Stammdaten

Register
Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 101212
Vorher
Giroxx GmbH
Eingetragen
19.1.2015
Branche
Effekten- und WarenterminhandelVerarbeitung von Zahlungs- und anderen FinanztransaktionenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Werkzeugen
Gegenstand
Abwicklung von Zahlungsaufträgen in Fremdwährungen und die Abwicklung des jeweils zugehörigen Devisengeschäfts.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Thiago Freitas Vieira
seit 25.11.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Roland Theodoor Blom
seit 15.2.2023
Prokura
Philip Andrew Smith
seit 10.11.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
StoneX Financial Ltd.GBR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

StoneX Financial Ltd.
United Kingdom
343.648 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

StoneX Financial GmbH

Frankfurt am Main

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/2023

Geschäftsjahr 01.10.2022 - 30.09.2023

Inhaltsverzeichnis

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

2. Geschäftsverlauf und Lage

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage: Darstellung, Analyse, Beurteilung

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

5. Gesamtaussage

III. Prognosebericht

IV. Chancenbericht

1. Chancen durch branchenbezogene Entwicklungen

2. Chancen durch organisatorische und prozessbezogene Verbesserungen

3. Personalchancen

V. Risikobericht

1. Risiko- und Kontrollfunktionen

2. Risikomanagement- Rahmen

4. Änderungen im Risikoprofil

5. Wichtige Ereignisse

6. Fazit Risikobericht

VI. Gesamtaussage

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell

Die StoneX Financial GmbH (im Folgenden „SFG“ oder „die Gesellschaft“) ist Dienstleister mit Firmensitz in Deutschland und auf die Abwicklung von Zahlungen in das Ausland spezialisiert. Zudem wird die Konvertierung in die zu zahlende Fremdwährung (Devisentausch) angeboten.

Die Gesellschaft wurde im Dezember 2014 gegründet und hat die Geschäftstätigkeit im Mai 2016 aufgenommen. Sie ist nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) reguliert und wird von der BaFin beaufsichtigt.

StoneX bietet Einzelkaufleuten, kleinen und mittelständischen Unternehmen, „Non-Profit“- Organisationen sowie Finanzinstituten transparente, wettbewerbsfähige Preise und eine sichere Lieferung in über 140 Währungen und mehr als 180 Ländern. Ein langjähriges und belastbares Netzwerk von über 350 Korrespondenzbanken ermöglicht Preistransparenz - auch in exotischen Landeswährungen. Somit hat sich die Gesellschaft von einem Zahlungsdienstleister für mittelständische Unternehmen zu einem wertgeschätzten Anbieter für institutionelle Kunden im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) entwickelt.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die globale Wirtschaft verzeichnet eine divergente Entwicklung. Während einige Regionen robust wachen, wurden andere von Unsicherheiten und Handelsspannungen beeinträchtigt. Diese Unterschiede haben direkte Auswirkungen auf internationale Zahlungsströme und beeinflussen das Transaktionsvolumen im globalen Kontext.

Auch die geopolitischen Spannungen haben sich auf die globale Wirtschaft sowie das Zahlungsverhalten ausgewirkt. Handelskonflikte, politische Unsicherheiten und regionale Konflikte haben direkte Auswirkungen auf internationale Zahlungsströme und erfordern eine vorausschauende Risikobewertung.

Zudem hat die fortschreitende Digitalisierung die Art und Weise, wie internationale Zahlungen abgewickelt werden, erheblich verändert. Die steigende Akzeptanz digitaler Zahlungsmethoden und grenzüberschreitender Zahlungslösungen bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen.

2. Geschäftsverlauf und Lage

Die Neuorganisation der Vertriebsstruktur wurde im vergangenen Geschäftsjahr weiterentwickelt sodass sowohl das Vertriebsziel in den jeweiligen Distributionskanälen (z.B. Digitalvertrieb) als auch mit entsprechenden regionalen Verantwortlichkeiten (z.B. Italien) verstärkt wurde.

