Stammdaten

Register
Amtsgericht Duisburg HRB 26681
Vorher
mertus 144. GmbH
Eingetragen
17.10.2013
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenBeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Erwerb sowie das Halten und Verwalten von Beteiligungen an in- und ausländischen Gesellschaften, sowie die unternehmerische Führung dieser Beteiligungsunternehmen, insbesondere durch Erbringung von Management-, Beratungs- und Servicedienstleistungen an in- und ausländischen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie an weiteren Gesellschaften, die mit der Gesellschaft verbunden sind.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Oliver Becker
seit 4.7.2023
Geschäftsführer
Patrick Keppler
seit 5.8.2021
Geschäftsführer
Jakub Weimann
seit 5.8.2021
Geschäftsführer
Robert Vancata
seit 16.5.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Bonatrans Group a.s.CZE
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Bonatrans Group a.s.
Czech Republic
25.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bonatrans Group GmbH

Oberhausen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

A. Grundlagen des Konzerns

1. Geschäftsmodell des Konzerns

Die Bonatrans Group GmbH (BGmbH), Oberhausen ist die konsolidierende Obergesellschaft der deutschen Bonatrans Gruppe. Sie nimmt Holdingfunktionen wahr und ist alleinige Anteilseignerin der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen. Die Akquisition erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2014. Die Bonatrans Group GmbH gehört zu 100 % der BONATRANS GROUP a.s. mit Sitz in Bohumin, Tschechische Republik. Oberstes Mutterunternehmen ist die JCK Group P.L.C., Valetta, Malta.

Die Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH (GHH) ist das produzierende Unternehmen im Konzern und bestimmt damit die operative Entwicklung.

Die Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH berechnet, konstruiert, fertigt und vertreibt in ihrem Werk in Oberhausen Trieb- und Laufradsätze sowie Fahrwerkskomponenten und deren Einzelteile für den weltweiten Einsatz in Schienenfahrzeugen. Das Unternehmen liefert seinen Kunden im Bereich der Erstausrüstung bei Neufahrzeugen maßgeschneiderte, anspruchsvolle Lösungen für moderne Schienenverkehrssysteme im Nah- und Fernverkehr. Darüber hinaus bietet das Unternehmen während des Lebenszyklus der Systeme die präventive und korrektive Wartung und Instandsetzung der Bauteile sowie die Ersatzteilversorgung an.

Als mittelständisches Unternehmen mit langjähriger Expertise bedient die GHH traditionell den deutschen und europäischen Markt und zielt darüber hinaus zunehmend auf neue Absatzmärkte in Asien, Nordamerika und in den aufkommenden Schwellenländern.

Es wurde mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 ein Ergebnisabführungsvertrag zwischen der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH und der Bonatrans Group GmbH abgeschlossen. Des Weiteren wurde eine körper- und gewerbesteuerliche Organschaft begründet.

Wie bereits in den Vorjahren stellt die Bonatrans Group GmbH, Oberhausen, als Mutterunternehmen zum 31. Dezember 2023 einen Konzernabschluss für den deutschen Bonatrans Teilkonzern, bestehend aus den beiden genannten Gesellschaften (im Weiteren "Konzern" oder "Gruppe"), und einen Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 auf.

2. Personal- und Sozialbereich

Die Belegschaft des Konzerns beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2023 294 Mitarbeiter einschließlich Geschäftsführung und Auszubildenden. Davon sind 216 Mitarbeiter in der Produktion und 78 Mitarbeiter im überbetrieblichen Bereich tätig. In dieser Zahl sind Leiharbeitnehmer nicht enthalten.

Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 2023 insgesamt TEUR 26.154, davon entfielen TEUR 4.212 auf Sozialleistungen.

3. Produktion

Mit einer Gesamtleistung von TEUR 114.270 bzw. 182,1 tausend in der Produktion verfahrenen Stunden war die Fertigung weiterhin nahezu vollständig ausgelastet. Dass die erstgenannte Größe signifikant wachsen konnte (VJ: TEUR 105.842), während die zweitgenannte Größe leicht zurückging (VJ: 184,2 th), zeigt aber schon, dass in 2023 der mit einer geringeren Wertschöpfung verbundene After Market Bereich mit Ersatzteilen eine höhere Bedeutung am Geschäft des Konzerns einnahm. Der Rückgang gegenüber dem Stundenvolumen des Vorjahres ist auf einen weiterhin hohen Krankenstand sowie eine geringere Beschäftigung an der Linie für Monobloc-Räder zurückzuführen. Hervorzuheben ist aber, dass die Produktivität als Anteil der auf Aufträge gebuchten Stunden der direkten Mitarbeiter gegenüber dem Vorjahr um fast vier Prozentpunkte auf 91,8 % gesteigert werden konnte.

Dass die Bestände bei halbfertigen- und fertigen Produkten im Geschäftsjahr um TEUR 1.323 reduziert wurden, ist vor allem auf eine Gegenbewegung zum signifikanten Anstieg dieser Position im vergangenen Geschäftsjahr zurückzuführen. Probleme mit der Materialversorgung blieben, vor allem im Bereich der Beistellteile, weiterhin bestehen, und die Krankenquote stieg gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht an. Der Anteil des Absatzvolumens, bei dem der Konzern um mehr als fünf Tage zu spät lieferte, ging hingegen um 0,5 Prozentpunkte auf 15,5 % zurück.

Um den durch Erreichung des Rentenalters eintretenden Personalabfluss auszugleichen, wurden, wie schon in den vergangenen Jahren, vom Konzern selbst ausgebildete Jungfacharbeiter übernommen. Darüber hinaus wurde bei Bedarf geeigneten Leiharbeitnehmern zur Steigerung der Kapazität in der Produktion ein festes Arbeitsverhältnis angeboten. So waren 2023 im Schnitt 6,9 externe Kräfte bei der Gruppe beschäftigt, während es im Vorjahr noch 12,8 gewesen waren. Der hohe Auftragsbestand und die generell stabilen Geschäftserwartungen sichern das hierfür notwendige Beschäftigungsniveau mittelfristig ab. Dennoch ging die Zahl der Lohnempfänger entsprechend der etwas gesunkenen Fertigungsstundenanzahl leicht von durchschnittlich 179,6 auf 178,2 zurück. Weiterbildungsmaßnahmen waren ein fortlaufend angewandtes Werkzeug zur Sicherung der hohen Flexibilität in der Produktion.

Ausschussquote und die externe Reklamationsquote wurden in 2023 weiter verbessert. Diese Quoten werden auf monatlicher Basis gemessen und einem Review unterzogen. Die konsequente Verfolgung der "Root Causes" sowie die gemeinsame Erarbeitung von Maßnahmen zu ihrer Behebung sind Treiber für die kontinuierliche Qualitätsverbesserung.

Im Rahmen des Projektes "Lean Production" gingen im Geschäftsjahr 2023 wieder für jede der sechs Fertigungslinien zahlreiche Verbesserungsvorschläge aus den Mitarbeiterteams zur Optimierung der Abläufe ein. Um die Umsetzung zu ermöglichen, ist im Investitionsbudget jeweils ein fester Anteil für im Rahmen dieses Projektes erarbeiteter Maßnahmen vorgesehen. Fokus in 2023 waren kleine Investitionen zur Effizienzverbesserung in der Wellenfertigung und ein Fertigungsmesssystem.

Schwerpunkt der Investitionstätigkeit war die Fertigstellung der 2023 begonnenen Versandhalle mit einem Gesamtvolumen von EUR 2,3 Mio. Hier war es infolge von Engpässen bei der Verfügbarkeit von Fachkräften und Personal zu Verzögerungen gekommen. Seit der Inbetriebnahme im 1. Halbjahr hat der Konzern eine deutliche Entzerrung und damit Effizienzverbesserung bei seinen Logistikprozessen zu verzeichnen.

Im Geschäftsjahr 2023 begann die Gruppe die Migration auf ein Cloud-basiertes ERP-System. Der Konzern verspricht sich davon ein erhöhtes Maß an IT-Sicherheit sowie Innovationen im IT-Bereich schneller und besser nutzen zu können. Die Umstellung ist für den Februar 2024 vorgesehen.

4. Forschung und Entwicklung

Die Innovationskraft des Konzerns vor allem im Bereich Straßenbahnen stellt eine seiner wichtigsten Stärken im Wettbewerb dar. Daher verfügt die Gruppe über ein im Verhältnis zu ihrer Gesamtleistung fixes R&D Budget, welches in der Jahres- als auch in der mittelfristigen Planung festgelegt wird. Dieses wird mit der Geschäftsführung zu Jahresbeginn abgestimmt und der Fortschritt in den vereinbarten Projekten regelmäßig einem Review gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Engineering / R&D unterzogen. Neben den Themen zu Lärmreduzierung und Gewichtsmanagement wurde der Focus auf Sensorik und RFID Technik an Losradaschen gelegt. Ziel hierbei ist zum einen die Gewinnung von Daten für Predictive Maintenance und zum anderen die Vereinfachung bei der Verwaltung der im Betrieb befindlichen Produkte. Alle Projekte sind in einer mehrjährig umfassenden R&D-Planung definiert und umfassend dokumentiert.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nach dem die Wirtschaft im EU-Raum in den letzten Jahren von den exogenen Schocks der Covid-19 Pandemie und dem Ukraine Krieg mit der einhergehenden Preishausse bei natürlichen Ressourcen betroffen gewesen war, worauf die Europäische Zentralbank mit einem sukzessiven Anheben der Zinsen reagiert hatte, fiel das Wachstum im EU-Raum auch 2023 noch enttäuschender aus, als zunächst antizipiert. So musste die EU Kommission ihre Wachstumserwartungen an das Bruttoinlandsprodukt im Herbst 2023 auf 0,6 % reduzieren. Die öffentlichen Haushalte fuhren dennoch ihre diskretionäre finanzielle Unterstützung der Wirtschaft weiter zurück. Ein anderes Vorgehen hätte den allgemeinen Preisauftrieb nur weiter angeheizt. Allerdings scheint es im Zuge der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der EU nicht zu nachlassenden Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr zu kommen. So hat die EU Kommission 2023 107 Infrastrukturprojekte ausgewählt, welche mit Mrd. EUR 6,2 gefördert werden. Entsprechend sah sich die Gruppe das gesamte Jahr einer stabilen Nachfrage sowohl aus dem Bereich der Ausrüstungsinvestitionen (Original Equipment), als auch dem Segment After Market gegenüber. In Deutschland wurde die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs durch die Einführung des Deutschlandtickets gestärkt. So haben von rd. 11 Mio. Menschen, welche ein Deutschlandticket erworben haben, rd. 44 % von ihnen zuvor den ÖPNV seltener, 8 % von ihnen so gut wie nicht genutzt.

Somit profitierte die Gruppe in diesem Jahr von einem stark erhöhten Anteil an After-Market-Geschäft, in welchem die Preisbildung häufiger kurzfristiger auf Transaktionsbasis erfolgt. Bei anderen durch langfristige Verträge gebundenen Kunden machte sich der Effekt von Preisgleitklauseln positiv bemerkbar. Im Bereich der Monobloc Wheels blieb der Konzern durch Importe von der tschechischen Muttergesellschaft preislich konkurrenzfähig. Im Zuge der auch über Europa hinausgehenden lebhaften Nachfrage konnte die Gruppe in der EU und Asien Neukunden gewinnen und strebt hier, wie auch mit dem angestammten Kundenkreis, eine langfristige Partnerschaft an.

Auf der Beschaffungsseite profitierte der Konzern davon, dass bei weltweit zurückgehender Inflation die Preise einiger Vormaterialien im Jahresverlauf auch absanken. Dies wurde auch von den bis in den November schwachen Erzpreisen begünstigt. Da der Effekt der auf nachlaufenden Indikatoren basierenden Preisgleitklauseln erst 2023 voll zum Tragen kam, wurde das Konzernergebnis hier von einer Fristeninkongruenz positiv beeinflusst: bereits wieder nachlassende Beschaffungskosten standen anziehenden Verkaufspreisen gegenüber, in denen sich der Preisanstieg des Vorjahres erst sukzessive niederschlug.

