aichele GROUP GmbH & Co. KG

75015 Bretten, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRA 240507
Vorher
era GmbH & Co. KG
Eingetragen
16.9.2002

Finanzübersicht

Historie

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Management

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Gesellschafter

1 Gesellschafter

Kommanditgesellschaft (KG)

Persönlich haftender Gesellschafter
Germany

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

aichele GROUP GmbH & Co. KG

Bretten

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

I. Grundlagen des Konzerns

Die aichele GROUP zählt zu den weltweit führenden Herstellern von elektrischen Bahnkupplungen sowie Kabelkonfektion und Fahrzeugverkabelung. Sie bietet elektrische Kupplungen für die Anwendungsfelder Metro, Lightrail/Straßenbahn, Regional- und Hochgeschwindigkeitsverkehr sowie für Wechselwerkzeuge im Baumaschinenbereich an.

Ergänzt wird das Produktangebot durch die Konfektion von Leitungen, den Bau von Schaltschränken und die Verkabelung von Komponenten und Komplettsystemen im Schienen- und Nutzfahrzeug- sowie im Automotivbereich einschließlich Schiffsmotoren, Baumaschinen sowie Agrar- und Medizintechnik.

Die aichele GROUP zählt auch zu den weltweit führenden Herstellern von Zündleitungen sowie für die Konfektion von Leitungen und die Verkabelung von Komponenten und Komplettsystemen im OEM-Nutzfahrzeug- und Automotivbereich. Daneben bestand bis zum 31. März 2022 auch ein großes Sortiment für den Bereich International After Market (kurz IAM), welcher zum genannten Datum veräußert worden ist.

Der Konzernabschluss umfasst unverändert zum Vorjahr das Mutterunternehmen aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten, sowie sechs inländische und fünf ausländische Tochterunternehmen:

era-contact GmbH, Bretten

cema-tech GmbH & Co. KG (vorm. BREMI Fahrzeug-Elektrik GmbH + Co. KG), Dömitz

cema-tech Verwaltungs mbH (vorm. BREMI Fahrzeugelektrik Verwaltungsgesellschaft mbH), Dömitz

Streicher Plast GmbH & Co. KG, Denkingen

Streicher Plast Verwaltungsgesellschaft mbH, Denkingen

aichele GROUP Verwaltungsgesellschaft mbH, Bretten

era-contact Tunisia S.A.R.L., Tunesien

Asia Pacific Procurement Office PTE LTD, Singapur

era-contact (Suzhou) Co. Ltd., China

Era Contact Turkey Demiryolu Sistemleri San. Ve Tic. Ltd. Sti., Türkei

era-contact USA, LLC, Liberty, South Carolina, USA

Die era-contact GmbH stellt den verbundenen Unternehmen zentrale Funktionen zur Verfügung (Entwicklung, Controlling, Einkauf, Vertrieb, Qualitätsmanagement und Strategie).

II. Forschung und Entwicklung

Geschäftsfeld Bahntechnik

Die in den Vorjahren neu begonnenen Projekte Modularisierung der Kupplungen, Optoelektronik, Hochstromkontakte und alternative Werkstoffe für die Elektro-Kupplung und Ethernet- Thematik im Bahnbereich wurden im Jahr 2022 weiter- bzw. fertigentwickelt und werden je nach Projekt im Jahr 2023 und den Folgejahren Marktreife erreichen.

Auch im Geschäftsjahr 2022 wurde die Produktpalette der Steckersysteme im Schienenverkehr weiter internationalisiert und gezielt - je nach Projekt - erweitert oder optimiert.

Derzeit sind ganzjährig etwa fünfundzwanzig Mitarbeiter geschäftsfeldübergreifend mit Entwicklungstätigkeiten innerhalb der aichele GROUP beschäftigt.

III. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

1. Fokus Elektroindustrie

Im letzten Monat des Berichtsjahres hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie 6,9% mehr Bestellungen erhalten als im Jahr davor. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus dem Inland (+9,4%) im Dezember 2022 doppelt so stark zu wie die aus dem Ausland (+4,8%). Während Kunden aus dem Euroraum ihre Orders um ein Fünftel (+19,4%) erhöhten, gingen die Bestellungen aus Drittländern um 2,4% zurück. Im gesamten Jahr 2022 hat die Branche damit 10,0% mehr neue Aufträge eingesammelt als 2021. Der Wert der Inlandsorders zog um 9,0% an. Auslandskunden orderten 2022 insgesamt 10,8% mehr. Die Bestellungen aus der Eurozone wuchsen um 16,1%, wohingegen das Plus bei den Aufträgen aus dem nicht zum gemeinsamen Währungsgebiet gehörenden Ausland mit 8,1% nur halb so hoch ausfiel.

Der weltweite Markt für Güter der Elektro- und Digitalindustrie hat sich nach jüngsten Berechnungen des ZVEI im Jahr 2022 auf einen Wert von EUR 5.706 Mrd. belaufen. Mit einem Plus von 13% gegenüber 2021 hat sich das Wachstum dabei im vergangenen Jahr sogar noch etwas beschleunigt. 2023 dürfte es trotz schleppender Weltwirtschaft nochmal auf ein dynamisches Markwachstum hinauslaufen (+9%). Hier spiegelt sich z.T. aber auch das noch persistente Inflationsumfeld wider. Gemäß der ZVEI-Prognose könnte im nächsten Jahr wieder eine gewisse Normalisierung eintreten (+3%), die dann dem schwachen gesamtwirtschaftlichen Ausblick Rechnung trägt.

Der ZVEI-Weltmarktausblick für die Elektro- und Digitalindustrie beinhaltet Daten für insgesamt 53 Länder. Sie decken zusammen mehr als 95% des globalen Markts ab. 1

1 ZVEI (2023)

2. Fokus Bahnmarkt

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2022: Mit 13,9 Milliarden Euro steigt der Umsatz der Bahnindustrie in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent. Insbesondere im Heimatmarkt wächst mit einem Plus von 22 Prozent stark an. Auch der Beschäftigungsstand wächst stabil weiter an auf 56.600 direkt Beschäftigte allein in Deutschland. Das Fahrzeuggeschäft steigt um 16,7 Prozent.

Im Ausland machen sich die Krisen jedoch weiterhin bemerkbar, der Exportumsatz sinkt um 17 Prozent. Einbußen verzeichnet die Bahnindustrie auch im Infrastrukturumsatz, der im In- und Ausland um 13 Prozent zurückgeht. "Die Zahlen zeichnen ein klares Bild. Das Bild einer starken Industrie, die nicht genug Tempo aufnehmen kann", sagt VDB-Präsident Andre Rodenbeck. Auch der Auftragseingang sinkt um 18 Prozent. Mit einem Volumen von 13,7 Milliarden Euro seien die Auftragsbücher der Bahnindustrie zwar weiterhin gut gefüllt, der Abwärtstrend stehe laut Rodenbeck jedoch im Widerspruch zu den verkehrspolitischen Zielen der Koalition: "Dass die Bahnindustrie es kann, steht außer Frage. Aber der Investitionshochlauf für die Schiene bleibt weiterhin aus. Wir kommen nicht ins Machen".

Die Bahnindustrie begrüße vor diesem Hintergrund die von der Koalition beschlossenen zusätzlichen 45 Milliarden Euro für die Schiene. "Das ist ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Jetzt muss es konkret werden. In den aktuellen Bundeshaushaltsverhandlungen ist zu klären, woher die Gelder zusätzlich zu den Einnahmen aus der erhöhten LKW-Maut kommen können", forderte Rodenbeck. Um Tempo aufzunehmen, müssten dar- über hinaus bestehende Mittel schneller den Sektor erreichen und innovative Technologie viel schneller in die Anwendung kommen. 2

2 VDB (2023)

3. Fokus Automobilindustrie

Im Berichtsjahr hatten die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und die steigende Inflation in wichtigen Wirtschaftsräumen erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Insbesondere der Krieg und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland verschärften die Herausforderungen in den globalen Lieferketten der Automobilindustrie weiter. Ein massiver Anstieg von Energie- und Rohstoffpreisen sorgte für einen zunehmenden Preisdruck im Jahresverlauf. Hinzu kamen immer wieder weitreichende Beschränkungen in China im Rahmen der Null-COVID-Politik, die bedeutende Teile der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigten und die globalen Lieferketten zusätzlich belasteten.

Um dem Inflationsanstieg entgegenzuwirken, erhöhten die meisten großen Zentralbanken im Laufe des Jahres ihre Leitzinsen deutlich (mit Ausnahme Chinas). Dies belastete die Weltwirtschaft und führte dazu, dass das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr auf rund 3,2% sank. In diesem Umfeld verlangsamte sich auch der Welthandel und wuchs im Vergleich zum Vorjahr nur noch knapp um 2,7%.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägten insbesondere ab dem zweiten Quartal 2022 auch die Entwicklung des weltweiten Automobilmarkts. Vor allem die anhaltenden Lieferkettenstörungen und Angebotsengpässe sowie die im Jahresverlauf nachlassende volkswirtschaftliche Konjunkturdynamik beeinflussten die Absatzmärkte.

