Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 189102
Vorher
Talpa Germany Infotainment GmbHBildergarten Infotainment GmbH
Eingetragen
21.8.2017
Branche
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer ArtManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenVermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und Werbeflächen
Gegenstand
Die Eintragung in Zeile 4 ist den Gegenstand betreffend von Amts wegen wie folgt ergänzt: Entwicklung und Herstellung von TV-Programmen, der Erwerb und die Ausübung verfügbarer Lizenzen sowie die Herstellung, Ausstrahlung und Organisation von Sendern und Programmen in allen verfügbaren Formen der Medienöffentlichkeit, gleich in welchen Formen der elektronischen oder sonstigen Verbreitung. Verlagsgeschäfte aller Art, insbesondere Erwerb, Bearbeitung, Verwertung und Vertrieb von Urheberrechten bzw. urheberrechtlichen Nutzungsrechten an literarischen Werken und Werken der Tonkunst jeglicher Art (Kompositionen mit/ohne Text sowie Texte allein und Bearbeitungen freier Werke, sowie Anteile davon), Drucklegung und Verwertung von Noten und Büchern, Herstellung und Vertrieb von Tonträgern, Erwerb und Vergabe von Tonfilmund Televisionsrechten und Betrieb von aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte, Erwerb von Beteiligungen an gleichen und gleichartigen Unternehmen, sowie die Vertretung von Künstern, Schriftstellern und anderen Personen auf allen Gebieten der Unterhaltung und Literatur. Die Tätigkeit als Kommunikations-/Event-/Consultingagentur (sog. Full-Service-Agentur) und umfasst insbesondere das Projekt- und Künstlermanagement, die Promotion, Kommunikation, Marketing, Sponsoring, Werbung, digitale und live Kommunikation, Vermittlung und Vermarktung von Einzel- und Wanderveranstaltungen von Sportlern, Künstlern und sonstigen Dritten, Vermittlung und Bewerbung von Konzertauftritten, Tourneen, Einzelauftritten und/oder sonstigen Auftritten (z. B. Galas) von Solo-Künstlern, Künstlergruppen und sonstigen Dritten, inklusive der Beratung, Planung und Umsetzung in diesen Bereichen und alle damit zusammenhängenden Geschäfte sowie Werbe- und Kommunikationsmaßnahmen für Dritte, soweit dies nicht genehmigungspflichtig ist. Die Gesellschaft darf nicht als Veranstalter mit eigenem Risiko fungieren.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jörn Dyck
seit 12.12.2024
Prokura
Steffen Stein
seit 21.8.2017
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ITV Studios Germany Holding GmbH

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

I. Prüfungsauftrag

II. Bestätigung der Unabhängigkeit

B. Grundsätzliche Feststellungen

I. Stellungnahme zur Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter

II. Sonstige Verstöße gegen Gesetz

III. Wesentliche Geschäftsvorfälle

IV. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

C. Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

I. Gegenstand der Prüfung

II. Art und Umfang der Prüfung

D. Feststellungen zur Konzernrechnungslegung.

I. Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung

1. Rechtsgrundlagen

2. Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag

3. Konsolidierungsgrundsätze.

4. Konzernbuchführung

5. In den Konzernabschluss einbezogene Abschlüsse

6. Konzernabschluss

7. Konzernlagebericht

II. Gesamtaussage des Konzernabschlusses

E. Schlussbemerkung

Anlagen (siehe gesondertes Verzeichnis)

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von ± einer Einheit (€, % usw.) auftreten.

Abkürzungsverzeichnis

AG Aktiengesellschaft
Art Artikel
DRS Deutscher Rechnungslegungsstandard
EU Europäische Union
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
HGB Handelsgesetzbuch
HR A bzw. B Handelsregister Abteilung A bzw. B
IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V., Düsseldorf
Imago Imago TV Film & Fernsehproduktion GmbH, Berlin
ITV Fiction ITV Studios Germany Fiction GmbH, Köln
ITV plc ITV plc, London, Vereinigtes Königreich
ITV Studios Holding ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln
n.F. neue Fassung
ppa. per procura autoritate
PS Prüfungsstandard des IDW

I. Prüfungsauftrag

1. Aufgrund unserer Wahl zum Konzernabschlussprüfer durch Gesellschafterbeschluss vom 19./22. April 2024 erteilte uns die Geschäftsführung der

ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln,

(im Folgenden auch "ITV Studios Holding", "Gesellschaft" oder "Mutterunternehmen" genannt)

den Auftrag, den Konzernabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und den Konzernlagebericht für dieses Geschäftsjahr gemäß §§ 316 ff. HGB zu prüfen.

2. Für die Durchführung des Auftrags und unsere Verantwortlichkeit sind, auch im Verhältnis zu Dritten, die diesem Bericht beigefügten Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2024 vereinbart.

3. Über Art und Umfang sowie über das Ergebnis unserer Prüfung erstatten wir diesen Bericht nach den Grundsätzen des IDW PS 450 n.F. (10.2021), dem der von uns geprüfte Konzernabschluss sowie der geprüfte Konzernlagebericht als Anlagen beigefügt sind. Dieser Bericht ist an das geprüfte Unternehmen gerichtet.

II. Bestätigung der Unabhängigkeit

4. Wir bestätigen gemäß § 321 Abs. 4a HGB, dass wir bei unserer Konzernabschlussprüfung die anwendbaren Vorschriften zur Unabhängigkeit beachtet haben.

B. Grundsätzliche Feststellungen

I. Stellungnahme zur Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter

5. Nachfolgend stellen wir zusammengefasst die Beurteilung der Lage des ITV Studios Holding-Konzerns durch die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens (siehe Anlage I) dar:

Die gesetzlichen Vertreter gehen zunächst in ihrer Lagebeurteilung nach Aussagen zu den Grundlagen des Konzerns, sowie zu der gesamtwirtschaftlichen und der branchenbezogenen Entwicklung auf die wirtschaftliche Lage und den Geschäftsverlauf des Konzerns ein.

Hinsichtlich des Geschäftsverlaufs (einschließlich der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage) enthält der Lagebericht unseres Erachtens folgende Kernaussagen:

Im Vorjahr wurde die "Bildergarten-Gruppe", bestehend aus der Bildergarten Entertainment GmbH, der Oystercatcher GmbH, der ITV Studios Germany Fiction GmbH sowie der auf die Bildergarten Entertainment GmbH verschmolzenen Talpa Germany Holding B.V. und der Bildergarten Entertainment Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 3. Dezember 2021 erstmals in den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH einbezogen. Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss des Vorjahres für nur einen Monat, sind die Angaben des Vorjahreszeitraums 2021 nur eingeschränkt mit denen des Geschäftsjahres 2022 vergleichbar.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der Konzern einen Umsatz von € 117,0 Mio., was einer Zunahme von € 13,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anstieg des Umsatzes ist ausschließlich auf die erstmalige ganzjährige Einbeziehung der Bildergarten-Gruppe zurückzuführen. Der Anstieg durch Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 beträgt € 31,7 Mio. Ohne Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe ergäbe sich ein Umsatzrückgang von € 18,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Ursache für diesen Rückgang waren weniger produzierte Stunden in den Bereichen "Quiz und Show" und "Factual."

Der ITV Studios Holding-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2022 ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von € 3,1 Mio. (Vorjahr negatives Ergebnis vor Steuern: € -13,8 Mio.). Der Konzernjahresüberschuss betrug € 1,5 Mio. (Vorjahr: € -16,8 Mio.). Der Konzernjahresfehlbetrag des Vorjahres war maßgeblich auf die erstmalige Konsolidierung der Bildergarten- Gruppe zum 3. Dezember 2021 zurückzuführen, die das Konzernergebnis des Vorjahres mit € 21,5 Mio. aufgrund des aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrages belastet hat. Ohne diesen Sondereffekt des Vorjahres hätte das Konzernergebnis € +4,7 Mio. betragen.

Die Materialquote bezogen auf die Gesamtleistung verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 62,3 % auf 63,6 %, was einer absoluten Zunahme der bezogenen Leistungen für Produktionen von € 67,1 Mio. auf € 76,5 Mio. um € 9,4 Mio. entspricht. Der Großteil dieses Zuwachses in absoluter Höhe resultiert aus der ganzjährigen Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe.

Der Personalaufwand erhöhte sich insgesamt um € 5,5 Mio. auf € 36,9 Mio. aufgrund der ganzjährigen Einbeziehung der Bildergarten-Gruppe, dem jedoch ein Rückgang bei den ITV Studios-Gesellschaften gegenüberstand. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung stieg gegenüber dem Vorjahr von 29,2 Prozent auf 30,7 Prozent. Ursächlich hierfür sind sowohl der veränderte Genre Mix mit unterschiedlichen Personalanforderungen und die Gebundenheit durch langfristig beschäftigtes Personal.

Trotz des gestiegenen Umsatzes lässt sich insgesamt feststellen, dass sich die Profitabilität vermindert hat, insbesondere durch den Wegfall von margenstarken Produktionen im Bereich "Quiz."

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um € 7,3 Mio. auf € 55,2 Mio. vermindert.

Auf der Aktivseite hat dazu bei stichtagsbezogenen Erhöhungen der unfertigen Produktionen um € 3,4 Mio. auf € 22,9 Mio. und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um € 5,6 Mio. auf € 11,4 Mio. hauptsächlich die Verminderung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um € 15,1 Mio. auf € 19,4 Mio. beigetragen. Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen ist vorwiegend aus der stichtagsbezogenen Verminderung der kurzfristigen Konzernfinanzierung gegenüber der ITV plc. zurückzuführen.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital auf € 32,9 Mio. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte durch die alleinige Gesellschafterin des Mutterunternehmens, die ITV Studios Holding BV, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von € 35,8 Mio. beim Konzernmutterunternehmen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. Die Einzahlung in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2022 war für die Rückzahlung von bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestimmt, die im November 2022 vollständig zurückgeführt wurden. Insgesamt haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um € 41,9 Mio. auf € 13,1 Mio. verringert.

Durch die kurzfristig abrufbaren Finanzmittel ist die Liquidität des Konzerns ausreichend sichergestellt. Bankfinanzierungen sind dadurch nicht erforderlich. Durch die stabile Liquiditätssituation war der Konzern in der Lage alle seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Der Lagebericht enthält zu den Chancen und Risiken des Konzerns unseres Erachtens folgende Kernaussagen:

Es wird immer schwieriger, hochqualifiziertes Personal zu finden und im Unternehmen zu halten. Dem wird mit Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit entgegengewirkt. Weiterhin wird als Risiko genannt, dass langjährige Mitarbeiter einen neuen Wirkungskreis suchen und dann Projekte sowie Kontakte mitnehmen.

Wie bereits in Vorjahren zu beobachten, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihre Werbeausgaben zu senken, was wiederum die Ertragskraft der Sender mindern würde. Folgen würde weiterer Preisdruck auf die zu produzierenden Formate und damit ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage bei den Produzenten.

Ein stetiges Risiko ist die steigende Anzahl von Formatkopien oder Formaten, die in Anlehnung an ITV-Erfolgssendungen entwickelt werden. Diese Formate könnten attraktive Sendeplätze einnehmen, die dann für andere Formate blockiert sind.

Formate, die über einen längeren Zeitraum im Fernsehen zu sehen sind, bleiben für den Zuschauer nur dann attraktiv, wenn diese ständig weiterentwickelt werden. Zu viele Wiederholungen in den Früh-/Spätstunden und am Wochenende können zu einer Sättigung des Zuschauers führen und nehmen gleichzeitig den Sendeplatz für neue Formate weg. Es bedarf daher der stetigen Entwicklung von Nachfolgeprodukten und der Fortentwicklung der bestehenden Formate.

Die steigende Anzahl von Eigenformaten der Sender und Einsparungen bei den Budgets der Auftragsproduktionen wird das Marktvolumen für unabhängige Produzenten voraussichtlich weiter einschränken und könnte Einfluss auf die Preisentwicklung haben.

Die Bindung eines festen Mitarbeiterstammes sowie Impulse von neuen Kollegen in den ITV Studios-Konzerngesellschaften führen zu großem Einsatz und frischer Kreativität. Beides sind Faktoren, die für die Produktion einer Fernsehsendung und der Entwicklung neuer Formate unerlässlich sind und daher als hohe Chance eingestuft werden können.

Die adaptierten erfolgreichen Formate des Mutterhauses ITV plc., Formate von Drittanbietern und auch diverse Eigenentwicklungen werden auch in den kommenden Jahren für eine Vielzahl von Kunden von Interesse sein. Hauptaugenmerk liegt im deutschen Fernsehgebiet, jedoch bieten Länder wie die Schweiz und Österreich neue, wenn auch nur geringe bis mittlere Chancen in einem weiteren Wirkungskreis.

Hinsichtlich des Ausblicks (Prognose) enthält der Lagebericht unseres Erachtens folgende Kernaussagen:

Unter Berücksichtigung des aktuellen Entwicklungsstands, der laufenden Fernsehproduktionsaufträge erwartet die Geschäftsführung für 2023 einen Umsatzrückgang im unteren einstelligen Prozentbereich. Für 2024 wird mit gleichbleibenden stabilen Umsätzen gerechnet.

Bezüglich des Ergebnisses vor Steuern erwartet die Geschäftsführung für 2023 gegenüber dem Vorjahr eine Minderung im mittleren sechsstelligen Bereich. Für 2024 wird wiederum mit einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern im mittleren siebenstelligen Bereich prognostiziert.

6. Die Beurteilung der Lage des Konzerns, insbesondere die Beurteilung des Fortbestandes und der wesentlichen Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung des Konzerns, ist plausibel und folgerichtig abgeleitet. Nach dem Ergebnis unserer Prüfung und den dabei gewonnenen Erkenntnissen ist die Lagebeurteilung der gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens dem Umfang nach angemessen und inhaltlich zutreffend.

II. Sonstige Verstöße gegen Gesetz

7. Die Gesellschaft hat gegen die Aufstellungsfristen des § 290 Abs. 1, S. 1 HGB verstoßen und ihren Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 nicht innerhalb von fünf Monaten nach Ende des Geschäftsjahres aufgestellt. Aufgrund dieses Verstoßes wurde auch die Billigung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022 und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2022 entgegen § 42a Abs. 2 i.V.m. Abs. 4 GmbHG nicht in den ersten acht Monaten des folgenden Geschäftsjahres beschlossen. Daraus folgt, dass ebenfalls die Verpflichtung gemäß § 325 Abs.1 und 1a i.V.m. Abs. 3 HGB, den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag des Geschäftsjahres zu veröffentlichen, nicht eingehalten wurde.

8. Bezüglich der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2023 und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2023 gilt der in Tz. 7 ausgeführte Verstoß entsprechend.

III. Wesentliche Geschäftsvorfälle

Konsolidierung der erworbenen Minderheitenanteile an der Imago

9. Die zum 31. Dezember 2021 bestehenden Fremdanteile von 10% der Kapitalanteile an der Imago wurden mit notariellem Anteilskaufvertrag vom 5. Mai 2022 (Notar Dr. Natan Hogrebe, Urkunden-Nummer 0258) zum Kaufpreis von T€ 879 von der ITV Studios Germany GmbH erworben. Die Anteilsaufstockung wurde im Rahmen der Kapitalkonsolidierung im Konzernabschluss als Kapitalvorgang gemäß DRS 23, Tz. 175 abgebildet. Die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile (T€ 879) wurden dabei mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Konzerneigenkapital (T€ 77) verrechnet. Der Differenzbetrag von T€ 802 wurde mit der Kapitalrücklage des Konzerns verrechnet.

IV. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

10. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 5. Juni 2024 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ITV Studios Germany Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

C. Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung

I. Gegenstand der Prüfung

11. Gegenstand unserer Prüfung waren der nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellte Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022, bestehend aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel, der Konzernkapitalflussrechnung, sowie dem Konzernanhang und der nach § 315 HGB aufgestellte Konzernlagebericht für dieses Geschäftsjahr. Die Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit von Konzernabschluss und Konzernlagebericht tragen die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens. Unsere Aufgabe war es, diese Unterlagen einer Prüfung dahin gehend zu unterziehen, ob die gesetzlichen Vorschriften zur Konzernrechnungslegung beachtet worden sind. Die Prüfung erstreckte sich insbesondere auf die Abgrenzung des Konsolidierungskreises, die Ordnungsmäßigkeit der in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse, die Ordnungsmäßigkeit der Konsolidierungsmaßnahmen sowie der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze.

Den Konzernlagebericht haben wir daraufhin geprüft, ob er mit dem Konzernabschluss und den bei unserer Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht und insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt. Dabei haben wir auch geprüft, ob die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken zutreffend dargestellt ist. Die Prüfung des Konzernlageberichts hat sich auch darauf erstreckt, ob die gesetzlichen Vorschriften zur Aufstellung des Konzernlageberichts beachtet worden sind.

II. Art und Umfang der Prüfung

12. Ausgangspunkt unserer Prüfung war der von uns geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021.

13. Bei Durchführung der Prüfung haben wir die Vorschriften der §§ 316 ff. HGB und die in den Prüfungsstandards des IDW niedergelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung beachtet. Die Abschlussprüfung erstreckt sich nach § 317 Abs. 4a HGB nicht darauf, ob der Fortbestand des geprüften Konzerns oder die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung zugesichert werden kann.

14. Hinsichtlich der wesentlichen Elemente unseres risikoorientierten Prüfungsansatzes verweisen wir auf den Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" in unserem Bestätigungsvermerk (vgl. Abschnitt B "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks").

15. Ergänzend geben wir folgende Erläuterungen zu unserem Prüfungsvorgehen: Ausgehend von der Identifikation und Beurteilung der inhärenten Risiken für den Konzernabschluss und Konzernlagebericht haben wir uns zunächst ein Verständnis vom rechnungslegungsrelevanten internen Kontrollsystem verschafft.

Auf dieser Basis haben wir die Risiken festgestellt, die zu wesentlichen Falschdarstellungen in der Konzernrechnungslegung führen können und dies bei der Bestimmung unseres weiteren Prüfungsvorgehens berücksichtigt. Im Prüfungsprogramm wurden die Schwerpunkte sowie der zeitliche Ablauf unserer Prüfung und die Zusammensetzung des Prüfungsteams inklusive des Einsatzes von Spezialisten festgelegt.

16. Nachfolgend geben wir einen Überblick zu den von uns bei der Konzernabschlussprüfung gesetzten Prüfungsschwerpunkten:

die Abgrenzung des Konsolidierungskreises,

die Kapitalkonsolidierung (einschließlich bilanzielle Behandlung der Anteilsaufstockung an der Imago)

die Schuldenkonsolidierung,

die Aufwands- und Ertragskonsolidierung und

die Konzernlageberichterstattung.

17. Ausgehend von unserem Verständnis des rechnungslegungsrelevanten Kontrollsystems haben wir in den Bereichen, in denen die Konzernleitung angemessene interne Kontrollen zur Begrenzung der Risiken wesentlicher falscher Darstellungen eingerichtet hat, Funktionsprüfungen durchgeführt, um uns von der kontinuierlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen.

Soweit wir aufgrund der Wirksamkeit der bei der Gesellschaft und im Konzern eingerichteten internen Kontrollen von der Richtigkeit des zu überprüfenden Zahlenmaterials und der zusätzlichen Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht ausgehen konnten, haben wir anschließend aussagebezogene Prüfungshandlungen, d.h. analytische Prüfungshandlungen, Einzelfallprüfungen oder eine Kombination von beidem vorgenommen. Einzelfallprüfungen wurden bei wirksamen Kontrollen auf ein nach prüferischem Ermessen notwendiges Maß reduziert.

