Aves Asset Holding GmbHLiquidiert

21521 Sachsenwald (Forstgutsbez.), DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Lübeck HRB 22039 HL
Vorher
BSI Asset GmbHBSI Blue Seas Investment GmbH
Eingetragen
11.12.2013
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, die Veräußerung und die Verwaltung von Transportmitteln, insbesondere Containern und von Unternehmensbeteiligungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung sowie Tätigkeit gemäß § 34c GewO.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christian Ohlen
seit 6.10.2023
Geschäftsführer
Felicia Prange
seit 25.4.2023
Geschäftsführer

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Aves Asset Holding GmbH

Gemeindefreies Gebiet Sachsenwald, Kreis Herzogtum Lauenburg (vormals: Hamburg)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht 2021

INHALT

1. GRUNDLAGEN UND GESCHÄFTSMODELL

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

3. ERTRAGSLAGE

4. FINANZLAGE & VERMÖGENSLAGE

5. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

6. AUSBLICK

1. Grundlagen und Geschäftsmodell

Die Aves Asset Holding GmbH (AAH), vormals BSI Blue Seas Investment GmbH, wurde im Jahr 2013 gegründet. Im Jahr 2014 wurde die Blue Seas Investment GmbH, Salzburg, Österreich auf die BSI Asset GmbH, Hamburg, als aufnehmende Gesellschaft verschmolzen. Danach wurde die BSI Asset GmbH in BSI Blue Seas Investment GmbH umbenannt.

Die Aves One AG, Hamburg, hält 100 % der Anteile an der Aves Asset Holding GmbH. Die vorherige allein Gesellschafterin BSI Logistics GmbH war eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Aves One AG. Die BSI Logistics GmbH wurde mit Vertrag vom 19. November 2020 auf die Aves Asset Holding GmbH verschmolzen.

Die AAH hält im Berichtsjahr 51 % der Anteile an folgenden Gesellschaften:

BSI CONICAL Container GmbH i.L., Hamburg

Des Weiteren ist die AAH jeweils alleinige Kommanditistin der folgenden Gesellschaften:

Aves Rail Holding GmbH & Co. KG, Sachsenwald

Aves Special Equipment GmbH & Co. KG, Sachsenwald

Aves Transport 1 GmbH & Co. KG, Hamburg

BSI Logistics VI GmbH & Co. KG, Hamburg

Seit 2013 haben die AAH bzw. ihre Tochtergesellschaften diverse Portfolios erworben, welche in Summe zum 31. Dezember 2020 rund 110.000 (ca. 150.000 CEU) Seefracht-Container umfassen. Vor dem Hintergrund fehlender Wachstumsopportunitäten wurden bereits im Vorjahr keine relevanten Investitionen in den Bereich Seecontainer vorgenommen. Mit Asset-Purchase-Agreement vom 18. März 2021 wurden nahezu sämtliche Seecontainer an die Investmentgesellschaft OHA KY Investment 1,L.P., George Town, Cayman Islands (im Folgenden "OHA"), veräußert. Die hiermit einhergehenden direkten Finanzverbindlichkeiten, die für die Finanzierung der Seecontainer aufgenommen worden sind, wurden im Geschäftsjahr 2021 vollständig zurückgeführt. Mit Verkauf des Portfolios konzentriert sich die AAH auf die Finanzierung Ihrer Tochtergesellschaften im Rail- und Wechselbrückenbereich, welchen Sie durch die Aves Rail Equipment Holding GmbH & Co. KG und die Aves Special Equipment Holding GmbH & Co. KG hält.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Lage

Für das globale Wirtschaftswachstum war in 2021 nach dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie in 2020 und dem hiermit einhergehenden merklichen Einbruch der Konjunktur eine Aufhellung zu verzeichnen. Ursächlich hierfür waren gemäß dem Internationalen Währungsfonds (nachfolgend "IWF") der Zugang zu Impfstoffen sowie der hiermit einhergehende Impffortschritt, der in fast allen fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu einer Normalisierung der Wirtschaftsleistung geführt hatte, die Anpassung der Unternehmen an veränderte Rahmenbedingungen sowie die expansive Geldpolitik und Wirkung von staatlichen Förderprogrammen. Ein Wiederaufleben der Corona-Infektionszahlen insbesondere in Europa führte zur Wiedereinführung von Eindämmungsmaßnahmen in vielen Volkswirtschaften mit entsprechend negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Die Störung der Lieferketten, die auch im vierten Quartal 2021 anhielt, Produktionsunterbrechungen, erhöhte Energiekosten infolge steigender Preise für fossile Brennstoffe und ein weiterer Anstieg der Inflation in der zweiten Jahreshälfte haben das Wirtschaftswachstum ausgebremst. Im November waren Anzeichen für eine weltweite Trendwende mit einer Belebung des internationalen Handels und positiven Überraschungen bei den Daten für den Dienstleistungssektor und die Industrieproduktion zu verzeichnen, doch konnte dies die früheren Rückgänge nur teilweise ausgleichen.

Gemäß den Schätzungen des IWF vom Januar 2022 resultierte in 2021 ein Anstieg des globalen Wirtschaftswachstums von 5,9 %, nachdem im Vorjahr die Weltwirtschaft um 3,1 % gesunken war. Die Wachstumserwartungen wurden somit gegenüber den Schätzungen des IWF vom Oktober 2021 um 0,5 % nach unten korrigiert. Für die Industrienationen resultierte gemäß den Experten des IWF in 2021 ein Wachstum von 5,0 % (Vj. -4,5 %). Das Bruttoinlandsprodukt für die Schwellen- und Entwicklungsländer betrug nach den Einschätzungen der IWF-Analysten 6,5 %, nachdem hier im Vorjahr noch ein Rückgang von 2,0 % zu verzeichnen war.

Für Europa war nach einem Rückgang von 6,4 % in 2020 ein Anstieg der Konjunktur auf 5,2 % festzustellen. Das Wachstumstempo schwächte sich allerdings wegen steigender Coronazahlen und neuen Eindämmungsmaßnahmen ab. In Deutschland stieg die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 um 2,7 %, nachdem im Vorjahr noch ein Rückgang von 4,6 % resultierte. Im vierten Quartal 2021 bremste insbesondere die pandemische Lage die Wirtschaftsleistung in Deutschland, die um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal sank (Eurostat, März 2022). China, als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, konnte ein Wachstum von 8,1 % (Vj. 2,3 %) erzielen. Nach einem starken Jahresauftakt trugen Störungen durch COVID-Ausbrüche, Unterbrechungen der Industrieproduktion durch Stromausfälle, Schwierigkeiten im Immobiliensektor und ein schneller, als erwartet erfolgter Rückzug öffentlicher Investitionen zu einer Verlangsamung im zweiten Halbjahr bei. Für die USA ermittelten die Experten des IWF ein Bruttoinlandsprodukt von 5,6 % (Vj. -3,4 %), dass insbesondere durch starken Konsum, der u.a. auch durch regierungspolitische Maßnahmen angeregt wurde, gekennzeichnet war, aber auch durch steigende Exporte und höhere Vorratsinvestitionen im vierten Quartal des Jahres.

Branchensituation

Im Folgenden wird auf die Entwicklung der Branchen der Geschäftsbereiche der Tochtergesellschaften der AAH eingegangen.

Rail

Die Europäische Kommission strebt das Ziel an, dass 30 % des Straßengüterverkehrs über 300 km bis 2030 und 50 % bis 2050 auf andere Verkehrsträger wie Eisenbahn- oder Schiffsverkehr verlagert werden. Einhergehend hiermit sollen Klimaschutzziele, wie die Senkung von CO 2 -Emissionen, realisiert werden und somit die Umweltvorteile des Verkehrsträgers Schiene gegenüber dem Transport auf der Straße genutzt und ausgebaut werden. Mit dem von der EU in 2019 eingeführten Green-Deal sind die ursprünglichen Klimaziele nochmal erweitert worden. Vor diesem Hintergrund hatte die vormalige Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag und ihrem "Masterplan Schienengüterverkehr" beschlossen, den Schienengüterverkehr dauerhaft zu stärken und auszubauen und gleichzeitig die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen. Zudem hat sie das Ziel vorgegeben eine Verdoppelung der Transporte auf der Schiene bis 2030 und damit einen kräftigen Ausbau des Schienengüterverkehrs in Deutschland zu erreichen.

Gemäß der von Bund und Bahn Anfang des Jahres 2020 unterzeichneten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung sollen bis 2030 insgesamt EUR 86 Mrd. in die Schieneninfrastruktur investiert werden. Dies bedeutet, dass durchschnittlich EUR 8,6 Mrd. jährlich in Erhalt und Modernisierung des Schienennetzes fließen. Im Zuge von COVID-19-Konjunkturpaketen sind weitere Unterstützungsmaßnahmen vorgenommen worden. Relevante Investitionen in die Schienengüterinfrastruktur sind unter anderem auch in Frankreich, Österreich, Polen und in der Schweiz vorgesehen. Dies zeigt die Bedeutung des Schienengüterverkehrs in Deutschland und Europa. Das Jahr 2021 ist zudem von der EU-Kommission als das "Europäische Jahr der Schiene" ausgerufen worden, um den Eisenbahnanteil am Gesamtgüterverkehr auszubauen und den Zielen des Green-Deals zu entsprechen.