Der weltweite Pkw-Markt bewegte sich in diesem Umfeld nur auf Vorjahresniveau. Das regionale Bild war jedoch sehr unterschiedlich. Der europäische Markt verzeichnete im Vergleich zum bereits geringen Vorjahresvolumen einen Absatzrückgang von rund 4%. Der US-amerikanische Markt für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, Vans und SUVs lag um etwa 8% unter dem Vorjahresniveau. Neben anhaltenden Lieferengpässen wirkten sich auch die stark gestiegenen Zinsen dämpfend auf die Marktentwicklung aus. Ein deutlicher Anstieg der Verkaufszahlen war hingegen auf dem chinesischen Markt zu beobachten. Dort beeinträchtigten wiederkehrende COVID-Restriktionen mitunter die Absatzentwicklung. Dennoch übertrafen die Verkaufszahlen dank staatlicher Stimuli in Form reduzierter Steuersätze beim Autokauf das Vorjahresniveau deutlich. 3

3 VDA (2023)

IV. Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse

Mit Vertrag vom 29. März 2022 hat die damalige BREMI Fahrzeug-Elektrik GmbH & Co KG (nunmehr: cema-tech GmbH & Co. KG) den Geschäftsbereich Independent Aftermarket (kurz: IAM) einschließlich der Marke "BREMI" im Rahmen eines asset deals veräußert. Auch die Arbeitsverhältnisse der zugehörigen Mitarbeiter sind auf den Erwerber übergegangen. Dies hat diverse Auswirkungen auf die im Lagebericht erläuterten Kennziffern und Jahresvergleiche.

Das Geschäftsjahr 2022 verlief hinsichtlich den Ertragskennzahlen Umsatz und Ergebnis vergleichbar bzw. im Ergebnis etwas schwächer zu den Vorjahreswerten. Die makroökonomischen Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie auf die Märkte und Kunden sind annähert verschwunden. Lediglich China hatte noch zum Jahresende 2022 mit den Nachwehen zu kämpfen.

Betrachtet man den Umsatz in den einzelnen Tätigkeitsbereichen gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszahlen resultiert die größte Änderung durch den Verkauf der Automotive Sparte IAM, welche im Bereich Sonstige dargestellt wird (rund TEUR +2.600). Direkt hiermit in Zusammenhang steht folglich auch der Rückgang im Bereich Automotive (rund TEUR -5.000). Ohne Sondereinflüsse zeigen sich der Bereich Kabelkonfektion (rund TEUR +1.930) - mit einem moderaten, operativen Zuwachs - sowie der Bereich Bahntechnik (rund TEUR 350) - nahezu unverändert zum Vorjahr.

An der Entwicklung der Umsatzerlöse nach Regionen zeigt sich ebenfalls die Trennung vom Bereich Automotive - Geschäft IAM, welches zu Verschiebungen zwischen den Positionen Ausland Übersse und Inland führte. Auch die geringer ausfallende Position Umsatz Ausland EU wird hiervon tangiert.

Trotz des Einschnitts durch die Veräußerung des Automotive Bereichs IAM konnte der Umsatzgesamtwert stabil gehalten werden. Dies macht die weltweite Aufstellung der aichele GROUP und die damit einhergehende Diversifikation - auch in der Kundenstruktur und auf unterschiedliche Branchen - sichtbar und hat somit erneut den erwarteten, positiven Einfluss auf die Unternehmensstrategie.

Der amerikanische Markt hat sich im Geschäftsjahr wider Erwarten von den Auswirkungen der Pandemie erholt gezeigt und der Umsatz konnte mehr als verdoppelt, nahezu verdreifach werden. Dies entspricht der geplanten strategischen Ausrichtung mit gut diversifizierter Kundenbasis.

Auch der Beschaffungsmarkt zeigte sich im Geschäftsjahr 2022 erholt und nicht mehr so stark volatil.

Allerdings wurde im Berichtsjahr das Land Türkei durch den IWF als sog. Hochinflationsland eingestuft. Diese Einstufung bedeutet eine kumulierte Inflationsrate über drei Jahre von über 100%. Folglich belastet der nach wie vor massive Währungsverfall in der Türkei erneut in erheblichem Umfang (TEUR -1.772) - diesmal das Ergebnis 2022 - negativ.

In wirtschaftlicher Hinsicht war die umfangreiche Liquiditätssicherung des Vorjahres auskömmlich und von Kurzarbeit wurde kein Gebrauch gemacht. Pandemie-bedingte Personalausfälle oder - teils staatliche - Quarantäne-Maßnahmen waren nur in Einzelfällen in den jeweiligen Standorten zu verzeichnen.

V. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

Vermögens- und Finanzlage des Konzerns

Die Struktur der Konzernbilanz hat sich im Vergleich zu 2021 in den folgenden Positionen verändert:

Die technischen Anlagen wurden in einzelnen Unternehmen um neue Maschinen (TEUR +185) erweitert. Konzernweit geht nach planmäßiger Abschreibung der Wert der Sachanlagen um TEUR 297 zurück, was im Wesentlichen auf den planmäßigen Abschreibungen auf Gebäude (TEUR 195) und geringere geleistete Anzahlungen (TEUR 167) fußt.

Der Vorratsbestand ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken: von TEUR 22.929 um TEUR 3.196 auf TEUR 19.733. Im Wesentlichen ist dies durch die Veräußerung des Geschäftsbereichs IAM und die damit einhergehende Veräußerung der Vorräte zurückzuführen. Die Vorräte machen damit rund 46% der Bilanzsumme aus. Dies entspricht einer Reduzierung von rund 3 Prozentpunkten zum Vorjahreswert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vorjahresvergleich leicht angestiegen (TEUR 558) und liegen nun in Summe bei TEUR 11.014.

Der Betrag an flüssigen Mitteln betrug zum Jahresende TEUR 1.563 (Vorjahr: TEUR 2.077). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag bei TEUR 2.308 (Vorjahr: TEUR -76) und der Finanzmittelstand am Ende des Geschäftsjahres bei TEUR -3.485 (Vorjahr: TEUR -3.064).

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um rund TEUR 2.830. Desgleichen konnte die Inanspruchnahme von kurzfristigen Bankmitteln über den Bilanzstichtag erneut reduziert werden, und zwar um rund TEUR -2.250 (Vorjahr: TEUR -1.929). Die bestehenden, langfristigen Bankschulden wurden im Berichtsjahr planmäßig getilgt, weitere langfristige Mittel kamen hinzu.

Aufgrund des Ablebens von Herrn Erich Aichele wurde dessen Gesellschafterdarlehen zunächst in voller Höhe der Position "sonstige Verbindlichkeiten" zugeordnet. Mit Eröffnung bzw. Vollstreckung dessen Testaments wird diese vorübergehende Position entsprechend umgegliedert werden.

Ertragslage des Konzerns

Im Jahr 2022 erzielte die aichele GROUP einen Umsatz von TEUR 81.043, was in ungefähr dem Umsatzniveau des Vorjahres (TEUR 81.583) entspricht. Besonders zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Geschäftseinheit Automotive IAM nur bis zum Ende des ersten Quartals 2022 betrieben wurde und zum Stichtag 31. März 2022 veräußert worden ist. Insofern ist es in der Gruppe gelungen, neben dem ertragswirksamen Sondereffekt des Verkaufserlöses, den Rückgang von % des Umsatzes der Geschäftseinheit Automotive IAM durch die anderen Geschäftseinheiten zu kompensieren. Die Kompensation entfällt im Wesentlichen auf den Bereich Kabelkonfektion/Schaltschrankbau mit rund TEUR +1.900.

Die Materialaufwandsquote der Gruppen-Unternehmen bezogen auf die Gesamtleistung liegt bei rund 53% und somit im Vorjahresvergleich (rund 51%).

Die Personalkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.381 auf TEUR 25.644. Der Anstieg war vornehmlich in den Standorten in China und den USA (TEUR +963) zu verzeichnen. Allein der Umsatzzuwachs an dem Standort in den USA lag bei rund TEUR 3.300.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen gingen planmäßig um TEUR 200 auf TEUR 1.281 (Vorjahr: TEUR 1.481) zurück. Es ist zu erwarten, dass sich das notwendige Investitionsvolumen erst mit Projekten in neuen Produktbereichen oder eben branchenspezifisch wieder erhöhen wird.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.640 und liegen 2022 somit bei TEUR 13.937. Hauptursache für diese Entwicklung ist der Rückgang bei nicht-realisierten Aufwendungen aus Währungsdifferenzen der türkischen Gesellschaft. Sämtliche Aufwendungen aus Währungsdifferenzen sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

Das Zinsergebnis in der Unternehmensgruppe liegt mit TEUR 796 um TEUR 324 deutlich höher als in 2021 (TEUR 472). Die Differenz begründet sich in einem darstellerisch abweichenden Ausweis von Aufwendungen aus Währungsdifferenzen im Vorjahresabschluss 2021 (vgl. vorheriger Absatz).