Zudem wurden auch weitreichende technologische Fortschritte erzielt. Konkret wurde eine neue Kundenplattform mit zahlreichen neuen Funktionalitäten eingeführt und bereits Kunden von der bisherigen Plattform migriert. Zudem wurde auch die technische Grundlage für weitere Kundenlösungen gelegt. Somit haben wir für entsprechende Kunden die Möglichkeit unsere Zahlungslösung durch technische Schnittstellen mit dem Kundensystem zu verbinden und die Zahlungen aus der technischen Infrastruktur der Kunden ausgelöst werden. Darüber hinaus gibt es diverse weitere Produkterweiterungen.

Diese strukturellen Weiterentwicklungen haben sich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg ausgewirkt. Die Erträge konnten im Geschäftsjahr auf ca. € 12,1 Mio. gesteigert werden, was einer Steigerung von 28% zum Vorjahr entspricht.

3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage: Darstellung, Analyse, Beurteilung

a) Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr reduziert auf 6.968,3 T€ (Vorjahr 8.420,4T€) und die Veränderungen resultieren im Wesentlichen aus folgenden Positionen: Auf der Aktiv-Seite ist das Anlagevermögen um 151,2 T€ (898,5 T€, Vorjahr 1.049,8T€) vermindert. Dies ist durch reguläre Abschreibungen im Sachanlagevermögen begründet. Die Guthaben bei Kreditinstituten 5.516,7 T€ (Vorjahr 6.957,1 T€) sind um 1.440,4 T€ gesunken.

Parallel sind die in den sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 2.034,9 T€ im Vorjahr auf 1.283,9 T€ um 751,0 T€ gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verzeichnen ebenfalls eine Verminderung von 1.846,1 T€ auf 907,9 T€ (Vorjahr 2.753,9 T€). Ursachen hierfür sind interne Strukturveränderungen und stichtagsbezogene Saldenbetrachtung.

b) Ertragslage

Das Provisionsergebnis beläuft sich auf TEUR 6.456 und konnte damit gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.778 gesteigert werden. Die Provisionserlöse betragen TEUR 12.470 (i.V. TEUR 9.168) tragen damit der seit Dezember 2020 migrierten Kunden Rechnung. Die gegenüber dem Vorjahr erhöhten Provisionsaufwendung i.H.v. TEUR 6.016 (i.V. TEUR 4.485) beruhen im Wesentlichen auf die Provisionsweiterleitungen an die Muttergesellschaft für die Unterstützung bei der Abwicklung. Die Höhe der Weiterleitung richtet sich nach den bei dem Institut eingegangenen Provisionen.

Der Personalaufwand sowie die anderen Verwaltungsaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Der Anstieg der Personalkosten (+TEUR 1.398) beruht im Wesentlichen auf der erhöhten Anzahl der Mitarbeiter und den damit verbundenen Verpflichtungen. Die Erhöhung der anderen Verwaltungsaufwendungen (+TEUR 1.174) trägt zum einen dem Anstieg der getätigten Geschäfte Rechnung. Dem gegenüber stehen sonstige Erträge i.H.v. TEUR 2.279, welche insbesondere interne Weiterbelastungen beinhalten.

Für das Geschäftsjahr 2022/2023 ergibt sich ein Jahresüberschuss i.H.v. TEUR 541.

c) Finanzlage

Die Finanzierung des laufenden Geschäfts wurde aus den vorhandenen liquiden Mitteln der Gesellschaft getätigt. Verbindlichkeiten werden innerhalb vereinbarter Zahlungsziele gezahlt.

Die liquiden Mittel der Gesellschaft betragen zum 30.09.2023 TEUR 5.517 davon Treuhandkonten i.H.v. TEUR 949 welchen die entsprechenden Verbindlichkeiten gegenüber Kunden gegenüberstehen.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Überwachung und Optimierung von:

Umsatzentwicklung,

Betriebsergebnis,

Branchenentwicklung/Kundensegmenten

Regulatorisches Kapital

Die interne Unternehmenssteuerung erfolgt fortlaufend auf Grundlage einer Cashflow- Analyse.