Zusammenfassend ist es der Gruppe in 2023 gelungen, aufgrund einer positiven Auftragsstruktur, aber auch in Folge von Effizienzverbesserungen in der Produktion des Einsetzens von Preisgleitklauseln sowie aktiven Erlösmanagements im Spotgeschäft, ein Rekordergebnis zu erzielen, nicht nur als absoluter Wert, sondern auch in Relation zur Gesamtleistung, während gleichzeitig eine konsequente verlustfreie Bewertung von Aufträgen und Vermögensgegenständen erfolgte.

2. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

2.a. Finanzielle Leistungsindikatoren

Die kaufmännische Steuerung der Bonatrans Gruppe erfolgt mittels verschiedener operativer Kennzahlen, welche den Grad der Erreichung strategischer Zielsetzungen im Hinblick auf das Umsatzwachstum und die Profitabilität des Konzerns messbar machen. Dazu gehören Umsatzkennzahlen in Bezug auf die einzelnen Verkaufsbereiche und Produktgruppen sowie operative Kostenkennzahlen. Durch ein regelmäßiges Monitoring dieser Leistungsindikatoren wird die Entwicklung des Konzerns überwacht und gesteuert. Segment- sowie Produktergebnisrechnung werden als Werkzeuge für eine quartärliche Prognose eingesetzt, auf deren Basis die Geschäftsführung Entscheidungen bei Abweichungen zum Plan trifft. Kritische Aufträge werden regelmäßig finanziell analysiert und mit den betroffenen Abteilungen besprochen. Finanzkennzahlen werden zudem für eine erste grobe Bewertung von Investitionsideen verwendet.

Die wesentlichen Steuerungsgrößen als finanzielle Leistungsindikatoren für die Profitabilität der Bonatrans Gruppe sind der Umsatz und das Jahresergebnis (Net Profit). Der Net Profit laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird im Wesentlichen angepasst um konsolidierungsbedingte Abschreibungen sowie damit verbundene latente Steuern. Die Entwicklung ist in Punkt 4.c. des Lageberichtes dargestellt. Die Steuerungsgrößen werden monatlich im Rahmen des internen Berichtswesens der Geschäftsführung vorgestellt und bei Bedarf zeitnah Steuerungsmaßnahmen eingeleitet.

2.b. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

In erster Linie dienen hierzu der Auftragseingang und der Auftragsbestand, welche unter Punkt 3. des Lageberichtes detailliert erläutert werden.

Die weiteren nichtfinanziellen Leistungsindikatoren Kundenstamm, Mitarbeiterqualität und Fluktuation werden im Folgenden dargestellt, werden aber nicht zur Steuerung des Konzerns verwendet und daher nicht in Zahlen gemessen.

Die Kernkompetenzen des Konzerns in der Konstruktion und im Engineering ermöglichen es, den Kunden bei spezifischen, vorliegenden Projekten maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Abnehmer schätzen es, dass sie u.a. von der Konstruktionsabteilung der Gruppe bei Aufgaben unterstützt wurden, bei denen sie von anderen Herstellern keinen Support erhielten. Kernkunden der Gruppe sind somit auch mittelständische Fahrzeugbauer, welche über keine eigene Radsatzentwicklung verfügen. Ebenso unterscheiden Flexibilität und hohe Servicequalität des Konzerns von ihren größeren Wettbewerbern. So ist die Lieferung kleiner Losgrößen mit kurzfristiger Terminierung von preisgünstigeren Produzenten zumeist nicht darstellbar. Um diese Positionierung zu erhalten und auszubauen, werden die Prozesse regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst und Personaljustierungen vorgenommen.

Kunden mit nachlassendem Kaufverhalten werden vom Marketing- und Vertriebsteam gezielt angesprochen und auf ihre besonderen Ansprüche maßgeschneiderte Angebote erarbeitet. Der Konzern sieht in der Nähe zu den Abnehmern eine seiner Hauptstärken. Schwachstellen im Kundenstamm bezüglich Produkt- oder regionale Abdeckung werden aufgegriffen und durch Neukundenakquise auszugleichen versucht. Um die Möglichkeit zur Ansprache neuer Kundengruppen zu schaffen und das Wissen des bestehenden Vertriebsteams rechtzeitig weitergeben zu können, wurden zwei Junior Sales Manager eingestellt. Bei der Marktbearbeitung erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem tschechischen Mutterunternehmen Bonatrans Group a.s.

Vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Fachkräftemangels und einer vor allem in der Verwaltung relativ weit fortgeschrittenen Altersstruktur kommt der Personalentwicklung eine besondere Bedeutung zu. Zu diesem Zweck wurde das Fortbildungsbudget weiter angehoben, und die Geschäftsführung kontrolliert, dass dies auch durch das Management umgesetzt wird. In einem mittelständischen Betrieb wie der Gruppe ist es besonders wichtig, dass Mitarbeiter in der Lage sind, abteilungsübergreifend prozessorientiert zu denken bzw. zu arbeiten und ihren Beitrag für den Unternehmenserfolg zu verstehen. Inhouse-Schulungen über Produkte bzw. im IT-Bereich runden das Weiterbildungsangebot ab. Der Konzern legt hohen Wert auf die gewerbliche Ausbildung. Die Auszubildenden werden intensiv gefordert und gefördert, was an den guten Abschlussergebnissen abzulesen ist. Neben der Ausbildung wird auch eine starke Zusammenarbeit mit den Hochschulen/Universitäten betrieben. Hierzu zählen u.a. die Vergabe von Stipendien bzw. von Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten wie auch die Ausrichtung von Praktika.

Für weiterführende Positionen im Konzern werden potentielle Nachfolger identifiziert und diese auf die Übernahme von mehr Verantwortung vorbereitet. Zum Jahresanfang 2024 hat die Gruppe einen Kreis von designierten "High Potentials" eingeführt, welche in regelmäßigem Austausch mit der Geschäftsführung stehen und gezielte Förderung erfahren.

Die Gruppe hat 2023 die im Vorjahr verabschiedeten Führungsgrundsätze weiter in der Organisation verankert. Das Leitbild eines erhöhten Maßes an Entscheidungsautonomie der Bereichsverantwortlichen wurde in einem entsprechenden Seminar für Führungskräfte anhand konkreter Fallbeispiele mit Leben gefüllt. Die im Vorjahr von allen Abteilungsleitern erarbeiteten "Focal Points", welche die nachhaltige Profitabilität der Gruppe auch in Zukunft sicherzustellen sollen, werden regelmäßig aktualisiert. Der Fortschritt bei ihrer Implementierung ist ein wichtiger Bestandteil bei der Bewertung des Managementteams.

Verstärkter Fokus wurde 2023 auf die Produktivität, gemessen am Verhältnis der Stunden, welche direkte Mitarbeiter auf Aufträge buchen, gegenüber ihren Anwesenheitsstunden, gelegt. Eine Vielzahl von Maßnahmen, initiiert von der Leitung und aus der Belegschaft heraus, hat 2023 zu signifikanten Verbesserungen geführt.

Die Gruppe weist gegenwärtig noch ein geringes Maß an Mitarbeiterfluktuation auf. Die Beschäftigten schätzen vor allem die leistungsbezogene Vergütung über die tariflichen Standards in der Metall- und Elektro-Industrie hinaus, das sichere Arbeitsumfeld sowie ihre Möglichkeiten, in einem Konzern mit kurzen Entscheidungswegen, welches einen entscheidenden Beitrag zur grünen Transformation der Wirtschaft leistet, den Erfolg der Organisation aktiv mitgestalten zu können. Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern sowie der offene Informationsaustausch innerhalb der Bonatrans Gruppe, tragen regelmäßig zur Optimierung der Arbeitsbedingungen und -prozesse der Gruppe bei.

3. Geschäftsverlauf: Auftragseingang und Auftragsbestand

Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand im Stammgeschäft des Konzerns mit Radsätzen und Fahrwerkskomponenten sowie damit verwandte Produkte und Tätigkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr 2023 gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

01.01. -31.12.2023 01.01. -31.12.2022
Auftragseingang TEUR 123.436 108.739
Umsatz *) TEUR 115.533 103.416
(Exportanteil) % 58 59
Auftragsbestand (AB)
31. Dezember 2022 TEUR 119.338
31. Dezember 2023 TEUR 127.241

*) Darüber hinaus stammen zusätzliche Erlöse in Höhe von TEUR 60 (i. Vj. TEUR 28) aus Tätigkeiten, die aufgrund der gesetzlichen Regelungen im BilRuG als Umsatzerlöse und nicht als sonstige Erlöse auszuweisen sind. Da diese aber nicht zum Stammgeschäft des Konzerns zu zählen sind, werden sie in der obigen Tabelle nicht weiter analysiert.

Der Auftragseingang hat gegenüber dem Vorjahr deutlich angezogen, und so schloss der Konzern das Geschäftsjahr trotz eines Rekordumsatzes mit einem um 6,6 % erhöhten Auftragsbestand ab. Das Buchungsvolumen lag auch deutlich gegenüber den im letzten Lagebericht geäußerten Erwartungen. Der solide Auftragseingang wurde vor allem von zufriedenstellenden Buchungen im Geschäft mit Fahrzeugherstellern des Segmentes Light Rail (Straßenbahnen) getrieben. Hier wurden größere Ausschreibungen für Ersatzbeschaffungen vor allem in Deutschland, aber auch im benachbarten Ausland gewonnen. Hier profitierte der Konzern vom weiterhin hohen Investitionsvolumen in den Öffentlichen Personennahverkehr im gesamten europäischen Raum. Zudem konnte die Gruppe erstmals eine Ausschreibung in den Vereinigten Staaten für sich entscheiden. Weiterhin trug der Bereich After Market zu dem erhöhten Auftragseingang sowohl im Bereich Vollbahn als auch bei den Straßenbahnen bei. Neben der Gewinnung von Neukunden und dem im Jahresschnitt über dem Vorjahreszeitraum liegenden Preisniveau wirkte sich hier auch das "Deutschlandsticket" aus, was im Inlandsbereich für eine hohe Nachfrage nach Transportdienstleistungen sorgte. Auch das Servicegeschäft verbuchte preisbedingt ein höheres Auftragsvolumen als in der Planung unterstellt.

Zur Entwicklung der Umsatzerlöse wird im Rahmen der Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung detailliert Stellung bezogen.

Vom Auftragsbestand zum 31. Dezember 2023 beziehen sich rd. 61 % auf Lieferungen, die für das Jahr 2024 umsatzwirksam sind. Der restliche Auftragsbestand erstreckt sich auf langfristige Aufträge, die z. T. bis in das Jahr 2030 reichen.

Der Auftragsbestand in Höhe von Mio. EUR 127,2 betrifft mit Mio. EUR 43,3 das Inland, mit Mio. EUR 69,3 das Gebiet der EU und mit Mio. EUR 14,7 das übrige Ausland. Der hohe Auftragsbestand bietet der Bonatrans Gruppe eine solide Basis für die zukünftige Entwicklung.

Zur Darstellung des Umsatzes und des Net Profit verweisen wir zudem auf unsere Ausführungen in Punkt B 4.c. dieses Lageberichts.

4. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

4.a. Vermögenslage

Die Bonatrans Gruppe weist zum 31. Dezember 2023 eine Bilanzsumme von TEUR 102.579 aus. Die Vermögensstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Anlagevermögen 52.083 51% 58.046 56%
Vorräte 23.421 23% 25.829 25%
Forderungen aus LuL 12.063 12% 14.178 14%
sonstige Aktiva 15.012 15% 5.229 5%
Bilanzsumme 102.579 100% 103.282 100%
31.12.2023 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Eigenkapital 7.840 8% 7.754 8%
Pensionsrückstellungen 24.097 23% 24.005 23%
sonstige Rückstellungen 21.917 21% 15.756 15%
Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung 45.638 44% 51.621 50%
Verbindlichkeiten aus LuL und sonstige Passiva 3.087 3% 4.146 4%
Bilanzsumme 102.579 100% 103.282 100%

Im Geschäftsjahr 2023 lagen die Neuinvestitionen mit TEUR 2.516 verglichen mit den Vorjahren relativ niedrig und auch unterhalb der Abschreibungen. Grund ist, dass nach dem relativ hohen Investitionsvolumen der Vorperioden eine Zeit der Konsolidierung notwendig wurde, um Überhänge abzuarbeiten und die neu aktivierten Aggregate reibungslos in die Unternehmensprozesse zu integrieren. Daher ging der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme zurück.

