Beteiligungsgesellschaften
liz AGLiquidiert
35745 Herborn, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Martin Schürmann seit 27.11.2006 | Vorstandsmitglied |
Raffael A. Fruscio seit 27.11.2006 | Vorstandsmitglied |
Christoph Heinigk seit 5.9.2005 | Vorstandsmitglied |
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
liz AGHerbornJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2007 bis zum 31.12.2007Bilanz zum 31. Dezember 2007Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2007
Anhang für das Geschäftsjahr 2007I. Allgemeine AngabenDer Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007 der lizAG ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Form des Gesamtkostenverfahrens beibehalten. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Aufstellungserleichterungen für die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 276 HGB und den Anhang nach § 288 HGB wurden in Anspruch genommen. Als verbundene Unternehmen gelten im vorliegenden Jahresabschluss die folgenden Unternehmen der Reclay Group: Curanus GmbH & Co. KG, Elsoff, Redual GmbH & Co. KG, Herborn (bis 19. März 2008: Köln), Reclay GmbH & Co. KG, Köln (bis 3. März 2008: Elsoff), und Reclay Holding GmbH, Herborn. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden1. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Die Bewertung erfolgte zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der linearen Methode mit den steuerlich zulässigen Sätzen ermittelt. Grundlage der planmäßigen Abschreibung war die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die geringwertigen Sachanlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 410 wurden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zu Nennwerten angesetzt. Wertberichtigungen waren im zu betrachtenden Zeitraum nicht erforderlich. 3. Rechnungsabgrenzungsposten Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschluss-Stichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. 4. Rückstellungen Die Steuerrückstellungen beinhalten die bis zum Bilanzstichtag noch nicht veranlagten Steuern. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in der Höhe gebildet, mit der die Gesellschaft voraussichtlich in Anspruch genommen wird oder die sie zur Abdeckung der Risiken benötigt. 5. Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. III. Erläuterungen zur Bilanz1. Anlagevermögen Eine von den gesamten Abschaffungskosten ausgehende Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt. 2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 688 Leistungsforderungen. 3. Eigenkapital Das Grundkapital setzt sich aus 200.000 Namensaktien zusammen. Alleiniger Aktionär im Geschäftsjahr war die liz Holding GmbH, Herborn. 4. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rechtsstreitigkeiten, Personal und ausstehende Rechnungen für Leistungen des Jahres 2007. 5. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr und sind nicht gesichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 5.698 Leistungsverbindlichkeiten. IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1. Rohergebnis Im Rohergebnis sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 3,9 Mio enthalten. 2. Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen Im Geschäftsjahr entstanden periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 105 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 31. V. Sonstige Angaben1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Haftungsverhältnisse i. S. v. § 251 HGB bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Zum 31. Dezember 2007 hat die Gesellschaften sonstigen finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 232, davon TEUR 106 im kommenden Geschäftsjahr. 2. Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt waren bei der Gesellschaft 27 Angestellte beschäftigt. 3. Angaben über Mitglieder der Unternehmensorgane Vorstand Im Geschäftsjahr gehörten folgende Herren dem Vorstand an:
Die Vorstandsmitglieder sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Die Bezüge des Vorstands im Geschäftsjahr betrugen TEUR 886. Forderungen aus Vorschüssen und Krediten bestanden am Bilanzstichtag gegen Herrn Fruscio in Höhe von TEUR 113 und Herrn Schürmann in Höhe von TEUR 43. Eine Verzinsung fand im Geschäftsjahr nicht statt. Aufsichtsrat Im Geschäftsjahr gehörten folgende Herren dem Aufsichtsrat an:
Im Geschäftsjahr erhielten die Aufsichtsratmitglieder keine Bezüge von der Gesellschaft. 4. Beziehungen zu Mutterunternehmen und Konzernabschluss Die Anteile an der Gesellschaft werden zum Bilanzstichtag zu 100 % von der liz Holding GmbH, Herborn, gehalten. Ein Konzernabschluss wird nicht aufgestellt. 5. ErgebnisverwendungDer Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von EUR 939.250,86 mit dem Gewinnvortrag des Vorjahres in Höhe von EUR 652.950,03 zu verrechnen und EUR 931.343,47 an den Gesellschafter auszuschütten. Der restliche Betrag in Höhe von EUR 660.857,42 soll dann auf neue Rechnung vorgetragen werden. Auf Basis von Hauptversammlungsbeschlüssen am 30. Januar 2008 und 27. März 2008 wurden schon Beträge in Höhe EUR 461.343,47 bzw. EUR 470.000,00 vorabausgeschüttet.
