CVC Europe Fund Management S.à r.l. - Germany Branch
Selbe AdresseFondsmanagement
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Pablo Daniel Reboll Pérez seit 22.4.2026 | Prokura |
Elise Pollet seit 25.6.2025 | Prokura |
Ivan Rumiantsev seit 15.11.2024 | Prokura |
Sven Dr. Baumann seit 1.7.2024 | Geschäftsführer |
Mariagrazia Collini seit 1.7.2024 | Prokura |
Eleftherios Kyriacou seit 7.6.2024 | Prokura |
Dominik Gansloser seit 23.4.2024 | Prokura |
Andrea Bracchi seit 14.2.2024 | Prokura |
Andrea Donzelli seit 14.2.2024 | Prokura |
Hartmut van Muenster seit 22.1.2024 | Geschäftsführer |
Malek Samy Benfetima seit 8.11.2023 | Prokura |
Rodney Watters seit 17.4.2023 | Prokura |
Jérome Delahaye seit 17.4.2023 | Prokura |
Johannes Kirchmeir seit 12.4.2023 | Geschäftsführer |
Matthew Stubbs seit 12.4.2023 | Prokura |
Jürgen Krieger seit 24.6.2022 | Prokura |
Andrés Gutiérrez Carrasco seit 24.6.2022 | Prokura |
Nick Vernooij seit 15.3.2022 | Prokura |
Hanna Urbanska seit 15.3.2022 | Prokura |
Armando Rubio seit 23.12.2021 | Prokura |
Andre Spark seit 23.12.2021 | Prokura |
Daryl McDonald seit 8.7.2021 | Prokura |
Berthold Müller seit 8.7.2021 | Prokura |
Arnaud André Pierre Marie Fornos seit 11.6.2021 | Prokura |
Christian Wöckener-Erten seit 11.6.2021 | Prokura |
Jörg Malte Brieke seit 11.6.2021 | Prokura |
Serge Fielmich seit 11.6.2021 | Prokura |
Fredrik Lars Wansheim seit 11.6.2021 | Prokura |
Gregor Klaedtke seit 11.1.2021 | Geschäftsführer |
Daniel Oldeweme seit 13.12.2018 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Jefferies International Limited | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Jefferies GmbHFrankfurt am MainJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2023 bis zum 30.11.2024Handelsregisternummer HRB 108812 INHALTSVERZEICHNIS LAGEBERICHT 1 GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT 1.1 GESCHÄFTSMODELL 1.2 ORGANISATORISCHE STRUKTUR 1.3 KUNDENSEGMENTE 1.4 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN 1.5 GESCHÄFTSSTRATEGIE 2 WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 2.1.1 Wirtschaftliches und geopolitisches Umfeld 2.1.2 Regulatorisches Umfeld 2.2 GESCHÄFTSVERLAUF 2.3 ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER GESELLSCHAFT 2.3.1 Ertragslage 2.3.2 Finanzlage 2.3.3 Vermögenslage 2.3.4 Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs und der Lage 2.4 FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 2.4.1 Finanzielle Leistungsindikatoren 2.4.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren 3 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 3.1 PROGNOSEBERICHT 3.1.1 Deutschland 3.1.2 Euroraum und Weltwirtschaft 3.1.3 Geopolitische Risiken 3.1.4 Jefferies GmbH 3.2 CHANCENBERICHT 3.3 RISIKOBERICHT 3.3.1 Ziele der Risikostrategie 3.3.2 Prozess der Risikoidentifizierung 3.4 STRATEGISCHES RISIKO 3.5 MARKTRISIKO 3.6 KREDITRISIKO 3.7 OPERATIONELLES UND VERHALTENSRISIKO 3.8 LIQUIDITÄTSRISIKO 3.9 ALLGEMEINES RISIKOPROFIL 3.10 ÖKONOMISCHE PERSPEKTIVE 3.11 NORMATIVE PERSPEKTIVE 3.12 ZUSAMMENFASSENDE RISIKOBEWERTUNG JAHRESBILANZ GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ANHANG 1 ALLGEMEINE HINWEISE 2 REGISTERINFORMATIONEN 3 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 4 ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 4.1 FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE 4.2 FORDERUNGEN AN KUNDEN 4.3 AKTIVER HANDELSBESTAND 4.4 ECHTE PENSIONSGESCHÄFTE 4.5 SACHANLAGEN 4.6 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE 4.7 AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.8 AKTIVE LATENTE STEUERN 4.9 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN 4.10 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN 4.11 VERBRIEFTE VERBINDLICHKEITEN 4.12 PASSIVER HANDELSBESTAND 4.13 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN 4.14 PASSIVE LATENTE STEUERN 4.15 STEUERRÜCKSTELLUNGEN 4.16 ANDERE RÜCKSTELLUNGEN 4.17 FREMDWÄHRUNGSAKTIVA UND -PASSIVA 4.18 EIGENKAPITAL 5 ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 5.1 ZINSERTRÄGE 5.2 PROVISIONSERTRÄGE 5.3 ERTRAG DES HANDELSBESTANDS 5.4 ZINSAUFWENDUNGEN 5.5 PROVISIONSAUFWENDUNGEN 5.6 AUFWAND DES HANDELSBESTANDS 5.7 ALLGEMEINE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN 5.7.1 Löhne und Gehälter 5.7.2 Andere Verwaltungsaufwendungen 5.8 ABSCHREIBUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN AUF IMMATERIELLE ANLAGEWERTE UND SACHANLAGEN 5.9 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN 5.10 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG 5.11 JAHRESÜBERSCHUSS 6 ERGEBNISVERWENDUNG 7 SONSTIGE ANGABEN 7.1 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 7.2 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN 7.3 GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN 7.4 GESCHÄFTSFÜHRUNG 7.4.1 Gesamtbezüge der Geschäftsführung 7.4.2 Vorschüsse 7.4.3 Mitgliedschaften in anderen Kontrollgremien 7.5 MITARBEITER 7.6 KONZERNVERHÄLTNISSE 7.7 PRÜFUNGS- UND BERATUNGSGEBÜHREN 7.8 LATENTE STEUERN 8 NACHTRAGSBERICHT ANLAGE ZUM ANHANG 1 LÄNDERSPEZIFISCHE BERICHTERSTATTUNG NACH § 42 WPIG 2 LÄNDERSPEZIFISCHE BERICHTERSTATTUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. DEZEMBER 2023 BIS ZUM 30. NOVEMBER 2024 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS LAGEBERICHT ZUM 30. NOVEMBER 20241 GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT 1.1 GESCHÄFTSMODELL Die Jefferies GmbH - im Folgenden auch als "JEG", das "Unternehmen" oder die "Gesellschaft" bezeichnet - wurde am 21. Juni 2017 gegründet und ist im Handelsregister B des Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Handelsregisternummer HRB 108812 eingetragen. Der Firmensitz befindet sich in der Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, Deutschland. Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von den nachfolgend aufgeführten Wertpapierdienstleistungen:
Der organisatorische Aufbau der Jefferies GmbH folgt dem Aufbau innerhalb des Jefferies- Konzerns und ist in folgende Bereiche aufgeteilt:
Mit der Richtlinie (EU) 2019/2034 über die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen ("Investment Firm Directive" oder "IFD") und der Verordnung (EU) 2019/2033 über Aufsichtsanforderungen an Wertpapierfirmen ("Investment Firm Regulation" oder "IFR") wurde der europäische Rechtsrahmen für Wertpapierfirmen auf eine neue Grundlage gestellt. Die Umsetzung des neuen Aufsichtsrahmens erfolgte zum 26. Juni 2021 mit der Einführung des Gesetzes zur Beaufsichtigung von Wertpapierinstituten ("WpIG") sowie mit der direkt anwendbaren IFR. Die JEG wurde als mittleres Wertpapierinstitut gemäß § 2 Abs. 17 WpIG eingestuft. Die Jefferies International Limited, London ("JIL"), die im Vereinigten Königreich eingetragen ist und von der FCA reguliert wird, ist die alleinige Gesellschafterin der Jefferies GmbH. Neben der JIL unterstützt auch das Konzernunternehmen Jefferies LLC, New York ("JLLC") die JEG bei bestimmten operativen Tätigkeiten in allen o. g. Bereichen. Bei den von der JIL und der JLLC übernommenen unterstützenden Tätigkeiten handelt es sich um Auslagerungen i. S. v. MaRisk AT 9. Die ordnungsgemäße Steuerung und Überwachung der mit diesen Auslagerungen verbundenen Risiken, wird vom Auslagerungsbeauftragten wahrgenommen. 1.2 ORGANISATORISCHE STRUKTUR Die Jefferies GmbH stand per 30. November 2024 unter der Leitung von sechs Geschäftsführern:
Zur Unterstützung und Beaufsichtigung der Geschäftsleitung besteht ein Beirat (Supervisory Board genannt), bestehend aus einem Vertreter der JIL und drei unabhängigen Mitgliedern, dem die Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2023/2024 regelmäßig zur laufenden Geschäftstätigkeit und Risikolage Bericht erstattete. Beim Beirat handelt es sich nicht um einen Aufsichtsrat im Sinne des § 52 Abs. 1 GmbHG. Es bestehen keine Beteiligungen an anderen Gesellschaften. Auch im Geschäftsjahr 2023/2024 war die Jefferies GmbH im Finanzkommissionsgeschäft und in der Abschlussvermittlung für Aktien und Anleihen tätig. Mit der Übernahme eines weiteren Portfolios europäischer Staats- und Unternehmensanleihen der JIL, hat im April 2024 die Filiale Larnaka auf Zypern ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Handelsaktivitäten auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko erstrecken sich folglich unverändert auf EU-Staats- und auf EU- Unternehmensanleihen. Die sich aus anderen Produkten ergebenden Handelspositionen und etwaige Risiken und Verbindlichkeiten wurden nach wie vor über sog. Back-to-Back-Geschäfte vollständig von der JIL übernommen. Der Vertrieb von Research-Dienstleistungen wurde im Berichtszeitraum weiter deutlich ausgebaut. Des Weiteren hat die JEG Mandate in den Bereichen
wahrgenommen. 1.3 KUNDENSEGMENTE Die Jefferies GmbH betreut ausschließlich institutionelle Kunden, mehrheitlich aus dem EU-Raum. 1.4 ZWEIGNIEDERLASSUNGEN Für den Ausbau der Marktposition innerhalb der EU sowie zur Sicherstellung der Zugänge an die europäischen Handelsplätze unterhält die JEG Niederlassungen an den folgenden Standorten innerhalb der EU:
Von den 250 Mitarbeitern der Jefferies GmbH entfallen 164 auf die Niederlassungen. Diese verteilen sich wie folgt:
Angaben zu Umsatz, Ergebnis vor Steuern und Steueraufwand der einzelnen Niederlassungen finden sich in der Anlage "Länderspezifische Berichterstattung nach § 42 WplG" zum Anhang. 1.5 GESCHÄFTSSTRATEGIE Die Geschäftsstrategie der JEG ist eng in die Strategie des Jefferies-Konzerns eingebunden. Die Geschäftsleitung führt einen jährlichen Geschäftsplanungsprozess durch und überwacht den Geschäftsverlauf fortlaufend. Dieser Planungsprozess wird gruppenweit durchgeführt und basiert daher auf US-GAAP-Zahlen. Daher werden im Rahmen der Abweichungsanalyse der im Vorjahr gemachten Prognosen zu den aktuellen Zahlen die US-GAAP-Werte herangezogen. Die Gesamtstrategie der Firma für die nächsten 3 Jahre besteht darin, sich auf den Ausbau ihrer Marktposition in der EU zu konzentrieren. Das Unternehmen ist strategisch so positioniert, dass es über das Investment Banking und die Verkaufs- und Handelsplattformen wachsen kann. In dem Maße, in dem makroökonomische und geopolitische Ereignisse die Geschäftspläne der JIL beeinflussen, kann sich dies auch auf die JEG auswirken, da die JEG bei ihrer Eigenkapitalfinanzierung von der JIL abhängig ist. Zu den weiteren strategischen Risiken, die von der Geschäftsleitung in Betracht gezogen, bewertet und überwacht werden, gehören: signifikante Veränderungen des Regulierungsrahmens; geopolitische Spannungen; Sanktionsregimes und handelsprotektionistische Maßnahmen einzelner Regierungen; rasche Neubewertungen von Wertpapieren und sonstigen Vermögenswerten und Verkäufe an den Kreditmärkten; Krisen in den Schwellenmärkten; grundsätzliche Richtungsänderung der Geldpolitik der Zentralbanken sowie politische Instabilität in Europa. 2 WIRTSCHAFTSBERICHT 2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN 2.1.1 WIRTSCHAFTLICHES UND GEOPOLITISCHES UMFELD ÜBERBLICK Die deutsche Wirtschaft befindet sich zum Jahresende 2024 unverändert in einer schwachen Ausgangslage. Das Statistische Bundesamt hat seine vorläufige Schätzung für die Entwicklung des preis-, kalender- und saisonbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal gegenüber seiner Schnellmeldung um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr +0,1% gegenüber dem Vorquartal nach unten revidiert. Auf der Entstehungsseite ging die preisbereinigte Wertschöpfung um 0,2% zurück, wobei neben erneut deutlichen Rückgängen im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe auch bei den unternehmensnahen Dienstleistungen Einbußen zu verzeichnen waren. Insbesondere gesamtwirtschaftlich bedeutsame Wirtschaftszweige wie die Investitionsgüterproduzenten und energieintensive Industrien tendierten angesichts schwacher Auftragslage, intensiverem Wettbewerb und struktureller Herausforderungen weiter rückläufig. Zuwächse ergaben sich neben öffentlichen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit auch bei den konsumnahen Dienstleistungsbereichen (Gastgewerbe, Handel). Vor allem Letzteres kann als positive Entwicklung gewertet werden: So scheinen sich im dritten Quartal der kräftige Nominallohnzuwachs in Höhe von 4,9% im Vorjahresvergleich sowie, angesichts des gesunkenen Verbraucherpreisanstiegs, der mit +2,9% sechste Anstieg der Reallöhne in Folge zunehmend im privaten Konsum bemerkbar zu machen. Entsprechend nahm auf der Verwendungsseite neben dem staatlichen auch der private Konsum leicht zu. Dämpfende Effekte gingen im dritten Quartal von der Investitionstätigkeit und dem Außenbeitrag aus, während die Vorratsveränderung maßgeblich zum positiven Vorquartalsvergleich beitrug. Nach einer zwischenzeitlichen Aufhellung hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft und bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Jahresende angesichts der gestiegenen geopolitischen und auch innenpolitischen Unsicherheiten wieder etwas eingetrübt. So hat sich der ifo Geschäftsklimaindex