Aug. Winkhaus SE
Selbe AdresseHerstellung von Schlössern und Beschlägen aus unedlen Metallen
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Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Aug. Winkhaus GmbH & Co. KGTelgteKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20221. Unternehmensprofil1.1 Geschäftsmodell Die Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG und ihre Tochtergesellschaften ("Winkhaus" bzw. "Winkhaus Gruppe") bilden eine Unternehmensgruppe, deren Geschäftstätigkeit in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen für Fenster und Türen liegt. Die Winkhaus Gruppe, die seit der Gründung im Jahre 1854 in Familienbesitz ist, gehört zu den großen mittelständischen Unternehmen in Deutschland. An drei deutschen Standorten und in sieben operativen ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten zum Ende des Geschäftsjahres 2022 insgesamt 2.268 Mitarbeiter (31. Dezember 2021: 2.226). Zum Produktprogramm gehören Beschlagtechnik und Überwachungssysteme für Fenster und Fenstertüren, mechanische und elektronische Schließanlagen, Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssysteme sowie Mehrfachverriegelungen. Entwickelt und produziert wird an den deutschen Standorten Telgte, Münster und Meiningen sowie am polnischen Standort Rydzyna. Die Winkhaus Gruppe vertreibt ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit und bedient sich dabei einer Vielzahl von nationalen und internationalen Handels- und Vertriebspartnern. Für eine optimale und kundennahe Marktbearbeitung ist Winkhaus in die vier Regionen Westeuropa/Asien, Osteuropa, Süd-/Südosteuropa und Großbritannien/Irland aufgegliedert, denen jeweils einzelne Märkte zugeordnet sind. Die Steuerung der Winkhaus Gruppe erfolgt über zentral zusammengeführte und ermittelte Leistungsindikatoren, insbesondere die Umsatzerlöse und das EBIT. 1.2 Forschung und Entwicklung Zukunftsorientierte Produktentwicklungen Als Anbieter von Produkten rund um die Gebäudehülle richtet Winkhaus den Fokus auf die Entwicklung von Fenstertechnik, Türverriegelungen und Zutrittsorganisation mit vielfältigen Funktionen und Nutzen. Dazu gehören Barrierefreiheit, Wohn- und Bedienkomfort, Einbruchhemmung, Energieeffizienz, Lüftung und Raumklima sowie die Integrationsfähigkeit in Smart-Home- und Smart-Building-Konzepte. Das Produktprogramm beinhaltet auch Lösungen für die Zutrittsorganisation von Einfamilienhäusern sowie gewerblichen und industriellen Gebäuden unterschiedlicher Maßstäbe - von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bis zur Großindustrie. Bei der Entwicklung, Herstellung, Logistik und dem Vertrieb der Produkte richtet Winkhaus sein Augenmerk verstärkt auf ökologische Aspekte. Winkhaus rüstet sich mit Investitionen in effiziente und nachhaltige Verfahren und Techniken für die Zukunft. An allen Produktionsstandorten werden Prozesse optimiert und digitalisiert. Damit möchte Winkhaus sowohl der wachsenden Nachfrage für die zukunftsorientierten Qualitätsprodukte als auch der Verantwortung für Mensch und Umwelt gerecht werden. Winkhaus investiert kontinuierlich in intelligente Robotertechnik, Prozessoptimierung, Erweiterung sowie Automatisierung der Lagerkapazitäten und wird insgesamt an allen Standorten weitere Investitionen von rund 20 Mio. Euro bis Ende 2023 tätigen. Erhebliche Investitionen entfallen auf den Ausbau der digitalen Services, die eine ständige Verfügbarkeit (24/7) von Know-how und Information gewährleisten. Im Sommer 2022 gingen die neuen Online-Plattformen an den Start - darunter eine neue Website, mehrere Microsites und das Partner-Portal. Sie stellen sicher, dass alle Winkhaus Zielgruppen rund um die Uhr aussagekräftige Antworten auf ihre Fragen und professionelle User praxisnahe Unterstützung im Arbeitsalltag finden - Mehrwerte, die viele Partner zu schätzen wissen. Diese digitalen Angebote enthalten beispielsweise die "Winkhaus Locking Services" für die Nachbestellung von Schlüsseln oder die Konfiguration von Schließanlagen, einen Konfigurator für Türverriegelungen und ein Tool für die Bestandsplanung von Winkhaus Artikeln sowie für die Auftrags- und die Rechnungsverfolgung. Da diese Services ständig zur Verfügung stehen, können Kunden und Kundinnen immer dann darauf zugreifen, wenn es am besten in den Arbeitsalltag passt. Aufgrund großer Innovationskraft ist Winkhaus seit über 160 Jahren erfolgreich. An vier Standorten sind durchschnittlich 69 Mitarbeiter (Vorjahr: 63) in diesem Bereich tätig. Sie sehen ihre Aufgabe darin, Impulse aus dem Markt und der Gesellschaft aufzugreifen und praxisorientierte Lösungen zu entwickeln, die einen echten Mehrwert bieten. Die F&E-Quote (F&E-Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz) der Winkhaus Gruppe betrug im Geschäftsjahr 2022 2,6% (Vorjahr: 2,4%). Die Zunahme spiegelt den Anspruch wider, den Fokus auch weiterhin auf die Neuentwicklung, Optimierung und Fortentwicklung der Produkte und Services zu legen. Dabei kooperiert Winkhaus erfolgreich mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Trends und Lösungen In den vergangenen Jahren rückte der Aspekt der Nachhaltigkeit zunehmend in den Vordergrund. Winkhaus setzt auf ressourcenschonende Herstellungsverfahren und Verpackungen und entwickelt Produkte, die die Energiebilanz von Gebäuden verbessern können. Anhaltende Markttrends, denen das Augenmerk gilt, sind Sicherheit, Komfort, Barrierefreiheit, smartes Wohnen, Automatisierung und Design. Zudem werden immer häufiger Individuallösungen nachgefragt, die Alleinstellungsmerkmale bieten und einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Intelligente Fenstertechnik Die Fensterbeschlagsysteme Winkhaus activPilot und Winkhaus aluPilot sind von Beginn so konzipiert, dass sie auf Markttrends reagieren und die passenden Produkte auf aktuell gefragte Anforderungen liefern können. Die Produktentwicklungen richten sich derzeit vor allem auf die Themenkomplexe Sicherheit, Energieeffizienz, Bedienungskomfort und Ökologie, um den Partnern der Winkhaus Gruppe marktgängige und zugleich praxisorientierte Lösungen bieten zu können. Mit der Weiterentwicklung des Systems aluPilot zielt Winkhaus auf die Erschließung zusätzlicher Absatzmärkte und die Gewinnung weiterer Systemhauskunden. Beim Thema Gebäudeerhaltung sorgt intelligente Fenstertechnik im Zusammenhang mit dezentralen Lüftungssystemen, realisiert über die zusätzliche Öffnungsfunktion "Parallelabstellung" für