Sparkasse Dillenburg

Stammdaten

Register
Amtsgericht Wetzlar HRA 5365
Vorher
Bezirkssparkasse Dillenburg
Eingetragen
18.1.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Die Sparkasse ist ein Kreditinstitut und betreibt Bankgeschäfte. Sie hat insbesondere die Aufgabe, als dem gemeinen Nutzen dienendes Wirtschaftsunternehmen in ihrem Geschäftsgebiet geld- und kreditwirtschaftliche Leistungen zu erbringen, insbesondere Gelegenheit zur sicheren Anlage von Geldern zu geben. Sie hat das Sparen und die übrigen Formen der Vermögensbildung zu fördern und dient der Befriedigung des örtlichen Kreditbedarfs unter besonderer Berücksichtigung der Arbeitnehmer, des Mittelstandes, der gewerblichen Wirtschaft und der öffentlichen Hand.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Volker Schönau
seit 4.3.2015
Vorstandsmitglied
Michael Lehr
seit 2.1.2012
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Dillenburg

Dillenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht der Sparkasse Dillenburg 2023

1. Rahmenbedingungen

1.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

1.1.1 Allgemeine rechtliche Rahmenbedingungen


Die Sparkasse ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und hat ihren Sitz in Dillenburg. Grundlagen für die Geschäftstätigkeit der Sparkasse sind im Wesentlichen die maßgebliche europäische Gesetzgebung, das Kreditwesengesetz, das Hessische Sparkassengesetz, die Satzung der Sparkasse und die Satzung des Sparkassenzweckverbandes Dillenburg. Als ein dem gemeinen Nutzen dienendes Wirtschaftsunternehmen hat die Sparkasse die satzungsmäßige Aufgabe, geld- und kreditwirtschaftliche Leistungen zu erbringen. Die Angebotspalette der Sparkasse umfasst die wesentlichen Bereiche des Bankgeschäfts. Durch die Zusammenarbeit im Rahmen des Verbundsystems der Sparkassenorganisation gehören daneben Angebote aus dem Versicherungs-, Bausparkassen- und Immobiliensektor sowie Investment- und Leasingbereich zum Produktportfolio.


Das Geschäftsgebiet der Sparkasse ist im Wesentlichen der ehemalige Dillkreis.


Mitglieder des Sparkassenzweckverbandes Dillenburg sind der Lahn-Dill-Kreis, die Städte Dillenburg, Haiger und Herborn sowie die Gemeinden Breitscheid, Dietzhölztal, Driedorf, Eschenburg, Greifenstein, Mittenaar, Siegbach und Sinn.


Für die Verbindlichkeiten der Sparkasse haftet die Sparkasse mit ihrem gesamten Vermögen. Der Sparkassenzweckverband Dillenburg als Träger haftet gemäß der Übergangsregelung für die Erfüllung sämtlicher am 18. Juli 2005 bestehenden Verbindlichkeiten der Sparkasse. Für Verbindlichkeiten, die bis zum 18. Juli 2001 vereinbart waren, gilt dies zeitlich unbefristet, für danach bis zum 18. Juli 2005 vereinbarte Verbindlichkeiten nur, wenn deren Laufzeit nicht über den 31. Dezember 2015 hinausgeht.


Der Sparkassenzweckverband Dillenburg, als Träger der Sparkasse, unterstützt die Sparkasse bei der Erfüllung ihrer Aufgaben mit der Maßgabe, dass ein Anspruch der Sparkasse gegen den Träger oder eine sonstige Verpflichtung des Trägers, der Sparkasse Mittel zur Verfügung zu stellen, nicht besteht.

1.1.2 Verbundzugehörigkeit


Die Sparkasse gehört der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen an. In diesem Verbund haben sich unter anderem die 48 Sparkassen in Hessen und Thüringen zusammengeschlossen. Das Verbundkonzept soll dazu beitragen, dass die Sparkassen, die Landesbank Hessen-Thüringen und die anderen einbezogenen Unternehmen als wirtschaftliche Einheit wahrgenommen werden. Nach außen erkennbar wird dies durch die Vergabe eines Verbundratings. Neben einem einheitlichen Leitbild und strategischen Verbundzielen steht vor allem das gemeinsame Risikomanagement im Vordergrund. Als Instrumentarien hierfür wurden eine gemeinsame Risikostrategie sowie ein Frühwarnsystem in Form eines Ampelmodells installiert. Als weiteres Element des Verbundkonzepts wurde ein gemeinsamer Reservefonds eingerichtet.


Über den Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (SGVHT) ist die Sparkasse Mitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Sie ist damit dem bundesweiten Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen, das elf regionale Sparkassenstützungsfonds durch einen überregionalen Ausgleich miteinander verknüpft. Zwischen diesen und den Sicherungseinrichtungen der Landesbanken und Landesbausparkassen besteht ein Haftungsverbund. Das Sicherungssystem ist im Hinblick auf das am 03. Juli 2015 in Kraft getretene Einlagensicherungsgesetz geordnet und von der BaFin anerkannt worden. Zusätzlich zur bisherigen Institutssicherungsfunktion wurde gemäß den gesetzlichen Anforderungen die Einlagensicherungsfunktion ergänzt. Kernelement ist das Ansparen eines Zielvolumens von 0,8 % der gedeckten Einlagen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Hierdurch wird sichergestellt, dass Einlagen pro Einleger im Regelfall bis zu 100 TEuro, in Sonderfällen auch bis zu 500 TEuro, gesichert sind und Entschädigungszahlungen spätestens sieben Arbeitstage nach der Feststellung des Entschädigungsfalles durch die BaFin entschädigt werden. Das Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation umfasst u. a. ein Risikomonitoringsystem zur Früherkennung von Risiken sowie eine risikoorientierte Beitragsbemessung.

1.1.3 Öffentlicher Auftrag


Als regional tätiges Kreditinstitut ist die Sparkasse Dillenburg Partner der heimischen Wirtschaft. Entsprechend ihrem Satzungsauftrag konzentriert sie die geschäftlichen Aktivitäten auf ihr Geschäftsgebiet und setzt damit wichtige Impulse für die Entwicklung des heimischen Raums.


Die Sparkasse hat als ein dem gemeinen Nutzen dienendes Wirtschaftsunternehmen ihres Trägers im Geschäftsjahr 2023 in vielfältiger Weise besondere Leistungen zur Förderung der kommunalen Belange, insbesondere im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich, erbracht. Neben der Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gehört die Sparkasse zu den größten Arbeitgebern der Region.


Als Steuerzahler trägt die Sparkasse Dillenburg zur Finanzierung der öffentlichen Hand bei. Über die Gewerbe- und Grundsteuer fließt den Kommunen direkt Geld zu, aber auch über die Einkommen- und Körperschaftsteuer-Umlagen partizipieren die Gemeinden vor Ort.

Gezahlte Steuern der letzten 5 Jahre insgesamt: 12.895 TEuro


Finanzierungsanfragen über ein Volumen von knapp 15.009 TEuro konnten an die Förderbanken von Land und Bund erfolgreich weiter vermittelt werden.

Förderkredite 2023
Privatkredite Firmen- und Kommunalkredite Gesamt
Anzahl (in Stück) 39 17 56
Volumen (in Euro) 3.812.000 11.197.000 15.009.000


Die Sparkasse unterstützte erneut Gemeinschaftseinrichtungen im Geschäftsgebiet und stellte an gemeinnützige Institutionen Spenden in Höhe von 179 TEuro zur Verfügung. Zuzüglich des Sponsorings öffentlicher Veranstaltungen bzw. Zuwendungen an heimische Vereine sowie der Spenden aus den Erträgen der Stiftung entspricht dies einer Gesamtsumme an Zuwendungen und Sponsoring der Sparkasse Dillenburg in Höhe von 249 TEuro für das Geschäftsjahr 2023.

1.2 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach dem Wachstum in 2022 mit einem Plus von 3,4 %, wuchs die Weltwirtschaft nach der aktuellen Schätzung des Internationalen Währungsfonds im Geschäftsjahr um 3,1 % 1 etwas moderater.

Auch die Länder der Europäischen Union haben in 2023 geringer zugelegt. In Summe stieg das Bruttoinlandsprodukt der EU-27-Staaten lediglich noch um 0,4 % 2 .

Nach +1,8 % für das Jahr 2022 ging die deutsche Volkswirtschaft gemäß Statistischem Bundesamt gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt 2023 um -0,3 % 3 zurück. Damit ist die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken geraten. Die trotz der jüngsten Rückgänge weiterhin hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen haben die Konjunktur gedämpft. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit hat sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Corona-Einbruch nicht weiter fortgesetzt 3 .

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist nach den Rückgängen in den vergangenen Jahren im Jahresdurchschnitt 2023 erstmals wieder gestiegen. Sie nahm im vergangenen Jahr um 191.000 4 auf rund 2,6 Mio. 4 zu und stieg damit um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 % 4. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland wuchs im Jahresdurchschnitt 2023 um 333.000 auf rund 45,9 Mio. an 4. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,7 % 5. Zum 31.12.2022 betrug sie 5,4 %.

Die Verbraucherpreise stiegen in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 5,9 % (Vorjahr 7,9 %) 6. Die extremen Preisanstiege vor allem für Energieprodukte und Nahrungsmittel aus dem Vorjahr konnten somit etwas eingedämmt werden. Der EZB-Leitzinssatz wurde im Geschäftsjahr zur Inflationsbekämpfung in sechs weiteren Zinsschritten von 2,50 % auf 4,50 % (Stand: 31.12.2023) angehoben 7 .


Die in 2022 enormen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine für die gesamte Finanzbranche wie z. B. die massive Inflation oder die Liefer- und Materialengpässe, haben im Geschäftsjahr 2023 abgenommen, waren aber im geringeren Umfang immer noch präsent. Das weiter gestiegene Zinsniveau stellte einerseits eine Ergebnisstabilisierung dar, auf der anderen Seite wirkte es jedoch gerade für die Kreditvergabe neben hohen Bau- und Nebenkosten belastend. Die Volatilität an den Märkten ist im Geschäftsjahr in ruhigeren, positiveren Bahnen als in 2022 verlaufen. Weiterhin belasteten die Finanzbranche steigende regulatorische Rahmenbedingungen sowie zunehmend auch der Fachkräftemangel.

1.3 Regionale Rahmenbedingungen

Der heimische Geschäftsklimaindex, Konjunkturindikator an Lahn und Dill, startete zum Jahresbeginn 2023 mit 96 Indexpunkten 8, stieg im Frühsommer zwischenzeitlich auf 105 Punkte 9, fiel im Herbst stark ab auf 82 Indexpunkte 10, um zum Jahresende wieder auf 88 Punkte anzusteigen 11. In diesem Jahresverlauf zeigt sich die Verunsicherung der Unternehmensverantwortlichen mit vielen offenen Fragen (Auswirkungen der Energiepreiskrise, schwieriges weltpolitisches und weltwirtschaftliches Umfeld) 9. Dabei beurteilten die heimischen Unternehmer sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Erwartungen zum Jahresende im Vergleich zur Vorumfrage verbessert 11. Bei den Risiken rangiert für die Wirtschaftsvertreter die Sorge um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Rang eins gefolgt von einer nachlassenden Inlandsnachfrage, von hohen Rohstoff- und Energiepreisen, von steigenden Arbeitskosten sowie Bedenken wegen dem Fachkräftemangel 11. Auf die Branchen bezogen führen die Kreditinstitute, das Gastgewerbe, die Industrie und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen das Ranking des Geschäftsklimaindexes bei der aktuellen Lage an. Im Mittelfeld rangieren der Großhandel, der Einzelhandel und die personenbezogenen Dienstleister. Vor dem Verkehrsgewerbe steht das Baugewerbe auf dem vorletzten Platz der Klimaindextabelle 11 .

Analog der bundesweiten Entwicklung ging der heimische Arbeitsmarkt im Jahr 2023 im Jahresdurchschnitt nach oben. Die Quote lag im Lahn-Dill-Kreis bei 5,7 % 12 nach 4,7 % im Vorjahr. Zum Jahresende 2023 waren zuletzt bei stabiler Tendenz 7.890 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen einer Quote von 5,7 % 12 (Vorjahr 5,3 %).

1.4 Vertriebsausrichtung


Die Vertriebsaktivitäten der Sparkasse Dillenburg sind auf eine persönliche, ganzheitliche Beratung ausgerichtet. Für ausgesuchte Bereiche der Finanzdienstleistung bestehen Beratungscenter. Jeweils für Firmenkunden mit deren spezifischem Beratungsbedarf und für Kunden mit besonderen Ansprüchen bezüglich Vermögensaufbau, Vermögensabsicherung und Vermögensoptimierung stehen Spezialteams zur Verfügung. Dies gilt auch für die Beratung rund um die Immobilie. Kompetenzcenter bestehen bei der Hauptstelle in Dillenburg sowie in Haiger und Herborn.


Die Nähe zu unseren Kunden auf allen Vertriebswegen steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Neben der Beratung in unseren stationären Filialen bieten wir unseren Kunden in der Vertriebsausrichtung die Erledigung der Bankgeschäfte per Online-Banking sowie per Mobile-Banking an. Die weiterhin positive Entwicklung unseres digitalen Beratungscenters "S-Live" inklusive der "Business-Line" für gewerbliche Kunden sowie des eigenen Kundenservicecenters im Geschäftsjahr bestätigen diesen Trend. Neben Präsenzterminen bieten wir unseren Kunden alternativ oder ergänzend digitale Beratungen an.


Wir sichern unseren Kunden gemeinsam mit unseren Verbund- und Kooperationspartnern den Zugang zu einem umfangreichen Dienstleistungsspektrum einschließlich Produktpalette eines modernen Kreditinstituts. Hierzu zählen vielfältige Anlagemöglichkeiten vom klassischen Sparkassenbrief über Wertpapiere und Aktien bis hin zu Investmentfonds und fondsgebundenen Vermögensverwaltungen. Mit der Vergabe von Dispositionskrediten und Wohnungsbaudarlehen, von gewerblichen Darlehen sowie öffentlichen Fördermitteln und Leasing runden wir unser Angebot rund um das Thema Finanzen ab.


Bei all diesen Bestrebungen steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle, welche wir sowohl für das Privat- als auch für das Firmenkundengeschäft im zweijährigen Turnus messen. Aktuell liegen wir bei den Privatkunden mit 64,0 % über dem Durchschnitt der Verbandssparkassen (58,0 %) und bei den Firmenkunden mit 51,0 % unter dem Durchschnitt (57,0 %).

2. Bedeutsamste finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren


Folgende Ziele bzw. Kennzahlen stellen unsere bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren dar.


Finanzielle Leistungsindikatoren:

Stabilisierung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Wachstum der Forderungen an Kunden

Steigerung der Erträge aus dem Giro- und Zahlungsverkehr

Wachstum des Wertpapiergeschäftes unserer Kunden

Betriebsergebnis vor Bewertung

Cost-Income-Ratio

Bewertungsergebnis im Verhältnis zum Betriebsergebnis vor Bewertung

Eigenkapitalrentabilität vor Steuern

Liquiditätsdeckungskennziffer nach der Capital Requirements Regulation (CRR)

Eigenkapitalzuführung und Dotierung der versteuerten Reserven

Gesamtkapitalquote nach der Capital Requirements Regulation (CRR)

Einhaltung des Risikotragfähigkeitslimits


Nicht finanzielle Leistungsindikatoren:

Kundenzufriedenheit

Mitarbeiterzufriedenheit


Sie werden im Folgenden (Kundenzufriedenheit siehe oben) näher dargestellt und erläutert.

3. Wirtschaftsbericht

3.1 Geschäftsverlauf

3.1.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme + Eventualverbindlichkeiten) belief sich auf 1.650,7 Mio. Euro nach 1.675,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die Bilanzsumme verringerte sich um 23,0 Mio. Euro oder 1,4 % auf 1.629,9 Mio. Euro. Dabei standen auf der Aktivseite Steigerungen bei den Forderungen an Kunden in Höhe von 7,9 Mio. Euro Rückgänge bei den Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 6,4 Mio. Euro und den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 21,4 Mio. Euro gegenüber. Auf der Passivseite verringerten sich hauptsächlich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 22,7 Mio. Euro und die Verbrieften Verbindlichkeiten um 3,5 Mio. Euro. Dagegen erhöhten sich das Eigenkapital um 2,1 Mio. Euro und der Fonds für allgemeine Bankrisiken um 4,3 Mio. Euro. Im Vorjahr war ein Anstieg der Bilanzsumme um 12,4 Mio. Euro zu verzeichnen.

3.1.2 Entwicklung einzelner Positionen der Passiva

Passiva 2021 2022 2023
TEuro
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 187.027 134.743 133.952
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.268.816 1.335.785 1.313.076
Verbriefte Verbindlichkeiten 6.503 4.513 1.006
Eigenkapital 86.359 87.238 89.328
Fonds für allgemeine Bankrisiken 62.000 62.000 66.300
Übrige Passivbestände 29.778 28.631 26.240
Bilanzsumme 1.640.483 1.652.910 1.629.902


Die Einlagen unserer Kunden einschließlich Sparkassenbriefe und Schuldverschreibungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 1.314,1 Mio. Euro. Dies entsprach einer Verringerung von 26,2 Mio. Euro oder 2,0 %. Dies ist insbesondere auf die Rückgänge in den täglich fälligen Verbindlichkeiten zurückzuführen. Im Vorjahr nahmen die Kundeneinlagen um 65,0 Mio. Euro zu. Innerhalb des Segments nahmen im Zuge des gestiegenen Zinsniveaus die Sichteinlagen um 68,1 Mio. Euro ab. Demgegenüber wuchsen die Termineinlagen um 34,7 Mio. Euro und die Eigenemissionen um 8,9 Mio. Euro. Auch innerhalb der Spareinlagen kam es zu Verschiebungen. Die normal verzinsten Spareinlagen gingen um 43,6 Mio. Euro zurück, die höher verzinsten Spareinlagen (insbesondere das Zuwachssparen) verbuchten Zuwächse in Höhe von 41,1 Mio. Euro. Zudem konnten Steigerungen im nicht bilanziellen Wertpapiergeschäft mit den Kunden erzielt werden. Innerhalb der Kundeneinlagen stellen die Sichteinlagen mit einigem Abstand den größten Anteil dar, gefolgt von den Spareinlagen. Nochmals mit großem Abstand schließen sich die Bestände der Termingelder und der Eigenemissionen an.


