Amadeus Data Processing GmbHLiquidiert

85435 Erding, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 48199
Eingetragen
20.11.2001
Branche
Betrieb von Datenverarbeitungseinrichtungen für DritteDatenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten a. n. g.Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Gegenstand
Betrieb und Unterhalten des AMADEUS Rechenzentrums einschließlich des AMADEUS Netzwerkes sowie alle damit zusammenhängenden Geschäfte.

Historie

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Management

NameRolle
Dietmar Fauser
seit 2.1.2019
Geschäftsführer
Sven Fuhrmeister
seit 10.5.2017
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

Amadeus Data Processing GmbH

Erding

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

DER AMADEUS DATA PROCESSING GMBH, ERDING

I. Grundlagen der Gesellschaft

1. Geschäftsmodell der Gruppe

Die Amadeus-Gruppe ist der Technologie-Partner der Tourismusindustrie für Anbieter, Verkäufer und Käufer von Reisen und den dazugehörigen Dienstleistungen. In der sich schnell wandelnden Tourismusindustrie stellen wir unseren Kunden Vertrieb, Informationstechnologie und Point-of-Sale-Lösungen zur Verfügung. Unsere Kunden sind Reiseanbieter (z.B. Fluglinien, Hotels, Mietwagenfirmen, Kreuzfahrtanbieter und Versicherungsfirmen), Reisebüros und Käufer von Reisedienstleistungen (Firmen und Privatpersonen).

Im Jahre 1987 unterzeichneten Air France, Iberia, Lufthansa und SAS einen Gesellschaftsvertrag zur Gründung eines globalen GDS (Global Distribution System/Computerreservierungssystem): Amadeus Global Travel Distribution. Die Gründergesellschaften wollten ein paneuropäisches GDS. Es sollte im Wettbewerb mit den US-Systemen bestehen und sich am Bedarf der europäischen und internationalen Reisenden orientieren.

Der europäische Ursprung von Amadeus wird insbesondere durch die Standortwahl in drei Ländern verdeutlicht: Madrid, Spanien, Sophia Antipolis bei Nizza, Frankreich, und Erding bei München, Deutschland, sind die wesentlichen Standorte.

Die Amadeus-Gruppe hat sich nach ihrem De-Listing im Jahre 2005 im April 2010 wieder erfolgreich an der Börse in Madrid platziert. Zum 31. Dezember 2017 wird die große Mehrheit der Anteile im Streubesitz gehalten.

Die drei Kerngesellschaften der Amadeus Gruppe sind:

In Madrid steuert und koordiniert zentral die Amadeus I.T. Group S.A. die finanziellen, rechtlichen, administrativen und personellen Belange auf Gruppenebene. Auch die zentrale Marketingstrategie wird hier entwickelt und mit den nationalen Marketinggesellschaften in den jeweiligen Ländern koordiniert.

Die Amadeus S.A.S. in Sophia Antipolis ist zuständig für den Entwurf und die Entwicklung neuer Anwendungssoftware sowie für die Produktdefinition und die Pflege der Amadeus-Datenbanken.

Die Amadeus Data Processing GmbH in Erding betreibt und wartet die verschiedenen EDV-Plattformen und Systeme wie auch das für den weltweiten Vertrieb der Produkte notwendige Netzwerk.

Das Amadeus-Geschäft ist in 2 Geschäftseinheiten zusammengefasst, die direkt an den CEO der Amadeus-Gruppe berichten: Distribution und IT Solutions.

Das Amadeus-Rechenzentrum ist eines der größten kommerziellen Datenverarbeitungszentren in Europa. Das traditionelle Kerngeschäft von Amadeus ist die elektronische Reisereservierung ("Distribution"). Die zum Einsatz kommenden Rechnersysteme sind auf eine ganzjährige, unterbrechungsfreie Verfügbarkeit bei größtmöglicher Stabilität und Zuverlässigkeit ausgerichtet. Kurze Verarbeitungs- und Antwortzeiten sind ein maßgebliches Erfordernis. Die geschaffene Produktions- und Infrastruktur, wie auch das damit verbundene Know-how boten sich dazu an, dieses Kerngeschäft im Sinne einer Diversifizierung und Verbreiterung der Geschäftsbasis um benachbarte Geschäftsfelder auszuweiten, bzw. neue Wege und Möglichkeiten des elektronischen Vertriebs von Reisedienstleistungen zu integrieren und weiterzuentwickeln.

Dem nachhaltigen Trend zur Reiseinformation und Reisebuchung über das Internet begegnet die Amadeus-Gruppe durch die Gründung von eigenen Unternehmen und Kooperationen (Joint Ventures), um eigene maßgeschneiderte Produkte zu entwickeln und diese über Internet-Portale zur Nutzung durch Fluggesellschaften, Reiseveranstalter, Reiseagenturen, Unternehmen und auch dem breiten Kreis der privaten Internetnutzer zur Verfügung zu stellen. Über seine Rolle als erfolgreiches GDS hinaus entwickelt die Amadeus-Gruppe auch neue Geschäftsfelder als Anbieter auf dem schnell wachsenden Internet-Reisemarkt (E-Commerce).

Seit 2000 hat die Amadeus-Gruppe die Abwicklung der vielfältigen IT-Dienstleistungen im Bereich der Flugabfertigung von einigen Luftfahrtgesellschaften übernommen ("IT Solutions"). Hierfür wurden verschiedene Produkte (Anwendungssoftware, z.B. Inventory- und Departure Control-Systeme) entwickelt, die unsere Kunden bei der Abwicklung bestimmter Geschäftsprozesse unterstützt. Der Kundenstamm konnte für diese Produkte im Geschäftsjahr deutlich erweitert werden, und wir erwarten, dass sich dieser Trend in Zukunft weiter fortsetzt. Aufgrund des hohen Auftragsbestandes besteht die derzeitige Herausforderung darin, die neu gewonnenen Kunden termingerecht auf unsere IT-Systeme zu implementieren und ihnen eine stabile IT-Umgebung zu gewährleisten. Die Amadeus Gruppe richtet den Fokus auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder (z.B. Hotel IT/ Airport IT).

Der weltweite Marktanteil der Amadeus-Gruppe im Distribution Business konnte im Berichtsjahr weiter gesteigert werden (um 0,6 Prozentpunkte auf 43,9%). Zum Jahresende 2017 haben mehr als 199 Fluggesellschaften Verträge zur Nutzung unserer Passenger Service Systems (PSS) - Altéa oder New Skies - abgeschlossen.