ein gutes Raumklima und gute Luftqualität und beugt somit effektiv Bauschäden, wie sie z.B. durch Schimmelbildung entstehen können, vor. Smarte Türverriegelung Mit den Systemen Winkhaus blueMatic EAV4 (+) und Winkhaus blueMotion (+) entwickelt Winkhaus Lösungen, die Außentüren in Smart-Home-Konzepte einbinden und sich via App bedienen lassen. Im Laufe des Jahres 2024 wird Winkhaus diese neuen Systeme, die zugleich hohe Anforderungen an Einbruchschutz, Dichtigkeit, Komfort und Datensicherheit erfüllen, seinen Partnern vorstellen. Der Trend zu dunklen Haustüren fordert zunehmend Bauelementehersteller und -Händler heraus. Denn deren thermisches Verhalten bei Sonneneinstrahlung (Ausdehnung, Verziehen) stellt Nutzer bei der Bedienung vor Probleme. Die neue Generation der Automatikverriegelungen autoLock AV4D wirkt diesem Problem mittels Dichtschluss- und Anpressdruckverhalten effektiv entgegen. Zukunftsorientierte Zutrittsorganisation Um neue Märkte hinzuzugewinnen und die bestehenden bedarfsgerecht bedienen zu können, erweitert Winkhaus kontinuierlich sein Produktportfolio für einzelgesicherte Schließungen und Schließanlagen im Bereich der mechanischen Schließsysteme. Zahlreiche Patente spiegeln die Innovationskraft wider, mit der Winkhaus solche Aufgaben löst. Die zweite Säule im Bereich der Zutrittsorganisation sind die elektronischen Schließsysteme, allem voran Winkhaus blueSmart. Diese Technologie für ein effizientes Zutrittsmanagement in komplexen Objekten und Liegenschaften kann auch viele Aufgaben in der intelligenten Steuerung der Gebäudeleittechnik übernehmen. Zurzeit entwickelt Winkhaus ein Nachfolgesystem mit optimiertem Nutzungsverhalten, das 2024 auf den Markt gebracht werden soll. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Das Jahr 2022 war geprägt durch den Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Energie- und Rohstoffpreisentwicklungen. Laut Eurostat beträgt die durchschnittliche Inflation im Dezember 2022 im Euroraum 9,2%. Die Europäische Zentralbank hat im Jahr 2022 geldpolitische Gegenmaßnahmen eingeleitet und den Leitzins insgesamt viermal angehoben. Die über Jahre anhaltende Niedrigzinspolitik musste beendet werden, die Zinswende wurde eingeleitet. Staatliche Subventionen in Form der Preisbremse für Energiekosten in Deutschland wurden beschlossen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet für 2022 noch mit einem weltweiten Wachstum von 3,1% (Vorjahr: 5,6%). Laut OECD beträgt das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum im Jahr 2022 3,3% (Vorjahr: 5,2%). Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht noch von einem Anstieg in Höhe von 3,5 % in der Europäischen Union aus (Vorjahr: 5,3%). 2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Bauindustrie in Europa ist ein sehr bedeutender Sektor für Winkhaus. Die Entwicklung des Fenster- und Außentürenmarktes beeinflusst unmittelbar den Absatz von Winkhaus-Produkten. Nach Angaben des europäischen Forschungs- und Beratungsnetzwerkes Euroconstruct ist das europäische Bauvolumen im Wirtschaftsjahr 2022 um 3,0% (Vorjahr: 5,6%) gestiegen. Nach jahrelanger positiver Entwicklung (bereinigt um die Effekte der Corona-Pandemie) mit deutlichen Wachstumsraten hat sich der positive Trend der Bauindustrie deutlich verlangsamt. Angesichts der steigenden Preise stockt laut Statistischem Bundesamt der Wohnungsbau in Deutschland. Von Januar bis November 2022 sank die Zahl der Baugenehmigungen von neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,7% auf rund 322.000. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden von Januar bis November 2022 rund 276.000 Wohnungen genehmigt. Das waren 5,8% weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei sank die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 15,9%, für Zweifamilienhäuser um 10,1%. Bei Mehrfamilienhäusern kam es dagegen zu einer leichten Erhöhung um 1,2%. Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator zur Einschätzung der zukünftigen Bauaktivität, da Baugenehmigungen geplante Bauvorhaben darstellen. 2.3 Geschäftsverlauf 2.3.1 Umsatzentwicklung Im Geschäftsjahr 2022 konnte die Winkhaus Gruppe einen Umsatz von 345,5 Mio. € realisieren, dies entspricht gegenüber dem Vorjahreswert von 337,6 Mio. € einem Wachstum i. H. v. 2,3%. Die positive Umsatzentwicklung resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Absatzpreisen, die die negative Absatzmengenentwicklung kompensierte. Region Westeuropa/Asien Neben Deutschland gehören zur Region Westeuropa/Asien die Länder Frankreich, Niederlande, Spanien, die skandinavischen Länder sowie weitere Länder wie z.B. China. Der Umsatz der Region Westeuropa/Asien ist im Berichtsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um +2,3% gewachsen. Region Osteuropa Von Polen aus werden die osteuropäischen Märkte wie z.B. Polen selbst, Ukraine, Tschechien und die baltischen Staaten sowie weitere Ost-Länder bedient. Der Umsatz der Region Osteuropa betrug im Berichtsjahr 2022 84,1 Mio. € (Vorjahr: 84,6 Mio. €). Im Laufe des Geschäftsjahres 2022 hat die Geschäftsführung der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG entschieden, sich vollständig aus dem russischen und belarussischen Markt zurückzuziehen. Region Süd-/Südosteuropa Neben Österreich sind als wesentliche Märkte dieser Region Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Italien, Bulgarien und Slowenien aufzuführen. Der Umsatz der Region Süd-/Südosteuropa ist im Berichtsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um +6,1% gewachsen. Region Großbritannien/Irland Von England aus wird das Vereinigte Königreich sowie Irland bedient. Der Umsatz dieser Region beträgt im Berichtsjahr 2022 30,2 Mio. € nach 28,8 Mio. € im Vorjahr. 