Stammdaten

Register
Amtsgericht Kempten HRB 7382
Vorher
behr GmbHsortimat Technology GmbH Behr SystemsBehr Systems GmbH
Eingetragen
18.1.2001
Branche
Ingenieurbüros für Fachplanung von technischer GebäudeausrüstungBau von Industrieanlagen, außer GebäudenIngenieurbüros für Tragwerksplanung
Gegenstand
Alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Planung, Konstruktion und dem Bau von Baugruppen, Sondermaschinen und Sonderanlagen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Ansgar Schirmer
seit 24.9.2025
Prokura
Sebastian Burger
seit 16.6.2025
Geschäftsführer
Prokura
Gerhard Winkler
seit 9.11.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Dürr Aktiengesellschaft
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
BBS Automation GmbH
Germany
1.000.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BBS Automation Blaichach GmbH

Sonthofen (vormals: Blaichach)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BBS Automation Blaichach GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BBS Automation Blaichach GmbH, Blaichach (seit dem 19. April 2023: Sonthofen) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlust-rechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BBS Automation Blaichach GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Wir haben die lageberichtsfremden Angaben in den Abschnitten 1.2.1 Geschäftstätigkeit und 3.2.2 Kunden, die als solche im Lagebericht bezeichnet und als nicht in die inhaltliche Prüfung einbezogen gekennzeichnet wurden, nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Lagebericht sind Angaben, die nicht nach §§ 289, 289a bzw. nach §§ 289b bis 289f HGB vorgeschrieben sind.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten im Lagebericht als nicht in die inhaltliche Prüfung einbezogen gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Lagebericht als solche gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 24. Juli 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christ, Wirtschaftsprüfer

Timphaus-Möller, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1 Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 706.028,00 386.471,00
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und 2. ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 39.138,00 26.624,00
745.166,00 413.095,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53.665,00 62.609,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 388.347,00 467.236,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.306.425,00 868.685,00
1.748.437,00 1.398.530,00
2.493.603,00 1.811.625,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.829.692,00 2.763.946,00
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 34.617.316,85 8.051.759,85
3. Geleistete Anzahlungen 1.555.253,75 1.014.100,00
4. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -24.390.617,47 -10.379.351,64
14.611.645,13 1.450.454,21
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.312.579,93 10.852.677,43
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 391.635,66 298.454,00
3. Sonstige Vermögensgegenstände 323.104,67 17.267.217,45
5.027.320,26 28.418.348,88
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 918.122,15 207.288,39
20.557.087,54 30.076.091,48
C. Rechnungsabgrenzungsposten 222.516,13 88.870,12
D. Aktive latente Steuern 2.169.300,00 2.169.300,00
25.442.506,67 34.145.886,60

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Gewinnvortrag 7.593.750,01 7.462.503,98
III. Jahresfehlbetrag (Vj. Jahresüberschuss) -1.524.900,59 131.246,03
7.068.849,42 8.593.750,01
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 35.150,00 64.057,43
2. Sonstige Rückstellungen 3.117.958,00 5.562.327,86
3.153.108,00 5.626.385,29
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.832.249,89 1.075.881,23
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.918.889,25 2.859.780,60
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.023.438,37 14.438.636,00
4. Sonstiae Verbindlichkeiten 241.894,60 1.435.182,17
davon aus Steuern EUR 156.583,64 (Vj. EUR 1.343.318,62)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 35.183,99 (Vj. EUR 19.181,59)
15.016.472,11 19.809.480,00
D. Passive latente Steuern 204.077,14 116.271,30
25.442.506,67 34.145.886,60

Gewinn- und Verlustrechnung für 2022

2022 2021
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 18.195.934,50 36.813.338,53
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen 26.565.557,00 -7.907.802,15
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 501.698,65 141.000,00
4. Sonstige betriebliche Erträge
4. davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 0,00 (Vj. EUR 3.639,81) 1.192.633,62 17.547.083,94
46.455.823,77 46.593.620,32
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 21.844.265,70 13.121.965,91
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.165.789,33 4.961.860,68
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 10.842.648,01 12.087.873,62
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
- davon für Altersversorgung EUR 146.447,12 (Vj. EUR 147.616,28) 2.541.100,13 2.407.491,07
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 621.534.50 1.703.321,78
- davon außerplanmäßige Abschreibungen EUR 0,00 (Vj. EUR 896.697,00)
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 2.246,69 (Vj. EUR 0,00) 4.677.301,74 10.860.148,59
46.692.639,41 45.142.661,65
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
- davon Zinserträge aus der Abzinsung EUR 1.100,00 (Vi. EUR 0,00) 1.100,00 1.608,22
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- davon Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung EUR 0,00 (Vi. EUR 1.900,00)
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.176.317,41 (Vj. EUR 1.340.305,65) 1.226.211,16 1.386.278,06
-1.225.111,16 -1.384.669,84
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
- davon Aufwand aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern EUR 87.805,84 (Vj. Ertrag in Höhe von EUR -273.515,18) 58.898,70 -69.144,16
12. Ergebnis nach Steuern -1.520.825,50 135.432,99
13. Sonstige Steuern 4.075,09 4.186,96
14. Jahresfehlbetrag (Vj. Jahresüberschuss) -1.524.900,59 131.246,03

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

1 Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Firmenname laut Registergericht: BBS Automation Blaichach GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Sonthofen (seit 19.04.2023, bis 18.04.2023 Blaichach)
Registergericht: Kempten (Allgäu)
Register-Nr.: HRB 7382

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2022 wie auch zum 31. Dezember 2021 die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs 2 HGB auf. Daher ist die Gesellschaft für den vorliegenden Abschluss als mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Es werden die größenabhängigen Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften gemäß § 288 HGB in Anspruch genommen.

Alle Wertangaben erfolgen in Tausend EUR (TEUR), soweit nicht anders angegeben.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

2 Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewendeten Ansatz- und Bewertungsmethoden werden unverändert angewendet.

Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände werden mit den Entwicklungskosten zu Herstellungskosten angesetzt. In Bezug auf die Zusammensetzung der Herstellungskosten wird auf die Erläuterungen zu den Vorräten verwiesen. Alle weiteren immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden, soweit sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

Konzessionen, Rechte, Lizenzen: 3 bis 5 Jahre oder ggf. kürzere Vertragslaufzeit

Software (inkl. selbst erstellte): 3 bis 5 Jahre

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar, um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zugrunde:

• Gebäude: 25 bis 40 Jahre
• Betriebseinrichtungen, technische Anlagen und Maschinen: 5 bis 25 Jahre
• Betriebs- und Geschäftsausstattung: 3 bis 10 Jahre
• Fahrzeuge: 4 bis 6 Jahre

Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung vorgenommen.

Die geringwertigen Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von 800,00 EUR werden im Jahre des Zugangs voll abgeschrieben.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Bei der Bewertung der unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden Material- und Fertigungseinzelkosten zzgl. eines pauschalen Zuschlagssatzes für die Material- und Fertigungsgemeinkosten angesetzt. Erhaltene Anzahlungen auf Kundenbestellungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Für Verluste aus Lieferverpflichtungen sind in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden mit dem Nennwert bewertet. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert angesetzt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen.

Steuerabgrenzungen werden auf alle temporär unterschiedlichen Wertansätze von Aktiva und Passiva in Handels- und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge anhand der unternehmensindividuellen Steuersätze und Steuervorschriften im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen berechnet. Aktivische Steuerabgrenzungen erfolgen nur insoweit, als die damit verbundenen Steuergutschriften bzw. -minderungen wahrscheinlich eintreten.

Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen sowie drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des Betrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens bzw. am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

3 Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021

Für das Geschäftsjahr 2021 hatte sich die BBS Automation GmbH mit dem damaligen Geschäftsführer der BBS Automation Blaichach GmbH (einem der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH der "Gesellschafter") auf eine Kostenübernahme geeinigt. Die Kostenübernahme resultierte aus dem Einsatz einer bestimmten Software als Programmiersprache in den gefertigten Anlagen. Die Anwendung dieser Software als Programmiersprache stellte sich allerdings als problematisch und für die von der BBS Automation Blaichach GmbH gefertigten Anlagen als ungeeignet heraus. Durch permanente Nachbesserungen führte dies im Projektverlauf zu Verzögerungen in den Auslieferungen und wesentlich gestiegenen Projektkosten. Um den Einsatz in der BBS Automation Blaichach GmbH durchsetzen zu können, hatte sich der Gesellschafter im Vorfeld verpflichtet, unabhängig von seiner Gesellschafterstellung die BBS Automation Blaichach GmbH für jegliche über die üblicherweise zu erwartenden hinausgehenden Kosten im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Software schadlos zu stellen und dementsprechend eine Kostenübernahme vorzunehmen. Da die Kosten im Geschäftsjahr 2021 in wesentlichem Umfang eingetreten sind, wurde in einer notariellen Vereinbarung am 21. Februar 2022 die Höhe der Kostenübernahme festgelegt und die Forderung daraus sowie der zugehörige sonstige betriebliche Ertrag erfasst. Insgesamt beliefen sich die so ermittelten Kosten und die gleichlautende Kostenübernahmeforderung auf EUR 17,0 Mio. Die zum 31. Dezember 2021 gebuchte und in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Forderung wurde von dem Gesellschafter im Geschäftsjahr beglichen.