In den USA beherrschen Leasingunternehmen ca. 65 % des Güterwagenmarktes. Gemäß der SCI Verkehr GmbH, Köln (im Folgenden "SCI"), wird der Anteil der Leasingunternehmen in Europa von momentan 35 % auf 45 % bis 2025 ansteigen und somit der Güterwagenbestand der Vermietgesellschaften um 2,2 - 2,5 % jährlich zunehmen. Ersatzinvestitionen sind und werden im Güterwagenbereich Markttreiber bleiben, da aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Wagenflotte in Europa in den nächsten Jahren hohe Ersatzinvestitionen erforderlich werden. Gemäß Informationen von Betreibern und Herstellern werden nach wie vor weniger Wagen produziert als Ersatzinvestitionen benötigt würden, daher steigt das Durchschnittsalter der Flotten weiter an. Hinsichtlich der Ersatzinvestitionen geht es aber nicht nur um modernere Güterwagen, sondern auch um solche, die größere Volumina transportieren können und insgesamt einen effizienteren Transport ermöglichen. So wird zwar die Gesamtflotte an Güterwagen im Laufe der Zeit etwas geringer, die transportierten Tonnenkilometer steigen aber dennoch kontinuierlich. Der Markt für die Produktion von neuen Güterwagen ist in Europa relativ klein im Vergleich zur Flottengröße und deckt in Jahren mit starker Nachfrage nicht die Marktbedürfnisse. Zugleich werden alte Wagen verschrottet.

Der langfristige Trend zeigt eindeutig eine Steigerung des Gesamtaufkommens des Güterverkehrs und profitiert von generellen Wachstumstrends. Der Marktanteil des Schienengüterverkehrs an der gesamten Transportleistung in Europa liegt derzeitig bei ca. 18 %. Wie in den vergangenen Jahren war festzustellen, dass die durchschnittliche Transportweite auf der Schiene weiterhin zunimmt. Dies ist ein Zeichen für die Effizienzsteigerung des Schienenverkehrs.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass es bei den großen Eisenbahnverkehrsunternehmen weiterhin eine starke Entwicklung hin zur Anmietung von Wagen geben wird. Es ist der Trend zu verzeichnen, dass Eisenbahnverkehrsunternehmen als Folge des liberalisierten Bahnmarktes häufiger kurzfristigere Verkehrsverträge mit ihren Endkunden eingehen müssen, und daher nicht langfristig in Güter- und Kesselwagen investieren. Die wichtigsten Nutzer der Waggons der Tochtergesellschaften der AAH sind traditionell Eisenbahnverkehrsunternehmen, Eisenbahnspeditionen, Industriekunden und Verlader.

Die AAH ist überzeugt, dass der Schiene im zukünftigen europäischen Güterverkehr eine bedeutende Rolle zukommen wird. Wachstumsimpulse werden zudem durch die Trassenpreissenkung im Schienengüterverkehr erwartet. Mit dem Investitionsstau verbundener dringender Erneuerungsbedarf in den Güterwagenflotten der traditionellen Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie neue europäische Anforderungen an Sicherheit und Instandhaltung von Güterwagen werden, nach Überzeugung der Geschäftsführung, in den nächsten Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage an modernen Güterwagen mit sich bringen. Generell ist die Geschäftsführung der Meinung, dass verkehrspolitische Maßnahmen auf EU- und regionaler Ebene die Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr langfristig positiv beeinflussen und auch die Schiene im Wettbewerb zum Straßengüterverkehr konkurrenzfähiger machen wird.

Container

Im Bereich der Wechselbrücken zählen Logistikunternehmen aus dem sogenannten Kurier-, Express- und Paket-Markt (KEP-Markt) zu den Hauptmietern. Einer der Hauptwachstumstreiber ist unverändert der zunehmende Online-Handel im B2C-Segment (Business-to-Consumer), aber auch für internationale Sendungen war ein Anstieg zu verzeichnen, der sich zukünftig fortsetzen und zunehmen wird. Im Jahr 2020 wurden mit 4,1 Mrd. Sendungen eine neue Bestmarke im KEP-Markt erzielt. Zudem konnte für die Sendungen erstmals in den letzten zwanzig Jahren mit 10,9 % ein zweistelliges Wachstum verzeichnet werden. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik e.V. wird für 2021 mit zusätzlichen 0,3 Mrd. Sendungen gerechnet. Bis 2025 wird ein weiteres Wachstum des Sendungsvolumens um insgesamt 7,0 % pro Jahr auf 5,7 Mrd. Sendungen erwartet. Die Bedeutung der internationalen KEP-Sendungen wird hier weiter zunehmen und sich mittelfristig fortsetzen.

Das für die Nachfrage nach Containertransportleistungen wichtige Welthandelsvolumen ist im Einklang mit der globalen wirtschaftlichen Erholung und einer erhöhten Nachfrage nach Konsumgütern im Jahr 2021 um 9,3 % gestiegen, nachdem das Welthandelsvolumen im Vorjahr aufgrund der COVID-19 Pandemie um 8,2 % gesunken war. Die weltweiten Containertransportmengen lagen im Jahr 2021 durchgängig auf einem hohen Niveau, wohingegen diese im ersten Halbjahr 2020 sogar rückläufig waren. Die gestiegene Nachfrage führte in Verbindung mit regionalen COVID-19-Restriktionen und gleichzeitig knappen Transportkapazitäten allerdings zu einer nachhaltigen Störung der globalen Lieferketten, welche die Volumenentwicklung zum Jahresende negativ beeinträchtigte. Insbesondere in Nordamerika war die Hafen- und Hinterlandinfrastruktur überlastet. Die ohnehin angespannte Situation wurde durch coronabedingte Hafenschließungen in China und die zeitweise Blockade des Suezkanals weiter verschärft. Im Verlauf des Jahres 2021 wurden Aufträge für den Bau von 549 Containerschiffen mit einer Transportkapazität von insgesamt TEU 4,2 Mio. vergeben, ein sehr deutlicher Anstieg gegenüber den 100 Schiffen mit einer Kapazität von TEU 1,0 Mio., die im Jahr 2020 bestellt wurden. Die Tonnage der in Auftrag gegebenen Containerschiffe stieg nach Angaben von MDS Transmodal zum Jahresende 2021 auf TEU 5,4 Mio., nach TEU 2,4 Mio. im Vorjahr. Damit lag das Verhältnis von Auftragsbestand zur aktuellen Weltcontainerflottenkapazität mit 22 % auf dem höchsten Stand seit 2011.

3. Ertragslage

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 9.934 (Vorjahr: TEUR 36.089) resultieren im Wesentlichen aus Konzernumlagen und weiterberechneten Kosten an Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 6.604 (Vorjahr: 5.384) TEUR, aus Mieteinnahmen aus der Vermietung von Containern in Höhe von TEUR 1.831 (Vorjahr: TEUR 14.067) sowie Verkaufserlösen durch die Veräußerung von Containern in Höhe von TEUR 1.499 (Vorjahr: TEUR 16.639).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 5.238 (Vorjahr: TEUR 2.808) resultieren im Wesentlichen aus Erträgen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 3.424 (Vorjahr: TEUR 2.225) sowie aus Gewinn durch Verschmelzungen und Anwachsungen von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 1.148 (Vorjahr: TEUR 16).

Materialaufwand

Der Materialaufwand in Höhe von TEUR 2.417 (Vorjahr: TEUR 27.321) resultiert im Wesentlichen in Höhe von TEUR 1.333 (Vorjahr: TEUR 12.515) aus Aufwendungen aus der Veräußerung der im Anlage- und Umlaufvermögen befindlichen Container sowie aus Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 1.084 (Vorjahr: TEUR 14.806), welche überwiegend operative Aufwendungen im Zusammenhang mit der Containervermietung betreffen.

Abschreibungen

Die Abschreibungen sind im Berichtsjahr stark gesunken von TEUR 21.573 auf TEUR 117. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Verkaufsprozess des gesamten Seecontainer Portfolios.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 25.351 (Vorjahr: TEUR 37.345) sind gegenüber dem Vorjahr signifikant gesunken. Einen wesentlichen Einflussfaktor stellen hierbei die im Berichtsjahr im Zusammenhang mit den Anwachsungen und Verschmelzungen diverser Tochtergesellschaften entstandenen Verluste in Höhe von TEUR 9.149 (Vorjahr: TEUR 18.425). Des Weiteren sind im Berichtsjahr Kosten durch die Holdingumlage in Höhe von TEUR 6.572 (Vorjahr: TEUR 2.640) entstanden. Die Kapitalbeschaffungskosten befinden sich mit TEUR 838 (Vorjahr: TEUR 2.124) aufgrund der Rückführung der Direktinvestments auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr. Im Berichtsjahr entstanden Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 3.250 (Vorjahr: TEUR 2.431) sowie Aufwendungen für Anlagenabgänge in Höhe von TEUR 1.592 (Vorjahr: TEUR 0).

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis in Höhe von TEUR -4.062 (Vorjahr: TEUR -9.252) resultiert überwiegend aus Zinsaufwendungen aus gruppeninternen Darlehen. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus geringeren vorgenommenen Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 7 (Vorjahr: TEUR 3.475).

Ergebnisentwicklung

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das operative Ergebnis (EBITDA) der AAH deutlich verbessert. Für den Rohertrag (Umsatzerlöse abzgl. Materialaufwendungen) war ein Rückgang auf TEUR 7.517 (Vorjahr: TEUR 8.769) zu verzeichnen. Dieser Rückgang um TEUR 1.252 konnte durch die um TEUR 11.994 niedrigeren sonstige betriebliche Aufwendungen sowie um TEUR 2.430 höheren sonstige betriebliche Erträge im Vergleich zum Vorjahr kompensiert werden. Das EBITDA verbesserte sich somit in 2021 um TEUR 15.274 auf TEUR -12.596.