In 2023 wurde eine quarterliche Management-Berichtserstattung eingeführt um finanzielle Leistungsindikatoren besser zu überwachen. Für das Jahr 2024 wird an einer weiteren Auswahl von „Key Performance Indikatoren“ gearbeitet, anhand derer das Wachstum und die Profitabilität der Gesellschaft aber auch die Kosteneffizienzen zielgenau dargestellt werden können.

5. Gesamtaussage

Die im Berichtszeitraum vorgenommen Maßnahmen haben zu einem verbesserten Marktauftritt geführt, der sich in höheren Transaktionsvolumen und höheren Umsatzerlösen, sowie einer steigenden Kundenanzahl ablesen lässt. Die Neueinstellungen in den nachgelagerten Bereichen unterstützen das Wachstum nachhaltig. Neben der Neuausrichtung und der Fokussierung auf den gehobenen Mittelstand und dem Geschäft mit „Non-Profit“- Organisationen, hat das im Geschäftsjahr immer noch vergleichsweise gute gesamtwirtschaftliche Umfeld zum beschriebenen Wachstum beigetragen. Das kundenzentrierte Zwei-Säulen-Geschäftsmodell stellt sich auch weniger anfällig für externe negative Einflüsse, wie z.B. eine massive Reduzierung der Spendentätigkeit oder einer Rezession dar.

III. Prognosebericht

Das Wachstum der Gesellschaft soll zum einen durch Neukundenakquise und zum anderen durch die Weiterentwicklung unserer Kundenlösungen sichergestellt werden.

Die Fokussierung auf Firmenkunden sowie „Non-Profit“-Organisationen wird weiter fortgesetzt. Aufgrund des hohen Marktanteils bei „Non-Profit“-Organisationen wird der Schwerpunkt des Wachstums bei Firmenkunden liegen. Die Weiterentwicklung unserer Integrationsmöglichkeiten, strategische Partnerschaften sowie Investitionen in unsere Markenbekanntheit sollen diese Entwicklung sicherstellen.

Zudem werden wir durch eine zielgerechtete Kundenverantwortung die Geschäftsbeziehung zu unseren Kunden intensivieren und bei Bedarf weitere Dienstleistungen innerhalb der StoneX-Gruppe anbieten.

IV. Chancenbericht

Die Gesellschaft ist seit September 2020 Teil des weltweiten StoneX Financial Inc. Konzerns, und Tochterunternehmung der StoneX Financial Ltd. In den kommenden Geschäftsjahren wird die Gesellschaft von dieser strategischen und organisatorischen Neuausrichtung der Gruppenstruktur sowie von neuen Produkt- und Dienstleistungsangeboten profitieren können.

Es werden hierdurch Effizienzsteigerungen und strukturelle Wachstumschancen aufgrund von geeigneten Produkt- und Dienstleistungsinitiativen, die auf neue Kundenbedürfnisse und regulatorische Anforderungen abzielen, erwartet.

SFG agiert in einem dynamischen Markt, in dem sich immer wieder neue Chancen ergeben werden. Das Chancenmanagement der SFG verfolgt das Ziel, Potentiale frühestmöglich und systematisch zu erkennen, zu bewerten und effizient zu nutzen, damit aus Chancen geschäftliche Erfolge werden. Hierbei müssen die einhergehenden Risiken richtig eingeschätzt werden, um nachhaltiges, profitables Wachstum der Gesellschaft zu erzeugen.

Im Rahmen der jährlichen Budgetplanung und regelmäßiger Strategiegespräche mit den Verantwortlichen der SFG und den Verantwortlichen für den Vertrieb/ Geschäftsentwicklung werden Wachstumschancen und Opportunitäten zur Diversifizierung identifiziert, bewertet, gesteuert und kontrolliert.

