Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 776441
Eingetragen
3.12.2020
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der InformationstechnologieGroßhandel mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software
Gegenstand
Der Handel mit IT Hard- und Softwarekomponenten aller Art, die Bereitstellung von IT-Services- und IT-Entwicklungsleistungen sowie die IT-Beratung zum Zwecke der Erfüllung von Kundenanfragen in diesem Kontext.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Andreas Kesting
seit 23.5.2023
Geschäftsführer
Andreas Weitkowitz
seit 23.9.2022
Geschäftsführer
Günter Harald Breier
seit 25.2.2021
Prokura
Bernd Theo Hebebrand
seit 3.12.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Deutscher Sparkassen Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Deutscher Sparkassen Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Germany
25.002 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Stuttgart

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

Zusammengefasster Lagebericht zum 31. Dezember 2022

des Konzerns Deutscher Sparkassen Verlag und der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart

Grundlagen des Konzerns

Der Konzern Deutscher Sparkassen Verlag (im Folgenden: Konzern oder DSV-Gruppe) setzt sich aus dem Mutterunternehmen Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart (im Folgenden: DSV oder Mutterunternehmen), sowie zum Bilanzstichtag elf vollkonsolidierten Tochterunternehmen und vier at Equity konsolidierten Beteiligungsunternehmen zusammen. Er richtet sich als zentraler Dienstleister der Sparkassen Finanzgruppe an deren strategischen Zielen aus und arbeitet eng mit allen Partnern im Verbund zusammen. Gemeinsam bilden diese Unternehmen die DSV-Gruppe.

Die operativen Tätigkeiten der DSV-Gruppe sind in den drei Divisionen "S-Payment", "S-Communication Services" und "S-Management-Services" zusammengefasst. Deren Angebote werden an wichtigen strategischen Handlungsfeldern der Kunden ausgerichtet. Ziel der DSV-Gruppe als zentraler Dienstleister und Lösungsanbieter ist es, für die Sparkassen, deren Verbände, die Landesbanken und die Verbundunternehmen der Sparkassen Finanzgruppe (SFG) Leistungen zu bündeln, zu standardisieren und ganzheitliche Lösungen für einen breiten Kundenkreis bereitzustellen. Geschäfte werden vor allem mit Kunden aus der Sparkassen Finanzgruppe getätigt. Im Geschäftsbereich Payment werden mit Zahlungsverkehrslösungen auch unmittelbar Händler und Privatkunden sowie öffentliche Auftraggeber angesprochen.

Als interner Infrastruktur-Dienstleister fungiert die DSV IT Service GmbH (ITS), die die Unternehmen der DSV-Gruppe mit Hard- und Software sowie allen notwendigen Dienstleistungen für deren IT-Anwendungen versorgt.

Bereits Ende 2019 hatte der DSV seine Grundstücke und Gebäude in die DSV Immobilien Service GmbH & Co. KG (IMS) eingebracht. Dort werden seither alle Dienstleistungen des Facility-Managements, ergänzt um Event Services erbracht. Insbesondere treibt die IMS auch die Immobilienstrategie der DSV-Gruppe voran und setzt diese um. In unmittelbarer Nähe des heutigen Standorts in Stuttgart wird die IMS ein neues, modernes und nachhaltiges Bürogebäude erstellen lassen. Der Verkauf des Bestandsgebäudes ist integraler Bestandteil der Finanzierung dieser Immobilienstrategie. Wesentliche erste Schritte zur Umsetzung (Verträge mit Baupartnern und zum Verkauf des Altgebäudes, Bauantrag und Baugenehmigung, Verträge zur Finanzierung) dieser Immobilienstrategie wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr durch die IMS bereits realisiert.

Mit zahlreichen Standorten ist die DSV-Gruppe flächendeckend und bundesweit in Deutschland vertreten. Die PAYONE GmbH (PAYONE) ist in Deutschland und Österreich als Full-Service Zahlungsdienstleister tätig. Sie ist das wesentliche operativ tätige 100 %-ige Tochterunternehmen der Worldline PAYONE Holding GmbH (WPH), an der die DSV-Gruppe zu 40 % beteiligt ist.

Schwerpunkt des Vertriebs sind die Sparkassen als wichtige Kundengruppe sowie die übrigen Unternehmen und Verbände der Sparkassen Finanzgruppe. Die unmittelbare Kundenansprache erfolgt unter den jeweiligen Kompetenzmarken (S-Payment, S- Management Services und S-Communication Services) und in enger Abstimmung aller Unternehmen der DSV-Gruppe untereinander. Der beim Mutterunternehmen angesiedelte Konzernvertrieb unterstützt die Einheiten der Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Digitale Kundenplattformen stellen den Zugang zu kundenorientierten Self-Services und Informationen sicher. Regelmäßig durchgeführte Messen und Kongresse wie die SCOPE22, die SCOPELead oder das Payment Symposium ergänzen die Kundenkommunikation.

Die Umsätze werden nahezu vollständig im Inland erwirtschaftet.

Zu den Grundlagen der DSV-Gruppe zählt auch der verantwortungsvolle Umgang mit allen Ressourcen, die durch die Geschäftstätigkeit des Konzerns in Anspruch genommen werden. Der Erreichung dieses Ziels dienen die im DSV geltenden Umweltleitlinien. Unmittelbar schlägt sich das Thema Nachhaltigkeit in der regelmäßigen Zertifizierung nach DIN ISO 14001 z.B. in der Verwendung FSC-geprüfter Papiere bei Printprodukten oder im Verzicht auf Papierbecher in der Kantine nieder. Die Umsetzung der Immobilienstrategie im Rahmen des begonnenen Neubauprojekts wird in der Zukunft zu einem unter ökologischen Gesichtspunkten deutlich verbesserten Gebäudebetrieb führen. Umfangreichen Gesundheits- und Vorsorgeangebote für die Mitarbeiter tragen dem Thema Nachhaltigkeit in der Personalpolitik Rechnung. Der Förderung einer dauerhaften Work-Life Balance und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen die DSV-Arbeitszeitmodelle. Zu den Grundlagen der HR-Politik (Human-Ressources) in der DSV-Gruppe gehört die Verwirklichung von Chancengleichheit. Zur Erhöhung der Anzahl weiblicher Führungskräfte startete 2020 das FrauenNetzwerk im DSV als Austauschplattform und mit speziellen Schulungsangeboten. Gleichzeitig öffnet sich die DSV-Gruppe auch Themen wie Führungsaufgaben in Teilzeit.

Die Unternehmen der DSV-Gruppe sind in vielfältiger Weise in die interne Strategiediskussion der Sparkassen Finanzgruppe eingebunden. Die Vernetzung mit regionalen und überregionalen Gremien der Sparkassen Finanzgruppe ermöglicht die frühzeitige Identifizierung der für die Finanzbranche relevanten Trends. Die Eigentümerstruktur mit den regionalen Sparkassenverbänden und Landesbanken als Anteilseigner des Mutterunternehmens DSV setzt hierfür den gesellschaftsrechtlichen Rahmen. Der Kundenbedarf bestimmt das Produkt- und Dienstleistungsangebot.

Grundlagen des Mutterunternehmens

Nach der Umsetzung des Reorganisationsprojekts "H + ("Holding und mehr")" im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die DSV GmbH als Management-Holding und nicht mehr operativ am Markt tätig. Sie steuert die Tochter- und Beteiligungsunternehmen und entlastet diese mit klassischen Shared Services im administrativen Umfeld (Finanzen, Personalmanagement, zentrale Einkaufsdienstleistungen, interne Revision, Informationssicherheit und Datenschutz) von internen und marktfremden Aufgaben. Im Rahmen des konzernweiten Cash-Pool-Managements konsolidiert das Mutterunternehmen die Liquidität und verantwortet die Finanzierungsstrategie des Konzerns. Der Bereich Konzernvertrieb und strategisches Portfoliomanagement unterstützt die Divisionen und Kompetenzcenter mit zentralen Vertriebskanälen (Key-Account-Management, Kunden-Service-Center, Portale und Business-Shop). Darüber hinaus verfolgt er im Rahmen entsprechender Projekte das Ziel, die DSV-Gruppe in strategischen Projekten des DSGV und relevanten Gremien der SFG gut zu positionieren und unterstützt die zielorientierte Ausrichtung der Portfolien in den Divisionen.

Dementsprechend erzielt das Mutterunternehmen lediglich konzerninterne Umsatzerlöse aus den Vergütungen für die in Anspruch genommenen Shared Services und strukturell ein negatives betrieblich verursachtes Ergebnis.

Entscheidend für die Erwirtschaftung eines Jahresüberschusses ist das im Wesentlichen aus Ergebnisabführungen resultierende Finanzergebnis. Diese spiegeln die Ergebnisse der Divisionen wieder, die bei den Tochterunternehmen erwirtschaftet werden. Damit werden sowohl die operativen Ergebnisse der Divisionen im Ergebnis des Mutterunternehmens berücksichtigt wie auch die Beteiligungsergebnisse der von den Tochterunternehmen gehaltenen Beteiligungsunternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr galt dies noch nicht für die Ergebnisse der Division S-Communication Services, da mit der SCS aus steuerlichen Gründen noch kein Ergebnisabführungsvertrag bestand und auch keine Dividenden an das Mutterunternehmen ausgeschüttet wurden.

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Rahmen des Abschlusses des Reorganisationsprojekts H + wurde die vollkonsolidierte Sparkassen-Finanzportal GmbH auf die ebenfalls vollkonsolidierte S-Communication Services GmbH verschmolzen. Die Anteile an der at-Equity konsolidierten Worldline PAYONE Holding GmbH wurden von wirtschaftlich 37,5 Prozent auf 40,0 Prozent aufgestockt.

Kompetenz- und Geschäftsbereiche des Konzerns

S-Payment

Die Division S-Payment bündelt als Kompetenzcenter die Payment-Aktivitäten der Sparkassen Finanzgruppe. Die S-Payment GmbH (S-Payment), Stuttgart, übernimmt dabei die Rolle des unternehmerisch agierenden Koordinators und steuert die Wertschöpfungskette im Umfeld Payment. Die Entwicklung und Vermarktung zukunftsorientierter Payment-Lösungen im E- /M-Commerce und am Point of Sale (PoS) gehört ebenso zu den Aufgaben der S-Payment wie die Kommunikations- und Vertriebsunterstützung der Sparkassen zur Förderung kartenbasierter und mobiler Zahlverfahren. Die Ausgabe von Zahlungsverkehrskarten an die Sparkassen und Landesbanken für deren Kunden nach dem jüngsten Stand der Technik stellt unverändert einen Schwerpunkt der Tätigkeiten des Geschäftsbereichs dar.

Über das Joint Venture Worldline PAYONE Holding GmbH (WPH), an dem die DSV-Gruppe mit 40 % beteiligt ist, besteht eine indirekte Beteiligung an der PAYONE GmbH (PAYONE), dem 100%-igen Tochterunternehmen der WPH. Diese stellt den Kunden nahezu alle verfügbaren Zahlungsprozesse und -lösungen für den Point of Sale (PoS) sowie den E- und M-Commerce ergänzt um hochwertige sonstige Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette Payment zur Verfügung. Abgerundet wird das Portfolio der Division Payment durch die Angebote der S-Public Services GmbH (S-Public), die E-Government und E-Commerce-Lösungen für öffentliche Institutionen und öffentliche Unternehmen anbietet.

S-Communication Services

Der Geschäftsbereich S-Communication Services gestaltet die mediale und digitale Transformation der Kunden- und Mitarbeiterkommunikation für die Sparkassen Finanzgruppe. Die S- Communication Services GmbH (SCS) ist zentrale Dienstleisterin für crossmediale Kommunikation und digitale Services in der Sparkassen Finanzgruppe. Zu ihren Aufgaben gehört die Betreuung von Endkunden-Touchpoints wie Internet-Filiale oder Sparkassen-APP sowie zentraler Auftritte (sparkasse.de, S-Immobilienportal) und der Social-Media-Kanäle der Sparkassen. Als Umsetzungs- und Entwicklungsdienstleisterin des DSGV (Deuscher Sparkassen- und Giroverband e. V.) verantwortet sie die Konzeption, Steuerung und Umsetzung der GSK-Kampagnen (Gemeinsame Sparkassenkommunikation). Die Erstellung von bankfachlichem Content, Corporate Publishing sowie Medien zur Aus- und Weiterbildung unterschiedlicher Zielgruppen runden das Produktportfolio ab. Dazu gehört auch die Unterstützung der Sparkassen bei der Erfüllung des öffentlichen Auftrags "Wirtschaftserziehung" durch Angebote wie das Planspiel Börse oder den Sparkassen-Schulservice.

Die S-Markt- und Mehrwert GmbH & Co.KG (SMM) bündelt marktorientierte Dienstleistungen im Kundenservice (In- und Outbound), Marketing und Vertrieb. Damit ist die SMM in der Lage, den Sparkassen vielfältige Nutzungsoptionen zur Realisierung von Effizienz- und Wachstumszielen sowie zur Umsetzung individueller Marktbearbeitungs- und Digitalisierungsstrategien anzubieten. Zu ihrem ganzheitlichen Lösungsansatz gehört die kontinuierliche Entwicklung und Betreuung von Mehrwertleistungen rund um Bank- und Verbundpartnerprodukte. Im Rahmen eines digitalen Mehrwert-Ökosystems können die Mehrwertleistungen kundenzentriert über alle Kanäle offeriert werden.

