Sparkasse Dillenburg
Dillenburg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht der Sparkasse Dillenburg 2023
1. Rahmenbedingungen
1.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
1.1.1 Allgemeine rechtliche
Rahmenbedingungen
Die Sparkasse ist eine Anstalt des öffentlichen
Rechts und hat ihren Sitz in Dillenburg. Grundlagen
für die Geschäftstätigkeit der Sparkasse
sind im Wesentlichen die maßgebliche europäische
Gesetzgebung, das Kreditwesengesetz, das Hessische
Sparkassengesetz, die Satzung der Sparkasse und die Satzung
des Sparkassenzweckverbandes Dillenburg. Als ein dem
gemeinen Nutzen dienendes Wirtschaftsunternehmen hat die
Sparkasse die satzungsmäßige Aufgabe, geld- und
kreditwirtschaftliche Leistungen zu erbringen. Die
Angebotspalette der Sparkasse umfasst die wesentlichen
Bereiche des Bankgeschäfts. Durch die Zusammenarbeit
im Rahmen des Verbundsystems der Sparkassenorganisation
gehören daneben Angebote aus dem Versicherungs-,
Bausparkassen- und Immobiliensektor sowie Investment- und
Leasingbereich zum Produktportfolio.
Das Geschäftsgebiet der Sparkasse ist im
Wesentlichen der ehemalige Dillkreis.
Mitglieder des Sparkassenzweckverbandes Dillenburg
sind der Lahn-Dill-Kreis, die Städte Dillenburg,
Haiger und Herborn sowie die Gemeinden Breitscheid,
Dietzhölztal, Driedorf, Eschenburg, Greifenstein,
Mittenaar, Siegbach und Sinn.
Für die Verbindlichkeiten der Sparkasse haftet
die Sparkasse mit ihrem gesamten Vermögen. Der
Sparkassenzweckverband Dillenburg als Träger haftet
gemäß der Übergangsregelung für die
Erfüllung sämtlicher am 18. Juli 2005 bestehenden
Verbindlichkeiten der Sparkasse. Für
Verbindlichkeiten, die bis zum 18. Juli 2001 vereinbart
waren, gilt dies zeitlich unbefristet, für danach bis
zum 18. Juli 2005 vereinbarte Verbindlichkeiten nur, wenn
deren Laufzeit nicht über den 31. Dezember 2015
hinausgeht.
Der Sparkassenzweckverband Dillenburg, als
Träger der Sparkasse, unterstützt die Sparkasse
bei der Erfüllung ihrer Aufgaben mit der
Maßgabe, dass ein Anspruch der Sparkasse gegen den
Träger oder eine sonstige Verpflichtung des
Trägers, der Sparkasse Mittel zur Verfügung zu
stellen, nicht besteht.
1.1.2 Verbundzugehörigkeit
Die Sparkasse gehört der Sparkassen-Finanzgruppe
Hessen-Thüringen an. In diesem Verbund haben sich
unter anderem die 48 Sparkassen in Hessen und
Thüringen zusammengeschlossen. Das Verbundkonzept soll
dazu beitragen, dass die Sparkassen, die Landesbank
Hessen-Thüringen und die anderen einbezogenen
Unternehmen als wirtschaftliche Einheit wahrgenommen
werden. Nach außen erkennbar wird dies durch die
Vergabe eines Verbundratings. Neben einem einheitlichen
Leitbild und strategischen Verbundzielen steht vor allem
das gemeinsame Risikomanagement im Vordergrund. Als
Instrumentarien hierfür wurden eine gemeinsame
Risikostrategie sowie ein Frühwarnsystem in Form eines
Ampelmodells installiert. Als weiteres Element des
Verbundkonzepts wurde ein gemeinsamer Reservefonds
eingerichtet.
Über den Sparkassen- und Giroverband
Hessen-Thüringen (SGVHT) ist die Sparkasse Mitglied
des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Sie ist
damit dem bundesweiten Sicherungssystem der
Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen, das elf regionale
Sparkassenstützungsfonds durch einen
überregionalen Ausgleich miteinander verknüpft.
Zwischen diesen und den Sicherungseinrichtungen der
Landesbanken und Landesbausparkassen besteht ein
Haftungsverbund. Das Sicherungssystem ist im Hinblick auf
das am 03. Juli 2015 in Kraft getretene
Einlagensicherungsgesetz geordnet und von der BaFin
anerkannt worden. Zusätzlich zur bisherigen
Institutssicherungsfunktion wurde gemäß den
gesetzlichen Anforderungen die Einlagensicherungsfunktion
ergänzt. Kernelement ist das Ansparen eines
Zielvolumens von 0,8 % der gedeckten Einlagen über
einen Zeitraum von zehn Jahren. Hierdurch wird
sichergestellt, dass Einlagen pro Einleger im Regelfall bis
zu 100 TEuro, in Sonderfällen auch bis zu 500 TEuro,
gesichert sind und Entschädigungszahlungen
spätestens sieben Arbeitstage nach der Feststellung
des Entschädigungsfalles durch die BaFin
entschädigt werden. Das Sicherungssystem der deutschen
Sparkassenorganisation umfasst u. a. ein
Risikomonitoringsystem zur Früherkennung von Risiken
sowie eine risikoorientierte Beitragsbemessung.
1.1.3 Öffentlicher Auftrag
Als regional tätiges Kreditinstitut ist die
Sparkasse Dillenburg Partner der heimischen Wirtschaft.
Entsprechend ihrem Satzungsauftrag konzentriert sie die
geschäftlichen Aktivitäten auf ihr
Geschäftsgebiet und setzt damit wichtige Impulse
für die Entwicklung des heimischen Raums.
Die Sparkasse hat als ein dem gemeinen Nutzen
dienendes Wirtschaftsunternehmen ihres Trägers im
Geschäftsjahr 2023 in vielfältiger Weise
besondere Leistungen zur Förderung der kommunalen
Belange, insbesondere im wirtschaftlichen,
regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich,
erbracht. Neben der Kreditversorgung der heimischen
Wirtschaft gehört die Sparkasse zu den
größten Arbeitgebern der Region.
Als Steuerzahler trägt die Sparkasse Dillenburg
zur Finanzierung der öffentlichen Hand bei. Über
die Gewerbe- und Grundsteuer fließt den Kommunen
direkt Geld zu, aber auch über die Einkommen- und
Körperschaftsteuer-Umlagen partizipieren die Gemeinden
vor Ort.
Gezahlte Steuern der letzten 5 Jahre
insgesamt: 12.895 TEuro
Finanzierungsanfragen über ein Volumen von knapp
15.009 TEuro konnten an die Förderbanken von Land und
Bund erfolgreich weiter vermittelt werden.
|
Förderkredite 2023 |
|
Privatkredite |
Firmen- und
Kommunalkredite |
Gesamt |
| Anzahl (in
Stück) |
39 |
17 |
56 |
| Volumen (in Euro) |
3.812.000 |
11.197.000 |
15.009.000 |
Die Sparkasse unterstützte erneut
Gemeinschaftseinrichtungen im Geschäftsgebiet und
stellte an gemeinnützige Institutionen Spenden in
Höhe von 179 TEuro zur Verfügung. Zuzüglich
des Sponsorings öffentlicher Veranstaltungen bzw.
Zuwendungen an heimische Vereine sowie der Spenden aus den
Erträgen der Stiftung entspricht dies einer
Gesamtsumme an Zuwendungen und Sponsoring der Sparkasse
Dillenburg in Höhe von 249 TEuro für das
Geschäftsjahr 2023.
1.2 Gesamtwirtschaftliche
Rahmenbedingungen
Nach dem Wachstum in 2022 mit einem Plus von 3,4 %,
wuchs die Weltwirtschaft nach der aktuellen Schätzung
des Internationalen Währungsfonds im
Geschäftsjahr um 3,1 %
1 etwas moderater.
Auch die Länder der Europäischen Union haben
in 2023 geringer zugelegt. In Summe stieg das
Bruttoinlandsprodukt der EU-27-Staaten lediglich noch um
0,4 %
2 .
Nach +1,8 % für das Jahr 2022 ging die deutsche
Volkswirtschaft gemäß Statistischem Bundesamt
gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt 2023 um -0,3 %
3 zurück. Damit ist die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland im nach
wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken geraten.
Die trotz der jüngsten Rückgänge weiterhin
hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen haben die
Konjunktur gedämpft. Hinzu kamen ungünstige
Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine
geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit hat sich
die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen
Corona-Einbruch nicht weiter fortgesetzt
3 .
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist nach den
Rückgängen in den vergangenen Jahren im
Jahresdurchschnitt 2023 erstmals wieder gestiegen. Sie nahm
im vergangenen Jahr um 191.000
4 auf rund 2,6 Mio.
4 zu und stieg damit um 0,4 Prozentpunkte auf
5,7 %
4. Die Zahl der Erwerbstätigen mit
Arbeitsort in Deutschland wuchs im Jahresdurchschnitt 2023
um 333.000 auf rund 45,9 Mio. an
4. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 5,7
%
5. Zum 31.12.2022 betrug sie 5,4 %.
Die Verbraucherpreise stiegen in Deutschland im
Jahresdurchschnitt um 5,9 % (Vorjahr 7,9 %)
6. Die extremen Preisanstiege vor allem für
Energieprodukte und Nahrungsmittel aus dem Vorjahr konnten
somit etwas eingedämmt werden. Der EZB-Leitzinssatz
wurde im Geschäftsjahr zur Inflationsbekämpfung
in sechs weiteren Zinsschritten von 2,50 % auf 4,50 %
(Stand: 31.12.2023) angehoben
7 .
Die in 2022 enormen Auswirkungen des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine für die gesamte
Finanzbranche wie z. B. die massive Inflation oder die
Liefer- und Materialengpässe, haben im
Geschäftsjahr 2023 abgenommen, waren aber im
geringeren Umfang immer noch präsent. Das weiter
gestiegene Zinsniveau stellte einerseits eine
Ergebnisstabilisierung dar, auf der anderen Seite wirkte es
jedoch gerade für die Kreditvergabe neben hohen Bau-
und Nebenkosten belastend. Die Volatilität an den
Märkten ist im Geschäftsjahr in ruhigeren,
positiveren Bahnen als in 2022 verlaufen. Weiterhin
belasteten die Finanzbranche steigende regulatorische
Rahmenbedingungen sowie zunehmend auch der
Fachkräftemangel.
1.3 Regionale Rahmenbedingungen
Der heimische Geschäftsklimaindex,
Konjunkturindikator an Lahn und Dill, startete zum
Jahresbeginn 2023 mit 96 Indexpunkten
8, stieg im Frühsommer zwischenzeitlich auf
105 Punkte
9, fiel im Herbst stark ab auf 82 Indexpunkte
10, um zum Jahresende wieder auf 88 Punkte
anzusteigen
11. In diesem Jahresverlauf zeigt sich die
Verunsicherung der Unternehmensverantwortlichen mit vielen
offenen Fragen (Auswirkungen der Energiepreiskrise,
schwieriges weltpolitisches und weltwirtschaftliches
Umfeld)
9. Dabei beurteilten die heimischen Unternehmer
sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Erwartungen
zum Jahresende im Vergleich zur Vorumfrage verbessert
11. Bei den Risiken rangiert für die
Wirtschaftsvertreter die Sorge um die
wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf Rang eins
gefolgt von einer nachlassenden Inlandsnachfrage, von hohen
Rohstoff- und Energiepreisen, von steigenden Arbeitskosten
sowie Bedenken wegen dem Fachkräftemangel
11. Auf die Branchen bezogen führen die
Kreditinstitute, das Gastgewerbe, die Industrie und die
unternehmensbezogenen Dienstleistungen das Ranking des
Geschäftsklimaindexes bei der aktuellen Lage an. Im
Mittelfeld rangieren der Großhandel, der Einzelhandel
und die personenbezogenen Dienstleister. Vor dem
Verkehrsgewerbe steht das Baugewerbe auf dem vorletzten
Platz der Klimaindextabelle
11 .
Analog der bundesweiten Entwicklung ging der heimische
Arbeitsmarkt im Jahr 2023 im Jahresdurchschnitt nach oben.
Die Quote lag im Lahn-Dill-Kreis bei 5,7 %
12 nach 4,7 % im Vorjahr. Zum Jahresende 2023
waren zuletzt bei stabiler Tendenz 7.890 Personen
arbeitslos gemeldet. Dies entspricht bezogen auf alle
zivilen Erwerbspersonen einer Quote von 5,7 %
12 (Vorjahr 5,3 %).
1.4 Vertriebsausrichtung
Die Vertriebsaktivitäten der Sparkasse
Dillenburg sind auf eine persönliche, ganzheitliche
Beratung ausgerichtet. Für ausgesuchte Bereiche der
Finanzdienstleistung bestehen Beratungscenter. Jeweils
für Firmenkunden mit deren spezifischem
Beratungsbedarf und für Kunden mit besonderen
Ansprüchen bezüglich Vermögensaufbau,
Vermögensabsicherung und Vermögensoptimierung
stehen Spezialteams zur Verfügung. Dies gilt auch
für die Beratung rund um die Immobilie.
Kompetenzcenter bestehen bei der Hauptstelle in Dillenburg
sowie in Haiger und Herborn.
Die Nähe zu unseren Kunden auf allen
Vertriebswegen steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Neben
der Beratung in unseren stationären Filialen bieten
wir unseren Kunden in der Vertriebsausrichtung die
Erledigung der Bankgeschäfte per Online-Banking sowie
per Mobile-Banking an. Die weiterhin positive Entwicklung
unseres digitalen Beratungscenters "S-Live" inklusive der
"Business-Line" für gewerbliche Kunden sowie des
eigenen Kundenservicecenters im Geschäftsjahr
bestätigen diesen Trend. Neben Präsenzterminen
bieten wir unseren Kunden alternativ oder ergänzend
digitale Beratungen an.
Wir sichern unseren Kunden gemeinsam mit unseren
Verbund- und Kooperationspartnern den Zugang zu einem
umfangreichen Dienstleistungsspektrum einschließlich
Produktpalette eines modernen Kreditinstituts. Hierzu
zählen vielfältige Anlagemöglichkeiten vom
klassischen Sparkassenbrief über Wertpapiere und
Aktien bis hin zu Investmentfonds und fondsgebundenen
Vermögensverwaltungen. Mit der Vergabe von
Dispositionskrediten und Wohnungsbaudarlehen, von
gewerblichen Darlehen sowie öffentlichen
Fördermitteln und Leasing runden wir unser Angebot
rund um das Thema Finanzen ab.
Bei all diesen Bestrebungen steht die
Kundenzufriedenheit an erster Stelle, welche wir sowohl
für das Privat- als auch für das
Firmenkundengeschäft im zweijährigen Turnus
messen. Aktuell liegen wir bei den Privatkunden mit 64,0 %
über dem Durchschnitt der Verbandssparkassen (58,0 %)
und bei den Firmenkunden mit 51,0 % unter dem Durchschnitt
(57,0 %).
2. Bedeutsamste finanzielle und
nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Folgende Ziele bzw. Kennzahlen stellen unsere
bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen
Leistungsindikatoren dar.
Finanzielle Leistungsindikatoren:
| ― |
Stabilisierung der
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
|
| ― |
Wachstum der Forderungen an
Kunden
|
| ― |
Steigerung der Erträge aus
dem Giro- und Zahlungsverkehr
|
| ― |
Wachstum des
Wertpapiergeschäftes unserer Kunden
|
| ― |
Betriebsergebnis vor
Bewertung
|
| ― |
Cost-Income-Ratio
|
| ― |
Bewertungsergebnis im
Verhältnis zum Betriebsergebnis vor
Bewertung
|
| ― |
Eigenkapitalrentabilität
vor Steuern
|
| ― |
Liquiditätsdeckungskennziffer nach der Capital
Requirements Regulation (CRR)
|
| ― |
Eigenkapitalzuführung und
Dotierung der versteuerten Reserven
|
| ― |
Gesamtkapitalquote nach der
Capital Requirements Regulation (CRR)
|
| ― |
Einhaltung des
Risikotragfähigkeitslimits
|
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren:
| ― |
Kundenzufriedenheit
|
| ― |
Mitarbeiterzufriedenheit
|
Sie werden im Folgenden (Kundenzufriedenheit siehe
oben) näher dargestellt und erläutert.
3. Wirtschaftsbericht
3.1 Geschäftsverlauf
3.1.1 Bilanzsumme und
Geschäftsvolumen
Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme +
Eventualverbindlichkeiten) belief sich auf 1.650,7 Mio.
Euro nach 1.675,8 Mio. Euro im Vorjahr. Die Bilanzsumme
verringerte sich um 23,0 Mio. Euro oder 1,4 % auf 1.629,9
Mio. Euro. Dabei standen auf der Aktivseite Steigerungen
bei den Forderungen an Kunden in Höhe von 7,9 Mio.
Euro Rückgänge bei den Forderungen an
Kreditinstitute in Höhe von 6,4 Mio. Euro und den
Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapieren in Höhe von 21,4 Mio. Euro
gegenüber. Auf der Passivseite verringerten sich
hauptsächlich die Verbindlichkeiten gegenüber
Kunden um 22,7 Mio. Euro und die Verbrieften
Verbindlichkeiten um 3,5 Mio. Euro. Dagegen erhöhten
sich das Eigenkapital um 2,1 Mio. Euro und der Fonds
für allgemeine Bankrisiken um 4,3 Mio. Euro. Im
Vorjahr war ein Anstieg der Bilanzsumme um 12,4 Mio. Euro
zu verzeichnen.
3.1.2 Entwicklung einzelner Positionen
der Passiva
| Passiva |
2021 |
2022 |
2023 |
|
|
TEuro |
|
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
187.027 |
134.743 |
133.952 |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden |
1.268.816 |
1.335.785 |
1.313.076 |
| Verbriefte
Verbindlichkeiten |
6.503 |
4.513 |
1.006 |
| Eigenkapital |
86.359 |
87.238 |
89.328 |
| Fonds für
allgemeine Bankrisiken |
62.000 |
62.000 |
66.300 |
| Übrige
Passivbestände |
29.778 |
28.631 |
26.240 |
| Bilanzsumme |
1.640.483 |
1.652.910 |
1.629.902 |
Die Einlagen unserer Kunden einschließlich
Sparkassenbriefe und Schuldverschreibungen beliefen sich im
Geschäftsjahr auf 1.314,1 Mio. Euro. Dies entsprach
einer Verringerung von 26,2 Mio. Euro oder 2,0 %. Dies ist
insbesondere auf die Rückgänge in den
täglich fälligen Verbindlichkeiten
zurückzuführen. Im Vorjahr nahmen die
Kundeneinlagen um 65,0 Mio. Euro zu. Innerhalb des Segments
nahmen im Zuge des gestiegenen Zinsniveaus die
Sichteinlagen um 68,1 Mio. Euro ab. Demgegenüber
wuchsen die Termineinlagen um 34,7 Mio. Euro und die
Eigenemissionen um 8,9 Mio. Euro. Auch innerhalb der
Spareinlagen kam es zu Verschiebungen. Die normal
verzinsten Spareinlagen gingen um 43,6 Mio. Euro
zurück, die höher verzinsten Spareinlagen
(insbesondere das Zuwachssparen) verbuchten Zuwächse
in Höhe von 41,1 Mio. Euro. Zudem konnten Steigerungen
im nicht bilanziellen Wertpapiergeschäft mit den
Kunden erzielt werden. Innerhalb der Kundeneinlagen stellen
die Sichteinlagen mit einigem Abstand den
größten Anteil dar, gefolgt von den
Spareinlagen. Nochmals mit großem Abstand
schließen sich die Bestände der Termingelder und
der Eigenemissionen an.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfristen
verringerten sich leicht um 0,8 Mio. Euro auf 134,0 Mio.
Euro. Der Rückgang bei den übrigen
Passivbeständen ist auf die Reduzierung bei den
sonstigen Verbindlichkeiten um 1,8 Mio. Euro, bei den
Treuhandkrediten in Höhe von 1,3 Mio. Euro und bei den
anderen Rückstellungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro
zurückzuführen. Demgegenüber sind die
Steuerrückstellungen um 1,4 Mio. Euro gestiegen. Im
Jahresabschluss 2023 haben wir das Eigenkapital um 2,1 Mio.
Euro auf 89,3 Mio. Euro und den Fonds für allgemeine
Bankrisiken um 4,3 Mio. Euro auf 66,3 Mio. Euro
aufgestockt.
3.1.3 Entwicklung einzelner Positionen
der Aktiva
| Aktiva |
2021 |
2022 |
2023 |
|
|
TEuro |
|
| Forderungen an
Kreditinstitute |
194.800 |
237.238 |
230.878 |
| Forderungen an
Kunden |
953.171 |
1.044.096 |
1.052.026 |
| Wertpapiere |
312.840 |
307.921 |
286.556 |
| Beteiligungen |
10.242 |
10.242 |
10.515 |
| Übrige
Aktivbestände |
169.430 |
53.413 |
49.927 |
| Bilanzsumme |
1.640.483 |
1.652.910 |
1.629.902 |
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich das
Kundenkreditvolumen (einschließlich der Avale in
Höhe von 20,8 Mio. Euro und der Treuhandkredite in
Höhe von 3,9 Mio. Euro) um 4,8 Mio. Euro oder 0,4 %
auf 1.076,8 Mio. Euro erhöht. Die mittel- und
langfristigen Darlehenszusagen nahmen im Geschäftsjahr
um 103,6 Mio. Euro oder 43,8 % auf 133,0 Mio. Euro ab. Die
Zusagen an Unternehmen und Selbständige gingen dabei
um 46,1 Mio. Euro oder 45,1 % und die Darlehenszusagen an
Private um 54,9 Mio. Euro oder 42,1 % zurück. In der
Zusammensetzung des Kreditportfolios nehmen die
Ausleihungen an Privatkunden den größten Anteil
ein. Es folgen die Kredite an Unternehmen und
Selbständige. Innerhalb des Privatkundenportfolios
stellen die Kredite für den Wohnungsbau den
größten Anteil dar. Im Firmenkundengeschäft
liegen die Branchenschwerpunkte bei dem Grundstücks-
und Wohnungswesen, dem verarbeitenden Gewerbe, den
Dienstleistungen und dem Kredit- und Versicherungswesen.
Aufgrund des großen Anteils im
Privatkundengeschäft, aber auch in den
Größenklassen des gewerblichen Geschäfts,
sind wir breit aufgestellt und können somit eine
Risikodiversifizierung gewährleisten.
Der Bestand der eigenen Wertpapiere hat sich um 21,4
Mio. Euro auf 286,6 Mio. Euro verringert. Dabei nahmen die
Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen
Wertpapiere um 28,9 Mio. Euro auf 155,3 Mio. Euro ab und
der Bestand an Aktien und anderen nicht festverzinslichen
Wertpapieren stieg um 7,5 Mio. Euro auf 131,2 Mio. Euro.