Nach der sorgfältigen Analyse des Marktumfeldes, wie beispielsweise die Zahlungsmarktgegebenheiten, die Wettbewerber und das regulatorische Umfeld sowie einer umfangreichen Stärken-Schwächen-Analyse werden die Chancen ausgearbeitet und einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterzogen. Dabei werden qualitative Aspekte in Form eines Geschäftsplans dokumentiert und Kosten sowie Erlöse detailliert über mehrere Jahre hinweg geplant.

Grundsätzlich strebt die SFG bei der Erschließung neuer Marktchancen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an.

1. Chancen durch branchenbezogene Entwicklungen

SFG arbeitet kontinuierlich an einer Erweiterung des Produkt- und Dienstleistungsangebots. Darüber hinaus hat das Unternehmen mittlerweile neue Wachstumsfelder und Marktpotenziale identifiziert. Grundsätzlich legt die Gesellschaft vor dem Hintergrund des bereits sehr umfangreichen Produkt- und Dienstleistungsangebotes einen Fokus auf organische Wachstumschancen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der sich ändernden Kundenbedürfnisse und regulatorischen Rahmenbedingungen.

2. Chancen durch organisatorische und prozessbezogene Verbesserungen

Die stetige Verbesserung der Geschäftsprozesse, insbesondere im Bereich Vertrieb/ Neukundenakquise, eine schnelle Anpassung der Organisationsstruktur und eine konsequente Kostenkontrolle tragen dazu bei, die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit der SFG weiter zu stärken.

Die größten Potenziale zur weiteren Optimierung hingegen sieht die Gesellschaft weiterhin in der zusätzlichen technischen Entwicklung im Bereich der Neukundenakquise, der Einsammlung der finanziellen Mittel der Kunden sowie die Anbindung der Kunden an die Dienstleistung.

3. Personalchancen

Der Erfolg der Gesellschaft hängt im Wesentlichen von dem Einsatz, der Motivation, den Fähigkeiten der Mitarbeiter und Führungskräfte ab.

Zudem erfordert das anspruchsvolle Marktumfeld der SFG die Fähigkeit zur ständigen Prozessverbesserung und zur schnellen Anpassung der Organisationsstruktur.

Dafür benötigt es die Bereitschaft und die Akzeptanz eines jeden einzelnen Mitarbeiters, sich diesen Veränderungen zu stellen. Dies sind entscheidende Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung der damit verbundenen Veränderungsprozesse.

SFG setzt gezielt Programme zur Mitarbeitermotivation und -bindung ein und entlohnt Potential- und Leistungsträger erfolgsabhängig durch ein attraktives, marktgerechtes und transparentes Vergütungssystem.

Zudem versucht die Geschäftsführung, Mitarbeiter durch individuelle Qualifizierungs- und Weiterbildungskonzepte zu motivieren und nachhaltig an das Unternehmen zu binden.

Damit stärkt das Unternehmen seine Position als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter.

V. Risikobericht

Um die Unternehmensziele zu erreichen, hat die Gesellschaft Richtlinien für das Risikomanagement eingeführt, die sicherstellen, dass diese Ziele erreicht werden. Der Risikomanagementprozess ist darauf ausgelegt, Risiken über das gesamte Risikospektrum hinweg zu identifizieren, zu bewerten, zu messen, zu kontrollieren und, sofern praktikabel, zu mindern.

Mitarbeiter und Führungskräfte sind aufgefordert, sich im Umgang mit Risiken umsichtig zu verhalten und die Wirksamkeit des bestehenden Kontrollumfelds regelmäßig zu überprüfen.

