Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 153160
Vorher
BRW-Service Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eingetragen
12.7.2004
Branche
Vermarktung und Vermittlung von Werbezeiten und WerbeflächenHörfunkveranstalter und Verbreitung von AudioinhaltenErbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer Art
Gegenstand
Wahrnehmung von Serviceleistungen für den Bayerischen Rundfunk gegen Entgelt, insbesondere kommerzielle Zweitverwertung von Programminhalten, Herstellung und Verbreitung von Ton- und Bildtonträgern, Verlagstätigkeit im Buchund Lehrbuchbereich, alle Tätigkeiten im Rahmen von Musiklabels, Merchandising, der Bayern 1 Radioclub, Arbeitnehmerüberlassung an den BR, Vermietung und Verpachtung von Sendeanlagen oder zum Zwecke der Senderstandortmitbenutzung, Cross Media, Veranstaltung von BR-Funkbällen sowie von weiteren Marketing- oder Servicemaßnahmen des Bayerischen Rundfunks.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Daniel Strobel
seit 19.1.2026
Prokura
Markus Dr. Riese
seit 19.1.2026
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Bayerischer Rundfunk AdöR
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

BRmedia GmbH
Germany
50.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BRmedia GmbH

München

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01.01. bis 31.12.2022

1. Grundlagen des Konzerns

Unter dem Dach der Gesellschaft BRmedia GmbH (BRmedia), ein 100%iges Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, Anstalt des öffentlichen Rechts (BR), werden kommerzielle Aktivitäten des BR durchgeführt. Die Ausgliederung kommerzieller Betätigungen in rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften ist in den §§ 40 ff. Medienstaatsvertrag (MStV) gesetzlich definiert. Die Regelungen wurden deckungsgleich zum 7. November 2020 aus den §§ 16a ff. Rundfunkstaatsvertrag (RStV) übernommen, der zu diesem Zeitpunkt außer Kraft getreten ist. Demnach dürfen kommerzielle Tätigkeiten nur unter Marktbedingungen erbracht und durch rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften durchgeführt werden.

Die BRmedia ist Alleingesellschafterin der BRmedia Service GmbH, München (BRS), BRmedia Personal GmbH, München (BRmedia Personal) und der BR-Senderstandort-Vermietungsagentur GmbH, München (BR-SV).

In der BRmedia wird der Werbezeitenverkauf für die BR-Hörfunkprogramme BAYERN 1, Bayern 2, BAYERN 3, BR-KLASSIK, und BR24 sowie des anteiligen TV-Vorabendprogramms des nationalen ARD-Gemeinschaftsprogramm "Das Erste" im eigenen Namen und auf eigene Rechnung durchgeführt. Zur nationalen Vermarktung der Hörfunk- und Fernsehwerbezeiten bedient sich die Gesellschaft des gemeinsam mit den anderen ARD-Werbegesellschaften gegründeten Joint-Ventures ARD MEDIA GmbH, Frankfurt (ARD MEDIA).

Weitere kommerzielle Tätigkeiten außerhalb des reinen Werbezeitenverkaufs sind in der BRS gebündelt. Dazu zählen die Vermarktung von Sendungssponsoring in "Das Erste" sowie in den Programmumfeldern des BR, Lizenzverwertungen, die Herstellung und des Vertriebs von Klassik-Produktionen sowie die Verlagstätigkeit für das Telekolleg und weitere Dienstleistungen zur Publikumsbindung. Daneben ist die BRS zudem mit der Wahrnehmung von Serviceleistungen für hoheitliche Angebote des BR gegen Entgelt betraut. Hierunter fallen das Servicebüro Klangkörper, das die Klangkörper des BR bei ihren Marketingaktivitäten und dem Vertrieb unterstützt sowie mit BRticket der Ticketverkauf für u.a. Veranstaltungen des BR.

Der Geschäftszweck der BRmedia Personal ist die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung und der Personalservice sowie alle Geschäfte, die in wirtschaftlichem Zusammenhang damit stehen, insbesondere die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung und der Personalservice für den BR.

Der BR-SV obliegt die Vermarktung der Mitbenutzungen von Senderstandorten des BR durch Dritte. Die BR-SV wird nach Maßgabe des Agenturvertrags vom 8. Januar 2010 im Namen und auf Rechnung des BR tätig. Wegen untergeordneter Bedeutung wird dieses Tochterunternehmen gemäß § 296 Abs. 2 HGB analog dem Vorjahr nicht in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der Werbemarkt für Medien, von dessen Größe auch die Umsätze des Konzerns mit beeinflusst werden, korreliert mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.

Das Wirtschaftswachstum hat sich nach einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von +2,9 % im Jahr 2021 (Quellenangabe: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 074 vom 25. Februar 2022) im Jahr 2022 auf +1,8 % abgeschwächt (Quellenangabe: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 070 vom 24. Februar 2023). Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2022 im Wesentlichen geprägt von den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie den extremen Energiepreiserhöhungen.

Hinzu kamen verschärfte Material- und Lieferengpässe, massiv steigende Preise wie beispielsweise für Nahrungsmittel sowie der Fachkräftemangel und die andauernde, wenn auch im Jahresverlauf nachlassende Corona-Virus-Pandemie. Trotz dieser nach wie vor schwierigen Bedingungen konnte sich die deutsche Wirtschaft im Jahr 2022 insgesamt gut behaupten.

Die Wachstumsraten des Jahres 2022 lagen im Quartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) in einer engen Spannbreite von -0,4 % bis +0,8 %. In den ersten drei Quartalen legte das BIP leicht zu (+0,8 %, +0,1 %, +0,5 %). Im vierten Quartal verzeichnete das BIP dagegen einen leichten Rückgang um -0,4 %. Die Dynamik der deutschen Wirtschaft hat sich zum Jahresende abgeschwächt (Quellenangabe: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 070 vom 24. Februar 2023).

Das preisbereinigte Wachstum resultierte insbesondere aus privaten Konsumausgaben. Diese stiegen um +4,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Grund hierfür waren Nachholeffekte im Zuge der Aufhebung nahezu sämtlicher Corona-Schutzmaßnahmen im Frühjahr 2022. Der Außenhandel nahm trotz starker Preiserhöhungen im Jahr 2022 zu. Deutschland exportierte +3,2 % mehr Waren und Dienstleistungen als im Vorjahr. Die Importe nahmen mit einem Wachstum von 6,7 % gegenüber dem Vorjahr wesentlich stärker zu. Der negative Außenbeitrag von 1,3 % wirkte damit dämpfend auf das BIP-Wachstum.

Damit stellt sich das Umfeld im Vergleich zum Vorjahr deutlich schlechter dar. Die Werbemarktentwicklung schwächte sich entsprechend ab. So liegen die Bruttospendings im deutschen Werbemarkt für 2022 um 3,4 % unter den Vorjahreswerten und damit auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. 2021 konnte hingegen trotz der nicht ausgelaufenen Corona-Beschränkungen noch ein deutliches Plus von ca. 3 % gegenüber dem Vorjahr erreicht werden.

Gemäß Nielsen wurden dabei im deutschen Werbemarkt 2022 rund 36,7 Mrd. EUR umgesetzt. Nach der klassischen Werbemarktdefinition[1] kam Fernsehen dabei mit einem Rückgang von 5,5 % auf einen Werbeumsatz von 17,1 Mrd. EUR, der Marktanteil am Gesamtwerbemarkt schwächte sich auf 46,7 % ab. Nach einem guten Vorjahr konnte sich die TV-Werbung in der ARD trotz FIFA-Fußball-WM von der negativen Marktentwicklung im November/Dezember nicht ganz abkoppeln, sodass hier ein Rückgang von -0,8 % verzeichnet werden musste. Das ZDF erreichte nach einem im Verhältnis schwächeren Vorjahr ein deutliches Plus von 5,7 %.

Die leichten Rückgänge beim Radio setzen sich in 2022 fort. Mit -0,6 % fällt der Rückgang der Brutto-Umsätze im Radio deutlich niedriger aus als der Rückgang im Gesamtwerbemarkt, wobei sich der Umsatz der von ARD MEDIA vermarkteten Mandanten im Vergleich zum Vorjahr um -2,6 % reduziert, der Bruttoumsatz der Sender des konkurrierenden Vermarkters RMS liegt hingegen stabil bei +0,1 %. Insgesamt vereinen ARD MEDIA und RMS 97,3 % des nationalen Werbemarktes im Radio auf sich, wobei die ARD MEDIA mit einem Marktanteil von 28,4 % der deutlich kleinere Marktteilnehmer bleibt.

Auf Abnehmerseite besteht am nationalen Hörfunk- und TV-Werbemarkt weiterhin eine hochkonzentrierte Nachfragemacht ausgehend von fünf internationalen Mediaagenturnetzwerken. Diese Mediaagenturen bzw. Agenturnetworks fungieren als eigene Wirtschaftsstufe, veranlassen im Auftrag ihrer Kunden den Großteil des nationalen Werbevolumens und tätigen für die werbetreibenden Unternehmen für diese in der Regel auch den gebündelten Werbezeiteneinkauf. Die Marktmacht dieser Networks führt seit Jahren zu einem sich stetig verstärkenden Konditionenwettbewerb.

2.2 Geschäftsverlauf

Der Anfang des Jahres 2022 war noch durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen geprägt, wobei der Großteil der Kontaktbeschränkungen im Laufe des Jahres ausgelaufen sind, sodass sich diesbezüglich wieder das herkömmliche soziale Leben einstellen konnte. Vor allem mit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar 2022 und den sich intensivierenden Spannungen im China-Taiwan-Konflikt im Laufe des Jahres wurde das geostrategische bzw. politische Umfeld aber schwieriger und die für das Jahr 2022 eigentlich erwartete wirtschaftliche Entspannung trat nicht ein. Vielmehr schürten diese großen Konflikte die Unsicherheiten auf allen Ebenen, bestärkt durch eine fast weltweite Verknappung energetischer sowie lebensnotwendiger Güter. Damit einher gehen die seit 2022 hohen Inflationsraten, die die wirtschaftliche Entwicklung deutlich hemmen. Positiv auf den Geschäftsverlauf wirkten die reichweitenstarken Sportveranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele in Peking und die FIFA-WM Fußball-Weltmeisterschaft in Katar, selbst wenn die Reichweiten gerade beim genannten Fußball-Event, sei es wegen des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft, der erstmaligen Ansetzung in November und Dezember oder der vor allem im Vorfeld kritischen Auseinandersetzung mit Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland, gegenüber vergleichbaren Sportgroßereignissen rückläufig waren.

So liegen die Bruttospendings im deutschen Werbemarkt in 2022 mit 3,4 % deutlich unter den Umsätzen des Vorjahres. Diesem Einfluss konnte sich der Konzern nicht entziehen. Die Umsatzerlöse aus klassischer Werbung in Radio und Fernsehen sind um ca. 3,8 % auf 68,9 Mio. EUR gesunken. Dies konnten die anderen Geschäftsbereiche des Konzerns nur in kleinen Teilen ausgleichen.