2. Forschung und Entwicklung

Die wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Softwareprodukte finden bei Amadeus S.A.S. in Sophia Antipolis, Frankreich, statt, während Amadeus Data Processing GmbH, Erding, die Ingenieursarbeit für die Kombination verschiedener Hard- und Softwarekomponenten leistet, um die entwickelten Softwareprodukte technisch umsetzen zu können.

In 2017 sind bei unserer Gesellschaft Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 19.452 angefallen.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2017 setzte sich die gesamtwirtschaftliche Erholung weltweit fort. So wurde ein Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsproduktes um 3,7% (laut Internationale Währungsfonds (IWF) - Stand Januar 2018) verzeichnet (davon 2,3% in den Industrieländern, 4,7% in den Entwicklungsländern bzw. Emerging Markets).

Der für die Amadeus-Gruppe wichtige Bereich der Travel Agency Air Booking Industry ist im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5% gewachsen. Die "Travel Agency Bookings" sind in 2017 bei Amadeus um 6,2% (von Mio. 595,3 auf Mio. 632,3) im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Hierunter fallen die Flugbuchungen von Reisebüros direkt über ein globales Computerreservierungssystem.

Im Bereich der Passengers Boarded konnte die Amadeus Gruppe einen Anstieg von 19,8% (Anstieg im Vorjahr: 85,0%) im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Der starke Anstieg im Vorjahr war bedingt durch die Akquisition von Navitaire in den USA. Die Anzahl der Passengers Boarded stieg von Mio. 1.382,5 auf Mio. 1.656,5.

2. Geschäftsentwicklung und Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Geschäftsentwicklung und Ertragslage

Im Kalenderjahr 2017 konnte die Amadeus-Gruppe ihr Hauptgeschäft im Bereich Reservierung und Buchung sowie in der Passagierabwicklung (IT Solutions) ausbauen. Dennoch hat die AmadeusGruppe insgesamt sowie auch unsere Gesellschaft ihr striktes Kostenmanagement im Produktionsbereich wegen des anhaltenden Kostendrucks in der Branche und des durch die Billiganbieter unter den Fluggesellschaften entstandenen Preisdrucks weiterverfolgt. Die im Lagebericht des Vorjahres prognostizierte stabile Entwicklung des Jahresergebnisses vor Gewinnabführung konnte übertroffen werden. Die von der Amadeus-Gruppe erwartete Umsatzsteigerung in den Geschäftsfeldern Distribution (im mittleren einstelligen Prozentbereich) und IT-Solutions (im niedrigen zweistelligen Prozentbereich) konnte mit 7,3% im Geschäftsfeld Distribution und mit 10,8% im Geschäftsfeld IT-Solutions erreicht werden.

Insgesamt konnten die Buchungszahlen und die Anzahl der beförderten Passagiere im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2017 in Höhe von Mio. EUR 475,4 (Vorjahr: Mio. EUR 455,5) resultieren aus dem Global Service Agreement mit Amadeus I.T. Group S.A., Madrid. Die Höhe der Umsatzerlöse wird durch das Verrechnungspreissystem (Historical Entrepreneurial Contribution Model) bestimmt. Da dieses keine direkt transaktionsbezogene Vergütung vorsieht, wirken sich die Veränderung des Buchungsvolumens und die Anzahl der beförderten Passagiere nur mittelbar auf die Umsatzerlöse aus.

Insgesamt erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern um TEUR 10.522 (Vorjahr Verringerung: TEUR 1.071). Positiven Einfluss auf die Entwicklung im Berichtsjahr hatte insbesondere der Anstieg der Umsatzerlöse um TEUR 19.955 (Vorjahr: TEUR 13.245), der stärker als die Erhöhung der Betriebsaufwendungen um TEUR 13.574 (Vorjahr: TEUR 12.668) ausfiel. Der Anstieg der Betriebsaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Aufwendungen für bezogene Leistungen mit TEUR 9.521, der Abschreibungen auf Anlagevermögen mit TEUR 1.900 sowie der sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit TEUR 3.440. Vermindernd wirkte sich der Rückgang der Personalaufwendungen mit TEUR 1.288 bedingt im Wesentlichen durch die Verminderung der Abfindungsverpflichtungen aus. Der Anstieg der Aufwendungen für bezogene Leistungen resultiert hauptsächlich aus dem erhöhten Leistungsbezug für Wartungsarbeiten und aus Leistungsbezug von verbundenen Unternehmen. Die Abschreibungen sind bedingt durch die erhöhten Investitionen der Berichtsperiode angestiegen. Die Zunahme der sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung der Energiekosten und der Rechts- und Beratungskosten. Das Finanzergebnis hat sich um TEUR 1.901 erhöht (Vorjahr: TEUR 706 Verminderung) verursacht durch den Anstieg der Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Zwischen der Amadeus Verwaltungs GmbH und der Amadeus Data Processing GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag sowie eine ertragsteuerliche Organschaft. Zum Jahresende wurde unser gesamter Jahresüberschuss an unsere Muttergesellschaft abgeführt.

Vermögenslage

Unsere Aktiva sind vom Anlagevermögen geprägt. Dieses beträgt 82,9% der gesamten Aktiva (Vorjahr: 73,0%). Die Erhöhung des Anteils des Anlagevermögens erklärt sich durch die Erhöhung des an eine Konzerngesellschaft gewährten Darlehens um TEUR 192.022. Die immateriellen Vermögensgegenstände verringerten sich im Berichtsjahr aufgrund planmäßiger Abschreibungen. Der Buchwert der Sachanlagen ist aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit um TEUR 27.091 angestiegen.

Im Umlaufvermögen (12,9% der gesamten Aktiva, Vorjahr: 21,9%) werden im Wesentlichen kurzfristige Forderungen gegen Unternehmen der Amadeus Gruppe aus Lieferungs- und Leistungsbeziehung ausgewiesen (im Vorjahr auch aus Cash-Pooling). Daneben sind auch Umsatzsteuer-Forderungen und liquide Mittel enthalten. Die absolute Verminderung des Umlaufvermögens ergibt sich aus den gesunkenen Forderungen gegen verbundenen Unternehmen.