1. Risiko- und Kontrollfunktionen

Das Leitungsorgan der Gesellschaft hat ein „Drei - Verteidigungslinien -Modell“ implementiert, das darauf ausgelegt ist, den internen Kontrollrahmen zu schützen. Das Drei-Linien- Verteidigungsmodell wird laufend auf seine Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Erste Verteidigungslinie

Die erste Verteidigungslinie schafft für die täglich eingegangenen Risiken ein angemessenes Kontrollumfeld. Diese umfasst Verkaufsteams, Operations sowie ICT-Operational Units. Management- und Aufsichtskontrollen heben außerdem etwaige Kontrollausfälle, Prozessunzulänglichkeiten oder unerwartete Ereignisse hervor.

Zweite Verteidigungslinie

Die zweite Verteidigungslinie beinhaltet Funktionen, die die Risikoverarbeitung durchführen und bei Aktivitäten der ersten Linie beraten, überwachen und darüber Bericht erstatten. Dieses betrifft Supportfunktionen wie Risiko, Compliance/AML, Informationssicherheit und Finanzkontrolle.

Die Risikomanagementfunktion ist für die Entwicklung des Gesamtrahmens für das Risikomanagement verantwortlich. Es berät, legt Richtlinien fest, führt Kontrollen durch und stellt gegebenenfalls die Berichterstattung und Eskalation an das Leitungsorgan und die Risikoausschüsse sicher.

Die AML/Compliance-Funktion ist verantwortlich für die Auslegung aufsichtsrechtlicher Vorschriften und deren entsprechende Umsetzung in interne Weisungen. Es leitet die relevanten Informationen an die Geschäftsbereiche weiter. Sowohl die Risikomanagement- als auch die Compliance-Funktion sind für die Durchführung vordefinierter Überwachungsmaßnahmen verantwortlich und berichten über alle damit verbundenen Aktivitäten.

Die SFG ist dabei, eine Risikomanagementfunktion aufzubauen, die von den Group Risk Management Teams unterstützt wird. Das SFG-Risikomanagement wird in Übereinstimmung mit den lokalen regulatorischen und geschäftspolitischen Anforderungen im Rahmen einer Outsourcing-Beziehung funktionieren.

Die Informationssicherheitsfunktion ist dafür verantwortlich, IT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren, Richtlinien anzupassen, um Änderungen im regulatorischen Umfeld widerzuspiegeln, Risiken und Lücken an das Leitungsorgan, den Group Chief Information Security Officer (CISO) und die relevanten Ausschüsse zu melden. Die Informationssicherheitsfunktion wird derzeit auf Gruppenebene verwaltet. Das Team legt auch die Richtlinien und Standards fest, die das Informationssicherheitsprogramm regeln.

Dritte Verteidigungslinie

Die unabhängige Prüfung durch die Interne Revision bildet die dritte Verteidigungslinie. Die Interne Revision führt ein Programm risikobasierter Prüfungen durch, dass alle Aspekte sowohl der ersten als auch der zweiten Verteidigungslinie abdecken.

Seit dem 1. März 2020 hat die SFG einen eigenen Internal Audit Manager.

2. Risikomanagement-Rahmen

Der Zweck des Risikomanagementrahmens der Gesellschaft besteht darin, die Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist oder ausgesetzt sein könnte, insbesondere solche der Betriebs- und Informationssicherheit, zu identifizieren, zu steuern, zu überwachen und zu melden. Das Rahmenwerk soll in einem angemessenen Verhältnis zu Größe, Art, Umfang, Komplexität und Risiko der Dienstleistungen stehen, die die Gesellschaft ihren Kunden anbietet.

3. Hauptrisiken

Die SFG ist hauptsächlich folgenden Risiken ausgesetzt:

Nr. Risiko Bezeichnung
1. Kontrahenten- und Kreditrisiko Das Kontrahenten- und Kreditrisiko ist definiert als das Versäumnis von Kunden, Kontrahenten oder anderen Parteien, ihren Verpflichtungen gegenüber SFG überhaupt oder rechtzeitig nachzukommen, was zu einem Verlust führt. Das Kreditrisiko umfasst das Kontrahenten- und Abwicklungsrisiko. SFG ist Kreditrisiken hauptsächlich durch Forex-Kassa- und Termingeschäfte sowie durch Partnerbanken ausgesetzt.
Um das Risiko zu mindern, gibt es tägliche Nominal- und Abrechnungslimits, um die Höhe des akzeptablen Risikos (für Kunden, die mit Fxecute handeln ) und durch Margining-Prozesse für Termingeschäfte zu regeln.
Das von Partnerbanken ausgehende Kreditrisiko wird dadurch gemindert, dass Banken (DZ Bank AG und Bank of America) etablierte Finanzinstitute sind, die von Moody's (2023) mit Aa2 bzw. A1bewertet wurden.
2. Betriebs- und ICT-Risiko (Information and Communications technology Risk) Das operationelle Risiko, einschließlich des ICT-Risikos, ist das Verlustrisiko, das sich aus unzureichenden oder fehlerhaften internen Prozessen, Personen und Systemen oder aus externen Ereignissen ergibt.
SFG erkennt an, dass Betriebs- und IT-Risiken die bedeutendsten für das Unternehmen sind, da die ständige Verfügbarkeit aller IT- und Kommunikationssysteme für den Betrieb seines Geschäftsmodells unerlässlich ist. Dazu gehören auch alle Datensicherungs- und Datenschutzmaßnahmen inklusive Notfallplanung. Die Systemsicherheit erfordert eine professionelle Wartung und laufend notwendige Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik. Die Funktionssicherheit der Systeme wird durch lokale und Konzern-IT-Teams überwacht und sichergestellt.
Operational Risk Management (ORM) gehört zu den täglichen Aufgaben aller Mitarbeiter. Das Rahmenwerk für operationelle Risiken umfasst eine qualitative und quantitative Methodik wie auch Instrumente, die das Management bei der Identifizierung, Bewertung und Überwachung operationeller Risiken unterstützen und dem Management Informationen zur Bestimmung geeigneter Kontrollen und Minderungsmaßnahmen liefern.
Das Framework basiert auf Risk and Control Self Assessments (RCSA) und Incident Management.
Alle Vorfälle werden dem SFG Management und der EMEA Operational Risk Abteilung gemeldet. Alle Vorfälle, die in den Bereich der schwerwiegender Betriebs- oder Sicherheitsvorfälle nach ZAG fallen, werden der BaFin gemeldet. ICT- und IT- Sicherheitsrisiken werden derzeit auf Konzernebene durch die Abteilung IT Governance Risk & Compliance verwaltet, die kontinuierliche Risikobewertungen im Rahmen des IT-Risikomanagementprogramms durchführt. Das Programm zielt darauf ab, ICT-Risiken zu identifizieren, zu bewerten und einer Risikoreaktion (Risk Response) zuzuordnen.
3. Vertriebsrisiko Als Absatzrisiko definiert SFG einerseits die Durchsetzbarkeit des Geschäftsmodells am Markt und andererseits das Risiko, genügend Neukunden zu gewinnen und diese sowie bestehende Kundenbeziehungen dauerhaft an die SFG zu binden. Die potenziell sehr große Gesamtzielgruppe wird durch detaillierte Zielgruppenanalysen und systematische Prüfverfahren auf besonders vielversprechende Kernzielgruppen eingegrenzt. Die Ergebnisse der Kundengewinnung werden wöchentlich abgeglichen. Durch Cross-Selling innerhalb der Konzernstruktur werden weitere Kundengruppen angesprochen.
4. Liquiditätsrisiko Unter Liquiditätsrisiko versteht man das Verlustrisiko, das daraus resultiert, dass dem Unternehmen nicht genügend liquide Finanzmittel zur Verfügung stehen, um seinen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen oder die Finanzierung nur mit überhöhten Kosten sichergestellt werden kann.
Die tägliche Überwachung der Verbindlichkeiten in Verbindung mit dem Soll-Ist-Vergleich auf Basis der Jahres- und Monatsplanung stellt sicher, dass jederzeit ausreichend Liquidität vorhanden ist. Im Falle eines unerwarteten Mittelabflusses verpflichtet sich der Konzern, durch eine Patronatserklärung, der Gesellschaft zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.
5. AML-Risiko SFG bietet internationalen Zahlungsverkehr an. Das Risiko, dass SFG von Kunden für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht wird, ist real. SFG verwendet umfangreiche Vorschriften und Sicherheitsmaßnahmen, die ständig aktualisiert werden, bevor eine Kundenbeziehung eingegangen oder Zahlungsaufträge ausgeführt werden. Bei richtiger und vollständiger Anwendung der Vorsorgemaßnahmen ist eine Beteiligung der Gesellschaft an kriminellen Aktivitäten nahezu ausgeschlossen. Mitarbeiter werden regelmäßig zum Thema Geldwäsche sensibilisiert und geschult.
6. Geschäftsrisiko Das Geschäftsrisiko ist definiert als das Risiko finanzieller Verluste aufgrund von Änderungen im Wettbewerbsumfeld oder dem Ausmaß, in dem sich das Unternehmen rechtzeitig an diese Änderungen anpassen könnte.
SFG zielt darauf ab, sein Geschäftsmodell zu verbessern, um seine Wettbewerbsposition gegenüber seinen Kunden zu verbessern, indem es seine Produktpalette erweitert, die Vertriebsstruktur optimiert und die Bekanntheit der Marke SFG erhöht. Dadurch soll der damit verbundene Kostenanstieg so gering wie möglich gehalten werden. SFG ist der einzige Online-Anbieter für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs in Fremdwährung mit BaFin-Erlaubnis und Sitz in Deutschland, was nach wie vor ein wichtiges Verkaufsargument ist.
7. Makroökonomische Risiken Das makroökonomische Risiko ist das finanzielle Risiko, das durch den Einfluss makroökonomischer und politischer Faktoren entsteht, die zu einer Veränderung des inneren Werts des Unternehmens führen könnten. Dies bezieht sich auf das Risiko, das durch das makroökonomische und regulatorische Umfeld entsteht, in dem das Institut tätig ist.
Die Hauptbedrohungen für die Branche sind geopolitische Spannungen und die Rezession der Weltwirtschaft aufgrund des Anstiegs der Inflationsraten und der strafferen Geldpolitik der Regierungen und Zentralbanken. Dies kann zu Mindereinnahmen für die SFG führen. Gleiches gilt für die Einführung von Devisenkontrollen oder Turbulenzen an den Devisenmärkten.