Der überwiegende Teil der zentral vom Konzernprüfungsteam geprüften Abschlussposten und Konsolidierungsmaßnahmen wurde mit einer Kombination aus Funktionsprüfungen und aussagebezogenen Prüfungshandlungen geprüft.

Sofern wir keine Funktionsprüfungen vorgesehen haben oder nicht von wirksamen Kontrollen ausgehen konnten, haben wir im Wesentlichen aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt.

18. Von den gesetzlichen Vertretern des Mutterunternehmens sowie von den Geschäftsführungen der Tochterunternehmen sind uns alle verlangten Aufklärungen und Nachweise erbracht worden.

Die gesetzlichen Vertreter des Mutterunternehmens haben uns die berufsübliche schriftliche Vollständigkeitserklärung zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erteilt.

D. Feststellungen zur Konzernrechnungslegung

I. Ordnungsmäßigkeit der Konzernrechnungslegung

1. Rechtsgrundlagen

19. Die ITV Studios Holding ist als Mutterunternehmen und Kapitalgesellschaft gemäß §§ 290, 297 Abs. 1 Satz 1 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht aufzustellen und nach §§ 316 ff. HGB prüfen zu lassen. Konzernabschluss und Konzernlagebericht sind nach § 325 HGB bei der das Unternehmensregister führenden Stelle elektronisch zur Einstellung in das Unternehmensregister zu übermitteln.

2. Konsolidierungskreis und Konzernabschlussstichtag

20. Der Kreis der in den Konzernabschluss einbezogenen fünf inländischen Unternehmen, an denen die ITV Studios Holding am Bilanzstichtag unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, geht aus dem Konzernanhang hervor.

An der Imago hielt die ITV Studios Germany GmbH im Vorjahr 90% des Kapitals. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die ITV Studios Germany GmbH den Minderheitenanteil von 10% des Kapitals an der Imago und hält nunmehr 100 % des Kapitals dieser Gesellschaft. Im Einzelnen verweisen wir auf Tz. 9 dieses Berichtes.

21. Die Angaben zum Konsolidierungskreis im Konzernanhang sind zutreffend.

22. Der Konzernabschlussstichtag (31. Dezember 2022) entspricht dem Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens und sämtlicher einbezogener Tochterunternehmen.

3. Konsolidierungsgrundsätze

23. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte nach der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB). Dabei werden die Anschaffungskosten der Anteile an den einbezogenen Tochterunternehmen mit dem jeweils anteiligen Reinvermögen basierend auf den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden dieser Unternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs verrechnet. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Beim Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen (Aufstockung von Anteilen an Tochterunternehmen) wird die Transaktion als Kapitalvorgang (gemäß DRS 23.175) abgebildet. Dabei werden die Vermögengegenstände und Schulden nicht neu bewertet, sondern die Anschaffungskosten der weiteren Anteile werden mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbes verrechnet. Sofern sich nach dieser Verrechnung ein Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital verrechnet.

24. Entsprechend § 303 HGB wurden bei der Schuldenkonsolidierung Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen eliminiert.

25. Bei der Aufwands- und Ertragskonsolidierung wurden Umsätze, Zinserträge und Zinsaufwendungen, Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen sowie gegenseitige Leistungsverrechnungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gemäß § 305 HGB eliminiert.

26. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Unternehmen wurden grundsätzlich einheitlich nach den für das Mutterunternehmen angewandten Bilanzierungsgrundsätzen angesetzt und bewertet. Die Bewertung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen und wurde nach gegenüber dem Vorjahr unveränderten Grundsätzen vorgenommen.

27. Die angewandten Konsolidierungsmethoden entsprechen den gesetzlichen Vorschriften und wurden stetig angewendet.

4. Konzernbuchführung

28. Der Konzernabschluss wird vom Mutterunternehmen manuell aus den Einzelabschlüssen entwickelt. Schriftliche Konzern-Bilanzierungsrichtlinien bestehen nicht. Die einheitliche Bilanzierung und Bewertung wird durch Anpassungsbuchungen auf Konzernebene gewährleistet.

29. Die Konzernbuchführung wird nach unseren Feststellungen in allen wesentlichen Belangen ordnungsgemäß geführt.

5. In den Konzernabschluss einbezogene Abschlüsse

30. Die Einzelabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen bedeutsamen Tochterunternehmen sind von uns in einer entsprechenden Weise nach §§ 316 ff. HGB geprüft worden. Wesentliche Prüfungsfeststellungen ergaben sich nicht.

31. Bei aus Konzernsicht weniger bedeutsamen Tochterunternehmen erfolgte eine prüferische Durchsicht der Einzelabschlüsse, die im Wesentlichen analytische Prüfungshandlungen oder die Prüfung bestimmter Abschlussposten beinhalteten.

32. Die Anpassung der Jahresabschlüsse der einzubeziehenden Unternehmen an die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung im Konzernabschluss wurde ordnungsgemäß durchgeführt.

6. Konzernabschluss

33. Im Konzernabschluss der ITV Studios Holding, bestehend aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel, der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang wurden die gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen beachtet. Der Konzernabschluss wurde ordnungsgemäß aus den einbezogenen Abschlüssen abgeleitet.

34. Der Konzernanhang enthält die gesetzlich geforderten Erläuterungen und Angaben sowie die in Ausübung eines Wahlrechts nicht in die Konzernbilanz oder in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgenommenen Angaben in allen wesentlichen Belangen vollständig und richtig.

35. Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach den Grundsätzen des DRS 21.

36. Die Eigenkapitalveränderungsrechnung wurde nach den Grundsätzen des DRS 22 erstellt.

37. Die Bezüge der Geschäftsführung des Mutterunternehmens wurden gemäß § 314 Abs. 3 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB nicht angegeben. Die Inanspruchnahme der Schutzklausel war nach dem Ergebnis unserer Prüfung zulässig.

7. Konzernlagebericht

38. Der Konzernlagebericht entspricht in allen wesentlichen Belangen den deutschen gesetzlichen Vorschriften.

II. Gesamtaussage des Konzernabschlusses

39. Der Konzernabschluss entspricht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt insgesamt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

40. Die angewandten Bewertungsgrundlagen wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. Zum besseren Verständnis der Gesamtaussage des Konzernabschlusses verweisen wir auf die Ausführungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzernanhang (Anlage II).

E. Schlussbemerkung

Den vorstehenden Bericht über die Prüfung des Konzernabschlusses der ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 und des Konzernlageberichtes für dieses Geschäftsjahr erstatten wir in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsmäßiger Erstellung von Prüfungsberichten (IDW PS 450 n.F. (10.2021)).

Der von uns erteilte Bestätigungsvermerk ist in Abschnitt B unter "Wiedergabe des Bestätigungsvermerks" enthalten.

 

Köln, den 5. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Clivia Döll, Wirtschaftsprüferin

ppa. Markus Flender, Wirtschaftsprüfer

Anlagenverzeichnis

I Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

II Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

3. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Konzernanlagenspiegel

4. Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

5. Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2024

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Konzerns

Der ITV Studios Konzern in Deutschland besteht aus der ITV Studios Germany Holding GmbH (nachfolgend "ITV Studios Holding" genannt) als Mutterunternehmen und den Tochtergesellschaften:

ITV Studios Germany GmbH, Köln (nachfolgend "ITV Studios Produktion" genannt)

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin (nachfolgend "ITV-Fiction" genannt)

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (nachfolgend "Imago" genannt; zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin (nachfolgend "Bildergarten Entertainment" genannt)

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfirmiert in Oystercatcher GmbH, nachfolgend "Oystercatcher" genannt)

Windlight Pictures GmbH, München (nachfolgend "Windlight" genannt)

An der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH hielt die ITV Studios Germany GmbH im Vorjahr 90 Prozent des Kapitals. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die ITV Studios Germany GmbH den Minderheitenanteil von 10 Prozent des Kapitals an der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH und hält nunmehr 100 Prozent des Kapitals dieser Gesellschaft. An den anderen aufgeführten Gesellschaften hielt die ITV Studios Germany Holding GmbH direkt oder indirekt bereits im Vorjahr jeweils 100 Prozent des Kapitals.

Im Vorjahr wurde die "Bildergarten-Gruppe", bestehend aus der Bildergarten Entertainment GmbH, der Oystercatcher GmbH, der ITV Studios Germany Fiction GmbH sowie der auf die Bildergarten Entertainment GmbH verschmolzenen Talpa Germany Holding B.V. und der Bildergarten Entertainment Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 3. Dezember 2021 erstmals in den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH einbezogen. Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung im Konzernabschluss des Vorjahres für nur einen Monat, sind die Angaben des Vorjahreszeitraums 2021 nur eingeschränkt mit denen des Geschäftsjahres 2022 vergleichbar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser konsolidierungskreisbedingten Veränderungen sind unter den Ausführungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bei den einzelnen Posten im Lagebericht näher erläutert.

Zweigniederlassungen

Der Hauptsitz der ITV Studios Holding und der ITV Studios Produktion befindet sich in der Agrippastraße 87-93 in 50676 Köln. Die Bildergarten Entertainment sowie die Oystercatcher haben ihren Sitz gemeinsam in der Genthiner Straße 5 in 10785 Berlin, wo ebenfalls die ITV- Fiction ansässig ist. Zudem hat die Bildergarten Entertainment eine Betriebstätte am Hohenzollernring 103 in 50672 Köln. Der Firmensitz der Windlight befindet sich in der Rumfordstraße 21a, 80469 München. Die Imago hatte ihren Hauptsitz in der Keplerstraße 4-6 in 10589 Berlin. Des Weiteren hatte die Imago einen Produktions- und Redaktionsstandort in der Turmstraße 76 in 10551 Berlin. Auch die ITV Studios Produktion unterhält eine Betriebsstätte in Berlin (10785), in der Genthiner Straße 5.

Es besteht außerdem eine Zweigniederlassung der ITV Studios Produktion in der Schweiz, in der Brückfeldstrasse 16 (c/o Fiduria AG) in 3012 Bern. Dieser Standort wurde eingerichtet, um den Anforderungen des Schweizer Radio und Fernsehens für die lokale Produktion von "Factual Entertainment Formaten" gerecht zu werden.

Geschäftsmodell des Konzerns

Kerngeschäft des ITV-Studios-Konzerns in Deutschland sind Auftragsproduktionen verschiedener Genres für eine Vielzahl von deutschen privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, nationalen und internationalen Streamingdiensten sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen. Hinzu kommen einige Produktionen für das deutschsprachige Ausland. Es werden sowohl Formate des Mutterkonzerns, Eigenentwicklungen sowie sogenannte Drittformate für den deutschsprachigen Fernsehmarkt produziert. Schwerpunkt bei den Genres ist der Entertainmentbereich mit einer Vielzahl von Reality-, Factual-, Show- und Quizformaten. Aber auch einige fiktionale Formate konnte der ITV-Studios-Konzern erfolgreich auf dem deutschen Markt platzieren.

Steuerungssystem

Durch Einbindung in das Steuerungssystem der Geschäftssparte "ITV-Studios", dies gilt ebenso für die im Vorjahr erstmals einbezogene Bildergarten-Gruppe, der ITV plc sollen sowohl Transparenz als auch die für den Gesamtkonzern relevanten Ziele erreicht werden. Ein Gesamtbild über die weltweiten Aktivitäten von ITV plc ergibt sich aus dem von ITV plc veröffentlichten Konzernabschluss, der unter dem im Konzernanhang genannten Register eingesehen werden kann.

Wesentliche Größen zur Steuerung der Konzerngesellschaften bilden die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz, Ergebnis vor Steuern, die produzierten Sendestunden und die Veränderung dieser Werte aufgrund von Zeiteffekten oder permanenten Varianzen, wie beispielsweise durch Neubeauftragungen.

Forschung und Entwicklung

Auch zukünftig stehen die Adaption und Entwicklung neuer Formate sowie die Erhaltung langlaufender Produktionen für das Fernsehen, Streaming Plattformen und weitere digitale Medien im Fokus des Unternehmens. Durch die Nutzung der Formatangebote der ITV plc, von Drittanbietern sowie die Entwicklung eigener Formate und deren Produktion soll unsere Marktstellung in Deutschland gefestigt werden.

2. Wirtschaftsbericht

Allgemeine Wirtschaftsentwicklung

Gute Bedingungen für Wachstum gab es im Jahr 2022 nicht: ein Krieg in Europa, stark gestiegene Energiepreise, die Nachwehen der Corona-Pandemie und eingeschränkte Lieferketten. Dennoch erreichte die deutsche Wirtschaft ein kleines Plus: mit einem Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt von 1,8 Prozent. Vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Konjunktur nach Angaben des statistischen Bundesamtes mit höheren Konsumausgaben angekurbelt. Demnach lagen die Steigerungen in diesem Bereich bei 4,6 Prozent.

Hohe Preise und der Materialmangel bremsten dagegen die Industrieproduktion und den Bau. Die Stagnation zum Jahresende machte aber noch einmal klar, dass die hohe Inflation von bis zu +10,4 Prozent (Stand Oktober 2022) 1 nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft sowie an der Verbraucherschaft vorbeigegangen ist und weiter Einfluss auf die Entwicklung nehmen wird.

Die Bundesregierung betonte, dass vor allem sie "durch entschlossenes Handeln" im Jahr 2022 (oder Vorjahre, da in 2022 weiter unten von einem Wegfall gesprochen wird) "die Krise beherrschbar gemacht" habe. So formulierte es zumindest Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der auf entsprechende "Gesetzespakete" so wie die Mobilisierung "großer Geldmengen" verwies, "um die Wirtschaft zu stützen und die Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten." Entsprechend machte sich der Wegfall verschiedener Subventionen im letzten Quartal 2022 deutlich bemerkbar. 2

Werbe- und TV-Markt

Die Werbewirtschaft in Deutschland erzielte 2022 insgesamt ein Marktvolumen von rund 48,1 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Wachstum von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die erhoffte und in vielen Branchensegmenten benötigte Erholung nach den Corona-Jahren stellte sich aufgrund des Ukraine-Konflikts und dessen wirtschaftlicher Folgen im Jahr 2022 aber nicht ein. Fast alle Kennzahlen der Werbebranche erreichten noch nicht das Vor-Corona- Niveau. Die Nettoerlöse der Medien sanken zudem um 0,6 Prozent. Ebenfalls untypisch schlecht für die Branche verlief das letzte Quartal 2022. Dabei traf es besonders den Fernsehmarkt hart. Auch wenn der Bereich In-Stream-Video um 13,7 Prozent wachsen konnte, nahmen die Erlöse für das lineare TV um 7,4 Prozent ab, was mit rund 5,3 Milliarden Euro Nettowerbeeinnahmen insgesamt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von drei Prozent darstellte. Wahrscheinlich bezeichnend für die wirtschaftliche Gesamtsituation:

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html
2 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20230113-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2023.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-wirtschaftskraft-101.html https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/02/PD23_070_811.html

Während Werbespendings für Touristikangebote im Fernsehen um 91 Prozent anstiegen, gingen sie beispielsweise für den Kraftfahrzeugmarkt um 18,9 Prozent zurück. 3

TV-Produktion unter höheren Kosten und geringerer Rendite

Im Rahmen ihrer Herbst - Umfrage kam 2022 auch die Allianz Deutscher Produzenten - Film und Fernsehen e.V. zu dem Ergebnis, dass die gestiegenen Kosten das Thema der Mitgliedsunternehmen waren. Bei fast allen Produktionsfirmen (94 Prozent der Teilnehmenden) seien im abgefragten Zeitraum zwischen Januar 2019 und Juni 2022 die Herstellungskosten gestiegen, im Mittel um 15 Prozent: "Bei fiktionalen Produktionen war die Steigerung höher als bei Produktionen aus dem Non-Fiction-Bereich."

Trotz guter Auftragslage, so der Bericht der Produzentenallianz, "fällt mehr als die Hälfte der Unternehmen der Produzentenallianz mit ihren Umsatzrenditen in die Segmente unter 0 Prozent, bis 2,5 Prozent und bis 5 Prozent und damit in einen Bereich, der keine oder kaum Eigenkapitalbildung ermöglicht." Diese "prekäre Lage" vieler Produktionsunternehmen werde langfristige Auswirkungen auf die Vielfalt und Größe des deutschen audiovisuellen Produktionsmarkts haben. 4

Analog zu einer unsicheren wirtschaftlichen und politischen Situation waren mit Blick auf die Publikumsgunst etablierte eskapistische Formate führend. So stand beispielsweise das Format "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" an der Spitze des Rankings der Reality-Formate. Im Schnitt erreichte die Ausgabe 2022 beim Gesamtpublikum mit durchschnittlich 4,37 Millionen Zuschauern 19,5 Prozent Marktanteil. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kam die Staffel mit durchschnittlich 1,72 Millionen Zuschauern auf 29,4 Prozent Marktanteil. 5

Geschäftsverlauf

Im Jahr 2022 wurde erstmalig die Bildergarten-Gruppe für ein vollständiges Jahr in den Konzernabschluss des ITV Studios Holding Konzern mit einbezogen, nachdem im Vorjahr aufgrund des Erstkonsolidierungszeitpunkts eine Berücksichtigung erst ab Dezember 2021 erfolgte. Die Umsätze stiegen im Geschäftsjahr 2022 zwar um 13,3 Prozent, aber nicht in dem prognostizierten Maße einer mittleren zweistelligen Zuwachsrate, da neben dem Wachstum durch die Bildergarten-Gruppe, die im Geschäftsjahr 2022 erstmalig für 12 Monate berücksichtigt wurde, eine gegenläufige Geschäftsentwicklung in dem ITV Studios-Sektor zu verzeichnen war.

3 https://zaw.de/werbemarkt-2022-im-plus-aber-viele-offene-baustellen-2023-startet-schwach-und-zusaetzlichmit-politischen-abwaertsrisiken/
https://vau.net/wp-content/uploads/2023/05/VAUNET_Publikation-Audiovisuelle-Werbung-in-Deutschland2022-2023 final.pdf
4 https://www.produzentenallianz.de/beitraege/pressemitteilung/umfrage-zu-kostensteigerungen-bescheinigt-trotz-guter-auftragslage-keine-wirtschaftliche-erholung-fuer-film-und-fernsehbranche/
5 TV Key Facts 2023 by RTL Ad Alliance
https://www.dwdl.de/magazin/91107/tvhits_2022_die_meistgesehenen_sendungen_des jahres/?utm_source=&utm_medium=&utm_campaign=&utm_term=
https://www.horizont.net/medien/nachrichten/ich-bin-ein-star---holt-mich-hier-raus-so-lief-das-dschungelcamp2022-fuer-rtl-aus-quotensicht-197660

Um Schlüsse auf den Geschäftsverlauf ziehen zu können, vergleichen wir hinsichtlich der Produktionen jeweils die vollständigen Jahre aller einbezogenen Gesellschaften miteinander.

Als Folge der Betrachtung reduzieren sich die Umsatzerlöse des ITV Studios Konzerns in Deutschland im Geschäftsjahr 2022 um 13,0 Prozent. Im Wesentlichen trugen die geringeren Auftragsvolumina in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual" zu dem Rückgang bei, während die Aktivitäten in den Genres "Music", "Reality" sowie "Scripted" insgesamt zunahmen. Um 21,7 Prozent reduzierte sich das Volumen an produzierten Sendestunden.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine geringere Anzahl an "Quiz" und "Factual" Formaten produziert, die im Verhältnis zum Stundenvolumen vergleichsweise gering vergütet werden. Aus diesem Grunde fällt der Rückgang an Sendestunden im Verhältnis zum dem des Umsatzes relativ hoch aus. Die Nicht-Wiederbeauftragung des "Buchstaben Battle" für SAT.1 hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung, während "Das Quizduell" und "Gefragt - gejagt" für die ARD langfristig verlässliche Umsatzvolumina liefern. Das gleiche gilt im integriertem "Show" Bereich für die Produktionen "Grill den Henssler" für VOX, aber auch für "Ein Herz für Kinder" für das ZDF. Eine Neuauflage der "Puppenstars" trug ebenfalls zu einer erfreulichen Entwicklung bei. Obwohl auch im "Factual" Bereich nicht alle Formate fortgeführt wurden, konnte der Entwicklung mit Neubeauftragungen, wie der von "Superklein - Die Miniaturmeisterschaft" für RTL aber auch von sechs weiteren Sendungen bei der Imago, entgegengewirkt werden.