Hierbei erleichterte das Auslaufen der Corona-Beschränkungen in 2022 vor allem die Umsatzerzielung in den Bereichen BRticket (+73,3 %) und BRreisen (+179,6 %) sowie dem Event-Marketing (+812,6 %). Zudem konnten auch wieder nennenswerte Erlöse bei der Arbeitnehmerüberlassung (+172,1 %) erzielt und im Bereich Vermarktung von Sponsoringzeiten die Provisionserlöse für die Vermarktung von Sponsoringformaten (+38,4 %) deutlich erhöht werden. Mit dem Strategiewechsel hin zu digitalen Produkten stabilisiert sich der Lizenzvertrieb in einem schwierigen Umfeld und entspricht dem Vorjahresniveau. Mit 240 TEUR liegt der Konzern in diesem Bereich mit 0,6 % über dem Vorjahr. BR-Klassik bewegt sich wie auch der Geschäftsbereich Lizenzen in der digitalen Transformation. Dieser Entwicklung wird durch die Entwicklung digitaler Produkte entsprochen. Dennoch mussten nach den letzten zwei ausgesprochen guten Jahren deutliche Umsatzrückgänge hingenommen werden (-28,6 %). Dies lag zum einen daran, dass in den letzten beiden Jahren pandemie-bedingt weniger Konzerte stattfanden, sodass auch weniger Konzertaufnahmen für eine Veröffentlichung zur Verfügung standen. Des Weiteren steht das Symphonieorchester des BR nach dem Tod von Herrn Mariss Jansons erst ab der kommenden Spielzeit wieder unter der Führung eines neuen Chefdirigenten, sodass erst dann wieder verstärkt für eine Veröffentlichung relevante Konzerte stattfinden werden.

Insgesamt sind die Umsätze des Konzerns um 3,0 % von 75,8 Mio. EUR auf 73,5 Mio. EUR gesunken.

Geschäftsverlauf klassische Fernsehwerbung

Nach den guten Vorjahren im Vorabend behauptete sich "Das Erste" 2022 in einem schwierigen Marktumfeld relativ stabil und deutlich besser als der Fernsehmarkt an sich. Der TV-Umsatz lag im Sportjahr 2022 mit 2,5 % unter dem Vorjahr. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Vorjahr durch die - aufgrund der Corona-Pandemie - verschobenen EURO 2020 und weitere sportliche Großveranstaltungen gekennzeichnet war sowie die FIFA-WM 2022 in der ohnehin gut gebuchten Vorweihnachtszeit stattgefunden hat.

Im Fernsehen profitierte die Vermarktung zwar von einer Verbesserung der Marktanteile in allen Zeitschienen, in Folge der rückgängigen linearen Nutzung entwickelte sich aber die Sehbeteiligung im Gegensatz zur Marktanteilsentwicklung in den Quizformaten und in der "Viertelstunde-Vor Acht" rückläufig. Insgesamt war der ARD-weite Werbeumsatz für Fernsehen damit rückläufig. Dabei belastete insbesondere die schwierige Vermarktungssituation der Sportschau am Samstag mit Fußball-Bundesliga und Dritte Liga das Ergebnis, für den übrigen Vorabend und die Vermarktung von Werbung im Umfeld von Live-Sport-Veranstaltungen konnten erhöhte Umsätze erzielt werden. Insgesamt erzielte der Konzern mit einem Umsatz in Höhe von 32,5 Mio. EUR ein gutes Ergebnis im Bereich Fernsehen.

Geschäftsverlauf Radio

Insbesondere der erneute Reichweitenrückgang von BAYERN 3 (-10,1 % lt. ma 2021/II) in der vermarktungsrelevanten Durchschnittstunde mit Werbung belastete die Vermarktungsbedingungen im Radio und führte zu geringeren Erlösbeteiligungen in den nationalen Verkaufskombinationen der ARD MEDIA. Dies konnte mit anderen leichten Reichweitenzuwächsen wie z.B. bei BAYERN 1 (+0,7 %) nicht kompensiert werden. Entsprechend hohe Umsatzrückgänge mussten somit in der nationalen Vermarktung der BR-Hörfunkprogramme über die ARD MEDIA hingenommen werden (-10,5 %). Dieser Rückgang konnte aber über eine erfolgreiche eigene regionale Vermarktung (+4,1 %) immerhin etwa halbiert werden. Insgesamt liegt der Konzern mit 36,5 Mio. EUR an Radioerlösen um ca. 4,9 % unter dem Vorjahr.

Geschäftsverlauf Sponsoring & Sonderwerbeformen

Über das Sponsoring einzelner Sendungen bzw. einzelner Sendeformate in "Das Erste" konnte der Konzern ca. 1,5 Mio. EUR umsetzten. Dies entspricht einem Zuwachs von ca. 4 %. Entsprechend der Reichweitenrückgänge der Fußball-Berichterstattung im Rahmen der Sportschau musste auch beim Sponsoring der Sportschau am Samstag eine Reduzierung der Erlöse um 12,6 % hingenommen werden. Sehr positiv verlief die Vermarktung des Nachfolgeformats von "Börse im Ersten". Im ersten Jahr der Neuausrichtung als "Wirtschaft im Ersten" konnten die Sponsoringerlöse bei diesem Format mehr als verdoppelt werden (+164,8 %) und auch die übrigen Vorabendformate erreichten sehr gute Ergebnisse (+39,4 %). Darüber hinaus konnte der Konzern 107 TEUR mit dem Sponsoring von eigenen Events erzielen. Ebenso erfolgreich gestaltete sich auch die Vermarktung von Sponsoring für andere Mandanten der ARD mit Provisionserlösen in Höhe von 360 TEUR gegenüber 260 TEUR im Vergleich zum Vorjahr.

Geschäftsverlauf kommerzielle Off-Air Aktivitäten (Lizenzen, BR-Klassik-Label und BRreisen)

Im Bereich Lizenzen ist der Konzern direkt auf die Inhalte der Programme des BR zur Vermarktung beschränkt. Die konsequentere Ausrichtung der Inhalte der BR-Programme auf tagesaktuelle Inhalte führt zu einem beschränkteren Lizenzangebot mit geringeren Möglichkeiten für eine Zweitverwertung. Über an den Kundenbedürfnissen ausgerichtete Lizenzprojekte sowie neue Angebots- und Vertriebsformen stabilisiert der Konzern den Umsatz auf dem Niveau der letzten Jahre bei gleichzeitiger Kostenreduzierung. Mit 240 TEUR lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau von 239 TEUR.

Der Umsatz des BR-Klassik-Labels war mit 486 TEUR gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig (Vorjahr: 681 TEUR). Nach dem 10-jährigen Jubiläum des Labels und dem Tod des weltbekannten Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks Mariss Jansons waren außerordentliche Nachfrageeffekte vorhanden. Infolge der Pandemie und einer Zeit ohne Chefdirigenten kam es zu weniger Konzerten des Symphonieorchesters, somit auch zu weniger Veröffentlichungen. Trotzdem konnte der Bereich auch weiterhin zum positiven Ergebnis des Konzerns beitragen.

Über den Geschäftsbereich BRreisen bietet der Konzern Reisen mit Zuschnitt auf BR-Inhalte über professionellen Reiseveranstalter an. Die während des Jahres 2022 deutlich gelockerten bzw. aufgehobenen Corona-Beschränkungen wirkten dabei positiv auf die Umsätze. Mit 130 TEUR liegt der Konzern 82 TEUR über dem Vorjahr, allerdings noch deutlich unter dem Wert des Jahres 2019, in dem 182 TEUR erreicht werden konnten.

Entwicklung des Betriebsergebnisses

Im Betriebsergebnis sind Aufwendungen i.H.v. 61,5 Mio. EUR (Vorjahr: 63,5 Mio. EUR) enthalten. Diese sind um 2,0 Mio. EUR geringer ausgefallen als im Vorjahr. Der Rückgang basiert vor allem auf einer versicherungsmathematischen Neubewertung derjenigen Pensionszusagen, für die Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen sind (rd. -1,7 Mio. EUR). Des Weiteren wurden aufgrund der Zinsentwicklung geringere Zuführungen zu den weiteren Rückstellungen nötig, sodass sich die übrigen Aufwendungen um 409 TEUR auf 391 TEUR reduzierten. 82,8 % (= 50,9 Mio. EUR) der Gesamtaufwendungen entfallen auf bezogene Leistungen (Vorjahr: 50,9 Mio. EUR), die mit einer niedrigeren Kostenerstattung an den BR, die sich aufgrund § 8 Abs. 1 Satz 3 KStG proportional zu den Umsatzerlösen reduziert hat (-805 TEUR), aber dem gegenüber um 742 TEUR auf 22,0 Mio. EUR gestiegenen Aufwendungen für das Rahmenprogramm einhergehen.

In Summe ergibt sich mit 13,6 Mio. EUR ein nur leicht gesunkenes Buch-Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr (-91 TEUR).

2.3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.3.1 Ertragslage

Wie bereits skizziert, war das Werbejahr 2022 von zahlreichen Unsicherheiten geprägt, sodass die eigentlich erhofften Nachholeffekte nach Auslaufen der Corona-Einschränkungen ausgeblieben sind. Im Vergleich zum Vorjahr ist außerdem zu bedenken, dass neben dem Verschieben der EURO 2020 sowie der Olympischen Sommerspiele nach 2021 es auch zu einer Sonderkonjunktur für die Werbegattung TV kam, die so in 2022 nicht existierte. Insofern ist es unseres Erachtens durchaus bemerkenswert, dass der Konzern mit einem Werbeumsatz von 68,9 Mio. EUR immer noch deutlich über dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegt. Damals wurden 66,6 Mio. EUR erreicht.

52,9 % der klassischen Werbeumsätze des Konzerns entfallen auf den Bereich der Hörfunkwerbung (Vorjahr: 53,5 %). Der Umsatz ging in 2022 um ca. 4,9 % auf 36,5 Mio. EUR zurück und lag damit um ca. 4,0 % unter den Planungswerten i.H.v. 38,0 Mio. EUR.

Die Entwicklung im TV stellte sich in der Mitte des Jahres deutlich negativ dar, wobei in den Monaten Januar, Februar (Vergleich zu Lockdown-Monaten im Jahr 2021) und zu Zeiten der Fußball-WM im November/Dezember, deutliche Steigerungen erzielt wurden. Mit 32,5 Mio. EUR TV-Erlösen landete der Konzern 2,5 % unter dem Vorjahr, aber mit ca. 16,5 % über den Planwerten. Der Anteil der TV-Werbung an den Werbeerlösen des Konzerns stieg auf 47,1 % (Vorjahr: 46,5 %).

Positiv entwickelte sich die Ertragslage beim Sponsoring. Hier konnten beim Vorabendprogramm, insbesondere auch durch die Umbenennung des Formats "Börse im Ersten" nach "Wirtschaft im Ersten" neue Umsatzpotenziale gehoben werden. Insgesamt konnte in diesem Bereich ein Plus von 161 TEUR bzw. +11,6 % erreicht werden. Ebenso stiegen die entsprechenden Provisionserlöse der Vermarktung von Sponsoring für andere ARD-Mandanten. Hier konnten die Erlöse um 100 TEUR bzw. 38,4 % gesteigert werden.

