Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 150239
Vorher
Alstersee 271. V V GmbH
Eingetragen
9.2.2018
Branche
Herstellung von WärmepumpenHerstellung von TurbinenHerstellung von sonstigen Pumpen und Kompressoren
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Pumpen, Ventilen und Dichtungen sowie die Erbringung von Dienstleistungen für Stromerzeuger sowie Unternehmen der Ölund Gasindustrie.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Joachim Dr. Käselau
seit 23.7.2025
Prokura
Dunja Simic
seit 24.4.2024
Geschäftsführer
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Pleuger Industries LLCUSA
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Pleuger Industries LLC
United States
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pleuger Industries GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
Euro
31.12.2021
Euro
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
EDV Software 85.057,83 159.046,70
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 18.575,98 19.312,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.196.570,64 1.728.966,71
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 583.690,98 637.113,24
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 528.566,61 421.598,05
3.327.404,21 2.806.990,36
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.285,15 1.285,15
3.413.747,19 2.967.322,21
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.603.099,41 5.566.140,78
2. Unfertige Erzeugnisse 4.978.784,74 5.099.830,71
3. Fertige Erzeugnisse 371.337,78 205.451,41
4. Geleistete Anzahlungen 23.515,88 41.970,84
11.976.737,81 10.913.393,74
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.216.790,71 4.035.544,45
2. Forderungen gegenüber verbundene Unternehmen 10.586.826,24 9.369.024,03
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.073.972,65 1.927.387,20
16.877.589,60 15.331.955,68
III. Guthaben bei Kreditinstituten 3.784.869,47 2.943.514,94
32.639.196,88 29.188.864,36
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 376.113,72 562.776,12
36.429.057,79 32.718.962,69

Passiva

31.12.2022
Euro
31.12.2021
Euro
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Gewinnvortrag 2.615.520,93 410.723,10
III. Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss -2.515.661,42 2.204.797,83
124.859,51 2.640.520,93
B. PASSIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS ASSET DEAL 18.573.769,67 19.833.482,13
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen 825.412,00 741.534,00
2. Steuerrückstellungen 473.936,99 1.039.809,38
3. Sonstige Rückstellungen 2.278.658,95 2.421.343,14
3.578.007,94 4.202.686,52
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.903.047,31 3.682.224,77
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.593.593,08 2.031.071,85
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen 1.300.000,00 0,00
4. Sonstige Verbindlichkeiten 355.780,28 328.976,49
14.152.420,67 6.042.273,11
36.429.057,79 32.718.962,69

Gewinn- und Verlustrechnung

2022
Euro
Vorjahr
Euro
1. Umsatzerlöse 34.740.420,65 39.962.482,88
2. Erhöhung/Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 44.840,40 -287.340,34
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.360.084,39 3.640.177,46
4. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe 15.422.763,41 16.273.694,67
5. Personalaufwand
a. Löhne und Gehälter 13.159.378,72 12.643.683,65
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.329.918,76 2.458.979,02
(davon für Altersversorgung TEUR 91, Vorjahr TEUR 83)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 870.558,67 937.008,24
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.913.391,67 7.928.864,01
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 76.683,13 93.096,92
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 7.891,15 20.182,23
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 899.583,58
11. Ergebnis nach Steuern -2.481.873,81 2.246.421,52
12. Sonstige Steuern 33.787,61 41.623,69
13. Jahresfehlbetrag -) / Jahresüberschuss (+) -2.515.661,42 2.204.797,83

Anhang

I. ALLGEMEINE ANGABEN

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff., 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Pleuger Industries GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 HGB. Ergänzende Vorschriften aus dem Gesellschaftsvertrag waren nicht zu beachten.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt.

Der Abschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Der im Berichtsjahr ausgewiesene Jahresfehlbetrag resultiert unter anderem aus einer Reihe von Sondereffekten. Für das Folgejahr rechnet die Gesellschaft mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 7.321. Es besteht eine positive Fortführungsprognose.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen

Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren linear, im Zugangsjahr anteilig, abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Sachanlagen sind mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen über die voraussichtliche Nutzungsdauer bewertet. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Zeitwerte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert voraussichtlich dauerhaft unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Über die folgenden voraussichtlichen Nutzungsdauern wurden die Sachanlagen abgeschrieben:

Voraussichtliche Nutzungsdauer
Minimal Maximal
Bauten 4 Jahre 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 Jahre 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 Jahre 13 Jahre

In Bezug auf die Bilanzierung geringwertiger Wirtschaftsgüter wird folgende Vereinfachung genutzt: Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind, werden im Wirtschaftsjahr der Anschaffung, Herstellung oder Einlage in voller Höhe als Betriebsausgaben erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut EUR 800 nicht übersteigen.

Die geleisteten Anzahlungen werden zum Nennbetrag angesetzt.

Die Anlagen in Bau werden mit Ihren Anschaffungskosten angesetzt.

2. Finanzanlagevermögen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Wertberichtigungen erfolgen nur bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung.

3. Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten bewertet. Unfertige und Fertige Erzeugnisses werden mit ihren Herstellungskosten bewertet, die neben den Einzelkosten die gemäß § 255 Abs. 2 HGB anzusetzenden Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie einen angemessenen Teil der Kosten der allgemeinen Verwaltung enthalten. Fremdkapitalkosten werden nicht berücksichtigt.

Die Vorräte werden zu gleitenden gewichteten Durchschnittspreisen oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet. Unfertige Erzeugnisse werden systembedingt zu Normalstunden und gewichteten durchschnittlichen Materialkosten bewertet.

Den Lagerhaltungsrisiken wird durch angemessene Abschläge auf die Vorräte Rechnung getragen. Bei verminderter Verwertungsfähigkeit erfolgt wie im Vorjahr eine vollständige Abwertung aller Bestände, die über einem 4-Jahresverbrauch liegen.

Die geleisteten Anzahlungen des Vorratsvermögens werden zum Nennbetrag angesetzt.

4. Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko.

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zu Nominalwerten angesetzt.

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

6. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen.

7. Passive Unterschiedsbetrag aus Asset Deal

Der aus einem Asset Deal im Jahr 2018 resultierende passive Unterschiedsbetrag wird zum Ausgleich anfallender, im Asset Deal liegender Verluste verwendet. Ansonsten erfolgt eine planmäßige Auflösung über 20 Jahre. Dieser Zeitraum für die Auflösung des Unterschiedsbetrages liegt vor allem darin begründet, dass insbesondere im Geschäftsbereich der Unterwasserpumpen das eingesetzte Know-How sehr langlebig ist und keinem schnellen technischen Wandel unterliegt. Aufgrund des Einsatzes der Pumpen insbesondere auf Bohrinseln und im Offshore-Bereich gibt es viele seit langem bestehende und über Jahrzehnte andauernde Kundenbeziehungen. In der Regel können die - beispielsweise auf Erdölplattformen oder in Schiffsrotoren - eingesetzten Pumpen nicht ohne weiteres durch andere Produkte ersetzt werden. Demzufolge dauern die Verträge im Bereich Aftersales Service (Wartung etc.) oft über Jahrzehnte an. Die Erträge aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

8. Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach der Einmalbeitragsmethode (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Heubeck bewertet. Für die Abzinsung wird der nach § 253 Abs. 2 HGB ermittelte Zinssatz für eine durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren auf Basis der letzten 10 Jahre benutzt. Dieser beträgt 1,79% für 2022 (Vorjahr 1,87%).

Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 51 und unterliegt der Ausschüttungssperre, sofern keine freien Rücklagen zur Verfügung stehen.

Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden Rentensteigerungen von jährlich 1,75% zugrunde gelegt sowie eine angemessene Fluktuation p.a. unterstellt. Ein Gehaltstrend war nicht zu berücksichtigen.

Verpflichtungen aus Altersteilzeit bestehen derzeit nicht.

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

9. Verbindlichkeiten

Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind mit ihrem Nennwert bilanziert.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.

10. Umrechnung von Fremdwährungen

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum niedrigeren und Fremdwährungsverbindlichkeiten zum höheren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen / -verbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie Guthaben bei Kreditinstituten oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

11. Latente Steuern

Pleuger ist nicht in eine ertragsteuerliche Organschaft eingebunden, sodass grundsätzlich nach § 274 HGB latente Steuern auszuweisen sind. Allerdings wird vom Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB kein Gebrauch gemacht und auf den Ansatz aktiver latenter Steuern in der Bilanz verzichtet. Wesentliche Ursache für aktive latente Steuern sind Bewertungsunterschiede bei der Rückstellung für Pensionen sowie sonstige Rückstellungen, die ausschließlich zu aktiven latenten Steuern führen. Die latenten Steuern werden mit einem Steuersatz von 33% bewertet.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

1.1 Sachanlagevermögen

Die Gliederung und Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagespiegel ersichtlich.

1.2 Finanzanlagen

Die Gesellschaft ist an Pleuger Industries France, Saint-Jean-de-la-Ruelle, Frankreich, zu 100% beteiligt. Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Eigenkapital TEUR 3.325 und der Gewinn 2022 beträgt TEUR 191.

Die Gesellschaft ist an Pleuger Industries Singapore LTD, 40 Scotts Road, Environment Building, zu 100% beteiligt. Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Eigenkapital TS$ -568 (TEUR -396) und der Verlust 2022 beträgt TS$ 182 (TEUR 127).

Die Gesellschaft ist an Pleuger Industries Russia, Moskau, Russland, zu 80% beteiligt. Zum 31. Dezember 2022 beträgt das Eigenkapital TRUB -45.214 (TEUR -578) und der Verlust TRUB 11.152 (TEUR 142). Ein Abschluss für das Geschäftsjahr 2022 liegt nicht vor. Die Gesellschaft ist seit 2023 in Liquidation.

2. Umlaufvermögen

2.1 Vorräte

Den Lagerhaltungsrisiken wird durch angemessene Abschläge auf die Vorräte Rechnung getragen. Diese beliefen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 4.414.

2.2 Forderungen

Soweit im Folgenden nichts anderes angegeben ist, haben alle Forderungen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

2.3 Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 1.075 (Vj. TEUR 1.121) und sonstigen Forderungen in Höhe von TEUR 9.628 (Vj. TEUR 8.248). Gegen die Gesellschafterin bestehen Forderungen in Höhe von TEUR 1.908 (Vj. TEUR 6.422).

In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthaltene Darlehensforderungen in Höhe von TEUR 4.043 (Vj. TEUR 3.981) haben keine bestimmte Laufzeit und sind auf Anforderung fällig.

2.4 Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Forderungen aus der 2019 erfolgten Veräußerung des von uns genutzten und zurückgemieteten Grundstücks mit Gebäuden (TEUR 824), Forderungen aus noch nicht abzugsfähiger Vorsteuer sowie Reisekostenvorschüsse.

Sonstige Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 824) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

3. Eigenkapital

3.1 Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 25.

3.2 Gewinnvortrag

Der Gewinnvortrag beträgt TEUR 2.616.

4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für die Lizensierung für Flowserve, ausstehende Rechnungen, Gewährleistungsverpflichtungen, Provisionen für bereits gelieferte Waren und Leistungen, Berufsgenossenschaft, Abfindung, nicht genommenen Urlaub sowie Überstunden und Gleitzeitüberhänge.

5. Verbindlichkeiten

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Sicherheiten wurden für diese Verbindlichkeiten nicht geleistet.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen sonstige Verbindlichkeiten.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 177 (Vorjahr TEUR 181).

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse verteilen sich regional und nach Produktgruppen wie folgt:

2. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus dem Asset Deal in Höhe von TEUR 1.260. Erträge in Höhe von TEUR 151 (Vorjahr TEUR 169) ergeben sich aus der Währungsumrechnung im Sinne des § 277 Abs. 5 HGB. Ferner wurden im Rahmen der Wertberichtigung Pleuger Russland und Pleuger Singapur bestehende Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 173 ertragswirksam ausgebucht. Es sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 223 enthalten, die im Wesentlichen nachträglich Korrekturen von Management Fees beinhalten.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen auf Management Fees, die Kosten für das zurückgemietete Grundstück mit Gebäuden, Abschreibung der Darlehen gegenüber Pleuger Industries Russland, Provisionszahlungen, Aufwendungen für Aushilfskräfte, Aufwendungen für Instandhaltung und Reparaturen, Lizenz und Servicekosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Leasingaufwand.

Im Rahmen des Russland-Ukraine-Konfliktes sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Pleuger Singapur und Pleuger Moskau in Höhe von TEUR 1.497 wertberichtigt worden.

Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen TEUR 65 (Vorjahr TEUR 126.

4. Finanzergebnis

Von den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen entfallen TEUR 77 an verbundene Unternehmen. Der Zinsaufwand beträgt TEUR 8.

V. SONSTIGE ANGABEN

1. Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten

Die Belegschaftsstärke betrug 85 gewerbliche Mitarbeiter und 119 Angestellte.

2. Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die Gesellschaft hat im Jahr 2022 Management-Fees in Höhe von insgesamt TEUR 925 an das verbundene Unternehmen Flacks Group LLC geleistet und als Sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst.

3. Finanzielle Verpflichtungen und nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäfte

Für längerfristige Miet- und Leasingverträge, im Wesentlichen für das Betriebsgelände, Büroräume, Personenkraftwagen, Telefonanlagen, Faxgeräte und Fotokopierer bestanden zum 31. Dezember 2022 künftige Zahlungsverpflichtungen in Höhe von insgesamt TEUR 3.820. Die Mietzahlungen für das Betriebsgelände sowie Büroräume ergeben für das Folgejahr eine Verpflichtung von TEUR 1.008. Die Zahlungsverpflichtungen gliedern sich wie folgt nach Ihrer Fälligkeit:

Im Jahr 2019 ist das Betriebsgelände der Pleuger im Rahmen eines Sale and lease back Vertrags an eine niederländische Grundstücksgesellschaft zu einem Kaufpreis von TEUR 4.000 veräußert worden. Die Kaufpreisforderung ist durch die Gesellschaft bis auf weiteres gestundet worden und wird mit den monatlichen Mietzahlungen in Höhe von TEUR 80 bis April 2022 bzw. von TEUR 84 seit Mai 2022 verrechnet. Zum 31. Dezember 2022 bestehen gestundete Kaufpreisforderungen in Höhe von TEUR 824.