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfristen verringerten sich leicht um 0,8 Mio. Euro auf 134,0 Mio. Euro. Der Rückgang bei den übrigen Passivbeständen ist auf die Reduzierung bei den sonstigen Verbindlichkeiten um 1,8 Mio. Euro, bei den Treuhandkrediten in Höhe von 1,3 Mio. Euro und bei den anderen Rückstellungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro zurückzuführen. Demgegenüber sind die Steuerrückstellungen um 1,4 Mio. Euro gestiegen. Im Jahresabschluss 2023 haben wir das Eigenkapital um 2,1 Mio. Euro auf 89,3 Mio. Euro und den Fonds für allgemeine Bankrisiken um 4,3 Mio. Euro auf 66,3 Mio. Euro aufgestockt.

3.1.3 Entwicklung einzelner Positionen der Aktiva

Aktiva 2021 2022 2023
TEuro
Forderungen an Kreditinstitute 194.800 237.238 230.878
Forderungen an Kunden 953.171 1.044.096 1.052.026
Wertpapiere 312.840 307.921 286.556
Beteiligungen 10.242 10.242 10.515
Übrige Aktivbestände 169.430 53.413 49.927
Bilanzsumme 1.640.483 1.652.910 1.629.902


Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich das Kundenkreditvolumen (einschließlich der Avale in Höhe von 20,8 Mio. Euro und der Treuhandkredite in Höhe von 3,9 Mio. Euro) um 4,8 Mio. Euro oder 0,4 % auf 1.076,8 Mio. Euro erhöht. Die mittel- und langfristigen Darlehenszusagen nahmen im Geschäftsjahr um 103,6 Mio. Euro oder 43,8 % auf 133,0 Mio. Euro ab. Die Zusagen an Unternehmen und Selbständige gingen dabei um 46,1 Mio. Euro oder 45,1 % und die Darlehenszusagen an Private um 54,9 Mio. Euro oder 42,1 % zurück. In der Zusammensetzung des Kreditportfolios nehmen die Ausleihungen an Privatkunden den größten Anteil ein. Es folgen die Kredite an Unternehmen und Selbständige. Innerhalb des Privatkundenportfolios stellen die Kredite für den Wohnungsbau den größten Anteil dar. Im Firmenkundengeschäft liegen die Branchenschwerpunkte bei dem Grundstücks- und Wohnungswesen, dem verarbeitenden Gewerbe, den Dienstleistungen und dem Kredit- und Versicherungswesen. Aufgrund des großen Anteils im Privatkundengeschäft, aber auch in den Größenklassen des gewerblichen Geschäfts, sind wir breit aufgestellt und können somit eine Risikodiversifizierung gewährleisten.


Der Bestand der eigenen Wertpapiere hat sich um 21,4 Mio. Euro auf 286,6 Mio. Euro verringert. Dabei nahmen die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere um 28,9 Mio. Euro auf 155,3 Mio. Euro ab und der Bestand an Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren stieg um 7,5 Mio. Euro auf 131,2 Mio. Euro. Danach hat die Sparkasse die strategische Ausrichtung der letzten Jahre in 2023 beibehalten. Sie investierte weiterhin in qualitativ hochwertige Adressen mit einem Mindestrating von A (S&P, Moody's, Fitch). Dabei konzentrierte sie sich auf hochliquide Anleihen von deutschen Bundesländern sowie auf Anleihen der Europäischen Investitionsbank. Der bestehende Wertpapier-Spezialfonds wurde als LCR-Fonds (Liquidity Coverage Ratio) zur dauerhaften Anrechnung auf die LCR-Quote genutzt. Hierbei sind Anleihen unterhalb des Investmentgrade-Ratings sowie Fremdwährungen ausgeschlossen. Zur weiteren Diversifizierung der Eigenanlagen und zur Ergänzung der bestehenden Immobilien-Fonds wurde ein weiterer nachhaltiger Immobilien-Fonds erworben. Im Berichtsjahr wurde ein monatlicher Sparplan zur Investition in einen weltweit anlegenden, nachhaltigen Aktienfonds aufgenommen. In Bezug auf das Derivategeschäft verweisen wir auf die Anhangangaben.


Die Forderungen an Kreditinstitute gingen um 6,4 Mio. Euro auf 230,9 Mio. Euro zurück. Der Rückgang der übrigen Aktivbestände ist auf die Abnahme der Barreserve um 1,4 Mio. Euro, des Treuhandvermögens um 1,3 Mio. Euro und der Sachanlagen in Höhe von 1,0 Mio. Euro aufgrund neuer Gutachterwerte zurückzuführen.

3.1.4 Dienstleistungsgeschäfte


Im Dienstleistungsbereich waren insbesondere der Giroverkehr inklusive des Zahlungsverkehrs sowie das Wertpapierdienstleistungsgeschäft und die Geschäfte mit Verbundpartnern von Bedeutung.


Daneben wurden bei der Vermittlung von Immobilien, im Auslands- und Devisengeschäft, bei der Übernahme von Avalen sowie im Darlehens- und Leasinggeschäft Erträge erwirtschaftet.


Die Depotbestände unserer Kunden mit festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und Investmentanteilen entwickelten sich im Jahr 2023 bei sich erholenden Märkten (nach den Marktverwerfungen durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Vorjahr) insgesamt erfreulich. Sowohl die Käufe (34,2 %) in diesen Segmenten als auch die Verkäufe (42,3 %) haben zugenommen. Insgesamt überstiegen die Wertpapierkäufe die Wertpapierverkäufe um netto 50,1 Mio. Euro (einschließlich DekaBank-Geschäfte). Inklusive Kursgewinne haben sich die Depotbestände (ohne eigene Inhaberschuldverschreibungen und S Classic-Depots) um 81,0 Mio. Euro oder 19,7 % auf 491,2 Mio. € erhöht.

3.2 Ertragslage

3.2.1 Betriebsergebnis

Gewinn- und Verlustrechnung 2021 2022 2023
TEuro
Zinsüberschuss (einschließlich laufende Erträge) 22.080,8 25.928,3 30.893,5
Provisionsüberschuss 11.665,3 10.934,2 11.479,7
Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen -27.087,8 -27.818,2 -29.498,2
Teilbetriebsergebnis 6.658,3 9.044,3 12.875,0
Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen -484,2 -1.133,0 1.456,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 6.174,1 7.911,3 14.331,2
Bewertungsergebnis und Risikovorsorge -2.239,0 -5.364,9 -8.377,5
Betriebsergebnis nach Bewertung 3.935,1 2.546,4 5.953,7


Im Geschäftsjahr hat das weiter gestiegene Zinsniveau in der operativen Gewinn- und Verlustrechnung positiv seine Spuren hinterlassen. Der Zinsüberschuss einschließlich der laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie Beteiligungen nahm um 5,0 Mio. Euro auf 30,9 Mio. Euro zu. Die Zinserträge nahmen dabei um 9,2 Mio. Euro zu. Die Zinsaufwendungen stiegen um 5,2 Mio. Euro. Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren und die Beteiligungserträge sind insgesamt um 1,0 Mio. Euro gestiegen.


Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf 11,5 Mio. Euro nach 10,9 Mio. Euro in 2022 hauptsächlich aufgrund der Steigerungen im Giroverkehr sowie beim Wertpapier-, Bauspar- und Versicherungsgeschäft. Niedrigere Erträge sind in der Immobilienvermittlung, beim Auslandsgeschäft sowie bei der Übernahme von Bürgschaften und Garantien zu verzeichnen.


Die Verwaltungsaufwendungen einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen sind im Geschäftsjahr um 1,7 Mio. Euro auf 29,5 Mio. Euro gestiegen. Dabei verringerte sich der Personalaufwand um 0,5 Mio. Euro auf 17,6 Mio. Euro, was in erster Linie auf die geringeren Aufwendungen für die Altersversorgung zurückzuführen ist. Erhöhend wirkten die Tarifsteigerungen, hauptsächlich gezahlt in Form der Inflationsausgleichsprämie, welche die sozialen Abgaben nicht zusätzlich belastet hat. Die anderen Verwaltungsaufwendungen nahmen um 1,8 Mio. Euro auf 10,1 Mio. Euro zu. Dabei waren höhere EDV-Aufwendungen, Pflichtbeiträge, Kosten für Kunden- und Kreditkarten, Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Maschinen, Portokosten, sonstige ordentliche Aufwendungen für Grundstücke und Gebäude sowie Kosten für Dienstleistungen für Beratungsgesellschaften zu verzeichnen. Demgegenüber standen geringere Kosten bei den Abschreibungen für die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie für Grundstücke und Gebäude und beim Kfz-Aufwand. Nach einem negativen Saldo im Vorjahr, wurde im Geschäftsjahr ein positiver Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen abzüglich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro erzielt. Dabei stiegen die sonstigen betrieblichen Erträge um 0,2 Mio. Euro auf 2,3 Mio. Euro aufgrund von ganzjährigen und damit nochmals höheren Mieterträgen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen um 2,3 Mio. Euro auf 0,9 Mio. Euro ab, was auf die nicht mehr vorhandenen Einmaleffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen ist (einmalige Zahlungen für die Beendigung von Prämiensparverträgen sowie höhere Zuführungen zu den Altersteilzeitrückstellungen).


Somit ist das Betriebsergebnis vor Bewertung im Vergleich mit 2022 um 6,4 Mio. Euro auf 14,3 Mio. Euro gestiegen. Die Aufwands-Ertrags-Relation (Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen in Prozent zum Zinsüberschuss einschließlich laufender Erträge und Provisionsüberschuss abzüglich des negativen Saldos aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen) beträgt 67,3 % nach 77,9 % im Vorjahr.


Im Jahr 2023 betrugen die Bewertungsergebnisse im Kredit- und Wertpapiergeschäft sowie die Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB 8,4 Mio. Euro nach 5,4 Mio. Euro im Vorjahr. Im Wertpapiergeschäft konnten nach den hohen Abschreibungen in 2022 im Geschäftsjahr aufgrund des am Jahresende rückläufigen langfristigen Zinsniveaus Zuschreibungen erzielt werden. Im Kreditgeschäft fiel in 2023 ein leichter Bewertungsertrag nach einem Bewertungsaufwand auf normalem Niveau in 2022 an. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde um 4,3 Mio. Euro aufgestockt. Die Reserven nach § 340f HGB wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 11,0 Mio. Euro gebildet, nach der Auflösung in gleicher Höhe im Vorjahr.


Sämtliche erkennbaren Risiken wurde durch Bildung von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Für latent vorhandene Kreditrisiken bestehen darüber hinaus Pauschalwertberichtigungen. Das Bewertungsergebnis im Verhältnis zum Betriebsergebnis vor Bewertung liegt bei -43,62 % (Vorjahr: 153,85 %).


Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag demnach bei 6,0 Mio. Euro nach 2,5 Mio. Euro im Vorjahr.


Die Ertragslage der Sparkasse entwickelte sich vor dem Hintergrund der nachlassenden Folgen des Ukrainekrieges und des auf höherem Niveau stabilen Zinses zufrieden stellend.


Die Grundlage für die Analyse der Ertragslage bilden die nach den Regeln des Betriebsvergleichs der Sparkassenorganisation ermittelten Kennzahlen, die aus der folgenden Überleitungsrechnung der Gewinn- und Verlustrechnung der Bilanzzahlen hin zu den Betriebsvergleichszahlen zu entnehmen sind. Bei dem Betriebsvergleich handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Darstellung von Erfolgskennzahlen auf Basis des Verhältnisses zur Durchschnittsbilanzsumme (DBS) des Geschäftsjahres oder anderer einheitlicher Ermittlungsverfahren. Periodenfremde und außergewöhnliche Posten werden dabei nach einheitlichen Regelungen dem außerordentlichen Ergebnis zugerechnet.

Gewinn- und Verlustrechnung 2023 Überleitung Mio. Euro 2023 Betriebswirtschaftliches Ergebnis
Zinsspanne (einschließlich laufender Erträge) 30,9 -0,2 30,7 Zinsüberschuss
Provisionsüberschuss 11,5 0,0 11,5 Provisionsüberschuss
Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen -29,5 +1,5 -28,0 Personal-/Sachaufwand
Teilbetriebsergebnis 12,9 +1,3 14,2 -
Handelsergebnis 0,0 0,0 0,0 Nettoergebnis aus Finanzgeschäften
Saldo sonstige Erträge und Aufwendungen 1,5 -1,0 0,5 Saldo sonstige Erträge und Aufwendungen
Betriebsergebnis vor Bewertung 14,4 +0,3 14,7 Betriebsergebnis vor Bewertung
Bewertungsergebnis und Risikovorsorge -8,4 -0,5 -8,9 Bewertungsergebnis und Risikovorsorge
Betriebsergebnis nach Bewertung 6,0 -0,2 5,8 Betriebsergebnis nach Bewertung
Außerordentliches Ergebnis 0,0 0,0 0,0 Saldo neutraler Ertrag / Aufwand
Ergebnis vor Steuern 6,0 -0,2 5,8 Ergebnis vor Steuern
Steuern -3,9 +0,2 -3,7 Steuern
Jahresüberschuss 2,1 0,0 2,1 Jahresüberschuss


Das neutrale Ergebnis mit einem nahezu ausgeglichenen Saldo resultiert im Wesentlichen aus einer außerordentlichen Zuführung zum Sparkassen-Stützungsfonds (0,3 Mio. Euro), aus der Zuführung zu den Rückstellungen für laufende Pensionen (0,2 Mio. Euro), aus Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen für laufende Pensionen (0,2 Mio. Euro) und aperiodischen sonstigen Personalaufwendungen (0,1 Mio. Euro). Positiv auf das neutrale Ergebnis wirkten Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen (0,4 Mio. Euro), sonstige außerordentliche Erträge (z. B. Baukostenzuschüsse) (0,2 Mio. Euro), vereinnahmte Vorfälligkeitsentgelte (0,1 Mio. Euro) und Zinserträge aus Vorjahren (0,1 Mio. Euro).

3.2.2 Eigenkapitalrentabilität und Steuern


Die Eigenkapitalrentabilität (Betriebsergebnis nach Bewertung in Prozent des Eigenkapitals bestehend aus der Sicherheitsrücklage und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zu Beginn des Geschäftsjahres) beträgt 4,0 % (Vorjahr 1,7 %).


Der Steueraufwand belief sich auf 3,9 Mio. Euro nach 1,7 Mio. Euro im Vorjahr.

3.3 Abweichungsanalyse


Die Durchschnittsbilanzsumme des Jahres 2023 liegt mit 1.618,1 Mio. Euro um 66,8 Mio. Euro unter dem Planwert. Die nicht so hohen Forderungen an Kunden auf der Aktivseite sowie die stärkere Abnahme der Kunden-Sichteinlagen auf der Passivseite sorgten in erster Linie für das Unterschreiten der Planung.


Die geplante Steigerung der Kundenaktiva wurde in Summe nicht erreicht. Dabei lag man im privaten Kreditgeschäft entgegen der geplanten Steigerung sogar leicht unter dem ursprünglichen Ausgangswert. Innerhalb dieses Segments konnte einzig im Wohnungsbau eine geringfügige Zunahme erreicht werden, jedoch bei weitem nicht die angestrebte Zielgröße. Ansonsten wurde weder bei den Dispositionskrediten, den S-Privatkrediten oder den sonstigen Privatkrediten noch bei den Förderkrediten die geplante Steigerung erzielt, sondern eine Abnahme verzeichnet. Die geplante Steigerung des Volumens der Forderungen an Geschäftskunden wurde im Geschäftsjahr hingegen übertroffen, was zum Teil auf den Abbau von offenen Zusagen aus dem Vorjahr zurückzuführen ist. Innerhalb des Segments weisen die Fördermittel - bei einer geplanten Steigerung - einen Rückgang auf. Die geplante Zunahme bei den gewerblichen Investitionskrediten konnte knapp nicht erreicht werden. Die Kontokorrentkredite und der Wohnungsbau zeigen dagegen ein Plus gegenüber dem Voranschlag auf. Entgegen der geplanten Abnahme der Forderungen an die öffentlichen Haushalte konnte hier ein Zuwachs erzielt werden. Die geplante erhebliche Verminderung der Wertpapiereigenanlagen (inklusive der Forderungen an Kreditinstitute) wurde nicht in Gänze erreicht. Dabei wurde der geplante Wertpapierbestand unter- und die Forderungen an Kreditinstitute überschritten.


