POLZUG Intermodal GmbHLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 49371
Vorher
POLZUG GmbH
Eingetragen
19.2.1992
Branche
Vermittlungstätigkeiten für die GüterbeförderungErbringung von LogistikdienstleistungenBetrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich Omnibusbahnhöfen
Gegenstand
die Erbringung von Speditionsleistungen (insbesondere die Organisation von Transporten von, durch und nach Polen sowie innerhalb Deutschlands, Polens und der GUS), die Durchführung von Transporten (insbesondere per Bahn, Schiff und auf der Strasse), das Errichten und Betreiben von Umschlagsterminals für maritime und kontinentale Ladungen und von Lagern für Container sowie der Betrieb eines Eisenbahnverkehrsunternehmens.

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Wind
seit 9.10.2013
Geschäftsführer

Konzern- und Jahresabschlüsse

POLZUG Intermodal GmbH

(vormals: POLZUG Intermodal GmbH)

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der POLZUG Intermodal GmbH, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Lagebericht hin, wonach sich die POLZUG Intermodal GmbH in einer angespannten Liquiditätssituation befindet. Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum ist die Gesellschaft auf die Unterstützung der Gesellschafter angewiesen, die Kapitalerhöhungen zwecks Zuführung von Liquidität bereits beschlossen haben. Des Weiteren wurde eine Erhöhung des kurzfristigen Finanzierungsrahmens durch einen Mitgesellschafter vorgenommen. Zusätzlich wird im Geschäftsjahr 2012 mit einer Reorganisation begonnen, die zur Verbesserung der Ertragskraft der Gesellschaft führen soll. Derzeit ist der Fortbestand der Gesellschaft von der finanziellen Unterstützung durch die Gesellschafter abhängig.

 

Hamburg, 6. Juni 2012

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Grummer, Wirtschaftsprüfer

Röseler, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

  31.12.2011 31.12.2010
  EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Software 468.680,24   311.413,55  
2. Geleistete Anzahlungen 58.792,99 527.473,23 90.835,99 402.249,54
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   154.831,24   185.063,66
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.779.190,67   2.779.190,67  
2. Beteiligungen 170.000,00   70.000,00  
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 25.000,00 2.974.190,67 25.000,00 2.874.190,67
    3.656.495,14   3.461.503,87
B. Umlaufvermögen        
I. Vorräte        
Waren   15.785,81   20.342,94
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.473.646,33   2.585.281,52  
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.520.000,00   778.298,75  
--davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 540.000,00 (i. Vj. 471.520,00)        
3. Sonstige Vermögensgegenstände 242.728,49 4.236.374,82 294.280,91 3.657.861,18
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   361.501,34   2.254.697,22
    4.613.661,97   5.932.901,34
C. Rechnungsabgrenzungsposten   36.370,01   34.191,31
D. Aktive latente Steuern   1.046.912,35   251.588,00
    9.353.439,47   9.680.184,52

Passiva

       
    31.12.2011
EUR
31.12.2010
EUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital     122.710,05 122.710,05
II. Kapitalrücklage     1.989.288,81 1.989.288,81
III. Gewinnrücklage     280.902,00 280.902,00
IV. Gewinnvortrag     4.335.162,08 4.289.862,39
V. Jahresfehlbetrag / Jahresüberschuss     -1.591.159,80 45.299,69
      5.136.903,14 6.728.062,94
B. Rückstellungen        
Sonstige Rückstellungen     1.832.616,14 1.810.828,78
      1.832.616,14 1.810.828,78
C. Verbindlichkeiten        
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen     649.835,09 428.780,73
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen     336.340,24 241.009,21
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht     1.158.218,20 295.983,91
--davon gegenüber Gesellschafter EUR 234.504,72 (i. Vj. EUR 295.833,62)        
4. Sonstige Verbindlichkeiten     239.526,66 175.518,95
--davon aus Steuern EUR 137.815,80 (i. Vj. EUR 81.266,45)--        
      2.383.920,19 1.141.292,80
      9.353.439,47 9.680.184,52