Unsere Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2017 beträgt 55,8% (Vorjahr: 79,4%). Aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags hat sich das Eigenkapital in absoluten Werten in 2017 nicht verändert und beläuft sich weiterhin auf TEUR 372.174. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten belaufen sich auf 44,2% (Vorjahr: 20,6%) der gesamten Passiva und beinhalten als größten Einzelposten die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 145.843 Verbindlichkeiten aus Cash-Pooling (Vorjahr: Forderungen TEUR 10.122) und mit TEUR 89.796 (Vorjahr: TEUR 29.881) Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter. Die Verringerung der Eigenkapitalquote ist im Wesentlichen die Folge des Anstiegs der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten betrifft hauptsächlich Lieferantenkredite aus der Investitionstätigkeit mit TEUR 7.155.

Finanzlage

Die Gesellschaft konnte auch im Geschäftsjahr 2017 erhebliche Finanzmittel aus dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit generieren; der positive Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich dabei auf Mio. EUR 224.

Seit September 2005 nimmt unsere Gesellschaft an einem gruppenweiten EUR-Cash-Pooling teil. Liquiditätsüberschüsse werden hierdurch täglich abgeführt, Liquiditätsunterdeckungen werden täglich ausgeglichen. Durch diese Maßnahme ist die Liquidität der Gesellschaft jederzeit gesichert. Per 31. Dezember 2017 beträgt unsere Finanzierung im Rahmen des Cash-Pooling TEUR 145.843 (Vorjahr: Liquiditätsüberschuss TEUR 10.122).

Investitionen

Auch im Kalenderjahr 2017 wurde weiterhin in neue Computertechnologien investiert. Die Investitionen in den Bereich E-Commerce zielen darauf ab, das Amadeus-System den Internet-Nutzern weltweit zugänglich zu machen. Die Investitionen in den IT-Dienstleistungsbereich schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Fluggesellschaften ihre bislang in Eigenverantwortung betriebenen IT-Systeme von Amadeus als IT-Dienstleister betreiben lassen. Fluggesellschaften werden dadurch in die Lage versetzt, die eigenen IT-Systeme und IT-Kosten deutlich zu reduzieren. Hiermit wurde der in den vergangenen Jahren eingeschlagene Weg fortgesetzt, Amadeus zu einem Technologie-Partner und -Anbieter für die Reise- und Tourismusindustrie zu entwickeln.

Um die Kapazitäten an die neuen technologischen Erfordernisse anzupassen und zur Aufrechterhaltung der hohen Systemverfügbarkeit von 99,9%, erfolgen, neben den Investitionen in den Bereich E-Commerce und den IT-Dienstleistungsbereich, wesentliche Investitionen in die traditionellen GDS-Systeme.

Im Geschäftsjahr 2017 betrugen die Gesamtinvestitionen in immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und in Sachanlagen TEUR 94.414. Die wesentlichen Investitionen waren die Anschaffung (inkl. geleistete Anzahlungen) von Softwarelizenzen (TEUR 9.141, Vorjahr: TEUR 16.104) sowie von technischen Anlagen und Maschinen (TEUR 84.187, Vorjahr: TEUR 53.680).

3. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

EBIT

Die wesentliche finanzielle Kenngröße zur Steuerung und Beurteilung der Lage unserer Gesellschaft ist das IFRS-EBIT.

Das IFRS-EBIT unserer Gesellschaft ergibt sich im Wesentlichen aus dem Amadeus-Gruppenergebnis in Verbindung mit unserem Transfer Pricing System. Im Berichtsjahr erhöhten sich sowohl unser IFRS-EBIT als auch unser HGB-Jahresergebnis vor Ergebnisabführung.

Personal

Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl betrug in 2017 646 Mitarbeiter, welche überwiegend IT-Berufen angehören. Der Fort- und Weiterbildung wird von uns weiterhin ein hoher Stellenwert beigemessen.

Umweltbelange

Für unser Rechenzentrum in Erding haben wir ein Energieeffizienz-Programm, um den Energieverbrauch zu senken. Die erste Zertifizierung vom TÜV Süd als ein energieeffizientes Rechenzentrum haben wir in 2010 erhalten. Diese Zertifizierung wurde jeweils in 2012 und 2015 erneuert und ist derzeit gültig bis 2018. Die Kennzahl "Power Usage Effectiveness (PUE)" des Rechenzentrums betrug in 2017 1.32; dieses ist eine deutliche Verbesserung zur erstmaligen Messung in 2009, in dem ein Wert von 1,49 erreicht wurde.

EU-Richtlinien

Die Darstellung des Flugangebotes erfolgt nach den "Code of Conduct for Computer Reservation Systems" der EU und erfüllt damit die Voraussetzungen der Europäischen Union zum Betrieb eines solchen Systems in Europa.

4. Gesamtaussage

Unsere Gesellschaft blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, in dem der Jahresüberschuss vor Gewinnabführung gesteigert werden konnte, insbesondere durch die Steigerung der Umsatzerlöse im Rahmen des Transfer-Pricing-Systems innerhalb der Amadeus Gruppe, die den Anstieg der operativen Kosten übertroffen haben.

Die im Lagebericht 2016 beschriebenen Ziele haben wir somit leicht übertroffen.

III. Erklärung zur Unternehmensführung

In Deutschland wurde in 2015 das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verabschiedet.

Gemäß dieser gesetzlichen Regelung ist die Gesellschaft verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauenanteil in der Geschäftsführung und in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung sowie eine Frist zur Erreichung dieser Ziele festzulegen.

Die Zielgrößen bis zu der ersten Zielerreichungsfrist zum 30.06.2017 wurden wie folgt festgelegt:

Für die Geschäftsführung wurde eine Zielgröße von 0% festgelegt, der tatsächliche erreichte Wert ist ebenfalls 0%. Für die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung hatte die Geschäftsführung einen Zielwert von 23% angesetzt, der mit 28,6% übertroffen werden konnte. Für die zweite Führungsebene wurde ein Zielwert von 6% angesetzt, der mit 7,4% leicht übertroffen werden konnte.

Die neuen Zielgrößen bis zum 30.06.2022 wurden von der Geschäftsführung wie folgt festgelegt:

Für die Geschäftsführung wurde eine Zielgröße von 0%, für die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung 28,6%, und für die zweite Führungsebene ein Zielwert von 7,4% festgelegt.

IV. Prognose, Chancen und Risikobericht

1. Prognosebericht

Für das Jahr 2018 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) gemäß Pressemitteilung vom 22. Januar 2018 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,9% (Stand: Januar 2018), von dem auch die Reisebranche profitieren könnte. Allerdings prognostiziert die International Air Transportation Association (IATA) gemäß "IATA Air Passenger Market Analysis December 2017" einen Rückgang des "Air Traffic Growth" 7,4% in 2017 auf 6,0% in 2018.

