Stammdaten

Register
Amtsgericht Kempten HRB 1018
Vorher
Kur- und Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft Oberstdorf
Eingetragen
6.7.1950
Branche
Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich OmnibusbahnhöfenBetrieb von SportanlagenBetrieb von Verkehrswegen für Schienenfahrzeuge
Gegenstand
Der Betrieb von Bergbahnen, Hotellerie, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen am Familien- und Ganzjahresberg Söllereck als Teil der Destination Oberstdorf-Kleinwalsertal.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Henrik Volpert
seit 13.8.2015
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Oberstdorfer Bergbahn AG

Oberstdorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.12.2022 bis zum 30.11.2023

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres vom 01. Dezember 2022 bis 30. November 2023 seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand laufend überwacht. Er hat sich mit dem Vorstand regelmäßig beraten und wurde von diesem laufend über den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Gesellschaft sowohl mündlich als auch schriftlich informiert. In alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.

Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen

Im Geschäftsjahr 2022/23 haben 4 Aufsichtsratssitzungen stattgefunden.

Gegenstand regelmäßiger Beratungen in den Aufsichtsratssitzungen waren die Quartalsberichte mit Umsatz-, Ergebnis- und Geschäftsentwicklung sowie die Finanzlage und Liquidität der Gesellschaft. Schwerpunkt der weiteren Beratungen des Aufsichtsrats waren die Projekte "Höllwies" und "Wanne".

Am 15. Februar 2023 berichtete der Vorstand ausführlich über das laufende Geschäftsjahr und über die Projekte Parkautomaten, Photovoltaik-Anlage und Schneelagerplatz; der Aufsichtsrat bestätigte anschließend die Errichtung einer PV-Anlage an der Söllereckbahn. Ferner befasste sich der Aufsichtsrat mit den Projekt Höllwies.

In der Aufsichtsratssitzung am 04. Mai 2023 befasste sich der Aufsichtsrat zuerst intensiv mit dem vom Abschlussprüfer bestätigten Jahresabschluss sowie dem Lagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021/22. Hierzu lag dem Aufsichtsrat der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers vor. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, berichtete über seine Prüfung und stand für Fragen des Aufsichtsrats zur Verfügung. Der Jahresabschluss sowie der Lagebericht mit Verwendung des Jahresergebnisses wurden gebilligt. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021/22 war damit festgestellt. In der Sitzung wurde zudem die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung 2023 beschlossen mit den Vorschlägen zur Verwendung des Bilanzergebnis, zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und zur Wahl des Abschlussprüfers. Ferner berichtete der Vorstand ausführlich über das laufende Geschäftsjahr und den Sachstand der Architektenverhandlungen (Projekt Söllereckbahn). Anschließend befasste sich der Aufsichtsrat ausführlich mit dem Sachstand Höllwies und Wanne und dem weiteren strategischen Ausblick.

Am 26. Juli 2023 beauftragte der Aufsichtsrat die asr GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kempten, den Jahresabschluss und den Lagebericht der Oberstdorfer Bergbahn AG für das Geschäftsjahr 2022/23 zu prüfen. Im Anschluss berichtete der Vorstand wiederum umfangreich über das laufende Geschäftsjahr und tauschte sich erneut über den Sachstand Höllwies aus.

In der Aufsichtsratssitzung vom 11. Dezember 2023 berichtete der Vorstand ausführlich über das laufende Geschäftsjahr, den Verlauf der Sommersaison, die Liquiditätsentwicklung der Gesellschaft und den Ausblick auf die Wintersaison 2023/24. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr sowie die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2023/24 wurde vorgestellt. Dem Budget und den Investitionen für das Geschäftsjahr 2023/24 wurde im Anschluss durch den Aufsichtsrat zugestimmt. Auch in dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat wiederholt mit den Projekten "Höllwies" und "Wanne".

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand mit dem Vorstand auch über die Aufsichtsratssitzungen hinaus in intensivem Kontakt und hat sich über die Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert.

Bildung von Ausschüssen

Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde kein Ausschuss gebildet.

Jahresabschluss

Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022/23 sind von dem in der Hauptversammlung am 19. Juli 2023 gewählten und vom Aufsichtsrat beauftragten Abschlussprüfer, der asr GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kempten, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung durchgeführt, unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung.

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Der Abschlussprüfer nahm an den Beratungen des Aufsichtsrats über den Jahresabschluss und den Lagebericht in der Sitzung vom 08. Mai 2024 teil und berichtete dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Er stand dem Aufsichtsrat darüber hinaus für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen zu dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht selbst geprüft und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen. Der durch den Vorstand aufgestellte Jahresabschluss wurde durch den Aufsichtsrat gebilligt und ist somit gemäß § 172 AktG festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Ergebnisses schließt er sich an.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und besonders allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen persönlichen Einsatz in diesen weiterhin herausfordernden Zeiten und ihre Leistung im Geschäftsjahr 2023/23.

 

Oberstdorf, 08. Mai 2024

Klaus King, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Lagebericht

GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN

Geschäftsmodell

Die Oberstdorfer Bergbahn Aktiengesellschaft, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Kempten unter HRB 1018, hat gemäß § 2 ihrer Satzung folgenden Geschäftszweck:

"Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Bergbahnen, Hotellerie, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen am Familien- und Ganzjahresberg Söllereck als Teil der Destination Oberstdorf-Kleinwalsertal."

Kerngeschäft der Oberstdorfer Bergbahn AG ist somit der Betrieb des Ski- und Wandergebiets Söllereck. Wesentliche Einrichtungen sind die Söllereckbahn mit der Schrattenwang-Sesselbahn, drei Schleppliften und dem Anfängergelände "Söllis Winterwelt", die Ganzjahresrodelbahn "Allgäu-Coaster", der Kletterwald Söllereck und die Gastronomie bzw. Hotellerie "Berghaus Schönblick". Das Söllereck ist Teil der Marke OBERSTDORF • KLEINWALSERTAL BERGBAHNEN ("OK-BERGBAHNEN").

Fokus in den vergangenen Jahren war die umfangreiche qualitative Modernisierung der zuvor in die Jahre gekommenen Infrastruktur im Rahmen der Vision "Das neue Söllereck!". Mit der Fertigstellung der Schrattenwangbahn und der Hauptbahn am Söllereck, der Söllereckbahn, inklusive Schneiteich und Funktionsgebäude wurden bereits wichtige, große Meilensteine erfolgreich abgeschlossen. Im vergangenen Geschäftsjahr standen deshalb, neben kleineren Restarbeiten an den genannten Projekten, die Optimierung der neuen Prozessabläufe und die Inbetriebnahme einer neuen Fotovoltaik-Anlage zur Energieunterstützung an.

Die langfristigen Rahmenbedingungen für unser familienfreundliches Ski- und Wandergebiet in der beliebten und sicheren Urlaubsregion Allgäu können weiterhin als sehr gut eingeschätzt werden. Die Rahmenbedingungen in den Vorjahren waren durch die weltweite Corona-Pandemie und den daraus resultierenden umfangreichen Einschränkungen und Belastungen für den Geschäftsbetrieb bestimmt und erst 2021/22 ist eine Normalisierung der Umfeldbedingungen und daraus resultierend eine deutlich anziehende Gästenachfrage zu verzeichnen. Die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen und die breite Angebotspalette erhöhen die Attraktivität unserer Anlagen und ermöglichen auch bei schwierigen Umfeldbedingungen, wie einem historisch warmen Winter im vergangenen Jahr, erfreuliche Ergebnisse für unsere Gesellschaft.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Das Geschäftsjahr 2022/23 zeigte sehr deutlich, dass sich einerseits die Geschäftsentwicklung eines Seilbahnunternehmens in den Alpen nicht von der Wetterentwicklung eines Kalenderjahres abkoppeln kann, aber andererseits eine breite und umfangreiche Aufstellung für Skifahrer, Wanderer, Familien, Kletter- und Coaster-Begeisterte die Besuchernachfrage auch in schwierigen Bedingungen auf einem hohen Niveau hält. Ein Jahr mit historischen Wärmerekorden wirkt sich aber auch auf unsere Umsatzentwicklung und die Gästezahlen an unseren Seilbahnen aus. So war der Winter 2022/23 mit vielen Regentagen und einem viel zu warmen Umfeld sowie einer fehlenden Naturschneeauflage zum Saisoneinstieg die stark negative Seite der Umfeldbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Im Gegensatz dazu war der Spätsommer 2023 mit vielen sonnigen und warmen Wandertagen das positive Gegenstück im Jahresverlauf und versöhnte uns und unsere Gäste mit dem insgesamt herausfordernden Geschäftsjahr 2022/23.