Es konnte somit erneut ein deutlich positives, betriebliches Ergebnis (EBIT) vor Aufwendungen/Erträgen aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 1.936 (Vorjahr: TEUR 4.094) realisiert werden. Die Prognose 2021 für das Jahresergebnis 2022 konnte somit übertroffen werden.

Die Verlustbeiträge zum Konzernjahresfehlbetrag 2022 (TEUR -1.794) entstanden im Wesentlichen durch den Einbezug der Gesellschaften in den USA (TEUR -790) und der Türkei (TEUR -1.554). Die hohen Ergebnisbelastungen aus diesen Tochtergesellschaften begründen sich nach wie vor in Vorleistungen zur Schaffung einer nachhaltigen Infrastruktur, den weiteren Ausbau in den jeweiligen lokalen Märkten und in erster Linie durch die Aufwendungen aus Währungsdifferenzen bei der türkischen Gesellschaft, welche im Wesentlichen durch die Bewertung der Fremdwährungsstände zum Bilanzstichtag buchmäßig entstehen. Letztere haben keine Auswirkungen auf die Liquiditätssituation der Unternehmensgruppe.

Die Gesellschaft in der Türkei wird weiterhin durch die makroökonomische Situation des Landes stark belastet. Dennoch konnte die Gesellschaft ein positives Ergebnis vor nicht-realisierten Währungsdifferenzen erzielen (TEUR 218). Allerdings belasteten weiterhin Verluste aus (nicht-realisierten) Währungsdifferenzen das Ergebnis 2022 massiv. Da die nicht-realisierten Währungsverluste nur durch die Bewertung der Positionen in Fremdwährung zum Stichtag des bilanziellen Abschlusses entstehen und insofern keine Zahlungsströme zugrunde liegen, werden diese nicht durch Währungssicherungsgeschäfte abgesichert (kein Bilanz-Hedge). Strategische Maßnahmen zur Reduzierung dieses Effektes wurden im Geschäftsjahr fortgeführt und umgesetzt. Die Geschäftsleitung erwartet im Folgejahr erneut einen gestiegenen, positiven Ergebnisbeitrag vor nicht-realisierten Währungsdifferenzen.

Der Standort in den USA befand sich vor Pandemiebeginn in einem Stadium des Umsatzwachstums, welches ab Ende 2021 und - wie erwartet - für 2022 wieder deutlich einsetzt. Der Standort ist nach wie vor in Vorleistungen und Investitionen getreten, welche voraussichtlich erst ab 2024 erheblich ergebnisverbessernd einwirken werden. Für das Geschäftsjahr 2022 bedeutet dies nach wie vor einen hohen Fixkostenanteil, welcher das Ergebnis noch belastet.

Gesamtaussage

Die Geschäftsführung zeigt sich unter den gegebenen, weltweiten Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2022 zufrieden. Sie erwartet durch entsprechende Steuerungsmaßnahmen derzeit ein positives operatives Konzernergebnis (EBIT) vor Aufwendungen/Erträgen aus Währungsdifferenzen für das Folgejahr in vergleichbarer Höhe zum Berichtsjahr.

Umweltschutz

Innerhalb der aichele GROUP sind Fertigungsstandorte in Deutschland und China gemäß dem Umweltmanagementsystem ISO 14001:2015 zertifiziert. Weiterhin werden die einschlägigen Vorschriften zum Umweltschutz in allen Standorten der Gruppe sorgfältig beachtet. Besondere Risikofaktoren bestehen in diesem Bereich nicht.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Bei den finanziellen Leistungsindikatoren liegt der Fokus auf der Umsatzentwicklung sowie dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern ("EBIT") vor Aufwendungen/Erträge aus Währungsdifferenzen.

Zur internen Unternehmenssteuerung werden verschiedenste Leistungskennzahlen, wie Umsatzrendite, Entwicklung des Trade Working Capitals und Cashflow- als auch Liquiditätsentwicklung, Liefertreue, Produktivitätskennzahlen, Qualitätskennzahlen herangezogen.

Entwicklung nicht finanzieller Leistungsindikatoren

Im Jahr 2022 waren durchschnittlich 769 Arbeitnehmer in der aichele GROUP beschäftigt, hierin enthalten sind sowohl gewerbliche als auch kaufmännische Auszubildende sowie DHBW-Studenten an unterschiedlichen Standorten weltweit.

Ein wichtiger Indikator zur Messung der kontinuierlichen Verbesserungsprozesse sind die abgegebenen Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2022 wurden, im Vergleich zum Vorjahr 50% mehr Verbesserungsvorschläge eingereicht als im Vorjahr. Von den eingereichten Verbesserungsvorschlägen konnten 56% angenommen werden, weitere 34% befinden sich derzeit noch in Bearbeitung. Die Vorschläge werden entsprechend der Verbesserungspotenziale an die Mitarbeiter incentiviert.

VI. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung

Relevant für die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung sind einerseits die Rahmenbedingungen der deutschen und Weltwirtschaft, die auf Unternehmerebene nicht beeinflussbar sind. Umso wichtiger ist andererseits die Weiterentwicklung des Unternehmens durch interne Maßnahmen.

Beispiele wichtiger Rahmenbedingungen und deren Einschätzung zu den Einzelrisiken/-chancen sind insbesondere:

Risikofeld Chancenfeld
Gesamtwirtschaftliche und Branchenentwicklung
Politische Einflussnahme auf Auftragsvergabe Globale und regionale Wettbewerbssituation
Nachfragerückgang
Preisdruck
Zunehmende Wettbewerbsdichte und nachteilige Wettbewerbsposition (ggü. Wettbewerbern aus osteuropäischen und asiatischen Ländern)
Kriegerische Auseinandersetzungen in unmittelbarer, geographischer (Kunden-)Nähe
Beschaffung
Mangelnde Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten Reduzierung der Anzahl der Lieferanten bei einem Großteil der Kunden
Entwicklung der Rohstoffpreise
Reduzierung der Anzahl der Lieferanten bei einem Großteil der Kunden
Entwicklung & Konstruktion
Konstruktionsrisiken Entwicklung neuer innovativer Produkte
Erhöhung der Fertigungstiefe
Produktion & Qualität
Erhöhte Qualitätsanforderungen Erhöhte Qualitätsanforderungen
Gewährleistungsrisiken
Absatz & Vertrieb
Abhängigkeit von wenigen Großkunden Diversifikation über eine weltweit agierende Kundengruppe in unterschiedlichen Märkten
Finanzwirtschaftliche Entwicklung
Entwicklung der EUR/USD/RMB/TRY Wechselkurse Ausgewogenes Wachstum innerhalb der Firmengruppe
Möglicher Forderungsausfall
Informationstechnologie
Angriffe auf die IT-Sicherheit

Die Entwicklung von Chancen und Risiken, welche für die aichele GROUP von Bedeutung sein können, wird durch die Geschäftsführung - gestützt durch die regelmäßige Reportsystematik - kontinuierlich beobachtet und im Hinblick auf ggf. erforderliche Abwehrmaßnahmen bei drohenden Risiken bzw. im Hinblick auf angemessene Aktivitäten bei sich bietenden Chancen sorgfältig bewertet und abgewogen.

Neben den bereits bestehenden Controllingtools, die sowohl die Rentabilität als auch die Liquidität beinhalten, kommt innerhalb des Reportings ein rollierendes Forecastsystem für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und -einheiten zum Einsatz. Unter Anbindung zum ERP- System und den Reportingsystemen werden alle relevanten Planungszahlen verarbeitet und in ein rollierendes Forecastsystem gegossen, welches strategische und operative Unternehmensprognosen ausgibt.

Risiken, die den Bestand der Unternehmensgruppe gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Der Verkauf des Geschäftsbereichs IAM eliminierte etliche Risikounterpositionen und nimmt zugleich einige Chancenunterpositionen, welche aus dem originären Geschäftsbereich resultieren.

Sollte die Verwendung von Finanzinstrumenten, wie beispielsweise für Währungssicherungsgeschäfte oder Zinssicherungsderivate, im Unternehmen Anwendung finden, werden diese gesondert an die Geschäftsleitung durch den Bereich Finanzen gemeldet und regelmäßig (monatlich, quartalsweise) über deren Entwicklung (vergangenheitsbezogen und zukunftsgerichtet) berichtet.

Zur Stärkung der Liquidität sowie als Risikovorsorge für mögliche negative, finanzielle Auswirkungen der COVID-19 Pandemie wurde im Konzernverbund bereits im Vorjahr eine weitere, langfristig nutzbare Kreditlinie abgeschlossen.