im November wieder verringert, wobei die Unternehmen vor allem ihre aktuelle Lage deutlich zurückhaltender beurteilten, während die Erwartungen nur leicht sanken. Auch die jüngsten ZEW-Konjunkturerwartungen sowie das GfK-Konsumklima waren zuletzt wieder rückläufig. Vor diesem Hintergrund und angesichts der hohen Unsicherheiten mit Blick auf die weiteren geopolitischen Entwicklungen, möglicher Zollerhöhungen der kommenden US-Regierung sowie der anstehenden Neuwahlen in Deutschland ist eine nachhaltige konjunkturelle Trendwende derzeit noch nicht absehbar. WELTWIRTSCHAFT Die weltweite Industrieproduktion entwickelt sich weiter verhalten. Im September ging sie saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 0,1% zurück, gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet dies ein Plus von 1,6%. Für den weiteren Verlauf deutet sich eine moderate Expansion der Weltwirtschaft an. So lag der Stimmungsindikator von S&P Global im November mit 52,4 nach 52,3 Punkten im Oktober geringfügig höher, und auch der Einkaufsmanager-Index für die Industrie erreichte nach vier Monaten erstmals wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Nach wie vor weist der Stimmungsindikator für den Dienstleistungsbereich mit zuletzt 53,1 Punkten aber auf eine höhere Wachstumsdynamik hin. Allerdings sind die Einkaufsmanagerindizes in wichtigen Handelspartnerländern Deutschlands wie Frankreich, den Niederlanden oder Italien zuletzt gefallen und auch der SENTIX-Konjunkturindex für die Weltwirtschaft hat im Dezember mit einem Rückgang um 0,3 Punkte auf nun 5,3 Zähler wieder etwas nachgegeben. Insgesamt erwarten internationale Organisationen wie der IWF und die OECD aber für die kommenden beiden Jahre weiterhin eine robuste, zunächst vor allem vom privaten Verbrauch getragene weltweite Wirtschaftsaktivität, wobei sich die Wachstumsraten über die Regionen hinweg im Zuge der erwarteten Erholung in den EU-Ländern wieder angleichen dürften. Der weltweite Warenhandel ist im September nach dem vorangegangenen deutlichen Anstieg saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat mit -0,9% wieder etwas gefallen und liegt damit um 2,4% über dem Wert des Vorjahresmonats. Auch die Dynamik des RWI/ISL-Containerumschlag- Index hat sich im November mit einem Rückgang von 132,3 auf 131,7 Punkte etwas verlangsamt. Während sich die Erholung in den europäischen Häfen mit einem deutlichen Anstieg des Nordrange-Index von 111,6 auf 113,4 Punkte fortsetzte, scheint die konjunkturelle Schwäche in China auch den dortigen Containerumschlag zu beeinflussen (-2,4 Punkte auf 143,1 Punkte). Auch wenn die handelspolitische Unsicherheit durch die Ankündigung von Zollerhöhungen durch die künftige US-Regierung deutlich zugenommen hat, rechnen internationale Organisationen weiterhin damit, dass der Welthandel - u.a. gestützt durch den Handel zwischen Schwellenländern - in den kommenden beiden Jahren weiterhin mit Raten von rund 3 1/2 Prozent zunehmen dürfte. AUßENHANDEL Die Schwächephase der deutschen Außenwirtschaft hält an. Im Oktober sind die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saison- und kalenderbereinigt mit -3,2% gegenüber dem Vormonat deutlich gefallen, nachdem sie schon im September rückläufig waren. Neben einem spürbaren Rückgang bei den Warenausfuhren von 3,6% gaben die Dienstleistungsexporte ebenfalls um 1,7% nach. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich fiel das Minus bei den Exporten insgesamt mit -1,5% etwas geringer aus. Gleichzeitig nahmen auch die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 1,3% ab, während sie im Dreimonatsvergleich mit 0,4% noch leicht im Plus lagen. Im Zuge der wesentlich schwächeren Entwicklung der Exporte im Vergleich zu den Importen sank der monatliche Handelsbilanzüberschuss im Oktober saisonbereinigt von 11,2 Mrd. EUR auf 8,3 Mrd. EUR und damit auf den geringsten Wert seit Oktober 2022. Die Einfuhrpreise sind im Oktober nach den vorangegangenen Rückgängen saisonbereinigt um 0,7% ggü. dem Vormonat gestiegen, wozu v.a. höhere Preise für importierte Energie und Vorleistungsgüter beitrugen. Auch die Ausfuhrpreise nahmen um 0,3% zu, so dass sich die Terms of Trade um 0,5% ggü. dem Vormonat verschlechterten. In realer Betrachtung dürfen die Rückgänge bei den Aus- und Einfuhren also sogar noch etwas größer ausgefallen sein. Von den Frühindikatoren kommen weiterhin gemischte, aber zuletzt etwas positivere Signale. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben im Oktober saisonbereinigt mit +0,8% ggü. dem Vormonat weiter zugelegt, wobei v.a. die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum mit +6,3% ggü. September merklich anzog. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lagen die Neubestellungen aus dem Ausland insgesamt sogar um 8,6% im Plus. Auch die ifo Exporterwartungen haben sich im November leicht von -6,5 auf -5,9 Saldenpunkte aufgehellt. Insbesondere die Metallbranche, aber auch der Automobil- und Maschinenbau erwarten weiterhin geringere Ausfuhren. Insgesamt besteht in den Unternehmen laut ifo-Institut mit Blick auf die Zollpolitik der designierten US-Regierung zwar Unsicherheit, allerdings ergeben sich durch die Aufwertung des Dollars auch Chancen für die deutsche Exportwirtschaft. Die deutschen Exporteure operieren aktuell unter erhöhter Unsicherheit. Darüber hinaus entwickelt sich die globale Industriekonjunktur nach wie vor verhalten und liefert damit kaum Impulse für die deutschen Warenexporte. Mit dem schwachen Start in das vierte Quartal sind zunächst auch noch keine Anzeichen für Vorzieheffekte bei den deutschen Ausfuhren mit Blick auf mögliche US-Zollerhöhungen im kommenden Jahr zu erkennen. Insgesamt lassen die aktuellen Daten noch keine baldige Trendwende für das Exportgeschäft erwarten. VERARBEITENDES GEWERBE Die Produktion startet mit einer Drosselung in das Schlussquartal dieses Jahres. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im Oktober preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,0% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Bereits im September war der Ausstoß gemäß revidierter Daten des Statistischen Bundesamtes im Vormonatsvergleich um 2,0% gesunken. Der erneute Rückgang war insbesondere auf einen Einbruch um 8,9% im Energiesektor zurückzuführen. In der Industrie verringerte sich die Ausbringung hingegen nur leicht um 0,3%. Im Baugewerbe blieb die Produktion stabil. Auf Ebene der einzelnen Wirtschaftszweige ist eine negative Entwicklung auf breiter Front zu beobachten: Gewichtige Bereiche wie der Maschinenbau (-1,1%), Hersteller von Kfz und Kfz- Teilen (-1,9%), Metallerzeugnissen (-1,7%) sowie chemischen Erzeugnissen (-1,4%) vermeldeten deutliche Produktionseinbußen. Über Produktionssteigerungen berichteten nur wenige Branchen, darunter die Produzenten elektrischer Ausrüstungen (+3,0%) und von Glas, Glaswaren, Keramik und Verarbeitern von Steinen und Erden (+2,2%) sowie der Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung (+0,5%). Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Oktober gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,5% gesunken. Im September waren sie allerdings laut deutlich aufwärtsrevidierten Angaben noch um 7,2% gestiegen. Die Aufträge aus dem Inland gingen dabei im Oktober um 5,3% zurück, während sie sich aus dem Ausland leicht um 0,8% erhöhten. Ohne die stark schwankenden Großaufträge blieben die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert (+0,1%). EINZELHANDEL Die preisbereinigten Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) sind im Oktober um 0,5% ggü. dem Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Oktober ein reales Umsatzplus von 2,2%. Dabei stieg der Handel mit Lebensmitteln um 0,5%, während der Umsatz im Internet- und Versandhandel nach kräftigen Zuwächsen in den Vormonaten um 2,0% zurückging. Im Vorjahresvergleich ergab sich hingegen ein Plus von 9,2%. In den Jahren 2022 und 2023 hatte die Online- Branche noch starke Umsatzrückgänge infolge des Auslaufens der Corona- Maßnahmen sowie der hohen Inflation hinnehmen müssen. Der Umsatz im Gastgewerbe ging im September im Vorjahresvergleich um 6,5% zurück (-1,0% ggü. Vormonat); nominal lag er um 3,1% niedriger (-0,2% ggü. Vormonat). Negativ könnten sich Preissteigerungen und Kaufzurückhaltung in der Gastronomie ausgewirkt haben, denn die Gästeübernachtungen waren im September im Vorjahresvergleich nur leicht rückläufig. Neuzulassungen von Pkw insgesamt waren im Oktober sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat deutlich gestiegen (+11,7% bzw. +6,0%) und stabilisierten sich im November auf dem erreichten Niveau (+0,3%). Im aussagekräftigeren Drei-Monatsvergleich nahmen die Zulassungen gegenüber der Vorperiode um 6,2% zu. Bei den PKW- Neuzulassungen durch Privatpersonen ergab sich im November im Vormonatsvergleich eine geringfügige Zunahme um 0,4%. In der Drei- Monats-Betrachtung legten die Zahlen um 8,2% zu. Pkw-Neuzulassungen von Unternehmen und Selbstständigen erhöhten sich im November um 0,3% und lagen damit um 4,1% über dem Vorjahresmonat. Die Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland zeigte sich gemessen am HDE- Konsumbarometer und GfK-Konsumklima zuletzt uneindeutig. Laut Prognose der GfK wird das Konsumklima im Dezember um 4,9 auf -23,3 Punkte zurückgehen. Dies ist eine deutliche Eintrübung nach einer zuletzt positiven Entwicklung. Für November gibt das Marktforschungsinstitut eine Zunahme von 2,6 Zählern auf -18,4 Punkte an. Negative Effekte hatten laut Institut am aktuellen Rand ein starker Rückgang bei den Einkommensaussichten und eine schwächere Anschaffungsneigung. Das HDE-Konsumbarometer zeigte zuletzt eine gegenläufige Entwicklung und legte leicht zu. Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel (inkl. Kfz) ist im November leicht um +3,1 Zähler auf -22,1 Punkte gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich um 4,3 Zähler auf -12,1 Punkte. Die Erwartungen legten um zwei Zähler auf -31,7 Punkte zu. Unternehmen des Einzelhandels planen laut ifo-Umfrage zunehmend Preiserhöhungen. So kletterten die Preiserwartungen zum zweiten Mal in Folge auf nun 26,4 Punkte. Nach der zwischenzeitlichen Aufhellung der Konsumstimmung in den zurückliegenden Monaten tendieren einige Frühindikatoren inzwischen wieder schwächer. Angesichts zunehmender Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit und anhaltender innenpolitischer und geopolitischer Unsicherheiten dürfte sich eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas erst im kommenden Jahr einstellen. INFLATION Die Inflationsrate ist im November auf +2,2% gestiegen, nachdem sie im Oktober und September bei +2,0% bzw. +1,6% lag. Im Vergleich zum Vormonat verringerten sich die Verbraucherpreise jedoch um 0,2%. Dass die Jahresrate in den letzten beiden Monaten zugelegt hat, ist vor allem auf den wegfallenden Basiseffekt bei Energie sowie bei Pauschalreisen zurückzuführen. Die Energiepreise waren im November mit -3,7% zwar weiterhin rückläufig, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln hat sich indes abgeschwächt. Die Preise lagen hier im November um 1,8% höher als im Vorjahresmonat und nahmen damit nur unterdurchschnittlich zu. Die Kernrate (ohne Energie und Nahrung) erhöhte sich im November leicht auf +3,0%. Mit maßgeblich dafür war der mit +4,0% unverändert überdurchschnittliche Preisdruck im Bereich der Dienstleistungen im Vorjahresvergleich. Die Preise auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen wirken insgesamt weiterhin dämpfend auf die Inflationsrate: Die Erzeugerpreise gingen im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1% zurück, gegenüber dem Vormonat sind sie um 0,2% gestiegen. Ausschlaggebend waren nach wie vor die rückläufigen Preise für Energie. Die Einfuhrpreise nahmen im gleichen Zeitraum im Vormonatsvergleich um 0,6% zu und lagen damit um 0,8% unter ihrem Vorjahresniveau. Die Verkaufspreise im Großhandel stiegen im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,4%, im Vorjahresvergleich gingen sie um 0,8% zurück. An den Spotmärkten waren die Preise für Erdgas in den letzten Wochen weiterhin recht moderat, auch wenn der TTF Base Load mit rd. 45 €/MWh inzwischen etwa 25% über dem Niveau des Vorjahres liegt. Gegenüber dem Vormonat blieb er nahezu unverändert. Die Markterwartungen deuten darauf hin, dass sich die Erdgaspreise auch in den kommenden Quartalen um etwa 45 €/MWh bewegen dürften. Der Preis für Rohöl (Brent) lag mit zuletzt rd. 70 €/bl. knapp 4% über dem Niveau des Vormonats; gegenüber dem Vorjahr erhöhte er sich um ca. 2%. ARBEITSMARKT Die wirtschaftliche Schwäche prägt nach wie vor die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Im Oktober legte die Erwerbstätigkeit im Vorjahresvergleich zwar um 0,1% leicht zu, gegenüber September kam es jedoch saisonbereinigt zu einem leichten Rückgang um 3.000 Arbeitnehmer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelte sich im September positiv (+10.000 Personen), über die letzten Monate hinweg stagnierte sie jedoch. Gleichzeitig stieg die registrierte Arbeitslosigkeit um 7.000 Personen und die Unterbeschäftigung um 2.000 Personen. Die Anzeigen von Kurzarbeit bei der Bundesagentur für Arbeit, die nach Ende der Ferienzeit spürbar zugenommen hatten, hielten im November ihr erhöhtes Niveau. Besonders betroffen hiervon sind u.a. die Bereiche Metallverarbeitung, Maschinenbau und Kfz- Herstellung. Die Kurzarbeit bewegt sich zwar nach wie vor deutlich unterhalb der Höchststände der Corona-Pandemie, aufgrund der zuletzt dynamisch steigenden Anzeigen sind jedoch auch in den nächsten Monaten spürbare Zuwächse zu erwarten. Die Frühindikatoren deuten eine weitere Abkühlung der Stimmung am Arbeitsmarkt an: Das IAB- Arbeitsmarktbarometer signalisiert eine Fortsetzung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sowie der gedämpften Entwicklung der Erwerbstätigkeit. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen gemäß ifo Beschäftigungsbarometer fällt ebenfalls erneut schwächer aus. Anders als bisher stagniert diese nun auch im Dienstleistungsbereich. Die sinkende Arbeitskräftenachfrage zeigt sich zudem an einem abermaligen Rückgang der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen, die sich im November auf historisch geringem Niveau bewegen. Angesichts der jüngsten medialen Ankündigungen zum Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe ist daher zunächst mit einer Fortsetzung der schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt zu rechnen. NOTENBANKEN Viele Notenbanken überschritten im Jahr 2024 den Leitzinsgipfel. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte nach längerem Zögern im Juni erstmals ihre Leitzinsen um 0,25%-Punkte. Nach insgesamt vier Zinssenkungen lag der Einlagenzins am Jahresende bei 3,0%. Gleichzeitig wurden krisenbedingt aufgelegte langfristige Ausleihungen der Geschäftsbanken komplett zurückgezahlt und am Jahresende die Wiederanlage fälliger Wertpapierbestände beendet, wodurch sich die durch die Wertpapierkäufe der vorangegangenen Jahre aufgeblähte Bilanz der EZB weiter reduzierte. Auch die US-Notenbank Fed und die Bank of England begannen ab dem Sommer mit sukzessiven Leitzinssenkungen auf 4,25% - 4,50% bzw. 4,75%, während die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins aufgrund der zuletzt auf 0,7% gesunkenen Inflation auf nur noch 0,50% senkte. Erstmals seit 2007 leicht auf 0,25% angehoben wurden die Zinsen hingegen durch die Bank of Japan (BoJ). AKTIEN Viele Aktienindizes erreichten im Jahresverlauf neue Allzeithöchststände. So übersprang der Index der größten deutschen Aktiengesellschaften DAX im Dezember erstmals die Marke von 20.000 Punkten und beendete das Jahr mit einem Kursplus von knapp 19% bei 19.909 Punkten. Mit einem Jahresminus von 5,7% deutlich schwächer entwickelte sich hingegen der MDAX-Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen. Leicht abwärts ging es im Vergleich zum Vorjahr für den französischen Aktienindex CAC 40. Der US-Standardwerteindex S&P 500 beendete das Jahr 2024 bei 5.906 Punkten knapp 24% höher, während der Technologieaktienindex NASDAQ sogar knapp 30% zulegen konnte. Japanische Aktien des NIKKEI 225 erreichten im Juli erstmals die Marke von 42.000 Punkten und überstiegen damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1989. Der Schwellenländeraktienindex MSCI Emerging Markets legte im Gesamtjahr knapp 15% zu, wobei insbesondere chinesische Aktien trotz einer zwischenzeitlichen Rallye im September unterdurchschnittlich abschnitten. ZINSEN Bei kurzen Laufzeiten fielen in Deutschland und den USA die Zinsen im Zuge der Leitzinssenkungen deutlich. Ab dem Laufzeitenbereich von 5 Jahren stiegen die Renditen von Bundesanleihen jedoch an, im Zehnjahressegment um rund 0,30%punkte auf 2,36% p.a. Aufgrund einer Ratingherabstufung und wegen der politischen Unsicherheit weiterhin deutlich höher mit 3,23% p.a. rentierten am Jahresende französische Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit. Griechische Pendants lagen mit 3,19% p.a. knapp darunter. Die Rendite einer gleichlaufenden US- Staatsanleihe stieg auf 4,57% p.a. Bei Unternehmensanleihen sanken die Risikoprämien im Jahresverlauf trotz schwacher Konjunktur und steigender Insolvenzzahlen kontinuierlich auf den tiefsten Stand seit Anfang 2022. ROHSTOFFE Deutlich zulegen konnten die Notierungen von Edelmetallen. Während der Goldpreis um 26% auf 2.624 US-Dollar stieg und zwischenzeitlich ein Rekordhoch bei knapp 2.800 Dollar markierte, konnte der Silberpreis um rund 24% auf knapp 30 Dollar zulegen. Gold profitierte zunächst von einer stark gestiegenen Nachfrage vonseiten vieler Notenbanken, vor allem der chinesischen People's Bank of China. In der zweiten Jahreshälfte stieg auch die investmentgetriebene Nachfrage an. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent gab nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf mehr als 90 Dollar um 4,3% nach und notierte Ende 2024 bei 74,38 US-Dollar. WÄHRUNGEN Der Euro wertete im Vergleich zum US-Dollar deutlich von 1,10 auf knapp 1,04 EUR/USD ab. Gegenüber dem britischen Pfund fiel der Euro um 4,5% auf 0,83 EUR/GBP, während er im Vergleich zum Schweizer Franken leicht auf 0,94 EUR/CHF aufwertete. Schwächer entwickelte sich der japanische Yen. Nach zwischenzeitlich größeren Kurssprüngen im Zuge der Leitzinsanhebung der BoJ und einem Rekordtiefstand von 172 EUR/JPY notierte der Yen am Jahresende rund 10% tiefer bei 157 EUR/JPY. 2.1.2 REGULATORISCHES UMFELD 2.1.2.1 DIGITAL OPERATIONAL RESILIENCE ACT Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben am 14. Dezember 2022, die Verordnung (EU) 2022/2554 über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (Digital Operational Resilience Act, DORA), beschlossen. Die Verordnung wurde am 27. Dezember 2022 im Amtsblatt der europäischen Union veröffentlicht und ist am 16. Januar 2023 in Kraft getreten. Seit dem 17. Januar 2025 wird sie angewendet. Mit DORA hat die Europäische Union eine finanzsektorweite Regulierung für die Themen Cybersicherheit, IKT-Risiken und digitale operationale Resilienz geschaffen. Diese Verordnung trägt wesentlich dazu bei, den europäischen Finanzmarkt gegenüber Cyberrisiken und Vorfällen der Informations- und Kommunikationstechnologe (IKT) zu stärken. So gut wie alle beaufsichtigten Institute und Unternehmen des europäischen Finanzsektors fallen unter DORA. Außerdem führt DORA verschiedene Anforderungen an die Institute und Unternehmen in puncto Cybersicherheit, IKT-Risiken und digitale operationale Resilienz zusammen. DORA soll die digitale operationale Resilienz des gesamten europäischen Finanzsektors in diesen sechs wesentlichen Bereichen stärken:
2.1.2.2 WERTPAPIERINSTITUTS-ANZEIGENVERORDNUNG Am 11. Dezember 2023 hat die BaFin die Wertpapierinstituts-Anzeigenverordnung (Wpl-AnzV)) veröffentlicht, die seit dem 12. Dezember 2023 in Kraft ist. Gemäß § 13 Wpl-AnzV in Verbindung mit § 64 Absatz 1 Nummer 13 des Wertpapierinstitutsgesetzes (WpIG) haben Wertpapierinstitute nunmehr folgende Sachverhalte in Bezug auf wesentliche Auslagerungen der Aufsicht unverzüglich anzuzeigen:
§ 13 Wpl-AnzV spezifiziert die in § 64 Absatz 1 Nummer 13 WpIG verankerten grundlegenden Anzeigepflichten der Wertpapierinstitute in Bezug auf wesentliche Auslagerungen dahingehend, dass die jeweils einzureichenden Informationen sowie die Tatbestände einer wesentlichen Änderung bzw. eines schwerwiegenden Vorfalls hier nun näher definiert sind. Die Anzeigen der Absicht, des Vollzugs sowie von wesentlichen Änderungen sind jeweils elektronisch über die Melde- und Veröffentlichungsplattform der BaFin (MVP) einzureichen. Die Anzeige schwerwiegender Vorfälle hat mittels Excel-Template per E-Mail zu erfolgen. Über die laufende Anzeigepflicht in Bezug auf wesentliche Anzeigen hinaus waren sämtliche Wertpapierinstitute zudem aufgefordert, nachträglich den Vollzug sämtlicher bestehenden wesentlichen Auslagerungen und etwaige weitere nach § 64 Abs. 1 Nr. 13 WpIG anzeigepflichtigen Umstände für den Zeitraum beginnend ab dem 26. Juni 2021 bis zum 30. Juni 2024 der BaFin nachzumelden. 2.2 GESCHÄFTSVERLAUF Trotz der weiterhin vor vorhandenen Nachwirkungen der Corona-Pandemie, des Krieges in der Ukraine und den damit einhergehenden Folgen, der Konfliktsituationen im Nahen Osten sowie den aktuell nur schwer prognostizerbaren Auswirkungen der US-Wahlen, kann die Jefferies GmbH auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023/2024 zurückblicken. Die erwartete Erholung im Emissionsgeschäft verlief zwar langsamer als erwartet, wurde aber durch einen deutlichen Anstieg der Beratungsmandate in anderen Bereichen - insbesondere M&A - mehr als ausgeglichen, sodass das Nettoprovisionsergebnis für das Gesamtjahr deutlich höher als im Vorjahr ausfiel. Die Kundenbasis konnte - wie in den Vorjahren -weiter ausgebaut werden. Das Abwicklungsvolumen des Geschäftsjahres 2023/2024 betrug insgesamt 1.700.241 (Vorjahr: 1.340.712) Transaktionen. Dies entspricht einem Anstieg von 26,82%. Das Abwicklungsvolumen verteilt sich wie folgt auf die beiden Bereiche Equities und Fixed Income:
Der Kundenbestand mit insgesamt 1.647 Kunden zum Stichtag (Vorjahr: 1.659 Kunden) und die Entwicklung der durchgeführten Transaktionen entsprechen den Erwartungen der Geschäftsleitung. Zum 30 November 2024 betrug der aktivische Buchwert des Handelsbestands EUR 2,5 Milliarden (Vorjahr: EUR 2,6 Milliarden) und der passivische Buchwert EUR 2,1 Milliarden (Vorjahr: EUR 2,6 Milliarden). Die Entwicklung der allgemeinen Finanzindikatoren wie dem Provisionsüberschuss TEUR 197.656 (Vorjahr: TEUR 132.276) und damit auch der Jahresüberschuss in in Höhe von TEUR 28.417 (Vorjahr: TEUR 20.855) wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2023/2024, anders als in den Vorjahren, weniger durch das Cost-Plus-Verfahren und das Back-to-Back-Model geprägt und zunehmend durch Portfoliomigrationen beeinflusst. Die Handelsaktivitäten führten im Berichtszeitraum zu einem Gewinn in Höhe von TEUR 15.281 (Vorjahr: TEUR 8.511). Die im April 2024 aufgenommenen Geschäftsaktivitäten der Filiale Larnaka im Bereich Handel mit EU- Anleihen konnte im Laufe des Geschäftsjahres bereits einen positiven Ergebnisbeitrag erzielen. 2021 sind die Sumitomo Mitsui Banking Group (SMBC) und Jefferies Financial Group (JFG) eine strategische Allianz eingegangen, um die Zusammenarbeit - zunächst nur in Japan und den USA - in den Bereichen M&A, Equity Capital Markets (ECM) und Debt Capital Markets (DCM) weiter auszubauen. Im Rahmen dieser Vereinbarung hat SMBC eine 4,5%ige Beteiligung and der JFG erworben. Im April 2023 hat SMBC angekündigt, die wirtschaftliche Beteiligung an der JFG auf 15% zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit auf die EMEA-Region ausgebaut werden. Dies wurde im Januar 2024 durch den Abschluss eines Memorandum of Understanding zwischen Jefferies und SMBC umgesetzt. Die Anforderungen der DORA-Verordnung wurden im Rahmen eines internationalen Projekts - auch in Abstimmung mit der BaFin - bis zum 17. Januar 2025 umgesetzt. Die Umsetzung der Anforderungen der Wertpapierinstituts-Anzeigenverordnung erfolgte ebenfalls fristgerecht. Bei den zur Unternehmenssteuerung verwendeten Kapital- und Liquiditätsindikatoren verweisen wir an dieser Stelle auf den Risikobericht für detaillierte Ausführungen. 2.3 ERTRAGS -, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE DER GESELLSCHAFT 2.3.1 ERTRAGSLAGE Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für das Geschäftsjahr 2023/2024 einen Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 28.417 (Vorjahr: TEUR 20.855) aus. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge i.H.v. TEUR 178.395 (Vorjahr: TEUR 215.851) und Aufwendungen i.H.v. TEUR 163.114 (Vorjahr: TEUR 207.340) des Handelsbestands führten insgesamt zu einem Nettogewinn der Handelsaktivitäten von TEUR 15.281 (Vorjahr: Nettogewinn von TEUR 8.511). Den Provisionserträgen für das Geschäftsjahr von TEUR 1.303.876 (Vorjahr: TEUR 370.878) stehen Provisionsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.106.220 (Vorjahr: TEUR 238.602) sowie allgemeine Verwaltungsaufwendungen von TEUR 167.226 (Vorjahr: TEUR 107.711) gegenüber. Die Veränderungen der Provisionserträge und -aufwendungen sowie des Ertrags und Aufwands des Handelsbestands gegenüber dem Vorjahr sind in erster Linie auf die Entwicklungen und Gegebenheiten des Markt- und Geschäftsumfeldes im Berichtszeitraum zurückzuführen. Die Gewinn- und Verlustrechnung für den Berichtszeitraum stellt sich wie folgt dar:
2.3.2 FINANZLAGE Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über Eigenmittel, Refinanzierungsfazilitäten der JIL und der Jefferies Financial Group Inc. sowie aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Zum Bilanzstichtag weist die Gesellschaft Sachanlagen in Höhe von TEUR 6.641 (Vorjahr: TEUR 6.023) sowie immaterielle Anlagewerte in Höhe von TEUR 117 (Vorjahr: TEUR 184) aus. Die Liquiditätsdeckung ergibt sich wie folgt:
Der ggü. dem Vorjahr gestiegene Liquiditätsüberschuss ist zum einen auf die im Rahmen der Geschäftsaufnahme der neuen Filiale auf Zypern von JIL übertragenen Positionen und, zum anderen, auf zum Jahresende hin insgesamt reduzierte Positionen zurück zu führen. Die Fremdwährungspositionen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Finanzlage der Gesellschaft ist über alle Laufzeitbänder weiterhin stabil. 2.3.3 VERMÖGENSLAGE Die Bilanzsumme per 30. November 2024 beläuft sich auf TEUR 2.973.789 (Vorjahr: TEUR 3.005.739). Die Aktiva umfassen folgende Positionen:
Die Passiva verteilen sich mehrheitlich wie folgt:
Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 670.519 (Vorjahr: TEUR 229.076). Der deutliche Anstieg dieser Position ist in erster Linie auf die erstmalige Emission einer Anleihe über EUR 300.000.000 (variabler Zinssatz, Fälligkeit 22. Juli 2026) der Jefferies GmbH zurück zu führen. Es handelt sich hierbei eine besicherte Anleihe, die Teil des neuen - durch Jefferies Financial Group garantierte - Secured Notes Programme der Jefferies GmbH über insgesamt EUR 2.000.000.000 ist. Das Eigenkapital beträgt TEUR 216.764 (Vorjahr: TEUR 188.347). Damit ergeben sich sowohl eine ggü. dem Vorjahr gestiegene Eigenkapitalrendite von 13,11% (Vorjahr: 11,07%) als auch eine gestiegene Eigenkapitalquote von 7,29% (Vorjahr: 6,27%). Die Veränderungen dieser Kennzahlen sind ausschließlich auf den deutlich gestiegenen Jahresüberschuss zurückzuführen. 2.3.4 ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DES GESCHÄFTSVERLAUFS UND DER LAGE Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Gesamtlage, konnte das Geschäftsjahr 2023/2024 mit einem um 36,26% auf TEUR 28.417 (Vorjahr: TEUR 20.855) gestiegenen Jahresüberschuss sehr zufriedenstellend abgeschlossen werden. Die Erwartungen im Rahmen der Planung für das Jahr 2023/24 entlang der Gewinn- und- Verlustrechnung, insbesondere beim Provisionsüberschuss und beim Handelsergebnis, konnten übertroffen werden. Dies ist vor allem auf die starke Entwicklung in margenstarken Bereichen wie u.a. der M&A-Beratung zurückzuführen. Die Entwicklung im Bereich der Beratungsmandate bei Börsengängen verlief deutlich verhaltener konnte sich aber ggü. dem Vorjahr verbessern. Das Handelsergebnis wurde u.a. durch die Anfang 2023 begonnenen Handelsaktivitäten der Filiale Portugal sowie durch die Geschäftsaufnahme der Filiale auf Zypern im Bereich der EU-Anleihen deutlich positiv beeinflusst. Die Nettoerträge erhöhten sich um 52,72% auf TEUR 216.768 (Vorjahr: TEUR 141.686). Damit einhergehend erhöhten sich die Aufwendungen um 55,56% auf TEUR 188.351 (Vorjahr: TEUR 121.081). Insgesamt konnte das Vorsteuerergebnis von TEUR 41.126 (Vorjahr: TEUR 30.016) den im Vorjahr prognostizierten Wert von TEUR 28.939 deutlich übertreffen. Die JEG verfügt vor dem Hintergrund der aufsichtsrechtlichen Anforderungen über eine zufriedenstellende Finanz- und Vermögenslage. Die Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität wurden während des Geschäftsjahres jederzeit eingehalten. Der erfolgreichen Platzierung der ersten Jefferies GmbH Anleihe im zweiten Halbjahr 2024 im Rahmen des durch Jefferies Financial Group garantierten Secured Notes Programme, folgte eine zweite - ebenfalls erfolgreiche - Platzierung über EUR 500.000.000 im Februar 2025. 2.4 FINANZIELLE UND NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN 2.4.1 FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Die Jefferies GmbH hat finanzielle Leistungsindikatoren formuliert. Diese sind Vorsteuerergebnis, Eigenkapitalrendite, Operating Margin (Verhältnis von Ergebnis vor Steuern, außerordentlichem Ergebnis, Abschreibungen und Zinsergebnis zur Summe aus Provisions-, Handels- und Zinsergebnis) und Cost-Income-Ratio (Verhältnis Allgemeine Verwaltungsaufwendungen zu Summe aus Provisions-, Zins und Handelsergebnis). Die finanziellen Leistungsindikatoren haben sich wie folgt entwickelt:
Das Eigenkapital beträgt TEUR 216.764 (Vorjahr: TEUR 188.347). Der daraus resultierende Anstieg sowohl der Eigenkapitalrendite als auch der Eigenkapitalquote (von 6,27% im Vorjahr auf 7,29%) ist ausschließlich auf den deutlich gestiegenen Jahresüberschuss zurückzuführen. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs konnten die im Vorjahr prognostizierten Werte in diesem Geschäftsjahr deutlich übertroffen werden. 2.4.2 NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN Die Jefferies GmbH hat neben den finanziellen Leistungsindikatoren den Personalbestand und die Kundenzufriedenheit als nichtfinanzielle Leistungsindikatoren definiert. 2.4.2.1 PERSONALBESTAND Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurde der Personalbestand innerhalb der Jefferies GmbH sowohl in den einzelnen Geschäftsbereichen als auch in den Kontroll- und Steuerungsbereichen weiter ausgebaut. Zum 30. November 2024 hatte die JEG insgesamt 250 (Vorjahr: 213) Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit, ohne Arbeitsüberlassungen). Nach Geschäftseinheiten teilten sich die Mitarbeiter der JEG (inklusive Niederlassungen, siehe auch Abschnitt 1.4 Zweigniederlassungen) zum 30. November 2024 wie folgt auf:
Wie in den Vorjahren war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die monatliche Personalfluktuation sehr niedrig und stellt sich wie folgt dar: Personalfluktuation
Die Mitarbeiter nehmen regelmäßig an individuell ausgerichteten Weiterbildungsmaßnahmen teil, um auf dem aktuellen Wissensstand und unter Beachtung der wachsenden aufsichtsrechtlichen Erfordernisse arbeiten zu können. 2.4.2.2 KUNDENZUFRIEDENHEIT Im Geschäftsjahr 2023/2024 gab es keine Kundenreklamationen bzw. -beschwerden. 3 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 3.1 PROGNOSEBERICHT 3.1.1 DEUTSCHLAND NACHFRAGE UND STRUKTURWANDEL In diesem Jahr wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 0,1% gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Damit tritt die deutsche Wirtschaft seit nunmehr fünf Jahren auf der Stelle. Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie und Deglobalisierung erfordern einen Umbau der Produktionsstrukturen, bei dem etablierte Geschäftsmodelle verschwinden und neue Produktionskapazitäten entstehen. Wirtschaftliche Analysen sind in solchen Phasen mit einer hohen Diagnoseunsicherheit behaftet. Denn aus der Veränderung wirtschaftlicher Kennzahlen lässt sich nicht unmittelbar ablesen, ob es sich um vorübergehende und damit konjunkturelle Schwankungen oder um eine dauerhafte Neuausrichtung der Produktionskapazitäten und damit um eine strukturelle Anpassung handelt. Unternehmensbefragungen deuten auf beide Ursachen der schwachen Entwicklung hin. Konjunkturell belastet die schlechte Auftragslage der Unternehmen und damit die fehlende Güternachfrage. Die Straffung der Geldpolitik zur Bekämpfung der hohen Inflation und der inflationsbedingte Kaufkraftverlust in Deutschland und in vielen deutschen Absatzmärkten haben dazu beigetragen. Doch während sich die Volkswirtschaften weltweit allmählich erholen und die Nachfrage anzieht, profitiert die exportorientierte deutsche Industrie davon nur wenig. Vielmehr entkoppelt sich der deutsche Warenexport zunehmend von der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Hier treten zunehmend strukturelle Ursachen in den Vordergrund. Insbesondere die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes leiden unter dem spürbaren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit vor allem auf den außereuropäischen Märkten. Um der Diagnoseunsicherheit Rechnung zu tragen, werden in der vorliegenden Prognose zwei Szenarien betrachtet. BASISSZENARIO: LANGSAMER FORTSCHRITT Im Basisszenario wird davon ausgegangen, dass die schwache Entwicklung der vergangenen Jahre vor allem strukturell bedingt war und der Strukturwandel bereits sichtbare Spuren im Produktionspotenzial hinterlassen hat. Gleichzeitig wird unterstellt, dass es auch in den kommenden Jahren keine durchgreifenden Veränderungen geben wird. So zeichnet sich in diesem Szenario eine schleichende Deindustrialisierung ab, in deren Verlauf der Anteil der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung dauerhaft zurückgehen wird. Industrieunternehmen verlagern ihre Produktion und damit auch ihre Investitionen ins Ausland. Das Produktivitätswachstum bleibt schwach, da Wertschöpfung in hochproduktiven Industriezweigen durch Wertschöpfung in Dienstleistungsbereichen mit geringem Produktivitätswachstum ersetzt wird. Dies spiegelt sich auch in der Beschäftigungsentwicklung wider. Zudem geht der Strukturwandel zwischenzeitlich mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit einher, da die in der Industrie freigesetzten Arbeitskräfte nicht unmittelbar in den Dienstleistungsbereichen eingesetzt werden können. In diesem Szenario setzt sich die schleppende Entwicklung in den kommenden beiden Jahren fort und das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wird lediglich um 0,4 bzw. 0,8% zulegen. Insbesondere vom Verarbeitenden Gewerbe gehen weiterhin keine positiven Wachstumsimpulse aus. Auch der Außenhandel und die Unternehmensinvestitionen entwickeln sich wenig dynamisch. Der private Konsum dürfte sich weiter erholen, aber nicht an Dynamik gewinnen. Zwar nehmen die real verfügbaren Einkommen und damit die Kaufkraft weiter zu. Allerdings bleibt die Sparquote vor dem Hintergrund der anhaltend großen Unsicherheit hoch. Die Baukonjunktur dürfte die Talsohle durchschritten haben und im Verlauf des kommenden Jahres wieder positiv zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beitragen. ALTERNATIVSZENARIO: POSITIVE ENTWICKLUNG Im optimistischeren Alternativszenario wird unterstellt, dass die Unternehmen den Standort nicht verlassen und ihre vorhandenen Produktionskapazitäten vorübergehend nur weniger ausgelastet haben als im Basisszenario. Zwar findet der Strukturwandel auch in diesem Szenario statt und verändert die Produktionsstrukturen. Er lässt aber nicht nur die alten Produktionstechnologien verschwinden, sondern auch neue im Verarbeitenden Gewerbe entstehen. Voraussetzung dafür sind verlässliche wirtschaftspolitische Weichenstellungen, die mit einer zügigen Verbesserung der Standortfaktoren im Prognosezeitraum einhergehen. Dazu zählen eine sinkende Steuerbelastung der Unternehmen sowie sinkende Bürokratie- und Energiekosten, der Ausbau der Digital-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur und eine Erhöhung des Arbeitsangebots (z.B. durch eine höhere Erwerbsbeteiligung von Älteren oder Frauen, eine Ausweitung der Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten oder eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften). Gleichzeitig wird in diesem Szenario die hohe Unsicherheit über den wirtschaftspolitischen Kurs, die seit Jahren Investoren und Konsumenten hemmt, zurückgehen. Schließlich beschleunigt sich im Vergleich zum Basisszenario der Produktivitätsanstieg im Prognosezeitraum stärker, nicht nur als Folge der Erholung, sondern auch trendmäßig. Dazu trägt nicht zuletzt die Beschäftigungsentwicklung bei, die im Gegensatz zum Basisszenario im produktiven Verarbeitenden Gewerbe nicht abgebaut wird. In diesem Szenario wächst das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in den kommenden beiden Jahren mit 1,1% bzw. 1,6% mehr als doppelt so schnell wie im Basisszenario. Dazu trägt vor allem das Verarbeitende Gewerbe bei, das seine Exporte und Investitionen ausweitet. Auch der private Konsum gewinnt im Vergleich zum Basisszenario an Schwung, da die Arbeitseinkommen stärker steigen und die Sparquote schneller sinkt. INFLATION Der Inflationsdruck nimmt in beiden Szenarien gleichermaßen ab. Allerdings dürfte die Inflationsrate im kommenden Jahr mit 2,3% in etwa auf dem Niveau des laufenden Jahres liegen und erst im Jahr 2026 weiter auf 2,0% zurückgehen. Dazu tragen im kommenden Jahr eine Reihe von Sondereffekten wie die Verteuerung des Deutschlandtickets, des Briefportos und der privaten Krankenversicherung bei. Im weiteren Verlauf dürften die Preissteigerungen bei den arbeitsintensiven Dienstleistungen im Einklang mit der nachlassenden Lohndynamik allmählich zurückgehen. Zwar sind die Lohnzuwächse im Alternativszenario höher als im Basisszenario. Entscheidend für die Inflationsdynamik ist jedoch, dass sich die realen Lohnstückkosten in beiden Szenarien ähnlich entwickeln, da die höheren Lohnzuwächse im Alternativszenario durch entsprechende Produktivitätssteigerungen kompensiert werden. FINANZPOLITIK Die Finanzpolitik ist in diesem und in den kommenden zwei Jahren restriktiv ausgerichtet. Im Basisszenario liegt das Finanzierungsdefizit des Staates im Jahr 2026 mit 2,5% des nominalen Bruttoinlandsprodukts genauso hoch wie im laufenden Jahr. Im Alternativszenario kommt es konjunkturbedingt zu Mehreinnahmen und Minderausgaben. Gleichzeitig wird unterstellt, dass Steuererleichterungen für Unternehmen verabschiedet und die Investitionsausgaben des Staates ausgeweitet werden. In diesem Szenario liegt das Finanzierungsdefizit im Jahr mit 2,2% des nominalen Bruttoinlandsprodukts niedriger als im laufenden Jahr.