Danach hat die Sparkasse die strategische Ausrichtung der
letzten Jahre in 2023 beibehalten. Sie investierte
weiterhin in qualitativ hochwertige Adressen mit einem
Mindestrating von A (S&P, Moody's, Fitch). Dabei
konzentrierte sie sich auf hochliquide Anleihen von
deutschen Bundesländern sowie auf Anleihen der
Europäischen Investitionsbank. Der bestehende
Wertpapier-Spezialfonds wurde als LCR-Fonds (Liquidity
Coverage Ratio) zur dauerhaften Anrechnung auf die
LCR-Quote genutzt. Hierbei sind Anleihen unterhalb des
Investmentgrade-Ratings sowie Fremdwährungen
ausgeschlossen. Zur weiteren Diversifizierung der
Eigenanlagen und zur Ergänzung der bestehenden
Immobilien-Fonds wurde ein weiterer nachhaltiger
Immobilien-Fonds erworben. Im Berichtsjahr wurde ein
monatlicher Sparplan zur Investition in einen weltweit
anlegenden, nachhaltigen Aktienfonds aufgenommen. In Bezug
auf das Derivategeschäft verweisen wir auf die
Anhangangaben.
Die Forderungen an Kreditinstitute gingen um 6,4 Mio.
Euro auf 230,9 Mio. Euro zurück. Der Rückgang der
übrigen Aktivbestände ist auf die Abnahme der
Barreserve um 1,4 Mio. Euro, des Treuhandvermögens um
1,3 Mio. Euro und der Sachanlagen in Höhe von 1,0 Mio.
Euro aufgrund neuer Gutachterwerte
zurückzuführen.
3.1.4
Dienstleistungsgeschäfte
Im Dienstleistungsbereich waren insbesondere der
Giroverkehr inklusive des Zahlungsverkehrs sowie das
Wertpapierdienstleistungsgeschäft und die
Geschäfte mit Verbundpartnern von Bedeutung.
Daneben wurden bei der Vermittlung von Immobilien, im
Auslands- und Devisengeschäft, bei der Übernahme
von Avalen sowie im Darlehens- und Leasinggeschäft
Erträge erwirtschaftet.
Die Depotbestände unserer Kunden mit
festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und
Investmentanteilen entwickelten sich im Jahr 2023 bei sich
erholenden Märkten (nach den Marktverwerfungen durch
den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Vorjahr)
insgesamt erfreulich. Sowohl die Käufe (34,2 %) in
diesen Segmenten als auch die Verkäufe (42,3 %) haben
zugenommen. Insgesamt überstiegen die
Wertpapierkäufe die Wertpapierverkäufe um netto
50,1 Mio. Euro (einschließlich
DekaBank-Geschäfte). Inklusive Kursgewinne haben sich
die Depotbestände (ohne eigene
Inhaberschuldverschreibungen und S Classic-Depots) um 81,0
Mio. Euro oder 19,7 % auf 491,2 Mio. € erhöht.
3.2 Ertragslage
3.2.1 Betriebsergebnis
| Gewinn- und
Verlustrechnung |
2021 |
2022 |
2023 |
|
|
TEuro |
|
| Zinsüberschuss
(einschließlich laufende Erträge) |
22.080,8 |
25.928,3 |
30.893,5 |
|
Provisionsüberschuss |
11.665,3 |
10.934,2 |
11.479,7 |
| Verwaltungsaufwendungen
und Abschreibungen |
-27.087,8 |
-27.818,2 |
-29.498,2 |
|
Teilbetriebsergebnis |
6.658,3 |
9.044,3 |
12.875,0 |
| Saldo aus sonstigen
Erträgen und Aufwendungen |
-484,2 |
-1.133,0 |
1.456,2 |
| Betriebsergebnis vor
Bewertung |
6.174,1 |
7.911,3 |
14.331,2 |
| Bewertungsergebnis und
Risikovorsorge |
-2.239,0 |
-5.364,9 |
-8.377,5 |
| Betriebsergebnis nach
Bewertung |
3.935,1 |
2.546,4 |
5.953,7 |
Im Geschäftsjahr hat das weiter gestiegene
Zinsniveau in der operativen Gewinn- und Verlustrechnung
positiv seine Spuren hinterlassen. Der Zinsüberschuss
einschließlich der laufenden Erträge aus Aktien
und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie
Beteiligungen nahm um 5,0 Mio. Euro auf 30,9 Mio. Euro zu.
Die Zinserträge nahmen dabei um 9,2 Mio. Euro zu. Die
Zinsaufwendungen stiegen um 5,2 Mio. Euro. Die laufenden
Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen
Wertpapieren und die Beteiligungserträge sind
insgesamt um 1,0 Mio. Euro gestiegen.
Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf
11,5 Mio. Euro nach 10,9 Mio. Euro in 2022
hauptsächlich aufgrund der Steigerungen im Giroverkehr
sowie beim Wertpapier-, Bauspar- und
Versicherungsgeschäft. Niedrigere Erträge sind in
der Immobilienvermittlung, beim Auslandsgeschäft sowie
bei der Übernahme von Bürgschaften und Garantien
zu verzeichnen.
Die Verwaltungsaufwendungen einschließlich der
Abschreibungen auf Sachanlagen sind im Geschäftsjahr
um 1,7 Mio. Euro auf 29,5 Mio. Euro gestiegen. Dabei
verringerte sich der Personalaufwand um 0,5 Mio. Euro auf
17,6 Mio. Euro, was in erster Linie auf die geringeren
Aufwendungen für die Altersversorgung
zurückzuführen ist. Erhöhend wirkten die
Tarifsteigerungen, hauptsächlich gezahlt in Form der
Inflationsausgleichsprämie, welche die sozialen
Abgaben nicht zusätzlich belastet hat. Die anderen
Verwaltungsaufwendungen nahmen um 1,8 Mio. Euro auf 10,1
Mio. Euro zu. Dabei waren höhere EDV-Aufwendungen,
Pflichtbeiträge, Kosten für Kunden- und
Kreditkarten, Aufwendungen für
Einrichtungsgegenstände und Maschinen, Portokosten,
sonstige ordentliche Aufwendungen für Grundstücke
und Gebäude sowie Kosten für Dienstleistungen
für Beratungsgesellschaften zu verzeichnen.
Demgegenüber standen geringere Kosten bei den
Abschreibungen für die Betriebs- und
Geschäftsausstattung sowie für Grundstücke
und Gebäude und beim Kfz-Aufwand. Nach einem negativen
Saldo im Vorjahr, wurde im Geschäftsjahr ein positiver
Saldo aus den sonstigen betrieblichen Erträgen
abzüglich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in
Höhe von 1,5 Mio. Euro erzielt. Dabei stiegen die
sonstigen betrieblichen Erträge um 0,2 Mio. Euro auf
2,3 Mio. Euro aufgrund von ganzjährigen und damit
nochmals höheren Mieterträgen. Die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen nahmen um 2,3 Mio. Euro auf 0,9
Mio. Euro ab, was auf die nicht mehr vorhandenen
Einmaleffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen ist
(einmalige Zahlungen für die Beendigung von
Prämiensparverträgen sowie höhere
Zuführungen zu den Altersteilzeitrückstellungen).
Somit ist das Betriebsergebnis vor Bewertung im
Vergleich mit 2022 um 6,4 Mio. Euro auf 14,3 Mio. Euro
gestiegen. Die Aufwands-Ertrags-Relation
(Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen in Prozent zum
Zinsüberschuss einschließlich laufender
Erträge und Provisionsüberschuss abzüglich
des negativen Saldos aus den sonstigen Erträgen und
Aufwendungen) beträgt 67,3 % nach 77,9 % im Vorjahr.
Im Jahr 2023 betrugen die Bewertungsergebnisse im
Kredit- und Wertpapiergeschäft sowie die Dotierung des
Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB
8,4 Mio. Euro nach 5,4 Mio. Euro im Vorjahr. Im
Wertpapiergeschäft konnten nach den hohen
Abschreibungen in 2022 im Geschäftsjahr aufgrund des
am Jahresende rückläufigen langfristigen
Zinsniveaus Zuschreibungen erzielt werden. Im
Kreditgeschäft fiel in 2023 ein leichter
Bewertungsertrag nach einem Bewertungsaufwand auf normalem
Niveau in 2022 an. Der Fonds für allgemeine
Bankrisiken wurde um 4,3 Mio. Euro aufgestockt. Die
Reserven nach § 340f HGB wurden im Geschäftsjahr
in Höhe von 11,0 Mio. Euro gebildet, nach der
Auflösung in gleicher Höhe im Vorjahr.
Sämtliche erkennbaren Risiken wurde durch
Bildung von Einzelwertberichtigungen und
Rückstellungen Rechnung getragen. Für latent
vorhandene Kreditrisiken bestehen darüber hinaus
Pauschalwertberichtigungen. Das Bewertungsergebnis im
Verhältnis zum Betriebsergebnis vor Bewertung liegt
bei -43,62 % (Vorjahr: 153,85 %).
Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag demnach bei
6,0 Mio. Euro nach 2,5 Mio. Euro im Vorjahr.
Die Ertragslage der Sparkasse entwickelte sich vor
dem Hintergrund der nachlassenden Folgen des Ukrainekrieges
und des auf höherem Niveau stabilen Zinses zufrieden
stellend.
Die Grundlage für die Analyse der Ertragslage
bilden die nach den Regeln des Betriebsvergleichs der
Sparkassenorganisation ermittelten Kennzahlen, die aus der
folgenden Überleitungsrechnung der Gewinn- und
Verlustrechnung der Bilanzzahlen hin zu den
Betriebsvergleichszahlen zu entnehmen sind. Bei dem
Betriebsvergleich handelt es sich um eine
betriebswirtschaftliche Darstellung von Erfolgskennzahlen
auf Basis des Verhältnisses zur
Durchschnittsbilanzsumme (DBS) des Geschäftsjahres
oder anderer einheitlicher Ermittlungsverfahren.
Periodenfremde und außergewöhnliche Posten
werden dabei nach einheitlichen Regelungen dem
außerordentlichen Ergebnis zugerechnet.
| Gewinn- und
Verlustrechnung |
2023 |
Überleitung Mio.
Euro |
2023 |
Betriebswirtschaftliches Ergebnis |
| Zinsspanne
(einschließlich laufender Erträge) |
30,9 |
-0,2 |
30,7 |
Zinsüberschuss |
|
Provisionsüberschuss |
11,5 |
0,0 |
11,5 |
Provisionsüberschuss |
| Verwaltungsaufwendungen
und Abschreibungen |
-29,5 |
+1,5 |
-28,0 |
Personal-/Sachaufwand |
|
Teilbetriebsergebnis |
12,9 |
+1,3 |
14,2 |
- |
| Handelsergebnis |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
Nettoergebnis aus
Finanzgeschäften |
| Saldo sonstige
Erträge und Aufwendungen |
1,5 |
-1,0 |
0,5 |
Saldo sonstige
Erträge und Aufwendungen |
| Betriebsergebnis vor
Bewertung |
14,4 |
+0,3 |
14,7 |
Betriebsergebnis vor
Bewertung |
| Bewertungsergebnis und
Risikovorsorge |
-8,4 |
-0,5 |
-8,9 |
Bewertungsergebnis und
Risikovorsorge |
| Betriebsergebnis nach
Bewertung |
6,0 |
-0,2 |
5,8 |
Betriebsergebnis nach
Bewertung |
| Außerordentliches
Ergebnis |
0,0 |
0,0 |
0,0 |
Saldo neutraler Ertrag
/ Aufwand |
| Ergebnis vor
Steuern |
6,0 |
-0,2 |
5,8 |
Ergebnis vor
Steuern |
| Steuern |
-3,9 |
+0,2 |
-3,7 |
Steuern |
|
Jahresüberschuss |
2,1 |
0,0 |
2,1 |
Jahresüberschuss |
Das neutrale Ergebnis mit einem nahezu ausgeglichenen
Saldo resultiert im Wesentlichen aus einer
außerordentlichen Zuführung zum
Sparkassen-Stützungsfonds (0,3 Mio. Euro), aus der
Zuführung zu den Rückstellungen für laufende
Pensionen (0,2 Mio. Euro), aus Zinsaufwendungen aus der
Aufzinsung von Rückstellungen für laufende
Pensionen (0,2 Mio. Euro) und aperiodischen sonstigen
Personalaufwendungen (0,1 Mio. Euro). Positiv auf das
neutrale Ergebnis wirkten Erträge aus der
Auflösung von sonstigen Rückstellungen (0,4 Mio.
Euro), sonstige außerordentliche Erträge (z. B.
Baukostenzuschüsse) (0,2 Mio. Euro), vereinnahmte
Vorfälligkeitsentgelte (0,1 Mio. Euro) und
Zinserträge aus Vorjahren (0,1 Mio. Euro).
3.2.2 Eigenkapitalrentabilität und
Steuern
Die Eigenkapitalrentabilität (Betriebsergebnis
nach Bewertung in Prozent des Eigenkapitals bestehend aus
der Sicherheitsrücklage und dem Fonds für
allgemeine Bankrisiken zu Beginn des Geschäftsjahres)
beträgt 4,0 % (Vorjahr 1,7 %).
Der Steueraufwand belief sich auf 3,9 Mio. Euro nach
1,7 Mio. Euro im Vorjahr.
3.3 Abweichungsanalyse
Die Durchschnittsbilanzsumme des Jahres 2023 liegt
mit 1.618,1 Mio. Euro um 66,8 Mio. Euro unter dem Planwert.
Die nicht so hohen Forderungen an Kunden auf der Aktivseite
sowie die stärkere Abnahme der Kunden-Sichteinlagen
auf der Passivseite sorgten in erster Linie für das
Unterschreiten der Planung.
Die geplante Steigerung der Kundenaktiva wurde in
Summe nicht erreicht. Dabei lag man im privaten
Kreditgeschäft entgegen der geplanten Steigerung sogar
leicht unter dem ursprünglichen Ausgangswert.
Innerhalb dieses Segments konnte einzig im Wohnungsbau eine
geringfügige Zunahme erreicht werden, jedoch bei
weitem nicht die angestrebte Zielgröße.
Ansonsten wurde weder bei den Dispositionskrediten, den
S-Privatkrediten oder den sonstigen Privatkrediten noch bei
den Förderkrediten die geplante Steigerung erzielt,
sondern eine Abnahme verzeichnet. Die geplante Steigerung
des Volumens der Forderungen an Geschäftskunden wurde
im Geschäftsjahr hingegen übertroffen, was zum
Teil auf den Abbau von offenen Zusagen aus dem Vorjahr
zurückzuführen ist. Innerhalb des Segments weisen
die Fördermittel - bei einer geplanten Steigerung -
einen Rückgang auf. Die geplante Zunahme bei den
gewerblichen Investitionskrediten konnte knapp nicht
erreicht werden. Die Kontokorrentkredite und der
Wohnungsbau zeigen dagegen ein Plus gegenüber dem
Voranschlag auf. Entgegen der geplanten Abnahme der
Forderungen an die öffentlichen Haushalte konnte hier
ein Zuwachs erzielt werden. Die geplante erhebliche
Verminderung der Wertpapiereigenanlagen (inklusive der
Forderungen an Kreditinstitute) wurde nicht in Gänze
erreicht. Dabei wurde der geplante Wertpapierbestand unter-
und die Forderungen an Kreditinstitute überschritten.
Der veranschlagte Rückgang der Kundenpassiva
wurde zum Bilanzstichtag insgesamt überschritten.
Innerhalb des Segments waren bei den Sichteinlagen
stärkere Abnahmen als geplant zu verzeichnen. Das
vorgesehene erhebliche Plus bei den Termineinlagen konnte
noch übertroffen werden. Bei den Spareinlagen stellt
sich das Bild unterschiedlich dar. Dabei ist der geplant
hohe Rückgang bei den Ratensparverträgen aufgrund
der nicht wie erwartet angenommenen Vergleichsangebote
für die Prämiensparverträge unserer Kunden
nicht eingetreten und bei den Normalspareinlagen war eine
stärkere Abnahme als geplant zu verzeichnen. Die
Zuwachssparen und die Eigenemissionen sind zwar gestiegen,
jedoch nicht so hoch wie die vorgesehene
Zielgröße. Das angestrebte Wachstum im
Wertpapiergeschäft mit unseren Kunden
(Nettoneugeschäft insgesamt) wurde auch aufgrund der
erzielten Kursgewinne übertroffen.
Innerhalb der Ergebnisplanung konnte angelehnt an das
gestiegene und auf dem Niveau stabile Zinsniveau die
prognostizierte Steigerung im Zinsüberschuss
erfreulicherweise noch übertroffen werden. Die
geplante Steigerung im Provisionsüberschuss wurde
dagegen aufgrund des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen
Umfeldes nicht erreicht. Dabei standen geringeren
Erträgen im Wertpapier-, Versicherungs-, Bauspar- und
im Immobilienvermittlungsgeschäft höher als
erwartete Erträge im Giro- und Zahlungsverkehr, im
Karten- und im Leasinggeschäft gegenüber. Der
Personalaufwand hat den Planwert für das
Geschäftsjahr aufgrund längerer
Personalabwesenheiten unterschritten.
Der Sachaufwand wurde dagegen erheblich
überschritten. Dabei waren höhere
EDV-Aufwendungen, Pflichtbeiträge, Kosten für
Kunden- und Kreditkarten, Aufwendungen für
Einrichtungsgegenstände und Maschinen, Portokosten,
sonstige ordentliche Aufwendungen für Grundstücke
und Gebäude sowie Kosten für Dienstleistungen
für Beratungsgesellschaften zu verzeichnen. In der
Summe ist somit ein stark höheres Betriebsergebnis vor
Bewertung im Vergleich zu der Planung zu verzeichnen.
Das leicht positiv prognostizierte Bewertungsergebnis
im Wertpapiergeschäft fiel aufgrund des zum Jahresende
zweitweise gesunkenen Zinsniveaus erheblich höher aus.
Der geplante Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft wurde
im Geschäftsjahr nicht gebraucht, im Gegenteil war ein
geringfügiger Ertrag zu verzeichnen. Das neutrale
Ergebnis ist im Vergleich zum geplanten Aufwand etwas
höher ausgelaufen. Dementsprechend konnte ein
Gewinnausweis annähernd in der gewünschten
Höhe erzielt werden. Die zusätzlich mögliche
Zuführung zu den Reserven nach § 340f HGB war in
der Planung so nicht vorgesehen. Entsprechend fiel die
geplante Zuführung zum Fonds für allgemeine
Bankrisiken nicht ganz so hoch aus wie geplant.
Bei den Zielgrößen zur Optimierung der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wurden alle
Planwerte erreicht bzw. übertroffen
(Cost-Income-Ratio, Eigenkapitalrentabilität,
Bewertungsergebnis in Relation zum Betriebsergebnis vor
Bewertung, Gesamtkapitalquote). Die Planwerte der
Kundenzufriedenheit im Bereich der Privatkunden und der
Firmenkunden wurden nicht erreicht. Die
Mitarbeiterzufriedenheitskennzahlen konnten erreicht
werden.
3.4 Finanzlage
Die Zahlungsbereitschaft der Sparkasse war im
Geschäftsjahr jederzeit gegeben.
Die zu ermittelnde Liquiditätsdeckungskennziffer
nach der Capital Requirements Regulation (CRR) lag
gemäß Planung zu jeder Zeit über dem Wert
von 1,1 und die Mindestreserveverpflichtung wurde
erfüllt. Weitere Informationen zur Steuerung der
Liquiditätsrisiken sind dem Risikobericht unter Punkt
5.3.6 zu entnehmen.
Die Finanzlage der Sparkasse ist geordnet. Die
Zahlungsbereitschaft kann insbesondere im Hinblick auf die
Ausstattung mit liquiden Mitteln sowie die Kredit- und
Refinanzierungsmöglichkeiten weiterhin als
gewährleistet angesehen werden.
3.5 Vermögenslage
Die Vermögenslage der Sparkasse ist geordnet.
Auf der Aktivseite weisen die Forderungen an Kunden mit
64,5 % (Vorjahr 63,2 %) sowie die Eigenanlagen (Wertpapiere
und Forderungen an Kreditinstitute) mit 31,7 % (Vorjahr
33,0 %) die höchsten Strukturanteile auf.
Die gesetzlichen Vorschriften des Kreditwesengesetzes
zur Eigenmittelausstattung wurden stets eingehalten. Die
Kapitalquote gemäß CRR lag zu allen
Meldestichtagen deutlich über der Mindestanforderung
von 9,5 %. Ende 2023 errechnete sich eine Kernkapitalquote
von 16,7 % (Vorjahr 16,5 %) und eine Gesamtkapitalquote von
17,9 % (Vorjahr 17,7 %).
Nach dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes
soll der Jahresüberschuss mit der Feststellung des
Jahresabschlusses der Sicherheitsrücklage
zugeführt werden, die danach 89,3 Mio. Euro
beträgt. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken
wird um 4,3 Mio. Euro auf 66,3 Mio. Euro erhöht.
Daneben verfügt die Sparkasse über
ergänzende Eigenkapitalbestandteile in Form von
Vorsorgereserven nach § 340f HGB, welche sich im
Geschäftsjahr ebenfalls erhöht haben.
In 2023 wurden kleinere Investitionen in vier
Filialen planmäßig durchgeführt. Die
maßgeblichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
betrugen zusammen rund 0,4 Mio. Euro.
3.6 Nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren
3.6.1. Personal
Die Sparkasse beschäftigte im Jahresdurchschnitt
146 Vollzeitkräfte und 107 Teilzeitkräfte. Das
Verhältnis zwischen Frauen und Männern betrug
63,1 % zu 36,9 % (Vorjahr 62,2 % zu 37,8 %). Im
Jahresdurchschnitt 2023 standen in unserem Hause 16 junge
Menschen in einem Ausbildungsverhältnis zur
Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann.
Mitarbeiter und Auszubildende der
letzten 5 Jahre im Jahresdurchschnitt
|
2019 |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
| Vollzeitkräfte |
171 |
165 |
162 |
154 |
146 |
| Teilzeitkräfte |
100 |
102 |
96 |
99 |
107 |
| Auszubildende |
15 |
17 |
18 |
17 |
16 |
Innerbetriebliche Schulungen und vielfältige
überbetriebliche Weiterbildungsangebote werden in
hohem Maße von unseren Mitarbeitern genutzt. Die
digitalen Angebote (Webinare, etc.) gehören dabei
mittlerweile zum Standard.
Die Qualifikationsstruktur der Mitarbeiter gestaltet
sich wie folgt:
| Qualifikationsstruktur
in % |
|
|
|
2022 |
2023 |
| Lehrinstitut/Master |
4,6 |
4,0 |
|
Sparkassen-/Bankbetriebswirt/Bachelor |
26,9 |
26,3 |
|
Sparkassen-/Bankfachwirt |
52,3 |
52,5 |
|
Sparkassen-/Bankkaufmann |
11,2 |
11,1 |
| andere
Ausbildungsberufe |
5,0 |
6,1 |
| Sonstige |
0,0 |
0,0 |
Weder die Zahl der Kündigungen im abgelaufenen
Geschäftsjahr noch die Zahl der durchschnittlichen
Krankheitstage oder die Altersstruktur (siehe Tabelle
unten) geben Hinweise auf überdurchschnittliche
Risiken im Personalbereich. Die externen Kündigungen
sind dabei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die
durchschnittlichen Krankheitstage gesunken. Im Vergleich
mit den hessischen Sparkassen ist weiterhin eine
überdurchschnittliche Mitarbeiterzufriedenheit zu
attestieren.
| Altersstruktur in % |
|
|
|
2022 |
2023 |
| unter 20 Jahre |
0,0 |
0,4 |
| 20 bis unter 30
Jahre |
11,2 |
10,2 |
| 30 bis unter 40
Jahre |
16,6 |
17,2 |
| 40 bis unter 50
Jahre |
28,6 |
25,8 |
| 50 bis unter 60
Jahre |
37,8 |
39,8 |
| 60 Jahre und mehr |
5,8 |
6,6 |
3.6.2 Nachhaltigkeit
Die Sparkasse Dillenburg übernimmt seit
über 100 Jahren Verantwortung für die Entwicklung
des ehemaligen Dillkreises. Unser Denken und Handeln ist
auf die nachhaltige Entwicklung der Region ausgerichtet.