Im Bereich "Reality" konnte das Umsatzvolumen durch Neubeauftragungen, wie die von "Love is King" für Joyn/ProSieben und "Make Love, Fake Love" für RTL+ unter anderem auch aufgrund nicht wiederkehrender Formate des Vorjahres nicht ganz gehalten werden. Die Produktionen "Ich bin ein Star - holt mich hier raus", die zum ursprünglichen Produktionsstandort in Australien zurückgekehrt ist, und die diverse Spin-offs für RTL und "Love Island" für RTL2 bilden nach wie vor das Grundfundament des Genres.

Nach den "Reality" Formaten bilden die "Music" Formate den zweitgrößten Bereich der Gruppe, insbesondere durch die Produktionen "The Voice of Germany" für die Seven.One Entertainment Group GmbH, "The Voice Kids" für SAT.1 und "Sing my Song" für VOX. Im Jahr 2022 konnten durch den kontinuierlichen Ausbau des Bereichs, so durch "Germany 12 Points der Deutsche ESC-Vorentscheid 2022" für den NDR, Umsatzzuwächse erzielt werden.

Die Beauftragung der Comedy Serie von "Like a Loser" für ZDFneo, als auch der Komödie "Klima retten für Anfänger" und der Mini-Serie "Ein Schritt zum Abgrund" für die ARD führten im Bereich "Scripted" zu deutlich gestiegenen Umsätzen.

In der weiteren Berichterstattung betrachten wir die Veränderungen innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend der konzernbilanziellen Abgrenzung der Bildergarten Gruppe, die im Geschäftsjahr 2021 nur für Dezember mit einbezogen wurde.

Die anteilige Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich Bestandsveränderung) konnte in Folge wiederum gesteigert werden. Während sich der Aufwand für bezogene Dienstleistungen für Produktionen annähernd proportional zum zur Gesamtleistung verhielt, wirkten sich die Inflation als auch die Personalintensität des Portfolios auf die Personalkosten steigernd aus.

Durch die erstmalig zum 3. Dezember 2021 in den Konzern einbezogene Bildergarten-Gruppe entstand ein Firmenwert in Höhe von EUR 21,5 Mio., der unmittelbar in voller Höhe abgeschrieben wurde und damit in entsprechender Höhe das Konzernjahresergebnis 2021 negativ beeinflusste.

Die Verzinsung von Konzerndarlehen führte zu einer hohen Belastung der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Jahr 2022.

Aus den genannten Effekten resultiert ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 3,1 Mio., welches um EUR 16,8 Mio. über dem des Vorjahres liegt.

Zur Entwicklung der Sendestunden

Entsprechend der Betrachtung der Umsatzentwicklung, vergleichen wir hier jeweils das vollständige Volumen der Sendestunden der Jahre 2022 und 2021 aller Konzerngesellschaften miteinander.

Im Geschäftsjahr 2022 hat sich das Volumen an produzierten Fernsehstunden aufgrund der geringeren Produktionsaktivitäten in den Bereichen "Quiz" und "Factual" von 931 auf 728 reduziert. Dieser Rückgang lag auch über dem im Vorjahr prognostizierten Rückgang für das Jahr 2022. Zuwächse konnten bei den "Reality" Formaten von 88 auf 115 Stunden (+ 31 Prozent) und von 5 auf 8 Stunden (+60 Prozent) auf moderatem Niveau bei den "Scripted" Produktionen erzielt werden.

670 Stunden wurden aufgrund von Wiederbeauftragungen bestehender Formate produziert (im Vorjahr 826 Stunden), 59 Stunden entfielen auf Neubeauftragungen (im Vorjahr 105 Stunden). Das geringere Sendestundenniveau der Neubeauftragungen ist auf "Reality", "Music" und "Scripted" zurückzuführen, die in der Relation zum hohen Umsatz ein vergleichsweise geringes Volumen an produzierten Sendestunden ausweisen.

Formate aus dem englischen Mutterhaus, der ITV plc und ihrer Töchter, haben mit 471 Stunden den größten Anteil an den von uns produzierten Fernsehstunden (im Vorjahr 601 Stunden). Eigene, selbst entwickelte Formate hatten mit 257 Stunden ebenfalls einen wesentlichen Anteil am Produktionsumfang (im Vorjahr 330 Stunden).

Drittformate nehmen eine untergeordnete Position ein.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des ITV Studios Konzerns

Auf Grund der Erstkonsolidierung der Bildergarten-Gruppe zum 3. Dezember 2021 sind die Angaben zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Geschäftsjahr 2022 nur eingeschränkt mit denen des Vorjahreskonzernabschlusses 2021 vergleichbar.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der ITV Studios Konzern in Deutschland ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR -13,8 Mio.). Der Konzernjahresüberschuss betrug EUR 1,5 Mio. (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag: EUR -16,8 Mio.), was eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Der Konzernjahresfehlbetrag des Vorjahres war maßgeblich auf die erstmalige Konsolidierung der Bildergarten-Gruppe zum 3. Dezember 2021 zurückzuführen, die das Konzernergebnis des Vorjahres mit EUR 21,5 Mio. aufgrund des aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrages belastet hat. Ohne diesen Sondereffekt des Vorjahres hätte das Konzernergebnis EUR +4,7 Mio. betragen.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der Konzern einen Umsatz von EUR 117,0 Mio., was einer Zunahme von EUR 13,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der erhebliche Anstieg des Umsatzes ist ausschließlich auf die erstmalige ganzjährige Einbeziehung der Bildergarten- Gruppe zurückzuführen, während im Vorjahr lediglich das Dezemberergebnis im Konzernabschluss berücksichtigt wurde. Der Anstieg durch Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 beträgt EUR 31,7 Mio. Ohne Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe ergäbe sich ein Umsatzrückgang von EUR 18,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Ursache für diesen Rückgang waren weniger produzierte Stunden in den Bereichen "Quiz und Show" und "Factual."

Die Zunahme der Bestandsveränderungen von EUR 19,5 Mio. im Vorjahr um EUR 3,4 Mio. auf EUR 22,9 Mio. im Geschäftsjahr 2022 resultiert aus einem deutlichen Anstieg der Bestände bei der Windlight um EUR 10,6 Mio. auf EUR 10,8 Mio., denen Bestandsverminderungen der ITV Studios von EUR -6,1 Mio. entgegenstehen.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 0,4 Mio. auf EUR 2,2 Mio. ist im Wesentlichen durch den Rückgang der periodenfremden Erträge von EUR Mio. 0,6 im Vorjahr auf EUR 0,1 Mio. begründet.

Die Materialquote bezogen auf die Gesamtleistung verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 62,3 Prozent auf 63,6 Prozent, was einer absoluten Zunahme der bezogenen Leistungen für Produktionen von EUR 67,1 Mio. auf EUR 76,6 Mio. um EUR 9,4 Mio. entspricht. Der Großteil dieses Zuwachses in absoluter Höhe resultiert aus der ganzjährigen Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe.

Der Personalaufwand erhöhte sich um EUR 5,5 Mio. auf EUR 36,9 Mio. durch die ganzjährige Einbeziehung der Bildergarten-Gruppe, dem ein Rückgang bei der ITV Studios Produktion und der Imago gegenüberstand. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung stieg gegenüber dem Vorjahr von 29,2 Prozent auf 30,7 Prozent. Ursächlich hierfür sind sowohl der veränderte Genre Mix mit unterschiedlichen Personalanforderungen und die Gebundenheit durch langfristig beschäftigtes Personal.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von EUR 3,5 Mio. um EUR 1,2 Mio. auf EUR 4,7 Mio., was wiederum überwiegend auf die Einbeziehung der Bildergarten- Gruppe für ein volles Jahr zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen, die im Vorjahr vollumfänglich den Effekt aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrag von EUR 21,5 Mio. enthielten, verringerten sich signifikant von EUR 22,0 Mio. auf EUR 0,7 Mio.

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich deutlich um EUR -16,8 Mio. auf EUR 3,1 Mio., was im Wesentlichen auf den im Vorjahr aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrag zurückzuführen ist.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag reduzierten sich um EUR 1,4 Mio. auf EUR 1,6 Mio. infolge eines geringeren zu versteuernden Einkommen.

Trotz des gestiegenen Umsatzes lässt sich insgesamt feststellen, dass sich die Profitabilität vermindert hat, insbesondere durch den Wegfall von margenstarken Produktionen im Bereich "Quiz."

Finanzlage

Nachfolgend werden die in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellten Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert.

Insgesamt wurde ein Konzernjahresüberschuss von EUR 1,5 Mio. realisiert (Vorjahr: Konzernjahresfehlbetrag von EUR 16,8 Mio.).

Wesentlich geprägt wird der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (EUR 9,2 Mio.) durch die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Vorräte von insgesamt EUR -6,1 Mio. auf der Aktivseite sowie der Reduzierung der Verbindlichkeiten in Höhe von EUR -5,6 Mio. auf der Passivseite. Im Vorjahr stand der positive Cashflow stark im Zusammenhang mit dem Aufbau von Verbindlichkeiten, die aufgrund der Einlage in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2022 reduziert werden konnten.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war im Vergleich zum Vorjahr (EUR -9,3 Mio.) mit EUR 11,3 Mio. positiv, was wesentlich auf die Einzahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition zurückzuführen ist. Im Vorjahr verhielt es sich gegenläufig und die Position wurde durch Auszahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition geprägt (Vorjahr: EUR -8,8 Mio.).

Infolge der Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 35,8 Mio. konnten die Verbindlichkeiten aus der übernommenen Bildergarten-Gruppe im Berichtsjahr vollumfänglich im gleichlautenden Betrag getilgt werden. Gesamthaft erfuhr der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber dem Vorjahr eine Veränderung von EUR -0,2 Mio. auf EUR -1,5 Mio. Die Bank- und Kassenbestände (Finanzmittelbestand) erhöhten sich nur leicht von EUR 5,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 5,6 Mio. im Berichtsjahr. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte keine Gewinnausschüttung an die Gesellschafterin.

Das Finanzmanagement ist geprägt durch die Anlage von kurzfristig zur Verfügung stehenden Finanzmitteln und einer Cash-Flow Planung. Die Analyse des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat nicht nur für den ITV-Studios-Konzern in Deutschland, sondern auch für unser Mutterhaus an Bedeutung gewonnen. Durch die kurzfristig abrufbaren Finanzmittel ist die Liquidität aufgrund der Liquiditätsplanungen innerhalb des Konzerns ausreichend sichergestellt. Bankfinanzierungen sind dadurch nicht erforderlich. Durch die stabile Liquiditätssituation war der Konzern in der Lage alle seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Vermögenslage

Die Aktiva des Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 55,2 Mio., was im Vergleich zum Vorjahr (EUR 62,5 Mio.) einen Rückgang um EUR 7,3 Mio. darstellt. Innerhalb der Aktiva gingen die immateriellen Vermögensgegenstände geringfügig auf EUR 0,1 Mio. zurück, während die Sachanlagen mit EUR 1,3 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr nicht verändert.

Das Umlaufvermögen beläuft sich per Stichtag auf EUR 48,8 Mio., was einer Reduktion von rund EUR 2,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr in Höhe von EUR 51,5 Mio. entspricht. Die Vorräte sind geprägt durch die unfertigen Produktionen, bei denen ein Zuwachs von EUR 3,4 Mio. auf EUR 22,9 Mio. zu verzeichnen war. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens im letzten Quartal des Jahres um EUR 5,6 Mio. auf EUR 11,4 Mio. erhöht. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich stichtagsbedingt wesentlich um EUR 15,1 Mio. auf EUR 4,4 Mio., resultierend aus dem gesunkenen Forderungsbestand aus kurzfristiger Finanzierung gegenüber der ITV plc (Geschäftsjahr EUR 4,2 Mio., Vorjahr EUR 18,3 Mio.) Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 2,3 Mio. auf EUR 3,5 Mio. hauptsächlich aufgrund des Anstiegs von Rückforderungen aus Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen angestiegen.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital erheblich auf EUR 32,9 Mio., wobei der Konzerngewinn auf EUR 1,5 Mio. verbessert wurde, was eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte durch die alleinige Gesellschafterin des Mutterunternehmens, die ITV Studios Holding BV, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 35,8 Mio. beim Konzernmutterunternehmen ITV Studios Germany Holding GmbH gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Die Rückstellungen des Konzerns erhöhten sich zum Bilanzstichtag um EUR 1,8 Mio. auf EUR 9,2 Mio. Die Steuerrückstellungen stiegen um EUR 0,4 Mio. auf EUR 1,1 Mio. Ein wesentlicher Anstieg innerhalb der sonstigen Rückstellungen ergibt sich aus den ausstehenden Rechnungen für Fernsehauftragsproduktionen. Hier ist ein Zuwachs auf EUR 4,7 Mio. zu verzeichnen (Vorjahr: EUR 3,2 Mio.). Die wirtschaftliche Verursachung dieser Rückstellungen bezieht sich auf bezogene Leistungen für bereits an Sender gelieferte und/oder ausgestrahlte Fernsehauftragsproduktionen sowie für unfertige Produktionen.

Die Verbindlichkeiten verringerten sich um EUR 41,9 Mio. auf EUR 13,1 Mio. Dies ist im Wesentlichen durch die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen begründet. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich deutlich um EUR 37,6 Mio. auf EUR 0,2 Mio. Die durchgeführte Einzahlung in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2022 war für die Rückzahlung von bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestimmt, die im November 2022 vollständig zurückgeführt wurden.

Daneben sanken die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen um EUR 2,4 Mio. auf EUR 11,7 Mio ., hier erfuhr insbesondere bei der ITV Studios Produktion das Volumen einen Rückgang. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich hauptsächlich stichtagsbedingt um EUR 2,0 Mio. auf EUR 0,5 Mio.

Die sonstigen Verbindlichkeiten blieben mit EUR 0,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr mit EUR 0,7 Mio. nahezu unverändert und beinhalten im Wesentlichen die Verbindlichkeiten aus Steuern (Umsatzsteuer, Lohn- und Kirchensteuer, Quellensteuer).

Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage:

Insgesamt wurde die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gruppe im Geschäftsjahr 2022 maßgeblich durch die Integration der Geschäftsbetriebe der zum 3. Dezember 2021 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Bildergarten-Gruppe sowie der Rückzahlung der bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im November 2022 durch die Einzahlung in die Kapitalrücklage durch den Gesellschafter geprägt.

Neubeauftragungen, aber auch Volumensteigerungen in den Bereichen "Reality", "Music" und "Scripted", konnten das geringere Produktionsvolumen in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual" in der Gesamtbetrachtung beider Jahre nicht vollständig ausgleichen. Da jedoch im Vorjahr nur die Formate der Bildergarten-Gruppe einbezogen werden konnten, deren Fertigstellung im Dezember umsatzwirksam erfolgte, ist ein deutliches Wachstum des Umsatzes und eine geringfügige Steigerung der Sendestunden zu verzeichnen.

In Anbetracht der im Jahr 2022 bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen und des Rückganges der Werbeerlöse im Bereich TV sind ein um 13,3 Prozent gestiegener Umsatz (13,0 Prozent in der Gesamtbetrachtung) als eine befriedigende Leistung zu betrachten.

Kernaufgaben des Jahres 2022 waren, die Bildergarten-Gruppe in den Konzern zu integrieren und die Voraussetzungen für das Verschmelzen der Imago in die ITV Studios Produktion im Jahr 2023 zu schaffen.

Des Weiteren gilt es eine große Anzahl an Wiederbeauftragungen unserer Formate zu sichern und für Fernsehsendungen Ersatz zu schaffen, die nicht mehr bestellt werden, insbesondere in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual". Geplant ist eine größere Zahl an Produktionen im Bereich "Scripted" und ein umfangreicheres Volumen der Produktionen rund um das Format "Ich bin ein Star - holt mich hier raus". Ergänzend kommen im "Reality" Genre weitere neue Formate für Fernsehsender als auch Streamingdienste hinzu.

Auch in den Bereichen "Music" ("The Voice," "Sing meinen Song"), aber auch bei den "Show" ("Grill den Hensler") und "Factual" ("Das perfekte Dinner") Formaten planen wir wieder mit einem großen Anteil von langlaufenden Produktionen.

Zum Jahresende 2022 befand sich bereits ein erheblicher Teil der geplanten neuen Formate in Produktion. Durch intensive Entwicklungstätigkeiten und den konsequenten Neuerwerb von internationalen Produktionsunternehmen seitens der ITV plc und folglich den Zugriff des ITV Studios Konzerns in Deutschland auf den erweiterten Formatkatalog des Mutterhauses, besteht die Möglichkeit, weitere attraktive Neuformate an die Fernsehsender zu veräußern und somit das Produktionsvolumen zu erhöhen.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die nachfolgend beschriebenen Risiken und Chancen werden als Nettorisiken beschrieben und haben Auswirkungen auf die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die als niedrig, mittel oder hoch eingestuft werden können. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für den Konzern aufgeführt, beginnend mit den bedeutsamsten Risiken bzw. Chancen.

Risiken der künftigen Entwicklung

Allgemein

Die ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland sind in das Risiko-Management der ITV plc integriert und berichten regelmäßig in standardisierter Form über die Risikolage.

Es werden regelmäßig interne Reviews durchgeführt und kontinuierlich an einer Reduzierung von operativen Risiken gearbeitet.

Es bestehen folgende wesentliche Risikobereiche:

Personal

Immer schwieriger wird es, hochqualifiziertes Personal zu finden und im Unternehmen zu halten. Dem wirkt ITV mit Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit entgegen. Weiterhin ist als Risiko zu nennen, dass langjährige Mitarbeiter einen neuen Wirkungskreis suchen und dann Ideen sowie Kontakte mitnehmen. Das Risiko kann in diesem Bereich als mittelgroß eingestuft werden und kann zu Kostensteigerungen im Personalbereich führen oder zu Umsatzminderungen bei Projektverlusten.

Allgemeine konjunkturelle Risiken

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltmärkte und in Deutschland hat Einfluss auf die Höhe der Werbeausgaben der Unternehmen. Wie bereits in Vorjahren zu beobachten, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihre Werbeausgaben zu senken, was wiederum die Ertragskraft der Sender mindern würde. Folgen würde weiterer Preisdruck auf die zu produzierenden Formate und damit ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage bei den Produzenten. Das Risiko wird vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftsprognosen für kommende Geschäftsjahre als hoch eingeschätzt.

Formatschutz

Ein stetiges Risiko ist die steigende Anzahl von Formatkopien oder Formaten, die in Anlehnung an unsere Erfolgssendungen entwickelt werden. Diese Formate könnten attraktive Sendeplätze einnehmen, die dann für andere Formate blockiert sind. Risikominimierungsmaßnahmen sind in diesem Bereich kaum möglich. Das Risiko, das ebenfalls Einfluss auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns hat, wird von uns auf der Basis von Erfahrungen aus Vorjahren als mittleres Risiko beurteilt. Andererseits wirkt auch hier unsere kontinuierliche Entwicklungstätigkeit an bestehenden und neuen Formaten dem Risiko entgegen.