3.1.2 EURORAUM UND WELTWIRTSCHAFT Im Euroraum nahm die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2024 um 0,4% gegenüber dem Vorquartal bzw. um 0,9% gegenüber dem Vorjahr zu - der stärkste Anstieg seit zwei Jahren. Am dynamischsten erwies sich abermals die Konjunktur Spaniens, aber auch Frankreich verzeichnete einen robusten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts, was teilweise positiven Impulsen durch die Austragung der Olympischen Sommerspiele geschuldet war. Die Industrieproduktion tendierte in den vergangenen Monaten jedoch abwärts und die Unternehmensstimmung ist weiterhin pessimistisch. Insbesondere die Auftragsbestände wurden deutlich niedriger eingeschätzt als zuletzt. Im Prognosezeitraum schlagen sich die Reallohnzuwächse allmählich in einer Belebung des privaten Konsums nieder. Dazu tragen der robuste Arbeitsmarkt und die gesunkene Inflation bei. Die Industriekonjunktur wird allerdings nur langsam Fahrt aufnehmen, auch weil die Investitionen erst allmählich anziehen. Insgesamt wird die Wirtschaftsleistung im Euroraum in den Jahren 2025 und 2026 um jeweils 1,2% zunehmen. Dabei bleiben die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsländern des Euroraums groß. In China blieb die Konsumnachfrage aufgrund der Immobilienkrise verhalten. Die Leitzinssätze wurden sukzessive gesenkt und ein Unterstützungspaket der Regierung zur finanziellen Entlastung der regionalen Gebietskörperschaften geschnürt. Die Einkaufsmanagerindizes zuletzt sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich etwas nach, notierten aber weiterhin über der Expansionsschwelle. Im Prognosezeitraum bleibt die Inlandsnachfrage angesichts der Immobilienmarktkrise gedämpft, das lebhafte Exportwachstum stützt hingegen die Konjunktur. Insgesamt dürfte die chinesische Wirtschaft in den Jahren 2025 und 2026 jedoch nur um gut 4% wachsen. In den USA expandierte die Wirtschaft im dritten Quartal 2024 kräftig, das BIP legte um 0,7% gegenüber dem Vorquartal und um 2,7% gegenüber dem Vorjahr zu. Der private Konsum blieb lebhaft, nicht zuletzt da die Inflationsrate auf 2,6% im Oktober gesunken ist und für steigende Realeinkommen sorgte. Die robuste Konjunktur zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,1% im Oktober gering, obgleich der Beschäftigungsaufbau seit über einem Jahr an Schwung verloren hat. Im Prognosezeitraum dürfte sich die Expansion angesichts der soliden Rahmenbedingungen unvermindert fortsetzen. Die Teuerung ist rückläufig und das Verbrauchervertrauen ungebrochen hoch. Die Anhebung der Handelszölle wird zwar die Verbraucherpreise steigern, eine weiterhin äußerst expansive Fiskalpolitik wird die gesamtwirtschaftliche Entwicklung jedoch begünstigen. Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung der USA im Jahr 2025 um 2,5% und im Jahr 2026 um 2,4% zulegen. Alles in allem dürfte die Weltkonjunktur in den Jahren 2025 und 2026 auf ihrem moderaten Expansionskurs bleiben. Höhere Handelszölle dürften nicht sofort nach Amtsantritt des neuen Präsidenten der USA, sondern erst im Laufe des kommenden Jahres in Kraft treten und bestehende Handelsumlenkungen verstärken. Dies betrifft vor allem den bilateralen Handel der USA mit China, der auf andere Länder verlagert wird. Die Zollanhebungen dürften Vorzieheffekte mit sich bringen, sodass der Welthandel in der ersten Jahreshälfte 2025 anzieht, dann aber allmählich nachlässt. Insgesamt dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion der Welt in den Jahren 2025 und 2026 um jeweils 2,6% und damit so schnell wie im laufenden Jahr zulegen. Die Expansion des Welthandels dürfte sich im kommenden Jahr auf gut 3% beschleunigen und sich im Jahr 2026 auf 2,5% abschwächen.
3.1.3 GEOPOLITISCHE RISIKEN Zunehmende geopolitische Spannungen oder vermehrte protektionistische Maßnahmen gehen mit signifikanten Abwärtsrisiken für die Wirtschaftsleistung und Aufwärtsrisiken für die Inflation einher. Sollten sich der Krieg Russlands gegen die Ukraine oder die Konflikte im Nahen Osten intensivieren oder ausweiten, könnten das Angebot von Energierohstoffen auf dem Weltmarkt beeinträchtigt und Lieferketten gestört werden. Über ansteigende Importpreise würde dies unmittelbar die Inflation in Deutschland erhöhen und die Konjunktur belasten. Ähnliche Auswirkungen dürften zunehmende handelspolitische Spannungen haben. Dies droht recht unmittelbar für den Fall, dass die US-Regierung ihre angekündigten Vorhaben im Bereich der Handelspolitik umsetzt - insbesondere bei massiven Erhöhungen von Zöllen und etwaigen Gegenmaßnahmen. In einem solchen Risikoszenario würde die deutsche Wirtschaft wohl erheblich leiden. 3.1.4 JEFFERIES GMBH Die Auswirkungen der oben dargestellten Erwartungen werden sich je nach Geschäftsbereich unterschiedlich darstellen, d. h. insbesondere die in den vergangenen Jahren ausgebaute Beratungstätigkeit dürfte von externen Faktoren weniger stark beeinflusst werden als das Wertpapiergeschäft. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass sich das Geschäftsmodell der JEG - insbesondere aufgrund der stark ausgebauten Beratungstätigkeit - auch weiterhin als relativ resistent gegenüber Umwelteinflüssen zeigen wird. Nach den Wahlen in den USA erwartet die Geschäftsleitung ein finanzielles Umfeld, das - geprägt von niedrigeren Steuern, Deregulierung und mehr Wachstumsunterstützung für US-Unternehmen - positive Tendenzen bei Unternehmen und an den Märkten weiterhin unterstützt. Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass die Anzahl der Börsengänge auch in 2025 wieder steigen wird und sich die M&A-Aktivitäten weiterhin auf einem hohen Niveau halten werden. Die aktuelle Prognoserechnung geht von der nachfolgend dargestellten Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren, der Bilanzsumme und der Mitarbeiterzahlen aus:
3.2 CHANCENBERICHT Die JEG wird auch in Zukunft den Geschäftsbetrieb unter Verwendung eines reduzierten Back-to-Back-Buchungsmodells mit der JIL fortsetzen. Es ist geplant, dass im Laufe des Geschäftsjahres 2024/2025 Risiken im Bereich Wandelanleihen in die Bücher der JEG übernommen werden. Dieser Prozess wird voraussichtlich bis Mitte 2025 - mit einer damit einhergehenden Anpassung der Kapitalbasis - abgeschlossen. Mit der Übernahme der Marktrisiken wird auch der Personalbestand durch weitere Neueinstellungen und durch Arbeitsüberlassungsvereinbarungen erhöht werden. Auch nach der Anfang 2021 abgeschlossenen Übertragung von Kunden der JIL im Rahmen der Vorbereitungen auf den Brexit, hat sich die Anzahl der Kundenbeziehungen der Jefferies GmbH - nach leichten Rückgängen im Laufe des Jahres - wieder fast auf Vorjahresniveau eingependelt. Die im Oktober 2023 errichtete Niederlassung Larnaka auf Zypern, hat mit der Aufnahme der Geschäftsaktivitäten im April 2024 zeitgleich Bestände von der JIL übernommen. Auch in Zukunft wird das Niederlassungsnetzwerk der JEG im Rahmen der Umsetzung der Geschäftsstrategie weiter ausgebaut. Insgesamt werden sich nach wie vor die oben dargestellten konjunkturellen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, die Situation im Nahen Osten sowie der Regierungswechsel in den USA und die damit einhergehenden Herausforderungen, insbesondere mit Blick auf die Energieversorgung, Lieferkettenengpässen, Handels- und Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland, die Einführung neuer Zölle sowie die Nachwirkungen der Corona Krise in allen Industrie-Sektoren bemerkbar machen, in denen die JEG vornehmlich aktiv ist:
Je nach Art der Dienstleistung wird sich die geopolitische Situation unterschiedlich auf das Geschäft der Jefferies GmbH auswirken. Im Bereich Börsengänge rechnet die Geschäftsleitung mit einer weiteren Belebung des Geschäfts. Wobei es hier nach wie vor zu Verzögerungen bei der Mandatsabwicklung kommen kann, da Kunden sensibler auf Umwelteinflüsse reagieren als in den Vorjahren. Auch wird aufgrund der erhöhten Volatilität in den Aktienmärkten ein insgesamt selektiveres IPO-Geschäft zu erwarten sein. Die Geschäftsleitung rechnet mit einer weiterhin positiven Entwicklung des M&A-Geschäfts. Insgesamt muss mit allgemein erhöhten Transaktionsrisiken zu rechnen sein. Im Bereich Fixed Income, Equities sowie bei bestimmten Refinanzierungs- und Kapitalerhöhungsmandaten in den Bereichen Debt- und Equity-Capital-Markets rechnet die Geschäftsleitung mit einem stabilen Ausblick. Des Weiteren erwartet die Geschäftsleitung positive Impulse von der auf EMEA ausgeweiteten Zusammenarbeit mit SMBC. Zusammengefasst geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich die Ertragslage der Jefferies GmbH bis 2027 weiter positiv entwickeln wird und, einhergehend mit der geplanten Übernahme weiterer Handelsbestände, die bestehende Kapitalbasis weiter ausgebaut werden muss. 3.3 RISIKOBERICHT 3.3.1 ZIELE DER RISIKOSTRATEGIE Die Jefferies GmbH entwickelt ihre eigene Geschäftsstrategie unter Berücksichtigung der Gruppenstrategie sowie aufgrund des bestehenden Personal- und Finanzbedarfs auf Basis einer Mehrjahresgeschäftsplanung, die von der Geschäftsleitung der Jefferies GmbH genehmigt wird. Aus den geschäftsstrategischen Festlegungen der JEG werden Risikostrategien für die wesentlichen Risiken der JEG in der Geschäfts- und Risikostrategie und dem Risikomanagementrahmenwerk festgelegt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung aller - in der Geschäftsstrategie festgelegten - wesentlichen Geschäftsaktivitäten. Sie legt die Rahmenbedingungen für das kontrollierte Eingehen von Risiken sowie für das Risikomanagement fest. Die Risikostrategie bildet die Grundlage für die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit und legt dazu den wesentlichen Umgang mit den Risiken des unternehmerischen Handelns auch unter Konzerngesichtspunkten fest. Sie bildet somit den Rahmen für die Ableitung der einzelnen Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Die Risikoarten werden dahingehend analysiert, welche Einzelrisiken mit der jeweiligen Geschäftsstrategie verbunden sind, inwiefern diese Risiken als wesentlich anzusehen sind, bis zu welchem Grad die JEG bereit ist, diese Risiken einzugehen (Risikoappetit) und welche jeweiligen Maßnahmen bzw. Limitierungen vorgegeben werden. Die JEG hat dazu Risikosteuerungs- und - controllingprozesse implementiert, um alle wesentlichen Risiken aus ihrer Geschäftstätigkeit und damit verbundene Risikokonzentrationen zu identifizieren, beurteilen, steuern sowie überwachen und kommunizieren zu können. Die Weltwirtschaft war auch im Berichtsjahr durch eine Vielzahl von Unsicherheiten geprägt. Eine Serie schwacher Konjunkturdaten, die für Rezessionsängste unter den Anlegern sorgten, und bestehende geopolitische Krisen ließen die Volatilität an den Märkten steigen. Trotz rückläufiger Inflationsraten und der in einigen Ländern eingeleiteten, schrittweisen Lockerung der Geldpolitik bleibt die wirtschaftliche Dynamik verhalten. Dies u.a. bedingt durch das nach wie vor erhöhte Zinsniveau, die konjunkturelle Wachstums-Schwäche in Europa, weiterhin hohen Energiekosten, die Schwäche des chinesischen Immobiliensektors, einer weiterhin eingetrübten Konsumstimmung sowie die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen handels- und geopolitischen Konflikte. Deren Auswirkungen werden laufend analysiert und in der Umsetzung von Management- Maßnahmen eng begleitet. Dieses auch vor dem Hintergrund der zusätzlich vorhandenen Volatilitäten an den Finanz- und Kapitalmärkten und deren Auswirkungen auf die Ergebnis- und Kapitalplanung. Die folgenden Ausführungen zu den Ergebnissen der Risikotragfähigkeit zeigen, dass die Aufstellung der JEG sowohl in der normativen als auch in der ökonomischen Perspektive robust ist. Die Risikodeckungsmasse reicht auch aus aktueller Sicht aus, um die Auswirkungen der Stressszenarien auf die JEG aufzufangen. Die bisherigen Stresstests decken das aktuelle Szenario ab, werden aber der aktuellen Lage entsprechend bei Bedarf ergänzt und angepasst. Zusammenfassend enthält die Risikostrategie Aussagen zu folgenden Elementen:
Die Geschäftsleitung hat ein Risk Management Committee als Gremium für die Überwachung und Steuerung sämtlicher Risiken etabliert. Das Komitee unterstützt die Geschäftsleitung risikomanagementbezogene Entscheidungen zu treffen und überwacht zusätzlich die in den Unterausschüssen getroffenen Entscheidungen. 3.3.2 PROZESS DER RISIKOIDENTIFIZIERUNG Der Risikoidentifizierungsprozess umfasst das gesamte Spektrum der Risiken, mit denen die Jefferies GmbH konfrontiert ist. Dieser Prozess ist zukunftsorientiert und umfasst sämtliche Risiken, die dem Unternehmen schaden könnten. Ein wichtiger Faktor der Risikoidentifikation ist das Risk and Control Self-Assessment ("RCSA") für die Bottom-up-Identifikation und -Beurteilung von Risiken und Kontrollen. Darüber hinaus führt die Jefferies GmbH auch eine Top-down-Bewertung der Risiken durch, die mindestens einmal jährlich von der Geschäftsleitung überprüft wird. Die "Bottom-Up" und "Top-Down" Analyse sind komplementäre Prozesse und erfassen das gesamte Spektrum der Operationellen- und Verhaltensrisiken der JEG. Diese Prozesse werden durch ein Risikoanalyse der Geschäftsstrategie sowie einer Materialitätsanalyse ergänzt, die die Genehmigung des Geschäftsplans unterstützt sowie die materiellen Risiken hervorhebt, die das Risikomanagement im Rahmen seines Strategie- und Stresstestprogramms berücksichtigt. Für die Bestimmung der Wesentlichkeit der Risiken führt die Jefferies GmbH einen Beurteilungsprozess durch, der die Wesentlichkeit der Risiken nach deren Auswirkung auf Kapital-, Liquiditäts- und Ertragslage bestimmt. Die wesentlichen Risiken des Unternehmens per November 2024 sind das Strategische Risiko, Marktrisiko, Kreditrisiko (Adressenausfallrisiko einschließlich Abwicklungsrisiko), das operationelle Risiko (einschließlich Verhaltensrisiko und Modelrisiko) sowie das Liquiditätsrisiko. Das Management von Klima- und Umweltrisiken erfolgt über das Rahmenwerk für das Risikomanagement, die als treibende Faktoren für Kredit-, Marktpreis-, Liquiditäts- und operationelle Risiken berücksichtigt und darüber hinaus in Richtlinien und Verfahren einbezogen werden. Das Rahmenwerk für das Risikomanagement wird kontinuierlich angepasst, um die Anforderungen infolge neuer oder sich ändernder Vorschriften zu erfüllen. Der New Business Approval ("NBA") Prozess stellt sicher, dass alle neuen Geschäfte und alle neuen Produkte auf kontrollierte Weise und nur nach Beurteilung ihrer Auswirkungen auf das Risikoprofil des Unternehmens abgeschlossen bzw. vermarktet werden. 3.4 STRATEGISCHES RISIKO Strategisches Risiko ist das Risiko, das sich aus ungünstigen Geschäftsentscheidungen, unangemessenen Geschäftsplänen, unwirksamer Umsetzung der Geschäftsstrategie oder mangelnder Reaktion auf Veränderungen im regulatorischen, makroökonomischen und wettbewerbsorientierten Umfeld ergibt. Die Geschäftsleitung führt jährlich einen umfassenden Geschäftsplanungsprozess durch und überwacht den Geschäftsverlauf unter Berücksichtigung des vorherrschenden und prognostizierten makroökonomischen Umfelds. Darüber hinaus bewertet das unternehmensweite Stresstestprogramm des Unternehmens die Auswirkungen schwerer, aber plausibler makroökonomischer Stressszenarien über den Planungshorizont hinaus sowie die Auswirkungen auf die finanziellen Schlüsselindikatoren des Unternehmens (einschließlich derjenigen auf Kapital und Liquidität). Diese Prozesse sind in das Verfahren zur Beurteilung der Angemessenheit des internen Kapitals (Internal Capital Adequacy Assessment Process, "ICAAP") eingebettet, das den wichtigsten Risikomanagementprozess des Unternehmens in Bezug auf Liquidität, Finanzierung und Kapitaladäquanz darstellt. Das ICAAP wird der Geschäftsleitung mindestens einmal jährlich zur Genehmigung vorgelegt. Im Rahmen ihres ICAAP-Prozesses spielt die Firma eine Reihe von Szenarien durch, die sie als die wichtigsten makroökonomischen Risiken im Planungshorizont betrachtet, und die für das Geschäftsmodell und den strategischen Plan der Firma relevant sind. Die Szenarien wurden entwickelt, um die Anfälligkeit der Geschäfts- und Kapitalpläne des Unternehmens für diese schwerwiegenden Ereignisse sowie die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und der Strategie zu bewerten. Die Schwere der Stressszenarien wird durch die Annahme, dass sowohl makroökonomische als auch unternehmensspezifische Ereignisse innerhalb eines kurzen Zeitrahmens eintreten, erheblich erhöht. Im Geschäftsjahr 2023/2024 wurden die Szenarien und deren Auswirkungen auf die Ausübung der Geschäftsstrategie neu kalibriert und analysiert:
Darüber hinaus wird ein Klima-Risikoszenario betrachtet, das die potenziellen Auswirkungen eines disruptiven, beschleunigten Übergangs in Anlehnung des Network for Greening the Financial System("NGFS") - Szenario "Sudden Wake-Up Call" erfasst. Unsere Methodik und unser Rahmen zur Messung und zum Management von Klimarisiken befinden sich in einem frühen Entwicklungsstadium, wobei neue Analyseinstrumente und Datensätze eingeführt werden, um tiefere Einblicke zu ermöglichen. Daher sind die Ergebnisse dieses Szenarios in Bezug auf die Kapitalanforderungen nicht bindend, da es sich um ein exploratives Szenario handelt. Die adverse Szenarioanalyse ist darauf ausgelegt, Auswirkungen makroökonomischer Belastungen auf die Erreichung strategischer Ziele des Unternehmens zu testen. Zudem werden auch firmenspezifische Risiken einbezogen. Zu den wichtigsten firmenspezifischen Risiken, die für JEG relevant sind, gehören (i) der Ausfall einer größeren Gegenpartei; (ii) die Herabstufung des Kreditratings des Unternehmens, was zu Liquiditätsabflüssen führen würde; (iii) ein größeres Ereignis im Zusammenhang mit operationellen Risiken, das zu Reputationsschäden führt und die Kundenbeziehungen des Unternehmens beeinträchtigen würde. Die Strategischen Risiken, welche sich maßgeblich bei Eintreten dieser adversen Entwicklungen materialisieren, werden zusätzlich zu den Auswirkungen in den spezifischen Risikoarten als gesamtheitlich zu betrachtender Kapitalpuffer dargestellt. Der dem strategischen Risiko allokierte Betrag beträgt zum 30. November 2024 TEUR 25.045. 3.5 MARKTRISIKO Unter Marktpreisrisiko versteht man das Risiko von Verlusten, die sich aus nachteiligen Veränderungen im Wert von Positionen aufgrund von Marktpreisschwankungen bei Kredit-, Aktien-, Devisen- und Zinsrisikofaktoren ergeben. Die Migration von Portfolien zur Jefferies GmbH und das damit einhergehende Marktrisiko wurden in der internen Steuerung berücksichtigt. Das Marktpreisrisiko wird in erster Linie vom Front Office über Händlermandate kontrolliert, in denen die spezifischen Aktivitäten, Währungen, Länder und Produkte, sowie die für den jeweiligen Handelstisch geltenden Limite festgelegt sind. Das Marktrisikomanagement verwendet eine breite Palette von Techniken zum Management der Marktpreisrisiken, die den Geschäftsaktivitäten der Jefferies GmbH inhärent sind, einschließlich Value-at-Risk ("VaR") und Stresstests. Im Rahmen der jährlichen Risikoüberprüfung und auf Basis des Wachstums des Geschäfts mit europäischen Unternehmensanleihen hat die Geschäftsführung den Risikoappetit für Marktrisiken angepasst und neue Limits für die Berichtsperiode festgelegt. Die Risikowerte sowie Limit Auslastungen zum 30. November 2024 stellen sich wie folgt dar:
Das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch (IRRBB) ist ein untergeordnetes Risiko, da die größten Positionen im Bankbuch aus Barmitteln und Verbindlichkeiten einer im Geschäftsjahr begebenen besicherten Schuldverschreibungen bestehen. Die Kapitalanforderungen für das Marktrisiko betragen in der ökonomischen Perspektive mit einem Konfidenzniveau von 99,9% zum 30. November 2024 TEUR 26.061. 3.6 KREDITRISIKO Das Kreditrisiko ist das Verlustrisiko, das dadurch entsteht, dass eine Gegenpartei einer vertraglichen Verpflichtung, die direkt mit den Handelsgeschäften der Jefferies GmbH zusammenhängt, nicht nachkommt. Die Hauptquellen des Kreditrisikos ergeben sich aus Abrechnungen bei Zug um Zug Transaktionen und bei der Wertpapierleihe. Die Jefferies GmbH unterhält eine geringe Anzahl von europäischen Gegenparteien, wobei die größte ein Zentralverwahrer ist. Das Portfolio der Kontrahenten konzentriert sich auf den europäischen Finanzdienstleistungssektor, hauptsächlich bestehend aus Banken und Broker/Dealer. Daraus ergibt sich eine dem Geschäftsmodell der Jefferies GmbH inhärentes Branchenkonzentrationsrisiko. Das Kreditportfolio weist eine europäische regionale Konzentration auf, was auf die europäische Ausrichtung des Geschäfts zurückzuführen ist. Die Jefferies GmbH ist dem Abwicklungsrisiko bei allen nicht abgewickelten/offenen Transaktionen ausgesetzt, einschließlich Zug-um-Zug-Transaktionen, Transaktionen mit einer langen oder verlängerten Abwicklungsperiode und in der Zukunft datierte Geschäfte. Das Unternehmen ist auch dem Abwicklungsrisiko bei "Wertpapierübertrag ohne Gegenwert" (Free of Payment, "FoP" Geschäfte) und "Vorablieferung" (Pre-Deliveries) ausgesetzt, bei denen die Jefferies GmbH entweder zuerst die Wertpapiere liefert, bevor sie bezahlt wird, oder das Geld zahlt, bevor sie die Wertpapiere erhält. Die Kapitalanforderungen für das Gegenparteikreditrisiko, das Abwicklungsrisiko und Konzentrationsrisiko werden im ICAAP unter Verwendung eines Modells für das ökonomische Kapital berechnet, das auf ein Konfidenzintervall von 99,9% kalibriert ist und für die Kapitalanforderung verwendet wird. Die Kapitalanforderungen für das Kreditrisiko betragen in der ökonomischen Perspektive zum 30. November 2024 TEUR 37.394. 3.7 OPERATIONELLES UND VERHALTENSRISIKO Operationelles Risiko ist das Risiko, das sich aus unangemessenen oder versagenden internen Prozessen, Menschen und Systemen oder aus externen Ereignissen ergibt, wozu auch Reputations-, regulatorische und rechtliche Risiken gehören. Das Unternehmen ist in all seinen Geschäftsaktivitäten einem operationellen Risiko ausgesetzt. Zu den operationellen Risiken gehört das Verhaltensrisiko, d.h. das Risiko, dass Kunden, Gegenparteien, Märkten oder dem Unternehmen selbst durch eine unsachgemäße Ausübung der Geschäftstätigkeit Nachteile entstehen bzw. Schaden zugefügt wird. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die Festlegung des Kultur- und Verhaltenskodex des Unternehmens von grundlegender Bedeutung für das Management und die Minderung von Verhaltensrisiken ist. Die Geschäftsleitung hat eine Reihe von Richtlinien und Verfahren erlassen, die es den zukünftigen Mitarbeitern des Unternehmens ermöglichen, die von ihnen erwarteten regulatorischen und ethischen Standards zu verstehen und vollständig einzuhalten. Die Geschäftsleitung bekräftigt diese Richtlinien durch Investitionen in obligatorische Schulungen. Der Verhaltensrisikorahmen legt die Verantwortung für jede Phase des Risikomanagementprozesses fest und stellt so sicher, dass die Verantwortung für die Risikominderung auf die gesamte Belegschaft des Unternehmens verteilt wird. Der Rahmen umfasst Überwachungs- und Managementinformationen, unternehmensweite Schulungen, die Verknüpfung mit dem Vergütungsrahmen und die laufende Durchführung von Risikobewertungen. Zur Steuerung und Überwachung der Risikokultur und der Verhaltensrisiken ist ein europaweites Komitee (Conduct Risk Committee) implementiert. Die Jefferies GmbH überwacht und bewertet die wesentlichen Bereiche des operationellen- und Verhaltensrisikos wie z.B. das Versagen von Schlüsselsystemen; ein Händler, der nicht autorisierte oder nicht genehmigte Finanztransaktionen durchführt; Fehler bei der Handelsausführung; Cyberkriminalität; Verlust vertraulicher Daten; Naturereignisse, die zum Verlust der operationellen Kapazität führen; Finanzkriminalität einschließlich Geldwäsche, Ausfall wichtiger Outsourcing-Dienstleister; Interessenkonflikte, Fehlverhalten und schwache Unternehmensführung; regulatorische Änderung und die Risiken aus Geschäftsübergängen. Das Rahmenwerk der operativen Risiken wird ergänzt durch ein Kontrollprogramm zur Minderung operationeller Risiken sowie durch Ad-hoc-Risikobewertungen, die auf Antrag der Geschäftsleitung zu einem bestimmten Geschäftsbereich, Supportbereich, Produkt, Prozess oder System durchgeführt werden. Zu den wichtigsten Risikoindikatoren gehören messbare Schwellenwerte, die den Risikoappetit des Unternehmens widerspiegeln. Die Berechnung für das operationelle Risikokapital sieht die Verwendung historischer Daten, interner zukunftsorientierter Risikobewertungen und Szenarioanalysen anhand von Modelldaten und -parametern vor. Die Risikoquantifizierung unterliegt der Überprüfung durch das "Stress Testing Steering Committee". Die zur Berechnung des internen Kapitals für das operationelle Risiko verwendete Methode basiert auf dem Ansatz von validierten Modellen. Die Datenquellen sind interne und externe Verlustdaten und Risk Control Self-Assessments. Das Kapitalberechnungsmodell verwendet die Ereignisdateneingaben und Modellparameter zur Generierung von Zufallssimulationen von Ereignissen des operationellen Risikos unter Verwendung von Monte-Carlo-Simulationen, wobei für jede Baseler Risikokategorie und für jede Datenquelle separate Verlustverteilungskurven ermittelt werden. Die Verluste werden auf einem Konfidenzintervall von 99,9% kalibriert. Die Kapitalanforderung für das operationelle Risiko in der ökonomischen Perspektive bemessen sich auf einen festen Betrag über die Berichtsperiode von TEUR 19.136, unter Anwendung eines Diversifikationsvorteils von 15%. Im Berichtsjahr materialisierten sich keine nennenswerten operationelle Risiken. Alle Ereignisse des operationellen- und Verhaltensrisikos werden der Geschäftsleitung berichtet. 3.8 LIQUIDITÄTSRISIKO Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können (Liquiditätsrisiko im engeren Sinne), das Risiko, bei Bedarf nicht ausreichend Liquidität zu den gewünschten Konditionen beschaffen zu können, (Refinanzierungsrisiko) sowie das Risiko, aufgrund unzulänglicher Markttiefe oder Marktstörungen Geschäfte nicht oder nur mit Verlusten aufzulösen beziehungsweise glattstellen zu können (Marktliquiditätsrisiko). Das wesentliche Liquiditäts- oder Finanzierungsrisiko ergibt sich für die JEG aus der Notwendigkeit, Ausfälle zu finanzieren, die sich aus der Abwicklung auf einer Intraday- oder Overnight-Basis ergeben. Die Jefferies GmbH verfügte per 30. November 2024 über einen verfügbaren Liquiditätsüberschuss (bestehend aus Barmitteln und einem Liquiditätspuffer), der TEUR 125.200 über den internen Managementzielen lag. Das Szenario wendet eine Reihe von Stresskoeffizienten auf die aktuellen Transaktionen mit Liquiditätsbedarf im Unternehmen an. Die wesentlichen Liquiditätsrisiken des Unternehmens sind das gesicherte Großkundenfinanzierungsrisiko und das Intraday-Liquiditätsrisiko. Das Liquiditätsrisiko wird durch die Umsetzung des Liquidity Risk Management Frameworks ("LRMF") gesteuert; dieses legt die Erklärung zur Liquiditätsrisikobereitschaft und -begrenzung fest, identifiziert die Liquiditätsrisiken, die den Geschäfts- und Finanzierungsmodellen inhärent sind, und legt die Instrumente fest, mit denen diese Liquiditätsrisiken gemessen, gesteuert, überwacht und kontrolliert werden, einschließlich Stresstests, Verwaltung von Liquiditätspuffern und Verwaltung der Barmittel und der Intraday-Liquiditätsverwendung. Stresstests werden täglich durchgeführt, bei denen die potenziellen gestressten Abflüsse unter einer Reihe strenger, aber plausibler Marktbedingungen bewertet werden. Die Stresstests berücksichtigen idiosynkratische, marktweite und kombinierte Stressszenarien. Die Stresstests umfassen Stressparameter, die die Hauptrisikoquellen des Unternehmens abdecken, einschließlich der Finanzierung des Handelsportfolios, des Liquiditätsrisikos innerhalb eines Tages und des außerbilanziellen Risikos und decken einen Zeithorizont bis zu einem Jahr ab. 3.9 ALLGEMEINES RISIKOPROFIL Einer der übergreifenden Grundsätze des Risikoappetits besteht darin, dass das Unternehmen über ausreichende finanzielle Mittel verfügen sollte, um den Geschäftsplan zu unterstützen und die anwendbaren regulatorischen Anforderungen sowohl unter normalen als auch in Stressphasen sowie in angespannten makroökonomischen Bedingungen ohne Rückgriff auf die Gruppe zu erfüllen. Die Kapitalbasis des Unternehmens wird weit über allen Mindestkapitalanforderungen gehalten, unabhängig davon, ob sie intern oder extern auferlegt und ob sie unter normativen oder ökonomischen Gesichtspunkten beurteilt wird. Das Rahmenwerk für die Kapitalbewirtschaftung umfasst Aussagen zur strategischen Risikobereitschaft und das Rahmenwerk für die Kapitalbegrenzung, dass durch eine umfassende Reihe von Überwachungskennzahlen und Managementinformationen unterstützt wird, um sicherzustellen, dass zusätzlich zu einem intern definierten Kapitalbewirtschaftungspuffer ausreichendes Kapital für alle wesentlichen Kapitalrisiken vorgehalten wird. Die Kapitaladäquanz, einschließlich Ressourcen und Anforderungen, wird täglich überwacht und gesteuert. Managementinformationen über Kapitalquoten, Solvabilitätskoeffizienten, Kapitalauslastung, Schlüsselrisikoindikatoren und Trends werden an die Geschäftsleitung berichtet, um den strategischen Entscheidungsprozess des Unternehmens zu unterstützen. Das Ziel des Kapitalmanagement-Ansatzes besteht darin, sicherzustellen, dass angesichts des Marktumfelds angemessene Kapitalressourcen zur Unterstützung der Geschäfte des Unternehmens zur Verfügung stehen. Kapitalprognosen werden mit den folgenden Zielen bewertet:
Die Größe und Zusammensetzung der Kapitalbasis des Unternehmens wird durch eine Reihe von Faktoren bestimmt, darunter die aufsichtsrechtlichen Mindestkapitalanforderungen sowie interne Stresstests und Kapitalmethoden, insbesondere das ICAAP. Das ICAAP betrachtet die Kapitaladäquanz sowohl unter ökonomischen als auch unter normativen Gesichtspunkten. 3.10 ÖKONOMISCHE PERSPEKTIVE Die im Unternehmen verwendeten Modelle sind im Modellinventar aufgeführt. Das ICAAP stützt sich auf eine Reihe von Modellen für Preisgestaltung, Stresstests und Kapitalplanungsprognosen. Alle Modelle innerhalb des Modellinventars unterliegen einer unabhängigen Validierung und Genehmigung. Dies beinhaltet eine unabhängige Überprüfung und Bewertung der Risikoeinstufung des Modells, der Modelleinschränkungen, der Angemessenheit der Modelldokumentation, der Methodik und der Annahmen sowie der Eignung für die vorgeschlagene Verwendung des Modells. Das Ergebnis des Validierungsprozesses sind empfohlene oder erforderliche Maßnahmen und Bedingungen für die vorgeschlagene Verwendung und eine allgemeine Empfehlung in Bezug auf das Modell. Jedes Modell wird entsprechend dem Validierungszyklus laufend überprüft. Darüber hinaus werden sämtliche im ICAAP verwendeten Annahmen und Vereinfachungen überprüft und von der Geschäftsführung genehmigt. Die individuellen Kapitalbewertungen aller wesentlichen Risiken werden aggregiert, ohne dass Diversifikationsvorteile über die Risikoarten hinweg angenommen werden. 3.11 NORMATIVE PERSPEKTIVE Die normative Perspektive ist als Gesamtheit der regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie der darauf basierenden internen Anforderungen zu verstehen. Die normative Perspektive basiert auf den regulatorischen Anforderungen insbesondere hinsichtlich der Eigenmittelausstattung des Instituts. Im Rahmen der drei Jahre umfassenden Kapitalplanung werden unterschiedliche Szenarien sowohl im Basisszenario als auch unter adversen Annahmen analysiert. Den Szenarien liegen makroökonomische und institutsindividuelle Annahmen zugrunde. Die Ergebnisse zeigen, dass die JEG solche extremen Szenarien aus der eigenen Substanz und Ertragskraft heraus überstehen könnte. Zum 30. November 2024 sind die Gesamteigenmittelanforderungen wie folgt zusammengefasst:
* Die Gesamteigenmittelanforderungen basieren
auf dem maximalen Betrag der K-Faktoranforderungen, FOR und
PMR gemäß Artikel 11 IFR
3.12 ZUSAMMENFASSENDE RISIKOBEWERTUNG Die Risikostrategie und der Risikoappetit der Jefferies GmbH stehen im Einklang mit der Geschäftsstrategie sowie mit der (angestrebten) Kapital- und Liquiditätsausstattung und sind in den Risikomanagementprozessen verankert. Die Risikotragfähigkeit der Jefferies GmbH war im Berichtszeitraum jederzeit gegeben. Die regelmäßige Quantifizierung und Beurteilung der Risikosituation ergibt, dass die Jefferies GmbH zu jeder Zeit über ausreichend Kapital und liquide Mittel verfügt, um die eingegangenen oder möglichen Risiken aus dem Geschäftsbetrieb vollständig abzudecken. Zum Geschäftsjahresende bestanden keine Limit-Überschreitungen. Zudem ist die Kapital- und Liquiditätsausstattung als ausreichend einzustufen, da regulatorische Untergrenzen sowohl in Basis- als auch Stressszenarien übertroffen werden. Während Phasen hoher Marktvolatilität, die aufgrund der bestehenden Polykrise zu beobachten waren, wurde der definierten Risikoappetit von der Geschäftsführung eingehalten. Das Risikomanagement- Rahmenwerk und die Risiko-Governance-Strukturen sind wirksam und im Hinblick auf die Größe und Komplexität des Risikoprofils der Gesellschaft angemessen.
Frankfurt am Main, 27. Februar 2025 Jefferies GmbH Die Geschäftsleitung Gregor Klaedtke Dr. Daniel Oldeweme Johannes Kirchmeir Hartmut van Münster Dr. Sven Baumann JAHRESBILANZ ZUM 30. NOVEMBER 2024Aktivseite
Passivseite
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. DEZEMBER 2023 BIS 30. NOVEMBER 2024
Jefferies GmbH Frankfurt am Main, 27. Februar 2025 Die Geschäftsleitung Gregor Klaedtke Dr. Daniel Oldeweme Johannes Kirchmeir Hartmut van Münster Dr. Sven Baumann ANHANG einschließlich länderspezifischer Berichterstattung gemäß § 42 WpIG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. DEZEMBER 2023 BIS 30. NOVEMBER 20241 ALLGEMEINE HINWEISE Der vorliegende Jahresabschluss der Jefferies GmbH für das Geschäftsjahr 2024 wurde gemäß den Vorschriften der §§ 242 ff., §§ 264 ff. und §§ 340 ff. HGB ("Handelsgesetzbuch") unter Berücksichtigung der einschlägigen Vorschriften der RechKredV ("Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute"), des GmbHG ("Gesetz betreffend Gesellschaft mit beschränkter Haftung") sowie des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Die Gesellschaft verfügt seit dem 14. Januar 2019 über die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften und zum Erbringen von Finanzdienstleistungen gemäß § 32 Abs. 1 KWG (""Kreditwesengesetz"). Die Aufnahme der Geschäftstätigkeit erfolgte am 11. März 2019. Mit dem Inkrafttreten des Wertpapierinstitutsgesetzes zum 26. Juni 2021 besteht die Erlaubnis für das Erbringen von Wertpapierdienstleistungen und -nebendienstleistungen gemäß § 15 WpIG ("Gesetz zur Beaufsichtigung von Wertpapierinstituten"). Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt gemäß des Formblattes 1 und des Formblattes 2 der RechKredV. Alle Beträge sind gemäß § 244 HGB in Euro angegeben. 2 REGISTERINFORMATIONEN Die Gesellschaft ist unter der Firma Jefferies GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 108812 eingetragen. 3 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Der Jahresabschluss enthält sämtliche Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungsposten. Bei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden wurden die allgemeinen Bewertungsgrundsätze der §§ 252 ff. HGB sowie die für Wertpapierinstitute geltenden Bewertungsvorschriften der §§ 340 ff. HGB beachtet. Die Forderungen an Kreditinstitute, die Forderungen an Kunden sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind jeweils zum Nennbetrag angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten wird ebenfalls zum Nennbetrag ausgewiesen und enthält geleistete Zahlungen, die Aufwand für den Zeitraum nach dem Bilanzstichtag darstellen. Unverändert zum Vorjahr ist die Zuordnung einzelner Finanzinstrumente zum Handelsbestand durch interne Richtlinien und Prozesse der Jefferies GmbH geregelt. Bei der Zuordnung wird sich auf die Handelsabsicht bei Abschluss des zugrundeliegenden Geschäfts bezogen. Der Handelsbestand umfasst im Wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten aus Anleihen, welche im Bestand der JEG gehalten werden und im Posten "6a. Handelsbestand" der Aktiv- bzw. im Posten "3a. Handelsbestand" der Passivseite der Bilanz ausgewiesen werden. Im Allgemeinen werden alle Finanzinstrumente, die im Rahmen der Broker-Dealer-Aktivitäten erworben werden, in den Handelsbestand der Gesellschaft einbezogen. Dies umfasst:
Die Bilanzierung der Finanzinstrumente des Handelsbestandes erfolgt am Tag der Abwicklung ("Settlement Date Accounting"). Die Bewertung von Finanzinstrumenten des Handelsbestands erfolgt gemäß § 340e Abs. 3 HGB zum beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags. Den beizulegenden Zeitwert bestimmt die Gesellschaft anhand des Preises, den man in einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswertes erzielen würde oder bei der Übertragung einer Verbindlichkeit zu zahlen hätte. Dabei bedient sich die Gesellschaft aktueller Markt- und Börsenwerte aus elektronischen Markt- und Börseninformationssystemen. Der Risikoabschlag wird auf Basis des VaR-Ansatzes (zehn Tage Haltedauer, 99% Konfidenzniveau, historischer Beobachtungszeitraum von einem Jahr) berechnet. Der VaR wird aufwandswirksam im Nettoertrag des Handelsbestands erfasst und bilanziell bei dem größeren der jeweiligen Bestände berücksichtigt. Zuführungen, die gemäß § 340e Abs. 4 HGB zum Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" nach § 340g HGB vorzunehmen sind, wurden in Höhe von 10% des Nettohandelsertrags im Aufwand des Handelsbestands ausgewiesen. Derivate des Nichthandelsbestands (insbesondere Devisenswaps "FX Swaps") werden wie schwebende Geschäfte nach den hierfür geltenden Grundsätzen behandelt. Nicht realisierte Gewinne aus den schwebenden Geschäften werden gemäß IDW RS BFA 5, Tz. 15 nicht erfasst, dagegen werden unrealisierte Verluste mittels einer Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 5, Tz. 15 und IDW RS BFA 4, Tz. 22 als Zinsaufwendungen erfasst. Selbst geschaffene immaterielle Anlagewerte werden zu Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, abzüglich planmäßiger Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer. In den Herstellungskosten sind keine Zinsen für Fremdkapital enthalten. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung sind ebenso nicht enthalten. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, abzüglich planmäßiger Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibung erfolgt linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Zur Nutzung gehaltene Sachanlagen werden zu den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet und ausgewiesen. Die Sachanlagen werden über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Anschaffungsjahr vollständig abgeschrieben. Wenn Hinweise darauf vorliegen, dass ein Anlagegegenstand dauerhaft wertgemindert sein könnte, werden entsprechende außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Kunden sowie die sonstigen Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Steuerrückstellungen sowie die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Verpflichtungen mit einer voraussichtlichen Laufzeit von mehr als einem Jahr werden fristadäquat mit den von der Deutschen Bundesbank nach 253 Abs. 2 S. 4 HGB veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Das Eigenkapital wird zum Nennwert angesetzt. Die Fremdwährungsumrechnung erfolgt unter Berücksichtigung von § 256a HGB i. V. m. § 340h HGB. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Stichtag umgerechnet. Die Jefferies GmbH wendet den Grundsatz der besonderen Deckung nach § 340h HGB an. Latente Steuern werden auf die Differenzen von handels- und steuerbilanziellen Wertansätzen berechnet. Die ermittelten aktiven latenten Steuern werden mit den passiven latenten Steuern verrechnet. Bei einem sich insgesamt ergebenden Aktivüberhang von latenten Steuern würde die Jefferies GmbH vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 und 3 HGB Gebrauch machen. Sofern sich ein Überhang passiver latenter Steuern ergibt, wird dieser in der Bilanz ausgewiesen. 4 ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 4.1 FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE Die Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von TEUR 302.862 (Vorjahr: TEUR 218.219) setzen sich wie folgt zusammen und sind täglich fällig:
4.2 FORDERUNGEN AN KUNDEN Die Forderungen an Kunden belaufen sich auf TEUR 153.608 (Vorjahr: TEUR 115.785) und sind täglich fällig und betreffen im Wesentlichen Forderungen aus nicht ausgeglichenen Finanztransaktionen in Höhe von TEUR 138.958 (Vorjahr: TEUR 105.247) sowie aus Wertpapierleihegeschäften in Höhe von TEUR 14.649 (Vorjahr: TEUR 10.539). In diesen Forderungen sind Forderungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 52.109 (Vorjahr: TEUR 45.345) enthalten. Davon sind TEUR 49.457 (Vorjahr: TEUR 39.885) Forderungen gegen die Gesellschafterin Jefferies International Limited. 4.3 AKTIVER HANDELSBESTAND Der aktive Handelsbestand in Höhe von TEUR 2.485.270 (Vorjahr: TEUR 2.632.355) setzt sich wie folgt zusammen:
4.4 ECHTE PENSIONSGESCHÄFTE Zum 30. November 2024 betrug der Buchwert der in Pension gegebenen Vermögensgegenstände TEUR 1.395.190 (Vorjahr: TEUR 1.376.628). 4.5 SACHANLAGEN Die Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände wurden überwiegend im Zuge der Übernahme der Zweigniederlassungen übernommen. Die Nutzung der Sachanlagen erfolgt in der JEG und ihren Zweigniederlassungen. Brutto-Anlagespiegel zum 30. November 2024
* Inkl. Wertveränderung aus
Währungsumrechnung
4.6 SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 5.405 (Vorjahr: TEUR 4.280) setzen sich wie folgt zusammen: Forderungen aus Investment-Banking-Geschäften TEUR 141 (Vorjahr: TEUR 239), Forderungen aus Research-Dienstleistungen TEUR 1.590 (Vorjahr: TEUR 1.716), Umsatzsteuerforderungen TEUR 73 (Vorjahr: TEUR 805), übrige Steuerforderungen EUR 1.943 (Vorjahr: TEUR 0), Kautionen TEUR 1.012 (Vorjahr: TEUR 1.092) und übrige Vermögensgegenstände TEUR 646 (Vorjahr: TEUR 427). 4.7 AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 19.734 (Vorjahr: TEUR 28.892) beinhalten im Wesentlichen: Bonuszahlungen unter Rückforderungsvorbehalt bei vorzeitigem Ausscheiden der Mitarbeiter TEUR 18.015 (Vorjahr: TEUR 19.248), Lohn- und Gehaltsvorauszahlungen TEUR 27 (Vorjahr: TEUR 79), Vorauszahlungen für Reisespesen TEUR 504 (Vorjahr; TEUR 458), Steuervorauszahlungen TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 8.949), Vorauszahlungen für Lieferungen und Leistungen TEUR 953 (Vorjahr: TEUR 70) sowie Mietvorauszahlungen TEUR 236 (Vorjahr: TEUR 88). 4.8 AKTIVE LATENTE STEUERN In Geschäftsjahr wurde vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 und 3 HGB Gebrauch gemacht und aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 152 in der Bilanz ausgewiesen. 4.9 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 17.590 (Vorjahr: TEUR 13.174) sind täglich fällig und bestehen im Wesentlichen aus:
4.10 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden belaufen sich auf TEUR 282.396 (Vorjahr: TEUR 180.463), setzen sich wie folgt zusammen und sind täglich fällig:
Insgesamt betreffen TEUR 228.242 (Vorjahr: TEUR 105.047) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, darin sind Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Jefferies International Limited in Höhe von TEUR 175.211 (Vorjahr: TEUR 60.521) enthalten. 4.11 VERBRIEFTE VERBINDLICHKEITEN Bei den verbrieften Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 300.000 (Vorjahr TEUR 0) handelt es sich um begebene Schuldverschreibungen. Die Schuldverschreibungen sind zum Nennwert angesetzt. 4.12 PASSIVER HANDELSBESTAND Der passive Handelsbestand in Höhe von TEUR 2.082.864 (Vorjahr: TEUR 2.586.002) setzt sich wie folgt zusammen:
4.13 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt TEUR 8.596 (Vorjahr: TEUR 4.780) beinhalten im Wesentlichen:
4.14 PASSIVE LATENTE STEUERN Bei den passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 46 (Vorjahr TEUR 0) handelt es sich um latente Steuern, bei denen sich ein Überhang passiver latenter Steuern ergab. 4.15 STEUERRÜCKSTELLUNGEN Die Steuerrückstellungen betragen TEUR 1.799 (Vorjahr: TEUR 2.300). 4.16 ANDERE RÜCKSTELLUNGEN Die anderen Rückstellungen wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und belaufen sich auf TEUR 60.091 (Vorjahr: TEUR 28.359). Bei Rückstellungen von einem Jahr und weniger hat die Gesellschaft auf eine Abzinsung verzichtet. Im Wesentlichen beinhalten die anderen Rückstellungen:
4.17 FREMDWÄHRUNGSAKTIVA UND -PASSIVA
4.18 EIGENKAPITAL Der Bilanzgewinn per 30. November 2024 beinhaltet den Jahresüberschuss und den Gewinnvortrag aus dem Vorjahr. Das Stammkapital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 50.000 (Vorjahr: TEUR 50.000) und ist voll einbezahlt. Zum Bilanzstichtag ist die Jefferies International Limited, London, eine im Vereinigten Königreich eingetragene Gesellschaft, die alleinige Gesellschafterin der Jefferies GmbH. 5 ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 5.1 ZINSERTRÄGE Die Zinserträge in Höhe von TEUR 9.317 (Vorjahr: TEUR 6.805) beinhalten im Wesentlichen Zinserträge aus Eigen-Finanzierungsgeschäften. 5.2 PROVISIONSERTRÄGE Die Provisionserträge in Höhe von TEUR 1.303.876 (Vorjahr: TEUR 370.878) umfassen im Wesentlichen die Erträge aus Dienstleistungsgebühren, die im Rahmen einer konzerninternen Verrechnungspreisvereinbarung ("Transfer Pricing") mit anderen Jefferies-Konzerngesellschaften periodengerecht berechnet und erfasst werden in Höhe von TEUR 83.927 (Vorjahr: TEUR 74.547), Erträge aus Investment Banking Geschäften in Höhe von TEUR 200.839 (Vorjahr: TEUR 95.237) und Erträge aus dem Börsenhandel in Höhe von TEUR 1.019.110 (Vorjahr: TEUR 201.094). 5.3 ERTRAG DES HANDELSBESTANDS Der Ertrag des Handelsbestands in Höhe von TEUR 178.395 (Vorjahr: TEUR 215.851) wird hier in Brutto ausgewiesen. 5.4 ZINSAUFWENDUNGEN Die Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 5.518 (Vorjahr: TEUR 5.906) beinhalten im Wesentlichen Eigen-Finanzierungszinsen. 5.5 PROVISIONSAUFWENDUNGEN Provisionsaufwendungen in Höhe von TEUR 1.106.220 (Vorjahr: TEUR 238.602) beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen im Rahmen der Verrechnungspreisvereinbarung ("Transfer Pricing") mit anderen Jefferies-Konzerngesellschaften in Höhe von TEUR 126.637 (Vorjahr: TEUR 66.746), Aufwendungen für Dienstleistungen im Rahmen des Service Level Agreements mit der JIL TEUR 2.436 (Vorjahr: TEUR 2.518) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Börsenhandel TEUR 977.147 (Vorjahr: TEUR 169.338). 5.6 AUFWAND DES HANDELSBESTANDS Der Aufwand des Handelsbestand TEUR 163,114 (Vorjahr: TEUR 207.340) wird hier in Brutto ausgewiesen. In diesem Betrag sind TEUR -1.183 (Vorjahr: TEUR 855) für den VaR und Aufwendungen für die Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken TEUR 1.327 (Vorjahr: TEUR 516) enthalten. 5.7 ALLGEMEINE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN 5.7.1 LÖHNE UND GEHÄLTER Die Position Löhne und Gehälter in Höhe von TEUR 136.324 (Vorjahr: TEUR 86.243) beinhaltet Gehälter, Boni / Bonusanpassungen, Kfz-Allowance, Abfindungen und Sozialversicherungsaufwendungen. 5.7.2 ANDERE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN Die anderen Verwaltungsaufwendungen belaufen sich auf TEUR 30.903 (Vorjahr TEUR 21.468) und beinhalten im Wesentlichen:
5.8 ABSCHREIBUNGEN UND WERTBERICHTIGUNGEN AUF IMMATERIELLE ANLAGEWERTE UND SACHANLAGEN Von den Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen in Höhe von TEUR 1.710 (Vorjahr: TEUR 1.091) entfallen TEUR 67 (Vorjahr: TEUR 72) auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und TEUR 1.643 (Vorjahr: TEUR 1.018) auf Abschreibungen auf Sachanlagen. 5.9 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 6.706 (Vorjahr: TEUR 3.118) beinhalten im Wesentlichen nicht abzugsfähige Vorsteuer in Höhe von TEUR 5.593 (Vorjahr: TEUR 2.528). Darüber hinaus ist mit TEUR 703 (Vorjahr TEUR 515) das Ergebnis aus der Währungsumrechnung enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 250) resultieren im Wesentlichen aus gewinnen aus Währungsumrechnungen. Die sonstigen betrieblichen Erträge und sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten keine außerordentliche und keine periodenfremden Erträge oder Aufwendungen. 5.10 STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich auf TEUR 12.708 (Vorjahr: TEUR 9.161). 5.11 JAHRESÜBERSCHUSS Der Jahresüberschuss beträgt TEUR 28.417 (Vorjahr: TEUR 20.855). 6 ERGEBNISVERWENDUNG Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn von TEUR 97.318 auf neue Rechnung vorzutragen. 7 SONSTIGE ANGABEN 7.1 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE Zum Bilanzstichtag bestanden keine angabepflichtigen Haftungsverhältnisse. 7.2 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Zum 30. November 2024 belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf TEUR 39.056 (Vorjahr: TEUR 22.807). Es handelt sich im Wesentlichen um Verpflichtungen aus bestehenden Miet-, und Auslagerungsverträgen. In dem Betrag sind Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.065 (Vorjahr: TEUR 1.471) enthalten. 7.3 GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Es bestehen keine Geschäfte zu marktunüblichen Konditionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen. 7.4 GESCHÄFTSFÜHRUNG Der Geschäftsführung gehören im Geschäftsjahr an: Gregor Klaedtke, Neuss, Dipl. Wirtschaftsmathematiker, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Finanzen (seit 11. Januar 2021)*, Sprecher (seit 1. September 2021) Dr. Daniel Oldeweme, Frankfurt a. M., Dipl. Kaufmann, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Fixed Income Sales and Trading (seit 13. Dezember 2018)* Evie Vanezi, London, Vereinigtes Königreich, Master in Science in Mathematical Finance, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Risikomanagement (vom 13. Dezember 2018 bis 22. Januar 2024)* Ulrich Böckmann, Frankfurt a. M., Bankkaufmann/Dipl. Kaufmann, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Investment Banking (vom 13. September 2021 bis 19. Februar 2025)* Johannes Kirchmeir, Frankfurt a. M., Magister/Dipl. Kaufmann, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Equities Sales and Trading (seit 12 April 2023)* Hartmut van Münster, Frankfurt a. M., Dipl. Kaufmann, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Risikomanagement (seit 22. Januar 2024)* Dr. Sven Baumann, Kronberg/Ts.,Master of Science Chemie, Geschäftsleitungsmitglied für den Bereich Investment Banking, (seit 01. Juli 2024)* * Datum der Eintragung im Handelsregisterauszug des Amtsgerichts Frankfurt a.M. (Nr. HRB 108812). 7.4.1 GESAMTBEZÜGE DER GESCHÄFTSFÜHRUNG Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen im Geschäftsjahr TEUR 4.763. Es wurden keine weiteren Bezüge von der Jefferies GmbH ausbezahlt. 7.4.2 VORSCHÜSSE Gewährte Vorschüsse und Kredite zugunsten der Mitglieder der Geschäftsleitung bestehen nicht. 7.4.3 MITGLIEDSCHAFTEN IN ANDEREN KONTROLLGREMIEN Es bestehen keine Mitgliedschaften der Mitglieder der Geschäftsleitung in anderen Kontrollgremien. 7.5 MITARBEITER Die durchschnittliche Zahl der Angestellten betrug 225,6 (Vorjahr: 191,3). Die Zahl der Angestellten zum Ende des Geschäftsjahres betrug 250 (Vorjahr: 213). Sie waren in folgenden Bereichen tätig:
7.6 KONZERNVERHÄLTNISSE Die oberste Muttergesellschaft und beherrschende Partei, die der größten Gruppe von Unternehmen vorsteht, für die ein konsolidierter Abschluss erstellt wird, ist die Jefferies Financial Group Inc. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Jefferies Financial Group Inc., 520 Madison Avenue, New York, New York 10022, USA, und unter https://ir.jefferies.com/financials/annual-reports erhältlich. Das Mutterunternehmen, das der kleinsten Gruppe von Unternehmen vorsteht, ist die Jefferies International Limited. Die Gesellschaft erstellt keinen Konzernabschluss. Der Jahresabschluss der Jefferies International Limited ist am Sitz der Jefferies International Limited, 100 Bishopsgate, London, EC2N 4JL, Großbritannien, und unter https://ir.jefferies.com/shareholder-resources/regulatory-information erhältlich. 7.7 PRÜFUNGS- UND BERATUNGSGEBÜHREN Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt TEUR 833. Davon entfallen auf Abschlussprüfungsleistungen TEUR 664 und auf andere Bestätigungsleistungen TEUR 169. 7.8 LATENTE STEUERN In Geschäftsjahr wurde vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 und 3 HGB gebrauch gemacht und aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 152 in der Bilanz ausgewiesen. 8 NACHTRAGSBERICHT Zum 19. Februar 2025 wurde Herr Ulrich Böckmann aus der Geschäftsführung abberufen. Im Januar 2025 erfolgte durch die Gesellschafterin JIL eine Zuzahlung im Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von TEUR 23.750 in das Eigenkapital.
Frankfurt am Main, 27. Februar 2025 Jefferies GmbH Die Geschäftsleitung Gregor Klaedtke Dr. Daniel Oldeweme Johannes Kirchmeir Hartmut van Münster Dr. Sven Baumann ANLAGE ZUM ANHANG LÄNDERSPEZIFISCHE BERICHTERSTATTUNG NACH § 42 WPIG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. DEZEMBER 2023 BIS ZUM 30.NOVEMBER 20241 LÄNDERSPEZIFISCHE BERICHTERSTATTUNG NACH § 42 WPIG In Deutschland zugelassene Wertpapierinstitute, die in anderen Vertragsstaaten oder in Drittstaaten über Zweigniederlassungen oder über Tochterunternehmen verfügen, die als Finanzinstitut gemäß Artikel 4 Absatz 1 Nummer 26 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 einzustufen sind, haben jährlich, aufgeschlüsselt nach Mitgliedstaaten der Europäischen Union und Drittstaaten, die folgenden Angaben zu machen:
Die Jefferies GmbH hatte im Berichtszeitraum keine Tochtergesellschaften. Als Umsatzgröße wird das Ergebnis aus der Summe der nachfolgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung herangezogen:
Die Anzahl der Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit) wird auf durchschnittlicher Basis angegeben. Staatliche Beihilfen wurden nicht bezogen. 2 LÄNDERSPEZIFISCHE BERICHTERSTATTUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. DEZEMBER 2023 BIS ZUM 30. NOVEMBER 2024
1) Der Geschäftsbetrieb wurde zum 31. Juli
2023 eingestellt.
"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Jefferies GmbH, Frankfurt am Main Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Jefferies GmbH, Frankfurt am Main, - bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2023 bis zum 30. November 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Jefferies GmbH, Frankfurt am Main, für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2023 bis zum 30. November 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 24. April 2025 Deloitte
GmbH
Christian Schweitzer, Wirtschaftsprüfer Victor von Kenne, Wirtschaftsprüfer" |
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