In den weiteren kommerziellen Geschäftsfeldern lief das Jahr 2022 unterschiedlich. Während in den von Corona besonders betroffenen Geschäftseinheiten - dies sind die Geschäftsfelder, die Umsätze aus dem tatsächlichen Zusammenkommen von Menschen generieren, wie z.B. BRreisen, BRticket und Event-Marketing - wieder deutliche Umsatzzuwächse erreicht werden konnten, mussten bei der Vermarktung von Tonträgern über das BR-Klassik-Label deutliche Einbußen hingenommen werden. Positiv wirkte die verstärkte Nachfrage nach Arbeitnehmerüberlassung durch den BR. Während 2021 diesbezüglich nur ein Mitarbeiter im Konzern beschäftigt war, stieg die Anzahl bis zum Ende des Jahres 2022 auf zwölf Mitarbeitende. Insgesamt konnten über diese Geschäftsfelder ein Plus von 192 TEUR bzw. +11,5 % erreicht werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 177 TEUR auf 1,6 Mio. EUR. Der Effekt ergab sich v.a. aus der Auflösung von Rückstellungen (+110 TEUR).

Weiterhin negativ stellt sich das Finanzergebnis dar. Geringere Zinsaufwendungen (-106 TEUR) und höhere Zinserträge (+65 TEUR) entlasteten des Finanzergebnis. Nachdem dieses im Vorjahr mit -582 TEUR negativ in das Ergebnis einfloss, konnte es in 2022 auf -411 TEUR verbessert werden.

Das Konzernergebnis vor Kostenerstattung und Steuern reduzierte sich leicht um 0,9 Mio. EUR auf 32,4 Mio. EUR. Nach Berücksichtigung der Kostenerstattung an den BR in Höhe von 18,8 Mio. EUR verbleibt ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 13,2 Mio. EUR (Vorjahr: 13,1 Mio. EUR).

2.3.2 Finanzlage

Zum 31. Dezember 2022 bestehen kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr in Höhe von 10,2 Mio. EUR. Sie enthalten laufende Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (6,1 Mio. EUR) sowie Dritten (1,0 Mio. EUR).

Die zum Bilanzstichtag bestehenden Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr: 5,5 Mio. EUR) sind mit 2,4 Mio. EUR kurzfristig bis zu einem Jahr.

Das Eigenkapital entspricht 12,9 %, das Fremdkapital 87,1 % des Gesamtkapitals mit einem Verhältnis Eigenkapital zu Fremdkapital von 1:6,8.

Investitionen wurden mit 2 TEUR vor allem für Anschaffungen von Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt. Die Investitionen wurden über den vorhandenen Finanzmittelbestand finanziert. Zum Stichtag hat der Konzern ein Sachanlagevermögen von 472 TEUR in seinen Büchern. Das Finanzanlagevermögen liegt bei 4,0 Mio. EUR und sichert vor allem die Betriebsrentenansprüche.

Konzern-Kapitalflussrechnung 2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 13.361 11.375
Cashflow aus Investitionstätigkeit 22 -33
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -9.642 -7.111
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 3.741 4.231
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 23.186 18.955
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 26.927 23.186

Der Finanzmittelfonds erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. EUR und resultiert aus dem operativen Geschäft. Der Konzern ist durch eine hohe Liquidität gekennzeichnet. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten können vollständig mit den vorhandenen liquiden Mittel ausgeglichen werden. Der Barliquiditätsgrad liegt bei 1,7. Der Liquiditätsgrad 3, der die umsatzbedingte Liquidität ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten setzt, liegt bei 2,6.

Die Konzernmutter BRmedia leistete aufgrund des Beschlusses des Gesellschafters Vorabgewinnausschüttungen an den BR in Höhe von 6,0 Mio. EUR. Es verbleibt ein Konzernbilanzgewinn von 3,9 Mio. EUR (Vorjahr: 4,2 Mio. EUR).

2.3.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich zum 31. Dezember 2022 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Mio. EUR auf 49,0 Mio. EUR erhöht.

Die Vermögenslage ist im Wesentlichen durch eine zweckgebundene Anlage zur Absicherung der Altersversorgung (4,0 Mio. EUR), Filmvermögen (5,3 Mio. EUR), Anzahlungen auf Produktionen für das Vorabendprogramm (5,0 Mio. EUR) und Flüssige Mittel (26,9 Mio. EUR) gekennzeichnet. Bei der zweckgebundenen Anlage handelt es sich um ein mit 2,35 % verzinsliches Schuldscheindarlehen.

Im Filmvermögen erhöhte sich der Bestand fertiger Produktionen leicht um 100 TEUR auf 5,3 Mio. EUR. Inklusive der um 138 TEUR höheren Anzahlungen auf das Filmvermögen steigerte sich das Gesamt-Filmvermögen auf 10,3 Mio. EUR.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 398 TEUR auf 1,5 Mio. EUR. Die entsprechende Forderungsintensität lag bei 3,1 %.

Die Verbindlichkeiten zum Stichtag, allesamt mit kurzfristigen Charakter, stiegen auf 10,2 Mio. EUR (+5,0 Mio. EUR). Sie bestehen mit 1,0 Mio. EUR gegenüber Dritten und mit 6,1 Mio. EUR gegenüber dem BR. Hierin enthalten sind insbesondere die noch nicht vollständig geleistete Kostenerstattung an den BR sowie Beschaffung des Programmvermögens gegenüber der DEGETO, Verbindlichkeiten aus jahresübergreifendem Barteringgeschäft und Verbindlichkeiten aus Provisionen.

Die Rückstellungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Mio. EUR auf 32,5 Mio. EUR. Der Rückgang basiert vor allem auf einer versicherungsmathematischen Neubewertung der Pensionszusagen.

Die Zahlungsverpflichtungen können aus dem laufenden Geschäft erfüllt werden. Der Konzern erzielte einen positiven Cashflow aus operativer Tätigkeit.

Aufgrund des geringeren Jahresüberschusses und unter Berücksichtigung der vorgenommenen Ausschüttungen weist der Konzern ein etwas niedrigeres Eigenkapital als im Vorjahr aus. Es lag zum Jahresende bei 6,3 Mio. EUR und damit 0,3 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Die Eigenkapitalquote lag zum Geschäftsjahresende bei 12,9 % (Vorjahr: 14,7 %).

2.3.4 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Ergebnisentwicklung

Im Geschäftsjahr hat der Konzern mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 13,2 Mio. EUR gegenüber 13,1 Mio. EUR im Vorjahr abgeschlossen. Dies entspricht einer leichten Steigerung von 0,6 %. Überschüssige Erträge aufgrund von § 8 Abs. 1 Satz 3 KStG erhält der BR, wie bereits beschrieben, vorab als Kostenerstattung. Aufgrund der niedrigeren Erlöse ist diese um 4,1 % auf 18,8 Mio. EUR gesunken. Bezogen auf das Betriebsergebnis vor Kostenerstattung konnte der Konzern eine Umsatzrendite von 44,0 % gegenüber 43,9 % im Vorjahr erzielen.

Finanzierungsbeitrag der Konzernmutter BRmedia für den Bayerischen Rundfunk

Unter Berücksichtigung weiterer bilanztechnischer Effekte beläuft sich das Ergebnis der Konzernmutter BRmedia (bestehend aus Kostenerstattung und Gewinn vor Steuern) auf 31,9 Mio. EUR (Vorjahr: 32,7 Mio. EUR). Nach der Kostenerstattung an den BR in Höhe von 18,8 Mio. EUR (Vorjahr: 19,6 Mio. EUR) beläuft sich der Gewinn vor Steuern auf 13,1 Mio. EUR (Vorjahr: 13,1 Mio. EUR), davon verbleibt nach Abzug der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ein Gewinn i.H.v. 9,3 Mio. EUR (Vorjahr: 9,1 Mio. EUR). Davon wurden in 2022, wie auch in 2021, bereits 6,0 Mio. EUR an den BR vorab ausgeschüttet.

Der Vorteil für den BR aus Werbung und Sponsoring besteht nicht nur aus dem ausgeschütteten Gewinn und der Kostenerstattung. Der durch die KEF festgestellte Finanzierungsbedarf wird des Weiteren durch die Finanzierung des Vorabendprogramms, die Übernahme von GEMA-/GVL-Kosten, den direkt über den BR abgewickelten Erlösen aus Sponsoring und den indirekten Effekten, z.B. resultierend aus Alternativausstrahlungen (Programm statt Werbung) reduziert. Insgesamt ergibt sich ein beitragsreduzierender Finanzierungsvorteil durch Werbung und Sponsoring i.H.v. 66,3 Mio. EUR für den BR als Gesellschafter. Das entspricht einem Anteil von ca. 6,9 % der dem BR zufließenden finanzierungswirksamen Rundfunkbeiträge des Jahres 2022.

Renditeentwicklung

Das dem Konzern zur Verfügung stehende Eigenkapital ohne Bilanzgewinn lag wie im Vorjahr bei 2,4 Mio. EUR. Darauf bezogen wurde eine Eigenkapitalrendite i.H.v. 393,6 % erzielt. Damit erhöhte sich die so definierte Eigenkapitalrendite um 8,6 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr.

Nach Steuern (Netto) konnte der Konzern mit dem durchschnittlich im Unternehmen vorhandenen Gesamtkapital eine Rendite von 19,9 % gegenüber 21,4 % im Vorjahr erreichen. Bezogen auf die für den Konzern wichtige Betrachtung des Betriebsergebnisses vor Kostenerstattung wurde eine interne Rendite bzw. ein Return on Invest von 69,1 % gegenüber 78,1 % im Vorjahr erreicht. Der Rückgang der internen Rendite ist letztlich durch die etwas schwächere Erlössituation im Geschäftsjahr begründet.

Personalentwicklung

In 2022 waren durchschnittlich 55 Mitarbeiter, davon 21 in Teilzeit, im Konzern beschäftigt. Für Gehälter und soziale Abgaben wurden 4,6 Mio. EUR aufgewendet. Inklusive der Geschäftsleitung waren etwa 75 % der Beschäftigten in den operativen Bereichen des Konzerns eingesetzt.

Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsjahres 2022

Nach den von Corona beeinträchtigten Jahren 2020 und 2021 blieb die erhoffte wirtschaftliche Entspannung vor allem aufgrund des russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in 2022 aus. Einhergehend mit der schwierigen weiteren wirtschaftlichen Entwicklung stellten sich auch die für den Konzern relevanten Werbemärkte negativ dar. Im Marktumfeld profitiert dieser bei TV aber insbesondere von Sportgroßveranstaltungen, in deren Umfeldern hohe Reichweiten erreicht werden und der allgemeinen Marktentwicklung bei TV ein Stück weit entgegenwirken konnte.

Der Rückgang der Werbeerlöse aus Radiowerbung fiel im Vergleich zu TV größer aus. Zu groß war das erneute Reichweitenminus (-10,1 %) des größten Werbeträgers BAYERN 3 in der vermarktungsrelevanten Durchschnittstunde mit Werbung in der ma 2021/II, sodass der Anteil aus den nationalen Verkaufskombinationen der ARD MEDIA automatisch geringer ausfiel und die Vermarktung im Vergleich zum Vorjahr erschwert war. Zumindest durch die regionalen Verkaufsstrategien des Konzerns konnte der Rückgang im nationalen Geschäft aber in Teilen aufgefangen werden.

