Stammdaten

Register
Amtsgericht Weiden i. d. OPf (Weiden) HRB 2741
Vorher
AFM Autofahrerfachmarkt Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter HaftungA.T.U Auto-Teile-Unger Erste Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbHA.T.U Auto-Teile-Unger Umweltservice GmbH
Eingetragen
22.5.1987
Branche
Energetische Verwertung von AbfällenDeponierung oder Dauerlagerung von sonstigen AbfällenSonstige Verwertung von Abfällen
Gegenstand
1. Das Lagern, Verwerten und Behandeln von Abfällen, das Betreiben einer Aufbereitung und die Wiederverwendung von Teilen und Materialien aus dem Wirtschaftsbereich des Kraftfahrzeughandels, sowie die Versorgung mit Strom, Wärme und Luft. Es handelt sich um Maßnahmen des Rohstoffrecyclings aus Reststoffmaterialien. Ferner ist Gegenstand des Unternehmens der internationale Güterkraftverkehr mit EU-Lizenz. 2. Durch diese Maßnahmen wird die Schonung der Ressourcen durch Wiederverwendung der Materialien sowie Energiesparung angestrebt. Durch Abfallvermeidung wird vorrangig der Schutz der Umwelt angestrebt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Laurent Attardo
seit 24.7.2025
Prokura
Mario Pfabe
seit 24.7.2025
Geschäftsführer
Ulrike Richter
seit 4.3.2022
Prokura
Sebastian Jarantowski
seit 4.11.2019
Geschäftsführer
Prokura
Alexander Prokein
seit 21.12.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG
Germany
25.700 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ESTATO Umweltservice GmbH

Weiden i.d.OPf.

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

BILANZ zum 30. September 2023

AKTIVA

Vorjahr
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände Geleistete Anzahlungen 113.023,15 55.981,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 611.316,78 449.796,90
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.499.580,64 1.220.276,50
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.491.899,01 729.189,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 668.722,32
3.602.796,43 (3.067.985,41)
3.715.819,58 (3.123.967,16)
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 102.900,00 144.200,00
2. Fertige Erzeugnisse 248.600,00 115.200,00
351.500,00 (259.400,00)
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.302.457,06 1.649.789,87
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 8.266.471,88 8.675.180,55
- davon Forderungen gegen Gesellschafter: € 8.266.471,88 (Vorjahr: T€ 8.123)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 232.363,66 112.906,98
9.801.292,60 (10.437.877,40)
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 754.336,46 773.363,62
10.907.129,06 (11.470.641,02)
C. Rechnungsabgrenzungsposten 26.523,02 29.156,10
14.649.471,66 14.623.764,28

PASSIVA

Vorjahr
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.700,00 25.700,00
II. Kapitalrücklage 11.603.365,28 11.603.365,28
III. Gewinnvortrag 25.298,99 25.298,99
11.654.364,27 (11.654.364,27)
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 827.652,00 1.257.824,00
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.190.453,54 1.057.127,06
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 368.695,49 23.738,05
3. Sonstige Verbindlichkeiten 608.306,36 630.710,90
2.167.455,39 (1.711.576,01)
14.649.471,66 14.623.764,28

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023

Vorjahr
1. Umsatzerlöse 19.626.775,77 22.577.147,99
2. Erhöhung des Bestands an fertigen Erzeugnissen 133.400,00 31.000,00
3. Sonstige betriebliche Erträge 852.135,78 501.017,58
20.612.311,55 (23.109.165,57)
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -5.584.065,96 -7.251.624,29
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -3.622.433,43 -5.317.982,95
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -2.909.584,97 -2.957.644,55
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -671.000,94 -722.210,11
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -599.417,87 -542.969,39
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -10.127.413,18 -10.290.035,21
-23.513.916,35 (-27.082.466,50)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 154.620,39 8.340,08
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.037,81 0,00
153.582,58 (8.340,08)
10. Ergebnis nach Steuern -2.748.022,22 -3.964.960,85
11. Sonstige Steuern -3.487,00 -3.283,00
12. Erträge aus der Verlustübernahme 2.751.509,22 3.968.243,85
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 0,00
14. Jahresergebnis 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind in der Bilanz und im Anhang aufgeführt.

Die ESTATO Umweltservice GmbH mit dem Sitz in Weiden i.d.OPf. ist im Handelsregister des Amtsgerichts Weiden unter HRB 2741 eingetragen. Ihr Stammkapital beträgt EUR 25.700,00.

Trotz des ausgewiesenen "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages" zum 30. September 2023 der Muttergesellschaft (Christophorus Holding GmbH) im Konzern in Höhe von TEUR 16.331 wird im Konzern weiterhin unter der Prämisse der Unternehmensfortführung bilanziert. In den nächsten Jahren wird mit positiven Konzernjahresergebnissen gerechnet, die zu einem Abbau des negativen Eigenkapitals innerhalb des Konzerns führen werden. Daneben sieht das Management auch die Zahlungsfähigkeit sichergestellt, im Geschäftsjahr 2022/2023 wurde der Mutter-Gesellschaft durch den Gesellschafter eine Comfort Linie über eine Laufzeit von 12 Monaten ab Anfang Dezember 2023 in Höhe von TEUR 150.000 gewährt.

Voraussetzung für den Fortbestand der ESTATO Umweltservice GmbH und der Mutter (Christophorus Holding GmbH) ist somit, dass die oben beschriebene Umwandlung der Verbindlichkeiten in Eigenkapital bei der Muttergesellschaft durchgeführt wird bzw. die Anfang Dezember 2024 auslaufende Patronatserklärung weiter bestehen bleibt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Bewertung wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode, drei bis sieben Jahre) vermindert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen, im Berichtsjahr wurden keine vorgenommen.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig. Die Nutzungsdauer der hierin aktivierten Anlagegüter beträgt in der Regel zwischen fünf und zehn Jahren.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden - unter Beachtung des Niederstwertprinzips - zu durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Fertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB bewertet; auch hier wird ggf. das Niederstwertprinzip beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Bei den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Vorauszahlungen für zukünftig aufwandswirksame Verpflichtungen zeitanteilig abgegrenzt.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennwert ausgewiesen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Die Abzinsung der langfristigen Rückstellungen erfolgt auf Basis der durch die Deutsche Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten Marktzinssätze.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, sobald die Erzeugnisse bzw. Waren geliefert worden sind bzw. der Gefahrenübergang auf den Kunden erfolgt ist. Umsatzerlöse werden nach Abzug von Rabatten und Skonti ausgewiesen.

Sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen werden mit Erbringung bzw. Inanspruchnahme der Leistung oder zum Zeitpunkt ihrer Realisierung bzw. Verursachung als Ertrag bzw. Aufwand erfasst. Erforderlichenfalls werden Zahlungen abgegrenzt, um sie periodengerecht als Ertrag bzw. Aufwand zu erfassen.

Zinsen werden zeitanteilig mit dem Betrag, der auf das Geschäftsjahr entfällt, als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Latente Steuern werden, soweit sie auf der Ebene der Gesellschaft entstehen, aufgrund der steuerlichen Organschaft mit der A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG bei dieser als Organträger berücksichtigt.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Davon betreffen Forderungen in Höhe von TEUR 8.266 die alleinige Gesellschafterin A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG (Vorjahr: TEUR 8.123). In den Forderungen gegen die Alleingesellschafterin sind u.a. die Forderung aus dem Verlustausgleich in Höhe von TEUR 2.752 (Vorjahr: TEUR 3.968) ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen für ausstehende Rechnungen Gas, Strom, Wasser (TEUR 175, Vorjahr: TEUR 485), für ausstehenden Urlaub, Überstunden, Weihnachtsgeld (TEUR 154, Vorjahr: TEUR 173), für Beiträge zur Berufsgenossenschaft (TEUR 68, Vorjahr: TEUR 68) sowie für sonstige ausstehende Rechnungen (TEUR 324, Vorjahr: TEUR 462) gebildet.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr in voller Höhe eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Zum Bilanzstichtag bestehen gegenüber der alleinigen Gesellschafterin A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG keine Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in voller Höhe aus Liefer- und Leistungsverpflichtungen.

Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 608 (Vorjahr: TEUR 631) haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr; sie beinhalten u. a. eine Verbindlichkeit aus Fördermitteln (TEUR 555, Vorjahr: TEUR 555), kreditorische Debitoren (TEUR 28, Vorjahr: TEUR 30), Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuern in Höhe von TEUR 19 (Vorjahr: TEUR 26) und Verbindlichkeiten gegenüber der Berufsgenossenschaft in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 20).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Personalaufwand

Die Aufwendungen für Altersversorgung im Personalaufwand betragen TEUR 29 (Vorjahr: TEUR 31).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 10.127 (Vorjahr: TEUR 10.290) sind im Wesentlichen Aufwendungen für Raumkosten TEUR 2.840 (Vorjahr: TEUR 2.983), Kosten der Warenabgabe TEUR 2.080 (Vorjahr: TEUR 1.934), Beratungskosten TEUR 1.038 (davon TEUR 841 von der Gesellschafterin A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG, Vorjahr: TEUR 1.016), KFZ-Kosten TEUR 868 (Vorjahr: TEUR 1.016) sowie Aufwendungen für Fremdleistungen TEUR 1.267 (Vorjahr: TEUR 1.121) enthalten.

Zinsergebnis

Die Zinserträge in Höhe von TEUR 155 (Vorjahr: Zinserträge TEUR 8) resultieren aus verbundenen Unternehmen.

Sonstige Angaben

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Wesentliche, nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, bestehen wie folgt:

Vertrag Inhalt Vertragspartner Laufzeit Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtung
Miete Recyclinglager Werl Verbundenes Unternehmen 2033 Mio. EUR 2,8
Miete Betriebsgrundstück und -gebäude Weiden Konzernfremd 2047 Mio. EUR 45,5

Die Mietverträge bieten der Gesellschaft den Vorteil einer geringeren Kapitalbindung bzw. dass die Finanzierung der Investition von Dritten aufzubringen ist. Das wesentliche Risiko besteht darin, dass laufende Mietzahlungen zu leisten sind.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus der Miete von verschiedenen anderen Anlagen bzw. Betriebs- und Geschäftsausstattung bestehen in einem Gesamtbetrag von kleiner Mio. EUR 1.

Geschäftsführung

Die Geschäftsführer der Gesellschaft sind:

Herr Sascha Bopp, Vorsitzender (seit 1. Oktober 2022)

Herr Alexander Prokein

Herr Sebastian Jarantowski

Nur Herr Prokein hat im Geschäftsjahr Geschäftsführerbezüge von der Gesellschaft erhalten. Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird daher gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl (§ 267 Abs. 5 HGB) der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

2022/2023 2021/2022
Mitarbeiter 81 86

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Christophorus Holding GmbH, Weiden i.d.OPf., (HRB 2863; kleinster Konzernkreis) einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger offengelegt. Die Gesellschaft wird daneben in den Konzernabschluss der Mobivia S.A., Sainghin-en-Mélantois (Frankreich) dem obersten Mutterunternehmen (größter Konzernkreis) zum 30. September 2023 einbezogen, er ist beim Firmenregister in Lille (Frankreich) offengelegt.

Honorar des Abschlussprüfers

Die Gesellschaft übt das Wahlrecht nach § 285 Nr. 17 HGB aus und macht keine Angaben für das im Geschäftsjahr berechnete Honorar des Abschlussprüfers, Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, da es in der entsprechenden Angabe im Konzernabschluss der Christophorus Holding GmbH, Weiden i.d.OPf., enthalten ist.

Ereignisse nach dem Abschlussstichtag von besonderer Bedeutung haben nicht stattgefunden (Nachtragsbericht).