Herborn, den 21. April 2008 liz AG Vorstand Raffael A. Fruscio Martin Schürmann Christoph Heinigk Entwicklung des Anlagevermögens
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007Die lizAG ist ein Unternehmen der Reclay Group, zu der weitere Unternehmen wie die Redual GmbH & Co. KG, die Curanus GmbH & Co. KG und die Reclay GmbH & Co. KG gehören. Alle Unternehmen der Reclay Group sind auf dem Sektor des Entsorgungsmanagements der Verpackungen tätig. 1. Rahmenbedingungen1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2007 erneut kräftig gewachsen. Um 2,5 % war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) höher als im Vorjahr. Bei kalenderbereinigter Betrachtung - im vergangenen Jahr standen 1,6 Arbeitstage weniger zur Verfügung als in 2006 ? ergibt sich eine Wachstumsrate von 2,6 % für 2007 (vgl. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar 2008, S. 7). Auf der Verwendungsseite kamen die Wachstumsimpulse sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland. Die preisbereinigten Exporte legten mit einem Plus von 8,3 % deutlich stärker zu als die Importe, die um 5,7 % zunahmen. Der gestiegene Exportüberschuss (Außenbeitrag) steuerte 1,4 %-Punkte zum BIP-Wachstum bei. Der Wachstumsbeitrag der inländischen Verwendung belief sich auf einen Prozentpunkt. Bestimmend dafür waren in erster Linie die Ausrüstungsinvestitionen: Die Unternehmen investierten auch 2007 wieder deutlich mehr (+ 8,4 %) in neue Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge als im Vorjahr. Die Konsumausgaben trugen 0,2 %-Punkte zum Wirtschaftswachstum bei. Positive Impulse gingen allerdings ausschließlich von den Konsumausgaben des Staates aus, die preisbereinigt um 2,0 % zulegten. Die realen privaten Konsumausgaben waren demgegenüber um 0,3 % niedriger als im Vorjahr (vgl. Presseportal des Statistischen Bundesamtes, Stand 21.02.2008). Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahresdurchschnitt 2007 von gut 39,88 Millionen Erwerbstätigen erbracht: Das waren 617 000 Personen mehr (+ 1,6 %) als ein Jahr zuvor. Die Erwerbstätigkeit erreichte damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Erwerbslosen sank nach vorläufigen Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung um 602 000 auf 3,51 Millionen Personen. Die Arbeitslosenquote belief sich im Jahresdurchschnitt 2007 auf 9,0 %, verglichen mit 10,8 % ein Jahr zuvor (vgl. Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar 2008, S. 7). Im Jahresdurchschnitt belief sich die Teuerung im Hinblick auf die Verbraucherpreise auf 2,2 % gegenüber 1,7 % im Jahr 2006. 1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Recycling- und Entsorgungsbranche ist im Jahr 2007 stark gewachsen. Eine Bilanzumfrage unter kleinen und mittelständischen Unternehmen ergab ein durchschnittliches Wachstum von sieben Prozent. Dieser Wert erklärt sich vor allem durch die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise. Allerdings gab es je nach Wertschöpfungskette sehr unterschiedliche Entwicklungen; während der Bereich "Transport und Sammlung" weiterhin nicht kostendeckend wirtschaftete, präsentierten sich die Sekundärrohstoffmärkte nach Menge und Preis positiv. Für den Altpapiermarkt war 2007 ein Rekordjahr; es sind 15,75 Millionen Tonnen Recyclingpapier und damit mehr als je zuvor eingesetzt worden. Das Sammelaufkommen stieg dagegen nur gering um etwa 60 000 Tonnen auf 15,6 Mio. Tonnen. 