Darüber hinaus hat die Sparkasse Dillenburg ihre
Aktivitäten für mehr Nachhaltigkeit in einer
Selbstverpflichtung festgehalten. Darin verpflichtet sie
sich, ihren Geschäftsbetrieb CO2-neutraler zu
gestalten, Finanzierungen und Eigenanlagen auf Klimaziele
auszurichten und gewerbliche wie private Kunden bei der
Transformation zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu
unterstützen. Unternehmen, die bei diesem Wandel noch
am Anfang stehen, soll bei ihren Anpassungsinvestitionen
gezielt unterstützt werden. Auch die privaten Kunden
können konkret etwas tun, indem sie nachhaltige
Wertpapiere aus dem Portfolio der Sparkasse in ihrer
Anlageentscheidung berücksichtigen und so eine
nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft stärken.
Über die Verankerung in der Geschäfts- und
Risikostrategie implementiert die Sparkasse sukzessive den
Nachhaltigkeitsgedanken in immer konkretere operative
Prozesse. Beispielsweise wird mithilfe eines Tools des
Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in
Finanzinstituten e. V. (VfU) der CO2-Fußabdruck der
Sparkasse ermittelt und Maßnahmen umgesetzt, um
diesen zu reduzieren. Weitere Beispiel sind der
Sparkassen-Umweltbrief, unsere E-Tankstellen oder
Wallboxen, die sukzessive Umrüstung auf
E-Mobilität, die Unterstützung von (Elektro-)
Bikes und vieles mehr.
3.7 Zusammenfassende Beurteilung der
Geschäftsentwicklung
Die mittelfristigen Folgen des russischen
Angriffskriegs auf die Ukraine in Form der zwar
nachlassenden aber noch hohen Inflation sowie das
zunächst weiter gestiegene Zinsniveau bei insgesamt
schwierigen wirtschaftlichen Voraussetzungen bestimmten den
Konjunkturverlauf in Deutschland sowie die regionalen
Gegebenheiten an Lahn und Dill. Zusammen mit den anhaltend
hohen regulatorischen Anforderungen waren diese
Rahmenbedingungen im Wesentlichen verantwortlich für
die Geschäftsentwicklung der Sparkasse im Jahr 2023.
Die Nähe und das Vertrauen zu unseren Privat- und
Firmenkunden stehen dabei in einem immer intensiver
werdenden Wettbewerb und gerade in einer so in der
jüngeren Vergangenheit noch nie dagewesenen langen
Phase vom Übergang der einen Krise (Corona) direkt in
die nächste Krise (Ukraine-Krieg) noch deutlicher im
Vordergrund.
Im Geschäftsjahr 2023 haben wir in diesem
wirtschaftlichen Umfeld hinsichtlich des bilanziellen
Geschäftsverlaufes ein zufrieden stellendes Ergebnis
erzielt. Dabei ist auf der Passivseite mit dem steigenden
Zins eine leichte Trendumkehr von den Sichteinlagen hin zu
längerfristigen Anlageformen (bilanziell und
außerbilanziell) zu beobachten. Die sich zum
Jahresende 2022 abzeichnende nachlassende Dynamik bei der
Entwicklung der Forderungen an Kunden auf der Aktivseite
hat sich im Jahresverlauf 2023 weiter fortgesetzt.
Die Ertragslage stellt sich insgesamt vor dem
Hintergrund des zunächst gestiegenen Zinsniveaus
zufrieden stellend dar, die Finanzlage der Sparkasse ist
geordnet und die Vermögenslage der Sparkasse konnte
durch die Dotierung der Eigenkapitalbestandteile
gestärkt werden. Die nichtfinanziellen
Leistungsindikatoren stellen eine Stütze der Sparkasse
dar.
4. Nachtragsbericht
Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind
keine Vorgänge eingetreten, die wesentliche
Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und
Vermögenslage der Sparkasse im Geschäftsjahr 2024
haben.
5. Risikobericht
5.1 Risikomanagementsystem und
Risikotragfähigkeit
Unter dem Risikomanagement versteht die Sparkasse,
dass Risiken frühzeitig und regelmäßig
erkannt und analysiert, gesteuert und überwacht
werden. Der Risikomanagementprozess unterlag im Jahr 2023
Veränderungen infolge der Umsetzung der am 24. Mai
2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an
bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte und der am
29. Juni 2023 veröffentlichten 7. Novelle der
Mindestanforderungen an das Risikomanagement.
Der Risikomanagementprozess stellt sich wie folgt
dar:
Die Risikotragfähigkeitskonzeption umfasst die
Ermittlung des Risikodeckungspotenzials, die Risikomessung
und die Begrenzung der Risiken durch Risikolimite. Zur
Sicherstellung der langfristigen Fortführung der
Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz
und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein
Risikotragfähigkeitskonzept mit einer
vierteljährlichen Berechnung der
Risikotragfähigkeit in einer ökonomischen
Perspektive und einer jährlichen Berechnung der
normativen Perspektive ein. Die
Risikotragfähigkeitsberechnungen werden ergänzt
um Stresstests (ökonomische Perspektive) und
Betrachtungen adverser Szenarien (normative Perspektive).
Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit die
Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten
aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne
Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.
In der Geschäftsstrategie haben wir die Ziele
der Sparkasse für jede wesentliche
Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur
Erreichung dieser Ziele dargestellt. Unsere Risikostrategie
umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen
Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen
zur Erreichung dieser Ziele. Risikomanagementziele sind u.
a. das kontrollierte Eingehen von Risiken im Rahmen eines
Risikotragfähigkeitskonzepts und einer ertrags- und
wertorientierten Banksteuerung sowie die Beachtung
gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Anforderungen.
Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens
jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um
deren Wesentlichkeit beurteilen zu können.
Nachhaltigkeitsrisiken wurden als Risikotreiber bei der
Beurteilung der Wesentlichkeit der Risiken qualitativ
berücksichtigt. Zudem werden regelmäßig
quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von
Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der
Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur
wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der
normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:
| Risikoart |
Risikokategorie |
| Adressenrisiko |
Kundengeschäft |
|
Eigengeschäft |
| Marktpreisrisiko |
Zinsänderungsrisiko |
|
Spreadrisiko |
|
Immobilienrisiko |
| Beteiligungsrisiko |
|
|
Liquiditätsrisiko |
Zahlungsunfähigkeitsrisiko |
| Operationelles
Risiko |
|
Darüber hinaus ist das Aktienrisiko in der
normativen Perspektive wesentlich.
Um Nachhaltigkeitsrisiken abzudecken, betrachten wir
einen Horizont von 3 Jahren. Die strategische
Relevanzbeurteilung erfolgt mittels Abschätzung der
Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, die Strategie,
die strategischen Kennzahlen und die
Nachhaltigkeitsrisikoindikatoren.
Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in
der ökonomischen Perspektive ist die Sicherstellung
des Gläubigerschutzes. Das Risikodeckungspotenzial
entspricht dem barwertigen Vermögenswert
(Substanzwert) bezogen auf das Bestandsgeschäft und
umfasst sämtliche Vermögenswerte und Schulden der
Sparkasse. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023
ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 234.497
TEuro. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 132.500 TEuro
wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so
bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken
ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden mit
Ausnahme des Beteiligungsrisikos, das jährlich
berechnet wird, vierteljährlich ermittelt und den
Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite
reichten sowohl unterjährig als auch zum
Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken.
Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos
wurden für alle wesentlichen Risiken das
Konfidenzniveau auf 99,9 % und der
Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend
festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des
Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem
Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos
zwischen den Risikofaktoren Zinsen und Spreads
risikomindernde Diversifikationseffekte.
Das eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31.
Dezember 2023 wie folgt dar:
| Risikoart |
Limit |
Limitauslastung |
|
TEuro |
TEuro |
% |
| Adressenrisiko |
18.500 |
11.862 |
64,1 |
| Kundengeschäft |
13.500 |
8.647 |
64,1 |
| Eigengeschäft |
5.000 |
3.215 |
64,3 |
| Marktpreisrisiko |
75.000 |
32.408 |
43,2 |
|
Zinsänderungsrisiko |
37.000 |
8.711 |
23,5 |
| Spreadrisiko |
26.000 |
14.105 |
54,3 |
| Immobilienrisiko |
12.000 |
9.592 |
79,9 |
| Operationelles
Risiko |
11.000 |
7.756 |
70,5 |
| Beteiligungsrisiko |
28.000 |
20.344 |
72,7 |
|
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko |
132.500 |
72.370 |
54,6 |
Die Sparkasse führt ergänzend
vierteljährlich Stresstests für alle wesentlichen
Risiken durch. Die Stresstests umfassen historische und
hypothetische Szenarien, bei deren Festlegung die
strategische Ausrichtung der Sparkasse und das
wirtschaftliche Umfeld berücksichtigt werden.
Die Sparkasse hat folgende Stresstests definiert, um
die Auswirkungen auf die Verlustanfälligkeit zu
untersuchen:
| ― |
schwerer konjunktureller
Abschwung
|
| ― |
Markt- und
Liquiditätskrise
|
| ― |
Immobilienkrise aufgrund von
Zinsanstieg.
|
Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten,
dass auch bei Eintritt von außergewöhnlichen,
aber plausibel möglichen Ereignissen die
Risikotragfähigkeit gegeben ist. Der Stresstest
Immobilienkrise aufgrund von Zinsanstieg zeigt die
höchste Auslastung in Höhe von 78.472 TEuro.
Die Sparkasse führt mindestens jährlich
inverse Stresstests durch, mit dem Ziel zu untersuchen,
welche Ereignisse oder Szenarien die Sparkasse in ihrer
Überlebensfähigkeit gefährden könnten.
Die Überlebensfähigkeit ist dann als
gefährdet anzusehen, wenn das Geschäftsmodell
nicht mehr durchführbar ist. Als
Inversitätsschwelle hat die Sparkasse den
Gesamtrisikowert vor inversem Stresseintritt (Risikofall)
festgelegt.
Die Ergebnisse der inversen Stresstests zeigen im
Hinblick auf die Risikotragfähigkeit, dass die
Existenz der Sparkasse nur durch sehr unwahrscheinliche
Ereignisse gefährdet werden könnte.
Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in
der normativen Perspektive ist die Fortführung der
Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter
Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2028. Um einen
Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können,
wurden folgende Annahmen über die künftige
Ergebnisentwicklung für das Planszenario getroffen:
| ― |
Geschäftsentwicklung
gemäß der mittelfristigen
Geschäftsplanung 2024 - 2028
|
| ― |
steigenden Zinsniveaus, wobei in
den kurzfristigen Laufzeitbändern bis sechs
Monaten in den Jahren 2024 bis 2028 und in den
Laufzeitbändern ein und zwei Jahren ab dem Jahr
2025 von wieder leicht sinkenden Zinsen ausgegangen
wird
|
In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen
und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf
basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen.
Relevante Steuerungsgrößen sind die
Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP
1-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte
Pufferanforderung und die Eigenmittelempfehlung) sowie die
Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die
Höchstverschuldungsgrenze und die
Großkreditgrenze. Für den betrachteten Zeitraum
von fünf Jahren können die aufsichtlichen
Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt
werden.
Als adverses Szenario wird ein schwerer
konjunktureller Abschwung (Zinsrückgang um 21 bis 47
Basispunkte im 1. Jahr, in den Folgejahren findet eine
geringe Erholung des Zinsrückgangs statt) und eine
Stagflation (Zinsanstieg um 120 bis 158 Basispunkte im 1.
Jahr, in den Folgejahren finden wieder leichte
Zinsrückgänge statt) betrachtet. Daneben wurden
folgende Annahmen über die künftige
Ergebnisentwicklung für die adversen Szenarien
getroffen:
| ― |
steigende Kreditnachfrage der
Kunden, Zinslosstellung in Höhe der erwarteten
Verluste
|
| ― |
aufgrund von Arbeitslosigkeit
und ausstehender Verpflichtungen findet ein moderater
Abzug von Kundeneinlagen statt
|
| ― |
Bilanzausgleich erfolgt
über Tagesgeldaufnahmen bei der Landesbank
|
| ― |
geringere Margen sowohl bei den
Kundenaktiva als auch bei den Kundeneinlagen
|
| ― |
Ausweitung der Spreads,
höhere Abschläge auf die
Fondsbestände, steigendes Bewertungsergebnis
Kreditgeschäft sowie höhere Schäden
aus operationellen Risiken
|
| ― |
geringere ordentliche
Erträge, höhere ordentliche
Aufwendungen
|
Aus dem Stagflations-Szenario wurde eine höhere
Belastung errechnet als im schweren konjunkturellen
Abschwung.
Die in der normativen Perspektive anzuwendenden
Verfahren zur Risikoquantifizierung ergeben sich für
Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationelle
Risiken aus den rechtlichen Anforderungen der CRR, nach
denen risikogewichtete Positionsbeträge zu ermitteln
sind. Die Risikoquantifizierung für
Zinsänderungsrisiken sowie die weiteren wesentlichen
Risiken ergeben sich aus dem Kapitalzuschlag im Rahmen des
bankaufsichtlichen Überprüfungs- und
Bewertungsprozesses (SREP) gemäß § 10 Abs.
3 Satz 1 und 2 Nr. 1 KWG.
Im adversen Szenario sind die harten
Mindestkapitalanforderungen (Kaptalanforderungen
gemäß CRR und SREP) zwingend einzuhalten.
Für den betrachteten Zeitraum von fünf Jahren
können die aufsichtlichen Anforderungen erfüllt
werden.
1 SREP: Supervisory Review and Evaluation
Process (aufsichtlicher Überprüfungs- und
Bewertungsprozess)
|
|
2024 |
2025 |
2026 |
2027 |
2028 |
|
|
in TEUR |
in TEUR |
in TEUR |
in TEUR |
in TEUR |
| Planszenario |
Eigenmittel |
167.544 |
174.336 |
185.705 |
197.452 |
210.919 |
|
RWA |
929.494 |
967.107 |
999.549 |
1.036.353 |
1.075.659 |
|
Eigenmittelquote
(EMQ) |
18,03 |
18,03 |
18,58 |
19,05 |
19,61 |
|
Mindest-EMQ |
15,00 |
15,00 |
15,00 |
15,00 |
15,00 |
| adverses Szenario |
Eigenmittel |
166.948 |
166.890 |
167.275 |
168.850 |
170.056 |
|
RWA |
909.957 |
927.768 |
936.404 |
940.397 |
944.590 |
|
Eigenmittelquote
(EMQ) |
18,34 |
17,99 |
17,86 |
17,96 |
18,00 |
|
Mindest-EMQ
Szenario |
9,50 |
9,50 |
9,50 |
9,50 |
9,50 |
Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden
Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und
Verfahren werden jährlich überprüft und bei
Bedarf angepasst (Validierung).
Die Risikosteuerung umfasst die Analyse sowie die
zeitgerechte und situationsabhängige Auswahl und
Anwendung der Instrumente zur Risikobewältigung.
Hierzu gehört die Simulation der einzelnen
Risikoabwehrmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung, um
gezielt die geeignete Maßnahme auswählen zu
können.
Die Sparkasse setzt zur Steuerung der
Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente
(Swapgeschäfte) ein (Nominalwert zum 31. Dezember 2023
von 80 Mio. Euro). Sie wurden in die verlustfreie Bewertung
des Bankbuches gem. IDW RS BFA 3 n. F. einbezogen. Daneben
ist die Sparkasse an einer Kreditbasket-Transaktion der
Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt. Die hieraus
resultierenden Kreditderivate werden sowohl in der Position
des Sicherungsnehmers als auch als Sicherungsgeber
gehalten.
Die Risikofrüherkennung umfasst die
Identifizierung möglicherweise neu aufgetretener
Risiken und das Erkennen eines bekannten Risikos sowie die
Kommunikation im Rahmen des Risikoreportings. Die
Risikofrüherkennung bezieht sich dabei sowohl auf das
Eintreten von Risiken als auch auf eine Reduzierung des
Risikodeckungspotenzials. Für die frühzeitige
Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von
risikoartenübergreifenden Effekten haben wir
Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder
qualitativen Merkmalen basieren.
Die Risikokontrolle umfasst die Überprüfung
der aufgenommenen Steuerungsmaßnahmen auf Effizienz
sowie Effektivität und führt gegebenenfalls
erneute Handlungen im Risikomanagementprozess herbei.
Durch das Risikoreporting wird die Risikosituation
der Sparkasse abgebildet. Die vierteljährliche
Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den
Gesamtrisikobericht und ergänzende Berichte zu den
wesentlichen Risikoarten. Die Berichte enthalten neben
quantitativen Informationen auch eine qualitative
Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf
besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung
und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert
eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich
über die Risikosituation informiert. Neben der
turnusmäßigen Berichterstattung ist auch
geregelt, in welchen Fällen eine
Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.
Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und
Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen
(Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten
Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und
Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der
Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der
Internen Revision.
Durch die Ausgestaltung der Aufbau- und
Ablauforganisation ist sichergestellt, dass miteinander
unvereinbare Aufgaben durch unterschiedliche Mitarbeiter
wahrgenommen werden. Die Funktionstrennung zwischen dem
Risikocontrolling und den Marktbereichen ist bis zur
Vorstandsebene und auch für den Vertretungsfall
organisatorisch gegeben. Grundlegende Entscheidungen zur
Anpassung des Risikomanagements werden vom Vorstand
getroffen. Die operative Risikosteuerung erfolgt durch die
Marktbereiche.
Die Risikocontrolling-Funktion, die
aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte
initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die
Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu
beurteilen, zu überwachen und darüber zu
berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die
Methodenauswahl, die Überprüfung der
Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren und
die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs-
und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie
die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen
Anforderungen, die Erstellung der
Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende
Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie
unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen
Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der
Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die
Risikocontrolling-Funktion wird durch die Mitarbeiter des
Geschäftsbereichs Kreditmanagement/Banksteuerung
wahrgenommen.
Die Interne Revision prüft und beurteilt
risikoorientiert und prozessunabhängig die
Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements im
Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen
sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich
aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand
unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber
berichtspflichtig.
Zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in
neuen Produkten oder auf neuen Märkten wurden
Verfahren festgelegt. Zur Einschätzung der
Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau-
und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen
Definitionen und Regelungen.
5.2. Adressenrisiko
Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer
bilanziellen oder außerbilanziellen Position
verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung
einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt
ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie
das Migrationsrisiko unterteilt. Das Ausfallrisiko umfasst
die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden
bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners
entsteht. Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines
Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die
Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners
verändert hat.
Das Länderrisiko umfasst neben dem
bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das
politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das
Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer
Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des
Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der
Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher
Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz
im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.
Die wertorientierte Messung des Adressenrisikos
erfolgt über eine Monte-Carlo-Simulation mithilfe der
Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei werden
mögliche makroökonomische Rahmenbedingungen (z.
B. durch Branchen-Ausfallwahrscheinlichkeiten,
Korrelationen, Migrationsmatrizen) und die aktuelle
Portfoliostruktur inklusive der Rating- und
Sicherheiteninformationen sowie Konzentrationsrisiken
berücksichtigt. Die Ergebnisse der simulierten
Wertentwicklungen werden zu einer
Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus
die erwartete Wertänderung und der Value-at-Risk
abgeleitet wird. Auf Ebene der Risikoart Adressenrisiko
erfolgt die Risikomessung integriert (Nutzung von
Diversifikationseffekte zwischen den Risikokategorien
Adressenrisiko im Kundengeschäft und Adressenrisiko im
Eigengeschäft).
5.2.1. Adressenrisiko im
Kundengeschäft
Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst
einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden
bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären
Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie
beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst
es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz
an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite
nicht ausreichen oder nicht beitragen können
(Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).
Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist
auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die
Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers
ändert und damit ein möglicherweise höherer
Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve
berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).
Die Steuerung des Adressenrisikos im
Kundengeschäfts erfolgt auf Portfolioebene
entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer
Berücksichtigung der Größenklassenstruktur,
der Bonitäten, der Branchen und der gestellten
Sicherheiten. Daneben wurden Kreditvergabebedingungen auf
Ebene der Kreditnehmer festgelegt, die sich am
Kreditvolumen und am Risikogehalt orientieren.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Trennung zwischen Markt (1.
Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die
Geschäftsverteilung des Vorstands
|
| ― |
regelmäßige
Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des
Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen
|
| ― |
Einsatz standardisierter
Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und
Scoringverfahren) in Kombination mit
bonitätsabhängiger Preisgestaltung und
bonitätsabhängigen Kompetenzen
|
| ― |
interne,
bonitätsabhängige Richtwerte für
Kreditobergrenzen, die unterhalb der
Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der
Vermeidung von Risikokonzentrationen im
Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese
Obergrenze überschreiten, unterliegen einer
verstärkten Beobachtung durch das
Risikocontrolling
|
| ― |
regelmäßige
Überprüfung von Sicherheiten
|
| ― |
Einsatz eines
Risikofrüherkennungsverfahrens, das auf der
Basis von quantitativen Kriterien (bspw.
Rating-/Scoringnote, Warnsignale,
Auffälligkeiten in der Kontoführung) und
qualitativer Kriterien auf Ebene der
Einzelkreditnehmer Risiken identifiziert und mit
Hilfe einer Frühwarnliste und dem Ereignissystem
kommuniziert
|
| ― |
festgelegte Verfahren zur
Überleitung von Kreditengagements in die
Intensivbetreuung oder Problemkreditbearbeitung
|
| ― |
Berechnung des Adressenrisikos
für die Risikotragfähigkeit in der
ökonomischen und normativen Perspektive mit dem
Kreditrisikomodell CPV
|
| ― |
Ermittlung von
Sicherheitenwerten auf Basis der Vorgaben der
Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) bzw.
der sparkassenrechtlichen
Beleihungsgrundsätze
|
| ― |
turnusmäßige bzw.
anlassbezogene Überprüfung der
hereingenommenen Sicherheiten und Garantien
hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit
|
| ― |
Einsatz von
Sicherungsinstrumenten zur Reduzierung vorhandener
Risikokonzentrationen im Rahmen von einer
überregionalen Kreditpooling-Transaktionen und
Metakrediten
|
| ― |
Kreditportfolioüberwachung
auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem
Reporting
|
Das Kreditgeschäft der Sparkasse gliedert sich
nach Kundengruppen wie folgt:
| Kreditgeschäft der
Sparkasse |
Kreditvolumen |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
Mio. Euro |
Mio. Euro |
| Firmenkundenkredite |
517 |
508 |
| Privatkundenkredite |
747 |
755 |
| darunter für den
Wohnungsbau |
600 |
605 |
| Kommunalkredite und
kommunalverbürgte Kredite |
40 |
43 |
| Gesamt |
1.304 |
1.306 |
Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch
im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Schwerpunkte
bilden mit 26,86 % die Ausleihungen an das
Grundstücks- u. Wohnungswesen sowie an das
verarbeitende Gewerbe mit 17,15 %.
