Augustinum Pflege gGmbH
Selbe AdresseAmbulante Betreuungsdienste für ältere Menschen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Matthew Alexander Köhler seit 9.8.2024 | Prokura |
Roman Dries seit 9.7.2024 | Prokura |
Holger Jörg Weber seit 3.4.2024 | Prokura |
Christina Ulrike Klapprott seit 5.3.2024 | Prokura |
Petra Hellenthal seit 22.2.2024 | Geschäftsführer |
Jörn Heinrich seit 20.12.2023 | Prokura |
Birgit Voß seit 15.11.2022 | Prokura |
David Schemmer seit 6.10.2022 | Prokura |
Astrid Fischer seit 5.5.2022 | Prokura |
Christoph D. Specht seit 23.3.2022 | Prokura |
Birgit Oellrich seit 26.10.2021 | Prokura |
Sabrina Krieg seit 27.1.2021 | Prokura |
Claus Ammer seit 27.1.2021 | Prokura |
Christiane-Maria Lioba Rapp seit 7.5.2019 | Prokura |
Dagmar Adam seit 30.10.2018 | Prokura |
Katja Landmann seit 30.10.2018 | Prokura |
Uwe Hinze seit 23.5.2018 | Prokura |
Konstantin Joachim Bach seit 6.3.2018 | Prokura |
Richard Matthias Rheindorf seit 4.9.2017 | Prokura |
Ludwig Graf zu Solms-Laubach seit 17.7.2017 | Prokura |
Caroline Wienand-Hillesheim seit 17.7.2017 | Prokura |
Markus Burgmeier seit 17.7.2017 | Prokura |
Dietmar Stallein seit 17.7.2017 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Augustinum Stiftung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Collegium Augustinum gGmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023** Dieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Unsicherheiten und Risiken, die außerhalb der Möglichkeiten der Kontrolle oder präzisen Einschätzung durch unsere Gesellschaft liegen, wie beispielsweise dem zukünftigen Marktumfeld und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder Maßnahmen staatlicher Stellen. Sollten einer dieser oder andere Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. I GRUNDLAGENUnsere Gesellschaft betreibt bundesweit 23 gehobene Seniorenresidenzen in ganz Deutschland. In den Häusern sind mehr als 7.500 Bewohner*innen zu Hause. Standorte sind
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in München, sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 144 565 eingetragen, die USt-ID-Nummer lautet DE 225 810 318. II RAHMENBEDINGUNGENGesamtwirtschaftliche Entwicklung Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf 2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten geprägt. Ursächlich für diese schwächere als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum geschwächt haben. Hinzu kamen die deutlich geringere Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie dämpfende Effekte der geopolitischen Spannungen und Krisen. 1 Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Neben den hohen Preisen wirkten demnach auch ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland bremsend; die Erholung vom tiefen Konjunktureinbruch im Corona-Jahr 2020 setzte sich in der Folge im Jahr 2023 nicht weiter fort. 2 Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,9 % gestiegen (Vorjahr: 6,9 %), die Inflation verharrte damit weiter auf hohem Stand. Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2023 besonders. 3 Die Zahl der erwerbstätigen Personen ist im Jahresdurchschnitt 2023 um 0,7 % auf 45,9 Millionen gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 erreicht. Ursachen für die Beschäftigungszunahme waren die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte und eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung. Diese beiden Wachstumsimpulse überwogen die dämpfenden Effekte des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Den größten Zuwachs verzeichneten die Dienstleistungsbereiche (rechnerisch fanden hier 9 von 10 zusätzlich Beschäftigten einen Arbeitsplatz); die größte absolute Zunahme verzeichneten die Öffentlichen Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit einem Plus von 1,0 % oder 116.000 Personen. 4 Die Nominallöhne (Bruttomonatsverdienste und Sonderzahlungen) stiegen im Jahr 2023 um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr, wesentlich bedingt durch Zahlungen der Inflationsausgleichsprämie sowie die Mindestlohnerhöhung auf 12 Euro im Oktober 2022. Angesichts der hohen Inflation stiegen die Reallöhne im Jahr 2023 lediglich um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr - der erste Anstieg seit dem Jahr 2019. 