Im Geschäftsjahr 2023 betrug das Beschaffungsvolumen für Fremdleistungen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe rd. EUR 53,7 Mio. (i. Vj. EUR 61,2 Mio.), wovon 57,9 % auf Schmiedeteile entfallen. Der größte Lieferant hierfür ist das verbundene Unternehmen Bonatrans Group a.s. aus der Tschechischen Republik. Insgesamt stammt der überwiegende Teil aus dem west- und mitteleuropäischen Raum, Teile werden aber auch aus Indien bezogen.

Die Vorräte werden auftragsbezogen eingekauft. Das gesunkene Beschaffungsvolumen ist zu einem guten Teil auf einen Lagerabbau nach entsprechendem Aufbau im Vorjahr, aber auch auf günstigere Bezugspreise zurückzuführen. Über das Jahr 2023 blieben sowohl die Vormaterialien als auch die Ware in Arbeit zumeist unterhalb der Werte des Jahres 2022. Dies liegt im Wesentlichen in einem zügigen Materialabfluss im Zuge der guten Geschäftslage begründet. Die Einstandspreise im Lager zogen zu Jahresbeginn zunächst noch an, stagnierten aber seit Mitte des Jahres und zeigten sich dann bei einigen Produkten auch rückläufig. Risiken im Lagerbestand, welche sich vor allem aus zurückgehenden Beschaffungswerten ergeben, wurden konsequent wertberichtigt.

Der Anteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte zurückgegangen, ebenso wie das offene Forderungsvolumen als absoluter Wert (-TEUR 2.116). Grund ist im Wesentlichen ein ausgesprochen schwacher Dezember-Umsatz. Während die Gruppe in den vergangenen Jahren jeweils einen starken Jahresendmonat zu verzeichnen hatte, führten stichtagsbedingte Faktoren wie der Übergang des Risikos im Rahmen der Incoterms 2023 dazu, dass ein geringeres Volumen an Projekten zu fakturieren war. Im Jahresschnitt stieg sich der Anteil der überfälligen Forderungen von 11,9 % auf 14,6 %. Im zweiten Halbjahr war jedoch eine deutliche Verbesserung auf 13 % zu verzeichnen, im letzten Quartal wurde ein Wert von 11,6 % erreicht.

Die sonstigen Aktiva sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 9.783 angezogen, ihr Anteil an der Bilanzsumme beläuft sich jetzt auf 15 %, nach 5 % im Vorjahr. Grund ist ein höheres Bankguthaben nach dem starken Geschäftsjahr.

Das Eigenkapital ist vom 31.12.2022 auf den 31.12.2023 infolge des positiven Konzernergebnisses leicht angestiegen Der Anteil an der Bilanzsumme belief sich unverändert auf 8 %.

Zum Stichtag 31.12.2023 betrug der von der Bundesbank vorgegebene Zinssatz zur Abzinsung von Pensionsverpflichtungen 1,82 % gegenüber 1,78 % im Vorjahr. Der Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme sank von 39 % auf 36 %, der absolute Wert blieb nahezu konstant (TEUR 24.097). Grund für den stark gebremsten Anstieg ist, dass bereits im Jahr 2022 so weit wie möglich der Effekt der höheren Inflation auf die Pensionsverpflichtungen in den versicherungsmathematischen Prämissen berücksichtigt wurde. Zudem wurden bereits in 2022 der Rententrend von 1,9 % auf 2,2 % und der Lohn- und Gehaltstrend von 2,5 % auf 3,0 % angehoben. Somit waren 2023 keine Nachholeffekte mehr zu verzeichnen. Der wieder leicht anziehende zugrundeliegende Zinssatz führte zudem zu nur noch geringen Effekten aus der Abzinsung.

Der Anteil der sonstigen Rückstellungen an der Bilanzsumme ist auf 21 % gestiegen. Grund ist, dass nach den im Wesentlichen unverändert bestehenden Vorsorgen für Kundenreklamationen im vergangenen Jahr weitere Abgrenzungen vor allem für Drohverluste aus schwebenden Geschäften, aber auch unterlassene Instandhaltung und Rechtsberatung sowie potentielle Gerichtskosten im Rahmen des hier im Vorjahr erläuterten größeren Garantiefalles gebildet wurden. Die Rückstellungen für Garantierisiken als solches konnten jedoch reduziert werden.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Passiva sanken wertmäßig und im Verhältnis zur Bilanzsumme. Hier machen sich zum einen geringere erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen bemerkbar, zum anderen zahlte die Gruppe Verbindlichkeiten termingerecht, so dass sich stichtagsbedingt hieraus ein weiterer Rückgang ergab.

Die Konzernfinanzierung zum 31. Dezember 2023 betrifft die Verbindlichkeiten gegenüber dem Anteilseigner Bonatrans Group a.s. aus einem Darlehen. Das Darlehen wird in Punkt B 4.b des Lageberichtes erläutert und das Ergebnis in Punkt B 4.c dargestellt.

4.b. Finanzlage

Die Entwicklung der liquiden Mittel aus dem operativen Geschäft des Konzerns war im Geschäftsjahr 2023 wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Periodenergebnis 86 -3.713
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 8.375 8.695
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 4.810 4.555
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 73 77
Zu-/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.731 -6.552
Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.246 683
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 104 3
Zinsaufwendungen/Zinserträge 3.644 2.636
Ertragssteueraufwand/-ertrag 4.766 2.153
Ertragssteuerzahlungen -3.581 -2.072
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.762 6.465
Einzahlungen aus den Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6 -108
Einzahlungen aus den Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.510 -3.007
Erhaltene Zinsen - -
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -2.516 -3.115
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und Aufnahme von (Finanz-)Krediten - -
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -8.800 -5.000
Gezahlte Zinsen -382 -163
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -9.182 -5.163
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 9.064 -1.813
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 4.518 0
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 13.582 4.518

Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand in der Gruppe (TEUR 1; i. Vj. TEUR 1) und den Kontokorrentguthaben bei Banken (TEUR 13.581; i. Vj. TEUR 4.518).

Die Bonatrans Gruppe erzielte 2023 aus ihrem operativen Geschäft einen Brutto-Cash Flow von TEUR 20.762 (VJ: TEUR 6.465), der für Investitionen, Ergebnisabführung und Zinszahlungen verwendet wurde. Ursächlich für den signifikanten Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist zum einen das um TEUR 3.799 auf TEUR 86 gesteigerte Periodenergebnis. Zudem anderen wirkte sich ein Rückgang sowohl des Forderungsvolumens als auch der Vorräte aus. Erstgenannter Faktor wurde von einem schwachen Dezemberumsatz sowie einem geringen Anteil an Zahlungsverzögerungen auf Kundenseite verursacht. Der zweite Faktor liegt in einem schnellen Materialabfluss bei stabilem Absatz, aber auch der konsequenten Wertberichtigung von Altlasten im Material begründet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Passiva, welche nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind, sanken 2023 wegen eines geringeren Volumens an erhaltenen Anzahlungen sowie weil die Gruppe zum Jahresende offene Verbindlichkeiten weitestgehend ausglich. Der höhere Zinsaufwand ist den gestiegenen Zinssatz für das Darlehen von der Bonatrans a.s. zurückzuführen, welcher an den Euribor gebunden ist. Der höhere Steueraufwand resultiert aus dem verbesserten Periodenergebnis.

Der negative Cash Flow aus Investitionstätigkeit belief sich 2023 auf TEUR 2.516 (VJ: TEUR 3.115). Das größte Vorhaben im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Anzahlung für eine Vertikaldrehmaschine TEUR 896. Zudem wurde im 1. Quartal die bereits 2021 begonnene Versandhalle fertiggestellt, wofür TEUR 653 anfielen.

Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf TEUR -9.182 (VJ: TEUR -5.163). Größter Einzelposten hierunter ist die Reduzierung des Darlehens von der Muttergesellschaft in Tschechien um weitere TEUR 8.800. Die Möglichkeit, eine vertraglich gesicherte Kontokorrent-Finanzierung in Anspruch zu nehmen, besteht für den Konzern weiterhin.

4.c. Ertragslage

Die Bonatrans Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2023 bei einem Umsatz von TEUR 115.583 und einer Gesamtleistung (Umsatzerlöse zzgl. Bestandsveränderung und aktivierten Eigenleistungen) von TEUR 114.260 ein Jahresergebnis von TEUR 86 (VJ: TEUR -3.713). Wesentlicher Treiber für das gegenüber der Planung deutlich verbesserte Ergebnis ist ein sehr starkes After Market Geschäft. Dies lag zum einen mengenseitig, bei starker Nutzung des ÖPNV im abgelaufenen Jahr und somit hohen Ersatzteilbedarfs vor, wurde aber durch eine Fristeninkongruenz bei der Weitergabe von Preiserhöhungen der Lieferwerke aus dem Vorjahr an die Kunden während des laufenden Geschäftsjahres noch verstärkt.

Die Aufwands- und Ertragsstruktur in % der Gesamtleistung stellt sich dar wie folgt:

1.01. - 31.12.2023 1.01. - 31.12.2022
TEUR % TEUR %
Umsatzerlöse 115.583 101,2% 103.436 97,7%
Bestandserhöhung -1.323 -1,2% 2.397 2,3%
Gesamtleistung 114.260 100,0% 105.833 100,0%
Sonstige betriebliche Erträge 1.692 1,5% 724 0,7%
Materialaufwand -65.315 -57,2% -63.983 -60,5%
Personalaufwand -26.204 -22,9% -26.715 -25,2%
Abschreibungen -8.375 -7,3% -8.695 -8,2%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -7.421 -6,5% -5.680 -5,4%
Betriebsergebnis 8.637 7,6% 1.484 1,4%
Finanzergebnis -3.639 -3,2% -2.636 -2,5%
Ertragsteuern -4.766 -4,2% -2.153 -2,0%
Ergebnis nach Steuern 232 0,2% -3.305 -3,1%
Sonstige Steuern -146 -0,1% -408 -0,4%
Konzernjahresfehlbetrag 86 0,1% -3.713 -3,5%

Es wurden Umsatzerlöse von TEUR 115.583 erzielt, was eine Verbesserung um 11,7 % gegenüber dem Vorjahr darstellt. Während der After Market Bereich sowohl im Straßen- als auch im Vollbahngeschäft weit besser auskam als erwartet, lag der Umsatz mit Systemintegratoren (Original Equipment Geschäft) in beiden Segmenten etwas unterhalb der Erwartungen. Ursache sind die Verschiebung von Neubauprojekten sowie Lieferengpässe vor allem bei Beistellteilen, insbesondere Kugellagern. Der Umsatz im Service übertraf das antizipierte Volumen im Straßenbahn- sowie im Vollbahngeschäft im Wesentlichen aufgrund von Erlössteigerungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind vor allem auf die Auflösung von Rückstellungen für Garantiefälle und Pönale sowie Erträge aus dem Reverse Factoring Programm EPTA (Weiterberechnung von Aufwendungen) zurückzuführen.

Die Materialquote fällt gegenüber dem Vorjahreswert von 60,5 % auf 57,2 %. Dabei enthalten die Materialkosten 2023 bereits TEUR 2.635 an zusätzlichen Rückstellungen für Drohverluste und Altlasten im Material. In diesem Jahr hatte die Gruppe einen deutlich höheren Anteil an After Market Geschäft zu verzeichnen, bei dem gegenwärtig deutlich höhere Materialmargen als im Original Equipment Geschäft erwirtschaftet werden können und was die Materialquote somit drückt. Da die Beschaffungspreise bei einigen Produkten seit der Jahresmitte zurückgingen, waren zum Jahresende allerdings Wertberichtigungen auf den Bestand sowie das im Zufluss befindliche Material zu bilden. Des Weiteren hat die Gruppe etwaige Überbestände bzw. Altlasten im Materialbestand konsequent im Wert bereinigt. Zudem hat die Gruppe Vorsorge getroffen für Drohverluste aus zwei größeren Projekten. Während bei erstgenannten hiervon unter Umständen bestellte Räder mit einem günstigeren Produkt ersetzt werden müssen, handelt es sich bei der zweiten Risikovorsorge um eine Abgrenzung für von der Gruppe verursachte Lieferverzögerungen.