Im Gegensatz zum Vorjahr war zum Start der Wintersaison die Thematik Pandemie im europäischen Alpenraum nicht mehr gegeben und der Start in die Wintersaison konnte Mitte Dezember ohne Auflagen von behördlicher Seite aus starten. Unsicherheiten aus dem Ukraine-Krieg und der stark angestiegenen Inflation mit deutlich höheren Energiepreisen wirkten sich auf die Besuchernachfrage weniger aus als befürchtet. Allerdings waren deutlich weniger kalte Tage als in früheren Jahren zu verzeichnen und ungewohnt viele Regentage im Dezember und Januar wirkten sich negativ aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Wintersportgebieten in der Region konnte am Söllereck aber dank hervorragender Infrastruktur und ambitionierten Mitarbeitern die ganze Wintersaison der Pistenbetrieb mit guten Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Die moderne und leistungsfähige Beschneiungsanlage sicherte den touristischen Betrieb über die gesamte Saison ab. So lag die Gästezahl im Dezember und Januar nur leicht unter den Vorjahreswerten, der Februar als Wetterlichtblick in der Wintersaison sogar über den Vorjahreswerten. Leider hielt dieser Wetterstatus nicht an und vor allem der deutlich zu warme und sonnenarme März und die wenigen Betriebstage im April sorgten für Besuchernachfrage im Winter 22/23 von nur 131.771 Besuchern, letztlich um -9,1% unter Plan und weit unter Vorjahreswert.

Der Sommerbetrieb am Söllereck konnte dafür bereits Ende April aufgenommen werden und das sehr warme und sonnige Frühlingswetter zog im Mai und Juni deutlich mehr Gäste an unsere Fahrstationen als erwartet. Insgesamt war der Auftakt der Sommersaison von einer hohen Nachfrage geprägt, die erst im zunehmenden Verlauf durch die lediglich im August durch kühlere und regenreiche Tage zum Monatsausklang etwas eingebremst wurde. Dafür zeigte sich der traditionell starke September, ganz anders als im Vorjahr, diesmal von seiner allerbesten Seite. Warme Sonnentage mit fast unbegrenzter Fernsicht und warme Herbstfarben in unseren Bergen lockten bis weit in den Oktober hinein viele begeisterte Gäste ins Allgäu. Der Gästezuspruch der Sommersaison lag aufgrund des spätsommerlichen Wetterumfeldes zum Abschluss um etwa 2% über unseren Erwartungen und auch über den Werten der letzten beiden Jahre.

Die erreichten Gästezahlen in diesem schwierigen 2022/23 zeigen, dass die Oberstdorfer Bergbahn AG mit der grundlegend modernisierten Infrastruktur am Ganzjahres- und Familienberg Söllereck sehr gut aufgestellt ist und ein überzeugendes Angebot für ganz unterschiedliche Gästegruppen bereitstellt.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Nach den schwierigen Corona-Jahren, welche den Bergbahnen im Alpenraum aufgrund der erforderlich gewordenen behördlichen Einschränkungen hohe Gästeausfälle und Umsatzverluste beschert hatten, wurde mit dem Start in die Wintersaison 2022/23 wieder mit normalem Geschäftsbetrieb am Söllereck gerechnet. Die Wetterbedingungen waren Anfang Dezember aber von einem normalem Winterbetrieb weit entfernt und trotz der neuen, hochmodernen Beschneiungsanlage begann der Skibetrieb aufgrund zu warmer Temperaturen erst am 16. Dezember und damit fast zwei Wochen später als im vorangegangenen Winter.

Zu warme Tage ohne ausreichenden Naturschnee ließen die sonst übliche Begeisterung für Wintersport und erholsame Tage im Schnee bei Einheimischen und Gästen nur sehr zögerlich aufkommen. Bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag wurden nur knapp über 5.000 Besucher an unseren Bahnen gezählt und erst mit sonnigeren Tagen zwischen Weihnachten und Silvester erreichte die Nachfrage wieder gewohnte Ausmaße. Die Pistenbedingungen am Söllereck konnten durch unsere Infrastruktur in einem sehr guten Zustand gehalten werden, was von unseren Gästen auch honoriert wurde und bis Ende Dezember noch fast 17.500 Wintersportbegeisterte an unsere Bahnen lockte. Die Begeisterung am Wintersport und an Aktivitäten in der Natur bleibt unverändert stark ausgeprägt, was sich selbst in dem verregneten Winter des letzten Jahres zeigte, der an den wenigen Sonnentagen zu Jahresbeginn sogar Spitzentage mit über 3.000 Gästen ermöglichte. Insbesondere Skischulen und deutlich mehr Gäste aus der Region waren dankbar für die guten Bedingungen am Söllereck, welche bei zunehmender Wärme bis Mitte Januar nicht in allen Skigebieten im Allgäu einen Pistenbetrieb möglich machte. Hier konnte das Söllereck aufgrund der leistungsfähigen und effizienten Beschneiung seinen Wettbewerbsvorteil in der Region klar ausspielen und garantierte den Oberstdorfer Urlaubsgästen wie den einheimischen Skifahrern durchgehend gute Wintersportbedingungen.

Der Februar war in einem global gesehen, historisch warmen Gesamtjahr 2023 der Lichtblick im Wintergeschäft. Sonnige Wintertage ab dem 7. Februar bescherte unseren Touristen und Einheimischen Gästen erholsame Tage bei Ausflügen und Aktivitäten im Schnee. Mit über 47.000 Gästen lagen die Zahlen über dem Vorjahr und der Winter schien sich nach zähem Beginn zum Besseren zu wenden. Diese Hoffnung auf einen versöhnlichen Winterabschluss verflog im darauffolgenden Monat März sehr schnell. Ungewohnt für einen ansonsten sonnig warmen Winterausklang war der März und April 2023 sehr sonnenarm und oft verregnet und windig. Insbesondere der März lag damit unter allen Erwartungen und mit nur knapp 20.000 Besuchern um über 30% unter dem Vorjahresmonat. Am 10 April schloss die ungewohnt schneearme und verregnete Wintersaison 2022/23 mit letztlich 131.771 Gästen und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert und unseren Planerwartungen.

Das schwierige Wetterumfeld im Winter machte sich neben geringeren Umsatzerlösen auch im Aufwandsbereich bemerkbar, da die Kosten für die intensive Beschneiung deutlich über den Plankosten und den Aufwendungen des Vorjahres lagen. Einen stärkeren Einfluss auf die Ergebnisse übten auch die weltweit weiter grassierenden Liefer- und Logistikprobleme aus, die zu starken Kostensteigerungen im Materialbereich und zu Verzögerungen bei Einzelmaßnahmen im Jahresverlauf führten.