4 Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagengegenstände ist im nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt.

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 2.067.465,60 434.928,65 0,00 2.502.394,25
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 641.326,99 34.917,76 0,00 676.244,75
2.708.792,59 469.846,41 0,00 3.178.639,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 89.442,87 0,00 0,00 89.442,87
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.081.793,97 14.679,91 0,00 1.096.473,88
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.822.560,65 827.342,18 15.324,54 2.634.578,29
2.993.797,49 842.022,09 15.324,54 3.820.495,04
5.702.590,08 1.311.868,50 15.324,54 6.999.134,04
Abschreibungen
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.680.994,60 115.371,65 0,00 1.796.366,25
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 614.702,99 22.403,76 0,00 637.106,75
2.295.697,59 137.775,41 0,00 2.433.473,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 26.833,87 8.944,00 0,00 35.777,87
2. Technische Anlagen und Maschinen 614.557,97 93.568,91 0,00 708.126,88
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 953.875,65 381.246,18 6.968,54 1.328.153,29
1.595.267,49 483.759,09 6.968,54 2.072.058,04
3.890.965,08 621.534,50 6.968,54 4.505.531,04
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 706.028,00 386.471,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 39.138,00 26.624,00
745.166,00 413.095,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 53.665,00 62.609,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 388.347,00 467.236,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.306.425,00 868.685,00
1.748.437,00 1.398.530,00
2.493.603,00 1.811.625,00

Der Gesamtbetrag der Entwicklungskosten belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 435 (Vorjahr: TEUR 141). Hiervon wurde im Geschäftsjahr für die Entwicklung selbstgeschaffener immaterieller Vermögensgegenstände ein Betrag von TEUR 435 (Vorjahr: TEUR 141) aktiviert. Forschungskosten sind sowohl im Geschäftsjahr 2022 als auch im Vorjahr nicht angefallen.

Aufgrund der selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und aktiven latenten Steuern besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von TEUR 2.671 (Vorjahr: TEUR 2.439).

Ermittlung des ausschüttungsgesperrten Betrags: TEUR
Betrag aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens 706
./. hierauf gebildete passive latente Steuern -204
Betrag aus der Aktivierung latenter Steuern 2.169
= Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB 2.671

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von TEUR 392 (Vorjahr: TEUR 298) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, von denen zum Bilanzstichtag TEUR 191 (Vorjahr: TEUR 69) gegenüber dem Gesellschafter bestehen. Alle Forderungen sind kurzfristig.

In den sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.118 (Vorjahr: TEUR 5.562) sind im Wesentlichen Überstunden in Höhe von TEUR 1.184 (Vorjahr: TEUR 1.303), Rückstellung für nachlaufende Kosten und ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 567 (Vorjahr: TEUR 332), Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von TEUR 498 (Vorjahr: TEUR 3.209), Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub in Höhe von TEUR 475 (Vorjahr: TEUR 307) sowie Rückstellungen für Gewährleistungen in Höhe von TEUR 107 (Vorjahr: TEUR 202) enthalten. Die Rückstellungen für drohende Verluste des Vorjahres stellen aus Sicht der BBS Automation Blaichach GmbH eine außergewöhnliche Position des Vorjahres dar, da diese im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Gesellschafter (vergleiche Abschnitt 3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021) stehen.

Zur Verbesserung der Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Angaben im Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten in einem Verbindlichkeitenspiegel zusammengefasst.

Restlaufzeit
Werte per 31.12.2022 Stand 31.12.2022 bis 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren Mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.832 1.832 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.919 4.919 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.023 8.023 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 242 242 0 0
Gesamt 15.016 15.016 0 0
Restlaufzeit
Werte per 31.12.2021 Stand 31.12.2021 bis 1 Jahr zwischen 1 und 5 Jahren Mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.076 1.076 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.860 2.860 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 14.439 14.439 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.435 1.435 0 0
Gesamt 19.810 19.810 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, welche nicht aus der globalen Finanzierungslinie stammen, waren im Vorjahr in Höhe von TEUR 1.076 durch die BBS Automation Blaichach GmbH durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert. Die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 1.832 sind Teil der globalen Finanzierungslinie der BBS Automation Gruppe (siehe Abschnitt 2.5 Finanzlage im Lagebericht) und somit auf dieser Ebene besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten in Höhe von TEUR 2.000 (Vorjahr: TEUR 14.000) Verbindlichkeiten aus Darlehen gegenüber der Gesellschafterin BBS Automation GmbH sowie TEUR6.023 (Vorjahr: TEUR 439) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber diversen verbundenen Unternehmen.

Die aktiven latenten Steuern betragen TEUR 2.169 (Vorjahr: TEUR 2.169). Die passiven latenten Steuern betragen TEUR 204 (Vorjahr: TEUR 116). Die aktiven latenten Steuern haben sich in diesem Geschäftsjahr nicht verändert und die passiven latenten Steuern haben sich um TEUR 88 erhöht.

5 Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

In den nachfolgenden Positionen sind Beträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung, soweit die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind, auf Grund der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021 (vergleiche Abschnitt 3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021), enthalten:

In den sonstigen betrieblichen Erträgen 2021 sind Erträge aus Kostenübernahmen in Höhe von EUR 17,0 Mio. enthalten.

Die korrespondierenden Aufwandspositionen sind vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung für 2021 erfasst. Sie sind überwiegend in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten, im Rahmen der Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Rückstellungen für Pönale, sowie Wertberichtigungen auf Forderungen. Darüber hinaus wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf selbst entwickelte Software in Höhe von EUR 0,9 Mio. vorgenommen.

In 2022 sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 640 (Vorjahr: TEUR 143) aus der Auflösung von Rückstellungen enthalten.

In 2022 waren keine Beträge von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung, soweit die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind, zu verzeichnen.

6 Sonstige Angaben

Zum 31. Dezember 2022 war zum Geschäftsführer bestellt:

Herr Philip Kraus, Dipl. Maschinenbauingenieur (DH), ab 28.02.2022

Herr Uwe Behr, Dipl. Maschinenbauingenieur (FH), bis 28.02.2022

Im Geschäftsjahr 2022 waren Herr Philip Kraus sowie Herr Behr (bis zur Abberufung) einzelvertretungsberechtigt. Beide hatten die Befugnis im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Rückführung des an den ehemaligen Geschäftsführer Herr Behr ausgereichten Darlehens in Höhe von TEUR 91 sowie der Ausgleich der Forderung in Höhe EUR 17,0 Mio. (vergleiche Abschnitt 3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021).

Hinsichtlich der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 203 Mitarbeiter (Vorjahr: 204) beschäftigt.

Arbeitnehmergruppen 2022 2021
Arbeiter 124 94
Angestellte 79 110
203 204

Wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus abgeschlossenen Mietverträgen für die Büro- und Fabrikationsgebäude sowie an Arbeitnehmer überlassene Wohnungen in Höhe von TEUR 5.848 (Vorjahr: TEUR 1.049). Davon sind TEUR 1.148 (Vorjahr: TEUR 420) innerhalb eines Jahres fällig. Aus Miet- und Leasingverträgen über bewegliche Wirtschaftsgüter bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 330 (Vorjahr: TEUR 218). Davon sind TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 109) innerhalb eines Jahres fällig.

Zudem besteht eine gesamtschuldnerische Haftung für die bestehenden Finanzierungslinien der Muttergesellschaft, der BBS Automation GmbH, welche als zentrale Finanzierungsgesellschaft für die BBS Automation Gruppe fungiert (siehe Lagebericht Abschnitt 2.5, Finanzlage). Die Inanspruchnahme der Linien beträgt zum 31. Dezember 2022 EUR 82,0 Mio. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird auf Grund der vorliegenden Planungsrechnungen als gering eingeschätzt.

Im Geschäftsjahr 2022 bestanden keine nicht marktüblichen Transaktionen mit nahestehenden Personen / Unternehmen.

Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der BBS Automation GmbH, München (kleinster Kreis) einbezogen, welcher am Sitz dieser Gesellschaft in Garching bei München erhältlich ist und zur Veröffentlichung im Unternehmensregister eingereicht wird. Die Rome HoldCo GmbH mit Sitz in Garching bei München stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis auf, welcher zur Veröffentlichung im Unternehmensregister eingereicht wird.