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

  2011 2010
  EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse   34.217.371,07   41.276.458,41
2. Sonstige betriebliche Erträge   452.122,82   1.543.557,73
--davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 132.660,36 (i. Vj. EUR 250.485,36)--        
3. Materialaufwand        
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 20.406,57   20.696,80  
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 32.025.768,68 32.046.175,25 37.347.700,19 37.368.396,99
4. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter 2.229.376,35   2.170.325,94  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 379.343,94 2.608.720,29 367.057,16 2.537.383,10
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   346.469,95   518.510,45
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen   2.216.595,77   2.348.658,88
--davon aus der Währungsumrechnung EUR 129.912,65 (i. Vj. EUR 253.569,33)--        
7. Erträge aus Beteiligungen   116.705,26   0,00
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   52.400,70   25.576,97
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 48.442,05 (i. Vj. EUR 9.813,69)--        
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   5.550,98   3.394,93
--davon aus der Abzinsung EUR 2.317,00 (i. Vj. EUR 0,00)--        
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.958,21 (i. Vj. EUR 0,00)--        
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   -2.384.912,39   69.248,76
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -795.324,35   23.477,26
12. Sonstige Steuern   1.571,76   471,81
13. Jahresüberschuss/-fehlbetrag   -1.591.159,80   45.299,69

Anhang für das Geschäftsjahr 2011

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 wurde gemäß § 17 des Gesellschaftsvertrages in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Dritten Buches des HGB für große Kapitalgesellschaften im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB aufgestellt.

Der Bilanzgliederung liegt das Gliederungsschema für große Kapitalgesellschaften zugrunde. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angesetzt. Teilweise wird die degressive Abschreibungsmethode angewandt, seit 2006 ausschließlich die lineare Methode. Gewährte Zuschüsse wurden von den Anschaffungskosten des jeweiligen Gegenstands des Anlagevermögens abgesetzt. Geringwertige Anlagegüter des Sachanlagevermögens bis zu einem Wert von EUR 410 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wird unterstellt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten angesetzt.

Vorräte werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge angemessen berücksichtigt. Es wurde unverändert eine Pauschalwertberichtigung von 2 % gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung und des jeweils notwendigen Erfüllungsbetrages. Die Rückstellungen, mit Ausnahme der Rückstellung für Altersteilzeit, haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit enthalten den Erfüllungsrückstand, der vom Arbeitnehmer in der Beschäftigungsphase erarbeitet wird. Weiterhin ist der vom Arbeitgeber zu leistende Aufstockungsbetrag in der Rückstellung berücksichtigt. Eine Abzinsung der Rückstellung wurde mit dem von der Deutsche Bundesbank veröffentlichten Zinssatz von 4,0 % p.a. (Vj.: 5,15 %) vorgenommen. Die Insolvenzsicherung ist durch ein Treuhandkonto gesichert und die Sicherung wurde zum 31. Dezember 2011 gem. § 8a (3) ATG bestätigt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Wechselkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sind unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

Finanzanlagen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen zum einen 100 % der Anteile an der POLZUG INTERMODAL POLSKA Sp. z o.o., Warschau/Polen. Das Eigenkapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2011 beträgt TEUR 2.797 (TPLN 12.681; Vj.: TEUR 4.647/TPLN 18.415), der Jahresfehlbetrag 2011 beträgt TEUR 1.265 (TPLN 5.734; Vj.: Jahresfehlbetrag TEUR 975/TPLN 3.863).

Zum anderen wurden im November 2006 75 % der Anteile an der Silk Road Express Georgia LLC., Poti/Georgien erworben. Im Februar 2010 wurde die Firma in POLZUG INTERMODAL LLC umfirmiert. Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2010 beträgt GEL 863.274 (TEUR 367; Vj.: GEL 267.574/TEUR 111). Die Gesellschaft erzielte in 2010 ein Jahresergebnis von GEL 595.700 (TEUR 253; Vj.: GEL 312.479/TEUR 129). Im Mai 2011 wurde eine Gewinnausschüttung in Höhe von GEL 390.213,25 (TEUR 164) beschlossen.

An der unter den Beteiligungen ausgewiesenen Trans Eurasia Logistics GmbH, Berlin (TEL) - einem deutsch-russischen Joint-Venture von Intermodal- und Bahngesellschaften - hat die Gesellschaft in 2008 10 % der Anteile mit einem Nominalwert von EUR 10.000,-- übernommen. In 2009 wurde eine Kapitalerhöhung bei der TEL durchgeführt. Entsprechend der Beteiligungsquote hat die Gesellschaft EUR 50.000,-- in die Kapitalrücklage der TEL eingezahlt. Im Februar 2011 wurden weitere EUR 100.000,00 in die freie Kapitalrücklage eingezahlt.

Darüber hinaus hat sich die Gesellschaft in 2008 mit einem nominalen Anteil von EUR 10.000,-- an der ZOLL POOL HAFEN HAMBURG AG, Hamburg, beteiligt.