Der veranschlagte Rückgang der Kundenpassiva wurde zum Bilanzstichtag insgesamt überschritten. Innerhalb des Segments waren bei den Sichteinlagen stärkere Abnahmen als geplant zu verzeichnen. Das vorgesehene erhebliche Plus bei den Termineinlagen konnte noch übertroffen werden. Bei den Spareinlagen stellt sich das Bild unterschiedlich dar. Dabei ist der geplant hohe Rückgang bei den Ratensparverträgen aufgrund der nicht wie erwartet angenommenen Vergleichsangebote für die Prämiensparverträge unserer Kunden nicht eingetreten und bei den Normalspareinlagen war eine stärkere Abnahme als geplant zu verzeichnen. Die Zuwachssparen und die Eigenemissionen sind zwar gestiegen, jedoch nicht so hoch wie die vorgesehene Zielgröße. Das angestrebte Wachstum im Wertpapiergeschäft mit unseren Kunden (Nettoneugeschäft insgesamt) wurde auch aufgrund der erzielten Kursgewinne übertroffen.


Innerhalb der Ergebnisplanung konnte angelehnt an das gestiegene und auf dem Niveau stabile Zinsniveau die prognostizierte Steigerung im Zinsüberschuss erfreulicherweise noch übertroffen werden. Die geplante Steigerung im Provisionsüberschuss wurde dagegen aufgrund des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes nicht erreicht. Dabei standen geringeren Erträgen im Wertpapier-, Versicherungs-, Bauspar- und im Immobilienvermittlungsgeschäft höher als erwartete Erträge im Giro- und Zahlungsverkehr, im Karten- und im Leasinggeschäft gegenüber. Der Personalaufwand hat den Planwert für das Geschäftsjahr aufgrund längerer Personalabwesenheiten unterschritten.


Der Sachaufwand wurde dagegen erheblich überschritten. Dabei waren höhere EDV-Aufwendungen, Pflichtbeiträge, Kosten für Kunden- und Kreditkarten, Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Maschinen, Portokosten, sonstige ordentliche Aufwendungen für Grundstücke und Gebäude sowie Kosten für Dienstleistungen für Beratungsgesellschaften zu verzeichnen. In der Summe ist somit ein stark höheres Betriebsergebnis vor Bewertung im Vergleich zu der Planung zu verzeichnen.


Das leicht positiv prognostizierte Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft fiel aufgrund des zum Jahresende zweitweise gesunkenen Zinsniveaus erheblich höher aus. Der geplante Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft wurde im Geschäftsjahr nicht gebraucht, im Gegenteil war ein geringfügiger Ertrag zu verzeichnen. Das neutrale Ergebnis ist im Vergleich zum geplanten Aufwand etwas höher ausgelaufen. Dementsprechend konnte ein Gewinnausweis annähernd in der gewünschten Höhe erzielt werden. Die zusätzlich mögliche Zuführung zu den Reserven nach § 340f HGB war in der Planung so nicht vorgesehen. Entsprechend fiel die geplante Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken nicht ganz so hoch aus wie geplant.


Bei den Zielgrößen zur Optimierung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wurden alle Planwerte erreicht bzw. übertroffen (Cost-Income-Ratio, Eigenkapitalrentabilität, Bewertungsergebnis in Relation zum Betriebsergebnis vor Bewertung, Gesamtkapitalquote). Die Planwerte der Kundenzufriedenheit im Bereich der Privatkunden und der Firmenkunden wurden nicht erreicht. Die Mitarbeiterzufriedenheitskennzahlen konnten erreicht werden.

3.4 Finanzlage


Die Zahlungsbereitschaft der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.


Die zu ermittelnde Liquiditätsdeckungskennziffer nach der Capital Requirements Regulation (CRR) lag gemäß Planung zu jeder Zeit über dem Wert von 1,1 und die Mindestreserveverpflichtung wurde erfüllt. Weitere Informationen zur Steuerung der Liquiditätsrisiken sind dem Risikobericht unter Punkt 5.3.6 zu entnehmen.


Die Finanzlage der Sparkasse ist geordnet. Die Zahlungsbereitschaft kann insbesondere im Hinblick auf die Ausstattung mit liquiden Mitteln sowie die Kredit- und Refinanzierungsmöglichkeiten weiterhin als gewährleistet angesehen werden.

3.5 Vermögenslage


Die Vermögenslage der Sparkasse ist geordnet. Auf der Aktivseite weisen die Forderungen an Kunden mit 64,5 % (Vorjahr 63,2 %) sowie die Eigenanlagen (Wertpapiere und Forderungen an Kreditinstitute) mit 31,7 % (Vorjahr 33,0 %) die höchsten Strukturanteile auf.


Die gesetzlichen Vorschriften des Kreditwesengesetzes zur Eigenmittelausstattung wurden stets eingehalten. Die Kapitalquote gemäß CRR lag zu allen Meldestichtagen deutlich über der Mindestanforderung von 9,5 %. Ende 2023 errechnete sich eine Kernkapitalquote von 16,7 % (Vorjahr 16,5 %) und eine Gesamtkapitalquote von 17,9 % (Vorjahr 17,7 %).


Nach dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes soll der Jahresüberschuss mit der Feststellung des Jahresabschlusses der Sicherheitsrücklage zugeführt werden, die danach 89,3 Mio. Euro beträgt. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken wird um 4,3 Mio. Euro auf 66,3 Mio. Euro erhöht. Daneben verfügt die Sparkasse über ergänzende Eigenkapitalbestandteile in Form von Vorsorgereserven nach § 340f HGB, welche sich im Geschäftsjahr ebenfalls erhöht haben.


In 2023 wurden kleinere Investitionen in vier Filialen planmäßig durchgeführt. Die maßgeblichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten betrugen zusammen rund 0,4 Mio. Euro.

3.6 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.6.1. Personal


Die Sparkasse beschäftigte im Jahresdurchschnitt 146 Vollzeitkräfte und 107 Teilzeitkräfte. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern betrug 63,1 % zu 36,9 % (Vorjahr 62,2 % zu 37,8 %). Im Jahresdurchschnitt 2023 standen in unserem Hause 16 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann.

Mitarbeiter und Auszubildende der letzten 5 Jahre im Jahresdurchschnitt

2019 2020 2021 2022 2023
Vollzeitkräfte 171 165 162 154 146
Teilzeitkräfte 100 102 96 99 107
Auszubildende 15 17 18 17 16


Innerbetriebliche Schulungen und vielfältige überbetriebliche Weiterbildungsangebote werden in hohem Maße von unseren Mitarbeitern genutzt. Die digitalen Angebote (Webinare, etc.) gehören dabei mittlerweile zum Standard.


Die Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter gestaltet sich wie folgt:

Qualifikationsstruktur in %
2022 2023
Lehrinstitut/Master 4,6 4,0
Sparkassen-/Bankbetriebswirt/Bachelor 26,9 26,3
Sparkassen-/Bankfachwirt 52,3 52,5
Sparkassen-/Bankkaufmann 11,2 11,1
andere Ausbildungsberufe 5,0 6,1
Sonstige 0,0 0,0


Weder die Zahl der Kündigungen im abgelaufenen Geschäftsjahr noch die Zahl der durchschnittlichen Krankheitstage oder die Altersstruktur (siehe Tabelle unten) geben Hinweise auf überdurchschnittliche Risiken im Personalbereich. Die externen Kündigungen sind dabei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die durchschnittlichen Krankheitstage gesunken. Im Vergleich mit den hessischen Sparkassen ist weiterhin eine überdurchschnittliche Mitarbeiterzufriedenheit zu attestieren.

Altersstruktur in %
2022 2023
unter 20 Jahre 0,0 0,4
20 bis unter 30 Jahre 11,2 10,2
30 bis unter 40 Jahre 16,6 17,2
40 bis unter 50 Jahre 28,6 25,8
50 bis unter 60 Jahre 37,8 39,8
60 Jahre und mehr 5,8 6,6

3.6.2 Nachhaltigkeit


Die Sparkasse Dillenburg übernimmt seit über 100 Jahren Verantwortung für die Entwicklung des ehemaligen Dillkreises. Unser Denken und Handeln ist auf die nachhaltige Entwicklung der Region ausgerichtet.


Darüber hinaus hat die Sparkasse Dillenburg ihre Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit in einer Selbstverpflichtung festgehalten. Darin verpflichtet sie sich, ihren Geschäftsbetrieb CO2-neutraler zu gestalten, Finanzierungen und Eigenanlagen auf Klimaziele auszurichten und gewerbliche wie private Kunden bei der Transformation zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu unterstützen. Unternehmen, die bei diesem Wandel noch am Anfang stehen, soll bei ihren Anpassungsinvestitionen gezielt unterstützt werden. Auch die privaten Kunden können konkret etwas tun, indem sie nachhaltige Wertpapiere aus dem Portfolio der Sparkasse in ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen und so eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft stärken.


Über die Verankerung in der Geschäfts- und Risikostrategie implementiert die Sparkasse sukzessive den Nachhaltigkeitsgedanken in immer konkretere operative Prozesse. Beispielsweise wird mithilfe eines Tools des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e. V. (VfU) der CO2-Fußabdruck der Sparkasse ermittelt und Maßnahmen umgesetzt, um diesen zu reduzieren. Weitere Beispiel sind der Sparkassen-Umweltbrief, unsere E-Tankstellen oder Wallboxen, die sukzessive Umrüstung auf E-Mobilität, die Unterstützung von (Elektro-) Bikes und vieles mehr.

3.7 Zusammenfassende Beurteilung der Geschäftsentwicklung


Die mittelfristigen Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in Form der zwar nachlassenden aber noch hohen Inflation sowie das zunächst weiter gestiegene Zinsniveau bei insgesamt schwierigen wirtschaftlichen Voraussetzungen bestimmten den Konjunkturverlauf in Deutschland sowie die regionalen Gegebenheiten an Lahn und Dill. Zusammen mit den anhaltend hohen regulatorischen Anforderungen waren diese Rahmenbedingungen im Wesentlichen verantwortlich für die Geschäftsentwicklung der Sparkasse im Jahr 2023. Die Nähe und das Vertrauen zu unseren Privat- und Firmenkunden stehen dabei in einem immer intensiver werdenden Wettbewerb und gerade in einer so in der jüngeren Vergangenheit noch nie dagewesenen langen Phase vom Übergang der einen Krise (Corona) direkt in die nächste Krise (Ukraine-Krieg) noch deutlicher im Vordergrund.


Im Geschäftsjahr 2023 haben wir in diesem wirtschaftlichen Umfeld hinsichtlich des bilanziellen Geschäftsverlaufes ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt. Dabei ist auf der Passivseite mit dem steigenden Zins eine leichte Trendumkehr von den Sichteinlagen hin zu längerfristigen Anlageformen (bilanziell und außerbilanziell) zu beobachten. Die sich zum Jahresende 2022 abzeichnende nachlassende Dynamik bei der Entwicklung der Forderungen an Kunden auf der Aktivseite hat sich im Jahresverlauf 2023 weiter fortgesetzt.


Die Ertragslage stellt sich insgesamt vor dem Hintergrund des zunächst gestiegenen Zinsniveaus zufrieden stellend dar, die Finanzlage der Sparkasse ist geordnet und die Vermögenslage der Sparkasse konnte durch die Dotierung der Eigenkapitalbestandteile gestärkt werden. Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren stellen eine Stütze der Sparkasse dar.

4. Nachtragsbericht


Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge eingetreten, die wesentliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Sparkasse im Geschäftsjahr 2024 haben.

5. Risikobericht

5.1 Risikomanagementsystem und Risikotragfähigkeit


Unter dem Risikomanagement versteht die Sparkasse, dass Risiken frühzeitig und regelmäßig erkannt und analysiert, gesteuert und überwacht werden. Der Risikomanagementprozess unterlag im Jahr 2023 Veränderungen infolge der Umsetzung der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte und der am 29. Juni 2023 veröffentlichten 7. Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement.


Der Risikomanagementprozess stellt sich wie folgt dar:


Die Risikotragfähigkeitskonzeption umfasst die Ermittlung des Risikodeckungspotenzials, die Risikomessung und die Begrenzung der Risiken durch Risikolimite. Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer vierteljährlichen Berechnung der Risikotragfähigkeit in einer ökonomischen Perspektive und einer jährlichen Berechnung der normativen Perspektive ein. Die Risikotragfähigkeitsberechnungen werden ergänzt um Stresstests (ökonomische Perspektive) und Betrachtungen adverser Szenarien (normative Perspektive). Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie haben wir die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Unsere Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Risikomanagementziele sind u. a. das kontrollierte Eingehen von Risiken im Rahmen eines Risikotragfähigkeitskonzepts und einer ertrags- und wertorientierten Banksteuerung sowie die Beachtung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Anforderungen.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Nachhaltigkeitsrisiken wurden als Risikotreiber bei der Beurteilung der Wesentlichkeit der Risiken qualitativ berücksichtigt. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Immobilienrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Operationelles Risiko


Darüber hinaus ist das Aktienrisiko in der normativen Perspektive wesentlich.


Um Nachhaltigkeitsrisiken abzudecken, betrachten wir einen Horizont von 3 Jahren. Die strategische Relevanzbeurteilung erfolgt mittels Abschätzung der Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, die Strategie, die strategischen Kennzahlen und die Nachhaltigkeitsrisikoindikatoren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Sicherstellung des Gläubigerschutzes. Das Risikodeckungspotenzial entspricht dem barwertigen Vermögenswert (Substanzwert) bezogen auf das Bestandsgeschäft und umfasst sämtliche Vermögenswerte und Schulden der Sparkasse. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 234.497 TEuro. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 132.500 TEuro wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden mit Ausnahme des Beteiligungsrisikos, das jährlich berechnet wird, vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen und Spreads risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Limit Limitauslastung
TEuro TEuro %
Adressenrisiko 18.500 11.862 64,1
Kundengeschäft 13.500 8.647 64,1
Eigengeschäft 5.000 3.215 64,3
Marktpreisrisiko 75.000 32.408 43,2
Zinsänderungsrisiko 37.000 8.711 23,5
Spreadrisiko 26.000 14.105 54,3
Immobilienrisiko 12.000 9.592 79,9
Operationelles Risiko 11.000 7.756 70,5
Beteiligungsrisiko 28.000 20.344 72,7
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 132.500 72.370 54,6


Die Sparkasse führt ergänzend vierteljährlich Stresstests für alle wesentlichen Risiken durch. Die Stresstests umfassen historische und hypothetische Szenarien, bei deren Festlegung die strategische Ausrichtung der Sparkasse und das wirtschaftliche Umfeld berücksichtigt werden.


Die Sparkasse hat folgende Stresstests definiert, um die Auswirkungen auf die Verlustanfälligkeit zu untersuchen:

schwerer konjunktureller Abschwung

Markt- und Liquiditätskrise

Immobilienkrise aufgrund von Zinsanstieg.


Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass auch bei Eintritt von außergewöhnlichen, aber plausibel möglichen Ereignissen die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Der Stresstest Immobilienkrise aufgrund von Zinsanstieg zeigt die höchste Auslastung in Höhe von 78.472 TEuro.


Die Sparkasse führt mindestens jährlich inverse Stresstests durch, mit dem Ziel zu untersuchen, welche Ereignisse oder Szenarien die Sparkasse in ihrer Überlebensfähigkeit gefährden könnten. Die Überlebensfähigkeit ist dann als gefährdet anzusehen, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr durchführbar ist. Als Inversitätsschwelle hat die Sparkasse den Gesamtrisikowert vor inversem Stresseintritt (Risikofall) festgelegt.


Die Ergebnisse der inversen Stresstests zeigen im Hinblick auf die Risikotragfähigkeit, dass die Existenz der Sparkasse nur durch sehr unwahrscheinliche Ereignisse gefährdet werden könnte.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden folgende Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario getroffen:

Geschäftsentwicklung gemäß der mittelfristigen Geschäftsplanung 2024 - 2028

steigenden Zinsniveaus, wobei in den kurzfristigen Laufzeitbändern bis sechs Monaten in den Jahren 2024 bis 2028 und in den Laufzeitbändern ein und zwei Jahren ab dem Jahr 2025 von wieder leicht sinkenden Zinsen ausgegangen wird

In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP 1-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung und die Eigenmittelempfehlung) sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze. Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden.


Als adverses Szenario wird ein schwerer konjunktureller Abschwung (Zinsrückgang um 21 bis 47 Basispunkte im 1. Jahr, in den Folgejahren findet eine geringe Erholung des Zinsrückgangs statt) und eine Stagflation (Zinsanstieg um 120 bis 158 Basispunkte im 1. Jahr, in den Folgejahren finden wieder leichte Zinsrückgänge statt) betrachtet. Daneben wurden folgende Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für die adversen Szenarien getroffen:

steigende Kreditnachfrage der Kunden, Zinslosstellung in Höhe der erwarteten Verluste

aufgrund von Arbeitslosigkeit und ausstehender Verpflichtungen findet ein moderater Abzug von Kundeneinlagen statt

Bilanzausgleich erfolgt über Tagesgeldaufnahmen bei der Landesbank

geringere Margen sowohl bei den Kundenaktiva als auch bei den Kundeneinlagen

Ausweitung der Spreads, höhere Abschläge auf die Fondsbestände, steigendes Bewertungsergebnis Kreditgeschäft sowie höhere Schäden aus operationellen Risiken

geringere ordentliche Erträge, höhere ordentliche Aufwendungen


Aus dem Stagflations-Szenario wurde eine höhere Belastung errechnet als im schweren konjunkturellen Abschwung.


Die in der normativen Perspektive anzuwendenden Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der CRR, nach denen risikogewichtete Positionsbeträge zu ermitteln sind. Die Risikoquantifizierung für Zinsänderungsrisiken sowie die weiteren wesentlichen Risiken ergeben sich aus dem Kapitalzuschlag im Rahmen des bankaufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) gemäß § 10 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 1 KWG.


Im adversen Szenario sind die harten Mindestkapitalanforderungen (Kaptalanforderungen gemäß CRR und SREP) zwingend einzuhalten. Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen erfüllt werden.