Die Geschäftsführung schlägt der ordentlichen Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen.

7 Nachtragsbericht

Am 18. Februar 2023 fand ein Hacker-Angriff auf die BBS Gruppe statt. Die Systeme wurden präventiv heruntergefahren und vom Internet getrennt. Für den Geschäftsbetrieb wesentliche Systeme konnten innerhalb von zwei Wochen wieder hergestellt werden. Teilweise Produktionsausfälle konnten noch im Februar und März 2023 kompensiert werden oder sind Gegenstand einer Forderung gegenüber der Versicherung. Eine nachhaltige Belastung für die Zielerreichung 2023 ist aus heutiger Sicht nicht gegeben.

Am 19. April 2023 wurde der Sitz der Gesellschaft von Blaichach nach Sonthofen im Allgäu/Bayern verlegt.

Am 12. Juni 2023 wurde ein Kaufvertrag für den Erwerb der BBS Automation Gruppe mit Sitz in Garching bei München von der Dürr AG unterzeichnet. Im Zuge der Transaktion sollen 100 % der Anteile an der Rome HoldCo GmbH (München) erworben werden. Der unterzeichnete Kaufvertrag steht insbesondere unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Freigaben und sonstiger regulatorischer Voraussetzungen. Der Vollzug des Kaufvertrags ist für Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals 2023 geplant. Derzeit sind aus dieser Transaktion noch keine direkten Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit bzw. Planung 2023 absehbar.

Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt dieses Jahresabschlusses haben sich keine weiteren Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Blaichach GmbH ergeben.

 

Sonthofen, den 12. Juli 2023

Philip Kraus, Geschäftsführer der BBS Automation Blaichach GmbH

Lagebericht zum 31.12.2022

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 GESCHÄFTSTÄTIGKEIT DES UNTERNEHMENS

Die operative Geschäftstätigkeit der Firma BBS Automation Blaichach GmbH umfasst alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Planung, Projektierung, Konstruktion und dem Bau von Montage-, Prüf- und Fertigungsanlagen für die Großindustrie.

Das Unternehmen mit Sitz in Sonthofen beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 203 Mitarbeiter am Standort in Sonthofen / Blaichach sowie der Betriebsstätte in Großwallstadt. Das Stammkapital der BBS Automation Blaichach GmbH beträgt zum Bilanzstichtag EUR 1,0 Mio.

Die BBS Automation Blaichach GmbH gehört zur BBS Automation Gruppe und Muttergesellschaft ist die BBS Automation GmbH. Im Juni 2013 wurde die BBS Automation GmbH mit Sitz in München gegründet, die als Holding für die Firmengruppe tätig ist. Im Herbst 2017 haben die bisherigen Gesellschafter der ehemaligen Behr Systems GmbH 100 % der Anteile in die BBS Automation GmbH eingebracht, sodass diese nun alleinige Gesellschafterin ist. Zudem wurde der Name von Behr Systems GmbH in BBS Automation Blaichach GmbH geändert.

1.2 UNTERNEHMENSGRUPPE

1.2.1 Geschäftstätigkeit

Die BBS Automation Gruppe ist ein international tätiger Konzern in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau. Das operative Geschäft umfasst alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Planung, Konstruktion und dem Bau von Montage-, Prüf- und Fertigungsanlagen für Kunden aus den unterschiedlichsten Industriebereichen wie Automobil, Konsumgüter, Elektrik und Elektronik, Medizintechnik und Pharma.

Für Kunden eröffneten sich ganz neue Perspektiven in der Zusammenarbeit mit der BBS Automation Gruppe als Hersteller komplexer Fertigungssysteme. Durch die eng vernetzten Standorte treten die häufig auftretenden Probleme wie Sprachbarrieren, Zeitverschiebung und kulturelle Differenzen stark in den Hintergrund. Die Stärke und der Anspruch der BBS Automation Gruppe liegen darin, den Kunden Komplettangebote liefern zu können - von der ersten Konzeption, über die Planung, Konstruktion, Bau (ggf. an verschiedenen Standorten) und Inbetriebnahme bis hin zur perfekt synchronisierten Lieferung an den Kundenstandort. 1

1 Der Absatz stellt eine lageberichtsfremde Angabe dar, keine Einbeziehung in die inhaltliche Prüfung.

Mit dem polnischen Software-Entwickler ANT bietet die BBS-Gruppe auch die Kompetenz und das Produktportfolio im Bereich umfassende Industrie 4.0-Lösungen an.

Die BBS Automation Gruppe hat ihren Hauptsitz in Garching bei München. Dies ist auch der Sitz der Konzernmuttergesellschaft BBS Automation GmbH. Die Muttergesellschaft BBS Automation GmbH ist als Management-Holding für die strategische Ausrichtung der BBS Automation Gruppe sowie die Festlegung und Kontrolle der Unternehmensziele verantwortlich. Zudem ist sie für Führungs-, Steuerungs- und Controlling-Prozesse einschließlich des Risiko- und Chancenmanagements zuständig.

1.2.2 Konzernstruktur

Der Konzern umfasst aktuell eine Gruppe von neun operativen Standorten plus das Headquarter in München. Mit durchschnittlich 1.093 Mitarbeitern in Europa, Nordamerika und Asien verfügt die BBS Automation Gruppe über ein weltumspannendes Netzwerk. Die Produktionsstandorte verteilen sich auf Deutschland (Sonthofen/Blaichach), Slowakei (Lipany), Italien (Poggibonsi und Caravaggio), China (Suzhou, Tianjin, Kunshan), Malaysia (Penang), USA (Chicago) und ANT in Polen (Krakau).

1.3 WICHTIGE EREIGNISSE DES GESCHÄFTSJAHRES

1.3.1 Der Einfluss der COVID-19 Pandemie

Die COVID-19-Pandemie beschäftigte die BBS Automation Gruppe und deren Umfeld auch in 2022 erheblich, doch die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen war nicht mehr so groß wie noch im Vorjahr. Gerade in den Sommermonaten war hier eine leichte Entspannung zu verzeichnen.

Dennoch lag eine wichtige Aufgabe der BBS Automation Gruppe darin, die Mitarbeiter und Partner vor einer Infektion zu schützen. So wurden und werden die Hygienevorschriften im Umgang der Mitarbeiter untereinander und mit Partnern des Unternehmens weiterhin strikt aufrechterhalten. Durch diese konsequente Umsetzung konnten Infektionen bisher weitgehend verhindert werden. Im April 2022 kam es zu behördlichen Schließungen von Anlagen und Standorten in China. Mit zunehmenden Inzidenzzahlen in den jeweiligen Regionen wurden für jeden Standort separat erneut weiterführende Maßnahmen ergriffen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und die Mitarbeiter zu schützen. Einzelbüros oder Trennwände, allgemeine Maskenpflicht, Bereitstellung von Masken und Test-Kits oder Unterstützung von Impfaktionen sind hier nur die wichtigsten zu nennenden Maßnahmen.

Auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die wirtschaftlichen Kennzahlen der BBS Automation Blaichach GmbH wird in den einzelnen Erläuterungen in diesem Lagebericht detailliert eingegangen. Dabei wird auch der Einfluss von COVID-19 auf die Planung bzw. die Prognose erläutert. Ebenso wird im Risikobericht über die Auswirkungen der Pandemie berichtet.

1.3.2 Der Einfluss des Ukraine-Konfliktes auf die BBS Automation Gruppe

Die BBS Automation Gruppe hat keine Kunden in der Ukraine oder Russland und hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine kein geändertes Bestellverhalten der Kunden registrieren können.

Die BBS Automation Gruppe bezieht keine Warenlieferungen aus der Ukraine oder Russland. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat allerdings die ohnehin angespannte Situation am Rohstoff-, Energie- und Logistikmarkt noch weiter verschärft. Den sich daraus ergebenden Unsicherheiten bezüglich Verfügbarkeit und Preisentwicklung begegnet die BBS Automation Gruppe mit unterschiedlichen Maßnahmen.

Des Weiteren verweisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt 3, Chancen-, Risiko- und Prognosebericht.