 

Weiden i.d.OPf., 31. Januar 2024

Geschäftsführung

gez. Sascha Bopp

gez. Alexander Prokein

gez. Sebastian Jarantowski

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 (Anlagenspiegel)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.10.2022
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
30.9.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 74.748,59 0,00 0,00 0,00 74.748,59
2. Geleistete Anzahlungen 55.981,75 57.041,40 0,00 0,00 113.023,15
130.730,34 57.041,40 0,00 0,00 187.771,74
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.527.914,48 232.901,88 34.600,00 0,00 1.795.416,36
2. Technische Anlagen und Maschinen 12.999.073,52 64.677,20 540.760,00 0,00 13.604.510,72
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.514.543,50 837.417,32 93.362,32 -13.055,82 5.432.267,32
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 668.722,32 0,00 -668.722,32 0,00 0,00
19.710.253,82 1.134.996,40 0,00 -13.055,82 20.832.194,40
19.840.984,16 1.192.037,80 0,00 -13.055,82 21.019.966,14
kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
1.10.2022
Zugänge
Abgänge
30.9.2023
30.9.2023
30.9.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Software 74.748,59 0,00 0,00 74.748,59 0,00 0,00
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 113.023,15 55.981,75
74.748,59 0,00 0,00 74.748,59 113.023,15 55.981,75
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.078.117,58 105.982,00 0,00 1.184.099,58 611.316,78 449.796,90
2. Technische Anlagen und Maschinen 11.778.797,02 326.133,06 0,00 12.104.930,08 1.499.580,64 1.220.276,50
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.785.353,81 167.302,81 -12.288,31 3.940.368,31 1.491.899,01 729.189,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 668.722,32
16.642.268,41 599.417,87 -12.288,31 17.229.397,97 3.602.796,43 3.067.985,41
16.717.017,00 599.417,87 -12.288,31 17.304.146,56 3.715.819,58 3.123.967,16

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023

A Branchenentwicklung

KFZ-MARKT

Leichtes Umsatzwachstum zum Vorjahr

Die Geschäftstätigkeit der ESTATO ist sehr eng mit der ATU Gruppe (alle Gesellschaften der Christophorus Holding GmbH) als weit größten Kunden verbunden, sodass das Marktumfeld der ATU Gruppe unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung der ESTATO hat. Das aktuell zu berichtende Geschäftsjahr der ESTATO Umweltservice GmbH (kurz: ESTATO) umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023, insofern ist das Kalenderjahr 2022 die relevante Periode, für die aktuell Branchendaten vorliegen: Im Jahr 2022 stiegen die Umsätze im Kfz-Gewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,0 % auf 185,2 Milliarden Euro. Die Pkw-Neuzulassungen bewegten sich dabei mit einer Stückzahl von 2,7 Millionen auf Vorjahresniveau (+1,1 %), der Umsatz verzeichnete ein Plus von 13,2 % auf 64,9 Milliarden Euro. Die Anzahl der Pkw-Gebrauchtwagenverkäufe blieb mit 5,6 Millionen unter dem Vorjahresniveau von 6,7 Millionen. Trotz eines höheren Durchschnittspreises sank der Umsatz bei den Pkw-Gebrauchtwagenverkäufen um 8 Milliarden Euro auf 77,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr konnte hier noch ein Zuwachs von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet werden. Der Umsatz aus dem Kfz-Service hat gegenüber dem Vorjahr um 10,8 % auf 28,7 Milliarden Euro zugenommen. 1

1 Vgl.: "Zahlen & Fakten 2022", Ausgabe 2022, Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK), online unter: www.kfzgewerbe.de.

In der nachfolgenden Grafik Umsatz im Kfz-Gewerbe sind die einzelnen Segmente sowie die Veränderung 2022 gegenüber 2021 dargestellt:

Der deutsche Automobil-After-Sales-Markt wird im Wesentlichen von zwei Anbietergruppen geprägt. Auf der einen Seite bieten die Servicebetriebe der Fahrzeughersteller - die sogenannten Marken- oder auch Vertragswerkstätten - ihre Dienstleistungen dem Autofahrer an. Auf der anderen Seite bedienen die freien Werkstätten, zu welchen die Werkstätten der ATU gehören, markenübergreifend schwerpunktmäßig das ältere Fahrzeugsegment ab ca. drei Jahren.

Umsatzseitig ist das Jahr 2022 für den Servicemarkt mit einem Umsatzplus von 10,8 % gegenüber dem Vorjahr als positiv zu bewerten. 2 Wesentliche Einflussfaktoren auf den Servicemarkt sind neben dem Fahrzeugbestand und dem Durchschnittsalter die technischen Weiterentwicklungen der Fahrzeughersteller, die Lebensdauer der Verschleißaggregate sowie die durchschnittliche Kilometerfahrleistung.

2 Vgl.: ZDK, unter: www.kfzgewerbe.de

Der Pkw-Fahrzeugbestand hat sich im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr weiter um 0,5 % auf 48,8 Millionen erhöht. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Deutschland ist gegenüber 2021 leicht angestiegen. Dies kann nur als Ausreißer gedeutet werden, da das Durchschnittsalter in den letzten 20 Jahren kontinuierlich anstieg. Es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Jahren das Durchschnittsalter - wie in den letzten Jahren - insbesondere aufgrund steigender Herstellerqualität der Pkw weiter erhöht. Ein Trend der sich in nachfolgender Grafik deutlich abzeichnet: 3

Daneben sind temporär auf Grund der allgemeinen Lieferprobleme der Chip-Industrie, insbesondere aus dem asiatischen Wirtschaftsraum, ebenfalls Verschiebungen der Neuanschaffungen von Pkw zu beobachten, was die Laufzeiten von gebrauchten Fahrzeugen zusätzlich erhöht.

Die Anzahl der Werkstätten in Deutschland insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert (36.420, Vorjahr: 36.570). Diese teilen sich in 22.130 fabrikatsunabhängige und 14.290 fabrikatsgebundene Betriebe auf. 4

3 Vgl.: Statista Research Department, online unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154506/umfrage/ durchschnittliches-alter-von-pkw-in-deutschland/.
4 Vgl.: ZDK, online unter: https://www.kfzgewerbe.de/dossier/branchendaten-prognosen/autojahr-2022.

Ausblick im Werkstattgeschäft: Zurück zum Vorkrisen-Niveau

Das Werkstattgeschäft stand in den letzten beiden Jahren wiederholt vor ungesehenen Herausforderungen mit negativen Folgen für den Umsatz der Branche. Für 2022 lässt sich, wie oben erläutert, ein Umsatzsprung auf 28,7 Milliarden Euro konstatieren, dieser liegt damit auf Vorkrisen-Niveau (2019: 30,03 Milliarden Euro). ZDK-Vizepräsident Detlef Peter Grün erklärt: "Die Normalisierung im Werkstattgeschäft auf das Vorkrisen-Niveau, verbunden mit gestiegenen Kosten für Wartung und Reparaturen, hat zu diesem Umsatzsprung beigetragen." 5

Die Auslastung der Werkstätten in den Monaten Januar bis April ist mit 81 % knapp auf dem Niveau von 2019 (82 %). Wohingegen die Auslastung im gleichen Monatsintervall im Jahr 2020 noch bei 75 % und im Jahr 2021 bei 76 % lag.