2008 ist jedoch mit einer Abkühlung des wirtschaftlichen Wachstums der Branche auf knapp zwei Prozent zu rechnen. Die Abkühlung ist auf den enormen Verdrängungswettbewerb der großen nationalen Unternehmen gegen die regionalen Unternehmen zurückzuführen. Insbesondere der Bereich "Technik und Logistik" leidet unter dem übermächtigen Konkurrenzdruck und der anhaltenden Fusionswelle (Quelle: ddp djn). Das bundesdeutsche Abfallaufkommen ist auch im Jahr 2005 weiter gesunken (Angaben für 2007 sind gegenwärtig - soweit ersichtlich - nicht vorhanden, weshalb im Folgenden die Werte für 2005 zugrunde gelegt werden). Vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge sank das Gesamtabfallaufkommen gegenüber 2004 um 2,2 % auf knapp 332 Mio. Tonnen. Die Verwertungsquote aller Abfälle ist um ein Prozent auf 66 % gestiegen. Die Menge der beseitigten Abfälle verminderte sich um über sechs Prozent auf etwa 112 Mio. Tonnen, während die Gesamtmenge verwerteter Abfälle in etwa gleich blieb. Insgesamt wurden 2005 knapp 220 Mio. Tonnen Abfälle verwertet, davon 95 % behandelt und stofflich verwertet. Etwa 10,4 Mio. Tonnen wurden verbrannt. Pro Einwohner betrug das Aufkommen an Haushaltsabfällen im Jahr 2005 etwa 502 kg: Das sind 21 kg oder 4 % weniger als 2004. Innerhalb dieser Fraktion erfuhren Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle den stärksten Rückgang von 189 kg auf 169 kg pro Einwohner. Auch Sperrmüll sowie Garten- und Parkabfälle gingen von 31 kg auf 26 kg beziehungsweise von 51 kg auf 48 kg zurück. Kompostierbare Abfälle stiegen hingegen um zwei Kilogramm auf 46 kg pro Einwohner an. Um fünf Kilogramm höher lagen ebenfalls die anderen getrennt gesammelten Fraktionen mit 210 kg pro Einwohner. Insgesamt stieg die Verwertungsquote von Haushaltsabfällen um 4 % auf 64 %. Abfälle aus Produktion und Gewerbe beliefen sich auf etwas mehr als 48 Mio. Tonnen. Das sind 10 % weniger als im Jahr 2004. Die Verwertungsquote stieg hier um 6 % auf 64 % oder 30,7 Mio. Tonnen. Davon gingen etwa 70 % in die Behandlung und in die stoffliche Verwertung, während der Rest thermisch verwertet wurde. Fast 86 % der beseitigten Produktions- und Gewerbeabfälle wurden deponiert, der Rest zu etwa gleichen Teilen verbrannt oder behandelt (vgl. EUWID vom 22.05.2007, S. 9 "Wirtschaft"). Was den Sammeleifer der Bundesbürger angeht, war dieser auch in 2006 ungebrochen: Mit 5,24 Mio. Tonnen warfen sie sogar mehr Verpackungen in Glas- und Papier-Container, in Gelbe Tonnen und Säcke als 2005 mit 5,17 Mio. Tonnen). Dies entspricht einer Sammelmenge von 63,6 kg pro Einwohner. Die Fehlwurfquote lag bei 36 %, in 2005 lag diese bei 40 % (vgl. U.T.A. vom 14.05.2007). Allgemein gesprochen, ist die deutsche Entsorgungswirtschaft im Vergleich zu anderen EU-Staaten immer noch stark zersplittert: Circa 3000 Unternehmen konkurrieren untereinander und mit der kommunalen Abfallwirtschaft um das Geschäft. Die drei größten Entsorger - Remondis aus Lünen, Veolia und die Berliner Alba AG - kommen gerade auf einen Marktanteil von ca. 7 % (vgl. FAZ v. 02.05.2007, S. 13). Das Geschäftsjahr 2007 entsprach den Planungen der Gesellschaft. So konnten u.a. durch Ausweitung der Akquisitionskapazitäten erfreuliche Vertriebserfolge bei der Gewinnung weiterer Unternehmen, die Verkaufsverpackungen in den Markt bringen, verbucht werden. Damit setzte sich auch in 2007 das Wachstum des Unternehmens fort. Die Entwicklung des Geschäftsverlaufs in 2007 ist dem Kapitel 2 zu entnehmen. 