Stammdaten

Register
Amtsgericht Würzburg HRB 3655
Eingetragen
19.2.1990
Branche
Großhandel mit Fleisch und FleischwarenEinzelhandel mit Fleisch und FleischwarenGroßhandel mit Zucker, Süßwaren und Backwaren
Gegenstand
Die Errichtung, Anpachtung, Anmietung und Erwerb von Ladengeschäften, Verbrauchermärkten und deren Betrieb, Weitervermietung, Verpachtung oder Veräußerung sowie der Lebensmitteleinzelhandel. Weiterer Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb eines Lottogeschäfts, einer Postfiliale, der Briefmarkenverkauf, eines Gastronomiebetriebes sowie die Herstellung von Lebensmitteln. Der Gegenstand des Handels ist nicht auf Nahrungs- und Genussmittel beschränkt und umfasst auch den Handel mit Blumen und Pyrotechnik sowie Feuerwerk.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jochen Spiegel
seit 5.12.2025
Geschäftsführer
Michael Spiegel
seit 15.1.2009
Prokura
Thomas Spiegel
seit 26.11.2002
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (4)

NameAnteil
Thomas Spiegel
34.00%
34.00%
24.00%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
Thomas Spiegel
Reichenberg
34.000 DM
34.00%
Jochen Spiegel
Reichenberg
34.000 DM
34.00%
M****** S******
24.000 DM
24.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Spiegel GmbH

Reichenberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der Spiegel GmbH, Reichenberg

1. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Spiegel GmbH hat ihren Sitz in Reichenberg. Gegenstand des Unternehmens ist der Handel mit Lebensmitteln und sonstigen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern, die Herstellung von Brot und Backwaren sowie Fleisch- und Wurstwaren.

Im Bereich Handel mit Lebensmitteln ist die Gesellschaft in den EDEKA Genossenschaftsverband eingebunden. Die jeweilige regionale EDEKA Genossenschaft dient dabei als Partner für die selbstständigen Kaufleute. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Genossen und deren Lebensmittelmärkte mit Ware zu marktgerechten Preisen zu beliefern.

Die Gesellschaft betreibt im Berichtsjahr 3 Lebensmittelmärkte an den Standorten Kist, Reichenberg und Giebelstadt. Der Standort in Reichenberg wurde am 26. Februar 2024 geschlossen. In Reichenberg/Klingholz wird die Bäckereiproduktion und ein Café mit angeschlossener Drive-In-Verkaufsstelle betrieben. Es existieren Backshops, die mit eigenen produzierten Backwaren beliefert werden, an den Standorten Reichenberg, Giebelstadt, sowie die Café`s in Reichenberg/Klingholz, Kist, Randersacker und Bischbrunn.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaftslage war im Geschäftsjahr 2023 nach wie vor durch geopolitische Krisen, wie den russischen Angriffskrieg und den zusätzlich entflammten Krisenherd im nahen Osten gekennzeichnet. Der Krieg in der Ukraine trägt weiterhin zur Verunsicherung bei Kosten der Energiebeschaffung bei. Aber auch der Krieg im Nahen Osten hat das Potential, große Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nach sich zu ziehen. Ein durchaus denkbares Szenario ist, dass die großen Reedereien dauerhaft Schiffrouten im Roten Meer und dem Suezkanal nicht mehr nutzen können. Die Folgen für die weltweiten Lieferketten wären enorm. Die Weltwirtschaft wächst derzeit nur mit einem moderaten Tempo. Gleichzeitig gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während die USA bislang eine kräftiges Wachstum der Wirtschaftsleistung verzeichnen, ist die Konjunktur in Europa schwach und die Dynamik der chinesischen Wirtschaft bleibt, nur gebremst. Der Welthandel entwickelt sich ebenfalls schwach. Die Inflation der meisten Volkswirtschaften ist deutlich zurückgegeangen. Hieran hatte die Entwicklung der Energiepreise einen wesentlichen Anteil. Die Folgen des Kaufkraftverlustes aufgrund Preissteigerungen sowie die Auswirkungen der kräftigen Zinsanhebungen dürften den privaten Konsum noch weiterhin bremsen und die Investitonstätigkeit dämpfen, bevor die Konjunktur im weiteren Verlauf wieder stärker Tritt fast. Erst im kommenden Jahr dürften die real verfügbaren Einkommen einen merklichen Teil ihrer vorherigen Verluste wieder ausgeglichen haben, sodass die privaten Haushalte ihre Konsumzurückhaltung nach und nach aufgeben. Im Durchschnitt stiegen die inländischen Verbraucherpreise im Jahr 2023 um 5,9 % gegenüber dem Vorjahr, berichtete das Statistische Bundesamt.

In der zweiten Jahreshälfte hat sich die konjunkturelle Schwächephase fortgesetzt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2023 um -0,3 % (Vorjahr 1,9 %) niedriger als im Vorjahr.

Das verfügbare Einkommen privater Haushalte in jeweiligen Preisen ist lauf Statistischem Bundesamt im Geschäftsjahr 2023 dagegen um 5,9 % (Vorjahr 6,3 %) angestiegen. Die preisbereinigten Konsumausgaben der Privathaushalte sanken dagegen um -0,8 % gegenüber dem Vorjahr (Anstieg 3,9 %).