Das Segment der Gebrauchtwagenkäufe weist, gleichsam der Entwicklung im Vorjahr, einen negativen Trend auf. Mit 5,6 Millionen Besitzumschreibungen in 2022 liegen diese unter Vorjahresniveau. Der Durchschnittspreis eines gebrauchten PKW stieg um 19 % auf 18.800 Euro, weitaus stärker als 2021 (6,9 % im Vergleich zu 2020). Im Vergleich dazu stagnierten zwischen 2021 und 2022 die Neuwagenzulassungen bei 2,6 Millionen.

B Darstellung des Geschäftsverlaufs Geschäftstätigkeit des Unternehmens

Gegenstand der Gesellschaft ist der Umweltservice, insbesondere die Verwertung von Abfällen, der Handel mit Stoffen zur Rückführung in den Wirtschaftskreislauf und alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Durch die Gesellschaft wird der gesamte Entsorgungsbedarf der ATU Gruppe abgedeckt, die Leistungen werden aber auch externen Kunden angeboten. Die Geschäftsfelder Altreifenentsorgung (inkl. Sortierung, stoffliche Verwertung und Handel mit Sekundärrohstoffen), Wertstoffhandel (z. B. Altbatterien, Altmetalle, Verpackungen) sowie der Umweltservice (Logistik, Dienstleistungen und Umweltberatung) stellen die drei wesentlichen Säulen des Unternehmens dar.

Mit den beiden Recyclingzentren in Weiden und Werl ist die Gesellschaft in der Lage, sämtliche umweltsensiblen Alt- und Austauschteile von Pkw umweltfreundlich zu verwerten oder fachgerecht zu entsorgen. Die anfallenden Abfallstoffe aus den Werkstätten von ATU werden fast zu 100 % umgeschlagen, sortiert und zu Rohstoffen aufbereitet. Sowohl auf Lieferanten- als auch auf Abnehmerseite wurden langfristige Lieferverträge mit starken strategischen Partnern geschlossen.

5 Vgl.: https://www.autohaus.de/nachrichten/werkstatt/bundesinnungsmeister-werkstattgeschaeft-bleibt-2023-stabil-3332044#:~: text=Die%20Werkstattauslastung%20lag%20im%20Jahresdurchschnitt,wurde%20um%20zwei%20Punkte%20%C3%BCbertroff en.

Damit ist sowohl die Entsorgung der ATU Filialen als auch die Versorgung der ESTATO Umweltservice GmbH mit Rohstoffen auch für die Zukunft gewährleistet. Rohstoffe können zu einem hohen Prozentsatz zurückgewonnen und einem neuen Stoffkreislauf zugeführt werden (Gummigranulat aus Altreifen, Blei aus Altbatterien usw.).

Wesentliche Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Einfluss auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft

Mitte Mai 2023 wurde die ATU Gruppe Angriffsziel einer breit angelegten Cyber-Attacke. Ergebnis dieser Attacke war die Verschlüsselung von hunderten von Servern mit der Folge, dass für die ATU Gruppe der Zugriff auf diese Server entzogen wurde. Die Auswirkungen waren vielfältig als auch schwerwiegend: In den Filialen war das gesamte ERP- inkl. Kassensystem nicht mehr nutzbar, das vom Cyber-Angriff nicht betroffene Warenwirtschaftssystem sowie das separate Flottenkunden ERP System konnten nicht mehr mit dem ERP System in den Filialen kommunizieren und der Online-Shop der ATU Gruppe musste den Betrieb einstellen. Als Reaktion auf diese Situation hatte die Geschäftsführung der ATU Gruppe unverzüglich einen Krisenstab eingerichtet, Ziel war es, die verschlüsselten Server und Daten wiederherzustellen bzw. neu aufzubauen. In den Filialen konnten nach ca. einer Woche wieder Zahlterminals implementiert werden, in der Zwischenzeit konnte der Kunde ausschließlich bar oder mit dem Ausfüllen eines SEPA Lastschrift-Mandates bezahlen. Das ERP System in den Filialen konnte erst Wochen später wieder vollständig hergestellt werden, der Online-Shop konnte im September 2023 wieder in Betrieb genommen werden.

Der verursachte monetäre Schaden des Cyberangriffs ist für die Geschäftsführung der ATU Gruppe schwer einschätzbar. Der Schaden betrifft Umsatz- bzw. Rohertragsausfälle in den Filialen, Zusatzaufwendungen (inkl. externe Kosten) durch das Wiederherstellen der Systeme, aber auch ein Reputationsverlust des Unternehmens bei den Kunden. Auf die ESTATO hatte der Angriff insoweit direkten Einfluss, dass der Gebrauchtreifen-Zufluss für die Granulierung bzw. den Weiterverkauf von Gebrauchtreifen dramatisch eingebrochen ist. Dieser Einbruch hatte sowohl Einfluss auf die Umsatzerlöse als auch auf die Personalauslastung im Zeitraum Mai bis September 2023.

Die Bilanzsumme beträgt zum Stichtag TEUR 14.649 (Vorjahr: TEUR 14.624). Das Aktivvermögen besteht zum Bilanzstichtag im Wesentlichen aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 9.801 (Vorjahr: TEUR 10.438) sowie aus Anlagevermögen in Höhe von TEUR 3.716 (Vorjahr: TEUR 3.124).

Das Umlaufvermögen beträgt zum Stichtag TEUR 10.907 (Vorjahr: TEUR 11.471). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf den Abbau der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 637 auf TEUR 9.801 zurückzuführen, gegenteilig erhöhte sich das Anlagevermögen um TEUR 592 auf TEUR 3.716.

Die Veränderungen bei den Passiva resultieren hauptsächlich aus dem Rückgang der Rückstellungen um TEUR 430 auf TEUR 828 gegenläufig erhöhten Sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um TEUR 345 auf TEUR 369 sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 133 auf TEUR 1.190.