S-Management Services

Der Geschäftsbereich S-Management Services agiert als zentraler Dienstleister in geschäftsrelevanten Themen wie Risiko-, Informations-, Organisations- und Einkaufsmanagement.

Die Bandbreite in der S-Management Services GmbH (SMS) reicht von Software- und Serviceverträgen mit den großen Anbietern von Standardsoftware über spezifische Analysewerkzeuge wie S-IBUS (Betriebsvergleich der Institute, Prognose und Statistik), EBIL (elektronische Bilanzanalyse) oder der Zentralen Immobilien Marktdatenbank (ZIMDB) bis zu rechtssicheren elektronischen Verträgen und dem Dokumenten- und Informationsmanagement.

Die Sparkassen-Einkaufsgesellschaft mbH (SEG), Wiesbaden, bietet den Unternehmen der Sparkassen Finanzgruppe mit dem Betrieb einer zentralen Einkaufsplattform und bundesweiter Bedarfsbündelung die Optimierung sowohl standardisierter als auch individualisierter Beschaffungsaufgaben.

Entwicklung und Innovation

Die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen mit hohen Nutzenpotenzialen für die Sparkassen und deren Kunden ist ein Ziel aller Entwicklungsaktivitäten in der DSV-Gruppe. Die digitale Transformation der Bankenwelt blieb auch 2022 eines der wesentlichen Themen für alle Finanzdienstleister. Vor diesem Hintergrund formuliert die Sparkassen Finanzgruppe ihre Erwartungen an die Unternehmen der DSV-Gruppe als zentrale Dienstleister und Lösungsanbieter. Neben den intensiven Arbeiten an der technischen Umsetzung der digitalen Agenda der Sparkassen Finanzgruppe steht dabei auch die Förderung des notwendigen kulturellen Wandels im Fokus. Der DSV und die DSV-Gruppe agieren hierbei als Einheit, die in ihren Kompetenzfeldern in unternehmerischer Eigenverantwortung innovative Ideen generiert, aufgreift und umsetzt.

Die Anstöße zu den konkreten Projekten und Produkten kommen aus dem eigenen Produkt- und Portfoliomanagement, aus den Beauftragungen in Gremien der Sparkassen Finanzgruppe, unmittelbar aus dem Markt und nicht zuletzt auch von den eigenen Mitarbeitern. Um der (auch finanziell) wachsenden Bedeutung, Zahl und Komplexität dieser Projekte besser Rechnung zu tragen, betreibt der DSV als Mutterunternehmen das Strategie-, Portfolio- und Innovationsmanagement, in das auch die Tochterunternehmen eingebunden werden, in einem eigenständigen Bereich. Dieser bildet die Klammer um die Bewertung und Entwicklung von Anforderungen im Hinblick auf externe und interne Produkt- und Lösungsangebote der Zukunft.

Ideen und Entwicklungsansätze werden - teilweise mit Nutzerbefragungen - validiert, weiter konkretisiert und potenziellen Product Ownern angedient. Die nächste Konkretisierung erfolgt dann durch die Überführung in eine Produkt-Roadmap, über deren Entwicklung regelmäßig berichtet wird.

Wichtige Entscheidungen zur Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios werden in Abstimmung mit den Gremien der Konzernunternehmen, insbesondere des DSV (Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung) sowie den zuständigen Gremien der Sparkassen Finanzgruppe getroffen. Vom Gesetzgeber oder den Verbänden der deutschen Finanzwirtschaft angestoßene Änderungen und Vorgaben beeinflussen die Weiterentwicklung der angebotenen sowie die Entwicklung neuer Lösungen.

Das Wahlrecht zur Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände wird nicht in Anspruch genommen.

Wirtschaftsbericht des Konzerns

Entwicklung der Rahmenbedingungen

Als im Wesentlichen für die Sparkassen Finanzgruppe tätiger Lösungsanbieter bewegt sich die DSV-Gruppe auf einem geschlossenen Markt. Die Geschäftsverbindungen mit den Sparkassen, Verbänden und Verbundunternehmen sind stabil und beruhen auf einer langjährig gewachsenen Zusammenarbeit. Die allgemeinen Entwicklungen im Bereich der Bank- und Finanzdienstleistung ebenso wie deren besondere Ausprägung in der Sparkassen Finanzgruppe prägen das Geschäftsumfeld des DSV.

Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine führten 2022 zu erheblichen Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Höhere Energiepreise und Produktionskosten, Lieferengpässe, eine sich abzeichnende Neuordnung globaler Wirtschafts- und Lieferbeziehungen und der enorme Anstieg der Inflationsrate betrafen die Unternehmen der Sparkassen Finanzgruppe zwar nur teilweise unmittelbar - aber alle Kunden der Sparkassen. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen war die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung 2022 besser als nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine befürchtet. Auch 2022 kam es zu keiner Insolvenzwelle mit daraus resultierenden Ergebnisbelastungen für die Sparkassen.

Die für die Sparkassen Finanzgruppe wie für die gesamte Kreditwirtschaft wichtigste Entwicklung war das Ende der langanhaltenden Niedrigzinsphase.

Die Institute und Unternehmen der Sparkassen Finanzgruppe haben sich 2022 wirtschaftlich in der Mehrheit gut behauptet, was die Robustheit des Geschäftsmodells der Sparkassen unterstreicht. Insgesamt blieben die Jahresüberschüsse der Sparkassen trotz eines schwierigen Marktumfelds auf Vorjahresniveau. Zuwächse bei den Girokonten und Unternehmenskrediten stand ein durch die Zinswende ausgelöster Rückgang bei privaten Immobilienkrediten gegenüber. Insgesamt konnten die Sparkassen sowohl ihr Zins- wie auch ihr Provisionsergebnis erhöhen. In der Zinswende sehen die Sparkassen eine Chance zur Verbesserung ihrer operativen Ergebnisse. Die Anforderungen der Kunden nach einem modernen, rund um die Uhr erreichbaren und gleichzeitig regional, lokal und persönlich präsenten Finanzdienstleister bestimmen die Aufgaben, denen sich die Sparkassen heute stellen. Die Sparkassen betrachten die digitale wie auch die ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft als wesentliche Aufgaben, denen sie sich stellen. Das Girokonto und alle Paymentthemen betrachten die Sparkassen unverändert als eine wesentliche Grundlage ihrer Geschäfts- und Kundenbeziehungen. Hierzu bauen die Sparkassen auf eigene oder auch auf gemeinsam mit den Partnern der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) betriebene Plattformen. Die Nutzung digitaler Kanäle für den Kundenkontakt hat sich deutlich erhöht. Datensicherheit und Datenschutz aber auch die Datenautonomie der Kunden sehen die Sparkassen als unverzichtbare Randbedingungen bei der Erfüllung dieser Aufgaben. Der DSV stellt sich der unternehmerischen Herausforderung, die Sparkassen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und Kundenanforderungen auch in den kommenden Jahren optimal zu unterstützen. Dabei sieht sich der DSV in der Verantwortung im Rahmen der digitalen Transformation der Geschäfte und Prozesse der Sparkassen als Umsetzer und Innovationstreiber zu agieren.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Als wesentliche Leistungsindikatoren betrachtet die DSV-Gruppe die Umsatzerlöse, das betrieblich verursachte Ergebnis, das Finanzergebnis und den erzielten Jahresüberschuss.

Entwicklung der Umsatzerlöse

2021
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Abweichung
Mio. EUR
S-Payment 182,3 214,8 +32,5
S-Communication Services 240,8 256,8 +16,0
S-Management Services 178,6 211,4 +32,8
Sonstige 27,3 34,3 +7,0
DSV Konzern gesamt 629,0 717,3 +88,3

Mit Umsatzerlösen von 717,3 Mio. EUR verzeichnete die DSV-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr erhebliche Mehrumsätze. Damit wurde das im Vorjahr prognostizierte moderate Umsatzwachstum übertroffen. Alle Divisionen erzielten über der Prognose liegende Umsatzzuwächse. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Prognose der Umsatzentwicklung teilweise noch von Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie geprägt war.

Das Umsatzplus zum Vorjahr in der Division S-Payment war vor allem eine Folge des Hauptumtauschjahres im vierjährigen Debitkartenzyklus. Dabei lagen sowohl die Absätze im Kartenumtausch wie auch bei den Kartennachforderungen über den Erwartungen der Umsatzprognose. Wachstumstreiber war außerdem die ungebrochen hohe Akzeptanz für mobile Zahlungsanwendungen. Positiv und deutlich über der Prognose entwickelten sich auch die Umsätze der Division Payment aus Dienstleistungen für Vermarktungs- und Entwicklungsprojekte für kartengestützte und digitale Paymentanwendungen.

Entsprechend der Prognose des Vorjahres wurde der Umsatzzuwachs der Division S-Communication Services vor allem bei der SMM erzielt. Ausschlaggebend hierfür waren neben dem Ausbau von Mehrwertleistungen vor allem höhere Umsätze im Medialen Kunden-Service. Besser als erwartet entwickelten sich außerdem digitale Lösungen (z. B. Ident- und Signaturverfahren). Entgegen der Prognose konnte auch die S-Communication Services GmbH beim Umsatz zulegen, was insbesondere durch höhere Umsätze mit Mailings sowie höhere Umsätze mit Stellenanzeigen und höhere Leistungspauschalen für die Internet-Filiale erreicht wurde.

Das Wachstum der Umsatzerlöse der Division S-Management Services lag weit über der Prognose. Ausschlaggebend waren dafür die nicht erwarteten Umsatzzuwächse im Geschäft mit Standard-Software Lizenzen und Wartungsrechten. Erwartungsgemäß positiv wirkten auch die zusätzlichen Umsätze mit der "Zentralen Immobilien-Marktdatenbank" (ZIMDB) und weiteren Services im Themenfeld Immobilien. Den größten Mehrumsatz verzeichnete wie erwartet nach dem Ende der Corona-Pandemie die SEG im Handels- und Plattformgeschäft, wobei die positive Entwicklung auch deutlich über der Prognose lag.

Der Anstieg der sonstigen Umsätze war Folge der erhöhten Umsätze mit Debitkarten und Mailings und der damit einhergehenden höheren Weiterberechnung von Porti.

Entwicklung der Ertragslage

2021
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Abweichung
Mio. EUR
Rohertrag 282,7 303,1 +20,4
Sonstige betriebliche Erträge 10,3 5,9 -4,4
Andere aktivierte Eigenleistungen 1,1 0,2 -0,9
Personalaufwand 173,9 185,3 +11,4
Abschreibungen 18,5 16,7 -1,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 94,4 87,3 -7,1
Betrieblich verursachtes Ergebnis 7,2 19,9 +12,7
Finanzergebnis 39,8 28,8 -11,0
Ergebnis vor Steuern 47,0 48,7 +1,7
Konzernjahresüberschuss (vor Minderheiten) 44,8 41,8 -3,0

Die Prognose für das betrieblich verursachte Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 ging davon aus, dass im Konzern als Folge einer positiven Umsatzentwicklung ein deutlich erhöhtes betrieblich verursachtes Ergebnis erreicht wird, das knapp im siebenstelligen Bereich bleibt. Zu der weit über die Prognose hinausgehenden positiven Entwicklung des betrieblich verursachten Ergebnisses trug auch die positive Umsatzentwicklung bei; wichtiger waren indes die deutlich unter der Prognose liegende Entwicklung bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Abschreibungen.

Der Rohertrag entwickelte sich nur unterproportional zum Umsatzzuwachs, da erhebliche Teile des Umsatzzuwachses auf Geschäftsfelder mit geringer Rohertragsquote entfielen und Kosteneffekte teilweise zu einer überdurchschnittlichen Erhöhung beim Materialaufwand führten.

Nach dem Abschluss der Projektarbeiten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine weiteren Zuschüsse für die Entwicklung der Immobilien-Anwendung ZIMDB (Zentrale Immobilien Marktdatenbank) vereinnahmt. Im Vorjahr waren diese Zuschüsse mit 4,0 Mio. EUR die größte Einzelposition bei den sonstigen betrieblichen Erträgen, die demgemäß unter dem 2021 erzielten Wert lagen.

Die Zahl der im Konzern bei den vollkonsolidierten Unternehmen im Jahresdurchschnitt beschäftigten und auf Ganztageskapazität (GTK) umgerechneten Mitarbeitenden stieg 2022 nur geringfügig um 28 auf 2.400 Beschäftigte. Die Erhöhung des Personalaufwands ist neben tariflichen Gehaltserhöhungen auch auf Personalkostensteigerungen bei Nach- und Neubesetzungen zurückzuführen.

Die Verringerung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen war vor allem auf den Abschluss des Projekts H + und dem damit verbundenen Wegfall von Reorganisationskosten zurückzuführen. Außerdem verfolgen die Unternehmen der DSV-Gruppe unverändert eine stringente Kostenpolitik, die sich bietende Möglichkeiten zu Einsparungen konsequent nutzt.

