Amann & Söhne GmbH & Co. KG
Selbe AdresseHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Christine Susanne Bauer seit 7.7.2025 | Geschäftsführer |
Simone Hees seit 7.7.2025 | Prokura |
Björn Elis seit 10.2.2023 | Prokura |
Mike Wasel seit 16.5.2018 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Amann & Söhne GmbH & Co. KGBönnigheimKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022gemäß § 315e HGB nach International Financial Reporting StandardsInhaltsverzeichnis Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022 Entwicklung des Konzernanlagevermögens für das Geschäftsjahr 2022 Entwicklung des Konzernanlagevermögens für das Geschäftsjahr 2021 Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2022 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Gesamtergebnisrechnung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 20221. Allgemeine Grundlagen 1.1. Grundlagen der Rechnungslegung Der Konzernabschluss der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, zum 31. Dezember 2022 (im Folgenden auch: AMANN GROUP) wurde nach den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt. Alle bis zum 31. Dezember 2022 verabschiedeten und publizierten International Financial Reporting Standards (IFRS), die in der EU ab 1. Januar 2022 anzuwenden sind, wurden gemäß § 315e Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 315e Abs. 1 HGB berücksichtigt. Alle verpflichtend anzuwendenden Verlautbarungen des IASB wurden berücksichtigt. Die Vorjahreszahlen wurden nach den gleichen Grundsätzen ermittelt. Im Geschäftsjahr wurde eine Ausweisanpassung der kurzfristigen Einlagen von Zahlungsmitten in die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von TEUR 23 unter entsprechender Korrektur der Vorjahresangabe (TEUR 1.171) vorgenommen. Der vorliegende Konzernabschluss beinhaltet die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang. Der Konzernabschluss nach IFRS wird gemäß § 315e HGB in Verbindung mit § 315 HGB um einen Konzernlagebericht ergänzt. Der IASB bzw. das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) haben folgende Standards, Standardanpassungen und Interpretationen veröffentlicht, die im Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden sind.
Die Anwendung der aufgeführten Standards haben zu keinerlei Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Konzern geführt. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses waren folgende Standards mit Relevanz für die Gesellschaft bereits veröffentlicht und in EU-Recht übernommen, jedoch erst ab dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwenden:
Von der Möglichkeit vorzeitiger Anwendungen der Standards und Interpretationen wird kein Gebrauch gemacht. Bezüglich der genannten Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der AMANN GROUP erwartet. Der Konzernabschluss ist in Euro (EUR) dargestellt. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Beträge in TEUR angegeben. Dafür sind sämtliche Werte kaufmännisch auf TEUR gerundet, wodurch sich Rundungsdifferenzen von TEUR 1 ergeben können. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. 1.2. Konsolidierungskreis Die Konzernobergesellschaft ist die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Hauptstraße 1, 74357 Bönnigheim. Sie ist in das Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter HRA 300309 eingetragen. Die AMANN GROUP produziert und vertreibt Nähgarne und Maschinenstickgarne schwerpunktmäßig für den industriellen Bereich. Neben dem Mutterunternehmen sind am 31. Dezember 2022 24 (Vj: 24) in- und ausländische Produktions- und Vertriebsgesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen. Ein Unternehmen wird gemäß IFRS 10.6 in den Konzernabschluss einbezogen, wenn:
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und Beteiligungen sind unter Abschnitt 7 Anteilsbesitz aufgeführt. Mit Wirkung zum 24. November 2010 wurde die Gesellschaft Amann Bangladesh Ltd., Dhaka, gegründet. Die Amann International GmbH, Bönnigheim, ist mit 51% an der Amann Bangladesh Ltd., Dhaka, beteiligt. Die Gesellschaft ist ein weiterer Produktions- und Vertriebsstandort der AMANN GROUP. Die Fremdanteile in Höhe von 49 % hält die Standard Group Ltd., Dhaka. Die Bewertung der Minderheitenanteile erfolgte zum beizulegenden Zeitwert. Die Minderheitenanteile betragen zum 31.12.2022 TEUR 6.842 (Vj: TEUR 5.766). Aus der Erstkonsolidierung zum 01.01.2019 ergibt sich aus der Verrechnung des beizulegenden Zeitwertes und dem bisherigen Buchwert ein