Insgesamt liegt der Konzern im TV mit 32,5 Mio. EUR Werbeerlösen über den Erwartungen gemäß der Planung. Ursprünglich wurden bei TV laut Wirtschaftsplan aufgrund der Prognosen der ARD MEDIA lediglich 27,9 Mio. EUR erwartet. Im Radio verzeichnete der Konzern hingegen ein deutliches Minus von 1,5 Mio. EUR bzw. einen Rückgang von ca. 3,9 % zur Planung. Auch im Vergleich zu den anderen Werbegesellschaften der ARD-Werbung gingen die Erlöse der Gesellschaft im Bereich Radio stärker zurück. Während im Durchschnitt über alle Werbegesellschaften der ARD-Werbung bei Radio ein Minus von 0,9 % erzielt worden ist, musste hier einen Rückgang von 4,9 % verzeichnet werden.

Aufgrund einer Sonderkonjunktur für den Werbeträger TV im Jahr 2021 im Allgemeinen und aufgrund der verschobenen Großveranstaltungen (UEFA-EM und Olympische Sommerspiele) auf Seiten von ARD und ZDF im Besonderen, wurde für 2022 ohnehin mit einem vergleichsweise schwierigen Jahr gerechnet. Dieser Trend wurde durch den Krieg in der Ukraine seit Beginn des Jahres noch verschärft.

Die Steigerung der Erlöse aus Sponsoring resultierte vor allem aus der Vermarktung des Nachfolgeformats von "Börse im Ersten", das im ersten Jahr der Neuausrichtung als "Wirtschaft im Ersten" die Erlöse bei diesem Format mehr als verdoppelte und auch die übrigen Vorabendformate erreichten sehr gute Ergebnisse. Entsprechend der Reichweitenrückgänge der Fußball-Berichterstattung im Rahmen der Sportschau musste auch beim Sponsoring der Sportschau am Samstag eine Reduzierung der Erlöse hingenommen werden. Die Provisionen aus der Vermarktung von Sponsoringflächen an Dritte konnte im Vergleich zum Vorjahr um 161 TEUR gesteigert werden.

Die übrigen veranstaltungsbasierten Geschäftsfelder des Konzerns konnten sich durch die weitgehende Aufhebung der Corona-Beschränkungen im Laufe des Jahres 2022 deutlich verbessern, wenn auch das Umsatzniveau der Vor-Corona-Zeit noch nicht ganz erreicht werden konnte. Entgegen dieser Entwicklung war ein deutlicher Rückgang im Verkauf von Klassiktonträgern zu verzeichnen.

Verglichen mit der gesamten Marktentwicklung erzielte der Konzern in den weiteren kommerziellen Geschäftsfeldern wie auch beim Werbezeitenverkauf ein noch zufrieden stellendes Ergebnis.

3. Prognosebericht

Für die Weltwirtschaft dürfte vor allem China nach der Abkehr von der strengen Null-Covid-Politik ein Wachstumstreiber sein. So geht der IWF für die Weltwirtschaft (Stand April 2023) von einem Wachstum von 2,8 % aus. Für die Eurozone sagt der IWF ein Wachstum von 0,8 % voraus, für die deutsche Wirtschaft sieht der IWF mit -0,1 % jedoch aktuell Anzeichen für eine leichte Rezession. Dies sehen die EU-Kommission und führende deutsche Wirtschaftsinstitute etwas anders. So sieht die EU-Kommission für die Eurozone ein Wachstum von 1,0 % und für Deutschland ein kleines Wachstum von 0,2 %. Die Vorhersagen deutscher Wirtschaftsinstitute gehen derzeit von einer leichten Rezession aus.

Entsprechend rechnet der Zentralverband der Werbewirtschaft (ZAW) mit einem schwierigen ersten Halbjahr und einer schwarzen Null für das Gesamtjahr für den deutschen Werbemarkt. Für den deutschen Werbemarkt rechnen die große Agenturen bzw. Agenturgemeinschaften mit etwa gleichbleibenden Werten im Vergleich zu 2022 (JOM / OMG +0,5 %, Dentsu -0,1 %), deutlich positiver die GroupM, die ein Wachstum von 5,9 % vorhersagt. Gemeinsam ist den Prognosen, dass die für den Konzern relevanten Werbemärkte Radio und Fernsehen aufgrund einer veränderten Mediennutzung unterdurchschnittlich verlaufen werden, wobei für Radio als Abverkaufsmedium deutliche Vorteile gegenüber dem Fernsehen gesehen werden. Ein nachhaltiges Wachstum wird ausschließlich in den digitalen, nicht-linearen Bereichen gesehen. So hat auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) eine positive Frühjahrsprognose veröffentlicht, die im Bereich der digitalen Werbung mit einem Plus von 4,6 % und im Bereich der Display-Werbung mit einem Wachstum von 1,1 % rechnet. Der Trend hin zur performance-orientierten Online-Werbung und Retail-Media, wobei die Werbespendings größtenteils auf wenige internationale Megaplattformen verteilt werden, wird sich zu Lasten der etablieren Medien also voraussichtlich weiter fortsetzen.

Die monetäre Entwicklung der Werbemärkte darf aus Sicht des Konzerns aufgrund der hohen Inflationsraten nicht mit der Entwicklung des Werbevolumens gleichgesetzt werden. Vielmehr ergeben sich viele Erhöhungen alleine aus den nominalen Preisanpassungen aufgrund der allgemeinen Preissteigerung. Gerade für Deutschland werden sich die im Vergleich deutlich verteuerten Energie- und Nahrungsmittelpreise negativ auf die Konsumstimmung niederschlagen und sich somit weiter entsprechend negativ auf den Werbemarkt auswirken. Weitere Unsicherheitsfaktoren für Konsumenten und Unternehmen bleiben die Lieferkettenprobleme, der Fachkräftemangel und Materialengpässe. Aufgrund der aktuellen konjunkturellen Lage bleibt auch die Unsicherheit in den Unternehmen weiter hoch, neben Streichungen von Investitionen, werden zudem vermehrt Liquiditätsengpässe, Betriebsaufgaben und Insolvenzen befürchtet. Werbeinvestitionen werden insofern aktuell eher nicht getätigt, sondern bestenfalls auf das 2. Halbjahr verschoben. Insofern ist zu hoffen, dass der - zwar auf einem hohen Niveau - erkennbare Rückgang der Inflationsraten nachhaltig bleibt, sodass die Unsicherheit der Unternehmen abnimmt und die Werbeinvestitionen doch noch getätigt werden.

Nach dem 1. Quartal 2023 bestätigen sich die oben dargestellten Annahmen. Die Bruttoumsätze im deutschen Werbemarkt sinken im Zeitraum Januar bis März 2023 mit -5,4 % deutlich, der TV Markt liegt mit -9,8 % und der Radiomarkt mit -1,7 % unter den Werten des Vorjahrs. Bedingt durch die Olympischen Winterspiele im Vorjahr liegt der Werbeumsatz von "Das Erste" (TV) mit -19,2 % noch deutlicher im Minusbereich. Der Gesamtbruttoumsatz der Sender der ARD MEDIA liegt im Vergleich zum Vorjahr bei -10,9 %. Bezogen auf das Auftragsvolumen für das Gesamtjahr liegt der Konzern Ende April 2023 im Radio mit -11 % unter den Vorjahreswerten, Radio und Fernsehen zusammen liegen mit -13 % unter den Vorjahrswerten.

Der Wirtschaftsplan der Konzernmutter aus Juni 2022 geht für 2023 von Werbeerlösen in Höhe von ca. 63,3 Mio. EUR aus. Darin enthalten sind rückläufige Umsätze im Fernsehen in Höhe von 27,2 Mio. EUR und relativ stabile Radioumsätze in Höhe von 36,1 Mio. EUR. Aktuell halten die Reichweitenrückgänge aufgrund einer verstärkt non-linearen Mediennutzung jedoch an. Im Bereich Radio machen sich neben der allgemeinen Tendenz des Werbemarkts in Richtung Online-Werbung insbesondere die Reichweitenverluste von BAYERN 3 bemerkbar, die in der Durchschnittstunde mit Werbung und den damit verbundenen Preisanpassungen nicht nur innerhalb der nationalen Kombis der ARD MEDIA zu geringeren Werbeerlösen führen. Angesichts der beschriebenen unsicheren Entwicklung des Werbemarkts erscheint das Erreichen der geplanten Werbeerlöse von 63,3 Mio. EUR kaum mehr möglich. Aktuell wird von Werbeerlösen aus TV- und Radiowerbung von insgesamt 60,4 Mio. EUR ausgegangen. Hiervon entfallen 27,6 Mio. EUR auf TV und 32,8 Mio. EUR auf das Medium Radio.

Im Bereich Lizenzen wird das Augenmerk weiter auf einem für die Kunden attraktiven Angebotsportfolio und einer sehr aktiven Kundenansprache liegen müssen. Anhaltend steigendes Kostenbewusstsein auf Kundenseite wirkt sich bereits negativ auf die Einzelumsätze aus, sodass Umsatzsteigerungen nur durch eine größere Anzahl von Lizenzverkäufen bzw. durch eine Ausweitung der zu lizenzierenden Produktionen erreicht werden kann. Es gilt hier nach Auffassung der gesetzlichen Vertreter, in Zukunft nicht nur Hörfunkproduktionen zu verlizenzieren, sondern vielmehr sollten Hörfunk- und Fernsehlizenzvergaben durch die Gesellschaft aus einer Hand angeboten werden, um Synergien weitestmöglich auszuschöpfen.

In allen weiteren kommerziellen Geschäftsfeldern wird nach Auffassung der gesetzlichen Vertreter der Wegfall der Corona-Beschränkungen auch in 2023 noch positiv wirken, wobei die negativen Auswirkungen und die Dauer der genannten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wie z.B. die hohe Inflationsrate erstmal abgewartet werden müssen.

Allerdings wird auch eine weitere Verbesserung der Ertragslage in den sonstigen Geschäftsfeldern die zu erwarteten Rückgänge bei der Rundfunkwerbung aufgrund des geänderten Mediennutzungsverhaltens sicherlich nicht ausgleichen. Zur Stabilisierung der Ertragslage des Konzerns wird man auf eine gewisse Öffnung für Werbemöglichkeiten im non-linearen-Bereich in absehbarer Zukunft angewiesen sein.

4. Risiko- und Chancenbericht

4.1 Risikoberichterstattung

Der Konzern verfügt über ein Risikomanagementsystem zur Überwachung und Steuerung der Chancen und Risiken. Dieses führt die für die Geschäfte des Konzerns bestehenden Risiken auf und bewertet sie im Hinblick auf die Bedeutung und die Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts. Ferner ist im Risikomanagementsystem festgelegt, welche Maßnahmen bzw. Instrumentarien zur Verfügung stehen, um die Risiken zu erkennen und zu beeinflussen.