Nach der letztjährigen Prognose sollte das Finanzergebnis weit unterhalb dem 2021 erreichten Werts liegen. Tatsächlich lag das Finanzergebnis mit 28,8 Mio. EUR zwar deutlich unter dem vor allem von Sondereffekten bei der WPH (Verkauf des Geschäfts der Ingenico PAYONE Holding in der Schweiz, Verkauf des POS-Acquiring Geschäfts in Österreich und Belgien) geprägten Vorjahreswert (39,8 Mio. EUR) - damit aber erheblich über der Prognose. Ausschlaggebend für das Ergebnis der WPH war 2022 der nicht geplante Verkauf von Aktien aus dem VISA-Share Deal und die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses der WPH. Dies spiegelt sich in der Entwicklung des Ergebnisses aus at Equity bewerteten Anteilen wider.

Der Jahresüberschuss vor Minderheiten erreichte dementsprechend einen Wert von 41,8 Mio. EUR, lag damit nahe der im Vorjahr erreichten Größenordnung (44,8 Mio. EUR) und weit über dem prognostizierten Wert.

Vermögensentwicklung und Finanzlage

2021
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Bilanzsumme (= Gesamtvermögen) 405,3 503,4
Anlagevermögen 222,2 287,9
Umlaufvermögen 166,4 194,8
Davon
- Vorräte 46,8 26,0
- Flüssige Mittel 45,3 74,6
Eigenkapital 180,3 216,3
Eigenkapitalquote 44,5 % 43,0 %
Fremdkapital 225,0 287,1
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit * 29,1 51,6
Cashflow aus der Investitionstätigkeit * 3,6 -26,9
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit * -29,6 10,8

* entsprechend DRS 21 (Deutscher Rechnungslegungs Standard)

Das durch die Geschäftstätigkeit des Konzerns gebundene Gesamtvermögen und die Bilanzsumme erhöhten sich im Konzern um 98,1 Mio. EUR auf 503,4 Mio. EUR.

Das Anlagevermögen nahm um 65,7 Mio. EUR auf 287,9 Mio. EUR zu. Unverändert prägen Finanzanlagen von 249,6 Mio. EUR das Anlagevermögen. Ausschlaggebend für die Erhöhung des Anlagevermögens war der Anstieg des Werts der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen um 63,1 Mio. EUR auf 237,8 Mio. EUR. Der Wert der Anteile an der WPH erhöhte sich um 64,5 Mio. EUR auf nunmehr 234,3 Mio. EUR. Im Wesentlichen beruht diese Erhöhung auf dem Erwerb zusätzlicher Anteile von den früheren Mitgesellschaftern an der PAYONE GmbH entsprechend der durch diese ausgeübten Put-Optionen. Die DSV-Gruppe ist nunmehr an der Worldline PAYONE Holding GmbH (WPH) wirtschaftlich mit 40,0 % beteiligt. Außerdem übernahm die SCS eine Minderheitsbeteiligung an der Schufa AG mit Anschaffungskosten von 10,7 Mio. EUR.

Das Umlaufvermögen stieg um 28,4 Mio. EUR auf 194,8 Mio. EUR. Die Erhöhung der flüssigen Mittel um 29,3 Mio. EUR auf 74,6 Mio. EUR betraf vor allem Mittelzuflüsse aus der eigenen operativen Geschäftstätigkeit.

Vom letztjährigen Konzernjahresüberschuss von 44,8 Mio. EUR wurden 5,0 Mio. EUR an die Gesellschafter des Mutterunternehmens ausgeschüttet. Unter Berücksichtigung des aktuellen Konzernjahresüberschusses von 41,8 Mio. EUR stieg das Eigenkapital um 36,0 Mio. EUR auf 216,3 Mio. EUR. Die darin enthaltenen Anteile von Minderheitsgesellschaftern blieben mit 7,3 Mio. EUR nahezu unverändert. Die Eigenkapitalquote ging um 1,5 Prozentpunkte auf 43,0 % zurück. Das Konzerneigenkapital deckt das Anlagevermögen zu 75,1 %. Unter Berücksichtigung der langfristigen Anteile im Fremdkapital ist das Anlagevermögen damit zum Stichtag vollständig langfristig finanziert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 17,4 Mio. EUR auf 69,1 Mio. EUR erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen nahezu ausschließlich das die Konzernfinanzierung verantwortende Mutterunternehmen. Die bestehenden Darlehen dienen unverändert der Finanzierung der Beteiligungsaktivitäten des Konzerns. Feste ratierliche Tilgungsverpflichtungen belaufen sich auf jährlich 3,0 Mio. EUR. 2022 konnte wieder eine Sondertilgung von 10 Mio. EUR durchgeführt werden und auch für die Zukunft rechnet die DSV-Gruppe damit, entstehende Liquiditätsüberschüsse für Sondertilgungen nutzen zu können.

Die Investitionen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 69,4 Mio. EUR und betrafen mit 49,9 Mio. EUR die Anschaffungskosten der zusätzlichen Anteile am assoziierten Unternehmen WPH sowie mit 10,7 Mio. EUR die von der SCS erworbenen Beteiligungsanteile an der Schufa. Die übrigen 8,8 Mio. EUR entfielen u.a. mit 5,2 Mio. EUR auf immaterielle Vermögensgegenstände und mit 3,4 Mio. EUR auf Anschaffungskosten für Sachanlagen.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit lag 2022 mit 51,6 Mio. EUR um 22,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 29,1 Mio. EUR. Dies war vor allem auf die Erhöhung kurzfristiger Rückstellungen zurückzuführen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag mit -26,9 Mio. EUR um -30,5 Mio. EUR unter dem im Vorjahr positiven Wert von +3,6 Mio. EUR. Dies war die Folge der geschilderten Erwerbe von Anteilen an assoziierten Unternehmen und geringerer Mittelzuflüsse aus Dividendenzahlungen der WPH. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden zusätzliche Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten (vor allem für den Erwerb zusätzlicher Anteile am assoziierten Unternehmen WPH) aufgenommen, sodass sich ein positiver Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ergab.

Insgesamt ist die Finanzlage des Konzerns unverändert positiv. Die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 69,1 Mio. EUR dienten überwiegend der Finanzierung des Erwerbs der Anteile an der Worldline PAYONE Holding GmbH durch das DSV-Tochterunternehmen S-Payment GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr und den Vorjahren. Das gruppenweite Cash Pooling stellt die Finanzierung kurzfristiger Liquiditätsschwankungen aller Gruppenunternehmen aus eigener Kraft sicher. Darüber hinaus beim Mutterunternehmen bestehende kurzfristige Kreditlinien bieten zusätzliche Finanzierungssicherheit.

Entwicklung der Ertragslage des Mutterunternehmens

Nach der Umsetzung des Reorganisationsprojekts H + ("Holding und mehr") ist die DSV GmbH als Management-Holding nicht mehr nach außen operativ tätig. Demgemäß entfielen die mit dem operativen Geschäft verbundenen Umsätze und Aufwendungen. Das betrieblich verursachte Ergebnis der Holding ist daher nicht mit den im Vorjahr erzielten Werten vergleichbar.

2021
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Abweichung
Mio. EUR
Umsatzerlöse 300,2 52,0 -248,2
Betrieblich verursachtes Ergebnis -2,8 -19,2 -16,4
Finanzergebnis 12,8 47,0 +34,2
Ergebnis vor Steuern 10,0 27,8 +17,8
Jahresüberschuss 12,6 24,9 +12,3

Die Umsatzerlöse der DSV GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr ergaben sich aus den Umlagen für die an die Tochterunternehmen erbrachten Shared Services sowie aus Managementumlagen für wichtige zentrale Funktionen wie Interne Revision, Datenschutz- und Datensicherheit, Business Continuity Management oder Qualitätsmanagement. Diese lagen leicht unterhalb der im Vorjahr dargestellten Prognose. Erwartungsgemäß konnten die Kosten der Holding mit diesen Umsätzen nicht gedeckt werden, sodass sich ein negatives betrieblich verursachtes Ergebnis ergab. Die wesentlichen Aufwandspositionen der Holding (Personalaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen) lagen - insbesondere beim Personalaufwand - spürbar über den erwarteten Werten, sodass auch das negative betrieblich verursachte Ergebnis der Holding von -19,2 Mio. EUR den Prognosewert deutlich unterschritt.

Dass der Jahresüberschuss der DSV GmbH sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte und damit auch über dem prognostizierten Wert lag, ist vor allem auf die Entwicklung des Finanzergebnisses und der hierfür maßgeblichen Gewinnabführungen der Tochterunternehmen zurückzuführen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde mit der S-Payment GmbH ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen, sodass deren Ergebnis - abweichend zu 2021 - vollständig im Ergebnis des Mutterunternehmens DSV GmbH berücksichtigt wurde. Da im Rahmen des Projekts H+ auch die bisher vom Mutterunternehmen gehaltenen Anteile an der WPH und der PLUSCARD in die S-Payment ausgegliedert wurden, berücksichtigt die Ergebnisabführung der S-Payment die von diesen Beteiligungen im laufenden Geschäftsjahr ausgeschütteten Dividenden. Diese Gewinnabführungen beliefen sich 2022 auf 48,0 Mio. EUR gegenüber 2,9 Mio. EUR im Jahr 2021. Davon entfielen rund 80 Prozent auf die S-Payment GmbH. Über diesen Weg wurden von der WPH beim Mutterunternehmen Dividenden von 16,6 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr vereinnahmt, 5,5 Mio. EUR mehr als 2021. Das Finanzergebnis von 47,0 Mio. EUR lag damit auch weit über dem in der Prognose des Vorjahres berücksichtigten Wert.

Vermögensentwicklung und Finanzlage des Mutterunternehmens

2021
Mio. EUR
2022
Mio. EUR
Bilanzsumme (= Gesamtvermögen) 394,2 443,2
Anlagevermögen 226,3 280,1
- davon
Finanzanlagen 214,4 279,6
Umlaufvermögen 154,7 155,0
- davon
- Vorräte 42,9 0
- Flüssige Mittel 43,1 69,9
Eigenkapital 219,5 239,4
Eigenkapitalquote 55,7 % 54,0 %
Fremdkapital 174,7 203,8
- davon
- Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 51,0 68,0

Wie erwartet hat sich die Vermögenslage der DSV GmbH durch die Übernahme der Holdingfunktion im Rahmen der abschließenden Umsetzung des Projekts H+ insbesondere bei den Finanzanlagen deutlich verändert.

Insgesamt lagen das durch die Geschäftstätigkeit der DSV GmbH gebundene Gesamtvermögen und die Bilanzsumme mit 443,2 Mio. EUR um 49,0 Mio. EUR über dem Vorjahreswert.

Die Erhöhung des Anlagevermögens um 53,8 Mio. EUR auf nunmehr 280,1 Mio. EUR ist auf die Ausgliederung des operativen Betriebs des Mutterunternehmens im Rahmen eines ergebnisneutralen Carve-Outs auf die Tochterunternehmen S-Payment GmbH, S-Communication Services GmbH und S-Management Services GmbH zurückzuführen. Als Ergebnis dieser Ausgliederung erhöhten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen von 58,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 243,1 Mio. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr. Damit und unter Berücksichtigung der Ausleihungen an verbundene Unternehmen von 36,2 Mio. EUR entfallen vom Anlagevermögen holdingtypisch 279,6 Mio. EUR auf Finanzanlagen. Das Umlaufvermögen blieb in Summe mit 155,0 Mio. EUR nahezu unverändert, berücksichtigt aber nunmehr neben den um 26,8 Mio. EUR auf 69,9 Mio. EUR gestiegenen flüssigen Mitteln vor allem Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die um 33,8 Mio. EUR auf 77,5 Mio. EUR zunahmen.

Vom letztjährigen Jahresüberschuss von 12,6 Mio. EUR wurden 5,0 Mio. EUR an die Gesellschafter ausgeschüttet, 7,6 Mio. EUR wurden thesauriert. Unter Berücksichtigung des aktuellen Jahresüberschusses von 24,9 Mio. EUR stieg das Eigenkapital um 19,9 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote verringerte sich leicht von 55,7 % auf 54,0 %. Das Eigenkapital deckt das Anlagevermögen zu 85,5 %. Unter Berücksichtigung der langfristigen Anteile im Fremdkapital ist das Anlagevermögen damit zum Stichtag vollständig langfristig finanziert.

Entsprechend der Funktion des Mutterunternehmens als Cash-Pool-Leader mit zentraler Finanzierungsverantwortung wird das Fremdkapital des Mutterunternehmens von aus diesen Tätigkeiten resultierenden Verbindlichkeiten geprägt. Vom um 29,1 Mio. EUR auf 203,8 Mio. EUR gestiegenen Fremdkapital entfallen 68,0 Mio. EUR auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und 92,0 Mio. EUR auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Rahmen des Cash-Pooling.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 17,0 Mio. EUR. Sie dienen der Finanzierung der Beteiligungsaktivitäten des Konzerns. Feste ratierliche Tilgungsverpflichtungen belaufen sich auf jährlich 3,0 Mio. EUR. 2022 konnte wieder eine Sondertilgung von 10 Mio. EUR durchgeführt werden. Auch in Zukunft sollen in der DSV-Gruppe entstehende Liquiditätsüberschüsse vom Mutterunternehmen für Sondertilgungen genutzt werden.