5 Die öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung schlossen 2023 mit einem Defizit von insgesamt 91,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 127,3 Mrd. Euro). Einnahmen von 1.860,0 Milliarden Euro standen Ausgaben von 1.951,9 Milliarden Euro gegenüber. Erstmals seit dem Rekordjahr 2020 mit einem Defizit von 189,2 Milliarden Euro lag das Staatsdefizit damit wieder unter 100 Milliarden Euro. Wie in den Vorjahren ging das Defizit mit 87,6 Milliarden Euro zum größten Teil zu Lasten des Bundes. Erstmals seit Jahren verzeichneten auch die Gemeinden ein Defizit (6,8 Milliarden Euro), während bei den Ländern Einnahmen und Ausgaben nahezu ausgeglichen waren und die Sozialversicherung einen geringen Überschuss aufwies (2,7 Milliarden Euro). 6 Die Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung beurteilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Frühjahr 2024 verhalten. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hätten sich die größten Abwärtsrisiken 2023 nicht im zu befürchtenden Maße manifestiert und die meisten Volkswirtschaften überraschend resilient gezeigt. Gleichwohl blieben das weltwirtschaftliche Wachstum insgesamt gering und die regionalen Unterschiede hoch. Die Erholung der Weltwirtschaft von den multiplen Krisen erweise sich als erstaunlich widerstandsfähig, die steigende Wachstumsdynamik sei aber bislang nicht überall zu spüren gewesen. Besonders gedämpft falle demnach das Wachstum im Euroraum aus, wo Verbraucherstimmung und Unternehmensinvestitionen unter den anhaltenden Auswirkungen der hohen Energiepreise und den erhöhten Zinsen litten. Jüngste Indikatoren wiesen zudem auf eine Abschwächung des Wachstums hin. Angriffe auf Schiffe im Roten Meer hätten Transportkosten drastisch erhöht und Lieferzeiten verlängert, wodurch Produktionspläne gestört würden und der Preisdruck erneut zunehme. 7 Entwicklung der Branche Mit seinen 23 Seniorenresidenzen und mehr als 7.500 Bewohner*innen ist das Augustinum im Premium-Segment der Vier- bis Fünf-Sterne-Residenzen weiterhin klarer Marktführer 8 . Das Angebot gehobener Residenzen umfasst bundesweit geschätzt weniger als 200 Einrichtungen und stellt ein sehr spezialisiertes Segment im Markt der Seniorenangebote dar. Dieses besondere Segment ist nicht von erheblichen Wachstumsraten gekennzeichnet - anders als lange Zeit Wohnangebote mit geringerem Serviceniveau und stationäre Pflegeeinrichtungen. Für die Pflege-Branche stellte das Jahr 2023 eine Trendwende dar. Unverändert steigt der Pflegebedarf weiter an; 2023 wurde laut GKV-Spitzenverband nach einem Zugang von mehr als 360.000 Pflegefällen erstmals die Marke von 5 Millionen Pflegefällen in Deutschland überschritten (gesamt: 5,2 Millionen). 9 Anderseits verzeichnete die Branche angesichts massiver Kostensteigerungen und Personalengpässe eine Welle von Insolvenzen und Schließungen. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) berichtete von mehr als 780 Insolvenzen und Schließungen in ambulanter und stationärer Pflege im Gesamtjahr. 10 Prominentes Beispiel war die Insolvenz des Servicewohnanbieters Convivo. Von seinen bundesweit knapp 80 Einrichtungen wurde der Großteil durch andere Träger übernommen 11 , von denen jedoch einige nach kurzer Zeit ihrerseits Insolvenz anmelden mussten, etwa Levantus Ende 2023. 12 Von defizitären Einrichtungen trennte sich auch der einstige Marktführer unter den privaten Pflegeanbietern, Korian; nach Verkäufen in 2022 sollten 2023 und 2024 elf weitere Häuser in Deutschland abgestoßen werden, berichtete das Branchenportal "Carevor9". 13
1 Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz, Pressemitteilung vom 13.12.2023: Die
wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2023.
III VERLAUF DES GESCHÄFTSJAHRESAngesichts des anhaltend hohen Kostendrucks haben wir 2023 einen besonderen Fokus auf die Überprüfung aller Geschäfts- und Personalprozesse gelegt, um Mehrbelastungen für unsere Bewohner*innen in Grenzen und unsere Preisgestaltung marktgängig zu halten. Dennoch kamen wir nicht umhin, 2023 unsere Pensionspreise in allen 23 Seniorenresidenzen um durchschnittlich 7,5 % zu erhöhen. Kosten- und Prozessoptimierung erfordern auch weiterhin unsere besondere Aufmerksamkeit. Planmäßig hat 2023 die jährliche Tagung der Beiratsvorsitzenden unserer Seniorenresidenzen mit der Geschäftsführung in Mölln stattgefunden. Erneut danken wir den Beiräten und dem Sprecherrat für ihre konstruktiv-kritische Mitwirkung und für ihre Unterstützung bei der notwendigen Anpassung unserer Pensionspreise. Im Nachgang der Corona-Pandemie hatten wir 2023 weiterhin mit deutlich erhöhten Krankenständen unter den Mitarbeiter*innen umzugehen; in allen Dienstleistungsbereichen unserer Häuser wirkte hier die hohe Belastung aus der Pandemie nach. Der Rückgang