Forderungsmanagement

Zusätzlich zu den eingesetzten Tools (Mahnwesen, Debitoren Risikoanalyse) kommt eine regelmäßige Altersstrukturanalyse der Forderungen zum Einsatz, welche ein konsequentes Bearbeiten der offenen Posten über alle Unternehmen in der Gruppe sicherstellt.

VII. Prognosebericht

Allgemeine wirtschaftliche Prognose 2023ff

Der Sachverständigenrat erwartet, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,4 % zurückgeht. Hierfür ist insbesondere der Rückgang der inländischen Nachfrage verantwortlich, zum großen Teil bedingt durch den starken Rückgang der staatlichen Konsumausgaben zu Jahresbeginn 2023. Im Prognosehorizont bis Ende 2024 dürften sich die privaten Konsumausgaben angesichts der wieder steigenden realen Einkommen erholen. Die unerwartet schleppende Erholung der Weltwirtschaft, insbesondere Chinas, dürfte sich aber fortsetzen und auch im Jahr 2024 die deutschen Exporte bremsen. Dementsprechend dürfte der Außenbeitrag negativ sein. Für das Jahr 2024 ist davon auszugehen, dass sich das BIP- Wachstum leicht erholt und 0,7 % beträgt.

Das außenwirtschaftliche Umfeld Deutschlands ist stark eingetrübt. Hierzu haben die weltweite geldpolitische Straffung und die schleppende Entwicklung in China beigetragen. Von den USA gingen seit dem Frühjahr 2023 zwar positive außenwirtschaftliche Impulse aus. Die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum wuchs im 2. Quartal 2023 aber zum zweiten Mal in Folge nur geringfügig. Auch die chinesische Volkswirtschaft wuchs im Jahr 2023 bislang deutlich langsamer als in der Vergangenheit und weniger als nach Beendigung der Null-Covid-Politik erwartet. Im Jahr 2024 dürfte sich die Weltkonjunktur wieder etwas aufhellen. China dürfte für seine Verhältnisse jedoch weiterhin nur schwach wachsen. Für die Jahre 2023 und 2024 ist damit zu rechnen, dass das globale BIP um 2,7 % bzw. 2,2 % wachsen wird, weniger als im Durchschnitt der 2010er-Jahre.

Der Verband der Bahnindustrie teilt Mitte 2024 mit: Die Ampel-Koalition ist mit hehren Zielen in der Verkehrspolitik angetreten: Bis 2030 sollten sich die Fahrgastzahlen auf der Schiene verdoppeln und deren Anteil am Güterverkehr auf 25 Prozent steigen. Um dieses Ziel zu erreichen und den enormen Nachholbedarf bei Sanierung und Ausbau des Schienennetzes anzugehen, wollte die Ampel in erheblich höherem Umfang Geld für die Schiene zur Verfügung stellen. Zwischenzeitlich waren zusätzliche Investitionen von 45 Milliarden Euro bis 2027 geplant! Nun droht die Rolle rückwärts. Bereits im laufenden Haushalt wurden die Mittel für den Aus- und Neubau der Schiene zurückgefahren. Mit einer Umschichtung von einer Milliarde Euro im Haushalt 2025 zugunsten des Straßenbaus stellt die Regierung ihre eigenen Ziele in Frage.

Die Eisenbahnverbände kritisieren diese Überlegungen scharf. Sie warnen vor dramatischen Konsequenzen für die bereits heute - durch jahrzehntelang vernachlässigte Infrastruktur - eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Branche und für die Klimaziele. Eine solche Kürzung stünde in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf der Schieneninfrastruktur und konterkarierte alles, was sich die Ampel in der Verkehrs- und Klimapolitik vorgenommen hat, warnen die acht Verbände. Schon für die anstehenden Streckensanierungen werden dadurch die Mittel knapp - vom notwendigen Kapazitätsausbau im Netz oder der Elektrifizierung weiterer Strecken ganz zu schweigen. Die zeitlich vorgezogene Eigenkapital-Erhöhung bei der Deutschen Bahn ändert nichts an der Mittelkürzung als solche, führt außerdem zu einem noch schnelleren Anstieg der ohnehin schon hohen Trassenpreise und verschlechtert damit die Chancen der Schiene im Wettbewerb mit der Straße.

Für die Marktbeteiligung der Unternehmen der aichele GROUP in ihrer Business Unit Kupplung & Stecker werden die oben ausgeführten Auswirkungen und weitere den weltweiten Bahnmarkt betreffende Einflüsse über die großen Marktteilnehmer in gewissem Umfang ebenfalls Relevanz erhalten. Dies wird planungstechnisch im Konzern durch den konservativen Ansatz mit gelichbleibendem Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024 gespiegelt.

Nach dem zwischenzeitlichen Anstieg im Juli waren die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im August 2024 wieder rückläufig. Insgesamt verfehlten sie ihren Vorjahreswert um 16,1%. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsbestellungen gaben nach - erstere um 18,9% und letztere um 13,5%. Dabei sanken die Orders von Kunden aus dem Euroraum im August mit minus 19,4% fast doppelt so stark wie die Bestellungen aus Drittländern (-10,7%). In den zusammengenommenen ersten acht Monaten d.J. sind die Auftragseingänge in unserer Branche um 10,9% hinter dem entsprechenden Vorjahreswert zurückgeblieben. Hier nahmen die Inlandsorders um 12,0% und die Auslandsaufträge um 10,0% ab. Von Geschäftspartnern aus der Eurozone gingen zwischen Januar und August 9,0 weniger neue Bestellungen ein als im Vorjahr. Kunden außerhalb des gemeinsamen Währungsraums reduzierten ihre Orders um 10,6%. Die reale, d.h. preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland fiel im August 2024 nochmals um 13,0% geringer aus als im gleichen Vorjahresmonat. Für die gesamten ersten acht Monate d. J. ergibt sich damit ein Rückgang des Branchenoutputs um 9,7% gegenüber dem Vorjahr.

Dies bedeutet für den Ausblick der Business Unit Kabel & Schaltschrank der Unternehmen der aichele GROUP ebenfalls ein schwieriges Marktumfeld. Aufgrund der diversifizierten Kundenstruktur mit vielen global aufgestellten Unternehmen kann bei einer konservativen Planung für das Jahr 2024 auf gleichbleibendem Niveau von Umsatz und Ergebnis aufgesetzt werden.

Spezielle wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Prognose 2023ff

Die aichele GROUP konnte im Geschäftsjahr 2022 einen gleichbleibenden Umsatz zum Vorjahr verzeichnen. Der strategische Ansatz über eine gleichmäßige Verteilung von Umsätzen auf die Geschäftsfelder eine stabilisierende Wirkung zu erzielen, hat sich hierbei erneut positiv ausgewirkt. Im Jahr 2023 wird durch den Wegfall des Geschäftsbereichs Automotive IAM und der Stilllegung des Geschäftsbereichs OEM generell ein geringerer Umsatz erzielt. Für die anderen Geschäftsbereiche bzw. Unternehmen wird ein gleichbleibenden bzw. für China ein verringertes Umsatzvolumen in 2023 erreicht. Der Umsatzausblick auf das Geschäftsjahr 2024 bleibt aufgrund der weiterhin hohen Inflation in Europa und den USA, sowie dem weltweit hohen Zinsniveau verhalten. Einzelne Branchen, wie beispielsweise Maschinenbau und Baumaschinen, werden ihr Umsatzniveau teils deutlich verringern, was auch die Gesellschaften der aichele GROUP in Teilen als Zulieferer betreffen wird.

Im Bereich der Bahntechnik (Kupplung und Stecker) belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 die Umsatzerlöse grob auf Vorjahresniveau (ca. -1,5%). Im Jahr 2023 wurden weitere Projektverschiebungen im weltweiten Bahnmarkt evident. Dies wird durch die gesamte Zulieferkette Auswirkungen haben und somit auch die Gesellschaften der aichele GROUP betreffen. Die Unternehmen der aichele GROUP werden für 2023 mit einem geringeren Umsatzvolumen zum Vorjahr abschließen. Der Auftragsbestand zum Jahresende 2023 hingegen weist einen um 15% höheren Wert im Vergleich zum Vorjahr aus, so dass 2024 mit einem stabilen Umsatzniveau und in China wieder mit einem Zuwachs zu rechnen ist.

Im Bereich der Systemlösungen Kabel und dem Schaltschrankbau hat sich der Umsatzanstieg im Berichtsjahr am stärksten niedergeschlagen und lag zum Ende des Jahres über dem Vorjahreswert (ca. +6%). Für das Jahr 2023 wird ein gleichbleibender bzw. leicht reduzierter Umsatzwert in diesem Branchenbereich erreicht. Die Nahezu-Rezession in der zweiten Jahreshälfte 2023 sowie die immer noch hohe Unsicherheit auf den weltweiten Beschaffungs- und Absatzmärkten führte hierzu. Wie auch im Bereich der Bahntechnik wird im Geschäftsjahr 2024 mit vergleichbaren Umsatzzahlen für den Bereich Kabelkonfektion gerechnet - allerdings auch mit den gleichen makroökonomischen Unsicherheiten, welche auf dieses angestrebte Ergebnis noch Einfluss ausüben können.