Die Finanzlage der DSV GmbH wird unverändert als positiv betrachtet. Die laufende Liquidität wird durch das bestehende Cash-Pooling gesichert und zusätzlich durch auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gezogene Kreditlinien abgesichert. Die Finanzierung des von der IMS betriebenen Neubauprojekts zur Umsetzung der DSV-Immobilienstrategie ist durch entsprechende Verträge der IMS abgesichert.

Risikomanagement

Die DSV-Gruppe bietet ihren Kunden ein breites Spektrum hochwertiger lösungsorientierter Dienstleistungen und Produkte an. Dabei agieren die Konzernunternehmen auf Märkten, die sich dynamisch entwickeln. Um sich bietende Geschäftsmöglichkeiten aktiv zu nutzen, sind rasche und weitreichende Entscheidungen zu treffen. Hierbei müssen kalkulierte Risiken eingegangen werden. Der grundsätzliche Aufbau des Risikomanagements ist durch folgende Rahmenbedingungen gekennzeichnet:

Die operativ Geschäftsverantwortlichen sind dafür zuständig als Risikoverantwortliche in ihrem Verantwortungsbereich bestehende oder entstehende Risiken angemessen zu managen. Die Berichtssysteme, die auch eine regelmäßige Risikoberichterstattung beinhalten, sind darauf ausgerichtet diese Risiken zeitnah zu verfolgen, um gegebenenfalls frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Um auf Planabweichungen umgehend reagieren zu können erfolgt eine monatliche Chancen- und Risikobewertung der Markt- und Kostenentwicklungen. Wichtige Frühindikatoren hierzu werden als Controlling-Auswertungen aus dem Business Information Warehouse bereitgestellt.

Zweimal jährlich erfolgt eine umfassende Inventur aller im Rahmen der Planung nicht berücksichtigten Risiken. In diese Inventuren werden auch die Tochter- und Beteiligungsunternehmen mit einbezogen. Risiken, die sich aus den Erkenntnissen der Managementsysteme für Informationssicherheit und Datenschutz, Qualität oder Business Continuity ergeben, werden systematisch integriert. Gleiches gilt für im Rahmen des Controlling-Prozesses gewonnene risikorelevante Erkenntnisse.

Soweit Risiken bereits in den Ergebnissen des DSV oder der Tochter- und Beteiligungsunternehmen berücksichtigt werden, erfolgt keine Erfassung dieser im Ergebnis bereits berücksichtigten Risiken im Rahmen der Risikoinventuren.

Alle Risiken werden nach einheitlichen Regeln quantitativ bewertet und integriert in einem zentralen Softwaretool erfasst. Dabei wird das Schadenspotenzial der erfassten Risiken mit der vermuteten Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung umgesetzter Gegenmaßnahmen multipliziert. Die Schadenswerte und Eintrittswahrscheinlichkeiten werden teilweise basierend auf Vergangenheitserfahrungen, teilweise basierend auf Szenario-Betrachtungen und teilweise basierend auf Expertenschätzungen ermittelt.

Die so ermittelten Schadenserwartungswerte werden in drei Kategorien eingeteilt, die sich am Schadenserwartungswert ausrichten: unter 100 TEUR, über 100 TEUR, über 500 TEUR. Bei allen Risiken wird hinterlegt welche Gegenmaßnahmen zur Verringerung der Risiken notwendig sind oder ob die Risiken ohne weitere Gegenmaßnahmen akzeptiert werden.

Das Ziel der Risikopolitik, die Summe der so erhobenen Schadenserwartungswerte nicht größer als die Hälfte des ausgewiesenen gezeichneten Kapitals werden zu lassen, wurde immer erreicht. Die Schadenserwartungswerte von Tochter- und Beteiligungsunternehmen werden dabei grundsätzlich entsprechend der Beteiligungsquote berücksichtigt.

Zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit der Gesellschaft wird zunächst die Erfüllung des oben angeführten Ziels der Risikopolitik betrachtet. Zusätzlich erfolgt ein Vergleich der insgesamt ermittelten Schadenspotenziale mit dem bilanziellen Eigenkapital. Ergänzend werden Auswirkungen der Risiken bzw. der erhobenen Schadenspotenziale auf die Liquiditätssituation betrachtet und der vorhandenen Liquidität sowie den kurzfristig verfügbaren Kreditlinien gegenübergestellt. Sowohl die kapitalorientierte als auch die liquiditätsorientierte Betrachtung zeigen, dass eine ausreichend hohe Risikotragfähigkeit besteht.

Ergänzend berichten die Tochter- und Beteiligungsunternehmen regelmäßig in strukturierter Form ausführlich schriftlich und mündlich direkt an den jeweils zuständigen DSV-Geschäftsführer.

Die Interne Revision führt regelmäßig Prüfungen sowie Ad-hoc-Aufträge durch. Die Revisionsplanung orientiert sich dabei insbesondere an risikorelevanten Prozessen und Sachverhalten. Regelmäßige externe Audits und Zertifizierungen (z. B. DIN ISO 27001, DIN ISO 9001:2015) tragen ebenfalls zur stetigen Verbesserung des Risikomanagements bei. Im Hinblick auf die vom DSV erbrachten IT-Dienstleistungen erfolgt jährlich eine Prüfung ausgewählter Kontrollbereiche nach IDW PS 951 n. F. Typ 2.

Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung im Konzern

Chancen des Konzerns und der Konzernunternehmen

Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio der DSV-Gruppe sorgt durch seine Breite dafür, dass negative Entwicklungen in einzelnen Geschäftsfeldern häufig durch positive Entwicklungen in anderen Geschäftsfeldern ausgeglichen werden können. Durch diese Breite gelingt es immer wieder, in einzelnen Geschäftsfeldern entstehende Chancen aufzugreifen und wahrzunehmen. Die Kapitalstärke des Konzerns bietet die Voraussetzung für den Aufbau neuer Geschäftsfelder, und Dienstleistungen - auch bei einer langen Amortisationsdauer. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr eingetretene Zinswende wird tendenziell zu einer Verbesserung der Ertragssituation bei den Instituten der Sparkassen Finanzgruppe führen, woraus sich ebenfalls Chancen für die DSV-Gruppe ergeben können.

Die Division S-Payment bedient auf der Issuingseite die gesamte Wertschöpfungskette im Payment-Prozess mit dem Ziel, die dort vorhandenen Lösungen für die Institute und deren Kunden optimal zu verknüpfen. Die Einbindung in alle wesentlichen Payment-Themen der Sparkassen Finanzgruppe, insbesondere bei der digitalen Weiterentwicklung des Kernprodukts Girocard bietet insoweit vielfältige Chancen zur Erweiterung und Vertiefung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios. Gleichzeitig steigt damit auch die unternehmerische Verantwortung.

Die vorhandenen Kompetenzen in der Division S-Communication Services mit den Bereichen Kommunikation, Online-Anwendungen und Vertriebsunterstützung bieten viele Möglichkeiten, die Sparkassen bei der Bewältigung der Digitalisierung ihrer Kundenbeziehungen zu unterstützen. Wesentliche Chancen sieht die Division im weiteren Ausbau und der weiteren Digitalisierung der von der SMM angebotenen medialen Kundenservices. Auch die Mehrwert-Angebote sollen weiter ausgebaut werden. Der Ausbau und die Zusammenführung regionaler Cashback-Programme zu einem nationalen Programm bieten insoweit besondere Chancen.

In der Division S-Management Services wird der Ausbau der Unterstützungsleistungen zur optimierten Nutzung von Software unter Einbeziehung von Cloud-bezogenen Softwareangeboten fortgesetzt. Die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe im Formulargeschäft sowie die Verbreiterung des Angebots an Formularen für den kommunalen Bereich bietet erhebliche wirtschaftliche Chancen. Der Ausbau des Immobiliennetzwerks auf Basis der bestehenden Zentralen Immobilien Marktdatenbank (ZIMDB) um hochwertige Bewertungskomponenten soll zu einer Verbreiterung der Angebote zu diesem Kernthema führen. Die SEG wird die bestehenden stabilen Geschäfte weiter ausbauen und versuchen, Chancen in den Geschäftsfeldern Mobility (Tankkarten) und IT-Hardware wahrzunehmen. Auch die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsthemen in den bestehenden Produktportfolien wird als Chance betrachtet.

Die Umsetzung der Immobilienstrategie durch die IMS ermöglicht der DSV-Gruppe zukünftig einen deutlich nachhaltigeren, kostengünstigeren und besser an moderne Arbeitsmethoden angepassten Gebäudebetrieb. Ein vertraglich vereinbartes flexibles Kreditkonzept sichert die Umsetzung der Immobilienstrategie auf der Finanzierungsebene. Die im letzten Jahr eingetretene Zinswende wurde im Rahmen der Planung bestmöglich berücksichtigt, dennoch sind Zinserhöhungen über die im Rahmen der Planung und Prognose berücksichtigten Werte hinaus möglich.

Die Mitarbeit in zahlreichen bundesweiten und regionalen Gremien der Sparkassen Finanzgruppe ermöglicht es, dass die Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen eng an den zentralen und regionalen Anforderungen des operativen Geschäfts der Kunden ansetzt. Die Abstimmung mit Gremien auf Unternehmensebene leistet einen wichtigen Beitrag zur Planungssicherheit.

Risiken des Konzerns und der Konzernunternehmen

Die Entwicklung der wirtschaftlichen Situation wird aktuell auch von politischen Faktoren geprägt, auf die weder die DSV-Gruppe noch deren Kunden oder Lieferanten Einfluss nehmen können. Wesentliche Auswirkungen betreffen auch die Unternehmen der DSV-Gruppe. Insbesondere sind dies Preissteigerungen im Energiesektor und bei den Transportkosten sowie bei vielen technischen Komponenten, die für Produkte und Dienstleistungen der DSV-Gruppe eine wesentliche Bedeutung haben. Die Kostenwirkungen dieser Preissteigerungen wurden im Rahmen der Planung für das laufende Geschäftsjahr und der darauf aufbauenden Prognose bestmöglich berücksichtigt. Einzelrisiken hinsichtlich dieser Entwicklungen waren in der Risikoinventur zum 31.12.2022 daher nicht zu erfassen.

Die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Personalressourcen wurden in der letzten Risikoinventur nicht im Einzelnen als Risiko benannt - stellen aber für alle Unternehmen der DSV-Gruppe eine Herausforderung dar.

Die sich aus der Risikoinventur zum 31. Dezember 2022 ableitbare Risikosituation ist im Vergleich zum Vorjahr hinsichtlich der Art der erfassten Risiken weitgehend unverändert. Eine Ausnahme hiervon bilden die Risiken im Bereich der Informationssicherheit. Informationssicherheit ist auch für die Unternehmen der DSV-Gruppe ein zentraler Schwerpunkt des Risikomanagements. Der Umfang und die Bewertung entsprechender Risiken haben sich in den letzten zwölf Monaten deutlich erhöht. Ein Schwerpunkt identifizierter und hoher Risiken ergibt sich aus der Entwicklung auf den Absatzmärkten der Konzernunternehmen. Kostenreduzierungen der Sparkassen betreffen regelmäßig auch das Leistungsangebot der Unternehmen der DSV-Gruppe. Insgesamt ist auch die Summe der Schadenserwartungswerte als wesentlicher Risikoindikator der DSV-Gruppe in den letzten 12 Monaten erheblich gestiegen.

Der Geschäftsbereich S-Payment trägt die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit von über 50 Mio. Debit- und rund 10 Mio. Kreditkarten. Die damit verbundenen technischen und wirtschaftlichen Risiken lassen sich trotz umfassendem Qualitätsmanagement und intensiver Tests nicht vollständig ausschließen. Trotz aller Gegenmaßnahmen ergeben sich auf Grund der Mengenkomponente im Kartengeschäft hohe Risiken. Grundsätzlich vergleichbar ist die Situation bei den Anwendungen für das Mobile Payment. Die Summe der Schadenserwartungswerte der insoweit in der Risikoinventur erfassten Risiken blieb im Wesentlichen unverändert. Beschaffungsrisiken im sensiblen Bereich der Chipmodule für Zahlungsverkehrskarten bestehen wegen 2022 abgeschlossener bedarfssichernder Verträge aktuell nicht.

Möglichen Vermögensrisiken wird durch eine vorsichtige Bewertung der Vermögensposten und - soweit zulässig - durch die frühzeitige Bildung entsprechender Rückstellungen begegnet. Darüber hinaus liegen nur niedrige Bestandsrisiken vor.

Allgemeinen IT-Risiken und Cyber-Risiken wird durch einen hohen Sicherheitsstandard begegnet. Die enge Zusammenarbeit zwischen der IT-Service GmbH, dem zentralen ISDS-Management des Mutterunternehmens und den IT-Verantwortlichen bei den Tochterunternehmen sorgt für ein grundlegend hohes Niveau der Informationssicherheit. Den insoweit dennoch bestehenden erheblichen Risiken im Bereich der Informationssicherheit wird mit angemessenen Maßnahmen und Projekten zur weiteren Minimierung begegnet.

Den Ertragsrisiken, die sich aus Marktentwicklungen ergeben, versuchen wir durch eine entsprechend vorsichtige Planung Rechnung zu tragen. Steigende Ausgaben und Investitionen für innovative Produkte und in längerfristig laufenden Projekten können zu erhöhten Risiken führen.