Der Nominallohnindex ist in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Es handelt sich um den stärksten Anstieg der Nominallöhne seit dem Jahr 2008. Durch den starken Anstieg der Verbraucherpreise stiegen die Reallöhne nur um 0,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Inflation verzerrte im Jahr 2023 weiterhin das starke Nominallohnwachstum.

Der deutsche Arbeitsmarkt, der die Konjunktur durch die vergangenen Krisen hindurch positiv beeinflusst hatte, schwächelt seit einigen Monaten. Saisonbereinigte Beschäftigungszuwächse waren zuletzt stark rückläufig. Die Arbeitslosenquote in Deutschland stieg im Jahresvergleich um 0,3 % auf 5,7 %. Aktuell im Jahr 2024 ist ein Anstieg um 0,3 % auf 6,0 % zu verzeichnen. Das schwache Baugewerbe und signifikant hohe Finanzierungskosten tragen zu dieser Entwicklung bei.

Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland haben im Jahr 2023 preisbereinigt 3,3 % weniger als im Vorjahr umgesetzt. Damit war die reale Umsatzentwicklung deutlich rücklaufig, was in erster Linie mit den stark gestiegenen Verbraucherpreisen im Zusammenhang steht.

Im Lebensmitteleinzelhandel sank der Umsatz im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr real um minus 3,9 %. Im Gegensatz hierzu stiegen der nominale Umsatz um 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Ursache für den realen Rückgang bei gleichzeitig nominalen Umsatzanstieg sind die stark gestiegenen Lebensmittelpreise (+12,4 % im Jahresdurchschnitt 2023 zum Vorjahr).

Im Lebensmitteleinzelhandel erzielten die selbstständigen Einzelhändler des EDEKA Verbundes 2023 ein Umsatzwachstum von 7,7 % gegenüber 2022. Real preisbereinigt stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,9 %. Im Jahr 2023 investierte die EDEKA in erheblichem Umfang in die Verbraucherpresie - auch zu Lasten der eigenen Handelsmarge. Kurzfristige Lücken im Markenregal konnten durch das Angebot alternativer Marken- und Eigenmarktenartikel erfolgreich kompensiert werden. Durch intensive Verhandlungen Verhandlungen gelang es dem Verbund bis zum Jahresende, mit nahezu allen Lieferanten zu einer Einigung zu kommen und dabei die geforderten Preisaufschläge erheblich zu reduzieren.

Die Betriebsstatistiken des Bäckerhandwerks für das Jahr 2023 zeigen, dass sich die grundlegenden Herausforderungen für das Bäckerhandwerk gegenüber den Vorjahren kaum verändert haben. Die Unternehmen kämpfen mit Unsicherheiten im Energie -und Rohstoffsektor, der Erhöhung des Mindestlohn und großen Problemen bei der Nachwuchsgewinnung. Der Jahresumsatz der Bäckereibetriebe stieg auf 17,55 Mrd. €, was einer Zunahme von 7,9 % entspricht. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf die hohe Inflation und damit verbundene Preissteigerungen zurückzuführen. Kostensteigerungen waren nicht vollständig auf die Produktpreise umzulegen. Die Anzahl der Beschäftigten in der Branche ist seit Jahren rückläufig. Im Jahr 2023 konnte die Beschäftigtenzahl annähernd stabil gehalten werden. Sie sank leicht von 238.200 auf 235.200, was einen Rückgang von 1,3 % bedeutet.

2.2. Geschäftsverlauf

Die Entwicklung der Gesellschaft ist nach Einschätzung der Geschäftsführung im Bereich der EDEKA Märkte und der Bäckerei sehr zufriedenstellend.

2.2.1 Verkaufsflächenentwicklung

Zum 31. Dezember verfügt die Gesellschaft im Vergleich zu den beiden Vorjahren über folgende Verkaufsflächen:

Stand 31.12. 2023
m 2
2022
m 2
2021
m 2
Kist 1.438 1.438 1.438
Reichenberg 501 501 501
Giebelstadt 731 731 731
Café Klingholz 380 380 380
Café Randersacker 174 174 174
Café Bischbrunn 147 147 147
3.371 3.371 3.371

2.2.2 Umsatzentwicklung

Aus der nachfolgenden Übersicht ist die Umsatzentwicklung der letzten drei Jahre ersichtlich:

2023
T€
2022
T€
2021
T€
EDEKA Märkte 14.488 13.907 13.529
Bäckerei 5.773 4.970 4.229
Nettoumsatz 20.261 18.877 17.758

Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 um 1.384 T€ bzw. 7,33 % auf 20.261 T€ erhöht. Die Umsatzprognose des Vorjahres die von einer Umsatzerhöhung für das Gesamtunternehmen zwischen 8 % und 10 % ausging wurde somit nicht ganz erreicht. Während sich die Umsatzerlöse der Bäckerei hierbei innerhalb der Erwartungen entwickelten, lag die Umsatzentwicklung der Märkte hierbei insgesamt, insbesondere durch die rückläufige Entwicklung der Umsätze des Marktes in Reichenberg, unterhalb der Erwartungswerte des Vorjahres. Auf die Bäckerei entfallen Umsatzzuwächse von 803 T€. An den EDEKA - Standorten wurde ein Umsatzzuwachs von 581 T€ erzielt. Davon entfallen 322 T€ auf den Standort Kist, 266 T€ auf den Standort Giebelstadt und für den Standort Reichenberg -7 T€.

