kleiner als ein Jahr. (4) Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Die Gesellschaft wies zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" i.H.v. TEUR 33.487 (Vorjahr: TEUR 1.159) aufgrund aufgelaufener Jahresfehlbeträge aus. (5) Eigenkapital
Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine Aufstockung der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 15.000 auf insgesamt TEUR 21.000. Diese erfolgte durch einen außerordentlichen Gesellschafterbeschluss vom 1. August 2022. (6) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit TEUR 15.401 (Vorjahr: TEUR 14.866) für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der sog. Projected Unit Credit Method (Verfahren laufender Einmalprämien) errechnet worden. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Der Bewertung zum Bilanzstichtag wurde ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzinssatz zugrunde gelegt. Hierbei wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Bei dem Zinssatz handelt es sich um den für den Bilanzstichtag durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Geschäftsjahre. Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Geschäftsjahre von 1,82 % ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,74 % ein Unterschiedsbetrag von TEUR 947 (Vorjahr: TEUR 949). Folgende Annahmen lagen der Berechnung zugrunde:
Soweit Planvermögen in Form von zweckgebundenem Fondsvermögen besteht, welches ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dient und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen ist (sog. Deckungsvermögen), wird dieses in Höhe des beizulegenden Zeitwerts mit den Verpflichtungen aus Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB verrechnet. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens für Versorgungsverpflichtungen beträgt zum 31. Dezember 2023 insgesamt TEUR 1.050 (Vorjahr: TEUR 908) und liegt mit TEUR 18 über den Anschaffungskosten. Im vorangegangenen Geschäftsjahr lag der Zeitwert mit TEUR 38 über den Anschaffungskosten. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei Fondsvermögen dem Kurswert. Bei den fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen übersteigen die entsprechenden Pensionsrückstellungen (TEUR 1.093) nach Saldierung gemäß § 246 Abs. 2 S. 3 HGB den beizulegenden Zeitwert des entsprechenden Deckungsvermögens (TEUR 1.049) um TEUR 43. Der entstandene Passivüberhang wird in den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. (7) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen, aus Rückstellungen für mitarbeiterbezogene Verpflichtungen (ausstehende Urlaubstage, Jahresvergütung, u. ä.) sowie für ausstehende Rechnungen zusammen. Zum Bilanzstichtag bestehen Deckungsvermögen für Verpflichtungen im Zusammenhang mit Langzeitkonten sowie für den Erfüllungsrückstand der ATZ-Verpflichtungen. Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern für deren individuell aufgebaute Wertguthaben aus Bonuszahlungen, Urlaubsansprüchen, etc. (Langzeitkonten) bemessen sich nach der Wertentwicklung des hierfür gebildeten Deckungsvermögens in Form von Fonds und garantieverzinsten Versicherungsprodukten. Daher erfolgte zum Bilanzstichtag die vollständige Verrechnung der Verpflichtungen aus Langzeitkonten (TEUR 2.357) mit dem entsprechenden Deckungsvermögen, dessen beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2023 TEUR 2.347 beträgt. (8) Verbindlichkeiten
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie aus dem Cash-Pool. Die Cash-Pool Verbindlichkeit beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 696 (Vorjahr: Forderung i.H.v. TEUR 9.232). In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 460 (Vorjahr: TEUR 504) enthalten. Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. (9) Passiver Rechnungsabgrenzungsposten Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 3.298 (Vorjahr: TEUR 3.502). Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um den Differenzbetrag zwischen den Anschaffungskosten zu Marktwerten und den niedrigeren HGB-Werten mittel- und langfristiger Personalrückstellungen aus dem Kauf der Business Unit Masterbatches von der Clariant Plastics & Coatings (Deutschland) GmbH. Der Abgrenzungsposten wurde im Berichtsjahr in Höhe von TEUR 204 (Vorjahr: TEUR 204) aufgelöst. Die Auflösung erfolgt zwischen 5 und 22 Jahren und wird im Zinsergebnis ausgewiesen. (10) Latente Steuern Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf den temporären und quasi-permanenten Unterschieden zwischen den Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise nach § 274 HGB. Sie resultieren im Wesentlichen aus abweichenden Wertansätzen bei Rückstellungen, passiven Rechnungsabgrenzungsposten und Anlagevermögen. Der Ermittlung von latenten Steuern wird ein Steuersatz von 30,53 % zu Grunde gelegt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzbetrachtung) ein Aktivüberhang. Von dem Wahlrecht, den Aktivüberhang nicht zu aktivieren, wurde Gebrauch gemacht. (11) Umsatzerlöse - Umsatzerlöse nach Tätigkeitsgebieten Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 136.853 (Vorjahr: TEUR 172.126) untergliedern sich in Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten in Höhe von TEUR 128.451 (Vorjahr: TEUR 164.537) und aus der Erbringung von Dienstleistungen in Höhe von TEUR 8.402 (Vorjahr: TEUR 7.589). Die Dienstleistungen umfassen im Wesentlichen Serviceleistungen aus Marketing und Vertrieb, Produktmanagement, Produktionssteuerung sowie Forschung und Entwicklung. - Umsatzerlöse nach geographischen Märkten