4. Änderungen im Risikoprofil

Im Geschäftsjahr gab es keine Umstände, die zu einer Änderung des Risikoprofils führten.

5. Wichtige Ereignisse

Im Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen Ereignisse, die die Fähigkeit der Gesellschaft hätten beeinträchtigen können, ihre Geschäftstätigkeit auszuüben.

6. Fazit Risikobericht

Basierend auf der aktuellen Einschätzung ist das Management der Gesellschaft zu dem Schluss gekommen, dass das Risikomanagementsystem mit dem Geschäftsmodell der Gesellschaft und der Komplexität ihrer Geschäftstätigkeit konsistent und verhältnismäßig ist.

VI. Gesamtaussage

Das Management stellt fest, dass weitere Kostensenkungsmaßnahmen analysiert und durch ein kontinuierliches Kostenmanagement ergänzt werden, sodass im nächsten Geschäftsjahr 2023/24 - ceteris paribus - ein verbessertes Ergebnis bei prognostizierten stabilen Umsätzen zu erwarten ist.

Dank ihrer Innovationskraft wird die SFG weiterhin gezielt neue Wachstumschancen nutzen, um sich mittel- bis langfristig sehr gut im europäischen Wettbewerb zu positionieren.

Die Gesamtaussage des Managements gilt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Lageberichts.

 

Frankfurt am Main, den 28.03.2024

Die Geschäftsleitung

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

99 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.