Praxen von Wirtschaftsprüferinnen und -prüfern, vereidigten Buchprüferinnen und -prüfern, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Buchprüfungsgesellschaften
Martagon Family Office AG
Martin-Luther-Straße 69, 71636 Ludwigsburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stefan Watzka seit 14.8.2024 | Vorstandsmitglied |
Eberhard Hausen seit 17.7.2023 | Prokura |
Fridolin Kopp seit 19.8.2019 | Vorstandsmitglied |
Markus Kurt Strittmatter seit 31.3.2015 | Prokura |
Rainer Drowin seit 31.3.2015 | Prokura |
Cyrus Moriabadi seit 29.1.2015 | Vorstandsmitglied |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Martagon Family Office AGLudwigsburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtGeschäftsmodell der Gesellschaft Als bankenunabhängiger Vermögensverwalter betreut und verwaltet das Martagon Family Office (MFO) Vermögen von privaten wie institutionellen Investoren. Im Mittelpunkt stehen unabhängige Beratung und individuelle Lösungen. Den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit bildet die Finanzportfolioverwaltung im Rahmen individueller Portfolios und über Investmentfonds. Grundlage ist eine BaFin-Lizenz gemäß § 15 Abs. 1 des Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG). In der Vermögensverwaltung werden die Finanzportfolios der Mandanten durch die Gesellschaft verwaltet, wobei die einzelnen Anlageentscheidungen im Rahmen der vertraglichen Entscheidungsspielräume durch MFO genutzt werden. Die Beratung oder Verwaltung von inländischem Sondervermögen rundet das Geschäft mit Assets under Management (AuM) ab. Auf die Rolle des Vermögensverwalters fokussiert, bietet MFO selbst keine Depotbankfunktion an, sondern nutzt dazu spezialisierte Banken. Neben der Finanzportfolioverwaltung und dem Fondsadvisory führt MFO für einen kleineren Kreis von Familien mit unternehmerischem Hintergrund das Family Office. Dabei geht es um die Beratung des Gesamtvermögens mit Buchhaltung, Reporting, Controlling, Manager-Selektion und Strategischem Consulting. In diesem dritten Geschäftsfeld ist die zentrale Aufgabenstellung, die Mandanten bei der Verwirklichung ihrer Vermögensziele zu begleiten und in der Gesamtvermögenssteuerung zu unterstützen. Rahmenbedingungen des Geschäftsmodells MFO ist bis auf wenige Ausnahmen für deutsche Anleger tätig. Ungeachtet dessen prägen internationale Einflüsse den Erfolg des national agierenden Instituts ganz maßgeblich: Der Anlageerfolg der Mandanten bedingt den Geschäftserfolg der Gesellschaft. Der Anlageerfolg der Mandanten hängt maßgeblich von den Entwicklungen und Geschehnissen an den globalen Finanzmärkten ab. 2023 war für Assetmanager und die Branche der freien Vermögensverwalter durchaus ein herausforderndes Geschäftsjahr, nachdem die Performance bis Oktober von Rentenanlagen kaum und nur von wenigen Aktientiteln (z.B. "Magnificent 7") getragen wurde; allerdings fand das Anlagejahr mit dem sprunghaften Anstieg der Aktien- und Rentenmärkte ab Herbst einen überaus versöhnlichen Abschluss. In der Kurs-Ebbe bis dahin hatte sich die Branche in der Breite sehr schwergetan, aber wie heißt es so treffend: "Wenn die Flut kommt, sieht man nicht mehr, wer nackt schwimmt!" Im Nachhinein war 2023 in Summe typisch dafür, wie differenziert die Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen des Geschäftsmodells der freien Vermögensverwalter doch zu beurteilen sind: Einerseits sind die stark herausgeforderten Anlageklassen für den ungeschulten Investor ohne jede fachmännische Begleitung kaum zu managen, selbst wenn die Renaissance von attraktiven Festgeldern eine gewisse Erleichterung mit sich gebracht haben mag. Andererseits wächst das Geldvermögen der UHNWI-Klientel trotz Bremsspuren in der Wirtschaft stetig an. Zu guter Letzt haben die Kapitalmärkte im Ausgang des letzten Jahres bei den Vermögensverwaltern für eine spürbare Steigerung der Kundenvermögen gesorgt, die