bei den Erstanfragen für unsere Seniorenresidenzen in den Corona-Jahren und der sanierungsbedingte vorübergehende Ausfall von Appartements in München-Neufriedenheim, Bad Neuenahr und Überlingen für die Vermietung haben sich auch 2023 noch sichtbar auf die Belegung unserer Häuser ausgewirkt. Im Jahresmittel lag die Belegung 2023 bei 7.363 Bewohner*innen (Vorjahr: 7.370). Nach dem Bezug der Neubauten im Augustinum München-Neufriedenheim lag die Zahl zum Jahresende 2023 bei 7.469. Aufgrund der inzwischen normalisierten Anfragesituation gehen wir davon aus, die Belegung in absehbarer Zeit wieder in den Planbereich zu entwickeln. Im Jahresdurchschnitt war 2023 in den Augustinum Seniorenresidenzen 2.048 Bewohner*innen ein Pflegegrad zugeordnet (Vorjahr: 2.029). Der Anteil von Bewohner*innen mit zugeordnetem Pflegegrad an der Gesamtzahl der Bewohner*innen in den Residenzen ist damit weiterhin stabil. Zusätzlich zu den Leistungen für Bewohner*innen mit Pflegegrad erbrachten wir 2023 bei monatlich durchschnittlich 835 Bewohner*innen ohne Pflegegrad (Vorjahr: 1.069) betreuerische, hauswirtschaftliche oder pflegerische Leistungen. Die mehrjährige Rohrsanierung in Überlingen haben wir 2023 erfolgreich abgeschlossen, sodass wir hier inzwischen wieder im vollen Umfang vermieten können. In Bad Neuenahr haben wir 2023 den landschaftsarchitektonisch anspruchsvoll gestalteten Park nach den Zerstörungen des Ahr-Hochwassers von 2021 wieder eröffnet. Daneben haben wir die Wiederinbetriebnahme des Empfangsbereiches (fertig im Frühjahr 2024) und die Umgestaltung des für eine Tagespflege vorgesehenen Bereiches vorbereitet. Im Etagenbereich laufen weitere Sanierungen; der Betrieb im Haus hat sich unter den gegebenen Einschränkungen weiter normalisiert. In München-Neufriedenheim haben wir die Neubauten im Herbst 2023 offiziell eröffnet und bis zum Jahresende vollständig bezogen. In einem 13-stöckigen Turm und einem angrenzenden Flachbau waren in dreijähriger Bauzeit auf dem Campus insgesamt 92 neue Wohnung entstanden. Fortgesetzt haben wir hier umfangreiche Sanierungen in den ältesten Gebäudeteilen. In Überlingen haben wir 2023 die Ausstattung mit schnellem Internet abgeschlossen. Damit waren bis zum Jahresende 12 von 23 Häusern mit schnellem Internet versorgt. Die Ausstattung der weiteren Standorte wird in den Folgejahren fortgesetzt. In Essen und in Mölln haben wir 2023 einen "Salon" eröffnet. Hier gestaltet in besonders ansprechenden Räumen eine gastgebende Betreuungskraft ein kulturnahes Gesellschaftsangebot, das sich besonders an Bewohner*innen mit Interesse an unkomplizierter, aber kultivierter sozialer Teilhabe auch im höchsten Lebensalter richtet. In Braunschweig, Kleinmachnow und Stuttgart-Sillenbuch haben wir 2023 zusätzlich zu unserem ambulanten Pflegeangebot teilstationäre Tagespflegen betrieben und hier insgesamt 50 Besucher*innen (Vorjahr: 44) betreut. Für 2024/25 planen wir die Einrichtung weiterer Tagespflegen an den Standorten Bad Soden und Bad Neuenahr. Mit einer Auftaktveranstaltung im Augustinum Stuttgart-Sillenbuch im Januar haben wir 2023 im gastronomischen Angebot unsere neue Linie Augustinum Vital eingeführt, die übrigen Seniorenresidenzen folgten im Anschluss. Entwickelt wurde die Vital-Linie von Köch*innen unserer Augustinum Gastronomie nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen mit Expertinnen und Experten aus Ernährungsmedizin, Ökotrophologie, Gerontologie und Gastronomie, unter ihnen Fernsehkoch Johann Lafer, der sich seit Jahren mit der sogenannten Medical Cuisine beschäftigt. Neben der Gesundheit stehen Nachhaltigkeit, Genuss und weiterhin die freie Auswahl am Tisch im Fokus der neuen Linie. Die Vergütungen der Mitarbeiter*innen nach den Entgelttabellen der Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie in Bayern (AVR-Bayern), die alle Gesellschaften der Augustinum Gruppe mit wenigen Ausnahmen (DiVO und TV-L) einheitlich anwenden, wurden zum 1. Januar 2023 um einen Sockelbetrag von 50 Euro und eine anschließende weitere lineare Steigerung von 3,5 % erhöht. 14 Dadurch ergaben sich Entgeltsteigerungen von insgesamt zwischen 4,2 % in den oberen und bis zu 8,6 % in den unteren Entgeltgruppen. 15 Die Pflichtbeiträge zur Evangelischen Zusatzversorgungskasse (EZVK) Darmstadt, die allein vom Dienstgeber übernommen werden, sind zum 1. Januar 2023 auf 6,5 % der Bruttogehälter weiter gestiegen. Den Mitarbeitervertretungen danken wir für ihr Engagement und ihre allzeit konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Augustinum.