(12) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 321 (Vorjahr: TEUR 148) sowie Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 14 (Vorjahr: TEUR 67). (13) Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 48.414 (Vorjahr: TEUR 29.522) sind die Restrukturierungskosten für den Standort Lahnstein in Höhe von TEUR 24.082 enthalten. Die anderen Aufwendungen sind somit um TEUR 2.748 geringer als in 2022. In den anderen Aufwendungen sind solche aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr: TEUR 20) enthalten. (14) Zinsergebnis In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 277) enthalten, davon werden Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 282 (Vorjahr: TEUR 17) mit den Erträgen aus Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 149 (Vorjahr: TEUR 8) saldiert ausgewiesen. (15) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Im laufenden Jahr hatte die Gesellschaft wie bereits im Vorjahr keine Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. (16) Ausschüttungssperre Es besteht eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB für einen Unterschiedsbetrag (Abstockungsgewinn) von TEUR 216, der sich aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz für sieben bzw. zehn Geschäftsjahre ergibt. Bei der Gesellschaft liegen zum Bilanzstichtag zur Deckung des ausschüttungsgesperrten Betrages keine ausreichend verfügbaren Rücklagen vor. (17) Sonstige Angaben Angaben über Mitarbeitende
Sonstige bedeutende finanzielle Verpflichtungen Die in der Bilanz nicht erscheinenden sonstigen bedeutenden finanziellen Verpflichtungen betreffen:
Bei den Miet-, Pacht- und Leasingverträgen handelt es sich um sogenannte Operating-Lease Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken können sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden können, wozu es derzeit keine Anzeichen gibt. Derivative Finanzinstrumente Die Avient Colorants Germany GmbH hält zum 31. Dezember 2023 keine derivativen Finanzinstrumente. Gesamthonorar für den Abschlussprüfer Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers braucht nicht angegeben zu werden, da es in die Angaben im Konzernabschluss der Avient Corporation, Avon Lake, Ohio, USA, einbezogen wird. Nachtragsbericht Hinsichtlich der geplanten Restrukturierungsmaßnahmen konnte sich die Gesellschaft im ersten Quartal 2024 mit dem Betriebsrat einigen. Für weitere Erläuterungen und Auswirkungen der Restrukturierungsmaßnahmen wird u.a. auf den Lagebericht verwiesen. Ergebnisverwendung Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR -32.327 ab. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen. Geschäftsführung Anke Bergheim Director Human Resources EMEA, geschäftsansässig in Pommerloch bei Avient Luxembourg SARL, Luxemburg Holger Kronimus Vice President and General Manager, Specialty Engineered materials EMEA, geschäftsansässig in Gaggenau bei PolyOne Th. Bergmann GmbH, Deutschland Norbert Merklein Vice President and General Manager, Masterbatches EMEA, geschäftsansässig in Muttenz bei Avient Switzerland GmbH, Schweiz Keiner der Geschäftsführer erhält Geschäftsführerbezüge von der Gesellschaft. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen Es gibt keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen, die nicht zu 100 % in Anteilsbesitz stehen und nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Mutterunternehmen Der Jahresabschluss der Avient Colorants Germany GmbH wird in den Konzernabschluss der Avient Corporation, Avon Lake, Ohio, USA, miteinbezogen. Die Avient Corporation erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen. Der Konzernabschluss kann unter www.avient.com eingesehen und abgerufen werden.
Frankfurt am Main, 26. August 2024 Avient Colorants Germany GmbH Die Geschäftsführung Anke Bergheim Holger Kronimus Norbert Merklein Frankfurt am Main, Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 93737Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2023
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20231. Grundlagen des Unternehmens 1.1 Geschäftsmodell 1.2 Wichtige Ereignisse 1.3 Steuerungssystem 2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf 2.1 Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland 2.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr 2.3 Entwicklung der Avient Colorants Germany GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr 3. Lage des Unternehmens 3.1 Ertragslage 3.2 Vermögens- und Finanzlage 3.2.1 Investitionen/Desinvestitionen (immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen) 3.2.2 Bilanzstruktur 3.2.3 Finanzierung 4. Bericht über nichtfinanzielle Faktoren 4.1 Einsatz nichtfinanzieller Faktoren 4.2 Mitarbeitende 4.3 Qualität und Sicherheit 4.4 Forschung und Entwicklung 4.5 REACH 5. Chancen- und Risikenbericht 5.1 Risikomanagement und allgemeine Geschäftschancen/-risiken 5.2 Rechtsrisiken 5.3 Risiken aus der digitalen Vernetzung 5.4 Leistungserstellungsrisiken 5.5 Finanzwirtschaftliche Risiken 5.6 Bestandsgefährdende Risiken 6. Prognosebericht 7. Gesamtausgabe zur wirtschaftlichen Lage 8. Dank an die Mitarbeitenden 1. Grundlagen des Unternehmens 1.1. Geschäftsmodell Die Avient Colorants Germany GmbH, Frankfurt am Main, ist Teil des Avient-Konzernverbundes mit einer börsennotierten Konzernmutter in den USA. Das Unternehmen stellt Zwischenprodukte für das Additivieren und Einfärben von thermoplastischen Kunststoffen aller Arten für die Branchen Automobil, Konsumgüter, Investitionsgüter und Kunststoffverpackungen an den Produktionsstandorten Ahrensburg und Lahnstein her. Die Gesellschaft wird von der in der Schweiz ansässigen Avient Switzerland GmbH, Birsfelden/Schweiz, als Alleingesellschafterin gehalten und in den Konzernabschluss der Avient Corporation, Avon Lake, Ohio, USA, einbezogen. Der Avient-Konzern fokussiert sich darauf, spezialisierte und nachhaltige Materiallösungen zu entwickeln. Das Geschäft ist auf folgenden strategischen Säulen aufgebaut:
1.2. Wichtige Ereignisse Die Avient Corporation hat das weltweite Masterbatches-Geschäft von der Clariant AG, Muttenz/Schweiz, zum 1. Juli 2020 erworben. Nach dem Erwerb hat der Clariant-Konzern Dienstleistungen, wie Buchhaltung und IT-Services bis Ende 2021 im Rahmen des Transitional Service Agreements erbracht. Während 2021 wurden diese Dienstleistungen sukzessive innerhalb des Avient-Konzerns übernommen. Im Februar 2022 erfolgte die Einrichtung und Datenübernahme in ein Avient eigenes SAP-System. Die Verwaltung in Sulzbach im Taunus wurde im Oktober 2022 aufgelöst. 1.3. Steuerungssystem Die Steuerung der Geschäfte erfolgt bei Avient im Konzern in einer eigenen Managementstruktur und nicht für einzelne Gesellschaften. Die Steuerung erfolgt pro Geschäftsbereich bzw. Business Unit. Die Steuerungsgrößen basieren im Konzern auf US-GAAP und können auf die Einzelgesellschaft Avient Colorants Germany GmbH nicht unmittelbar angewendet werden, da für diese allein das HGB als lokale Rechnungslegungsnorm relevant ist. Um die Aussagekraft zwischen Lagebericht und Jahresabschluss nicht zu beeinträchtigen, wird eine einheitliche Basis verwendet. Die Darstellung des Geschäftsverlaufs wird auf Basis der HGB-Zahlen vorgenommen und es wird sich dabei, in Anlehnung zum Konzern, auf die drei wichtigsten Steuerungsgrößen Eigenkapital, Umsatz und Ergebnis aus operativer Sicht fokussiert. Das operative Ergebnis ergibt sich aus dem handelsrechtlichen Ergebnis der Betriebstätigkeit. 2. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf 2.1. Wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr in Deutschland Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen unterschiedlich. Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Entscheidend dafür war eine sehr viel niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 % des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,4 %). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten die Wirtschaft im Jahr 2023. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als in den beiden vorangegangenen Jahren. Den größten preisbereinigten Zuwachs verzeichnete der Bereich Information und Kommunikation mit +2,6 % und knüpfte damit an seine langjährige, nur im ersten Corona-Jahr 2020 gebremste Wachstumsgeschichte an. Der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) und die Unternehmensdienstleister (+0,3 %) konnten ebenfalls leicht zulegen. Dagegen ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe (-1,0 %) zurück. Das lag vor allem am Groß- und am Einzelhandel, die deutlich nachgaben, während der Kraftfahrzeughandel und der Verkehrsbereich zulegten. Insgesamt ging die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Jahr 2023 leicht zurück (-0,1 %). Die Arbeitslosenquote hat sich wieder von durchschnittlich 5,3 % im Vorjahr auf 5,7 % erhöht. 1 2.2 Entwicklung der Branche im abgelaufenen Geschäftsjahr Die deutsche Kunststoffindustrie ist die größte in Europa und somit als wesentliches Wirtschaftsbarometer einzustufen; bestehend aus Kunststofferzeugern, Kunststoffverarbeitern und Kunststoffmaschinenbauern ist sie eine Schlüsselindustrie in Deutschland. Die Avient Colorants Germany GmbH liefert in nicht unerheblichem Umfang Zwischenprodukte für das Additivieren und Einfärben von Thermoplastischen Kunststoffen aller Arten in die Branchen Automobil, Konsumgüter, Investitionsgüter und Kunststoffverpackungen.
1 Statista Research Department vom 4.6.2024
Der Jahresumsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie reduzierte sich um -6 % gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 72,50 Mrd. EUR. Die verarbeitete Kunststoffmenge verringerte sich um -9 % auf 12,7 Mio. t., wobei die Menge der Rezyklate gleichbleibend bei 2,4 Mio. t lag. Die Ursache für den Umsatzrückgang sieht der Verband in den aktuell ungünstigen Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie. Die Unternehmen seien zudem derzeit zurückhaltend bei Investitionen. Dies ist ebenfalls den unsicheren Zukunftsperspektiven für die Industrie in Deutschland geschuldet. 2 2.3. Entwicklung der Avient Colorants Germany GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr Die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis. Die Avient Colorants Germany GmbH musste im Geschäftsjahr 2023 bezogen auf die Produktverkäufe im Vergleich zur Branche einen Umsatzrückgang von 21,95 % verzeichnen. Die Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen stiegen um 813 TEUR, sodass der Umsatzrückgang insgesamt 20,5 % betrug. In der Vorjahresprognose für das Geschäftsjahr 2023 ging man von einem Umsatzrückgang auf 158 Mio. EUR aus, der um 22 Mio. EUR unterschritten wurde. Die Kundenanfragen sind im dritten und vierten Quartal 2023 stark gesunken. Die Ursache für diesen Umsatzrückgang waren die ungünstigen Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie sowie die zurückhaltenden Investitionen aufgrund der aktuellen Zinspolitik. Dadurch ist unter anderem auch die Baubranche eingebrochen. Zusätzlich gibt es ein verändertes Kaufverhalten beim Endverbraucher, der vor allem bei der Verpackung der Konsumgüter auf Nachhaltigkeit achtet.