Die Amadeus-Gruppe erwartet für das Jahr 2018 einen Anstieg der Umsatzerlöse sowohl im Geschäftsfeld Distribution (im mittleren einstelligen Prozentbereich) als auch im Geschäftsfeld IT Solutions (im hohen einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich). Es wird erwartet, dass die Amadeus-Gruppe ihre Wettbewerbsposition im Bereich Distribution verbessert.

Wie oben dargestellt, dient das IFRS-EBIT unserer Gesellschaft als Steuerungsgröße. Das Zinsergebnis unserer Gesellschaft ist für die Gesamtbetrachtung unserer Ertragslage von untergeordneter Bedeutung. Das IFRS-EBIT und das HGB Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung entwickeln sich grundsätzlich analog.

Aufgrund der oben genannten positiven Entwicklungen erwarten wir für unsere Gesellschaft eine stabile Entwicklung des Jahresüberschusses.

2. Chancen und Risikobericht

Die Umsatzerlöse der Amadeus-Gruppe sind zu einem großen Teil buchungsabhängig, sodass sich Schwankungen im Buchungsaufkommen unmittelbar auf das weltweite Amadeus-Gruppenergebnis, jedoch nur mittelbar auf unser Ergebnis auswirken. Das Buchungsaufkommen wird von zahlreichen Faktoren wie der konjunkturellen Entwicklung und Trends im Reiseverkehr beeinflusst. Im Rahmen unseres Transfer-Pricings (Historical Entrepreneurial Contribution Model) haben Veränderungen des Gruppenergebnisses auch unmittelbar einen Einfluss auf die Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätslage unserer Gesellschaft. Die Verteilung des Gruppenergebnisses im Rahmen der Historical Entrepreneurial Contribution Methode erfolgt auf der Basis der von den einzelnen Unternehmen übernommenen Kosten und Risiken.

Zur Minimierung möglicher Ausfallzeiten sind alle Produktionssysteme des Rechenzentrums redundant ausgelegt (No single point of failure-Prinzip). Zusätzlich zu den bereits bestehenden Backup-Verfahren und -Systemen wurde bereits in 2004 das Disaster-Recovery-Rechenzentrum in Betrieb genommen, in dem Teile der vitalen Produktionsfunktionen in Erding gespiegelt und somit zusätzlich gegen einen Ausfall geschützt werden.

Auf der Softwareseite werden vor der Einführung neuer Produkte zur Vorbeugung von Ausfällen umfangreiche Tests in Zusammenarbeit mit den Softwareentwicklern durchgeführt. Als Ergebnis dieser und anderer Maßnahmen ergibt sich die seit Jahren hohe Verfügbarkeitsquote des Rechenzentrums von über 99,9%.

Über Versicherungsverträge sind die allgemeinen Risiken wie Feuer, Haftpflicht etc. abgedeckt. Für Systemausfälle besteht eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Das Risikomanagement wird durch Einsatz von verschiedenen Finanzinstrumenten für die gesamte Amadeus-Gruppe zentral von der Amadeus I.T. Group S.A., Madrid, vorgenommen. Die von uns erbrachten Leistungen werden in Euro abgerechnet; ebenso werden die von uns empfangenen Leistungen zum größten Teil auf Eurobasis abgerechnet, sodass Währungsrisiken minimiert sind.

Der überwiegende Teil unserer Forderungen und Verbindlichkeiten besteht gegen Unternehmen der Amadeus-Gruppe. Hierbei sind die wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit Amadeus IT-Gruppe S.A., Madrid, vertraglich vereinbart. Aufgrund der starken Ertragslage der gesamten Amadeus-Gruppe in den vergangenen Jahren sowie der starken Marktposition schätzen wir die bestehenden Preisänderungs- und Ausfallrisiken als gering ein. Durch die innerhalb der Amadeus-Gruppe bestehenden Verträge sind auch unsere Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zahlungsstromschwankungen kalkulierbar.

Es wird eine umfangreiche Berichterstattung erstellt, um sowohl dem lokalen als auch dem Management der gesamten Gruppe geschäftliche Entwicklungen und Risiken möglichst zeitnah und aussagekräftig aufzuzeigen. Monatlich werden hierfür eine Gewinn- und Verlustrechnung, eine Bilanz, ein Soll-Ist-Vergleich und eine Cashflow-Rechnung erstellt. Monatliche Liquiditätsplanungen erfolgen für den Rest des laufenden Jahres, sodass hierdurch die Liquiditätslage überwacht werden kann. Diese Berichte werden ergänzt um vierteljährliche Forecasts des laufenden Geschäftsjahres, eine Langfristplanung, ein System von leistungsbezogenen Schlüsselkennzahlen (Key Performance Indicators) und um fallweise erstellte Sonderanalysen und -berichte. In Rahmen der beschriebenen Berichterstattung werden die Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie die Risiken aus Zahlungsstromschwankungen kontinuierlich erfasst und überwacht.

Wir erwarten in Zukunft eine Verstärkung der bisher vorgenommenen strategischen Ausrichtung unserer Unternehmensgruppe auf den Bereich IT-Business, welcher zukünftig den wesentlichen Tätigkeitsbereich neben dem traditionellen Buchungsgeschäft für uns darstellen soll. Wir sehen hier die wesentlichen Wachstumsmöglichkeiten für unsere Gesellschaft in der Zukunft.

 

Erding, den 16. Mai 2018

Amadeus Data Processing GmbH

Dr. Wolfgang Krips, Geschäftsführer

Amtsgericht München, HRB 48199

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

EUR EUR 31.12.2017
EUR
Vorjahr
EUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.608.137,00     33.530.632,00
2. Geleistete Anzahlungen 4.188,60     638.037,08
    25.612.325,60   34.168.669,08
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke und Bauten 58.419.767,29     60.910.545,29
2. Technische Anlagen und Maschinen 161.667.541,00     131.954.808,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.561.679,00     1.754.268,00
4. Geleistete Anzahlungen 2.790.839,01     2.728.863,39
    224.439.826,30   197.348.484,68
III. Finanzanlagen        
Ausleihungen an verbundene Unternehmen   302.720.136,48   110.697.816,80
davon an Gesellschafter: TEUR 302.720 (Vorjahr: TEUR 110.698)        
      552.772.288,38 342.214.970,56
B. Umlaufvermögen        
I. Vorräte        
Betriebsstoffe   110.110,00   110.110,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 78.499.702,54     95.384.948,48
2. Sonstige Vermögensgegenstände 7.318.792,64     7.117.616,59
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 31 (Vorjahr: TEUR 57)        
    85.818.495,18   102.502.565,07
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   361.094,32   187.695,63
      86.289.699,50 102.800.370,70
C. Rechnungsabgrenzungsposten     28.032.832,62 23.766.784,43
      667.094.820,50 468.782.125,69