1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen Die lizAG übernimmt im eigenen Namen oder als Vertreter ihrer Kunden vertraglich die Erfüllung der verpackungsrechtlichen Pflichten ihrer Kunden. Zu diesem Zweck schließt die lizAG im Auftrag ihrer Kunden geeignete Verträge mit Systembetreibern und Selbstentsorger gemeinschaften. Die Kunden melden monatlich die von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen an die lizAG an und zahlen den vertraglich vereinbarten Festpreis. Die lizAG übernimmt die Melde- und Zahlungspflichten gegenüber den Systembetreibern und Selbstentsorgern. Sie organisiert das individuell geforderte Nachweiswesen und bestätigt ihren Kunden nach Ablauf eines Geschäftsjahres die Pflichtenerfüllung durch Testat oder Nachweis eines dafür zugelassenen Sachverständigen. Die Mengenportfolios der Kunden werden dabei von Experten mit langjähriger Erfahrung im Entsorgungsbereich verwaltet. Die lizAG bietet mithin eine Komplettlösung mit Festpreiszusage für die Verpackungsmenge ihrer Kunden einschließlich aller Nebenkosten an. Dabei werden die Kunden fachkundig in allen Fragen rund um die Entsorgung von Verkaufsverpackungen sowie bei der praktischen Umsetzung unterstützt. Dem Tätigkeitsbereich der lizAG liegen das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) sowie die Verpackungsverordnung zugrunde. Die Verpackungsverordnung zählt zu einer Reihe von Rechtsverordnungen des KrW-/AbfG, das den grundlegenden Umgang mit Abfällen regelt. Die Rechtsverordnungen dienen dazu, die Bestimmungen des KrW-/AbfG zu konkretisieren und zu vervollständigen. Unmittelbare Rechtsgrundlage ist die Verpackungsverordnung von 1991. Diese wurde am 28.05.2005 durch die dritte Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung insbesondere im Bereich der Pfandvorschriften für Getränkeverpackungen und am 30.12.2005 mit der vierten Änderungsverordnung hauptsächlich in Umsetzung der Richtlinie 2004/12/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11.02.2004 (ABL. EG Nr. L 47 v. 18.02.2004, S. 26) novelliert. Durch diese vorerwähnte Richtlinie wurden die Begriffsbestimmungen für Verpackungen ergänzt und neue Zielvorgaben für die Verwertung insgesamt sowie für die einzelnen Verpackungsmaterialien festgelegt. Die Umsetzung der Begriffsbestimmungen für Verpackungen erfolgte dabei durch Anfügen eines neuen Anhangs IV. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat es hierzu keine Neuerungen und Ergänzungen gegeben. Zur Sicherung der haushaltsnahen Entsorgung von Verpackungen über duale Systeme wird die Verpackungsverordnung nach fast zweijähriger Planungs- und Diskussionsphase erneut novelliert. Mit den Beschlüssen des Bundesrates vom 20. Dezember 2007 und des Bundestags vom 21. Februar 2008 steht dem Inkrafttreten der fünften Novelle der Verpackungsverordnung zum Jahresanfang 2009 nichts mehr entgegen. Das Bundeskabinett hatte der Novelle am 30.01.2008 unter Aufnahme sämtlicher Änderungen des Bundesrates zugestimmt. Mit der fünften Novelle wird angestrebt, die derzeit noch bestehenden Vollzugs- und Trittbrettfahrerprobleme zugunsten der Sicherung eines fairen Wettbewerbs einer Lösung zuzuführen. Hinsichtlich des Geschäftsmodells der lizAG bleibt sowohl die gegenwärtige bzw. die im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgebliche 4. Novelle als auch die bevorstehende 5. Novelle der Verpackungsverordnung ohne nennenswerte Auswirkungen, so dass die Aktivitäten der lizAG auch künftig uneingeschränkt fortgeführt werden können. 