2.3.2 Geschäftsverlauf nach Produktgruppen Die Produktgruppe Fenstertechnik erzielte im Jahr 2022 Umsätze in Höhe von 204,8 Mio. €. Damit wurde ein Anstieg in Höhe von 5,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr realisiert. Der Anteil der Produktgruppe Fenstertechnik am Gesamtumsatz bewegte sich mit 59,3% auf Vorjahresniveau (59,2%). Zielgruppe sind Fensterhersteller, von kleinen Verarbeitern bis zu industriell fertigenden Konzernen. Der Vertrieb in Deutschland verfolgt eine klare Strategie und arbeitet flächendeckend mit dem Handel zusammen. Im Ausland ist die Rolle des Handels in starkem Maße von den Marktstrukturen abhängig. Auf der Kundenseite herrscht hohe Preissensibilität. Der Dienstleistungssektor gewinnt zur Differenzierung gegenüber den anderen Beschlagherstellern ständig an Bedeutung. Winkhaus hat sich als Beschlaghersteller vor allem für Kunststofffenster mit Dreh-Kipp-Funktion in Deutschland, Osteuropa und in ausgewählten westeuropäischen Märkten positioniert. In diesem Segment bietet Winkhaus Beschlagsysteme für manuell, teil- und vollautomatisiert fertigende PVC-Fensterhersteller an. Daneben ist die Bedeutung für Lösungen im Bereich Holz- und Aluminiumfenster in den letzten Jahren stark gewachsen. Kernprodukt ist das Beschlagsystem activPilot. Ergänzend werden, überwiegend für den Export, die Beschlagreihen proPilot und easyPilot angeboten. Den Anforderungen im Bereich Aluminium wird Winkhaus mit dem Beschlagsystem aluPilot gerecht. Über die Beschlagtechnik hinaus nehmen Winkhaus-Kunden ein breites Dienstleistungsspektrum in Anspruch, das von der betriebswirtschaftlichen Beratung über kaufmännische und technische Schulungen bis hin zu Systemprüfungen und dem Ausstellen entsprechender Zertifikate reicht. Winkhaus bietet seinen Kunden eine eigene Fensterbausoftware an, mit der Fensterbauunternehmen jeglicher Größe ihre betrieblichen Prozesse planen und organisieren können. Beschlagtechnik für Fenster und Fenstertüren wird in Telgte, Meiningen und Rydzyna (Polen) produziert. Anlagen auf dem Stand der Technik ergänzt durch umweltfreundliche Haustechnik und moderne Lager- und Logistikabläufe ermöglichen bei höchsten Qualitätsstandards kurze Durchlaufzeiten. Die Produktgruppe Türverriegelungen umfasst mechanische, automatische und motorische Türverriegelungen sowie moderne Notausgangs- und Anti-Panik-Verriegelungen. In 2022 sind die Umsätze mit 69,2 Mio. € um 1,8 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Zielgruppe für Türverriegelungen sind Hersteller von Außentüren, z.B. Haus- und Nebeneingangstüren. Die Distribution erfolgt je nach Land über den Fachhandel oder direkt an den Verarbeiter. Das Produktspektrum reicht von schlüssel- und griffbetätigten Mehrfachverriegelungen über mechanische und motorische Automatikverriegelungen bis hin zu Anti-Panik-Schlössern. Winkhaus ist in der Lage, alle gängigen Notausgangsvarianten abzudecken. Die Trends gehen verstärkt in Richtung von elektromechanischen und ergonomischen Systemen, die zunehmend mehr Komfort bieten. Der demographische Wandel, klimatische Veränderungen und wachsende Sicherheitsanforderungen begründen diese Trends. Neben wenigen großen, hauptsächlich deutschen Anbietern gibt es einige kleinere regionale Mitbewerber. Winkhaus gehört in Europa zu den drei wichtigsten Anbietern von Mehrfachverriegelungen. Diese werden im Wesentlichen am Standort in Meiningen hergestellt. Die Produktgruppe Zutrittsorganisation umfasst mechanische und elektronische Schließanlagen sowie Zutrittskontroll- und Zeiterfassungssysteme. Im Geschäftsjahr 2022 sind die Umsätze mit 71,4 Mio. € um 1,2 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die mechanischen und elektronischen Schließanlagen werden am Standort Münster gefertigt. Die elektronischen Schließsysteme gelten weiterhin als Innovationsträger mit hohem Wachstumspotential, auf die sich die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten konzentrieren. Neben der erstmaligen Gewinnung von Neuaufträgen im Objektgeschäft spielt das Nachgeschäft eine bedeutende Rolle. Es wird im Wesentlichen über Handelspartner und Schlüsseldienste abgewickelt. 2.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 2.4.1 Ertragslage Umsatz. Der Gesamtumsatz der Winkhaus Gruppe beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 345,5 Mio. € (Vorjahr: 337,6 Mio. €). Die Umsatzerlöse der Winkhaus Gruppe sind damit um 2,3% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Nach Produktgruppen entfallen auf die Fenstertechnik 59,3% (Vorjahr: 59,2%). Der Anteil Türverriegelungen macht 20,0% (Vorjahr: 20,0%) aus. Auf die Produktgruppe Zutrittsorganisation entfallen 20,7% (Vorjahr: 20,8%). Näheres zu den Umsatzentwicklungen ist im Abschnitt "Geschäftsverlauf" erläutert. Der Auftragsbestand der Winkhaus Gruppe beträgt zum Bilanzstichtag 17,8 Mio. € (Vorjahr: 24,2 Mio. €). Bestandsveränderung. Die Bestandsveränderung beläuft sich auf 4,1 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) und beinhaltet im Wesentlichen eine materialpreisbedingte Aufwertung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse. Gesamtleistung. Die Gesamtleistung, die sich aus der Addition der Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und anderer aktivierter Eigenleistungen ergibt, beträgt 351,2 Mio. € nach 343,9 Mio. € im Vorjahr. Sonstige betriebliche Erträge. Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich in 2022 mit 8,5 Mio. € um 3,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Im Wesentlichen beinhalten die sonstigen betrieblichen Erträge, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen, Erträge aus Wechselkursgewinnen, Erträge aus verrechneten Sachbezügen, Erträge aus Versicherungserstattungen, Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen. Materialaufwand. Der Materialaufwand beträgt 157,1 Mio. € (Vorjahr: 145,2 Mio. €). Bezogen auf die Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsveränderung beläuft sich der Anteil des Materialaufwandes mit 44,9% (Vorjahr: 42,4%) über dem Niveau des Vorjahres. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren belaufen sich auf 140,3 Mio. € nach 127,4 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus signifikanten Materialpreiserhöhungen bei rückläufiger Absatzmengenentwicklung. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen haben sich von 17,8 Mio. € im Vorjahr auf 16,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2022 reduziert. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der entsprechenden Absatzmengenentwicklung. Personalaufwand. Der Personalaufwand lag mit 120,4 Mio. € über Vorjahresniveau (Vorjahr: 113,4 Mio. €). Die Personalaufwandsquote beträgt bezogen auf die Gesamtleistung 34,3% (Vorjahr: 33,0%). Der durchschnittliche Mitarbeiterbestand ist mit 2.320 im Vergleich zum Vorjahr um 118 Personen gestiegen. Abschreibungen. Die Abschreibungen bewegen sich mit 12,0 Mio. € leicht über Vorjahr (11,9 Mio. €). Sonstige betriebliche Aufwendungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 50,8 Mio. € insgesamt 8,4 Mio. € über Vorjahr. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen Ausgangsfrachten, Instandhaltungsaufwendungen, Werbekosten, Kraftfahrzeugkosten, Mietaufwendungen, Aufwendungen aus Wechselkursverlusten, Rechts- und Beratungskosten sowie Reisekosten enthalten. EBIT. Das operative Ergebnis (EBIT), das sich als Konzernjahresüberschuss bereinigt um Steuern vom Einkommen und Ertrag und dem Zinsergebnis ergibt, ist im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 Mio. € auf 18,9 Mio. € gesunken. Der Rückgang des EBIT resultiert im Wesentlichen aus der hohen Materialpreisdynamik und inflationärer Kostenentwicklungen einerseits und gleichzeitig rückläufiger Absatzmengenentwicklung andererseits. Die absatzseitigen Preisanpassungen konnten die negativen Auswirkungen der beschaffungsseitigen Preisentwicklungen und damit die insgesamt stark rückläufige Entwicklung des EBIT im Geschäftsjahr 2022 nicht kompensieren. Steuern vom Einkommen und Ertrag. Die Ertragsteuern umfassen im Wesentlichen die Körperschaftsteuern der in- und ausländischen Kapitalgesellschaften sowie die Gewerbesteuer der Konzernmutter. Konzernjahresüberschuss. Der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 15,4 Mio. € liegt um 11,3 Mio. € unter dem des Vorjahres. 2.4.2 Finanzlage Ziel der Winkhaus Gruppe ist es, die für das Wachstum erforderlichen Mittel nachhaltig aus eigener Kraft zu erwirtschaften. Die Finanzierung der Winkhaus Gruppe ist langfristig gesichert. Zum 31. Dezember 2022 standen der Winkhaus Gruppe Darlehen im Rahmen einer Konsortialfinanzierung sowie weitere bilaterale Kredite zur Verfügung. Die unter dem Konsortialkreditvertrag bestehenden Kreditlinien haben eine Laufzeit bis zum 28. März 2024. Insgesamt standen der Winkhaus Gruppe zum Stichtag nicht genutzte Kreditlinien in Höhe von 32,4 Mio. € zur Verfügung. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt mit 13,3 Mio. € deutlich unter dem Vorjahresniveau von 33,4 Mio. €. Maßgeblich hierfür sind im Wesentlichen die um 11,5 Mio. € gesunkenen sonstigen Verbindlichkeiten. Cashflow aus der Investitionstätigkeit. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen des Jahres 2022 bewegen sich mit 17,8 Mio. € um 1,5 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Investitionen wurden im Wesentlichen in Maschinen und technische Anlagen getätigt. Die Investitionen des Geschäftsjahres 2022 konnten nicht durch den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert werden. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2022 -19,6 Mio. € (Vorjahr: -11,5 Mio. €). In 2022 wurden im Wesentlichen für die Ertragssteuerbelastungen der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG als Personengesellschaft 12,7 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €) entnommen. Die planmäßige Tilgung von Finanzkrediten hat sich innerhalb des Geschäftsjahres um insgesamt 0,2 Mio. € reduziert. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthält Zinszahlungen in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Der Finanzmittelbestand ist mit -7,1 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €) zum Jahresende negativ. Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 4,1 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €). 2.4.3 Vermögenslage Das Anlagevermögen der Winkhaus Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2022 101,1 Mio. € (31. Dezember 2021: 96,0 Mio. €) und macht 49,7% der Bilanzsumme in Höhe von 203,6 Mio. € aus. Hiervon entfallen 3,6 Mio. € auf immaterielle Vermögensgegenstände (31. Dezember 2021: 4,6 Mio. €). Das Sachanlagevermögen beträgt 97,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 91,4 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 wurden Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von 17,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 18,2 Mio. €) getätigt. Die Investitionen des Geschäftsjahres 2022 entfallen im Wesentlichen auf Maschinen sowie Anlagen im Bau. Das Umlaufvermögen beträgt 100,6 Mio. € (31. Dezember 2021: 115,0 Mio. €) bzw. 49,4% der Bilanzsumme. Die Veränderung des Umlaufvermögens resultiert im Wesentlichen aus den um 11,1 Mio. € gestiegenen Vorräten sowie den um 11,8 Mio. € gesunkenen sonstigen Vermögensgegenständen und den um 12,5 Mio. € gesunkenen Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 122,2 Mio. € (31. Dezember 2021: 108,6 Mio. €), dies ergibt eine Eigenkapitalquote von 60,0% (31. Dezember 2021: 51,0%). Der Anstieg der Eigenkapitalquote resultiert im Wesentlichen aus der Rücklagenbildung und dem Rückgang der Bilanzsumme. Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen belaufen sich auf 2,3 Mio. €. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 24,1 Mio. € (Vorjahr: 26,4 Mio. €) stellen 11,8% der Bilanzsumme dar und sind damit in Relation zum Vorjahreswert (12,4%) anteilig leicht gesunken. Die Verbindlichkeiten der Winkhaus Gruppe sind zum 31. Dezember 2022 um 18,5 Mio. € auf insgesamt 53,3 Mio. € bzw. 26,2% der Bilanzsumme gegenüber 33,7% im Vorjahr spürbar gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31. Dezember 2022 um 4,8 Mio. € auf insgesamt 24,2 Mio. € gestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der Kontokorrent-Linien (+11,2 Mio. €) sowie der Tilgung von Darlehen (- 6,4 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern sind zum Bilanzstichtag um 10,8 Mio. € auf insgesamt 10,0 Mio. € gesunken. 2.4.4 Zusammenfassende Beurteilung von Geschäftsverlauf und Lage Die Geschäftsführung schätzt die wirtschaftliche Lage aufgrund des operativen Ergebnisses und der langfristig gesicherten Finanzierung insgesamt als noch zufriedenstellend ein. Die Umsatzerlöse der Winkhaus Gruppe sind im Geschäftsjahr 2022 um 7,9 Mio. € gestiegen. Das EBIT der Winkhaus Gruppe verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr mit -46,2% deutlich auf 18,9 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die oben genannten Effekte zurückzuführen. Das per 31. Dezember 2021 prognostizierte Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich hat im Geschäftsjahr 2022 mit einem realisierten Umsatzwachstum von 2,3% die Erwartungen nicht erfüllt. Die für das Geschäftsjahr 2022 erwarteten und realisierten Steigerungen in den Bereichen Material- und Personalkosten sowie den sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten durch das zu geringe preisbedingte Umsatzwachstum nicht kompensiert werden, so dass in der Konsequenz das EBIT der Winkhaus Gruppe die Erwartungen verfehlt hat. 