2.2.3 Personalbereich

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren bei der Gesellschaft im Jahresdurchschnitt rund 182 Arbeitnehmer als Vollzeit- und Teilzeitkräfte oder Aushilfen beschäftigt. Darüber hinaus wurden im Jahresdurchschnitt 6 Arbeitnehmer im Ausbildungsverhältnis beschäftigt.

2.3. Lage

2.3.1 Ertragslage

Die Ertragslage zeigt im Vergleich zu den beiden Vorjahren folgendes Bild:

2023
T€
2022
T€
2021
T€
Nettoumsatz 20.261 18.877 17.758
Betriebsergebnis 804 836 809
Finanzergebnis 28 9 9
Steuern -272 -249 -241
Jahresergebnis 560 597 577

Das Jahresergebnis liegt in 2023 um 37 T€ unter dem Vorjahresergebnis. Ausschlaggebend hierfür ist die Schließung des Marktes Reichenberg im Jahr 2024, die das Jahr 2023 bereits mit 88 T€ belastet. Positiv hat sich die Umsatzentwicklung in der Bäckerei bemerkbar gemacht. Preiserhöhungen bei den Energiepreisen wirken sich zum Teil erst im Jahr 2024 vollumfänglich aus. Die Umsätzerhöhung war gleichmäßig auf Dienstleistungssektor (Restaurants) und den Verkauf von Backwaren verteilt. Die Edeka - Standorte Kist und Giebelstadt haben sich gut entwickelt, während die Umsatzentwicklung des Edekastandort Reichenberg leicht rückläufig war.

Das Ergebnis vor Steuern ist in der Bäckerei um 318 T€ von 592 T€ auf 910 T€ gestiegen. Im Lebensmitteleinzelhandel ist das Jahresergebnis rückläufig. Das Ergebnis vor Steuern im Lebensmitteleinzelhandel sank um 331 T€ von 253 T€ auf -78 T€. Die Ertragsteuerbelastung ist um 23 T€ gestiegen. Das Jahresergebnis der Gesellschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. In der Prognose gingen wir von einem Ergebnis zwischen 480 T€ bis 520 T€ aus. Somit wurden die Ergebniserwartungen leicht übertroffen, was auf die oberhalb der Erwartungswerte liegende Ergebnisentwicklung der Bäckerei zurückzuführen ist.

2.3.2 Finanzlage

Der Cashflow der Gesellschaft reichte in 2023 aus, um bereits im Jahr 2022 bestehende Darlehen in Höhe von 37 T€ zu tilgen. Aus dem Cashflow wurden notwendige Investitionen getätigt. Darüber hinaus erhöhten sich die kurzfristig verfügbaren liquiden Mittel deutlich um 272 T€ auf 2.110 T€. Die Gesellschaft war jederzeit in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können und verfügt über ausreichend Liquidität. Die freien Kreditlinien betragen 200 T€.

2.3.3 Vermögenslage und Kapitalstruktur

Die Vermögenslage der Gesellschaft ist durch eine Erhöhung der Bilanzsumme in Höhe von 93 T€ geprägt. Dies ist insbesondere auf einen Anstieg der stichtagsbezogenen Kassen - und Bankbestände zurückzuführen. Das Anlagevermögen ist um -248 T€ gesunken. Der Anteil des langfristig gebundenen Anlagevermögens ist um 5,82 % - Punkte auf 24,48 % (Vj.: 30,30 %) der Bilanzsumme gesunken. Das Anlagevermögen ist zu 310,79 % durch Eigenkapital gedeckt. Die liquiden Mittel sind um 272 T€ gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Sie betragen 2.110 T€.

Auf der Passivseite ist die Erhöhung der Bilanzsumme auf ein gestiegenes Eigenkapital und erhöhte Rückstellungen zurückzuführen. Das Eigenkapital steigt um 175 T€ (Jahresüberschuss abzgl. Ausschüttung) auf 3.616 T€. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind um -37 T€ zurückgegangen. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag 213 T€ niedriger als im Vorjahr.

Saldiert ergibt sich für die Gesamtverbindlichkeiten eine Verringerung von 187 T€. Die Rückstellungen erhöhen sich um 119 T€ auf 362 T€.