Die Personalaufwandsquote sank in 2023 um 2,3 Prozentpunkte auf 22,9 %. Auch in absoluten Zahlen reduzierte sich der Wert um TEUR 511 auf TEUR 26.204. Die Reduzierung ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass in den Vorjahreszahlen Aufwendungen für Pensionsrückstellungen von insgesamt Mio. EUR 3,0 enthalten waren, mit denen die Differenz zwischen der realen Inflation und den Annahmen bezüglich des langfristigen Rententrends angeglichen wurden. Gleichzeitig wurden die dem Pensionsgutachten zugrundeliegenden Gehalts- und Inflationserwartungen im Einklang mit anderen deutschen Großunternehmen gemäß den diesbezüglichen Zukunftserwartungen angepasst. Dass der Rückgang gegenüber dem Vorjahr nicht noch deutlicher ausfällt, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Konzern 2023 Rückstellungen für Abfindungen gebildet hat. Diese sollen einem designierten Kreis von Mitarbeitern einen vorgezogenen Ruhestand ermöglichen, um den Weg für einen Generationenwechsel frei zu machen.

Die Abschreibungen sind zurückgegangen, weil im laufenden Jahr weniger investiert wurde als zunächst geplant und weil ein wesentlicher Teil des Investitionsvolumens eine Anzahlung für eine Vertikaldrehmaschine war. Zudem wurde die neue Versandhalle erst im Frühjahr aktiviert.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Fixkosten. Bei ansteigender Gesamtleistung wäre hier normalerweise mit einem Rückgang im Verhältnis zur Gesamtleistung zu rechnen. Dass diese Position in absoluten Werten und gemessen an der Gesamtleistung dennoch anstieg, ist auf mehrere Sonderfaktoren zurückzuführen. So hat der Konzern 2023 Rechtsberatungs- und potentielle Gerichtskosten für einen größeren Reklamationsfall abgegrenzt. Zudem enthält die Position die Ablöse für einen Auslandsagenten, von dem sich die Gruppe trennt. Letztlich steigen auch 2023 die Rückstellungen für Pönalen weiter an, was Folge von Materialengpässen in einigen für den Konzern relevanten Sektoren ist. Bereinigt um diese Faktoren gingen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gemessen an der Gesamtleistung zurück.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich infolge des Zinsanstiegs für das von der Bonatrans Group a.s. in Tschechien gewährte Darlehen trotz der geringeren Aufzinsung von Pensionsrückstellungen ebenso wie infolge der Rückzahlung des Darlehens von der Bonatrans Group GmbH um TEUR 1.003 auf TEUR 3.639.

Bei den Sonstigen Steuern handelt es sich um eine Rückstellung für Grunderwerbssteuern. Nach einer vorläufigen Berechnung im Jahr 2022, auf deren Basis diese nach einer Umstrukturierung auf einer höhergelagerten Holdingebene des Anteilseigners der Gruppe auch gezahlt wurden, wurde 2023 eine Detailbetrachtung vorgenommen, nach welcher der Wert der Liegenschaft sich durch den Neubau der Servicehalle erhöht hatte. Entsprechend wurde eine Grunderwerbssteuererklärung eingereicht und der zusätzliche Betrag zurückgestellt. Zudem sind in der Aufwandsposition Zinsen enthalten.

Das Konzernergebnis verbesserte sich um TEUR 3.799 auf TEUR 86. Das Verhältnis zur Gesamtleistung belief sich auf 0,1 % nach -3,5 % im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern (Net Profit - ohne Berücksichtigung von Bewertungseffekten aus der Neubewertung, wie in Punkt B2a erläutert) beläuft sich auf TEUR 5.765 (Vorjahr: TEUR 967). Zum Jahresende 2022 war die Bonatrans Gruppe nur von einem leichten Anstieg des bereinigten Net Profit ausgegangen. Das Planergebnis wurde somit deutlich übertroffen.

5. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns hat sich im Jahresverlauf 2023 weiter deutlich verbessert. Die noch in den Vorjahren geäußerten Befürchtungen einer massiven Kürzung der Investitionen in den ÖPNV im Zuge der angespannten wirtschaftlichen Lage bzw. der Etablierung von Drittanbietern auf dem europäischen Markt sind bisher nicht eingetreten. Aus 2022 stammende Preiserhöhungen der Lieferanten konnten 2023 an die Kundschaft weitergegeben werden und sorgten für solide Margen, welche dazu führten, dass die Gruppe ihr Ergebnis mehr als verdoppeln konnte. Dabei wurden Risiken konsequent in der Bilanz berücksichtigt, so dass die Gruppe ohne Altlasten in das Jahr 2024 geht. Ein wesentlicher positiver Beitrag zum guten Absatz ist im Bereich After Market sowohl für Light- als auch für Heavy Rail begründet. Für das neue Jahr ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Anteil der After Market Aufträge am Auftragsbestand zurückgegangen ist. Der signifikante Auftragsbestand im Bereich Original Equipment ist oftmals weniger profitabel und mit dem Risiko von Materialengpässen vor allem bei Beistellteilen verbunden. Der Servicebereich fokussiert sich nach Jahren schnellen Wachstums auf besonders ertragreiche Marktsegmente. Abseits kurzfristiger Marktturbulenzen bleibt zudem festzustellen, dass sich die strategischen Kernprobleme der Bahnzuliefererindustrie - u.a. vermehrtes Insourcing von Systemintegratoren, Zunahme der Anbieter weltweit, Aufbau von Protektionismus auf dem internationalen Markt (sowohl in Europa wie auch weltweit) wie auch politische Entwicklungen mit negativen Auswirkungen auf den allgemeinen Handel (z.B. Türkei und Russland) - seit dem vergangenen Jahr nicht geändert haben. Eine stabile Investitionstätigkeit im Zuge des europäischen "Green Deals" sowie die verstärkte Bedeutung nachhaltiger Entwicklung, welche auch in der Corporate Sustainable Development Reporting Directive zum Ausdruck kommen, geben aber auch Anlass zu weiterem Optimismus.

Auch die Liquiditätslage hat sich 2023 weiter verbessert. Neben der gesunkenen Mittelbindung im Vorratsvermögen und den relativ geringen Investitionen 2023 ist ein Grund, dass die Abgrenzung von Risiken in den vergangenen Perioden dazu geführt hat, dass Mittel im Konzern verblieben, welche für bisher noch in Klärung befindliche Risiken vorgesehen sind.

Durch den im Januar 2014 erfolgten Beitritt des Konzerns in die Kreditverträge der Bonatrans Group a.s., die im Oktober 2022 nochmals insgesamt überarbeitet und bestätigt wurden, steht der Gruppe künftig weiterhin ein solider Finanzrahmen zur Verfügung.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Risikomanagement

Zur Identifikation möglicher Chancen und Risiken bedient sich der Konzern einer strategischen Konzernplanung, eines internen monatlichen Berichtswesens und regelmäßiger Treffen mit der Gesellschafterin zur Erörterung wesentlicher Veränderungen oder neuer strategischer Ziele. Die strategische Planung deckt die Umsatz-, Rentabilitäts- und Liquiditätsentwicklung für einen Zeitraum von fünf Jahren ab und wurde 2023 durchgeführt. Sie sieht stabile Umsatz- und Ergebniszahlen vor, mit einem zunächst deutlich steigenden Anteil an Original Equipment Geschäft. Die operative Planung setzt Ziele für das jeweils folgende Geschäftsjahr. Die Geschäftsentwicklung wird sorgfältig im Rahmen einer monatlichen Berichterstattung analysiert. Zentrale Messgröße ist das Jahresergebnis, angepasst um konsolidierungsbedingte Abschreibungen sowie damit verbundene latente Steuern. (Net Profit). Monatlich werden die Abweichungen zur Planung in Business Reviews erörtert, um möglichen negativen Entwicklungen frühzeitig entgegenwirken zu können.

Im Rahmen von Compliance Anforderungen der Gesellschafter der Bonatrans Gruppe wurde beschlossen zur weiteren Risikoabsicherung einen zweiten Geschäftsführer der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH zu bestellen. Die entsprechende Person stieg auch in die Geschäftsführung der Bonatrans Group GmbH ein. Dies erfolgte zum 03.07.2023.

Sofern sich rechtliche Risiken auf vergangene Sachverhalte beziehen, werden erforderliche Rückstellungen gebildet und deren Angemessenheit in regelmäßigen Abständen überprüft. Mögliche Risiken aus dem Steuer- und Wettbewerbsrecht werden mit einer umfassenden rechtlichen Beratung abgesichert. Für mögliche Schadensfälle sind Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass finanzielle Risiken begrenzt sind. Der Versicherungsschutz wird laufend überprüft und falls notwendig angepasst. Im Jahresabschuss hat der Konzern insgesamt Mio. EUR 6,8 an Garantierückstellungen für Einzelfälle und Mio. EUR 2,8 für Risiken aus schwebenden Geschäften abgegrenzt.

Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken und nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt. Im Berichtsjahr waren keine Finanzinstrumente bei der Bonatrans Gruppe eingesetzt.

Der Lagerbestand wird regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft. Zu nicht mehr marktgerechten Preisen eingekaufte Produkte mit bzw. Waren mit geringer Gängigkeit werden systematisch abgewertet. Zum Jahresende 2023 beliefen sich die entsprechenden Wertberichtigungen auf Mio. EUR 1,5.

Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsrisiko ist durch die Einbindung des Konzerns in die Bankverträge der BTG abgesichert. Bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen können hier revolvierende Kredite ("Revolver") abgerufen werden. Die regelmäßig aktualisierte Liquiditätsplanung hat eine Genauigkeit erreicht, dass auch mittelfristige Engpässe antizipiert werden. Nach gegenwärtiger Vorschau wird eine Mittelaufnahme aber in 2024 nicht notwendig werden.