Passiva

       
    EUR 31.12.2017
EUR
Vorjahr
EUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital   25.600.000,00   25.600.000,00
II. Kapitalrücklage   250.669.491,72   250.669.491,72
III. Gewinnrücklagen        
Andere Gewinnrücklagen   95.904.773,45   95.904.773,45
      372.174.265,17 372.174.265,17
B. Rückstellungen        
Sonstige Rückstellungen     29.625.621,92 28.521.282,87
C. Verbindlichkeiten        
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   0,00   12.400.000,00
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 12.400)        
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   10.349.981,67   11.172.138,13
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 10.350 (Vorjahr: TEUR 11.172)        
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   240.998.431,46   36.583.452,70
davon gegenüber Gesellschafter: TEUR 89.796 (Vorjahr: TEUR 29.881)        
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 240.998 (Vorjahr: TEUR 36.583)        
4. Sonstige Verbindlichkeiten   13.946.520,28   7.930.986,82
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: TEUR 13.947 (Vorjahr: TEUR 5.398)        
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2.533)        
davon Verbindlichkeiten aus Steuern: TEUR 1.407 (Vorjahr: TEUR 13)        
      265.294.933,41 68.086.577,65
      667.094.820,50 468.782.125,69

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017

EUR EUR 2017
EUR
Vorjahr
EUR
1. Umsatzerlöse     475.434.010,79 455.479.308,33
2. Andere aktivierte Eigenleistungen     48.840,00 90.576,00
3. Sonstige betriebliche Erträge     4.132.821,13 1.850.137,34
      479.615.671,92 457.420.021,67
4. Materialaufwand        
Aufwendungen für bezogene Leistungen   -118.392.718,41   -108.871.264,27
5. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter -75.039.982,74     -76.319.527,63
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -10.971.999,39     -10.979.958,99
davon für Altersversorgung: TEUR 2.217 (Vorjahr: TEUR 2.209)        
    -86.011.982,13   -87.299.486,62
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -75.562.786,20   -73.662.498,57
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -53.666.338,83   -50.226.571,26
      -333.633.825,57 -320.059.820,72
      145.981.846,35 137.360.200,95
8. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens   3.317.834,35   1.369.683,77
davon aus verbundenen Unternehmen: TEUR 3.318 (Vorjahr: TEUR 1.370)        
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   4.188,18   6.671,99
davon aus verbundenen Unternehmen: TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 2)        
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -1.032.711,44   -987.716,09
davon an verbundene Unternehmen: TEUR 738 (Vorjahr: TEUR 279)        
      2.289.311,09 388.639,67
11. Ergebnis nach Steuern     148.271.157,44 137.748.840,62
12. Sonstige Steuern     -79.961,21 -184.099,53
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne     -148.191.196,23 -137.564.741,09
davon Steuerumlagen: TEUR 40.929 (Vorjahr: TEUR 39.039)        
14. Jahresüberschuss     0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

DER AMADEUS DATA PROCESSING GMBH, ERDING

I) Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft hat ihren Firmensitz in Erding und ist im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 48199 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens sind der Betrieb und Unterhalt des Amadeus-Rechenzentrums einschließlich des Amadeus-Netzwerks sowie alle damit zusammenhängenden Geschäfte.

Der Jahresabschluss wurde auf der Grundlage des Handelsgesetzbuchs und der Vorschriften des GmbH-Gesetzes erstellt.

II) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Anlagevermögen/Abschreibungen

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und entsprechend den gesetzlichen Vorschriften über deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.

Als entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten werden im Wesentlichen Software sowie Nutzungsrechte ausgewiesen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Abschreibungen werden linear vorgenommen, bei unterjährigem Erwerb zeitanteilig. Sie bemessen sich grundsätzlich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 150 bis EUR 1.000 werden in Sammelposten eingestellt, über fünf Jahre abgeschrieben und nach fünf Jahren als Abgang gezeigt.

Die Ausleihungen wurden zum Nennwert bilanziert.

2. Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen (ausgenommen Betriebsstoffe) wird zum Nennwert unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Betriebsstoffe, die regelmäßig ersetzt werden und deren Gesamtwert von nachrangiger Bedeutung sind, werden mit einer gleichbleibenden Menge und gleichbleibendem Wert angesetzt, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt.

Forderungen in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, sowie Bankguthaben werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Forderungen in Fremdwährung, deren Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Wechselkurs zum Entstehungszeitpunkt bewertet, sofern sich aus den am Bilanzstichtag geltenden Wechselkursen nicht eine niedrigere Bewertung der Forderungen ergibt.

3. Rechnungsabgrenzungsposten

Für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag darstellen, werden aktive Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

4. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Laufzeit mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Wechselkurs zum Entstehungszeitpunkt bewertet, sofern sich aus den am Bilanzstichtag geltenden Wechselkursen nicht eine höhere Bewertung der Verbindlichkeiten ergibt.

III) Erläuterungen zur Bilanz

1. Aktiva

A. Anlagevermögen

Die einzelnen Posten des Anlagevermögens sind in der als Anlage beigefügten "Entwicklung des Anlagevermögens" gesondert dargestellt. Die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind vermerkt.

B. Umlaufvermögen

Im Umlaufvermögen wird ein Festwert für Brennstoffe unter Betriebsstoffe ausgewiesen.

Sämtliche Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 77.815 (Vorjahr: TEUR 84.955); daneben handelt es sich mit TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 10.122) um Cash-Pooling-Forderungen und im Übrigen wie im Vorjahr um Forderungen aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr.

C. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktive Rechnungsabgrenzung in Höhe von TEUR 28.033 beinhaltet hauptsächlich vorausbezahlte bzw. vorausberechnete Aufwendungen der Folgeperioden für die Wartung von Software und Hardware.

2. Passiva

A. Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt unverändert zum Vorjahr TEUR 25.600, welches zu 100% von der Amadeus Verwaltungs GmbH gehalten wird.