In der Kapitalstruktur beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2023 76,09 % (Vj.: 73,86 %). Die Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:

2023
in T€
2022
in T€
Kurzfristige Verbindlichkeiten 739 889
mittelfristige Verbindlichkeiten 28 65
langfristige Verbindlichkeiten 0 0
Summe 767 954

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1. Risikobericht

3.1.1. Nachfragerisiko

Die Spiegel GmbH ist als Handwerks- und Einzelhandelsunternehmen den allgemein bestehenden Unternehmens- und Geschäftsrisiken ausgesetzt. Im Lebensmitteleinzelhandel und im Bäckereihandwerk besteht aufgrund der Preisorientierung der Verbraucher ein erheblicher Wettbewerbsdruck, dem die Gesellschaft ausgesetzt ist. Bake-offs in den Filialen von Discountern und Supermärkten - also Teiglinge vor Ort backen - halten den Wettbewerbsdruck für das traditionelle Backhandwerk nach wie vor hoch.

Die Reallöhne lagen im 1. Quartal 2024 um 3,8 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Das war der vierte Anstieg in in Folge und das stärkste Reallohnwachstum im Vorjahresvergleich seit dem Jahr 2008. Aktuell zeigt sich, dass die ansonsten weiter schwache Konjunktur noch leicht durch den Konsum getragen wird. Die Verunsicherung der Verbraucher bleibt trotz steigenden Reallöhnen bestehen. Die Gefahr das sowohl im EDEKA - Vollsortimentsbereich, als auch im Bäckerhandwerk Marktanteile an die Discounter verloren werden, ist nach wie vor hoch.

3.1.2. Beschaffungsrisiko Rostoffe

Die Rohstoffpreise im Bäckerhandwerk werden tendeniell weiter ansteigen. Dies ist zu einem großem Teil auf einen Rohstoffmangel zurückzuführen, der vielerei Gründe hat. Diese reichen von unter anderem durch den Klimawandel hervorgerufene Wetterschwankungen und daraus resultierenden Missernten, bis hin zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, von dem zwei der wichtigsten Getreideexporteure Deutschlands betroffen sind. In der Bäckerbranche ist es vor allem der Rohstoff Weizen der aktuell knapp ist. Als Rohstoff zur Herstellung von Mehl, ist das Getreide für das Bäckerhandwerk unverzichtbar. Doch auch andere Rohstoffe wie Öl, Mais und verschiedene Samen sind davon betroffen.

3.1.3. Risiko aus steigenden Energiekosten

Die Stromverträge wurden bis zum Jahr 2026 neu verhandelt. Wir können mit kalkulierbaren angemessenen Kosten bis zum Jahr 2026 planen. Dies trifft insbesondere die stromintensiven EDEKA - Standorte und auch die Bäckerei. In der Bäckereiproduktion können wir in den Jahren 2023 und 2024 noch von laufenden günstigen Gasverträgen profitieren. Die Gaspreisverträge ab dem Jahr 2025 wurden bereits neu verhandelt. Die Gaspreisentwicklung hat sich aktuell, im Vergleich zum Jahr des Kriegsbeginn in der Ukraine, deutlich beruhigt. Ein bis Dezember 2026 gesicherter, betriebswirtschaftlich vertretbarer Gaspreis konnte vereinbart werden.

3.1.4. Personalrisiko

Vor den Herausforderungen der kommenden Jahre sind wir auf qualifiziertes Personal angewiesen. Die Personalbeschaffung erweist sich in der aktuellen guten Beschäftigungssituation und des Fachkräftemangel als eine der größten Herausforderungen. Insbesondere die Besetzung der Frischetheken mit gut ausgebildetem Personal stellt uns als Vollsortimenter vor eine Aufgabe, die es auch für die Zukunft zu lösen gilt. Die Lohnentwicklung belasten die Ertragskraft des Unternehmens weiterhin. Dem nach wie vor anhaltenden Fachkräftemangel versucht man auf moderne Art und Weise entgegenzuwirken. So soll die im Januar gestartete Imagekampagene dazu beitragen, motivierte Mitarbeiter:Innen zu gewinnen. Der neue Onlinespot "Supermarkt, Superhelden" inszeniert die Marktmitarbeiter:Innen als Superhelden und vermittelt auf humorvolle Weise Ihre Liebe zu Lebensmitteln und zu Ihrem Job.

3.1.5. Finanzierungsrisiko

Die Finanzierungsfähigkeit der Spiegel GmbH bewerten wir insbesondere aufgrund ihrer Eigenkapitalquote, des guten laufenden Cashflow aus dem operativen Geschäft und guten Verfügbarkeit kurzfristig liquider Mittel (Bankbestände) als sehr gut. Vor dem Hintergrund einer eventuell geplanten Weiterenwicklung des Standortes Giebelstadt und einer damit einhergehenden Finanzierung, muss man feststellen, das die aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung und vor allem die aktuelle Zinspolitik der EZB dazu beitragen, dass die Kreditvergabe der Banken erschwerend erfolgt und die Aufwendungen für Geldbeschaffung deutlich erhöht sind. Erste Andeutungen der amerikanischen und europäischen Zentralbanken lassen auf eine beginnende Absenkung der Basiszinssätze hoffen. Eine Weitergabe der Banken an die Unternehmen im Rahmen der Investitonsfinanzierung kann deutlich positive Effekte mit sich bringen.