Firmenwert von TEUR 12. Es wird ein (Vj: ein) Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode konsolidiert. Am 11. Dezember 2009 hat die Amann Asia Ltd., Hongkong, 49 % der Anteile an der Thread International Company Ltd., Hongkong, erworben, die wiederum je 55 % der Anteile an zwei chinesischen Gesellschaften, der Shanghai Hua Chang Spinning Mills Company Ltd., Shanghai, und Shanghai New Hua Chang Spinning Mills Company Ltd., Shanghai, hält. Die Thread International Company Ltd., Hongkong, beliefert Produktionsgesellschaften der AMANN GROUP mit Spinnereierzeugnissen. Die Beteiligung an dem Joint Venture wird nach der Equity-Methode konsolidiert. Das Eigenkapital der Einzelgesellschaft Thread International Company Ltd., Hongkong, betrug zum Erwerbszeitpunkt TEUR 3.687 (THKD 40.984). Der Beteiligungsbuchwert der Thread International Company Ltd., Hongkong, hat sich wie folgt entwickelt:
Im Geschäftsjahr hat sich für die Thread International Company Ltd., Hongkong, eine Zuschreibung in Höhe von TEUR 821 aufgrund der verbesserten Ertragsprognose ergeben. Das Eigenkapital der konsolidierten Thread International Company Ltd., Hongkong, (inklusive ihrer Tochterunternehmen) ist zu 55 % den Eigentümern des Mutterunternehmens (der Thread International Company Ltd., Hongkong) zuzurechnen. Alle nachfolgenden Angaben bezüglich der Thread International Company Ltd., Hongkong, sind konsolidiert. Die Thread International Company Ltd., Hongkong, weist folgende Bilanzpositionen aus:
Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022 belaufen sich auf TEUR 17.633 (i. Vj: TEUR 15.362). Es wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 2.278 (i. Vj: TEUR 1.549) erzielt, wovon TEUR 1.253 (i. Vj: TEUR 851) den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist. Im Jahresüberschuss enthalten sind planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 460 (i. Vj: TEUR 369), Finanzerträge von TEUR 475 (i. Vj; Finanzaufwendungen TEUR 119) und Ertragsteuern von TEUR 624 (i. Vj: TEUR 518). Das Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:
Die AMANN GROUP hat mit 49 % der Anteile an der Thread International Company Ltd., Hongkong, keinen beherrschenden Einfluss. Entsprechend kann auch kein beherrschender Einfluss auf die Geschäftspolitik der beiden angeschlossenen chinesischen Gesellschaften ausgeübt werden. 1.3. Konsolidierungsgrundsätze Grundlage für den Konzernabschluss der AMANN GROUP sind die zum 31. Dezember 2022 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen und einem Gemeinschaftsunternehmen. Mit Ausnahme von zwei Gesellschaften deckt sich bei allen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022. Der Abschlussstichtag der Amann Sewing & Embroidery Threads Private Ltd., Chennai, ist der 31. März. Die Gesellschaft erstellt jedoch jährlich für Konsolidierungszwecke einen IFRS-Abschluss zum 31. Dezember. Der Abschlussstichtag der At-Equity einbezogenen Thread International Company Ltd., Hongkong, ist ebenfalls der 31. März. Die Gesellschaft erstellt jährlich für Konsolidierungszwecke ein IFRS-Reporting Package zum 31. Dezember. Der Abschlussstichtag ihrer beiden Beteiligungen ist der 31. Dezember. Seit dem 1. Januar 2005 kommt bei der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen die Kapitalkonsolidierung nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse zur Anwendung. Dabei werden im Rahmen der Erstbewertung die identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Minderheitenanteile (Anteile anderer Gesellschafter) werden folglich in Höhe ihres Anteils an den beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden angesetzt. Die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile werden mit dem zum Zeitwert bewerteten Konzernanteil am Eigenkapital des Tochterunternehmens aufgerechnet. Sofern nach der Aufrechnung ein aktiver Unterschiedsbetrag verbleibt, wird dieser als Geschäfts- oder Firmenwert unter den Immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden ergebniswirksam erfasst. Für Erwerbe vor dem 1. Januar 2005 wurde das Wahlrecht des IFRS 1.15 dahingehend genutzt, dass diese Unternehmenszusammenschlüsse analog der deutschen handelsrechtlichen Bilanzierung in den Konzernabschluss nach IFRS übernommen wurden. Gemäß IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards wurden die Geschäfts- oder Firmenwerte zum 1. Januar 2005 (transition date) mit dem Buchwert nach deutschem Handelsrecht angesetzt. Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung im Sinne des IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (2011) werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften werden eliminiert. Die konzerninternen Zwischenergebnisse im Anlage- und Vorratsvermögen werden ebenfalls eliminiert. Auf Konzernfremde entfallende Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis der Beteiligungsgesellschaften werden unter dem Posten "Anteile anderer Gesellschafter" ausgewiesen. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge sind latente Steuern gemäß IAS 12 Ertragsteuern abgegrenzt, soweit es sich um temporäre oder quasi permanente Differenzen handelt. 1.4. Währungsumrechnung Die Berichtswährung der AMANN GROUP ist Euro. Die Währungsumrechnung erfolgt gemäß IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen nach der Methode der funktionalen Währung. Da sämtliche einbezogene Unternehmen ihre Geschäfte selbstständig betreiben, ist die jeweilige Landeswährung die funktionale Währung. Bei allen Jahresabschlüssen von Tochterunternehmen, die nicht in Euro berichten, werden die Vermögenswerte und Schulden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital zum historischen Kurs sowie Aufwendungen und Erträge mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich aus der Konsolidierung ergebenden Währungsunterschiede betragen TEUR -3.168 (Vj: TEUR -7.095). Davon entfallen unter anderem TEUR 2.986 (Vj: TEUR -5.861) auf die Kapitalkonsolidierung (davon TEUR 900 den Minderheitenanteilen zuzuordnen) und TEUR 0 (Vj: TEUR 611) auf die Schuldenkonsolidierung. Des Weiteren ergaben sich Währungsgewinne aus dem Ansatz des Firmenwerts Amann Oxley Threads Ltd., Manchester, in Höhe von TEUR 164 (Vj: TEUR -205). Die Währungseffekte aus der At-Equity Bilanzierung in Höhe von TEUR -16 (Vj: TEUR 418) wurden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Entsprechend dem Wahlrecht des IFRS 1.D13 wurden die Umrechnungsdifferenzen zum 1. Januar 2005 (transition date) auf Null gesetzt. Die AMANN GROUP hat keine Tochterunternehmen in Hochinflationsländern. Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und der Tochterunternehmen mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Bilanzstichtag bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam berücksichtigt und in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Die im Konzernabschluss verwendeten Kurse haben sich in Relation zu 1 EUR wie folgt entwickelt:
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Folgenden werden die im Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt. Weitere Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernbilanz sowie entsprechende Zahlenangaben ergeben sich aus Abschnitt 3 Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Abschnitt 4 Erläuterung zur Konzern-Bilanz. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr beibehalten. Für die Erstellung von Abschlüssen nach IFRS sind Schätzungen und Annahmen erforderlich, die sowohl die Bewertung der Aktiva und Passiva, die Art und den Umfang von Haftungsverhältnissen als auch die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen. Im vorliegenden Konzernabschluss wurden Schätzungen und Annahmen insbesondere bei Nutzungsdauern von Anlagevermögen, Überprüfung der Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten bezogen auf den Geschäfts- oder Firmenwert, Wertberichtigungen bei Vorräten und Forderungen sowie bei der Ermittlung der Rückstellungen und der Bildung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge in Abhängigkeit deren Nutzbarkeit berücksichtigt. Wesentliche Änderungen in den Schätzungen haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht ergeben. 2.1. Immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, außer Geschäfts- oder Firmenwerte, werden zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten angesetzt und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