Der gesamte Jahresüberschuss des Geschäftsjahres wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags an unsere Gesellschafterin abgeführt.

B. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen zum 31. Dezember 2017 in Höhe von insgesamt TEUR 29.626 betreffen den Personalbereich mit TEUR 19.738 und ausstehende Rechnungen mit TEUR 9.888.

C. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 5.248 (Vorjahr: TEUR 6.703) aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen, mit TEUR 145.843 aus Cash-Pooling-Verbindlichkeiten (Vorjahr: TEUR 0) und im Übrigen aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr.

IV) Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2017 in Höhe von Mio. EUR 475,4 (Vorjahr: Mio. EUR 455,5) resultieren aus dem Global Service Agreement mit Amadeus I.T. Group S.A., Madrid. Die Höhe der Umsatzerlöse wird durch das Verrechnungspreissystem (Historical Entrepreneurial Contribution Model) bestimmt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge (TEUR 2.859; Vorjahr: TEUR 759) sowie Erträge aus realisierten Kursgewinnen (TEUR 1.008; Vorjahr: TEUR 936) und unrealisierten Kursgewinnen (TEUR 42; Vorjahr: TEUR 0). Die periodenfremden Erträge betreffen mit TEUR 2.361 (Vorjahr: TEUR 690) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen sowie mit TEUR 498 (Vorjahr: TEUR 69) Erstattungen für Vorjahre von Versicherungen und Stromanbietern.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten periodenfremde Aufwendungen (TEUR 313; Vorjahr: TEUR 269) sowie Aufwendungen aus realisierten Kursverlusten (TEUR 402; Vorjahr: TEUR 966) und unrealisierten Kursverlusten (TEUR 9; Vorjahr: TEUR 117). Die periodenfremden Aufwendungen betreffen Buchverluste aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Sachanlagevermögens.

V) Steuerliche Verhältnisse

Seit dem 1. November 2005 bestand eine ertragsteuerliche Organschaft mit der ehemaligen Gesellschafterin Amadeus Beteiligungs GmbH, Karlsruhe. Nach der erfolgten Verschmelzung der Amadeus Beteiligungs GmbH auf die Amadeus Verwaltungs GmbH besteht die Organschaft mit der neuen Gesellschafterin seit dem 1. Januar 2014 weiter.

Zwischen der Gesellschaft und der Amadeus Verwaltungs GmbH besteht ein Körperschaftsteuer-, Solidaritätszuschlag- und Gewerbesteuerumlagevertrag. Der Betrag der Umlage entspricht der fiktiven Steuerschuld der ADP nach der sogenannten "Stand-Alone-Methode". Die Umlagen sind in dem Posten "Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführte Gewinne" enthalten.

VI) Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB

Eventualverbindlichkeiten aus der Bestellung von Bankbürgschaften für Mietverträge von Mitarbeitern und sonstigen Bürgschaften bestanden am Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 70 (Vorjahr: TEUR 75). Aufgrund unserer Erfahrung in der Vergangenheit rechnen wir mit keiner Inanspruchnahme aus den genannten Haftungsverhältnissen.

VII) Nachtragsbericht

Es haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag ergeben, deren Kenntnis für die Beurteilung des Jahresabschlusses und der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bedeutung bzw. die in der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und/oder der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017 zu berücksichtigen wären.

VIII) Sonstige Angaben

Im Geschäftsjahr 2017 waren im Durchschnitt 646 Arbeitnehmer (Angestellte) fest angestellt.

Die Gesellschaft wird durch ihren Geschäftsführer Dr. Wolfgang Krips (Executive Vice President, Global Operations der Amadeus-Gruppe) vertreten. Bezüglich der Angabe der Bezüge der Geschäftsführung wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Außerbilanzielle Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen, insbesondere aus zum Bilanzstichtag bereits vereinbarten Hardware- und Softwarekäufen (Bestellobligo) in Höhe von TEUR 5.671, sonstigen Leasingverträgen von TEUR 1.975 sowie aus Mietverträgen von TEUR 11.190. Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen TEUR 4.787 gegenüber verbundenen Unternehmen.

Die Risiken aus den Leasingverträgen liegen im Abfluss von finanziellen Ressourcen. Die Vorteile liegen in der Verringerung der Kapitalbindung und der Übernahme des Investitionsrisikos durch den Leasinggeber.

Honorar des Abschlussprüfers

Der Abschlussprüfer hat für die Berichtsperiode Abschlussprüfungsleistungen (TEUR 50) und sonstige Leistungen (TEUR 35) erbracht.

Beteiligungsunternehmen und Unternehmensverbindungen

Die Gesellschaft gehört zur Amadeus I.T. Group, deren Mutterunternehmen die Amadeus IT Group S.A, Madrid, Spanien, (Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt) ist. Unsere Gesellschaft wird in deren internationalen Konzernabschluss einbezogen, der am Sitz der Muttergesellschaft (Salvador de Madariaga No. 1,28027 Madrid, Spanien) und unter www.amadeus.com eingesehen werden kann.

Das Mutterunternehmen unserer Gesellschaft, die Amadeus Verwaltungs GmbH, macht von der Befreiung von der Aufstellung eines eigenen Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes nach § 291 HGB Gebrauch. Das den befreienden Konzernabschluss aufstellende Mutterunternehmen ist die Amadeus IT Group S.A., Madrid, Spanien. Der befreiende Konzernabschluss wurde gemäß den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Eine Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des befreienden Konzernabschlusses wird im Bundesanzeiger erfolgen.

Die Gesellschafterversammlung hat den Jahresanschluss am 28.11.2018 festgestellt.