2 Jahreskonferenz des GKV Februar 2024
Der Umsatz wurde ähnlich dem Vorjahr zu 68 % im Inland, zu 29 % in Europa und zu 3 % in Übersee erzielt. Die Produktionsmengen verringerten sich im Geschäftsjahr 2023 um 3.204 t auf 14.763 t. Im Geschäftsjahr ist ein starker Geschäftsrückgang (-43,7 %) sowie ein Einbruch der Baubranche, hervorgerufen durch die hohe Inflation und die Zinsen, zu verzeichnen. Im Bereich Konsumgüter ist die Kauflaune ebenfalls deutlich zurückgegangen und private Investitionen werden verschoben. Der private Endverbraucher hat während der Corona-Krise in langlebige Konsumgüter investiert. Im Bereich Health-Care ist ebenfalls ein Umsatzrückgang (-23,8 %) festzustellen. Der Rückgang ist darin begründet, dass die medizinischen Produkte gegen die Verbreitung des Corona-Virus in einem solch hohen Umfang wie zu Corona-Zeiten nicht mehr benötigt werden. Ein weiterer Faktor, der zu diesem starken Geschäftsrückgang beigetragen hat, ist die Rohstoffverknappung im Jahr 2022, der zu einem hohen Lagerbedarf und zur Verschiebung des Lagerabbaus in 2023 und im ersten Quartal des Jahres 2024 führte. Im Bereich Industrial ist der Rückgang (-13 %) getrieben durch die ungünstigen Rahmenbedingungen in Deutschland und durch eine Verringerung im Exportgeschäft. Im Bereich Packaging zeichnet sich der Umsatzrückgang (-31,4 %) zum Vorjahr durch hohe Lagerbestände in der gesamten Lieferkette und durch ein zurückhaltendes Kaufverhalten aus. Darüber hinaus werden Farben aus der Verpackung aus Nachhaltigkeitsgründen reduziert oder ganz entfernt. Ein gegenläufiger Effekt zeigt sich im europäischen Transportmarkt; dieser ist robust aufgrund der Verlagerung der Abarbeitung der Aufträge aus 2022 im Jahr 2023. Wohingegen die deutschen Autobauer einen höheren Einbruch feststellen mussten, da die Nachfrage nach Autos und ebenso der Exportmarkt rückläufig sind. 3. Lage des Unternehmens 3.1. Ertragslage Mit einem Umsatz von 136.853 TEUR (Vorjahr: 172.126 TEUR) wurde ein negatives operatives Ergebnis aus der Betriebstätigkeit von -32.327 TEUR (Vorjahr: -11.882 TEUR) erzielt. Die Vorjahresprognose für ein operatives Ergebnis in Höhe von -6 Mio. EUR konnte aufgrund der geringeren Auftragslage nicht erfüllt werden. Die Energiekosten und im Zusammenhang damit die Rohstoffe sind teurer geworden. Die Kostensteigerungen konnten nicht vollumfänglich an den Kunden weitergegeben werden. Dem Umsatz stand ein Materialaufwand von 81.667 TEUR (Vorjahr: 107.934 TEUR) gegenüber, die Materialquote verringerte sich unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen um 2,93 % auf 59,83 %. Demgegenüber ist der Personalaufwand um 4.022 TEUR auf 37.663 TEUR gesunken. Im Wesentlichen lag dies an geringeren Aufwendungen für die Altersversorgung und einer Reduktion der Mitarbeiteranzahl am Standort Ahrensburg. Die Personalquote liegt mit 27,59 % bei gesunkenem Umsatz über dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen waren mit 1.783 TEUR wesentlich niedriger als im Vorjahr. Dies ist auf eine außerplanmäßige Wertberichtigung auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 4.874 TEUR im Jahr 2022 zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von 29.522 TEUR auf 48.414 TEUR. Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die Rückstellung für Restrukturierung in Höhe von 24.082 TEUR für den Standort Lahnstein zurückzuführen. Das negative Zinsergebnis lag bei 38 TEUR (Vorjahr: 191 TEUR) und ist vorwiegend auf die Zinsen im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen zurückzuführen. Unbelastet von Ertragsteuern, aber von sonstigen Steuern von 9 TEUR (Vorjahr: 55 TEUR) schließt das Geschäftsjahr 2023 insgesamt mit einem Jahresfehlbetrag von 32.327 TEUR (Vorjahr: 12.129 TEUR) ab. 3.2. Vermögens- und Finanzlage 3.2.1. Investitionen/Desinvestitionen (immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen) Im Geschäftsjahr 2023 wurden 526 TEUR in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, ohne Geschäfts- oder Firmenwert, investiert (Vorjahr: 1.017 TEUR). Bei den Investitionen handelt es sich um eine Vielzahl von mittleren und kleineren Ersatz- und Ergänzungsmaßnahmen, davon entfielen 215 TEUR auf den Standort Lahnstein und 311 TEUR auf den Standort Ahrensburg. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 1.783 TEUR (Vorjahr: 7.481 TEUR) gegenüber, darin sind Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert, der planmäßig über 10 Jahre abgeschrieben wird, in Höhe von 500 TEUR enthalten. Wesentliche Anlagenabgänge sind nicht zu verzeichnen. 