Bestandsgefährdende Risiken liegen nicht vor.

Chancen und Risiken des Mutterunternehmens
Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Die Risikosituation des Mutterunternehmens wird im Wesentlichen von der Risikosituation der Tochter- und Beteiligungsunternehmen geprägt. Die insoweit beim Mutterunternehmen bilanzierten Bilanzansätze werden regelmäßig überprüft, Risiken wird durch frühzeitige Abwertungen Rechnung getragen. Aktuell zeichnen sich auch vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsaussichten der Tochter und Beteiligungsunternehmen keine Bewertungsrisiken ab.

Der beabsichtigte Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags mit der S-Communication Services GmbH wird dazu führen, dass die Ergebnisse der Division S-Communication Services sich beim Mutterunternehmen unmittelbar niederschlagen und dessen Ertragssituation verbessern werden.

Die tendenziell vorsichtige Planung der Unternehmen der DSV-Gruppe führt dazu, dass die Wahrnehmung und Realisierung von Chancen bei den Tochter- und Beteiligungsunternehmen auch zu entsprechenden zusätzlichen Ergebnissen beim Mutterunternehmen führt.

Im Hinblick auf die bestehenden Herausforderungen bei der Beschaffung und Sicherung von Personalressourcen wird der beim Mutterunternehmen angesiedelte zentrale Personalbereich seine Strategie eines engagierten Employer-Branding fortsetzen. Die Bereitschaft des DSV neue Arbeitsmethoden und -modelle aktiv voranzutreiben und zu implementieren, kann insoweit bestehende Risiken minimieren.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr im Konzern

Basis der im Folgenden dargestellten Prognose für 2023 ist die im Herbst des vergangenen Jahres für den Konzern erarbeitete Planung. Die Planungsprämissen unterstellen keine weiteren Pandemie-Auswirkungen im laufenden Jahr und insoweit eine Rückkehr zur Normalität. Die in Folge des Ukraine-Krieges massiv gestiegene Inflation wird 2023 zu erheblichen Kostensteigerungen beim Materialaufwand, bei bezogenen Leistungen, Fremdleistungen, Energiekosten und Logistikkosten führen. Der Personalaufwand wird weitgehend durch den Tarifabschluss für das öffentliche und private Bankgewerbe (Gehaltserhöhung von 3 % zum 01.07. 2022 und von 2 % zum 01.07.2023) geprägt. Die knappe Verfügbarkeit von Personal bei Neueinstellung wird aber wie bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem über die Tarifwirkung hinausgehenden Kostenanstieg führen. Die Prognose unterstellt eine Fortsetzung der von der DSV-Gruppe verfolgten Insourcing-Strategie und daher unter Berücksichtigung von Nachholeffekten einen spürbaren Aufbau beim Personal.

Die Umsatzerlöse werden in der im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten Größenordnung liegen. In der Division S- Payment werden zusätzliche Umsätze mit digitalen Karten und mobilen Paymentanwendungen sowie erhöhte Umsätze der S-Public Services den nach dem Hauptumtauschjahr im vierjährigen Debitkarten Zyklus rückläufigen Umsatz mit haptischen Karten nicht vollständig ausgleichen. Die Division S-Communication Services erwartet wieder ein moderates Umsatzwachstum - vor allem durch den weiteren Anstieg der Umsatzerlöse der S-Markt und Mehrwert. In der Division S-Management Services können rückläufige Umsätze im klassischen Softwaregeschäft nicht durch zusätzliche Umsätze der übrigen Geschäftsfelder oder der SEG ausgeglichen werden, sodass die Umsätze hier leicht unter dem 2022 erreichten Wert bleiben.

Das operative, betrieblich verursachte Ergebnis im Konzern wird sich erheblich verringern. Dies vor allem wegen der in der Prognose berücksichtigten Kosteneffekte bei den Personalkosten und beim sonstigen betrieblichen Aufwand sowie vor dem Hintergrund eines deutlich geringeren operativen Ergebnisses in der Division S-Payment.

Der Prognose des Finanzergebnisses liegt die Annahme zu Grunde, dass es im laufenden Geschäftsjahr zu keinen ergebniswirksamen Sondereffekten bei der WPH kommen, deren operatives Ergebnis aber deutlich gesteigert werden kann. Das At Equity-Ergebnis wird im Konzern leicht über dem im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten Wert liegen. Damit wird auch der erheblich erhöhte Zinsaufwand ausgeglichen. Die Zinswende führt zu höheren Zinsen für die von der Muttergesellschaft aufgenommenen Darlehen. Zusätzlich fallen erstmals in größerem Umfang Zinsen im Zusammenhang mit der Finanzierung des bei der IMS laufenden Neubauprojekts an. In Summe wird im Konzern ein unverändertes Finanzergebnis prognostiziert.

Der Konzernjahresüberschuss wird nach dieser Prognose erheblich unterhalb dem im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichten Werts liegen.

Prognose für das Mutterunternehmen Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Die DSV GmbH rechnet damit, dass die Umsatzerlöse aus Vergütungen für Shared Services und Management Umlagen im laufenden Geschäftsjahr leicht unter den 2022 erreichten Werten liegen werden. Die wesentlichen Aufwandspositionen der Holding (Personalaufwand und sonstige betriebliche Aufwendungen) werden nach der Prognose nicht weiter steigen und beim sonstigen betrieblichen Aufwand moderat unter den 2022 erreichten Werten liegen. Das strukturell negative betrieblich verursachte Ergebnis wird den Wert des abgelaufenen Geschäftsjahres erheblich unterschreiten.

Das Finanzergebnis wird die im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte Größenordnung ebenfalls klar unterschreiten, sodass zwar der Jahresüberschuss sehr deutlich zurückgeht, aber im achtstelligen Bereich bleibt.

Als zentraler Dienstleister in der Sparkassen Finanzgruppe wird die DSV-Gruppe auch 2023 einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Sparkassen Finanzgruppe im Jahr leisten.

 

Stuttgart, den 17. Mai 2023

Die Geschäftsführung

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVSEITE

31.12.2022 Vorjahr
T€
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.647.800,63 19.080
2. Geschäfts- oder Firmenwert 7.036.562,11 8.926
3. Geleistete Anzahlungen 307.196,59 1.090
21.991.559,33 29.095
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.566.891,29 5.641
2. Andere Anlagen, Betriebs - und Geschäftsausstattung 9.575.340,16 10.944
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.128.314,90 765
16.270.546,35 17.350
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 112.304,79 0
2. Beteiligungen 11.641.462,75 936
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 237.811.621,48 174.721
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 57.200,00 76
249.622.589,02 175.734
287.884.694,70 222.179
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 7.123.761,13 7.627
2. Unfertige Leistungen, unfertige Erzeugnisse 2.189.159,73 3.704
3. Fertige Erzeugnisse, Waren und Produktnutzungsrechte 16.491.716,69 32.569
4. Geleistete Anzahlungen 226.865,92 2.886
26.031.503,47 46.786
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79.505.124,87 65.153
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 447.816,46 522
3. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 269.201,07 987
4. Sonstige Vermögensgegenstände 13.893.143,61 7.671
94.115.286,01 74.334
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 74.632.034,86 45.276
194.778.824,34 166.396
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 11.327.127,96 6.517
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 9.387.814,16 10.182
503.378.461,16 405.274
Treuhandvermögen 42.772.209,07 40.549

PASSIVSEITE

31.12.2022 Vorjahr
T€
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 32.999.930,00 33.000
II. Kapitalrücklage
1. Kapitalrücklage vor Verrechnung
Geschäfts- oder Firmenwert 24.955.882,95 24.956
2. Verrechnung Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung (24.955.882,95) (24.956)
0,00 0
III. Gewinnrücklagen
1. Satzungsmäßige Rücklagen 35.595.823,48 33.946
2. Andere Gewinnrücklagen 119.675.200,29 113.768
3. Verrechnung Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung (10.461.162,62) (10.461)
144.809.861,15 137.253
IV. Konzernbilanzgewinn 31.159.667,02 2.271
V. Anteile anderer Gesellschafter 7.339.910,16 7.749
- davon Ergebnisanteil: T€ -319 (Vj.: T€ 292)
216.309.368,34 180.273
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 28.307.933,00 26.792
2. Steuerrückstellungen 6.492.646,82 3.866
3. Sonstige Rückstellungen 82.317.456,39 42.863
117.118.036,21 73.521
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 69.117.237,55 51.676
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 14.237.561,87 12.173
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 38.205.910,84 46.800
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.426.887,40 1.720
5. Verbindlichkeiten ggü. Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 121.318,84 26
6. Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 336.839,60 747
7. Sonstige Verbindlichkeiten 42.213.753,02 34.690
- davon aus Steuern: T€ 19.061 (Vj.: T€ 7.610)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: T€ 103 (Vj.: T€ 137)
165.659.509,12 147.832
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.291.547,50 3.648
503.378.461,16 405.274
Treuhandverpflichtungen 42.772.209,07 40.549

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

2022 Vorjahr
T€
1. Umsatzerlöse 717.278.468,07 628.964
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 297.674,41 (7.822)
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 162.142,56 1.059
4. Sonstige betriebliche Erträge 5.851.872,82 10.272
723.590.157,86 632.473
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren (177.899.942,14) (96.322)
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen (236.550.145,95) (242.084)
(414.450.088,09) (338.405)
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter (152.533.789,17) (143.115)
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (32.770.295,67) (30.826)
- davon für Altersversorgung: T€ 5.873 (Vj.: T€ 4.874)
(185.304.084,84) (173.941)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (16.686.069,13) (18.458)
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (87.282.428,72) (94.427)
(703.722.670,78) (625.230)
9. Betrieblich verursachtes Ergebnis 19.867.487,08 7.243
10. Erträge aus Beteiligungen 315.238,64 542
11. Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen 31.278.551,37 42.276
0,00 0
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,00 0
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen (18.800,00) (40)
0,00 0
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (2.904.253,95) (3.068)
15. Finanzergebnis 28.820.968,89 39.768
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (6.567.645,49) (1.887)
17. Ergebnis nach Steuern 42.120.810,48 45.124
18. Sonstige Steuern (348.060,42) (301)
(348.060,42) (301)
19. Konzernjahresüberschuss vor Minderheiten 41.772.750,06 44.823
20. Anteile anderer Gesellschafter (318.646,11) 292
21. Konzernjahresüberschuss nach Minderheiten 41.454.103,95 45.115
22. Verlustvortrag (2.737.320,09) (39.658)
23. Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 0
24. Einstellungen in Gewinnrücklagen (7.557.116,84) (3.186)
25. Konzernbilanzgewinn 31.159.667,02 2.271

Handelsregister B des Amtsgerichts Stuttgart, HRB 748

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung stellten wir nach dem Gesamtkostenverfahren auf. Die Deutschen Rechnungslegungsstandards wurden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses beachtet.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss sind neben der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart, die jeweils vollkonsolidierten 100 prozentigen Tochtergesellschaften Sparkassen-Einkaufsgesellschaft mbH, Wiesbaden, MEG Mitarbeiter-Einkaufsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, S-Payment GmbH, Stuttgart, S-Management Services GmbH, Stuttgart, S- Communication Services GmbH, Stuttgart, DSV Immobilien Verwaltungs GmbH, Stuttgart, DSV Immobilien Service GmbH & Co. KG, Stuttgart, DSV IT Service GmbH, Stuttgart, sowie die S-Public Services GmbH, Stuttgart, einbezogen.

Des Weiteren wird die 51-prozentige Tochtergesellschaft S-Markt & Mehrwert GmbH & Co. KG, Halle, in den Konzernabschluss einbezogen. Ebenso einbezogen wird die 52,08- prozentige Tochtergesellschaft S-Markt & Mehrwert Geschäftsführungsgesellschaft mbH, Halle.

Die Worldline PAYONE Holding GmbH, Ratingen, wird als assoziiertes Unternehmen nach § 311 HGB in den Konzernabschluss einbezogen. Im Jahr 2022 erfolgte der Erwerb von zusätzlichen Anteile von den früheren Mitgesellschaftern an der PAYONE GmbH entsprechend der durch diese ausgeübten Put-Optionen. Die DSV-Gruppe ist nunmehr an der Worldline PAYONE Holding GmbH wirtschaftlich mit 40,0 Prozent beteiligt.

Die PLUSCARD Service-Gesellschaft für Kreditkarten-Processing mbH, Saarbrücken, an der wir mit 25,1% beteiligt sind, und die GIZS Verwaltungs-GmbH, Frankfurt am Main, sowie die GIZS GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, an denen wir mit jeweils 33,3% beteiligt sind, werden nach § 311 HGB als assoziiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Kapitalanteile entsprechen den Stimmrechten.

Die Beteiligung SRC Security Research & Consulting GmbH, Bonn, wird nicht als assoziiertes Unternehmen behandelt. Infolge entsprechender gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen wird trotz einer Beteiligungsquote von 22,5% kein maßgeblicher Einfluss auf dieses Unternehmen ausgeübt.