Als Genossenschaftsanteil wurden in 2006 zudem für TEUR 25 Vollmitgliedschaftsrechte an der "Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR)" erworben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 540 mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft von EUR 122.710,05 entspricht dem im Gesellschaftsvertrag festgestellten Betrag von DM 240.000,00. Der Jahresüberschuss 2010 wurde in Höhe von EUR 45.299,69 thesauriert.

Aufgrund der Erstanwendung des BilMoG zum 1. Januar 2010 wurden die Auswirkungen aus der Umstellung zum 01.01.2010 in Höhe von TEUR 280 in die Gewinnrücklage eingestellt, die im Wesentlichen aus der erstmalig erfolgten Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge resultierten.

In Höhe des aktiven Überhangs latenter Steuern (TEUR 1.047) besteht gem. § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen sowie Personalrückstellungen.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten weisen, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr auf und setzen sich wie folgt zusammen:

  Restlaufzeit
    Davon
  Insgesamt
TEUR
bis 1 Jahr
TEUR
über 1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 650 650 0 0
(Vj.) (429) (429) (0) (0)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 337 337 0 0
(Vj.) (241) (241) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.158 1.158 0 0
(Vj.) (296) (296) (0) (0)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 239 239 0 0
(Vj.) (175) (175) (0) (0)
  2.384 2.384 0 0
(Vj.) (1.141) (1.141) (0) (0)

Latente Steuern

Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und den steuerlichen Wertansätzen der sonstigen Rückstellungen ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt 32,28 %. Zum 31. Dezember 2011 betragen die aktiven latenten Steuern TEUR 1.047 und resultieren im Wesentlichen aus Verlustvorträgen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen/Haftungsverhältnisse

Miet- und Leasingverträge

Die Gesellschaft hat diverse Miet- und Leasingverträge abgeschlossen, deren Kündigungstermine zwischen 2012 und 2015 liegen. Infolge der am Bilanzstichtag bestehenden nichtkündbaren Verträge summieren sich die in den folgenden Jahren zu zahlenden Beträge wie folgt:

  TEUR
2012 318
2013 186
2014 82
2015 6
  592

Haftungsverhältnisse

Im Auftrag der POLZUG Intermodal GmbH haben die Coface Kreditversicherung AG und die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG zugunsten der POLZUG Intermodal GmbH und der POLZUG Intermodal Polska Sp. z o.o, Warschau, einen Garantierahmen in Höhe von insgesamt EUR 3,65 Mio. eingeräumt, für den die POLZUG Intermodal GmbH bei einer Inanspruchnahme durch die POLZUG Intermodal Polska Sp. z o. o. gesamtschuldnerisch haftet.

Ferner hat die Gesellschaft für zwei Leasinggesellschaften in Polen im Zusammenhang mit Leasingverträgen der POLZUG Intermodal Polska Sp. z o.o. Patronatserklärungen in Höhe von TEUR 1.290 abgegeben.

Das Risiko einer Inanspruchnahme wird jeweils als gering eingestuft, da es derzeit keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass das verbundene Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht selbst nachkommen wird.

Darüber hinaus sind Leistungsverträge mit DB Schenker und der PKP abgeschlossen worden.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsätze betreffen Transporterlöse und Transportnebenleistungen. Sie wurden mit TEUR 17.124 im Inland sowie TEUR 17.093 im Ausland erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 239 (Vj.: TEUR 1.172) enthalten, die im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde und neutrale Aufwendungen in Höhe von TEUR 69 (Vj.: TEUR 93) und resultieren im Wesentlichen aus Forderungsabschreibungen.

Kursgewinne und -verluste

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind unrealisierte Kursgewinne in Höhe von TEUR 0,5 (Vj.: TEUR 2) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten unrealisierte Kursverluste in Höhe von TEUR 1 (Vj.: TEUR 3).