3.2.2. Bilanzstruktur Auf der Aktivseite reduzierte sich das Anlagevermögen von 8.984 TEUR auf 7.719 TEUR, die Investitionstätigkeit blieb hinter den Abschreibungen zurück. Das Umlaufvermögen reduzierte sich von 27.000 TEUR auf 19.507 TEUR. Innerhalb des Umlaufvermögens sind die Vorräte von 5.091 TEUR auf 4.343 TEUR gesunken. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verminderten sich um 1.010 TEUR, insbesondere durch die schwache Nachfrage im vierten Quartal 2023. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen kommt es zu einer Reduktion von 5.687 TEUR auf 9.925 TEUR. Der Cash-Pool wird seit 2022 von einem verbundenen Unternehmen, der Avient Europe Finance S.a r.l. geführt. Da das gesamte Bankvermögen in den Cash-Pool transferiert wurde besteht zum 31. Dezember 2023 kein Guthaben bei Kreditinstituten. Das Eigenkapital schließt nach dem Jahresfehlbetrag von 32.327 TEUR (Vorjahr: 12.129 TEUR) zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 mit einem negativen Eigenkapital von 33.487 TEUR ab. Die Gesellschaft weist daher, wie im vergangenen Geschäftsjahr einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" in Höhe von 33.487 TEUR (Vorjahr: 1.159 TEUR) aufgrund aufgelaufener Jahresfehlbeträge aus. Die Eigenkapitalquote liegt damit unter Berücksichtigung der Bilanzsumme von 60.712 TEUR bei -55 % (Vorjahr: -3,05 %). Pensionsrückstellungen haben sich von 14.866 TEUR auf 15.401 TEUR im Geschäftsjahr erhöht. Bonus und sonstige mitarbeiterbezogene Rückstellungen erhöhen sich von 2.421 TEUR auf 3.115 TEUR. Insgesamt sind die Rückstellungen von 19.339 TEUR auf 43.802 TEUR gestiegen, dabei ist die Steigerung im Wesentlichen auf die Restrukturierung zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 15.080 TEUR auf 13.612 TEUR. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 7.942 TEUR auf 5.841 TEUR zurückzuführen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich von 5.933 TEUR auf 6.494 TEUR. Die Sonstige Verbindlichkeiten erhöhten sich von 1.187 TEUR auf 1.268 TEUR, hauptsächlich durch eine geringere Umsatzsteuerzahllast aufgrund abgeschwächter Kundennachfrage im vierten Quartal 2023. 3.2.3. Finanzierung Die Gesellschaft finanzierte sich bis zum Ablauf der Laufzeit am 31. Juli 2022 durch ein Gesellschafterdarlehen der Avient Switzerland GmbH, Birsfelden/Schweiz, in Höhe von 11.000 TEUR. Nach Ablauf der Darlehenslaufzeit erfolgte eine Umwandlung des Darlehens in Eigenkapital, aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 1. August 2022. Daneben erfolgt die laufende Finanzierung aus der Cash-Pool Vereinbarung vom 22. August 2022. Dieser Vertrag ist auf unbegrenzte Zeit bzw. bis zum Ausschluss aus dem Konzernverbund ausgestellt. Darüber hinaus kommt das Mutterunternehmen aufgrund einer harten Patronatserklärung für sämtliche Liquidationsschwierigkeiten auf. 4. Bericht über nichtfinanzielle Faktoren 4.1. Einsatz nichtfinanzieller Faktoren Die Gesellschaft verwendet derzeit keine nichtfinanziellen Leistungsfaktoren zur Steuerung. 4.2. Mitarbeitende Die Belegschaft umfasste im Geschäftsjahr 2023 im Jahresdurchschnitt 386 (Vorjahr: 406) Mitarbeitende. Von Mai bis Dezember 2023 waren Mitarbeiter des Standortes Ahrensburg in Kurzarbeit. 4.3. Qualität und Sicherheit Arbeitssicherheit und Umweltschutz haben in der Avient Colorants Germany GmbH höchste Priorität. Die Gesellschaft ist in diesem Zusammenhang nach ISO 14001, ISO 45001 und ISO 9001 zertifiziert. Im Rahmen des Energiemanagements besteht eine Zertifizierung gemäß ISO 50001. Alle bestehenden Zertifizierungen konnten bestätigt werden und bleiben weiterhin gültig. Im Geschäftsjahr gab es drei meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Werk Lahnstein und zwei in Ahrensburg. Beinahe-Unfälle gab es in geringer Anzahl in beiden Werken, die umgehend nachverfolgt wurden und, wann immer notwendig, zu Maßnahmen in Organisation, Technik und Schulung führten. 4.4. Forschung und Entwicklung Die Avient Colorants Germany GmbH ist im Bereich Forschung und Entwicklung in den globalen Verbund des Avient-Konzerns eingebunden und folgt den im Konzern vorgegeben strategischen Vorgaben. Schwerpunkt im Bereich der Forschung und Entwicklung waren Produktentwicklungen mit Nachhaltigkeitscharakter. Dazu gehören Entwicklungen auf Basis recycelter Rohstoffe, aber auch die Unterstützung von Kunden bei der Entwicklung von Produkten zur Verringerung des Abfallaufkommens sowie Erreichung energiesparender Maßnahmen. 