Im operativen Geschäft werden die Werbezeitenbuchungen mithilfe eines speziellen EDV-Systems überwacht und die daraus resultierenden Werbeerlöse täglich abgerufen. Außerdem wird über eine monatliche Berichterstattung zeitnah die Erkenntnis über wesentliche Entwicklungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sichergestellt.

Die Werbeerlöse sind zunächst von der Reichweiten- und Zielgruppenentwicklung der vermarkteten Sendeprogramme abhängig. Hier haben insbesondere auch die technischen Entwicklungen im Bereich der Kommunikationsmittel ihre Auswirkung auf das Mediennutzungsverhalten, insbesondere im Hinblick auf eine steigende Streaming-Nutzung.

Im Fernsehen kann die Digitalisierung zu einer weiteren Fragmentierung der Angebote führen, dies hätte negative Auswirkungen auf die klassische Fernsehnutzung und rückläufige Reichweiten zur Folge und könnte somit die Werbezeiten-Vermarktung im klassischen Fernsehen erschweren. In derselben Weise würde die weitere Fragmentierung des Hörfunkbereichs durch neue digitale Wellen und weitere neue Hörformate zu rückläufigen Reichweiten im klassischen Radiobereich führen und sich entsprechend negativ auf die Radioumsätze des Konzerns auswirken. Aufgrund der guten Liquiditätsausstattung werden für den Konzern aber weiterhin keine Liquiditätsrisiken im überschaubaren Zeithorizont verortet.

Ausschlaggebend für den weiteren Erfolg wird, wie während der Pandemie in den letzten Jahren, das kurzfristige Reagieren auf externe Faktoren und Umsatzschwankungen sein. Dazu wird das Berichtssystem des Konzerns stetig ausgebaut und der Austausch zur Marktentwicklung innerhalb und außerhalb der ARD-Werbung gestärkt.

Das Forderungsausfallrisiko sieht die Geschäftsleitung bei einer nachhaltigen Konjunkturschwächung als leicht erhöht an. Es dürfte aber weiterhin eine nur untergeordnete Rolle spielen. Die Gesellschaft erzielt den Großteil ihrer Umsätze im B2B-Bereich in langjährigen Kundenbeziehungen, mit einem aktivem Forderungsmanagement, in dem Neukundenaufträge zudem nur gegen Vorkasse angeboten werden.

Die BRmedia betätigt sich nur untergeordnet auf externen Beschaffungsmärkten zur jeweiligen Leistungserstellung. Daher werden keine relevanten Risiken aufgrund möglicher Preisänderungen von Lieferanten gesehen.

4.2 Einzelrisiken

Die gesetzlichen Vertreter sehen sich durch die aktuelle Entwicklung bestärkt in der Annahme, dass das veränderte Mediennutzungsverhalten und globale wirtschaftliche Probleme die Verschiebung der Umsätze in die digitalen Medien und dabei hin zu einigen wenigen globalen Megaplattformen beschleunigt. Bei einer zunehmenden Konzentration der Onlinevermarktung auf die großen amerikanischen Konzerne wie Google, Apple, Meta und Amazon sind negative Auswirkungen für alle deutschen Medienanbieter zu erwarten, da die Werbespendings dem deutschen Werbemarkt entzogen werden. Medienvermarkter klassischer Mediengattungen finden sich aus diesen Gründen in einer immer schwierigeren Verhandlungsposition. Zudem verstärken sich auch Konzentrationstendenzen auf Seiten der Auftraggeber weiter. Vermarkter öffentlich-rechtlicher Medien haben zudem einen weiteren strukturellen Wettbewerbsnachteil, da crossmediale Werbepakete aus TV-, Radio- und Online-Formaten aus öffentlich-rechtlichen Angeboten aufgrund der gesetzlichen Beschränkungen immer noch nicht geknüpft werden können. Dies wiegt für den Konzern umso schwerer, da die Marktanteile digitaler Werbeformate immer weiter steigen, das Publikum auch die Inhalte der ARD zunehmend non-linear in den Mediatheken nutzt, die Reichweiten im linearen TV sinken und auch die ARD ihre Online-Präsenz weiter stärkt. Gleichzeitig ist aber die Ansprache von Zielgruppen in den Online-Angeboten der ARD durch die werbetreibende Wirtschaft bislang gesetzlich ausgeschlossen.

Gerade die Erzielung von Werbeerlösen in öffentlich-rechtlichen Sendern ist von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig. Insbesondere im Zusammenhang mit von der Beitrags- und Finanzausstattungsdiskussion wird die Notwendigkeit öffentlich-rechtlicher Angebote und Berichterstattung diskutiert. Dabei werden in unregelmäßigen Abständen Vorschläge gemacht, die Werbezeiten zu verkürzen bzw. die Anzahl der werbetreibenden Programme weiter zu beschränken. Weiterhin würden zusätzliche allgemeine Werbeverbote, wie ein aktuell vorgestellter Gesetzentwurf für das Verbot der an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Nahrungsmittel zu direkten Einbußen bei den Werbeumsätzen führen.

Die bereits beschriebene Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft ist weiterhin vorhanden. Die politischen Interessenkonflikte wie der russische Angriffskrieg in der Ukraine und auch die China-Taiwan-Krise führen zu wesentlichen ökonomischen Problemen wie gestiegenen Energiepreisen, Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten. Zudem hat sich der Fachkräftemangel verstärkt. Diese Entwicklungen wirken hemmend auf die Nachfrage der betroffenen Unternehmen nach Werbemöglichkeiten. Es könnte von Seiten der werbetreibenden Industrie versucht werden, die Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens über Etatkürzungen im Werbebereich auszugleichen.

Neben den aktuell im Zentrum stehenden politischen Krisen spielen auch die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit eine immer bedeutendere Rolle. Auch die gesetzlichen Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung werden Auswirkungen auf das Handeln des Konzerns haben. Es ist damit zu rechnen, dass Werbeschaltungen nicht nur nach ökonomischen, sondern immer mehr nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten beurteilt werden.

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage wird es wie während der Corona-Pandemie ausschlaggebend für den Erfolg des Konzerns sein, dass man kurzfristig Nachfrageschwankungen erkennt und darauf direkt bei den Werbekunden eingehen kann. Dazu wird das Berichtssystem im Konzern stetig ausgebaut und der Austausch zur Marktentwicklung innerhalb und außerhalb der ARD-Werbung gestärkt.

Die Strukturdebatte für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist bislang nicht abgeschlossen. Eine in den Raum gestellte Reduzierung von Unterhaltungsformaten hätte aus Sicht des Konzwens sicherlich geringere Reichweiten und somit auch negative Auswirkungen auf die Werbung in der ARD. Außerdem hätte dies wie auch andere Werbebeschränkungen negative Folgen für die Wirtschaft, besonders auch für den Film- und Medienstandort Bayern und damit für die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft. Im Hörfunk wäre zudem damit zu rechnen, dass weitere quantitative wie auch qualitative Werbebeschränkungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Hörfunkwerbemarkt allgemein schwächen und damit auch die privaten Anbieter schädigen würden.

In Gesamtwürdigung der bestehen Risiken werden in absehbarer Zeit aber keine bestandsgefährdenden Risiken für die Gesellschaft gesehen. Aufgrund der guten Liquiditätsausstattung werden für die Gesellschaft trotz eines belasteten wirtschaftlichen Umfelds weiterhin keine Liquiditätsrisiken im überschaubaren Zeithorizont verortet.

4.3 Chancenberichterstattung

Kurzfristig sehen die gesetzlichen Vertreter des Konzerns die größten Chancen im Abklingen der hohen Inflationsraten und dem damit verbundenen Abflauen der wirtschaftlichen Unsicherheit bei Unternehmern und Verbrauchern. Eventuell nur verschobene Werbeinvestitionen könnten dann durch gezielte Kundenansprache gehoben werden. Auch ein Nachfrageschub der Verbraucher hätte werbefördernde Effekte, von denen der Konzern profitieren könnte. In diesem Fall gilt also, die Werbekunden von der Notwendigkeit von Rundfunkwerbung durch qualitativ hochwertige Ansprache zu überzeugen.

Der Konzern profitiert dabei vom Verbund der ARD-Werbung und den Kooperationen mit anderen ARD-Werbegesellschaften sowie der ARD MEDIA. Gemeinsam zielt man darauf ab, die Bedürfnisse der Kunden frühzeitig zu erkennen und direkt auf die Anforderungen der Werbetreibenden einzugehen. Dazu zählen vor allem die Änderung und Verlegung von Werbekampagnen, das kurzfristige Reagieren auf Ausverkäufe sowie Akquise von Unternehmen, die während der vergangenen Jahre außerordentliche Umsätze generieren konnten. Außerdem richtet sich ein besonderes Augenmerk auf neue Erlöspotenziale und Vermarktungsmöglichkeiten durch Adressable TV oder die Vermarktung von Werbung auf Drittplattformen, damit Zielgruppen im sich stetig verändernden Marktumfeld besser angesprochen werden können.

Immer deutlicher werden in der Werbebranche und in der Medienpolitik die bevorstehenden Einnahmeausfälle aufgrund des geänderten Mediennutzungsverhalten sowie der dadurch verursachten Verstärkung der non-linearen Angebote thematisiert. Vielfach zitiertes Ziel der Medienpolitik ist die Beitragsstabilität trotz der auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betreffenden hohen Inflation. Um dieses Ziel erreichen zu können, wird eine Stärkung der Mischfinanzierung aus Rundfunkbeitrag und Werbung notwendig werden. Steigende Werbeerlöse werden jedoch nur erreicht werden können, wenn die Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dem veränderten Mediennutzungsverhaltung Rechnung trägt und dem Hörer bzw. Zuschauer - wenn auch in Grenzen - in den non-linearen Bereich folgen kann. Mit rein linearer Werbung und den begrenzten Sponsoringmöglichkeiten wird diese Stabilisierung bei sinkender linearer Mediennutzung nicht möglich sein. Insofern würde der Konzern zusammen mit anderen Werbegesellschaften und der ARD MEDIA eine dosierte Öffnung öffentlich-rechtlicher Mediatheken für Werbeangebote begrüßen. Hier liegt eine wesentliche Möglichkeit, die Werbe- und Sponsoringumsätze für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bzw. den Bayerischen Rundfunk nachhaltig zu stabilisieren.

Im Bereich der klassischen Radioangebote hat es der Konzern mit rückläufigen Reichweiten in den werberelevanten Zielgruppen insbesondere bei BAYERN 3 zu tun. Allerdings hat sich die Flottenstrategie des BR insofern positiv bemerkbar gemacht, als sich die Reichweite aller BR-Hörfunkprogramme in Gänze stabil entwickelt und sich so gegenüber den ebenfalls rückläufigen Reichweiten der privaten Konkurrenz ein relativer Reichweitenvorteil entwickelt hat. Diese Erfolge und die Glaubwürdigkeit öffentlich-rechtlicher Hörfunkangebote gilt es am Markt zu kommunizieren, um daraus mit innovativen Angeboten Umsatzpotenziale zu generieren. In erster Linie kann dies durch zielgerichtete individuelle und kreative Kundenansprache und entsprechende Angebotsausrichtung geschehen. National wird die Hörfunkvermarktung über Qualitätsstudien der ARD MEDIA flankiert. Diese belegen, dass über die werbeführenden Radioprogramme der ARD vor allem auch die kaufkraftstarken Zielgruppen besonders gut erreicht werden können.