Die frühzeitig beendete Wintersaison wurde für eine sehr kurze Revisionsphase im April und für einen sehr frühen Start in die Sommersaison genutzt. Und diesmal sorgten die Wetterbedingungen direkt für einen Rückenwind an unseren Betrieben. Warmes und sonniges Wetter lockte vom Start der Sommersaison ab viele Ausflugsgäste an unsere Bahnen und Ausflugsbetriebe. Der Wonnemonat Mai aber auch Juni und Juli verliefen sehr erfreulich und die neue Infrastruktur am Söllereck mit modernen Bahnen, dem Kletterwald, Coaster und der Sölli-Kugelbahn wurde von Gästen wie Einheimischen stark angenommen. Die eingespielten Betriebsabläufe im technischen wie organisatorischen Bereich zeigen das umfassende Potential, das unser Berg bereitstellt, um unseren Gästen eine breite Vielfalt an Möglichkeiten zur Erholung in der Natur zu ermöglichen.

Nachdem bereits im Vorjahr ein sehr trockener und heißer Sommer auch andere Freizeitaktivitäten mit stärkerem Abkühlungscharakter attraktiv werden ließ, war die Nachfrage an unseren Bahnen im Sommer 2023 für viele Wochen und Monate sehr positiv. Lediglich der August als Hauptreisemonat in Deutschland, lag, auch bedingt durch kühlere und regenreiche Tage zum Monatsausklang, unter Vorjahr und Erwartungen. Der September und Oktober zeigte sich aber für unsere Gäste wieder von der schönsten Seite. Sonnige, warme Herbsttage verhalfen unseren Gästen zu wunderbaren Wandertagen in einer beeindruckenden Natur und bescherten unseren Betrieben zum Saisonfinale noch gute Umsätze. Zusammengefasst verlief die Sommersaison an der neuen Söllereckbahn erneut reibungslos und unfallfrei und endete am 05. November 2023. Die 234.601 Gäste von Anfang Mai bis November zeigen die hohe Attraktivität unseres Ganzjahres- und Familienberg in der Region und darüber hinaus.

Mit der modernen, zeitgemäßen und barrierefreien Kabinenbahn der neuesten Generation, der direkten und ganzjährigen Anbindung an Parkplätze und ÖPNV, dank neuer Fußgängerbrücke und Station, sowie modernisierten Funktionsgebäuden, ist die Attraktivität der Söllereckbahn deutlich gestiegen. Das mittlerweile zweite abgeschlossene ganzjährig operative Geschäftsjahr nach Corona-Zeiten zeigt, dass die Investitionen in Qualität und Komfort von den Gästen honoriert und gut angenommen werden. Trotz der besonders herausfordernden Umweltbedingungen im Winterbetrieb besuchten Insgesamt 366.372 Besucher im Geschäftsjahr 2022/23 unsere Bahnen und konnten sich von dem umfangreichen Angebot und dem hohen Level an Service und Sicherheit ein eigenes Bild machen. Die erreichte Gesamtzahl stellt einen Anstieg von über 30% gegenüber dem 5-jahres-Durchschnitt dar und liegt nach positivem Sommer auch um 0,5% über dem Vorjahresergebnis.

Während andere Bergbahnbetriebe im Winterbetrieb nur ein sehr eingeschränktes und zeitlich begrenztes Angebot bereitstellen konnten, war am Söllereck, dank der umfangreichen Investitionen und Projektarbeiten der letzten Jahre, auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zu jeder Zeit ein vollständiges Angebot für unsere Gäste gegeben. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld mit einem anfänglich sehr starken Inflationsanstieg sowie hohen Preisanstiegen im Energiebereich und bei den Lohnabschlüssen, die weit über den Tarifsteigerungen der Vorjahre lagen, führte im vergangenen Jahr zu keinem Nachfragerückgang an unseren Bahnen. Den reibungslosen Ablauf der operativen Geschäftstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und die erneut sehr positive Resonanz der Besucher sowohl im Winter- als auch im Sommerbetrieb sehen wir als Bestätigung für unsere Entscheidung und die dank fleißiger und engagierter Mitarbeiter erfolgreiche Umsetzung des Großprojektes "Neubau Söllereckbahn".

ERTRAGSLAGE

Die Entwicklung bei den Gästezahlen schlägt sich auch in der Umsatzentwicklung unserer Gesellschaft nieder. So sanken die Umsatzerlöse in der Winterhälfte des abgeschlossenen Jahres gegenüber dem Vorjahr um knapp 3%. Auf Gesamtjahresebene, dank dem sehr erfreulichen Sommerbetrieb, erhöhten sich die Umsätze aber von 6.998 TEUR auf 7.194 TEUR. Dieser Anstieg ist vor allem den Bahnen und Nebenbetrieben zu verdanken, die von 6.341 TEUR im Vorjahr auf 6.535 TEUR anstiegen. Die Gastronomiebetriebe konnten, bei schwierigen Wetterbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Umsatz mit 659 TEUR praktisch auf Vorjahresniveau halten. Die sonstigen betrieblichen Erträge bewegen sich ebenfalls auf dem Niveau des vergangenen Jahres und liegen bei 272 TEUR, davon 254 TEUR periodenfremd.

Die betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 6.909 TEUR im Vorjahr nur gering um +1,1 % auf 6.988 TEUR. Durch den Preisanstieg im Energiebereich und im Bereich der Lebensmittel ergaben sich vor allem bei Betriebsstoffen, Stromkosten sowie beim Warenaufwand in der Gastronomie wieder deutlich höhere Aufwendungen als im Vorjahr. Die starke Preisentwicklung im Treibstoffbereich nach Beginn des Ukraine-Krieges im Vorjahr wirkte sich auch 2022/23 aus, da durch die höheren Aufwendungen der Pistenpräparierung die Verbrauchsmenge stärker zunahm. Im Personalaufwand machten sich die Lohnsteigerungen, die erst im späteren Verlauf des Geschäftsjahres umzusetzen waren, noch nicht vollständig im Geschäftsjahr 22/23 bemerkbar und im Materialaufwand wurde dank Einsparungen bei Projekten und klarer Kostenorientierung nach dem schwierigen Winter trotz Preisanstiegen weniger Aufwand verursacht als im Vorjahr. Im Investitionsbereich wurde nach den erfolgreichen Großprojekten der letzten Jahre als größere Investition nur eine Pistenraupe und vor allem eine neue Fotovoltaikanlage zur Energieerzeugung angeschafft. Die Abschreibungen verringerten sich damit sogar leicht gegenüber Vorjahr.

Das Finanzergebnis lag, trotz starkem Anstieg der Kapitalmarktzinsen, mit -344T€ fast auf dem Vorjahresniveau von -347 TEUR. Neue Darlehen wurden nicht aufgenommen und die Tilgungen auf die mittlerweile vollständig ausgenutzten Darlehen für das Großprojekt Söllereckbahn verlaufen planmäßig.

Unter Berücksichtigung des Finanzergebnisses und der Steuern ergibt sich ein Jahresgewinn in Höhe von 129 TEUR. Unter Berücksichtigung des Vortrags auf neue Rechnung in Höhe von -790 TEUR aus dem vergangenen Geschäftsjahr ergibt sich für 2022/23 ein Bilanzverlust in Höhe von -662 TEUR.

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich nach den Baujahren am Großprojekt "Das neue Söllereck" mit sehr hohen Investitionssummen wieder normalisiert und betragen in 2022/23 knapp 887 TEUR. Da die Abschreibungen im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht über den getätigten Investitionen lagen, hat sich das Sachanlagevermögen auf 28.408 TEUR weiter leicht reduziert. Die Investitionen konnten im vollen Umfang durch Abschreibungen und Einnahmen aus dem laufenden Betrieb finanziert werden. Investitionen in 2022/23 betrafen vor allem die Anschaffung einer neuen Pistenraupe, sowie den Bau einer neuen Fotovoltaikanlage und zum kleinen Teil nachlaufende Abschlussrechnungen zum Projekt Funktionsgebäude, die Weiterentwicklung der Planansätze "Neubau Höllwies", den Kauf von Schneeerzeugern und Anlagen zur Automatisierung im Gästeeintrittsbereich und bei IT-Abläufen.