Die Umsatzerlöse lagen im Geschäftsjahr 2022/2023 bei TEUR 19.627 (Vorjahr: TEUR 22.577). Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die zuvor beschriebenen Effekte aus dem Cyberangriff auf die ATU Gruppe zurückzuführen.

Die Materialaufwendungen haben sich überproportional zu den Umsatzerlösen um 26,8 % bzw. TEUR 3.363 auf TEUR 9.206 vermindert. Dieser Effekt ergibt sich aus der im Geschäftsjahr 2022/2023 beginnenden Normalisierung der Energiepreise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Geschäftsjahr 2021/2022 hatte sich eine massive Energiekostenerhöhung als Folge des Russland-Ukraine-Kriegs ergeben, die einen entsprechenden Einfluss auf die Produktionskosten der ESTATO hatte.

Die Materialaufwandsquote 6 beträgt damit 46,9 % und liegt damit 8,8 %-Punkte unter dem Vorjahreswert. Im Vorjahr war die Quote um 9,8 %-Punkte gegenüber dem Geschäftsjahr 2020/2021 angestiegen.

An sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 10.127 (Vorjahr: TEUR 10.290) angefallen und beinhalten im Wesentlichen Raumkosten in Höhe von TEUR 2.840 (Vorjahr: TEUR 2.983), Kosten der Warenabgabe (TEUR 2.080; Vorjahr: TEUR 1.934) sowie Kosten für Leiharbeiter (TEUR 1.267; Vorjahr: TEUR 1.121).

Das Jahresergebnis vor Ergebnisübernahme 2022/2023 war mit TEUR -2.752 negativ (Vorjahr: TEUR -3.968) und hat damit die vor dem Geschäftsjahr 2022/2023 getroffene Prognose von einer Ergebniserwartung auf dem Niveau von dem Geschäftsjahr 2021/2022 übertroffen.

6 Materialaufwendungen / Umsatzerlöse

Ursächlich für diese Entwicklung war insbesondere die stark reduzierte Kostenbasis durch den Rückgang der Energiepreiskosten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Jahresfehlbetrag wurde vertragsgemäß von der A.T.U Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG (kurz: Handels KG) ausgeglichen.

Die Finanzlage der Gesellschaft ist geprägt von der Einbindung in das konzernweite Cash Management des ATU- bzw. Mobivia Konzerns. Der bis zum Geschäftsjahr 2018/2019 bestandene Cash-Pooling Vertrag wurde, aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die gesamte ATU Gruppe, im April 2020 ausgesetzt. Seitdem erhält die Gesellschaft im Rahmen einer Kontokorrentvereinbarung bei Bedarf Liquidität von der Alleingesellschafterin und ehemaligen Cash-Pooling-Führerin Handels KG.

C Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens/Unternehmensfortführung

Das alles beherrschende Thema der Jahre 2022 und auch in 2023 war, wie für viele Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, auch für die ESTATO die allgemeine Entwicklung der Kosten. Aus Mangellagen und vielfältigen externen Einflüssen, bedingt durch Folgen von Corona-Lockdowns, den Russland-Ukraine-Krieg, Klimakatastrophen oder Ausfälle in vorgelagerten Lieferketten, sind stark steigende Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik aber auch damit verbundene Dienstleistungen (z. B. inflationsbedingte Miet- und Preiserhöhungen oder Personalkostensteigerungen) entstanden.

Diese vielfältigen Kostensteigerungen, teilweise im hohen zweistelligen Prozentbereich, konnten durch Absatzsteigerungen bzw. Preiserhöhungen nur bedingt kompensiert werden. Die eingeleitete Weitergabe von Kosten auf die Geschäftspartner und Kunden auf Basis von monatlich variabel verhandelten Energiekostenzuschlägen (in Orientierung an die reale Entwicklungen an der Strombörse) auf die vertraglich vereinbarten Abrechnungspreise wurde weiterhin notwendiger Bestandteil der Absatz- und Verkaufsstrategie. Diese Maßnahme war auch nicht nur beschränkt auf Produkte mit freier Marktpreisbildung (z. B. Entsorgungsgebühr für Annahme von Altreifen, Verkauf Gummigranulate, Textilcord), selbst bei Materialien mit eigentlicher Index-Bindung (z. B. Reifendraht) konnten und mussten die Abschläge reduziert werden.

Dennoch war dieser Effekt - stieg doch der durchschnittliche Verkaufspreis für Gummigranulate durch diese Preisaufschläge auf ein seit Jahren nie da gewesenes Höchstniveau von über 150,- €/to. -trügerisch, denn durch die Dynamik im Energiebeschaffungsmarkt waren auch hier Kompensationsmöglichkeiten schnell aufgebraucht.

Gerade im letzten Quartal des Kalenderjahres 2022 gestaltete sich die Strompreisentwicklung so unplanbar und dramatisch, dass die temporäre Einstellung des unvermeidlich sehr energieintensiven Reifen-Granuliergeschäfts (= Teilbereich Produktion) die einzige betriebswirtschaftlich sinnvolle Entscheidung darstellte. Die insgesamt sechs Granulieranlagen wurden demnach im Geschäftsjahr 2022/2023 nicht voll ausgelastet. Die bewusste Reduzierung bzw. Minimierung von Verarbeitungskapazitäten hatte zur Folge, dass bis in die ersten Wochen des Jahres 2023 hinein deutlich weniger Altreifen zur Verwertung angenommen und verarbeitet werden konnten und daraus auch verglichen zur Vorjahresperiode insgesamt mit 22.748 Tonnen Gummigranulat rund 18 % weniger Endprodukte für den Verkauf verfügbar waren. Die Gesamtmenge an eingesetzten Altreifen reduzierte sich demnach auf nur noch 45.730 Tonnen, die geringste Inputmenge seit mehr als 10 Jahren.

Obwohl sich die Bestell- und Bedarfsmengen aus der Gummiindustrie für das Produktions- und Lieferjahr 2023 eigentlich relativ stabil bewegten, konnten die Absatzpotenziale mangels Materialverfügbarkeit aus der Eigenproduktion demnach nicht voll ausgeschöpft werden. Bei einer sich abzeichnenden Entspannung auf dem Energiesektor und keinen Einbrüchen bei der Nachfrage aus dem Kunden- und Lieferantenportfolio besteht hierin aber auch gleichzeitig die größte Chance einer positiven Geschäftsentwicklung für die ESTATO in der Folgeperiode.