4. Haftungsverhältnisse

Es bestehen Verpflichtungen allein aus Gewährleistungsverträgen, die auf die aus vereinbarten Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden sich ergebenden vertraglichen Erfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft entfallen und für die von Banken selbstschuldnerische Bürgschaften in Höhe von TEUR 1.285 übernommen wurden. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird für die Zukunft als gering eingeschätzt. Auch in der Vergangenheit ist keine Inanspruchnahme erfolgt.

5. Prüfungshonorar

Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar beträgt TEUR 60 und bezieht sich ausschließlich auf Abschlussprüfungsleistungen.

6. Geschäftsführung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr und bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses waren zu Geschäftsführern bestellt:

- Frank Szittke, Hamburg - "Kaufmann" bis 27. Februar 2023

- Patricia Christensen, Le Ruscino (Monaco) - "Kauffrau" bis 1. Januar 2022

- Claudia Arjona, Homestead/Florida (USA) - "Kauffrau" ab 1. Januar 2022 bis 28. Februar 2023

- Anton Schneerson, Hamburg - "Kaufmann" ab 1. März 2023

Die Geschäftsführer sind alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Im Hinblick auf die Angaben zur Vergütung der Geschäftsführer wird von der Befreiungsregelung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

7. Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft gehört zum Konzern der Pleuger Industries LLC mit Sitz in Miami / USA (kleinster Kreis) bzw. Holland Park Trust Holdings LLC, Miami / USA (größter Kreis). Unverändert werden keine Konzernabschlüsse aufgestellt.

8. Ereignisse nach dem Stichtag

Hinsichtlich der Folgen und Risiken der Corona-Krise sowie aus dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verweisen wir auf unsere Ausführungen im Lagebericht unter 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht. Pleuger Industries GmbH konnte im Sommer 2023 die Tochtergesellschaft Pleuger France für 3,21 Mio. EUR verkaufen. Darüber hinaus bestehen keine berichtenswerten Ereignisse nach dem Abschlussstichtag.

9. Ergebnisverwendungsvorschlag

Es wird vorgeschlagen den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, den 08. November 2023

Pleuger Industries GmbH

Die Geschäftsführung

Anton Schneerson

Anlagenspiegel

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2022
Euro
Zugänge
Euro
Umbuchungen
Euro
Abgänge
Euro
31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
EDV Software 336.618,10 0,00 0,00 0,00 336.618,10
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 21.590,36 0,00 0,00 0,00 21.590,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.675.018,75 936.648,27 14.300,30 0,00 4.625.967,32
3. Anderer Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.387.498,12 208.588,83 50.299,86 0,00 1.646.386,81
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 421.598,05 174.125,82 -64.600,16 2.557,10 528.566,61
5.505.705,28 1.319.362,92 0,00 2.557,10 6.822.511,10
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.285,15 0,00 0,00 0,00 1.285,15
5.843.608,53 1.319.362,92 0,00 2.557,10 7.160.414,35
Abschreibungen
01.01.2022
Euro
Geschäftsjahr Abgänge
Euro
31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
EDV Software 177.571,40 73.988,87 0,00 251.560,27
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 2.278,00 736,38 0,00 3.014,38
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.946.052,04 483.344,63 0,00 2.429.396,68
3. Anderer Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 750.384,88 312.488,79 177,84 1.062.695,83
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
2.698.714,92 796.569,80 177,84 3.495.106,89
III. Finanzanlagen 0,00
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2.876.286,32 870.558,67 177,84 3.746.667,16
Restbuchwert
31.12.2021
Euro
31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
EDV Software 159.046,70 85.057,83
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 19.312,36 18.575,98
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.728.966,71 2.196.570,64
3. Anderer Anlagen , Betriebs- und Geschäftsausstattung 637.113,24 583.690,98
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 421.598,05 528.566,61
2.806.990,36 3.327.404,21
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.285,15 1.285,15
2.967.322,21 3.413.747,19

Lagebericht

1. Darstellung des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell der Pleuger Industries GmbH

Die Pleuger Industries GmbH (im Folgenden: "Pleuger Industries") wurde im August 2018 über einen Asset Deal aus dem Flowserve-Konzern mit Sitz in Dallas, USA, herausgelöst. Mit dem Verkauf wurden die Rechte an den Produkten mit den Markennamen "Pleuger" (Unterwassermotorpumpen und Thruster) und "Aldrich" (Kolbenpumpen) an die neu gegründete Gesellschaft übertragen. Pleuger Industries ist mit diesen Produkten ein Anbieter von Dienstleistungen und Komplettlösungen in den Branchen Energie, Öl, Gas, Chemie und Wasserwirtschaft. Als Hamburger Traditionsunternehmen engagiert sich Pleuger Industries vorrangig in der Entwicklung, Fertigung und dem Vertrieb von Unterwassermotorpumpen. Weitere Produkte sind Manövrieranlagen im Offshore-Bereich für schwimmende Plattformen (Thruster) und Kolbenpumpen für die chemische und petrochemische Industrie. Zusätzlich werden Zubehör und Ersatzteile verkauft sowie umfangreiche Reparatur- und Serviceleistungen erbracht. Unterwassermotorpumpen mit ölgefüllten Motoren der Marke "Byron Jackson" dürfen weiter in Lizenz für den Flowserve Konzern produziert werden.

1.2 Ziele und Strategien

Allgemein

Angesichts unterbrochener Lieferketten und erheblicher Preissteigerungen für kritische Komponenten erforderten die Sicherung unserer Beschaffungsprozesse und die Stabilisierung der Margen höchste Aufmerksamkeit und strategisches Geschick. Diese Zeit markierte auch eine transformative Umstrukturierung unseres Führungsteams, als wir den entscheidenden Schritt machten, eine jüngere Generation von Managern in der mittleren Ebene zu integrieren, begleitet von der Ernennung eines neuen, dynamischen CEO. Diese mutige Neuausrichtung war entscheidend, um unsere Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und neue, innovative Perspektiven zu entwickeln - entscheidend für die Agilität, die erforderlich ist, um sich in dem komplexen und schnell entwickelnden Geschäftsumfeld des Jahres 2022 zurechtzufinden.

Im Zuge dieser entscheidenden Veränderungen kam es zu einem Wechsel des größten Teils des bestehenden Managementteams, was zu einer umfassenden Neuorganisation der Führung führte. Trotz der mit einer solchen Transformation verbundenen Herausforderungen, wurde im Januar 2023 eine strategische Gehaltserhöhung umgesetzt, um die laufende Metamorphose unserer Unternehmensstruktur und -kultur voranzutreiben und zu unterstützen. Dieser Übergang führte erwartungsgemäß zu erheblichen Abfindungskosten und einer vorübergehenden Verlangsamung der operativen Leistung.

Darüber hinaus hat uns der Konflikt in der Ukraine vor erhebliche ethische und finanzielle Komplexitäten gestellt. Die Geschäftsleitung des Unternehmens traf die bewusste Entscheidung, den Betrieb unserer Tochtergesellschaft in Moskau einzustellen, was den schwierigen Prozess der Entlassung von Mitarbeitern dort und der Abschreibung eines Großteils unserer Aufträge mit sich brachte und resultierend eine Erhöhung des Fehlbetrages. Diese Maßnahmen waren zwar schmerzhaft, standen jedoch im Einklang mit unserem Engagement für unternehmerische Verantwortung und der langfristigen Vision für die Rolle von Pleuger Industries auf der globalen Bühne.