1 SREP: Supervisory Review and Evaluation Process (aufsichtlicher Überprüfungs- und Bewertungsprozess)

2024 2025 2026 2027 2028
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Planszenario Eigenmittel 167.544 174.336 185.705 197.452 210.919
RWA 929.494 967.107 999.549 1.036.353 1.075.659
Eigenmittelquote (EMQ) 18,03 18,03 18,58 19,05 19,61
Mindest-EMQ 15,00 15,00 15,00 15,00 15,00
adverses Szenario Eigenmittel 166.948 166.890 167.275 168.850 170.056
RWA 909.957 927.768 936.404 940.397 944.590
Eigenmittelquote (EMQ) 18,34 17,99 17,86 17,96 18,00
Mindest-EMQ Szenario 9,50 9,50 9,50 9,50 9,50


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Risikosteuerung umfasst die Analyse sowie die zeitgerechte und situationsabhängige Auswahl und Anwendung der Instrumente zur Risikobewältigung. Hierzu gehört die Simulation der einzelnen Risikoabwehrmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung, um gezielt die geeignete Maßnahme auswählen zu können.


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein (Nominalwert zum 31. Dezember 2023 von 80 Mio. Euro). Sie wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuches gem. IDW RS BFA 3 n. F. einbezogen. Daneben ist die Sparkasse an einer Kreditbasket-Transaktion der Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt. Die hieraus resultierenden Kreditderivate werden sowohl in der Position des Sicherungsnehmers als auch als Sicherungsgeber gehalten.


Die Risikofrüherkennung umfasst die Identifizierung möglicherweise neu aufgetretener Risiken und das Erkennen eines bekannten Risikos sowie die Kommunikation im Rahmen des Risikoreportings. Die Risikofrüherkennung bezieht sich dabei sowohl auf das Eintreten von Risiken als auch auf eine Reduzierung des Risikodeckungspotenzials. Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten haben wir Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Die Risikokontrolle umfasst die Überprüfung der aufgenommenen Steuerungsmaßnahmen auf Effizienz sowie Effektivität und führt gegebenenfalls erneute Handlungen im Risikomanagementprozess herbei.


Durch das Risikoreporting wird die Risikosituation der Sparkasse abgebildet. Die vierteljährliche Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Durch die Ausgestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation ist sichergestellt, dass miteinander unvereinbare Aufgaben durch unterschiedliche Mitarbeiter wahrgenommen werden. Die Funktionstrennung zwischen dem Risikocontrolling und den Marktbereichen ist bis zur Vorstandsebene und auch für den Vertretungsfall organisatorisch gegeben. Grundlegende Entscheidungen zur Anpassung des Risikomanagements werden vom Vorstand getroffen. Die operative Risikosteuerung erfolgt durch die Marktbereiche.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird durch die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Kreditmanagement/Banksteuerung wahrgenommen.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten wurden Verfahren festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

5.2. Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko unterteilt. Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht. Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die wertorientierte Messung des Adressenrisikos erfolgt über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei werden mögliche makroökonomische Rahmenbedingungen (z. B. durch Branchen-Ausfallwahrscheinlichkeiten, Korrelationen, Migrationsmatrizen) und die aktuelle Portfoliostruktur inklusive der Rating- und Sicherheiteninformationen sowie Konzentrationsrisiken berücksichtigt. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die erwartete Wertänderung und der Value-at-Risk abgeleitet wird. Auf Ebene der Risikoart Adressenrisiko erfolgt die Risikomessung integriert (Nutzung von Diversifikationseffekte zwischen den Risikokategorien Adressenrisiko im Kundengeschäft und Adressenrisiko im Eigengeschäft).

5.2.1. Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäfts erfolgt auf Portfolioebene entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen und der gestellten Sicherheiten. Daneben wurden Kreditvergabebedingungen auf Ebene der Kreditnehmer festgelegt, die sich am Kreditvolumen und am Risikogehalt orientieren.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung durch das Risikocontrolling

regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das auf der Basis von quantitativen Kriterien (bspw. Rating-/Scoringnote, Warnsignale, Auffälligkeiten in der Kontoführung) und qualitativer Kriterien auf Ebene der Einzelkreditnehmer Risiken identifiziert und mit Hilfe einer Frühwarnliste und dem Ereignissystem kommuniziert

festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Problemkreditbearbeitung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen und normativen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell CPV

Ermittlung von Sicherheitenwerten auf Basis der Vorgaben der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) bzw. der sparkassenrechtlichen Beleihungsgrundsätze

turnusmäßige bzw. anlassbezogene Überprüfung der hereingenommenen Sicherheiten und Garantien hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit

Einsatz von Sicherungsinstrumenten zur Reduzierung vorhandener Risikokonzentrationen im Rahmen von einer überregionalen Kreditpooling-Transaktionen und Metakrediten

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich nach Kundengruppen wie folgt:

Kreditgeschäft der Sparkasse Kreditvolumen
31.12.2023 31.12.2022
Mio. Euro Mio. Euro
Firmenkundenkredite 517 508
Privatkundenkredite 747 755
darunter für den Wohnungsbau 600 605
Kommunalkredite und kommunalverbürgte Kredite 40 43
Gesamt 1.304 1.306


Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Schwerpunkte bilden mit 26,86 % die Ausleihungen an das Grundstücks- u. Wohnungswesen sowie an das verarbeitende Gewerbe mit 17,15 %.


Die Größenklassenstruktur zeigt nach unserer Einschätzung insgesamt eine breite Streuung des Kundenkreditvolumens.


Die Kreditrisikostrategie ist ausgerichtet auf Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur:

Bonitätsklassen Ausfallwahrscheinlichkeit Kreditvolumen Anteil Blankoanteil Anteil
DSGV Rating in % in Mio. Euro in % in Mio. Euro in %
1-5 0,1-0,4 1.036 79,4 420 79,5
6-9 0,6-2,0 187 14,3 77 14,6
10-12 3,0-6,7 50 3,8 21 4,0
13-15 10,0-45,0 17 1,3 6 1,1
16-18 100,0 11 0,9 3 0,6
geratet 1.301 99,7 527 99,8
nicht geratet 3 0,3 1 0,2
Kreditvolumen 1.304 100,0 528 100,0


Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte Kreditvolumen im Kundengeschäft betrug am 31. Dezember 2023 0,07 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG in Höhe von 1.875 Mio. Euro.


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in folgenden Bereichen:

Branchenkonzentration bei der Branche Grundstücks- und Wohnungswesen

Konzentration im Bereich der regionalen, grundpfandrechtlichen Sicherheiten


Risikokonzentrationen im Kreditgeschäft begegnen wir bereits im Neugeschäft mit der in unserer Kreditrisikostrategie definierten Obergrenze für Kredite an einen Kreditnehmer sowie an der Risikoklassifizierung orientiert gestaffelte Blankokredithöchstgrenzen. Um das Risiko aus den Konzentrationen zu begrenzen, werden diese Branchen und Sicherheiten in den Stressszenarien zusätzlich gestresst.


Zusammenfassend sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.


Zur Absicherung von Adressenausfallrisiken hat die Sparkasse einen Einzelkreditnehmer mit einem Kreditvolumen von insgesamt 1 Mio. Euro in die Sparkassen-Kreditbaskets (über die Emission von Originatoren-Credit Linked Notes) eingebracht.


Quartalsweise oder anlassbezogen werden Prognosen zum voraussichtlichen Risikovorsorgebedarf erstellt, die dazu dienen, gegebenenfalls ungünstige Entwicklungen im Kreditgeschäft zeitnah zu erkennen. Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2023 zeigt im Vergleich zum Vorjahr keine wesentliche Steigerung.

5.2.2. Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft (Wertpapiere und Forderungen an Kreditinstitute) umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass bei einem Ausfall die tatsächlich realisierbaren Zahlungen von den prognostizierten Werten abweichen.


Adressenrisiken aus den Spezialfondsanlagen werden im Durchschauprinzip bei der Ermittlung der Risiken in den einzelnen Risikokategorien einbezogen.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Kreditnehmer und für Produktgruppen

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen und normativen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell CPV


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 475.427 TEuro. Wesentliche Positionen sind dabei Schuldverschreibungen und Anleihen (161.941 TEuro), Schuldscheindarlehen (99.530 TEuro), Wertpapierspezialfonds (71.215 TEuro), Immobilienfonds (56.957 TEuro), sonstige Investmentfonds (5.353 TEuro).


Dabei zeigt sich auf Basis der internen Risikoklassenstruktur nachfolgende Ratingverteilung:

Ratingklasse Volumenanteile in %
1 bis 5 (Investment Grade) 86,7
6 bis 10 0,2
11 bis 15C 0,0
16 bis 18 0,0


Keine Ratings liegen insbesondere bei Anteilen an Immobilienfonds und Aktien vor, bei denen aber die Anlagerichtlinien Vorgaben enthalten, wie investiert werden darf.


Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das Volumen in Form von Wertpapieren und Immobilien aus Immobilienfonds betrug am 31. Dezember 2023 107.840 TEuro.


Risikokonzentrationen im Eigengeschäft begegnen wir durch die Limitierung von Assetklassen und Emittenten.

5.3. Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren (Zinsen, Spreads, Aktienkurse und Immobilienpreise) ergibt. Optionen werden grundsätzlich innerhalb der betroffenen Risikokategorie abgebildet. Dabei beziehen sich implizite Optionen auf in Produkte eingebettete Rechte (z. B. Kündigungsrechte bei Darlehen und Sparprodukten).


Marktpreisrisiken aus den Spezialfondsanlagen werden nach dem Durchschauprinzip bei der Ermittlung der Risiken in den einzelnen Risikokategorien einbezogen.


Die Marktpreisrisikomessung erfolgt im Rahmen der ökonomischen Perspektive mit dem Varianz-Kovarianz-Ansatz, dem eine Normalverteilungsannahme der einzelnen Risikofaktoren zugrunde liegt. Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung der Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die Delta-Gamma-Variante ausgewählt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung festgelegter Limite sowie einzuhaltender Kennzahlen und der vereinbarten Anlagerichtlinien für unseren Spezialfonds. Der vom Vorstand benannte Anlageausschuss der Sparkasse hat die Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu unterstützen.

5.3.1. Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt.


In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie einer Dotierung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und vier Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung MPR

Steuerung des wertorientierten Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen historischen Simulation der Marktzinsänderungen: Die negative Abweichung der Performance innerhalb der nächsten 90 Tage (Haltedauer) wird mit einem Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Hierbei wird aktuell ein Stützzeitraum von 01/1988 bis 12/2022 verwendet. Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientiert sich die Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt an die Struktur des gleitenden 10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf. einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Neuanlagen bzw. Absicherungen.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Für Geschäfte mit unbestimmter Fälligkeit oder mit Kundenkündigungsrechten wurden für Messung der Zinsänderungsrisiken Annahmen (z. B. Bodensatz-, Zinsbindungsfiktion) getroffen. Die Cashflows variabel verzinslicher Produkte werden über das Konzept der gleitenden Durchschnitte abgebildet.

Die zu Positionen mit unbestimmter Kapitalbindung bestehenden gesetzlichen und vertraglichen Kündigungs- und Tilgungsrechte (implizite Optionen) werden in die Risikomessung einbezogen.


Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage bereitgestellter Risikolimite. Als Risikotoleranz wurde eine Obergrenze für den Zinsrisikokoeffizienten in Höhe von 25 % der Eigenmittel festgelegt. Dieser wurde im Geschäftsjahr 2023 eingehalten. Daneben wurde ein passiver Managementstil mit einem Performance-Abweichungslimit für einen Planungshorizont von 90 Tagen und einem Konfidenzniveau von 95 % in Höhe von 0,50 % sowie ein Add-on auf den VaR der Benchmark von 0,25 % festgelegt. Das Risiko des Zinsbuches der Sparkasse soll sich an dem 1,5-fachen der einfachen (ungehebelten) Vergleichs-Benchmark (gleitender 10-Jahreszins) orientieren. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 war das Risikolimit eingehalten, das Abweichungslimit durch Abweichungen in der Cashflow-Struktur überschritten.


Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).


Die Sparkasse prognostiziert die Entwicklung der Zinsspanne sowie der zinsinduzierten Abschreibungsrisiken auf Grundlage verschiedener Szenarien für die Zinsentwicklung, um die ggf. zeitverzögerten Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Zinsspanne und die zinsinduzierten Abschreibungsrisiken bis zum Jahr 2028 zu betrachten. Für die erwartete Entwicklung (Planszenario) wird ein Rückgang der Zinsen zugrunde gelegt. Auf Basis unserer Simulationsrechnungen beträgt das Zinsspannenrisiko für das Geschäftsjahr 2024 maximal 4.704 TEuro (bei einer Drehung der Zinsstruktur) und das zinsinduzierte Abschreibungsrisiko maximal 6.814 TEuro (bei einem Zinsanstieg um ad hoc 200 Basispunkte).


Die Auswirkungen eines Zinsschocks ad hoc um +/-200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEuro -5.649 +3.501
in % der aufsichtlichen Eigenmittel (Zinsrisikokoeffizient) -3,54 2,20


Konzentrationen bestehen in folgenden Bereichen:


Hoher Anteil in der Produktgruppe "Konsumenten- / Wohnungsbau- / sonstige Kredite" sowie in der Produktgruppe "Sichteinlagen / Termingeld".


Um diesen Konzentrationen zu begegnen, werden diese Produktgruppen im adversen Szenario der normativen Perspektive zusätzlich gestresst.

5.3.2. Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zugrunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Wir nehmen eine integrierte Betrachtung von Zins- und Spreadrisiken vor. Hierzu verweisen wir auf unsere Darstellung unter 5.1.


Die Steuerung des Spreadrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage der bereitgestellten Risikolimite.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk mittels der IT-Anwendung "Marktpreisrisiko" (MPR)


Konzentrationen bestehen aus ökonomischer Sicht in der Spreadklasse Bankschuldverschreibungen mit Rating A und aus normativer Sicht in den Spreadklassen Bankschuldverschreibungen mit Rating AA und Staatsanleihen mit Rating AA.


Um diesen Konzentrationen zu begegnen, werden diese Spreadklassen in den Stressszenarien zusätzlich gestresst.

5.3.3. Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente. Bei der Ermittlung des Markpreisrisikos aus Aktien werden das allgemeine und das besondere Kursrisiko gemeinsam betrachtet.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Die Steuerung des Aktienrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage der bereitgestellten Volumenlimite.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"


Aktien werden in einem überschaubaren Umfang ausschließlich in einem Exchange Traded Fund (ETF) gehalten.


Konzentrationen wurden keine festgestellt.

5.3.4. Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Die Steuerung des Immobilienrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage der bereitgestellten Volumen- und Risikolimite.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung caballito, wobei als Datenbasis für die Benchmarkzeitreihen die nach Land und Nutzungsart segmentierte IPD-Indizes mit einer Historie seit 2001 genutzt werden, die vom Index-Anbieter MSCI erstellt und durch Property & Data Analytics GmbH bereitgestellt werden.


Immobilien im Eigenbestand werden vorwiegend zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs unterhalten. In Immobilienfonds sind wir in einem vertretbaren Umfang investiert. Überschaubare Risiken ergeben sich aktuell aus der angespannten Marktlage.


Konzentrationen wurden keine festgestellt.

5.3.5. Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung und des Risikos eines Nachschusses.


Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie im Rahmen des Beteiligungsmanagements. Je nach Beteiligungsart wird nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen und Funktionsbeteiligungen unterschieden.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen für die Verbundbeteiligungen

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt.

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Risikos auf Basis einer Szenarioanalyse

Regelmäßige Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse der Beteiligungsunternehmen

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens


Für die Risikoermittlung setzt die Sparkasse folgende Parameter ein:

SR 2-Parameter für Verbundbeteiligungen (Mischungsindex 80 % "iBoxx Euro Financials Subordinated Total Return" für europäische Nachranganleihen und 20 % "EURO STOXX Financials Euro - Total Return" für europäische Aktien), die wir aufgrund des geringen Bestandes auch auf die Funktionsbeteiligungen anwenden


Wertansätze für Beteiligungsinstrumente zum 31. Dezember 2023:

Buchwert in
TEuro
Strategische Beteiligungen 10.335
Funktionsbeteiligungen 181


Konzentrationen wurden keine festgestellt.

2 SR: Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH

5.3.6. Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Im Rahmen der Risikoinventur 2023 wurde die Unwesentlichkeit des Refinanzierungskostenrisikos festgestellt.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie. Als Steuerungsgröße wird das Risikomaß eines Überlebenshorizonts (Survival Period) verwendet. Es wurde festgelegt, dass im kombinierten Stressszenario der Überlebenshorizont mindestens drei Monate betragen soll. Der zum 31. Dezember 2023 ermittelte Überlebenshorizont der Sparkasse beträgt mindestens sechs Monate.


Daneben wurde festgelegt, dass die aufsichtlichen Liquiditätskennzahlen Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR) dauerhaft die festgelegten Schwellwerte nicht unterschreiten sollen. Die LCR und die NSFR lagen im Jahr 2023 stets über den definierten Schwellenwerten von jeweils 1,1.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der LCR und der NSFR

Regelmäßige szenariospezifische Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Berücksichtigung des Liquiditätsverbunds in der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung (inkl. eines adversen Szenarios)

Regelmäßige Überwachung der Refinanzierungskonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


Konzentrationen wurden keine festgestellt.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

5.3.7. Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage der bereitgestellten Risikolimite. Es werden OpRisk-Szenarien zur Erhebung von Ex-ante-Daten genutzt sowie eine Schadensfalldatenbank zur Erhebung von Ex-post-Daten eingesetzt. Zum Umgang der ermittelten operationellen Risiken nutzt die Sparkasse die Handlungsalternativen Risikoakzeptanz, -reduzierung und -transfer. Den operationellen Risiken wird u. a. auch im Rahmen der Gestaltung und Überwachung von Prozessen durch Kontrollmechanismen und Dokumentationen sowie durch Vorsorgemaßnahmen, Notfallkonzepte und den Abschluss von Versicherungen Rechnung getragen.