Umsatzwirksame Reduzierungen von Entsorgungsmengen resultierten aber nicht nur aus der Drosselung von Annahme- und Verwertungskapazitäten. In Folge des bereits beschriebenen Cyber-Angriffs auf die ATU-Infrastruktur brach vor allem die an den Verkauf von Neureifen gekoppelte Rücknahme an PKW-Altreifen aus dem eigenen Stationärgeschäft erheblich ein.

Einen zusätzlich großen Einfluss hatte auch die eher milde Witterung in den wichtigsten Umbereifungsmonaten des Wintergeschäfts, nachteilig wirkte zudem eine gedämpfte Mobilität (Homeoffice-Regelungen und Einschränkungen bei Geschäftsreisen senken tendentiell die Gesamtfahrleistungen) gepaart mit einer steigenden Inflation (Kaufzurückhaltung der Endverbraucher). Die Folge: konnten in der Vorperiode in einem ebenfalls schwierigen Marktumfeld noch rund 1,5 Millionen Stück entsorgt werden, belief sich die Menge im Geschäftsjahr 2022/2023 auf ca. 1,35 Millionen Stück. Ein Rückgang von 10 %, der auch nicht einer Sortierung zugeführt und anteilig als Gebrauchtreifen wertschöpfend verkauft werden konnte.

Aber auch bei anderen Entsorgungssektoren waren die welt- und marktpolitischen Entwicklungen deutlich spürbar und sorgten für eine zusätzliche Drucksituation.

Der Stahlschrottsektor war wieder stark geprägt von Exporteinflüssen, was im Jahresverlauf zu stark unterschiedlichen Impulsen und einem spürbaren Wechsel zwischen kurzfristigen Anstiegen und starken Abschwächungen führte.

So entwickelte sich für den Zeitraum Januar bis September 2023 das Preisniveau des BDSV als Leitindex der Stahlschrottsorten im Durchschnitt um fast 9 % zurück, mit einem Tiefstwert im August von einer Notierung nur noch knapp über 300,- € pro Tonne. Ein kurzes "Zwischenhoch" im Frühjahr mit Notierungen von mehr als 380,- € pro Tonne verdeutlicht die erheblichen Bandbreiten und Schwankungen in der Preisgestaltung.

Gerade die Jahresmitte verzeichnete starke Preisnachlässe im Zuge einer verringerten Exportnachfrage und den gängigen, teilweise verlängerten Sommerstillständen der Stahlwerke. Die inländischen Stahlwerke und Gießereien kämpfen weiterhin mit ausbleibenden Produktionsaufträgen, vorrangig beim Betonstahl und aus der Automobilindustrie. Als richtungsweisender Indikator kann hier der Rückgang von Baugenehmigungen um 30 % zum Vorjahr genannt werden.

Die Mengen an Metall- und Mischschrott, Bremsscheiben oder Stahl- und Alufelgen im Zugang zur ESTATO entwickelten sich allgemein auf dem Niveau der Vorperiode.

Zum Jahreswechsel 2024 wird dennoch eine Trendumkehr und ein sich leicht erholendes Marktumfeld im Schrottsektor erwartet, die prognostizierten deutlich steigenden Preisnotierungen können bis weit in das kommende Geschäftsjahr hinein bei stabilen Mengenverfügbarkeiten für ein Umsatzplus sorgen.

Der Bleimarkt ist grundsätzlich abhängig von den verfügbaren Mengen an Altbatterien und Bleischrotten aus den Entsorgungsmärkten, der allgemeinen Nachfrage nach Neubatterien sowie den vorhandenen Kapazitäten (bzw. deren Auslastungsgrad). Gerade letztere sorgten dafür, dass der europäische Absatzmarkt für Altbatterien in der ersten Jahreshälfte 2023 schwächelte. Aufgrund von längerfristigen Anlagenstillständen zweier Bleihütten in Italien, der behördlichen Kapazitätsreduzierung einer Bleihütte in Slowenien um 50 %, dem Produktionsausfall einer Umarbeitungsanlage in Deutschland aufgrund der Unwetterkatastrophe in 2022 ("Ahrtal-Flut") sowie weitere ungeplanten Anlagenstillständen in Tschechien und Deutschland führten zu minimierten Anlagenkapazitäten.

In deren Folge führte dies zu höheren und langfristigen Lagerbeständen bei den Batterieentsorgern sowie zu verminderten Absatzpreisen für Altbatterien. Die LME (London Metal Exchange) hingegen bewegte sich relativ stabil mit geringen Schwankungen im Jahresmittel bei 2.000 €/t.

Für die ESTATO ist und bleibt die Entsorgung von Altbatterien ein Haupt-Umsatztreiber. Das eingesammelte Entsorgungsvolumen von rund 5.800 Tonnen bewegte sich nahezu auf Vorjahresniveau. Entwicklungspotenzial, also ein höherer Anfall an Altbatterien in den KfZ-Werkstätten, ist hier ausschließlich im Zusammenhang mit kalten Temperaturen und winterlichen Bedingungen auch über längere Zeiträume zu sehen.

War es in den letzten beiden Jahren "eher ruhig" um Markt für Altpapier, stellte sich auch hier die Lage in 2023 deutlich anders dar. Die Sammelmengen lagen demnach deutlich unter Vorjahresniveau, ein gleichzeitig aber gestiegenes Sammelvolumen führte somit zu erhöhten Logistikkosten. Diesen Mengentrend bestätigt auch eine gesamte Tonnage von Papier, Pappe und Kartonagen von rund 1.800 (- 7 % zum Vorjahr) der ESTATO. Die fehlende Sammelmenge wurde durch eine sehr verhaltene Abnahme von Altpapier in den deutschen Papierfabriken kompensiert. Aufgrund hoher Energiekosten und einer schwachen Nachfrage an Neupapier standen etliche Papiermaschinen still. Die Preisentwicklung im Altpapiermarkt war geprägt von höheren Exportmengen und ist vom Jahresstart bis Jahresende eher positiv zu bezeichnen.