1.3.3 Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021

Für das Geschäftsjahr 2021 hatte sich die BBS Automation GmbH mit dem Geschäftsführer der BBS Automation Blaichach GmbH (einem der Gesellschafter der Rome HoldCo GmbH (der "Gesellschafter")) auf eine Kostenübernahme geeinigt. Die Kostenübernahme resultierte aus dem Einsatz einer bestimmten Software als Programmiersprache in den gefertigten Anlagen. Die Anwendung dieser Software als Programmiersprache stellte sich allerdings als problematisch und für die von der BBS Automation Blaichach GmbH gefertigten Anlagen als ungeeignet heraus. Durch permanente Nachbesserungen führte dies im Projektverlauf zu Verzögerungen in den Auslieferungen und wesentlich gestiegenen Projektkosten. Um den Einsatz in der BBS Automation Blaichach GmbH durchsetzen zu können, hatte sich der Gesellschafter im Vorfeld verpflichtet, unabhängig von seiner Gesellschafterstellung die BBS Automation Blaichach GmbH für jegliche über die üblicherweise zu erwartenden hinausgehenden Kosten im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Software schadlos zu stellen und dementsprechend eine Kostenübernahme vorzunehmen. Da die Kosten im Geschäftsjahr 2021 in wesentlichem Umfang eingetreten sind, wurde in einer notariellen Vereinbarung am 21. Februar 2022 die Höhe der Kostenübernahme festgelegt und die Forderung daraus sowie der zugehörige sonstige betriebliche Ertrag erfasst. Insgesamt beliefen sich die so ermittelten Kosten und die gleichlautende Kostenübernahmeforderung auf EUR 17,0 Mio. Die zum 31. Dezember 2021 gebuchte und unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesene Forderung wurde von dem Gesellschafter im Geschäftsjahr beglichen.

1.4 UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND STEUERUNGSSYSTEM

1.4.1 Unternehmensführung

Für die strategische Ausrichtung der BBS Automation Gruppe sowie die Festlegung und Kontrolle der Unternehmensziele ist die BBS Automation GmbH als Management-Gesellschaft verantwortlich. Zudem ist sie für Führungs-, Steuerungs- und Controlling-Prozesse einschließlich des Risiko- und Chancenmanagements zuständig.

Den jeweiligen Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften obliegt die operative Steuerung ihrer Unternehmensaktivitäten. Sie werden bei dieser Aufgabe von der Management-Holding unterstützt, sind rechtlich jedoch selbständig.

Begrenzt wird das eigenverantwortliche Handeln der einzelnen Tochtergesellschaften durch Rahmenrichtlinien und Regelungen, die vom Konzern und den einzelnen Gesellschaften festgelegt worden sind. Die Grundsätze zum regelkonformen Verhalten, einschließlich ethischer und moralischer Standards, werden unter anderem in einem Ethikmanagement und Werteprogramm für die Unternehmen der BBS Automation Gruppe definiert und von Unternehmensleitlinien sowie Führungsgrundsätzen für unsere Mitarbeiter flankiert. Die selbstverwaltende Struktur ist an ein zentrales Risikomanagement- und Kontrollsystem und an eine zentrale Konzernrechnungslegung gekoppelt.

Die BBS Automation Gruppe strebt konzernweit ein nachhaltiges, profitables Wachstum an, das insbesondere durch die Präsenz und die Nähe zu unseren internationalen Kunden auf allen geographischen Märkten getragen wird. Für die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit und des finanziellen Erfolges liegt das Hauptaugenmerk auf einem effizienten Projektmanagement von der Angebotsphase bis zur finalen Übergabe der Anlagen an unsere Kunden.

1.4.2 Unternehmenssteuerung

Um den finanziellen und operativen Erfolg zu steuern, verwendet das Unternehmen die folgenden zentralen Steuerungsgrößen:

Die Operating Performance

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

Diese Kennzahlen werden der Unternehmensführung regelmäßig zur Verfügung gestellt und zur internen Steuerung eingesetzt.

Die Operating Performance ergibt sich auf Basis der Umsatzerlöse zuzüglich der Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Leistungen und zuzüglich der aktivierten Eigenleistungen.

2022 2021
Herleitung Operating Performance TEUR TEUR
Umsatzerlöse 18.196 36.813
Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen 26.565 -7.908
Andere aktivierte Eigenleistungen 502 141
Operating Performance 45.263 29.046

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ergibt sich auf Basis des Ergebnisses nach Steuern zuzüglich der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und zuzüglich des Finanzergebnisses.

2022 2021
Herleitung EBIT TEUR TEUR
Ergebnis nach Steuern -1.521 135
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -59 69
Finanzergebnis -1.225 -1.384
EBIT -237 1.450

1.5 FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Um die bestmögliche kundenspezifische Lösung zu erarbeiten, ist die BBS Automation Blaichach GmbH darauf angewiesen, neue Technologie-Trends frühzeitig zu erkennen und diese in die Entwicklung jedes Projektes miteinfließen zu lassen.

Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu Softwareentwicklungstätigkeiten, so dass Software in bestimmten Steuerungsmodulen erneut verwendet werden kann.

Insgesamt sind in der Berichtsperiode TEUR 435 (Vorjahr: TEUR 141) Entwicklungskosten und, wie im Vorjahr, keine Forschungskosten angefallen. Die Entwicklungskosten wurden, wie im Vorjahr, als selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert.

Im Vorjahr wurden TEUR 897 außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen erfasst. Die Wertminderung steht im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021). Nachdem sich die Software als ungeeignet für den Einsatz in der BBS Automation Blaichach GmbH herausgestellt hat, wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 897 erfasst. Die betreffende Software wurde folglich auf den niedrigeren beizulegenden Wert von TEUR 0 vollständig abgewertet. Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine außerplanmäßigen Abschreibungen.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Regionale Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit der BBS Automation Gruppe sind vor allem Europa, insbesondere Westeuropa, Asien-Pazifik und die USA. Die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen in den verschiedenen Regionen haben daher einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftslage des Konzerns, wobei für die BBS Automation Blaichach GmbH insbesondere die Entwicklungen und Rahmenbedingungen in Westeuropa und dem Euroraum von Bedeutung sind.

Die Erholung der Weltwirtschaft von den Auswirkungen der Corona-Pandemie ist im Jahr 2022 unter dem Einfluss hoher Energiepreise und großer Unsicherheit erst einmal zu Ende gegangen. Der Anstieg der Weltproduktion hat sich zum Ende des vergangenen Jahres wieder verlangsamt. Die weltwirtschaftliche Expansion schwächte sich im Jahr 2022, bei allerdings unstetem Verlauf, insgesamt deutlich ab. Im Schlussquartal legte die globale Wirtschaftsleistung erneut nur wenig zu. Bremsend wirkten die gestiegenen Energiepreise, die in Reaktion auf die hohe Inflation inzwischen deutlich restriktive Geldpolitik und in China nochmals Maßnahmen zur Eindämmung einer Corona-Infektions- welle. Bei alledem ließen die Anspannungen in den Logistiknetzwerken weltweit weiter nach. Die Container-Frachtraten im Seeverkehr haben sich inzwischen nahezu auf das Niveau verringert, das in den Jahren vor der Corona-Krise üblich war. Auch die Zahl der Schiffe, die sich vor Häfen stauen, hat inzwischen fast wieder Normalniveau erreicht. Die Lage an den Rohstoffmärkten hat sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich entspannt. Zunächst begannen die Preise für Industrierohstoffe unter dem Eindruck gedämpfter Nachfrage aus China und allgemein verdüsterter Konjunkturerwartungen zu sinken. Die Inflation hat ihren Höhepunkt zwar wohl gegen Ende des Jahres überschritten, ist aber nach wie vor stark erhöht.

Bezogen auf die Regionen, in denen die BBS Automation Gruppe global tätig ist, ergaben sich folgende Entwicklungen der Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt:

Region Entwicklung Bruttoinlandsprodukt in 2022
USA 2,1 %
Euroraum 3,5 %
China 3,0 %
Ostasien 4,2 %

Quelle: ifw Kiel - Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2023 vom 15.03.2023 Nr. 99 (2023/Q1).

2.2 BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der deutsche Maschinen- und Anlagenanbau haben sich in einem schwierigen globalen Umfeld gut behaupten können.

Die Maschinenexporte verzeichneten für das Jahr 2022 laut vorläufiger Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes einen Zuwachs von nominal 6,1 % zum Vorjahr. Der Exportwert der Branche erreichte damit einen Rekordwert von 192,4 Milliarden Euro, ein Plus von 11,1 Milliarden Euro. Preisbereinigt verbuchten die Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rückgang von real 1,3 %. Auf Jahresbasis zeigte insbesondere das vierte Quartal ein starkes Plus von nominal 9,3 %.

Die USA sind weiterhin der wichtigste Exportmarkt für Maschinenlieferungen aus Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde der Vorsprung vor China sogar weiter ausgebaut. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten legten um nominal 20 % auf 24,8 Milliarden Euro zu. Die Exporte nach China verringerten sich dagegen um nominal 2,3 % auf 18,9 Milliarden Euro. Damit gingen 12,9 % aller Maschinenlieferungen aus Deutschland in die USA, der Anteil Chinas liegt mit 9,8 % nun erstmals seit 2016 wieder unter 10 %.