Automatisierte Buchungssysteme werden die Radiovermarktung zukunfts- und konkurrenzfähig gegenüber den Gattungen TV, Print und Online machen, die bereits über solche Systeme verfügen. Über die audioXchange GmbH arbeitet die ARD MEDIA zusammen mit der RMS an einer branchenweiten Etablierung eines solchen Systems.

Eine weitere Chance für den Konzern besteht in den weiterhin guten Marktanteilen des TV-Vorabendprogramms von "Das Erste" in allen Zeitschienen. Um die Entwicklung beizubehalten, ist es nötig, auch weiterhin den Geschmack des Publikums zu bedienen und qualitativ hochwertig im Sinne des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags wahrgenommen zu werden. Um dies nicht zu gefährden gilt es, inhaltlichen Einschränkungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entgegen zu wirken und auch diesbezüglich auf die damit zusammenhängenden negativen Auswirkungen auf die Mischfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinzuweisen. Es ist insbesondere Aufgabe der ARD MEDIA, die aktuelle Leistung in "Das Erste" den werbetreibenden Kunden zu vermitteln. Die Werbegesellschaften der ARD müssen mit Blick auf eventuelle Änderungen im Rundfunkauftrag ein Augenmerk auf die zukünftig möglichen Programmformate und Ausstrahlungsmöglichkeiten haben, damit die ARD MEDIA auch zukünftig erfolgreich für "Das Erste" vermarkten kann.

Im realen Medienalltag werden verantwortlich agierende Werbekunden ein glaubwürdiges und verlässliches Umfeld weiterhin schätzen und insbesondere die Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dabei im Fokus haben. Der Konzern wird das hochwertige Umfeld und die vorhandenen kaufkräftigen Kontakte in den Angeboten des BR und der ARD auf dem Werbemarkt einsetzen, um so erfolgreiche Werbekampagnen für die Werbekunden auszustrahlen und den Finanzierungsanteil der Werbung für den BR weitest möglich zu sichern.

Nachdem Sir Simon Rattle ab der Saison 2023/24 die Position des Chefdirigenten des Symphonieorchesters des BR übernehmen wird, sehen die gesetzlichen Vertreter hier neues Umsatzpotenzial für das BR-Klassik-Label, insbesondere dann, wenn es gelingt den Namen des bekannten Dirigenten mit der Marke "Symphonieorchester" nachhaltig zu verbinden.

 

München, 30. Juni 2023

BRmedia GmbH

Der Geschäftsführer

Ludger Lausberg

[1] Ohne Einbezug von Werbung in Internet-Suchmaschinen und Social-Media.

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

EUR EUR 31.12.2022
EUR
Vorjahr
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.556,00 20
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 3.409,00 5
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.113,00 3
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 466.625,00 488
472.147,00 496
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 26.436,40 26
2. Beteiligungen 10.538,34 11
3. Sonstige Ausleihungen 4.000.000,00 4.000
4.036.974,74 4.037
4.522.677,74 4.553
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfsstoffe 1.003,00 2
2. Waren 271.662,65 287
3. Filmvermögen 5.289.420,08 5.190
4. Geleistete Anzahlungen 5.020.806,49 4.882
10.582.892,22 10.361
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.536.348,49 1.934
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.239,75 4
3. Sonstige Vermögensgegenstände 4.465.779,84 3.605
6.006.368,08 5.543
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 26.927.363,86 23.186
43.516.624,16 39.090
C. Rechnungsabgrenzungsposten 983.378,97 985
49.022.680,87 44.628

Passiva

EUR 31.12.2022
EUR
Vorjahr
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 300.000,00 300
II. Andere Gewinnrücklagen 2.070.084,43 2.070
III. Konzernbilanzgewinn 3.941.165,22 4.199
6.311.249,65 6.569
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 22.858.392,00 23.370
2. Steuerrückstellungen 129.690,00 220
3. Sonstige Rückstellungen 9.484.296,00 9.279
32.472.378,00 32.869
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 9
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 989.872,65 1.199
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 6.094.867,20 3.212
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 91.839,07 107
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.062.474,30 663
davon aus Steuern: EUR 121.036,34 (Vorjahr: TEUR 108)
10.239.053,22 5.190
49.022.680,87 44.628

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

EUR EUR 2022
EUR
Vorjahr
TEUR
1. Umsatzerlöse 73.523.259,64 75.760
2. Sonstige betriebliche Erträge 1.556.557,90 1.380
75.079.817,54 77.140
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -196.372,70 -285
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -50.936.944,56 -50.905
-51.133.317,26 -51.190
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -3.847.438,21 -3.542
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -776.741,34 -2.549
davon für Altersversorgung: EUR -31.348,20 (Vorjahr: TEUR -1.784)
-4.624.179,55 -6.091
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie Sachanlagen -51.384,85 -54
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.701.735,84 -6.144
-61.510.617,50 -63.479
13.569.200,04 13.661
7. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 61.555,56 26
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 35.460,43 6
97.015,99 32
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -507.599,43 -614
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3.823.393,47 -3.946
11. Ergebnis nach Steuern 9.335.223,13 9.133
12. Sonstige Steuern -6.906,68 -7
13. Konzernjahresüberschuss 9.328.316,45 9.126
14. Gewinnvortrag 612.848,77 1.073
15. Vorabausschüttung -6.000.000,00 -6.000
16. Konzernbilanzgewinn 3.941.165,22 4.199

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1 Vorbemerkungen

Der Konzernabschluss 2022 wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2 Konsolidierungskreis

Die Muttergesellschaft BRmedia GmbH, München, (BRmedia) und ihre Tochtergesellschaften BRmedia Service GmbH, München, (BRS) und die BR-Senderstandort-Vermietungsagentur, München, (BR-SV) erbringen kommerzielle Leistungen für den Bayerischen Rundfunk AdöR, München, (BR) gemäß § 40 MStV. Die BRmedia Personal GmbH, München, (BRmedia Personal) erbringt Personaldienstleistungen für den BR.

Die BRmedia GmbH ist Alleingesellschafterin der Tochtergesellschaften BRS, BRmedia Personal und BR-SV. BRmedia, BRS und BRmedia Personal stehen unter einheitlicher Leitung. Zwischen BRmedia und BRS besteht ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag. Auf die Offenlegung des Jahresabschlusses der BRS wird unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB verzichtet.

Die BRmedia ist vom BR mit dem Verkauf von Werbezeiten in Radio und TV im eigenen Namen und auf eigene Rechnung beauftragt, während in der BRS das Merchandising, der Lizenzverkauf, weitere Serviceleistungen, die Off-Air-Aktivitäten im B2B- und B2C-Bereich sowie die Vermarktung von Sponsoringzeiten und -flächen in "Das Erste" und den Programmumfeldern des BR gebündelt sind. Gegenstand der BRmedia Personal ist die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung und der Personalservice für den BR. Die BR-SV ist vom BR mit der Vermarktung der Mitbenutzung von Senderstandorten in Form eines Agenturmodells beauftragt.

Gemäß § 290 Abs. 1 HGB ist die BRmedia verpflichtet, einen Konzernabschluss einschließlich Konzernlagebericht zu erstellen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht umfasst die Unternehmen BRmedia, BRS und BRmedia Personal. Die BR-SV wird wegen untergeordneter Bedeutung gemäß § 296 Abs. 2 HGB nicht in den Konzernabschluss der BRmedia einbezogen.

3 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierung und die Bewertung erfolgt nach den allgemeinen Bestimmungen der §§ 297 ff. HGB und unter Berücksichtigung des § 42 GmbHG.

Die immateriellen Vermögensgegenstände (Gewerbliche Schutzrechte, EDV-Programme) sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen ausgewiesen. Als Nutzungsdauer werden drei bis fünf Jahre zugrunde gelegt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen wurden unter Anwendung der linearen und degressiven Methode in betriebsnotwendigem Umfang vorgenommen. Von der Möglichkeit des Übergangs von der degressiven zur linearen Abschreibung wurde Gebrauch gemacht. Die Nutzungsdauer von Gegenständen des Anlagevermögens liegt zwischen drei und dreizehn Jahren.

Die im Sachanlagevermögen enthaltenen Kunstgegenstände mit einem Buchwert von 366 TEUR werden als nicht abnutzbare Vermögensgegenstände angesehen und deshalb nicht planmäßig abgeschrieben.

Im Geschäftsjahr wird von dem Wahlrecht der Sofortabschreibung für selbstständig nutzbare Gegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis 800 EUR Gebrauch gemacht.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt.

Bei Gegenständen des Anlagevermögens sind bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen wären, zugeschrieben.

Die Hilfsstoffe und Waren sind zu Einstandspreisen bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Das von der DEGETO FILM GmbH (Degeto) verwaltete Filmvermögen wird zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert unter Beachtung der Grundsätze der Marktgängigkeit bewertet. Im Jahr der Erstsendung werden die Anschaffungskosten für wiederholbare Filme mit 90 % abgeschrieben; der verbleibende Restwert wird wegen zu erwartender Wiederholungen oder weiterer Verwertungen gleichmäßig auf die drei den Erstsendungen folgenden Jahre verteilt. Unterhaltungssendungen werden im Jahr der Erstsendung mit 100 % abgeschrieben. Produktionen, die nicht zur Ausstrahlung kommen, werden als Abgang behandelt und außerplanmäßig abgeschrieben. Die Degeto hat die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn (Rödl & Partner), beauftragt, das von ihr verwaltete und bewertete Vorabendprogrammvermögen der ARD-Werbegesellschaften zum 31. Dezember 2022 gesondert zu prüfen. Mit Bescheinigung vom 13. Februar 2023 wird bestätigt, dass das Filmvermögen nach dem dargestellten Verfahren bewertet wurde.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um einzeln und pauschal ermittelte Wertberichtigungen gekürzt. Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit den Nominalwerten angesetzt. In den sonstigen Vermögensgegenständen enthaltene Ansprüche an Rückdeckungsversicherung sind mit dem versicherungsmathematischen Deckungskapital angesetzt.

Die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit ihrem Nennwert zum Bilanzstichtag bilanziert.