Delkredererisiko: Zur Begrenzung des Delkredererisikos hat die Gruppe 2023 eine Warenkreditversicherung abgeschlossen. Es wurden Tools eingeführt, welche es ermöglichen, ein für einen Kunden benötigtes Kreditlimit auf den vorgesehenen Lieferplan abzustimmen. Wo kein ausreichendes Kreditlimit zu bekommen ist, werden entweder alternative Zahlungsmöglichkeiten wie Vorkasse mit dem Abnehmer besprochen oder ein internes Limit eingerichtet. Hier sind die guten Branchenkenntnisse des Managements und Informationen von Auskunfteien entscheidend, um ihre finanzielle Leistungskraft zu beurteilen und einen entsprechenden Rahmen festzulegen, innerhalb dessen eine Belieferung erfolgen kann. Die Außenstände werden gemäß ihrer Fristigkeit wöchentlich an die Geschäftsführung berichtet. Wird das Kreditlimit überschritten bzw. überschreiten die Außenstände zeitlich oder bezüglich ihres Volumens einen definierten Schwellenwert, so wird der Kunde zur Anlage weiterer Aufträge bzw. zur Auslieferung gesperrt und an die Kreditversicherung gemeldet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Aufträge mit Bankakkreditiven abgewickelt, jedoch wird diese Möglichkeit den Kunden weiterhin proaktiv angeboten. Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem tschechischen Mutterunternehmen bei der Freigabe von Warenlieferungen an Kunden mit auffälligem Zahlverhalten. Im Jahr 2023 war trotz eines generell schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes keine Insolvenz im Kundenkreis zu verzeichnen. Wie bereits im Vorjahr war 2023 nur ein Abnehmer über ein kundenspezifisches Programm zum Forderungsverkauf ("Reverse Factoring", in Kombination mit dem sog. EPTA-Programm des Kunden zur Zahlungszielverlängerung) hierüber abgesichert.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Absatzmarkt: Eine Studie der Unternehmensberatung Ronald Berger aus dem Jahr 2022 geht bezüglich des Marktes für Straßenbahnen (Light Rail Vehicles) für den Zeitraum bis 2027 von einem durchschnittlichen Wachstum von 3,3 % auf dem zugänglichen Markt aus. In Westeuropa wird für den gesamten Bahnzuliefermarkt mit einem jährlichen Wachstum von 3,8 %, in Osteuropa von 6,7 % antizipiert. Der Verband der Verkehrsunternehmen VdV sieht für Deutschland bis 2030 einen Nachholbedarf von 30 Milliarden Euro an Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und 4,5 Milliarden zusätzlichen Mittelbedarf, um die Kapazitäten im benötigten Maße auszubauen. Über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sollen den Gebietskörperschaften in Deutschland nach bisher 1 Milliarde Euro jährlich ab 2025 2 Milliarden Euro p.a. zur Verfügung gestellt werden. Das Land NRW fördert Investitionen in diesem Bereich bis 2031 ebenfalls mit 1 Milliarden Euro p.a. Zusammen mit den bereits weiter oben genannten Mitteln der EU für die Verkehrswende sollte also eine stabile Nachfrage gegeben sein. Das Hauptrisiko für den Absatz besteht gegenwärtig darin, dass die Entscheidung des Bundeverfassungsgerichtes aus dem November des vergangenen Jahres, dass Gelder aus dem Coronahilfsfonds nicht in den Klimafonds übertragen werden dürfen, die zur Verfügung Stellung der notwendigen Budgets in Frage stellen kann. Auf EU-Ebene bleibt abzuwarten, inwieweit das höhere Zinsniveau die öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren von notwendigen Infrastrukturinvestitionen abhalten wird.

Trotz der insgesamt zufriedenstellenden Nachfragesituation sehen sich einzelne Bahnzulieferer in Schwierigkeiten. So hat in Frankreich die ehemalige Muttergesellschaft der Gruppe, Valdunes, im abgelaufenen Geschäftsjahr sich ins Schutzschirmverfahren begeben. Es steht zu hoffen, dass dies ein erster Schritt zu einer notwendigen Konsolidierung dieses Industriezweiges darstellt. Andere Wettbewerber können allerdings signifikante Erfolge verzeichnen und mit Produktinnovationen auf sich aufmerksam machen. Als Beispiel seien hier die im Januar 2024 von einem Unternehmen vorgestellten digitalen Tools zur Wartungsplanung genannt.

In den Vorjahren hat der Konzern vom Wachstum von Fahrzeugbauern aus Drittstaaten profitiert, bei denen es sich hauptsächlich um mittelständische Unternehmen handelt. Diese verfügen häufig über kein eigenes Engineering und nutzen die diesbezüglichen Kompetenzen der Gruppe. Die beschriebene Engineering-Kompetenz erlaubte es dem Konzern auch, zum exklusiven Partner eines Kunden bei dessen neuer Fahrzeugplattform zu werden. Aus einem weiteren Wachstum dieser Firmen wird die Gruppe entsprechend Nutzen ziehen. So können türkische Kunden infolge der für sie günstigen Wechselkursentwicklung erstmals auch Projekte auf dem westeuropäischen Markt gewinnen. Herausfordernd ist es für die Gruppe aber, hier eine Deckung durch die Warenkreditversicherung zu erhalten.

Die Deutsche Bahn will in den kommenden drei Jahren mehr als 40 Milliarden Euro investieren. Von dem geplanten Investitionsvolumen sollen 12,5 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt kommen. Geplant ist nun, sie infolge des oben genannten Urteils durch Anteilsverkäufe bei Post und Telekom zu realisieren.

Nachdem das Servicegeschäft in den letzten Jahren rapide gewachsen ist und 2023 erstmal ein Niveau von über Mio. EUR 12,0 erreicht hat, werden Chancen hier vor allem in einer Optimierung der Erlöse, der Auftragsselektion und der Fertigungsprozesse gesehen. Ein weiteres Mengenwachstum ist erst geplant, wenn dieser Prozess abgeschlossen ist.

Absatzseitig sieht der Konzern die größten Chancen gegenwärtig auf dem US-amerikanischen Markt, welcher sich im Bereich Straßenbahnen zum größten Markt der Welt entwickelt hat. Das 2021 von der US-Regierung aufgelegte Investitionsprogramm für die öffentliche Infrastruktur (66 Milliarden Euro für Passagier- und Frachtzüge sowie 39 Milliarden Euro für die Modernisierung von Transitsystemen) wurde 2023 um Mio. USD 700 ergänzt, mit denen für den ÖPNV in sechs Städten neue Fahrzeuge beschafft werden sollen. Die hierunter fallende Ausschreibung für Cleveland ist das erste Projekt, welches die Gruppe in den USA für sich gewinnen konnte. Gegenwärtig hat der Konzern ein Angebot für die Beteiligung an der Modernisierung eines weiteren Nahverkehrssystems abgegeben. Um Local Content Anforderungen erfüllen zu können, geht Gruppe davon aus, sich mittelfristig einen Partner für die Fertigung vor Ort suchen zu müssen.

Auch für 2023 wird daher das Risiko eines Preisverfalls durch Importe aus Drittländern als eher gering angesehen. Bei Monobloc Wheels fehlen weiterhin Mengen aus der Ukraine, und bei Fahrzeugen profitiert die Gruppe von der auch wechselkursbedingten Stärke vor allem von Anbietern aus der Türkei. Chinesische Unternehmen konnten von den 2024 umzusetzenden Projekten keines gewinnen. Demgegenüber bleibt Produktpiraterie eine Bedrohung für die Gruppe. Die Produkte des Hauses enthalten häufig einen hohen Anteil an eigenen Ingenieurleistungen, während die darauf liegenden Patente und sonstigen Rechte außerhalb der EU häufig nicht beachtet werden. Ein weiteres Risiko besteht für die Gruppe darin, dass Anbieter wie CAF, welche Fahrzeuge und Fahrwerke integriert herstellen, auf dem europäischen Straßenbahnmarkt an Stärke gewinnen und somit das für Gruppe zugängliche Marktvolumen zurückgeht. Neben diesen Aspekten ist auch der zukünftige Umgang der EU bzgl. der Beaufschlagung von Produkten mit einer CO 2 -Steuer zu beachten. Hier dürften Unternehmen in der Europäischen Union gegenüber Exporteuren aus Nicht-EU-Ländern erheblich benachteiligt werden.

Erlösseitig sieht der Konzern das Risiko, dass sich die Fristeninkongruenz zwischen Erlös- und Beschaffungspreisentwicklung, welche zu den auskömmlichen Margen des Jahres 2023 führte, in 2024 umdreht. So ziehen die Kosten für Schmiedeteile im Zuge der Erzpreishausse seit November wieder an, während der Konzern basierend auf zurückgehenden Preisindices für 2024 Erlöszugeständnisse bei einigen Kunden einräumen musste. Weitere absatzseitige Risiken ergeben sich für den Geschäftsbereich Service aus der Tendenz von OEMs, langfristige Verträge mit Fahrzeug-Betreibern abzuschließen, welche auch eine längerfristige Wartung beinhalten. So ist Siemens in einigen Segmenten zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber geworden. Auch die verstärkten Investitionen der DB in eigene Servicekapazitäten führen im entsprechenden Bereich der Gruppe zu Auftragseinbußen. Die Fusion von Bombardier mit Alstom könnte sich zudem mittelfristig zu einer Bedrohung für das Geschäft der Gruppe entwickeln, da erstgenanntes Unternehmen eigene Fahrwerke baut und anzunehmen ist, dass diese Politik sukzessive für alle Baureihen des neuen Konzerns übernommen wird. Somit ginge der für die Gruppe zugängliche Markt weiter zurück. Ein weiteres Risiko könnte sich aus weiteren Insolvenzen von Privatbahnen nach Abelio 2021 ergeben. Die daraus entstehende zusätzliche Marktmacht der Deutschen Bahn würde Erlösniveau und Marktvolumen negativ beeinflussen.

Risiken aus der politischen Situation wichtiger potentieller Zielmärkte steigen für den Konzern in einer Welt mit wieder aufkeimendem Protektionismus und starkem politischen Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen weiter an. Aus dem Auftragsbestand beziehen sich 11,5 % auf Länder außerhalb der EU, bei denen es in den wirtschaftlichen Beziehungen eher zu Verwerfungen kommen kann. Vor allem eine Handelsblockbildung um die Volksrepublik China könnte hier die wirtschaftlichen Interessen der Gruppe beeinträchtigen. Infolge der starken Stellung des Konzerns bei türkischen Abnehmern stellt der sich 2023 verschärft fortsetzende Werteverfall der türkischen Lira für die Gruppe eine Bedrohung dar, da es diesen Kunden zunehmend schwerfällt, Devisen zur Begleichung ausländischer Rechnungen zu beschaffen. Hier ist aber auch eine Chance zu sehen, da diese Unternehmen infolge des geringen Währungskurses zuletzt erstmals auch in Westeuropa größere Projekte gewinnen konnten. In China werden gegenwärtig ebenfalls keine größeren Opportunitäten außerhalb einzelner Serviceaufträge gesehen, da man dort bestrebt ist, als Reaktion zum Aufbau von Handels- und Investitionsbarrieren der EU den lokalen Bedarf aus eigener Produktion zu decken.

Umso wichtiger ist es, dass der Konzern seine Stärken wie z.B. Flexibilität, Schnelligkeit und Kundenorientierung aufrechterhält bzw. weiter ausbaut. Die Möglichkeit, bedingt durch die definierte Strategie ein Produkt kundenindividuell zuzuschneiden ("Product-Customizing"), wird die Gruppe weiterhin von den großvolumigen Serienfertigern abheben und einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Konzernentwicklung leisten.

Das Risiko durch Cyberkriminalität wird nach Abschluss einer Versicherung und Einrichtung weitgehender Gegenmaßnahmen und Kontrollen 2024 durch die Migration in die Cloud weiter minimiert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden von allen Abteilungen umfangreiche Funktionstests durchgeführt, um einen reibungslosten Übergang in die neue Umgebung zu gewährleisten.

Beschaffungsmarkt: Nach den massiven Turbulenzen des Jahres 2022 beruhigte sich der Beschaffungsmarkt 2023 deutlich, und im zweiten Halbjahr war ein sinkendes Preisniveau zu verzeichnen. Für das neue Geschäftsjahr erwartete die Gruppe zunächst in der Planung ein langsam, im Rahmen der allgemeinen Inflation anziehendes Preisniveau. Dies schien vor dem Hintergrund, dass die Preistreiber Gas und Strom im Wert zurückgingen, zunächst auch plausibel. Die signifikanten Preissprünge auf dem Eisenerzmarkt zum Jahresende stellen diese Einschätzungen aber wieder in Frage. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, bestände für die Gruppe ein nicht unerhebliches Risiko sinkender Margen, weil die Erlöse, wie oben beschrieben, erst auf Basis nachlaufender Indikatoren angehoben werden können.