4.5. REACH Die REACH-Verordnung fordert die Registrierung, Evaluierung und Autorisierung aller Stoffe (EU-Altstoffe, wie auch Neustoffe) bei der European Chemicals Agency (ECHA), sofern sie nicht ausdrücklich von deren Geltungsbereich ausgenommen sind. Dabei steht die gemeinsame Nutzung von Daten aus Wirbeltierstudien im Vordergrund. Zudem stehen die verbesserte Information über Risiken und Gefährlichkeit und die sichere Beherrschung dieser Risiken innerhalb der Lieferkette im Fokus. Darüber hinaus fordert REACH die Bewertung, Zulassung und eventuelle Beschränkung der Stoffe durch die zuständigen Behörden der EU-Mitgliedstaaten. Die Registrierung der EU-Altstoffe, die in Mengen von einer oder mehr als einer Tonne pro Jahr hergestellt oder eingeführt werden, erfolgte bei der ECHA schrittweise und mengenabhängig bis zum 31. Mai 2018. Für eine Substanz von ColorMatrix wurde in 2023 die Erhöhung der Produktion von 1 - 10 t auf 10 - 100 t registriert. Die Registrierungen sind unbefristet. Aufgrund des Produktportfolios (keine chemische Synthese) und der Lieferkette ist für die Sicherstellung der Compliance vor allem das Einholen, die Überprüfung und das Bereitstellen von Informationen über den REACH-Status der Rohstoffe von den (lokalen/regionalen) Lieferanten durchzuführen. Die Überwachung dazu erfolgt programmunterstützt mit Hilfe des Sentinal-Programms, das im Geschäftsjahr weiter optimiert wurde. Neben den Themen Registrierung, Evaluierung und Autorisierung erfordert die Lieferkettenkommunikation zur sicheren Handhabung der Chemikalien unter REACH intensive Ressourcen:
Eine Behördenüberprüfung hat im Geschäftsjahr 2023 nicht stattgefunden. 5. Chancen- und Risikenbericht 5.1. Risikomanagement und allgemeine Geschäftschancen/-risiken Die für die Überwachung und Kontrolle der wirtschaftlichen Risiken des laufenden Geschäftes notwendigen Informationen werden nach internationalen Standards ermittelt. Diese Daten und Kennzahlen haben genügend Informationstiefe, um die verschiedenen Managementebenen frühzeitig und umfänglich über mögliche Risiken zu informieren. Die Gesellschaft erzielt 97 % ihrer Umsätze in Europa, davon den größten Teil in Deutschland. Sie ist infolgedessen stark von den deutschen und europäischen Marktentwicklungen und deren Schwankungen abhängig. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und des andauernden Krieges in der Ukraine hat die Muttergesellschaft beschlossen, die Geschäftstätigkeit in Russland und Weißrussland ab März 2023 bis auf weiteres einzustellen. Die Avient Colorants Germany GmbH erzielte daher im Geschäftsjahr 2023 in Russland nur einen Umsatz von 651 TEUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR). Mit Weißrussland gab es keine Geschäfte mehr. Es ist davon auszugehen, dass der Umsatz nachhaltig von den Sanktionen und der Schließung der Niederlassung negativ betroffen sein wird. Zu dem Verlust der eigenen Umsätze, kommen zwangsläufig auch Umsätze anderer Kunden, die Russland und Weißrussland bedienen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung werden die Auswirkungen auf das Geschäftsvolumen und -ergebnis kurzfristig als unkritisch beurteilt. Inwieweit die Kunststoffverarbeitung in Deutschland davon langfristig nachhaltig betroffen ist, lässt sich aktuell nur schwerlich voraussagen. Aufgrund des Ukraine-Konflikts ergaben sich im Geschäftsjahr Auswirkungen auf die Lieferketten und die Energiepreise. Bezüglich der Strom- und Gaspreise hat die Gesellschaft mit vertraglich festgesetzten Preisen mit Energielieferanten das Kostenrisiko minimiert. Von Januar bis Oktober 2023 greift zudem die staatliche Gas- und Strompreis-Bremse, um die Kosten für die Industrie auf ein niedrigeres Niveau zu senken. Des Weiteren bestehen Risiken aus der Liquidation von finanzschwachen Unternehmen und dem daraus resultierenden Kreditrisiko. Das konzernseitig implementierte Kreditmanagement trägt präventiv zur Vermeidung entsprechender Risiken bei. Es besteht weiterhin die Problematik, dass einige Rohstoffe durch nachweisliche Stoffe ihre Unbedenklichkeitseignung verlieren und als kritische Rohstoffe klassifiziert werden, die einen Einsatz nur unter Einhaltung entsprechender Verordnungen und Handhabung erlauben. In Einzelbereichen ist sogar ein Verzicht derartiger Rohstoffe zu erwägen, was wiederum Einfluss auf das aktuelle Portfolio haben kann. Inwieweit länderspezifische Verpackungsverordnungen/Erhebung von Steuern Einfluss auf den Einsatz von Kunststoffen haben, ist derzeit nicht absehbar, ist aber Bestandteil der