Die Größenklassenstruktur zeigt nach
unserer Einschätzung insgesamt eine breite Streuung
des Kundenkreditvolumens.
Die Kreditrisikostrategie ist ausgerichtet auf
Kreditnehmer mit guten Bonitäten bzw. geringeren
Ausfallwahrscheinlichkeiten. Dies wird durch die
Neugeschäftsplanung unterstützt. Zum 31. Dezember
2023 ergibt sich im Kundengeschäft folgende
Ratingklassenstruktur:
|
Bonitätsklassen |
Ausfallwahrscheinlichkeit |
Kreditvolumen |
Anteil |
Blankoanteil |
Anteil |
| DSGV Rating |
in % |
in Mio. Euro |
in % |
in Mio. Euro |
in % |
| 1-5 |
0,1-0,4 |
1.036 |
79,4 |
420 |
79,5 |
| 6-9 |
0,6-2,0 |
187 |
14,3 |
77 |
14,6 |
| 10-12 |
3,0-6,7 |
50 |
3,8 |
21 |
4,0 |
| 13-15 |
10,0-45,0 |
17 |
1,3 |
6 |
1,1 |
| 16-18 |
100,0 |
11 |
0,9 |
3 |
0,6 |
| geratet |
|
1.301 |
99,7 |
527 |
99,8 |
| nicht geratet |
|
3 |
0,3 |
1 |
0,2 |
| Kreditvolumen |
|
1.304 |
100,0 |
528 |
100,0 |
Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgelegte
Kreditvolumen im Kundengeschäft betrug am 31. Dezember
2023 0,07 % des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19
Abs. 1 KWG in Höhe von 1.875 Mio. Euro.
Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio in
folgenden Bereichen:
| ― |
Branchenkonzentration bei der
Branche Grundstücks- und Wohnungswesen
|
| ― |
Konzentration im Bereich der
regionalen, grundpfandrechtlichen Sicherheiten
|
Risikokonzentrationen im Kreditgeschäft begegnen
wir bereits im Neugeschäft mit der in unserer
Kreditrisikostrategie definierten Obergrenze für
Kredite an einen Kreditnehmer sowie an der
Risikoklassifizierung orientiert gestaffelte
Blankokredithöchstgrenzen. Um das Risiko aus den
Konzentrationen zu begrenzen, werden diese Branchen und
Sicherheiten in den Stressszenarien zusätzlich
gestresst.
Zusammenfassend sind wir der Auffassung, dass unser
Kreditportfolio sowohl nach Branchen und
Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut
diversifiziert ist.
Zur Absicherung von Adressenausfallrisiken hat die
Sparkasse einen Einzelkreditnehmer mit einem Kreditvolumen
von insgesamt 1 Mio. Euro in die Sparkassen-Kreditbaskets
(über die Emission von Originatoren-Credit Linked
Notes) eingebracht.
Quartalsweise oder anlassbezogen werden Prognosen zum
voraussichtlichen Risikovorsorgebedarf erstellt, die dazu
dienen, gegebenenfalls ungünstige Entwicklungen im
Kreditgeschäft zeitnah zu erkennen.
Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle
Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender
Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der
Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es
voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle
fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß
den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu
vereinnahmen. Bei der Bemessung der
Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen
Realisationswerte der gestellten Sicherheiten
berücksichtigt. Für latente Risiken im
Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen
gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über
die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios,
die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der
notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken
schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung
ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.
Die Entwicklung der Risikovorsorge in 2023 zeigt im
Vergleich zum Vorjahr keine wesentliche Steigerung.
5.2.2. Adressenrisiko im
Eigengeschäft
Das Adressenrisiko im Eigengeschäft (Wertpapiere
und Forderungen an Kreditinstitute) umfasst die Gefahr
eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden
Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten
(Ausfallrisiko) resultieren kann.
Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf
die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners
ändert und damit ein möglicherweise höherer
Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve
berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).
Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass
bei einem Ausfall die tatsächlich realisierbaren
Zahlungen von den prognostizierten Werten abweichen.
Adressenrisiken aus den Spezialfondsanlagen werden im
Durchschauprinzip bei der Ermittlung der Risiken in den
einzelnen Risikokategorien einbezogen.
Die Steuerung des Adressenrisikos des
Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten
Strategie unter besonderer Berücksichtigung der
Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der
Branchen sowie des Risikos der Engagements.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Festlegung von Limiten je
Kreditnehmer und für Produktgruppen
|
| ― |
Regelmäßige
Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer anhand von
externen Ratingeinstufungen sowie eigenen
Analysen
|
| ― |
Berechnung des Adressenrisikos
für die Risikotragfähigkeit in der
ökonomischen und normativen Perspektive mit dem
Kreditrisikomodell CPV
|
Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag
ein Volumen von 475.427 TEuro. Wesentliche Positionen sind
dabei Schuldverschreibungen und Anleihen (161.941 TEuro),
Schuldscheindarlehen (99.530 TEuro), Wertpapierspezialfonds
(71.215 TEuro), Immobilienfonds (56.957 TEuro), sonstige
Investmentfonds (5.353 TEuro).
Dabei zeigt sich auf Basis der internen
Risikoklassenstruktur nachfolgende Ratingverteilung:
| Ratingklasse |
Volumenanteile in
% |
| 1 bis 5 (Investment
Grade) |
86,7 |
| 6 bis 10 |
0,2 |
| 11 bis 15C |
0,0 |
| 16 bis 18 |
0,0 |
Keine Ratings liegen insbesondere bei Anteilen an
Immobilienfonds und Aktien vor, bei denen aber die
Anlagerichtlinien Vorgaben enthalten, wie investiert werden
darf.
Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von
untergeordneter Bedeutung. Das Volumen in Form von
Wertpapieren und Immobilien aus Immobilienfonds betrug am
31. Dezember 2023 107.840 TEuro.
Risikokonzentrationen im Eigengeschäft begegnen
wir durch die Limitierung von Assetklassen und Emittenten.
5.3. Marktpreisrisiko
Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in
einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position,
welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren
(Zinsen, Spreads, Aktienkurse und Immobilienpreise) ergibt.
Optionen werden grundsätzlich innerhalb der
betroffenen Risikokategorie abgebildet. Dabei beziehen sich
implizite Optionen auf in Produkte eingebettete Rechte (z.
B. Kündigungsrechte bei Darlehen und Sparprodukten).
Marktpreisrisiken aus den Spezialfondsanlagen werden
nach dem Durchschauprinzip bei der Ermittlung der Risiken
in den einzelnen Risikokategorien einbezogen.
Die Marktpreisrisikomessung erfolgt im Rahmen der
ökonomischen Perspektive mit dem
Varianz-Kovarianz-Ansatz, dem eine Normalverteilungsannahme
der einzelnen Risikofaktoren zugrunde liegt. Die Parameter
der Normalverteilung werden aus historischen Daten
geschätzt. Unter Berücksichtigung der
Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die
Delta-Gamma-Variante ausgewählt.
Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer
Berücksichtigung festgelegter Limite sowie
einzuhaltender Kennzahlen und der vereinbarten
Anlagerichtlinien für unseren Spezialfonds. Der vom
Vorstand benannte Anlageausschuss der Sparkasse hat die
Aufgabe, den Vorstand bei der Umsetzung der Strategie zu
unterstützen.
5.3.1. Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die
Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt.
In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen
Perspektive können sich Veränderungen im
Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere
sowie einer Dotierung bzw. Veränderung einer
Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien
Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F.
ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die
Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen
Perspektive integriert.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung
"Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des
laufenden Geschäftsjahres und vier Folgejahre
bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das
handelsrechtliche Ergebnis.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk mittels der von der SR
entwickelten IT-Anwendung MPR
|
| ― |
Steuerung des wertorientierten
Zinsänderungsrisikos auf Basis einer modernen
historischen Simulation der Marktzinsänderungen:
Die negative Abweichung der Performance innerhalb der
nächsten 90 Tage (Haltedauer) wird mit einem
Konfidenzniveau von 95,0 % berechnet. Hierbei wird
aktuell ein Stützzeitraum von 01/1988 bis
12/2022 verwendet. Zur Beurteilung des
Zinsänderungsrisikos orientiert sich die
Sparkasse an einer definierten Benchmark (angelehnt
an die Struktur des gleitenden
10-Jahresdurchschnitts). Abweichungen zeigen ggf.
einen Bedarf an Steuerungsmaßnahmen auf und
dienen als zusätzliche Information für zu
tätigende Neuanlagen bzw. Absicherungen.
|
| ― |
Ermittlung des
Zinsrisikokoeffizienten und des
Frühwarnindikators gemäß § 25a
Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019
vom 6. August 2019
|
| ― |
Für Geschäfte mit
unbestimmter Fälligkeit oder mit
Kundenkündigungsrechten wurden für Messung
der Zinsänderungsrisiken Annahmen (z. B.
Bodensatz-, Zinsbindungsfiktion) getroffen. Die
Cashflows variabel verzinslicher Produkte werden
über das Konzept der gleitenden Durchschnitte
abgebildet.
|
| ― |
Die zu Positionen mit
unbestimmter Kapitalbindung bestehenden gesetzlichen
und vertraglichen Kündigungs- und Tilgungsrechte
(implizite Optionen) werden in die Risikomessung
einbezogen.
|
Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage
bereitgestellter Risikolimite. Als Risikotoleranz wurde
eine Obergrenze für den Zinsrisikokoeffizienten in
Höhe von 25 % der Eigenmittel festgelegt. Dieser wurde
im Geschäftsjahr 2023 eingehalten. Daneben wurde ein
passiver Managementstil mit einem
Performance-Abweichungslimit für einen
Planungshorizont von 90 Tagen und einem Konfidenzniveau von
95 % in Höhe von 0,50 % sowie ein Add-on auf den VaR
der Benchmark von 0,25 % festgelegt. Das Risiko des
Zinsbuches der Sparkasse soll sich an dem 1,5-fachen der
einfachen (ungehebelten) Vergleichs-Benchmark (gleitender
10-Jahreszins) orientieren. Zum Stichtag 31. Dezember 2023
war das Risikolimit eingehalten, das Abweichungslimit durch
Abweichungen in der Cashflow-Struktur überschritten.
Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden
neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger
Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form
von Zinsswaps eingesetzt (vgl. Angaben im Anhang zum
Jahresabschluss).
Die Sparkasse prognostiziert die Entwicklung der
Zinsspanne sowie der zinsinduzierten Abschreibungsrisiken
auf Grundlage verschiedener Szenarien für die
Zinsentwicklung, um die ggf. zeitverzögerten
Auswirkungen von Zinsänderungen auf die Zinsspanne und
die zinsinduzierten Abschreibungsrisiken bis zum Jahr 2028
zu betrachten. Für die erwartete Entwicklung
(Planszenario) wird ein Rückgang der Zinsen zugrunde
gelegt. Auf Basis unserer Simulationsrechnungen
beträgt das Zinsspannenrisiko für das
Geschäftsjahr 2024 maximal 4.704 TEuro (bei einer
Drehung der Zinsstruktur) und das zinsinduzierte
Abschreibungsrisiko maximal 6.814 TEuro (bei einem
Zinsanstieg um ad hoc 200 Basispunkte).
Die Auswirkungen eines Zinsschocks ad hoc um +/-200
Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden
Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31.
Dezember 2023 wie folgt dar:
|
Zinsänderungsrisiken |
Barwertveränderung |
|
+200 Basispunkte |
-200 Basispunkte |
| TEuro |
-5.649 |
+3.501 |
| in % der aufsichtlichen
Eigenmittel (Zinsrisikokoeffizient) |
-3,54 |
2,20 |
Konzentrationen bestehen in folgenden Bereichen:
Hoher Anteil in der Produktgruppe "Konsumenten- /
Wohnungsbau- / sonstige Kredite" sowie in der Produktgruppe
"Sichteinlagen / Termingeld".
Um diesen Konzentrationen zu begegnen, werden diese
Produktgruppen im adversen Szenario der normativen
Perspektive zusätzlich gestresst.
5.3.2. Spreadrisiko
Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines
Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating
ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu
einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist
unabhängig von der zugrunde liegenden Zinskurve zu
sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird
analog einem Spread in Euro behandelt.
Wir nehmen eine integrierte Betrachtung von Zins- und
Spreadrisiken vor. Hierzu verweisen wir auf unsere
Darstellung unter 5.1.
Die Steuerung des Spreadrisikos erfolgt entsprechend
der festgelegten Strategie auf der Grundlage der
bereitgestellten Risikolimite.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Spreadszenarien mittels der
IT-Anwendung Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk mittels der IT-Anwendung
"Marktpreisrisiko" (MPR)
|
Konzentrationen bestehen aus ökonomischer Sicht
in der Spreadklasse Bankschuldverschreibungen mit Rating A
und aus normativer Sicht in den Spreadklassen
Bankschuldverschreibungen mit Rating AA und Staatsanleihen
mit Rating AA.
Um diesen Konzentrationen zu begegnen, werden diese
Spreadklassen in den Stressszenarien zusätzlich
gestresst.
5.3.3. Aktienrisiko
Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines
Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem
Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine
Adressenrisikokomponente. Bei der Ermittlung des
Markpreisrisikos aus Aktien werden das allgemeine und das
besondere Kursrisiko gemeinsam betrachtet.
In der normativen Perspektive umfasst das
Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass
Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe
erzielt werden können.
Die Steuerung des Aktienrisikos erfolgt entsprechend
der festgelegten Strategie auf der Grundlage der
bereitgestellten Volumenlimite.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung
"Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"
|
Aktien werden in einem überschaubaren Umfang
ausschließlich in einem Exchange Traded Fund (ETF)
gehalten.
Konzentrationen wurden keine festgestellt.
5.3.4. Immobilienrisiko
Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr
eines Verlustes in einer bilanziellen oder
außerbilanziellen Position, welcher sich aus der
Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt.
Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen
(Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte
Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in
Immobiliengesellschaften).
In der normativen Perspektive umfasst das
Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko
aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.
Die Steuerung des Immobilienrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage
der bereitgestellten Volumen- und Risikolimite.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Periodische Ermittlung und
normative Perspektive: Berechnungen auf Basis
verschiedener Szenarien mittels der IT-Anwendung
"Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des
Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung
caballito, wobei als Datenbasis für die
Benchmarkzeitreihen die nach Land und Nutzungsart
segmentierte IPD-Indizes mit einer Historie seit 2001
genutzt werden, die vom Index-Anbieter MSCI erstellt
und durch Property & Data Analytics GmbH
bereitgestellt werden.
|
Immobilien im Eigenbestand werden vorwiegend zur
Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs unterhalten.
In Immobilienfonds sind wir in einem vertretbaren Umfang
investiert. Überschaubare Risiken ergeben sich aktuell
aus der angespannten Marktlage.
Konzentrationen wurden keine festgestellt.
5.3.5. Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines
Verlustes durch eine negative Wertänderung einer
Beteiligung und des Risikos eines Nachschusses.
Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie im Rahmen des
Beteiligungsmanagements. Je nach Beteiligungsart wird nach
dem Risiko aus strategischen Beteiligungen und
Funktionsbeteiligungen unterschieden.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Rückgriff auf das
Beteiligungscontrolling des Sparkassen- und
Giroverbands Hessen-Thüringen für die
Verbundbeteiligungen
|
| ― |
In der normativen Perspektive
wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch
Beteiligungen berücksichtigt.
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Risikos auf Basis einer
Szenarioanalyse
|
| ― |
Regelmäßige
Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse
der Beteiligungsunternehmen
|
| ― |
Regelmäßige
qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung,
der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung
des jeweiligen Beteiligungsunternehmens
|
Für die Risikoermittlung setzt die Sparkasse
folgende Parameter ein:
| ― |
SR
2-Parameter für Verbundbeteiligungen
(Mischungsindex 80 % "iBoxx Euro Financials
Subordinated Total Return" für europäische
Nachranganleihen und 20 % "EURO STOXX Financials Euro
- Total Return" für europäische Aktien),
die wir aufgrund des geringen Bestandes auch auf die
Funktionsbeteiligungen anwenden
|
Wertansätze für Beteiligungsinstrumente zum
31. Dezember 2023:
|
Buchwert in |
|
TEuro |
| Strategische
Beteiligungen |
10.335 |
|
Funktionsbeteiligungen |
181 |
Konzentrationen wurden keine festgestellt.
2 SR: Sparkassen Rating und Risikosysteme GmbH
5.3.6. Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem
Zahlungsunfähigkeits- und dem
Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das
Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch
das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko,
dass aufgrund von Marktstörungen oder
unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den
Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt
und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden
können.
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr
dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder
nicht fristgerecht nachzukommen.
Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab,
dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung
angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung
des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten
Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.
Im Rahmen der Risikoinventur 2023 wurde die
Unwesentlichkeit des Refinanzierungskostenrisikos
festgestellt.
Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie. Als
Steuerungsgröße wird das Risikomaß eines
Überlebenshorizonts (Survival Period) verwendet. Es
wurde festgelegt, dass im kombinierten Stressszenario der
Überlebenshorizont mindestens drei Monate betragen
soll. Der zum 31. Dezember 2023 ermittelte
Überlebenshorizont der Sparkasse beträgt
mindestens sechs Monate.
Daneben wurde festgelegt, dass die aufsichtlichen
Liquiditätskennzahlen Liquidity Coverage Ratio (LCR)
und Net Stable Funding Ratio (NSFR) dauerhaft die
festgelegten Schwellwerte nicht unterschreiten sollen. Die
LCR und die NSFR lagen im Jahr 2023 stets über den
definierten Schwellenwerten von jeweils 1,1.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Regelmäßige
Ermittlung und Überwachung der LCR und der
NSFR
|
| ― |
Regelmäßige
szenariospezifische Ermittlung der Survival Period
und Festlegung einer Risikotoleranz
|
| ― |
Diversifikation der
Vermögens- und Kapitalstruktur
|
| ― |
Regelmäßige
Erstellung von Liquiditätsübersichten auf
Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in
der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten
Mittelabflüssen gegenübergestellt
werden
|
| ― |
Tägliche Disposition der
laufenden Konten
|
| ― |
Berücksichtigung des
Liquiditätsverbunds in der
Sparkassenorganisation
|
| ― |
Definition eines sich
abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines
Notfallplans
|
| ― |
Erstellung einer
Refinanzierungsplanung (inkl. eines adversen
Szenarios)
|
| ― |
Regelmäßige
Überwachung der Refinanzierungskonzentration zur
Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner
Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung
|
Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B.
vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit
von Geschäftspartnern, werden dadurch
berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und
Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als
auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien
simuliert wird.
Konzentrationen wurden keine festgestellt.
Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im
Geschäftsjahr jederzeit gegeben.
5.3.7. Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines
Verlustes durch Schäden, die infolge der
Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren,
Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge
externer Einflüsse eintreten.
Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt
entsprechend der festgelegten Strategie auf der Grundlage
der bereitgestellten Risikolimite. Es werden
OpRisk-Szenarien zur Erhebung von Ex-ante-Daten genutzt
sowie eine Schadensfalldatenbank zur Erhebung von
Ex-post-Daten eingesetzt. Zum Umgang der ermittelten
operationellen Risiken nutzt die Sparkasse die
Handlungsalternativen Risikoakzeptanz, -reduzierung und
-transfer. Den operationellen Risiken wird u. a. auch im
Rahmen der Gestaltung und Überwachung von Prozessen
durch Kontrollmechanismen und Dokumentationen sowie durch
Vorsorgemaßnahmen, Notfallkonzepte und den Abschluss
von Versicherungen Rechnung getragen.
Die Sparkasse nutzt zur Messung der operationellen
Risiken in der ökonomischen Perspektive das von der SR
bereitgestellte OpRisk-Schätzverfahren. Die Methodik
des OpRisk-Schätzverfahrens beinhaltet, dass die
Sparkasse zunächst basierend auf ihrer eigenen
Verlusthistorie den Median ihrer
Gesamtjahresverlustverteilung schätzt. Dieser Median
wird zusätzlich mit dem Median des OpRisk-Pools
für Schadensfälle adjustiert. Der erwartete
periodische Verlust für ein Jahr dient als
Ausgangsbasis für die Berechnung des erwarteten
barwertigen Verlustes, bei der weitere Faktoren (z. B.
Bestandsgeschäftsfaktor, Nachlauffrist)
berücksichtigt werden.
Der Risikomanagementprozess umfasst folgende
wesentliche Elemente:
| ― |
Jährliche Schätzung
von operationellen Risiken auf Basis der
szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten
Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung
"OpRisk-Szenarien"
|
| ― |
systematische Sammlung und
Analyse eingetretener Schadensfälle in einer
Schadensfalldatenbank
|
| ― |
Periodische Steuerung und
normative Perspektive: Abbildung im Plan- und
adversen Szenario
|
| ― |
Ökonomische Perspektive:
Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis IT-Anwendung
"OpRisk-Schätzverfahren"
|
| ― |
Erstellung von
Notfallplänen, insbesondere im Bereich der
IT
|
Konzentrationen wurden keine festgestellt.
5.3.8. Sonstige Risiken
Im Rahmen der Risikoinventur hat die Sparkasse
über die vorstehenden Risiken hinaus keine weiteren
wesentlichen Risiken identifiziert.
5.3.9. Gesamtbeurteilung der
Risikolage
Die Risiken der Sparkasse waren im Jahr 2023 stets
mit ausreichend Risikodeckungspotenzial unterlegt
(ökonomische Perspektive). Im Jahr 2023 bewegten sich
die Risiken innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite.
Eine Limitanpassung ergab sich zum 30. September 2023
aufgrund der im Rahmen der Risikoinventur 2023
festgestellten Unwesentlichkeit des
Refinanzierungskostenrisikos. Das
Risikotragfähigkeitslimit war am Bilanzstichtag mit
54,6 % ausgelastet. Die durchgeführten Stresstests
zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse
durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt
werden können.
Die Mindestanforderungen an die Einhaltung
aufsichtlicher Kenngrößen der normativen
Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im
Planszenario als auch unter der Berücksichtigung
adverser Entwicklungen erfüllt. Demnach ist die
Risikotragfähigkeit derzeit gegeben.
Bestandsgefährdende oder
entwicklungsbeeinträchtigende Risiken sind nicht
erkennbar.
Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als
tragfähig.
6. Prognosebericht
Auf Basis der Analyse der Entwicklung haben wir im
letzten Quartal 2023 für das Jahr 2024 eine
Geschäftsplanung erstellt. Grundlage dafür bildet
unsere mittelfristige Geschäftsplanung. Einbezogen in
die Planung wurden Erwartungen zum wirtschaftlichen Umfeld.
Die tatsächlichen Ergebnisse können von den
Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung
wesentlich abweichen. Die Sparkasse verfügt über
Instrumente und Prozesse, um Abweichungen zu erkennen, zu
analysieren und gegebenenfalls steuernd einzugreifen.