14 ARK Bayern, Beschlüsse der ARK vom 14.
Juni 2022 für den Bereich der Diakonie (AVR Bayern).
https://www.ark-bayern.de/system/files/dateien/entgelterhohung_2023_final_2.pdf.
IV VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGEEntwicklung der Vermögenslage Bilanzstruktur
Die langfristigen Vermögenswerte betreffen ausschließlich das Anlagevermögen und befinden sich auf Vorjahresniveau. Von den kurzfristigen Vermögensgegenständen entfallen 102,6 Mio. Euro (Vorjahr: 92,8 Mio. Euro) auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen und 13,9 Mio. Euro (Vorjahr: 53,8 Mio. Euro) auf Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. Aufgrund des Jahresfehlbetrags von 15,9 Mio. Euro verschlechtert sich die Eigenkapitalquote trotz der um 29,0 Mio. Euro gesunkenen Bilanzsumme um 8,4 Prozentpunkte von 17,6 % auf 9,2 %. Der Rückgang der langfristigen Schulden um 7,1 Mio. Euro auf 81,3 Mio. Euro entfällt im Wesentlichen auf die Rückführung der Verbindlichkeiten aus Wohndarlehen. Die kurzfristigen Schulden setzten sich wie folgt zusammen:
Entwicklung der Finanzlage Finanzmittelfonds
Liquidität Die Stichtagsliquidität (kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Schulden) ist zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 23,0 Mio. Euro von 111,0 Mio. Euro auf 88,0 Mio. Euro gesunken. Kreditlinien Die Gesellschaft hat keine Kreditlinien beantragt. Entwicklung der Ertragslage
Das Betriebsergebnis hat sich mit -15,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Mio. Euro weiter verschlechtert. Der Anstieg der Betriebsleistung ist auf einen Anstieg der Umsatzerlöse zurückzuführen, die sich wie folgt entwickelt haben:
Der Anstieg der Hauptleistungsentgelte für die Dauerleistungen Wohnen, Speisen und Betreuung um 11,9 Mio. Euro bzw. 5,5 % resultiert bei der gegenüber dem Vorjahr im Mittel leicht gesunkenen Anzahl an Bewohner*innen aus den im Juli 2023 wirksam gewordenen Pensionspreiserhöhungen. Das Defizit aus der Pflegekosten-Ergänzungsregelung wurde wie im Vorjahr vollständig von der Schwestergesellschaft Augustinum Pflege gemeinnützige GmbH, München, ausgeglichen. Der Anstieg der Wahlleistungsentgelte um 1,8 Mio. Euro auf 10,4 Mio. Euro ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Wahlpreise für Personaldienstleistungen sowie eine Veränderung der Nachfrage zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 1,6 Mio. Euro auf 3,2 Mio. Euro gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den fast vollständigen Wegfall von Erstattungen für Corona-Tests und wesentlich geringeren Erstattungen von Versicherungen im Zusammenhang mit dem Flutschaden Bad Neuenahr zurückzuführen. Der Materialaufwand hat sich wie folgt entwickelt:
Die um 13,4 Mio. Euro gestiegenen Gebäudekosten resultieren mit 6,6 Mio. Euro bzw. 6,90 % aus der gestiegenen Miete für die 23 Seniorenresidenzimmobilien sowie mit 1,0 Mio. Euro aus gestiegenen Aufwendungen für Instandhaltungen. Darüber hinaus sind die Energiekosten im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg der Personalaufwendungen um 5,4 Mio. Euro bzw. 11,8 % auf 51,3 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus den tariflichen Erhöhungen der AVR-Bayern bei gleichzeitigem Anstieg der Anzahl der Beschäftigten. Die Abschreibungen sind um 0,2 Mio. Euro auf 1,4 Mio. Euro gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt auf:
Bei den Aufwendungen für Informationstechnologie (IT) handelt es sich um zentrale Dienstleistungen der Augustinum gemeinnützige GmbH für die Bereitstellung und Administration sämtlicher IT-Systeme inkl. Zubehör. Bei der Verwaltungsumlage handelt es sich um zentrale Dienstleistungen der Muttergesellschaft Augustinum gemeinnützige GmbH wie insbesondere Personalabrechnung und Geschäftsführung sowie weitere kaufmännische und rechtliche Funktionen. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. Euro auf 0,0 Mio. Euro verbessert. Die Verbesserung resultiert je zur Hälfte aus gestiegenen Zinserträgen von verbundenen Unternehmen und niedrigen Zinsaufwendungen für Wohndarlehen. Insgesamt hat sich der Jahresfehlbetrag um 9,5 Mio. Euro auf 15,9 Mio. Euro verschlechtert. V CHANCEN-/RISIKO- UND PROGNOSEBERICHTMit unserem Risikomanagementsystem erfassen und bewerten wir regelmäßig auf unser Geschäft wirkende Risiken und leiten notwendige Maßnahmen ab. Entwicklung der Nachfrage Unsere zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hängt weiterhin primär davon ab, die durchschnittliche Belegung unserer Seniorenresidenzen auf hohem Niveau zu halten. Pensionspreiserhöhungen Der zweite wesentliche Treiber unserer wirtschaftlichen Entwicklung ist die Fähigkeit, unvermeidbare Kostensteigerungen durch Pensionspreiserhöhungen zu refinanzieren. In den zurückliegenden Jahren wurden Erhöhungen durch die Bewohnerschaft aufgrund der Qualität unserer Leistungen durchgehend akzeptiert. Personalbeschaffung In der Gewinnung von Fachkräften bewährt sich weiterhin die Weiterentwicklung des Recruitings im Augustinum Konzern. Verstärkt wird hier erfolgreich auch auf Social-Media-Kanälen geworben. Dennoch wird der angespannte Arbeitsmarkt die Personalbeschaffung auch in den nächsten Jahren erschweren. Personalaufwendungen Bei Dienstleistungsunternehmen stellen die Personalaufwendungen in der Regel den mit Abstand größten Kostenblock dar. Die Personalintensität (Personalaufwendungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) betrug 2023 bei unserer Gesellschaft vergleichsweise niedrige 20,3 % (Vorjahr: 19,3 %). Durch die Zulieferung der personalintensiven Leistung der Speisenversorgung durch unsere Schwestergesellschaft Augustinum Service GmbH wirken sich deren steigende Tariflöhne bei uns indirekt im Materialaufwand durch steigende Fremdleistungskosten aus. Bei den für uns geltenden AVR-Bayern erfolgt die Festsetzung der Löhne und Gehälter und anderer grundlegender Arbeitsbedingungen durch die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK), die paritätisch aus den Reihen der Arbeitnehmer*innen und der Arbeitgeber besetzt ist. Bei diesem sogenannten "Dritten Weg" sind Arbeitskampfmaßnahmen (Streik und Aussperrung) ausgeschlossen. Im Gegenzug sehen die Arbeitsvertragsrichtlinien die verbindliche Schlichtung vor. Weitere Entgeltsteigerungen bringt auch das Jahr 2024. Gemäß den AVR-Bayern beschäftigte Mitarbeiter*innen erhielten bzw. erhalten zum Ausgleich von Belastungen aus der Inflation von April bis Dezember 2024 Sonderzahlungen in Höhe von insgesamt 3.000 Euro (Teilzeit-Beschäftigte anteilig), Auszubildende die Hälfte davon. Darüber hinaus steigen auch die Tabellenentgelte. In den Entgeltgruppen E1 bis E3 werden die Gehälter zum 1. Juli 2024 zunächst um 50 Euro und die neuen Beträge dann um 5,5 % erhöht. In den Entgeltgruppen E4 bis E14 werden die Gehälter zum 1. Dezember 2024 zunächst um 200 Euro und die neuen Beträge dann zusätzlich ebenfalls um 5,5 % erhöht. Die Pflichtbeiträge zur EZVK werden weiterhin allein vom Dienstgeber getragen; der Beitragssatz beträgt seit 2023 nunmehr 6,5 % der Bruttogehälter. Mit weiteren Tarifsteigerungen rechnen wir auch für das Jahr 2025. Bauliche Vorschriften Weiterhin ist mit erhöhten Instandhaltungsaufwendungen aus behördlichen Anforderungen etwa zu Brandschutz oder Barrierefreiheit zu rechnen. Über unsere Brandschutzbeauftragten und Baubetreuer*innen bemühen wir uns um eine realistische Gestaltung und planen Maßnahmen in entsprechenden Investitionspaketen. Die Gewinnung von ausführenden Firmen sowie Architekten und Fachplanern gestaltet sich zunehmend schwieriger. Dies lässt sich überwiegend auf Personalmangel zurückführen und wirkt sich auch auf die Kosten und Termine der Maßnahmen aus. Weitere Anforderungen an unsere Gebäude ergeben sich aus neuen Vorschriften zur Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen. Informationstechnische Risiken Unbefugte Zugriffe auf sensible Unternehmensdaten und Systemausfälle oder -störungen stellen Risiken der Informationstechnologie dar. Um diese zu verhindern, tätigen wir seit vielen Jahren erhebliche Investitionen in die IT-Sicherheit. Dazu gehört der Betrieb aller IT-Anwendungen in einem hoch modernen, mehrfach gesicherten Rechenzentrum sowie der Zugriff auf diese Anwendungen durch eine Remote-Desktop-Verbindung (Thin-Client). Hierbei werden nur Tastatur-, Maus- und Bildschirminformationen übertragen, jedoch kein direkter Zugriff auf die dortigen Daten erlaubt. Hochverfügbare Anwendungen und Daten in einer zeitgemäß