Für Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwendungen für das Folgejahr darstellen, wurden aktive Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Das Konzerneigenkapital umfasst das Stammkapital des Mutterunternehmens, die Gewinnrücklagen aller einbezogenen Unternehmen und den Konzernbilanzgewinn und wurde zum Nennwert angesetzt. Das Stammkapital der Gesellschaft ist voll eingezahlt. Sämtliche Geschäftsanteile werden vom BR gehalten.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 sind nach der Projected-Unit-Credit-Methode, PUC, unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden ab 2024 mit 2,0 % p.a. und Rentensteigerungen mit 1,0 % p.a. berücksichtigt. Für 2023 wurde der Tarifabschluss mit Steigerungsraten von 2,8 % bei Gehältern und 1,75% bei Versorgungsempfängern berücksichtigt. Für die Berechnung nach Versorgungsverordnung VTV wurde die durchschnittliche ARD-Fluktuation, nach Versorgungsverordnung TVA wurde keine Fluktuation berücksichtigt. Als Rechnungszins wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, verwendet (Bundesbankzins). Dieser beträgt entsprechend der Rückstellungsabzinsungsverordnung der Deutschen Bundesbank 1,78 %. Erfolgswirksame Veränderungen aus der Änderung des Diskontierungssatzes werden im Personalaufwand gezeigt. Der im Vorjahr verwendete durchschnittliche Marktzinssatz betrug 1,87 %. Für den Anteil der rückgedeckten Direktzusagen ab Bewertungsstichtag 31. Dezember 2022 ist verpflichtend der IDW Rechnungslegungshinweis "Handelsrechtliche Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021)" für den HGB Abschluss anzuwenden. Demnach sind kongruente Anteile aus der Rückdeckungsversicherung zu identifizieren und in gleicher Höhe zu aktivieren und zu passivieren. Deren Bewertung erfolgt unter Zugrundelegung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Es erfolgte die Anwendung des Aktivprimats. Durch die Anwendung des Aktivprimats ergibt sich eine um TEUR 323 geringere Rückstellung. Durch die erstmalige Anwendung der Bestimmungen des BilMoG zum 1. Januar 2010 hat sich eine Unterdotierung der Rückstellungen von 2.218 TEUR ergeben. In Anwendung des Übergangswahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der Unterschiedsbetrag über eine maximale Laufzeit von 15 Jahren verteilt. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte dementsprechend eine Zuführung von 148 TEUR, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen ist. Zum 31. Dezember 2022 betragen die infolge der Übergangsregelung nach BilMoG nicht in der Bilanz ausgewiesenen Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen 258 TEUR.

Die Steuerrückstellung enthält die voraussichtlichen Steuernachzahlungen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

4 Konsolidierungsgrundsätze

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung, d.h. der Verrechnung des Beteiligungswertansatzes für die einbezogenen Unternehmen, wurde für Erwerbsvorgänge, die vor dem 1. Januar 2010 erfolgt sind, die Buchwertmethode verwendet.

Die Kapitalkonsolidierung für Erwerbsvorgänge ab dem 1. Januar 2010 erfolgt gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 HGB nach der Neubewertungsmethode.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt (31. Dezember 2022).

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden nach vorheriger Abstimmung aufgerechnet.

Im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung werden konzerninterne Erträge mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

Zwischenergebnisse innerhalb des Konsolidierungskreises sind nicht angefallen.

5 Konzernabschlusserläuterungen

5.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens und die Abschreibungen des Geschäftsjahres sind im Anlagespiegel in einer gesonderten Anlage zum Konzernanhang dargestellt.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Firma und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital
(%)
Eigenkapital
TEUR
Jahresergebnis 2022
TEUR
BR-Senderstandort-Vermietungsagentur GmbH, München 100,0 86 6

Die BRmedia ist seit dem 19. Dezember 2006 Alleingesellschafterin der BR-SV. Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 wurde die BR-SV vom BR mit der Vermarktung der Mitbenutzung von Senderstandorten in Form eines Agenturmodells beauftragt.

Beteiligungen

Die BRmedia ist an der ARD MEDIA GmbH, Frankfurt am Main (ARD MEDIA), zu 11,1 % beteiligt. Die ARD MEDIA vermarktet die nationale Fernsehwerbung in "Das Erste" sowie die nationale Werbung der Radiowellen des BR zusammen mit anderen öffentlich-rechtlichen und privaten Radioprogrammanbietern.

Die BRmedia ist an der AGF Videoforschung GmbH, Frankfurt am Main (AGF), mit 0,88 % (312,50 EUR) beteiligt. Gegenstand der AGF ist die Durchführung von Forschungsvorhaben zur Nutzungsmessung von Programm und Werbung in Bewegtbildangeboten, einschließlich der Standardisierung, Erhebung, Auswertung und Vermarktung der dadurch gewonnenen Daten.

Sonstige Ausleihungen

Bei den sonstigen Ausleihungen in Höhe von 4.000 TEUR handelt es sich um eine zweckgebundene Anlage zur Absicherung der Altersversorgung des Konzerns in Form eines mit 2,35 % verzinslichen Schuldscheindarlehens der Norddeutschen Landesbank, fällig am 22. Juni 2026.

5.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Gesamt davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.536 1.934 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4 4 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 4.466 3.605 3.654 3.300
6.006 5.543 3.654 3.300

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Steuerforderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 584 TEUR enthalten (Vorjahr: 224 TEUR).

5.3 Rückstellungen

Gesamt
31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 22.858 23.370
Steuerrückstellungen 130 220
Sonstige Rückstellungen 9.484 9.279
32.472 32.869

Für die Pensions- und Beihilferückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten vor. Die Rückstellungen für Pensionen belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 21.598 TEUR (Vorjahr: 22.076 TEUR). Der Unterschiedsbetrag bei Berechnung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn statt sieben Jahre beträgt 865 TEUR (Vorjahr: 1.832 TEUR). Die Beihilferückstellungen betragen 1.260 TEUR (Vorjahr: 1.294 TEUR).

Die sonstigen Rückstellungen enthalten vor allem Rückstellungen für ausstehende Rechnungen der ARD MEDIA (3.567 TEUR), anteilige Verpflichtungen aus Altersversorgungsansprüchen von Angestellten der Gemeinschaftseinrichtung ARD MEDIA (1.559 TEUR) sowie Dienstjubiläen (199 TEUR) und Urlaubsverpflichtungen (160 TEUR). Für Verpflichtungen aus GEMA-/GVL-Gebühren wird eine Rückstellung in Höhe von 561 TEUR gebildet. Außerdem sind Rückstellungen für Verpflichtungen aus allgemeinen Risiken in Höhe von 2.335 TEUR und für Verpflichtungen aus Sachleistungsansprüchen der Werbekunden von 323 TEUR eingestellt.

5.4 Verbindlichkeiten

Angaben über die Restlaufzeiten enthält folgender Verbindlichkeitenspiegel:

31.12.2022 davon Restlaufzeit Vorjahr davon Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit Gesamt
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Gesamt
TEUR
bis zu 1 Jahr
TEUR
mehr als 5 Jahre
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 9 9 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 990 990 0 1.199 1.199 0
Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 6.095 6.095 0 3.212 3.212 0
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 92 92 0 107 107 0
Sonstige Verbindlichkeiten 3.062 3.062 0 663 663 0
davon - aus Steuern (121) (121) (0) (108) (108) (0)
10.239 10.239 0 5.190 5.190 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stammen aus dem laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

gesamt davon gegenüber dem Gesellschafter
31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
31.12.2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen 1.152 933 14 14
fällig innerhalb 1 Jahr 4.609 153 57 57
fällig innerhalb 2-5 Jahren
5.761 1.086 71 71
Verpflichtungen aus Bestellobligo 21.242 21.034 0 0
und Lizenzvereinbarungen 9.750 16.250 0 0
fällig innerhalb 1 Jahr
fällig innerhalb 2-5 Jahren
30.992 37.284 0 0

Der Mietvertrag für die Geschäftsräume der BRmedia in der Hopfenpost endet zum 31. Dezember 2031. Mit dem Gesellschafter besteht ein Mietvertrag für Garagenstellplätze und Kellerräume.

Das Bestellobligo bezieht sich auf die Verpflichtungen aus Auftragsproduktionen für das Vorabendprogramm. Die Höhe des Bestellobligos ist branchenüblich und fällt im Rahmen laufender Geschäftstätigkeit an. Die Lizenzvereinbarung resultiert aus der Vereinbarung der ARD-Werbegesellschaften zur Rechteeinräumung für die Free-TV-Erstverwertungsrechte der 1. Fußball-Bundesliga.

Sonstige Haftungsverhältnisse

Es besteht mit der Baden-Badener Pensionskasse VVaG (bbp) und deren Trägern eine zeitlich befristete Patronatserklärung gültig bis 30. Juni 2025, mit der Erklärung, die bbp anteilig mit Liquidität so auszustatten, dass diese den jeweils geltenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben entspricht und die Erbringung der Versicherungsleistung gewährleistet ist. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird als gering gesehen.

5.5 Umsatzerlöse

2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Werbefernsehen 32.481 33.320
Werbefunk 36.468 38.349
68.949 71.669
Sponsoring 1.919 1.657
BR-KLASSIK-Label 486 681
Lizenzverwertung 240 239
Personalüberlassung 313 115
Sonstige 1.616 1.399
73.523 75.760

Die Umsatzerlöse enthalten Auslandsumsätze in Höhe von 4.784 TEUR (Vorjahr: 3.948 TEUR).

5.6 Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen von 1.557 TEUR (Vorjahr: 1.380 TEUR) sind periodenfremde Erträge in Höhe von 1.027 TEUR (Vorjahr: 918 TEUR) enthalten. Die periodenfremden Erträge resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen i.H.v. 1.026 TEUR (Vorjahr: 916 TEUR).

5.7 Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Wesentlichen verschiedene Fremdleistungen (3.061 TEUR), Raum- und Instandhaltungskosten (1.334 TEUR), Aufwendungen aus der Inanspruchnahme des Übergangswahlrechts nach Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB, laut dem die Unterdotierung der Pensionsrückstellungen bei erstmaliger Anwendung der Bestimmungen des BilMoG über 15 Jahre aufgeteilt wird (165 TEUR), sowie übrige Aufwendungen (1.142 TEUR) enthalten.

5.8 Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen von 508 TEUR (Vorjahr: 614 TEUR) betreffen mit 452 TEUR Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen und langfristigen sonstigen Rückstellungen (Vorjahr: 538 TEUR).

5.9 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Mit Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags (EAV) durch den BR mit Wirkung zum 1. Januar 2010 unterliegt die BRmedia ab dem Kalenderjahr 2010 grundsätzlich eigenständig der Ertragsteuerpflicht. Nach Maßgabe der Finanzverwaltung besteht jedoch auch nach Kündigung des EAV die Ertragsteuerpflicht für das Einkommen aus dem Geschäft der Veranstaltung von Werbesendungen und Sponsoring weiter im Betrieb gewerblicher Art des BR. Das Einkommen wird dabei pauschal nach § 8 Abs. 1 Satz 3 KStG ermittelt. Auch die Ertragsteuerpflicht für Programmverwertungen ist im Betrieb gewerblicher Art des BR zu berücksichtigen. Die BRmedia hat dem BR die anfallenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Form einer Steuerumlage zu erstatten. Für die übrigen Ertragsarten besteht eine eigene Steuerpflicht für das Einkommen und den Ertrag. Die Aufwendungen für die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag belaufen sich konzernweit auf 3.823 TEUR. Diese resultieren vorwiegend aus Steuerumlagen des BR.

5.10 Gewinn-Vorabausschüttung

Der Gesellschafter der BRmedia hat in der Gesellschafterversammlung vom 21. Juli 2022 beschlossen, dass die BRmedia im Kalenderjahr 2022 Vorabausschüttungen als Vorschuss auf den geplanten Jahresüberschuss zu leisten hat. Die an den BR in 2022 geleisteten Vorabausschüttungen belaufen sich auf 6.000 TEUR.