Ein weiteres Risiko besteht in der Materialverfügbarkeit überhaupt. Ursachen sind häufig nicht nur in fehlendem Rohmaterial zu finden, sondern können an allen Punkten einer komplexen internationalen Lieferkette auftauchen. Nicht selten beziehen sich diese Schwierigkeiten auf von Kunden zur Verfügung gestellte Beistellteile. Häufig entstehen sie auch im Zuge von Produktionsverlagerungen größerer Konzerne aus ihren angestammten Fertigungsstätten. Hier verfügt die Gruppe als mittelständischer Konzern oft auch nicht über die notwendige Marktmacht, um von ihren deutlich größeren Lieferanten prioritär beliefert zu werden. Weiterhin unternimmt die Gruppe Anstrengungen, um das Risiko, welches aus der Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten entsteht, weiter zu reduzieren. Das Risiko wird noch dadurch verschärft, dass vor allem im Bereich der Schmiedeteile Lieferanten in der weiteren Wertschöpfungskette auch Wettbewerbsprodukte herstellen und sogar versuchen, unter Umgehung der Gruppe eigene Produkte direkt an Verbraucher zu aggressiven Preisen abzusetzen. Um dies zu unterbinden, entwickelt die Gruppe hier gegenwärtig proprietäre Einzelteile. Vor diesem Hintergrund ist die Verbreiterung des Lieferantenpools im europäischen Ausland noch einmal besonders bedeutsam. Von erhöhter Bedeutung sind zudem Instrumente, die Fremdvergabe strategisch zu planen und den eigenen Maschinenpark auf die Abarbeitung anspruchsvoller Aufträge zu fokussieren. Dies kann auch zu gezieltem Insourcing führen, wie es im abgelaufenen Geschäftsjahr für Radreifen beschlossen wurde.

Eine weitere Chance besteht in den Vorgaben der 2023 ergangenen Corporate Sustainable Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union. Hiernach werden wirtschaftliche Aktivitäten gemäß ihrer Nachhaltigkeit klassifiziert und Unternehmen verpflichtet, über die Umwelt- und Sozialverträglichkeit ihrer Prozesse und Produkte Bericht zu erstatten. Es wird erwartet, dass sich Firmen, welche keine regelmäßige Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit erreichen können, sich bald erschwerten Finanzierungsbedingungen und zurückhaltendem Kundenverhalten gegenübersehen werden. Der Konzern sieht hierin die Chance, dass die Verkehrswende hin zu umweltverträglicher Mobilität im Wirtschaftsleben eine noch größere Bedeutung erhält. Des Weiteren sieht das Gruppe die Vorgaben der CSRD als Opportunität an, die eigenen Anstrengungen zur Ressourceneinsparung zu kommunizieren und regelmäßig zu verbessern.

Für 2024 hat die Gruppe einen Beschaffungsvertrag für Gas und Strom über die Laufzeit von zwei Jahren abgeschlossen und somit das aus dem volatilen Energiemarkt resultierende Risiko reduziert. Die Preise in diesem Vertrag für das zweitgenannte Produkt liegen allerdings über dem gegenwärtigen Marktniveau. Drohverluste wurden in der Bilanz 2023 entsprechend berücksichtigt. Zudem ist die Anschaffung einer Solanalage vorgesehen, über welche rd. 20 % des Energiebedarfs gedeckt werden können. Das erfolgreiche Energiesparprogramm aus den Vorjahren wird weitergeführt, und bei Neuinvestitionen ist die Energieeffizienz eines Aggregates zu einem wichtigen Entscheidungskriterium geworden.

Personal: Der Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Schritte unternommen, um sich in Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. So wurde die Möglichkeit eines mobilen Arbeitens für einen Tag pro Woche eingeführt. Da dieses Angebot in der Belegschaft auf breite Akzeptanz stieß, soll es 2024 ausgebaut werden. Zudem hat die Gruppe 2023 eine private betriebliche Krankenversicherung für alle Mitarbeiter des Hauses aufgesetzt, welche diesen ein extra Budget für von der Krankenkasse nicht gedeckte ambulante Behandlungen einräumt. Zudem geht die Gruppe davon aus, sich aufgrund der überdurchschnittlichen Bezahlung nach IG Metall Tarif sowie der langfristig angelegten Arbeitsverhältnisse weiterhin als attraktiver Arbeitgeber präsentieren zu können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde ein On-boarding Programm implementiert, um neue Mitarbeiter schnell in den Konzern zu integrieren. Die Verkehrswende hin zu nachhaltiger Mobilität in einem Unternehmen mit kurzen Entscheidungswegen aktiv mitgestalten zu können, ist ein weiterer Pluspunkt der Gruppe in den Augen vieler Bewerber und wichtiger Motivationsfaktor für die Belegschaft. Um talentierte Kräfte perspektivisch an sich zu binden, setzt die Gruppe auf einen weiteren Ausbau der mittel- bzw. langfristigen Personalentwicklung sowie einer gezielten Ausbildung des eigenen Nachwuchses. Ein erfolgreiches Instrument hierfür sind die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und die Vergabe von Stipendien, um talentierte Studenten frühzeitig an den Konzern zu binden und aktuelles Wissen aus der Wissenschaft nutzen zu können. Gegenwärtig übernehmen Werksstudenten und Stipendiaten bei der Gruppe verantwortungsvolle Aufgaben, z.B. im Management, bei der Modernisierung der Software und der IT-Infrastruktur der Gruppe.

Existenzgefährdende Risiken sind weder im Bereich des externen Umfeldes noch im Bereich der internen betrieblichen Funktionsbereiche zu erkennen.

3. Voraussichtliche Entwicklung

Für das Geschäftsjahr 2024plant die Geschäftsführung einen im Vergleich zum vergangenen Kalenderjahr 2023 etwas geringeren Umsatz bei leicht sinkendem operativem und bilanziellem Ergebnis. Der Anteil des Planumsatzes, welcher für das gerade begonnene Geschäftsjahr schon im Auftragsbestand abgesichert ist, liegt etwas unter dem Vergleichswert 2023. Zwar ist die Nachfrage im Zuge von Modernisierungsbedarf im öffentlichen Nahverkehr und der EU-weit angestrebten Verkehrswende weiterhin solide. Allerdings enthält der Auftragsbestand für das laufende Jahr einen geringeren Anteil für das ertragreichere After Market Geschäft als noch im Vorjahr. Das erwartete Zusatzgeschäft mit den Systemhäusern stellt erhöhte Anforderungen an die Produktivität und die Logistikprozesse des Konzerns. In diesem Segment wird für 2024 der höchste Umsatz in der Unternehmensgeschichte geplant. Zudem sah sich die Gruppe gezwungen, Preissenkungen auf Lieferantenseite aus 2023 an Kunden für Neubestellungen weiterzugeben, so dass auch 2023 mit etwas geringfügigeren Margen zu rechnen ist.

Auf der Einkaufsseite ist 2024 mit keiner größeren Veränderung zu rechnen. Insgesamt geht der Konzern von einem Anstieg von rd. 2 % aus, wobei gemäß Planung aber Energie- und Legierungszuschläge verglichen mit dem Jahresschnitt 2023 sinken werden. Die jüngste Entwicklung der Erzpreise deutet aber darauf hin, dass die Beschaffungskosten auch einer deutlich größeren Dynamik unterliegen könnten. Insgesamt ist also nicht davon auszugehen, dass die Entwicklung von anziehenden Verkaufserlösen und zurückgehenden Beschaffungspreisen, wie sie 2023 zu verzeichnen war, sich so fortsetzt.

Der Investitionsschwerpunkt 2024 liegt in der Anschaffung einer neuen Bearbeitungsmaschine für Radkörper, für welche 2023 bereits eine Anzahlung geleistet wurde. Zudem wird die Grundlage für eine neue Lackieranlage für Räder gelegt. Während das erste Projekt notwendig ist, um das hohe Volumen an zuletzt akquirierten Original Equipment Aufträgen effizient abzuarbeiten, ist die zweitgenannte Investition ein Zeichen des Commitments der Gruppe zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen und höchste Umweltstandards in der Fertigung zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund investiert die Gruppe zudem in eine Solanalage, welche mittelfristig rd. 20 % des eigenen Energiebardarf decken kann. Das gesamte Investitionsvolumen für das nächste Geschäftsjahr beläuft sich auf Mio. EUR 4,0. Es ist Teil der 2023 verabschiedeten Werksrahmenplanung, welche die Fertigungskapazitäten in Oberhausen langfristig weiterentwickelt.

Zusammenfassend erwartet der Konzern für das kommende Jahr bei preisbedingt und infolge eines sich normalisierenden After Market Geschäftes, einen zwar etwas sinkenden, aber noch immer oberhalb des langfristigen Trends liegenden Net Profit erzielen zu können. Die Investitionen liegen, geprägt von Leitmotiven Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung, oberhalb der Abschreibungen.

Zum aktuellen Zeitpunkt ergeben sich in Anbetracht der gegenwärtigen Margenentwicklung und des zufriedenstellenden Auftragseingangs in den ersten Wochen 2024, keine substantiellen Hinweise, welche das Erreichen der ursprünglichen Umsatz-Planung in Zweifel ziehen könnten.

Disclaimer

Der Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich von den Erwartungen hinsichtlich der voraussichtlichen Entwicklung abweichen, wenn eine der genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen.

 

Oberhausen, den 21. März 2024

Patrick Keppler, Geschäftsführer

Jakub Weimann, Geschäftsführer

Robert Vancata, Geschäftsführer

Oliver Becker, Geschäftsführer

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
TEUR
TEUR 31.12.2022
TEUR
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegestände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 9.192 10.726
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 142 285
3. Geschäfts- oder Firmenwert 23.682 27.629
4. Geleistete Anzahlungen - 33.016 - 38.640
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.952 9.117
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.899 5.937
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.140 2.047
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.076 19.067 2.305 19.406
52.083 58.046
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 10.195 11.253
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 10.996 12.448
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 2.033 1.904
4. Geleistete Anzahlungen 197 23.421 224 25.829
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.063 14.178
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen - 5
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht - -
4. Sonstige Vermögensgegenstände 1.079 13.142 587 14.770
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 13.582 4.518
50.145 45.117
C. Rechnungsabgrenzungsposten 351 119
102.579 103.282

Passiva

31.12.2023
TEUR
TEUR 31.12.2022
TEUR
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25 25
II. Kapitalrücklage 44.422 44.422
III. Verlustvortrag -36.693 -32.980
IV. Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 86 -3.713
7.840 7.754
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 24.097 24.005
2. Steuerrückstellungen 2.654 1.739
3. Sonstige Rückstellungen. 19.263 14.017
46.014 39.761
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 654 1.130
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.960 2.495
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 45.638 51.621
4. Sonstige Verbindlichkeiten 473 521
davon aus Steuern 275 277
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 1 1
48.725 55.767
102.579 103.282

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

01.01.2023 - 31.12.2023 01.01.2022 - 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 115.583 103.436
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -1.323 2.397
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.692 724
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 52.752 52.170
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 12.563 65.315 11.813 63.983
5. Personalaufwand:
a) Löhne und Gehälter 21.980 20.423
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.224 26.204 6.292 26.715
davon für Altersversorgung 474 2.645
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 8.375 8.695
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten - 8.375 - 8.695
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 7.421 5.680
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge, 5 1
davon aus verbundenen Unternehmen
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen, 3.644 2.637
davon an verbundene Unternehmen 2.999 1.676
10. Einkommen/Ertragsteuern 4.766 2.153
davon latente Steuer - -1.039
11. Ergebnis nach Steuern 232 -3.305
12. Sonstige Steuern 146 408
13. Konzernjahresüberschuss/- fehlbetrag 86 -3.713

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

(1) Allgemeine Angaben

Die Bonatrans Group GmbH mit Sitz in Oberhausen, wird beim Amtsgericht Duisburg unter der Handelsregisternummer HRB 26681 geführt.

Als Mutterunternehmen stellt die Bonatrans Group GmbH, Oberhausen, für das Geschäftsjahr 2023 einen Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 auf. Dieser Abschluss ist nach § 264 HGB in Verbindung mit den Konzernrechnungslegungsvorschriften der §§ 290 ff HGB unter Berücksichtigung der für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften erstellt.

Der Konzernabschluss der Bonatrans Group GmbH wird beim Unternehmensregister elektronisch eingereicht und bekannt gemacht.

Für die Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird das Gliederungsschema des Gesamtkostenverfahrens zugrunde gelegt.

Wir haben im Interesse der Klarheit der Darstellung einzelne Posten der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung soweit erforderlich im Konzernanhang erläutert.

Alle Wertangaben erfolgen in TEUR.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft alle Tochterunternehmen einbezogen, bei denen Bonatrans Group GmbH unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht.