Die Bilanzsumme verringerte sich leicht von 31.797 TEUR im Vorjahr auf 30.566 TEUR.

Der Deckungsgrad des Eigenkapitals am Anlagevermögen steigerte sich gegenüber dem Vorjahr von 24,2 % auf 25,7 %. Das Verhältnis des Eigenkapitals zum übrigen Kapital veränderte sich gegenüber dem Vorjahr von 1:3,43 auf 1:3,19.

Die flüssigen Mittel veränderten sich stichtagsbedingt im Geschäftsjahr 2022/23 von 1.404 TEUR um -305 TEUR auf 1.099 TEUR. Die Liquidität war im Berichtsjahr aufgrund gesicherter Kreditverträge sowie durch vorhandene Kreditlinien und ausreichenden Zahlungsfluss aus dem operativen Geschäft stets gewährleistet.

ANGABEN ZU BEDEUTSAMEN FINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN

Der Geschäftsverlauf des Jahres 2022/23 kann unter Berücksichtigung der historisch besonderen Wetterbedingungen im wichtigen Wintergeschäft wieder als erfreulich verlaufenes Geschäftsjahr bezeichnet werden. Obwohl die Umfeldbedingungen im gesamten nördlichen Alpenraum in der Wintersaison als sehr herausfordernd bezeichnet werden müssen, konnte auch in 2022/23 ein ganzjähriger Geschäftsbetrieb mit hohem Gästezuspruch zu jedem Zeitpunkt realisiert werden. Der durch ein gutes Sommergeschäft und die breite Produktpalette noch erreichte geringe Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr und die früh umgesetzten Einsparungsanstrengungen bei Investitionen, bei Projekten und im allgemeinen Geschäftsprozess führten zu einem insgesamt positiven Gesamtjahresergebnis. Die Auswirkungen auf Liquidität und Finanzlage waren wie bereits im Vorjahr deutlich positiv. Die Eigenkapitalausstattung beträgt 7.306 TEUR. Dies ist nach Umsetzung der Investitionsprojekte Schrattenwangbahn, Söllereckbahn mit Modernisierung der Beschneiung und nach einem sehr schwierigen Geschäftsjahr 2020/21 mit Corona-Lockdown sowie zwei herausfordernden ersten Geschäftsjahren mit ganzjährigem operativem Betrieb erneut ein leichter Anstieg gegenüber Vorjahr.

Wesentlich für die zukünftige Geschäftstätigkeit der Oberstdorfer Bergbahn AG bleibt die Sicherstellung einer uneingeschränkten operativen Geschäftstätigkeit, d.h. keine weiteren Pandemie-bedingt angeordneten Betriebsschließungen und ein gesamtwirtschaftliches Rahmenumfeld, in dem die inflationären Tendenzen vor allem im Energiebereich, bei Gütern des Grundbedarfs und bei den Kapitalmarktzinsen weiter abnehmen, damit keine nachhaltige Verunsicherung der Verbraucher und deren Nachfrageverhalten nach touristischen Leistungen eintritt. Der zeitlich besonders frühe und sehr positiv verlaufene Start in eine Wintersaison 2023/24 mit guter Gästenachfrage zeigt die positive Wirkung der neuen Söllereckbahn auf den Tourismus im Allgäu bei normalen Winterbedingungen und die deutlich gestiegenen Umsatz- und Ergebnismöglichkeiten mit der neuen, modernisierten Infrastruktur.

ANGABEN ZU BEDEUTSAMEN NICHTFINANZIELLEN LEISTUNGSINDIKATOREN

Um den zukünftigen Erwartungen unserer Gäste an einen modernen touristischen Anbieter zu entsprechen sind weiterhin vor allem gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter eine unverzichtbare Voraussetzung. Der sichere, reibungslose und damit auch erfolgreiche Betrieb unserer Anlagen ist durch die aktuellen Entwicklungen (Lieferkettenprobleme und inflationäre Preistendenzen vor allem im Energiebereich) im täglichen Arbeitsprozess nicht einfacher geworden und stellt unsere Mannschaft vor große Herausforderungen. Um unseren Gästen jederzeit einen sicheren und sorglosen Aufenthalt zu ermöglichen, sind Mitarbeiter mit guten Technikkenntnissen, hohem Kundenverständnis und der Bereitschaft, service- und kostenorientiert zu arbeiten, erforderlich. Der Wettbewerb um qualifizierte Seilbahnmitarbeiter hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschärft. Die Oberstdorfer Bergbahn AG setzt deshalb verstärkt auf Ausbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und wird auch weiterhin umfangreich in die Fortbildung ihrer Mannschaft investieren und ist bemüht, ihre MitarbeiterInnen langfristig an das Unternehmen zu binden.

Im immer wichtigeren Umweltbereich werden alle Vorgaben und Vorschriften eingehalten und auch die neuen Projektaktivitäten, wie am Beispiel der neuen Fotovoltaikanlage deutlich aufgezeigt, sind in vollem Umfang auf Nachhaltigkeit und geringstmögliche Umweltauswirkung ausgerichtet. Es bleibt ein wesentliches Ziel am Familienberg Söllereck, eine dem Tourismusbetrieb entsprechende und für unsere Gäste sowie die Grundeigentümer intakte Natur bei möglichst geringem und effizienten Energie- und Ressourceneinsatz zu erhalten. Auch in diesem Jahr gilt unser Dank allen GrundeigentümerInnen für die weiter gute Zusammenarbeit.

Der gesamte Energiebedarf am Söllereck wird schon heute mit 100% Ökostrom aus alpiner Wasserkraft und mit der neu errichteten Fotovoltaikanlage gedeckt und soll mit neuesten Techniken weiter optimiert und noch effizienter werden. Die Oberstdorfer Bergbahn AG beteiligt sich im Rahmen der Marke "OK • Bergbahnen" daher auch an der Initiative "MyMountainNature", in der die verschiedenen, umfangreichen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit zusammengefasst werden.

Um den reibungslosen, effizienten und nachhaltigen Betrieb an unseren Anlagen zu ermöglichen, gewinnt das Thema Digitalisierung, aber auch Cyber-Sicherheit am Berg zunehmend an Bedeutung. Die Oberstdorfer Bergbahn AG wie auch die OK • Bergbahnen investieren daher verstärkt in die Entwicklung ihrer IT-Systeme mit dem Ziel, einerseits betriebsintern die Effizienz zu steigern und Ressourcen zu sparen und andererseits für die Gäste das Besuchserlebnis zu verbessern und eine permanent hohe Sicherheit zu garantieren. Hinzu kommen digitale Angebote wie der "MyMountainClub", das digitale Loyalty-Programm für alle Gäste der OK • Bergbahnen, digitale PickUp-Automaten für Tickets und eine noch stärker digital vernetzte Infrastruktur in unsrer Gastronomie ab Winter 23/24.

Die Gäste am Söllereck stammen zum überwiegenden Teil aus Deutschland und den Niederlanden. Die Entwicklung der Gästestruktur hängt deshalb direkt von der demographischen Entwicklung und den Reisepräferenzen in Deutschland und seinen unmittelbaren Nachbarländern in Europa ab. Mit seinem breit ausgerichteten Angebot für Familien, Kinder und Skianfänger leistet das Söllereck in der Region aktuell und auch in der Zukunft auch einen wichtigen Beitrag für den Skinachwuchs und alle Einsteiger in den Wintersport.