Bei Abschreibungen in Höhe von TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 21.573) und einem Finanzergebnis von TEUR -4.062 (Vorjahr: TEUR -9.252) ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 17.003 (Vorjahr: Jahresfehlbetrag TEUR 60.327).

4. Finanzlage & Vermögenslage

Liquiditätslage

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr ihre Liquidität durch das operative Geschäft, die Rückführung gruppeninterner Forderungen und durch gruppeninterne Darlehen gesichert. Anschlussfinanzierungen wurden wie geplant rechtzeitig eingegangen.

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit erfolgten Einzahlungen aus Neu- und Anschlussfinanzierungen in Höhe von TEUR 99.298 (Vorjahr: TEUR 126.783), denen Auszahlungen für Tilgungen in Höhe von TEUR 59.639 (Vorjahr: TEUR 88.402) gegenüberstehen.

Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag TEUR 145 (Vorjahr: TEUR 2.331).

Die Gesellschaft war im gesamten Berichtsjahr in der Lage, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

Investitionen

Im Berichtsjahr wurden keine Investitionen in der Aves Asset Holding GmbH getätigt.

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2021 beträgt EUR 265,3 Mio. (Vorjahr: EUR 250,9 Mio.).

Das langfristige Vermögen verringert sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 73.672 auf TEUR 125.925. Der Rückgang beruht im Wesentlichen aus dem Verkauf der im Anlagevermögen gehaltenen Seecontainer in Höhe von TEUR 70.982 sowie der Beteiligung an der CH2 Contorhaus Hansestadt Hamburg AG in Höhe von TEUR 1.592.

Das kurzfristige Vermögen erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 88.030 auf TEUR 139.334. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus gewährten Darlehen gegenüber den Tochtergesellschaften zur Finanzierung und zum Erwerb von Güter- und Kesselwagen sowie Wechselbrücken.

Die Passivseite ist geprägt durch Verbindlichkeiten aus gruppeninternen Darlehen in Höhe von TEUR 229.982 (Vorjahr: TEUR 136.532). Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen um TEUR 115 beruht im Wesentlichen aus Rückstellung für die Erstellung der Steuererklärungen für das Kalenderjahr 2020 und 2021 für die AAH und deren angewachsenen bzw. verschmolzenen Tochtergesellschaften.

Bilanzstruktur

in % der Bilanzsumme

Aktiva 2021 2020
Anlagevermögen
Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögensgegenstände 0,00% 36,59%
Finanzanlagen 47,47% 50,85%
Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 52,47% 19,52%
Bankguthaben 0,06% 0,93%
Sonstige Aktiva 0,00% 0,00%
100,00% 100,00%
Passiva
Eigenkapital 7,37% 14,57%
Rückstellungen 0,18% 0,25%
Verbindlichkeiten 92,45% 85,18%
davon Direktinvestments 0,00% 21,95%
100,00% 100,00%
Bilanzsumme in Mio. EUR 265,3 250,9

Prognose-Ist-Vergleich

Die Prognose der Geschäftsführung, für das Berichtsjahr ein negatives EBT von rund EUR 16,8 Mio. zu erzielen, wurde mit einem negativen EBT in Höhe von EUR 16,8 Mio. leicht unterschritten.

5. Chancen- und Risikobericht

Im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit ist die AAH zahlreichen Risiken ausgesetzt, die sich negativ auf die Entwicklung des Unternehmens auswirken könnten. Ziel ist es, diese Risiken so früh wie möglich zu erkennen und die daraus resultierenden Auswirkungen so gut wie möglich zu begrenzen. Die Risikopolitik der AAH entspricht dabei dem Bestreben, die Profitabilität zu erhöhen und den Fortbestand der Gesellschaft langfristig zu sichern. Gleichermaßen ist die Identifikation von Chancen integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Mit dem Verkauf des kompletten Seecontainer Portfolios im Geschäftsjahr 2021 sowie der Verschmelzung der BSI Logistics GmbH auf die Aves Asset Holding GmbH im Geschäftsjahr 2020 übernimmt die Aves Asset Holding GmbH zukünftig ausschließlich Holdingtätigkeiten für Ihrer Tochtergesellschaften. Die Tochtergesellschaften sind daher maßgeblich für den zukünftigen Erfolg der AAH und sind im Wesentlichen in den Bereichen Rail und Wechselbrücken tätig, daher wird im folgende näher auf diese Bereiche eingegangen.

Gesamtbild zur Chancen- und Risikolage

Der Fokus der Tochtergesellschaften der AAH liegt auf der Beschaffung und dem Halten von langlebigen Logistik-Assets, insbesondere Güterwagen. Wechselbrücken ergänzen das Portfolio in geringem Ausmaß. Es wird eine möglichst langfristige, breite Diversifizierung des Logistik-Portfolios angestrebt, um sich generell gegen kurzfristige Konjunkturschwankungen abzusichern.

Die Bedeutung des gesamtwirtschaftlichen Risikos wird zum Betrachtungszeitpunkt als gering eingeschätzt.

Markt für Rail

Die Europäische Kommission hatte das Jahr 2021 zum Europäischen Jahr der Schiene erklärt. Mit Veranstaltungen, Kampagnen und Initiativen wurde Werbung für die Schiene als ein nachhaltiger, innovativer und sicherer Verkehrsträger gemacht. Dieses Europäische Jahr sollte helfen, die Ziele des europäischen "Grünen Deals" im Verkehrssektor zu erreichen. Ein Viertel der Treibhausgasemissionen in der EU wird derzeit durch den Verkehr verursacht. Diese sollen bis 2050 um 90 Prozent reduziert werden. Damit wird in Deutschland und Europa die Liberalisierung des Schienengüterverkehrs weiter gefördert und macht den Schienengüterverkehr zukünftig noch attraktiver. Vor dem Hintergrund der Erreichung der Klimaziele und der Verlagerung der Transporte spielt der kombinierte Verkehr, bei dem ein nahtloser Übergang zwischen den Verkehrsmitteln (Schiff, LKW, Bahn) möglich ist, national und international eine besondere Rolle. Die staatlichen Eisenbahngesellschaften konzentrieren sich auf den Ausbau von Infrastruktur und den Personenverkehr. Der Neu- und Ersatzbedarf an Güterwaggons wird zum Teil durch Leasinggesellschaften finanziert, was die Entwicklung der AAH und Ihren Töchtern weiter begünstigen kann. Die Entwicklung des Schienengüterverkehrs wird durch die hohe Regulierung und die verschiedensten Auflagen wie z.B. Lärmschutz und dem damit verbundenen hohen organisatorischen Aufwand gehemmt, stellt auf der anderen Seite aber eine Chance dar, da die von den Tochtergesellschaften der AAH erworbenen Güterwagen grundsätzlich dem aktuellen Standard entsprechen und somit auch langfristig gut am Markt positionierbar sind. Des Weiteren verfügt die AAH nach Ansicht der Geschäftsführung über zwei Top Ten Asset Manager im Eisenbahnmarkt. Auch vor dem Hintergrund des durch die Bundesregierung geschlossenen Koalitionsvertrages sowie den dort gesetzten Zielen mit einem klaren Fokus auf Klimaschutz werden positive Auswirkungen auf den Railmarkt und somit auf die AAH und Ihre Tochtergesellschaften erwartet.

Das Risiko für den Rail Markt wird zum Betrachtungszeitpunkt als gering eingeschätzt.

Markt für Wechselbrücken

Neben dem Railmarkt ist die AAH mit Ihren Tochtergesellschaften im Bereich Container im Markt für spezielle Transportlösungen wie Wechselbrücken tätig. Der Markt für Wechselbrücken wird nach Einschätzung der AAH weiterwachsen. So wird nach einer Bestmarke in 2020 im Hinblick auf das Sendungsvolumen für 2021 ein zusätzliches Sendungsvolumen von 0,3 Mrd. auf dann insgesamt 4,4 Mrd. Sendungen in Deutschland erwartet. Darüber hinaus soll der KEP-Markt nach den Einschätzungen des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik e.V. bis 2025 um jährlich 7 % auf dann 5,7 Mrd. Sendungen wachsen. Sollten sich die geschilderten Rahmenbedingungen ändern, könnte dies zu einer Verschlechterung der Geschäftsaussichten der Gesellschaft führen.

Das allgemeine Risiko für den Wechselbrückenmarkt wird zum Betrachtungszeitpunkt als gering eingeschätzt.

Operative Risiken

Die operativen Risiken bestehen im Wesentlichen in Bezug auf die Auslastung sowie die künftige Mietpreisentwicklung.

Auslastungsrisiko

Rail

Durch die lange Nutzungsdauer und das hohe Investitionsvolumen werden in der Regel eher kurze oder mittelfristige Mietverträge bei Güter- und Kesselwagen vereinbart, die jedoch regelmäßig verlängert werden. Das Auslastungsrisiko ergibt sich somit erst nach Beendigung der Mietdauer.

Die derzeitig im Bestand befindlichen Assets sind größtenteils für drei bis fünf Jahre fest vermietet und weisen im Marktvergleich ein sehr niedriges Durchschnittsalter auf. Durch die allgemein herrschende Überalterung der Gesamtflotte im Eisenbahnmarkt und die anhaltenden Engpässe bei Neubauten ist zum Betrachtungszeitpunkt das Auslastungsrisiko als mittel einzustufen.