Die Sparkasse nutzt zur Messung der operationellen Risiken in der ökonomischen Perspektive das von der SR bereitgestellte OpRisk-Schätzverfahren. Die Methodik des OpRisk-Schätzverfahrens beinhaltet, dass die Sparkasse zunächst basierend auf ihrer eigenen Verlusthistorie den Median ihrer Gesamtjahresverlustverteilung schätzt. Dieser Median wird zusätzlich mit dem Median des OpRisk-Pools für Schadensfälle adjustiert. Der erwartete periodische Verlust für ein Jahr dient als Ausgangsbasis für die Berechnung des erwarteten barwertigen Verlustes, bei der weitere Faktoren (z. B. Bestandsgeschäftsfaktor, Nachlauffrist) berücksichtigt werden.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Jährliche Schätzung von operationellen Risiken auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT


Konzentrationen wurden keine festgestellt.

5.3.8. Sonstige Risiken


Im Rahmen der Risikoinventur hat die Sparkasse über die vorstehenden Risiken hinaus keine weiteren wesentlichen Risiken identifiziert.

5.3.9. Gesamtbeurteilung der Risikolage


Die Risiken der Sparkasse waren im Jahr 2023 stets mit ausreichend Risikodeckungspotenzial unterlegt (ökonomische Perspektive). Im Jahr 2023 bewegten sich die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Eine Limitanpassung ergab sich zum 30. September 2023 aufgrund der im Rahmen der Risikoinventur 2023 festgestellten Unwesentlichkeit des Refinanzierungskostenrisikos. Das Risikotragfähigkeitslimit war am Bilanzstichtag mit 54,6 % ausgelastet. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen erfüllt. Demnach ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben.


Bestandsgefährdende oder entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht erkennbar.


Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als tragfähig.

6. Prognosebericht


Auf Basis der Analyse der Entwicklung haben wir im letzten Quartal 2023 für das Jahr 2024 eine Geschäftsplanung erstellt. Grundlage dafür bildet unsere mittelfristige Geschäftsplanung. Einbezogen in die Planung wurden Erwartungen zum wirtschaftlichen Umfeld. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung wesentlich abweichen. Die Sparkasse verfügt über Instrumente und Prozesse, um Abweichungen zu erkennen, zu analysieren und gegebenenfalls steuernd einzugreifen.

Der Internationale Währungsfonds geht in der aktualisierten Konjunkturprognose vom Januar 2024 von einem Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr von 3,1 % aus, für 2025 von 3,2 % 1. Die weltweiten Verbraucherpreise würden sich in 2024 auf 5,8 % und im Jahr 2025 weiter auf 4,4 % reduzieren 1. Für die Länder der Europäischen Union sehen die Volkswirte der Europäischen Kommission einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes für 2024 von 0,9 % und im Folgejahr von 1,7 %. Die europäischen Verbraucherpreise würden sich in 2024 auf 3,0 % und im Jahr 2025 weiter auf 2,5 % reduzieren 13 .

Das ifo-Institut prognostiziert Stand März 2024 im laufenden Jahr für die Bundesrepublik ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % und für das Jahr 2025 ein Wachstum von 1,5 % 14. Nach Einschätzung der Auguren wird die Inflation in Deutschland weiter zurückgehen. Im Jahresdurchschnitt rechnet das Institut im Jahr 2024 mit einer Inflationsrate von 2,3 % und für 2025 von 1,6 % 14. Deshalb wird allgemein für 2024 mit ersten Zinssenkungsschritten der Europäischen Zentralbank gerechnet. Risiken für die Wirtschaft seien laut ifo-Institut mannigfaltig, jedoch in erster Linie bei der Unsicherheit in der weiteren Entwicklung der Energiepreise sowie bei der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzpolitik verortet 14 .

Analog der internationalen und deutschlandweiten wirtschaftlichen Einschätzungen, ist auch das heimische Verhalten der Unternehmer weiter von Unsicherheit und Vorsicht geprägt. Der regionale Geschäftsklimaindex steigt von 82 Punkten im Herbst leicht auf 88 Indexpunkte zum Jahreswechsel 2024. Dabei hat sich die Beurteilung der aktuellen Lage der heimischen Unternehmer im Vergleich zur Vorumfrage leicht verbessert. Der Saldo steigt auf +9 % (Vorumfrage +2 %) an. Die Erwartungen in zukünftige Geschäfte der Firmen an Lahn und Dill präsentieren sich zwar ebenfalls aufwärtsgerichtet, jedoch folgen sie der Lagebeurteilung eher zögerlich. Der Saldo steigt von -34 % auf -29 %. Risiken werden hauptsächlich in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, einer nachlassenden Inlandsnachfrage, in hohen Rohstoff- und Energiepreisen, in steigenden Arbeitskosten sowie im Fachkräftemangel gesehen 11 .


Unter Berücksichtigung dieser wirtschaftlichen Entwicklung gehen wir für das Jahr 2024 von einem spürbaren Wachstum der Kreditnachfrage gegenüber 2023 und einer erheblichen Verminderung der Eigenanlagen (inklusive der Forderungen an Kreditinstitute) aus. Auch wegen der geplanten erheblichen Steigerung des Kundenwertpapiergeschäftes gehen wir im Bereich der Kundenpassiva im Jahr 2024 von einer leichten Abnahme der Bestände aus. Für die Bilanzsumme ist im Folgejahr ein leichter Zuwachs geplant.


Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einem leicht sinkenden Zinsniveau bei einer im kurzfristigen Bereich noch inversen und im mittel- langfristigen Bereich geringfügig steigenden bis flachen Zinsstrukturkurve. Die dadurch stabilen Margen im Kunden- und im Eigengeschäft sorgen dafür, dass der Zinsüberschuss mit einer nahezu konstanten Entwicklung prognostiziert wird. Im pessimistischen Szenario erwarten wir einen deutlichen Rückgang, im optimistischen Szenario einen starken Anstieg. Der Provisionsüberschuss wird mit einer erheblichen Steigerung geplant, was in erster Linie aus höher prognostizierten Erträgen im Giro- und Zahlungsverkehr sowie im Wertpapier- und Versicherungsgeschäft resultiert. Sowohl im pessimistischen Szenario als auch im optimistischen Szenario des Provisionsüberschusses, welche auf nicht erheblich modifizierten Einschätzungen des Fachbereiches beruhen, erwarten wir ebenfalls erhebliche Anstiege.


In erster Linie wegen der hohen Tarifabschlüsse rechnen wir für das Jahr 2024 mit einem starken Anstieg der Personalaufwendungen. Der Stellenplan wird zudem geringfügig zunehmen. Die Sachaufwendungen werden mit einer leichten Abnahme geplant. Dabei stehen höheren Kosten für den EDV-Aufwand, für Abschreibungen auf Grundstücke und Gebäude sowie für den Aus- und Fortbildungsaufwand Einsparungen bei den Pflichtbeiträgen, beim Porto- und Frachtaufwand sowie den sonstigen Dienstleistungen Dritter gegenüber.


In Summe all dieser Faktoren wird für das Geschäftsjahr 2024 ein gegenüber dem Vorjahr stark gesteigertes Betriebsergebnis vor Bewertung und eine leicht fallende Aufwands-Ertrags-Relation erwartet. Die Prognose für das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft liegt nach dem deutlichen Ertrag im Geschäftsjahr für das Jahr 2024 aufgrund des erwarteten Rückgangs des Zinsniveaus nochmals bei einem starken Ertrag. Im Kreditgeschäft wird nach einem geringfügigen Ertrag in 2023 für das Folgejahr gemäß Berechnung der Software Credit-Portfolio-View mit einem spürbaren Bewertungsaufwand gerechnet. Das Bewertungsergebnis im Verhältnis zum Betriebsergebnis vor Bewertung wird demnach die Zielgröße von <50,00 % wie im Geschäftsjahr (-48,83 %) im Folgejahr wieder einhalten (-8,27 %). Das neutrale Ergebnis planen wir nach dem leichten Aufwand im Geschäftsjahr für 2024 mit einem geringfügigen Aufwand. Aufgrund dieser prognostizierten Entwicklung rechnen wir nach 11,17 % im Jahr 2023 erneut mit einer Eigenkapitalrentabilität vor Steuern in Höhe von 8,28 % über der erforderlichen Zielgröße (> 4,00 %). Bei einem nahezu konstanten Gewinnausweis wäre eine erheblich höhere Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken möglich.


Aufgrund eines engen Reportings über eventuelle Abflüsse von Kundengeldern sowie schnell wirkende, geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen im Eigengeschäft, werden wir die Liquiditätsdeckungskennziffer nach der CRR in Höhe von 1,1 jederzeit einhalten können und die Gesamtkapitalquote nach der CRR wird sich aufgrund gestiegener gewichteter Risikoaktiva spürbar unter dem Vorjahresniveau bewegen.


Nach unserer Kapitalplanung per 31. Dezember 2023 bleibt der Going-concern-Ansatz in Bezug auf die Eigenkapitalunterlegung nach der CRR bis zum Ende des Planungshorizontes sichergestellt. Dies gilt auch für die ab 2025 erwartbar höheren Eigenkapitalbelastungen nach der CRR III, deren Auswirkungen über Simulationsrechnungen ermittelt und in die Kapitalplanung mit einbezogen wurden. Zudem ist die Einhaltung des ökonomischen Risikotragfähigkeitslimits sichergestellt.


Schlechtere Entwicklungen der Konjunkturaussichten für die Welt, Europa Deutschland und am Ende in der heimischen Region aufgrund des Aufflammens der unzähligen Krisenherde auf der Welt (Bsp. Nahost-Konflikt) bergen Risiken für die Zukunft. Eine nicht wie erhofft weiter nachlassende Inflation und in diesem Zuge keine oder spätere Zinssenkungen sind weiterhin latent vorhandene Unsicherheitsfaktoren. Zusätzliche Risiken liegen in den politischen Rahmenbedingungen und daraus resultierende gesetzliche Reglementierungen begründet. Diese Risiken können neben dem Zins- und Provisionsüberschuss sowie dem Verwaltungsaufwand insbesondere unser Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft aber auch das Bewertungsergebnis Kreditgeschäft negativ beeinflussen. Die zunehmende Wettbewerbssituation birgt ebenfalls Risiken für die Zukunft. Negative Planungsabweichungen können zudem in einer Beteiligungsabschreibung oder einem höheren Aufwand für operationelle Risiken liegen. Nach den im Rahmen des Planungsprozesses angenommenen Szenarien sind diese Risiken beherrschbar.


Ertragschancen sehen wir weiterhin in der zielstrebigen Fortsetzung der Ausrichtung als Vertriebssparkasse mit dem Ziel einer steigenden Kundenzufriedenheit sowohl bei den Privatkunden (70 %) als auch bei den Firmenkunden (67 %). Die Grundlage dafür bildet die Nähe zu unseren Kunden, die wir neben den stationären Filialen in dem konsequenten Ausbau der weiteren Vertriebs- und Kommunikationswege (Private-Banking, digitales Beratungscenter, eigenes Kundenservicecenter) inklusive einem integrierten Ansprachemanagement sehen. Zudem werden wir noch stärker den Fokus auf Wachstums- und Effizienzstrategien in den verschiedenen Kundensegmenten legen. Neu hinzu kommt die Multiproduktberatung im ImmobilenCenter. Die Etablierung des Anlage- und Wertpapierberatungsprozesses, das Vorhalten einer transparenten Girokontowelt mit den vielfältigen und modernen Zahlungsverkehrsmöglichkeiten (inklusive Payback) sowie die Neukundengewinnung bieten zusätzliche Ertragschancen. Als bedeutsamstem Faktor dabei sehen wir von je her unsere Mitarbeiter an, wo wir den Fokus noch mehr auf die Motivation und den Zusammenhalt lenken wollen, um die Mitarbeiterzufriedenheit weiterhin auf dem bisherigen überdurchschnittlichen Niveau zu halten.


Auf der Kostenseite werden wir sowohl den Personal- als auch den Sachaufwand weiter intensiv beleuchten und entsprechende Maßnahmen zur direkten Kostensenkung ausloten. Schwerpunkte in den nächsten Jahren bilden dabei weiterhin das Prozessmanagement, die Intensivierung der umgesetzten Maßnahmen zur Vertriebsstrategie der Zukunft, Modellorganisationen, der Abbau von Papierakten und ganz allgemein der Ausbau des Digitalisierungsgrades in der Sparkasse. Zudem werden weiterhin sowohl Outsourcing- als auch Insourcing-Aktivitäten geprüft.


Zusammengefasst gehen wir für das Geschäftsjahr 2024 im operativen Ergebnis nochmals von einer positiveren Entwicklung aus. Das Bewertungsergebnis wird wiederum positiv sein, jedoch unter dem Vorjahreswert liegen.

7. Quellenangaben für unter 1.1 und 1.2 genannte Rahmenbedingungen und unter 6. genannte Prognosen

1 Quelle: https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024?cid=ca-com-compd-pubs belt
2 Quelle: https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/TEC00115 custom 1177235/book-mark/table?lang=de&bookmarkId=9f727da7-3466-4e82-af24-c35c703fe6f9
3 Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24 019 811.html
4 Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2024-02-jahresrueckblick-2023
5 Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2024-01-arbeitsmarkt-im-dezember-2023
6 Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24 020 611.html
7 Quelle: https://www.modern-banking.de/z/ezb.php
8 Quelle: https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagerbericht-zum-fruehsommer-2021-5139966
9 Quelle: https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagebericht-zum-fruehsommer2023-5420204
10 Quelle: https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagerbericht-zum-fruehsommer-2022-5544432
11 Quelle: https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagebericht-zum-jahresbeginn-2024-6054646
12 Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/limburg-wetzlar/presse/2024-2-der-arbeits-markt-im-agenturbezirk-limburg-wetzlar-nachlassende-personalnachfrage-belastet-arbeitsmarkt
13 Quelle: https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-fore-casts/winter-2024-economic-forecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-in-flation_en?prefLang=de
14 Quelle: https://www.ifo.de/fakten/2024-03-06/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024-deut-sche-wirtschaft-wie-gelaehmt


Dillenburg, im März 2024/Juni 2024

Statistischer Bericht über die Erfüllung des öffentlichen Auftrags der Sparkasse im Geschäftsjahr 2023 (§ 15 Abs. 2 Satz 2 i. V. m. § 2 HSpG)

I. Mitarbeiter, Geschäftsstellennetz und Förderung gemeinnütziger und kommunaler Belange

1. Mitarbeiter (per 31.12.2023)

Beschäftigte insgesamt 288
- davon Auszubildende 20

2. Geschäftsstellennetz (per 31.12.2023)

Filialen inkl. Hauptstelle 15
SB-Filialen 2
Geldautomaten 26
Terminals mit Überweisungsfunktion 28

3. Spenden und Sponsoring (ohne Stiftungsausschüttungen) im Geschäftsjahr

In Tsd. EUR Volumen Anteil in %
Insgesamt 211,0 100,00
Davon Verwendung für:
• Soziales 78,0 36,97
• Kultur 44,0 20,85
• Umwelt 12,0 5,69
• Sport 74,0 35,07
• Forschung/Wirtschafts-/ Wissenschaftsförderung 3,0 1,42
• Sonstiges 0,0 0,00

4. Stiftung der Sparkasse Dillenburg

1. Stiftungskapital am 31.12.2023 (in Tsd. EUR) 3.400,0
2. Stiftungsausschüttungen im Geschäftsjahr
Insgesamt (in Tsd. EUR): 38,0
Davon Verwendung für: Volumen Anteil in %
• Soziales/Bildung 22,0 57,89
• Kultur 8,0 21,05
• Umwelt 4,0 10,53
• Infrastruktur- und Wirtschaftsförderung 4,0 10,53

5. Steuerleistung im Geschäftsjahr

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (in Tsd. EUR) 3.798
Sonstige Steuern (in Tsd. EUR) 66

II. Förderung der Vermögensbildung

1. Bilanzwirksame Anlagen

a) Kontenzahl

31.12.2023
Sparkonten 37.208
Termingeldkonten 101
Konten für täglich fällige Gelder darunter: 70.665
• Geschäftsgirokonten 6.389
• Privatgirokonten 49.651
Summe 107.974

b) Vermögensbildung

31.12.2023 (in Tsd. EUR)
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (in Tsd. EUR) 1.313.076
Davon:
• Spareinlagen 266.244
• Andere Verbindlichkeiten 1.046.832
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.006
Nachrangige Verbindlichkeiten ./.
Genussrechte ./.