1.4 Wettbewerbliches Umfeld Bis August 2003 war im Bereich der dualen Systeme nach § 6 Abs. 3 der Verpackungsverordnung allein das den "Grünen Punkt" als Kennzeichnung verwendende System der DSD tätig. Auf Grund der Entscheidungen der EU-Kommission vom 20.04.2001 (ABl. EG Nr. L 166 vom 21.06.2001, S. 1) und vom 17.09.2001 (ABL. EG Nr. L 319 vom 04.12.2001, S. 1) treten nunmehr vermehrt Systembetreiber auf, die gleichfalls eine Befreiung von den unmittelbaren Rücknahme- und Verwertungspflichten der Verpackungsverordnung anbieten. Dennoch verfügte die DSD in 2006 noch über einen Marktanteil von ca. 70 % in seinem Geschäftsbereich (vgl. FAZ v. 03.05.2007, S. 18). Es ist jedoch von einem erheblichen mittelfristigen Umsatzrückgang bei der DSD auszugehen, mit der Folge, dass die verlorenen Marktanteile zur Verteilung an den Wettbewerb zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang ist von Relevanz, dass der von der EU-Kommission und dem Bundeskartellamt erzwungene Wettbewerb weder politisch noch von den Marktteilnehmern selbst grundsätzlich in Frage gestellt wird. Insoweit sind auch die wettbewerblichen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der lizAG als günstig anzusehen. Mit der fünften Novelle der Verpackungsverordnung wird es zudem zu einem Wegfall der bisher geltenden, Kennzeichnungspflicht (in der Praxis ganz überwiegend "Der Grüne Punkt") kommen. Im Bereich der Lizenzierung von Verkaufsverpackungen kann von einer Intensivierung des Wettbewerbs gesprochen werden, deren Anzeichen im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits vernehmbar waren. Dabei geraten nicht nur die Preise unter Druck, sondern werden auch die Methoden einzelner Mitbewerber aggressiver. Darüber hinaus drängen neue, wenn auch wenige Anbieter auf den Markt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass sich der Markt in den nächsten Jahren konsolidieren wird und eine entsprechende Bereinigung entweder in Form von Marktaustritten oder in Form von Übernahmen oder Zusammenschlüssen eintritt. Die lizAG war und ist bestrebt, die Position des Kosten- und Qualitätsführers im Markt einzunehmen. Auch war und ist sie in der Lage, individuell maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Kunden anzubieten. Dank ihres geringen internen Verwaltungsaufwandes kann die lizAG sehr günstige Preise anbieten. Neben der Bewertung der Qualität der Leistung bei den kaufentscheidungsrelevanten Kriterien spielt der Preis eine gewichtige Rolle bei der Kaufentscheidung der Kunden. Wie schon im abgelaufenen Geschäftsjahr wird sich die lizAG mit ihrem innovativen Unternehmenskonzept somit auch künftig dem Wettbewerb stellen. 2. Geschäftsverlauf und Lage2.1 Umsatz- und Ertragslage 2007 war für die lizAG ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr. Das Geschäftsjahr 2007 konnte die lizAG erneut mit Planwerten bei Umsatz und Ergebnis abschließen. Die lizAG bleibt weiterhin auf Wachstumskurs. Die Fokussierung auf die strategischen Ziele wurde auch 2007 konsequent verfolgt. Dabei wurden im Geschäftsjahr 2007 wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung der lizAG gestellt. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte die lizAG ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von TEUR 1.561. Aufgrund der Komplexität der Verpackungsverordnung kann es bezüglich der Interpretation der darauf beruhenden Auslegung in Zusammenhang mit Kooperationen zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Diese Auslegungen werden vom Management analysiert und bewertet. Diese Bewertung kann im Sinne einer Risikovorsorge zu Ergebnisveränderungen führen. Der Bilanzgewinn der lizAG beträgt zum 31. Dezember 2007 TEUR 1.592. 2.2 Vermögens- und Finanzlage Das Vermögen der Gesellschaft besteht, entsprechend ihrer Tätigkeit als Dienstleisterin, vornehmlich aus Kundenforderungen sowie aus liquiden Mitteln. Das Anlagevermögen beläuft sich auf TEUR 110. Das Eigenkapital der Gesellschaft repräsentiert rund 6 % der Bilanzsumme. Weiterhin werden Verbindlichkeiten und Rückstellungen in Höhe von TEUR 27.857 auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. 