Wechselbrücken

Bei Wechselbrücken hängt die Entwicklung im Wesentlichen vom deutschen Markt ab. Bestehende Assets unterliegen einer ständigen Kontrolle bezüglich ihrer Auslastung. Wird diese unterschritten, können Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Überführung in den Resale-Markt, ergriffen werden. Bei neu akquirierten Portfolios wird auf ein möglichst geringes Alter der Einheiten und einen zugrunde liegenden langfristigen Mietvertrag besonderen Wert gelegt. Bei der anschließenden Mietverlängerung sind eher kurzfristige Vertragslaufzeiten marktüblich.

Das Auslastungsrisiko zum Betrachtungszeitpunkt wird als gering eingeschätzt.

Anschlussvermietungsrisiko

Rail / Wechselbrücken

Bei den Güter- und Kesselwagen und den Wechselbrücken mit auslaufenden Mietverträgen besteht ein Risiko bzgl. der Anschlussvermietung. Hierbei kann es je nach Marktumfeld und Nachfrage zu kürzeren Mietlaufzeiten und / oder zu geringeren Mietraten kommen.

Das Anschlussvermietungsrisiko wird zum Betrachtungszeitpunkt jeweils als gering angesehen.

Restwert-Risiko

Rail

Bei Güter- und Kesselwagen, die ihr theoretisches Lebensende (45 Jahre) erreichen, kann es je nach Marktumfeld und Nachfrage zu niedrigeren Widerverkaufspreisen und damit verbunden zu Buchverlusten aus dem Abgang kommen.

Wechselbrücken

Bei Wechselbrücken, die ihr theoretisches Lebensende (12 Jahre) erreichen, kann es je nach Marktumfeld und Nachfrage zu niedrigeren Widerverkaufspreisen und damit verbunden zu Buchverlusten aus dem Abgang von Wechselbrücken kommen.

Das Restwertrisiko wird zum Betrachtungszeitpunkt jeweils als gering eingeschätzt.

Risiken in Verbindung mit Marktpreisveränderungen der Assets

Rail / Wechselbrücken

Der Tochtergesellschaften der AAH sind grundsätzlich einem Marktpreisänderungsrisiko ausgesetzt. Die Preise für den Erwerb von neuen Güterwagen (Neubaupreise) bzw. Wechselbrücken steigen. Das Preisniveau für Vermietungen ist weitestgehend stabil geblieben, mit einer weiter steigenden Tendenz. Ein Verkauf ist nicht vorgesehen.

Das Marktpreisveränderungsrisiko wird unverändert als gering angesehen.

Risiken in Bezug auf die Profitabilität

Neben der Stärkung des Eigenkapitals durch Kapitalmaßnahmen ist es auch bei Verfolgung eines expansiven Wachstumskurses erforderlich, in den Tochtergesellschaften profitabel zu sein. So wird das Vertrauen der Investoren in das Geschäftsmodell weiter gestärkt und der Weg zu weiteren Assets und Finanzierungen zu günstigen Konditionen geschaffen. Die in den Vorjahren und im Geschäftsjahr eingeleiteten Maßnahmen und Akquisitionen zeigen im Kern-Segment Rail Wirkung in Form von gestiegenen operativen Ergebnissen (EBITDA).

Dieses Risiko wird als mittel eingeschätzt.

Finanzierungsrisiken

Institutionelle Investoren

Mit Swiss Life und Vauban als zwei kapitalstarke langfristige Investoren an der Seite, hat die Gesellschaft einen schnellen Zugang zu Finanzierungen. Das Liquiditätsrisiko wird zum Berichtszeitpunkt als gering eingeschätzt.

Bankenfinanzierung

Die Finanzierung durch Banken unterliegt hohen Anforderungen an Besicherung und Berichtswesen. Wenn dem geforderten Berichtswesen nicht entsprochen wird, kann dies zu einer Vorfälligkeit der gesamten Darlehenssumme und einem möglichen Ausschluss für weitere Finanzierungen führen. Daher überwacht das Investment-Team zusammen mit dem Controlling engmaschig die Einhaltung der Finanzierungsbestimmungen und Berichtspflichten durch das bestehende Berichts-, Kontroll- und Risikomanagementsystem der AAH. Die Basis der Banken, mit denen die Tochtergesellschaften der AAH Verträge abgeschlossen haben, ist auf bis zu zehn Banken erweitert worden.

Das Risiko wird zum Betrachtungszeitpunkt als mittel eingeschätzt.

Chancenbericht

Das Risikomanagementsystem beinhaltet neben Risiko- auch Chancenpotentiale. Die strategische Ausrichtung auf Geschäftschancen soll neben der Risikoidentifikation sowie Risikovermeidung dazu beitragen, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern, die Profitabilität zu erhöhen sowie den Fortbestand der AAH langfristig zu sichern. Die Chancen der Tochtergesellschaften der AAH sind gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen. Hierzu tragen insbesondere die Investitionen des Vorjahres und des abgelaufenen Geschäftsjahres bei. Darüber hinaus wird der weiter steigende Bedarf an Logistik-Assets, Auslastungen auf weiterhin hohem Niveau sowie die Verbesserung der Finanzierungsstruktur positive Einflüsse auf den Aves Asset Holding GmbH und Ihre Töchter haben. Die Identifikation von Chancen ist integraler Bestandteil der Unternehmensführung. Auf Basis der beschriebenen Rahmenbedingungen, Markt- und Branchensituation sowie der Geschäftsentwicklung ergeben sich diverse Chancenpotentiale, von denen nachfolgend ausgewählte dargestellt werden.

Rail

In Deutschland und Europa wird die Liberalisierung des Schienengüterverkehrs gefördert und gefordert. Gemäß einer Zielvorgabe der Europäischen Kommission sollen 50 % des Frachtverkehrs bis 2050 von der Straße auf andere Transportmittel, wie z.B. die Schiene oder das Schiff wechseln. Damit einhergehend sollen Klimaschutzziele, wie die Senkung der CO 2 -Emissionen, erreicht werden und somit die Umweltvorteile des Verkehrsträgers Schiene gegenüber dem Transport auf der Straße genutzt und ausgebaut werden. SCI erwartet hieraus, dass vor allem der Intermodalsektor bis 2030 stark wachsen wird, um die gesteckten Ziele zur Verlagerung von der Straße auf die Schiene erreichen zu können. Schon heute werden 35 % der Verkehrsleistung der Güterbahnen in Deutschland im kombinierten Verkehr erbracht, der als wichtiger Wachstumsmarkt anzusehen ist.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen befindet sich die AAH mit Ihren Töchtern in einem Marktumfeld mit guter Perspektive. Da die staatlichen Bahngesellschaften begrenzte Finanzierungsmöglichkeiten haben, fokussieren sie sich verstärkt auf Investitionen in das Schienennetz und den Personenverkehr. Ein Ende dieser Desinvestition bei Waggons scheint eher unwahrscheinlich. In den USA beherrschen Leasingunternehmen etwa 65 % des Güterwagenmarktes. Laut SCI wird der Anteil der Leasingunternehmen in Europa von momentan 35 % auf 45 % bis 2025 ansteigen und somit der Güterwagenbestand der Vermietgesellschaften um 2,2 - 2,5 % jährlich zunehmen. Ersatzinvestitionen sind und werden im Güterwagenbereich Markttreiber bleiben, da aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Güterwagenflotte in Europa in den nächsten Jahren hohe Ersatzinvestitionen erforderlich werden. Den Informationen von Betreibern und Herstellern zufolge werden nach wie vor weniger Wagen produziert als Ersatzinvestitionen benötigt würden, daher steigt das Durchschnittsalter der Flotten weiter an. Die AAH sieht gute Chancen, in diesem Markt zu wachsen und durch zusätzliche Erstinvestitionen oder Erweiterungsinvestitionen dazu beizutragen, die wachsende Lücke zwischen Bedarf und Angebot des Marktes zu schließen. Mit den getätigten Investitionen verfügt die AAH und Ihre Tochtergesellschaften über ein breites Portfolio an Güter- und Kesselwagen, Intermodalwagen und Schüttgutwagen sowie weiteren Wagen. Die Geschäftsführung legt den Fokus weiter verstärkt auf Rail und beabsichtigt, diesen Geschäftsbereich durch weitere Akquisitionen deutlich auszubauen und Wachstumsopportunitäten wahrzunehmen.

Im Rahmen des Anstiegs der Neubaupreise besteht die Chance, dass bei einem Neuabschluss von Mietverträgen oder auch bei auslaufenden Mietverträgen Anpassungen des derzeitigen Mietniveaus nach oben durchgesetzt werden können.