RISIKOBERICHT

Den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) in Bezug auf die Ausübung eines systematischen Managements aller unternehmerischen Risiken tragen wir Rechnung. Die wesentlichen Risiken werden erfasst und bewertet. Die kontinuierliche Überwachung erkannter und das Erkennen und Bewerten neu auftretender Risiken ist gewährleistet. Das Erreichen der Planziele sowie das Auftreten von Risiken werden regelmäßig und kontinuierlich auf der Basis eines implementierten Berichtswesens überwacht. Auf dieser Informationsgrundlage ist der Vorstand rechtzeitig in der Lage, neue Risiken zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Marktrisiken ergeben sich aus der allgemeinen Entwicklung des Tourismus sowie insbesondere der Destination Oberallgäu/Kleinwalsertal. Als neuartiges Risiko wurde erstmals im Jahr 2020 das Risiko einer Pandemie mit den Folgeschäden bezüglich europäischer Reiseaktivitäten und angeordneter Betriebsschließungen für Bergbahnbetriebe mit aufgenommen. Auch weiterhin besteht ein Risiko im Wettbewerb mit in- und ausländischen Bergbahnbetreibern, aber auch mit Vergnügungsparks, neuen Sportarten und ähnlichen Freizeitangeboten. Zudem könnte es in Folge der Pandemie zu Veränderungen im Reiseverhalten unserer Gäste kommen. Dieses Risiko minimieren wir durch eine laufende Marktbeobachtung, so dass geringe Auswirkungen auf unser Betriebsergebnis erwartet werden.

Finanzrisiken können sich aus der weiter negativen Veränderung des allgemeinen Zinsniveaus sowie aus der Auflösung von Kooperationen und Poolgemeinschaften sowie ungünstigen Eigenkapital-/Fremdkapitalrelationen ergeben. Die Zinsentwicklung am Kreditmarkt, die sich im abgelaufenen Geschäftsjahr stark negativ entwickelt hat, wird ständig beobachtet, um rechtzeitig langfristige Bindungen einzugehen und beispielsweise durch Zinssicherungen auf mögliche Änderungen zu reagieren. Diese Strategie ist abgesichert durch die zugesagten Kreditlinien der Hausbanken und langfristige Zinsbindungen beim Großteil unserer langfristigen Darlehensvereinbarungen, so dass in normalen Geschäftsjahren mit überschaubaren Auswirkungen auf unser Ergebnis zu rechnen ist.

Umfeldrisiken resultieren hauptsächlich aus anhaltenden Schlechtwetterperioden, ausbleibenden Schneefällen in der Wintersaison sowie aus Lawinen- und Sturmschäden. Diese Risiken werden durch neue Beschneiungsanlagen und laufende Investitionen abgemildert, beziehungsweise durch abgeschlossene Versicherungen abgewälzt. Auch aus einem veränderten Ausgabe- und Reiseverhalten der Verbraucher aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage resultieren Risiken, die im Rahmen einer laufenden Marktbeobachtung berücksichtigt werden.

Durch die Corona-Pandemie, die erstmals im März 2020 auftrat, ergab sich bereits zweimal die gesetzlich geforderte Einstellung des Fahrbetriebs. Wir gehen davon aus, dass der Fahrbetrieb in Zukunft unter Einhaltung von klaren Hygieneauflagen und erprobten Konzepten grundsätzlich erlaubt und ohne weitere Einschränkungen möglich sein wird. Sollte es doch unerwartet zu einer erneuten behördlich angeordneten Corona-Betriebsschließung mit längerer Laufzeit kommen, kann die Notwendigkeit von Eigenkapitalmaßnahmen zur Sicherung der Liquidität und des langfristigen Fortbestandes der OBB, auch mit Überbrückungshilfen von Bund und Länder oder massiven Kosteneinsparungen, nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wir halten dieses Risiko jedoch aus aktueller Sicht und nach zwei Jahren mit Normalbetrieb für sehr gering und lediglich bei einer neuen europaweit stark ansteigenden Pandemie mit schweren Verläufen gegeben.

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Am 30. November 2023 beschäftigten wir 39 Mitarbeiter. Der Personalstand entwickelte sich wie folgt:

2022/23 Vorjahr
Stand zum 01. Dezember 44 44
Stand zum 30. November 39 44

Die Tarifverhandlungen mit der EVG sind leider noch immer ohne neuen Abschluss geblieben.

Die Geschäftsführung hat sich daher auch in 2022/23 entschieden, dass sich die ergebnislosen Tarifverhandlungen nicht zu Lasten der Arbeitnehmer auswirken sollen: Analog den Erhöhungen auf der österreichischen Seite wurde mit Wirkung zum 01. November 2022 auf die in der gültigen Lohn- und Gehaltstabelle des SBT ausgewiesenen Löhne und Gehälter eine freiwillige Zulage von 5,0 % und zum 1. Mai 2023 eine weitere freiwillige Erhöhung um 5,9% eingeführt.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter hat einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Die Mitarbeiter werden regelmäßig über Arbeitssicherheitsmaßnahmen unterrichtet.

Unsere Mitarbeiter haben in diesem erneut sehr anspruchsvollen Geschäftsjahr wiederum durch gewissenhafte Pflichterfüllung zu einem sicheren und reibungslosen Ablauf des Betriebes beigetragen. Hierfür sprechen wir ihnen an dieser Stelle unseren Dank aus. Dieser Dank gilt auch dem Betriebsrat für die jederzeit gute und sachliche Zusammenarbeit.

PROGNOSE- UND CHANCENBERICHT (AUSBLICK)

Das Risiko potenzieller Corona-Restriktionen hat sich nach dem Geschäftsjahr 2021/22 und dem gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr trotz vieler Grippefälle in der deutschen Bevölkerung im Herbst und Frühwinter deutlich entspannt. Allerdings haben sich aus dem weiter andauernden Ukraine-Krieg, der Auseinandersetzung im Nahen Osten und der dadurch weiter angespannten Warenlogistik zusätzliche Unsicherheitsfaktoren auf die Preisentwicklung und die Verbrauchernachfrage ergeben. Für das kommende Geschäftsjahr erwarten wir vor allem im Energiebereich aufgrund ausgelaufener längerfristiger Stromverträge und aufgrund der Lohnentwicklungen im Personalbereich neue Herausforderungen auf der Aufwandsseite. Aber auch die Folgewirkungen aus der beschriebenen globalen Risikogesamtlage und anstehender Wahlen in Europa und den USA könnten sich auf das Verbraucherverhalten und deren Nachfrage nach touristischen Leistungen und damit auf das Ergebnis in 2023/24 auswirken.

Die komplett modernisierten Bahnen, Söllereck- und Schrattenwangbahn, sowie der neue Speichersee und die Beschneiungsanlagen haben ihre operative Fähigkeit im abgelaufenen, viel zu warmen Geschäftsjahr eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Diese moderne Infrastruktur ermöglicht auch bei schwieriger Wetterlage in der weiterhin wichtigen Wintersaison einen durchgehenden Geschäftsbetrieb und ist ein wesentlicher Baustein für ein Gäste-Angebot an unserem Berg, dass auch in Zukunft abwechslungsreich, kundenorientiert und nachhaltig aufgestellt ist.