Sonstige Angaben

Aufsichtsrat

bis 9. Dezember 2011

Dr. Sebastian Jürgens, Hamburg (Vorsitzender)

--Mitglied des Vorstands der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft--

--Geschäftsführer der HHLA Intermodal GmbH--

Wojciech Balczun, Warschau/ Polen

--Vorstandsvorsitzender der PKP CARGO S.A.--

Dr. Roland Lappin, Hamburg

--Mitglied des Vorstands der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft--

ab 22. Dezember 2011 (bis 23. Februar 2012)

Peter Plewa, Hamburg

--Geschäftsführer der HHLA Intermodal GmbH--

bis 31. Dezember 2011

Karsten Sachsenröder, Mainz

--Mitglied des Vorstands der DB Schenker Rail Deutschland AG--

--Mitglied der Geschäftsleitung der DB Schenker Rail GmbH--

Hendric Fiege, Berlin

--Leiter Marketing Rail der DB Schenker Rail GmbH--

Daniel Ryczek, Warschau/ Polen

--Mitglied des Vorstands der PKP CARGO S.A--

Geschäftsführer

Walter Schulze-Freyberg, Jork

(bis 5. Juni 2012)

--Kaufmann--

Peter Plewa, Hamburg

--Diplom-Kaufmann--

Bezüge des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung

Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung (§ 285 Nr. 9 a und b HGB) unterbleibt in Ausübung des Wahlrechtes nach § 286 Abs. 4 HGB. Dem Aufsichtsrat sind Gesamtbezüge in Höhe von TEUR 38 eingeräumt worden.

Kosten des Jahresabschlusses

Das für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 erfasste Honorar beträgt TEUR 15 (Vj.: TEUR 19).

Mitarbeiter

Während des Geschäftsjahres waren durchschnittlich 43 (Vj.: 43) Angestellte beschäftigt.

Gewinnverwendung

Die Geschäftsführung schlägt angesichts der wirtschaftlichen Situation vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, den 6. Juni 2012

POLZUG Intermodal GmbH

Geschäftsführung

P. Plewa

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2011

  Anschaffungs-/ Herstellungskosten 01.01.2011
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Anschaffungs-/ Herstellungskosten 31.12.2011
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Software 3.420.261,65 424.537,47 44.550,57 33.418,00 3.833.666,55
2. Geleistete Anzahlungen 90.835,99 1.375,00 0,00 -33.418,00 58.792,99
  3.511.097,64 425.912,47 44.550,57 0,00 3.892.459,54
II. Sachanlagen          
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 493.412,86 15.548,75 15.371,16 0,00 493.590,45
  493.412,86 15.548,75 15.371,16 0,00 493.590,45
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.119.190,67 0,00 0,00 0,00 2.119.190,67
2. Beteiligungen 70.000,00 100.000,00 0,00 0,00 170.000,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 25.000,00 0,00 0,00 0,00 25.000,00
  2.874.190,67 100.000,00 0,00 0,00 2.914.190,67
  6.878.701,17 541.461,22 59.921,73 0,00 7.360.240,66
  AfA kumuliert 01.01.2011
EUR
AfA Zugänge
EUR
AfA Abgänge
EUR
AfA kumuliert 30.12.2011
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Software 3.108.848,10 300.688,78 44.550,57 3.364.986,31
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  3.108.848,10 300.688,78 44.550,57 3.364.986,31
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 308.349,20 45.781,17 15.371,16 338.759,21
  308.349,20 45.781,17 15.371,16 338.759,21
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
  3.417.197,30 346.469,95 59.921,73 3.703.745,52
  Restbuchwerte 31.12.2011
EUR
Restbuchwerte 31.12.2010
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Software 468.680,24 311.413,55
2. Geleistete Anzahlungen 58.792,99 90.835,99
  527.473,23 402.249,54
II. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 154.831,24 185.063,66
  154.831,24 185.063,66
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.779.190,67 2.779.190,67
2. Beteiligungen 170.000,00 70.000,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 25.000,00 25.000,00
  2.974.190,67 2.874.190,67
  3.656.495,14 3.461.503,87

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2011

POLZUG mußte im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz Wachstums des polnischen Marktes weitere Transportmengeneinbußen hinnehmen. Hauptgrund ist weiterhin der sehr preisaggressive Wettbewerb im Markt für Containertransporte von und nach Polen. Dabei muß sich POLZUG nicht nur mit den traditionellen Konkurrenten LKW und Feederschiff auseinandersetzen, sondern auch mit anderen Schienenoperateuren und einem großen Übersee-Direktdienst (15.000 TEU-Schiffe) von Südostasien direkt nach Gdansk (Maersk). Insbesondere die Verkehre über die polnischen Seehäfen profitieren vom harten Wettbewerb unter den Feederoperateuren und dem Übersee-Direktdienst.

Zwar ist es gelungen, den gesunkenen Umsatz durch kostensenkende Maßnahmen teilweise auszugleichen, es war aber nicht möglich, in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld wirklich befriedigende Ergebnisse zu erzielen.