Der weiterhin andauernde Ukraine-Konflikt wird auf die Geschäftslage der aichele GROUP in den kommenden Jahren voraussichtlich keine Auswirkung haben und deren Betriebsergebnis nicht beeinflussen.

Im Bereich Automotive haben rückläufige Kundenbedarfe der OEMs, Kostensteigerungen bei Material und Energie sowie fehlende Fachkräfte die Gesellschafter der cema-tech GmbH & Co KG veranlasst zu beschließen, dass der operative Geschäftsbetrieb des Unternehmens zum 31. Oktober 2023 vollumfänglich und dauerhaft eingestellt wird. Sämtliche Arbeitsverhältnisse wurden am 22. März 2023 mit Wirkung zum 31. Oktober 2023 gekündigt. Ebenso wurden alle bestehenden Kunden- und Lieferantenverträge zum Stichtag 31. Oktober 2023 gekündigt.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2023 wurde aus der Abwicklung des noch vorhandenen Auftragsbestands der cema-tech GmbH & Co. KG bis zum 31. Oktober 2023 eine Gesamtleistung in Höhe von rund TEUR 6.500 erzielt. Risiken aus einer allgemein verschlechterten Materialverfügbarkeit sind nicht eingetreten. Ausscheidenden Mitarbeiter oder ein hoher Krankenstand haben die Ausbringung und somit die Höhe des Umsatzes nur geringfügig negativ beeinflusst. Für das Jahresergebnis 2023 der cema-tech GmbH & Co. KG wird ein Wert zwischen TEUR -1.400 und TEUR -1.600 ausgewiesen. Nach der Stilllegung des operativen Geschäftsbetriebs wurden ab November 2023 Teile des Anlagevermögens und der vorhandenen Materialbestände veräußert oder verschrottet/entsorgt. Für die betriebliche Immobilie wird ab 2024 ein Käufer oder ein Mieter gesucht.

Der Beschaffungsmarkt für Rohmaterial wurde in den Jahren ab 2022 bis heute von steigenden Rohstoffpreisen geprägt und es ist nicht zu erwarten, dass die in den Vorjahren stark erhöhten Bezugsnebenkosten in gleichem Maße zukünftig zurückgehen werden. Dies führte teils weiterhin zu Engpässen in der Materialversorgung, da die internationalen Lieferketten stark beansprucht waren. Dadurch war ein verstärkter Zukauf von Überbrückungsmengen über Distributoren und Brokern zu ggf. höheren Preisen notwendig, um die Lieferfähigkeit sicherzustellen. Eine enge Kommunikation (über Liefertermine) mit den Endkunden stellte eine Weiterberechnung dieser erhöhten Kosten - sofern darstellbar - sicher.

Auch in den Jahren 2022ff hat es weitere Produkt-Verlagerungen in kostengünstige Produktionsstandorte innerhalb der Firmengruppe geben. Dieses strategische Vorgehen wird auch in den kommenden Jahren weiterverfolgt und wird mit der Umsetzung durch die Operational Excellence (OPEX) weitere Effizienzsteigerungen und kontinuierliche, optimierte Arbeitsweise an allen Fertigungsstandorten weltweit sicherstellen.

Zur weiteren Liquiditätssicherung wurde im Jahr 2024 eine Darlehen in Höhe von TEUR 1.500 mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei gleichmäßiger Tilgung während der Laufzeit bei einer der Hausbanken der aichele GROUP durch die era-contact GmbH abgeschlossen.

Durch die Resilienz der aichele GROUP konnte im Geschäftsjahr 2022 ein gleichbleibendes Umsatzniveau erhalten werden und ein Umsatzzuwachs im Bereich der Kabelkonfektion konnte den Rückgang im Bereich Automotive aufgrund des Ausstiegs aus diesem Geschäftsbereich anteilig kompensieren. Der Auftragsbestand 2023ff innerhalb der aichele GROUP liegt zum Jahresende 2022 bei rund 9 Monatsumsätzen. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein gleichbleibendes bzw. leicht um bis zu -5% verändertes Umsatzvolumen erreicht und der Auftragsbestand 2024ff zum Jahresende 2023 liegt bei rund 10 Monatsumsätzen. Als wesentlicher Treiber werden nach wie vor der Auslandsmarkt bzw. Drittländer gesehen. Doch auch im starken Inlandsmarkt und dem EU-Ausland werden weitere Wachstumspotenziale sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden wahrgenommen.

Für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 plant die Geschäftsleitung mit einem positiven operativen Ergebnis (EBIT vor Aufwendungen/Erträgen aus Währungsdifferenzen) in einer Spanne von rund TEUR 800-1.200.

Auch für das Prognosejahr 2025 wird - unter den derzeit bekannten makroökonomischen Voraussetzungen und Einflüssen auf das Geschäftsmodell der aichele GROUP Gesellschaften - ein gleichbleibender Umsatz bei vergleichbarem Ergebnis zur Prognose 2024 erwartet.

 

Bretten, 27. September 2024

aichele GROUP GmbH & Co. KG

Manuela Aichele für aichele GROUP Verwaltungs GmbH

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten

AKTIVA

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzreche und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 39.979,30 31.950,86
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00
39.979,30 31.950,86
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.656.210,72 4.877.326,16
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.097.936,61 1.912.655,20
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.218.541,17 1.312.979,93
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 10.628,35 177.621,71
7.983.316,85 8.280.583,00
III. Finanzanlagen
sonstige Ausleihungen 1.500,00 1.500,00
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 14.271.960,92 12.737.651,89
2. Unfertige Erzeugnisse 1.809.687,15 2.037.705,69
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 3.301.576,06 7.749.761,81
4. Geleistete Anzahlungen 349.310,69 403.431,40
19.732.534,82 22.928.550,79
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.014.270,35 10.455.834,73
2. Sonstige Vermögensgegenstände 2.442.110,08 2.841.856,97
13.456.380,43 13.297.691,70
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.563.255,92 2.077.478,18
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 360.179,29 331.412,61
D. AKTIVE LATENTE STEURN 180.300,00 106.100,00
43.317.446,61 47.055.267,14

PASSIVA

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Festkapital
1. Komplementärkapital 0,00 0,00
2. Kommaditkapital 115.000,00 115.000,00
115.000,00 115.000,00
II. Rücklagen 5.262.773,59 4.938.000,00
III. Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung 4.323.997,55 4.295.461,78
IV. Konzernbilanzverlust -6.935.600,14 -5.857.520,95
V. Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter 2.383,55 2.140,96
2.653.554,55 3.378.081,79
2.768.554,56 3.493.081,79
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 14.900,00 15.212,00
2. Steuerrückstellungen 376.994,54 506.947,66
3. Sonstige Rückstellungen 4.181.237,01 2.523.810,59
4.573.131,55 3.045.970,25
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 16.229.701,60 18.479.757,17
2. Erhaltene Anzahlungen aus Bestellungen 181.633,96 72.580,32
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.230.610,36 13.060.392,81
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 5.800.024,67
5. Sonstige Verbindlichkeiten 9.127.884,21 2.829.523,44
davon aus Steuern EUR 982.634,95 (Vorjahr: TEUR 634)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 120.504,13 (Vorjahr: TEUR 107)
35.769.830,13 40.242.278,41
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 205.930,37 273.936,69
43.317.446,61 47.055.267,14

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten

2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 81.042.962,26 81.583.429,51
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -2.317.160,73 149.844,91
3. Sonstige betriebliche Erträge 5.424.438,10 2.955.244,45
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 2.005.396,64 (Vorjahr: TEUR 2.005)
84.150.239,63 84.688.518,87
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 41.958.075,32 41.036.546,23
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.388.292,68 2.195.189,83
43.346.368,00 43.231.736,06
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 21.793.886,68 20.555.235,50
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.850.025,54 3.707.293,56
- davon für Altersversorgung EUR 66.388,88 (Vorjahr: TEUR 74)
25.643.912,22 24.262.529,06
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.281.386,16 1.380.470,93
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 100.455,50
1.281.386,16 1.480.926,43
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 13.937.221,01 15.576.973,72
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 2.142.877,35 (Vorjahr: TEUR 4.229)
-58.647,76 136.353,60
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.031,15 2.061,23
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 798.040,95 474.092,38
-796.009,80 -472.031,15
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 790.898,08 725.159,96
- davon Erträge aus der Auflösung latenter Steuern EUR 74.200,00 (Vorjahr: TEUR 40,6)
11. Ergebnis nach Steuern -1.645.555,64 -1.060.837,51
12. Sonstige Steuern 148.901,99 270.669,58
13. Jahresfehlbetrag -1.794.457,63 -1.331.507,09
14. Ergebnisanteile anderer Gesellschafter 36,95 -102,75
15. Konzernjahresfehlbetrag -1.794.420,68 -1.331.609,84
16. Konzernverlustvortrag -5.857.520,95 -4.106.964,26
17. Gutschrift (-) Belastung (+) auf Gesellschafterkonten 716.341,49 -418.946,85
18. Konzernbilanzverlust -6.935.600,14 -5.857.520,95

KONZERNANHANG zum 31. Dezember 2022

der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten

A. Allgemeine Erläuterungen

Die aichele GROUP GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Bretten und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter der Nummer HRA 240507 eingetragen.