Die Maschinenexporte aus Deutschland in die EU-27 legten im vergangenen Jahr um nominal 5,0 % auf 84,4 Milliarden Euro zu. Die EU-Partnerländer kommen so auf einen Anteil an den deutschen Ausfuhren von insgesamt 43,9 %.

Die Maschinenausfuhren nach Russland sind im vergangenen Jahr kräftig um 49,4 % auf 2,8 Milliarden Euro gesunken. Allein für den Dezember 2022 steht ein Minus von mehr als 65 % in den Büchern. Der Anteil der deutschen Maschinenausfuhren nach Russland an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren beträgt nur noch 1,4 %.

Quellen: VDMA: Maschinenexporte erreichen 2022 Höchststand, Februar 2023. Pressemitteilung vom VDMA vom 13.02.2023

2.3 ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr 2022 reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr die Auftragseingänge um EUR 17,8 Mio. oder 34 % und beliefen sich auf EUR 35,0 Mio. nach einem Wert im Vorjahr in Höhe von EUR 52,8 Mio. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen begründet durch den hohen Auftragsbestand per 31.12.2021 als auch durch Kapazitätsbindung für die Abarbeitung der Altprojekte im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021).

Die Operating Performance 2022 beläuft sich auf EUR 45,3 Mio. und stieg gegenüber dem Vorjahr mit EUR 29,0 Mio. um EUR 16,3 Mio. bzw. 56 % deutlich. Dies ist insbesondere auf den hohen Auftragsbestand per 31.12.2021 zurückzuführen. Das Geschäftsjahr 2021 war noch insbesondere durch die Belastungen in Folge der COVID-19 Pandemie gekennzeichnet sowie die relativ geringen Auftragseingänge des Jahres 2020.

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich nach EUR 17,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,2 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Die Verringerung beruht im Wesentlichen auf sonstigen betrieblichen Erträgen im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021).

Die in Arbeit befindlichen Aufträge haben sich im Vergleich zum Vorjahr von EUR 8,1 Mio. auf EUR 34,6 Mio. erhöht. Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch den hohen Auftragsbestand per 31.12.2021 sowie den beschriebenen Sachverhalt in Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021, beeinflusst.

Der Materialaufwand und die Aufwendungen für bezogene Leistungen beliefen sich im Berichtsjahr auf EUR 28,0 Mio. und sind im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von EUR 18,1 Mio. um EUR 9,9 Mio. bzw. 55 % gestiegen. Diese entwickelten sich analog zum Anstieg der Operating Performance.

Der Personalaufwand hat sich von EUR 14,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 13,3 Mio. im laufenden Jahr verringert. Die Verringerung um EUR 1,2 Mio. bzw. 8 % ist im Wesentlichen durch die Inanspruchnahme von Rückstellungen für Nacharbeiten begründet. Die Personalkostenquote (Personalaufwand bezogen auf die Operating Performance) hat sich von 50 % im Vorjahr im Berichtsjahr auf 30 % vermindert. Dies resultiert insbesondere aus der deutlich höheren Operating Performance im Geschäftsjahr 2022.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen haben sich von EUR 1,7 Mio. im Vorjahr um EUR 1,1 Mio. auf EUR 0,6 Mio. im Berichtsjahr verringert. Die Verringerung beruht im Wesentlichen auf einer außerplanmäßigen Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR 0,9 Mio., welche im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021) erfasst wurde.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich nach EUR 10,9 Mio. im Vorjahr um EUR 6,2 Mio. auf insgesamt EUR 4,7 Mio. im Berichtsjahr vermindert. Die Verringerung um 57 % steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit der durch die im Geschäftsjahr 2021 erfolgte Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021) und die damit in Zusammenhang stehende Bildung von Drohverlustrückstellungen, Pönalen und Wertberichtigungen.

Bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine wesentlichen Veränderungen ergeben.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen haben sich von EUR 1,4 Mio. im Vorjahr um EUR 0,2 Mio. auf EUR 1,2 Mio. in der Berichtperiode vermindert. Der Rückgang resultiert in erster Linie aus geringeren Darlehensverbindlichkeiten während des Geschäftsjahres sowie einem verminderten Umfang in Anspruch genommener Garantien.

Das EBIT im Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf EUR -0,2 Mio. nach einem positiven EBIT in Höhe von EUR 1,5 Mio. im Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen durch die auch im Jahr 2022 noch vorhandenen Schwierigkeiten mit der bestimmten Software als Programmiersprache aus 2021 begründet. Steigende Projektkosten durch stetige Nachbesserungen waren die Folge mit direktem starkem Einfluss auf das EBIT.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich auf einen Betrag in Höhe von EUR -0,1 Mio. nach einem Steuerertrag in Höhe von EUR 0,1 Mio. im Vorjahr.

2.4 VERMÖGENSLAGE

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2022 im Vergleich zum Vorjahr von EUR 34,1 Mio. um EUR 8,7 Mio. oder 26 % auf einen Betrag von EUR 25,4 Mio. verringert.

Das Anlagevermögen hat sich von EUR 1,8 Mio. im Vorjahr um EUR 0,7 Mio. oder 39 % auf EUR 2,5 Mio. erhöht. Die Erhöhungen resultieren im Wesentlichen aus Zugängen von selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten sowie anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (siehe auch Abschnitt 1.5, Forschung & Entwicklung).

Die Erhöhung des Vorratsvermögens um EUR 13,1 Mio. bzw. 873 % von EUR 1,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 14,6 Mio., ergibt sich durch den stichtagsbezogenen Stand der Projekte zum Jahresende.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich nach EUR 10,9 Mio. im Vorjahr um EUR 6,6 Mio. bzw. 61 % auf EUR 4,3 Mio. deutlich verringert.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten ausschließlich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen und haben sich von EUR 0,3 Mio. um EUR 0,1 Mio. bzw. 33 % auf EUR 0,4 Mio. zum Bilanzstichtag erhöht.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich nach EUR 17,3 Mio. im Vorjahr um EUR 17,0 Mio. auf einen Betrag in Höhe von EUR 0,3 Mio. verringert. Dies ist insbesondere durch Forderungen aus der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021) in Höhe von EUR 17,0 Mio. begründet, welche im Geschäftsjahr 2022 beglichen wurden.

Die liquiden Mittel belaufen sich auf EUR 0,9 Mio. und liegen damit um EUR 0,7 Mio. über dem Niveau des Vorjahres.

Die aktiven latenten Steuern belaufen sich auf EUR 2,2 Mio. und liegen somit auf dem Niveau des Vorjahres. Diese stammen im Wesentlichen aus steuerlichen Verlustvorträgen und sollen mit zukünftigen steuerlichen positiven Ergebnisbeiträgen verrechnet werden.

Das Eigenkapital ist nach EUR 8,6 Mio. im Vorjahr im laufenden Jahr um EUR 1,5 Mio. bzw. 17 % auf EUR 7,1 Mio. gesunken. Dies resultiert aus dem Jahresfehlbetrag des laufenden Geschäftsjahres.

Die Steuerrückstellungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert und bewegen sich daher in etwa auf demselben Niveau.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich nach EUR 5,6 Mio. im Vorjahr deutlich um EUR 2,5 Mio. bzw. 45 % auf EUR 3,1 Mio. verringert. Die Verringerung resultiert im Wesentlichen aus dem Verbrauch von Rückstellungen für drohende Verluste in Höhe von EUR 2,7 Mio., die insbesondere im Zusammenhang mit der Kostenübernahme durch den Geschäftsführer (vergleiche Abschnitt 1.3.3, Kostenübernahme durch den Geschäftsführer im Geschäftsjahr 2021) steht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich nach EUR 1,1 Mio. im Vorjahr um EUR 0,7 Mio. auf EUR 1,8 Mio. im laufenden Berichtsjahr erhöht. Die Erhöhung resultiert aus einer veränderten Struktur im Rahmen des Abrufs der Gruppenfinanzierung, welche es nunmehr auch ermöglicht, Darlehen aus der Gruppenfinanzierung direkt in der BBS Automation Blaichach GmbH aufzunehmen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich nach EUR 2,9 Mio. im Vorjahr um EUR 2,0 Mio. bzw. 69 % auf EUR 4,9 Mio. erhöht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen zum Berichtsstichtag EUR 8,0 Mio. nach EUR 14,4 Mio. im Vorjahr. Die Verringerung um EUR 6,4 Mio. resultiert aus der Rückführung von konzerninternen Finanzierungen der Gesellschaft.

Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich von EUR 1,4 Mio. im Vorjahr um EUR 1,2 Mio. oder 86 % auf EUR 0,2 Mio. vermindert. Dies resultierte in erster Linie aus geringeren Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer.