POLZUG bietet der Kundschaft verschiedenste Dienstleistungen, insbesondere die Organisation von Ganzzügen von deutschen Seehäfen nach und durch Polen (et vice versa) sowie innerhalb Polens, die Durchführung damit verbundener Transporte sowie alle Terminaldienstleistungen in allen wirtschaftlich bedeutenden Regionen Polens an. Einen weiteren Schwerpunkt im Leistungsangebot bilden die Bahntransporte von und in die Länder des Kaukasus und andere osteuropäische Länder. Durch das Beteiligungsunternehmen POLZUG Intermodal LLC in Georgien werden auch ausgewählte Speditionsleistungen für den Kaukasus und Zentralasien aus der POLZUG-Gruppe heraus angeboten.

Im ersten Halbjahr des Berichtsjahres deuteten sich zwar leicht steigenden Transportmengen an, die positive Tendenz kehrte sich aber im weiteren Verlauf des Jahres deutlich ins negative.

In den ersten fünf Monaten lagen die Gesamtmengen 3 % über Vorjahr, wobei sich insbesondere die grenzüberschreitenden Mengen mit einem Plus von 10 % sehr erfreulich entwickelten. Negativ wirkten sich in diesem Zeitraum der Rückgang der innerpolnischen Mengen sowie ein deutlicher Rückgang bei den GUS-Transporten, insbesondere im Kaukasus aus. Ab Juni gingen dann die grenzüberschreitenden Volumina gegenüber den Vorjahreswerten zurück, induziert vor allem durch Absatzprobleme eines Großkunden in Mlawa sowie die Verlagerung von Mengen eines Großkunden aus dem Handel vom Hamburger Hafen nach Gdansk.

In der zweiten Jahreshälfte konnten die Mengen des Handelskunden in Gdansk zurückgewonnen werden, so daß der innerpolnische Verkehr mit Plus 31 % abschloss. Allerdings sorgten die nach Gdansk verlagerten Mengen zusammen mit der Reduzierung der Mlawa-Volumina für einen Rückgang der grenzüberschreitenden Jahresmengen um 2,5 %. Ursächlich für das Minus von 4,7 % bei den Gesamtmengen war jedoch der schwache GUS-Verkehr, der um 63 % zurückging. Hier wirkten sich zum einen die seit 1.Januar 2011 geltende Ratenpolitik für Transporte an die polnische Ostgrenze, aber vor allem auch die verstärkte Nutzung des Riga - Hairaton Korridors durch das US Militär für Versorgungstransporte nach Afghanistan aus. Der Verkehr im Kaukasus kam in der zweiten Jahreshälfte fast zum Erliegen und ging auf Jahresbasis um 77 % zurück.

Verschwiegen werden soll nicht, daß mit der Inbetriebnahme des neuen Terminals die Umstellung der grenzüberschreitenden Produktion auf Hub-Betrieb im September 2011 nicht völlig reibungslos verlief. Daraus resultierende Qualitätsprobleme führten zu Verlagerungen von POLZUG-Mengen auf andere Dienstleister. Nicht alle Verkehre konnten zwischenzeitlich zurückgewonnen werden.

Die skizzierten negativen Rahmenbedingungen bewirkten im Berichtsjahr einen Transportmengenrückgang auf 85.365 TEU. Anders als andere Wettbewerber haben wir darauf verzichtet, Transportvolumina "um jeden Preis" zu bekommen oder zu halten. Dennoch musste auch POLZUG in Einzelfällen preiselastisch reagieren.

Personal- und Sozialbereich

Anfang 2011 wurde ein Bewertungssystem für die Mitarbeiter eingeführt und mit dem Betriebsrat abgestimmt. Mit der Einführung des Systems wurden mehrere Ziele verfolgt:

Steigerung der Motivation durch Anerkennung der Leistung

Jährliche Mitarbeitergespräche

Effektive und bedarfsorientierte Personalfortbildung

Gerechtere und leistungsorientierte Arbeitsentlohnung.

Die Berücksichtigung der individuellen Mitarbeiterbeurteilung in den Schulungsplänen und in den durchgeführten, firmenspezifischen Schulungsmaßnahmen wurde sowohl von den Mitarbeitern wie auch von den Auditoren des Germanischen Lloyd während der ISO 9001 und 14001 Prüfung als besonders positiv herausgestellt.