Der Konzernabschluss der Firmengruppe Aichele unter der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten, (Mutterunternehmen) wurde nach den Konzernrechnungslegungsvorschriften der §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften des § 266 HGB. Dabei werden auch die Besonderheiten des § 264c HGB beachtet. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Die Darstellung im Konzernabschluss ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden auf den Stichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2022) aufgestellt, der auch gleichzeitig Stichtag des Mutterunternehmens ist.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Konzernanhang gemacht werden können, werden weitestgehend zugunsten des Anhangs ausgeübt.

B. Grundsätze der Konsolidierung und Bewertung

1. Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis der aichele GROUP GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2022 umfasst neben der Muttergesellschaft sechs weitere inländische und fünf weitere ausländische Tochtergesellschaften. Folgende Gesellschaften wurden nach der Methode der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen:

Gesellschaft, Sitz Anteil am Kapital in %
Inland:
era-contact GmbH, Bretten 100,00
cema-tech GmbH & Co.KG (vormals: BREMI Fahrzeug-Elektrik GmbH + Co. KG), Dömitz 100,00
aichele GROUP Verwaltungsgesellschaft mbH, Bretten 100,00
cema-tech Verwaltungsgesellschaft (vormals: BREMI Fahrzeugelektrik Verwaltungsgesellschaft mbH), Dömitz 100,00
Streicher Plast GmbH & Co. KG, Denkingen 100,00
Streicher Plast Verwaltungs GmbH, Denkingen 100,00
Ausland:
era-contact Tunisia S.A.R.L., Hriza-Bizerte, Tunesien 99,70
Asia Pacific Procurement Office PTE LTD, Singapur 100,00
era-contact Suzhou Ltd., Suzhou, China 100,00
Era Contact Turkey Ltd. Sti., Dilovası, Türkei 100,00
era-contact USA, LLC, Liberty, USA (mittelbarer Anteilsbesitz über die era-contact GmbH, Bretten) 100,00

Änderungen des Konsolidierungskreises haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht ergeben. Zu den Änderungen bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den Nachstichtagsereignissen unter Gliederungspunkt F in diesem Konzernanhang.

Die era-contact GmbH hat bei ihrer US-Tochtergesellschaft eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Im Rahmen der Kapitalmaßnahme kam es nicht zu einer Verschiebung der Eigentumsverhältnisse. era-contact GmbH ist weiterhin alleinige Muttergesellschaft. Der Beteiligungsbuchwert ist in demselben Umfang gestiegen wie das Eigenkapital der Tochtergesellschaft.

2. Konsolidierungsgrundsätze

Die Erstkonsolidierung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen erfolgte bis zur Änderung des § 301 HGB nach der Buchwertmethode durch Verrechnung des Buchwertes der Beteiligung mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der konsolidierten Gesellschaft zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung (gemäß Artikel 67 Abs. 3 S. 4 EGHGB findet der neu gefasste § 301 HGB erstmals auf Erwerbsvorgänge Anwendung, die in den Geschäftsjahren erfolgt sind, die nach dem 31. Dezember 2009 beginnen).

Aktive und passive Unterschiedsbeträge wurden zunächst saldiert. Verbleibende aktive Unterschiedsbeträge wurden als Firmenwerte ausgewiesen und über eine Laufzeit von 10 Jahren linear abgeschrieben.

Die Erstkonsolidierung der Anteile an der Streicher Plast GmbH & Co. KG und an der Streicher Plast Verwaltungs GmbH in 2015 wurden nach der Neubewertungsmethode des § 301 HGB vorgenommen. Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung ergab sich eine Neubewertungsrücklage in Höhe von EUR 643.472,74, welche die Posten "Technische Anlagen und Maschinen" sowie "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" betraf und zum aktuellen Stichtag bereits voll abgeschrieben ist.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Aufrechnung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Entsprechendes gilt für Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse, so dass diesbezüglich lediglich solche gegenüber Fremden ausgewiesen werden.

Zwischenergebnisse aus Lieferungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden - sofern wesentlich - gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert.

Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betriebliche Erträge zwischen den Konzernunternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. In gleicher Weise sind auch Zinserträge und Zinsaufwendungen zwischen den Konzernunternehmen verrechnet worden.

Latente Steuern antizipieren künftige Steuerent-/ bzw. -belastungen aufgrund der bestehenden Unterschiede zwischen bilanziellen Ansätzen in der Handels- und Steuerbilanz.

Die auf Konsolidierungsmaßnahmen beruhenden latenten Steuern wurden nach Maßgabe des § 306 HGB erfasst.

Für die nicht dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile an das in den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen wurde ein Ausgleichsposten für Anteile anderer Gesellschafter nach Maßgabe des § 307 HGB gebildet und der entfallende Gewinn oder Verlust gesondert in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Angaben

Der Konzernabschluss ist nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden wird von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gruppe ausgegangen.

Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden haben wir im Wesentlichen beibehalten. Im Einzelnen kamen folgende Methoden zur Anwendung:

Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten erfasst und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer von ein bis drei Jahren entsprechend abgeschrieben.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, ausgewiesen.

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen kamen lineare Abschreibungen zum Ansatz. Die Gegenstände des Sachanlagevermögens wurden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. Die angewendeten Nutzungsdauern liegen zwischen drei und fünfzehn Jahren. Bei den Zu- und Abgängen wurden die Abschreibungen zeitanteilig pro Monat angesetzt. Geringwertige Anlagegüter werden aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung auch im handelsrechtlichen Jahresabschluss nach den steuerlichen Vorschriften erfasst.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden zu Anschaffungskosten (gleitender Durchschnitt) unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Unfertige sowie fertige Erzeugnisse und Leistungen wurden mit Herstellungskosten bewertet. Der Ansatz erfolgt mit den direkt zuordenbaren Material- und Fertigungskosten zuzüglich angemessener Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Der Grundsatz der verlustfreien Bewertung wurde beachtet.

Die Handelswaren werden mit dem gleitenden Durchschnitt unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Allen erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus einer längeren Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und bzw. oder niedrigeren Marktwerten ergeben, werden bei der Bewertung Rechnung getragen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zu Nennwerten angesetzt unter Abzug von Einzel- und Pauschalwertberichtigungen.

Geleistete Anzahlungen, Guthaben bei Kreditinstituten sowie der Kassenbestand wurden zu Nominalwerten angesetzt.

Ausgaben vor dem Abschlussstichtag sind, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen, als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Der Posten Festkapital entspricht den Pflichteinlagen der Kommanditisten der aichele GROUP GmbH & Co. KG. Die Pflichteinlagen der Kommanditisten sind mit den Hafteinlagen identisch.

Die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung beinhaltet die aus der Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen bedingten Umrechnungsdifferenzen der Aktiv- und Passivposten der Bilanz sowie der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung.

Pensionsrückstellungen wurden nach der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Sterbetafeln 2018 G von Dr. Klaus Heubeck passiviert. Für die Ermittlung wurde ein von der Deutschen Bundesbank bekannt gegebener Diskontierungssatz für eine Restlaufzeit von fünfzehn Jahren verwendet. Renten- und BBG-Dynamik, Fluktuation sowie Lohn- und Gehaltstrends wurden nicht berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die noch nicht veranlagten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

Die übrigen Rückstellungen wurden mit den nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbeträgen passiviert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abgezinst.

Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte zu Nennwerten mit den Erfüllungsbeträgen.

Latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurden gemäß § 306 HGB saldiert angesetzt.

Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurden Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit dem Devisenkassamittelkurs des Ausführungstages in Euro umgerechnet.

Im Rahmen der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Einzelabschlüsse werden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zu historischen Kursen umgerechnet wurde, mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Devisenkurse zum Vorjahr entstehenden Differenzen aus der Umrechnung von Bilanzposten werden erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. Aufwendungen und Erträge werden mit den Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Das Jahresergebnis der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnung wurde in die Bilanz übernommen und die Differenz erfolgsneutral in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt.

D. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung / Firmenwert

Aus den Kapitalkonsolidierungen entstand ursprünglich ein aktiver Unterschiedsbetrag in Höhe von insgesamt T-EUR 2.269. Passivische Unterschiedsbeträge (T-EUR 647) wurden saldiert. Die Nutzungsdauer für den verbleibenden Firmenwert (T-EUR 1.622) wurde mit 10 Jahren festgelegt. Er ist inzwischen vollständig amortisiert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestanden nicht.