Personalmanagement

Im Jahr 2022 lag der Fokus verstärkt auf der Gewinnung von Nachwuchskräften, um die Zukunftssicherheit des Unternehmens weiter auszubauen und den nötigen Wissenstransfer zu gewährleisten. Aufgrund der Corona-Pandemie und der aktuellen Arbeitsmarktsituation stellte sich dies als eine sehr herausfordernde Aufgabe dar. Es ist dennoch gelungen, insgesamt 15 Fachkräfte, zwei Auszubildende und fünf Aushilfen für das Unternehmen zu gewinnen. Ein anderer Fokus lag auf der Digitalisierung der Personalprozesse. Nach einem Führungswechsel in der Personalabteilung wurde eine erneute Kosten-Nutzen-Betrachtung der Personalabrechnungssysteme inklusive einer Neubewertung der Zusammenarbeitet mit dem externen Dienstleister vorgenommen. Daraufhin wurde entschieden, die Personalabrechnung wieder in das Unternehmen einzugliedern. Wir versprechen uns dadurch eine höhere Qualität der Abrechnung und eine verbesserte Zufriedenheit unserer Mitarbeiter. Ziel ist es, im Jahr 2023 die Gehaltsabrechnung digital zur Verfügung zu stellen und ein Mitarbeiterportal einzurichten.

Nach langen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat ist es gelungen einen Haustarifvertrag abzuschließen. Ab 2023 werden grundlegende Vereinbarungen, die bereits im Unternehmen vorhanden sind, gesammelt und systematisiert. Die Mitarbeiter erhalten entsprechend dem neuen Haustarifvertrag zum 01.01.2023 eine Gehaltserhöhung in Höhe von 5%.

Einkaufsaktivitäten

Wenngleich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Jahr 2022 langsam abgeklungen sind, stand der Einkauf weiterhin unter dem Druck, neue und belastbare Partner bzw. Lieferketten aufzubauen. Diese Aufgabe wurde vor dem Hintergrund des im Februar 2022 eingetretenen Russland-Ukraine-Konfliktes deutlich erschwert. Der zum Teil sanktionsbedingte Wegfall von Lieferquellen für Vormaterialien stellte Pleuger Industries vor allem im Bereich der Elektrobleche vor ungeahnte Herausforderungen.

Aufgrund von Materialknappheit kam es hier zu erheblichen Lieferzeitverlängerungen. Zur Stabilisierung der Verfügbarkeiten wurde die Lagerbestandsplanung entsprechend angepasst. Ferner konnten durch Umstellung des Fertigungsverfahrens und dem somit möglichen Wechsel zu alternativen Lieferquellen in Europa sowie Asien die Versorgungsengpässe zum Teil kompensiert werden.

Die coronabedingten Nachwehen und der Ukraine-Krieg stellten den Einkauf noch vor eine weitere, große Herausforderung. Denn die angespannte geopolitische Lage führte nicht nur zu globalen Lieferengpässen, sondern auch zu außerordentlichen Preissteigerungen, vor allem bei energieintensiven Herstellungsverfahren. Die zum Teil deutlichen Kostensteigerungen im Bereich von Standardkomponenten für 6 Zoll, 8 Zoll und 10 Zoll-Aggregate führten zu einer durchschnittlichen Verteuerung des Endproduktes um ca. 10%.

Fertigung / Kapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung in der Fertigung konnte über das Jahr hinweg weitestgehend stabil gehalten werden, wenn auch auf einem relativ geringen Niveau. Projektbedingte Lastverschiebungen wurden mittels der Gleitzeit- und Urlaubskunden ausgeglichen. Lediglich im Oktober gab es einen kleinen Umsatzeinbruch, der aber im Jahresverlauf - insbesondere im Dezember 2022 - trotz erheblich verkürzter Produktionszeit kompensiert werden konnte. Der hohe Auftragsbestand aus der Zeit vor der Pandemie wurde um 1,364 Mio. EUR weiter reduziert, was sich besonders in der zweiten Jahreshälfte äußerst positiv auf die Liefertreue und eine Reduzierung von Lieferzeiten ausgewirkt hat.

Der gesamte Auftragsbestand ist um ca. 6 Mio. EUR auf 28,1 Mio. EUR gestiegen. Der Auftragseingang ist im Vergleich zum Vorjahr mit 40,5 Mio. EUR erwartungsgemäß um 8% zurückgegangen, lag aber um 1,5% über dem Budget. Allerdings ergaben sich einige Verschiebungen bei den Auslieferungen, so dass geplante Umsätze in Höhe von 7,4 Mio. EUR nicht im Jahr 2022 realisiert werden konnten. Dabei handelt es sich um Verschiebungen, die die Umsätze in 2023 entsprechend steigern werden.

Durch den erfolgreichen Markteintritt in den US-amerikanischen Wassermarkt, der in 2021 gestartet wurde, wurden in 2022 die Fertigungskapazitäten in der elektro-mechanischen Fertigung ausgebaut. Insgesamt wird damit konsequent das Ziel verfolgt, die Kernmarke Pleuger wieder in den Focus zu rücken.

Vertrieb/Marketingaktivitäten

Da bis 2018 der Vertriebsaußendienst über die Organisation von Flowserve abgedeckt wurde und die für den weltweiten Vertrieb vertraglich zugesicherte Unterstützung durch Flowserve außerhalb der EU bis August 2020 und den EU-Raum bis August 2021 befristet war, lag auch im Jahr 2022 ein Schwerpunkt im Auf- und Ausbau einer eigenen Vertriebsstruktur von Pleuger Industries.

Mit dem Eintritt in den US-amerikanischen Wassermarkt wurden auch interne Vertriebskapazitäten und Lieferkapazitäten durch den Mutterkonzern in den Staaten auf- und ausgebaut. So werden in den USA Pleuger-Lagermotoren in den Standardgrößen: 6 Zoll, 8 Zoll und 10 Zoll vorgehalten. Insbesondere die Nachfrage nach den margenstarken 10 Zoll-Motoren ist hoch. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung des US-Amerikanischen Marktes - insbesondere mit den margenträchtigen 10 Zoll-Motoren und dem neu entwickelten 12 Zoll-Motor.

Im Verlauf des Jahres konnten weltweit diverse weitere Distributoren gewonnen und insgesamt sieben neue Vertriebspartner unter Vertrag genommen werden. Damit konnte das Vertriebsnetzwerk auf 58 Vertriebspartner in 48 Länder ausgeweitet werden. Darüber hinaus laufen noch weitere Verhandlungen mit potenziellen Partnern.

Nachdem pandemiebedingt etliche Messen ausgefallen waren, hat die Pleuger Industries in 2022 insgesamt an 16 Messen teilgenommen. Namentlich sind die Teilnahmen an der OTC in Houston, ADIPEC in Abu Dhabi und National Ground Water Week in Las Vegas, die Oil & Gas Asia in Kuala Lumpur sowie die Leitmesse IFAT in München zu nennen.