2.3 Mitarbeiter Der Wachstumskurs hat 2007 zu einem deutlichen Anstieg der Mitarbeiterzahlen geführt. Zum Jahresende 2007 wurden 33, im Jahresdurchschnitt 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, rund 67 % mehr als im Vorjahr. 2.4 Marketingaktivitäten Die lizAG intensivierte im Geschäftsjahr ihre Marketingaktivitäten mit diversen Kundenveranstaltungen, mit dem Ziel der Gewinnung von Neukunden bzw. der Kundenbindung. 2.5 lizAG, Corporate Governance und RisikomanagementEine klare und transparente Corporate Governance ist Teil des Selbstverständnisses der lizAG. Eine gute Corporate Governance beinhaltet eine verantwortliche, auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensleitung und -kontrolle und kommuniziert den Stakeholdern (Anteilseignern, Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit) Verlässlichkeit durch vorbildliches Handeln. Sie umfasst zum einen die gesellschaftsrechtliche Organisation der Entscheidungen im Unternehmen, insbesondere die Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung der obersten Leitungsorgane, zum anderen die Abgleichung der Gewichte der verschiedenen Interessen (Stakeholder) im Zielsystem der Unternehmung. Die Ziele einer guten Unternehmensverfassung, denen der Aufsichtsrat und der Vorstand der lizAG verpflichtet sind, wurden nachhaltig verfolgt. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohl der lizAG laufend zusammen. Der Aufsichtsrat tritt turnusgemäß bzw. bedarfsweise zusammen und berät sich ggf. auch ohne den Vorstand. Das Risikoumfeld der lizAG ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert; es wurden keine Risiken festgestellt, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten (zu Chancen und Risiken des Unternehmens s. nachfolgendes Kapitel). 3. Zukünftige Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und RisikenDie Gesellschaft erwartet für 2008 und 2009 die Fortsetzung des Wachstumstrends mit einer weiteren Steigerung des Marktanteils der lizAG bei gleichzeitiger Verschärfung der Wettbewerbssituation und Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen durch die 5. Novelle der Verpackungsverordnung, deren Kernanliegen die Sicherstellung der haushaltsnahen Entsorgung von Verkaufsverpackungen ist. Zu diesem Zweck ist nach der Novelle eine klare Trennung der Entsorgung von privaten Endverbrauchern, sowie von gewerblichen und industriellen Endverbrauchern vorgesehen. Künftig sollen alle beim privaten Endverbraucher anfallenden Verpackungen ausschließlich durch haushaltsnahe Erfassungssysteme gesammelt werden. Die Rücknahme von Verpackungen am Ort der Übergabe - die so genannte Selbstentsorgung - soll in Zukunft nur noch für Verpackungen, die im sogenannten kleingewerblichen Bereich (§ 3 Abs. 11 Verpackungsverordnung) anfallen, möglich sein. Die Transparenz bei der Entsorgung von Verkaufsverpackungen soll gemäß der Novelle mit Hilfe eines Vollständigkeitsnachweises erhöht und somit ein verbesserter Rahmen für den Wettbewerb zwischen den Anbietern vorgegeben werden. Einen derartigen Vollständigkeitsnachweis erbringt die lizAG bereits heute und konnte bereits erste liz-Qualitätszertifikate an die Kunden überreichen. Damit ist die lizAG das erste Unternehmen der Branche, das sich freiwillig Prüfungen durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine renommierte Anwaltskanzlei und einem von der IHK zu Köln bestellten Sachverständigen für Verpackungsentsorgung gestellt hat. Die Prüfung umfasst die