Mit Ablauf des Monats April musste aufgrund der zeitlichen, gesetzlichen Restriktion von zwei Jahren die Kurzarbeit beendet werden. Im Bereich der betrieblichen Abwicklung wurde während der Wirtschaftskrise das Personal von 12 Mitarbeitern auf 10 Mitarbeiter aktiv gekürzt. Der Vertrieb wurde zum Jahresende durch zusätzliche Mitarbeiter verstärkt.

Aufgrund des wirtschaftlichen Ergebnisses des Vorjahres wurden die Tantieme Auszahlungen für die leitenden Mitarbeiter, unter Berücksichtigung der Zielvereinbarungen, erheblich gekürzt.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Hamburg und Bremerhaven zum Jahresende 46 Mitarbeiter (davon 20 weiblich). Mit einem Altersdurchschnitt von 43 Jahren ist POLZUG für den demographischen Wandel gewappnet.

Mit den eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen verfügt POLZUG über die notwendigen qualifizierten personellen Ressourcen, den schwierigen Anforderungen des nächsten Jahres optimistisch entgegenzusehen.

Forschung und Entwicklung

Entgegen den Vorjahren wurde im Berichtsjahr an keinen Förderprojekten teilgenommen. Die Vorbereitung der Betriebsaufnahme des HUB-Terminals Poznan und die damit verbundene Produktionsumstellung standen im Fokus. Insbesondere die Entwicklung der neuen HUB-Software zwecks Steuerung der betrieblichen Prozesse und die Einbindung dieser neuen Software in die bestehende IT-Landschaft waren ein wesentliches Ziel. Einige Prozesse konnten bereits in der ersten Version weitgehend automatisiert werden, im Frühjahr 2012 wird ein weitergehendes Optimierungsmodul implementiert werden, welches weitere sinnvolle Automatiken beinhalten wird.

POLZUG strebt eine stete Verbesserung der betrieblichen Software an, um Prozesse in einem wirtschaftlich sinnvollen Rahmen weitgehend zu automatisieren und so auch den Wünschen und Anforderungen des Marktes zu entsprechen.

Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage

  2011 2010
Gesamttransportleistung (TEU) 85.365 89.546
  TEUR TEUR
Umsatzerlöse 34.217 41.276
Betriebsergebnis -2.718 -1.033
Finanzergebnis 164 22
davon Beteiligungserträge 117 0
Jahresergebnis vor Steuern -2.385 69
Jahresergebnis nach Steuern -1.591 45

POLZUG erzielte in 2011 34.217 TEUR an Umsatzerlösen. Das ist ein Rückgang um mehr als 17,1 % im Vergleich zum Vorjahreswert (41.276 TEUR). Dabei ist zu beachten, dass die Gesamttransportleistung mit - 4,67 % unterproportional zum Umsatz rückläufig war.

Dazu haben im Besonderen beigetragen:

Umsatz-/ Mengenrückgangrückgang im Kaukasus (Afganistangeschäft)

Starker Wettbewerbs- und Preisdruck bei den anderen Geschäftssparten

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen veränderten sich im Vergleich zum Vorjahr von 36.598 TEUR auf 32.026 TEUR (-12,5 %). Auf der Kostenseite konnten zwar durch Umstellungen im Einkauf von Bahnleistungen und durch Kürzungen im Fahrplan (Kapazitätsreduktion) die Aufwendungen für bezogene Leistungen reduziert werden. Allerdings konnte aufgrund von Preissteigerungen bei den Traktionskosten, insbesondere auf der polnischen Seite sowie zusätzlichen Belastungen durch die Inbetriebnahme des HUB-Terminals, keine Reduzierung der Aufwendungen für bezogene Leistungen prozentual im gleichen Umfang wie beim Umsatzrückgang erreicht werden.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen verschlechterte sich das betriebliche Ergebnis auf -2.718 TEUR.

Angaben in TEUR oder % 2011 2010
Aktiva    
A. Anlagevermögen 3.656 3.461
B. Umlaufvermögen 4.615 5.933
C. Rechnungsabgrenzungsposten 36 34
D. Latente Steuern 1.047 252
Passiva    
A. Eigenkapital 5.137 6.728
B. Rückstellungen 1.833 1.811
C. Verbindlichkeiten 2.384 1.141
Bilanzsumme 9.354 9.680
Eigenkapitalquote 54,9 % 69,5 %
Anlagenintensität A 39,1 % 35,8 %
Liquide Mittel 362 2.255
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -431 -28

Das Anlagevermögen der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus den Anteilen am Tochterunternehmen POLZUG Intermodal Polska Sp. z o.o. und aus der betrieblichen Software. Der Anstieg des Anlagevermögens in 2011 resultiert im Wesentlichen aus dem Erwerb neuer Software. Die Güte und die Leistungsbreite der betrieblichen Software sind wichtige Wettbewerbsvorteile der Gesellschaft. Daher wird in die Fortentwicklung laufend investiert.