schließlich die Bemessungsgrundlage für die Honorare bilden. Auch wenn es in der Branche über weite Strecken mager ausgesehen hat, geht - im Gegensatz zum schwachen Vorjahr - 2023 als Jahr des Wachstums in die Geschäftsbücher ein. Perspektivisch ist die Lage unklar. Reale Zinsversteifungen, wirtschaftliche Deglobalisierung und eine hochkomplexe Geopolitik, die sich eher zu verschärfen als zu entspannen droht, komplizieren die Weltkonjunktur ungeachtet dessen, dass nur wenige Branchen und Unternehmen wirklich gut zu funktionieren scheinen. Obendrein sind die bekannten Risiken nicht vom Tisch, namentlich eine nach wie vor hohe Inflation mit wenig Grund für übertriebene Zinshoffnungen. Über viele Anlageklassen hinweg scheinen die Bewertungen damit eher hoch. Das macht ein performancegetriebenes Volumenswachstum zusehends kompliziert, auch wenn die multiplen Krisen nicht an den Aktienmärkten anzukommen scheinen. Wenig Entspannung kommt von Seiten der Aufsicht und Regulatorik, die das Management Jahr für Jahr fordern und die Arbeit zwangsläufig personalintensiver machen. Verschärft wird der negative Befund, indem der vermehrte Generationswechsel bei Vermögensverwaltern auf eine zunehmende Knappheit von geeigneten Nachfolge- bzw. Personalkandidaten stößt. Es ist kein Geheimnis mehr: Der Fachkräftemangel ist in der Branche angekommen. Vor diesem Hintergrund sind eine gute Personalarbeit und das Arbeiten an der inneren wie äußeren Qualität erfolgskritisch. Exzellente Leistungen lassen sich insbesondere über ein funktions- und zukunftstüchtiges Team absichern, womit die Hauptaufgabe benannt ist: Geeignetes Personal findet man leichter als "guter" Arbeitgeber und wirtschaftlich grundsolides Unternehmen. Unterhalb der Schwelle der mittelgroßen freien Vermögensverwalter dürfte die Erfüllung dieser Erfolgsvoraussetzungen in den kommenden Jahren schwerlich gelingen, sodass man es so sagen muss: Der Risikogehalt im Geschäftsmodell wächst! Trotz dieser nicht wenigen Moll-Töne ist Martagon überzeugt, seine Qualität und Kundenzufriedenheit auch in den kommenden Jahren bewahren zu können. Selbstverständlich bedarf es Anstrengungen an vielen Fronten, um die eigene Kundenattraktivität in der Zukunft zu sichern. Im Vorstand und - als ein Beispiel aus dem Kerngeschäft - im Portfoliomanagement ist Martagon hinsichtlich seiner Verjüngung voll in der Spur. In Summe aller Aspekte, Einschätzungen und Maßnahmen bleibt der Vorstand daher überzeugt, dass Martagons' Geschäftsmodell auch unter erwartungsgemäß erschwerten Bedingungen erfolgreich fortzuführen ist. Die Geschäftsentwicklung der letzten Jahre ist ein Wegweiser dafür. Tätigkeit und Verlauf im Geschäftsjahr 2023 Das vorjährige Rekordergebnis wurde mit einem 13%igen Gewinnplus im Geschäftsjahr noch einmal übertroffen. Das operative Geschäft der Gesellschaft konnte in allen Tätigkeitsfeldern zum Teil deutlich gesteigert werden. Die Finanzportfolioverwaltung als Kerngeschäftsfeld ist in Stückzahl und Umsatz im Berichtsjahr zufriedenstellend gewachsen. Die Beratung und Verwaltung von inländischem Sondervermögen i.R. von Investmentfonds legte ein Volumens- und erneut gutes Umsatzwachstum (13% nach im VJ 15,9%) hin und rundet die aufsichtspflichtigen Geschäftsaktivitäten ab. Ohne das Fondsadvisory hatte die Gesellschaft zum 31.12.2023 insgesamt 212 VV-Kunden (VJ 196) unter Vertrag. Martagon verantwortet die Performance von Assets under Management (AuM) mit einem Volumen im Euro-Milliarden-Bereich. Die Family Office-Volumina als sog. Assets under Advisory (AuA) sind in obigen Volumenswerten nicht eingerechnet. Die Family Office-Betreuung für einen kleinen Kreis von Familien als drittes Geschäftsfeld konnte annähernd so stark wie das Fondsgeschäft wachsen. Mit den Leistungsangeboten Buchhaltung, Reporting, Controlling, Managerselektion und Strategisches Consulting konnte die Gesellschaft erneut neue Mandate gewinnen. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Der operative Gewinn als "Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit" konnte wieder gesteigert werden auf nun EUR 1.524.045,68 (VJ 1.350 t€). Grundlage waren 6% gestiegene Honorar-Einnahmen bei einer nur halb so stark gestiegenen Kostenbasis. Die Cost-Income-Ratio konnte sich mit 63% weiter verbessern (CIR im VJ = 66%) und liegt in Reichweite der Zielmarke von 60%. Nach Abzug aller Abschreibungen sowie Steuern und nach einer Teilauflösung des Sonderpostens nach § 340g (HGB), die im Zusammenhang mit dem Rückerwerb eigener Aktien steht (s.u.), ergibt sich ein Jahresüberschuss i. H. v. EUR 2.067.676,54 (VJ 7,8 t€). Ohne die bilanzielle Sondermaßnahme wäre der periodengerechte Jahresüberschuss bei EUR 1.065.676,54 gelegen, was die seit Jahren hohe Qualität und Stabilität des Cashflows erneut unter Beweis stellt. Das gezeichnete Stammkapital (2,2 Mio. Aktien à 1 Euro) stellt sich seit kurzem wie folgt dar: Nachdem der Vorstandsvorsitzende (61) mit Blick auf seine letzte Bestellzeit als Vorstand (bis Ende Mai 2027) seine eigenen Aktien im November 2023 an die Gesellschaft verkauft hat und das verbleibende Stammkapital der Gesellschaft (2 Mio. Aktien) lediglich zur Hälfte eingezahlt ist, liegt ein eingezahltes Grundkapital von 1,0 Mio. € vor (VJ 1,1 Mio. €). Mit allen Rücklagen und dem Bilanzgewinn von EUR 715.255,17 beläuft sich das wirtschaftliche Eigenkapital auf EUR 2.685.755,17 (VJ 3,02 Mio. €), nachdem die Gesellschaft für den "Erwerbs eigener Aktien" Eigenmittel i. H. v. EUR 1,3 Mio. eingesetzt hat. Trotz Verringerung der Eigenmittel liegt die Kosten-Eigenkapital-Relation weit über der regulatorisch geforderten Sollgröße (6 x höher). Zudem besteht Zugang zu weiterem haftenden Eigenkapital im Rahmen des nicht eingezahlten Grundkapitals. Das operative Geschäft verläuft ohne jede Delle seit Jahren Cashflow- positiv. Die Geschäftsdurchführung erfolgt zu jeder Zeit ohne Einsatz von Fremdkapital. Zum Stichtag bestehen täglich fällige Bankguthaben i. H. v. EUR 1.990.030,30 (VJ 3,75 Mio. €) sowie ein in kurze Anleihen bester Bonität investiertes Anlageportfolio. Die Finanzlage war stets geordnet und komfortabel. Im erfolgreichen Geschäftsjahr und mit der Entwicklung des Eigenkapitals liegt die Bilanzsumme zum Geschäftsjahresende bei EUR 3.815.562,93 (VJ 4,13 Mio. €). Ausblick und Prognosebericht Nachfolgende Prognosen beruhen auf den aktuell verfügbaren Informationen sowie den Erwartungen und Planungen des Vorstands. Risiken für den Plan und solche, die im Geschäftsmodell von MFO begründet liegen, sind nachfolgend im Risikokapitel dieses Lageberichts dargestellt. Trotz z.T. deutlich gestiegener Finanzmärkte werden für die Gesellschaft 2024 im "base case" steigende Honorareinnahmen (6 1/2 %) erwartet. Mitgetragen wird die Planung von bereits realisierten Aufstockungen und Margenanpassungen bei Bestandskunden sowie durch eingebuchte und avisierte Neugeschäfte. Eine Delle im zukünftigen operativen Gewinn ist nicht erkennbar. Performancebedingte Volumensrückgänge, wie sie im Umfeld früherer Anlagejahre in größerem Umfang passiert sind, könnten in der base case-Planung sicherlich nicht vollends aufgefangen werden. Würde die Planung allerdings realisiert werden, wäre die Kapitalausstattung der Gesellschaft noch komfortabler als heute schon. Dank hoher Kundenbindung und -neugewinnung sowie der robusten Geschäftslage war es aus Sicht des Vorstands angemessen, die Risikovorsorge zugunsten des "Rückerwerbs eigener Aktien" in gewissem Umfang zu reduzieren. Der Vorstand hatte daher im Herbst eine Teilauflösung des Sonderpostens nach § 340g HGB entschieden, für den im Jahresabschluss trotz des hohen 2023er Bilanzgewinns keine neuerliche Einstellung erfolgen soll. In Sachen Kapitalstrategie sind sich Aufsichtsrat und Vorstand einig, mit dem Feststellungsbeschluss des Jahresabschlusses 