Produktionszyklus

Formate, die über einen längeren Zeitraum im Fernsehen zu sehen sind, bleiben für den Zuschauer nur dann attraktiv, wenn man diese ständig weiterentwickelt. Zu viele Wiederholungen in den Früh-/Spätstunden und am Wochenende können zu einer Sättigung des Zuschauers führen und nehmen gleichzeitig den Sendeplatz für neue Formate weg.

Ausgeschlossen ist es nicht, dass von den deutschen ITV Studios Konzerngesellschaften produzierten Fernsehsendungen in den nächsten Jahren am Ende ihres Produktlebenszyklus ankommen und daher nicht oder nicht mehr im gleichen Umfang beauftragt werden. Dies kann sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Zurzeit ist hier ein mittleres Risiko zu sehen. Um die dann freigewordenen Sendeplätze neu zu besetzen bzw. Zuschauer- und Umsatzanteile stabil zu halten, bedarf es der stetigen Entwicklung von Nachfolgeprodukten und der Fortentwicklung der bestehenden Formate.

Sender

Die steigende Anzahl von selbst produzierten Programmen der Sender oder verbundener Unternehmen und Einsparungen bei den Budgets der Auftragsproduktionen wird das Marktvolumen für unabhängige Produzenten voraussichtlich weiter einschränken und könnte Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Auch aus diesem Risiko könnte sich ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage ergeben. Durch unsere kontinuierliche Entwicklung attraktiver Formate kann das Risiko minimiert werden. Das Risiko wird von uns dennoch als hoch klassifiziert.

Marktrisiken

Zu den Marktrisiken gehören die Risiken aus Wechselkursschwankungen, insbesondere derer, die sich aus dem Wechselkursverhältnis des Euro gegenüber dem Australischen Dollar und dem südafrikanischen Rand ergeben. Durch die Muttergesellschaft festgelegte Verfahren zur Anwendung von Finanzmitteln führen zwar zu einer Planungssicherheit bei beauftragten Produktionen, können aber eine Volatilität der Performance bei Folgebeauftragungen nicht verhindern. Dieses Risiko kann als mittel bis gering eingestuft werden.

Währungsrisiken

Währungsrisiken im Rahmen von Auftragsproduktionen, die im Ausland oder für das Ausland produziert werden, werden bei Bedarf über Sicherungsgeschäfte (Hedging) durch die Muttergesellschaft gedeckt. Damit sind die Risiken in diesem Bereich ebenfalls als gering einzustufen.

Kreditrisiken

Die ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland finanzieren sich nicht außerhalb des Konzerns und unterliegen somit keinen wesentlichen Kreditrisiken.

Es erfolgen keine kurzfristigen Kreditfinanzierungen und folglich sind wir auch nicht mit Zinsrisiken konfrontiert.

Abschließend ist nochmals anzumerken, dass wir aufgrund der Konzernzugehörigkeit zur börsennotierten ITV plc in deren Risikomanagementsystem integriert sind. Es bestehen lediglich branchenübliche Risiken und keine Anhaltspunkte für bestandsgefährdende Risiken.

Zahlungsausfallrisiken

Dem Zahlungsausfallrisiko von Forderungen wird durch vertraglich festgelegte Zahlungskonditionen und ein Debitorenmanagement (Mahnwesen) begegnet. Auch in diesem Bereich ist das Risiko als gering einzustufen.

Gesamtaussage zur Risikolage

Aus heutiger Sicht sind der Geschäftsführung der ITV Studios Holding GmbH keine konkreten Risiken bekannt, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland führen könnten.

Chancen für unsere künftige Entwicklung

Die Bindung eines festen Mitarbeiterstammes sowie Impulse von neuen Kollegen in den ITV Studios Konzerngesellschaften führen zu großem Einsatz und frischer Kreativität. Beides sind Faktoren, die für die Produktion einer Fernsehsendung und der Entwicklung neuer Formate unerlässlich sind und daher als hohe Chance eingestuft werden können. Dies kann sich im Endeffekt sehr positiv auf unsere Leistungsindikatoren und damit insgesamt positiv auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Es gelingt unserer firmeneigenen Casting- und Development-Abteilungen immer wieder, besondere Menschen zu finden, die vor der Kamera unterhaltsam agieren und den Zuschauer ansprechen. Zuschaueranteile zu gewinnen ist für die Kundenbindung und damit für die Ertragslage ein wichtiger Erfolgsfaktor und wird in der Eintrittswahrscheinlichkeit als mittlere Chance bewertet. Daher versuchen wir weiterhin besondere Talente zu finden, zu binden und zu fördern.

Die adaptierten erfolgreichen Formate unseres Mutterhauses, Formate von Drittanbietern und auch diverse Eigenentwicklungen werden auch in den kommenden Jahren für eine Vielzahl von Kunden von Interesse sein. Hauptaugenmerk liegt im deutschen Fernsehgebiet, jedoch bieten Länder wie die Schweiz und Österreich neue, wenn auch nur geringe bis mittlere Chancen in einem weiteren Wirkungskreis.

Um die vielfältigen Wünsche und Budgetvorstellungen unserer Konzernobergesellschaft in Großbritannien abdecken zu können, werden wir unsere Angebotspalette kontinuierlich ausbauen. Immer wieder sollen Trends gesetzt werden, die zum Ausbau unseres Programmportfolios beitragen.

Durch ein teilweises Zusammenführen von Verwaltungsbereichen und Büros, die Etablierung eines zentralen Teams in der ITV Studios Holding, sowie Kooperationen in der Produktionsorganisation der konzerneigenen Gesellschaften in Deutschland, sollen unter der Federführung der ITV Studios Holding Synergien geschaffen werden.

Prognosebericht

Allgemeine Wirtschaftsentwicklung

Für das Jahr 2023 zeichnete sich für Deutschland ein wirtschaftlich herausforderndes Bild mit einem Mix aus externen und internen Belastungsfaktoren. Ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld, eine straffe Geld- und Fiskalpolitik sowie deutlich zutage tretende strukturelle Probleme sorgten für Gegenwind. Diese Faktoren drückten auf die Stimmung und haben die Wirtschaft im Winterhalbjahr in eine leichte Rezession geführt, aus der sie sich allerdings ab dem Frühjahr allmählich erholen dürfte. Trotz dieser Erholungstendenzen wird für 2024 eine Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen Minus 0,5 Prozent und Plus 0,3 Prozent 6 erwartet, nachdem im Jahr 2023 ein Minus von 0,3 Prozent 7 zu verzeichnen war.

Einen Lichtblick bietet der private Verbrauch, der im Jahresverlauf 2024 dank steigender Realeinkommen wieder anziehen dürfte. Diese positive Entwicklung des privaten Konsums ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Erholung. Allerdings könnte die Sparquote aufgrund eines stärkeren Vorsichtssparens leicht ansteigen. Langfristige Perspektiven deuten auf eine sinkende Sparquote hin, vor allem wegen demografischer Veränderungen.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich von der schwachen Konjunktur und strukturellen Herausforderungen gebeutelt. Die Arbeitslosenquote könnte bis 2024 auf 6 Prozent steigen und erst im Jahr 2025 wieder leicht sinken. Die Tariflöhne werden voraussichtlich 2024 kräftiger steigen als im Vorjahr, was auf weiterhin kräftige Lohnsteigerungen hindeutet.

Inflationäre Entwicklungen geben Anlass zu einer vorsichtigen Hoffnung: Die desinflationären Kräfte könnten zu einem erheblichen Rückgang der Inflation führen, die sich Anfang 2025 vorübergehend der 2 Prozent-Marke annähern oder diese sogar unterschreiten könnte.

6 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/73769/umfrage/prognosen-zur-entwicklung-des-deutschen-bip/
7 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird eine erste Leitzinssenkung bereits im ersten Halbjahr 2024 erwartet, mit einem potenziellen Rückgang der Leitzinsen um insgesamt 150 Basispunkte über das Jahr. Dies könnte die Finanzierungsbedingungen erleichtern und die wirtschaftliche Erholung unterstützen.

Der Handel erfährt 2024 schwaches Exportwachstum und negative Nettoexporte. Langfristig jedoch dürften Exportanteile von Indien, ASEAN und osteuropäischen Ländern kräftig zunehmen, was neue Chancen für die deutsche Wirtschaft eröffnen könnte.

Die öffentlichen Finanzen stehen unter Druck, für 2024 wird ein restriktiverer finanzpolitischer Kurs erwartet. Das Urteil des Verfassungsgerichts zur Schuldenbremse wird zukünftig die Finanzpolitik einschränken, was zu einem Rückgang des strukturellen Defizits des Staates um fast 1 Prozentpunkt führen könnte.

Insgesamt steht Deutschland 2024 vor bedeutenden wirtschaftlichen Herausforderungen, sieht sich aber auch Erholungspotenzial gegenüber. Der Ausblick auf 2025 deutet auf eine allmähliche Verbesserung der Wirtschaftslage hin, mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote und einer Annäherung der Inflation an die Zielmarke. Trotz der kurzfristigen Herausforderungen gibt es also Hoffnung auf eine positive Wendung der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands.

Werbe- und TV-Markt

Im Jahr 2023 verzeichnete der Werbemarkt gem. Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. in Deutschland insgesamt ein leichtes Plus, angetrieben durch digitale Erlöse. Die Gesamteinnahmen der Werbewirtschaft wuchsen auf 48,87 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders die digitale Werbung zeigte ein überproportionales Wachstum von 5,4 Prozent, was deutlich über dem Gesamtwachstum von 1,4 Prozent liegt. Der Marktanteil der digitalen Werbung stieg auf 48 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung sieht die Branche Herausforderungen im Jahr 2024, insbesondere durch mögliche drastische Werbeverbote und Wettbewerbsbehinderungen im Digitalbereich, die Sektoren stark treffen könnten.

Im Jahr 2023 behauptete sich das Fernsehen mit einem Anteil von 49,0 Prozent am Gesamt- Brutto-Werbeumsatz als das führende Werbemedium in Deutschland. Jedoch verzeichnete es einen signifikanten Rückgang gegenüber 2022, mit Werbeeinnahmen, die von 17,15 Milliarden Euro auf 16,55 Milliarden Euro fielen, was einer Abnahme von 3,5 Prozent entspricht. Dennoch gab es eine Aufwärtstendenz in den letzten Monaten des Jahres 2023, die auf eine partielle Erholung der Werbeeinnahmen im Fernsehbereich hindeutet.

Des Weiteren gibt es Bedenken bezüglich der geplanten gesetzlichen Regelungen, die umfangreiche Werbeverbote für Lebensmittel, die als ungesund klassifiziert werden, vorsehen. Kritiker warnen vor einem signifikanten Verlust von Werbeeinnahmen, die nicht kompensiert werden können und dadurch unter anderem die Refinanzierung von Qualitätsjournalismus gefährden könnten. Es wird geschätzt, dass rund 3 Mrd. Euro Werbeeinnahmen verlorengehen könnten.

Die Vorhersagen für 2024 und 2025 sind gemischt, mit einem erwarteten weiteren Wachstum im digitalen Bereich, während traditionelle Medien wie Fernsehen durch regulatorische Eingriffe und verändertes Verbraucherverhalten weiterhin unter Druck stehen könnten.

Unter Berücksichtigung des aktuellen Entwicklungsstands der laufenden Fernsehproduktionsaufträge prognostizieren wir für 2023 einen Umsatzrückgang im unteren einstelligen Prozentbereich. Für 2024 erwarten wir daraufhin gleichbleibend stabile Umsätze.

Bezüglich des Ergebnisses vor Steuern rechnen wir für 2023 mit einer Minderung auf einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich, im Jahr 2024 wiederum mit einem Anstieg auf einen Betrag im niedrigen siebenstelligen Bereich.

Für das Geschäftsjahr 2023 hat sich ein Rückgang der produzierten Sendestunden in der Höhe von 12% eingestellt. Ursächlich für Entwicklung sind die geringeren Volumina im "Factual" Bereich, die zwar hinsichtlich des Umsatzes, aber nicht der Sendestunden durch "Reality" und "Quiz" Produktionen ausgeglichen werden können.

 

Köln, 31. Mai 2024

Martin Borowski

Jan Richters

Lisa Perrin

Duncan Walker

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.634,07 179.910,38
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.292.439,01 1.324.310,81
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 260,00
1.402.333,08 1.504.481,19
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Produktionen 22.911.401,97 19.465.813,06
2. Geleistete Anzahlungen 873.302,24 23.784.704,21 426.800,38 19.892.613,44
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.446.814,22 5.889.458,47
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.414.179,48 19.464.479,94
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.542.234,68 19.403.228,38 1.203.299,40 26.557.237,81
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.647.920,62 5.070.153,16
48.835.853,21 51.520.004,41
C. Rechnungsabgrenzungsposten 94.828,21 441.681,30
D. Aktive latente Steuern 4.889.352,94 5.542.356,41
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 3.503.433,40
55.222.367,44 62.511.956,71

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 8.973.223,64 8.973.223,64
II. Kapitalrücklage 34.982.486,31 0,00
III. Konzernverlustvortrag (Vorjahr: Konzerngewinnvortrag) -12.553.916,25 4.272.992,75
IV. Konzerngewinn (i. Vj. Konzernverlust) 1.474.967,78 -16.826.909,00
V. Nicht beherrschende Anteile 0,00 77.259,21
VI. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 3.503.433,40
32.876.761,48 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.131.786,97 734.819,92
2. Sonstige Rückstellungen 8.097.146,76 6.710.797,01
9.228.933,73 7.445.616,93
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 11.667.380,93 14.071.320,07
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 11.667.380,93 (i. Vj. EUR 14.071.320,07) -
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 527.398,29 2.531.795,43
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 527.398,29 (i. Vj. EUR 2.531.795,43) -
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 158.651,55 37.720.253,42
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 158.651,55 (i. Vj. EUR 37.720.253,42) -
4. Sonstige Verbindlichkeiten 763.241,46 742.970,86
- davon aus Steuern EUR 551.696,14 (i. Vj. EUR 539.706,43)-
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 156.419,40 (i. Vj. EUR 138.297,30) -
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 763.241,46 (i. Vj. EUR 742.970,86) -
13.116.672,23 55.066.339,78
55.222.367,44 62.511.956,71

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 116.991.878,61 103.289.820,83
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Produktionen 3.445.588,91 4.400.805,72
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.241.255,85 2.674.193,03
4. Bezogene Leistungen für Produktionen -76.552.801,44 -67.126.944,41
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -31.538.400,29 -26.606.090,02
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -5.403.635,31 -36.942.035,60 -4.808.511,82 -31.414.601,84
- davon für Altersversorgung EUR 31.878,00 (i. Vj. EUR 38.362,64) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -684.783,09 -22.011.835,56
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.719.818,15 -3.547.580,21
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 76.417,74 45.018,68
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 47.013,08 (i. Vj. EUR 45.018,68) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -803.309,18 -72.135,91
- davon an verbundenen Unternehmen EUR 797.422,74 (i. Vj. EUR 13.500,56) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.612.380,20 -3.030.295,46
11. Ergebnis nach Steuern 1.440.013,45 -16.793.555,13
12. Sonstige Steuern 34.954,33 -5.418,13
13. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. -fehlbetrag) 1.474.967,78 -16.798.973,26
14. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn 0,00 27.935,74
15. Konzerngewinn (i. Vj. Konzernverlust) 1.474.967,78 -16.826.909,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Mutterunternehmen

Die ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, ist eine kleine Kapitalgesellschaft, die beim Amtsgericht Köln unter der Nummer HRB 64339 registriert ist und aufgrund der Überschreitung der Größenkriterien nach § 293 HGB einen Konzernabschluss erstellt.

Der Konzernabschluss wurde gemäß der §§ 290 ff. HGB aufgestellt und berücksichtigt die Vorschriften zur Rechnungslegung des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB).

Das Geschäftsjahr dieses Konzernabschlusses entspricht dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens, der ITV Studios Germany Holding GmbH, und damit dem Kalenderjahr.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses umfasst zum 31. Dezember 2022 neben der ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, als Muttergesellschaft die folgenden Gesellschaften (einbezogene Tochtergesellschaften):

ITV Studios Germany GmbH, Köln

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfimiert in Oystercatcher GmbH)

Windlight Pictures GmbH, München

An der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH hielt die ITV Studios Germany GmbH im Vorjahr 90% des Kapitals. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die ITV Studios Germany GmbH den Minderheitenanteil von 10% des Kapitals an der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH und hält nunmehr 100 % des Kapitals dieser Gesellschaft.

An den anderen aufgeführten Gesellschaften hielt die ITV Studios Germany Holding GmbH direkt oder indirekt bereits im Vorjahr jeweils 100 % des Kapitals.

Im Vorjahr wurde die "Bildergartengruppe", bestehend aus der Bildergarten Entertainment GmbH, der Oystercatcher GmbH, der ITV Studios Germany Fiction GmbH sowie der auf die Bildergarten Entertainment GmbH verschmolzenen Talpa Germany Holding B.V. und der Bildergarten Entertainment Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 3. Dezember 2021 erstmals in den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH einbezogen. Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss des Vorjahres für nur einen Monat sind die Angaben des Vorjahreszeitraums 2021 nur eingeschränkt mit denen des Geschäftsjahres 2022 vergleichbar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser konsolidierungskreisbedingten Veränderungen sind unter den Ausführungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bei den einzelnen Posten im Lagebericht näher erläutert.

Konsolidierungsmethoden

Die Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in den Konzernabschluss übernommen und gegebenenfalls an die konzerneinheitlich angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Mutterunternehmens angepasst.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am Eigenkapital verrechnet. Das Eigenkapital ergibt sich dabei als Differenz der zu Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss bewerteten - Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten der Tochterunternehmen.

Ein aus der Kapitalkonsolidierung verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und grundsätzlich gemäß § 309 Abs. 1 HGB über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Der sich aus der Erstkonsolidierung im Geschäftsjahr 2021 ergebende Unterschiedsbetrag Höhe von TEUR 21.513, resultierend aus dem negativen Eigenkapital der per 3. Dezember 2021 übernommenen Bildergarten Entertainment GmbH, wurde im Vorjahr unmittelbar vollumfänglich abgeschrieben. Passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung sind nicht entstanden.

Beim Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen (Aufstockung von Anteilen an Tochterunternehmen) wird die Transaktion als Kapitalvorgang (gemäß DRS 23.175) abgebildet. Dabei werden die Vermögengegenstände und Schulden nicht neu bewertet, sondern die Anschaffungskosten der weiteren Anteile werden mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbes verrechnet. Sofern sich nach dieser Verrechnung ein Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital (Konzerngewinnvortrag) verrechnet.

Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und entsprechende Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Zwischengewinneliminierungen waren hieraus nicht erforderlich.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt entsprechend den Aufstellungs-, Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätzen der § 290 ff. HGB.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Software und Lizenzen werden über 3 Jahre abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert. Insofern macht die ITV Studios Germany Holding GmbH von dem Wahlrecht zur Aktivierung nach § 298 Abs. 1 i.V.m. § 248 Abs. 2 HGB keinen Gebrauch.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und, soweit abnutzbar, planmäßig über die Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Für Vermögensgegenstände der "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" werden Nutzungsdauern von 3 bis 13 Jahren zugrunde gelegt.

In den Vorräten sind unfertige Produktionen mit ihren Herstellungskosten ausgewiesen. In die Bewertung der unfertigen Produktionen zu Herstellungskosten werden alle nach § 255 Abs. 2 HGB aktivierungspflichtigen Bestandteile einbezogen, d. h. überwiegend die Material- und Fertigungseinzelkosten. Der Ansatz erfolgt unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht.