Wechselbrücken

Im Bereich Special Equipment zählen Logistikunternehmen aus dem sogenannten Kurier-, Express- und Paket-Markt (KEP-Markt) zu den Hauptmietern von Wechselbrücken. Einer der Hauptwachstumstreiber ist unverändert der zunehmende Online-Handel im B2C-Segment (Business-to-Consumer), aber auch für internationale Sendungen war ein Anstieg zu verzeichnen, der sich weiter fortsetzen wird. Nach Einschätzung des Bundesverbandes Paket- und Expresslogistik e.V. wird für die nächsten Jahre bis 2025 von einem jährlichen Wachstum des Sendungsvolumens um insgesamt 7,0 % pro Jahr gerechnet. Logistiker konzentrieren sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft oder haben aus bilanzpolitischen Gründen keine Möglichkeiten der Beschaffung dieser mobilen Anlagegüter. Diese beiden Faktoren beschleunigen somit das Wachstum der Leasinggesellschaften, die Partner der Tochtergesellschaften der AAH sind. Auch SCI erwartet positive Effekte für den Wechselbrückenmarkt. Demnach werden durch neue Marktteilnehmer Erweiterungen der Produktionskapazitäten von Wechselbrücken erwartet, die sich in einer Erhöhung der Mietraten niederschlagen sollen. Aufgrund des zunehmenden Online-Handels wird von einer steigenden Nachfrage nach Wechselbrücken ausgegangen. Durch die Internationalisierung der Logistikunternehmen, insbesondere nach Osteuropa, kann zusätzliches Wachstumspotential für den Wechselbrückenmarkt entstehen.

6. AUSBLICK

Gesamtwirtschaftliche Lage

Der Internationale Währungsfonds prognostizierte in seinem Konjunkturausblick vom Januar 2022 für das Jahr 2022 ein globales Wachstum von 4,4 % und für das Jahr 2023 von 3,8 %. Nicht enthalten in der Prognose war hier jedoch der Ukrainekrieg und deren Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum.

Angesichts des Ukrainekrieges haben nahezu alle großen Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognosen, zum Teil deutlich, herabgesetzt.

Das Institut für Weltwirtschaft, Kiel (im Folgenden "IfW"), erwartet eine Belastung der Weltwirtschaft durch den Ukrainekrieg, die ohnehin schon durch eine stark gestiegene Inflation und höhere Rohstoffpreise gebremst war. Darüber hinaus haben die US-Notenbanken das Ende der expansiven Geldpolitik eingeläutet. Neben den Unwägbarkeiten und Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg und den von den westlichen Staatengemeinschaften verhängten Sanktionen, die auf der Exportseite der sanktionierenden Länder zu Einbußen führen, stellt die rasante Ausbreitung der COVID-19 Variante Omicron und den hiermit verbundenen Unsicherheiten in Bezug auf das Wiederaufflammen von Eindämmungsmaßnahmen ein weiterer Unsicherheitsfaktor und Risiko für das Wirtschaftswachstum dar. So führte bereits die von China verfolgte Zero-COVID-Politik zu einem vollständigen Lockdown von chinesischen Häfen und folglich zu einer weiteren negativen Auswirkung auf die globalen Lieferketten.

Das IfW erwartet unten der gegebenen Unsicherheiten aufgrund des Ukrainekrieges und der weiteren COVID-19 Einflüsse ein globales Wirtschaftswachstum von 3,5 % für 2022 und 3,6 % in 2023 und hat somit ihre Prognose im Vergleich zum Dezember um 1 % bzw. 0,4 % herabgesetzt.

Die Industrienationen sollen gemäß den Schätzungen des IfW in 2022 um 2,8 % wachsen. Für Europa wird eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes von 2,8 % in 2022 und 3,1 % im Jahr 2023 erwartet. Für Deutschland prognostiziert der IfW für 2022 ein Wachstum von 2,1 %, dass insbesondere durch unsichere Rohstoffverfügbarkeit, erhöhte Preise aufgrund des Krieges in der Ukraine, Lieferengpässe sowie eine Inflation von 5,8 %, einem Höchststand seit der Wiedervereinigung, spürbar ausgebremst wird. Für das Jahr 2023 wird ein Bruttoinlandsprodukt von 3,6 % erwartet. Nach den Einschätzungen des RWI-Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung vom März 2022 wird in 2022 ein Wachstum von 2,5 % für Deutschland erwartet. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in seiner aktualisierten Konjunkturprognose von Ende März 2022 davon aus, dass Deutschland im Jahr 2021 um 1,8 % sowie in 2023 um 3,6 % bei einer erwarteten Inflation von 6,1 % bzw. 3,4 % wachsen wird. Hiermit wurden die Konjunkturaussichten insbesondere aufgrund der Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen merklich korrigiert. Für den Euroraum erwartet der Sachverständigenrat für die Jahre 2022 und 2023 jeweils ein Wirtschaftswachstum von 2,9 % und hat somit ihre vorigen Prognosen auch deutlich herabgesetzt.

Für die Schwellen- und Entwicklungsländer prognostiziert der IfW ein Wirtschaftswachstum für 2022 von 4,3 %

Das Wachstum in China wird vor allem durch die anhaltende Schrumpfung des Immobiliensektors, eine langsamer als erwartete Erholung des privaten Konsums sowie weiterer Abwärtsrisiken aufgrund der Ausbreitung der Omicron-Variante und der bisherigen strikten Null-COVID Strategie beeinflusst. Das IfW erwartet ein Wachstum in 2022 von lediglich 4,8 % sowie 5,2 % in 2023.

Für die USA wird für 2022 ein Wachstum von 3,1 % erwartet, dass insbesondere durch eine restriktivere Finanz- und Geldpolitik, hohe Inflation und eine erhöhte Unsicherheit durch die geopolitischen Entwicklungen gekennzeichnet ist.

Branchensituation

Rail

Der Marktanteil des Schienengüterverkehrs an der gesamten Transportleistung in Europa liegt bei etwa 18 %. Das Umweltbundesamt rechnet damit, dass die Güterverkehrsleistung in Deutschland bis 2050 auf 975 Tonnenkilometer zunehmen und somit ein Anstieg um fast 61 % bezogen auf den Zeitraum von 2010 bis 2050 erwartet wird. Zudem geht das Umweltbundesamt in seinen Berechnungen davon aus, dass der Marktanteil des Schienenverkehrs von derzeit rund 18 % auf ca. 23 % in 2030 bzw. 31 % in 2050 steigen wird. Durch die voranschreitende Liberalisierung, der bislang durch Staatsbahnen dominierten Märkte ergeben sich Wachstumschancen für private Logistikdienstleister. Darüber hinaus hat die Bundesregierung sowie die Europäische Kommission aufgrund der Umweltvorteile und der Klimaschutzziele beschlossen, den Schienengüterverkehr dauerhaft zu stärken und auszubauen. Ferner werden zusätzliche Wachstumsimpulse durch die von der Bundesregierung beschlossenen Trassenpreissenkungen im Schienengüterverkehr erwartet. Im Zuge der COVID-19 Pandemie wurden weitere Konjunkturimpulse und Förderprogramme von der Bundesregierung in Bezug auf den Schienengüterverkehr aufgelegt, aber auch auf europäischer Ebene wird viel für den Ausbau des Schienengüterverkehrs zur Erreichung der Ziele des "European Green-Deals" getan.

Die Mehrheit der Bahnbetriebe hat die Notwendigkeit zur Restrukturierung sowie zur Konsolidierung erkannt, teilweise auch erste Schritte eingeleitet. Oftmals fehlt allerdings gerade bei den staatlichen Teilhabern die Bereitschaft, erkannte Reformschritte konsequent umzusetzen und notwendige Investitionen zu finanzieren bzw. erfolgt eine Fokussierung auf die Schienennetzinfrastruktur und den Personenverkehr.

Das Thema Lärmschutz ist und bleibt ein wichtiger Faktor im europäischen Schienengüterverkehr zur Erreichung von Umweltzielen. Darüber hinaus wird kundenseitig bezüglich der Waggonausstattung zunehmend ein Standard erwartet, wie er bereits im Straßengüterverkehr maßgebend ist, beispielsweise das Vorhandensein digitaler Systeme, mit denen unter anderem eine Positionsbestimmung von Fahrzeugen und Laufleistungsdaten möglich sind. Im Hinblick auf das Wartungs- und Instandhaltungsmanagement kommt dabei der Möglichkeit zur Datensammlung bzw. -auswertung eine immer wichtigere Rolle zu, um Instandhaltungskosten zu reduzieren und Logistikprozesse zu vereinfachen.

Eine besondere Rolle, vor dem Hintergrund der Erreichung der Klimaziele und der Verlagerung der Transporte, spielen im kombinierten Verkehr national und international die Intermodalwagen, bei denen ein nahtloser Übergang zwischen den Verkehrsmitteln (Schiff, LKW, Bahn) ermöglicht werden soll. Die Aves Asset Holding und ihre Tochtergesellschaften sehen sich mit einem wesentlichen Anteil der Intermodalwagen am Gesamtportfolio für die Zukunft strategisch gut aufgestellt.

Die weiteren Auswirkungen der COVID-19 Pandemie und deren Eindämmungsmaßnahmen auf den Schienengüterverkehr, der als systemrelevant deklariert wurde, sind momentan weiterhin nicht abschließend abschätzbar, allerdings könnte dieser sogar langfristig gestärkt aus dieser Situation hervorgehen. Unterschiedliche Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf diverse Industrien, in denen das Portfolio der Aves Asset Holding und ihrer Tochtergesellschaften eingesetzt ist, werden weiterhin erwartet. Seit Ende 2020 war auch für die Stahlbranche wieder ein Anziehen der Nachfrage zu verzeichnen, die aber langfristig volatil bleiben wird. In Industrien, in denen beispielsweise die Produktionszahlen oder Produktnachfrage kurzfristig rückläufig sind, kann die Auslastung sinken. Demgegenüber wird es auch Bereiche geben, in denen eine höhere Nachfrage nach Güter- und Kesselwagen zu verzeichnen ist. Darüber hinaus sind die Auswirkungen des Ukrainekrieges momentan nicht verlässlich abschätzbar. Es bleibt abzuwarten, ob Mietpreiserhöhungen, wie zuletzt weitgehend akzeptiert, auch in 2022 durchsetzbar sein werden. Inwieweit inflationsbedingte Kosten direkt oder mit einem gewissen Zeitverzug weitergegeben werden können, bleibt abzuwarten.