Eine weitere strategisch bedeutsame Messe war die ONS (Offshore Northern Seas) in Stavanger. Pleuger Industries bietet hochwertige Pumpen für Kühlsysteme von Generatoren in Off-Shore-Windkraft-Anlagen, und hier konnten wir bereits erste Großaufträge erzielen. Darüber hinaus haben wir standardisierte Transport- und Lagercontainer entwickelt und beim Kunden platziert. Weitere Entwicklungen im Marketing waren die Erstellung weiterer Broschüren (PMM, Motorenkatalog, Aldrich, Renewables), einer neuen Website für die Marke Aldrich, Ausbau unseres Linked-In Kanals und Fotoshootings von unserer Produktion und den Mitarbeitern.

1.3 Steuerungssysteme / Implementierung eines neuen ERP-Systems

Nach einem Umbau des Managements - der bis Ende 2022 abgeschlossen werden konnte - wurde die Stabilisierung der Organisation priorisiert. Daraus resultierte eine verstärkte Einbindung der Key-User in das operative Tagesgeschäft. Die Implementierung ProAlpha als zentrales ERP-System wurde unter anderem auf Grund begrenzter Key-User-Ressourcen zunächst zurückgestellt. Im IV. Quartal wurde die grundsätzliche Entscheidung für ProAlpha vom neuen Management noch einmal hinterfragt und einem externen Audit unterworfen, welches schließlich zu Gunsten ProAlpha abgeschlossen wurde. Insgesamt hat sich daraus eine Verschiebung um ca. ein Jahr ergeben, so dass derzeit ein Go-Live zum Jahreswechsel 2023/2024 anvisiert wird.

Im Rahmen der ProAlpha wird flankierend auch ein Produkt-Konfigurator entwickelt. Dieser wird zukünftig immer weiter ausgebaut, um später Standard-Aufträge weitestgehend automatisiert in das System einzulasten.

Um den Ausbau des Vertriebes systemisch zu unterstützen, wurde Salesforce als führender Anbieter von CRM-Lösungen eingeführt.

Weiterhin wird der Ausbau der IT-Sicherheits-Infrastruktur vorangetrieben.

1.4 Forschung und Entwicklung

Um den Bereich der Forschung und Entwicklung effizienter zu gestalten und die Prozessdauer bis zur Markteinführung zu optimieren, wurde eine neue R&D-Richtlinie ausgearbeitet und ein vierstufiger Gate-bezogener Abwicklungsprozess eingeführt, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Aspekte innerhalb der Entwicklungsabläufe berücksichtigt werden. Die vier Phasen umfassen die Planung und Spezifikation, die eigentliche Entwicklung, die Validierung der Ergebnisse bis hin zur finalen Markteinführung.

Im Rahmen des zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM) wurde in Kooperation mit der TU-Kaiserlautern eine neue Auslegungsinfrastruktur für effiziente Pumpen ins Leben gerufen, welche die modernsten EDV-gestützten Verfahren vereinen wird. So soll eine eigens entwickelte Auslegungssoftware mit der KI neuronaler Netze und einer CFD-Strömungssimulation kombiniert werden. Eine erste Beta-Version konnte bereits im Jahr 2021 erprobt werden. Ende 2022 ist die neue Software-Lösung als Beta-Version erstmals bei der Entwicklung einer neuen effizienten 10 Zoll-Pumpenreihe (PL10-Baureihe) zum Einsatz gekommen, und wird die Entwicklungsdauer zukünftig signifikant verkürzen.

Bei der bereits zuvor gestarteten Entwicklung einer 8 Zoll-Pumpenreihe, welche bereits zum Teil im Jahre 2020 abgeschlossen wurde, konnten die letzten beiden Pumpengrößen seitens der Entwicklung abgeschlossen werden. Aufgrund von Lieferkettenproblemen hat sich jedoch die finale Markteinführung bis ins Jahr 2022 hingezogen und konnte mit der Bestellung der PO162437 der "Nullserie" (Leitschaufel-Gehäuse) in 2022 abgeschlossen werden.

Für die im Jahr 2020 gestartete Entwicklung eines neuen 12 Zoll-Unterwassermotors wurde 2021 ein erster Prototyp gebaut und konnte erfolgreich getestet werden. Bei dem ersten Prototyp wurde jedoch lediglich das elektrische Design geändert, wodurch bereits eine signifikante Leistungssteigerung erzielt werden konnte. Die Ergebnisse werden entsprechend in das elektrische und mechanische Design des nun geplanten zweiten Prototyps einfließen, welcher dann die Marktreife Anfang 2023 erreichen soll.

Insgesamt betrug der Aufwand für Forschung und Entwicklung ca. 408 TEUR (460 TEUR Vorjahr).

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das weltweite Wirtschaftswachstum fiel 2022 mit 3,5% (nach 6,3% im Vorjahr) solide aus. In den Bereichen Industrieproduktion und Handel konnte ein Zuwachs verzeichnet werden, der allerdings gegen Jahresende an Dynamik verlor. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine waren nach wie vor herausfordernd, wohingegen die Verbesserung der pandemischen Lage einen positiven Effekt hatte. Die Verbraucherpreise zogen stark an und erreichten in einigen Regionen einen Höchststand. Ende 2022 könnte jedoch der Gipfel überwunden sein.

Prognostiziert wird eine Steigerung der Weltwirtschaft in 2023 um 2,9%. Für 2024 geht das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) von einem Wachstum in Höhe von 3,1% aus. Damit liegen die Wachstumsprognosen unter dem langfristigen Durchschnitt (3,8%) der Jahre 2000 bis 2019.

Der andauernde Krieg in der Ukraine und zunehmende Spannungen zwischen den Großmächten China und den USA sowie das zunehmend robuste Auftreten Chinas auf der Weltbühne bergen zusätzliche Risiken, deren finanzielle Folgen nur schwer zu beziffern sind. Die engen Verflechtungen der großen Volkswirtschaften zu China und die daraus resultierenden Abhängigkeiten werden auch hierzulande zunehmend kritisch diskutiert. Ob und inwieweit sich diese Abhängigkeiten reduzieren lassen sowie die Folgen einer möglichen Entflechtung lassen sich derzeit nicht erkennen.

Laut einer Studie des Branchenverbands VDMA wurden in den ersten drei Quartalen 2022 noch Zuwächse bei den Aufträgen erzielt. Im vierten Quartal kippte die Nachfrage nach Investitionsgütern. Für das gesamte vierte Quartal 2022 beläuft sich der Auftragsrückgang auf 16% im Vergleich zum Vorjahr. Die Inlandsbestellungen schrumpften um 10%, die Auslandsbestellungen um 18 %.

Die Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau in der EU blieb in 2022 mit 89% leicht unter dem Vorjahresniveau (89,8%). Die verbreitete Herausforderung, in Deutschland spezielle Lösungen für individuelle Kundenprobleme anzubieten, führte auch 2022 zu einer höheren Fertigungstiefe und damit Wertschöpfungsquote in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern.

Grundsätzlich sieht sich die Pleuger Industries GmbH damit einem eher ungewissen Umfeld für das Jahr 2023 ausgesetzt. Positiv wirkt sich die Streuung der Geschäftstätigkeit in den verschiedensten Industrien und Märkten aus. Die Geschäftsverläufe der letzten Jahre zeigen, dass die Gesellschaft von dem Niveau des Rohölpreises und der damit einhergehenden Investitionsreduzierung der mineralölproduzierenden und -verarbeitenden Industrie abhängig ist. Der Ölpreis der Sorte Brent hat sich von Januar 2022 von unter 80 USD pro Barrel auf 130 USD pro Barrel im März 2022 erholt und schloss im Dezember 2022 wieder mit 82 USD pro Barrel. Stand Juni 2023 bewegt sich der Rohöl-Preis seitwärts mit leicht abnehmender Tendenz.