Eigenkapital

Der Kapitalanteil des Komplementärs und der Kommanditisten der Muttergesellschaft entsprechen der jeweiligen Pflichteinlage, welche mit der jeweiligen Hafteinlage identisch ist. Die Kapitalanteile von EUR 90.000,00 bzw. EUR 25.000,00 sind in voller Höhe eingezahlt bzw. geleistet.

Die Ergebnisverteilung des Geschäftsjahres 2022 der Muttergesellschaft wurde entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen vorgenommen und ist bei der Aufstellung des Konzernabschlusses bereits berücksichtigt.

Aus der Kapitalkonsolidierung 2015 entstand ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von T-EUR 643. Der passivische Unterschiedsbetrag resultiert aus Gewinnthesaurierungen nach Anteilserwerb und vor Erstkonsolidierung. Der Ausweis erfolgt als Gewinnvortrag innerhalb des Konzernbilanzverlusts.

Die Gesamtentwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist im Konzern-Eigenkapitalspiegel gesondert dargestellt.

Pensionsrückstellungen

Bei der Berechnung der Pensionsrückstellung wurde ein Zinssatz von 1,87 % zugrunde gelegt. Der Zinssatz entspricht dem Zins nach § 253 Abs. 2 S. 1 HBG (durchschnittlicher Marktzinssatz, der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergibt). Ein Rententrend oder eine Fluktuationswahrscheinlichkeit wurde nicht angesetzt.

Der Rechnungszinsfuß wurde auf der Basis einer 10-jährigen Durchschnittsbildung mit 1,87 % p.a. (Vorjahr: 1,78 %) vorgenommen. Bei Anwendung der 7-jährigen Durchschnittsbildung wäre ein Zinsfuß von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) zur Anwendung gekommen. Auf dieser Basis hätte sich ein Erfüllungsbetrag gemäß § 253 HGB in Höhe von EUR 15.457 ergeben. In Höhe des Unterschiedsbetrags zum tatsächlichen Bilanzwert (EUR 557) sind die passivierten Rückstellungen für Pensionen und der Personalaufwand im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen 10-jährigen Marktzinssatz niedriger angesetzt. Dies führt zu einem ausschüttungsgesperrten Betrag gem. § 253 Abs. 6 HGB in Höhe von EUR 557 (Vorjahr: EUR 907).

Sonstige Rückstellungen

Unter den sonstigen Rückstellungen sind folgende wesentliche Einzelposten enthalten:

Art der Rückstellung Bewertung T-EUR
Personalverpflichtungen Einzelbewertung 1.797
Gewährleistungen Pauschale Ermittlung 823
Bonusverpflichtungen Einzelbewertung 447

In den Rückstellungen für Personalverpflichtungen sind Abfindungen in Höhe von T-EUR 1.172 für die Stilllegung des Standortes in Dömitz enthalten.

Verbindlichkeiten

Angaben zu den Restlaufzeiten sind dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:

Restlaufzeiten
gesamt bis zu 1 Jahr von über 1 Jahr davon über 5 Jahre
TEUR T-EUR T-EUR T-EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.749 11.782 5.967 3.853
Vorjahr: 16.748 11.599 5.149 4.509
Erhaltene Anzahlungen 202 202 - -
Vorjahr: 269 269 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.524 8.524 - -
Vorjahr: 9.214 9.214 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 5.500 5.500 - -
Vorjahr: 5.699 199 5.500 -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.749 2.586 163 -
Vorjahr: 2.236 2.234 2 -
Gesamt 34.724 28.594 6.130 3.853
Vorjahr: 34.166 23.515 10.651 4.509

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von T-EUR 6.709 sind gesichert durch Grundschulden bzw. enge Sicherungsübereignung von Maschineninvestitionen an den Standorten Dömitz und Denkingen, Deutschland.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern: das Gesellschafterdarlehen von Erich Aichele in Höhe von T-EUR 5.500 wird nach dessen Ableben bis zum Vollzug des Vermächtnisses unter Sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Erbin hat zugesagt, den Betrag nicht kurzfristig zu entnehmen.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen Sicherheiten in Form von branchenüblichen Eigentumsvorbehalten.

Latente Steuern

Die latenten Steuern aus Konsolidierungsbuchungen gemäß §306 HGB resultieren aus den Unterschieden bei den Bilanzposten:

Vorräten (aktive);

Forderungen und Verbindlichkeiten (aktive und passive);

Die latenten Steuern wurden mit Ausnahme solcher auf Zwischengewinne mit einem durchschnittlichen Steuersatz von 25 % bewertet. Für Zwischengewinne wurden die unternehmensindividuellen Steuersätze von 22 % (Türkei), 25 % (China) und 26 % (USA) herangezogen.

Aus den Konsolidierungsbuchungen resultieren aktive und passive latente Steuern nach Maßgabe des § 306 HGB. Die Entwicklung der latenten Steuern stellt sich nach Korrektur aus den Vorjahren wie folgt dar:

2020 Vorjahr Veränderung
T-EUR T-EUR T-EUR
Aktive latente Steuern
- Zischenergebniseliminierung 75,7 98,5 22,8
Passive latente Steuern
- Schuldenkonsolidierung -44,3 -25,5 18,8
Saldo aus aktiven und passiven latenten Steuern 31,4 73,0 41,6

Für Zwecke des Konzernabschlusses bleiben die latenten Steuern nach § 274 HGB unberücksichtigt und die latenten Steuern nach § 306 HGB werden saldiert.

Die Veränderung der latenten Steuern von insgesamt TEUR 74,2 (Vorjahr: TEUR 12,5) wurde erfolgswirksam unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfasst.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

An sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 HGB sind Verpflichtungen aus Miet-, Leasing-, Pacht- und Wartungsverträgen in Höhe von jährlich T-EUR 2.409 (Vorjahr: T-EUR 2.294) vorhanden.

E. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse abzüglich Kundenskonti, Boni, Nachlässe und Frachtvergütungen stellt sich wie folgt dar:

Aufgliederung nach geographischen Gesichtspunkten:

2020 Vorjahr
T-EUR T-EUR
Inland 31.064 35.568
Ausland EU 10.970 12.689
Ausland Übersee 26.927 31.860
68.961 80.117

Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen:

2020 Vorjahr
T-EUR T-EUR
Bahntechnik 19.265 20.535
Kabelkonfektion 28.972 35.558
Automotive 16.588 18.669
Plastikspritzguss 3.886 4.108
Sonstige 250 1.247
68.961 80.117

F. Sonstige Angaben

Abschlussprüferhonorar

Das Gesamthonorar für unsere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt für das Geschäftsjahr EUR 56.400. Das Honorar betrifft ausschließlich Abschlussprüferleistungen.

Mitarbeiter

Die Zahl der Arbeitnehmer betrug im Jahresdurchschnitt:

2020 Vorjahr
Gewerbliche Mitarbeiter 390 464
Angestellte 357 347
Arbeitnehmer iSd § 267 HGB 747 811
Auszubildende 12 16
759 827

Konzernkreis

Die aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten, stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf und veröffentlicht diesen Konzernabschluss im Bundesanzeiger.

Persönlich haftender Gesellschafter

Als persönlich haftende Gesellschafterin ist die aichele GROUP Verwaltungsgesellschaft mbH, Bretten, mit einem gezeichneten Kapital von EUR 25.000,00 zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet.

Geschäftsführerin der persönlich haftenden Gesellschafterin war im Geschäftsjahr 2022 Frau Manuela Aichele, Diplom-Kauffrau, Herrenberg. Der weitere Geschäftsführer, Herr Erich Aichele, Techniker aus Herrenberg ist am 17. November 2022 verstorben.

Bezüglich der Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung wird die Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

Konzern-Kapitalfluss-Rechnung

Gemäß § 297 Abs. 1 Satz 1 HGB wurde der Konzernabschluss um eine Konzern-Kapitalfluss-Rechnung erweitert.

Der Finanzmittelfonds umfasst die liquiden Mittel (Bankguthaben und Kasse) abzüglich kurzfristige Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten.

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Gemäß § 297 Abs. 1 Satz 1 HGB wurde der Konzernabschluss um einen Konzern-Eigenkapitalspiegel erweitert. Gemäß § 253 Abs. 6 HGB besteht eine gesetzliche Ausschüttungssperre in Höhe von EUR 557 (Vorjahr: EUR 907).

Befreiung von der Offenlegungspflicht

Die aichele GROUP GmbH & Co KG, Bretten, die cema-tech GmbH & Co. KG (vormals: BREMI Fahrzeug-Elektrik GmbH + Co KG), Dömitz, und die Streicher Plast GmbH & Co. KG, Denkingen, sind gemäß § 264 b HGB von ihrer Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht offen zu legen.