Der Internationale Währungsfonds geht in der
aktualisierten Konjunkturprognose vom Januar 2024 von einem
Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr von 3,1 %
aus, für 2025 von 3,2 %
1. Die weltweiten Verbraucherpreise würden
sich in 2024 auf 5,8 % und im Jahr 2025 weiter auf 4,4 %
reduzieren
1. Für die Länder der
Europäischen Union sehen die Volkswirte der
Europäischen Kommission einen Anstieg des
Bruttoinlandsproduktes für 2024 von 0,9 % und im
Folgejahr von 1,7 %. Die europäischen
Verbraucherpreise würden sich in 2024 auf 3,0 % und im
Jahr 2025 weiter auf 2,5 % reduzieren
13 .
Das ifo-Institut prognostiziert Stand März 2024 im
laufenden Jahr für die Bundesrepublik ein Wachstum des
Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % und für das Jahr 2025
ein Wachstum von 1,5 %
14. Nach Einschätzung der Auguren wird die
Inflation in Deutschland weiter zurückgehen. Im
Jahresdurchschnitt rechnet das Institut im Jahr 2024 mit
einer Inflationsrate von 2,3 % und für 2025 von 1,6 %
14. Deshalb wird allgemein für 2024 mit
ersten Zinssenkungsschritten der Europäischen
Zentralbank gerechnet. Risiken für die Wirtschaft
seien laut ifo-Institut mannigfaltig, jedoch in erster
Linie bei der Unsicherheit in der weiteren Entwicklung der
Energiepreise sowie bei der derzeitigen Wirtschafts- und
Finanzpolitik verortet
14 .
Analog der internationalen und deutschlandweiten
wirtschaftlichen Einschätzungen, ist auch das
heimische Verhalten der Unternehmer weiter von Unsicherheit
und Vorsicht geprägt. Der regionale
Geschäftsklimaindex steigt von 82 Punkten im Herbst
leicht auf 88 Indexpunkte zum Jahreswechsel 2024. Dabei hat
sich die Beurteilung der aktuellen Lage der heimischen
Unternehmer im Vergleich zur Vorumfrage leicht verbessert.
Der Saldo steigt auf +9 % (Vorumfrage +2 %) an. Die
Erwartungen in zukünftige Geschäfte der Firmen an
Lahn und Dill präsentieren sich zwar ebenfalls
aufwärtsgerichtet, jedoch folgen sie der
Lagebeurteilung eher zögerlich. Der Saldo steigt von
-34 % auf -29 %. Risiken werden hauptsächlich in den
wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, einer
nachlassenden Inlandsnachfrage, in hohen Rohstoff- und
Energiepreisen, in steigenden Arbeitskosten sowie im
Fachkräftemangel gesehen
11 .
Unter Berücksichtigung dieser wirtschaftlichen
Entwicklung gehen wir für das Jahr 2024 von einem
spürbaren Wachstum der Kreditnachfrage gegenüber
2023 und einer erheblichen Verminderung der Eigenanlagen
(inklusive der Forderungen an Kreditinstitute) aus. Auch
wegen der geplanten erheblichen Steigerung des
Kundenwertpapiergeschäftes gehen wir im Bereich der
Kundenpassiva im Jahr 2024 von einer leichten Abnahme der
Bestände aus. Für die Bilanzsumme ist im
Folgejahr ein leichter Zuwachs geplant.
Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einem leicht
sinkenden Zinsniveau bei einer im kurzfristigen Bereich
noch inversen und im mittel- langfristigen Bereich
geringfügig steigenden bis flachen Zinsstrukturkurve.
Die dadurch stabilen Margen im Kunden- und im
Eigengeschäft sorgen dafür, dass der
Zinsüberschuss mit einer nahezu konstanten Entwicklung
prognostiziert wird. Im pessimistischen Szenario erwarten
wir einen deutlichen Rückgang, im optimistischen
Szenario einen starken Anstieg. Der
Provisionsüberschuss wird mit einer erheblichen
Steigerung geplant, was in erster Linie aus höher
prognostizierten Erträgen im Giro- und Zahlungsverkehr
sowie im Wertpapier- und Versicherungsgeschäft
resultiert. Sowohl im pessimistischen Szenario als auch im
optimistischen Szenario des Provisionsüberschusses,
welche auf nicht erheblich modifizierten
Einschätzungen des Fachbereiches beruhen, erwarten wir
ebenfalls erhebliche Anstiege.
In erster Linie wegen der hohen Tarifabschlüsse
rechnen wir für das Jahr 2024 mit einem starken
Anstieg der Personalaufwendungen. Der Stellenplan wird
zudem geringfügig zunehmen. Die Sachaufwendungen
werden mit einer leichten Abnahme geplant. Dabei stehen
höheren Kosten für den EDV-Aufwand, für
Abschreibungen auf Grundstücke und Gebäude sowie
für den Aus- und Fortbildungsaufwand Einsparungen bei
den Pflichtbeiträgen, beim Porto- und Frachtaufwand
sowie den sonstigen Dienstleistungen Dritter
gegenüber.
In Summe all dieser Faktoren wird für das
Geschäftsjahr 2024 ein gegenüber dem Vorjahr
stark gesteigertes Betriebsergebnis vor Bewertung und eine
leicht fallende Aufwands-Ertrags-Relation erwartet. Die
Prognose für das Bewertungsergebnis im
Wertpapiergeschäft liegt nach dem deutlichen Ertrag im
Geschäftsjahr für das Jahr 2024 aufgrund des
erwarteten Rückgangs des Zinsniveaus nochmals bei
einem starken Ertrag. Im Kreditgeschäft wird nach
einem geringfügigen Ertrag in 2023 für das
Folgejahr gemäß Berechnung der Software
Credit-Portfolio-View mit einem spürbaren
Bewertungsaufwand gerechnet. Das Bewertungsergebnis im
Verhältnis zum Betriebsergebnis vor Bewertung wird
demnach die Zielgröße von <50,00 % wie im
Geschäftsjahr (-48,83 %) im Folgejahr wieder einhalten
(-8,27 %). Das neutrale Ergebnis planen wir nach dem
leichten Aufwand im Geschäftsjahr für 2024 mit
einem geringfügigen Aufwand. Aufgrund dieser
prognostizierten Entwicklung rechnen wir nach 11,17 % im
Jahr 2023 erneut mit einer Eigenkapitalrentabilität
vor Steuern in Höhe von 8,28 % über der
erforderlichen Zielgröße (> 4,00 %). Bei
einem nahezu konstanten Gewinnausweis wäre eine
erheblich höhere Dotierung des Fonds für
allgemeine Bankrisiken möglich.
Aufgrund eines engen Reportings über eventuelle
Abflüsse von Kundengeldern sowie schnell wirkende,
geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen im
Eigengeschäft, werden wir die
Liquiditätsdeckungskennziffer nach der CRR in
Höhe von 1,1 jederzeit einhalten können und die
Gesamtkapitalquote nach der CRR wird sich aufgrund
gestiegener gewichteter Risikoaktiva spürbar unter dem
Vorjahresniveau bewegen.
Nach unserer Kapitalplanung per 31. Dezember 2023
bleibt der Going-concern-Ansatz in Bezug auf die
Eigenkapitalunterlegung nach der CRR bis zum Ende des
Planungshorizontes sichergestellt. Dies gilt auch für
die ab 2025 erwartbar höheren Eigenkapitalbelastungen
nach der CRR III, deren Auswirkungen über
Simulationsrechnungen ermittelt und in die Kapitalplanung
mit einbezogen wurden. Zudem ist die Einhaltung des
ökonomischen Risikotragfähigkeitslimits
sichergestellt.
Schlechtere Entwicklungen der Konjunkturaussichten
für die Welt, Europa Deutschland und am Ende in der
heimischen Region aufgrund des Aufflammens der
unzähligen Krisenherde auf der Welt (Bsp.
Nahost-Konflikt) bergen Risiken für die Zukunft. Eine
nicht wie erhofft weiter nachlassende Inflation und in
diesem Zuge keine oder spätere Zinssenkungen sind
weiterhin latent vorhandene Unsicherheitsfaktoren.
Zusätzliche Risiken liegen in den politischen
Rahmenbedingungen und daraus resultierende gesetzliche
Reglementierungen begründet. Diese Risiken können
neben dem Zins- und Provisionsüberschuss sowie dem
Verwaltungsaufwand insbesondere unser Bewertungsergebnis im
Wertpapiergeschäft aber auch das Bewertungsergebnis
Kreditgeschäft negativ beeinflussen. Die zunehmende
Wettbewerbssituation birgt ebenfalls Risiken für die
Zukunft. Negative Planungsabweichungen können zudem in
einer Beteiligungsabschreibung oder einem höheren
Aufwand für operationelle Risiken liegen. Nach den im
Rahmen des Planungsprozesses angenommenen Szenarien sind
diese Risiken beherrschbar.
Ertragschancen sehen wir weiterhin in der
zielstrebigen Fortsetzung der Ausrichtung als
Vertriebssparkasse mit dem Ziel einer steigenden
Kundenzufriedenheit sowohl bei den Privatkunden (70 %) als
auch bei den Firmenkunden (67 %). Die Grundlage dafür
bildet die Nähe zu unseren Kunden, die wir neben den
stationären Filialen in dem konsequenten Ausbau der
weiteren Vertriebs- und Kommunikationswege
(Private-Banking, digitales Beratungscenter, eigenes
Kundenservicecenter) inklusive einem integrierten
Ansprachemanagement sehen. Zudem werden wir noch
stärker den Fokus auf Wachstums- und
Effizienzstrategien in den verschiedenen Kundensegmenten
legen. Neu hinzu kommt die Multiproduktberatung im
ImmobilenCenter. Die Etablierung des Anlage- und
Wertpapierberatungsprozesses, das Vorhalten einer
transparenten Girokontowelt mit den vielfältigen und
modernen Zahlungsverkehrsmöglichkeiten (inklusive
Payback) sowie die Neukundengewinnung bieten
zusätzliche Ertragschancen. Als bedeutsamstem Faktor
dabei sehen wir von je her unsere Mitarbeiter an, wo wir
den Fokus noch mehr auf die Motivation und den Zusammenhalt
lenken wollen, um die Mitarbeiterzufriedenheit weiterhin
auf dem bisherigen überdurchschnittlichen Niveau zu
halten.
Auf der Kostenseite werden wir sowohl den Personal-
als auch den Sachaufwand weiter intensiv beleuchten und
entsprechende Maßnahmen zur direkten Kostensenkung
ausloten. Schwerpunkte in den nächsten Jahren bilden
dabei weiterhin das Prozessmanagement, die Intensivierung
der umgesetzten Maßnahmen zur Vertriebsstrategie der
Zukunft, Modellorganisationen, der Abbau von Papierakten
und ganz allgemein der Ausbau des Digitalisierungsgrades in
der Sparkasse. Zudem werden weiterhin sowohl Outsourcing-
als auch Insourcing-Aktivitäten geprüft.
Zusammengefasst gehen wir für das
Geschäftsjahr 2024 im operativen Ergebnis nochmals von
einer positiveren Entwicklung aus. Das Bewertungsergebnis
wird wiederum positiv sein, jedoch unter dem Vorjahreswert
liegen.
7. Quellenangaben für unter 1.1
und 1.2 genannte Rahmenbedingungen und unter 6. genannte
Prognosen
1 Quelle:
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024?cid=ca-com-compd-pubs
belt
2 Quelle:
https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/TEC00115
custom
1177235/book-mark/table?lang=de&bookmarkId=9f727da7-3466-4e82-af24-c35c703fe6f9
3 Quelle:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24
019 811.html
4 Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/presse/2024-02-jahresrueckblick-2023
5 Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/presse/2024-01-arbeitsmarkt-im-dezember-2023
6 Quelle:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24
020 611.html
7 Quelle:
https://www.modern-banking.de/z/ezb.php
8 Quelle:
https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagerbericht-zum-fruehsommer-2021-5139966
9 Quelle:
https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagebericht-zum-fruehsommer2023-5420204
10 Quelle:
https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagerbericht-zum-fruehsommer-2022-5544432
11 Quelle:
https://www.ihk.de/lahn-dill/standortpolitik/konjunkturberichterstattung/wirtschaft-an-lahn-und-dill/wirtschaftlicher-lagebericht-zum-jahresbeginn-2024-6054646
12 Quelle:
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/limburg-wetzlar/presse/2024-2-der-arbeits-markt-im-agenturbezirk-limburg-wetzlar-nachlassende-personalnachfrage-belastet-arbeitsmarkt
13 Quelle:
https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-forecast-and-surveys/economic-fore-casts/winter-2024-economic-forecast-delayed-rebound-growth-amid-faster-easing-in-flation_en?prefLang=de
14 Quelle:
https://www.ifo.de/fakten/2024-03-06/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024-deut-sche-wirtschaft-wie-gelaehmt
Dillenburg, im März 2024/Juni 2024
Statistischer Bericht über die
Erfüllung des öffentlichen Auftrags der Sparkasse
im Geschäftsjahr 2023 (§ 15 Abs. 2 Satz 2 i. V.
m. § 2 HSpG)
I. Mitarbeiter,
Geschäftsstellennetz und Förderung
gemeinnütziger und kommunaler Belange
1. Mitarbeiter (per 31.12.2023)
| Beschäftigte
insgesamt |
288 |
| - davon
Auszubildende |
20 |
2. Geschäftsstellennetz (per
31.12.2023)
| Filialen inkl.
Hauptstelle |
15 |
| SB-Filialen |
2 |
| Geldautomaten |
26 |
| Terminals mit
Überweisungsfunktion |
28 |
3. Spenden und Sponsoring (ohne
Stiftungsausschüttungen) im Geschäftsjahr
| In Tsd. EUR |
Volumen |
Anteil in % |
| Insgesamt |
211,0 |
100,00 |
| Davon Verwendung
für: |
|
|
| • Soziales |
78,0 |
36,97 |
| • Kultur |
44,0 |
20,85 |
| • Umwelt |
12,0 |
5,69 |
| • Sport |
74,0 |
35,07 |
| •
Forschung/Wirtschafts-/
Wissenschaftsförderung |
3,0 |
1,42 |
| • Sonstiges |
0,0 |
0,00 |
4. Stiftung der Sparkasse
Dillenburg
| 1. Stiftungskapital am
31.12.2023 (in Tsd. EUR) |
3.400,0 |
| 2.
Stiftungsausschüttungen im
Geschäftsjahr |
|
| Insgesamt (in Tsd.
EUR): |
38,0 |
| Davon Verwendung
für: |
Volumen |
Anteil in % |
| •
Soziales/Bildung |
22,0 |
57,89 |
| • Kultur |
8,0 |
21,05 |
| • Umwelt |
4,0 |
10,53 |
| • Infrastruktur-
und Wirtschaftsförderung |
4,0 |
10,53 |
5. Steuerleistung im
Geschäftsjahr
| Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag (in Tsd. EUR) |
3.798 |
| Sonstige Steuern (in
Tsd. EUR) |
66 |
II. Förderung der
Vermögensbildung
1. Bilanzwirksame Anlagen
a) Kontenzahl
|
31.12.2023 |
| Sparkonten |
37.208 |
| Termingeldkonten |
101 |
| Konten für
täglich fällige Gelder darunter: |
70.665 |
| •
Geschäftsgirokonten |
6.389 |
| •
Privatgirokonten |
49.651 |
| Summe |
107.974 |
b) Vermögensbildung
|
31.12.2023 (in Tsd.
EUR) |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden (in Tsd. EUR) |
1.313.076 |
| Davon: |
|
| • Spareinlagen |
266.244 |
| • Andere
Verbindlichkeiten |
1.046.832 |
| Verbriefte
Verbindlichkeiten |
1.006 |
| Nachrangige
Verbindlichkeiten |
./. |
| Genussrechte |
./. |
2. Bilanzneutrale Anlagen
a) Anzahl Kundendepots
|
31.12.2023 |
| Anzahl Kundendepots |
|
| • Sparkassen-Depots
(einschl. Comfort-Depots beim S-Broker) |
1.368 |
| •
S-Broker-Direkt-Depots |
33 |
| •
DekaBank-Depots |
8.144 |
b) Kundenwertpapiergeschäft -
Bestände
|
Bestand am 31.12.2023
(in Tsd. EUR) |
| Depotbestand |
|
| • festverzinsliche
Wertpapiere |
145.445 |
| • Aktien,
Optionsscheine |
47.538 |
| • Investmentfonds
in Comfort-Depots beim S-Broker |
105.611 |
| •
Investmentfondsanteile in S-Broker-Direkt-Depots |
221 |
| •
Investmentfondsanteile in DekaBank-Depots |
143.475 |
III. Befriedigung des örtlichen
Kreditbedarfs
1. Forderungen an Kunden
|
31.12.2023 |
| Forderungen an Kunden
(in Tsd. EUR) |
1.052.026 |
2. Darlehenszusagen und -auszahlungen
im Geschäftsjahr
| Darlehenszusagen (in
Tsd. EUR) |
133.002 |
| Darlehensauszahlungen
(in Tsd. EUR) |
152.226 |
IV. Girokonten auf Guthabenbasis
|
31.12.2023 |
| Girokonten auf
Guthabenbasis, Anzahl |
708 |
V. Beratung von
Existenzgründern
Im Geschäftsjahr 2023 hat die Sparkasse vier
potenzielle Existenzgründerinnen und
Existenzgründer in finanziellen Fragen beraten. In die
Gesamtfinanzierungsmittel in Höhe von 2.437 TEuro
wurden dabei sowohl Sparkassenmittel, öffentliche
Fördermittel, Eigenmittel der Gründer als auch
Sonstiges einbezogen. Die Branchenschwerpunkte der
Gründer in unserem Geschäftsgebiet nach dem
Volumen lagen im vergangenen Jahr bei der Produktion, den
Freiberuflern und im Handwerk.
VI. Vermittelte Förderkredite
|
2023 |
| Volumen (in Tsd.