Zurzeit wird angenommen, dass der Welthandel 2023 weiter um 2,9% steigt, wobei für die Industrieländer mit 1,2% ein deutlich geringeres Wachstum prognostiziert wird als für die Schwellen- und Entwicklungsländer.

Für die USA wird für 2023 ein Anstieg der Wirtschaftsleistungen in Höhe von 1,4% geschätzt, für die Eurozone um 0,7%. Die Energiepreise haben sich in 2023 auf einem höheren Niveau stabilisiert. Nachdem der Welthandel in 2022 anfänglich kräftig gestiegen war, kam es zu einem Stillstand aufgrund der reduzierten Nachfrage nach gehandelten Gütern und der Angebotsengpässe, verursacht durch pandemiebedingte Fabrik- und Hafenschließungen, witterungsbedingte logistische Hindernisse, und Engpässe bei Halbleitern und Versand Containern.

Im Jahr 2022 hat der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland sein Vorjahresergebnis um real 4% verfehlt. Eingetrübte Geschäftsaussichten weltweit, Nachwirkungen von Corona - vor allem in China - und der Ukraine-Krieg waren die wesentlichen Gründe für den Rückgang. Gerade in der zweiten Jahreshälfte konnte an die sehr guten Ergebnisse aus dem Vorjahr nicht mehr angeknüpft werden. Der Rückgang verteilte sich dabei nahezu gleichmäßig auf In- und Ausland: Im Inland gingen die Bestellungen um 5%, im Ausland um 4% zurück. Auch bei den Euro-Partnerländern und dem Nicht-Euro-Ausland gab es keine Unterschiede (beide minus 4%). Durch die zuletzt entspannteren Lieferketten und damit die Möglichkeit zum Abarbeiten von Aufträgen sind auch die Auftragsbestände nicht weiter gewachsen, teils auch geschrumpft. Die Reichweiten liegen aber immer noch bei im Schnitt über 11 Monaten.

2.2 Lage der Pleuger Industries GmbH

2.2.1 Bedeutende finanzielle Leistungsindikatoren

Wir steuern unser Geschäft über die wesentlichen Kennzahlen Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis (Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag). Die Fokussierung auf die finanziellen Leistungsindikatoren sind dem Umbau des Managements und der Neuausrichtung der Organisation geschuldet. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren werden ab 2023 wieder verstärkt als Steuerungsgrößen für die geschäftliche Entwicklung herangezogen.

2.2.2 Umsatz und Auftragseingang

Der Umsatz lag 2022 bei 34,740 Mio. EUR und damit 5,2 Mio. EUR unter Vorjahreswert. Der erzielte Umsatz entspricht damit dem prognostizierten Wert des Vorjahres. Die gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Umsatzerlöse sind auch durch die Verschiebungen einiger weniger Großaufträge, die bereits im ersten Quartal 2023 abgerechnet werden konnten, zu begründen. Ferner kann der verbliebene Auftragsbestand für GAZPROM (derzeit 4 Mio. EUR) auf Grund der Russland-Sanktionen bis auf Weiteres nicht bedient werden.

Der Auftragseingang 2022 beträgt 40,5 Mio. EUR und liegt damit zwar um 3,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Allerdings wurde bei dem Auftragseingang das Budget mit 40,5 Mio. EUR erreicht. Besonders erfreulich ist das beständige Wachstum im Kerngeschäft der Submersibles um 3,0 Mio. bzw. 10,6%. Das ist insofern bemerkenswert, als das Flowserve als ehemaliger Mutterkonzern noch in 2019 für 30% des Auftragseingangs bei den Submersibles stand. Pleuger Industries ist es gelungen, den entfallenden Auftragseingang von Flowserve durch die Akquise weiterer Kunden vollständig zu kompensieren.

Pleuger Industries arbeitet weiterhin daran, die eigenen Vertriebskanäle aufzubauen. Perspektivisch bleibt es das Ziel, das monatliche Auftragsvolumen von knapp 3,3 Mio. EUR wieder auf 3,6 Mio. EUR zu heben.

Grundsätzlich war 2022 von Krisen und Anpassung von internen Strukturen geprägt, mit dem Ziel die Rentabilität und Effizienz der Organisation nachhaltig zu erhöhen. Der hohe Auftragseingang und ein guter Produktmix in Kombination mit einer leistungsfähigeren und schlankeren Organisation, stimmen uns positiv für den Geschäftsverlauf 2022, trotz des Fehlbetrages. Der Ausblick ist durchweg positiv.

2.2.3 Ertragslage

Der Umsatz in Höhe von 34,7 Mio. EUR verteilt sich in Höhe von 23,9 Mio. EUR auf den Geschäftsbereich Units (Neugeschäft) und in Höhe von 10,8 Mio. EUR auf den Bereich Aftermarket ("Parts" und "Service & Repair"). Insgesamt ergab sich ein Umsatzrückgang um 5,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr, der sich im Wesentlichen auf eine Verschiebung der Lieferungen von einigen Großprojekten (-3,2 Mio. EUR) ins erste Quartal 2023 zurückführen lässt. Außerdem wird ein Großauftrag auf Grund der Russland-Sanktionen in Höhe von 4 Mio. EUR zurückgehalten.

Der Auftragseingang im Jahr 2022 von 40,5 Mio. EUR führte zu einem Auftragsbestand zum 31. Dezember 2022 in Höhe von EUR 24,1 Mio. Davon entfielen ca. 79.3% auf den Produktbereich Submersible. Der Auftragsbestand erhöhte sich innerhalb von 2022 von 18,132 Mio. EUR um 6 Mio. EUR auf 24,097 Mio. EUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen auf Management Fees, Provisionszahlungen, Aufwendungen für Instandhaltung und Reparaturen, Lizenz- und Servicekosten, Forschungs- und Entwicklungskosten und Leasingaufwand.

Das Jahresergebnis beträgt -2.516 TEUR, welches einen Ertrag von 1.260 TEUR aus der Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus dem Asset Deal enthält, der durch die Übernahme des operativen Geschäftsbetriebs durch Flowserve entstanden ist. Der erzielte Jahresfehlbetrag übersteigt damit den im Vorjahr prognostizierten Fehlbetrag von TEUR 600.

Belastend auf das Ergebnis wirken die Verlagerungen der Großprojekte (-950 TEUR), die Wertberichtungen im Rahmen des Russland-Ukraine-Konfliktes (-1,34 Mio. EUR), der Umbau des Managements (-430 TEUR), Energieteuerungen (-240 TEUR).