gesicherten Unternehmens-Cloud werden konzernweit genutzt. Unser Informationssicherheitsmanagementsystem hilft bei der Bewertung der Risiken und bildet die technisch und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen ab. Eine Gruppe von Sicherheitsexperten bewertet monatlich die Bedrohungslage und passt Maßnahmen zielgerichtet an. Rechtsstreitigkeiten und -verfahren Derzeit bestehen keine erkennbaren Risiken aus möglichen Rechtsstreitigkeiten. Wohn- und Vorvertragsdarlehen Als Chance nehmen wir weiter den Verlauf der organisch abschmelzenden Wohn- und Vorvertragsdarlehen wahr. Wir verbessern damit unser Finanzergebnis und reduzieren gleichzeitig Einzugshürden für Neubewohner*innen. Zinsänderungsrisiko Im Heimgesetz (HeimG) wurde im Rahmen des § 4 Heimvertrag geregelt, dass Darlehensgewährungen mit mindestens 4,0 % zu verzinsen sind. Diese Regelung wurde auch nach Übergang der Gesetzgebungskompetenz für das öffentlich-rechtliche Heimrecht vom Bund auf die Länder im September 2006 in allen unseren Seniorenresidenzverträgen bundesweit weitergeführt. Bestehende Darlehen werden jedoch seit mehreren Jahren zurückgeführt und bei Neuverträgen werden seit dem 1. März 2019 nur noch in solchen Bundesländern Darlehen mit einem Zinssatz von 1,0 % erhoben, in denen das Landesheimrecht eine Verzinsung mit 1,0 % zulässt. Dies betrifft acht unserer 23 Einrichtungen. Liquiditätsrisiken Gemeinnützige Körperschaften sollen ihr Vermögen ertragbringend anlegen. Dabei kommt es nicht auf die optimale Rendite an, vielmehr muss gerade eine gemeinnützige Körperschaft der Sicherheit der Vermögensanlage den Vorzug vor einer optimalen Rendite geben. Nach diesem Grundsatz wird im Konzern das Liquiditätsmanagement betrieben. Es stellt sicher, dass alle Konzerngesellschaften jederzeit ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können. Die Finanzierungsbedarfe für das tägliche Geschäft werden im Konzern zentral koordiniert. Weitere wesentliche Chancen und Risiken sind derzeit nicht erkennbar. Gesamtbewertung und Prognose Wie im Vorjahresbericht prognostiziert, weisen wir für das Geschäftsjahr 2023 erneut einen deutlichen Jahresfehlbetrag aus. Dieser ist mit 15,9 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro) wesentlich höher ausgefallen als bei der Planung für 2023 berechnet. Bei einer gegenüber dem Vorjahr erneut leicht gesunkenen durchschnittlichen Belegung unserer Häuser haben die aufgrund der Kostensituation notwendigen, im Vergleich zu den Vorjahren mit durchschnittlich 7,5 % sehr hohen, vorgenommenen Pensionspreiserhöhungen zum 1. Juli nahezu ausgereicht unsere Umsatzerlöse wie geplant um 7 % zu steigern. Dieser Anstieg hat aber nicht annähernd ausgereicht, die, um fast 12 % gestiegenen Personal- und um 10 % gestiegenen Materialaufwendungen auszugleichen. Aufgrund des hohen Jahresfehlbetrages ist unsere Eigenkapitalquote um 8,4 Prozentpunkte von 17,6 % auf 9,2 % gesunken. Ausgehend von der Erwartung einer langsamen Erholung der corona- und an einzelnen Standorten baulich bedingt noch immer nicht wieder aufgeholten Belegungszahlen rechnen wir für das Geschäftsjahr 2024 bei erneut erforderlichen den Kostensteigerungen zeitlich nachlaufenden Pensionspreiserhöhungen von erneut durchschnittlich rund 7,5 % sowie Erhöhungen der Preise für Personaldienstleistungen um rund 10 % mit einem Umsatzanstieg von bis zu 8 %. Mit dieser Erhöhung rechnen wir trotz ergriffener Maßnahmen auf der Kostenseite bei Aufrechterhaltung unserer Leistungsversprechen ohne konzerninterne Zuwendungen für das Geschäftsjahr 2024 mit einen Jahresfehlbetrag von 5 bis 7 Mio. Euro. Bei sich abzeichnender Erholung der Belegungssituation und erneut deutlicher Pensionspreiserhöhung rechnen wir im Verlauf des Jahres 2024 mit einer Erholung der wirtschaftlich angespannten Lage der Gesellschaft. Dazu wird trotz absehbarer Steigerung der Personalkosten das seit Anfang 2024 spürbare Abflauen der Inflation beitragen. Weiterhin ist es das Ziel der Geschäftsführung, den Betrieb der Gesellschaft kostendeckend zu führen, um das verzehrte Eigenkapital zu regenerieren. Voraussetzung hierfür ist die durchgängige Umsetzung aller Preissteigerungen im Aufwandsbereich im Rahmen jährlicher Pensionspreisanpassungen.