EUR) |
15.009 |
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023
| der |
Sparkasse
Dillenburg |
| Sitz |
Dillenburg |
| eingetragen beim |
|
| Amtsgericht |
Wetzlar |
| Handelsregister-Nr. |
A 5365 |
Jahresbilanz zum
31. Dezember 2023
Aktivseite
|
|
|
|
|
|
31.12.2022 |
|
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Barreserve |
|
|
|
|
|
a)
Kassenbestand |
|
10.422.057,06 |
|
11.084 |
|
b) Guthaben
bei der Deutschen Bundesbank |
|
12.873.377,22 |
|
13.578 |
|
|
|
|
23.295.434,28 |
24.662 |
| 2. |
Schuldtitel
öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur
Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank
zugelassen sind |
|
|
|
|
|
a)
Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher
Stellen |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Wechsel |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
| 3. |
Forderungen
an Kreditinstitute |
|
|
|
|
|
a)
täglich fällig |
|
120.347.990,82 |
|
119.132 |
|
b) andere
Forderungen |
|
110.529.897,10 |
|
118.106 |
|
|
|
|
230.877.887,92 |
237.238 |
| 4. |
Forderungen
an Kunden |
|
|
1.052.025.799,64 |
1.044.096 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
durch
Grundpfandrechte
gesichert |
476.012.526,54 EUR |
|
|
|
(448.922) |
|
Kommunalkredite |
24.855.999,12 EUR |
|
|
|
(27.914) |
| 5. |
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche
Wertpapiere |
|
|
|
|
|
a)
Geldmarktpapiere |
|
|
|
|
|
aa) von
öffentlichen Emittenten |
0,00 |
|
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
ab) von
anderen Emittenten |
0,00 |
|
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
0,00 |
|
0 |
|
b) Anleihen
und Schuldverschreibungen |
|
|
|
|
|
ba) von
öffentlichen Emittenten |
49.392.242,88 |
|
|
63.507 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
49.392.242,88 EUR |
|
|
|
(63.507) |
|
bb) von
anderen Emittenten |
105.932.071,97 |
|
|
120.732 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank |
62.713.249,50 EUR |
|
|
|
(59.492) |
|
|
|
155.324.314,85 |
|
184.239 |
|
c) eigene
Schuldverschreibungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
Nennbetrag |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
|
155.324.314,85 |
184.239 |
| 6. |
Aktien und
andere nicht festverzinsliche Wertpapiere |
|
|
131.231.349,24 |
123.682 |
| 6a. |
Handelsbestand |
|
|
0,00 |
0 |
| 7. |
Beteiligungen |
|
|
10.515.597,34 |
10.242 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
an Kreditinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an Finanzdienst-
leistungsinstituten |
674.275,30 EUR |
|
|
|
(674) |
|
an
Wertpapierinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 8. |
Anteile an
verbundenen Unternehmen |
|
|
0,00 |
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
an Kreditinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an Finanzdienst-
leistungsinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
an
Wertpapierinstituten |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 9. |
Treuhandvermögen |
|
|
3.884.150,38 |
4.953 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Treuhandkredite |
3.884.150,38 EUR |
|
|
|
(4.953) |
| 10. |
Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand
einschließlich Schuldverschreibungen aus deren
Umtausch |
|
|
0,00 |
0 |
| 11. |
Immaterielle
Anlagewerte |
|
|
|
|
|
a) Selbst
geschaffene gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
|
0,00 |
|
0 |
|
c)
Geschäfts- oder Firmenwert |
|
0,00 |
|
0 |
|
d)
geleistete Anzahlungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
| 12. |
Sachanlagen |
|
|
21.301.347,34 |
22.304 |
| 13. |
Sonstige
Vermögensgegenstände |
|
|
1.377.910,79 |
1.417 |
| 14. |
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
67.756,86 |
71 |
| 15. |
Aktiver
Unterschiedsbetrag aus der
Vermögensverrechnung |
|
|
197,70 |
6 |
| Summe der
Aktiva |
|
|
1.629.901.746,34 |
1.652.910 |
Passivseite
|
|
|
|
|
|
31.12.2022 |
|
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
|
|
|
|
|
a)
täglich fällig |
|
3.518.442,91 |
|
349 |
|
b) mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
|
130.433.423,11 |
|
134.394 |
|
|
|
|
133.951.866,02 |
134.743 |
| 2. |
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden |
|
|
|
|
|
a)
Spareinlagen |
|
|
|
|
|
aa) mit
vereinbarter Kündigungsfrist von drei
Monaten |
203.487.245,05 |
|
|
259.093 |
|
ab) mit
vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei
Monaten |
62.757.072,26 |
|
|
8.316 |
|
|
|
266.244.317,31 |
|
267.409 |
|
b) andere
Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
ba)
täglich fällig |
982.192.255,10 |
|
|
1.050.305 |
|
bb) mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist |
64.639.774,21 |
|
|
18.070 |
|
|
|
1.046.832.029,31 |
|
1.068.376 |
|
|
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
1.313.076.346,62 |
1.335.785 |
| 3. |
Verbriefte
Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
a) begebene
Schuldverschreibungen |
|
1.005.722,67 |
|
4.513 |
|
b) andere
verbriefte Verbindlichkeiten |
|
0,00 |
|
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Geldmarktpapiere |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
eigene Akzepte und
Solawechsel im Umlauf |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
|
1.005.722,67 |
4.513 |
| 3a. |
Handelsbestand |
|
|
0,00 |
0 |
| 4. |
Treuhandverbindlichkeiten |
|
|
3.884.150,38 |
4.953 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
Treuhandkredite |
3.884.150,38 EUR |
|
|
|
(4.953) |
| 5. |
Sonstige
Verbindlichkeiten |
|
|
971.138,97 |
2.721 |
| 6. |
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
|
46.881,39 |
69 |
| 7. |
Rückstellungen |
|
|
|
|
|
a)
Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen |
|
13.203.995,00 |
|
13.238 |
|
b)
Steuerrückstellungen |
|
1.353.870,66 |
|
0 |
|
c) andere
Rückstellungen |
|
6.780.156,05 |
|
7.650 |
|
|
|
|
21.338.021,71 |
20.888 |
| 8. |
(weggefallen) |
|
|
|
|
| 9. |
Nachrangige
Verbindlichkeiten |
|
|
0,00 |
0 |
| 10. |
Genussrechtskapital |
|
|
0,00 |
0 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
vor Ablauf von
zwei Jahren fällig |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
| 11. |
Fonds
für allgemeine Bankrisiken |
|
|
66.300.000,00 |
62.000 |
| 12. |
Eigenkapital |
|
|
|
|
|
a)
gezeichnetes Kapital |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Kapitalrücklage |
|
0,00 |
|
0 |
|
c)
Gewinnrücklagen |
|
|
|
|
|
ca)
Sicherheitsrücklage |
87.238.384,10 |
|
|
86.359 |
|
|
|
87.238.384,10 |
|
86.359 |
|
d)
Bilanzgewinn |
|
2.089.234,48 |
|
879 |
|
|
|
|
89.327.618,58 |
87.238 |
| Summe der
Passiva |
|
|
1.629.901.746,34 |
1.652.910 |
| 1. |
Eventualverbindlichkeiten |
|
|
|
|
|
a)
Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen
abgerechneten Wechseln |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen |
|
20.843.394,29 |
|
22.907 |
|
c) Haftung
aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde
Verbindlichkeiten |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
20.843.394,29 |
22.907 |
| 2. |
Andere
Verpflichtungen |
|
|
|
|
|
a)
Rücknahmeverpflichtungen aus unechten
Pensionsgeschäften |
|
0,00 |
|
0 |
|
b)
Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen |
|
0,00 |
|
0 |
|
c)
Unwiderrufliche Kreditzusagen |
|
40.539.594,98 |
|
63.525 |
|
|
|
|
40.539.594,98 |
63.525 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2023
|
|
|
|
|
|
1.1.-31.12.2022 |
|
|
|
EUR |
EUR |
EUR |
TEUR |
| 1. |
Zinserträge aus |
|
|
|
|
|
a) Kredit-
und Geldmarktgeschäften |
31.023.442,84 |
|
|
23.363 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
abgesetzte
negative Zinsen |
0,00 EUR |
|
|
|
(300) |
|
aus der Abzinsung
von Rückstellungen |
3,83 EUR |
|
|
|
(0) |
|
b)
festverzinslichen Wertpapieren und
Schuldbuchforderungen |
2.748.984,03 |
|
|
1.178 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
abgesetzte
negative Zinsen |
0,00 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
33.772.426,87 |
|
24.541 |
| 2. |
Zinsaufwendungen |
|
6.763.795,74 |
|
1.517 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
abgesetzte
positive Zinsen |
12.920,65 EUR |
|
|
|
(833) |
|
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen |
8,72 EUR |
|
|
|
(0) |
|
|
|
|
27.008.631,13 |
23.024 |
| 3. |
Laufende
Erträge aus |
|
|
|
|
|
a) Aktien
und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren |
|
2.638.726,62 |
|
1.877 |
|
b)
Beteiligungen |
|
1.246.184,11 |
|
1.027 |
|
c) Anteilen
an verbundenen Unternehmen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
3.884.910,73 |
2.904 |
| 4. |
Erträge
aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsverträgen |
|
|
0,00 |
0 |
| 5. |
Provisionserträge |
|
12.052.218,90 |
|
11.639 |
| 6. |
Provisionsaufwendungen |
|
572.534,92 |
|
705 |
|
|
|
|
11.479.683,98 |
10.934 |
| 7. |
Nettoertrag
des Handelsbestands |
|
|
0,00 |
0 |
| 8. |
Sonstige
betriebliche Erträge |
|
|
2.343.961,82 |
2.098 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
aus der Fremd-
währungsumrechnung |
71.731,32 EUR |
|
|
|
(78) |
|
aus der Abzinsung
von Rückstellungen |
43.570,47 EUR |
|
|
|
(36) |
| 9. |
(weggefallen) |
|
|
|
|
|
|
|
|
44.717.187,66 |
38.960 |
| 10. |
Allgemeine
Verwaltungsaufwendungen |
|
|
|
|
|
a)
Personalaufwand |
|
|
|
|
|
aa)
Löhne und Gehälter |
13.568.556,49 |
|
|
13.029 |
|
ab) Soziale
Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung |
4.020.591,80 |
|
|
5.101 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
für
Altersversorgung |
1.518.847,05 EUR |
|
|
|
(2.679) |
|
|
|
17.589.148,29 |
|
18.130 |
|
b) andere
Verwaltungsaufwendungen |
|
10.125.529,97 |
|
8.334 |
|
|
|
|
27.714.678,26 |
26.464 |
| 11. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen |
|
|
1.783.499,18 |
1.354 |
| 12. |
Sonstige
betriebliche Aufwendungen |
|
|
887.781,22 |
3.231 |
|
darunter: |
|
|
|
|
|
aus der Fremd-
währungsumrechnung |
8.213,04 EUR |
|
|
|
(8) |
|
aus der Aufzinsung
von Rückstellungen |
162.498,59 EUR |
|
|
|
(380) |
| 13. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen
und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft |
|
8.062.370,57 |
|
0 |
| 14. |
Erträge
aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten
Wertpapieren sowie aus der Auflösung von
Rückstellungen im Kreditgeschäft |
|
0,00 |
|
3.506 |
|
|
|
|
8.062.370,57 |
3.506 |
| 15. |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und
wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere |
|
0,00 |
|
8.871 |
| 16. |
Erträge
aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren |
|
3.984.894,05 |
|
0 |
|
|
|
|
3.984.894,05 |
8.871 |
| 17. |
Aufwendungen
aus Verlustübernahme |
|
|
0,00 |
0 |
| 18. |
Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine
Bankrisiken |
|
|
4.300.000,00 |
0 |
| 19. |
Ergebnis der
normalen Geschäftstätigkeit |
|
|
5.953.752,48 |
2.546 |
| 20. |
Außerordentliche Erträge |
|
0,00 |
|
0 |
| 21. |
Außerordentliche Aufwendungen |
|
0,00 |
|
0 |
| 22. |
Außerordentliches Ergebnis |
|
|
0,00 |
0 |
| 23. |
Steuern vom
Einkommen und vom Ertrag |
|
3.798.465,66 |
|
1.600 |
| 24. |
Sonstige
Steuern, soweit nicht unter Posten 12
ausgewiesen |
|
66.052,34 |
|
68 |
|
|
|
|
3.864.518,00 |
1.667 |
| 25. |
Jahresüberschuss |
|
|
2.089.234,48 |
879 |
| 26. |
Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr |
|
|
0,00 |
0 |
|
|
|
|
2.089.234,48 |
879 |
| 27. |
Entnahmen
aus Gewinnrücklagen |
|
|
|
|
|
a) aus der
Sicherheitsrücklage |
|
0,00 |
|
0 |
|
b) aus
anderen Rücklagen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
|
|
|
|
2.089.234,48 |
879 |
| 28. |
Einstellungen in Gewinnrücklagen |
|
|
|
|
|
a) in die
Sicherheitsrücklage |
|
0,00 |
|
0 |
|
b) in andere
Rücklagen |
|
0,00 |
|
0 |
|
|
|
|
0,00 |
0 |
| 29. |
Bilanzgewinn |
|
|
2.089.234,48 |
879 |
ANHANG
der Sparkasse Dillenburg zum 31. Dezember 2023
A. BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN
Der Jahresabschluss der Sparkasse Dillenburg zum 31.
Dezember 2023 wurde nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die
Rechnungslegung der Kreditinstitute,
Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute
(RechKredV) aufgestellt. Um die Transparenz der
Rechnungslegung zu erhöhen, haben wir in Teilbereichen
Vorjahresangaben über die gesetzlich vorgesehenen
Angaben hinaus gemacht.
Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden sind
gemäß dem Wahlrecht des § 340e Abs. 2 HGB
grundsätzlich zum Nennwert ausgewiesen, wobei ein
eventueller Unterschiedsbetrag zwischen Nennwert und
Auszahlungsbetrag als Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert
und zeitanteilig aufgelöst wird.
Erforderliche Wertberichtigungen werden vom
Forderungsbestand abgesetzt. Die Vorsorge für Risiken
im Kreditgeschäft umfasst Wertberichtigungen und
Rückstellungen für alle akuten und latenten
Ausfallrisiken.
Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse
insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten
Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet.
Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d.
R. dem Blankokreditanteil des ausfallgefährdeten
Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem
erwarteten Realisationswert berücksichtigt.
Den latenten Ausfallrisiken wird durch eine pauschale
Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen und
Rückstellungen Rechnung getragen, die wir auf Basis
der Stellungnahme IDW RS BFA 7 bewertet haben. Dabei haben
wir mit der in der internen Risikosteuerung eingesetzten
Anwendung CreditPortfolioView den erwarteten Verlust
für einen 12-Monatszeitraum ohne Anrechnung einer
Bonitätsprämie berechnet. Grundlage dieser
Berechnung waren insbesondere die mit unseren
Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten
Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen
12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse
bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der
internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als
risikolos betrachtet werden, wurden auch für die
handelsbilanzielle Betrachtung entsprechend behandelt. Die
im Rahmen der Berechnung der pauschalen Risikovorsorge
verwendeten Parameter spiegeln nach unserer
Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag
ausreichend wider.
Wir haben als Voraussetzung für die Anwendung
der Bewertungsvereinfachung im Rahmen der Kreditvergabe
sichergestellt, dass die Konditionenvereinbarung unter
Berücksichtigung einer risikoadäquaten
Bonitätsprämie erfolgt, deren Höhe sich an
dem erwarteten Verlust über die Restlaufzeit
orientiert. Diese Ausgeglichenheitsannahme haben wir zum
Bilanzstichtag überprüft. Dabei haben wir auch im
Rahmen eines Stichtagsvergleichs die Entwicklung des mit
CreditPortfolioView für die Restlaufzeit berechneten
erwarteten Verlusts des Portfolios (sog. Lifetime Expected
Loss) analysiert. Die Grundlagen der Berechnungen
entsprechen im Wesentlichen der Ermittlung des erwarteten
Verlusts für einen 12-Monatszeitraum. Danach kann die
Ausgeglichenheit weiter angenommen werden.
Der Ausweis der Pauschalwertberichtigungen erfolgt
als Risikovorsorge zu den Forderungen an Kunden
(Aktivposten 4) und den Forderungen an Kreditinstitute
(Aktivposten 3). Die für Eventualverbindlichkeiten
sowie unwiderrufliche Kreditzusagen ermittelten
Pauschalwertberichtigungen werden an den
Unterstrichpositionen abgesetzt und als
Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen
Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesen. Für
widerrufliche Kreditzusagen erfolgt allein der Ausweis als
Risikovorsorge/pauschale Rückstellungen in den anderen
Rückstellungen (Passivposten 7c).
Für die bei Kreditinstituten bestehenden
besonderen Risiken sind zudem versteuerte Vorsorgereserven
gemäß § 340f HGB und der Fonds für
allgemeine Bankrisiken i. S. v. § 340g HGB vorhanden.
Das Wahlrecht gemäß § 340f Abs. 3 HGB wurde
in Anspruch genommen.
Strukturierte Finanzinstrumente werden entsprechend
den Vorgaben der Stellungnahme zur Rechnungslegung des
Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.
(IDW RS HFA 22) grundsätzlich einheitlich bilanziert.
Eine getrennte Bilanzierung der einzelnen Komponenten wird
dann vorgenommen, wenn das eingebettete Derivat im
Vergleich zum Basisinstrument wesentlich erhöhte oder
zusätzlich andersartige Risiken oder Chancen aufweist
und eine einheitliche Bilanzierung zu einer unzutreffenden
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
führen würde.
Den Wertpapierbestand unterteilen wir
gemäß den handelsrechtlichen Bestimmungen nach
der jeweiligen Zweckbestimmung in Anlagevermögen,
Liquiditätsreserve und Handelsbestand. Die
institutsinternen Kriterien für die Einbeziehung von
Finanzinstrumenten in den Handelsbestand haben wir im
abgelaufenen Geschäftsjahr nicht geändert.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens und der
Liquiditätsreserve werden grundsätzlich zu den
Anschaffungskosten bzw. niedrigeren Kurswerten oder den
niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Ergänzend
verweisen wir auf die Angaben zu den Finanzanlagen.
Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben
wir die festverzinslichen Wertpapiere daraufhin untersucht,
ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für
die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir
die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets
in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai
2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem
illiquiden Markt festgelegt wurden. Auf Basis der genannten
Abgrenzungskriterien liegen für die festverzinslichen
Wertpapiere ausschließlich nicht aktive Märkte
vor.
In den Fällen, in denen kein aktiver Markt
vorliegt, haben wir die Bewertung anhand von Kursen
vorgenommen, die vom Finanzmarktdatenanbieter Refinitiv
Germany GmbH bereitgestellt wurden. Diesen Kursen liegt ein
Discounted-Cashflow-Modell zugrunde. Für im Rahmen von
Kreditbaskettransaktionen der S-Finanzgruppe erworbene
Credit-Linked-Notes haben wir die Bewertung anhand eines
Bewertungsmodells (Discounted-Cashflow-Modell), das von der
Bayerischen Landesbank bereitgestellt wurde, vorgenommen.
Die Credit-Linked-Notes haben wir in Übereinstimmung
mit der IDW Stellungnahme RS HFA 22 in ihre Bestandteile
zerlegt und getrennt bilanziert. Zur Behandlung des
getrennten Credit-Default-Swaps verweisen wir auf unsere
Ausführungen zur Bilanzierung und Bewertung von
Kreditderivaten.
Anteile an Investmentvermögen bewerten wir zu
den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren von der
Kapitalverwaltungsgesellschaft veröffentlichten
investmentrechtlichen Rücknahmepreis oder zum
Börsenkurs, sofern ein aktiver Markt vorliegt. Bei
insgesamt 56.618 TEUR Anteilen an offenen Immobilienfonds,
die wir der Liquiditätsreserve zugeordnet haben, sind
vertraglich geregelte Rückgabefristen zu beachten. Bei
Nichtbeachtung dieser Fristen erhebt die
Kapitalverwaltungsgesellschaft einen Rückgabeabschlag.
Da eine vorfristige Rückgabe der Investmentanteile
nicht beabsichtigt ist, haben wir den möglichen
Rückgabeabschlag bei der Bewertung nicht
berücksichtigt.
Wertpapiere, die wir im Rahmen der Wertpapierleihe
verleihen, weisen wir weiterhin in der Bilanz aus, da die
wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen
resultieren, bei der Sparkasse verbleiben. Der Buchwert der
verliehenen Wertpapiere beträgt zum Bilanzstichtag
54.425 TEUR (Vorjahr: 49.831 TEUR).
Die Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten
bzw. den fortgeführten Buchwerten bilanziert; bei
Wertminderung werden Abschreibungen vorgenommen.
Ergänzend verweisen wir auf die Angaben zu den
Finanzanlagen.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte
des Anlagevermögens und die Sachanlagen bewerten wir
zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um
planmäßige Abschreibungen entsprechend der
voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die von der
Finanzverwaltung veröffentlichten
Abschreibungstabellen. Bei voraussichtlich dauernder
Wertminderung werden außerplanmäßige
Abschreibungen vorgenommen.
Geringwertige Vermögensgegenstände, deren
Anschaffungskosten 250 EUR nicht übersteigen, werden
aus Vereinfachungsgründen in Anlehnung an die
steuerlichen Regelungen sofort als Aufwand erfasst.
Geringwertige Vermögensgegenstände werden aus
Vereinfachungsgründen bis zu Anschaffungskosten von
800 EUR im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.
Soweit die Gründe für vorgenommene
außerplanmäßige Abschreibungen bzw.
für Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden
Wert nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen nach §
253 Abs. 5 Satz 1 HGB vorgenommen.
Verbindlichkeiten sind mit ihrem
Erfüllungsbetrag bzw. Nominalbetrag passiviert. Der
Unterschied zwischen Nennbetrag und Ausgabebetrag von
Verbindlichkeiten wird in den Rechnungsabgrenzungsposten
eingestellt und zeitanteilig aufgelöst.
Bei der Bemessung der Rückstellungen haben wir
alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste
ausreichend berücksichtigt. Dabei haben wir
Einschätzungen vorgenommen, ob dem Grunde nach
rückstellungspflichtige Tatbestände vorliegen und
ob nach aktuellen Erkenntnissen eine Inanspruchnahme zu
erwarten ist. Dabei wurde in Einzelfällen auf die
Einschätzung externer Sachverständiger
zurückgegriffen. Soweit erforderlich haben wir
künftige Preis- und Kostensteigerungen sowie bei
Abzinsung der Rückstellungen die Zinssätze
entsprechend den Veröffentlichungen der Deutschen
Bundesbank gemäß der
Rückstellungsabzinsungsverordnung berücksichtigt.
Rückstellungen mit einer ursprünglichen Laufzeit
von genau einem Jahr oder weniger werden nicht abgezinst.
Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von
über einem Jahr werden dagegen auch bei einer
Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst. Bei der
Ermittlung der im Zusammenhang mit der
Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und
Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung
des Abzinsungssatzes zum Beginn der Periode eingetreten
ist. Für Veränderungen des Verpflichtungsumfangs
wird die Annahme getroffen, dass diese zum Periodenende
eingetreten sind. Erfolge aus der Änderung des
Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden einheitlich
im Aufzinsungsergebnis ausgewiesen. Soweit es sich um
bankspezifische Grundgeschäfte handelt, wird das
Aufzinsungsergebnis in den GuV-Posten "Zinserträge"
oder "Zinsaufwendungen" ausgewiesen. Bei den übrigen
Rückstellungen weisen wir die Aufzinsungsergebnisse in
den GuV-Posten "Sonstige betriebliche Erträge" oder
"Sonstige betriebliche Aufwendungen" aus. Hinsichtlich des
Passivpostens 7a) "Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpflichtungen" wird der Effekt aus der
Änderung des Abzinsungssatzes zusammen mit dem
Aufzinsungsergebnis in dem GuV-Posten "Sonstige
betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.
Rückstellungen für Pensionen sind
gemäß versicherungsmathematischen
Grundsätzen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
ermittelt. Dabei wurden die Heubeck-Richttafeln 2018 G und
ein durchschnittlicher Marktzinssatz von 1,83 %, der sich
bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren
ergibt, zugrunde gelegt. Hierbei haben wir die von der
Deutschen Bundesbank gemäß der
Rückstellungsabzinsungsverordnung ermittelten
Zinssätze verwendet. Die durchschnittlichen
Marktzinssätze wurden auf Basis der vergangenen zehn
Jahre ermittelt. Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen
wurden mit 3,0 % p. a. berücksichtigt, erwartete
Steigerungen der Pensionsleistungen mit 2,5 % p. a.,
Steigerungen der anzurechnenden Sozialversicherungsrenten
mit 2,5 % p. a. und Steigerungen der anzurechnenden
ZVK-Rente in der Rentenbezugszeit mit 1,0 % p. a. laut
Satzung der jeweiligen ZVK.
Für Verpflichtungen aus
Lebensarbeitszeitmodellen bestehen Vermögenswerte, die
dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind
und ausschließlich der Erfüllung von Schulden
aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen
(Deckungsvermögen). Sie werden gemäß §
253 Abs. 1 HGB mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet.
Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens
entspricht dem von unserem Kontrahenten mitgeteilten
Aktivierungswert für das Versicherungsguthaben. Die
Vermögensgegenstände wurden nach § 246 Abs.
2 HGB mit den korrespondierenden Verpflichtungen aus
Lebensarbeitszeitmodellen saldiert.
Zu Einzelangaben zu den zum 31. Dezember 2023
vorgenommenen Verrechnungen verweisen wir auf die Angaben
im Abschnitt B. II. "Angaben zur Verrechnung
gemäß § 246 Abs. 2 HGB".
Ungeachtet der Tatsache, dass wir vom BGH-Urteil vom
6. Oktober 2021 (XI ZR 234/20) zu unwirksamen
Zinsanpassungsklauseln bei Prämiensparverträgen
nicht unmittelbar als Prozessbeteiligte betroffen sind,
haben wir die Auswirkungen des BGH-Urteils analysiert und
geprüft. Soweit die von uns abgeschlossenen
Sparverträge eine vergleichbare Ausgestaltung haben,
haben wir für eventuelle Zinsansprüche der Kunden
die in unserem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022
gebildeten Rückstellungen neu bewertet und
fortgeführt. Dabei haben wir im Rahmen einer
vernünftigen kaufmännischen Beurteilung die
Wahrscheinlichkeit, dass Kunden aus bereits beendeten, noch
nicht verjährten Sparverträgen weitere
Zinsansprüche geltend machen, geschätzt. Für
noch laufende Sparverträge werden wir spätestens
zum Ende der Vertragslaufzeit eine Abrechnung unter
Berücksichtigung der im Urteil des BGH festgelegten
Grundsätze und der noch ausstehenden Rechtsprechung
zum angemessenen Referenzzinssatz vornehmen. Für die
aus der bisherigen Vertragslaufzeit sich ggf. ergebenden
Zinsnachzahlungen haben wir unter Berücksichtigung der
Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
ebenfalls entsprechende Rückstellungen gebildet.
Den Referenzzinssatz, der einen wesentlichen
Parameter für die Bewertung der Rückstellungen
darstellt, haben wir aufgrund der derzeit noch
ungeklärten Rechtslage für Zwecke der Bewertung
der Rückstellungen unter Berücksichtigung des
handelsrechtlichen Vorsichtsprinzips geschätzt.
Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen
Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien
Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die
zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden
des Bankbuchs sowie die derivativen Finanzinstrumente,
insbesondere Zinsswaps, einem Saldierungsbereich
zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung
von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs
erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und
Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu
erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen
Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse
wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert
ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten
Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und
Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte
zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der
angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der
Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen
für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs
benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen
Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz
wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten
berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und
Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten
resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des
Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt
sich kein Verpflichtungsüberschuss.
Für getätigte Anlagen gezahlte Zinsen
(sogenannte "Negativzinsen") werden im GuV-Posten 1
ausgewiesen. Die für aufgenommene bzw. erhaltene
Gelder von der Sparkasse empfangenen Negativzinsen werden
im GuV-Posten 2 ausgewiesen.
Anteilige negative Zinsen aus Geldanlagen, die erst
nach dem Bilanzstichtag fällig werden, aber bereits am
Bilanzstichtag den Charakter von bankgeschäftlichen
Verbindlichkeiten haben, wurden auf der Passivseite der
Bilanz bzw. abzugrenzende negative Zinsen aus
Geldaufnahmen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig
werden, aber bereits am Bilanzstichtag den Charakter von
bankgeschäftlichen Forderungen haben, auf der
Aktivseite der Bilanz ausgewiesen.
Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 256a
HGB bzw. § 340h HGB. Eine besondere Deckung
gemäß § 340h HGB sehen wir als gegeben an,
soweit eine Identität von Währung und Betrag der
gegenläufigen Geschäfte vorliegt. Bilanzposten
und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, die auf
ausländische Währung lauten, sowie schwebende
Fremdwährungskassageschäfte werden zum
EZB-Referenzkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Umrechnungsdifferenzen aus Beständen außerhalb
der besonderen Deckung werden unter Berücksichtigung
des § 256a HGB gebucht und in den GuV-Posten "Sonstige
betriebliche Erträge" und "Sonstige betriebliche
Aufwendungen" ausgewiesen. Die Umrechnungsergebnisse aus
Geschäften, die in die besondere Deckung einbezogen
sind, werden saldiert je Währung in den Sonstigen
betrieblichen Erträgen bzw. Sonstigen betrieblichen
Aufwendungen ausgewiesen.
Zinsswaps, die der Steuerung des allgemeinen
Zinsänderungsrisikos dienen, werden in die
verlustfreie Bewertung des Bankbuchs gemäß der
IDW Stellungnahme RS BFA 3 n. F. einbezogen. Der Ausweis
der Zinsabgrenzungen erfolgt saldiert je Zinsswap.
Kreditderivate werden entsprechend den Vorgaben der
IDW Stellungnahme RS BFA 1 bilanziert und bewertet. Dabei
werden Kreditderivate, die nach der genannten Stellungnahme
als "erhaltene Kreditsicherheiten" einzustufen sind, nicht
eigenständig bilanziert, sondern bei der Bewertung der
besicherten Forderung, d. h. bei der Ermittlung von Einzel-
und Pauschalwertberichtigungen bzw. Rückstellungen im
Kreditgeschäft, berücksichtigt.
Kreditderivate, die mit keinem anderen Geschäft
der Sparkasse in Verbindung stehen ("freistehende
Kreditderivate") und bei denen wir als Sicherungsgeber
auftreten, haben wir ausschließlich in Bezug auf
Adressenausfallrisiken abgeschlossen. Es ist beabsichtigt,
diese Kreditderivate bis zur Endfälligkeit bzw. bis
zum Eintritt des Kreditereignisses zu halten. Sie werden
entsprechend den Grundsätzen für das
Bürgschafts- und Garantiekreditgeschäft behandelt
und als Eventualverbindlichkeit ausgewiesen. Wird am
Abschlussstichtag ernsthaft mit dem Eintritt des
vereinbarten Kreditereignisses gerechnet, wird eine
entsprechende Rückstellung gebildet. Die ausgewiesene
Eventualverbindlichkeit wird um den Betrag der gebildeten
Rückstellung gekürzt.
B. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR
BILANZ SOWIE ZU DEN POSTEN UNTER DEM BILANZSTRICH
I. POSTENBEZOGENE ANGABEN
FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE
a) Forderungen an die eigene
Girozentrale
Im Posten Forderungen an Kreditinstitute sind
Forderungen an die Landesbank Hessen-Thüringen
Girozentrale, Frankfurt am Main und Erfurt, in Höhe
von 96.759 TEUR (Vorjahr: 100.687 TEUR) enthalten.
b) Nachrangige
Vermögensgegenstände
Im Posten Forderungen an Kreditinstitute sind
insgesamt nachrangige Vermögensgegenstände in
Höhe von 5.000 TEUR (Vorjahr: 5.000 TEUR) enthalten.
Der Gesamtbetrag entfällt auf den Unterposten "b)
andere Forderungen".
c) Fristengliederung
|
Restlaufzeit bis drei
Monate |
Restlaufzeit von mehr
als drei Monaten bis ein Jahr |
Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr bis fünf Jahre |
Restlaufzeit von mehr
als fünf Jahren |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| b) andere Forderungen
(ohne Bausparguthaben) |
14.887 |
10.000 |
30.000 |
52.500 |
Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV
haben wir Gebrauch gemacht.
FORDERUNGEN AN KUNDEN
a) Beziehungen zu Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
C. Im Posten Forderungen an Kunden sind Forderungen
in Höhe von 8.991 TEUR (Vorjahr: 7.764 TEUR) an
Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, enthalten.
b) Fristengliederung
|
Restlaufzeit bis drei
Monate |
Restlaufzeit von mehr
als drei Monaten bis ein Jahr |
Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr bis fünf Jahre |
Restlaufzeit von mehr
als fünf Jahren |
unbestimmte
Laufzeit |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| Forderungen an
Kunden |
33.398 |
75.786 |
320.901 |
604.447 |
16.950 |
Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV
haben wir Gebrauch gemacht.
SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE
FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
a) Börsenfähige
Wertpapiere
| insgesamt |
davon:
börsennotiert |
davon: nicht
börsennotiert |
darunter: nicht mit dem
Niederstwert bewertet |
| TEUR |
| 155.324 |
125.100 |
30.224 |
- |
b) Fristengliederung
Von den Schuldverschreibungen und anderen
festverzinslichen Wertpapieren werden 50.326 TEUR in dem
Jahr fällig, das auf den Bilanzstichtag folgt. Von dem
Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV haben wir Gebrauch
gemacht.
AKTIEN UND ANDERE NICHT
FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE
a) Börsenfähige
Wertpapiere
| insgesamt |
davon:
börsennotiert |
davon: nicht
börsennotiert |
darunter: nicht mit dem
Niederstwert bewertet |
| TEUR |
| 12.978 |
1.399 |
11.579 |
- |
b) Angaben zu Anteilen an
Investmentvermögen
Zu Anteilen an Sondervermögen i. S. d. § 1
Abs. 10 KAGB, an denen die Sparkasse am 31. Dezember 2023
mehr als 10 % der Anteile hält, machen wir
gemäß § 285 Nr. 26 HGB die folgenden
Angaben:
| Bezeichnung des
Investmentvermögens |
Marktwert |
Differenz zum
Buchwert |
Ausschüttungen im
Geschäftsjahr |
|
TEUR |
| Renten-Spezialfonds |
|
|
|
| HI Dill Fonds |
71.215 |
- |
677 |
Das dargestellte Investmentvermögen unterliegt
zum Bilanzstichtag keiner Beschränkung in der
Möglichkeit der täglichen Rückgabe.
BETEILIGUNGEN
a) Anteilsbesitz
Unter den Beteiligungen werden die Anteile an
folgenden Unternehmen ausgewiesen:
| Name |
Sitz |
Kapitalanteil in % |
Eigenkapital** |
Ergebnis |
Jahresabschluss
per |
|
|
|
TEUR |
TEUR |
|
| Sparkassen- und
Giroverband Hessen-Thüringen |
Frankfurt am Main und
Erfurt |
1,27 |
* |
* |
* |
| TransMit Gesellschaft
für Technologietransfer mbH |
Gießen |
2,78 |
3.359 |
220 |
31.12.2022 |
| Deutsche Sparkassen
Leasing AG & Co. KG |
Bad Homburg v. d.
Höhe |
0,13 |
697.089 |
51.994 |
30.09.2022 |
|
Hessisch-Thüringische Sparkassen
Beteiligungsgesellschaft |
Frankfurt am Main |
1,27 |
3.619 |
117 |
31.12.2023 |
| Erwerbsgesellschaft der
S-Finanzgruppe mbH & Co. KG |
Neuhardenberg |
0,14 |
3.285.298 |
2.830 |
31.12.2022 |
| S-International
Mittelhessen GmbH |
Gießen |
5,00 |
1.357 |
852 |
31.12.2022 |
* keine Veröffentlichung
** unter Berücksichtigung des
Jahresüberschusses/-fehlbetrags vor Gewinnverwendung
TREUHANDVERMÖGEN
Das Treuhandvermögen betrifft mit 3.883 TEUR
Forderungen an Kunden und mit 1 TEUR Forderungen an
Kreditinstitute.
SACHANLAGEN
a) Grundstücke und
Gebäude
Die Grundstücke und Bauten entfallen mit
Buchwerten von 14.394 TEUR (Vorjahr: 15.587 TEUR) auf von
der Sparkasse im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit
genutzte Grundstücke und Bauten. Die Buchwerte von
Grundstücken und Bauten mit anderer Nutzung betragen
5.529 TEUR (Vorjahr: 5.191 TEUR).
RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| Agio aus
Forderungen |
1 |
1 |
| Disagio aus
Verbindlichkeiten (§ 250 Abs. 3 HGB) |
- |
- |
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER
KREDITINSTITUTEN
a) Verbindlichkeiten gegenüber der
eigenen Girozentrale
Im Posten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten gegenüber der
Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt am
Main und Erfurt, in Höhe von 123.832 TEUR (Vorjahr:
124.684 TEUR) enthalten.
b) Fristengliederung
|
Restlaufzeit bis drei
Monate |
Restlaufzeit von mehr
als drei Monaten bis ein Jahr |
Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr bis fünf Jahre |
Restlaufzeit von mehr
als fünf Jahren |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| b) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist |
3.187 |
9.651 |
52.914 |
64.208 |
Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV
haben wir Gebrauch gemacht.
c) Als Sicherheit übertragene
Vermögensgegenstände
Hierzu verweisen wir auf die zusammenfassende
Darstellung im Abschnitt B.II. "Mehrere Posten der Bilanz
betreffende Angaben".
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER
KUNDEN
a) Fristengliederung
|
Restlaufzeit bis drei
Monate |
Restlaufzeit von mehr
als drei Monaten bis ein Jahr |
Restlaufzeit von mehr
als einem Jahr bis fünf Jahre |
Restlaufzeit von mehr
als fünf Jahren |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| a) Spareinlagen |
|
|
|
|
| ab) mit vereinbarter
Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten |
4.612 |
28.406 |
29.374 |
- |
| b) andere
Verbindlichkeiten |
|
|
|
|
| bb) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist |
41.236 |
10.057 |
13.094 |
95 |
Von dem Wahlrecht des § 11 Satz 3 RechKredV
haben wir Gebrauch gemacht.
VERBRIEFTE VERBINDLICHKEITEN
Im Passivposten 3a) ausgewiesene begebene
Schuldverschreibungen werden in Höhe von 1.000 TEUR in
dem Jahr fällig, das auf den Bilanzstichtag folgt.
TREUHANDVERBINDLICHKEITEN
Die Treuhandverbindlichkeiten entfallen mit 3.883
TEUR auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
und mit 1 TEUR auf Forderungen gegenüber Kunden.
RÜCKSTELLUNGEN
Der Differenzbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 3 HGB
zwischen der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit
dem Marktzins, der sich bei einer zehnjährigen
Durchschnittsbildung ergibt, und mit dem Marktzins, der
sich bei einer siebenjährigen Durchschnittsbildung
ergibt, beträgt 137 TEUR. Zur daraus resultierenden
Ausschüttungssperre verweisen wir auf unsere
Ausführungen zum Bilanzgewinn.
EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Im Posten Eventualverbindlichkeiten sind keine
Einzelbeträge enthalten, die in Bezug auf die
Gesamttätigkeit der Sparkasse von wesentlicher
Bedeutung sind.
ANDERE VERPFLICHTUNGEN
Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind keine
Einzelbeträge enthalten, die in Bezug auf die
Gesamttätigkeit der Sparkasse von wesentlicher
Bedeutung sind.
II. MEHRERE POSTEN DER BILANZ
BETREFFENDE ANGABEN
FINANZANLAGEN
|
Anschaffungskosten
1.1.2023 |
Veränderungen des
Geschäftsjahrs |
Buchwert ohne
abgegrenzte Zinsen
31.12.2023 |
Buchwert ohne
abgegrenzte Zinsen
31.12.2022 |
|
TEUR |
| Forderungen an
Kreditinstitute |
7.500 |
- |
7.500 |
7.500 |
| Schuldverschreibungen
und andere festverzinsliche Wertpapiere |
104.715 |
231 |
95.503 |
95.272 |
| Beteiligungen |
15.611 |
274 |
10.516 |
10.242 |
Von der Zusammenfassungsmöglichkeit des §
34 Abs. 3 Satz 2 RechKredV wurde Gebrauch gemacht.
SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE
ANLAGEWERTE
|
Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten |
Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
Anlagen im Bau |
Immaterielle
Anlagewerte |
|
TEUR |
| Anschaffungs- und
Herstellungskosten |
|
|
|
|
| Stand am 1.1.2023 |
46.935 |
9.607 |
65 |
340 |
| Zugänge |
397 |
170 |
145 |
- |
| Abgänge |
- |
1.814 |
65 |
56 |
| Umbuchungen |
- |
- |
- |
- |
| Stand am 31.12.2023 |
47.332 |
7.964 |
145 |
284 |
| kumulierte
Abschreibungen |
|
|
|
|
| Stand am 1.1.2023 |
26.222 |
8.082 |
- |
340 |
| Abschreibungen des
Geschäftsjahrs |
1.486 |
297 |
- |
- |
| Zuschreibungen des
Geschäftsjahrs |
154 |
- |
- |
- |
| kumulierte
Abschreibungen auf Abgänge |
- |
1.793 |
- |
56 |
| kumulierte
Abschreibungen auf Zugänge |
- |
- |
- |
- |
| Umbuchungen |
- |
- |
- |
- |
| Stand am 31.12.2023 |
27.555 |
6.585 |
- |
284 |
| Buchwert am
31.12.2022 |
20.713 |
1.526 |
65 |
- |
| Buchwert am
31.12.2023 |
19.778 |
1.379 |
145 |
- |
VERMÖGENSGEGENSTÄNDE UND
VERBINDLICHKEITEN IN FREMDWÄHRUNG
Auf Fremdwährung lauten
Vermögensgegenstände im Gesamtbetrag von 6.419
TEUR (Vorjahr: 2.856 TEUR) und Verbindlichkeiten im
Gesamtbetrag von 6.406 TEUR (Vorjahr: 2.901 TEUR) (darunter
Eventualverbindlichkeiten - TEUR (Vorjahr: 49 TEUR)).
ANGABEN ZUR VERRECHNUNG
GEMÄß § 246 ABS. 2 HGB
Vermögensgegenstände und Schulden wurden
nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB in folgendem Umfang
miteinander verrechnet:
| Anschaffungskosten der
verrechneten Vermögensgegenstände |
beizulegender Zeitwert
zum 31.12.2023 der verrechneten
Vermögensgegenstände |
Erfüllungsbetrag
der verrechneten Schulden |
verrechnete
Aufwendungen und Erträge |
| TEUR |
| 498 |
514 |
514 |
2 |
Bei den verrechneten Vermögensgegenständen
handelt es sich in Höhe von 498 TEUR um
Versicherungsguthaben, die, sofern eine Verrechnung
gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht
erfolgen würde, im Bilanzposten Aktiva 13 "Sonstige
Vermögensgegenstände" auszuweisen wären.
Bei den verrechneten Schulden handelt es sich in
Höhe von 514 TEUR um Rückstellungen für
Lebensarbeitszeitkonten, die, sofern eine Verrechnung
gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht
erfolgen würde, im Bilanzposten Passiva 7c) "andere
Rückstellungen" auszuweisen wären.
Bei den verrechneten Erträgen handelt es sich in
Höhe von 2 TEUR um Erträge aus der
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts des
Deckungsvermögens, die, sofern eine Verrechnung
gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht
erfolgen würde, im GuV-Posten 8 "Sonstige betriebliche
Erträge" auszuweisen wären.
Bei den verrechneten Aufwendungen handelt es sich in
Höhe von 2 TEUR um die aus der Zeitwertänderung
des Deckungsvermögens abgeleitete Erhöhung des
Verpflichtungsumfangs, die wirtschaftlich einem
Verzinsungsanspruch des Mitarbeiters entspricht. Dieser
Betrag wäre, sofern eine Verrechnung gemäß
§ 246 Abs. 2 Satz 2 HGB nicht erfolgen würde, im
GuV-Posten 12 "Sonstige betriebliche Aufwendungen"
auszuweisen.
Zu den Grundlagen der Verrechnungen gemäß
§ 246 Abs. 2 HGB verweisen wir ergänzend auf die
Ausführungen im Abschnitt A. "Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden".
ALS SICHERHEIT ÜBERTRAGENE
VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Für folgenden Bilanzposten wurden
Vermögensgegenstände in angegebener Höhe als
Sicherheit übertragen:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
| Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
130.790 |
124.026 |
Der unter der Position "Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten" ausgewiesene Betrag
betrifft zum 31. Dezember 2023 mit 121.187 TEUR abgetretene
Darlehensforderungen aus im Rahmen zentraler Kreditaktionen
bereitgestellten Mitteln und mit 9.576 TEUR Buchwerte von
Wertpapieren, die der Deutschen Bundesbank für
Refinanzierungszwecke verpfändet wurden. Zum
Bilanzstichtag 2023 bestanden keine entsprechenden
Verbindlichkeiten.
C. ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
I. POSTENBEZOGENE ANGABEN
PROVISIONSERTRÄGE
Die wesentlichen an Dritte erbrachten
Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung sind
die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner
(Versicherungen, Bausparverträge, Immobilien,
Investmentanteile, Leasingverträge uns
Wertpapierdepots).
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten
folgende wesentliche Einzelbeträge:
|
2023 |
2022 |
|
TEUR |
| Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen |
821 |
819 |
|
Grundstückserträge |
500 |
374 |
Zu den im GuV Posten "Sonstige betriebliche
Erträge" enthaltenen periodenfremden Erträge
verweisen wir auf die Angaben im Abschnitt C.II zu den
"Erträgen und Aufwendungen, die einem anderen
Geschäftsjahr zuzurechnen sind".
BILANZGEWINN
a) Ausschüttungsgesperrte
Beträge
Nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB besteht ein Betrag
von 137 TEUR. Die zur Unterlegung von
ausschüttungsgesperrten Beträgen in Vorjahren
thesaurierten Gewinnbestandteile übersteigen den zuvor
genannten Betrag. Daher besteht für den nach dem
Hessischen Sparkassengesetz für eine Ausschüttung
zur Verfügung stehenden Teil des Bilanzgewinns keine
Ausschüttungssperre.
b) Gewinnverwendungsvorschlag
Der Vorstand schlägt vor, den ausgewiesenen
Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage
zuzuführen. Der Gewinnverwendungsvorschlag
berücksichtigt § 16 HSpG.
II. MEHRERE POSTEN DER GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG BETREFFENDE ANGABEN
ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN, DIE
EINEM ANDEREN GESCHÄFTSJAHR ZUZURECHNEN SIND
In den folgenden Posten der Gewinn- und
Verlustrechnung sind Aufwendungen und Erträge von
nicht untergeordneter Bedeutung enthalten, die einem
anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind:
|
|
2023 |
2022 |
| GuV-Posten |
Art des Postens |
TEUR |
| Erträge |
|
|
|
| Sonstige betriebliche
Erträge |
Auflösung von
Rückstellungen |
821 |
819 |
| Summe |
|
821 |
819 |
D. SONSTIGE ANGABEN
ANGABEN ZU TERMINGESCHÄFTEN
GEMÄß § 36 RECHKREDV
Nominalbeträge der
Termingeschäfte in TEUR |
Restlaufzeit bis ein
Jahr |
Restlaufzeit über
ein bis fünf Jahre |
Restlaufzeit über
fünf Jahre |
insgesamt |
| Zinsrisiken |
|
|
|
|
| Zinsswaps |
- |
10.000 |
70.000 |
80.000 |
| Kreditderivate* |
|
|
|
|
|
Credit-Default-Swaps |
|
|
|
|
| - Sicherungsnehmer |
1.000 |
- |
- |
1.000 |
* Gemäß der IDW Stellungnahme RS BFA
1 erfolgt die Darstellung ohne Kreditderivate, die als
gestellte Kreditsicherheiten eingestuft wurden.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE, DIE NICHT
ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BILANZIERT WURDEN
Die Volumina und die beizulegenden Zeitwerte der
derivativen Geschäfte stellen sich im Vergleich zum
Vorjahr wie folgt dar:
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
positiv |
negativ |
| Geschäftsart |
Nominalwert |
Nominalwert |
beizulegender Zeitwert
zum 31.12.2023 |
beizulegender Zeitwert
zum 31.12.2023 |
|
TEUR |
| Zinsrisiken |
|
|
|
|
| Zinsswaps |
80.000 |
40.000 |
1.413 |
3.839 |
| Zinsrisiken
insgesamt |
80.000 |
40.000 |
1.413 |
3.839 |
| Adressenrisiken |
|
|
|
|
| Credit-Default-Swaps
(Sicherungsnehmer) |
1.000 |
4.500 |
- |
11 |
| Adressenrisiken
insgesamt |
1.000 |
4.500 |
- |
11 |
| Insgesamt |
81.000 |
44.500 |
1.413 |
3.850 |
Die angegebenen Zinsswaps bestehen zur Steuerung des
allgemeinen Zinsänderungsrisikos. Die Bewertung dieser
Geschäfte erfolgt ausschließlich im Rahmen der
verlustfreien Bewertung des Bankbuchs; wir verweisen auf
die Ausführungen in Abschnitt "A. Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden".
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der
derivativen Finanzinstrumente haben wir uns auf Marktwerte
und auf Marktwerte einzelner Bestandteile von
Finanzinstrumenten bzw. auf Marktwerte gleichwertiger
Instrumente gestützt. Sofern für die derivativen
Finanzinstrumente keine Marktwerte vorhanden waren
(Zinsswaps), haben wir die beizulegenden Zeitwerte mithilfe
eines anerkannten Bewertungsmodells ermittelt. Dabei haben
wir das Discounted-Cashflow-Modell genutzt und die
folgenden Bewertungsparameter verwendet: Erwartete
zukünftige Cashflows und Zinssätze, die sich nach
der aktuellen Zinsstrukturkurve richten.
Den beizulegenden Zeitwert des Credit-Default-Swap
haben wir anhand eines Bewertungsmodells ermittelt, dem als
wesentlicher Parameter die Ratings der Kreditnehmer
zugrunde liegen.
NICHT IN DER BILANZ ENTHALTENE SONSTIGE
FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Die Sparkasse ist dem bundesweiten Sicherungssystem
der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen, das elf
regionale Teilfonds der Sparkassen durch einen
überregionalen Ausgleich miteinander verknüpft.
Zwischen diesen und den Teilfonds der Landesbanken und
Landesbausparkassen besteht ein Haftungsverbund. Durch
diese Verknüpfung steht im Bedarfsfall die gesamte
Zielausstattung des einheitlichen Stützungsfonds des
Sicherungssystems der Sparkassen-Finanzgruppe zur
Verfügung. Die Sparkassen-Finanzgruppe verfügt
damit über ein von der BaFin als
Einlagensicherungssystem anerkanntes institutsbezogenes
Sicherungssystem. Dieses System vereint zwei Funktionen in
sich.
Zum einen wird gemäß den gesetzlichen
Anforderungen die Einlagensicherungsfunktion durch das
Sicherungssystem erfüllt. Hierdurch wird
sichergestellt, dass Einlagen pro Einleger im Regelfall bis
zu 100 TEUR, in Sonderfällen auch bis zu 500 TEUR,
gesichert sind und Entschädigungszahlungen
spätestens sieben Arbeitstage nach der Feststellung
des Entschädigungsfalls geleistet werden. Für die
Feststellung des Entschädigungsfalls ist die BaFin
zuständig.