Die passiven latenten Steuern belaufen sich auf EUR 0,2 Mio. nach EUR 0,1 Mio. im Vorjahr und resultieren im Wesentlichen aus steuerlich nicht anerkannten aktivierten Entwicklungskosten.

2.5 FINANZLAGE

2.5.1 Liquidität

Das Management des Liquiditätsbedarfs erfolgt bei der BBS Automation Blaichach GmbH und der BBS Automation Gruppe mittels einer kurz-, mittel- und langfristigen Liquiditätsplanung. Dabei wird der Liquiditätsbedarf oder -Überschuss von den Gesellschaften an die Konzernzentrale übermittelt und auf Basis dieser Meldungen wird die konzernweite Liquiditätsplanung erstellt. Die Auftragsvor- und Betriebsmittelfinanzierung wird mittels einer Konsortialkreditlinie mit einem Bankenkonsortium und Gesellschafterdarlehen finanziert.

2.5.2 Kapitalstruktur

Die Verschuldung der BBS Automation Gruppe nahm im Berichtsjahr zu. Die Nettofinanzschulden ergeben sich aus den Bruttofinanzschulden abzüglich der flüssigen Zahlungsmittel. Seitdem Geschäftsjahr 2019 besteht eine mit einem Bankenkonsortium abgeschlossene Finanzierung über EUR 140 Mio. Diese Finanzierung wurde vollumfänglich durch die BBS Automation GmbH durchgeführt, welche somit die gruppenweite Finanzierungsfunktion übernimmt und die Liquidität der BBS Automation Gruppe steuert.

Bestandteil der Finanzierung sind ein langfristiges Darlehen über EUR 60 Mio., eine revolvierende Kreditlinie über EUR 40 Mio. und Bürgschaftslinien über weitere EUR 40 Mio. Im Geschäftsjahr 2020 konnte sich die BBS Automation GmbH im Rahmen das inländischen staatlichen Corona-Hilfsprogrammes eine weitere Finanzierungslinie über EUR 25 Mio. bei der KfW Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sichern, welche im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR 12,5 Mio. in Anspruch genommen und bereits im Geschäftsjahr 2022 zurückgeführt wurde (die restlichen EUR 12,5 Mio. wurden nicht in Anspruch genommen und standen nicht mehr als Linie zur Verfügung). Die BBS Automation Blaichach GmbH haftet zusammen mit der Muttergesellschaft Rome HoldCo GmbH sowie anderen Konzerngesellschaften gesamtschuldnerisch für die Finanzierungslinien. Die Höhe der Nettoverschuldung ist im Konzern im Wesentlichen von der Höhe des Working Capital abhängig.

Bezogen auf die BBS Automation Blaichach GmbH wurde von der Muttergesellschaft weiteres Working Capital bereitgestellt, um die laufenden Projekte vorzufinanzieren. Diese Mittel setzen sich aus einer "Cash Facility", welche mit 4,25 % p.a. verzinst ist, und einer "Guarantee Facility", welche mit 3,5 % p.a. verzinst ist, zusammen. Es wird in der BBS Automation Gruppe weiter intensiv daran gearbeitet, dass die Nettoverschuldung im Verhältnis zur Bilanzsumme reduziert wird. Wir müssen aber herausstellen, dass dies bei der Natur unseres Geschäfts nur bis zu einem gewissen Maße gelingen kann.

Bedingt durch unser Geschäftsmodell und dem speziellen Markt für Spezialmaschinenbau, ist das Working Capital bei unserem Unternehmen naturgemäß relativ hoch. Unsere Projekte haben lange Laufzeiten zwischen 6 und 15 Monaten. Es ist uns nur teilweise möglich, Vorauszahlungen entsprechend dem Fertigstellungsgrad der einzelnen Projekte zu erhalten, so dass bei uns kein positiver oder ausgeglichener Cashflow während der laufenden Projektphase generiert wird. Die Abrechnung erfolgt vertragsbedingt in der Regel erst nach der erbrachten Leistung. Vorauszahlungen unserer Kunden sind in den meisten Fällen mit Anzahlungsgarantien zu hinterlegen, die wiederum unsere Aval- und Konsortialkreditlinien belasten.

2.6 INVESTITIONEN

Die Investitionen der BBS Automation Blaichach umfassen Investitionen im Geschäftsjahr aus Softwareentwicklungstätigkeiten, durch welche Software in bestimmten Steuerungsmodulen erneut verwendet werden kann wie auch Betriebsausstattungen. Wesentliche Investitionen wie beispielsweise der Erwerb von weiteren Konzernunternehmen werden auf Gruppenebene getätigt.

2.7 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 18. Februar 2023 fand ein Hacker-Angriff auf die BBS Gruppe statt. Die Systeme wurden präventiv heruntergefahren und vom Internet getrennt. Für den Geschäftsbetrieb wesentliche Systeme konnten innerhalb von zwei Wochen wieder hergestellt werden. Teilweise Produktionsausfälle konnten noch im Februar und März 2023 kompensiert werden oder sind Gegenstand einer Forderung gegenüber der Versicherung. Eine nachhaltige Belastung für die Zielerreichung 2023 ist aus heutiger Sicht nicht gegeben.

Am 19. April 2023 wurde der Sitz der Gesellschaft von Blaichach nach Sonthofen im Allgäu/Bayern verlegt.

Am 12. Juni 2023 wurde ein Kaufvertrag für den Erwerb der BBS Automation Gruppe mit Sitz in Garching bei München von der Dürr AG unterzeichnet. Im Zuge der Transaktion sollen 100 % der Anteile an der Rome HoldCo GmbH (München) erworben werden. Der unterzeichnete Kaufvertrag steht insbesondere unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Freigaben und sonstiger regulatorischer Voraussetzungen. Der Vollzug des Kaufvertrags ist für Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals 2023 geplant. Derzeit sind aus dieser Transaktion noch keine direkten Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit bzw. Planung 2023 absehbar.

Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt dieses Jahresabschlusses und Lageberichts haben sich keine weiteren Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der BBS Automation Blaichach GmbH ergeben.

3 CHANCEN-, RISIKO- UND PROGNOSEBERICHT

3.1 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Als weltweit tätiger Konzern agiert die BBS Automation Gruppe in einem dynamischen Umfeld, in dem sich immer wieder neue Marktchancen eröffnen, welche insbesondere durch eine stärkere Nachfrage nach Automatisierungstechnik positiv beeinflusst werden. Zudem sehen wir aufgrund der Eigentümerstruktur die Möglichkeit, gezielt spezialisierte Unternehmen in unserem Geschäftsbereich zu erwerben, um so unsere Marktpräsenz und Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen und zu stärken. Diese systematisch zu erkennen und effizient zu nutzen - und dabei Risiken richtig einzuschätzen - ist für das Unternehmen eine Voraussetzung, um nachhaltig profitabel wachsen zu können.

Dabei können Chancen und Risiken sowohl aus eigenem unternehmerischen Handeln als auch durch externe Faktoren bedingt sein. Die Risiko- und Chancenpolitik der BBS Automation Gruppe orientiert sich an dem Ziel, den Wert des Unternehmens stetig und nachhaltig zu steigern.

Hinsichtlich der Chancen sieht das Management der BBS Automation Gruppe die positiven zukünftigen Trends der Branche als intakt an. Dazu gehören insbesondere die folgenden Themenbereiche, welche einen verstärkten Einsatz von Automatisierungslösungen bedingen:

der demografischen Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel,

die zusätzliche Automatisierung in Zusammenhang mit dem Decoupling und Nearshoring der Lieferketten und zeitgleicher Kompensation höherer Lohnkosten in westlichen Industriestaaten, sowie

steigende Qualitätsanforderungen bei gleichzeitiger Größenreduktion der Produkte.

Das Risikomanagementsystem basiert auf einem unternehmensweiten Planungs-, Reporting- und Controllingsystem. Es basiert auf der Vorgabe von Zielen, die mit einem monatlichen Berichtswesen der einzelnen Gesellschaften überwacht werden.

Nachfolgend beschreiben wir Risiken, die geeignet sind, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tochtergesellschaft BBS Automation Blaichach GmbH wesentlich zu beeinträchtigen.

Das kundenspezifische Projektgeschäft birgt generell potenzielle Risiken, da in der Regel jedes Montage- und Prüfsystem technologisch wie abwicklungstechnisch als ein Unikat betrachtet werden muss. Standardisierungs- und Wiederholungseffekte können nur in sehr eingeschränktem Umfang genutzt werden.