Gemessen am Umsatzrückgang in 2011 ist das Umlaufvermögen zum Vorjahr mit 22,2 % überproportional rückläufig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt um 8,4 % gesunken (im Vorjahr: 2.702 TEUR) was auf die eher schwache Umsatztätigkeit zum Jahresende zurückzuführen ist.

Der Finanzmittelfonds verminderte sich insgesamt um 1.893 TEUR im Vergleich zum Jahresanfang (2.255 TEUR).

Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung

In 2011 sind die Transportmengen für POLZUG weiter zurückgegangen, wobei sich die zweite Jahreshälfte als negativ erwiesen hat. Die ersten Wochen des Jahres 2012 deuten auf eine stabile Buchungslage für das Jahr hin.

Zum Bilanzstichtag befindet sich die Gesellschaft in einer angespannten Liquiditätslage. Die Geschäftsführung geht jedoch aufgrund einer Ertrags- und Finanzplanung von einer positiven Fortführungsprognose aus.

Grundlage für die Planung ist eine im Geschäftsjahr 2012 begonnene Reorganisation der Gesellschaft zur Verbesserung der Ertragskraft. Darüber hinaus berücksichtigt die Planung Liquiditätszuführungen durch beschlossene Kapitalerhöhungen sowie eine bereits durchgeführte Erhöhung des kurzfristigen Finanzierungsrahmens durch einen Mitgesellschafter. Die Kapitalerhöhungen stehen unter der aufschiebenden Bedingung der kartellrechtlichen Zustimmung sowie teilweise unter Gremienvorbehalt. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass diese Bedingungen eintreten und die Kapitalerhöhung durchgeführt wird.

Kommen die liquiditätssichernden Maßnahmen und die Reorganisation nicht zum Tragen, ist der Fortbestand der Gesellschaft jedoch gefährdet.

Wir erwarten, dass die Märkte weltweit und somit auch in den für uns relevanten Regionen mittelfristig weiter auf Wachstumskurs bleiben werden. Das generelle Umfeld ist für POLZUG weiterhin intakt. Sowohl Asien (China, Indien) und Brasilien als auch Polen sowie die GUS-Staaten werden sich mittel- und langfristig weiterentwickeln. Zudem wird auch der Containerisierungsgrad weiter wachsen und letztlich wird auch der politische Konsens, Bahntransporte aufgrund ihrer ökologischen Vorteile zu fördern, Bestand haben. Diese Rahmendaten sind für POLZUG weiterhin positiv und wir erwarten eine deutliche Mengensteigerung.

Wir gehen davon aus, dass der schienenseitige Wettbewerb kurz-bis mittelfristig bei der bisherigen Niedrigpreisstrategie bleiben wird. Der Markt ist derzeit zwar preislich für Dienstleister wenig attraktiv, trotzdem haben bereits weitere Wettbewerber einen Markteintritt angekündigt, allerdings wohl nicht aus wirtschaftlicher Motivation heraus. Hinsichtlich unserer Einkaufskonditionen bei den Bahnen erwarten wir diskriminierungsfreie und marktgerechte Konditionen. Mittelfristig erwarten wir eine höhere Transparenz bei den Konditionen der Anbieter von Bahnleistungen und auch einen intensiveren Wettbewerb zwischen diesen Anbietern. Beide Entwicklungen könnten für POLZUG bessere Einkaufsbedingungen erwarten lassen.

Das Auslastungsrisiko der von der POLZUG Intermodal GmbH als Operator eingekauften Züge liegt bei der Gesellschaft. Maßnahmen zur Abschwächung dieses Risikos werden ergriffen, beispielsweise indem die Gesellschaft gezielt eine hohe Grundauslastung durch Regelgeschäft anstrebt.