Dank unserer Infrastruktur und frühzeitig kalten Witterungsbedingungen mit Schneefall bereits im November, konnten wir in die neue Wintersaison erstmalig bereits am 30. November 2023, also noch vor Beginn des neuen Geschäftsjahres, starten. Bereits in der ersten Dezemberwoche, bei Neuschnee und Sonnenschein, also hervorragenden Wintersportbedingungen besuchten über 2.700 Gäste unser Skigebiet, was im deutschen Alpenraum wohl einmalig gewesen sein dürfte. Windige und regnerische Tage zur Monatsmitte konnten das insgesamt gute Umfeld für Wintertourismus im Dezember 2023 genauso wenig trüben wie der bereits obligatorische Wärmeeinbruch zu Weihnachten. Direkt nach den Feiertagen herrschte, im Gegensatz zum verregneten Vorjahr 2022, Sonnenschein an unseren Bergen und dank der neuen Beschneiungsanlage und deren Leistungsvermögen sowie dem unermüdlichen Einsatz unserer Pistenmitarbeiter konnten wir ein hervorragendes Pistenangebot für unsere Gäste bereitstellen. Die ersten Gästezahlen im Dezember 2023 lagen mit über 24.000 Besuchern deutlich über den Zahlen der Vorjahre. Aber auch der Januar liegt, trotz einiger Sturmtage bis zur Monatsmitte, über den Zahlen des vorangegangenen Winters und die vorhandene gute Schneeauflage und das wieder winterlich geprägte Umfeld im Allgäu sollte die Nachfrage auf hohem Niveau halten.

Der bisherige Verlauf der Wintersaison kann deshalb, auch unter Beachtung der weiterhin anspruchsvollen Rahmenbedingungen in politischer und globaler Hinsicht, als sehr positiv bezeichnet werden und belegt erneut, dass die Entscheidungen zur Modernisierung in den letzten Jahren korrekt waren und das dadurch gesteigerte touristische Angebot im Allgäu von den Besuchern in allen Jahreszeiten gut angenommen wird.

Positive Effekte im aktuellen Geschäftsjahr 2023/24 könnten sich aus einem weiterhin wettertechnisch positiv verlaufenden Skibetrieb in den nächsten Wochen sowie einem Frühsommer und Sommer mit vielen, aber nicht zu heißen Sonnentagen ergeben, da das Bedürfnis der Menschen, Aktivitäten in der freien Natur und in einem gesunden Umfeld zu erleben, unverändert gegeben ist. Unsicherheiten aus starken Preisanstiegen bei touristischen Fernreisen mit Erfordernis einer Flugreise oder noch stärkere Unsicherheiten im globalen Umfeld könnten eine Unterstützung für regionale Tourismusanbieter nach sich ziehen und eine höhere Gästenachfrage bei technisch schnellen erreichbaren und touristisch attraktiven Regionen wie das Allgäu bedeuten.

Negative Einflüsse auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr würden sich bei wieder ansteigenden Inflationszahlen und dadurch verursachten starken Einkommens- oder Vermögensverlusten in unserem Kundenbereich ergeben. Auch unerwartet weiter steigende Belastungen, vor allem im Bereich der Energie- und Materialpreise sowie aus zu hohen Lohnabschlüssen auf Tarifebene, stellen ein Risiko für die Geschäftsentwicklung 2023/24 dar.

Im Investitionsbereich wird unverändert an einer Umsetzung der Erneuerung Höllwiesbahn gearbeitet und die dazu erforderlichen Planungen und Gespräche vorangetrieben, um eine für alle Parteien praktikable und zeitlich auch kurz- bis mittelfristig umsetzbare Lösung zu erreichen. Gleiches gilt für den Bereich "auf der Wanne" mit Söllis Winterwelt und der Weiterentwicklung des Angebots für Skischulen und Einsteiger. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird in den nächsten Monaten aber erneut auf das operative Tagesgeschäft und den dort möglichen Optimierungen in unseren Betrieben gelegt.

Aufgrund der abgeschlossenen Neubauaktivitäten und den damit zusammenhängenden umfangreichen Investitionsmaßnahmen der letzten Jahre an Söllereck und Schrattenwang werden die Abschreibungen weiter auf einem hohen Niveau bleiben. Trotz vieler Fixzinsvereinbarungen erwarten wir durch die im Vorjahr weltweit angestiegenen Kapitalmarktzinsen weiterhin hohe Zinsaufwendungen und die Aufwendungen im Bereich Personal, Material und Energie werden aufgrund der allgemeinem Lohn- und Inflationsentwicklung gegenüber dem letzten Geschäftsjahr ansteigen. Analog wird auf der Ertragsseite bei neuer Preisstruktur und einem Zuspruch an Wintergästen wie im normal verlaufenen 2021/22 sowie einem Zuwachs an Sommergästen mit einem deutlich höheren Umsatz in Winter- und Sommersaison 2023/24 gerechnet und insgesamt für das angelaufene Geschäftsjahr mit einem Ergebnis auf Vorjahresbasis gerechnet.

Nach der bis dato beispiellosen Corona-Krise haben die letzten beiden Geschäftsjahre gezeigt, dass unsere Gesellschaft durch die neue umfangreich modernisierte und breite Aufstellung mittel- und langfristig allen Anforderungen an einen zeitgemäßen, qualitativen Tourismus entspricht und wir mit unseren Angeboten für unsere nationalen und internationalen Urlaubsgäste und für unsere Region sehr gut aufgestellt sind.

 

Oberstdorf, 29. Februar 2024

Oberstdorfer Bergbahn AG

Der Vorstand

BILANZ ZUM 30. NOVEMBER 2023

AKTIVA

siehe Anhang 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
A. ANLAGEVERMÖGEN 1
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 24.598,27 26
2. Geschäfts- oder Firmenwert 5.073,68 29.671,95 17
II. Sachanlagen 2
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.012.473,98 11.309
2. Bahn- und Liftanlagen 14.688.848,53 15.912
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.022.295,64 1.866
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 684.602,83 28.408.220,98 483
III. Finanzanlagen
1. Sonstige Ausleihungen 5.000,00 5
28.442.892,93 29.618
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 3
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 312.849,72 289
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 108.699,07 26
2. Sonstige Vermögensgegenstände 374.479,49 483.178,56 223
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 5 1.098.742,39 1.404
1.894.770,67 1.942
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 228.090,21 237
30.565.753,81 31.797

PASSIVA

siehe Anhang 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 6 5.667.200,00 5.667
Eigene Anteile -1.064,00 5.666.136,00 -1
II. Kapitalrücklage 7 2.140.800,00 2.141
III. Gewinnrücklagen 8
1. Gesetzliche Rücklagen 140.768,27 141
2. Andere Gewinnrücklagen 19.731,59 20
IV. Verlustvortrag -790.330,38 -832
V. Jahresüberschuss 9 128.621,43 42
7.305.726,91 7.177
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 0,00 0
2. Sonstige Rückstellungen 10 195.500,00 285
195.500,00 285
C. VERBINDLICHKEITEN 11
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 1.797.009,37 EUR (VJ 1.796TEUR) 22.125.817,66 23.811
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 695.898,01 268
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 695.898,01 EUR (VJ 268 TEUR)
4. sonstige Verbindlichkeiten 170.929,67 181
- davon aus Steuern: 22.320,94 EUR (VJ 49 TEUR)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:10.600,28 EUR (VJ 9 TEUR)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: 170.929,67 EUR (VJ 181 TEUR)
22.992.645,34 24.259
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 71.881,56 76
30.565.753,81 31.797