2023 der Hauptversammlung ausdrücklich keine Gewinnausschüttung vorschlagen zu wollen. Die Personalentwicklung ist die größte Herausforderung für die nähere Zukunft. Ziel ist es, das Team weiter zu verjüngen und die Gesellschaft konsequent auf ihre Zukunftsfähigkeit hin auszurichten. Neueinstellung werden opportunistisch vorgenommen. Aktuell liegt die Entwicklung im Plan. Das Martagon Team ist inklusive seines seit Jahresbeginn 2024 nun dreiköpfigen Vorstands unverändert mit elf Mitarbeiterköpfen in das neue Geschäftsjahr gestartet. Alle Mitarbeiter nehmen an einem erfolgsorientierten Vergütungssystem teil: Die Erfolgsbeurteilung orientiert sich maßgeblich an qualitativen Einzelleistungen sowie an quantitativen Teamzielen. Die gesamten Personalaufwendungen einschließlich sozialer Abgaben und Altersversorgung betrugen im abgeschlossenen 2023er-Geschäftsjahr EUR 2.268.472,68 (+ 2 1/2 % vs. VJ), wovon EUR 728.919,83 als variable Vergütung (erfolgsabhängige Boni + Tantiemen) (VJ 686,7 t€) zugunsten von zehn Mitarbeitern ausgezahlt werden (Daten gemäß § 16 Abs. 2 Instituts- VergV). Der Überwachung der Risikotragfähigkeit des Geschäftsmodells kommt jedes Jahr allerhöchste Bedeutung zu: Die Planung des Kapitals und die Kosten-Ertrag-Relationen werden mittels Stresstests regelmäßig hinterfragt. Angesichts der nur schwer kalkulierbaren Bewertungen an den Finanz- und Kapitalmärkten, der vielschichtigen Krisenumgebung und möglicher höherer Kursvolatilitäten ist Vorsicht geboten. Ein veritabler Bärenmarkt, der die Umsätze spürbar schwächen würde, ist jederzeit möglich - allerdings sollte selbst unter kritischen Szenarioannahmen die Profitabilität nicht gefährdet sein. Theoretisch sind negative Cashflows zwar nie auszuschließen, eine ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit sieht der Vorstand dafür jedoch nicht. Die starke Ertragskraft zusammen mit der komfortablen Kapitallage bestärken den Vorstand darin, die Kunden- wie Mitarbeiterbindung für dieses Geschäftsjahr in den Managementfokus zu stellen. Inwieweit aus der multiplen Krisenlage eine echte Bedrohung für die Börsen erwachsen kann, lässt sich nicht seriös prognostizieren. Deshalb gilt grundsätzlich: Flexibles wie schnelles Reagieren ist bei deutlicher Veränderung der Beurteilungslage geboten. Zum Risiko im Geschäftsmodell und in der Gesellschaft Die Risikosteuerung und -überwachung des Instituts liegt in der Verantwortung des Vorstands. Im Rahmen der Anforderungen zum angemessenen Risikomanagement erstattet er dem Aufsichtsrat regelmäßig alle drei Monate schriftlich Bericht. In den Risikoberichten werden mit dem Geschäftsbetrieb verbundene Risiken dokumentiert, die die Ergebnisse aus der Risikoinventur enthalten. Eine anlassbezogene Risikoberichterstattung außerhalb der dreimonatigen Berichtsroutine war 2023 nicht erforderlich. Die Risikotragfähigkeit war jederzeit gegeben. Trotz aller Bemühungen zur Risikovermeidung ist die bewusste Übernahme von Risiken ein Kernelement unternehmerischer Tätigkeit. Die wesentlichen Risikoarten werden folgendermaßen identifiziert: Strategische Risiken Änderungen im Marktumfeld und in der Leistungsfähigkeit der Gesellschaft können die Ertragskraft beeinflussen. Die Geschäftsentwicklung ist von der allgemeinen politischen und aufsichtsrechtlichen Lage, aber auch von der Situation oder einer möglichen strukturellen Verschlechterung an den internationalen Finanz- und Anlagemärkten abhängig. Dieses allgemeine Branchenrisiko erfordert eine laufende Überprüfung von Marktstrukturen, Marktentwicklung und der mittelfristigen Bedingungen des Umfelds sowie ein Bewusstsein für flexibles wie zeitnahes Handeln. Die Sensibilisierung der Mandanten schließt das mit ein. Konkretes Thema sind Ertragsrisiken aus einer negativen Entwicklung des Kundenvermögens aus Kundenabgängen bzw. aus der Marktentwicklung (s.a. Marktrisiken). Geplante Stresstests