Potenzielle Risiken entstehen dabei in der mit Unsicherheiten behafteten Kalkulation der komplexen Projekte während der Ausschreibung. Dazu gehören unerwartete technische Probleme, Lieferengpässe bei Lieferanten wichtiger Komponenten, Verteuerungen von Komponenten, unvorhersehbare Entwicklungen bei der Montage vor Ort und Probleme mit Partnern oder Subunternehmern. Zum Management der Risiken im Anlagenbau wenden wir bereits in der Angebotsphase bewährte Methoden an, um den Einfluss möglicher Kostenabweichungen einzelner Komponenten gegenüber den Planwerten auf die Wirtschaftlichkeit eines Projektes abzuschätzen. Durch eine fortlaufende Kontrolle von Veränderungen der Parameter parallel zum Projektfortschritt lassen sich bereits im frühen Stadium mögliche Projektrisiken erkennen und erforderliche Maßnahmen einleiten.

Die BBS Automation Blaichach GmbH ist grundsätzlich dem Risiko von Pönalen und Konventionalstrafen bei der Herstellung der automatisierten Montage- und Testsysteme ausgesetzt. Insbesondere werden die automatisierten Montage- und Testsysteme für neue Produkte der Kunden oder genau für spezifische neue Anwendungen entwickelt und hergestellt. Vielfach erfolgt die Entwicklung der automatisierten Montage- und Testsysteme parallel zur Produktentwicklung des Kunden oder teilweise auch Hand-in-Hand mit der Produktentwicklung des Kunden. Änderungen am Produkt erfordern damit auch entsprechende spezifische Änderungen an den automatisierten Montage- und Testsystemen. Damit sind vertraglich vereinbarte Fertigstellungen und in diesem Zusammenhang festgelegte Pönale und Konventionalstrafen jeweils im Kontext zu den (Weiter-) Entwicklungen und im Herstellungsprozess laufenden Adaptionen zu sehen und werden bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Eintritts als auch bei der Bewertung der Höhe von Pönalen und Konventionalstrafen, die auf einer bestmöglichen Schätzung basieren, berücksichtigt.

Auf der Beschaffungsseite gibt es potenzielle Risiken bezüglich der Verfügbarkeit, der Qualität und der Preise von Rohstoffen, Energie, Vor- und Zwischenprodukten, die zu einer Beeinträchtigung der Profitabilität führen können. Der Krieg in der Ukraine hat die ohnehin stark angespannten Lieferketten weiter unter Druck gesetzt und es bestehen weiterhin Unsicherheiten durch mögliche Lieferengpässe entlang der gesamten Lieferkette hinsichtlich Verfügbarkeit und Preisentwicklung.

Der Umsatz der BBS Automation Blaichach GmbH hat sowohl in der Vergangenheit als auch im Geschäftsjahr 2022 jeweils eine gewisse Zahl großer Einzelaufträge enthalten, die einen relativ hohen Anteil am gesamten Umsatz ausmachten. Dabei entsteht jedoch nicht notwendigerweise eine Projektabhängigkeit, da durch die Anzahl der zu bearbeitenden Projekte der Ausfall bzw. negative Verläufe von Einzelprojekten durch andere Projekte kompensiert werden können. Die nicht unerhebliche Abhängigkeit von großen Einzelaufträgen bzw. Einzelkunden kann auch in Zukunft Umsatzprognosen beeinträchtigen und sich negativ auf die Ertragslage auswirken, falls große Einzelaufträge ausbleiben oder sich verzögern.

Wesentliche Risiken für die Entwicklung der BBS Automation Gruppe resultieren aus konjunkturellen Einflüssen auf den relevanten Märkten, die sich insbesondere aufgrund der aktuell bestehenden Unsicherheit über die Auswirkungen und Folgen der Ukraine-Krise noch weiter hinziehen können. Das wirtschaftliche Umfeld kann sich somit weiterhin negativ auf die Umsatzentwicklung der BBS Automation Gruppe und damit der BBS Automation Blaichach GmbH auswirken. Der Krieg in der Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf die dortige Automobilzulieferindustrie, welche eine große Kundengruppe der BBS darstellt (wenn auch nicht regional). Diese Liefereinschränkungen führten bereits zu Produktionsanpassungen und -Unterbrechungen in der Automobilindustrie. Dies könnte wiederum negative Auswirkungen auf das aktuelle und zukünftige Bestellverhalten dieser Kundengruppe haben. Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Krieg in der Ukraine keine signifikante Auswirkung auf die BBS Automation Blaichach GmbH haben wird. Vor allem der Technologiewechsel und der daraus resultierende Investitionszwang in der Automobilbranche sowie eine Rückverlagerung von Lieferketten nach Europa stellen wesentliche Chancen für die BBS Automation Blaichach GmbH dar. Sollte sich die Situation allerdings verschlechtern, könnte dies zu einer kurz- bis mittelfristigen konjunkturellen Eintrübung führen. Den bereits im Jahr 2020 eingeschlagen Weg zur stärkeren Kundendiversifikation mit Fokus auf "Consumer Products" und "Life Science" möchten wir weiter vorantreiben, um dadurch weiterhin die genannten Risiken stabil bewältigen zu können.

Aufgrund der natürlichen Dauer und Langfristigkeit der Projekte besteht ein reguläres Risiko aufgrund des erheblichen Zahlungsanteils bei Projektabnahme bzw. Auslieferung an den Kunden oder bei Inbetriebnahme bei den Kunden vor Ort. Potenzielle Schwierigkeiten eines verzögerten oder verschobenen Zahlungszuflusses stellen neben anderen Faktoren wie insbesondere eine Verzögerung oder Verschiebung der Projektabnahme oder der Auslieferung an den Kunden das größte Risiko im regulären Geschäftsbetrieb der BBS Automation Blaichach GmbH dar.

Wie bereits seit einigen Jahren vollzogen, begegnet die BBS Automation Gruppe diesem Risiko mit erhöhter Wachsamkeit und einem kontinuierlich geführten Austausch mit den Kunden durch zusätzliche Maßnahmen wie Videokonferenzen aufgrund der teilweise fehlenden physischen Zugangsmöglichkeit, um eine intensive Überwachung des Zahlungszuflusses und des Liquiditätsrisikos weiterhin zu gewährleisten.

Die immer noch anhaltende COVID-19 Pandemie hat nicht mehr das Risikopotentials des Vorjahres. Die Unsicherheiten werden immer weniger und mittlerweile sind die Unternehmen auf die Pandemie eingestellt. Nach der Öffnung von China, ist aktuell von einem weiteren Abflachen der Pandemie und deren Auswirkungen auszugehen. Noch bestehende Pandemiebedingte Risiken wie die in 2022 in China erfahrenen Lockdowns und Hafenschließungen werden als gering bewertet, können aber die BBS Automation Gruppe vor erneute Herausforderungen stellen. Risiken wie Lieferstopps aus China begegnet die BBS Automation Gruppe mit einer vorausschauenden Einkaufsstrategie inklusive erhöhter Vorratshaltung, könnte aber eine andauernde Unterbrechung der Lieferketten nicht kompensieren.

Ein Cyberrisiko ist durch die zunehmende Anzahl von Hackerangriffen gegeben. Die BBS Automation Gruppe entgegnet diesem Risiko durch den Einsatz moderner Sicherheitssoftware und deren ständiger Aktualisierung sowie einem fortwährenden Monitoring der IT-Aktivitäten.

3.2 PROGNOSEBERICHT

Im Fokus der Strategie des Unternehmens steht nachhaltig profitables und organisches Wachstum. Änderungen des Geschäftsmodells beziehungsweise der strategischen Ausrichtung sind nicht vorgesehen.

3.2.1 Konjunktur- und Branchenausblick

Die Experten des Kieler Institut für Weltwirtschaft gehen von einer schwachen Entwicklung der Weltkonjunktur aus. Einigen bremsenden Faktoren stehen stützende Faktoren der konjunkturellen Entwicklung gegenüber. So sind die Rohstoffpreise und insbesondere die Preise für Energie wieder deutlich gesunken. In der Folge hat sich die Inflation etwas verringert. Auch haben sich mit der Abkehr von der Null-Covid-Politik in China die Aussichten verbessert, dass sich die Konjunkturentwicklung dort verstetigen kann, und Lieferengpässe behindern die wirtschaftliche Aktivität immer weniger. In der Folge hat sich die Stimmung bei Unternehmen und Haushalten weltweit aufgehellt. Das Risiko eines Abrutschens in eine ausgeprägte Rezession ist deutlich gesunken. Ausschlaggebend für die nach wie vor gedämpften wirtschaftlichen Aussichten ist die scharfe Straffung der Geldpolitik, die zu deutlich höheren Finanzierungskosten geführt hat und die Ausgabeneigung bremst. Bremsend wirkt nach wie vor auch der Kaufkraftentzug durch die hohe Inflation. Während hier Belastungen aber allmählich abnehmen, werden sich die verschlechterten monetären Rahmenbedingungen zunehmend bemerkbar machen.