Die flüssigen Mittel (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten) werden zum Nennbetrag bewertet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der am Stichtag abzugrenzenden Beträge angesetzt.

Latente Steuern werden für sich in folgenden Geschäftsjahren voraussichtlich abbauende Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie für steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Eine sich ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer, eine sich ergebende Steuerentlastung als aktive latente Steuer angesetzt. Die sich ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert angesetzt. Aus dem im Rahmen der Erstkonsolidierung der Bildergarten Entertainment GmbH im Vorjahr übernommenen Firmenwert und den unterschiedlichen Bilanzansätzen zwischen der Handelsbilanz (Firmenwert TEUR 0) und der Steuerbilanz (Firmenwert TEUR 15.916, Vorjahr: TEUR 18.042) resultiert unter Berücksichtigung eines Steuersatzes von 30,72% eine aktive latente Steuerposition in Höhe von TEUR 4.889 (Vorjahr: TEUR 5.542).

Der Wertansatz der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen erfolgt mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag und berücksichtigt alle ungewissen Verpflichtungen und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften sowie erkennbare Risiken, denen wir ausreichend Rechnung getragen haben. Bei der Bewertung der sonstigen Rückstellungen werden zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Sofern einzelne sonstige Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis zur Erfüllung haben, wurden diese unter Verwendung der von der Deutschen Bundesbank nach den Vorgaben der Rückstellungsabzinsungsverordnung ermittelten Zinssätze diskontiert.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Beträgen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, erfolgt auf der Basis des Kurses zum Transaktionszeitpunkt. Im Konzernabschluss erfolgt die Bewertung unter Beachtung des Imparitätsprinzips bzw. soweit die Restlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt mit dem Devisenkassamittelkurs.

2. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Hinsichtlich der Details zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanlagenspiegel.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr ausnahmslos innerhalb eines Jahres fällig.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Diese betreffen mit TEUR 4.206 (Vorjahr: TEUR 19.464) kurzfristige Darlehensforderungen aus kurzfristigen Finanzmittelanlagen einschließlich Zinsforderungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 208 (Vorjahr: TEUR 614), von denen wiederum T€ 158 auf den Gesellschafter entfallen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 3.542 (Vorjahr: TEUR 1.203) enthalten im Wesentlichen Rückforderungen aus Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 3.223 (Vorjahr: TEUR 843). Des Weiteren sind Kautionen in Höhe von TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 195) enthalten; davon TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 107) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Eigenkapital

Das Konzerneigenkapital (TEUR 32.877; Vorjahr TEUR 0) setzt sich aus dem Gezeichneten Kapital (unverändert TEUR 8.973), der Kapitalrücklage (TEUR 34.982, Vorjahr: TEUR 0), dem Konzernverlustvortrag (TEUR -12.554, Vorjahr Konzerngewinnvortrag: TEUR 4.273), dem Konzerngewinn (TEUR 1.475, Vorjahr Konzernverlust: TEUR -16.827) und den nicht beherrschenden Anteilen (TEUR 0, Vorjahr: TEUR 77) zusammen. Zum 31. Dezember 2021 ergab sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 3.503.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 29. November 2022 hat die Gesellschafterin des Konzernmutterunternehmens, die ITV Studios Holding BV, TEUR 35.784 in die Kapitalrücklage eingelegt.

Die im Vorjahr ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile enthalten sowohl die Minderheitenanteile am Kapital als auch an den Jahresergebnissen.

Hinsichtlich der Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf den Konzerneigenkapitalspiegel.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.132 (Vorjahr: TEUR 735). Sonstige Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Personalaufwendungen wie Verpflichtungen aus nicht genommenem Urlaub, Schwerbehindertenausgleichsabgaben, Berufsgenossenschaftsbeiträge und sonstige Sozial- und Personalkosten in Höhe von TEUR 2.338 (Vorjahr: TEUR 2.582).

Darüber hinaus betrifft ein wesentlicher Posten der sonstigen Rückstellungen ausstehende Rechnungen für Fernsehauftragsproduktionen (TEUR 4.748; Vorjahr: TEUR 3.167). Diese haben ihre wirtschaftliche Verursachung im Geschäftsjahr 2023 oder in früheren Geschäftsjahren und betreffen bezogene Leistungen für Fernsehauftragsproduktionen, die bereits an Sender geliefert und/oder ausgestrahlt wurden, sowie bezogene Leistungen für unfertige Produktionen. Die Bemessung dieser Rückstellungen erfolgt auf Basis der Projektkalkulationen und Beauftragungen von an den Produktionen beteiligten Unternehmen und unterliegt zum Teil Schätzungen hinsichtlich des Umfangs der in früheren Jahren bezogenen Leistungen und damit der Höhe der noch zu erwartenden ausstehenden Rechnungen. Darüber hinaus sind auch Rückstellungen für Archivierungskosten sowie Jahresabschlusskosten enthalten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 159 zum Stichtag sind analog zum Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Sie resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Gegenüber dem Gesellschafter bestehen zum 31. Dezember 2022 keine Verbindlichkeiten (Vorjahr: TEUR 37.720).

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 116.992 (Vorjahr: TEUR 103.290) betreffen im Geschäftsjahr 2022 ausschließlich Inlandserlöse (Vorjahr: TEUR 101.759). Im Vorjahr wurden TEUR 1.531 der Umsatzerlöse aus Fernsehproduktionen im Ausland erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.630 (Vorjahr: TEUR 1.105), weitere periodenfremde Erträge von TEUR 146 (Vorjahr: TEUR 624) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung von TEUR 89 (Vorjahr: TEUR 285).

Personalaufwand

Die durchschnittliche Zahl (Durchschnitt zwölf Monate) der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beträgt 551 (Vorjahr 626).

Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 2022 2021
Beschäftige Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) 551 626
davon Filmproduktion 479 536
davon Verwaltung 72 90

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten u.a. periodenfremde Aufwendungen von TEUR 231 (Vorjahr: TEUR 219) sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 191).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern von TEUR 653 (Vorjahr: TEUR 0).

Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens wird dem Gesellschafter vorschlagen, das Jahresergebnis auf die neue Rechnung vorzutragen.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse

Aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen ergibt sich ein Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 5.525 für die Geschäftsjahre 2023 bis 2026. Auf das Geschäftsjahr 2023 entfallen TEUR 1.631.

5. Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder von außergewöhnlicher Bedeutung

Im Berichtsjahr wurden keine Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung identifiziert.

6. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken oder auswirken könnten, haben sich nicht ereignet.

7. Sonstige Erläuterungen

Konzernzugehörigkeit

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die ITV plc, London/Vereinigtes Königreich. Der Konzernabschluss wird im Companies House unter der Nummer 04967001 veröffentlicht.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die ITV Studios Holding B.V., Hilversum/Niederlande. Der Konzernabschluss wird in der Kamer van Koophandel unter der Nummer 32121471 veröffentlicht.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers im Konzern betrifft Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 150.

Offenlegung von Jahresabschlüssen von einbezogenen Tochtergesellschaften

Folgende in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen der ITV Studios Germany Holding GmbH machen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB insofern Gebrauch, als eine Prüfung und Offenlegung der Jahresabschlüsse und Lageberichte sowie die Aufstellung von Anhang und Lagebericht unterbleibt:

ITV Studios Germany GmbH, Köln

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfimiert in Oystercatcher GmbH)

Windlight Pictures GmbH, München

Geschäftsleitung

Die Geschäfte des Mutterunternehmens werden durch folgende Personen geführt:

Martin Borowski - Journalist und Geschäftsführer der ITV Studios Germany GmbH und Geschäftsführer der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH (bis zum 16. März 2023)

Jan Richters - Chief Financial Officer der ITV Studios Germany GmbH und Geschäftsführer der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH (bis zum 16. März 2023)

Duncan Walker - Chief Operating Officer der ITV International Studios

Lisa Perrin - Managing Director International der ITV International Studios

Es wird von der Schutzklausel des § 314 Abs. 3 HGB in analoger Anwendung Gebrauch gemacht, da nur zwei Geschäftsführer Bezüge des Mutterunternehmens bezieht.

 

Köln, den 31. Mai 2024

Martin Borowski

Jan Richters

Duncan Walker

Lisa Perrin

Konzernanlagenspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anschaffungskosten
1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 810.721,90 8.200,00 0,00 818.921,90
2. Geschäfts- oder Firmenwert 21.512.679,19 0,00 0,00 21.512.679,19
22.323.401,09 8.200,00 0,00 22.331.601,09
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.102.346,69 578.506,22 125.764,99 4.555.087,92
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 0,00 0,00 260,00
26.426.007,78 586.706,22 125.764,99 26.886.949,01
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 630.811,52 78.476,31 0,00 709.287,83
2. Geschäfts- oder Firmenwert 21.512.679,19 0,00 0,00 21.512.679,19
22.143.490,71 78.476,31 0,00 22.221.967,02
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.778.035,88 606.306,78 121.693,75 3.262.648,91
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
24.921.526,59 684.783,09 121.693,75 25.484.615,93
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.634,07 179.910,38
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
109.634,07 179.910,38
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.292.439,01 1.324.310,81
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 260,00
1.402.333,08 1.504.481,19

Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
TEUR TEUR
Periodenergebnis (Konzernüberschuss/-fehlbetrag) einschließlich Ergebnisanteile nicht beherrschender Anteile 1.475 -16.799
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 685 22.012
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 1.386 -3.057
Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 4 5
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -6.066 -4.397
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -5.608 13.465
Zinsaufwendungen/ Zinserträge 750 27
Ertragsteueraufwand 959 3.030
Ertragsteuerzahlungen -2.812 -4.340
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 -79
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -9.226 9.867
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -8 -8
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -879 0
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -579 -584
Einzahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition 12.708 0
Auszahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition 0 -8.750
Erhaltene Zinsen 87 45
Cashflow aus Investitionstätigkeit 11.329 -9.297
Zinszahlungen -838 -72
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -36.472 0
Einzahlung aus Kapitalzuführung 35.784 0
Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter 0 -120
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.525 -192
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 0 2.711
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 578 378
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 5.070 1.981
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.648 5.070

Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Kassenbestand 28 57
Guthaben bei Kreditinstituten 5.619 5.013
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.648 5.070

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinn-/ Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss (Vj. fehlbetrag), der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
EUR EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2021 8.973.223,64 0,00 4.272.992,74 0,00 13.246.216,38
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,01 0,00 0,01
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 -16.826.909,00 -16.826.909,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 3.503.433,40 3.503.433,40
Stand am 31. Dezember 2021 8.973.223,64 0,00 4.272.992,75 -13.323.475,60 -77.259,21
Stand am 1. Januar 2022 8.973.223,64 0,00 -12.553.916,25 0,00 -3.580.692,61
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Kapitalerhöhung 0,00 35.784.490,10 0,00 0,00 35.784.490,10
sonstige Veränderungen 0,00 -802.003,79 0,00 0,00 -802.003,79
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 1.474.967,78 1.474.967,78
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2022 8.973.223,64 34.982.486,31 -12.553.916,25 1.474.967,78 32.876.761,48
Nicht herrschende Anteile
nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn/Verlust Summe Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2021 2.500,00 166.449,79 168.949,79 13.415.166,17
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 -119.626,32 -119.626,32 -119.626,32
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 0,01
Konzernjahresergebnis 0,00 27.935,74 27.935,74 -16.798.973,26
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 3.503.433,40
Stand am 31. Dezember 2021 2.500,00 74.759,21 77.259,21 0,00
Stand am 1. Januar 2022 2.500,00 74.759,21 77.259,21 -3.503.433,40
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) -2.500,00 -74.759,21 -77.259,21 -77.259,21
Kapitalerhöhung 0,00 0,00 0,00 35.784.490,10
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 -802.003,79
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 1.474.967,78
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2022 0,00 0,00 0,00 32.876.761,48

Inhaltsverzeichnis

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

2. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

3. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Konzernanlagenspiegel

4. Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

5. Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Konzerns

Der ITV Studios Konzern in Deutschland besteht aus der ITV Studios Germany Holding GmbH (nachfolgend "ITV Studios Holding" genannt) als Mutterunternehmen und den Tochtergesellschaften:

ITV Studios Germany GmbH, Köln (nachfolgend "ITV Studios Produktion" genannt)

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin (nachfolgend "ITV-Fiction" genannt)

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (nachfolgend "Imago" genannt; zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin (nachfolgend "Bildergarten Entertainment" genannt)

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfirmiert in Oystercatcher GmbH, nachfolgend "Oystercatcher" genannt)

Windlight Pictures GmbH, München (nachfolgend "Windlight" genannt)

An der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH hielt die ITV Studios Germany GmbH im Vorjahr 90 Prozent des Kapitals. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die ITV Studios Germany GmbH den Minderheitenanteil von 10 Prozent des Kapitals an der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH und hält nunmehr 100 Prozent des Kapitals dieser Gesellschaft. An den anderen aufgeführten Gesellschaften hielt die ITV Studios Germany Holding GmbH direkt oder indirekt bereits im Vorjahr jeweils 100 Prozent des Kapitals.

Im Vorjahr wurde die "Bildergarten-Gruppe", bestehend aus der Bildergarten Entertainment GmbH, der Oystercatcher GmbH, der ITV Studios Germany Fiction GmbH sowie der auf die Bildergarten Entertainment GmbH verschmolzenen Talpa Germany Holding B.V. und der Bildergarten Entertainment Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 3. Dezember 2021 erstmals in den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH einbezogen. Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung im Konzernabschluss des Vorjahres für nur einen Monat, sind die Angaben des Vorjahreszeitraums 2021 nur eingeschränkt mit denen des Geschäftsjahres 2022 vergleichbar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser konsolidierungskreisbedingten Veränderungen sind unter den Ausführungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bei den einzelnen Posten im Lagebericht näher erläutert.

Zweigniederlassungen

Der Hauptsitz der ITV Studios Holding und der ITV Studios Produktion befindet sich in der Agrippastraße 87-93 in 50676 Köln. Die Bildergarten Entertainment sowie die Oystercatcher haben ihren Sitz gemeinsam in der Genthiner Straße 5 in 10785 Berlin, wo ebenfalls die ITV- Fiction ansässig ist. Zudem hat die Bildergarten Entertainment eine Betriebstätte am Hohenzollernring 103 in 50672 Köln. Der Firmensitz der Windlight befindet sich in der Rumfordstraße 21a, 80469 München. Die Imago hatte ihren Hauptsitz in der Keplerstraße 4-6 in 10589 Berlin. Des Weiteren hatte die Imago einen Produktions- und Redaktionsstandort in der Turmstraße 76 in 10551 Berlin. Auch die ITV Studios Produktion unterhält eine Betriebsstätte in Berlin (10785), in der Genthiner Straße 5.

Es besteht außerdem eine Zweigniederlassung der ITV Studios Produktion in der Schweiz, in der Brückfeldstrasse 16 (c/o Fiduria AG) in 3012 Bern. Dieser Standort wurde eingerichtet, um den Anforderungen des Schweizer Radio und Fernsehens für die lokale Produktion von "Factual Entertainment Formaten" gerecht zu werden.

Geschäftsmodell des Konzerns

Kerngeschäft des ITV-Studios-Konzerns in Deutschland sind Auftragsproduktionen verschiedener Genres für eine Vielzahl von deutschen privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, nationalen und internationalen Streamingdiensten sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen. Hinzu kommen einige Produktionen für das deutschsprachige Ausland. Es werden sowohl Formate des Mutterkonzerns, Eigenentwicklungen sowie sogenannte Drittformate für den deutschsprachigen Fernsehmarkt produziert. Schwerpunkt bei den Genres ist der Entertainmentbereich mit einer Vielzahl von Reality-, Factual-, Show- und Quizformaten. Aber auch einige fiktionale Formate konnte der ITV-Studios-Konzern erfolgreich auf dem deutschen Markt platzieren.

Steuerungssystem

Durch Einbindung in das Steuerungssystem der Geschäftssparte "ITV-Studios", dies gilt ebenso für die im Vorjahr erstmals einbezogene Bildergarten-Gruppe, der ITV plc sollen sowohl Transparenz als auch die für den Gesamtkonzern relevanten Ziele erreicht werden. Ein Gesamtbild über die weltweiten Aktivitäten von ITV plc ergibt sich aus dem von ITV plc veröffentlichten Konzernabschluss, der unter dem im Konzernanhang genannten Register eingesehen werden kann.

Wesentliche Größen zur Steuerung der Konzerngesellschaften bilden die finanziellen und nicht finanziellen Leistungsindikatoren Umsatz, Ergebnis vor Steuern, die produzierten Sendestunden und die Veränderung dieser Werte aufgrund von Zeiteffekten oder permanenten Varianzen, wie beispielsweise durch Neubeauftragungen.

Forschung und Entwicklung

Auch zukünftig stehen die Adaption und Entwicklung neuer Formate sowie die Erhaltung langlaufender Produktionen für das Fernsehen, Streaming Plattformen und weitere digitale Medien im Fokus des Unternehmens. Durch die Nutzung der Formatangebote der ITV plc, von Drittanbietern sowie die Entwicklung eigener Formate und deren Produktion soll unsere Marktstellung in Deutschland gefestigt werden.

2. Wirtschaftsbericht

Allgemeine Wirtschaftsentwicklung

Gute Bedingungen für Wachstum gab es im Jahr 2022 nicht: ein Krieg in Europa, stark gestiegene Energiepreise, die Nachwehen der Corona-Pandemie und eingeschränkte Lieferketten. Dennoch erreichte die deutsche Wirtschaft ein kleines Plus: mit einem Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt von 1,8 Prozent. Vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Konjunktur nach Angaben des statistischen Bundesamtes mit höheren Konsumausgaben angekurbelt. Demnach lagen die Steigerungen in diesem Bereich bei 4,6 Prozent.

Hohe Preise und der Materialmangel bremsten dagegen die Industrieproduktion und den Bau. Die Stagnation zum Jahresende machte aber noch einmal klar, dass die hohe Inflation von bis zu +10,4 Prozent (Stand Oktober 2022) 1 nicht spurlos an der deutschen Wirtschaft sowie an der Verbraucherschaft vorbeigegangen ist und weiter Einfluss auf die Entwicklung nehmen wird.

Die Bundesregierung betonte, dass vor allem sie "durch entschlossenes Handeln" im Jahr 2022 (oder Vorjahre, da in 2022 weiter unten von einem Wegfall gesprochen wird) "die Krise beherrschbar gemacht" habe. So formulierte es zumindest Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der auf entsprechende "Gesetzespakete" so wie die Mobilisierung "großer Geldmengen" verwies, "um die Wirtschaft zu stützen und die Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten." Entsprechend machte sich der Wegfall verschiedener Subventionen im letzten Quartal 2022 deutlich bemerkbar 2

Werbe- und TV-Markt

Die Werbewirtschaft in Deutschland erzielte 2022 insgesamt ein Marktvolumen von rund 48,1 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Wachstum von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die erhoffte und in vielen Branchensegmenten benötigte Erholung nach den Corona-Jahren stellte sich aufgrund des Ukraine-Konflikts und dessen wirtschaftlicher Folgen im Jahr 2022 aber nicht ein. Fast alle Kennzahlen der Werbebranche erreichten noch nicht das Vor-Corona- Niveau. Die Nettoerlöse der Medien sanken zudem um 0,6 Prozent. Ebenfalls untypisch schlecht für die Branche verlief das letzte Quartal 2022. Dabei traf es besonders den Fernsehmarkt hart. Auch wenn der Bereich In-Stream-Video um 13,7 Prozent wachsen konnte, nahmen die Erlöse für das lineare TV um 7,4 Prozent ab, was mit rund 5,3 Milliarden Euro Nettowerbeeinnahmen insgesamt einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von drei Prozent darstellte. Wahrscheinlich bezeichnend für die wirtschaftliche Gesamtsituation:

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html
2 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20230113-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2023.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/bip-wirtschaftskraft-101.html
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/02/PD23_070_811.html

Während Werbespendings für Touristikangebote im Fernsehen um 91 Prozent anstiegen, gingen sie beispielsweise für den Kraftfahrzeugmarkt um 18,9 Prozent zurück. 3

TV-Produktion unter höheren Kosten und geringerer Rendite

Im Rahmen ihrer Herbst - Umfrage kam 2022 auch die Allianz Deutscher Produzenten - Film und Fernsehen e.V. zu dem Ergebnis, dass die gestiegenen Kosten das Thema der Mitgliedsunternehmen waren. Bei fast allen Produktionsfirmen (94 Prozent der Teilnehmenden) seien im abgefragten Zeitraum zwischen Januar 2019 und Juni 2022 die Herstellungskosten gestiegen, im Mittel um 15 Prozent: "Bei fiktionalen Produktionen war die Steigerung höher als bei Produktionen aus dem Non-Fiction-Bereich."