Einbezogene Unternehmen: Anteil am Kapital
in %
Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen 100%

(3) Konsolidierungsmethoden

Der Abschluss der einbezogenen Tochtergesellschaft wurde zum Bilanzstichtag der Muttergesellschaft und nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Tochtergesellschaft Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen, wurde zu 100 % mit Wirkung zum 1. Januar 2014 erworben.

Sie wird nach der Neubewertungsmethode kapitalkonsolidiert. Hierbei werden auch eventuell auf Minderheitsgesellschafter entfallende stille Reserven mit aufgedeckt, auf die betreffenden Vermögensgegenstände verteilt und abgeschrieben. Verbleibende Restbeträge werden als Firmenwert angesetzt und ebenfalls abgeschrieben. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften sind eliminiert.

(4) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen sind einheitlich nach den folgenden Grundsätzen bilanziert und bewertet worden.

Entgeltlich erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände sowie die aus der Kapitalkonsolidierung entstandenen Firmenwerte sind zu Anschaffungskosten aktiviert und werden planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer, die für Firmenwerte 16 Jahre und ansonsten 3-16 Jahre beträgt, abgeschrieben. Die betriebliche Nutzungsdauer von Firmenwerten basiert auf einer Einschätzung der Ertragsrückflüsse auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- und Firmenwerte, im Wesentlichen des Kundenstamms, im Erwerbszeitpunkt und der langjährigen Auftragsbeziehungen. Zum Geschäftsjahresende wurde die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 23.682 sowie der aufgedeckten stillen Reserven überprüft. Zu diesem Zweck wurden Ertragswertberechnungen nach der Discounted Cash Flow-Methode erstellt. Diese basieren auf den Planzahlen für die folgenden vier Geschäftsjahre. Bei den Berechnungen wurde ein Diskontierungsfaktor von 9,2 % verwendet. Die im Ertragswert enthaltene ewige Rente wurde mit einem Wachstumsfaktor von 2,2% kalkuliert. Anhaltspunkte, die zu einer geänderten Einschätzung der Werthaltigkeit oder der Nutzungsdauer geführt hätten, sind im Geschäftsjahr nicht eingetreten.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Abnutzbare Gegenstände werden planmäßig abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Dabei werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Gebäude 10 bis 33 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 21 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre

Im Rahmen der Neubewertung des Anlagevermögens der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH wurden für den Konzernabschluss teilweise unter diesen Werten liegende Nutzungsdauern bei gebrauchten Vermögensgegenständen festgelegt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 250,00 gehen ab dem 1. Januar 2018 gemäß §6 Abs. 2 EStG voll in den Aufwand ein. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 werden im Zugangsjahr als GwG-Pool aktiviert und über fünf Jahre linear abgeschrieben. Ab dem 01.01.2023 werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von EUR 250,00 bis EUR 800,00 im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben.

In den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit den Anschaffungs- oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten werden dabei nach der gewogenen Durchschnittsmethode ermittelt. Soweit erforderlich, werden Abschreibungen für Verwertungsrisiken vorgenommen.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Fremdkapitalzinsen werden nicht berücksichtigt. Die Erzeugnisse werden verlustfrei nach den Verhältnissen am Absatzmarkt bewertet.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden mit ihrem Nominalbetrag angesetzt. Wie in den Vorjahren wurde auch im Geschäftsjahr 2023 keine Pauschalwertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos gebildet, da in der Vergangenheit keine wesentlichen Zahlungsausfälle eingetreten sind. Einzelwertberichtigungen werden gebildet, wenn sich diesbezügliche Risiken erkennen lassen. Zum Stichtag 31.12.2023 wurde eine Einzelwertberichtigung in Höhe von TEUR 236 gebildet (i. Vj. TEUR 161). Die sonstigen Vermögensgegenstände sowie die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit den Nominalwerten bzw. Anschaffungskosten aktiviert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand in Folgejahren darstellen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gebildet. Als Bewertungsmethode wurde das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) verwendet. Die Berücksichtigung von biometrischen Wahrscheinlichkeiten erfolgte auf Basis der Richttafeln 2018G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Inventurstichtag der Pensionsverpflichtungen ist der 30. September 2023. Der Berechnung werden erwartete Gehalts- und Rententrends von 3,00 % bzw. 2,20 % (i. Vj. 3,00 % bzw. 2,20 %) zugrunde gelegt. Die Restlaufzeit der Pensionsverpflichtungen wird pauschal mit 15 Jahren angesetzt.

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 weist die Gruppe die Pensionsrückstellungen - wie bereits im Vorjahr - unter Zugrundelegung des Zehn-Jahresdurchschnitts-Zinssatzes aus. Dieser wurde mit 1,83 % prognostiziert. Die Abweichung zu dem von der Deutschen Bundesbank für Dezember 2023 veröffentlichte Satz (1,82%) führte zu keinen wesentlichen Abweichungen. Auf Basis des Sieben-Jahresdurchschnitts-Zinssatzes (1,75 %) wären die Pensionsrückstellungen EUR 358.682 höher anzusetzen. Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2023 wurde das Renteneintrittsalter gemäß gesetzlichem Renteneintrittsalter angesetzt, (derzeit sukzessive ansteigend auf 67 Jahre), da dies auch den tatsächlichen Verhältnissen bei der Gruppe entspricht.

Die Steuerrückstellungen zum 31.12.2023 betreffen Steuern aus Einkommen sowie einen noch ausstehenden Bescheid für die Zahlung von Grunderwerbsteuer.

Rückstellungen werden grundsätzlich mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung zu erwartender Kostensteigerungen angesetzt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden abgezinst. Die Rechnungszinssätze richten sich nach den Vorschriften des §253 Abs. 2 HGB und werden von der Deutschen Bundesbank vorgegeben.

Zur Abdeckung der allgemeinen Risiken aus Gewährleistungsfällen, für die keine Einzelvorsorge getroffen wurde, bildet die Gruppe eine pauschale Gewährleistungsrückstellung. Diese Rückstellung basiert auf den durchschnittlichen, nicht durch eine Individualvorsorge abgedeckten, jährlichen Gewährleistungsaufwendungen.

Die Rückstellung für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen umfasst die Entgeltkürzungen für die Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter, die während der Arbeitsphase monatlich einbehalten und in der Freistellungsphase monatlich ausgezahlt werden. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 sind drei Mitarbeiter in der Arbeitsphase und ein Mitarbeiter ist in der Freistellungsphase. Die Bewertung der Rückstellung für die Altersteilzeit-Entgeltkürzung errechnet sich aus dem Barwert der monatlichen Kürzungen, die sich seit Beginn der Arbeitsphase aufgebaut haben. Darüber hinaus sind die künftigen Aufstockungsleistungen und eventuelle Abfindungsverpflichtungen aus den Altersteilzeitverträgen zurückzustellen. Diese werden in voller Höhe zurückgestellt und mit dem Barwert bewertet. Ab Beginn der Arbeitsphase wird die Rückstellung durch die monatlich gezahlten Aufstockungsleistungen in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag wird der Barwert der verbleibenden Gesamtrückstellung (TEUR 357) für Altersteilzeit neu errechnet. Sofern für die Altersteilzeitverpflichtung ein Deckungsvermögen (TEUR 137) vorhanden ist, wird es mit der Rückstellung saldiert ausgewiesen.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschluss-Stichtag bewertet. Gewinne und Verluste aus Kursänderungen finden ergebniswirksame Berücksichtigung. Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von größer als einem Jahr werden mit den Anschaffungskosten bewertet. Führt der Stichtagskurs zu einer Wertminderung einer Forderung oder zu einer Erhöhung einer Verbindlichkeit, wird diese Wertänderung ergebniswirksam erfasst.

Latente Steuern entstehen auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Es ergeben sich aufgrund der handelsrechtlich und steuerrechtlich abweichenden Wertansätze passive latente Steuern im Anlagevermögen sowie aktive latente Steuern in den Vorräten und im Rückstellungsbereich. Für Zwecke der Bewertung der abzugrenzenden Steuern wird auf den unternehmensindividuellen Steuersatz abgestellt, der voraussichtlich im Zeitpunkt der Umkehrung der zeitlichen Differenz Gültigkeit hat. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 36 % für die Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde. Ergibt sich zum Stichtag im Saldo insgesamt eine Steuerbelastung werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. Zum Stichtag 31.12.2023 errechnet sich im Saldo eine Steuerforderung, die aufgrund des Aktivierungswahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB in Verbindung mit § 298 HGB nicht in der Bilanz angesetzt wird.

Erläuterungen zur Bilanz

(5) Entwicklung des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Die Zugänge im Bereich Anlagevermögen betragen TEUR 2.516 und betreffen erworbene Software-Lizenzen (TEUR 6), Grundstücke und Gebäude (TEUR 782), technische Anlagen und Maschinen (TEUR 171), sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 481) und insbesondere geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von TEUR 1.076, wovon allein TEUR 896 auf die Anschaffung einer Vertikaldrehmaschine entfallen.

(6) Forderungen und Rechnungsabgrenzungsposten

Die Forderungen insgesamt sind unverändert zum Vorjahr kurzfristiger Natur.

Zum Stichtag bestanden Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 0 (i. Vj. TEUR 5).

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand in Folgejahren darstellen. Zum Stichtag 31.12.2023 wurden TEUR 327 Rechnungsabgrenzungsposten für im Voraus bezahlte Software-Wartungskosten gebildet (i. Vj. TEUR 46) sowie TEUR 24 für im Voraus bezahlten Gebühren (i. Vj. TEUR 0).

(7) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand beträgt zum Stichtag TEUR 1 (i. Vj. TEUR 1). Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich zum Jahresende auf TEUR 13.581 (i. Vj. TEUR 4.581).

(8) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt zum Stichtag unverändert TEUR 25 und ist vollständig eingezahlt.

Die Kapitalrücklage beläuft sich zum Stichtag auf 44.422 (i. Vj. TEUR 44.422). Auch dieser Betrag ist vollständig eingezahlt.

(9) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalverpflichtungen in Höhe von TEUR 4.433 (i. Vj. TEUR 3.245), für Verpflichtungen für Garantien und Gewährleistungen in Höhe von TEUR 7.019 (i. Vj. TEUR 7.576), für ausstehende Lieferantenrechnungen für Dienstleistungen und Waren in Höhe von TEUR 2.516 (i. Vj. TEUR 1.486), für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe von TEUR 2.839 (i. Vj. TEUR 633) und für ausstehende Verpflichtungen aus Liefergeschäften in Höhe von TEUR 1.597 (i. Vj. TEUR 792).

Zur Besicherung der Entgeltkürzungen im Rahmen von Altersteilzeit sind zum Bilanzstichtag TEUR 137 (i. Vj. TEUR 56) auf ein Konto einer Treuhand-Versicherung überwiesen worden. Diese Mittel sind zugunsten der betroffenen Mitarbeiter verpfändet. Abgesichert ist der Erfüllungsrückstand, also die gekürzten Entgelte, inklusive darauf entfallender Aufstockungsleistungen, nicht jedoch die Aufstockungsleistungen in der Zukunft.

Das Deckungsvermögen wurde mit der Altersteilzeitrückstellung in Höhe von TEUR 357 verrechnet. Dem Zeitwert von TEUR 137 stehen Anschaffungskosten von TEUR 138 gegenüber. Aus dem Deckungsvermögen entstand ein Verlust von TEUR 1, der mit den Aufwendungen aus der Rückstellungszuführung verrechnet wurde.

(10) Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 55.767 (i. Vj. TEUR 58.410) setzen sich bezüglich ihrer Fristigkeit wie folgt zusammen:

31.12.2023 31.12.2022
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 1 Jahr
TEUR
davon mehr als 5 Jahre
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 1 Jahr
TEUR
davon mehr als 5 Jahre
TEUR
Erhaltene Anzahlungen 654 0 0 1.130 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.960 0 0 2.495 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 172 45.466 45.466 51.621 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 473 0 0 521 0 0
--davon aus Steuern-- 275 0 0 277 0 0
48.725 0 0 55.767 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 45.638 (i. Vj. TEUR 51.621) betreffen in voller Höhe die Gesellschafterin des Mutterunternehmens Bonatrans Group a.s., Bohumín/ Tschechische Republik, davon resultieren TEUR 171 (i. Vj. TEUR 353) aus Liefer- und Leistungsbeziehungen. Die übrigen Verbindlichkeiten stammen aus Finanzbeziehungen.