Insgesamt stellt die angespannte Lage in den Entsorgungsmärkten, primär getrieben durch die Kostenentwicklungen, weiterhin ein nicht unerhebliches Risiko dar.

Die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hängt demnach auch von den Standortfaktoren und Rahmenbedingungen ab. Dazu gehören neben den nicht direkt beeinflussbaren Preismechanismen auch die tatsächlich erreichbaren Entsorgungsvolumina aus dem ATU-Kerngeschäft sowie von externen Lieferpartnern.

Bestandsgefährdende Risiken bestehen vor dem Hintergrund, dass die ESTATO GmbH sowie die A.T.U Gruppe (ihr größter Kunde) sich aufgrund eingetretener Verluste in der Vergangenheit bedingt durch rückläufige Umsatzerlöse in einer angespannten finanziellen Lage befinden und daher gegenwärtig nicht über einen stabilen Zufluss an liquiden Mitteln aus operativem Geschäft verfügen. In der Vergangenheit wurden schon einige Restrukturierungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen vorgenommen, um den Turnaround wieder herzustellen. Diese Maßnahmen wurden durch externe Gegebenheiten, wie zum Beispiel Corona-Pandemie, Russland-Ukraine-Krieg sowie durch den Cyberangriff konterkariert. Vor diesen Hintergrund der Ausgangssituation und bestehender Chancen hat die Geschäftsführung mit Unterstützung des Mobivia Boards eine Unternehmensplanung erstellt, die ab 2024 wieder positive Ergebnisse auf Konzernebene (bereinigtes EBITDA) aufweist.

Die Planung zeigt unter Berücksichtigung der neu zu Beginn Dezember 2023 unterschriebenen Patronatserklärung (Comfort Letter) die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft und untermauert die Bewertung nach dem Fortführungsgrundsatz. Sollten die Planungen nicht erreicht werden können, wären die ESTATO GmbH sowie die A.T.U Gruppe auf weitere Mittel aus dem Gesellschafterkreis angewiesen, da andernfalls der Fortbestand der ESTATO GmbH sowie der A.T.U Gruppe gefährdet wären. Des Weiteren ist Voraussetzung für den Fortbestand der ESTATO GmbH (trotz des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags) sowie der A.T.U Gruppe, dass die Anfang Dezember 2024 auslaufende Patronatserklärung weiter bestehen bleibt bzw. die angedachte Umwandlung eines Großteils der Verbindlichkeiten gegenüber der mittelbaren Gesellschafterin, Mobivia S.A., Frankreich, in Eigenkapital erfolgt.

Der Rückstand an Investitionen in eine mögliche Steigerung von Effizienz, "State of the Art" oder Digitalisierung in den Prozessen (v. a. Produktionsmaschinen und Arbeitsumgebung), konnte auf Grund der fortwährenden, finanziell schwierigen Situation des Unternehmens und der ATU Gruppe als Ganzes, nach den letzten Krisenjahren nicht im notwendigen Umfang aufgeholt werden.

Im Rahmen des anstehenden Werksumbaus - die ESTATO plant die Verlagerung und finale Integration des zweiten Produktionsstandortes in das erweiterte Bestandsobjekt der Granulierung - besteht jedoch die Aufgabe und zugleich Chance, notwendige Fortschritte der Modernisierung anzugehen. Allein die Rückkehr zu einer zuverlässigen, bestmöglichen Auslastung der bestehenden Kapazitäten dürfte für eine verbesserte Business-Performance sorgen.

D Voraussichtliche Entwicklung und Ausblick

Die aktuellen Rahmenbedingungen der relevanten Märkte stellen sich weiterhin als schwer einschätzbar dar und verleihen der ohnehin angespannten Situation zusätzliche Schärfe. Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 bestimmen nicht mehr nur ökonomische Parameter den industriellen Geschäftsverlauf, sondern eher die Entscheidungen auf dem politischen Parkett. Unabhängig von der Positionierung in diesem Konflikt gehört Deutschland zu den wirtschaftlich mit den höchsten Risiken belegten Staaten. Für den Industriestandort - und somit auch die Aktivitäten der ESTATO - leiten sich die Annahmen zu den Entwicklungen im kommenden Geschäftsjahr 2023/2024 unverändert aus den folgenden sechs Parametern ab: Energiekosten, Energieverfügbarkeit, Rohstoffverfügbarkeit, Nachfrageentwicklung sowie Sicherheit und Regulierung. Aller Voraussicht nach dürften die Energiepreise trotz der zuletzt beobachteten Preisreduktionen gegenüber dem Vorjahr über den Preisen der Jahre vor dem Russland/Ukraine Krieg verbleiben. Das birgt für die ESTATO, mit ihren sehr energieintensiven Prozessen, ein hohes "Bedrohungspotenzial". Sollte hier keine national oder international konkurrenzfähige Wettbewerbsstruktur geschaffen werden (können), drohen Marktanteils- oder sogar operative Verluste mit dem Erfordernis einer Grundsatzentscheidung zum Erhalt der Produktionsaktivitäten.

In Zusammenhang mit den auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Forderungen von Kreislaufwirtschaft und europäischem "Green-Deal", der Erreichung eigener, ambitionierter Emissionsziele sowie einem generell steigenden Entsorgungsbedarf der Gesellschaft, ergeben sich auch weiterhin für ESTATO strategische Chancen und Wachstumspotenziale. Neben der Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes "Second-Life-Produktangebot" aus dem internen Sourcing mit der dadurch verbundenen, ressourcenschonenden Verlängerung des Produktlebenszyklus (z. B. Regeneration von KFZ-Altbatterien) bleibt auch die Fortentwicklung der Wertschöpfungskette durch eine Erweiterung der bestehenden, stofflichen Verwertungsprozesse von Altreifen im Fokus.

Im Bereich des angestrebten "Cradle-to-Cradle-Recycling" wurden bereits Investitions- und Fördermöglichkeiten einer notwendigen technologischen Weiterentwicklung durch die Teilnahme am EU-Projekt "BlackCycle" in Anspruch genommen. Die ESTATO tritt hier als aktiver Industriepartner für die Selektion eines geeigneten Reifen-Vormaterials sowie der Entwicklung bzw. Implementierung einem neuartigen, hochtechnologischen Möglichkeit der Dekonstruktion von LKW- und PKW-Reifen auf. Im anstehenden Geschäftsjahr geht dieses Projekt unter der Leitung von Michelin nun final zu Ende, mit dem Ziel, die Einsatzmöglichkeiten von Gummi-Recyclingmaterialien zu erweitern und neue Verfahren zur industriellen, wertschöpfenden Anwendung bei ESTATO zu entwickeln.