Risikobetrachtung des Portfolios für diese Anwendungen. Wie sich diese Risiken auf Avient Colorants Germany GmbH auswirken, ist nicht abschätzbar. Die Gesellschaft deckt mit ihren Produkten Anforderungen von vielen unterschiedlichen Bereichen der Industrie ab. Dadurch können Schwankungen in einzelnen Arbeitsgebieten und Märkten ausgeglichen werden. Unterschiedliche Effekte sind möglich und eine Abschätzung für das Folgejahr ist schwierig. Mit der strukturellen Änderung, die im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wird (Lahnstein nur mehr als Schwarz-Weiß-Standort für die Produktion von Masterbatches mit entsprechendem Personalabbau und auch Veränderung anderer Geschäftsbereiche an anderen Standorten in Europa), sollen die Risiken minimiert werden. Die Märkte sind dynamisch. Bei unveränderten Bedingungen wird mit keinen Ausschlägen gerechnet. 5.2. Rechtsrisiken Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. So können beispielsweise Veränderungen im Bereich Energiegesetze, wie des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) und des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) sowie sonstiger gesetzlicher Maßnahmen zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen dazu führen, dass auf Dauer die steigenden Energiekosten und die regulatorisch bedingten Wettbewerbsnachteile im internationalen Vergleich nicht mehr kompensiert werden können. Aus Rechtsstreitigkeiten sind aktuell keine Risiken bekannt, die das Geschäftsergebnis prägen könnten. 5.3. Risiken aus der digitalen Vernetzung Eine erfolgreiche Leistungserbringung hängt von einem einwandfrei funktionierenden Informationssystem ab. Cyber-Attacken könnten zum Verlust von Daten, Wissen, Anlagen und Geld führen sowie Produktions- und Lieferunterbrechungen zur Folge haben. Im Avient-Konzern wird diesen Risiken durch ein umfassendes IT-Security-Konzept Rechnung getragen. Die digitale Vernetzung wird demgegenüber auch als Chance gesehen, sich weiter zu entwickeln und die Vorteile aus weitergehenden Automatisierungen zu nutzen. 5.4. Leistungserstellungsrisiken Für Haftungsrisiken hat Avient Colorants Germany GmbH Versicherungen abgeschlossen. Damit ist sichergestellt, dass sich die im Unternehmen verbleibenden Risiken in Grenzen halten, und dass aus Schadensfällen keine existenzbedrohenden Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft resultieren können. Beschaffungsengpässe als Folge des Russland-Ukraine-Konflikts können nicht ausgeschlossen werden. Rohstoffpreiserhöhungen aufgrund unterschiedlicher Ursachen stellen ebenfalls Risiken dar, denen auf Absatzseite Preiserhöhungen entgegengesetzt werden. 5.5. Finanzwirtschaftliche Risiken Rohstoffpreisrisiken werden im Konzernverbund zentral gemanagt, die Avient Colorants Germany GmbH schließt hier keine eigenen Warensicherungsgeschäfte ab. Währungsrisiken werden als überschaubar eingeschätzt, da der weitaus überwiegende Teil in Euro fakturiert bzw. beschafft wird. Das Forderungsausfallrisiko wird durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt, versicherbare Forderungen werden über einen Kreditversicherer versichert und ein Debitorenmanagement mit Bonitätsprüfungen ist implementiert. Kunden mit einem überdurchschnittlichen Anteil am Umsatz bzw. Forderungen existieren nicht. Insgesamt besteht daher ein geringes Risiko. 5.6. Bestandsgefährdende Risiken Die Bilanzierung erfolgt unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Trotz des negativen Ergebnisses der Gesellschaft und der damit verbundenen Liquiditätsabflüsse, soll durch die bestehende Patronatserklärung der Avient Switzerland GmbH sowie durch die Einbindung in den Cash-Pool des Konzerns nach Ansicht der Geschäftsführung im Bedarfsfall ausreichend Liquidität zur Verfügung stehen. Dass die Gesellschaft auch im Prognosezeitraum voraussichtlich nicht in der Lage ist ein positives Jahresergebnis und positive Zahlungsmittelzuflüsse aus operativer Geschäftstätigkeit zu erreichen, stellt jedoch ein bestandsgefährdendes Risiko dar. Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich über den Cash-Pool mit Vertrag vom 22. August 2022 mit der Avient Europe Finance S.à.r.l., welcher jedoch kurzfristig kündbar ist. Um der kurzfristigen Kündbarkeit des Cash-Pools und Fälligkeit der Verbindlichkeiten zu begegnen, hat sich die Avient Switzerland GmbH in einer Patronatserklärung vom 26. August 2024 verpflichtet, die Gesellschaft finanziell zu unterstützen, um ihr zu ermöglichen, ihre Geschäftstätigkeit fortzuführen und gegenwärtige und zukünftige Verpflichtungen gegenüber Dritten zu erfüllen. Die Patronatserklärung ist betraglich unbegrenzt und endet 12 Monate nach Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023. Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist die Gesellschaft daher von der finanziellen Unterstützung der Avient Europe Finance S.à.r.l. bzw. Avient Switzerland GmbH abhängig. Es finden derzeit Gespräche statt, um den durch die Restrukturierung erhöhten Finanzbedarf abdecken zu können. Insgesamt hat sich die Risikolage bis auf den im Abschnitt 5.6. erläuterten Sacherhalt nicht wesentlich gegenüber dem Vorjahr verändert. Insgesamt wird es bei weiterhin starkem volatilem Umfeld aufgrund der geopolitischen Lage schwierig sichere Prognosen abzugeben, allerdings wird davon ausgegangen, dass sich die Chancen-/Risikosituation auch nicht insgesamt wesentlich verändert. 6. Prognosebericht Die für 2023 prognostizierte Reduzierung der Umsatzmengen in Höhe von 8,25 % im Vergleich zu 2022 ist zum Jahresende 2023 mit -26 % deutlich stärker ausgefallen. Entsprechend hierzu wurde ein Umsatzrückgang von -35,6 Mio. EUR anstatt geplanten -14 Mio. EUR verzeichnet, sodass der finale Umsatz 127,7 Mio. EUR beträgt. Ursächlich hierfür ist, dass auch im Jahr 2023 nicht alle Kosten an die Kunden weitergegeben werden konnten, jedoch ist die Wirkung auf das negative operative Ergebnis von -35 Mio. EUR, deutlich stärker als die Prognose von 6,0 Mio. EUR. Hierbei sind die geplanten Einsparungen im Bereich der Personalaufwendungen maßgeblich, welche sich im operativen Ergebnis mit einer Personalrückstellung in Höhe von 25 Mio. EUR widerspiegeln. Die erwartete Entlastung der Energiekosten durch die Preisbremse hat sich in Höhe von 0,67 Mio. EUR positiv auf das operative Ergebnis ausgewirkt. Für das erste Quartal 2024 wird ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -1,01 Mio. erwartet. Für die Prognose des kommenden Geschäftsjahres sind insbesondere die strukturellen Änderungen hervorzuheben. Diese sind im Wesentlichen mit der Konzentration der Produktion auf Schwarz sowie des damit verbundenen Personalabbaus ab dem zweiten Quartal maßgebend. Für das zweite Quartal 2024 wird aufgrund erster Auswirkungen der Personalmaßnahmen eine Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern erwartet. Die zweite Jahreshälfte ist generell schwächer; es wird ein leichter Umsatzrückgang von -3 % mit einer einhergehenden Kostenreduzierung prognostiziert, sodass das Ergebnis für das dritte Quartal leicht im positiven Bereich ist. Nach Berücksichtigung der verbleibenden Auswirkungen der Personalmaßnahmen mit weiteren Kostenreduzierungen wird das Ergebnis aus dem dritten Quartal nochmals verbessert. Abschließend wird für das Geschäftsjahr 2024 von einer leichten Umsatzerhöhung im Vergleich zum Vorjahr von ca. 2 % bis 3 % sowie einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR -1,2 Mio. ausgegangen. Durch die berücksichtigten strukturellen Änderungen ist eine positive Veränderung erkennbar. 7. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Das abgelaufene Geschäftsjahr blieb für die Avient Colorants Germany GmbH deutlich hinter den Ergebniserwartungen zurück. Die Umsatzerlöse sind gesunken. Darüber hinaus ergaben sich Kostensteigerungen für Rohstoffe, Transporte, Energien und Personal. Insgesamt konnte keine Trendwende für die Gesellschaft herbeigeführt werden, um ein positives operatives Ergebnis aus der Betriebstätigkeit zu erzielen. Hinsichtlich der Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verweisen wir auf unseren Nachtragsbericht im Anhang. 8. Dank an die Mitarbeitenden Die Geschäftsleitung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das große Engagement und die außergewöhnlichen Anstrengungen bei der Durchführung der Aufgaben und Bewältigung der Herausforderungen im Jahr 2023.
Frankfurt am Main, 26. August 2024 Die Geschäftsführung Anke Bergheim Holger Kronimus Norbert Merklein Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Avient Colorants Germany GmbH, Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Avient Colorants Germany GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Avient Colorants Germany GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Koblenz, 26. August 2024 DORNBACH
GmbH
Schenkel, Wirtschaftsprüfer Breker, Wirtschaftsprüfer Datum der Feststellung des JahresabschlussesDer Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 31. Oktober 2024 festgestellt. |
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