Die Tochtergesellschaft S- Markt & Mehrwert GmbH & Co. KG, Halle, nimmt die Befreiungen des § 264b HGB betreffend dem Lagebericht und der Offenlegung in Anspruch. Die Tochtergesellschaften DSV IT Service GmbH, Stuttgart, die DSV Immobilien Service GmbH & Co. KG, Stuttgart, die S-Payment GmbH, Stuttgart, die S-Management Services GmbH, Stuttgart, und die Sparkassen-Einkaufsgesellschaft mbH, Wiesbaden, nehmen die Befreiungen des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB betreffend dem Lagebericht, dem Anhang und der Offenlegung in Anspruch. Die Tochtergesellschaft MEG Mitarbeiter-Einkaufsgesellschaft mbH, Frankfurt/Main, nimmt die Erleichterungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB in Bezug auf die Offenlegung wahr.

Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die unter der Bilanz als Treuhandguthaben bzw. -verpflichtungen dargestellten Beträge werden für die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe durch das Unternehmen, S-Payment GmbH, Stuttgart, treuhänderisch verwaltet.

Bei vollkonsolidierten Unternehmen erfolgte die Kapitalkonsolidierung für alle Erstkonsolidierungen bis zum 31.12.2009 nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB und für alle Erstkonsolidierungen nach diesem Zeitpunkt nach der Erwerbsmethode im Rahmen der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB. Für zu Beginn des Geschäftsjahres 1990 bestehende Beteiligungen wurden gemäß Art. 27 EGHGB die Verhältnisse zum 01.01.1990 zugrunde gelegt. Im Übrigen kamen die Verhältnisse zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung zur Anwendung. Die Buchwerte der Anteile an einbezogenen Unternehmen wurden mit dem anteiligen Eigenkapital verrechnet. Die bisher ausgewiesenen passivischen Unterschiedsbeträge wurden aufgrund von § 309 Abs. 2 HGB erfolgswirksam aufgelöst. Der aktivische Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung, welcher als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen wird, beträgt am Abschlussstichtag 6.183 T€ (Vj. 7.240 T€) und wird planmäßig über die Nutzungsdauer von zehn Jahren abgeschrieben. In Summe ergibt sich im Konzern ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 7.037 T€ (Vj. 8.926 T€). Darin enthalten sind ebenso Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 854 T€ (Vj. 1.686 T€), die in den Jahresabschlüssen der einbezogenen Unternehmen entstanden sind.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen ergibt sich wie folgt:

Auf ein assoziiertes Unternehmen entfällt ein aktivischer Unterschiedsbetrag in Höhe von 0 T€ (Vj. 1.371 T€). Hierbei handelt es sich um einen Geschäfts- oder Firmenwert.

Auf ein anderes assoziiertes Unternehmen entfällt nach Anwendung des DRS 26 ein passiver Unterschiedsbetrag von 252.105 T€ (Vj. 266.367 T€). Davon entfallen auf den passiven Unterschiedsbetrag I (Unterschied zwischen Buchwert der Anteile und anteiligem Eigenkapital) 8.156 T€ und auf den passiven Unterschiedsbetrag II nach Neubewertung 243.949 T€.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Unternehmen wurden konsolidiert. Auf die Eliminierung von Zwischenergebnissen wurde in Anwendung von § 304 Abs. 2 HGB wegen untergeordneter Bedeutung verzichtet.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH gelten für alle in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Latente Steuern werden nach Maßgabe des § 274 HGB in Verbindung mit § 306 HGB ermittelt. Die aktiven latenten Steuern werden nach § 266 Abs. 2 HGB als eigene Position dargestellt. Bei der PLUSCARD GmbH, die im Rahmen der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen wurde, wurde kein aktiver Steuerlatenzüberhang bilanziert. Auf eine Anpassung an die konzerneinheitliche Bewertung wurde aufgrund der unwesentlichen Auswirkungen verzichtet.

Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Anlagevermögen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind gemäß § 255 Abs. 1 HGB zu Anschaffung- oder Herstellungskosten angesetzt und werden um planmäßige, lineare und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen vermindert. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern betragen bei immateriellen Vermögensgegenständen im Allgemeinen drei bis fünf Jahre. Bei anderen Anlagen, sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung vier bis fünfzehn Jahre. Anlagegüter werden bis zu einem Wert von 800,00 € im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Ihr Abgang wird mit Ablauf des Zugangsjahres unterstellt.

Bei Geschäfts- und Firmenwerten wird eine Nutzungsdauer von zehn Jahren unterstellt, da die Unternehmen bereits lange am Markt tätig sind und über langfristig stabile Kundenbeziehungen und Geschäftsmodelle verfügen. Diese werden ebenfalls um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Vom Wahlrecht der Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände wurde kein Gebrauch gemacht.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, welche im Rahmen des Ertragswertverfahrens ermittelt wird, mit den am Abschlussstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bestehen die Gründe der außerplanmäßigen Abschreibung nicht mehr, wird entsprechend § 253 Abs. 5 HGB, der niedrigere Bilanzansatz, bis maximal auf die Anschaffungskosten, zugeschrieben.

Geleistete und erhaltene Anzahlungen

Bei den geleisteten Anzahlungen und den erhaltenen Anzahlungen erfolgt der Ansatz jeweils zum Nennwert.

Umlaufvermögen

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Hierbei werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe mit dem gewogenen Durchschnitt bewertet. Dem Lagerbestands- und Vertriebsrisiko wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Bei der Bewertung wird das strenge Niederstwertprinzip berücksichtigt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen werden zu ihren Herstellungskosten i.S.d. § 255 Abs. 2 Satz 2 HGB (handelsrechtliche Wertuntergrenze) bzw. ihrem niedrigeren Wert zum Bilanzstichtag angesetzt. Fremdkapitalzinsen werden nicht mit einbezogen.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen nach Maßgabe des § 274 HGB ermittelt. Es wird von dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht, eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerentlastung in der Bilanz zu aktivieren.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag gebildet, soweit diese Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Zur Ermittlung der Pensions-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen wurden versicherungsmathematische Gutachten angefordert und diese gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften unter Anwendung der Projected Unit Credit-Methode, sowie den "Richttafeln 2018 G" von der HEUBECK AG mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages der Pensionsrückstellungen wurden ein Gehaltstrend von 2,00% und eine durchschnittliche Fluktuation von 0,00 % zugrunde gelegt. Zusätzlich wurde im Rahmen der Ermittlung der Rückstellungen ein Rententrend von 1,00% bzw. 2,20% berücksichtigt. Die Abzinsung erfolgt unter Inanspruchnahme des Wahlrechts des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre von 1,78% bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt 1.434 T€ und ist ausschüttungsgesperrt.

Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages der Jubiläumsrückstellung wurde ein Gehaltstrend von 2,25% und eine durchschnittliche Fluktuation von 5,00% bzw. 10,00% zugrunde gelegt. Die Abzinsung erfolgt gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre mit 1,44%.

Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages der Altersteilzeitrückstellung wurde ein Gehaltstrend von 2,25% berücksichtigt. Die Abzinsung für Altersteilzeitverpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mindestens einem Jahr erfolgte mit einem Rechnungszins in Höhe von 0,50% bzw. 0,66%.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen im Kartengeschäft werden ausgehend von Schäden in der Vergangenheit mit einer angenommenen Gewährleistungs- und Kulanzquote von 3,00% der erzielten Umsatzerlöse ermittelt. Die Möglichkeit zur Regressnahme bei Lieferanten wird bei der Ermittlung mit 50,00% angesetzt.

Die Rückstellung für Reorganisation wurde mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Hierfür wurden Erfahrungswerte vergangener Jahre bei der Bildung berücksichtigt.

Bei den Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken, sowie ungewisse Verbindlichkeiten berücksichtigt. Sie werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Bei Rückstellungen, bei denen Erfahrungswerte vergangener Jahre vorliegen, sind diese entsprechend bei der Bildung berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem, von der Deutsche Bundesbank ermittelten und bekannt gegebenen laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden für Einnahmen vor dem Bilanzstichtag gebildet, soweit diese einen Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Erläuterungen zu Posten des Konzernabschlusses

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens für den Konzern ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Der Anteilsbesitz ist in einer gesonderten Anlage zum Anhang aufgeführt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von 10.426 T€ (Vj. 7.707 T€) enthalten. In den Forderungen gegen Gesellschafter sind 111 T€ Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern saldiert dargestellt.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen bestehen in voller Höhe aus Lieferungen und Leistungen.

Wie im Vorjahr besitzen alle sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Finanzmittelfonds der Kapitalflussrechnung berücksichtigt die Bilanzposition "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten". Aus sonstigen Zahlungsabwicklungen, die nicht im Namen und auf Rechnung der Konzerngesellschaften lauten, sind 18.456 T€ (Vj. 24.611 T€) nicht als Eigenliquidität zu betrachten. Der Finanzmittelfonds beträgt 56.176 T€ (Vj. 20.665 T€).

Aktive latente Steuern

Gemäß § 274 Abs. 2 Satz 1 HGB in Verbindung mit § 306 HGB wurde ein Überhang an aktiven latenten Steuern in Höhe von 9.388 T€ (Vj. 10.182 T€) gebildet. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgte auf Basis der unternehmensindividuellen Steuersätze, welche zwischen 14,70% und 30,63% liegen. Die ausgewiesenen latenten Steuern beruhen auf temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz. Diese sind im Wesentlichen auf Bewertungs- und Bilanzierungsunterschiede bei Rückstellungen (insbesondere Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Gewährleistungen) sowie Bewertungsunterschiede im Vorrats- und Anlagevermögen zurückzuführen.

Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Anlage Eigenkapitalspiegel dargestellt. Der Konzernbilanzgewinn in Höhe von 31.160 T€ (Vj. 2.271 T€) ist gemindert von Ausschüttungen an die Gesellschafter in Höhe von 5.000 T€ (Vj. 5.000 T€). Aus der Erstkonsolidierung von Gesellschaften bestehen aktivische Unterschiedsbeträge von 35.417 T€ (Vj. 35.417 T€), die mit den Kapitalrücklagen und den Gewinnrücklagen verrechnet wurden. Den ausschüttungsgesperrten Beträgen in Höhe von 10.822 T€ (Vj. 12.288 T€), resultierend aus dem Überhang der aktiven latenten Steuern über die passiven latenten Steuern und dem Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB, stehen frei verfügbare Rücklagen in Höhe von 109.214 T€ (Vj. 103.307 T€) gegenüber. Eine Ausschüttungssperre bezüglich des Bilanzgewinns besteht daher nicht. Im Konzernabschluss werden neben den Gewinnrücklagen des Mutterunternehmens auch die Gewinnrücklagen von Tochterunternehmen während der Konzernzugehörigkeit dotiert und ausgewiesen. Im Posten Gewinnrücklagen wurde eine Umgliederung zwischen den satzungsmäßigen Rücklagen und den anderen Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 9.734 unter Anpassung der Vorjahreszahlen zum einheitlichen Ausweis der satzungsmäßigen Rücklagen im Einzel- und Konzernabschluss vorgenommen.

Sonstige Rückstellungen

Der Bilanzausweis betrifft insbesondere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 12.242 T€ (Vj. 3.254 T€), Verpflichtungen für Personalaufwendungen (insbesondere Altersteilzeit, Einmalzahlungen, Urlaubsansprüche und Gleitzeitguthaben) in Höhe von 26.121 T€ (Vj. 23.834 T€), Reorganisationsrückstellungen in Höhe von 1.951 T€ (Vj. 5.158 T€) und Rückstellungen für Gewährleistungsansprüche in Höhe von 4.299 T€ (Vj. 4.150 T€).

Verbindlichkeiten

Restlaufzeiten ergeben sich aus folgender Übersicht:

Gesamtbetrag 31.12.2022
T€
bis zu 1 Jahr
T€
über 1 Jahr
T€
Davon über 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 69.117 4.117 65.000 3.000
aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 14.238 14.238 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 38.206 38.206 0 0
gegenüber verbundenen Unternehmen 1.427 1.427 0 0
gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 121 121 0 0
gegenüber assoziierten Unternehmen 337 337 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 42.214 42.214 0 0
- davon:
aus Steuern (19.061) (19.061) 0 0
im Rahmen der sozialen Sicherheit (103) (103) 0 0
165.660 100.660 65.000 3.000
Gesamtbetrag 31.12.2021
T€
bis zu 1 Jahr
T€
über 1 Jahr
T€
Davon über 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 51.676 13.405 38.271 6.000
aus erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen 12.173 12.173 0 0
aus Lieferungen und Leistungen 46.800 46.800 0 0
gegenüber verbundenen Unternehmen 1.720 1.720 0 0
gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 26 26 0 0
gegenüber assoziierten Unternehmen 747 747 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 34.690 34.690 0 0
- davon:
aus Steuern (7.610) (7.610) 0 0
im Rahmen der sozialen Sicherheit (137) (137) 0 0
147.832 109.561 38.271 6.000

Sicherheiten für Verbindlichkeiten nach § 285 Nr. 1 HGB wurden von der Gesellschaft neben dem üblichen Eigentumsvorbehalt nicht gewährt.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 50.845 T€ (Vj. 30.000 T€) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber assoziierte Unternehmen und die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind vollumfänglich aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten die Ausschüttungsansprüche in Höhe von 724 T€ gegenüber einem Minderheitengesellschafter und resultieren ansonsten ebenso aus Lieferungen und Leistungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Nach Geschäftsbereichen ergibt sich folgende Umsatzverteilung:

2022
Mio. €
2021
Mio. €
S-Payment 215 182
S-Management Services 211 179
S-Communication Services 257 241
Sonstige 34 27
717 629

Entsprechend der Aufgabenstellung im Rahmen der Sparkassenorganisation betätigt sich der Konzern überwiegend im Inland.