5.11 Gewinnverwendung

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Zinssatz der vergangenen zehn Jahre anstatt mit dem der vergangenen sieben Jahre hat aufgrund ausreichender Gewinnrücklagen und Gewinnvorträge gemäß § 253 Abs. 6 HGB keine Ausschüttungssperre bei der BRmedia GmbH zur Folge. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzgewinn von 3.862.585,12 EUR an den Gesellschafter auszuschütten.

5.12 Angaben zur Kapitalflussrechnung

Der Finanzmittelfonds setzt sich wie im Vorjahr aus den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Wesentliche zahlungsunwirksame Investitions- oder Finanzierungsvorgänge und Geschäftsvorfälle haben sich nicht ereignet.

5.13 Angaben zu Geschäftsführung und Aufsichtsrat

Geschäftsführung

Ludger Lausberg Dipl.-Kaufmann

Von der Befreiung gemäß § 314 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB wurde Gebrauch gemacht.

Die Ruhegehälter bzw. Hinterbliebenenbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung betrugen im Geschäftsjahr 94 TEUR. Die entsprechenden Pensionsrückstellungen belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 581 TEUR.

Aufsichtsrat

Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert seit 12.05.2022 Vorsitzender des Rundfunkrats des BR
Dr. Lorenz Wolf bis 11.05.2022 ehem. Vorsitzender des Rundfunkrats des BR
Ilse Aigner bis 27.10.2022 Landtagspräsidentin
Vorsitzende des Verwaltungsrats des BR
Peter Driessen Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen des Rundfunkrats des BR
Matthias Fack Vorsitzender des Programm-Ausschusses des Rundfunkrats des BR
Dr. Albrecht Frenzel Verwaltungsdirektor des BR
Peter Hufe Mitglied des Verwaltungsrats des BR
Thomas Kreuzer Vorsitzender der CSU Landtagsfraktion
Vorsitzender des Ausschusses für Grundsatzfragen und Medienpolitik des Rundfunkrats des BR
Dr. Jörg Lehmann seit 01.07.2022 Vorsitzender der Geschäftsführung der Paulaner Brauerei Gruppe GmbH&Co.KGaA
Gerald Odoj bis 31.05.2022 Leiter Communications and Governments Affairs der Siemens AG
Vize-Präsident des ZAW e.V.
Walter Schmich bis 31.05.2022 Leiter Stabstelle Hörfunk und Programmbereichsleiter BAYERN 1 - BAYERN 3 - PULS des BR
Dr. Paul Siebertz bis 31.05.2022 Vertreter des Rundfunkrats des BR im Programmbeirat der ARD (Vorsitzender)
Björn Wilhelm vom 01.03.2022 bis 31.05.2022 Programmdirektor Kultur des BR

Die Aufsichtsratsvergütungen betragen 2022 insgesamt 75 TEUR (Vorjahr: 89 TEUR).

5.14 Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2022 waren durchschnittlich 55 Mitarbeiter (ohne Geschäftsführer) (Vorjahr: 48) beschäftigt, davon 34 Vollzeitkräfte und 21 Teilzeitkräfte.

5.15 Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar für das Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf 46 TEUR und betrifft Abschlussprüfungsleistungen für das Mutterunternehmen und die Tochterunternehmen, sowie andere Bestätigungsleistungen.

5.16 Nachtragsbericht

Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, welche die Aussagekraft des Jahresabschlusses beeinträchtigen könnten.

 

München, den 30. Juni 2023

BRmedia GmbH

Der Geschäftsführer

Ludger Lausberg

Entwicklung des Konzernanlagevermögens im Geschäftsjahr 2022

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand am 1.1.2022
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 705.419,61 3.327,72 0,00 3.401,72 705.345,61
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Gründstücken 224.959,69 0,00 0,00 0,00 224.959,69
2. Technische Anlagen und Maschinen 95.121,99 0,00 0,00 32.734,00 62.387,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 956.544,80 17.844,82 0,00 46.255,40 928.134,22
1.276.626,48 17.844,82 0,00 78.989,40 1.215.481,90
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 26.436,40 0,00 0,00 0,00 26.436,40
2. Beteiligungen 10.538,34 0,00 0,00 0,00 10.538,34
3. Sonstige Ausleihungen 4.000.000,00 0,00 0,00 0,00 4.000.000,00
4.036.974,74 0,00 0,00 0,00 4.036.974,74
6.019.020,83 21.172,54 0,00 82.391,12 5.957.802,25
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Stand am 1.1.2022
EUR
Abschreibungen des lfd. Jahres
EUR
Abgänge
EUR
Abschreibungen 31.12.2022
EUR
Stand am 31.12.2022
EUR
Vorjahr
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 684.998,61 10.192,72 3.401,72 691.789,61 13.556,00 20.421,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Gründstücken 220.240,69 1.310,00 0,00 221.550,69 3.409,00 4.719,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 92.163,99 845,00 32.734,00 60.274,99 2.113,00 2.958,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 468.727,49 39.037,13 46.255,40 461.509,22 466.625,00 488.256,00
781.132,17 41.192,13 78.989,40 743.334,90 472.147,00 495.933,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 26.436,40 26.436,40
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 10.538,34 10.538,34
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00 4.000.000,00 4.000.000,00
0,00 0,00 0,00 0,00 4.036.974,74 4.036.974,74
1.466.130,78 51.384,85 82.391,12 1.435.124,51 4.522.677,74 4.553.328,74

Eigenkapitalspiegel 2021

Gezeichnetes Gewinnrücklagen Erwirtschaftetes Eigenkapital
Kapital Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2021 300.000,00 2.070.084,43 2.117.202,56 4.487.286,99
Konzernjahresüberschuss 0,00 0,00 9.125.648,58 9.125.648,58
Einstellung in die Gewinnrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausschüttung Bilanzgewinn Vorjahr 0,00 0,00 -1.043.685,45 -1.043.685,45
Vorabausschüttung laufendes Jahr 0,00 0,00 -6.000.000,00 -6.000.000,00
Stand am 31. Dezember 2021 300.000,00 2.070.084,43 4.199.165,69 6.569.250,12

Eigenkapitalspiegel 2022

Gezeichnetes Gewinnrücklagen Erwirtschaftetes Eigenkapital
Kapital Konzerneigenkapital
EUR EUR EUR EUR
Stand am 1. Januar 2022 300.000,00 2.070.084,43 4.199.165,69 6.569.250,12
Konzernjahresüberschuss 0,00 0,00 9.328.316,45 9.328.316,45
Einstellung in die Gewinnrücklage 0,00 0,00 0,00 0,00
Ausschüttung Bilanzgewinn Vorjahr 0,00 0,00 -3.586.316,92 -3.586.316,92
Vorabausschüttung laufendes Jahr 0,00 0,00 -6.000.000,00 -6.000.000,00
Stand am 31. Dezember 2022 300.000,00 2.070.084,43 3.941.165,22 6.311.249,65

Konzernkapitalflussrechnung 2022

2022
TEUR
Vorjahr
TEUR
Konzernjahresergebnis 9.328 9.126
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 51 54
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen -840 1.522
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -534 182
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder der Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 5.049 -161
Gewinn (-)/Verlust (+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0 -11
Zinsaufwendungen (+)/Zinserträge (-) 411 582
Ertragsteueraufwand (+) 3.823 3.946
Ertragsteuerzahlungen (-) -3.927 -3.865
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 13.361 11.375
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0 15
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -17 -55
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -3 -19
Erhaltene Zinsen (+) 42 26
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 22 -33
Auszahlungen (-) an Unternehmenseigner -9.586 -7.044
Gezahlte Zinsen (-) -56 -67
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -9.642 -7.111
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 3.741 4.231
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 23.186 18.955
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 26.927 23.186

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 2022

An die BRmedia GmbH, München

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der BRmedia GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BRmedia GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 30. Juni 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Anton Schreitt, Wirtschaftsprüfer

Alexander Bogenhauser, Wirtschaftsprüfer

Bericht und Empfehlung des Aufsichtsrates an die Gesellschafterversammlung zum Jahresabschluss 31. Dezember 2022

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022 in 3 Sitzungen seine Pflichten entsprechend der Satzung der Gesellschaft wahrgenommen. Die BRmedia GmbH ist durch die 100 %ige Beteiligung an der BRmedia Service GmbH und der BRmedia Personal GmbH verpflichtet, nach § 290 Abs. 1 HGB einen Konzerabschluss mit Vollkonsolidierung zu erstellen. Der von der Geschäftsführung vorgelegte Konzernabschluss zum 31.12.2022 und der Konzernlageberichtsind gemäß Gesetz und § 11 der Satzung von der als Abschlussprüfer bestellten Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft und mit dem folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:

"Wir haben den Konzernabschluss der BRmedia GmbH, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der BRmedia GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

- vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

......Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Der Aufsichtsrat billigt den Bericht der Geschäftsführung und empfiehlt der Gesellschafterversammlung, den Konzernabschluss zum 31.12.2022 und den Konzernlagebericht 2022 zu genehmigen und der Geschäftsführung Entlastung zu erteilen.

 

München, 24. Juli 2023

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates

Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert

Beschluss der Gesellschafterversammlung am 24. Juli 2023

der BRmedia GmbH

Die Gesellschafterversammlung beschließt wie folgt:

1. Die Gesellschafterversammlung stellt den von der Wirtschafprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen und vom Aufsichtsrat überprüften und dem Gesellschafter zur Zustimmung empfohlenen Konzernabschluss der BRmedia GmbH zum 31.12.2022 fest.

2. Der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat wird für das Geschäftsjahr 2022 Entlastung erteilt.

 

München, 24. Juli 2023

Die Vorsitzende der Gesellschafterversammlung

Dr. Katja Wildermuth

Beschluss der Gesellschafterversammlung über die Ergebnisverwendung 2022 der Konzernmuttergesellschaft

der BRmedia GmbH

Die Gesellschafterversammlung beschließt, entsprechend dem Vorschlag der Geschäftsführung, von dem im Rahmen des Jahresabschlusses zum 31.12.2022 zur Ausschüttung verfügbaren Bilanzgewinn von € 3.862.585,12 (siehe Anlage) an den Gesellschafter auszuschütten.

Der Ausschüttungsbetrag errechnet sich unter Einbeziehung des Differenzbetrages durch die unterschiedliche handelsbilanzielle und steuerliche Bewertung der Pensionsrückstellungen gem. § 253 Abs. 6 HGB, der einer Ausschüttungssperre unterliegt. Von dem Bilanzgewinn (inklusive der Beträge, die seit 2016 einer Ausschüttungssperre unterlagen) kann somit der Teil ausgeschüttet werden, der aufgrund der Pensionsberechnungen für 2022 nicht einer Ausschüttungssperre unterliegt. Dieser übersteigt mit 3,863 Mio. € in diesem Jahr den isolierten Restbilanzgewinn aus 2022 in Höhe von 3,31 Mio. €. Somit kann der Rest des Gewinns (mit-)ausgeschüttet werden, der in den vergangenen Jahren einer Ausschüttungssperre unterlag.

 

München, 24. Juli 2023

Die Vorsitzende der Gesellschafterversammlung

Dr. Katja Wildermuth

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