 

Erding, den 16. Mai 2018

Amadeus Data Processing GmbH

Dr. Wolfgang Krips, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2017
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
31.12.2017
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 304.188.391,44 9.136.727,30 102.810.092,52 638.037,08 211.153.063,30
2. Geleistete Anzahlungen 638.037,08 4.188,60 0,00 -638.037,08 4.188,60
  304.826.428,52 9.140.915,90 102.810.092,52 0,00 211.157.251,90
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke und Bauten 82.194.472,51 174.020,41 0,00 0,00 82.368.492,92
2. Technische Anlagen und Maschinen 381.534.640,94 84.186.502,07 47.666.636,50 629.452,41 418.683.958,92
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.949.295,42 221.324,93 148.427,28 0,00 5.022.193,07
4. Geleistete Anzahlungen 2.728.863,39 691.428,03 0,00 -629.452,41 2.790.839,01
  471.407.272,26 85.273.275,44 47.815.063,78 0,00 508.865.483,92
III. Finanzanlagen          
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 110.697.816,80 234.118.134,01 42.095.814,33 0,00 302.720.136,48
Gesamtsumme 886.931.517,58 328.532.325,35 192.720.970,63 0,00 1.022.742.872,30
Abschreibungen
1.1.2017
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2017
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 270.657.759,44 17.692.679,38 102.805.512,52 185.544.926,30
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  270.657.759,44 17.692.679,38 102.805.512,52 185.544.926,30
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke und Bauten 21.283.927,22 2.664.798,41 0,00 23.948.725,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 249.579.832,94 54.791.394,48 47.354.809,50 257.016.417,92
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.195.027,42 413.913,93 148.427,28 3.460.514,07
4. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  274.058.787,58 57.870.106,82 47.503.236,78 284.425.657,62
III. Finanzanlagen        
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Gesamtsumme 544.716.547,02 75.562.786,20 150.308.749,30 469.970.583,92
Buchwerte
31.12.2017
EUR
Vorjahr
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 25.608.137,00 33.530.632,00
2. Geleistete Anzahlungen 4.188,60 638.037,08
  25.612.325,60 34.168.669,08
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke und Bauten 58.419.767,29 60.910.545,29
2. Technische Anlagen und Maschinen 161.667.541,00 131.954.808,00
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.561.679,00 1.754.268,00
4. Geleistete Anzahlungen 2.790.839,01 2.728.863,39
  224.439.826,30 197.348.484,68
III. Finanzanlagen    
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 302.720.136,48 110.697.816,80
Gesamtsumme 552.772.288,38 342.214.970,56

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Amadeus Data Processing GmbH, Erding, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss der Amadeus Data Processing GmbH, Erding, den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 16. Mai 2018

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Aumann, Wirtschaftsprüfer

Baumli, Wirtschaftsprüferin

Bericht zur Gleichstellung & Entgelttransparenz gemäß § 21 Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG)

Inhaltsverzeichnis

1. Statistische Daten

2. Darstellung Maßnahmen Herstellung Entgeltgleichheit von Frauen und Männern

2.1 Gehaltsgruppensystem

2.2 Personnel Policies

2.3 Zielvereinbarungs-Prozess (MbO)/ variable Vergütung

2.4 Jährliche Gehaltsanpassung

2.5 Transparenz Entgeltsituation im Betrieb

3. Darstellung Maßnahmen Förderung Gleichstellung von Frauen und Männern

3.1 Flexibles Teleworking/ Heimarbeit

3.2 Teilzeit

3.3 Vertrauensarbeitszeit

3.4 Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder

3.5 Initiative Frauen@ Amadeus

1. Statistische Daten

Im Geschäftsjahr 2016 waren bei der Amadeus Data Processing GmbH insgesamt an den Standorten Erding und Bad Homburg im Durchschnitt 647 Mitarbeiter 1 beschäftigt. Im Durchschnitt waren im betreffenden Geschäftsjahr 138 Frauen beschäftigt sowie 509 Männer.

Der prozentuale Anteil an Teilzeitkräften lag im Durchschnitt bei 6%, davon waren 34 Teilzeit-Mitarbeiter weiblich und im Durchschnitt 5 Teilzeitmitarbeiter männlich.

In absoluten Zahlen waren im Durchschnitt 608 Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt und 39 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt.

2. Darstellung Maßnahmen Herstellung Entgeltgleichheit von Frauen und Männern

2.1 Gehaltsgruppensystem

Amadeus Data Processing GmbH (nachfolgend ADP genannt) ist nicht tarifgebunden. Im Rahmen einer Betriebsvereinbarung ist ein sogenanntes Gehaltsgruppensystem (im Folgenden SOPOCLAC) festgeschrieben.

SOPOCLAC definiert die Eingruppierung der einzelnen Position (Jobtitel) im Unternehmen mit entsprechend hinterlegten Gehaltsbändern. So ist gewährleistet, dass bei Einstellung, Versetzung sowie Beförderung die gleichen Voraussetzungen für sämtliche Positionen im Betrieb gelten, die unter das Betriebsverfassungsgesetz fallen.

Die Einordnung der einzelnen Positionen basiert auf folgenden Kriterien, die die Wertigkeit der Stelle ausdrücken:

Ausbildung/ Qualifikation

Berufserfahrung

Fachwissen

Zusatzqualifikation/ Zertifizierungen

Die Gehaltsklassen sowie Einordnung der einzelnen Position erfolgen demnach nach objektiven, geschlechtsunabhängigen Kriterien.

1 Der Begriff Mitarbeiter umfasst alle weiblichen und männlichen Angestellten sowie alle weiblichen und männlichen leitenden Angestellten (gemäß Betriebsverfassungsgesetz) und wird hier im Folgenden geschlechtsunabhängig verwendet.

2.2 Personnel Policies

Diese Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 2013 regelt geschlechtsunabhängige Grundsätze zur Vorgehensweise bei regelmäßigen personellen Maßnahmen, wie z.B. bei Stellenausschreibungen, Versetzungen und Umgruppierungen/ Beförderungen.

Hiervon dienen insbesondere folgende Grundsätze der Gleichbehandlung:

Es ist festgeschrieben, dass zu jeder Position, die in SOPOCLAC gelistet ist, auch eine Stellenbeschreibung existieren muss. Dieses stellt die Vergleichbarkeit von Tätigkeiten sicher und sorgt für Transparenz.

Jede Stellebeschreibung muss folgende Kriterien enthalten:

Auflistung der prägenden Tätigkeiten

Obligatorische Voraussetzungen in Bezug auf Ausbildung, Arbeitserfahrung sowie weitere Fähigkeiten

Organisatorische Einordnung der Position

Disziplinarischer Berichtsweg

Bei Stellenausschreibungen werden grundsätzlich interne Kandidaten berücksichtigt und haben das Recht auf ein Vorstellungsgespräch.

Innerhalb eines Teams (Section) gilt für alle gleichen Positionsbezeichnungen (Jobtitel) auch die gleiche Stellenbeschreibung und das gleiche Gehaltsband ist hinterlegt. Dies wird reflektiert durch die festgelegte Personal Position Class (PPC) der entsprechenden Position.