3.2. Chancenbericht

Trotz der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage und des gewachsenem Preisbewusstsein der Kunden sehen wir uns durch eine eine permanente Optimierung der Warensortimente in Verbindung mit einer wettbewerbsfähigen Preisgestaltung gut gerüstet. Besonders durch das Eigenmarkenprogramm "Gut und Günstig" der Edeka sieht sich das Unternehmen im Kampf gegen die Discounter, gerade bei der derzeitigen Inflation, gut aufgestellt. Durch den Ausbau der Sortimentsbreite und Sortimentstiefe sollen die Standorte selbst sowie die Ertragschancen langfristig gesichert werden.

In der Backwarenproduktion und Verkauf gehen wir davon aus, dass sich Handwerk durchsetzt. Vorteile bieten die betriebenen Cafe ́s, die in den Vorkassenzonen hochfrequentierter, sich gut entwickelnder Edekamärkte liegen. Das Cafe in Reichenberg (mit angeschlossenem Drive-In), am Standort der Backproduktion, liegt direkt an einer viel befahrenen Bundesstraße (mit eigener Abfahrt) als Frequenzbringer. Die Umsatzentwicklung im Bäckereibereich ist gut. Aktuell ist der Bau einer neuen Halle in Planung. Auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage installiert werden. Sie wird voraussichtlich bis zu 250 Kilowatt-Peak leisten können. Auf dem Dach des EDEKA - Standort in Kist wurde im Juli 2024 eine Photovoltaikanlage installiert. Sie wird bis 168 Kilowatt-Peak leisten. Durch diese Maßnahmen erhoffen wir uns zukünftig eine Begrenzung der Erhöhungen der Energieaufwendungen.

Weiterhin haben wir uns entschlossen den kleinen EDEKA - Standort in Reichenberg im ersten Quartal 2024 zu schließen. Die schwache, zumeist negative Ertragssituaton hat das Unternehmen belastet. Das qualifizierte Personal können wir gut an unseren anderen Standorten einsetzen.

3.3. Zusammenfassung der Chancen- und Risiko-Situation

Insgesamt sind wir uns der Risiken bewusst und bewerten diese permanent, sowohl strategisch als auch finanziell, um bei Bedarf kurzfristig gegensteuern zu können. Wir sind uns auch der Stärken der Spiegel GmbH bewusst. Wir sind ein alt eingesessener Handwerksbetrieb mit sehr guten Branchenkenntnissen und können im Bereich Lebensmitteleinzelhandel auf Synergieeffekte der Zugehörigkeit zur EDEKA - Gruppe zurückgreifen. Die Geschäftsführung der Spiegel GmbH stellt somit fest, das unter Zugrundelegung der bestehenden rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit keine Bestandsgefährdungspotenziale für die Gesellschaft absehbar sind.

3.4. Risikomanagementsystem

Die Gesellschaft setzt zur Risikoüberwachung und zur Unternehmenssteuerung adäquate, der Unternehmensgröße und -komplexität angemessene betriebswirtschaftliche Instrumente ein. Diese sind laufende SAP-Warenwirtschafts-Auswertungen, die jährlichen Inventuren durch externe Dienstleister sowie die monatlichen ADS-Unternehmens-Analysen für die einzelnen Märkte und kumuliert für das Gesamtunternehmen.

3.5. Prognosebericht

Die Geldentwertung hat sich bereits deutlich abgeschwächt. Dieser Trend wird sich voraussichtlich bis zum Jahresende 2024 fortsetzen. Durch die hohen Lohnabschlüsse in den Jahren 2023 und 2024 steigen die Reallöhne wieder deutlich an. Die Verunsicherung in weiten Schichten der Bevölkerung, ausgelöst durch geopolitische Krisen, die Klimakrise und den anstehenden Wahlen in den USA, bleibt bestehen. In der Folge sind Themen wie Energieversorgung, Rohstoffversorgung und weltweite Lieferkettenprobleme zu lösen. Der Ifo Geschäftsklimaindex in den Hauptsektoren (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungssektor, Handel und Bauhauptgewerbe) ist im Juli 2024 gegenüber dem Vormonat von 88,6 auf 87 Punkte gesunken.

Die Geschäftsführung geht für den Geschäftsverlauf des Jahres 2024 von einer vorsichtig optimistischen Prognose aus. Der Edeka - Verbund mit der Kernbotschaft der Kampagne "In jedem Edeka - Markt steckt ein Discounter" und "In jedem EDEKA - Markt finden sich rund 7.000 Artikel zum besten Preis" bietet die Möglichkeit dem preisbewussten Verbraucher gerecht zu werden. Gleichzeitig können wir als Vollsortimenter auch auf unsere Stärken, wie Vielfalt, Service, Qualität und Nachhaltigkeit setzen.