Trotz guter Auftragslage, so der Bericht der Produzentenallianz, "fällt mehr als die Hälfte der Unternehmen der Produzentenallianz mit ihren Umsatzrenditen in die Segmente unter 0 Prozent, bis 2,5 Prozent und bis 5 Prozent und damit in einen Bereich, der keine oder kaum Eigenkapitalbildung ermöglicht." Diese "prekäre Lage" vieler Produktionsunternehmen werde langfristige Auswirkungen auf die Vielfalt und Größe des deutschen audiovisuellen Produktionsmarkts haben. 4

Analog zu einer unsicheren wirtschaftlichen und politischen Situation waren mit Blick auf die Publikumsgunst etablierte eskapistische Formate führend. So stand beispielsweise das Format "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" an der Spitze des Rankings der Reality-Formate. Im Schnitt erreichte die Ausgabe 2022 beim Gesamtpublikum mit durchschnittlich 4,37 Millionen Zuschauern 19,5 Prozent Marktanteil. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kam die Staffel mit durchschnittlich 1,72 Millionen Zuschauern auf 29,4 Prozent Marktanteil. 5

Geschäftsverlauf

Im Jahr 2022 wurde erstmalig die Bildergarten-Gruppe für ein vollständiges Jahr in den Konzernabschluss des ITV Studios Holding Konzern mit einbezogen, nachdem im Vorjahr aufgrund des Erstkonsolidierungszeitpunkts eine Berücksichtigung erst ab Dezember 2021 erfolgte. Die Umsätze stiegen im Geschäftsjahr 2022 zwar um 13,3 Prozent, aber nicht in dem prognostizierten Maße einer mittleren zweistelligen Zuwachsrate, da neben dem Wachstum durch die Bildergarten-Gruppe, die im Geschäftsjahr 2022 erstmalig für 12 Monate berücksichtigt wurde, eine gegenläufige Geschäftsentwicklung in dem ITV Studios-Sektor zu verzeichnen war.

3 https://zaw.de/werbemarkt-2022-im-plus-aber-viele-offene-baustellen-2023-startet-schwach-und-zusaetzlichmit-politischen-abwaertsrisiken/ https://vau.net/wp-
content/uploads/2023/05/VAUNET_Publikation-Audiovisuelle-Werbung-in-Deutschland2022-2023_final.pdf
4 https://www.produzentenallianz.de/beitraege/pressemitteilung/umfrage-zu-kostensteigerungen-bescheinigt-trotz-guter-auftragslage-keine-wirtschaftliche-erholung-fuer-film-und-fernsehbranche/
5 TV Key Facts 2023 by RTL Ad Alliance https://www.dwdl.de/magazin/91107/tvhits_2022_die_meistgesehenen_sendungen_des_jahres/?utm_source=&utm_medium=&utm_campaign=&utm_term=
https://www.horizont.net/medien/nachrichten/ich-bin-ein-star---holt-mich-hier-raus-so-lief-das-dschungelcamp2022-fuer-rtl-aus-quotensicht-197660

Um Schlüsse auf den Geschäftsverlauf ziehen zu können, vergleichen wir hinsichtlich der Produktionen jeweils die vollständigen Jahre aller einbezogenen Gesellschaften miteinander.

Als Folge der Betrachtung reduzieren sich die Umsatzerlöse des ITV Studios Konzerns in Deutschland im Geschäftsjahr 2022 um 13,0 Prozent. Im Wesentlichen trugen die geringeren Auftragsvolumina in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual" zu dem Rückgang bei, während die Aktivitäten in den Genres "Music", "Reality" sowie "Scripted" insgesamt zunahmen. Um 21,7 Prozent reduzierte sich das Volumen an produzierten Sendestunden.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine geringere Anzahl an "Quiz" und "Factual" Formaten produziert, die im Verhältnis zum Stundenvolumen vergleichsweise gering vergütet werden. Aus diesem Grunde fällt der Rückgang an Sendestunden im Verhältnis zum dem des Umsatzes relativ hoch aus. Die Nicht-Wiederbeauftragung des "Buchstaben Battle" für SAT.1 hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung, während "Das Quizduell" und "Gefragt - gejagt" für die ARD langfristig verlässliche Umsatzvolumina liefern. Das gleiche gilt im integriertem "Show" Bereich für die Produktionen "Grill den Henssler" für VOX, aber auch für "Ein Herz für Kinder" für das ZDF. Eine Neuauflage der "Puppenstars" trug ebenfalls zu einer erfreulichen Entwicklung bei. Obwohl auch im "Factual" Bereich nicht alle Formate fortgeführt wurden, konnte der Entwicklung mit Neubeauftragungen, wie der von "Superklein - Die Miniaturmeisterschaft" für RTL aber auch von sechs weiteren Sendungen bei der Imago, entgegengewirkt werden.

Im Bereich "Reality" konnte das Umsatzvolumen durch Neubeauftragungen, wie die von "Love is King" für Joyn/ProSieben und "Make Love, Fake Love" für RTL+ unter anderem auch aufgrund nicht wiederkehrender Formate des Vorjahres nicht ganz gehalten werden. Die Produktionen "Ich bin ein Star - holt mich hier raus", die zum ursprünglichen Produktionsstandort in Australien zurückgekehrt ist, und die diverse Spin-offs für RTL und "Love Island" für RTL2 bilden nach wie vor das Grundfundament des Genres.

Nach den "Reality" Formaten bilden die "Music" Formate den zweitgrößten Bereich der Gruppe, insbesondere durch die Produktionen "The Voice of Germany" für die Seven.One Entertainment Group GmbH, "The Voice Kids" für SAT.1 und "Sing my Song" für VOX. Im Jahr 2022 konnten durch den kontinuierlichen Ausbau des Bereichs, so durch "Germany 12 Points - der Deutsche ESC-Vorentscheid 2022" für den NDR, Umsatzzuwächse erzielt werden.

Die Beauftragung der Comedy Serie von "Like a Loser" für ZDFneo, als auch der Komödie "Klima retten für Anfänger" und der Mini-Serie "Ein Schritt zum Abgrund" für die ARD führten im Bereich "Scripted" zu deutlich gestiegenen Umsätzen.

In der weiteren Berichterstattung betrachten wir die Veränderungen innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend der konzernbilanziellen Abgrenzung der Bildergarten Gruppe, die im Geschäftsjahr 2021 nur für Dezember mit einbezogen wurde.

Die anteilige Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich Bestandsveränderung) konnte in Folge wiederum gesteigert werden. Während sich der Aufwand für bezogene Dienstleistungen für Produktionen annähernd proportional zum zur Gesamtleistung verhielt, wirkten sich die Inflation als auch die Personalintensität des Portfolios auf die Personalkosten steigernd aus.

Durch die erstmalig zum 3. Dezember 2021 in den Konzern einbezogene Bildergarten-Gruppe entstand ein Firmenwert in Höhe von EUR 21,5 Mio., der unmittelbar in voller Höhe abgeschrieben wurde und damit in entsprechender Höhe das Konzernjahresergebnis 2021 negativ beeinflusste.

Die Verzinsung von Konzerndarlehen führte zu einer hohen Belastung der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen im Jahr 2022.

Aus den genannten Effekten resultiert ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 3,1 Mio., welches um EUR 16,8 Mio. über dem des Vorjahres liegt.

Zur Entwicklung der Sendestunden

Entsprechend der Betrachtung der Umsatzentwicklung, vergleichen wir hier jeweils das vollständige Volumen der Sendestunden der Jahre 2022 und 2021 aller Konzerngesellschaften miteinander.

Im Geschäftsjahr 2022 hat sich das Volumen an produzierten Fernsehstunden aufgrund der geringeren Produktionsaktivitäten in den Bereichen "Quiz" und "Factual" von 931 auf 728 reduziert. Dieser Rückgang lag auch über dem im Vorjahr prognostizierten Rückgang für das Jahr 2022. Zuwächse konnten bei den "Reality" Formaten von 88 auf 115 Stunden (+ 31 Prozent) und von 5 auf 8 Stunden (+60 Prozent) auf moderatem Niveau bei den "Scripted" Produktionen erzielt werden.

670 Stunden wurden aufgrund von Wiederbeauftragungen bestehender Formate produziert (im Vorjahr 826 Stunden), 59 Stunden entfielen auf Neubeauftragungen (im Vorjahr 105 Stunden). Das geringere Sendestundenniveau der Neubeauftragungen ist auf "Reality", "Music" und "Scripted" zurückzuführen, die in der Relation zum hohen Umsatz ein vergleichsweise geringes Volumen an produzierten Sendestunden ausweisen.

Formate aus dem englischen Mutterhaus, der ITV plc und ihrer Töchter, haben mit 471 Stunden den größten Anteil an den von uns produzierten Fernsehstunden (im Vorjahr 601 Stunden). Eigene, selbst entwickelte Formate hatten mit 257 Stunden ebenfalls einen wesentlichen Anteil am Produktionsumfang (im Vorjahr 330 Stunden).

Drittformate nehmen eine untergeordnete Position ein.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des ITV Studios Konzerns

Auf Grund der Erstkonsolidierung der Bildergarten-Gruppe zum 3. Dezember 2021 sind die Angaben zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Geschäftsjahr 2022 nur eingeschränkt mit denen des Vorjahreskonzernabschlusses 2021 vergleichbar.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der ITV Studios Konzern in Deutschland ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von EUR 3,1 Mio. (Vorjahr: EUR -13,8 Mio.). Der Konzernjahresüberschuss betrug EUR 1,5 Mio. (Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag: EUR -16,8 Mio.), was eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Der Konzernjahresfehlbetrag des Vorjahres war maßgeblich auf die erstmalige Konsolidierung der Bildergarten-Gruppe zum 3. Dezember 2021 zurückzuführen, die das Konzernergebnis des Vorjahres mit EUR 21,5 Mio. aufgrund des aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrages belastet hat. Ohne diesen Sondereffekt des Vorjahres hätte das Konzernergebnis EUR +4,7 Mio. betragen.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte der Konzern einen Umsatz von EUR 117,0 Mio., was einer Zunahme von EUR 13,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der erhebliche Anstieg des Umsatzes ist ausschließlich auf die erstmalige ganzjährige Einbeziehung der Bildergarten- Gruppe zurückzuführen, während im Vorjahr lediglich das Dezemberergebnis im Konzernabschluss berücksichtigt wurde. Der Anstieg durch Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 beträgt EUR 31,7 Mio. Ohne Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe ergäbe sich ein Umsatzrückgang von EUR 18,0 Mio. gegenüber dem Vorjahr. Wesentliche Ursache für diesen Rückgang waren weniger produzierte Stunden in den Bereichen "Quiz und Show" und "Factual."

Die Zunahme der Bestandsveränderungen von EUR 19,5 Mio. im Vorjahr um EUR 3,4 Mio. auf EUR 22,9 Mio. im Geschäftsjahr 2022 resultiert aus einem deutlichen Anstieg der Bestände bei der Windlight um EUR 10,6 Mio. auf EUR 10,8 Mio., denen Bestandsverminderungen der ITV Studios von EUR -6,1 Mio. entgegenstehen.

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um EUR 0,4 Mio. auf EUR 2,2 Mio. ist im Wesentlichen durch den Rückgang der periodenfremden Erträge von EUR Mio. 0,6 im Vorjahr auf EUR 0,1 Mio. begründet.

Die Materialquote bezogen auf die Gesamtleistung verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 62,3 Prozent auf 63,6 Prozent, was einer absoluten Zunahme der bezogenen Leistungen für Produktionen von EUR 67,1 Mio. auf EUR 76,6 Mio. um EUR 9,4 Mio. entspricht. Der Großteil dieses Zuwachses in absoluter Höhe resultiert aus der ganzjährigen Berücksichtigung der Bildergarten-Gruppe.

Der Personalaufwand erhöhte sich um EUR 5,5 Mio. auf EUR 36,9 Mio. durch die ganzjährige Einbeziehung der Bildergarten-Gruppe, dem ein Rückgang bei der ITV Studios Produktion und der Imago gegenüberstand. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung stieg gegenüber dem Vorjahr von 29,2 Prozent auf 30,7 Prozent. Ursächlich hierfür sind sowohl der veränderte Genre Mix mit unterschiedlichen Personalanforderungen und die Gebundenheit durch langfristig beschäftigtes Personal.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von EUR 3,5 Mio. um EUR 1,2 Mio. auf EUR 4,7 Mio., was wiederum überwiegend auf die Einbeziehung der Bildergarten- Gruppe für ein volles Jahr zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen, die im Vorjahr vollumfänglich den Effekt aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrag von EUR 21,5 Mio. enthielten, verringerten sich signifikant von EUR 22,0 Mio. auf EUR 0,7 Mio.

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich deutlich um EUR -16,8 Mio. auf EUR 3,1 Mio., was im Wesentlichen auf den im Vorjahr aus der Kapitalkonsolidierung resultierenden und sofort abgeschriebenen aktivischen Unterschiedsbetrag zurückzuführen ist.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag reduzierten sich um EUR 1,4 Mio. auf EUR 1,6 Mio. infolge eines geringeren zu versteuernden Einkommen.

Trotz des gestiegenen Umsatzes lässt sich insgesamt feststellen, dass sich die Profitabilität vermindert hat, insbesondere durch den Wegfall von margenstarken Produktionen im Bereich "Quiz."

Finanzlage

Nachfolgend werden die in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellten Cash-Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit analysiert.

Insgesamt wurde ein Konzernjahresüberschuss von EUR 1,5 Mio. realisiert (Vorjahr: Konzernjahresfehlbetrag von EUR 16,8 Mio.).

Wesentlich geprägt wird der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (EUR 9,2 Mio.) durch die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Vorräte von insgesamt EUR -6,1 Mio. auf der Aktivseite sowie der Reduzierung der Verbindlichkeiten in Höhe von EUR -5,6 Mio. auf der Passivseite. Im Vorjahr stand der positive Cashflow stark im Zusammenhang mit dem Aufbau von Verbindlichkeiten, die aufgrund der Einlage in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2022 reduziert werden konnten.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war im Vergleich zum Vorjahr (EUR -9,3 Mio.) mit EUR 11,3 Mio. positiv, was wesentlich auf die Einzahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition zurückzuführen ist. Im Vorjahr verhielt es sich gegenläufig und die Position wurde durch Auszahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition geprägt (Vorjahr: EUR -8,8 Mio.).

Infolge der Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 35,8 Mio. konnten die Verbindlichkeiten aus der übernommenen Bildergarten-Gruppe im Berichtsjahr vollumfänglich im gleichlautenden Betrag getilgt werden. Gesamthaft erfuhr der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gegenüber dem Vorjahr eine Veränderung von EUR -0,2 Mio. auf EUR -1,5 Mio. Die Bank- und Kassenbestände (Finanzmittelbestand) erhöhten sich nur leicht von EUR 5,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 5,6 Mio. im Berichtsjahr. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte keine Gewinnausschüttung an die Gesellschafterin.

Das Finanzmanagement ist geprägt durch die Anlage von kurzfristig zur Verfügung stehenden Finanzmitteln und einer Cash-Flow Planung. Die Analyse des Cashflows aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat nicht nur für den ITV-Studios-Konzern in Deutschland, sondern auch für unser Mutterhaus an Bedeutung gewonnen. Durch die kurzfristig abrufbaren Finanzmittel ist die Liquidität aufgrund der Liquiditätsplanungen innerhalb des Konzerns ausreichend sichergestellt. Bankfinanzierungen sind dadurch nicht erforderlich. Durch die stabile Liquiditätssituation war der Konzern in der Lage alle seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Vermögenslage

Die Aktiva des Konzerns beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 55,2 Mio., was im Vergleich zum Vorjahr (EUR 62,5 Mio.) einen Rückgang um EUR 7,3 Mio. darstellt. Innerhalb der Aktiva gingen die immateriellen Vermögensgegenstände geringfügig auf EUR 0,1 Mio. zurück, während die Sachanlagen mit EUR 1,3 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Finanzanlagen haben sich im Geschäftsjahr nicht verändert.

Das Umlaufvermögen beläuft sich per Stichtag auf EUR 48,8 Mio., was einer Reduktion von rund EUR 2,7 Mio. gegenüber dem Vorjahr in Höhe von EUR 51,5 Mio. entspricht. Die Vorräte sind geprägt durch die unfertigen Produktionen, bei denen ein Zuwachs von EUR 3,4 Mio. auf EUR 22,9 Mio. zu verzeichnen war. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens im letzten Quartal des Jahres um EUR 5,6 Mio. auf EUR 11,4 Mio. erhöht. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich stichtagsbedingt wesentlich um EUR 15,1 Mio. auf EUR 4,4 Mio., resultierend aus dem gesunkenen Forderungsbestand aus kurzfristiger Finanzierung gegenüber der ITV plc (Geschäftsjahr EUR 4,2 Mio., Vorjahr EUR 18,3 Mio.) Die sonstigen Vermögensgegenstände sind um EUR 2,3 Mio. auf EUR 3,5 Mio. hauptsächlich aufgrund des Anstiegs von Rückforderungen aus Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen angestiegen.

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital erheblich auf EUR 32,9 Mio., wobei der Konzerngewinn auf EUR 1,5 Mio. verbessert wurde, was eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte durch die alleinige Gesellschafterin des Mutterunternehmens, die ITV Studios Holding BV, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von EUR 35,8 Mio. beim Konzernmutterunternehmen ITV Studios Germany Holding GmbH gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Die Rückstellungen des Konzerns erhöhten sich zum Bilanzstichtag um EUR 1,8 Mio. auf EUR 9,2 Mio. Die Steuerrückstellungen stiegen um EUR 0,4 Mio. auf EUR 1,1 Mio. Ein wesentlicher Anstieg innerhalb der sonstigen Rückstellungen ergibt sich aus den ausstehenden Rechnungen für Fernsehauftragsproduktionen. Hier ist ein Zuwachs auf EUR 4,7 Mio. zu verzeichnen (Vorjahr: EUR 3,2 Mio.). Die wirtschaftliche Verursachung dieser Rückstellungen bezieht sich auf bezogene Leistungen für bereits an Sender gelieferte und/oder ausgestrahlte Fernsehauftragsproduktionen sowie für unfertige Produktionen.

Die Verbindlichkeiten verringerten sich um EUR 41,9 Mio. auf EUR 13,1 Mio. Dies ist im Wesentlichen durch die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen begründet. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich deutlich um EUR 37,6 Mio. auf EUR 0,2 Mio. Die durchgeführte Einzahlung in die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2022 war für die Rückzahlung von bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestimmt, die im November 2022 vollständig zurückgeführt wurden.