Fester Bestandteil unserer Geschäftspolitik ist das Betreiben eines flächendeckenden Terminalnetzes in Polen unter eigener Leitung. Dieses Terminalnetz ist einer der bedeutenden Wettbewerbsvorteile für POLZUG. Die Gesellschaft arbeitet beständig gemeinsam mit den Gesellschaftern an einer langfristigen Absicherung der Terminalstrategie und an einem entsprechenden Investitionsprogramm. Im Berichtsjahr konnten diesbezüglich wesentliche Fortschritte erzielt werden. So wurde in Poznan ein neues Hub-Terminal eröffnet, das die alte Anlage in Gadki nicht nur ersetzt, sondern auch eine Umstellung der Produktion auf Shuttle-Betrieb erlaubt. Weiterhin wurde mit den Planungsarbeiten für das neue Terminal in Brwinow/Warschau begonnen.

Zu den Kunden von POLZUG gehören zahlreiche große Reedereien. Letztgenannte bewegen sich aktuell wieder in einem schwierigen Umfeld. Weitere Umstrukturierungen von Verkehren, die auch POLZUG betreffen könnten, sind ebenso wenig auszuschließen wie finanzielle Engpässe dieser Gesellschaften. Zur Begrenzung des Adressenausfallrisikos hat POLZUG eine Forderungsausfallversicherung abgeschlossen.

Für die Preisentwicklung von Transporten und Umschlagsleistungen zwischen Deutschland und Polen ist auch die Entwicklung des Devisenkurses EUR/ PLN von großer Bedeutung. POLZUG vermarktet verschiedene Leistungen in EUR, die in Polen in PLN eingekauft werden. Starke Schwankungen des PLN gegenüber dem EUR erschweren eine marktgerechte Planung der Verkaufspreise.

Die Qualität der Transportleistungen und die Aufnahme von Akquisitionssignalen hinsichtlich potentiellen Neugeschäfts wird auch durch die Repräsentanten in Detroit (USA), Seoul (Korea), Kiew (Ukraine), Poti (Georgien), Baku (Aserbaidschan) und Rio de Janeiro (Brasilien) sichergestellt. Auch dieser Wettbewerbsvorteil ist für POLZUG von Bedeutung.

Der angekündigte Einsatz von weiteren Großschiffen in der Ostsee und der Ausbau der Häfen in Gdynia und Gdansk kann die Marktposition von POLZUG aus den deutschen Seehäfen gefährden. Daher arbeitet POLZUG derzeit intensiv an einem Programm aus den polnischen Seehäfen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtrisiko nahezu konstant geblieben. POLZUG hat eine Reihe von Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die die genannten Risiken hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit oder ihres potentiellen Schadens reduzieren.

Nachtragsbericht

Mit Wirkung vom 4. April 2012 ändern sich die Beteiligungsverhältnisse. Des Weiteren wurde im März 2012 Herr Peter Plewa zum weiteren Geschäftsführer berufen, um den Bereich Produktion und Vertrieb zu stärken.

Prognosebericht

Für 2012 erwarten wir eine Belebung der Nachfrage und damit einhergehend eine Zunahme der Umsatzerlöse. Neben der Fortentwicklung und Umsetzung der Terminalstrategie wird auch die angemessene Reaktion auf das anhaltend niedrige Transportpreisniveau und die weiterhin sehr preiselastischen Wettbewerber eine der wesentlichen Herausforderungen bleiben. Positive Effekte ergeben sich aus der zum 12. Dezember 2011 umgesetzten durchgehenden Traktion zwischen den deutschen Überseehäfen und dem Hub Terminal Poznan sowie aus den erwarteten positiven Fördermittelbescheiden seitens der polnischen Behörden für die drei Terminals in Poznan, Dabrowa Gornicza und Brwinow.

Daneben gilt es, die Gesellschaft - auch mit Hilfe der Fortentwicklung der betrieblichen Software - wettbewerbsfähig zu halten. Sanierungsmaßnahmen zur Kostensenkung der Aufwendungen für bezogene Fremdleistungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden bereits eingeleitet. Personalabbau und Outsourcing ist für das Jahr 2012 nicht ausgeschlossen. Für die kommende, weiterhin schwierige Zeit ist die Gesellschaft im Rahmen der bestehenden Erwartungen auch für das Jahr 2013 und darüber hinaus ansonsten gut gerüstet.

Solange aber die Verkaufspreise im Markt durch die Preispolitik der Wettbewerber tendenziell nicht kostendeckend sind und die Einkaufspreise bei den Bahnen nicht entsprechend preiselastisch sind, gehen wir allerdings nicht von einem ausgeglichenen Ergebnis aus. Ändern sich die genannten Rahmenbedingungen nicht, rechnen wir mit einem negativen Jahresergebnis.

 

Hamburg, 6. Juni 2012

Peter Plewa, Geschäftsführer

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