2.2.4 Vermögens- und Finanzlage

Das Umlaufvermögen beträgt 32.755 TEUR, bestehend aus Vorräten in Höhe von 11.977 TEUR, Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von 16.878 TEUR. Die Vorräte haben sich in Bezug auf das Vorjahr um 1.063 TEUR erhöht, dies resultierte aus der Erhöhung der unfertigen Erzeugnisse und lässt sich im Wesentlichen auf erhöhte Auftragseingänge im Ersatzteilgeschäft (+1.783 TEUR) im vierten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückführen. Darüber hinaus wurde den Herausforderungen in der Materialbeschaffung durch Aufstockung der Lagerbestände begegnet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr um 1.181 TEUR gestiegen, dies resultiert u.a. aus 1.804 TEUR höheren Umsätze in den letzten zwei Monaten des Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Die sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich um 853 TEUR. Dieser Rückgang beinhaltet insbesondere die Verrechnung der Forderung aus dem Grundstücksverkauf Friedrich-Ebert-Damm 105 mit den monatlich anfallenden Mietzinsen für dieses Grundstück.

Der im Jahr 2022 verbleibende passive Unterschiedsbetrag ("badwill") von 18.574 TEUR resultiert aus dem Asset Deal mit dem Flowserve Konzern. Im Rahmen der Übernahme des Geschäftsbetriebs von Pleuger Industries wurde ein negativer Kaufpreis vereinbart.

Das Eigenkapital liegt bei 125 TEUR, davon beträgt das Stammkapital 25 TEUR. Der aus dem Vorjahr vorgetragene Gewinn wird durch den im Berichtsjahr entstandenen Verlust nahezu aufgezerrt.

Die Verbindlichkeiten in Höhe von 14.152 TEUR setzen sich hauptsächlich aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen in Höhe von 6.903 TEUR und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.594 TEUR sowie 1.300 TEUR Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen zusammen.

Die Gesellschaft verfügt über hinreichend Liquidität, um alle fälligen Verbindlichkeiten bedienen zu können. Eine laufende Liquiditätsplanung wird gepflegt. Es bestehen lediglich Kreditlinien für Avale in Höhe von TEUR 2.000.

2.2.5 Investitionen

Die Investitionen in das Anlagevermögen betrugen 2022 insgesamt 1.319 TEUR. Sie betrafen im Wesentlichen Ersatzinvestitionen in IT-Infrastruktur (90 TEUR), Maschinenpark (755 TEUR) und Modelle / Werkzeuge (202 TEUR), Stapler (138 TEUR) sowie Implementierungsaufwand für das neue ERP-System in Höhe von (125 TEUR). Letzteres wurde auf dem Verrechnungskonto Anlagen im Bau erfasst.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Prognosebericht

Im Jahr 2022 konnte der Auftragseingang trotz des eskalierenden Ukrainekonfliktes und der fortlaufenden Versorgungsengpässe durch die Folgen der Corona-Pandemie auf den budgetierten Vorgabewert von 40,5 Mio. EUR abgeschlossen werden. Der Auftragseingang wurde dabei überwiegend durch Auftragseingänge in unserem Kernprodukt, der Unterwassermotorpumpe, erreicht. Der starke Auftragseingang im Kerngeschäft bestätigte die Annahme aus 2021, dass ein großer Teil des Corona-Pandemie bedingten ausgefallenen Geschäftsvolumens wieder kompensiert werden konnte. Hierzu kam Pleuger Industries der gestartete Ausbau des Netzwerkes von Distributoren im Jahr 2021 weiter zugute. Zudem konnten durch die umfangreiche Amerika Initiative der Marktanteil auf dem amerikanischen Kontinent weiter erhöht werden.

Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist auch ein signifikanter Teil des Auftragsbuches bei Pleuger Industries von den verhängten Sanktionen und den globalen Auswirkungen betroffen. Somit wurden knapp 4 Mio. EUR des aktuellen Auftragsbestandes der fest für den Umsatz 2022 eingeplant war, aus den Umsatzzielen 2022 und 2023 herausgenommen. Ferner wurden zukünftige Geschäfte mit Russland eingestellt und unser Verkaufsbüro in Moskau geschlossen.

Nichtsdestotrotz sind die Lieferketten weiterhin starken Schwankungen unterzogen und es ist mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen. Bedingt durch die andauernde Lieferkettenproblematik konnte auch die Entwicklung unserer neuen leistungsstärkeren Produkte nicht zur gewünschten Marktreife gebracht werden. Die Einführung neuer Motoren - insbesondere die Einführung des MI12-Motors wird nun für 2023 erwartet.

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Faktoren wird für das Jahr 2023 mit einem Auftragseingang in Höhe von 45,0 Mio. EUR gerechnet. Für 2023 sind zurzeit knapp 46,0 Mio. EUR Umsatz geplant mit einem Jahresüberschuss von TEUR 6.815. Darin erhalten sind Veräußerungserlöse der Beteiligung in Frankreich.

Pleuger Industries GmbH konnte im Sommer 2023 Pleuger France für 3,21 Mio. EUR verkaufen. Daraus ergibt sich in der Summe ein Ertrag aus Beteiligungsverkäufen in Höhe von 3,21 Mio. EUR, der aber erst im Geschäftsjahr 2023 ergebniswirksam werden wird.

3.2 Risikobericht

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich immer noch in der teilweisen mangelhaften Verfügbarkeit des benötigten Materials. Das wesentliche Risiko ergibt sich auch auf Grund der Tatsache, dass einige Materialien kritisch für die Fertigstellung von Kunden-Aufträgen sind und Unterbrechungen in der Versorgung direkt zu Verschiebungen von Umsätzen und das Risiko von Strafzahlungen (Pönalen) führen können. Das Risiko wird dadurch reduziert, dass bereits in einer frühen Phase der Auftragsbearbeitung kritische Materialien identifiziert und bei Auftragsbuchung die Bestellungen frühzeitig platziert werden.

Weitere Beschaffungsrisiken bestehen auch darin, dass r viele Teile nur über einen Lieferanten bezogen werden. Einerseits wird versucht, höhere Volumen zu platzieren, um Kostenrisiken zu reduzieren, andererseits ergibt sich daraus eine gewisse Abhängigkeit. Diesem Risko wird mit der Akquisition von alternativen Lieferanten begegnet.

Risiken können auch in der Materialversorgung aufgrund von Beeinträchtigung von Lieferanten oder Spediteuren liegen. Mittelfristig könnte auch eine schwindende Finanzkraft der Kunden als finanzielle Auswirkung der Krise zu einem generellen Rückgang der Auftragseingänge führen.

Der Krieg in der Ukraine birgt ebenfalls weitere Risiken in Bezug auf der Sicherung von Lieferketten, sowie einem Anstieg von Preisen für Rohstoffe und benötigter Materialien.

In den letzten Jahren kommt es generell verstärkt zu Angriffen auf die IT-Infrastruktur von klein- und mittelständischen Unternehmen. Nachdem die Pleuger Industries GmbH auch massiv in die IT-Sicherheitsarchitektur investiert hat, wird aktuell der Versicherungsumfang für eine Cyber-Versicherung geprüft. In diesem Zusammenhang wird ein Audit beauftragt.

Ziel ist es, den Auftragsbestand weiter zu stabilisieren und möglichst zu steigern, um die Auslastung im Werk weiter gewährleisten zu können. Darüber hinaus wurde der Austausch mit unseren Lieferanten weiter intensiviert, um unseren Materialbedarf weiterhin zu decken und auf Marktveränderung schnell reagieren zu können.