Daneben sanken die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen um EUR 2,4 Mio. auf EUR 11,7 Mio ., hier erfuhr insbesondere bei der ITV Studios Produktion das Volumen einen Rückgang. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich hauptsächlich stichtagsbedingt um EUR 2,0 Mio. auf EUR 0,5 Mio. Die sonstigen Verbindlichkeiten blieben mit EUR 0,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr mit EUR 0,7 Mio. nahezu unverändert und beinhalten im Wesentlichen die Verbindlichkeiten aus Steuern (Umsatzsteuer, Lohn- und Kirchensteuer, Quellensteuer).

Gesamtaussage zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage:

Insgesamt wurde die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gruppe im Geschäftsjahr 2022 maßgeblich durch die Integration der Geschäftsbetriebe der zum 3. Dezember 2021 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Bildergarten-Gruppe sowie der Rückzahlung der bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im November 2022 durch die Einzahlung in die Kapitalrücklage durch den Gesellschafter geprägt.

Neubeauftragungen, aber auch Volumensteigerungen in den Bereichen "Reality", "Music" und "Scripted", konnten das geringere Produktionsvolumen in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual" in der Gesamtbetrachtung beider Jahre nicht vollständig ausgleichen. Da jedoch im Vorjahr nur die Formate der Bildergarten-Gruppe einbezogen werden konnten, deren Fertigstellung im Dezember umsatzwirksam erfolgte, ist ein deutliches Wachstum des Umsatzes und eine geringfügige Steigerung der Sendestunden zu verzeichnen.

In Anbetracht der im Jahr 2022 bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen und des Rückganges der Werbeerlöse im Bereich TV sind ein um 13,3 Prozent gestiegener Umsatz (13,0 Prozent in der Gesamtbetrachtung) als eine befriedigende Leistung zu betrachten.

Kernaufgaben des Jahres 2022 waren, die Bildergarten-Gruppe in den Konzern zu integrieren und die Voraussetzungen für das Verschmelzen der Imago in die ITV Studios Produktion im Jahr 2023 zu schaffen.

Des Weiteren gilt es eine große Anzahl an Wiederbeauftragungen unserer Formate zu sichern und für Fernsehsendungen Ersatz zu schaffen, die nicht mehr bestellt werden, insbesondere in den Bereichen "Quiz+Show" und "Factual". Geplant ist eine größere Zahl an Produktionen im Bereich "Scripted" und ein umfangreicheres Volumen der Produktionen rund um das Format "Ich bin ein Star - holt mich hier raus". Ergänzend kommen im "Reality" Genre weitere neue Formate für Fernsehsender als auch Streamingdienste hinzu.

Auch in den Bereichen "Music" ("The Voice," "Sing meinen Song"), aber auch bei den "Show" ("Grill den Hensler") und "Factual" ("Das perfekte Dinner") Formaten planen wir wieder mit einem großen Anteil von langlaufenden Produktionen.

Zum Jahresende 2022 befand sich bereits ein erheblicher Teil der geplanten neuen Formate in Produktion. Durch intensive Entwicklungstätigkeiten und den konsequenten Neuerwerb von internationalen Produktionsunternehmen seitens der ITV plc und folglich den Zugriff des ITV Studios Konzerns in Deutschland auf den erweiterten Formatkatalog des Mutterhauses, besteht die Möglichkeit, weitere attraktive Neuformate an die Fernsehsender zu veräußern und somit das Produktionsvolumen zu erhöhen.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Die nachfolgend beschriebenen Risiken und Chancen werden als Nettorisiken beschrieben und haben Auswirkungen auf die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die als niedrig, mittel oder hoch eingestuft werden können. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für den Konzern aufgeführt, beginnend mit den bedeutsamsten Risiken bzw. Chancen.

Risiken der künftigen Entwicklung

Allgemein

Die ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland sind in das Risiko-Management der ITV plc integriert und berichten regelmäßig in standardisierter Form über die Risikolage.

Es werden regelmäßig interne Reviews durchgeführt und kontinuierlich an einer Reduzierung von operativen Risiken gearbeitet.

Es bestehen folgende wesentliche Risikobereiche:

Personal

Immer schwieriger wird es, hochqualifiziertes Personal zu finden und im Unternehmen zu halten. Dem wirkt ITV mit Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit entgegen. Weiterhin ist als Risiko zu nennen, dass langjährige Mitarbeiter einen neuen Wirkungskreis suchen und dann Ideen sowie Kontakte mitnehmen. Das Risiko kann in diesem Bereich als mittelgroß eingestuft werden und kann zu Kostensteigerungen im Personalbereich führen oder zu Umsatzminderungen bei Projektverlusten.

Allgemeine konjunkturelle Risiken

Die konjunkturelle Entwicklung der Weltmärkte und in Deutschland hat Einfluss auf die Höhe der Werbeausgaben der Unternehmen. Wie bereits in Vorjahren zu beobachten, könnten Unternehmen gezwungen sein, ihre Werbeausgaben zu senken, was wiederum die Ertragskraft der Sender mindern würde. Folgen würde weiterer Preisdruck auf die zu produzierenden Formate und damit ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage bei den Produzenten. Das Risiko wird vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftsprognosen für kommende Geschäftsjahre als hoch eingeschätzt.

Formatschutz

Ein stetiges Risiko ist die steigende Anzahl von Formatkopien oder Formaten, die in Anlehnung an unsere Erfolgssendungen entwickelt werden. Diese Formate könnten attraktive Sendeplätze einnehmen, die dann für andere Formate blockiert sind. Risikominimierungsmaßnahmen sind in diesem Bereich kaum möglich. Das Risiko, das ebenfalls Einfluss auf die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns hat, wird von uns auf der Basis von Erfahrungen aus Vorjahren als mittleres Risiko beurteilt. Andererseits wirkt auch hier unsere kontinuierliche Entwicklungstätigkeit an bestehenden und neuen Formaten dem Risiko entgegen.

Produktionszyklus

Formate, die über einen längeren Zeitraum im Fernsehen zu sehen sind, bleiben für den Zuschauer nur dann attraktiv, wenn man diese ständig weiterentwickelt. Zu viele Wiederholungen in den Früh-/Spätstunden und am Wochenende können zu einer Sättigung des Zuschauers führen und nehmen gleichzeitig den Sendeplatz für neue Formate weg.

Ausgeschlossen ist es nicht, dass von den deutschen ITV Studios Konzerngesellschaften produzierten Fernsehsendungen in den nächsten Jahren am Ende ihres Produktlebenszyklus ankommen und daher nicht oder nicht mehr im gleichen Umfang beauftragt werden. Dies kann sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Zurzeit ist hier ein mittleres Risiko zu sehen. Um die dann freigewordenen Sendeplätze neu zu besetzen bzw. Zuschauer- und Umsatzanteile stabil zu halten, bedarf es der stetigen Entwicklung von Nachfolgeprodukten und der Fortentwicklung der bestehenden Formate.

Sender

Die steigende Anzahl von selbst produzierten Programmen der Sender oder verbundener Unternehmen und Einsparungen bei den Budgets der Auftragsproduktionen wird das Marktvolumen für unabhängige Produzenten voraussichtlich weiter einschränken und könnte Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Auch aus diesem Risiko könnte sich ein negativer Einfluss auf die Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage ergeben. Durch unsere kontinuierliche Entwicklung attraktiver Formate kann das Risiko minimiert werden. Das Risiko wird von uns dennoch als hoch klassifiziert.

Marktrisiken

Zu den Marktrisiken gehören die Risiken aus Wechselkursschwankungen, insbesondere derer, die sich aus dem Wechselkursverhältnis des Euro gegenüber dem Australischen Dollar und dem südafrikanischen Rand ergeben. Durch die Muttergesellschaft festgelegte Verfahren zur Anwendung von Finanzmitteln führen zwar zu einer Planungssicherheit bei beauftragten Produktionen, können aber eine Volatilität der Performance bei Folgebeauftragungen nicht verhindern. Dieses Risiko kann als mittel bis gering eingestuft werden.

Währungsrisiken

Währungsrisiken im Rahmen von Auftragsproduktionen, die im Ausland oder für das Ausland produziert werden, werden bei Bedarf über Sicherungsgeschäfte (Hedging) durch die Muttergesellschaft gedeckt. Damit sind die Risiken in diesem Bereich ebenfalls als gering einzustufen.

Kreditrisiken

Die ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland finanzieren sich nicht außerhalb des Konzerns und unterliegen somit keinen wesentlichen Kreditrisiken.

Es erfolgen keine kurzfristigen Kreditfinanzierungen und folglich sind wir auch nicht mit Zinsrisiken konfrontiert.

Abschließend ist nochmals anzumerken, dass wir aufgrund der Konzernzugehörigkeit zur börsennotierten ITV plc in deren Risikomanagementsystem integriert sind. Es bestehen lediglich branchenübliche Risiken und keine Anhaltspunkte für bestandsgefährdende Risiken.

Zahlungsausfallrisiken

Dem Zahlungsausfallrisiko von Forderungen wird durch vertraglich festgelegte Zahlungskonditionen und ein Debitorenmanagement (Mahnwesen) begegnet. Auch in diesem Bereich ist das Risiko als gering einzustufen.

Gesamtaussage zur Risikolage

Aus heutiger Sicht sind der Geschäftsführung der ITV Studios Holding GmbH keine konkreten Risiken bekannt, die einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der ITV Studios Konzerngesellschaften in Deutschland führen könnten.

Chancen für unsere künftige Entwicklung

Die Bindung eines festen Mitarbeiterstammes sowie Impulse von neuen Kollegen in den ITV Studios Konzerngesellschaften führen zu großem Einsatz und frischer Kreativität. Beides sind Faktoren, die für die Produktion einer Fernsehsendung und der Entwicklung neuer Formate unerlässlich sind und daher als hohe Chance eingestuft werden können. Dies kann sich im Endeffekt sehr positiv auf unsere Leistungsindikatoren und damit insgesamt positiv auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

Es gelingt unserer firmeneigenen Casting- und Development-Abteilungen immer wieder, besondere Menschen zu finden, die vor der Kamera unterhaltsam agieren und den Zuschauer ansprechen. Zuschaueranteile zu gewinnen ist für die Kundenbindung und damit für die Ertragslage ein wichtiger Erfolgsfaktor und wird in der Eintrittswahrscheinlichkeit als mittlere Chance bewertet. Daher versuchen wir weiterhin besondere Talente zu finden, zu binden und zu fördern.

Die adaptierten erfolgreichen Formate unseres Mutterhauses, Formate von Drittanbietern und auch diverse Eigenentwicklungen werden auch in den kommenden Jahren für eine Vielzahl von Kunden von Interesse sein. Hauptaugenmerk liegt im deutschen Fernsehgebiet, jedoch bieten Länder wie die Schweiz und Österreich neue, wenn auch nur geringe bis mittlere Chancen in einem weiteren Wirkungskreis.

Um die vielfältigen Wünsche und Budgetvorstellungen unserer Konzernobergesellschaft in Großbritannien abdecken zu können, werden wir unsere Angebotspalette kontinuierlich ausbauen. Immer wieder sollen Trends gesetzt werden, die zum Ausbau unseres Programmportfolios beitragen.

Durch ein teilweises Zusammenführen von Verwaltungsbereichen und Büros, die Etablierung eines zentralen Teams in der ITV Studios Holding, sowie Kooperationen in der Produktionsorganisation der konzerneigenen Gesellschaften in Deutschland, sollen unter der Federführung der ITV Studios Holding Synergien geschaffen werden.

Prognosebericht

Allgemeine Wirtschaftsentwicklung

Für das Jahr 2023 zeichnete sich für Deutschland ein wirtschaftlich herausforderndes Bild mit einem Mix aus externen und internen Belastungsfaktoren. Ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld, eine straffe Geld- und Fiskalpolitik sowie deutlich zutage tretende strukturelle Probleme sorgten für Gegenwind. Diese Faktoren drückten auf die Stimmung und haben die Wirtschaft im Winterhalbjahr in eine leichte Rezession geführt, aus der sie sich allerdings ab dem Frühjahr allmählich erholen dürfte. Trotz dieser Erholungstendenzen wird für 2024 eine Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen Minus 0,5 Prozent und Plus 0,3 Prozent 6 erwartet, nachdem im Jahr 2023 ein Minus von 0,3 Prozent 7 zu verzeichnen war.

Einen Lichtblick bietet der private Verbrauch, der im Jahresverlauf 2024 dank steigender Realeinkommen wieder anziehen dürfte. Diese positive Entwicklung des privaten Konsums ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Erholung. Allerdings könnte die Sparquote aufgrund eines stärkeren Vorsichtssparens leicht ansteigen. Langfristige Perspektiven deuten auf eine sinkende Sparquote hin, vor allem wegen demografischer Veränderungen.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich von der schwachen Konjunktur und strukturellen Herausforderungen gebeutelt. Die Arbeitslosenquote könnte bis 2024 auf 6 Prozent steigen und erst im Jahr 2025 wieder leicht sinken. Die Tariflöhne werden voraussichtlich 2024 kräftiger steigen als im Vorjahr, was auf weiterhin kräftige Lohnsteigerungen hindeutet.

Inflationäre Entwicklungen geben Anlass zu einer vorsichtigen Hoffnung: Die desinflationären Kräfte könnten zu einem erheblichen Rückgang der Inflation führen, die sich Anfang 2025 vorübergehend der 2 Prozent-Marke annähern oder diese sogar unterschreiten könnte.

6 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/73769/umfrage/prognosen-zur-entwicklung-des-deutschen-bip/
7 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird eine erste Leitzinssenkung bereits im ersten Halbjahr 2024 erwartet, mit einem potenziellen Rückgang der Leitzinsen um insgesamt 150 Basispunkte über das Jahr. Dies könnte die Finanzierungsbedingungen erleichtern und die wirtschaftliche Erholung unterstützen.

Der Handel erfährt 2024 schwaches Exportwachstum und negative Nettoexporte. Langfristig jedoch dürften Exportanteile von Indien, ASEAN und osteuropäischen Ländern kräftig zunehmen, was neue Chancen für die deutsche Wirtschaft eröffnen könnte.

Die öffentlichen Finanzen stehen unter Druck, für 2024 wird ein restriktiverer finanzpolitischer Kurs erwartet. Das Urteil des Verfassungsgerichts zur Schuldenbremse wird zukünftig die Finanzpolitik einschränken, was zu einem Rückgang des strukturellen Defizits des Staates um fast 1 Prozentpunkt führen könnte.

Insgesamt steht Deutschland 2024 vor bedeutenden wirtschaftlichen Herausforderungen, sieht sich aber auch Erholungspotenzial gegenüber. Der Ausblick auf 2025 deutet auf eine allmähliche Verbesserung der Wirtschaftslage hin, mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote und einer Annäherung der Inflation an die Zielmarke. Trotz der kurzfristigen Herausforderungen gibt es also Hoffnung auf eine positive Wendung der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands.

Werbe- und TV-Markt

Im Jahr 2023 verzeichnete der Werbemarkt gem. Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW e.V. in Deutschland insgesamt ein leichtes Plus, angetrieben durch digitale Erlöse. Die Gesamteinnahmen der Werbewirtschaft wuchsen auf 48,87 Mrd. Euro, was einem Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders die digitale Werbung zeigte ein überproportionales Wachstum von 5,4 Prozent, was deutlich über dem Gesamtwachstum von 1,4 Prozent liegt. Der Marktanteil der digitalen Werbung stieg auf 48 Prozent. Trotz dieser positiven Entwicklung sieht die Branche Herausforderungen im Jahr 2024, insbesondere durch mögliche drastische Werbeverbote und Wettbewerbsbehinderungen im Digitalbereich, die Sektoren stark treffen könnten.

Im Jahr 2023 behauptete sich das Fernsehen mit einem Anteil von 49,0 Prozent am Gesamt- Brutto-Werbeumsatz als das führende Werbemedium in Deutschland. Jedoch verzeichnete es einen signifikanten Rückgang gegenüber 2022, mit Werbeeinnahmen, die von 17,15 Milliarden Euro auf 16,55 Milliarden Euro fielen, was einer Abnahme von 3,5 Prozent entspricht. Dennoch gab es eine Aufwärtstendenz in den letzten Monaten des Jahres 2023, die auf eine partielle Erholung der Werbeeinnahmen im Fernsehbereich hindeutet.

Des Weiteren gibt es Bedenken bezüglich der geplanten gesetzlichen Regelungen, die umfangreiche Werbeverbote für Lebensmittel, die als ungesund klassifiziert werden, vorsehen. Kritiker warnen vor einem signifikanten Verlust von Werbeeinnahmen, die nicht kompensiert werden können und dadurch unter anderem die Refinanzierung von Qualitätsjournalismus gefährden könnten. Es wird geschätzt, dass rund 3 Mrd. Euro Werbeeinnahmen verlorengehen könnten.

Die Vorhersagen für 2024 und 2025 sind gemischt, mit einem erwarteten weiteren Wachstum im digitalen Bereich, während traditionelle Medien wie Fernsehen durch regulatorische Eingriffe und verändertes Verbraucherverhalten weiterhin unter Druck stehen könnten.

Unter Berücksichtigung des aktuellen Entwicklungsstands der laufenden Fernsehproduktionsaufträge prognostizieren wir für 2023 einen Umsatzrückgang im unteren einstelligen Prozentbereich. Für 2024 erwarten wir daraufhin gleichbleibend stabile Umsätze.

Bezüglich des Ergebnisses vor Steuern rechnen wir für 2023 mit einer Minderung auf einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich, im Jahr 2024 wiederum mit einem Anstieg auf einen Betrag im niedrigen siebenstelligen Bereich.

Für das Geschäftsjahr 2023 hat sich ein Rückgang der produzierten Sendestunden in der Höhe von 12% eingestellt. Ursächlich für Entwicklung sind die geringeren Volumina im "Factual" Bereich, die zwar hinsichtlich des Umsatzes, aber nicht der Sendestunden durch "Reality" und "Quiz" Produktionen ausgeglichen werden können.