im Rahmen unseres Risikocontrollings unterstützen die Risikobewertung. Marktrisiken Die Veränderung der Marktpreise für Vermögensanlagen bzw. Wertpapiere wirkt sich direkt auf die Bemessungsgrundlage der Mandantenvergütungen aus. Sinken die verwalteten Kundenvermögen, sinken die Erträge. Marktrisiken sind damit auch betriebswirtschaftliche Risiken. Allerdings werden im Portfoliomanagement der Gesellschaft vor allem aus dem Kundeninteresse heraus Anlagestrategien verfolgt, die eine geringere Volatilität der Wertentwicklung unterstützen. Dem vorgelagert setzt die Gesellschaft auf höchste Qualitätsstandards bei der Rekrutierung und Mitarbeiterentwicklung - hohe Mitarbeiterqualität ist eine Grundvoraussetzung für solide Wertentwicklung. Adressausfallrisiken Ein solches Risiko wäre der Ausfall vertraglich zugesagter Leistungen auf Seiten von Vertragspartnern. Konkret erfolgt die Vergütung z.B. für die Vermögensverwaltung halbjährlich direkt über meist seit Jahren bekannte, vertrauenswürdige Mandanten im Rahmen des Lastschrifteinzugsverfahrens; die Vergütung für die Beratung von Sondervermögen in Investmentfonds erfolgt monatlich durch Überweisung der Kapitalanlagegesellschaft, die bonitätsmäßig gut abgesichert ist. Diesbezügliche Risiken sind sehr begrenzt. Gleiches gilt für die liquiden Anlagemittel der Gesellschaft bei zwei grundsoliden Banken. Überdies steht der Cash Flow über Kundenforderungen in einem gesunden Verhältnis zu den Aufwendungen der Gesellschaft, was weitere Sicherheit gibt. Liquiditätsrisiken ... bezeichnen die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft. Dank des Risikomanagements sowie des hochliquiden Eigenkapitals und einer komfortablen Kosten-Eigenkapital-Relation (6 x höher als aufsichtsrechtlich erforderlich) sind Liquiditätsrisiken nicht erkennbar. Operationelle Risiken Diese Risikoart umfasst alle Betriebsrisiken, die im Rahmen der fortlaufenden Erbringung der Dienstleistungen der Gesellschaft bestehen. Diese können sich aus menschlichen und systemseitigen Fehlern ergeben (IT-Risiken, Fehler im Geschäftsprozess, Falschberatung, Reputationsrisiken, u.a.). Durch entsprechende Mitarbeiterführung, proaktives Risikomanagement und regelmäßige Kontrollen/Revisionen besteht ein guter Schutz gegen diese Risiken. Daneben können sich Rechtsrisiken ergeben, indem Ansprüche gegenüber Vertragspartnern nicht durchgesetzt werden können oder der Gesellschaft ungewollte Verpflichtungen entstehen. Zur Abwehr dieser Risiken wird die Gesellschaft vorkommendenfalls Rechtsbeistand in Anspruch nehmen. Um Rechtsrisiken weiter zu begrenzen, werden branchenübliche Standardverträge verwendet. Risiken können sich durch Fortentwicklung der Gesetzgebung und der Rechtsprechung ergeben. Um frühestmöglich informiert zu sein, lässt sich der Vorstand von ausgewiesenen Branchenkennern beraten. Zudem ist die Gesellschaft als ordentliches Mitglied über den "Verband unabhängiger Vermögensverwalter" gut orientiert. Darüber hinaus sind obige Risiken in angemessenem Maße durch eine Vermögensschadenversicherung und D&O-Versicherung abgedeckt. Besondere Risiken "Sicherungseinrichtungen" Die "Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen" (EdW) bedeutet Unsicherheit, insbesondere weil den zugeordneten Instituten jederzeit auch die Schieflage von Finanzdienstleistungsunternehmen aufgebürdet werden kann, die explizit nicht zu den freien Vermögensverwaltern zählen. Solche branchen- und themenfremden Fälle sowie die Modalitäten der Beitragserhebung stellen ein Risiko für sämtliche der Aufsicht unterworfenen freien Vermögensverwalter dar. Im Kern ist es ein politisches wie strukturelles Problem, gegen das sich die Gesellschaft aufgrund der "Zwangszuordnung" zur EdW nicht wehren kann. Glücklicherweise berührt dieses Risiko aufgrund der EdW-Beitragslogik immer nur die Gewinnseite, weshalb das Risiko nicht verlustverstärkend wirken kann.