2. Bilanzneutrale Anlagen

a) Anzahl Kundendepots

31.12.2023
Anzahl Kundendepots
• Sparkassen-Depots (einschl. Comfort-Depots beim S-Broker) 1.368
• S-Broker-Direkt-Depots 33
• DekaBank-Depots 8.144

b) Kundenwertpapiergeschäft - Bestände

Bestand am 31.12.2023 (in Tsd. EUR)
Depotbestand
• festverzinsliche Wertpapiere 145.445
• Aktien, Optionsscheine 47.538
• Investmentfonds in Comfort-Depots beim S-Broker 105.611
• Investmentfondsanteile in S-Broker-Direkt-Depots 221
• Investmentfondsanteile in DekaBank-Depots 143.475

III. Befriedigung des örtlichen Kreditbedarfs

1. Forderungen an Kunden

31.12.2023
Forderungen an Kunden (in Tsd. EUR) 1.052.026

2. Darlehenszusagen und -auszahlungen im Geschäftsjahr

Darlehenszusagen (in Tsd. EUR) 133.002
Darlehensauszahlungen (in Tsd. EUR) 152.226

IV. Girokonten auf Guthabenbasis

31.12.2023
Girokonten auf Guthabenbasis, Anzahl 708

V. Beratung von Existenzgründern


Im Geschäftsjahr 2023 hat die Sparkasse vier potenzielle Existenzgründerinnen und Existenzgründer in finanziellen Fragen beraten. In die Gesamtfinanzierungsmittel in Höhe von 2.437 TEuro wurden dabei sowohl Sparkassenmittel, öffentliche Fördermittel, Eigenmittel der Gründer als auch Sonstiges einbezogen. Die Branchenschwerpunkte der Gründer in unserem Geschäftsgebiet nach dem Volumen lagen im vergangenen Jahr bei der Produktion, den Freiberuflern und im Handwerk.

VI. Vermittelte Förderkredite

2023
Volumen (in Tsd. EUR) 15.009

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Dillenburg
Sitz Dillenburg
eingetragen beim
Amtsgericht Wetzlar
Handelsregister-Nr. A 5365

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 10.422.057,06 11.084
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 12.873.377,22 13.578
23.295.434,28 24.662
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 120.347.990,82 119.132
b) andere Forderungen 110.529.897,10 118.106
230.877.887,92 237.238
4. Forderungen an Kunden 1.052.025.799,64 1.044.096
darunter:
durch
Grundpfandrechte
gesichert
476.012.526,54 EUR (448.922)
Kommunalkredite 24.855.999,12 EUR (27.914)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 49.392.242,88 63.507
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
49.392.242,88 EUR (63.507)
bb) von anderen Emittenten 105.932.071,97 120.732
darunter:
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank
62.713.249,50 EUR (59.492)
155.324.314,85 184.239
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
155.324.314,85 184.239
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 131.231.349,24 123.682
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 10.515.597,34 10.242
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
674.275,30 EUR (674)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 3.884.150,38 4.953
darunter:
Treuhandkredite 3.884.150,38 EUR (4.953)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
0,00 0
12. Sachanlagen 21.301.347,34 22.304
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.377.910,79 1.417
14. Rechnungsabgrenzungsposten 67.756,86 71
15. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 197,70 6
Summe der Aktiva 1.629.901.746,34 1.652.910

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 3.518.442,91 349
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 130.433.423,11 134.394
133.951.866,02 134.743
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 203.487.245,05 259.093
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 62.757.072,26 8.316
266.244.317,31 267.409
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 982.192.255,10 1.050.305
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 64.639.774,21 18.070
1.046.832.029,31 1.068.376
0,00 0
1.313.076.346,62 1.335.785
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 1.005.722,67 4.513
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
eigene Akzepte und
Solawechsel im Umlauf
0,00 EUR (0)
1.005.722,67 4.513
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 3.884.150,38 4.953
darunter:
Treuhandkredite 3.884.150,38 EUR (4.953)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 971.138,97 2.721
6. Rechnungsabgrenzungsposten 46.881,39 69
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 13.203.995,00 13.238
b) Steuerrückstellungen 1.353.870,66 0
c) andere Rückstellungen 6.780.156,05 7.650
21.338.021,71 20.888
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig
0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 66.300.000,00 62.000
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 87.238.384,10 86.359
87.238.384,10 86.359
d) Bilanzgewinn 2.089.234,48 879
89.327.618,58 87.238
Summe der Passiva 1.629.901.746,34 1.652.910
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 20.843.394,29 22.907
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0
20.843.394,29 22.907
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 40.539.594,98 63.525
40.539.594,98 63.525

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 31.023.442,84 23.363
darunter:
abgesetzte
negative Zinsen
0,00 EUR (300)
aus der Abzinsung
von Rückstellungen
3,83 EUR (0)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 2.748.984,03 1.178
darunter:
abgesetzte
negative Zinsen
0,00 EUR (0)
33.772.426,87 24.541
2. Zinsaufwendungen 6.763.795,74 1.517
darunter:
abgesetzte
positive Zinsen
12.920,65 EUR (833)
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen
8,72 EUR (0)
27.008.631,13 23.024
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 2.638.726,62 1.877
b) Beteiligungen 1.246.184,11 1.027
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
3.884.910,73 2.904
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 12.052.218,90 11.639
6. Provisionsaufwendungen 572.534,92 705
11.479.683,98 10.934
7. Nettoertrag des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.343.961,82 2.098
darunter:
aus der Fremd-
währungsumrechnung
71.731,32 EUR (78)
aus der Abzinsung
von Rückstellungen
43.570,47 EUR (36)
9. (weggefallen)
44.717.187,66 38.960
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 13.568.556,49 13.029
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 4.020.591,80 5.101
darunter:
für Altersversorgung 1.518.847,05 EUR (2.679)
17.589.148,29 18.130
b) andere Verwaltungsaufwendungen 10.125.529,97 8.334
27.714.678,26 26.464
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.783.499,18 1.354
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 887.781,22 3.231
darunter:
aus der Fremd-
währungsumrechnung
8.213,04 EUR (8)
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen
162.498,59 EUR (380)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 8.062.370,57 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 3.506
8.062.370,57 3.506
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 8.871
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 3.984.894,05 0
3.984.894,05 8.871
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 4.300.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.953.752,48 2.546
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.798.465,66 1.600
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 66.052,34 68
3.864.518,00 1.667
25. Jahresüberschuss 2.089.234,48 879
26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
2.089.234,48 879
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
2.089.234,48 879
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) in andere Rücklagen 0,00 0
0,00 0
29. Bilanzgewinn 2.089.234,48 879

ANHANG der Sparkasse Dillenburg zum 31. Dezember 2023

A. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN


Der Jahresabschluss der Sparkasse Dillenburg zum 31. Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Um die Transparenz der Rechnungslegung zu erhöhen, haben wir in Teilbereichen Vorjahresangaben über die gesetzlich vorgesehenen Angaben hinaus gemacht.


Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden sind gemäß dem Wahlrecht des § 340e Abs. 2 HGB grundsätzlich zum Nennwert ausgewiesen, wobei ein eventueller Unterschiedsbetrag zwischen Nennwert und Auszahlungsbetrag als Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert und zeitanteilig aufgelöst wird.


Erforderliche Wertberichtigungen werden vom Forderungsbestand abgesetzt. Die Vorsorge für Risiken im Kreditgeschäft umfasst Wertberichtigungen und Rückstellungen für alle akuten und latenten Ausfallrisiken.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt.


Den latenten Ausfallrisiken wird durch eine pauschale Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen, die wir auf Basis der Stellungnahme IDW RS BFA 7 bewertet haben. Dabei haben wir mit der in der internen Risikosteuerung eingesetzten Anwendung CreditPortfolioView den erwarteten Verlust für einen 12-Monatszeitraum ohne Anrechnung einer Bonitätsprämie berechnet. Grundlage dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung entsprechend behandelt. Die im Rahmen der Berechnung der pauschalen Risikovorsorge verwendeten Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.


Wir haben als Voraussetzung für die Anwendung der Bewertungsvereinfachung im Rahmen der Kreditvergabe sichergestellt, dass die Konditionenvereinbarung unter Berücksichtigung einer risikoadäquaten Bonitätsprämie erfolgt, deren Höhe sich an dem erwarteten Verlust über die Restlaufzeit orientiert. Diese Ausgeglichenheitsannahme haben wir zum Bilanzstichtag überprüft. Dabei haben wir auch im Rahmen eines Stichtagsvergleichs die Entwicklung des mit CreditPortfolioView für die Restlaufzeit berechneten erwarteten Verlusts des Portfolios (sog. Lifetime Expected Loss) analysiert. Die Grundlagen der Berechnungen entsprechen im Wesentlichen der Ermittlung des erwarteten Verlusts für einen 12-Monatszeitraum. Danach kann die Ausgeglichenheit weiter angenommen werden.


Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) und den Forderungen an Kreditinstitute (Aktivposten 3). Die für Eventualverbindlichkeiten sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten Pauschalwertberichtigungen werden an den Unterstrichpositionen abgesetzt und als Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für widerrufliche Kreditzusagen erfolgt allein der Ausweis als Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen Rückstellungen (Passivposten 7c).


Für die bei Kreditinstituten bestehenden besonderen Risiken sind zudem versteuerte Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und der Fonds für allgemeine Bankrisiken i. S. v. § 340g HGB vorhanden. Das Wahlrecht gemäß § 340f Abs. 3 HGB wurde in Anspruch genommen.


Strukturierte Finanzinstrumente werden entsprechend den Vorgaben der Stellungnahme zur Rechnungslegung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW RS HFA 22) grundsätzlich einheitlich bilanziert. Eine getrennte Bilanzierung der einzelnen Komponenten wird dann vorgenommen, wenn das eingebettete Derivat im Vergleich zum Basisinstrument wesentlich erhöhte oder zusätzlich andersartige Risiken oder Chancen aufweist und eine einheitliche Bilanzierung zu einer unzutreffenden Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen würde.


Den Wertpapierbestand unterteilen wir gemäß den handelsrechtlichen Bestimmungen nach der jeweiligen Zweckbestimmung in Anlagevermögen, Liquiditätsreserve und Handelsbestand. Die institutsinternen Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht geändert.


Die Wertpapiere des Anlagevermögens und der Liquiditätsreserve werden grundsätzlich zu den Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Ergänzend verweisen wir auf die Angaben zu den Finanzanlagen.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der genannten Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen Wertpapiere ausschließlich nicht aktive Märkte vor.


In den Fällen, in denen kein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Bewertung anhand von Kursen vorgenommen, die vom Finanzmarktdatenanbieter Refinitiv Germany GmbH bereitgestellt wurden. Diesen Kursen liegt ein Discounted-Cashflow-Modell zugrunde. Für im Rahmen von Kreditbaskettransaktionen der S-Finanzgruppe erworbene Credit-Linked-Notes haben wir die Bewertung anhand eines Bewertungsmodells (Discounted-Cashflow-Modell), das von der Bayerischen Landesbank bereitgestellt wurde, vorgenommen. Die Credit-Linked-Notes haben wir in Übereinstimmung mit der IDW Stellungnahme RS HFA 22 in ihre Bestandteile zerlegt und getrennt bilanziert. Zur Behandlung des getrennten Credit-Default-Swaps verweisen wir auf unsere Ausführungen zur Bilanzierung und Bewertung von Kreditderivaten.


Anteile an Investmentvermögen bewerten wir zu den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren von der Kapitalverwaltungsgesellschaft veröffentlichten investmentrechtlichen Rücknahmepreis oder zum Börsenkurs, sofern ein aktiver Markt vorliegt. Bei insgesamt 56.618 TEUR Anteilen an offenen Immobilienfonds, die wir der Liquiditätsreserve zugeordnet haben, sind vertraglich geregelte Rückgabefristen zu beachten. Bei Nichtbeachtung dieser Fristen erhebt die Kapitalverwaltungsgesellschaft einen Rückgabeabschlag. Da eine vorfristige Rückgabe der Investmentanteile nicht beabsichtigt ist, haben wir den möglichen Rückgabeabschlag bei der Bewertung nicht berücksichtigt.


Wertpapiere, die wir im Rahmen der Wertpapierleihe verleihen, weisen wir weiterhin in der Bilanz aus, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, bei der Sparkasse verbleiben. Der Buchwert der verliehenen Wertpapiere beträgt zum Bilanzstichtag 54.425 TEUR (Vorjahr: 49.831 TEUR).


Die Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. den fortgeführten Buchwerten bilanziert; bei Wertminderung werden Abschreibungen vorgenommen. Ergänzend verweisen wir auf die Angaben zu den Finanzanlagen.


Die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte des Anlagevermögens und die Sachanlagen bewerten wir zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.


Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 250 EUR nicht übersteigen, werden aus Vereinfachungsgründen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen sofort als Aufwand erfasst. Geringwertige Vermögensgegenstände werden aus Vereinfachungsgründen bis zu Anschaffungskosten von 800 EUR im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.


Soweit die Gründe für vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen bzw. für Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen nach § 253 Abs. 5 Satz 1 HGB vorgenommen.


Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag bzw. Nominalbetrag passiviert. Der Unterschied zwischen Nennbetrag und Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten wird in den Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und zeitanteilig aufgelöst.


Bei der Bemessung der Rückstellungen haben wir alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste ausreichend berücksichtigt. Dabei haben wir Einschätzungen vorgenommen, ob dem Grunde nach rückstellungspflichtige Tatbestände vorliegen und ob nach aktuellen Erkenntnissen eine Inanspruchnahme zu erwarten ist. Dabei wurde in Einzelfällen auf die Einschätzung externer Sachverständiger zurückgegriffen. Soweit erforderlich haben wir künftige Preis- und Kostensteigerungen sowie bei Abzinsung der Rückstellungen die Zinssätze entsprechend den Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung berücksichtigt. Rückstellungen mit einer ursprünglichen Laufzeit von genau einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst. Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von über einem Jahr werden dagegen auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst. Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten ist. Für Veränderungen des Verpflichtungsumfangs wird die Annahme getroffen, dass diese zum Periodenende eingetreten sind. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich im Aufzinsungsergebnis ausgewiesen. Soweit es sich um bankspezifische Grundgeschäfte handelt, wird das Aufzinsungsergebnis in den GuV-Posten "Zinserträge" oder "Zinsaufwendungen" ausgewiesen. Bei den übrigen Rückstellungen weisen wir die Aufzinsungsergebnisse in den GuV-Posten "Sonstige betriebliche Erträge" oder "Sonstige betriebliche Aufwendungen" aus. Hinsichtlich des Passivpostens 7a) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" wird der Effekt aus der Änderung des Abzinsungssatzes zusammen mit dem Aufzinsungsergebnis in dem GuV-Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.


Rückstellungen für Pensionen sind gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Dabei wurden die Heubeck-Richttafeln 2018 G und ein durchschnittlicher Marktzinssatz von 1,83 %, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, zugrunde gelegt. Hierbei haben wir die von der Deutschen Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung ermittelten Zinssätze verwendet. Die durchschnittlichen Marktzinssätze wurden auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelt. Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden mit 3,0 % p. a. berücksichtigt, erwartete Steigerungen der Pensionsleistungen mit 2,5 % p. a., Steigerungen der anzurechnenden Sozialversicherungsrenten mit 2,5 % p. a. und Steigerungen der anzurechnenden ZVK-Rente in der Rentenbezugszeit mit 1,0 % p. a. laut Satzung der jeweiligen ZVK.


Für Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitmodellen bestehen Vermögenswerte, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen (Deckungsvermögen). Sie werden gemäß § 253 Abs. 1 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem von unserem Kontrahenten mitgeteilten Aktivierungswert für das Versicherungsguthaben. Die Vermögensgegenstände wurden nach § 246 Abs. 2 HGB mit den korrespondierenden Verpflichtungen aus Lebensarbeitszeitmodellen saldiert.


Zu Einzelangaben zu den zum 31. Dezember 2023 vorgenommenen Verrechnungen verweisen wir auf die Angaben im Abschnitt B. II. "Angaben zur Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 HGB".


Ungeachtet der Tatsache, dass wir vom BGH-Urteil vom 6. Oktober 2021 (XI ZR 234/20) zu unwirksamen Zinsanpassungsklauseln bei Prämiensparverträgen nicht unmittelbar als Prozessbeteiligte betroffen sind, haben wir die Auswirkungen des BGH-Urteils analysiert und geprüft. Soweit die von uns abgeschlossenen Sparverträge eine vergleichbare Ausgestaltung haben, haben wir für eventuelle Zinsansprüche der Kunden die in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 gebildeten Rückstellungen neu bewertet und fortgeführt. Dabei haben wir im Rahmen einer vernünftigen kaufmännischen Beurteilung die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden aus bereits beendeten, noch nicht verjährten Sparverträgen weitere Zinsansprüche geltend machen, geschätzt. Für noch laufende Sparverträge werden wir spätestens zum Ende der Vertragslaufzeit eine Abrechnung unter Berücksichtigung der im Urteil des BGH festgelegten Grundsätze und der noch ausstehenden Rechtsprechung zum angemessenen Referenzzinssatz vornehmen. Für die aus der bisherigen Vertragslaufzeit sich ggf. ergebenden Zinsnachzahlungen haben wir unter Berücksichtigung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ebenfalls entsprechende Rückstellungen gebildet.


Den Referenzzinssatz, der einen wesentlichen Parameter für die Bewertung der Rückstellungen darstellt, haben wir aufgrund der derzeit noch ungeklärten Rechtslage für Zwecke der Bewertung der Rückstellungen unter Berücksichtigung des handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips geschätzt.


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden des Bankbuchs sowie die derivativen Finanzinstrumente, insbesondere Zinsswaps, einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.


Für getätigte Anlagen gezahlte Zinsen (sogenannte "Negativzinsen") werden im GuV-Posten 1 ausgewiesen. Die für aufgenommene bzw. erhaltene Gelder von der Sparkasse empfangenen Negativzinsen werden im GuV-Posten 2 ausgewiesen.


Anteilige negative Zinsen aus Geldanlagen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, aber bereits am Bilanzstichtag den Charakter von bankgeschäftlichen Verbindlichkeiten haben, wurden auf der Passivseite der Bilanz bzw. abzugrenzende negative Zinsen aus Geldaufnahmen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, aber bereits am Bilanzstichtag den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen haben, auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen.


Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 256a HGB bzw. § 340h HGB. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB sehen wir als gegeben an, soweit eine Identität von Währung und Betrag der gegenläufigen Geschäfte vorliegt. Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, die auf ausländische Währung lauten, sowie schwebende Fremdwährungskassageschäfte werden zum EZB-Referenzkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus Beständen außerhalb der besonderen Deckung werden unter Berücksichtigung des § 256a HGB gebucht und in den GuV-Posten "Sonstige betriebliche Erträge" und "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen. Die Umrechnungsergebnisse aus Geschäften, die in die besondere Deckung einbezogen sind, werden saldiert je Währung in den Sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.


Zinsswaps, die der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos dienen, werden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs gemäß der IDW Stellungnahme RS BFA 3 n. F. einbezogen. Der Ausweis der Zinsabgrenzungen erfolgt saldiert je Zinsswap.


Kreditderivate werden entsprechend den Vorgaben der IDW Stellungnahme RS BFA 1 bilanziert und bewertet. Dabei werden Kreditderivate, die nach der genannten Stellungnahme als "erhaltene Kreditsicherheiten" einzustufen sind, nicht eigenständig bilanziert, sondern bei der Bewertung der besicherten Forderung, d. h. bei der Ermittlung von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen bzw. Rückstellungen im Kreditgeschäft, berücksichtigt.


Kreditderivate, die mit keinem anderen Geschäft der Sparkasse in Verbindung stehen ("freistehende Kreditderivate") und bei denen wir als Sicherungsgeber auftreten, haben wir ausschließlich in Bezug auf Adressenausfallrisiken abgeschlossen. Es ist beabsichtigt, diese Kreditderivate bis zur Endfälligkeit bzw. bis zum Eintritt des Kreditereignisses zu halten. Sie werden entsprechend den Grundsätzen für das Bürgschafts- und Garantiekreditgeschäft behandelt und als Eventualverbindlichkeit ausgewiesen. Wird am Abschlussstichtag ernsthaft mit dem Eintritt des vereinbarten Kreditereignisses gerechnet, wird eine entsprechende Rückstellung gebildet. Die ausgewiesene Eventualverbindlichkeit wird um den Betrag der gebildeten Rückstellung gekürzt.

B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ SOWIE ZU DEN POSTEN UNTER DEM BILANZSTRICH

I. POSTENBEZOGENE ANGABEN

FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE

a) Forderungen an die eigene Girozentrale


Im Posten Forderungen an Kreditinstitute sind Forderungen an die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt am Main und Erfurt, in Höhe von 96.759 TEUR (Vorjahr: 100.687 TEUR) enthalten.

b) Nachrangige Vermögensgegenstände


Im Posten Forderungen an Kreditinstitute sind insgesamt nachrangige Vermögensgegenstände in Höhe von 5.000 TEUR (Vorjahr: 5.000 TEUR) enthalten. Der Gesamtbetrag entfällt auf den Unterposten "b) andere Forderungen".

c) Fristengliederung

Restlaufzeit bis drei Monate Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis ein Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
b) andere Forderungen (ohne Bausparguthaben) 14.887 10.000 30.000 52.500


Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch gemacht.

FORDERUNGEN AN KUNDEN

a) Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht


C. Im Posten Forderungen an Kunden sind Forderungen in Höhe von 8.991 TEUR (Vorjahr: 7.764 TEUR) an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten.

b) Fristengliederung

Restlaufzeit bis drei Monate Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis ein Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren unbestimmte Laufzeit
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Forderungen an Kunden 33.398 75.786 320.901 604.447 16.950


Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch gemacht.

SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

a) Börsenfähige Wertpapiere

insgesamt davon: börsennotiert davon: nicht börsennotiert darunter: nicht mit dem Niederstwert bewertet
TEUR
155.324 125.100 30.224 -

b) Fristengliederung


Von den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren werden 50.326 TEUR in dem Jahr fällig, das auf den Bilanzstichtag folgt. Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch gemacht.

AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

a) Börsenfähige Wertpapiere

insgesamt davon: börsennotiert davon: nicht börsennotiert darunter: nicht mit dem Niederstwert bewertet
TEUR
12.978 1.399 11.579 -

b) Angaben zu Anteilen an Investmentvermögen


Zu Anteilen an Sondervermögen i. S. d. § 1 Abs. 10 KAGB, an denen die Sparkasse am 31. Dezember 2023 mehr als 10 % der Anteile hält, machen wir gemäß § 285 Nr. 26 HGB die folgenden Angaben:

Bezeichnung des Investmentvermögens Marktwert Differenz zum Buchwert Ausschüttungen im Geschäftsjahr
TEUR
Renten-Spezialfonds
HI Dill Fonds 71.215 - 677


Das dargestellte Investmentvermögen unterliegt zum Bilanzstichtag keiner Beschränkung in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe.

BETEILIGUNGEN

a) Anteilsbesitz


Unter den Beteiligungen werden die Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen:

Name Sitz Kapitalanteil in % Eigenkapital** Ergebnis Jahresabschluss per
TEUR TEUR
Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen Frankfurt am Main und Erfurt 1,27 * * *
TransMit Gesellschaft für Technologietransfer mbH Gießen 2,78 3.359 220 31.12.2022
Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG Bad Homburg v. d. Höhe 0,13 697.089 51.994 30.09.2022
Hessisch-Thüringische Sparkassen Beteiligungsgesellschaft Frankfurt am Main 1,27 3.619 117 31.12.2023
Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG Neuhardenberg 0,14 3.285.298 2.830 31.12.2022
S-International Mittelhessen GmbH Gießen 5,00 1.357 852 31.12.2022

* keine Veröffentlichung
** unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses/-fehlbetrags vor Gewinnverwendung

TREUHANDVERMÖGEN


Das Treuhandvermögen betrifft mit 3.883 TEUR Forderungen an Kunden und mit 1 TEUR Forderungen an Kreditinstitute.

SACHANLAGEN

a) Grundstücke und Gebäude


Die Grundstücke und Bauten entfallen mit Buchwerten von 14.394 TEUR (Vorjahr: 15.587 TEUR) auf von der Sparkasse im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Bauten. Die Buchwerte von Grundstücken und Bauten mit anderer Nutzung betragen 5.529 TEUR (Vorjahr: 5.191 TEUR).

RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN


Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Agio aus Forderungen 1 1
Disagio aus Verbindlichkeiten (§ 250 Abs. 3 HGB) - -

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

a) Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale


Im Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt am Main und Erfurt, in Höhe von 123.832 TEUR (Vorjahr: 124.684 TEUR) enthalten.

b) Fristengliederung

Restlaufzeit bis drei Monate Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis ein Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 3.187 9.651 52.914 64.208


Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch gemacht.

c) Als Sicherheit übertragene Vermögensgegenstände


Hierzu verweisen wir auf die zusammenfassende Darstellung im Abschnitt B.II. "Mehrere Posten der Bilanz betreffende Angaben".

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN

a) Fristengliederung

Restlaufzeit bis drei Monate Restlaufzeit von mehr als drei Monaten bis ein Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis fünf Jahre Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
a) Spareinlagen
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 4.612 28.406 29.374 -
b) andere Verbindlichkeiten
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 41.236 10.057 13.094 95


Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch gemacht.

VERBRIEFTE VERBINDLICHKEITEN


Im Passivposten 3a) ausgewiesene begebene Schuldverschreibungen werden in Höhe von 1.000 TEUR in dem Jahr fällig, das auf den Bilanzstichtag folgt.

TREUHANDVERBINDLICHKEITEN


Die Treuhandverbindlichkeiten entfallen mit 3.883 TEUR auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und mit 1 TEUR auf Forderungen gegenüber Kunden.

RÜCKSTELLUNGEN


Der Differenzbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem Marktzins, der sich bei einer zehnjährigen Durchschnittsbildung ergibt, und mit dem Marktzins, der sich bei einer siebenjährigen Durchschnittsbildung ergibt, beträgt 137 TEUR. Zur daraus resultierenden Ausschüttungssperre verweisen wir auf unsere Ausführungen zum Bilanzgewinn.

EVENTUALVERBINDLICHKEITEN


Im Posten Eventualverbindlichkeiten sind keine Einzelbeträge enthalten, die in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse von wesentlicher Bedeutung sind.

ANDERE VERPFLICHTUNGEN


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind keine Einzelbeträge enthalten, die in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse von wesentlicher Bedeutung sind.

II. MEHRERE POSTEN DER BILANZ BETREFFENDE ANGABEN

FINANZANLAGEN

Anschaffungskosten
1.1.2023
Veränderungen des Geschäftsjahrs Buchwert ohne abgegrenzte Zinsen
31.12.2023
Buchwert ohne abgegrenzte Zinsen
31.12.2022
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 7.500 - 7.500 7.500
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 104.715 231 95.503 95.272
Beteiligungen 15.611 274 10.516 10.242


Von der Zusammenfassungsmöglichkeit des § 34 Abs. 3 Satz 2 RechKredV wurde Gebrauch gemacht.

SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE ANLAGEWERTE

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Immaterielle Anlagewerte
TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1.1.2023 46.935 9.607 65 340
Zugänge 397 170 145 -
Abgänge - 1.814 65 56
Umbuchungen - - - -
Stand am 31.12.2023 47.332 7.964 145 284
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023 26.222 8.082 - 340
Abschreibungen des Geschäftsjahrs 1.486 297 - -
Zuschreibungen des Geschäftsjahrs 154 - - -
kumulierte Abschreibungen auf Abgänge - 1.793 - 56
kumulierte Abschreibungen auf Zugänge - - - -
Umbuchungen - - - -
Stand am 31.12.2023 27.555 6.585 - 284
Buchwert am 31.12.2022 20.713 1.526 65 -
Buchwert am 31.12.2023 19.778 1.379 145 -

VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND VERBINDLICHKEITEN IN FREMDWÄHRUNG


Auf Fremdwährung lauten Vermögensgegenstände im Gesamtbetrag von 6.419 TEUR (Vorjahr: 2.856 TEUR) und Verbindlichkeiten im Gesamtbetrag von 6.406 TEUR (Vorjahr: 2.901 TEUR) (darunter Eventualverbindlichkeiten - TEUR (Vorjahr: 49 TEUR)).

ANGABEN ZUR VERRECHNUNG GEMÄß § 246 ABS. 2 HGB


Vermögensgegenstände und Schulden wurden nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in folgendem Umfang miteinander verrechnet:

Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände beizulegender Zeitwert zum 31.12.2023 der verrechneten Vermögensgegenstände Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden verrechnete Aufwendungen und Erträge
TEUR
498 514 514 2


Bei den verrechneten Vermögensgegenständen handelt es sich in Höhe von 498 TEUR um Versicherungsguthaben, die, sofern eine Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht erfolgen würde, im Bilanzposten Aktiva 13 "Sonstige Vermögensgegenstände" auszuweisen wären.


Bei den verrechneten Schulden handelt es sich in Höhe von 514 TEUR um Rückstellungen für Lebensarbeitszeitkonten, die, sofern eine Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht erfolgen würde, im Bilanzposten Passiva 7c) "andere Rückstellungen" auszuweisen wären.


Bei den verrechneten Erträgen handelt es sich in Höhe von 2 TEUR um Erträge aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des Deckungsvermögens, die, sofern eine Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht erfolgen würde, im GuV-Posten 8 "Sonstige betriebliche Erträge" auszuweisen wären.


Bei den verrechneten Aufwendungen handelt es sich in Höhe von 2 TEUR um die aus der Zeitwertänderung des Deckungsvermögens abgeleitete Erhöhung des Verpflichtungsumfangs, die wirtschaftlich einem Verzinsungsanspruch des Mitarbeiters entspricht. Dieser Betrag wäre, sofern eine Verrechnung gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht erfolgen würde, im GuV-Posten 12 "Sonstige betriebliche Aufwendungen" auszuweisen.


Zu den Grundlagen der Verrechnungen gemäß § 246 Abs. 2 HGB verweisen wir ergänzend auf die Ausführungen im Abschnitt A. "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

ALS SICHERHEIT ÜBERTRAGENE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE


Für folgenden Bilanzposten wurden Vermögensgegenstände in angegebener Höhe als Sicherheit übertragen:

31.12.2023 31.12.2022
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 130.790 124.026


Der unter der Position "Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten" ausgewiesene Betrag betrifft zum 31. Dezember 2023 mit 121.187 TEUR abgetretene Darlehensforderungen aus im Rahmen zentraler Kreditaktionen bereitgestellten Mitteln und mit 9.576 TEUR Buchwerte von Wertpapieren, die der Deutschen Bundesbank für Refinanzierungszwecke verpfändet wurden. Zum Bilanzstichtag 2023 bestanden keine entsprechenden Verbindlichkeiten.

C. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

I. POSTENBEZOGENE ANGABEN

PROVISIONSERTRÄGE


Die wesentlichen an Dritte erbrachten Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung sind die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner (Versicherungen, Bausparverträge, Immobilien, Investmentanteile, Leasingverträge uns Wertpapierdepots).

SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE


Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten folgende wesentliche Einzelbeträge:

2023 2022
TEUR
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 821 819
Grundstückserträge 500 374


Zu den im GuV Posten "Sonstige betriebliche Erträge" enthaltenen periodenfremden Erträge verweisen wir auf die Angaben im Abschnitt C.II zu den "Erträgen und Aufwendungen, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind".

BILANZGEWINN

a) Ausschüttungsgesperrte Beträge


Nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB besteht ein Betrag von 137 TEUR. Die zur Unterlegung von ausschüttungsgesperrten Beträgen in Vorjahren thesaurierten Gewinnbestandteile übersteigen den zuvor genannten Betrag. Daher besteht für den nach dem Hessischen Sparkassengesetz für eine Ausschüttung zur Verfügung stehenden Teil des Bilanzgewinns keine Ausschüttungssperre.

b) Gewinnverwendungsvorschlag


Der Vorstand schlägt vor, den ausgewiesenen Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen. Der Gewinnverwendungsvorschlag berücksichtigt § 16 HSpG.

II. MEHRERE POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG BETREFFENDE ANGABEN

ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN, DIE EINEM ANDEREN GESCHÄFTSJAHR ZUZURECHNEN SIND


In den folgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind Aufwendungen und Erträge von nicht untergeordneter Bedeutung enthalten, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind:

2023 2022
GuV-Posten Art des Postens TEUR
Erträge
Sonstige betriebliche Erträge Auflösung von Rückstellungen 821 819
Summe 821 819

D. SONSTIGE ANGABEN

ANGABEN ZU TERMINGESCHÄFTEN GEMÄß § 36 RECHKREDV

Nominalbeträge der
Termingeschäfte in TEUR
Restlaufzeit bis ein Jahr Restlaufzeit über ein bis fünf Jahre Restlaufzeit über fünf Jahre insgesamt
Zinsrisiken
Zinsswaps - 10.000 70.000 80.000
Kreditderivate*
Credit-Default-Swaps
- Sicherungsnehmer 1.000 - - 1.000

* Gemäß der IDW Stellungnahme RS BFA 1 erfolgt die Darstellung ohne Kreditderivate, die als gestellte Kreditsicherheiten eingestuft wurden.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE, DIE NICHT ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BILANZIERT WURDEN


Die Volumina und die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Geschäfte stellen sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

31.12.2023 31.12.2022 positiv negativ
Geschäftsart Nominalwert Nominalwert beizulegender Zeitwert zum 31.12.2023 beizulegender Zeitwert zum 31.12.2023
TEUR
Zinsrisiken
Zinsswaps 80.000 40.000 1.413 3.839
Zinsrisiken insgesamt 80.000 40.000 1.413 3.839
Adressenrisiken
Credit-Default-Swaps (Sicherungsnehmer) 1.000 4.500 - 11
Adressenrisiken insgesamt 1.000 4.500 - 11
Insgesamt 81.000 44.500 1.413 3.850


Die angegebenen Zinsswaps bestehen zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos. Die Bewertung dieser Geschäfte erfolgt ausschließlich im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs; wir verweisen auf die Ausführungen in Abschnitt "A. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".


Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente haben wir uns auf Marktwerte und auf Marktwerte einzelner Bestandteile von Finanzinstrumenten bzw. auf Marktwerte gleichwertiger Instrumente gestützt. Sofern für die derivativen Finanzinstrumente keine Marktwerte vorhanden waren (Zinsswaps), haben wir die beizulegenden Zeitwerte mithilfe eines anerkannten Bewertungsmodells ermittelt. Dabei haben wir das Discounted-Cashflow-Modell genutzt und die folgenden Bewertungsparameter verwendet: Erwartete zukünftige Cashflows und Zinssätze, die sich nach der aktuellen Zinsstrukturkurve richten.


Den beizulegenden Zeitwert des Credit-Default-Swap haben wir anhand eines Bewertungsmodells ermittelt, dem als wesentlicher Parameter die Ratings der Kreditnehmer zugrunde liegen.

NICHT IN DER BILANZ ENTHALTENE SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN


Die Sparkasse ist dem bundesweiten Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen, das elf regionale Teilfonds der Sparkassen durch einen überregionalen Ausgleich miteinander verknüpft. Zwischen diesen und den Teilfonds der Landesbanken und Landesbausparkassen besteht ein Haftungsverbund. Durch diese Verknüpfung steht im Bedarfsfall die gesamte Zielausstattung des einheitlichen Stützungsfonds des Sicherungssystems der Sparkassen-Finanzgruppe zur Verfügung. Die Sparkassen-Finanzgruppe verfügt damit über ein von der BaFin als Einlagensicherungssystem anerkanntes institutsbezogenes Sicherungssystem. Dieses System vereint zwei Funktionen in sich.