Die weitere Entwicklung der ESTATO Umweltservice GmbH ist zudem zu einem gewichtigen Teil abhängig von der Entwicklung der ATU Gruppe, deren nachhaltige Bestandssicherung insbesondere vom Erreichen der Ziele des aktuellen Businessplans abhängt. Die Gesellschaft hat jedoch selbst keinen wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung. Ein spürbares Wachstum aus dem operativen Entsorgungsgeschäft erscheint deshalb aktuell im Hinblick auf die instabile Entwicklung der Versorgungs- und Rohstoffmärkte sowie unsichere Prognosen für die tatsächlichen Volumenentwicklungen der Entsorgungsfraktionen aus dem Filialgeschäft der ATU Gruppe kurzfristig bzw. bereits im folgenden Geschäftsjahr nicht realistisch. Ziel ist es aber, die Umsatzentwicklung und vor allem das deutlich negative operative Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2023/2024 wieder merklich zu stabilisieren und durchaus vorhandene Optimierungspotenziale durch Prozesseffizienz und externen Umweltservice ergebniswirksam zu nutzen.

Die bekannte strategische Entscheidung zur Veränderung der bisherigen Supply-Chain, mit der Schließung des ATU-Logistikzentrums in Weiden, hatte auch massive Auswirkungen auf den Geschäftsbereich der ESTATO. Durch die Zentralisierung der Liefer- und Entsorgungsaktivitäten am Standort in Werl und demnach den vollständigen Entfall der Reverse-Logistik als "Grundversorgung" mit Entsorgungsmengen aus den ATU-Filialen für den Standort in Weiden, ist weiterhin die Fortentwicklung eines veränderten Geschäftsmodells notwendig. Die Transformation in eine neue, effiziente Plattformlösung mit zuverlässiger Mengenversorgung und Kapazitätsauslastung über Dritte bzw. ATU-unabhängige Entsorgungsaktivitäten konnte durch den Zugewinn weiterer Standorte aus dem Netzwerk von OEs und markenunabhängigen Werkstätten nochmals ausgeweitet werden.

Für das Jahr Geschäftsjahr 2023/2024 ist demnach aus diesem externen Sourcing beispielsweise mittlerweile von einem Entsorgungsvolumen von bis zu 600.000 Stück PKW-Reifen für die Sortierung (Vorjahr: ca. 450.000 Stück) und 2.500 Tonnen Bremsscheiben (Vorjahr: ca. 1.800 Tonnen) auszugehen. Die Sammelgebiete, aus denen sich weitere mit der ATU-Herkunft vergleichbare Werkstattabfälle, wie Ölfilter, Altbatterien, Betriebsflüssigkeiten, Gewerbeabfälle, Verpackungsmaterial oder auch Sonderabfälle (z. B. Farben und Lacke, Spraydosen oder Elektronikschrott) bzw. gefährliche Bauteile und Komponenten (z. B. Lithium-Akkus, Airbags) im Zuliefer-Mengenstrom ergeben, werden Zug zum Zug auch erweitert.

Weiterhin wurde auch das Geschäftsfeld der Entsorgungsdienstleistung weiter ausgebaut. So liegt die Übernahmemenge für das Verpressen von Papier- und Kartonagenabfällen für regionale Logistikzentren inzwischen bei ca. 2.500 Tonnen, Tendenz steigend. Ebenfalls ist der Bedarf an der Bereitstellung von geeigneten, genehmigten Lagerflächen für den Materialumschlag weiterhin hoch.

So werden im Recyclingzentrum in Weiden u. a. Großaufträge für die Zwischenlagerung von Geräte-Altbatterien, die Vernichtung von Gewährleistungsteilen oder eine saisonale Zwischenlagerung von Kundenrädern mit relativ langfristig planbarer, vertraglicher Auftragsabsicherung abgewickelt. Auch das Angebot von LKW-Logistikdienstleistungen (z. B. Entsorgungstransporte) wurde gesteigert und sorgt für einen wachsenden Umsatzanteil dieses Segments an der Gesamtleistung

Ergebnisprognose

Durch die Auswirkungen bzw. Folgen der ungewissen Entwicklungen und Unsicherheiten im Marktumfeld der ESTATO geht die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2023/2024 weiterhin von einem negativen Jahresergebnis aus, erwartet jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber dem Jahresergebnis 2022/2023.

 

Weiden i.d.OPf., 31. Januar 2024

Geschäftsführung

gez. Sascha Bopp

gez. Alexander Prokein

gez. Sebastian Jarantowski

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ESTATO Umweltservice GmbH, Weiden i.d.OPf.

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ESTATO Umweltservice GmbH, Weiden i.d.OPf., - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ESTATO Umweltservice GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben "Allgemeine Hinweise" im Anhang sowie auf die Angaben im Abschnitt "C. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens/Unternehmensfortführung" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Konzern der Christophorus Holding GmbH und damit die mittelbare Tochtergesellschaft die ESTATO Umweltservice GmbH über begrenzte liquide Mittel verfügt und insoweit auf die Einhaltung der Unternehmensplanung angewiesen ist. Wie im Abschnitt "Allgemeine Hinweise" im Anhang sowie in den Angaben im Abschnitt "C. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung des Unternehmens/Unternehmensfortführung" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten im Falle andauernder negativer Planabweichungen auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die, sofern es in dem Falle nicht gelingt, durch finanzielle Unterstützung des Gesellschafters ausreichende Zahlungsmittel zu erhalten, u. a. durch Beibehaltung der Anfang Dezember 2024 auslaufenden Patronatserklärung, bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns der Christophorus Holding GmbH und damit die mittelbare Tochtergesellschaft die ESTATO Umweltservice GmbH zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Nürnberg, 31. Januar 2024

Mazars GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

gez. Helge Schaefer, Wirtschaftsprüfer

gez. Ekkehard Lorenz, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr wurde mit Beschluss vom 19. Februar 2024 festgestellt.

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