Ludwigsburg, 9. März 2024 Der Vorstand BilanzAktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangDie Erstellung des Jahresabschlusses erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB), des AG-Gesetzes sowie der RechKredV. Dem Vorstand gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 folgende Personen an:
Ab dem 01. Januar 2024 erweitert Herr Stefan Watzka, Vermögensverwalter, den Vorstand. Dem Aufsichtsrat gehörten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 folgende Personen an:
Vergütungen der Mitglieder der Unternehmensorgane: Auf die Angabe der Vorstandsvergütung wird aufgrund § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die Aufsichtsratstätigkeiten wurden im Geschäftsjahr mit TEUR 36,0 (im Vorjahr 36,0 TEUR) vergütet. Anzahl der Arbeitnehmer (ohne Vorstand) 9 (im Vorjahr: 9) Angaben über die Gattung von Aktien: Das Grundkapital von 2.200.000 EUR ist eingeteilt in 2.200.000 Stück vinkulierte Stückaktien je 1 EUR. Das vom Abschlussprüfer berechnete Honorar beträgt TEUR 11,0 (im Vorjahr 10,8 TEUR). Für sonstige Prüfungsleistungen wurden im Berichtszeitraum TEUR 7,3 berechnet.
Ludwigsburg, 10. März 2024 Cyrus Moriabadi Fridolin Kopp BestätigungsvermerkWir haben den Jahresabschluss der Martagon Family Office AG, Ludwigsburg (im Folgenden "Gesellschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Gensingen, den 8. April 2024 App
Audit GmbH
Bericht des Aufsichtsrates und FeststellungsbeschlussDer Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2023 nebst Gewinn- und Verlustrechnung, Lagebericht und Anhang zur Prüfung und Billigung erhalten. Die Bilanzsumme beträgt Euro 3.815.562,93 (VJ = 4.13 Mio. EUR), der Bilanzgewinn liegt bei Euro 715.255,17 (VJ = 34,9 TEUR). Daneben hat der Aufsichtsrat den vom Abschlussprüfer unter Datum vom 10. April 2024 testierten Jahresabschluss 2023 inklusive Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers mit dem Vorstand ausführlich besprochen und diskutiert. Einwendungen bestehen nicht. Der Aufsichtsrat billigt den Abschluss und stimmt diesem zu - der Jahresabschluss 2023 ist damit festgestellt.
Ludwigsburg, 15. Mai 2024 Werner Reiser, Vorsitzender des Aufsichtsrates GewinnverwendungsbeschlussDer Aufsichtsratsvorsitzende stellt fest: Zum aufgestellten Jahresabschluss 2023 liegt der geprüfte Bericht vor. Mit Testatsdatum 8. April 2024 bestätigt der Wirtschaftsprüfer, dass der Abschluss und der Lagebericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermitteln. Nach eingehender Prüfung von Jahresabschluss, Prüfbericht und allen sonst relevanten Unterlagen hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2023 in seiner ordentlichen Aufsichtsratssitzung vom 15. Mai 2024 abschließend behandelt und - in Übereinstimmung mit dem Vorstand - gebilligt und festgestellt. Die Erläuterungen zum Jahresabschluss nimmt die Hauptversammlung zustimmend zur Kenntnis. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Versammlung vor, den Bilanzgewinn von EUR 715.255,17 in auf das neue Wirtschaftsjahr vorzutragen. Der Gewinnverwendungsvorschlag wurde von der Hauptversammlung einstimmig angenommen |
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