Daneben wird die für die Institute im
Vordergrund stehende Institutssicherung gewährleistet.
Durch die Sicherung der Institute selbst sind im gleichen
Zuge auch die Einlagen aller Kunden ohne
betragsmäßige Begrenzung geschützt. Im
Bedarfsfall entscheiden die zuständigen Gremien des
Sicherungssystems darüber, ob und in welchem Umfang
Stützungsleistungen zugunsten eines Instituts erbracht
und an welche Auflagen diese ggf. geknüpft werden. Das
Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation
umfasst ein Risikomonitoringsystem zur Früherkennung
von Risiken sowie eine risikoorientierte Beitragsbemessung.
Als zusätzliche, neben dem nationalen
Sicherungssystem existierende Vorsorge entfaltet
darüber hinaus der regionale Reservefonds der
Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen mit einem
Gesamtvolumen von 600 Mio EUR instituts- und
gläubigerschützende Wirkung. Der Fonds wird vom
Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT)
grundsätzlich auf der Basis von Umlagezahlungen der
Mitgliedssparkassen und der Landesbank
Hessen-Thüringen sukzessive dotiert, sofern das
genannte Volumen noch nicht erreicht wurde. Der Vorstand
des SGVHT kann die Aussetzung der jährlichen Dotierung
beschließen. Die mögliche Umlageverpflichtung
der Sparkasse bemisst sich risikoorientiert unter
Berücksichtigung von Bonus- und Malusfaktoren. Bis zur
vollständigen Bareinzahlung des Gesamtvolumens
übernimmt der SGVHT die Haftung für die Zahlung
des ausstehenden Differenzbetrags, der auf erstes Anfordern
bei den Instituten eingezogen werden kann.
ANGABEN ZU MITTELBAREN
PENSIONSVERPFLICHTUNGEN GEMÄß ART. 28 EGHGB
Die Sparkasse hat ihren Arbeitnehmern Leistungen der
betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des
"Tarifvertrags über die zusätzliche
Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen
Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um
den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der
betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu
verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der
Zusatzversorgungskasse für Gemeinden und
Gemeindeverbände Wiesbaden (ZVK).
Die ZVK finanziert ihre Versorgungsverpflichtungen im
Umlageverfahren. Hierbei wird im Rahmen eines
Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz bezogen auf die
zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten
Beschäftigten ermittelt. Die ZVK erhebt
zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen
Gesamtversorgungssystem entstandenen
Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Im
Geschäftsjahr 2023 betrug das Sanierungsgeld 1,4 %.
Insgesamt betrug im Geschäftsjahr 2023 der
Finanzierungssatz (Umlagesatz und Sanierungsgeld) 8,4 % der
umlagepflichtigen Gehälter. Hiervon hat die Sparkasse
7,5 %-Punkte und der Arbeitnehmer 0,9 %-Punkte getragen.
Der Umlagesatz bleibt im Jahr 2024 unverändert.
Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten
Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs
gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK,
während die Verpflichtung der Sparkasse
ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des
mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses
die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten
Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die
Gesamtaufwendungen der Sparkasse für die
Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von
12.120 TEUR betrugen im Geschäftsjahr 2023 947
TEUR.
Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer in
Deutschland e. V. (IDW) in seiner Stellungnahme zur
Rechnungslegung "IDW RS HFA 30 n. F. Handelsrechtliche
Bilanzierung von Altersversorgungsverpflichtungen"
vertretenen Rechtsauffassung begründet die
Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei
einem externen Versorgungsträger wie der ZVK
handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung.
Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach
Rechtsauffassung des IDW zu ermittelnden Barwert der auf
die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband
entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023
ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem
Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller
Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes
handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F.
für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2
EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis
beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB
anzugebende Betrag auf 33.703 TEUR.
Der Barwert, der auf die Sparkasse entfallenden
Leistungsverpflichtung, wurde in Anlehnung an die
versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden
(Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für
unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden,
unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung
der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1
% und unter Anwendung der im Hinblick auf die
Bestandsspezifika der ZVK modifizierten Heubeck-Richttafeln
RT 2018 G ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde
gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der
Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der
vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche
Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer
pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da
es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem
handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu
berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der
Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit
noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31.
Dezember 2022 abgestellt wurde.
Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebende
Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse
gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der
die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten
Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern
die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt.
Hierfür liegen gemäß der Einschätzung
des verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023
für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr
bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem
Gutachten die Angemessenheit der
rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des
Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des
versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die
dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen
der ZVK.
BEZÜGE DER ORGANMITGLIEDER
Die ausgezahlten Bezüge des Vorstands stellen
sich für das Jahr 2023 wie folgt dar:
|
erfolgsunabhängige
Komponenten |
erfolgsbezogene
Komponenten |
Bezüge des
Geschäftsjahres |
|
in TEUR |
in TEUR |
in TEUR |
| Herr Lehr |
279 |
42 |
321 |
| Herr Schönau |
200 |
31 |
231 |
|
|
Gesamtbezüge |
552 |
Die Vorstandsmitglieder haben in den Fällen der
Dienstunfähigkeit, der Nichtwiederanstellung auf
Veranlassung des Instituts und des Ausscheidens wegen
Erreichens der gesetzlichen Altersgrenze (65. Lebensjahr)
einen Ruhegehaltsanspruch. Ausgehend vom vereinbarten
ruhegehaltsfähigen Gehalt, das als Bemessungsgrundlage
für das Ruhegehalt dient, steht den
Vorstandsmitgliedern ein jährlich prozentual
ansteigender Ruhegehaltsanspruch zu. Das Ruhegehalt
beträgt bei Beginn des sechsten Jahres der
Vertragszeit 35 % des ruhegehaltsfähigen Jahresgehalts
und steigt einschließlich des sechsten mit jedem
weiteren zurückgelegten Jahr bis zum Beginn des 16.
Vertragsjahres um 2,5 %-Punkte und danach um 1,5 %-Punkte
bis zum Höchstsatz von 75 % des
ruhegehaltsfähigen Gehalts. Bei vorzeitigem
Ausscheiden durch Dienstunfall erhöht sich der
Ruhegehaltssatz um 10 % bis zum Höchstsatz von 75 %.
Der erworbene Ruhegehaltsanspruch beträgt zum Stichtag
31. Dezember 2023 bei Herrn Lehr rund 128 TEUR, bei Herrn
Schönau rund 84 TEUR. Die Hinterbliebenen erhalten 60
% Witwen- oder Witwerrente bzw. 10 % Waisengeld als
Halbwaise und 20 % Waisengeld als Vollwaise jeweils bezogen
auf das dem Vorstandsmitglied zustehende Ruhegehalt;
insgesamt sind die Ruhegehälter jedoch auf zusammen
100 % bezogen auf den Ruhegehaltsanspruch des
Vorstandsmitglieds beschränkt. Die Dynamisierung der
laufenden Versorgungsbezüge erfolgt gemäß
der Anpassung der Versorgungsbezüge der Beamten im
Land Hessen. Renten im Sinne von § 55 Abs. 1 Satz 2
und Abs. 8 Beamtenversorgungsgesetz sowie gegen andere
unverfallbar bestehende betriebliche
Altersversorgungsansprüche werden in vollem Umfang auf
die Versorgungsbezüge angerechnet. Einkünfte und
Versorgungsleistungen aus einer anderweitigen
Beschäftigung, sofern diese vor Vollendung des 62.
Lebensjahres ausgeübt werden, werden ebenfalls auf die
Versorgungsbezüge angerechnet, wobei der Teil
anrechnungsfrei bleibt, der zusammen mit der von der
Sparkasse gewährten Versorgung die Höhe des
vertraglich vereinbarten ruhegehaltsfähigen
Jahresgehalts nicht übersteigt. Für unsere
Verpflichtungen haben wir Pensionsrückstellungen in
folgendem Umfang gebildet.
|
Pensionsrückstellung zum
31. Dezember 2023 |
darunter Zuführung
im
Geschäftsjahr 2023 |
|
TEUR |
TEUR |
| Herr Lehr |
2.885 |
157 |
| Herr Schönau |
1.994 |
90 |
Die Gesamtbezüge der Verwaltungsratsmitglieder
betrugen im Geschäftsjahr 2023 58 TEUR.
Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre
Hinterbliebenen ergaben sich im gleichen Zeitraum
Gesamtbezüge von 528 TEUR. Für diesen
Personenkreis haben wir insgesamt 7.889 TEUR
zurückgestellt; dieser Betrag trägt
sämtlichen Pensionsverpflichtungen gegenüber
diesem Personenkreis Rechnung.
KREDITE AN ORGANMITGLIEDER
An Mitglieder des Verwaltungsrats wurden
Vorschüsse und Kredite von 4.491 TEUR gewährt.
MITARBEITER UND MITARBEITERINNEN
Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:
|
2023 |
2022 |
| Vollzeitkräfte |
146 |
154 |
| Teilzeit- und
Ultimokräfte |
107 |
99 |
|
253 |
253 |
| Auszubildende |
16 |
16 |
| Insgesamt |
269 |
269 |
ANGABE DES ABSCHLUSSPRÜFERHONORARS
NACH § 285 NR. 17 HGB
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende
Honorare für unseren Abschlussprüfer, die
Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbands
Hessen-Thüringen, enthalten:
|
TEUR |
| Honorar für
Abschlussprüfungsleistungen |
197 |
| Honorar für andere
Bestätigungsleistungen |
21 |
| Honorar für
sonstige Leistungen |
- |
| insgesamt |
218 |
ANGABEN ZU DEN LATENTEN STEUERN NACH
§ 285 NR. 29 HGB
Aufgrund abweichender Ansatz- und
Bewertungsvorschriften zwischen der Handelsbilanz und den
steuerrechtlichen Wertansätzen bestehen zum
Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag
der künftigen Steuerbelastungen von 1.233 TEUR durch
absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Für den
Überhang aktiver latenter Steuern wurde das
Aktivierungswahlrecht nicht genutzt.
Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen
resultieren zu rund 79 % aus unterschiedlichen
Wertansätzen bei den Beteiligungen und zu 21 % aus
unterschiedlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen.
Ohne Berücksichtigung der aufgrund des Bildens von
Vorsorgereserven nach § 340f HGB entstandenen
Ansatzunterschiede entfallen die künftigen
Steuerentlastungen zu 46 % auf unterschiedliche
Wertansätze bei den Anteilen von
Investmentvermögen, zu 26 % auf Rückstellungen,
zu 12 % auf Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere, zu 12 % auf Beteiligungen
sowie 4 % auf Wertberichtigungen.
Der Ermittlung der latenten Steuern wurde ein
Steuersatz von 30 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer
zuzüglich Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt.
Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende,
lediglich der Körperschaftsteuer und dem
Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden
bei den Berechnungen mit 15,825 % bewertet.
VERWALTUNGSRAT UND VORSTAND
Verwaltungsrat
Vorsitzender
Stephan Aurand, Kreisbeigeordneter des
Lahn-Dill-Kreises
Stellvertretender Vorsitzender
Hans Benner, Bürgermeister i.R.
Mitglieder
Karin Betz, Kaufmännische Angestellte i. R.
Sandra Dietz, Firmenkundenberaterin, Sparkasse
Dillenburg, Dillenburg
Andre Fuchs, Firmenkundenberater, Sparkasse
Dillenburg, Haiger
Dorothea Garotti, Kaufmännische Angestellte i.R.
Christel Hensgen, Kaufmännische Angestellte i.R.
Christian Henß, Abteilungsdirektor
Kreditmanagement/ Banksteuerung, Sparkasse Dillenburg,
Dillenburg
Martina Klement, Steuerberaterin, selbständig,
Dillenburg
Jörg Michael Müller, MdL, Rechtsanwalt,
ACCEDIS Rechtsanwälte, Herborn
Wolfgang Nickel, Rechtsanwalt, ACCEDIS
Rechtsanwälte, Herborn
Lothar Schäfer, Kaufmännischer Leiter i. R.
Tobias Stahl, stv. Abteilungsleiter Banksteuerung,
Sparkasse Dillenburg, Dillenburg
Jörg Waldschmidt, Abteilungsleiter
Immobiliencenter, Sparkasse Dillenburg, Dillenburg
Klaus-Achim Wendel, Geschäftsführer, Firma
Wendel, Dillenburg
Vorstand
Vorsitzender
Michael Lehr
Mitglied
Volker Schönau
Dillenburg, 24. Juni
2024
Der Vorstand
Anlage zum Jahresabschluss
gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG -
"Länderspezifische Berichterstattung"
Die Sparkasse Dillenburg hat keine Niederlassungen im
Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich
ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit
als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik
Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Dillenburg
besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere
rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden
entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu
gewähren.
Die Sparkasse Dillenburg definiert den Umsatz aus der
Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung
nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende
Erträge aus Aktien etc., Erträge aus
Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge,
Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des
Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der
Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31.
Dezember 2023 44.717 TEUR.
Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in
Vollzeitäquivalenten beträgt im
Jahresdurchschnitt 204.
Der Gewinn vor Steuern beträgt 5.954 TEUR.
Die Steuern auf den Gewinn belaufen sich auf 3.798
TEUR. Die Steuern betreffen ausschließlich laufende
Steuern.
Die Sparkasse Dillenburg hat im Geschäftsjahr
keine öffentlichen Beihilfen erhalten.
Der Verwaltungsrat der Sparkasse Dillenburg hat den
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 am 18. September 2024
festgestellt und den Lagebericht gebilligt.
Sparkasse Dillenburg
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Sparkasse Dillenburg
Vermerk über die Prüfung des
Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse
Dillenburg bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023
und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse
Dillenburg für das Geschäftsjahr vom 1. Januar
bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kreditinstitute geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse
zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum
31. Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die
Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr.
537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind in Übereinstimmung mit den europarechtlichen
sowie den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften von der Sparkasse
unabhängig und haben unsere sonstigen deutschen
Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus
erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 lit.
f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 2 HGB, dass
alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis
der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen
Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO
erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile
zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige
Prüfungssachverhalte in der Prüfung des
Jahresabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind
solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in
unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und
bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt; wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht
besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Ermittlung der Risikovorsorge im
Kundenkreditgeschäft
a) Sachverhalt und Problemstellung:
Entsprechend ihrem gesetzlichen und
satzungsrechtlichen Auftrag betreibt die Sparkasse das
Kreditgeschäft mit Kunden vorrangig im
Geschäftsgebiet der Sparkasse. Der Anteil der
Forderungen an Kunden (Aktiva 4) macht mit 1.052,0 Mio EUR
64,5 % der Bilanzsumme der Sparkasse zum 31. Dezember 2023
aus und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 %
erhöht. Somit handelt es sich quantitativ um den
größten Aktivposten. Darüber hinaus
bestehen Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche
Kreditzusagen in Höhe von insgesamt 61,4 Mio EUR. Das
Kreditgeschäft ist eine wesentliche
Geschäftsaktivität der Sparkasse. Neben der
Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer erfolgt eine
Bewertung der Kreditsicherheiten teilweise auf Basis
geschätzter Werte.
Bewertungsaufwendungen im Kreditbereich können
sich als Einzelwertberichtigungen,
Pauschalwertberichtigungen oder als Vorsorgereserven
gemäß § 340 f HGB in für
Kreditinstitute gesetzlich zulässiger Weise ergeben.
Bei außerbilanziellen Geschäften
(Bürgschaften, Gewährleistungen) und
unwiderruflichen Kreditzusagen, bei denen eine
Inanspruchnahme und ein darauffolgender Kreditausfall
droht, werden entsprechende Rückstellungen gebildet.
In den letzten Jahren bewegten sich Bewertungsaufwendungen
auf niedrigem Niveau. Durch das gestiegene Marktzinsniveau
und höhere Finanzierungskosten sowie die
veränderten konjunkturellen Rahmenbedingungen
können Kreditausfälle zunehmen und die
Bewertungsaufwendungen steigen. Aus den Kreditbewertungen
können sich erhebliche Auswirkungen auf den
Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage der
Sparkasse ergeben.
Aufgrund der quantitativen Bedeutung der Forderungen
an Kunden und der damit einhergehenden hohen Bedeutung
einer sachgerechten Bewertung, der erhöhten
Prognoseunsicherheit und der Ermessensspielräume
stellt die Bewertung der Kundenforderungen im Hinblick auf
potenzielle Auswirkungen auf die Ertragslage der Sparkasse
einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.
b) Prüferisches Vorgehen:
Im Rahmen unserer Jahresabschlussprüfung haben
wir Aufbau- und Funktionsprüfungen im Kreditbereich
durchgeführt und hierbei insbesondere die
Risikofrüherkennung der Sparkasse berücksichtigt.
Im Rahmen der Aufbauprüfungen haben wir die
Kreditprozesse der Sparkasse beurteilt und uns hierbei
grundsätzlich an den Anforderungen an eine
ordnungsgemäße Geschäftsorganisation
(§ 25a KWG i. V. m. den Mindestanforderungen an das
Risikomanagement - MaRisk) orientiert.
Funktionsprüfungen und aussagebezogene
Prüfungshandlungen haben wir sowohl durch
zufällig ausgewählte Stichproben auf Basis einer
geschichteten Grundgesamtheit als auch im Rahmen einer
bewussten Auswahl von Kreditengagements durchgeführt.
Anhand dieser Kreditengagements haben wir sowohl die
Wirksamkeit der Kreditgeschäftsprozesse (inkl. der
Bilanzierungs- und Bewertungsprozesse) beurteilt als auch
im Einzelfall das Erfordernis von Bewertungsmaßnahmen
geprüft. Hinsichtlich der Pauschalwertberichtigungen
haben wir insbesondere geprüft, ob diese nach
Maßgabe der "IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung:
Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht
individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im
Kreditgeschäft von Kreditinstituten
("Pauschalwertberichtigungen")" ermittelt wurden.
Ergänzend haben wir im gesamten Prüfungsprozess
analytische Prüfungshandlungen im Kreditbereich mit
Bezug zu Bewertungsaufwendungen durchgeführt, z. B.
anhand von Auswertungen der Kreditbestände, der
Sicherheiten und der Risikovorsorge im Rahmen des internen
Berichtswesens der Sparkasse oder der
Kreditgeschäftsprozesse insbesondere im Bereich der
Risikoklassifizierungsverfahren, der
Risikofrüherkennung und der Problemkreditbearbeitung.
c) Verweis auf weitergehende Informationen:
Weitere Informationen zu den Beständen und der
Bewertung können dem Anhang (Abschnitte A.
"Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und B. "Angaben und
Erläuterungen zur Bilanz sowie zu den Posten unter dem
Bilanzstrich, I. "Postenbezogenen Angaben") sowie dem
Lagebericht (Kapitel "5.2.1 Adressenrisiko im
Kundengeschäft") entnommen werden.
Sonstige Informationen
Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die
folgenden Unterlagen:
| ― |
den statistischen Bericht
über die Erfüllung des öffentlichen
Auftrags der Sparkasse Dillenburg im
Geschäftsjahr 2023 (§ 15 Abs. 2 Satz 2 HSpG
i. V. m. § 2 HSpG), der dem Lagebericht
beigefügt ist.
|
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir
die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum
Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten
Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch
dargestellt erscheinen.
Verantwortung des Vorstands
(gesetzliche Vertreter) und des Verwaltungsrats
(Aufsichtsorgan) für den Jahresabschluss und den
Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner
ist der Vorstand verantwortlich für die internen
Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der
Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Sparkasse zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat
er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich
für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt
ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für
die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als
notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und
um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen
im Lagebericht erbringen zu können.
Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
in Deutschland e. V. (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine
wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
|
| ― |
gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
abzugeben.
|
| ― |
beurteilen wir die
Angemessenheit der vom Vorstand angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und
damit zusammenhängenden Angaben.
|
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des vom Vorstand
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Sparkasse ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
|
| ― |
beurteilen wir die
Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Jahresabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Sparkasse vermittelt.
|
| ― |
beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Sparkasse.
|
| ― |
führen wir
Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand
dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei
insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom
Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach
und beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten
Angaben abweichen.
|
Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter
anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der
Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine
Erklärung ab, dass wir die relevanten
Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und
erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit
auswirken, und die hierzu getroffenen
Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem
Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen
Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses
für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten
waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese
Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Sonstige gesetzliche und andere
rechtliche Anforderungen
Übrige Angaben gemäß
Artikel 10 EU-APrVO
Wir sind nach § 44 der Satzung der Sparkasse
Dillenburg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB
gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.
Wir erklären, dass die in diesem
Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile
mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO im
Einklang stehen.
Wir haben die folgenden Leistungen, die nicht im
Jahresabschluss oder Lagebericht konkretisiert bzw.
angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung
für die Sparkasse erbracht:
| ― |
Prüfung nach § 89 Abs.
1 Satz 1, 2 und 5 WpHG.
|
Verantwortlicher
Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche
Wirtschaftsprüfer ist Herr Wolfgang Winterstein.
Frankfurt am Main, den 25.
Juli 2024
Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen
- Prüfungsstelle -
| Winterstein |
|
Wirtschaftsprüfer |
Bericht des Verwaltungsrates
Der Verwaltungsrat der Sparkasse Dillenburg und der
aus seiner Mitte gebildete Kreditausschuss nahmen im
Geschäftsjahr 2023 die ihnen nach Gesetz und Satzung
obliegenden Aufgaben wahr.
Der Verwaltungsrat wurde durch den Vorstand im Laufe
des Jahres in vier Sitzungen regelmäßig, zeitnah
und umfassend über relevante Fragen der aktuellen
Geschäftslage, der Entwicklung der wesentlichen
Risikopositionen sowie über wichtige Ereignisse und
Geschäftsvorfälle unterrichtet. Er
überwachte die Tätigkeit des Vorstandes und
überzeugte sich von der Ordnungsmäßigkeit
der Geschäftsführung. Der Kreditausschuss fasste
die nach Satzung und Geschäftsanweisung vorgesehenen
Beschlüsse in insgesamt sechs Sitzungen.
Darüber hinaus hat der Vorstand dem
Verwaltungsrat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht
vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassen- und
Giroverbandes Hessen-Thüringen hat die
Buchführung, den Jahresabschluss sowie den Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2023 geprüft und den
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. In
seiner heutigen Sitzung hat der Verwaltungsrat vom
Prüfungsergebnis Kenntnis genommen, den
Jahresabschluss festgestellt, den Lagebericht gebilligt und
dem Vorstand Entlastung erteilt.
Der Verwaltungsrat hat ferner entsprechend § 16
HSpG beschlossen, den Jahresüberschuss in Höhe
von 2.089.234,48 Euro der Sicherheitsrücklage
zuzuführen.
Für das im Jahr 2023 entgegengebrachte Vertrauen
dankt der Verwaltungsrat allen Kunden der Sparkasse
Dillenburg sowie dem Vorstand und allen Mitarbeitern
für die im Berichtsjahr zum Wohle der Kunden und der
Sparkasse geleistete Arbeit.
Dillenburg, den 18.
September 2024
| Der Vorsitzende des
Verwaltungsrates |
| Stephan Aurand |
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