Vollständigkeit und die Aufteilung der an die lizAG gemeldeten Verpackungsmengen auf Systemanbieter und Selbstentsorgergemeinschaften, die rechtliche Bewertung des Geschäftsmodells wie auch die Bewertung der von der lizAG ausgewählten dualen Systeme und Selbstentsorgergemeinschaften. Für 2007 hat die Mengenprüfung durch FIDES Treuhandgesellschaft KG, Bremen, stattgefunden. Die Berichte sind zum heutigen Zeitpunkt noch nicht ausgeliefert. Der von der Novelle vorgesehene Ausschluss der Handelslizenzierung wird sich auf das Geschäftsmodell der lizAG voraussichtlich positiv auswirken. Mittlerweile übernehmen fast alle größeren Handelsunternehmen die Lizenzierung für bei ihnen gelistete Waren selbst, weshalb Lieferanten nicht mehr auf konkurrierende duale Systeme ausweichen können. Der gerade aufkommende Wettbewerb wird somit durch die Hintertür teilweise wieder ausgehebelt. Durch Handelslizenzierungen besteht also die konkrete Gefahr, dass letztlich einer Handvoll dualer Systeme nur wenige Nachfrager gegenüberstehen. Vor dem Hintergrund der Produktverantwortung soll die Pflicht zur Lizenzierung bei dualen Systemen künftig grundsätzlich beim Erstinverkehrbringer liegen. Das Entfallen der Kennzeichnungspflicht für an dualen Systemen beteiligte Verkaufsverpackungen hätte für die lizAG zur Folge, dass für national vertreibende Kunden eventuelle Lizenzgebühren für den Grünen Punkt entfallen würden. Für die sog. Branchenlösungen anstelle des bisherigen Selbstentsorgermodells sind die genauen Zulassungsvoraussetzungen noch nicht abschließend geklärt und werden derzeit auf Länderebenen diskutiert. Die neue Point-of-Sale-Regelung könnte - die genauen Konsequenzen sind gegenwärtig noch nicht absehbar - sowohl Potential als auch Unwägbarkeit bedeuten. Die Regelung beinhaltet die Möglichkeit der Lizenznehmer, ihre Lizenzgebühren insoweit von dualen Systemen zurückerstattet zu verlangen, als der Kunde die lizenzierten Verpackungen zurückbringt. Die lizAG ist summa summarum auch hinsichtlich der sich aus der 5. Novelle ergebenden Änderungen nach wie vor gut aufgestellt. Für das Jahr 2008 wird mit einer Konsolidierung der Marktposition gerechnet und für das Jahr 2009 rechnen wir mit einem erneuten Wachstum sowohl im Umsatz als auch im Ertragsbereich. 4. NachtragsberichtNach Ablauf des Jahres 2007 sind keine über die bereits dargestellten Entwicklungen hinausgehenden Ereignisse eingetreten, die für die Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Unternehmens führen könnten. 5. AbhängigkeitsberichtFür das Geschäftsjahr wurde von der lizAG ein Abhängigkeitsbericht nach § 312 AktG erstellt. Alle im Abhängigkeitsbericht genannten Leistungsbeziehungen wurden nach den Umständen, die in dem jeweiligen Zeitpunkt bekannt waren, zu Konditionen wie unter fremden Dritten durchgeführt. Die Gesellschaft erhielt stets eine angemessene Gegenleistung. Die Gesellschaft wurde weder im Rahmen des Leistungsaustausches noch sonst gegenüber den im Abhängigkeitsbericht genannten Unternehmen benachteiligt.
Herborn, den 21. April 2008 lizAG Vorstand Raffael A. Fruscio Martin Schürmann Christoph Heinigk Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der lizAG, Herborn, für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2007 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss und über den Lagebericht unter Einbeziehung der Buchführung abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 21. April 2008 KPMG
Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Zender, Wirtschaftsprüfer Ellbracht, Wirtschaftsprüfer |
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