(11) Passive latente Steuern

Aufgrund der handelsrechtlich und steuerrechtlich abweichenden Wertansätze ergeben sich passive latente Steuern im Anlagevermögen sowie aktive latente Steuern in den Vorräten und im Rückstellungsbereich. Zum aktuellen Stichtag 31.12.2023 ergibt sich - wie auch schon im Vorjahr - ein Aktivüberhang bei den latenten Steuern. Dieser wird aufgrund des Aktivierungswahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB in Verbindung mit § 298 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(12) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse von insgesamt TEUR 115.583 (darin enthalten Kundenskonti und -boni in Höhe von TEUR 495) setzen sich wie folgt zusammen:

Auf das Stammgeschäft mit Radsätzen und Fahrwerkskomponenten sowie damit verwandte Produkte und Tätigkeiten entfallen im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 115.533 (i. Vj. TEUR 103.416). Darüber hinaus stammen zusätzliche Erlöse in Höhe von TEUR 50 (i. Vj TEUR 20) aus Nebentätigkeiten, die - wie auch im Vorjahr - ausschließlich im Inland erzielt wurden.

Die Umsatzerlöse aus dem Stammgeschäft der Gruppe gliedern sich geographisch wie folgt:

2023
TEUR
2022
TEUR
Inland 48.446 42.454
EU 42.672 43.684
Übriges Ausland 24.415 17.278
115.533 103.416

Gegliedert nach Geschäftsfeldern ergibt sich folgende Entwicklung:

2023
TEUR
2022
TEUR
Erstausrüstung (Original-Equipment) 40.592 37.158
Folgegeschäft (After-Market) 74.941 66.258
115.533 103.416

(13) Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

Im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.421 (i. Vj. TEUR 5.680) sind Vertriebsaufwendungen für Fracht, Provisionen und Pönalen enthalten sowie Mietaufwendungen, Reise- und Bewirtungskosten, IT-Wartung und Bürokommunikation, Aufwendungen für Versicherungen, Aufwendungen für Abfallentsorgung, Gebühren, Beiträge, Spenden, Consulting, Beratung und Dienstleistungen.

Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung betragen TEUR 0,0 (i. Vj. TEUR 0,0).

Die Sonstigen betrieblichen Erträge enthalten neben Erträgen aus Sachbezugsversteuerung und Leistungsverrechnungen insbesondere periodenfremde Erträge wie im folgenden Punkt erläutert.

Die Erträge aus der Währungsumrechnung belaufen sich auf TEUR 38 (i. Vj. TEUR 15).

(14) Periodenfremde Aufwendungen und Erträge

Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2023 nicht mehr benötigte Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.164 (i. Vj. TEUR 581) aufgelöst. Die Rückstellungsauflösungen erfolgten zugunsten der sonstigen betrieblichen Erträge.

(15) Zinsaufwendungen und Zinserträge

Von den Zinsaufwendungen entfallen TEUR 2.999 (i. Vj. TEUR 1.676) auf verbundene Unternehmen der JCK-Gruppe.

In den Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 213 (i. Vj. TEUR799) enthalten.

Zinserträge in Höhe von TEUR 5 (i. Vj. TEUR 1) wurden im Rahmen der Rückdeckung von Altersteilzeitverpflichtungen erzielt.

Sonstige Angaben

(16) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Muttergesellschaft Bonatrans Group GmbH mit Sitz in Oberhausen, ist zu 100 % eine Tochtergesellschaft der Bonatrans Group a.s. mit Sitz in Bohumín, Tschechische Republik.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der Gutehoffungshütte Radsatz durch die Bonatrans Group GmbH sind beide Unternehmen im Januar 2014 einer Kreditvereinbarung beigetreten, die seither mehrmals angepasst und im Berichtsjahr durch neue Vereinbarungen abgelöst wurde: Am 21. Oktober 2022 haben die Vertragsparteien das nunmehr jetzt geltende "Term and Revolving Facilities Agreement dated 21. October 2022" unterzeichnet.

Vertragsparteien sind Bonatrans Group a.s. und Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH als Darlehensnehmer, Bonatrans Group GmbH als Garant und ein Bankenkonsortium unter der Führung der Ceskoslovenská obchodní banka a.s. (CSOB) als Darlehensgeber.

Oben genannten Kreditverbindlichkeiten sind - unabhängig vom tatsächlichen Darlehensnehmer - durch folgende Vermögenswerte der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH bzw. der Bonatrans Group GmbH zugunsten der Darlehensgeber wie folgt besichert:

Grundschuldbestellung für Grundstücke mit den Gebäuden

Sicherungsübereignung von beweglichem Anlagevermögen und Vorratsvermögen

Sicherungsabtretung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Versicherungen und sonstigen Forderungen

Verpfändung der Bankguthaben bei der Deutschen Bank und bei der CSOB

Der Kredit dient mittelbar der Finanzierung des Erwerbs der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen.

Das Risiko der Inanspruchnahme aus diesem Haftungsverhältnis wird aufgrund der erwarteten Ergebnisse und Zahlungsmittelzuflüsse der Gesellschaften als unwahrscheinlich eingeschätzt. Die Unternehmensgruppe erfüllt die vertraglich festgelegten Covenant-Kriterien der Banken.

Zum 31. Dezember 2023 bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß §285 Nr. 3 HGB aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen in folgender Höhe:

Verpflichtung aus Mietverträgen
TEUR
Verpflichtung aus Leasingverträgen
TEUR
Verpflichtung gesamt
TEUR
2023 123 233 356
2024 108 157 265
2025 108 91 199
2026 54 68 122
2027 0 9 9
2028-2032 0 0 0
393 558 951

Das Bestellobligo aus Investitionen beläuft sich auf TEUR 976 (i. Vj. TEUR 1.113).

(17) Außerbilanzielle Geschäfte

Die Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH gewährt einem Großkunden eine vergütete Zahlungszielverlängerung und verbindet dies mit einer Finanzierung durch Factoring. Wesentliche Risiken sind mit dem Forderungsverkauf nicht verbunden.

Zum 31.12.2023 sind alle im Factoring abgetretenen Forderungen bezahlt.

(18) Anzahl der Beschäftigten

Die Zahl der durchschnittlichen Beschäftigten betrug im Geschäftsjahr 2023:

Anzahl
Mitarbeiter in der Produktion 207
Mitarbeiter im überbetrieblichen Bereich 77
Auszubildende 7
291

(19) Mitglieder der Geschäftsführung im Geschäftsjahr

Der Geschäftsführung der Bonatrans Group GmbH, Oberhausen, gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Patrick Keppler, Düsseldorf, Geschäftsführer der Gutehoffungshütte Radsatz GmbH

Herr Jakub Weimann, Ostrava/Tschechische Republik, Geschäftsführer der Bonatrans Group a.s., Bohumin/ Tschechische Republik

Herr Robert Vancata, Prag/Tschechische Republik, Berater der Geschäftsführung, Bonatrans Group a.s., Bohumin/ Tschechische Republik

Herr Oliver Becker, Düsseldorf, Geschäftsführer der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH (ab 01.07.2023)

Von der Unterlassung von Angaben wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht, da im Geschäftsjahr nur zwei Geschäftsführer Bezüge von der Gruppe erhalten haben.

(20) Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beläuft sich auf TEUR 143 und betrifft mit TEUR 72 Abschlussprüfungsleistungen, mit TEUR 1 Rechtsberatung und mit TEUR 81 Steuerberatungsleistungen.

(21) Geschäfte mit nahestehenden Personen

Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden natürlichen Personen wurden nicht getätigt. Geschäfte mit nahestehenden juristischen Personen wurden nur mit Gesellschaften getätigt, die als verbundene Unternehmen zu 100 % der Konzernmutter gehören.

(22) Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich seit dem Stichtag 31.12.2023 nicht ergeben.

(23) Konzernverhältnisse

Die Anteile an der Bonatrans Group GmbH werden zum Stichtag 31. Dezember 2023 zu 100% von der Bonatrans Group a.s. mit Sitz in Bohumín/ Tschechische Republik gehalten. Oberstes Mutterunternehmen ist die JCK Group P.L.C., Valletta, Malta (größter Konsolidierungskreis). Der Konzernabschluss der JCK Group P.L.C. wird im elektronischen Unternehmensregister von Malta veröffentlicht.

(24) Angaben gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die Tochtergesellschaft Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH, Oberhausen, macht für das Geschäftsjahr 2023 von den Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Offenlegungspflichten Gebrauch.

 

Oberhausen, den 21.03.2024

Bonatrans Group GmbH

Patrick Keppler, Geschäftsführer

Jakub Weimann, Geschäftsführer

Robert Vancata, Geschäftsführer

Oliver Becker, Geschäftsführer

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2023
TEUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegestände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 30.374 - - - 30.374
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.112 6 - - 2.118
3. Geschäfts- oder Firmenwert 63.152 - - - 63.152
95.638 6 - - 95.644
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.290 782 1.483 - 15.555
2. Technische Anlagen und Maschinen 19.415 171 567 1 20.152
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.447 481 156 175 5.909
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.305 1.076 -2.206 99 1.076
40.457 2.510 - 275 42.692
136.095 2.516 - 275 138.336
Kummulierte Abschreibungen
01.01.2023
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2023
TEUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegestände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 19.648 1.534 - - 21.182
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.827 149 - - 1.976
3. Geschäfts- oder Firmenwert 35.523 3.947 - - 39.470
56.998 5.630 - - 62.628
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.173 430 - - 4.603
2. Technische Anlagen und Maschinen 13.478 1.776 - 1 15.253
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.400 539 - 170 3.769
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
21.051 2.745 - 171 23.625
78.049 8.375 - 171 86.253
Buchwerte
31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegestände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 9.192 10.726
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 142 285
3. Geschäfts- oder Firmenwert 23.682 27.629
33.016 38.640
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.952 9.117
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.899 5.937
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.140 2.047
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.076 2.305
19.067 19.406
52.083 58.046

Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
TEUR
2022
TEUR
Periodenergebnis 86 -3.713
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 8.375 8.695
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 4.810 4.555
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 73 77
Zu-/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.731 -6.552
Zu-/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.246 683
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 104 3
Zinsaufwendungen/Zinserträge 3.644 2.636
Ertragssteueraufwand/-ertrag 4.766 2.153
Ertragssteuerzahlungen -3.581 -2.072
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.762 6.465
Einzahlungen aus den Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -6 -108
Einzahlungen aus den Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -2.510 -3.007
Erhaltene Zinsen - -
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -2.516 -3.115
Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -8.800 -5.000
Gezahlte Zinsen -382 -163
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -9.182 -5.163
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 9.064 -1.813
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 4.518 6.331
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 13.582 4.518
Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand im Unternehmen (TEUR 1; i. Vj. TEUR 1) und den Kontokorrentguthaben bei Banken (TEUR 13.581; i. Vj. TEUR 4.517).

Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Gezeichnetes Kapital
TEUR
Kapitalrücklagen
TEUR
Verlustvortrag
TEUR
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand zum 1. Januar 2022 25 44.422 -30.696 -2.284 11.467
Verlustvortrag aus 2021 - - -2.284 2.284 -
Konzernjahresfehlbetrag - - - -3.713 -3.713
Stand zum 31. Dezember 2022 25 44.422 -32.980 -3.713 7.754
Verlustvortrag aus 2022 - - -3.713 3.713 -
Konzernjahresüberschuss - - - 86 86
Stand zum 31. Dezember 2023 25 44.422 -36.693 86 7.840

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Bonatrans Group GmbH, Oberhausen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bonatrans Group GmbH, Oberhausen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Bonatrans Group GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernla geberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, den 25. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Herting, Wirtschaftsprüfer

ppa. Thomas Brunke, Wirtschaftsprüfer

Der Konzernabschluss zum 31.12.2023 wurde am 30.4.2024 gebilligt.

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