Aktuell zeichnet sich eine unterschiedliche Entwicklung an den beiden verbliebenen EDEKA - Standorten Kist und Giebelstadt ab. Während die Umsatzentwicklung an beiden Standorten gut bis sehr gut ist (Kist 15,77 Prozent und Giebelstadt 5,14 Prozent), gehen wir beim Ergebnis in Kist von einer deutlichen Steigerung aus und in Giebelstadt, durch steigende Personalkosten, von einem rückläufigem Jahresergebnis. In der Bäckerei ist momentan von einem leichten Umsatzplus auszugehen. In Summe gehen wir davon aus, dass der Umsatz des Jahres 2023, trotz Schließung des EDEKA -Standort in Reichenberg, gehalten werden kann. Betrachtet man die Unternehmensteile, die weiter betrieben werden (die Bäckerei und die EDEKA - Standorte Kist und Giebelstadt) gehen wir von einer Erhöhungs des Nettoumsatzes zwischen 1 Mio. Euro und 1,2 Mio. Euro aus.

Der Umsatz in der Spiegel GmbH entwickelt sich stabil. Die Ertragskraft wird im Bereich des Lebensmitteleinzelhandel auf Grund der im Februar 2024 vollzogenen Schließung des Standortes Reichenberg steigen. Personal- und Sachaufwendungen können stabil gehalten werden. In der Bäckerei verzeichnen wir gestiegene Personalkosten. Der Umsatz in der Bäckerei steigt leicht an, während die Bäckerei auf Grund erhöhter Kosten etwas an Ertragskraft verliert. Für das laufende Jahr gehen wir für das Gesamtunternehmen von einem Jahresergebnis zwischen 600 T€ und 650 T€ aus.

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1.163.522,31 1.411.600,00
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 2,00 1.739,00
II. Sachanlagen 1.160.520,31 1.406.861,00
1. technische Anlagen und Maschinen 294.440,00 346.055,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 866.080,31 1.060.806,00
III. Finanzanlagen 3.000,00 3.000,00
B. Umlaufvermögen 3.506.821,32 3.165.958,59
I. Vorräte 739.373,43 729.344,89
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 657.557,43 599.025,90
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 409.571,25 408.835,00
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.109.890,46 1.837.587,80
C. Rechnungsabgrenzungsposten 34.094,72 43.115,34
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 47.805,00 38.733,00
Aktiva 4.752.243,35 4.659.406,93

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 3.616.079,05 3.441.227,98
I. Gezeichnetes Kapital 51.129,19 51.129,19
II. Gewinnrücklagen 75.000,00 75.000,00
III. Gewinnvortrag 2.930.098,79 2.718.591,57
IV. Jahresüberschuss 559.851,07 596.507,22
B. Rückstellungen 362.302,06 243.422,37
C. Verbindlichkeiten 766.820,24 953.964,58
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 64.750,00 101.750,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 64.750,00
2. sonstige Verbindlichkeiten 702.070,24 852.214,58
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 702.070,24 852.214,58
D. Rechnungsabgrenzungsposten 7.042,00 20.792,00
Passiva 4.752.243,35 4.659.406,93

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 8.163.761,84 7.505.755,04
2. Personalaufwand 4.498.115,37 4.061.611,76
a) Löhne und Gehälter 3.700.414,49 3.354.319,19
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 797.700,88 707.292,57
davon für Altersversorgung 25.479,70 26.600,23
3. Abschreibungen 400.333,64 429.619,61
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 400.333,64 429.619,61
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.460.819,26 2.178.450,00
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 60,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 29.936,47 12.178,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.433,54 3.016,16
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 270.272,28 247.084,07
9. Ergebnis nach Steuern 561.784,22 598.151,44
10. sonstige Steuern 1.933,15 1.644,22
11. Jahresüberschuss 559.851,07 596.507,22

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

der Spiegel GmbH, Reichenberg

Registergericht: Würzburg
Registernummer: 3655

Allgemeine Angaben

Der vorliegende Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang - wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt worden.

"Davon-Vermerke" zu Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung haben wir - soweit zulässig - in den Anhang aufgenommen.

Die Angaben zur Mitzugehörigkeit gem. § 265 Abs. 3 HGB zu anderen Posten der Bilanz wurden ebenfalls im Anhang dargestellt.

Der Jahresabschluss ist vor Ergebnisverwendung aufgestellt worden.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften wurden unter Berücksichtigung der Fortführung der Unternehmertätigkeit beachtet.

Für den Jahresabschluss gelten mit folgenden Ausnahmen unverändert die aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden:

Die Bewertung der Pensionsrückstellung für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen werden abweichend zum Vorjahr nach dem Deckungskapitalverfahren bewertet (Vorjahr: Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode)). Das im ersten Jahr der Bilanzierung bestehende Wahlrecht wurde zugunsten des Passivprimaten ausgeübt, bei dem die Werte der korrespondierenden Teile sowohl auf der Aktivseite als auch auf der Passivseite in Höhe des gemäß § 253 Abs. 2, S. 2 HGB ermittelten Erfüllungsbetrages angesetzt werden. Die Auswirkung der Bewertungsänderung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ist von untergeordneter Bedeutung.

Ferner werden Energieaufwendungen für die Herstellung der Backwaren (T€ 149) abweichend zum Vorjahr in den Aufwendungen für bezogene Leistungen und nicht in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Der Vorjahresausweis (T€ 60) wurde entsprechend angepasst.

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nicht etwas anderes bestimmt ist.

Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind.

Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die lineare Abschreibung, bewertet. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer beträgt 3 Jahre. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den dauerhaft niedrigeren beizulegenden Wert werden, sofern notwendig, vorgenommen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten und sofern sie der Abnutzung unterliegen, abzüglich planmäßiger Abschreibung bewertet. Abschreibungen erfolgen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die für technische Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 14 Jahren sowie für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 15 Jahren beträgt und sich grundsätzlich an den kürzest möglichen Nutzungsdauern der steuerlichen Afa - Tabellen orientieren. Die Abschreibungen wurden nach der linearen Methode vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den dauerhaft niedrigeren beizulegenden Wert werden, sofern notwendig, vorgenommen.

Geringwertige, selbständig nutzungsfähige Vermögensgegenstände, mit Anschaffungskosten von 250 € bis zu 800,00 €, werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Das Finanzanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den dauerhaft niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Umlaufvermögen

Vorräte

Der Ansatz des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten. Bei den Handelswaren sind dies die gleitenden durchschnittlichen Anschaffungskosten. Das strenge Niederstwertprinzip wird bei der Bewertung durch eine pauschale Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert in Höhe von 2% beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken mit den Anschaffungskosten ausgewiesen. Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden, soweit erforderlich, vorgenommen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die anteiligen Ausgaben aus der Zeit vor dem Abschlussstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, werden unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den betreffenden Schulden verrechnet. Das Planvermögen wird dabei mit dem Erfüllungbetrag der zugrunde liegenden Pensionszusage angesetzt (Passivprimat). Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung betrifft den die Pensionsverpflichtungen übersteigenden Teil des Planvermögens.

Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Pensionsverpflichtungen wird nach dem Deckungskapitalverfahren entsprechend der Regelung des IDW RH FAB 1.021 bewertet. Sie werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten 10 Geschäftsjahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Hierbei wird unterstellt, das die Änderung des Abzinsungssatzes zum Ende der Periode eintritt. Der Aufwand aus der Änderung des Rechnungszinses ist im Finanzergebnis ausgewiesen.

Latente Steuern

Ein sich insgesamt ergebender Aktivüberhang latenter Steuern wird gemäß des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt.

Eigenkapital

Das Eigenkapital lautet auf 100.000 DM und wurde unter Verwendung des amtlichen Umrechnungskurses (1 €=1,95583 DM) in Euro umgerechnet.

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften; sie sind ausreichend bemessen und nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit dem Erfüllungsbetrag bewertet. Alle zukünftigen Preis- und Kostensteigerungen wurden pauschal mit 2,4 % p.a. berücksichtigt.

Langfristige Rückstellungen betreffen ausschließlich die Rückstellung für Kosten der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen. Auf eine Abzinsung wurde wegen der zweifellos unbeachtlichen Auswirkungen verzichtet.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die anteiligen Einnahmen aus der Zeit vor dem Abschlussstichtag, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen, werden in dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Angaben und Erläuterungen zu den einzelnen Posten

Posten der Bilanz

Einzelposten des Anlagevermögens

Die Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem nachfolgenden Anlagenspiegel.

AK/HK 01.01.2023
Zugänge 2023 Abgänge 2023
AK/HK 31.12.2023
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.423,50 0,00 750,00 16.673,50
Immaterielle Vermögensgegenstände 17.423,50 0,00 750,00 16.673,50
Technische Anlagen und Maschinen 919.040,21 0,00 2.759,00 916.281,21
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.155.759,87 162.256,95 100.696,49 3.217.320,33
Sachanlagen 4.074.800,08 162.256,95 103.455,49 4.133.601,54
Genossenschaftsanteile 3.000,00 0,00 0,00 3.000,00
Finanzanlagen 3.000,00 0,00 0,00 3.000,00
Gesamt 4.095.223,58 162.256,95 104.205,49 4.153.275,04
Kummulierte Abschreibung 01.01.2023
Abschreibung 2023
Abgänge 2023
Kumulierte Abschreibung 31.12.2023
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.684,50 1.736,00 749,00 16.671,50
Immaterielle Vermögensgegenstände 15.684,50 1.736,00 749,00 16.671,50
Technische Anlagen und Maschinen 572.985,21 51.614,00 2.758,00 621.841,21
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.094.953,87 346.983,64 90.697,49 2.351.240,02
Sachanlagen 2.667.939,08 398.597,64 93.455,49 2.973.081,23
Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00
Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt 2.683.623,58 400.333,64 94.204,49 2.989.752,73
BW 31.12.2023
BW 31.12.2022
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2,00 1.739,00
Immaterielle Vermögensgegenstände 2,00 1.739,00
Technische Anlagen und Maschinen 294.440,00 346.055,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 866.080,31 1.060.806,00
Sachanlagen 1.160.520,31 1.406.861,00
Genossenschaftsanteile 3.000,00 3.000,00
Finanzanlagen 3.000,00 3.000,00
Gesamt 1.163.522,31 1.411.600,00

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 8.798,90 € ausgewiesen (VJ.: 8.698,90 €).