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2022/23 Vom 01. Dezember 2022 bis 30. November 2023

siehe Anhang 2022/23 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
1. Umsatzerlöse 12 7.194.184,44 6.998
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 4.691,32 6
3. Sonstige betriebliche Erträge 13 268.365,09 299
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und 979.190,88 941
Betriebsstoffe und für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 468.287,25 1.447.478,13 518
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 1.894.889,39 1.845
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 379.897,22 2.274.786,61 344
- davon für Altersversorgung 0 EUR (VJ 0 TEUR)
6. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.013.813,41 2.023
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 14 1.251.835,02 1.238
8. Zinsen und ähnliche Erträge 7.768,16 1
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15 351.994,50 347
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 16 0,00 0
11. Ergebnis nach Steuern 135.101,34 48
12. Sonstige Steuern 6.479,91 6
13. JAHRESÜBERSCHUSS 128.621,43 42
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -790.330,38 -832
15. Einstellung in Gewinnrücklagen
in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
in andere Gewinnrücklagen 0,00 0
16. BILANZERLUST -661.708,95 -790

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
(Werte in EUR)
01.12.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge 30.11.2023
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 59.022,35 9.396,55 0,00 0,00 68.418,90
Geschäfts- oder Firmenwert 185.000,00 0,00 0,00 0,00 185.000,00
244.022,35 9.396,55 0,00 0,00 253.418,90
SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.501.259,36 66.893,88 26.247,79 0,00 14.594.401,03
Bahn- und Liftanlagen 22.637.943,42 0,00 0,00 24.731,59 22.613.211,83
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.011.118,94 502.854,56 55.798,75 95.329,08 4.474.443,17
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 483.070,82 283.578,55 -82.046,54 0,00 684.602,83
41.633.392,54 853.326,99 0,00 120.060,67 42.366.658,86
FINANZANLAGEN
Beteiligungen 5.000,00 0,00 0,00 0,00 5.000,00
41.882.414,89 862.723,54 0,00 120.060,67 42.625.077,76
Kumulierte Abschreibungen
(Werte in EUR)
01.12.2022 Abschreibungen des Berichtjahres Entnahmen für Abgänge 30.11.2023
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 33.401,65 10.418,98 0,00 43.820,63
Geschäfts- oder Firmenwert 167.592,99 12.333,33 0,00 179.926,32
200.994,64 22.752,31 0,00 223.746,95
SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.192.544,37 389.382,68 0,00 3.581.927,05
Bahn- und Liftanlagen 6.725.917,88 1.221.461,73 23.016,31 7.924.363,30
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.144.905,27 380.216,69 72.974,43 2.452.147,53
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
12.063.367,52 1.991.061,10 95.990,74 13.958.437,88
FINANZANLAGEN
Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
12.264.362,16 2.013.813,41 95.990,74 14.182.184,83
Buchwerte
(Werte in EUR) (Werte in TEUR)
30.11.2023 30.11.2022
IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 24.598,27 26
Geschäfts- oder Firmenwert 5.073,68 17
29.671,95 43
SACHANLAGEN
Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 11.012.473,98 11.309
Bahn- und Liftanlagen 14.688.848,53 15.912
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.022.295,64 1.866
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 684.602,83 483
28.408.220,98 29.570
FINANZANLAGEN
Beteiligungen 5.000,00 5
28.442.892,93 29.618

Anhang

Form der Rechnungslegung

Die Oberstdorfer Bergbahn AG hat ihren Sitz in Oberstdorf und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Kempten (Reg.Nr. HRB 1018).

Der Jahresabschluss der Oberstdorfer Bergbahn AG für das Geschäftsjahr 2022/23 wurde nach den Vorschriften des HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Grundsatz der Stetigkeit in der Darstellung sowie in der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurde beachtet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Aktiva

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten erfasst und entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer - im Zugangsjahr zeitanteilig - linear abgeschrieben. Die Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts erfolgte über einen Zeitraum von 15 Jahren, da dies der erwarteten betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer entspricht. Die Sachanlagen sind zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der Abschreibungen bewertet. Beim Anlagevermögen selbst wurde in 2022/23 die lineare Abschreibungsmethode angewandt. Erhaltene Zuschüsse zu Investitionen werden erfolgsneutral behandelt und direkt von den Anschaffungs- und Herstellungskosten des mit dem Zuschuss zusammenhängenden Anlagegutes in Abzug gebracht. Die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Die Vorräte sind entweder körperlich aufgenommen oder mit einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Festwert ausgewiesen. Sie sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Soweit Ausfallrisiken erkennbar, werden erforderlichenfalls individuelle Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die liquiden Mittel und die Rechnungsabgrenzungsposten sind zu Nennwerten angesetzt.

Passiva

Die Rückstellungen decken alle erkennbaren Risiken sowie ungewisse Verbindlichkeiten in angemessener und ausreichender Höhe ab. Der Ansatz erfolgt in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag bzw. Erfüllungsbetrag passiviert. Als passive Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen gezeigt, die Erträge des Folgejahres darstellen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Erläuterungen der Bilanz

AKTIVA

1. ANLAGEVERMÖGEN

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Bruttoanlagespiegel dargestellt.

2. SACHANLAGEN

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2022/23 betreffen im Wesentlichen die Anschaffung einer neuen Pistenraupe, den Aufbau einer größeren Fotovoltaik-Anlage zur Kostensenkung im Energiebereich dank eigener Stromproduktion., nachlaufende Anschlusskosten für das Funktionsgebäude sowie neue Beschneiungsanlagen, Ticket- und Kassenautomaten und die Anschaffung von Hard- und Softwareanlagen zur effizienteren und sicheren digitalen Bearbeitung.

3. VORRÄTE 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
RHB Bahnen inkl. Nebenbetriebe 276.612,83 258
RHB Gastronomie 36.236,89 31
312.849,72 289

4. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Vorjahr angestiegen, da die Inzahlungnahme einer alten Pistenraupe und die Rechnung für die Erbringung von Führungsleistungen für 2022/23 erst nach dem Jahresabschluss abgeschlossen wurde. Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr liegen nicht vor.

5. KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Kassenbestand 24.292,70 24
Guthaben bei Kreditinstituten 1.074.449,69 1.380
1.098.742,39 1.404

PASSIVA

6. GEZEICHNETES KAPITAL

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) beträgt 5.667.200,00 EUR und ist unverändert in 64.400 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien aufgeteilt. Das in auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilte Grundkapital ist durch vier Globalurkunden verbrieft, die bei der Clearstream Banking AG, Frankfurt am Main, hinterlegt sind.

In der Hauptversammlung vom 27.03.2019 wurde die Schaffung eines genehmigten Kapitals wie folgt beschlossen:

Genehmigtes Kapital 2019 II:

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 26. März 2024 das Grundkapital der Gesellschaft einmal oder mehrmals um bis zu 272.800,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.100 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bareinlagen mit Gewinnberechtigung ab Beginn des im Zeitpunkt der Ausgabe laufenden Geschäftsjahres zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019 II). Den Aktionären ist ein Bezugsrecht zu gewähren; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem Kreditinstitut oder einem nach § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG gleichgestellten Institut mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzusetzen. Der Aufsichtsrat ist schließlich ermächtigt, die Fassung von § 4 der Satzung entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals anzupassen. Dieses genehmigte Kapital 2019 II ist weiterhin als genehmigtes Kapital in der Satzung vorhanden.

Die Hauptversammlung vom 20. Juli 2016 hat die Gesellschaft ermächtigt bis zum 19. Juli 2021 eigene Aktien bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben. Die Hauptversammlung vom 07. Juli 2021 hat die Gesellschaft ermächtigt bis zum 06. Juli 2026 eigene Aktien bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben. Zum 30. November 2023 werden 14 eigene Aktien gehalten.

Derzeit hält kein Aktionär 25% oder mehr an der Gesellschaft.

7. KAPITALRÜCKLAGE

Durch die Kapitalerhöhung 2018 I+II und 2019 wurden im Geschäftsjahr 2018/19 in die Kapitalrücklage 2.140.800,00 EUR einbezahlt. Ab 2019/20 bis 2022/23 fand keine weitere Kapitalerhöhung statt.