3. Chancen- und RisikoberichtIm Geschäftsjahr 2022 wurde die Vereinheitlichung der Risikokultur im Rahmen des in 2020 gestarteten Governance, Risk und Compliance-Projekts (GRC) in der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte abgeschlossen. Die Winkhaus Gruppe identifiziert, bewertet und steuert einheitlich mit Hilfe eines Risikomanagementsystems die sich aus der internationalen Geschäftstätigkeit ergebenden Risiken. Winkhaus versucht wesentliche, möglicherweise bestandsgefährdende Risiken zu vermeiden bzw. mit geeigneten Gegenmaßnahmen aktiv zu minimieren. Die Wahrnehmung von Chancen und Risiken sowie die aktive Bewertung der Risiken im Rahmen des Risikomanagements sind eine wesentliche Voraussetzung für den langfristigen Erfolg der Winkhaus Gruppe. Abhängig von Komplexität und Auswirkung der Risiken erfolgt zwischen Geschäftsführung der Muttergesellschaft und den operativen Einheiten in vorgegebenen zeitlichen Abständen ein regelmäßiger Austausch. Die Geschäftsordnung, verbindlich für die Geschäftsführung aller Gruppengesellschaften, regelt die Kompetenzen und dient dem Zweck, Risiken zu minimieren. Den Fortbestand der Winkhaus Gruppe gefährdende Risiken sind nach gegenwärtiger Einschätzung nicht erkennbar. Wesentliche Chancen Die Chancen werden in der Reihenfolge ihrer derzeitigen Bedeutung erläutert. Die Winkhaus Gruppe erzielt den Großteil ihres Umsatzes in der Bauwirtschaft. Die Entwicklung dieses Industriezweiges spielt daher eine wesentliche Rolle für die Umsatz- und Ertragsentwicklung. Neben Deutschland als dem größten Absatzmarkt gilt dies insbesondere auch für die osteuropäischen Länder. Das durch den Klimawandel stetig steigende Umweltbewusstsein einerseits und sehr hoher Energiepreise andererseits können sich positiv auf die Absatzzahlen auswirken, weil im Gebäudesektor noch erhebliche CO 2 -Einsparpotentiale liegen. Das nach wie vor sehr hoch gesteckte bundespolitische Ziel bezüglich der Schaffung von neuen Wohnungen (400.000 p.a.) führt genauso wie die Bedarfssteigerung durch Zuwanderung zu zusätzlichen Absatzchancen. Wesentliche Chancenpotenziale bietet zudem der Bereich Forschung und Entwicklung. Um weiteres Wachstum zu generieren, wird kontinuierlich an der Verbesserung und Weiterentwicklung bestehender Produkte sowie an neuen Lösungen gearbeitet. Die Produkteinführungen im Bereich Türverriegelungen und Zutrittsorganisation sowie die erfolgreiche Weiterentwicklung der Produktgruppe Fenstertechnik eröffnen zusätzliche Absatzchancen. Darüber hinaus bietet die Umsetzung weiterer Digitalisierungsschritte in allen absatzorientierten Bereichen, diverse Marketingkonzepte sowie Partnerprogramme ein hohes Potenzial zur Kundenbindung mit weiteren Ertragschancen. Wesentliche Risiken und Maßnahmen zu ihrer Begrenzung Die Risiken werden in der Reihenfolge ihrer derzeitigen Bedeutung erläutert. Im Bereich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung bestehen Unsicherheiten durch die konjunkturelle Entwicklung in den nächsten Jahren. Die Entwicklung der Winkhaus Gruppe korreliert stark mit der Gesamtkonjunktur der relevanten Absatzmärkte. Die stark zunehmende Inflation hat im Jahr 2022 zur geldpolitischen Trendwende und damit in der Konsequenz auch zu erheblich höheren Zinsen für z.B. Immobilienkredite geführt. Das Rezessionsrisiko ist in Europa weiter gestiegen und könnte sich insgesamt negativ auf die Geschäftsaktivitäten der Winkhaus Gruppe auswirken. Dieses übergeordnete Risiko kann rasch Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung der Winkhaus Gruppe nehmen. Im Bereich des Absatzmarktes bestehen Risiken in der Winkhaus Gruppe aufgrund der hohen Inflation und steigender Zinssätze. Beschaffungsmarkt. Rohmaterialpreise, vor allem von Stahl, Zink und Messing, sind ein bedeutsamer Einflussfaktor auf die Herstellungskosten. Neben angespannten Lieferketten, die sich beispielsweise in nie dagewesenen Lieferzeiten für Elektronikkomponenten niederschlagen, sind die Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr volatil und auf sehr hohem Niveau. Forderungsausfallrisiko. Bedingt durch die hohe Inflationsdynamik in Verbindung mit längerfristigen Preisbindungen auf der Abnehmerseite steigt das Ausfallrisiko auf Kundenseite. Kreditversicherungen reduzieren dieses Risiko teilweise. Produkthaftungsrisiken können die Ertragslage beeinflussen. Diesen Risiken wird mit sorgfältiger Produktentwicklung, umfangreichem Qualitätsmanagement und intensiver Marktbeobachtung entgegengewirkt. Zusätzlicher Schutz wird durch Versicherungen erzielt. Währungsrisiken bestehen grundsätzlich in Nicht-Euro-Ländern. Diese werden weitestgehend durch eine enge Koppelung der Absatzpreise an den Euro begrenzt. In einzelnen Fällen werden Sicherungsgeschäfte eingegangen. Im Bereich der Finanzierung werden Zinsänderungsrisiken durch Zinsbindungen in langfristigen Darlehen neutralisiert. Die geldpolitischen Maßnahmen der europäischen Zentralbank gegen die Inflation und der daraus resultierende, andauernde Anstieg der Zinsen erhöht zukünftig dieses Risiko. Aus offenen Rechtsverfahren resultieren finanzielle Risiken, die Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage haben können. Die Wahrscheinlichkeit wesentlicher Einflüsse durch entsprechende Risiken wird als gering eingestuft. Wesentliche steuerliche Risiken sind derzeit nicht ersichtlich. Auf Basis der aktuellen Risikobewertung sind darüber hinaus keine bestandsgefährdenden Risiken für die Winkhaus Gruppe bekannt. Gesamtbild der Chancen und Risiken Die Marktposition und strategische Ausrichtung der Winkhaus Gruppe eröffnen Chancen von einer positiven Markt- und Konjunkturentwicklung zu profitieren. Chancen resultieren insbesondere aus dem grundlegenden Energieeinsparungsbedarf im Gebäudesektor und dem grundsätzlichen Wohnraumbedarf. Das wirtschaftliche Umfeld ist aber herausfordernd. Die weltweit hohen Inflationsraten, die weiterhin sehr volatilen Preisentwicklungen im Energiesektor sowie der andauernde Russland-Ukraine-Konflikt sprechen für eine Abschwächung der Nachfrage im Baugewerbe in den kommenden Monaten und damit für eine Zunahmen an Risiken für die Winkhaus Gruppe. Insgesamt besteht die Überzeugung, dass das Chancen-Risiken-Verhältnis ausgewogen ist. 4. PrognoseberichtDas IfW erwartet für das Jahr 2023 eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union von +0,7%. Für die deutsche Wirtschaft geht das IfW in ihrer Prognose Ende 2022 für 2023 von einem Wachstum von +0,3% aus. Für Großbritannien rechnete das Macroeconomic Coordination & Strategy Team der britischen Regierung mit einem Rückgang in Höhe von -0,8%. Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt auch die 94. Konferenz der Euroconstruct vom 21. November 2022. Gemäß der Erwartungen wird die Bauwirtschaft in Europa im Jahr 2023 nur noch um +0,2% wachsen und im Jahr 2024 stagnieren. Ein Großteil der negativen Aussichten ist auf die Sektoren Wohnungsbau und Wohnungsrenovierungen zurückzuführen. Die Ära niedriger Zinssätze führte zu einem Boom im Wohnungsneubau in ganz Europa. Diese Situation hat sich in den letzten Monaten grundlegend geändert. Der Verkauf von Wohnraum hat sich verlangsamt, das Verbrauchervertrauen ist gesunken, die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und die damit verbundenen vielfältigen Auswirkungen und Unsicherheiten, die Anspannung der Finanzmärkte sowie die anhaltenden Probleme mit der Verfügbarkeit und den Kosten von Baumaterialien spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie der Fachkräftemangel. Das Bild verbessert sich nicht, wenn man den Bausektor als Ganzes betrachtet. Eine Erholung wird nicht vor 2025 erwartet. Die Geschäftsführung erwartet für das Geschäftsjahr 2023 ein preisbedingtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Aufgrund anhaltender Kostensteigerungen im Energie- und Rohmaterialbereich, aber auch im Bereich Personal wird insgesamt mit einem konstanten EBIT-Niveau gerechnet.
Telgte, den 8. März 2023 Aug.
Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte
Sofie Winkhaus Tilmann Winkhaus Stefan Wemhoff Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022Amtsgericht Münster, HRA 6525Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 (Geschäftsjahr 2022) sind nach den für große Kapitalgesellschaften maßgeblichen Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Für die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet. I. KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, sämtliche Tochterunternehmen, davon ein inländisches und acht ausländische Unternehmen, einbezogen. Bei den nach der Methode der Vollkonsolidierung einbezogenen Unternehmen handelt es sich um Unternehmen, bei denen der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte zusteht. II. KonsolidierungsgrundsätzeEntsprechend den gesetzlichen Vorschriften werden die Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien aufgestellt. Einheitlicher Bilanzstichtag ist der 31. Dezember eines jeden Jahres. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte bis zur Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) nach der Buchwertmethode, nach der die Beteiligungsbuchwerte gegen die im Zeitpunkt des Erwerbs vorhandenen Eigenkapitalwerte der Tochterunternehmen aufgerechnet werden. Für Folgekonsolidierungen wird das Beibehaltungswahlrecht gem. Art. 66 Abs. 3 EGHGB in Anspruch genommen. Für Erstkonsolidierungen nach Einführung des BilMoG werden im Rahmen der Neubewertungsmethode (§ 301 Abs. 1 Satz 2 HGB) die Anschaffungskosten der Anteile an den einbezogenen Tochterunternehmen mit dem jeweils anteiligen Reinvermögen basierend auf den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden dieser Unternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs verrechnet. Alle sonstigen zwischengesellschaftlichen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge wurden bei der Erstellung des konsolidierten Jahresabschlusses verrechnet. Die Eliminierung von Zwischenergebnissen erfolgte nach § 304 Abs. 1 HGB. Aus Währungsumrechnung resultierende Differenzen werden im Jahr ihrer Entstehung erfolgswirksam verrechnet. Auf die ergebniswirksamen Konsolidierungsmaßnahmen werden Steuerabgrenzungen nach § 306 HGB vorgenommen, soweit sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleicht. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit dem individuellen Steuersatz der jeweiligen Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden sämtliche Posten der Bilanz in ausländischer Währung mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag und der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Die aus den unterschiedlichen Kursen resultierende Abweichung zwischen dem Jahresüberschuss laut Bilanz und dem laut Gewinn- und Verlustrechnung wird erfolgsneutral unter dem Posten Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Die sich aus der Währungsumrechnung der Bilanzen ergebenden Umrechnungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung zu den historischen Kursen der Erstkonsolidierung ergeben, werden ebenfalls wie in den Vorjahren erfolgsneutral unter dieser Position im Eigenkapital ausgewiesen. Für die Umrechnung der Währungen der Länder, die nicht der europäischen Währungsunion angehören, werden folgende Wechselkurse angewendet:
III. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeEs werden, soweit im Folgenden nicht gesondert beschrieben, konzerneinheitlich die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wie im Vorjahr angewendet. 1. Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten- oder Herstellkosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig linear abgeschrieben. Die Abschreibungen werden nach der tatsächlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren, die technischen Anlagen und Maschinen über 8 - 16 Jahren, die Betriebs- und Geschäftsausstattung über 5 - 10 Jahren und Gebäude und bauliche Anlagen werden über die Nutzungsdauer von 25 - 40 Jahren abgeschrieben. Für den Bestand von Werkzeugen zur Produktion von Schließzylindern wird im Berichtsjahr ein Festwert im Sachanlagevermögen in Höhe von 1.125 T€ (Vorjahr 972 T€) ausgewiesen. Der Festwert ist in den Technischen Anlagen und Maschinen bilanziert. Geringwertige Anlagegüter werden im Jahr des Zugangs grundsätzlich voll abgeschrieben oder über einen Sammelposten erfasst und gemäß dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf über fünf Jahre abgeschrieben. Geleistete Anzahlungen auf Gegenstände des Anlagevermögens werden mit dem Nennwert angesetzt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihm am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. 2. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie die Handelswaren werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Bewertung einbezogen. Für den seit mehreren Jahren gleichbleibenden Bestand an Klein- und Sondermaterial besteht ein Festwert in Höhe von 1.081 T€ (Vorjahr: 1.081 T€). Der Festwert ist in den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bilanziert. Für den Materialbestand in den Servicefahrzeugen wird ein Festwert in Höhe von 84 T€ (Vorjahr: 84 T€) ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt in den fertigen Erzeugnissen und Waren. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet, die die aktivierungspflichtigen Bestandteile gem. § 255 Abs. 2 HGB enthalten, oder zum niedrigeren beizulegenden Wert. Geleistete Anzahlungen auf Gegenstände des Umlaufvermögens werden mit dem Nennwert angesetzt. Bestandsrisiken wird durch Vornahme angemessener Bewertungsabschläge Rechnung getragen. 3. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in fremder Währung mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden mit Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. 4. Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks in Euro werden zum Nennwert angesetzt, solche in Fremdwährung mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. 5. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 6. Aktive latente Steuern werden nach § 306 HGB gebildet. Sie enthalten künftige Steuerentlastungen, die sich aus temporären Differenzen zwischen der Konzernbilanz, den Einzelbilanzen und den Steuerbilanzen ergeben. Aktive latente Steuern werden unter Verwendung des landesspezifischen Steuersatzes berechnet (zwischen 15,01% und 25,29%), der nach gegenwärtiger Rechtslage zum voraussichtlichen Ausgleichszeitpunkt der temporären Differenzen maßgebend sein wird. 7. Das Konzerneigenkapital wird zum Nennwert bilanziert. 8. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren berechnet. Die Berechnung der Pensionsrückstellungen beruht auf versicherungsmathematischen Annahmen zu Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen und wird unter Verwendung eines von der deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt. Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden teilweise mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff fremder Dritter entzogen sind (Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des zweckgebundenen, verpfändeten und insolvenzgesicherten Deckungsvermögens und der dazugehörigen Rückstellung für die wertpapiergebundenen Pensionszusagen erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. 9. Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Beträgen angesetzt. Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag unter Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostenverhältnisse bilanziert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem der Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. 10. Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. 11. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. 12. Passive latente Steuern werden bilanziert, sofern sie die aktiven latenten Steuern übersteigen. IV. Angaben zur Bilanz1. Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist aus dem Anlagenspiegel (Anlage II zum Konzernanhang) ersichtlich. 2. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen in Höhe von 87 T€ (Vorjahr: 94 T€) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. 3. Die flüssigen Mittel beinhalten überwiegend täglich fällige Guthaben bei Kreditinstituten. 4. Die aktiven latenten Steuern enthalten die gemäß § 306 HGB gebildeten Steuern in Höhe von 11 T€ (Vorjahr: 18 T€) aus der Eliminierung der Zwischenergebnisse der Vorräte am Bilanzstichtag. 5. Als Kapitalanteile der Kommanditisten werden die Kommanditeinlagen aus dem Einzelabschluss der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, ausgewiesen. Komplementärin ohne Kapitaleinlage ist die Winkhaus Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH, Telgte. 6. Die Rücklagen in Höhe von 92.577 T€ (Vorjahr: 78.534 T€) beinhalten satzungsmäßige Rücklagen in Höhe von 26.343 T€ (Vorjahr: 24.139 T€) und sonstige Rücklagen in Höhe von 66.234 T€ (Vorjahr: 54.395 T€). 7. Die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung enthält die Umrechnungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung zu den historischen Kursen der Erstkonsolidierung ergeben. Ferner umfasst diese Position die Währungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung des Jahresüberschusses in der Bilanz mit dem Stichtagskurs und aus der Umrechnung des Jahresüberschusses aus der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs ergeben. Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Übrigen im Eigenkapitalspiegel dargestellt. 8. Die Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Rückstellungspflichtige Pensionsverpflichtungen sind in Höhe von 2.338 T€ in der Bilanz enthalten, zusätzlich gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet wurde ein aus verpfändeten Rückdeckungsversicherungen bestehendes Deckungsvermögen in Höhe des beizulegenden Zeitwerts von 1.279 T€. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betrugen 868 T€. Die Ermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgt auf Basis der Generationentafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck (Richttafeln 2018 G). Bei der Ermittlung der Rückstellungsbeträge wurden jährliche Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen von jährlich 2,0% zugrunde gelegt, sowie eine Fluktuation bis zu 5% p.a. unterstellt. Für die Abzinsung der Pensionsverpflichtung wird nach § 253 Abs. 2 HGB der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre zugrunde gelegt, welcher für 2022 1,78% (Vorjahr: 1,87%) beträgt. In der Alternativberechnung nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt der Zinssatz für die Sieben-Jahres-Betrachtung 1,44% (Vorjahr: 1,35%). Der Differenzbetrag der Rückstellung aus den beiden unterschiedlichen Zinssätzen beträgt 85 T€ (Vorjahr: 131 T€). Die Steuerrückstellungen enthalten ausschließlich Steuerrückstellungen für laufende Steuern sowie für Vorjahre. Die sonstigen Rückstellungen decken Risiken und Verpflichtungen, u.a. für Boni und Rückvergütungen an Kunden, für Gewährleistungen, Personalkosten einschließlich Altersteilzeit, Rechtsstreitigkeiten und andere Belastungen im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft ab. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 2.721 T€ wurden mit den als Deckungsvermögen klassifizierten Termingeldern saldiert. Der beizulegende Zeitwert entspricht den Anschaffungskosten in Höhe von 777 T€. Der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände wurde anhand von Marktpreisen auf einem aktiven Markt bzw. mit Hilfe anerkannter Bewertungsmethoden bestimmt. 9. Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten sind der nachstehenden Übersicht zu entnehmen:
Zum 31. Dezember 2022 standen der Winkhaus Gruppe Darlehen im Rahmen einer Konsortialfinanzierung sowie weitere bilaterale Kredite zur Verfügung. Der Konsortialkreditvertrag besteht u.a. aus Darlehen in Höhe von 11.051 T€, die quartalsweise getilgt und nach der letzten Rate am 30. Juni 2028 vollständig zurückgezahlt sein werden. Die ebenfalls unter dem Konsortialkreditvertrag bestehende Betriebsmittellinie über 40.000 T€ hat eine Laufzeit bis zum 28. März 2024. Hiervon wurden zum Stichtag 10.529 T€ in Anspruch genommen. Weiter bestehen zum Stichtag bei der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, der Winkhaus UK Ltd., Kettering/Großbritannien, und der Winkhaus Polska Beteiligungs spółka z ograniczoną odpowiedzialnością sp.k, Lezno/Polen, kurzfristige Betriebsmittellinien über rund 3.632 T€ sowie Tilgungsdarlehen über 1.905 T€. Die kurzfristigen Betriebsmittellinien wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von 702 T€ in Anspruch genommen. Der Gesamtbetrag der durch Pfandrechte und ähnliche Rechte besicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beträgt am Bilanzstichtag 21.583 T€ (Vorjahr: 16.866 T€), davon entfallen 21.580 T€ (Vorjahr: 16.866 T€) auf Grundschulden. 10. Passive latente Steuern Es bestehen auf Ebene der Einzelabschlüsse passive latente Steuern, die im Wesentlichen auf temporäre Bilanzdifferenzen im Sachanlagevermögen zurückzuführen sind. Sie wurden verrechnet mit aktiven latenten Steuern aus der Forderungs-, Vorrats- und Rückstellungsbewertung. Die passiven latenten Steuern haben sich im Geschäftsjahr 2022 um 441 T€ verringert.
Der Berechnung der Tochtergesellschaften liegen landesspezifische Steuersätze zwischen 18,00% und 25,29% zugrunde, bei der Muttergesellschaft im Inland wird ein Steuersatz von 15,01% für die Gewerbesteuer verwendet. V. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Die Umsatzerlöse gliedern sich nach folgenden Produktgruppen bzw. Regionen auf: Produktgruppen
Regionen
2. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Geschäftsjahr 2022 unter anderem Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 2.618 T€ (Vorjahr: 224 T€), Erträge aus Wechselkursgewinnen in Höhe von 2.529 T€ (Vorjahr: 1.593 T€), Erträge aus verrechneten Sachbezügen 1.009 T€ (Vorjahr: 931 T€), periodenfremde Erträge in Höhe von 734 T€ (Vorjahr: 121 T€), Erträge aus dem Verbrauch von Rückstellungen 537 T€ (Vorjahr: 764 T€), Erträge aus Versicherungserstattungen in Höhe von 167 T€ (Vorjahr: 94 T€) sowie Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von 162 T€ (Vorjahr: 36 T€). 3. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2022 im Wesentlichen Ausgangsfrachten 12.260 T€ (Vorjahr: 11.490 T€), Instandhaltungsaufwendungen 9.583 T€ (Vorjahr: 7.689 T€), Werbekosten 3.373 T€ (Vorjahr: 3.102 T€), Kraftfahrzeug-Kosten 3.343 T€ (Vorjahr: 2.874 T€), Mietaufwendungen 2.862 T€ (Vorjahr: 2.302 T€), Aufwendungen aus Wechselkursverlusten 2.429 T€ (Vorjahr: 1.327 T€) , Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten 1.779 T€ (Vorjahr: 1.974 T€) sowie Kosten für Delkredere 1.412 T€ (Vorjahr: 1.386 T€) enthalten. 4. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen wurden Erträge aus dem Deckungsvermögen in Höhe von 24 T€ (Vorjahr: 28 T€) mit den Zinszuführungen in Höhe von 147 T€ (Vorjahr: 386 T€) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. VI. Sonstige Angaben1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
2. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten sowie sonstige Sicherungsgeschäfte Zur Absicherung von Währungstransaktionen werden teilweise Devisentermingeschäfte eingesetzt. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende währungsbezogene Geschäfte.
Grund- und Sicherungsgeschäfte bilden wirtschaftlich eine Bewertungseinheit nach § 254 HGB. 3. Mitarbeiter Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich folgende Mitarbeiter beschäftigt:
4. Abschlussprüferhonorare Für das Geschäftsjahr 2022 wurde für den Abschlussprüfer und seine verbundenen Unternehmen ein Gesamthonorar von 605 T€ als Aufwand erfasst berechnet, welches sich wie folgt aufteilt:
5. Beziehungen zu Unternehmensorganen Die Angabe über die Summe der Gesamtbezüge der im Geschäftsjahr 2022 aktiven Geschäftsführer nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB unterbleibt gemäß der Schutzklausel in § 286 Abs. 4 HGB. 6. Mutterunternehmen und Konzernabschluss Die Winkhaus GmbH & Co. KG erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft in Telgte erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. 7. Befreiungen von Offenlegungspflichten Folgende Gesellschaften sind nach § 264b HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit:
Folgende Gesellschaft ist nach § 264 Abs. 3 HGB von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses befreit:
8. Angabe zur Gewinnverwendung Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 9. Februar 2023 wurden zum 31. Dezember 2022 13.304 T€ in die Rücklagen des Mutterunternehmens eingestellt. Der verbleibende Betrag in Höhe von 1.390 T€ wurde den Gesellschafterkonten gutgeschrieben. 9. Anteilsbesitzliste Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022:
*) Diese Gesellschaften wurden mittels Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, einbezogen. 10. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Es liegen keine wesentlichen Ereignisse mit Auswirkung auf den Konzernjahresabschluss per 31. Dezember 2022 nach Geschäftsjahresende vor.
Telgte, den 8. März 2023 Aug.
Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte
Sofie Winkhaus Tilmann Winkhaus Stefan Wemhoff Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022
Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Der Finanzmittelbestand setzt sich wie folgt zusammen:
Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, Telgte, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Osnabrück, den 8. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Tobias Kruse Schmidt, Wirtschaftsprüfer ppa. Stefan Heitmeyer, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 30. Juni 2023 festgestellt. |
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