München, 17. Juli 2024 Joachim Gengenbach, Geschäftsführer Petra Hellenthal, Geschäftsführerin Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
(Amtsgericht München HRB 144565) Anhang für das Geschäftsjahr 2023I Allgemeine ErläuterungenDer Jahresabschluss der Collegium Augustinum gGmbH (CAG) wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften sowie den Bestimmungen des GmbHG aufgestellt. Die Gliederung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung entspricht den §§ 266 bis 275 HGB sowie § 42 GmbHG. Entsprechend § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB wurden auf der Passivseite der Bilanz die Posten "B. Sonderposten" mit der entsprechenden Untergliederung sowie "D.1. Wohndarlehen", "D.2. Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern" und "D.5. Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden" hinzugefügt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die CAG ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit diakonischer Prägung, deren gesellschaftsvertragliche Aufgabe die Förderung der Altenhilfe ist. Über die Nutzung der für den Betrieb der Einrichtungen erforderlichen 23 Liegenschaften ist ein langfristiger Mietvertrag zwischen der Augustinum Wohnstifte gemeinnützige GmbH (Vermieter) und der CAG (Mieter) abgeschlossen worden. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und Lesbarkeit des Abschlusses werden davon-Angaben einheitlich im Anhang wiedergegeben. II Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen sowie ggf. Sonderabschreibungen wegen Verwendung von Spenden, angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert erforderlich ist. Die im Zuge der laufenden Modernisierung der Bewohnerappartements anfallenden Aufwendungen für die Ausstattung werden als Instandhaltungsaufwendungen erfasst, da die Voraussetzungen für eine Aktivierung nicht gegeben sind. Bei unentgeltlich zugewendeten Anlagegegenständen entsprechen die Anschaffungskosten den Zeitwerten im Zuwendungszeitpunkt. Die beweglichen Anlagegegenstände werden nach der linearen Methode in Anlehnung an die steuerlichen Tabellen abgeschrieben. Geringwertige Anlagegegenstände bis EUR 250 Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden sofort abgeschrieben. Zugänge zu Wirtschaftsgütern mit Netto-Anschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 werden in einen jahresbezogenen Sammelposten eingestellt und beginnend mit dem Jahr der Anschaffung linear über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Die Vorräte sind zu den Anschaffungskosten oder niedrigeren Tagespreisen angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen im Wesentlichen Ausgaben für Aufwendungen, die nachfolgenden Geschäftsjahren zuzurechnen sind. Zuwendungen an die Hilfskassen für Bewohner*innen sowie die bei zwischenzeitlicher Anlage dieser Mittel angefallenen Zinsen werden als Sonderposten aus Spenden ausgewiesen. Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags bewertet. Künftige Preis- und Kostensteigerungen im Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst. Die Erfolgsauswirkungen aus der Änderung des Diskontierungssatzes bei der Aufzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Ermittlung der Verpflichtungen für Jubiläumsleistungen erfolgt nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("projected unit credit method"). Der Bewertung lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 1,31 % (Vorjahr: 0,92 %) und zudem eine jährlich erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,50 % sowie eine erwartete Fluktuation von 8,57 % zugrunde. Der Ermittlung der Verpflichtungen aus mit einzelnen Mitarbeiter*innen geschlossenen Altersteilzeitverträgen lagen neben den Heubeck-Richttafeln (2018 G) der von der Bundesbank veröffentlichte Marktzins von 0,99 % (Vorjahr: 0,30 %) und für künftige Erhöhungen ein Trend für Gehaltssteigerungen von 2,50 % p.a. zugrunde. Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Erhaltene, zweckgebundenen Zuwendungen aus Erbschaften, die zum Bilanzstichtag noch nicht zweckentsprechend verwendet wurden, werden unter den Verbindlichkeiten aus bedingt rückzahlungspflichtigen Spenden ausgewiesen. III Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung(1) AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. (2) VorräteDie Vorräte enthalten im Wesentlichen den Bestand an Hausprospekten, Essensmarken für den Verkauf an unsere Mitarbeiter*innen sowie Reinigungsmaterial. (3) Forderungen und sonstige VermögensgegenständeAlle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0) Forderungen gegen Gesellschafter enthalten. Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich mit EUR 99.321.009,25 (Vorjahr: TEUR 92.701) um Forderungen, die aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements (sonstige Vermögensgegenstände) entstanden sind. Zusammen mit den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 3.237.785,25 ergeben sich insgesamt Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 102.558.794,50 (Vorjahr: TEUR 92.824). (4) EigenkapitalDas Stammkapital der Gesellschaft beträgt gemäß Gesellschaftsvertrag und Eintragung im Handelsregister EUR 25.000.000,00 und wird vollständig von der Augustinum gemeinnützige GmbH, München, gehalten. Die Stammeinlage wurde in voller Höhe im Wege einer Sacheinlage erbracht. Der den Nennwert des Stammkapitals übersteigende Anteil der Sacheinlage wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. (5) Sonstige Rückstellungen