8. GEWINNRÜCKLAGEN

Gesetzliche Rücklage 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Stand 01.12. 140.768,27 141
Einstellung aus Jahresüberschuss 0,00 0
Stand 30.11. 140.768,27 141
Andere Gewinnrücklagen 2023 Vorjahr
(TEUR)
Stand 01.12. 19.731,59 20
Einstellung aus Gewinnvortrag 0,00 0
Entnahme für Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 0,00 0
Entnahme eigene Anteile 0,00 0
Einstellung aus Jahresüberschuss 0,00 0
Stand 30.11. 19.731,59 20

9. BILANZVERLUST

Nach dem Vortrag auf neue Rechnung ergibt sich ein Bilanzverlust in Höhe von -661.708,95 EUR.

10. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten sowie ausstehende Rechnungen.

11. Verbindlichkeiten 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22.125.817,66 23.811
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr (1.797.009,37) (1.796)
davon Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre (6.044.902,16) (6.450)
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre (14.283.906,13) (15.564)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 695.898,01 268
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr (695.898,01) (268)
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 170.929,67 181
davon Restlaufzeit bis zu einem Jahr (170.929,67) (181)
davon Restlaufzeit mehr als 5 Jahre (0) (0)

In den Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung ist die zum Jahresende gelieferte neue Pistenraupe sowie eine höhere Stromrechnung aufgrund der bereits im November erfolgten Beschneiung am Söllereck enthalten. Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beträgt 14.283.906,13 EUR. Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 16.500.000,00 EUR (VJ 16.500 TEUR) durch Grundpfandrechte gesichert. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind die Betriebssteuern, die Lohn- und Gehaltszahlungen und die Lohn- und Kirchensteuer für November 2023 enthalten.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen: an einem Grundstück der Gesellschaft ist eine Leibrentenverpflichtung durch eine Grundschuld von 102 TEUR dinglich gesichert, die zwar im Zuge einer Grundstücksveräußerung von der Gesellschaft auf den Markt Oberstdorf übergegangen ist, welche sie auch bedient, die jedoch seinerzeit nicht gelöscht wurde. Das Risiko einer Inanspruchnahme ist gering, da der Markt Oberstdorf die Verpflichtung mit größter Wahrscheinlichkeit bedienen wird. Darüber hinaus bestehen Leasingverträge über zwei Förderbänder mit einer monatlichen Gesamtbelastung in Höhe von 2 TEUR. Die Laufzeit endet 2025. Die Verpflichtungen können nach Ihrer voraussichtlichen Fälligkeit wie folgt eingeteilt werden:

Leasingverträge 30. November 2023 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Fälligkeiten bis zu einem Jahr 23.705,64 28
Fälligkeiten 1 bis 5 Jahre 21.730,17 45
Fälligkeiten über 5 Jahre 0,00 0
45.435,81 73

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen Bestellobligos.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

12. UMSATZERLÖSE 2022/23 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Umsatzerlöse Bahnen inkl. Nebenbetriebe 6.535.354,46 6.341
Umsatzerlöse Gastronomie 658.829,98 657
7.194.184,44 6.998
13. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE 2022/23 Vorjahr
(EUR) (TEUR)
Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagen 89.229,83 126
Übrige sonstige betrieblichen Erträge 179.135,26 174
268.365,09 299

Aus der Finalabrechnung der staatlichen Corona-Unterstützungsleistungen für die Lockdown-Einschränkungen ist ein Betrag in Höhe von 94.500,26 EUR und aus der Förderung des Energiemonitoring ein Zuschuss von 23.984,85 EUR in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

14. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen u.a. Mieten und Pachten in Höhe von 381.043,86 EUR (VJ 356 TEUR), Marketingmaßnahmen in Höhe von 230.866,18 EUR (VJ 210 TEUR), Versicherungen 114.807,10 EUR (VJ 102 TEUR), Personaldienstleistungen 193.656,75 EUR (VJ 172 TEUR), Beiträge und Abgaben 31.115,19 EUR (VJ 23 TEUR), Nebenkosten des Geldverkehrs 34.954,09 EUR (VJ 36 TEUR), Gebühren- und Rechtskosten 26.466,87 EUR (VJ 79 TEUR) sowie Mieten für Einrichtungen 12.654,66 EUR (VJ 26 TEUR).

15. ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen für die langfristigen Darlehen bei Kreditinstituten und Dritten, einschließlich Zinsabgrenzung und Kontokorrent.

16. STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG, SONSTIGE STEUERN

Die sonstigen Steuern teilen sich auf in Grund- und Kraftfahrzeugsteuer.

Gewinnverwendungsvorschlag

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzverlust wie folgt zu verwenden:

EUR
Vortrag auf neue Rechnung -661.708,95
Bilanzverlust -661.708,95

Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Klaus King

Oberstdorf

1. Bürgermeister Markt Oberstdorf

Vorsitzender

Uwe Behr (Behr Holding GmbH)

Blaichach

Maschinenbauingenieur und Betriebswirt, geschäftsführender Gesellschafter

stv. Vorsitzender

Leonhard Gruber (*)

Oberstdorf

Seilbahnmitarbeiter

Steffen Lang (*)

Stiefenhofen

Seilbahnmitarbeiter, stv. Betriebsleiter

Michael Tanzer (Leitner GmbH)

Neustift (A)

Betriebswirt, Geschäftsführer

Peter Titzler (Verschönerungsverein)

Oberstdorf

Diplom-Forstwirt (univ.)

(*) von der Belegschaft gewählt

Vorstand

Henrik Volpert

Sonthofen

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Jahresschnitt nach § 285 Satz 1 Nr. 7 HGB:

2022/23 Vorjahr
Gewerbliche Mitarbeiter 49 49
Angestellte 5 6

Sonstige Angaben

Von dem Wahlrecht nach § 286 Abs. 4 HGB (Angabe der Vorstandsbezüge) haben wir Gebrauch gemacht.

Der Aufsichtsrat erhielt für seine Tätigkeit im Geschäftsjahr 2022/23 Bezüge von 8.500,00 EUR (VJ 8 TEUR). Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt für Abschlussprüfungsleistungen 17 TEUR.

NACHTRAGSBERICHT

Nach Abschluss des Geschäftsjahres haben sich keine besonderen Ereignisse ergeben. Die Wintersaison hat dank sehr guter Schnee- und Witterungsbedingungen erstmalig bereits am letzten Novembertag starten können, weshalb wir nach einem gelungenen Saisonauftakt von einem Geschäftsjahr ohne weitere Einschränkungen und einem hoffentlich besseren Wetterumfeld in der restlichen Skisaison als im Vorjahr ausgehen.

 

Oberstdorf, 29. Februar 2024

Oberstdorfer Bergbahn AG

Der Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Oberstdorfer Bergbahn AG, Oberstdorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Oberstdorfer Bergbahn AG - bestehend aus der Bilanz zum 30. November 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2022 bis zum 30. November 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Oberstdorfer Bergbahn AG für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2022 bis zum 30. November 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. November 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Dezember 2022 bis zum 30. November 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Kempten, den 29. Februar 2024

asr GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ernst Schafheitle, Wirtschaftsprüfer

Matthew Kiskadden, Wirtschaftsprüfer

Beschluss über die Verwendung des Ergebnisses

Oberstdorfer Bergbahn AG

Die ordentliche Hauptversammlung vom 17. Juli 2024 hat beschlossen, den Bilanzverlust für das Geschäftsjahr 2022/23 in Höhe von -661.708,95 EUR wie folgt zu verwenden:

EUR
Vortrag auf neue Rechnung -661.708,95
Bilanzverlust -661.708,95

 

Oberstdorf, im September 2024

Oberstdorfer Bergbahn AG

Der Vorstand

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