Zum einen wird gemäß den gesetzlichen Anforderungen die Einlagensicherungsfunktion durch das Sicherungssystem erfüllt. Hierdurch wird sichergestellt, dass Einlagen pro Einleger im Regelfall bis zu 100 TEUR, in Sonderfällen auch bis zu 500 TEUR, gesichert sind und Entschädigungszahlungen spätestens sieben Arbeitstage nach der Feststellung des Entschädigungsfalls geleistet werden. Für die Feststellung des Entschädigungsfalls ist die BaFin zuständig.


Daneben wird die für die Institute im Vordergrund stehende Institutssicherung gewährleistet. Durch die Sicherung der Institute selbst sind im gleichen Zuge auch die Einlagen aller Kunden ohne betragsmäßige Begrenzung geschützt. Im Bedarfsfall entscheiden die zuständigen Gremien des Sicherungssystems darüber, ob und in welchem Umfang Stützungsleistungen zugunsten eines Instituts erbracht und an welche Auflagen diese ggf. geknüpft werden. Das Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation umfasst ein Risikomonitoringsystem zur Früherkennung von Risiken sowie eine risikoorientierte Beitragsbemessung.


Als zusätzliche, neben dem nationalen Sicherungssystem existierende Vorsorge entfaltet darüber hinaus der regionale Reservefonds der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen mit einem Gesamtvolumen von 600 Mio EUR instituts- und gläubigerschützende Wirkung. Der Fonds wird vom Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) grundsätzlich auf der Basis von Umlagezahlungen der Mitgliedssparkassen und der Landesbank Hessen-Thüringen sukzessive dotiert, sofern das genannte Volumen noch nicht erreicht wurde. Der Vorstand des SGVHT kann die Aussetzung der jährlichen Dotierung beschließen. Die mögliche Umlageverpflichtung der Sparkasse bemisst sich risikoorientiert unter Berücksichtigung von Bonus- und Malusfaktoren. Bis zur vollständigen Bareinzahlung des Gesamtvolumens übernimmt der SGVHT die Haftung für die Zahlung des ausstehenden Differenzbetrags, der auf erstes Anfordern bei den Instituten eingezogen werden kann.

ANGABEN ZU MITTELBAREN PENSIONSVERPFLICHTUNGEN GEMÄß ART. 28 EGHGB


Die Sparkasse hat ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse für Gemeinden und Gemeindeverbände Wiesbaden (ZVK).


Die ZVK finanziert ihre Versorgungsverpflichtungen im Umlageverfahren. Hierbei wird im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Im Geschäftsjahr 2023 betrug das Sanierungsgeld 1,4 %. Insgesamt betrug im Geschäftsjahr 2023 der Finanzierungssatz (Umlagesatz und Sanierungsgeld) 8,4 % der umlagepflichtigen Gehälter. Hiervon hat die Sparkasse 7,5 %-Punkte und der Arbeitnehmer 0,9 %-Punkte getragen. Der Umlagesatz bleibt im Jahr 2024 unverändert.


Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtaufwendungen der Sparkasse für die Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von 12.120 TEUR betrugen im Geschäftsjahr 2023 947 TEUR.


Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) in seiner Stellungnahme zur Rechnungslegung "IDW RS HFA 30 n. F. Handelsrechtliche Bilanzierung von Altersversorgungsverpflichtungen" vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag auf 33.703 TEUR.


Der Barwert, der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung, wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1 % und unter Anwendung der im Hinblick auf die Bestandsspezifika der ZVK modifizierten Heubeck-Richttafeln RT 2018 G ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde.


Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.

BEZÜGE DER ORGANMITGLIEDER


Die ausgezahlten Bezüge des Vorstands stellen sich für das Jahr 2023 wie folgt dar:

erfolgsunabhängige Komponenten erfolgsbezogene Komponenten Bezüge des Geschäftsjahres
in TEUR in TEUR in TEUR
Herr Lehr 279 42 321
Herr Schönau 200 31 231
Gesamtbezüge 552


Die Vorstandsmitglieder haben in den Fällen der Dienstunfähigkeit, der Nichtwiederanstellung auf Veranlassung des Instituts und des Ausscheidens wegen Erreichens der gesetzlichen Altersgrenze (65. Lebensjahr) einen Ruhegehaltsanspruch. Ausgehend vom vereinbarten ruhegehaltsfähigen Gehalt, das als Bemessungsgrundlage für das Ruhegehalt dient, steht den Vorstandsmitgliedern ein jährlich prozentual ansteigender Ruhegehaltsanspruch zu. Das Ruhegehalt beträgt bei Beginn des sechsten Jahres der Vertragszeit 35 % des ruhegehaltsfähigen Jahresgehalts und steigt einschließlich des sechsten mit jedem weiteren zurückgelegten Jahr bis zum Beginn des 16. Vertragsjahres um 2,5 %-Punkte und danach um 1,5 %-Punkte bis zum Höchstsatz von 75 % des ruhegehaltsfähigen Gehalts. Bei vorzeitigem Ausscheiden durch Dienstunfall erhöht sich der Ruhegehaltssatz um 10 % bis zum Höchstsatz von 75 %. Der erworbene Ruhegehaltsanspruch beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2023 bei Herrn Lehr rund 128 TEUR, bei Herrn Schönau rund 84 TEUR. Die Hinterbliebenen erhalten 60 % Witwen- oder Witwerrente bzw. 10 % Waisengeld als Halbwaise und 20 % Waisengeld als Vollwaise jeweils bezogen auf das dem Vorstandsmitglied zustehende Ruhegehalt; insgesamt sind die Ruhegehälter jedoch auf zusammen 100 % bezogen auf den Ruhegehaltsanspruch des Vorstandsmitglieds beschränkt. Die Dynamisierung der laufenden Versorgungsbezüge erfolgt gemäß der Anpassung der Versorgungsbezüge der Beamten im Land Hessen. Renten im Sinne von § 55 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 8 Beamtenversorgungsgesetz sowie gegen andere unverfallbar bestehende betriebliche Altersversorgungsansprüche werden in vollem Umfang auf die Versorgungsbezüge angerechnet. Einkünfte und Versorgungsleistungen aus einer anderweitigen Beschäftigung, sofern diese vor Vollendung des 62. Lebensjahres ausgeübt werden, werden ebenfalls auf die Versorgungsbezüge angerechnet, wobei der Teil anrechnungsfrei bleibt, der zusammen mit der von der Sparkasse gewährten Versorgung die Höhe des vertraglich vereinbarten ruhegehaltsfähigen Jahresgehalts nicht übersteigt. Für unsere Verpflichtungen haben wir Pensionsrückstellungen in folgendem Umfang gebildet.

Pensionsrückstellung zum
31. Dezember 2023
darunter Zuführung im
Geschäftsjahr 2023
TEUR TEUR
Herr Lehr 2.885 157
Herr Schönau 1.994 90


Die Gesamtbezüge der Verwaltungsratsmitglieder betrugen im Geschäftsjahr 2023 58 TEUR.


Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen ergaben sich im gleichen Zeitraum Gesamtbezüge von 528 TEUR. Für diesen Personenkreis haben wir insgesamt 7.889 TEUR zurückgestellt; dieser Betrag trägt sämtlichen Pensionsverpflichtungen gegenüber diesem Personenkreis Rechnung.

KREDITE AN ORGANMITGLIEDER


An Mitglieder des Verwaltungsrats wurden Vorschüsse und Kredite von 4.491 TEUR gewährt.

MITARBEITER UND MITARBEITERINNEN


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

2023 2022
Vollzeitkräfte 146 154
Teilzeit- und Ultimokräfte 107 99
253 253
Auszubildende 16 16
Insgesamt 269 269

ANGABE DES ABSCHLUSSPRÜFERHONORARS NACH § 285 NR. 17 HGB


In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Honorare für unseren Abschlussprüfer, die Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen, enthalten:

TEUR
Honorar für Abschlussprüfungsleistungen 197
Honorar für andere Bestätigungsleistungen 21
Honorar für sonstige Leistungen -
insgesamt 218

ANGABEN ZU DEN LATENTEN STEUERN NACH § 285 NR. 29 HGB


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen der Handelsbilanz und den steuerrechtlichen Wertansätzen bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen von 1.233 TEUR durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Für den Überhang aktiver latenter Steuern wurde das Aktivierungswahlrecht nicht genutzt.


Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren zu rund 79 % aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Beteiligungen und zu 21 % aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen. Ohne Berücksichtigung der aufgrund des Bildens von Vorsorgereserven nach § 340f HGB entstandenen Ansatzunterschiede entfallen die künftigen Steuerentlastungen zu 46 % auf unterschiedliche Wertansätze bei den Anteilen von Investmentvermögen, zu 26 % auf Rückstellungen, zu 12 % auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, zu 12 % auf Beteiligungen sowie 4 % auf Wertberichtigungen.


Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 30 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit 15,825 % bewertet.

VERWALTUNGSRAT UND VORSTAND

Verwaltungsrat

Vorsitzender


Stephan Aurand, Kreisbeigeordneter des Lahn-Dill-Kreises

Stellvertretender Vorsitzender


Hans Benner, Bürgermeister i.R.

Mitglieder


Karin Betz, Kaufmännische Angestellte i. R.


Sandra Dietz, Firmenkundenberaterin, Sparkasse Dillenburg, Dillenburg


Andre Fuchs, Firmenkundenberater, Sparkasse Dillenburg, Haiger


Dorothea Garotti, Kaufmännische Angestellte i.R.


Christel Hensgen, Kaufmännische Angestellte i.R.


Christian Henß, Abteilungsdirektor Kreditmanagement/ Banksteuerung, Sparkasse Dillenburg, Dillenburg


Martina Klement, Steuerberaterin, selbständig, Dillenburg


Jörg Michael Müller, MdL, Rechtsanwalt, ACCEDIS Rechtsanwälte, Herborn


Wolfgang Nickel, Rechtsanwalt, ACCEDIS Rechtsanwälte, Herborn


Lothar Schäfer, Kaufmännischer Leiter i. R.


Tobias Stahl, stv. Abteilungsleiter Banksteuerung, Sparkasse Dillenburg, Dillenburg


Jörg Waldschmidt, Abteilungsleiter Immobiliencenter, Sparkasse Dillenburg, Dillenburg


Klaus-Achim Wendel, Geschäftsführer, Firma Wendel, Dillenburg

Vorstand

Vorsitzender


Michael Lehr

Mitglied


Volker Schönau

 

Dillenburg, 24. Juni 2024


Der Vorstand

Lehr Schönau

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG - "Länderspezifische Berichterstattung"


Die Sparkasse Dillenburg hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Dillenburg besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Dillenburg definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 44.717 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 204.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 5.954 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn belaufen sich auf 3.798 TEUR. Die Steuern betreffen ausschließlich laufende Steuern.


Die Sparkasse Dillenburg hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.


Der Verwaltungsrat der Sparkasse Dillenburg hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 am 18. September 2024 festgestellt und den Lagebericht gebilligt.


Sparkasse Dillenburg

Lehr Schönau

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers


An die Sparkasse Dillenburg

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Dillenburg bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse Dillenburg für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften von der Sparkasse unabhängig und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 lit. f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 2 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:


1. Ermittlung der Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft


a) Sachverhalt und Problemstellung:


Entsprechend ihrem gesetzlichen und satzungsrechtlichen Auftrag betreibt die Sparkasse das Kreditgeschäft mit Kunden vorrangig im Geschäftsgebiet der Sparkasse. Der Anteil der Forderungen an Kunden (Aktiva 4) macht mit 1.052,0 Mio EUR 64,5 % der Bilanzsumme der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 aus und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % erhöht. Somit handelt es sich quantitativ um den größten Aktivposten. Darüber hinaus bestehen Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von insgesamt 61,4 Mio EUR. Das Kreditgeschäft ist eine wesentliche Geschäftsaktivität der Sparkasse. Neben der Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer erfolgt eine Bewertung der Kreditsicherheiten teilweise auf Basis geschätzter Werte.


Bewertungsaufwendungen im Kreditbereich können sich als Einzelwertberichtigungen, Pauschalwertberichtigungen oder als Vorsorgereserven gemäß § 340 f HGB in für Kreditinstitute gesetzlich zulässiger Weise ergeben. Bei außerbilanziellen Geschäften (Bürgschaften, Gewährleistungen) und unwiderruflichen Kreditzusagen, bei denen eine Inanspruchnahme und ein darauffolgender Kreditausfall droht, werden entsprechende Rückstellungen gebildet. In den letzten Jahren bewegten sich Bewertungsaufwendungen auf niedrigem Niveau. Durch das gestiegene Marktzinsniveau und höhere Finanzierungskosten sowie die veränderten konjunkturellen Rahmenbedingungen können Kreditausfälle zunehmen und die Bewertungsaufwendungen steigen. Aus den Kreditbewertungen können sich erhebliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage der Sparkasse ergeben.


Aufgrund der quantitativen Bedeutung der Forderungen an Kunden und der damit einhergehenden hohen Bedeutung einer sachgerechten Bewertung, der erhöhten Prognoseunsicherheit und der Ermessensspielräume stellt die Bewertung der Kundenforderungen im Hinblick auf potenzielle Auswirkungen auf die Ertragslage der Sparkasse einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.


b) Prüferisches Vorgehen:


Im Rahmen unserer Jahresabschlussprüfung haben wir Aufbau- und Funktionsprüfungen im Kreditbereich durchgeführt und hierbei insbesondere die Risikofrüherkennung der Sparkasse berücksichtigt. Im Rahmen der Aufbauprüfungen haben wir die Kreditprozesse der Sparkasse beurteilt und uns hierbei grundsätzlich an den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation (§ 25a KWG i. V. m. den Mindestanforderungen an das Risikomanagement - MaRisk) orientiert. Funktionsprüfungen und aussagebezogene Prüfungshandlungen haben wir sowohl durch zufällig ausgewählte Stichproben auf Basis einer geschichteten Grundgesamtheit als auch im Rahmen einer bewussten Auswahl von Kreditengagements durchgeführt. Anhand dieser Kreditengagements haben wir sowohl die Wirksamkeit der Kreditgeschäftsprozesse (inkl. der Bilanzierungs- und Bewertungsprozesse) beurteilt als auch im Einzelfall das Erfordernis von Bewertungsmaßnahmen geprüft. Hinsichtlich der Pauschalwertberichtigungen haben wir insbesondere geprüft, ob diese nach Maßgabe der "IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft von Kreditinstituten ("Pauschalwertberichtigungen")" ermittelt wurden. Ergänzend haben wir im gesamten Prüfungsprozess analytische Prüfungshandlungen im Kreditbereich mit Bezug zu Bewertungsaufwendungen durchgeführt, z. B. anhand von Auswertungen der Kreditbestände, der Sicherheiten und der Risikovorsorge im Rahmen des internen Berichtswesens der Sparkasse oder der Kreditgeschäftsprozesse insbesondere im Bereich der Risikoklassifizierungsverfahren, der Risikofrüherkennung und der Problemkreditbearbeitung.


c) Verweis auf weitergehende Informationen:


Weitere Informationen zu den Beständen und der Bewertung können dem Anhang (Abschnitte A. "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und B. "Angaben und Erläuterungen zur Bilanz sowie zu den Posten unter dem Bilanzstrich, I. "Postenbezogenen Angaben") sowie dem Lagebericht (Kapitel "5.2.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft") entnommen werden.

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden Unterlagen:

den statistischen Bericht über die Erfüllung des öffentlichen Auftrags der Sparkasse Dillenburg im Geschäftsjahr 2023 (§ 15 Abs. 2 Satz 2 HSpG i. V. m. § 2 HSpG), der dem Lagebericht beigefügt ist.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung des Vorstands (gesetzliche Vertreter) und des Verwaltungsrats (Aufsichtsorgan) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 44 der Satzung der Sparkasse Dillenburg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO im Einklang stehen.


Wir haben die folgenden Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder Lagebericht konkretisiert bzw. angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung nach § 89 Abs. 1 Satz 1, 2 und 5 WpHG.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Wolfgang Winterstein.

 

Frankfurt am Main, den 25. Juli 2024


Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen
- Prüfungsstelle -

Winterstein
Wirtschaftsprüfer

Bericht des Verwaltungsrates


Der Verwaltungsrat der Sparkasse Dillenburg und der aus seiner Mitte gebildete Kreditausschuss nahmen im Geschäftsjahr 2023 die ihnen nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr.


Der Verwaltungsrat wurde durch den Vorstand im Laufe des Jahres in vier Sitzungen regelmäßig, zeitnah und umfassend über relevante Fragen der aktuellen Geschäftslage, der Entwicklung der wesentlichen Risikopositionen sowie über wichtige Ereignisse und Geschäftsvorfälle unterrichtet. Er überwachte die Tätigkeit des Vorstandes und überzeugte sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Der Kreditausschuss fasste die nach Satzung und Geschäftsanweisung vorgesehenen Beschlüsse in insgesamt sechs Sitzungen.


Darüber hinaus hat der Vorstand dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen hat die Buchführung, den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. In seiner heutigen Sitzung hat der Verwaltungsrat vom Prüfungsergebnis Kenntnis genommen, den Jahresabschluss festgestellt, den Lagebericht gebilligt und dem Vorstand Entlastung erteilt.


Der Verwaltungsrat hat ferner entsprechend § 16 HSpG beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe von 2.089.234,48 Euro der Sicherheitsrücklage zuzuführen.


Für das im Jahr 2023 entgegengebrachte Vertrauen dankt der Verwaltungsrat allen Kunden der Sparkasse Dillenburg sowie dem Vorstand und allen Mitarbeitern für die im Berichtsjahr zum Wohle der Kunden und der Sparkasse geleistete Arbeit.

 

Dillenburg, den 18. September 2024

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates
Stephan Aurand

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