2.3 Zielvereinbarungs-Prozess (MbO)/ variable Vergütung

Der variable Vergütungsanteil (Performance Bonus), der jährlich im April für das vergangene Geschäftsjahr ausgezahlt wird, basiert zu einem prozentualen Anteil auf der Auswertung der individuellen Zielvereinbarung sowie zum anderen auf einem prozentualen Anteil in Bezug auf den Konzernerfolg. Dieser Faktor wird von Amadeus Corporate vorgegeben. Die Zielvereinbarung für den individuellen Anteil am Performance Bonus wird zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten nach dem SMART Prinzip 2 festgelegt, so dass jeder Mitarbeiter für die Höhe des Bonus selbst verantwortlich ist, da der Grad der Zielerfüllung maßgeblich ist. Die Verwendung der SMART-Formel bei der Zielvereinbarung soll sicherstellen, dass die Zieldefinition eindeutig und klar verständlich ist und zudem im Ergebnis messbar und überprüfbar, so dass der Grad der Zielerreichung und auch der Zeitpunkt der Zielerreichung für beide Parteien eindeutig nachvollziehbar ist.

2 SMART Prinzip: S (Spezifisch), M (Messbar, A (Anspruchsvoll), R (Realistisch), T (Terminiert)
Quelle: https://www.haufe.de/thema/zielvereinbarung/. aufgerufen am 5.3.2018.

Um eine positive Zielwirkung sicherzustellen, sollte bei der Formulierung der Ziele auf eine motivierende und attraktive Beschreibung geachtet werden. Das "R" steht für realistisch und soll gewährleisten, dass der Mitarbeiter Ziele erhält, die auch erreichbar sind nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Ressourcen (z.B. angepasst auf Teilzeitstelle) und Qualifikation/ Potenzial.

Somit ist sichergestellt, dass Teilzeitkräfte realistische Ziele erhalten, die angepasst sind an die zur Verfügung stehende Arbeitszeit. Wenn es bei der Auswertung zu Unstimmigkeiten zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten kommt, ist ein Schlichtungsprozess vorgesehen, der in der entsprechenden Betriebsvereinbarung festgehalten ist.

Falls ein Mitarbeiter unterjährig durch z.B. Elternzeit, längere Krankheit etc. ausfallen sollte, wird die Zielvereinbarung angepasst und der Bonus auf pro-rata Basis berechnet. Grundlage für die Berechnung ist das tatsächlich gezahlte Gehalt.

2.4 Jährliche Gehaltsanpassung

Die jährliche Gehaltsanpassung beruht auf Vorgaben von Amadeus Corporate. Das zur Verfügung stehende Budget wird nach Maßgabe der betreffenden Betriebsvereinbarung verteilt. Auch Mitarbeiter, die sich im inaktiven Teil der Elternzeit befinden etc. erhalten diese Erhöhung. So wird sichergestellt, dass sich auch beispielsweise das Grundgehalt eines Mitarbeiters in Elternzeit weiterentwickelt.

2.5 Transparenz Entgeltsituation im Betrieb

Gemäß der Betriebsvereinbarung Personnel Policies aus dem Jahr 2013 sowie gemäß Paragraph 80 BetrVG erhält der bestehende Betriebsrat jährlich nach der Gehaltserhöhungsrunde im April Bruttolohnlisten aller Mitarbeiter, die unter das Betriebsverfassungsgesetz fallen.

3. Darstellung Maßnahmen Förderung Gleichstellung von Frauen und Männern

Amadeus Data Processing ist ein Unternehmen im IT Dienstleistungssektor und betreibt voranging das Rechenzentrum der Amadeus IT Group. Es besteht eine Vielzahl von Betriebsvereinbarungen, deren Wirkung auch auf die Gleichstellung von Frauen und Männern ausstrahlt, die im Folgenden erläutert werden. Zudem werden die Punkte Teilzeitarbeit und flexible Arbeitszeit näher betrachtet, da sie bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Zusammenhang relevant erscheinen.

3.1 Flexibles Teleworking/ Heimarbeit

Zusätzlich zum existierenden Arbeitszeitmodell von ADP haben Mitarbeiter die Möglichkeit ihre Arbeit ganz oder teilweise von zuhause zu erbringen, welches unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern soll. In der entsprechenden Betriebsvereinbarung "Flexible Teleworking Agreement" aus dem Jahr 2007 sind die Voraussetzungen und der Antragsweg festgeschrieben. Die Voraussetzungen am Teleworking teilzunehmen liegen zum einen in der Natur der betreffenden Stelle und zum anderen in den Aufgaben. Es erfolgt eine Prüfung, ob einer Genehmigung keine betrieblichen oder organisatorischen Gründe entgegenstehen. Die Genehmigung basiert auf rein objektiven Kriterien und erfolgt geschlechtsunabhängig.

3.2 Teilzeit

ADP fördert die vorzeitige Rückkehr von Frauen (und Männern) aus der Elternzeit und ermöglicht in diesem Zusammenhang Teilzeitarbeit in Elternzeit. Hierbei werden die Wünsche der Mitarbeiter zur Verteilung der Arbeitszeit berücksichtigt. In der Regel kehren Frauen (und auch Männer) nach einem Jahr Elternzeit zurück in ihre alte oder vergleichbare Position. Auch andere Gründe für den Wunsch nach Teilzeit werden selbstverständlich im Rahmen der gesetzlichen Regelungen berücksichtigt. In 2016 wurden alle Teilzeitanträge von ADP sowie dem Betriebsrat genehmigt.

3.3 Vertrauensarbeitszeit

Laut firmeninterner Regelung besteht bei ADP Vertrauensarbeitszeit. Im Rahmen einer Betriebsvereinbarung sind sogenannte Kernzeiten festgelegt. Diese Handhabung fördert die Vereinbarung von Familie und Beruf, da es den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Flexibilität ermöglicht.

3.4 Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder

ADP kooperiert mit einer lokalen Grundschule in der der Nähe des Firmensitzes in Bezug auf Ferienbetreuung von Grundschülern. Mitarbeiter können ihre Kinder dort anmelden, auch wenn die Kinder nicht Schüler dieser Schule sind.

3.5 Initiative Frauen@ Amadeus

Auf der globalen Konzernebene besteht ein Frauenanteil von 37% in der weltweiten Belegschaft und im Vorstand sind 3 von 11 Vorstandsmitgliedern weiblich. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2016.

Um das Bewusstsein in Bezug auf Gleichstellung und Karrierechancen für Frauen zu fördern wurde in 2012 das Amadeus Women's Network gegründet und wird seit 2013 von dem globalen Personalvorstand Sabine Hansen-Peck unterstützt.

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