Vorschlag zur Verwendung des Bilanzergebnisses

Der Jahresüberschuss 2022 der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 716.341,49 wird abweichend vom Gesellschaftsvertrag mit den Gesellschafterdarlehenskonten verrechnet.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Vertrag vom 29. März 2022 hat die damalige BREMI Fahrzeug-Elektrik GmbH & Co KG (nunmehr: cema-tech GmbH & Co. KG) den Geschäftsbereich International Aftermarket (kurz: IAM) einschließlich der Marke "BREMI" im Rahmen eine asset deals veräußert. Die Arbeitsverhältnisse der zugehörigen Mitarbeiter sind auf den Erwerber übergegangen. Am 10. März 2023 hat der Gesellschafter beschlossen, alle werbenden Aktivitäten für den nach dem Teilverkauf verbliebenen Geschäftsbereich einzustellen und die Standorte in Herrenberg und Dömitz vollständig mit Ablauf des 31. Oktober 2023 stillzulegen. Nahezu sämtliche Vermögensgegenstände wurden nach Auslaufen der Produktionszusagen ab dem 31. Oktober 2023 sukzessive veräußert. Am 22. März 2023 wurden sämtliche Arbeitsverhältnisse auf den Stichtag 31. Oktober 2023 gekündigt. Parallel wurden alle Kunden und Lieferanten von dem Stilllegungsbeschluss informiert. Die entsprechenden Verträge wurden auf dem 31. Oktober 2023 gekündigt.

Die Gesellschaft cema-tech GmbH & Co KG übt nach dem genannten Stichtag keine eigenen operativen Tätigkeiten mehr aus, sondern beschränkt sich auf die Abwicklung bestehender Rechtsverhältnisse. Die Finanzierung erfolgte aus den Erlösen der übergangsweisen Produktion für die Kunden bis zum vereinbarten Stichtag 31. Oktober 2023 sowie aus dem anschließenden Verkauf der verbliebenen Produktionsmittel und Restbestände. Insofern wurde der einbezogene Einzelabschluss 2022 nicht mehr unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt und die Bewertung der Vermögensgegenstände erfolgte unter Veräußerungsgesichtspunkten.

Die Beteiligung an der Tochtergesellschaft era-contact USA, LLC, Liberty, South Carolina, USA, wurde im Geschäftsjahr 2022 aufgrund des anhaltenden, negativen Ergebnisniveaus signifikant verstärkt. Der Beteiligungswert beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 8.015 (Vorjahr: TEUR 10). Dies soll die dauerhafte Fortführung der Gesellschaft sicherstellen. Die in den Vorjahren identifizierte Option mit einer übergangsweisen Anpassung des Geschäfts auf das notwendige Maß wurde umgesetzt. Die Kundenbasis konnte anschließend stark diversifiziert werden. Von weiteren Maßnahmen wird derzeit abgesehen, da die strategische Option innerhalb von max. drei Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis aufzeigt.

Die Tochtergesellschaft Asia Pacific Procurement Office PTE LTD (kurz: APPO) in Singapur wird ab dem Jahr 2023 zunächst in ein ruhendes Unternehmen gewandelt (vgl. dormant company). Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das Geschäft mit Ersatzteilen (IAM) nicht mehr durch die cema-tech GmbH & Co. KG betrieben wird. Weiterhin konnten verschiedene kleinere Kundenaufträge im ASEAN-Raum über die Gesellschaft era Contact (Suzhou) Ltd. und somit über China anstelle von Singapur abgewickelt werden. Die Gesellschaft soll dennoch im Konzern behalten werden, um kurzfristig handlungsfähig zu sein, sollte sich ein größerer Kundenauftrag im ASEAN-Raum (insbesondere Singapur) darstellen.

Für eine Aufrechterhaltung der Liquidität ist ausreichend Vorsorge getroffen.

 

Bretten, 27. September 2024

aichele GROUP GmbH & Co. KG

Manuela Aichele für aichele GROUP Verwaltungs GmbH

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022

aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten

2022 Vorjahr
T-EUR T-EUR T-EUR T-EUR
Jahresergebnis -1.794 -1.332
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 2.181 1.380
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 1.557 -2
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 188 1.405
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 2.985 -8.025
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -2.290 5.062
+/- Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 19 410
+ Zinsaufwendungen 798 474
- Zinserträge -2 -2
+/- Ertragsteueraufwand / Ertragsteuererstattung 717 650
- Ertragsteuerzahlungen -772 -96
= Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 2.687 -76
- Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -28 -13
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 135 0
- Investitionen in das Sachanlagevermögen -985 -952
- Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 0
+ erhaltene Zinsen 2 2
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -875 -963
+ Einzahlung der Gesellschafter / Einlagen 716 0
+ Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 6 0
- Auszahlungen der Gesellschafter / Entnahmen 0 -419
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 0 1.760
- Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -1.892 -3.563
- Gezahlte Zinsen -685 -474
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1.855 -2.696
= Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -43 -3.735
+/- Wechselkurs-, konsolidierungskreisbedingte und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelbestands -378 0
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres -3.064 671
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres -3.485 -3.064
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds: 2.077
Liquide Mittel 1.563
Kurzfristige Kontokorrentkredite gegenüber Kreditinstituten -5.049 -5.141
-3.485 -3.064

Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022

der aichele Group GmbH & Co. KG, Bretten

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Kapitalanteile Kapitalrücklage gemäß Gesellschaftsvertrag Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung
EUR EUR EUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 115.000,00 4.938.000,00 2.618.913,51
Gutschrift auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 1.676.548,27
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2021 / 01.01.2022 115.000,00 4.938.000,00 4.295.461,78
Belastung auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 28.535,77
Übrige Veränderungen 0,00 324.773,59 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 0,00
Stand 31.12.2022 115.000,00 5.262.773,59 4.323.997,55
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gewinvortrag/ Verlustvortrag Konzernjahresüberschuss/Fehlbetrag, der dem Mutterunternehmen zuzuschreiben ist Summe
EUR EUR EUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 -4.106.964,26 0,00 3.564.949,25
Gutschrift auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 -418.946,85 -418.946,85
Währungsumrechnung 0,00 0,00 1.676.548,27
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag -1.750.556,69 418.946,85 -1.331.609,84
Stand 31.12.2021 / 01.01.2022 -5.857.520,95 0,00 3.490.940,83
Belastung auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 716.341,49 716.341,49
Währungsumrechnung 0,00 0,00 28.535,77
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 324.773,59
Konzernjahresfehlbetrag -1.078.079,19 -716.341,49 -1.794.420,68
Stand 31.12.2022 -6.935.600,14 0,00 2.766.171,00
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrrschende Anteile entfallende Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne Summe Summe
EUR EUR EUR EUR EUR
Stand 31.12.2020 / 01.01.2021 278,19 0,00 1.760,02 2.038,21 3.566.987,46
Gutschrift auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 -418.946,85
Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00 0,00 1.676.548,27
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 102,75 102,75 -1.331.507,09
Stand 31.12.2021 / 01.01.2022 278,19 0,00 1.862,77 2.140,96 3.493.081,79
Belastung auf Gesellschafterkonten/Einlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 716.341,49
Währungsumrechnung 259,67 539,22 0,00 279,55 28.815,32
Übrige Veränderungen 0,00 0,00 0,00 0,00 324.773,59
Konzernjahresfehlbetrag 0,00 0,00 -36,95 -36,95 -1.794.457,63
Stand 31.12.2022 18,52 539,22 1.825,82 2.383,56 2.768.554,56

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der aichele GROUP GmbH & Co. KG, Bretten, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt

Wir machen auf die Ausführungen im Abschnitt V. Ertragslage aufmerksam in welchem die wesentlichen Verlustursachen des Konzerns beschrieben werden und dass bei einer weiteren Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes insbesondere in den USA weitere Maßnahmen zur finanziellen Absicherung notwendig sein werden sowie auf Abschnitt VII Prognosebericht, Spezielle wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Prognose 2023 ff in welchem die Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität im neuen Geschäftsjahr beschrieben werden. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grunds- ätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 27. September 2024

WirtschaftsTreuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Ernst, Wirtschaftsprüfer

Tabet, Wirtschaftsprüfer

Billigung des Konzernabschlusses

Die Gesellschafterversammlung der aichele GROUP GmbH & Co. KG hat am 18. Oktober 2024 den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 gebilligt.

Bekanntmachung nach § 264b HGB zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Die Gesellschaft ist in den geprüften und im elektronischen Bundesanzeiger offengelegten Konzernabschluss zum 31.12.2022 der aichele GROUP GmbH & Co. KG, einbezogen und macht gem. § 264b HGB von der Möglichkeit der Befreiung, einen Jahresabschluss nach dem für Kapitalgesellschaft geltenden Vorschriften offen zu legen, Gebrauch.

 

Für die persönlich haftende Gesellschafterin aichele GROUP Verwaltungsgesellschaft mbH

gez. Manuela Aichele

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