In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind antizipative Forderungen in Höhe von 4.177,72 € (VJ.: 15.823,33 €) enthalten. Es handelt sich hierbei um abgegrenzte Zinserträge sowie um Vorsteuerbeträge, die erst im Folgejahr abziehbar sind.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen, wurde ab 2023 auf die Berechnung des Deckungskapitalverfahren und Passivprimat gemäß IDW RH FAB 1.021 zurückgegriffen. Hieraus ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 290 € (VJ.: 1.389 €). Dieser Betrag unterliegt gem. § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre.

Für die Saldierung von Schulden aus der Altersversorgung lassen sich verrechnungsfähige Vermögenswerte wie folgt ermitteln:

a) Erfüllungsbetrag der Schulden 63.604 € (VJ.: 61.115 €)
b) Anschaffungskosten der verrechneten Vermögenswerte 111.409,00 € (VJ.: 99.848 €)
beizulegender Zeitwert der verrechneten Vermögenswerte 111.409,00 € (VJ.: 99.848 €)

Aufwendungen und Erträge wurden aus Wesentlichkeitsgründen nicht verrechnet.

Zur Ermittlung der Pensionsrückstellung wurde ein Pensionsgutachten durch die Nürnberger Versicherung erstellt.

Für die Berechnung der Pensionsrückstellung wurden die nachfolgenden Annahmen getroffen:

a) Zinssatz: 1,82 % (VJ.: 1,78 %) p. a.
b) erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen: 0,00 % (VJ.: 0,00 %) p. a.
c) zugrunde gelegte Sterbetafeln: RICHTTAFELN 2018 G von Klaus Heubeck
d) erwartete Fluktuation: 0,00 % (VJ.: 0,00 %) p.a.

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 100.000 DM (51.129,19 €).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen den Personalbereich (Urlaub, Überstunden und Tantieme), drohende Verluste aus Mietverhältnissen, die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen sowie die Jahresabschlusserstellung und -prüfung.

Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31. Dezember 2023 T€ bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
von mehr als 5 Jahren
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 65 37 28 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 509 509 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 193 193 0 0
Summe 767 739 28 0
Art der Verbindlichkeit zum Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
31. Dezember 2022 T€ bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
von mehr als 5 Jahren
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 102 37 65 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 445 445 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 407 407 0 0
Summe 954 889 65 0

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 2 T€ (Vorjahr: 29 T€) enthalten.

In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind enthalten:

31.12.2023
aus Steuern: 79.454,78
im Rahmen der sozialen Sicherheit: 60.317,22
31.12.2022
aus Steuern: 312.786,63
im Rahmen der sozialen Sicherheit: 57.099,35

Die Verbindlichkeiten sind wie folgt besichert:

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Buchgrundschulden über insgesamt 1.600.000 € und Bürgschaft über 796.000 € des Gesellschafters Thomas Spiegel zugunsten des Kreditgebers besichert.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Personalaufwand

Im Gesamtbetrag der Aufwendungen sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 25.479,70 € (VJ.: 26.600,23 €) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen von 1.137 € (VJ.: 1.069 €).

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aus dem Mindeststeuergesetz ergibt sich ein Steueraufwand von 0,00 € für das Geschäftsjahr 2023.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse

Es bestehen die nachfolgenden Haftungsverhältnisse zugunsten des Geschäftsführungsorgans und Gesellschafters:

2023
2022
Verbindlichkeit aus Bürgschaft 1.250.000,00 1.250.000,00
Gesamtbetrag 1.250.000,00 1.250.000,00

Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Bürgschaft schätzen wir aufgrund der gegenwärtigen Bonität des Begünstigten als äußerst gering ein. Erkennbare Anhaltspunkte, die eine andere Beurteilung erforderlich machen würden, liegen nicht vor.

Gesamtbetrag der sonstigen finanzielle Verpflichtungen

Über die in der Bilanz bereits ausgewiesenen Schuldposten hinaus bestehen sonstige finanziellen Verpflichtungen in Höhe von 1.622 T€ (VJ.: 1.964 T€), die Verpflichtungen aus der Anmietung von Immobilien und Verpflichtungen aus Leasingvereinbarungen betreffen.

Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres waren folgende Arbeitnehmer beschäftigt:

Im Jahresdurchschnitt 2023 wurden 182 Arbeitnehmer beschäftigt, davon 146 Angestellte und 36 gewerbliche Arbeitnehmer.

Geschäfte mit nahe stehenden Personen

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von 796.000 € durch eine Bürgschaft des Gesellschafters besichert. Eine Avalprovision wird hierbei nicht erhoben.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

Geschäftsführer

Thomas Spiegel, Reichenberg - Bäckereimeister u. Kaufmann -

 

Reichenberg, 08. August 2024

Spiegel GmbH

Thomas Spiegel, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 20.08.2024 festgestellt.

BESTäTIGUNGSVERMERK DES UNABHäNGIGEN ABSCHLUSSPRüFERS

An die Spiegel GmbH, Reichenberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Spiegel GmbH, Reichenberg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Spiegel GmbH,

Reichenberg, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 20. August 2024

UNIVERSA Prüfungs- und Treuhandgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Hübotter, Wirtschaftsprüfer

ppa. Lipka, Wirtschaftsprüfer

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