 

Köln, 31. Mai 2024

Martin Borowski

Jan Richters

Lisa Perrin

Duncan Walker

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.634,07 179.910,38
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.292.439,01 1.324.310,81
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 260,00
1.402.333,08 1.504.481,19
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Produktionen 22.911.401,97 19.465.813,06
2. Geleistete Anzahlungen 873.302,24 23.784.704,21 426.800,38 19.892.613,44
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.446.814,22 5.889.458,47
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.414.179,48 19.464.479,94
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.542.234,68 19.403.228,38 1.203.299,40 26.557.237,81
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.647.920,62 5.070.153,16
48.835.853,21 51.520.004,41
C. Rechnungsabgrenzungsposten 94.828,21 441.681,30
D. Aktive latente Steuern 4.889.352,94 5.542.356,41
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 3.503.433,40
55.222.367,44 62.511.956,71

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 8.973.223,64 8.973.223,64
II. Kapitalrücklage 34.982.486,31 0,00
III. Konzernverlustvortrag (Vorjahr: Konzerngewinnvortrag) -12.553.916,25 4.272.992,75
IV. Konzerngewinn (i. Vj. Konzernverlust) 1.474.967,78 -16.826.909,00
V. Nicht beherrschende Anteile 0,00 77.259,21
VI. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 3.503.433,40
32.876.761,48 0,00
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.131.786,97 734.819,92
2. Sonstige Rückstellungen 8.097.146,76 6.710.797,01
9.228.933,73 7.445.616,93
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 11.667.380,93 14.071.320,07
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 11.667.380,93 (i. Vj. EUR 14.071.320,07) -
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 527.398,29 2.531.795,43
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 527.398,29 (i. Vj. EUR 2.531.795,43) -
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 158.651,55 37.720.253,42
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 158.651,55 (i. Vj. EUR 37.720.253,42) -
4. Sonstige Verbindlichkeiten 763.241,46 742.970,86
- davon aus Steuern EUR 551.696,14 (i. Vj. EUR 539.706,43)-
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 156.419,40 (i. Vj. EUR 138.297,30) -
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 763.241,46 (i. Vj. EUR 742.970,86) -
13.116.672,23 55.066.339,78
55.222.367,44 62.511.956,71

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 116.991.878,61 103.289.820,83
2. Veränderung des Bestands an unfertigen Produktionen 3.445.588,91 4.400.805,72
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.241.255,85 2.674.193,03
4. Bezogene Leistungen für Produktionen -76.552.801,44 -67.126.944,41
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -31.538.400,29 -26.606.090,02
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -5.403.635,31 -36.942.035,60 -4.808.511,82 -31.414.601,84
- davon für Altersversorgung EUR 31.878,00 (i. Vj. EUR 38.362,64) -
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -684.783,09 -22.011.835,56
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -4.719.818,15 -3.547.580,21
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 76.417,74 45.018,68
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 47.013,08 (i. Vj. EUR 45.018,68) -
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -803.309,18 -72.135,91
- davon an verbundenen Unternehmen EUR 797.422,74 (i. Vj. EUR 13.500,56) -
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.612.380,20 -3.030.295,46
11. Ergebnis nach Steuern 1.440.013,45 -16.793.555,13
12. Sonstige Steuern 34.954,33 -5.418,13
13. Konzernjahresüberschuss (i. Vj. -fehlbetrag) 1.474.967,78 -16.798.973,26
14. Auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn 0,00 27.935,74
15. Konzerngewinn (i. Vj. Konzernverlust) 1.474.967,78 -16.826.909,00

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Mutterunternehmen

Die ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, ist eine kleine Kapitalgesellschaft, die beim Amtsgericht Köln unter der Nummer HRB 64339 registriert ist und aufgrund der Überschreitung der Größenkriterien nach § 293 HGB einen Konzernabschluss erstellt.

Der Konzernabschluss wurde gemäß der §§ 290 ff. HGB aufgestellt und berücksichtigt die Vorschriften zur Rechnungslegung des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB).

Das Geschäftsjahr dieses Konzernabschlusses entspricht dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens, der ITV Studios Germany Holding GmbH, und damit dem Kalenderjahr.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses umfasst zum 31. Dezember 2022 neben der ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, als Muttergesellschaft die folgenden Gesellschaften (einbezogene Tochtergesellschaften):

ITV Studios Germany GmbH, Köln

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfimiert in Oystercatcher GmbH)

Windlight Pictures GmbH, München

An der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH hielt die ITV Studios Germany GmbH im Vorjahr 90% des Kapitals. Im Geschäftsjahr 2022 erwarb die ITV Studios Germany GmbH den Minderheitenanteil von 10% des Kapitals an der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH und hält nunmehr 100 % des Kapitals dieser Gesellschaft.

An den anderen aufgeführten Gesellschaften hielt die ITV Studios Germany Holding GmbH direkt oder indirekt bereits im Vorjahr jeweils 100 % des Kapitals.

Im Vorjahr wurde die "Bildergartengruppe", bestehend aus der Bildergarten Entertainment GmbH, der Oystercatcher GmbH, der ITV Studios Germany Fiction GmbH sowie der auf die Bildergarten Entertainment GmbH verschmolzenen Talpa Germany Holding B.V. und der Bildergarten Entertainment Verwaltungs GmbH mit Wirkung zum 3. Dezember 2021 erstmals in den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH einbezogen. Aufgrund der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss des Vorjahres für nur einen Monat sind die Angaben des Vorjahreszeitraums 2021 nur eingeschränkt mit denen des Geschäftsjahres 2022 vergleichbar. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser konsolidierungskreisbedingten Veränderungen sind unter den Ausführungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung bei den einzelnen Posten im Lagebericht näher erläutert.

Konsolidierungsmethoden

Die Vermögensgegenstände und Schulden der einbezogenen Gesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen in den Konzernabschluss übernommen und gegebenenfalls an die konzerneinheitlich angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Mutterunternehmens angepasst.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am Eigenkapital verrechnet. Das Eigenkapital ergibt sich dabei als Differenz der - zu Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss bewerteten - Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten der Tochterunternehmen.

Ein aus der Kapitalkonsolidierung verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und grundsätzlich gemäß § 309 Abs. 1 HGB über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Der sich aus der Erstkonsolidierung im Geschäftsjahr 2021 ergebende Unterschiedsbetrag Höhe von TEUR 21.513, resultierend aus dem negativen Eigenkapital der per 3. Dezember 2021 übernommenen Bildergarten Entertainment GmbH, wurde im Vorjahr unmittelbar vollumfänglich abgeschrieben. Passivische Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung sind nicht entstanden.

Beim Erwerb weiterer Anteile an Tochterunternehmen (Aufstockung von Anteilen an Tochterunternehmen) wird die Transaktion als Kapitalvorgang (gemäß DRS 23.175) abgebildet. Dabei werden die Vermögengegenstände und Schulden nicht neu bewertet, sondern die Anschaffungskosten der weiteren Anteile werden mit dem hierauf entfallenden Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbes verrechnet. Sofern sich nach dieser Verrechnung ein Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital (Konzerngewinnvortrag) verrechnet.

Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und entsprechende Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Zwischengewinneliminierungen waren hieraus nicht erforderlich.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt entsprechend den Aufstellungs-, Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätzen der § 290 ff. HGB.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Software und Lizenzen werden über 3 Jahre abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert. Insofern macht die ITV Studios Germany Holding GmbH von dem Wahlrecht zur Aktivierung nach § 298 Abs. 1 i.V.m. § 248 Abs. 2 HGB keinen Gebrauch.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten aktiviert und, soweit abnutzbar, planmäßig über die Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Für Vermögensgegenstände der "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" werden Nutzungsdauern von 3 bis 13 Jahren zugrunde gelegt.

In den Vorräten sind unfertige Produktionen mit ihren Herstellungskosten ausgewiesen. In die Bewertung der unfertigen Produktionen zu Herstellungskosten werden alle nach § 255 Abs. 2 HGB aktivierungspflichtigen Bestandteile einbezogen, d. h. überwiegend die Material- und Fertigungseinzelkosten. Der Ansatz erfolgt unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht.

Die flüssigen Mittel (Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten) werden zum Nennbetrag bewertet.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der am Stichtag abzugrenzenden Beträge angesetzt.

Latente Steuern werden für sich in folgenden Geschäftsjahren voraussichtlich abbauende Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie für steuerliche Verlustvorträge ermittelt. Eine sich ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer, eine sich ergebende Steuerentlastung als aktive latente Steuer angesetzt. Die sich ergebenden aktiven und passiven latenten Steuern werden saldiert angesetzt. Aus dem im Rahmen der Erstkonsolidierung der Bildergarten Entertainment GmbH im Vorjahr übernommenen Firmenwert und den unterschiedlichen Bilanzansätzen zwischen der Handelsbilanz (Firmenwert TEUR 0) und der Steuerbilanz (Firmenwert TEUR 15.916, Vorjahr: TEUR 18.042) resultiert unter Berücksichtigung eines Steuersatzes von 30,72% eine aktive latente Steuerposition in Höhe von TEUR 4.889 (Vorjahr: TEUR 5.542).

Der Wertansatz der Steuerrückstellungen und der sonstigen Rückstellungen erfolgt mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag und berücksichtigt alle ungewissen Verpflichtungen und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften sowie erkennbare Risiken, denen wir ausreichend Rechnung getragen haben. Bei der Bewertung der sonstigen Rückstellungen werden zukünftige Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Sofern einzelne sonstige Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bis zur Erfüllung haben, wurden diese unter Verwendung der von der Deutschen Bundesbank nach den Vorgaben der Rückstellungsabzinsungsverordnung ermittelten Zinssätze diskontiert.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Umrechnung von Beträgen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung lauteten, erfolgt auf der Basis des Kurses zum Transaktionszeitpunkt. Im Konzernabschluss erfolgt die Bewertung unter Beachtung des Imparitätsprinzips bzw. soweit die Restlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt mit dem Devisenkassamittelkurs.

2. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Hinsichtlich der Details zur Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanlagenspiegel.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind wie im Vorjahr ausnahmslos innerhalb eines Jahres fällig.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Diese betreffen mit TEUR 4.206 (Vorjahr: TEUR 19.464) kurzfristige Darlehensforderungen aus kurzfristigen Finanzmittelanlagen einschließlich Zinsforderungen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 208 (Vorjahr: TEUR 614), von denen wiederum T€ 158 auf den Gesellschafter entfallen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 3.542 (Vorjahr: TEUR 1.203) enthalten im Wesentlichen Rückforderungen aus Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 3.223 (Vorjahr: TEUR 843). Des Weiteren sind Kautionen in Höhe von TEUR 158 (Vorjahr: TEUR 195) enthalten; davon TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 107) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Eigenkapital

Das Konzerneigenkapital (TEUR 32.877; Vorjahr TEUR 0) setzt sich aus dem Gezeichneten Kapital (unverändert TEUR 8.973), der Kapitalrücklage (TEUR 34.982, Vorjahr: TEUR 0), dem Konzernverlustvortrag (TEUR -12.554, Vorjahr Konzerngewinnvortrag: TEUR 4.273), dem Konzerngewinn (TEUR 1.475, Vorjahr Konzernverlust: TEUR -16.827) und den nicht beherrschenden Anteilen (TEUR 0, Vorjahr: TEUR 77) zusammen. Zum 31. Dezember 2021 ergab sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 3.503.

Mit Gesellschafterbeschluss vom 29. November 2022 hat die Gesellschafterin des Konzernmutterunternehmens, die ITV Studios Holding BV, TEUR 35.784 in die Kapitalrücklage eingelegt.

Die im Vorjahr ausgewiesenen nicht beherrschenden Anteile enthalten sowohl die Minderheitenanteile am Kapital als auch an den Jahresergebnissen.

Hinsichtlich der Entwicklung des Konzerneigenkapitals verweisen wir auf den Konzerneigenkapitalspiegel.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.132 (Vorjahr: TEUR 735). Sonstige Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Personalaufwendungen wie Verpflichtungen aus nicht genommenem Urlaub, Schwerbehindertenausgleichsabgaben, Berufsgenossenschaftsbeiträge und sonstige Sozial- und Personalkosten in Höhe von TEUR 2.338 (Vorjahr: TEUR 2.582).

Darüber hinaus betrifft ein wesentlicher Posten der sonstigen Rückstellungen ausstehende Rechnungen für Fernsehauftragsproduktionen (TEUR 4.748; Vorjahr: TEUR 3.167). Diese haben ihre wirtschaftliche Verursachung im Geschäftsjahr 2023 oder in früheren Geschäftsjahren und betreffen bezogene Leistungen für Fernsehauftragsproduktionen, die bereits an Sender geliefert und/oder ausgestrahlt wurden, sowie bezogene Leistungen für unfertige Produktionen. Die Bemessung dieser Rückstellungen erfolgt auf Basis der Projektkalkulationen und Beauftragungen von an den Produktionen beteiligten Unternehmen und unterliegt zum Teil Schätzungen hinsichtlich des Umfangs der in früheren Jahren bezogenen Leistungen und damit der Höhe der noch zu erwartenden ausstehenden Rechnungen. Darüber hinaus sind auch Rückstellungen für Archivierungskosten sowie Jahresabschlusskosten enthalten.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 159 zum Stichtag sind analog zum Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. Sie resultieren aus Lieferungen und Leistungen. Gegenüber dem Gesellschafter bestehen zum 31. Dezember 2022 keine Verbindlichkeiten (Vorjahr: TEUR 37.720).

3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 116.992 (Vorjahr: TEUR 103.290) betreffen im Geschäftsjahr 2022 ausschließlich Inlandserlöse (Vorjahr: TEUR 101.759). Im Vorjahr wurden TEUR 1.531 der Umsatzerlöse aus Fernsehproduktionen im Ausland erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.630 (Vorjahr: TEUR 1.105), weitere periodenfremde Erträge von TEUR 146 (Vorjahr: TEUR 624) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung von TEUR 89 (Vorjahr: TEUR 285).

Personalaufwand

Die durchschnittliche Zahl (Durchschnitt zwölf Monate) der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beträgt 551 (Vorjahr 626).

Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 2022 2021
Beschäftige Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) 551 626
davon Filmproduktion 479 536
davon Verwaltung 72 90

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten u.a. periodenfremde Aufwendungen von TEUR 231 (Vorjahr: TEUR 219) sowie Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 168 (Vorjahr: TEUR 191).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern von TEUR 653 (Vorjahr: TEUR 0).

Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung des Mutterunternehmens wird dem Gesellschafter vorschlagen, das Jahresergebnis auf die neue Rechnung vorzutragen.

4. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse

Aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen ergibt sich ein Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 5.525 für die Geschäftsjahre 2023 bis 2026. Auf das Geschäftsjahr 2023 entfallen TEUR 1.631.

5. Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder von außergewöhnlicher Bedeutung

Im Berichtsjahr wurden keine Aufwendungen und Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung identifiziert.

6. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken oder auswirken könnten, haben sich nicht ereignet.

7. Sonstige Erläuterungen

Konzernzugehörigkeit

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die ITV plc, London/Vereinigtes Königreich. Der Konzernabschluss wird im Companies House unter der Nummer 04967001 veröffentlicht.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 für den kleinsten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die ITV Studios Holding B.V., Hilversum/Niederlande. Der Konzernabschluss wird in der Kamer van Koophandel unter der Nummer 32121471 veröffentlicht.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers im Konzern betrifft Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von TEUR 150.

Offenlegung von Jahresabschlüssen von einbezogenen Tochtergesellschaften

Folgende in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen der ITV Studios Germany Holding GmbH machen von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB insofern Gebrauch, als eine Prüfung und Offenlegung der Jahresabschlüsse und Lageberichte sowie die Aufstellung von Anhang und Lagebericht unterbleibt:

ITV Studios Germany GmbH, Köln

ITV Studios Germany Fiction GmbH, Berlin

Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH, Berlin (zum 16. März 2023 verschmolzen auf die ITV Studios Germany GmbH)

Bildergarten Entertainment GmbH, Berlin

Bildergarten Infotainment GmbH, Berlin (im Jahr 2024 umfimiert in Oystercatcher GmbH)

Windlight Pictures GmbH, München

Geschäftsleitung

Die Geschäfte des Mutterunternehmens werden durch folgende Personen geführt:

Martin Borowski - Journalist und Geschäftsführer der ITV Studios Germany GmbH und Geschäftsführer der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH (bis zum 16. März 2023)

Jan Richters - Chief Financial Officer der ITV Studios Germany GmbH und Geschäftsführer der Imago TV Film- und Fernsehproduktion GmbH (bis zum 16. März 2023)

Duncan Walker - Chief Operating Officer der ITV International Studios

Lisa Perrin - Managing Director International der ITV International Studios

Es wird von der Schutzklausel des § 314 Abs. 3 HGB in analoger Anwendung Gebrauch gemacht, da nur zwei Geschäftsführer Bezüge des Mutterunternehmens bezieht.

 

Köln, den 31. Mai 2024

Martin Borowski

Jan Richters

Duncan Walker

Lisa Perrin

Konzernanlagenspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Anschaffungskosten
1.1.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 810.721,90 8.200,00 0,00 818.921,90
2. Geschäfts- oder Firmenwert 21.512.679,19 0,00 0,00 21.512.679,19
22.323.401,09 8.200,00 0,00 22.331.601,09
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.102.346,69 578.506,22 125.764,99 4.555.087,92
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 0,00 0,00 260,00
26.426.007,78 586.706,22 125.764,99 26.886.949,01
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 630.811,52 78.476,31 0,00 709.287,83
2. Geschäfts- oder Firmenwert 21.512.679,19 0,00 0,00 21.512.679,19
22.143.490,71 78.476,31 0,00 22.221.967,02
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.778.035,88 606.306,78 121.693,75 3.262.648,91
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
24.921.526,59 684.783,09 121.693,75 25.484.615,93
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 109.634,07 179.910,38
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
109.634,07 179.910,38
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.292.439,01 1.324.310,81
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 260,00 260,00
1.402.333,08 1.504.481,19

Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
TEUR TEUR
Periodenergebnis (Konzernüberschuss/-fehlbetrag) einschließlich Ergebnisanteile nicht beherrschender Anteile 1.475 -16.799
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 685 22.012
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 1.386 -3.057
Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 4 5
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -6.066 -4.397
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -5.608 13.465
Zinsaufwendungen/ Zinserträge 750 27
Ertragsteueraufwand 959 3.030
Ertragsteuerzahlungen -2.812 -4.340
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 -79
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -9.226 9.867
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -8 -8
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -879 0
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -579 -584
Einzahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition 12.708 0
Auszahlungen im Rahmen der kurzfristigen Finanzmitteldisposition 0 -8.750
Erhaltene Zinsen 87 45
Cashflow aus Investitionstätigkeit 11.329 -9.297
Zinszahlungen -838 -72
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -36.472 0
Einzahlung aus Kapitalzuführung 35.784 0
Auszahlungen an Minderheitsgesellschafter 0 -120
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.525 -192
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 0 2.711
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 578 378
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 5.070 1.981
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.648 5.070

Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Kassenbestand 28 57
Guthaben bei Kreditinstituten 5.619 5.013
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 5.648 5.070

Konzern-Eigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinn-/ Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss (Vj. fehlbetrag), der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
EUR EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2021 8.973.223,64 0,00 4.272.992,74 0,00 13.246.216,38
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,01 0,00 0,01
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 -16.826.909,00 -16.826.909,00
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 3.503.433,40 3.503.433,40
Stand am 31. Dezember 2021 8.973.223,64 0,00 4.272.992,75 -13.323.475,60 -77.259,21
Stand am 1. Januar 2022 8.973.223,64 0,00 -12.553.916,25 0,00 -3.580.692,61
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Kapitalerhöhung 0,00 35.784.490,10 0,00 0,00 35.784.490,10
sonstige Veränderungen 0,00 -802.003,79 0,00 0,00 -802.003,79
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 1.474.967,78 1.474.967,78
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2022 8.973.223,64 34.982.486,31 -12.553.916,25 1.474.967,78 32.876.761,48
Nicht herrschende Anteile
nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis auf nicht beherrschende Anteile entfallender Gewinn/Verlust Summe Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2021 2.500,00 166.449,79 168.949,79 13.415.166,17
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) 0,00 -119.626,32 -119.626,32 -119.626,32
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 0,01
Konzernjahresergebnis 0,00 27.935,74 27.935,74 -16.798.973,26
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 3.503.433,40
Stand am 31. Dezember 2021 2.500,00 74.759,21 77.259,21 0,00
Stand am 1. Januar 2022 2.500,00 74.759,21 77.259,21 -3.503.433,40
Auf andere Gesellschafter entfallender Gewinn (Ausschüttung) -2.500,00 -74.759,21 -77.259,21 -77.259,21
Kapitalerhöhung 0,00 0,00 0,00 35.784.490,10
sonstige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 -802.003,79
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00 1.474.967,78
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand am 31. Dezember 2022 0,00 0,00 0,00 32.876.761,48

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ITV Studios Germany Holding GmbH, Köln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ITV Studios Germany Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.

Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 5. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Clivia Doll, Wirtschaftsprüferin

ppa. Markus Flender, Wirtschaftsprüfer

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