Container

Im Bereich Wechselbrücken zählen Logistikunternehmen aus dem sogenannten Kurier-, Express- und Paket-Markt (KEP-Markt) zu den Hauptmietern von Wechselbrücken. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. erwartet bis zum Jahr 2025 ein weiteres Wachstum des Sendungsaufkommens von 7,0 % pro Jahr auf insgesamt 5,7 Mrd. Sendungen. Einer der Hauptwachstumstreiber ist unverändert der zunehmende Online-Handel im B2C-Segment (Business-to-Consumer), aber auch für internationale Sendungen war ein Anstieg zu verzeichnen, der sich zukünftig fortsetzen wird. Ferner konzentrieren sich die Logistiker weiter auf das Kerngeschäft oder haben aus bilanzpolitischen Gründen keine Wahlmöglichkeit bzw. kein Interesse an der Beschaffung dieser mobilen Anlagegüter.

Ausblick

Das Geschäftsmodell der Aves Asset Holding GmbH und Ihrer Tochtergesellschaften steht durch seine Geschäftsbereiche nach Ansicht der Geschäftsführung auf einem soliden Fundament. Insbesondere der Rail-Bereich, aber auch Investitionen in das Wechselbrücken-Portfolio, stehen dabei im Geschäftsjahr 2022 und 2023 im Fokus.

Die Belastungen durch die andauernde COVID-Pandemie sowie deren Eindämmungsmaßnahmen sowie die Auswirkungen des Ukrainekrieges mit Einfluss auf die weltweiten Liefer- und Produktionsketten, steigende Preise und Inflation sind mit großer Unsicherheit behaftet und momentan nicht verlässlich abschätzbar. Die Geschäftsführung rechnet damit, dass es aufgrund des Krieges in der Ukraine zu wesentlichen Lieferverzögerungen für Neubauwagen und Radsätzen kommen wird.

Vor dem Hintergrund des von der neuen Bundesregierung in 2021 geschlossenen Koalitionsvertrages und den hier gesetzten Zielen mit dem Fokus auf Klimaschutz werden sich nach Ansicht der Geschäftsführung dennoch positive Auswirkungen auf den Kernbereich Rail ergeben können und trotz herausfordernder Rahmenbedingungen und einem schwierigen Marktumfeld erwartet die Geschäftsführung, dass sich Opportunitäten für die AAH und ihre Tochtergesellschaften ergeben werden.

Für das laufende Geschäftsjahr 2023 blickt die Geschäftsführung, auf Grundlage der sich in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen und dem Gesamtjahreseffekt aus den Investitionstätigkeiten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 zuversichtlich in die Zukunft.

Als Gesamtfazit erwartet die Geschäftsführung für das Jahr 2023, vor dem Hintergrund des herausfordernden Umfeldes, ein leicht positives EBT nach einem negativen EBT in Höhe von rund EUR 10,5 Mio. für das Geschäftsjahr 2022.

Vor dem Hintergrund der nicht verlässlich abschätzbaren Auswirkungen der COVID-19 Pandemie und des Krieges in der Ukraine erwartet die Geschäftsführung für den Bereich Rail, dass bei einer Erholung des Gesamtmarktes auch die AAH partizipieren kann. Mit der Erhöhung der Neubaupreise einhergehende Mietratenverbesserungen werden, wie im Jahr 2021, voraussichtlich ebenfalls nur bei einer Erholung des Gesamtmarktes durchgesetzt werden können. Hier werden für die Mieter aus verschiedenen Branchen, die Nutzer der Güterwagen sind, unterschiedliche Entwicklungen erwartet. Die Auslastungsquote in beiden Geschäftsbereichen wird weiterhin auf einem hohen Niveau erwartet.

 

Sachsenwald, den 15. August 2023

Michael Blunck, Geschäftsführer

Felicia Prange, Geschäftsführer

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2,00 113.988,80
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.196,14 71.893.881,46
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.920.502,00 125.996.605,00
2. Beteiligungen 0,00 1.591.924,86
125.920.502,00 127.588.529,86
125.924.700,14 199.596.400,12
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 0,00 186.251,90
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 29.762,93 3.716.368,83
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 138.956.052,47 34.843.812,58
3. Sonstige Vermögensgegenstände 203.563,98 10.225.983,67
139.189.379,38 48.786.165,08
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 144.610,90 2.331.292,50
139.333.990,28 51.303.709,48
C. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 9.952,06
265.258.690,42 250.910.061,66
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 125.350.200,28 125.350.200,28
III. Bilanzverlust -105.815.977,39 -88.812.743,89
19.559.222,89 36.562.456,39
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 232.861,61 501.241,91
2. Sonstige Rückstellungen 232.151,76 117.015,00
465.013,37 618.256,91
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 170.301,68 225.277,42
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 244.410.100,48 149.020.297,37
3. Sonstige Verbindlichkeiten 654.052,00 64.483.773,57
245.234.454,16 213.729.348,36
265.258.690,42 250.910.061,66

Gewinn- und Verlustrechnung für das Kalenderjahr 2021

2021 2020
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 9.933.942,09 36.089.357,96
2. Sonstige betriebliche Erträge 5.237.816,46 2.807.573,01
- davon aus der Währungsumrechnung: € 3.423.908,94 (Vorjahr: € 2.225.051,48)
3. Materialaufwand -2.417.101,95 -27.320.836,99
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 0,00 -1.749.940,80
b) Soziale Abgaben 0,00 -351.764,60
0,00 -2.101.705,40
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -116.828,38 -21.573.317,09
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -25.351.019,07 -37.345.107,27
- davon aus der Währungsumrechnung: € 3.249.870,43 (Vorjahr: €2.431.244,66)
7. Erträge aus Beteiligungen 3.422.155,21 450.450,00
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 3.422.155,21 (Vorjahr: € 450.450,00)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.714.392,03 2.650.218,09
- davon aus verbundenen Unternehmen: € 1.694.362,63 (Vorjahr: € 2.644.211,65)
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögen -7.389,58 -3.475.576,95
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.190.730,21 -8.877.546,73
- davon an verbundene Unternehmen: € 8.438.470,46 (Vorjahr: € 3.391.198,37)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -228.470,10 -1.630.818,76
12. Ergebnis nach Steuern -17.003.233,50 -60.327.310,13
13. Sonstige Steuern 0,00 0,00
14. Jahresfehlbetrag -17.003.233,50 -60.327.310,13
15. Verlustvortrag -88.812.743,89 -28.485.433,76
16. Bilanzverlust -105.815.977,39 -88.812.743,89

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

I. Allgemeine Angaben

Die Aves Asset Holding GmbH (vormals: BSI Blue Seas Investment GmbH), Hamburg, (im Weiteren Aves Asset) ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Absatz 3 HGB in Verbindung mit § 264 HGB.

Die Gesellschaft wird beim Amtsgericht Lübeck im Handelsregister B unter der Nummer 22039 HL geführt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) und unter Berücksichtigung des Gesetzes für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

II. Angaben zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden

1. Allgemeine Angaben

Die Bilanz ist gemäß § 266 Absatz 1 HGB in Kontoform aufgestellt, wobei die entsprechenden Gliederungsvorschriften beachtet wurden. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Im Jahresabschluss sind die Bilanzierungsmethoden der §§ 246 - 251 HGB beachtet worden. Es sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen saldiert. Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlussstichtag einzeln bewertet worden.

Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Absatz 2 HGB aufgestellt.

2. Bilanzierung und Bewertung der Aktivposten

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und grundsätzlich ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend abgeschrieben. Eine Ausnahme stellen entgeltlich erworbene Rechte über Vermittlungsleistungen dar, die nicht planmäßig abgeschrieben werden, da ihnen keine Nutzungsdauern zugrunde liegen. Diesbezüglich erfolgt eine Umwidmung zu Anschaffungsnebenkosten der später im Rahmen dieser Verträge vermittelten Sachanlagen. Mit diesem Zeitpunkt beginnt dann eine planmäßige Abschreibung in der entsprechend erwerbenden Konzerngesellschaft. Die Werthaltigkeit dieser Vermögensgegenstände wird regelmäßig überprüft. Soweit die beizulegenden Zeitwerte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Herstellungskosten aktiviert und im Jahresabschluss nach dem Nettoprinzip erfasst.

Die Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig, im Falle von Containern auf einen nach Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angenommenen Verwertungserlös. Soweit die beizulegenden Zeitwerte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten bewertet.

Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren am Bilanzstichtag beizulegenden Wert vorgenommen.

Vorräte sind mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit die beizulegenden Zeitwerte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Bei Forderungen deren Einbringlichkeit erkennbar unsicher ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Auf den Ansatz aktiver latenter Steuern, welche nach Verrechnung der passiven latenten Steuern mit aktiven latenten Steuern verbleiben, wurde gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB verzichtet.