Sonstige betriebliche Erträge

In dieser Position sind periodenfremde Erträge in Höhe von 3.546 T€ (Vj. 4.140 T€) ausgewiesen. Diese beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 2.994 T€ (Vj. 3.732 T€).

Personalaufwand

Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen im Konzern 5.873 T€ (Vj. 4.874 T€).

Abschreibungen

In dieser Position sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.050 T€ (Vj. 2.737 T€) enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen außerplanmäßige Abschreibungen auf Software.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In dieser Position sind im Wesentlichen Wartungs- und Instandhaltungskosten in Höhe von 18.617 T€ (Vj. 20.848 T€), Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3.754 T€ (Vj. 4.679 T€), Miet- und Leasingkosten in Höhe von 16.890 T€ (Vj. 15.350 T€) sowie Fremd- und Beratungsleistungen einschließlich Projektkosten in Höhe 25.285 T€ (Vj. 30.334 T€) enthalten. Periodenfremde sonstige betriebliche Aufwendungen bestehen in Höhe von 444 T€ (Vj. 411 T€).

Beteiligungserträge

Die Beteiligungserträge betreffen keine verbundenen Unternehmen.

Zinsergebnis

Im Zinsergebnis sind Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 67 T€ (Vj. 20 T€) sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von 899 T€ (Vj. 2.170 T€) enthalten. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind in Höhe von 24 T€ (Vj. 7 T€) Zinsen ggü. verbundene Unternehmen enthalten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen im Wesentlichen das laufende Geschäftsjahr. Im Steueraufwand ist die Veränderung aktiver latenter Steuern in Höhe von -794 T€ (Vj. 325 T€) enthalten.

Von den ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen 65 T€ Ertrag (Vj. 679 T€ Ertrag) Vorjahre.

Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt 71,3 Mio. € (Vj. 83,5 Mio. €).

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen betragen 22,4 Mio. € (Vj. 23,9 Mio. €) und aus Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten 37,0 Mio. € (Vj. 44,3 Mio. €) sowie aus anderen sonstigen finanziellen Verpflichtungen 0,1 Mio. € (Vj. 0,2 Mio. €).

Die finanzielle Verpflichtung des im Rahmen einer Generalunternehmerschaft neu aufgesetzten ERP-Systems (SAP S/4 HANA) beginnt mit Fertigstellungszeitpunkt zum 01.03.2021 und beträgt für die unkündbare Grundmietzeit von 4,5 Jahren jeweils 4,4 Mio. € jährlich.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

Die Anzahl der bei der Muttergesellschaft und den vollkonsolidierten Tochtergesellschaften durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 2.672 (Vj. 2.660), davon waren 414 in der Holding und den Bereichen Real Estate & IT Service, 289 in der Division S- Management Services, 384 in der Division S- Payment und 1.585 in der Division S- Communication Services tätig. Ruhende Arbeitsverhältnisse wurden hierbei nicht berücksichtigt.

Angaben zu Organen der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Silke Korthals

 

Vorsitzende des Vorstands

Kreissparkasse Verden, Verden

- Vorsitzende -

Helmut Schiffer (bis 31. Juli 2023)

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Essen, Essen

- stellvertretender Vorsitzender -

Dr. Jürgen Thiele

 

Verbandsgeschäftsführer

Hanseatischer Sparkassen- und Giroverband, Hamburg

- stellvertretender Vorsitzender -

Ralf Bäuerle (ab 1. Oktober 2022)

 

Verbandsgeschäftsführer

Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart

Götz Bormann

 

Vorsitzender des Vorstands

Förde Sparkasse, Kiel

Guido Braun

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Hanau, Hanau

Andreas Götz

 

Mitglied des Vorstands

Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart

Wilfried Groos (bis 30. Juni 2023)

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Siegen, Siegen

Markus Groß (bis 30. April 2023)

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Neunkirchen, Neunkirchen

Dr. Joachim Herrmann (bis 30. September 2022)

 

Verbandsgeschäftsführer

Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart

Dr. Andreas Jahn

 

Vorsitzender des Vorstands

SV SparkassenVersicherung, Stuttgart

Bernd Jung

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Südpfalz, Landau

Tanja Müller-Ziegler (bis 31. Dezember 2022)

 

Mitglied des Vorstands

Berliner Sparkasse, Berlin

Jörg Münning

 

Vorsitzender des Vorstands

LBS Westdeutsche Landesbausparkasse, Münster

Stefan Proßer (ab 1. April 2023)

 

Vizepräsident

Sparkassenverband Bayern, München

Christian Rhino

 

Mitglied des Vorstands

Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale, Frankfurt am Main

Markus Rück

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, Neuruppin

Dr. Joachim Schmalzl

 

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Deutscher Sparkassen- und Giroverband e. V., Berlin

Roland Schmautz (bis 31. März 2023)

 

Vizepräsident

Sparkassenverband Bayern, München

Jörg Welter (ab 1. Mai 2023)

 

Vorsitzender des Vorstands

Sparkasse Neunkirchen, Neunkirchen

Geschäftsführung

Dr. Michael Stollarz

- Vorsitzender der Geschäftsführung -

Zuständigkeiten beim DSV:

 

Finanzen

Geschäftsführungsstab

Personal und Recht

Revision, Informationssicherheit und Datenschutz

Ottmar Bloching (bis 31. März 2023)

- Geschäftsführer -

Zuständigkeit beim DSV:

 

Payment

Stefan Roesler

- Geschäftsführer -

Zuständigkeit beim DSV:

 

Organisation, Qualitätsmanagement und Business Continuity Management

Konzernvertrieb und Strategisches Portfoliomanagement

Die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung unterbleibt. Die Erleichterungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB wird in Anspruch genommen.

Die Gesamtbezüge an die ehemalige Geschäftsführung betrugen 755 T€.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 265 T€.

Die Rückstellungen für Pensionen an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung und deren Hinterbliebene beliefen sich am Jahresende auf 19.944 T€.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:

a)

Gesamthonorar der Konzernabschlussprüfung inklusive der Jahresabschlussprüfung des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen 319 T€

b)

sonstige Bestätigungsleistungen 0 T€

c)

sonstige Leistungen 0 T€

Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns

Der Jahresabschluss des Mutterunternehmens weist zum 31. Dezember 2022 einen Bilanzgewinn von 23.286 T€ aus. Es wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn 5.000 T€ an die Gesellschafter auszuschütten.

 

Stuttgart, den 17. Mai 2023

Die Geschäftsführung

Dr. Michael Stollarz

Stefan Roesler

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum 31.12.2022

Gesellschaft Anteil am Kapital
%
Eigenkapital 2022
T€
Ergebnis Geschäftsjahr
T€
DSV Immobilien Service GmbH & Co. KG, Stuttgart 100 10.240 1.496 1)
DSV Immobilien Verwaltungs GmbH, Stuttgart 100 30 2
DSV IT Service GmbH, Stuttgart 100 2.220 946 1)
S-Management Services GmbH, Stuttgart 100 5.676 9.108 1)
Sparkassen-Einkaufsgesellschaft mbH, Wiesbaden 100 1.716 2) 2.414 1) 2)
MEG Mitarbeiter-Einkaufsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main 100 265 2) 5 1) 2)
SIZ GmbH, Bonn 6,38 6.511 2) 576 2)
vdp Research GmbH, Berlin 5,0 910 2) 3) 553 2) 3)
S-Payment GmbH, Stuttgart 100 227.674 37.900 1)
S-Public Services GmbH, Stuttgart 100 430 2) -741 2)
Worldline PAYONE Holding GmbH, Ratingen 40,0 425.642 2) 76.073 2)
GIZS Verwaltungs-GmbH, Frankfurt am Main 33,3 60 2) 11 2)
GIZS GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main 33,3 2.828 2) -13.743 2)
PLUSCARD Service-Gesellschaft für Kreditkarten-Processing mbH, Saarbrücken 25,1 14.046 2) 3) 3.167 2) 3)
SRC Security Research & Consulting GmbH, Bonn 22,5 6.885 2) 1.385 2)
S-Communication Services GmbH, Berlin 100 31.284 3.898
S-Markt & Mehrwert GmbH & Co. KG, Halle 51 9.090 2) 1.485 2)
S-Markt & Mehrwert Geschäftsführungsgesellschaft mbH, Düsseldorf 52,08 74 2) 2 2)
SCHUFA Holding AG, Wiesbaden 0,62 146.880 2) 3) 48.427 2) 3)
Bad Homburger Inkasso GmbH, Bad Vilbel 10 21.406 4) 4.474 4)

1) vor Ergebnisabführung/Ergebniszurechnung Kommanditist

2) mittelbare Beteiligung

3) Jahresabschluss 2021

4) abweichendes Geschäftsjahr: 01.10-30.09., Jahresabschluss 2020/2021

Entwicklung des Anlagevermögens im Konzern

Anschaffungskosten 01.01.2022
Euro
Zugang
Euro
Umbuchung
Euro
Abgang
Euro
Anschaffungskosten 31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 75.826,64 0,00 0,00 0,00 75.826,64
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 106.306.771,97 4.946.135,60 1.067.931,10 5.861.693,48 106.459.145,19
3. Geschäfts- oder Firmenwert 23.189.369,13 0,00 0,00 0,00 23.189.369,13
4. Geleistete Anzahlungen 1.089.654,38 285.473,31 -1.067.931,10 0,00 307.196,59
130.661.622,12 5.231.608,91 0,00 5.861.693,48 130.031.537,55
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 58.544.889,32 177.856,21 273.217,94 0,00 58.995.963,47
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46.553.141,36 2.593.863,37 2.268,90 1.435.664,88 47.713.608,75
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 765.281,44 638.520,30 -275.486,84 0,00 1.128.314,90
105.863.312,12 3.410.239,88 0,00 1.435.664,88 107.837.887,12
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 112.304,79 0,00 0,00 112.304,79
2. Beteiligungen 986.454,03 10.705.008,72 0,00 50.000,00 11.641.462,75
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 175.944.301,46 49.939.933,91 0,00 1.000.000,00 224.884.235,37
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 116.000,00 0,00 0,00 0,00 116.000,00
177.046.755,49 60.757.247,42 0,00 1.050.000,00 236.754.002,91
413.571.689,73 69.399.096,21 0,00 8.347.358,36 474.623.427,58
Kumulierte Abschreibungen 01.01.2022
Euro
Zugang
Euro
Abgang
Euro
Kumulierte Abschreibungen 31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 75.826,64 0,00 0,00 75.826,64
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 87.226.992,34 10.378.253,94 5.793.901,72 91.811.344,56
3. Geschäfts- oder Firmenwert 14.263.408,01 1.889.399,75 0,00 16.152.807,76
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
101.566.226,99 12.267.653,69 5.793.901,72 108.039.978,96
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 52.904.128,03 524.944,15 0,00 53.429.072,18
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 35.609.007,53 3.893.471,05 1.364.209,99 38.138.268,59
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
88.513.135,56 4.418.415,20 1.364.209,99 91.567.340,77
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Beteiligungen 50.000,00 0,00 50.000,00 0,00
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 77.208.535,19 17.128.207,05 0,00 94.336.742,24
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 40.000,00 18.800,00 0,00 58.800,00
77.298.535,19 17.147.007,05 50.000,00 94.395.542,24
267.377.897,74 33.833.075,94 7.208.111,71 294.002.861,97
Wertänderung aus der at Equitykonsolidierung
Euro
Buchwerte zum 31.12.2022
Euro
Buchwerte zum 31.12.2021 zum
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 14.647.800,63 19.079.779,63
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 7.036.562,11 8.925.961,14
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 307.196,59 1.089.654,38
0,00 21.991.559,33 29.095.395,15
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 5.566.891,29 5.640.761,29
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 9.575.340,16 10.944.133,81
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 1.128.314,90 765.281,44
0,00 16.270.546,35 17.350.176,54
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 112.304,79 0,00
2. Beteiligungen 0,00 11.641.462,75 936.454,03
3. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 107.264.128,37 237.811.621,48 174.721.343,25
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 57.200,00 76.000,00
107.264.128,37 249.622.589,02 175.733.797,28
107.264.128,37 287.884.694,70 222.179.368,97

Konzernkapitalflussrechnung

2022
T€
2021
T€
1. Periodenergebnis 41.454 45.115
2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 16.705 18.498
3. +/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen 16.153 (4.986)
4. +/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 0
5. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (2.917) (10.853)
6. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 6.450 20.100
7. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 139 395
8. +/- Zinsaufwendungen/Zinserträge 2.754 3.010
9. − Sonstige Beteiligungserträge (315) (542)
10. + Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (31.279) (42.276)
11. +/- Ertragsteueraufwand/-ertrag 6.568 1.887
12. -/+ Ertragsteuerzahlungen (4.068) (1.238)
13. Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 51.644 29.109
14. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 0 0
15. - Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen (5.232) (11.643)
16. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0 0
17. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen (3.410) (3.091)
18. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 5.909
19. - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen (35.772) (20.056)
20. - Auszahlungen für Zugänge zum Konsolidierungskreis 0 0
21. + Erhaltene Zinsen 83 38
22. + Erhaltene Dividenden 17.443 32.444
23. Cashflow aus der Investitionstätigkeit (26.887) 3.601
24. + Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 60.845 0
25. - Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten (43.404) (23.400)
26. +/- Veränderung Minderheitenanteile 319 (296)
27. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen von anderen Gesellschaftern 0 0
28. - Gezahlte Zinsen (2.005) (899)
29. - Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens (5.000) (5.000)
30. - Gezahlte Dividenden an andere Gesellschafter 0 0
31. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 10.754 (29.595)
32. Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 35.511 3.115
33. Konsolidierungskreisbedingte Änderungen 0 0
34. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 20.665 17.550
35. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 56.176 20.665

1) Der Finanzmittelfonds am Anfang der Periode ist um sonstige Zahlungsabwicklungen in Höhe von 24.611 T€, die nicht im Namen und auf Rechnung der Konzerngesellschaften lauten, korrigiert. Der Finanzmittelfonds am Ende der Periode ist um sonstige Zahlungsabwicklungen in Höhe von 18.456 T€, die nicht im Namen und auf Rechnung der Konzerngesellschaften lauten, korrigiert.

Konzerneigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Gewinnrücklagen Summe Verlustvortrag/ Gewinnvortrag Summe
satzungsmäßige Rücklagen andere Gewinnrücklagen
Stand 31.12.2020 33.000 42.030 92.037 167.067 -34.657 132.410
Einstellung in Rücklagen 0 1.650 1.536 3.186 -3.186 0
Ausschüttung 0 0 0 0 -5.000 -5.000
Sonstige Veränderungen 0 -9.734 9.734 0 -1 -1
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0 45.115 45.115
Stand 31.12.2021 33.000 33.946 103.307 170.253 2.271 172.524
Einstellung in Rücklagen 0 1.650 5.907 7.557 -7.557 0
Ausschüttung 0 0 0 0 -5.000 -5.000
Sonstige Veränderungen 0 0 0 0 -8 -8
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 0 0 0 41.454 41.454
Stand 31.12.2022 33.000 35.596 109.214 177.810 31.160 208.970
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne/Verluste Summe
Stand 31.12.2020 8.134 -89 8.045 140.455
Einstellung in Rücklagen 0 0 0 0
Ausschüttung 0 0 0 -5.000
Sonstige Veränderungen -93 89 -4 -5
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 -292 -292 44.823
Stand 31.12.2021 8.041 -292 7.749 180.273
Einstellung in Rücklagen 0 0 0 0
Ausschüttung 0 0 0 -5.000
Sonstige Veränderungen -292 -436 -728 -736
Änderung Konsolidierungskreis 0 0 0 0
Konzernjahresüberschuss 0 319 319 41.773
Stand 31.12.2022 7.749 -409 7.340 216.309

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 17. Mai 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jürgen Schwehr, Wirtschaftsprüfer

ppa. Christof Guilliard, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats zum Geschäftsjahr 2022

der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH (DSV) war wie in den vorangegangenen Jahren auch im Geschäftsjahr 2022 durch einen intensiven und vertrauensvollen Austausch gekennzeichnet. Die Geschäftsführung berichtete dem Aufsichtsrat regelmäßig schriftlich und mündlich über die geschäftliche Entwicklung der Unternehmen der DSV-Gruppe. Seit dem 1. Januar 2022 fungiert der DSV als Management-Holding ohne operative Geschäftsbereiche. Berichte zur operativen Geschäftstätigkeit und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Entwicklung erhielt der Aufsichtsrat daher vor allem im Rahmen der Berichterstattung über den Konzern und die Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Dem Aufsichtsrat wurde insbesondere zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und der Gesellschaft sowie der Tochter- und Beteiligungsunternehmen Bericht erstattet. Die Berichte umfassten detaillierte Darstellungen zur Ertragsentwicklung des Konzerns und der Konzernunternehmen, einschließlich zugehöriger Soll-/Ist- und Mehrjahresvergleiche. Darüber hinaus berichtete die Geschäftsführung seit Mitte letzten Jahres und der Umsetzung der neuen divisionalen Konzernstruktur auch zur wirtschaftlichen Entwicklung der Divisionen S-Payment, S-Communication Services und S-Management Services. Ferner erfolgten Berichterstattungen zu Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie zu anderen zusätzlichen Herausforderungen wie Ukraine-Krieg, steigende Energie- und Rohstoffpreise, Lieferengpässe, enormer Anstieg der Inflationsrate und die schwierige Situation bei der Beschaffung und Sicherung von Personalressourcen, die letztendlich zu steigenden Personalkosten führte. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand die Aufsichtsratsvorsitzende in regelmäßigem Informationsaustausch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Die Geschäftsführung erteilte den Mitgliedern des Aufsichtsrats im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen und auch außerhalb derselben stets bereitwillig über alle Angelegenheiten der Gesellschaft Auskunft. Die Prüfung und Überwachung der Geschäftsführung hat während des Geschäftsjahres zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben. Aus Sicht des Aufsichtsrats hat die Geschäftsführung ihre Berichts- und Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr umfassend erfüllt.

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2022 zu insgesamt vier Sitzungen (zwei Videokonferenzen und zwei Präsenzsitzungen) zusammen. In den drei regulären Sitzungen (Juni, September und Dezember) hat der Aufsichtsrat die Berichte der Geschäftsführung ausführlich diskutiert und gemeinsam mit der Geschäftsführung die Entwicklung der Gesellschaft erörtert. Dabei wurden u. a. die wesentlichen Handlungsfelder des Unternehmens vorgestellt. Ferner wurde die wirtschaftliche Entwicklung der Tochter- und Beteiligungsunternehmen der DSV-Gruppe erörtert. Zudem hat der Aufsichtsrat über seine nach Gesetz und der Satzung vorbehaltene Zustimmung zu bestimmten Maßnahmen der Geschäftsführung beraten und entschieden.

In einer Sondersitzung am 14. Februar 2022 stimmte der DSV-Aufsichtsrat dem Erwerb einer Beteiligung von bis zu 0,62 % an der SCHUFA Holding AG durch die S-Communication Services GmbH zu. Neben der Beteiligung hat die DSV-Gruppe auch die Funktion als "Partnermanager SCHUFA der Sparkassen-Finanzgruppe" übernommen, um damit gemeinsam mit der SCHUFA neue attraktive Geschäftsmodelle für die Sparkassen-Finanzgruppe zu entwickeln und strategische und wirtschaftliche Potenziale zu heben. In den drei folgenden Sitzungen im Juni, September und Dezember nahm der Aufsichtsrat die entsprechenden Statusberichte hierzu zur Kenntnis. Weiterhin erfolgten allgemeine Statusberichte zum Produktportfolio und den Beteiligungen des Kompetenzcenters S-Communication Services, in denen der Aufsichtsrat u. a. über eine geplante Kooperation der S-Markt & Mehrwert GmbH & Co. KG mit dem Bonusprogramm PAYBACK (S-Cashback national) informiert wurde.

Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat im Rahmen von Statusberichten zum Produktportfolio und den Beteiligungen des Kompetenzcenters S-Payment u. a. zum Status des Projekts DK (Bereitstellung eines sicheren, bedarfsorientierten und effizienten nationalen Zahlungssystems), zu EPI (European Payment Initiative) sowie den Optimierungsmaßnahmen bei der GIZS GmbH & Co. KG im Zusammenhang mit der Etablierung von giropayNEU (Konsolidierung von paydirekt, Zahlung mit Online Banking Credentials und girocard zu einem Bezahlverfahren) informiert.

In der Juni-Sitzung 2022 wurde dem Aufsichtsrat über die Unternehmens- und Geschäftsentwicklung sowie die strategische Ausrichtung der S-Public Services GmbH berichtet. In der Dezember-Sitzung ermächtigten die Mitglieder des Aufsichtsrats die Geschäftsführung der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH, mittelbar über die S-Payment GmbH, eine Kapitalerhöhung bei der S-Public Services GmbH durchzuführen.

Ferner nahm der Aufsichtsrat den Statusbericht zum Produktportfolio und den Beteiligungen des Kompetenzcenters S-Management Services zur Kenntnis und beschloss im Dezember 2022 den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung (51 %) an der cit GmbH durch die DSV-Tochter S-Management Services GmbH (SMS). Die Vertiefung der seit 2018 bestehenden Technologiepartnerschaft mit der cit bietet für die DSV-Gruppe und die Sparkassen-Finanzgruppe vielfältige Vorteile im Rahmen einer gemeinsamen Positionierung im Markt der öffentlichen Auftraggeber bei Formularen und formularbasierten Anwendungen.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Projekts H + (Bildung einer Holdingstruktur der DSV-Gruppe zur Effizienzsteigerung und Realisierung von signifikanten Kosteneinsparungen) empfahl der Aufsichtsrat in seiner Juni-Sitzung der Gesellschafterversammlung, die erforderliche Anpassung des Gesellschaftsvertrages der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH sowie den Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrags zwischen dem DSV und der S-Payment GmbH. Weiterhin stimmte der Aufsichtsrat der Verschmelzung der Sparkassen-Finanzportal GmbH auf die S-Communication Services GmbH zu.

Dem Aufsichtsrat wurde in der Juni- und Septembersitzung jeweils der Risikobericht und in der Sitzung im Juni der jährliche Bericht der Internen Revision der DSV-Gruppe vorgelegt und erläutert. Ferner wurden in der September-Sitzung die Berichte zum Auslagerungsmanagement in der DSV-Gruppe sowie zum Umgang mit Cyberrisken zur Kenntnis genommen.

In der Sitzung am 6. Dezember 2022 genehmigte der Aufsichtsrat die vorgelegte Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2023 und erhielt eine Vorschau auf die Geschäftsjahre 2024 und 2025. Die Entwicklung der DSV-Gruppe als Ganzes wurde dabei anhand der Entwicklung des DSV-Konzerns detailliert durch die Geschäftsführung erläutert.

Die PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, war durch Gesellschafterbeschluss am 22. Juni 2022 zur Abschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2022 bestellt worden und hat demgemäß den zum 31. Dezember 2022 aufgestellten Jahresabschluss der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH und deren Konzernabschluss als Mutterunternehmen sowie den zusammengefassten Lagebericht des Konzerns Deutscher Sparkassen Verlag und der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH geprüft. Dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss wurden uneingeschränkte Bestätigungsvermerke nach deutschen Prüfungsgrundsätzen erteilt. Gegenstand der Prüfung war auch das von der Gesellschaft analog zu § 91 Abs. 2 AktG eingerichtete Risikofrüherkennungssystem. Als Ergebnis dieser Prüfung hat der Abschlussprüfer festgestellt, dass das eingerichtete Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2022, der zusammengefasste Lagebericht des Konzerns Deutscher Sparkassen Verlag und der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH und der Vorschlag der Geschäftsführung für die Verwendung des Bilanzgewinns des Mutterunternehmens sind dem Aufsichtsrat zusammen mit den Prüfungsberichten des Abschlussprüfers vorgelegt worden. Die Unterlagen wurden vom Aufsichtsrat geprüft und anlässlich seiner Sitzung am 13. Juni 2023 in Anwesenheit des Abschlussprüfers erörtert. Der Abschlussprüfer hat über seine Prüfung berichtet und deren Ergebnisse erläutert; hierbei ging er auch auf das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, ein. Der Abschlussprüfer hat die Übereinstimmung der Rechnungslegung mit Gesetz und Gesellschaftsvertrag festgestellt und bestätigt, dass der Jahresabschluss insgesamt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Der Aufsichtsrat nahm das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers zur Kenntnis, Beanstandungen ergaben sich nicht. Die Ausführungen und Feststellungen des Abschlussprüfers decken sich mit den Erkenntnissen des Aufsichtsrats zum Jahres- und Konzernabschluss der Gesellschaft; sie entsprachen den mündlichen und schriftlichen Berichten der Geschäftsführung. Hierauf sah der Aufsichtsrat keinen Anlass zu vertiefenden Prüfungen. Die Bilanzierung und der Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns sind zweckmäßig, entsprechen dem Interesse des Unternehmens und seinen strategischen Zielen.

Die Zusammensetzung der Geschäftsführung blieb im Geschäftsjahr 2022 unverändert.

Der Aufsichtsrat erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den Jahresabschluss der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH festzustellen, den Konzernabschluss zu billigen und dem Vorschlag der Geschäftsführung zu folgen, nach satzungsgemäßer Einstellung von 1.649.996,50 EUR in die Gewinnrücklagen von dem mit 23.285.665,48 EUR ausgewiesenen Bilanzgewinn eine Dividende in Höhe von 5.000.000,00 EUR brutto an die Gesellschafter auszuschütten. Ferner empfiehlt der Aufsichtsrat der Gesellschafterversammlung, entsprechend dem Vorschlag der Geschäftsführung, den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 18.285.665,48 EUR zusätzlich in die Gewinnrücklagen einzustellen.

 

Frankfurt am Main, den 13. Juni 2023

Für den Aufsichtsrat der Deutscher Sparkassen Verlag GmbH

Silke Korthals, Vorsitzende des Aufsichtsrats

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 13. Juni 2023 gebilligt.

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