Der Erfüllungsbetrag für die Verpflichtungen Jubiläumsleistungen in Höhe von EUR 870.341,00 (Vorjahr: TEUR 843) wurde auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens ("projected unit credit method") ermittelt. Der Erfüllungsbetrag für die Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von EUR 94.035,00 (Vorjahr: TEUR 0) wurde auf Basis der in § 253 HGB enthaltenen Bestimmungen sowie den anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik ermittelt. Der Anstieg der übrigen Sonstigen Rückstellungen resultiert aus der Erhöhung der Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. (6) VerbindlichkeitenAngaben über Restlaufzeiten, Umfang und Art der Verbindlichkeiten zeigt folgender Verbindlichkeitenspiegel:
Die Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte bei unserer Gesellschaft besichert. Die Wohndarlehen der Bewohner*innen und Vorvertragspartner sind im Wesentlichen durch die von der Schwestergesellschaft Augustinum Wohnstifte gemeinnützige GmbH bestellten Grundschulden und durch Pfandrechte besichert. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind EUR 772.929,63 (Vorjahr: TEUR 788) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern enthalten, die ausschließlich aus dem konzerninternen Liefer- und Leistungsverkehr resultieren. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten mit EUR 343.803,74 (Vorjahr: TEUR 329) Verbindlichkeiten aus Steuern und mit EUR 4.202,89 (Vorjahr: TEUR 0) Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. (7) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: TEUR 111.035. Steigt oder fällt der vom Statistischen Bundesamt jeweils für das Vorjahr veröffentlichte jahresdurchschnittliche Verbraucherpreisindex, sind sowohl der Vermieter als auch der Mieter berechtigt mit Wirkung zum 1. Januar des Folgejahres eine Anpassung der Miete zu verlangen. (8) UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse des Geschäftsjahres setzen sich wie folgt zusammen:
(9) Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten mit EUR 99.227,06 (Vorjahr: TEUR 83) periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie mit EUR 284.903,78 (Vorjahr: TEUR 328) andere periodenfremde Erträge. (10) MaterialaufwandDer Materialaufwand umfasst Aufwendungen für Wirtschaftsbedarf, Betreuung und Betriebskosten sowie Fremdleistungen, Instandhaltungen und Mieten. (11) PersonalaufwandIn den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung sind Aufwendungen für Altersversorgung von EUR 3.061.108,55 (Vorjahr: TEUR 2.639) enthalten. (12) Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 348.038,77 (Vorjahr: TEUR 240). (13) ZinsergebnisVon den Zinsen und ähnlichen Erträgen entfallen EUR 3.319.999,85 (Vorjahr: TEUR 2.906) auf verbundene Unternehmen. Aus der Aufzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von größer einem Jahr ergibt sich aufgrund der Änderung des Diskontierungszinssatzes ein Zinsertrag von EUR 26.236,00 (Vorjahr: TEUR 10). Aus der Aufzinsung von Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von größer einem Jahr ergibt sich ein Zinsaufwand in Höhe von EUR 8.692,00 (Vorjahr: TEUR 7). IV Sonstige Angaben(1) Beschäftigte
(2) OrganeGeschäftsführer:
Die Geschäftsführer erhielten für ihre Tätigkeit als Geschäftsführer der Gesellschaft keine Bezüge. (3) Angaben zum MutterunternehmenMuttergesellschaft der Collegium Augustinum gGmbH, München, ist die Augustinum gemeinnützige GmbH mit Sitz in München. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Augustinum gemeinnützige GmbH (HRB 128837 Amtsgericht München) einbezogen. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 12. September 2023 im Unternehmensregister veröffentlicht. (4) NachtragsberichtWesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach dem Abschlussstichtag nicht eingetreten. (5) ErgebnisverwendungsvorschlagDie Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 15.922.288,99 zusammen mit dem Gewinnvortrag von EUR 2.407.003,78 auf neue Rechnung vorzutragen.
München, den 17. Juli 2024 Joachim Gengenbach, Geschäftsführer Petra Hellenthal, Geschäftsführerin Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
1 In den Abschreibungen des Geschäftsjahres sind Sonderabschreibungen wegen Verwendung von Spenden in Höhe von EUR 51.820,53 (Vorjahr: TEUR 49) enthalten. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Collegium Augustinum gGmbH, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Collegium Augustinum gGmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Collegium Augustinum gGmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 17. Juli 2024 Deloitte
GmbH
Klaus Löffler, Wirtschaftsprüfer Markus Kraus, Wirtschaftsprüfer |
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