Derzeit läuft die Implementierungsphase für die neue ERP-Software ProAlpha, die das bestehende Oracle EBS ersetzen wird. Neben dem Kostenrisiko besteht auch das Risiko, dass Standard-Prozesse während und unmittelbar nach dem Go-Live nicht abgebildet werden können. Daraus erwächst die Gefahr, dass technische Probleme die Organisation in weiten Teilen lahmlegen kann. Um dieses Risiko zu mindern, wurde ein externes Projekt-Management-Team für die letzte Phase der Implementierung und für die Begleitung nach Go-Live eingekauft.

Ein potenzielles Risiko besteht auch im aufkommenden China-Taiwan-Konflikt. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau.

Zu den in der Gesellschaft bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Gesellschaft verfügt über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle werden mit Hilfe von verhandelten Anzahlungsrechnungen minimiert. Zudem besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit einem Großteil der Kunden. Durch die Vielzahl der Kunden besteht keine Konzentration auf einzelne Großkunden. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt die Gesellschaft über ein adäquates Debitorenmanagement. Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Alle erkennbaren Risiken wurden durch entsprechende Bewertung und Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. Mithilfe einer monatlichen Berichterstattung über die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie Soll/Ist-Abweichungsanalysen der Ergebnis- und Risikostruktur wird die Geschäftsleitung über die Entwicklung des Unternehmens informiert. Sofern sich aus der Beurteilung der Risikosituation ein Handlungsbedarf ergibt, wird die Berichterstattung um Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise ergänzt.

Es bestehen keine nennenswerten Währungsrisiken im Verkaufsbereich, da alle Geschäfte in EUR beziehungsweise USD getätigt werden. Ziel ist es, den Auftragsbestand weiter zu stabilisieren und möglichst zu steigern, um die Auslastung im Werk weiter gewährleisten zu können. Darüber hinaus wurde der Austausch mit unseren Lieferanten weiter intensiviert, um unseren Materialbedarf weiterhin zu decken und auf Marktveränderungen schnell reagieren zu können.

Der im Berichtsjahr erwirtschaftete Jahresfehlbetrag ist unter anderem auf eine Reihe von Sondereffekten zurückzuführen. Wir verweisen auf die Darstellung unter 2.2.3 Ertragslage.

Auf Grundlage der bisher vorliegenden Ergebnisrechnung des Jahres 2023 sowie der daraus abgeleiteten Ertrags- und Liquiditätsplanung ergibt sich eine positive Fortführungsprognose für die Gesellschaft. Bestandsgefährdende Risiken sind aktuell nicht erkennbar.

3.3 Chancenbericht

In den vergangenen Jahren wurden gute Aufträge mit hohen Margen für unsere Manövrieranlagen (Thruster) erzielt und auch für 2023 rechnen wir mit weiteren Service- und Ersatzteilgeschäften in diesem Geschäftsfeld.

Seit 2019 wird mit dem Kunden Keppel FELS und Flowserve als Vertragspartner über eine mögliche Teilfertigstellung eines Projektes im Thruster-Bereich gesprochen, welches seit Jahren gestoppt ist. Sollte trotz der oben genannten Risiken das Projekt wieder starten, bietet sich die Chance eines nicht eingeplanten Auftrages in der Größenordnung > 10 Mio. EUR Auftragswert.

Pleuger Industries hat sich von einem traditionellen deutschen Produktionsunternehmen zu einer aufstrebenden globalen Marke mit einer bedeutenden Präsenz in den USA entwickelt. Wir sind in der Lage, unseren Marktanteil in ganz Amerika erheblich zu steigern. Nach unserem Ausscheiden aus Flowserve gingen unsere Umsätze auf dem US-Markt um die Hälfte zurück. Dieser Übergang bietet uns jedoch eine vielversprechende Chance, unsere bisherige Marktposition nicht nur zurückzuerobern, sondern durch strategische Initiativen noch weiter auszubauen.

Das Rentabilitätspotenzial, insbesondere im 10-Zoll-Motorensegment ist bemerkenswert, wobei unsere wettbewerbsfähige Einzelhandelspreisstruktur einen entscheidenden Vorteil auf dem US-Markt darstellt. Im Jahr 2022 wurde die Schwestergesellschaft Pleuger Industries USA LLC gegründet und verstärken seitdem unser Vertriebsteam, um den Markt aggressiv und effektiv zu durchdringen. Wir haben Investitionen in Lagerbestände und Betriebskosten getätigt und damit eine solide Grundlage für den Erfolg in diesem Markt gelegt. Es ist unerlässlich, dass wir diese Dynamik beibehalten, um unser langfristiges Wachstum und unsere Dominanz in der Branche sicherzustellen.

In Anerkennung der Nachfrage des Marktes nach schnellen Lieferzeiten und lokalem Fachwissen streben wir aktiv die Einrichtung einer Anlage oder eines Montagebetriebs in den USA an. Diese Erweiterung zielt darauf ab, unseren Serviceansatz durch den Einsatz lokaler Talente und Ressourcen zu verbessern und sicherzustellen, dass wir die Erwartungen unserer Kunden schnell und präzise erfüllen. Unser Engagement für außergewöhnlichen Service und Support ist unerschütterlich und wir glauben, dass eine starke Präsenz vor Ort unerlässlich ist, um das Potenzial unserer amerikanischen Marktstrategie voll auszuschöpfen. Weiterhin wird in der Markteinführung der zuvor genannten MI12-Motoren in 2023 auf den US-Markt ein hohes Umsatz- und Margenpotenzial gesehen.

Es ist noch das Ziel, ein modernes Werk für Pleuger Industries GmbH zu errichten, die Planung hat sich jedoch erneut etwas verschoben. 2023 sollten sich weitere Schritte dies bezüglich ergeben. Durch ein kleineres Grundstück mit verbessertem Layout soll der Materialfluss verbessert, die Unterhaltskosten reduziert und somit die Effizienz gesteigert werden.

Weitere Chancen ergeben sich mit der Einführung der ERP-Software ProAlpha. Neben einer massiven Kosteneinsparungen in Höhe von ca. 280 TEUR p.a. werden auch Verschlankungen in den Prozessketten und Vereinfachungen durch eine interne Administration erwartet.

Darüber hinaus schwenken wir strategisch auf einen serviceorientierten Ansatz um und erkennen darin einen potenziellen Wendepunkt zur Steigerung unserer Rentabilität. Im Jahr 2022 haben wir eine eigene Servicehalle errichtet, die auf die Wartung und Überholung unserer Produkte spezialisiert ist, die von verschiedenen Standorten weltweit eintreffen. Dieses Serviceangebot bietet im Vergleich zu unserer Erstausrüstungsfertigung wesentlich höhere Margen. Wir sind zuversichtlich, dass dieser Fokus auf After-Sales-Support und -Service nicht nur die Kundenbindung steigern, sondern auch den Weg für robustere und profitablere Finanzergebnisse in den kommenden Jahren ebnen wird.

Bestätigungsvermerk

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Pleuger Industries GmbH, Hamburg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pleuger Industries GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 29. November 2023

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sabath, Wirtschaftsprüfer

Janitschke, Wirtschaftsprüfer

Ergebnisverwendungsbeschluss

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 15. September 2023 mit Beschluss der Gesellschafterversammlung festgestellt.

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