Bezogen auf die Regionen, in denen die BBS Automation Gruppe global tätig ist, gibt das Kieler Institut für Weltwirtschaft folgende Prognose für das Jahr 2023 bezüglich der Entwicklungen der Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt:

Region Prognose Bruttoinlandsprodukt 2023
USA 0,8 %
Euroraum 1,1 %
China 5,2 %
Ostasien 3,4 %
Welt 2,5 %

Quelle: ifw Kiel - Institut für Weltwirtschaft: Kieler Konjunkturberichte Weltwirtschaft im Frühjahr 2023 vom 15.03.2023 Nr. 99 (2023/Q1).

Beispielhaft für den Maschinen- und Anlagenbau rechnet die deutsche Robotik- und Automationsbranche für 2023 mit einem Branchenwachstum von 9 % auf 15,7 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Robotik und Automation ist weiterhin hoch und die Transformation vieler Kundenbranchen erfordert innovative Automatisierungslösungen. Die sich abzeichnende Entspannung bei den Lieferketten versetzt die Branche in die Lage, den enorm hohen Auftragsbestand nun sukzessive abzuarbeiten.

Quelle: Robotik und Automation rechnet 2023 mit deutlichem Wachstum; Pressemitteilung des VDMA vom 27. März 2023.

3.2.2 Kunden 2

In der Zukunft wird sich die Erwartung der Kunden vor allem auf den Service konzentrieren. Diesen Trend konnten wir bereits feststellen, durch Forderungen für Service und Wartungsverträge diverser Kunden. Die Erzielung höherer Profite wird demzufolge u.a. über den Service erwartet.

Mit einem guten Service können wir uns stärker vom Wettbewerb differenzieren

Der Service spielt momentan noch eher eine Nebenrolle. Die drei wichtigsten Faktoren für den Kunden sind:

Kundenorientierung / Verlässlichkeit

Innovation

Qualität / Termintreue

3.2.3 Ausblick auf die Geschäftstätigkeit der BBS Automation Blaichach GmbH

Der Auftragseingang lag in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 bei EUR 23,3 Mio. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte ein Auftragseingang von EUR 21,3 Mio. verzeichnet werden. Unter Berücksichtigung der Projektvorlaufzeit gehen wir davon aus, auch einen großen Teil dieses Auftragseingangs im Geschäftsjahr 2023 als Umsatz realisieren zu können. Generell besteht jedoch immer das Risiko, dass der Projektstart für einzelne bereits beauftragte Projekte eventuell in das Geschäftsjahr 2024 verschoben wird. Um dieses Risiko zu mindern, sind wir mit den Kunden in ständiger gemeinschaftlicher Abstimmung. Die BBS Automation Blaichach GmbH hat keine Kunden in der Ukraine oder Russland und hat seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine kein geändertes Bestellverhalten der Kunden registrieren können. Wir verweisen hinsichtlich der Entwicklung des Auftragsbestands auch auf die Ausführungen unter 2.3, Ertragslage. Allerdings ist die Automobilzulieferindustrie zum Teil stark von den lokalen Einschränkungen betroffen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass diese Entwicklung das Bestellverhalten dieser Kundengruppe beeinflussen wird. In unserer aktuellen Umsatzprognose haben wir diese möglichen Auswirkungen nicht abgebildet, da dies weiterhin nicht abzuschätzen ist.

2 Lageberichtsfremde Angabe, keine Einbeziehung in die inhaltliche Prüfung.

Die allgemeinen Zahlungsvereinbarungen über die Projektlaufzeit sehen einen erheblichen Zahlungsanteil bei Projektabnahme durch bzw. Auslieferung an den Kunden und eine Schlusszahlung bei Inbetriebnahme bei den Kunden vor Ort vor. Die zum 31. Dezember 2022 im Konzern insgesamt zur Verfügung stehende Liquidität in Höhe von TEUR 46.783, welche sich aus den liquiden Mitteln in Höhe von TEUR 24.022 als auch der frei zur Verfügung stehenden Barmittellinie in Höhe von TEUR 22.761 zusammensetzt, beurteilt die BBS Automation Gruppe als gute Basis und entsprechenden Spielraum, um dem Risiko von potenziell verschobenen Kundenabnahmen und Projektverschiebungen zu begegnen.

Die BBS Automation Blaichach GmbH bezieht keine Warenlieferungen aus der Ukraine oder Russland. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat allerdings die ohnehin angespannte Situation am Rohstoff-, Energie- und Logistikmarkt noch weiter verschärft. Den sich daraus ergebenden Unsicherheiten bezüglich Verfügbarkeit und Preisentwicklung begegnet die BBS Automation Blaichach GmbH mit unterschiedlichen Maßnahmen. So werden kritische Teile (wie Steuerungseinheiten) vorausschauend auf Lager gelegt, die Angebotsfristen gegenüber Kunden werden verkürzt, Preisgleitklauseln - wo möglich - in die Kundenverträge integriert und Pönalen aufgrund verspäteter Materiallieferungen vertraglich ausgeschlossen. In unserer aktuellen Prognose gehen wir von einer stabilen Verfügbarkeit und Preisentwicklung unserer Materialien aus und haben überdies noch keine weiteren Auswirkungen aufgrund des Krieges in der Ukraine abgebildet, da dies aktuell nicht abzuschätzen ist.

3.2.4 Vergleich der Prognose des Vorjahres mit der tatsächlichen Entwicklung

Im Lagebericht des Vorjahres haben wir die folgende Prognose abgegeben:

einen Anstieg der Operating Performance im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 im hohen zweistelligen Prozentbereich

und einen überproportionalen Anstieg des EBIT im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bezogen auf das EBIT 2019 in Höhe von EUR 4,3 Mio. (Vor-COVID-19 Niveau)

Die Operating Performance hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2021 um rund 56 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht und hat somit die Prognose im Wesentlichen erfüllt. Die leichte Zielverfehlung ist im Wesentlichen durch verzögerte Projektstarts sowie Verzögerungen in der Supply Chain begründet.

Das EBIT im Geschäftsjahr beläuft sich auf EUR -0,2 Mio. und liegt damit deutlich unter dem EBIT 2019 in Höhe von EUR 4,3 Mio. Dies ist im Wesentlichen durch die auch im Jahr 2022 noch vorhandenen Schwierigkeiten mit der bestimmten Software als Programmiersprache aus 2021 begründet. Steigende Projektkosten durch stetige Nachbesserungen waren die Folge mit direktem starkem Einfluss auf das EBIT.

3.2.5 Prognose

Die Prognose in diesem Lagebericht muss unter Berücksichtigung der beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und unter besonderer Beachtung der aufgeführten Auswirkungen und Folgen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise erfolgen.

Trotz sichtbarer Anzeichen für eine Erholung der Märkte, steht die BBS Automation Blaichach GmbH auch im Jahr 2023 vor Herausforderungen. Zum einem geht die BBS Automation Blaichach GmbH weiterhin von herausfordernden Kundenverhandlungen infolge einer erhöhten Wettbewerbsintensität und längeren Zeitabläufen bei zukünftigen Projekt-Entscheidungen der Kunden aus. Zum anderen können globale Lieferengpässe bedingt durch Materialknappheiten sowie lokaler Lock-Downs und dadurch bedingter Unterbrechungen der Lieferketten zu Verzögerungen bei Projektabwicklungen führen. Die hier genannten Faktoren können die Operating Performance und das EBIT der BBS Automation Blaichach GmbH im Geschäftsjahr 2023 negativ beeinflussen. Auf Basis der bereits bestehenden, aktiv voran getriebenen Kundendiversifikation und dem hohen Auftragsbestand erwarten wir für das Geschäftsjahr 2023 einen Anstieg der Operating Performance im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und einen Anstieg des EBIT auf ein ähnliches Niveau bezogen auf das EBIT 2019 in Höhe von EUR 4,3 Mio. (Vor-COVID-19 Niveau).

Nicht in dieser Prognose enthalten sind:

Eine deutliche Verschärfung der Sanktionen gegen Russland beziehungsweise eine veränderte Auslegung von bestehenden Sanktionen.

Eine Ausweitung der Konfliktsituation außerhalb der Ukraine.

Eine zusätzliche signifikante Steigerung der Energie- und Rohstoffpreise unter anderem durch den Krieg in der Ukraine beziehungsweise bedingt durch die damit zusammenhängenden Sanktionen.

Unabhängig davon bleibt die Situation extrem dynamisch. Mögliche weitere längerfristige Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind derzeit nicht abschätzbar und damit nicht in der Prognose enthalten.

 

Sonthofen, den 12. Juli 2023

Philip Kraus, Geschäftsführer

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