3. Bilanzierung und Bewertung der Passivposten

Das Stammkapital sowie die Kapitalrücklage werden zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und sind so bemessen, dass die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt sind. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Passive latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich umkehren. Aktive latente Steuern werden - sofern Verlustvorträge bestehen - höchstens bis zur Höhe der passiven latenten Steuern gegengerechnet. Auf den Ansatz eines Aktivüberhangs latenter Steuern wurde gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB verzichtet.

4. Fremdwährungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst.

Bilanzposten werden zum Stichtag entsprechend § 256a HGB wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip).

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisengeldkurs bei Entstehung der Verbindlichkeit oder zum höheren Stichtagskurswert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, bewertet (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

III. Erläuterungen zur Aktivseite der Bilanz

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände beinhalten mit EUR 2,00 (Vorjahr: EUR 113.988,80) eine Datenbank für das Containeranlagevermögen sowie Software. Die aktivierte Datenbank für das Containeranlagevermögen wurde im Geschäftsjahr 2021 aufgrund des Containerverkaufs komplett abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus Büromöbeln und Hardware.

Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

In den Finanzanlagen sind die Beteiligungen an folgenden Gesellschaften ausgewiesen:

Firma Sitz Beteiligung Eigenkapital 31.12.2021 Ergebnis 2021
(in %) EUR EUR
Aves Transport 1 GmbH & Co. KG Hamburg 100% -652.244,95 115.510,14
BSI Logistics VI GmbH & Co. KG Hamburg 100% -6.388.388,15 -828.647,34
Aves Rail Equipment Holding GmbH Hamburg 100% 1.315.800,73 -101.400,28
Aves Special Equipment Holding GmbH Hamburg 100% 590.725,25 -808.732,99
BSI Conical Container GmbH i.L. Hamburg 50% 19.143,03 281.940,49

An Kommanditgesellschaften ist die Aves Asset Holding als Kommanditist beteiligt.

Umlaufvermögen

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Forderungen aus Lieferung und Leistungen 29.762,93 3.716.368,83
darin enthaltene Wertberichtigungen auf Ford. aus Lief. und Leistungen 29.186,00 164.897,60
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 138.956.052,47 34.843.812,58
davon aus Lieferungen und Leistungen 10.188.860,58 5.260.293,68
davon aus Darlehen gegen Gesellschaftern 0,00 0,00
davon aus Zinsen gegen Gesellschaftern 0,00 0,00
davon aus sonstigen Forderungen 128.767.191,89 29.583.518,90
davon aus Darlehen 127.556.566,31 28.647.899,71
davon aus Zinsen 1.115.640,31 610.922,46
davon aus Steuern 94.985,27 324.696,73
davon aus Sonstiges 0,00 0,00
Sonstige Vermögensgegenstände 203.563,98 10.225.983,67
davon aus Darlehensgewährung 100.000,00 10.001.431,38
davon aus Steuern 102.355,54 223.341,85
davon Sonstiges 1.208,44 1.210,44
Summe Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 139.189.379,38 48.786.165,08

Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 138.956.052,47 (Vorjahr: EUR 34.843.812,58) stammen im Wesentlichen in Höhe von EUR 127.556.566,31 (Vorjahr: EUR 28.647.899,71) aus gruppeninternen Darlehen, in Höhe von EUR 10.188.860,58 aus Forderungen aus Lieferung und Leistung (Vorjahr: EUR 5.260.293,68) sowie in Höhe von EUR 1.115.640,31 (Vorjahr: EUR 610.922,46) aus aufgelaufenen Zinsen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen mit EUR 100.000,00 (Vorjahr: EUR 10.001.431,38) Forderungen aus Abrufen und gewährten Darlehen gegenüber der BoxDirect GmbH, Hamburg, sowie Forderungen in Höhe von EUR 90.808,00 (Vorjahr: EUR 4.392,00) aus Gewerbesteuern.

Kassen- und Bankbestände

Kassen- und Bankbestände 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 144.610,90 2.331.292,50
davon verpfändet 19.953,00 19.953,00
Summe Kasse und Bankbestände 144.610,90 2.331.292,50
Aktive latente Steuern

Im Geschäftsjahr 2021 waren Bewertungsunterschiede im Rail- und Container-Sachanlagevermögen der Tochtergesellschaften, welche der Aves Asset Holding GmbH zugerechnet werden, in Höhe von EUR. 32.591.157,59 zu verzeichnen. Nach Abzug der Verlustvorträge errechnet sich ein Gewerbeverlust von EUR 56.543.120,93 sowie ein negatives Körperschaftsteuereinkommen von EUR 61.034.961,54. Auf Basis des zugrunde liegenden Steuersatzes von 32,28 % errechnet sich eine aktive latente Steuer von EUR 18.960.126,06 und eine passive latente Steuer von EUR 5.150.444,11 Der aktive Steuerüberhang wurde nicht angesetzt.

IV. Erläuterungen zur Passivseite der Bilanz

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene und voll eingezahlte Stammkapital beträgt EUR 25.000,00 (Vorjahr: EUR 25.000,00). Die Kapitalrücklage beträgt EUR 125.350.200,28 (Vorjahr: EUR 125.350.200,28).

Inklusive des Verlustvortrags in Höhe von EUR 88.812.743,89 (Vorjahr: 28.485.433,76) und des Jahresfehlbetrages in Höhe von EUR 17.003.233,50 (Vorjahr Jahresfehlbetrag: EUR 60.327.310,13) resultiert zum Bilanzstichtag ein Eigenkapital in Höhe von EUR 19.559.222,89 (Vorjahr: EUR 36.562.456,39).

Rückstellungen

Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen beinhalten Rückstellungen für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe EUR 122.664,16 (Vorjahr: EUR 71.781,36) sowie für Gewerbesteuer in Höhe von EUR 110.197,45 (Vorjahr: EUR 429.460,55).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Rückstellungen 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
für ausstehende Rechnungen 94.168,76 1.500,00
für Erstellung der Steuererklärung 93.183,00 51.195,00
für Erstellung, Prüfung und Veröffentlichung des Jahresabschlusses 44.300,00 63.820,00
für Aufbewahrungspflichten 500,00 500,00
Summe Rückstellungen 232.151,76 117.015,00

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben, soweit nicht anders angegeben, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten ist der nachfolgenden Aufstellung zu entnehmen.

Verbindlichkeiten 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 170.301,68 225.277,42
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 244.410.100,48 149.020.297,37
davon gegenüber Gesellschaftern 240.976.961,11 130.416.350,40
davon aus Lieferungen und Leistungen 6.572.678,69 9.295.816,72
davon Darlehen bis 1 Jahr 226.892.271,72 5.847.154,36
davon Darlehen über 1 Jahr 3.090.000,00 3.090.000,00
davon aus Zinsen 7.855.150,07 370.975,89
Sonstige Verbindlichkeiten 654.052,00 64.483.773,57
davon aus Darlehen 0,00 55.069.130,26
davon Sonstiges 0,00 6.772.835,66
davon aus Steuern 654.052,00 2.498.589,48
davon aus Zinsen 0,00 143.218,17
Summe Verbindlichkeiten 245.234.454,16 213.729.348,36

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im überwiegenden aus Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von EUR 240.976.961,11 (Vorjahr: EUR 130.416.350,40) und resultieren aus gewährten Darlehen in Höhe von EUR 226.892.271,72 (Vorjahr: EUR 127.594.751,24), ausstehenden Zinsen in Höhe von EUR 7.513.010,72 (Vorjahr: EUR 2.821.599,16) sowie weiterbelsteten Kosten im Rahmen der Konzernumlage in Höhe von EUR 6.571.678,67 (Vorjahr: 2.641.442,67).

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 654.052,00 beinhalten in voller Höhe Verbindlichkeiten aus Gewerbesteuern (Vorjahr: EUR 1.481.919,70).

Sicherheiten

Zur Absicherung eines Teils der Verpflichtungen aus den Direktinvestments besteht ein Verpfändungskonto zugunsten der BoxDirect GmbH, das zum Bilanzstichtag einen Saldo in Höhe von EUR 19.953,00 aufweist.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres in Höhe von EUR 9.933.942,09 (Vorjahr: EUR 36.089.357,96) resultieren im Wesentlichen aus weiterberechneten Konzernumlagen in Höhe von EUR 6.559.844,32 (Vorjahr: EUR 4.939.715,29) sowie aus Mieteinnahmen aus der Vermietung von Containern in Höhe von EUR 1.831.256,31 (Vorjahr: 14.498.999,81) und Verkaufserlösen durch die Veräußerung von Containern in Höhe von EUR 1.499.124,15 (Vorjahr: EUR 16.417.650,98).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von EUR 5.237.816,46 (Vorjahr: EUR 2.807.573,01) resultieren im Wesentlichen aus Erträgen aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 3.423.908,94 (Vorjahr: EUR 2.225.051,48) sowie aus Erträgen aus bereits wertberichtigten Forderungen in Höhe von EUR 388.791,47 (Vorjahr: EUR 0,00).

Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Materialaufwand 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.333.323,82 12.514.598,95
Abgänge Sachanlagen durch Verkäufe 1.114.484,47 12.477.468,13
Wareneinsatz 218.839,35 37.130,82
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.083.778,13 14.806.238,04
Vergütung Asset Manager einschl. deren Weiterbelasteten Kosten wie Instandhaltung 1.083.778,13 14.806.238,04
Summe Materialaufwand 2.417.101,95 27.320.836,99

Abschreibungen

Die Abschreibungen in Höhe von EUR 116.828,38 (Vorjahr: EUR 21.573.317,09) sind im Wesentlichen in Höhe von EUR 113.648,30 Abschreibungen auf die im Anlagevermögen ausgewiesene Containerdatenbank sowie in Höhe von EUR 7.389,58 (Vorjahr: EUR 3.475.575,95) Abschreibungen auf Finanzanlagen. Im Vorjahr betreffen die Abschreibungen im Wesentlichen in Höhe von EUR 21.113.959,62 Abschreibungen auf die im Anlagevermögen gehaltenen Seecontainer.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

Sonstige betriebliche Aufwendungen 31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Verschiedene betriebliche Kosten 10.692.814,11 5.651.402,94
davon Holdingumlagen der Muttergesellschaft 6.571.678,67 2.640.076,22
davon Aufwendung aus Währungsumrechnung 3.249.870,43 2.431.244,66
davon Rechts- und Beratungsaufwendungen 712.936,80 202.303,78
davon Abschluss- und Prüfungskosten 46.644,25 113.328,35
davon Nebenkosten des Geldverkehrs 26.478,33 22.923,84
davon übrige Aufwendungen 85.205,63 241.526,09
Verluste durch Verschmelzung und Anwachsungen 9.148.875,74 18.425.811,75
Anlagenabgänge aus Finanzanlagen 1.591.924,86 0,00
Vermittlungsprovision 1.888.608,33 4.088,97
Fremdleistungen 846.982,15 2.475.704,76
davon für Kapitalbeschaffungskosten 837.495,18 2.124.027,76
davon sonstige Fremdleistungen 9.486,97 351.677,00
Forderungsverluste 607.690,05 9.670.538,82
Anlagenabgänge aus Schäden 495.616,12 423.157,13
Reparaturen und Wartung EDV Hardware 50.000,00 241.308,77
Versicherungen, Beiträge und Abgaben 20.869,92 20.001,56
Werbe- und Reisekosten 7.537,79 23.191,20
Raumkosten 100,00 338.758,91
Fahrzeugkosten 0,00 71.142,46
Summe sonstige betriebliche Aufwendungen 25.351.019,07 37.345.107,27

Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen resultieren In Höhe von EUR 3.003.841,21 aus der Aves LI Alsdorf Holding GmbH & Co. KG, Hamburg, sowie in Höhe von EUR 418.314,00 aus Dividendenausschüttungen der CH2 Contorhaus Hansestadt Hamburg AG, Hamburg.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von EUR 1.714.392,03 (Vorjahr: EUR 2.650.218,09) aus gewährten Darlehen vereinnahmt. Davon entfallen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von 1.694.362,63 (Vorjahr: EUR 2.644.211,65) auf Gesellschaften des Aves-Konzerns (verbundene Unternehmen). Aufgrund von Verschmelzungen und Anwachsungen diverser Tochtergesellschaften konnten wesentlich weniger Zinserträge aus Darlehen gegenüber verbundenen Unternehmen realisiert werden.

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Im Berichtsjahr sind sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von EUR 9.190.730,21 (Vorjahr: EUR 8.877.546,73) aus erhaltenen Darlehen angefallen. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten solche an verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 8.438.470,46 (Vorjahr: EUR 3.391.198,37).

Bilanzverlust

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von EUR 105.815.977,39 (Vorjahr: EUR 88.812.743,89) bestehend aus dem Verlustvortrag in Höhe von EUR 88.812.743,89 (Vorjahr: EUR 28.485.433,76) und dem Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 17.003.233,50 (Vorjahr Jahresfehlbetrag: EUR 60.327.310,13) auf neue Rechnung vorzutragen.

VI. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft wird im Kalenderjahr 2021 in den Konzernabschluss der Aves One AG, Hamburg, (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Abschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und ist dort erhältlich. Ab dem Kalenderjahr 2022 wir die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Wascosa Group Holding S.à.r.l, Luxemburg/ Großherzogtum Luxemburg, (kleinster und größter Konsolidierungskreis) einbezogen. Der Abschluss wird im Trade Register of Companies in Luxemburg veröffentlicht und ist dort erhältlich.

Die Geschäftsführer der Gesellschaft sind Herr Daniel Birkner, Kaufmann, Trittau, (Austritt zum 25. April 2023), Herr Michael Blunck, Kaufmann, Seevetal, und Frau Felicia Prange, Kauffrau, Hamburg (Eintritt am 25. April 2023).

Die Geschäftsführer sind vertretungsberechtigt gemäß allgemeiner Vertretungsregelung mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Die Bezüge der Geschäftsführung beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt EUR 0,00.

Das von dem Abschlussprüfer für das Berichtsjahr berechnete Gesamthonorar im Sinne des § 285 Nr. 17 HGB ist in der entsprechenden Anhangangabe des Konzernabschlusses 2021 enthalten.

VII. Nachtragsbericht

Sonstige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Vereinbarung vom 28. Dezember 2020 erklärt die Aves One AG, dass sie Ihre Darlehensforderung gegen die Aves Asset in Höhe von EUR 30,0 Mio. zum 31. Dezember 2019 nicht innerhalb der nächsten 12 Monate fällig stellen wird. Anschließend sind Zins- und Tilgungszahlungen erst zu leisten, wenn und soweit die Liquidität zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Sinne des § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB der Aves Asset für die jeweils folgenden 12 Monate nachhaltig gesichert ist. Mit Nachtrag vom 1. Juni 2021 erklärte die Aves One AG, dass die vorgenannte Regelung auch auf den Bestand der Darlehensforderung zum 31. Dezember 2020 in Höhe von EUR 127,6 Mio. Anwendung findet.

Mit Vereinbarung vom 11. April 2022 erklärt die Aves One AG, dass sie ihre Darlehensforderung gegen die Aves Asset in Höhe von EUR 227 Mio. zum 31. Dezember 2021 nicht bis zum 30. Juni 2023 fällig stellen wird.

Mit Vereinbarung vom 22. Juni 2023 erklärt die Aves One AG, dass sie ihre Darlehensforderung gegen die Aves Asset in Höhe von EUR. 309 Mio zum 31. Dezember 2022 nicht bis zum 31. August 2024 fällig stellen wird.

Vor dem Hintergrund des im Februar 2022 begonnenen und weiterhin andauernden Angriffskrieges auf die Ukraine besteht das Risiko, dass sich diese Entwicklungen negativ auf die Aves Asset Holding GmbH auswirken können. Angesichts des Ukrainekrieges haben nahezu alle großen Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognosen, zum Teil deutlich, herabgesetzt. Die entsprechenden weltweiten Implikationen hieraus auf Produktions- und Lieferketten, Versorgungs- und Kapazitätsengpässen sowie Preissteigerungen bei Herstellern von Güterwagen und Wechselbrücken lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich abschätzen.

Darüber ist weiterhin schwer zu prognostizieren inwiefern sich durch die COVID-19 Pandemie und deren Eindämmungsmaßnahmen, wie beispielsweise in China durch die Zero-COVID-Politik und den hierbei vollständig geschlossenen Häfen, Lieferketten- und Produktionsketten zusätzlich belastet werden können.

Darüber hinaus haben sich nach dem Bilanzstichtag keine wesentlichen Ereignisse ergeben.

 

Sachsenwald, den 15. August 2023

Michael Blunck, Geschäftsführer

Felicia Prange, Geschäftsführer

Anlagenspiegel zum 31.12.2021

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 513.171,62 0,00 0,00 513.171,62
Immaterielle Vermögensgegenstände 513.171,62 0,00 0,00 513.171,62
II. Sachanlagen
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2021 Zugänge Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 101.680.822,57 497.235,68 102.128.273,69 0,00
Sachanlagen 101.680.822,57 497.235,68 102.128.273,69 49.784,56
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 129.472.181,95 57.490,58 3.540.216,85 125.989.455,68
2. Beteiligungen 1.591.924,86 0,00 1.591.925,86 0,00
Finanzanlagen 131.064.106,81 57.490,58 5.132.142,71 251.978.911,36
233.258.101,00 554.726,26 107.260.416,40 252.541.867,54
Abschreibungen
01.01.2021 Zugänge Weitere Abschreibungsänderungen Abgänge 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte 399.182,82 113.986,80 0,00 0,00 513.169,62
Immaterielle Vermögensgegenstände 399.182,82 113.986,80 0,00 0,00 513.169,62
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 29.786.941,11 2.841,58 286.922,07 30.031.116,34 45.588,42
Sachanlagen 29.786.941,11 2.841,58 286.922,07 30.031.116,34 45.588,42
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.475.576,95 7.389,58 0,00 3.414.012,85 68.953,68
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzanlagen 3.475.576,95 7.389,58 0,00 3.414.012,85 68.953,68
33.661.700,88 124.217,96 286.922,07 33.445.129,19 627.711,72
Buchwert 31.12.2021 Buchwert 31.12.2020
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2,00 113.988,80
Immaterielle Vermögensgegenstände 2,00 113.988,80
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.196,14 71.893.881,46
Sachanlagen 4.196,14 71.893.881,46
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 125.920.502,00 125.996.605,00
2. Beteiligungen 0,00 1.591.924,86
Finanzanlagen 125.920.502,00 127.588.529,86
125.924.700,14 199.596.400,12

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Aves Asset Holding GmbH, Sachsenwald

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Aves Asset Holding GmbH, Sachsenwald, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Aves Asset Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 16. August 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marko Schipper, Wirtschaftsprüfer

ppa. Charlotte Meky, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde am 17. August 2023 festgestellt.

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