Entsprechend dem handelsrechtlichen Konzernabschluss wurden in der IFRS Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2005 in Ausübung des Wahlrechts des § 309 Abs. 1 HGB a. F. die Geschäfts- oder Firmenwerte mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse in Verbindung mit IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten mindestens einem jährlichen Werthaltigkeitstest (Impairment Test) unterzogen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte enthalten ausschließlich Beträge aus der Kapitalkonsolidierung. Ein Wertminderungsbedarf wird durch Vergleich des Buchwerts der CGU inkl. Goodwill mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Der Die beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird nach der Discounted-Cash-Flow-Methode der Stufe 3 des IFRS 13 i.V.m. IAS 36.134e auf Basis künftiger Planungsrechnungen der jeweiligen Cash Generating Unit bestimmt. Zu den Aufgabenschwerpunkten der Abteilung Forschung und Entwicklung bei der AMANN GROUP gehören die Festlegung und Sicherstellung von Qualitätsstandards, die Festlegung von Produktionsverfahren sowie die Ausarbeitung neuer Konzepte zur Entwicklung und Optimierung von Näh- und Stickgarnen. Daneben besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den einschlägigen nationalen und internationalen Forschungsinstituten, Universitäten und Fachhochschulen. Die Kosten des Bereichs Forschung und Entwicklung beliefen sich im Jahr 2022 auf TEUR 1.314 (i. Vj: TEUR 1.144). 2.2. Sachanlagen Sachanlagen sind entsprechend IAS 16 Sachanlagen mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt bzw. indirekt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten. Wenn Sachanlagen veräußert werden oder ausscheiden, werden deren Anschaffungs- und Herstellungskosten und deren kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen in der Konzern-Bilanz eliminiert. Der aus dem Verkauf resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens erfolgen linear auf Grundlage der nachfolgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern:
Die Restwerte und die Nutzungsdauern werden gemäß IAS 16.51 jährlich überprüft. Bei geleastem Sachanlagevermögen erfolgen die planmäßigen linearen Abschreibungen auf der Grundlage der wirtschaftlichen Nutzungsdauer bzw. der kürzeren Vertragslaufzeit. 2.3. Wertminderungen IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten verlangt zu jedem Bilanzstichtag eine Beurteilung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung für in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte vorliegen. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird eine Werthaltigkeitsprüfung (Impairment Test) vorgenommen. Dabei wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes bzw. einer Zahlungsmittel generierenden Einheit (CGU = Cash Generating Unit) geschätzt, um einen eventuell erforderlichen Wertminderungsbedarf zu ermitteln. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung, außer bei einem Geschäfts- oder Firmenwert, erfolgt eine Zuschreibung bis zur Höhe der um planmäßige Abschreibungen fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. 2.4. Leasing Die bei der AMANN GROUP nach IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte sind in den gleichen Bilanzposten aufgenommen, in dem auch die zugrundeliegenden Vermögenswerte dargestellt würden, wenn sie ihr Eigentum wären. Die Leasingverträge für Immobilien und Landnutzungsrechte werden in dem Bilanzposten Grundstücke und Bauten ausgewiesen. Leasingverträge für Fahrzeuge werden in dem Bilanzposten Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung aufgeführt. Am Bereitstellungsdatum muss der Leasingnehmer einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit in Höhe des Barwerts der künftigen Leasingzahlungen erfassen (IFRS 16.22). Nach IFRS 16.26 werden die Leasingzahlungen zu dem dem Leasingverhältnis zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst, sofern sich dieser ohne Weiteres bestimmen lässt. Lässt sich dieser Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmen, ist der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers heranzuziehen. Nutzungsrechte werden in Höhe der Leasingverbindlichkeit angesetzt. Die AMANN GROUP machte bei der Anwendung von IFRS 16 von den Erleichterungsvorschriften des IFRS 16 Gebrauch. Im Einzelnen werden bei der AMANN GROUP:
2.5. Zuwendungen der öffentlichen Hand Gemäß IAS 20 werden Zuwendungen der öffentlichen Hand für bereits angefallene oder zukünftige Aufwendungen und Zuwendungen zum Zweck der sofortigen finanziellen Unterstützung in den Perioden, in denen die entsprechenden Aufwendungen anfallen, als Ertrag erfasst. Zuwendungen für Vermögenswerte werden bei der Feststellung des Buchwertes des Vermögenswertes abgesetzt. 2.6. Vorräte Die Vorräte werden gemäß IAS 2.9 mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, insbesondere direkt zurechenbare Einzelkosten sowie fixe und variable Produktionsgemeinkosten (wie Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich angemessener Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert (IAS 23 Fremdkapitalkosten), da es sich bei den Vorräten nicht um qualifizierte Vermögenswerte gemäß IAS 23.5 handelt. Wertberichtigungen auf Vorräte werden vorgenommen soweit die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über den erwarteten Nettoveräußerungswerten liegen. Damit wird allen Bestands-, Vertriebs- und Erlösrisiken in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit finden die folgenden Abwertungsregeln Anwendung:
Die Abwertungsregeln werden auf den Umschlagswert pro Jahr angewendet. Dieser wird ermittelt auf Basis der Bestandsmenge zum Jahresende und den Verkaufseinheiten der letzten zwölf Monate bezogen auf den Bestandswert zum Jahresende. 2.7. Finanzinstrumente Ein Vertrag, der gleichzeitig in einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt, ist ein Finanzinstrument. Finanzinstrumente werden gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente in folgende Kategorien eingeteilt:
Die Kategorisierung von Finanzinstrumenten hängt von den folgenden Faktoren ab:
Beim erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert, bei finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden zusätzlich die Transaktionskosten einbezogen, die direkt dem Erwerb des Vermögenswertes oder der Emission der Verbindlichkeit zuzurechnen sind. Zum Bilanzstichtag erfolgt die Folgebewertung in Abhängigkeit der Zuordnung zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die Marktwertänderungen erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Es handelt sich hierbei ausschließlich um derivative Finanzinstrumente, die in der AMANN GROUP vor allem im Rahmen der Währungssicherung eingesetzt werden. Andere Beteiligungen sowie Wertpapiere und Anteile an Aktien- oder Rentenfonds werden grundsätzlich der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" zugeordnet und somit zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern für Beteiligungen kein aktiver Markt vorliegt und mit vertretbarem Aufwand kein zuverlässiger Marktwert ermittelbar ist, werden diese zu Anschaffungskosten bilanziert. Soweit Hinweise auf niedrigere beizulegende Zeitwerte bestehen, werden diese angesetzt. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral erfasst und unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Bei Realisierung durch Abgang oder bei einem objektiven Hinweis auf eine Wertminderung werden die Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Marktwerterhöhungen von Eigenkapitalinstrumenten werden immer erfolgsneutral erfasst, auch wenn zuvor eine ergebniswirksame Abwertung erfolgt ist. Der beizulegende Zeitwert entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der beizulegende Zeitwert mittels anerkannter Bewertungsmethoden (z. B. Diskontierung der geschätzten künftigen Zahlungszuflüsse mit dem Marktzinssatz oder Optionspreismodellen) ermittelt. Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte sowie kurz- und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie um kurz- und langfristige übrige finanzielle Vermögenswerte und Schulden. Die fortgeführten Anschaffungskosten entsprechen den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Rückzahlungen und Abschreibungen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden dabei mit ihrem Barwert angesetzt und über die Laufzeit abgezinst. Für die Erfassung der Wertminderungen wird das vereinfachte Verfahren gewählt. Es wurde angenommen, dass die über die Gesamtlaufzeit der Forderungen erwarteten Verluste durch die gebildeten Wertberichtigungen im ausreichenden Maße abgedeckt sind. Die Höhe der gebildeten Einzelwertberichtigung ist abhängig von der Nettofälligkeit der Forderung. Folgende Staffelung findet in der AMANN GROUP Anwendung:
Unter 90 Tagen der Überfälligkeit wird angenommen, dass sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Bei Zahlungseingang von wertberichtigten Forderungen oder Eintritt von Insolvenz wird die Wertberichtigung entsprechend verbraucht oder aufgelöst. Da beim Eintritt von Insolvenz ein Zahlungseingang als unwahrscheinlich gilt, wird von der Uneinbringlichkeit der Forderung ausgegangen. An jedem Abschlussstichtag wird ermittelt, ob infolge eines Ereignisses, nach dem erstmaligen Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes, das verlässlich schätzbare Auswirkungen auf die erwarteten künftigen Cash-Flows des Vermögenswertes hat, objektive Hinweise für Wertminderungen vorliegen. Objektive Hinweise für Wertminderungen beinhalten Ausfall oder Verzug eines Schuldners, Zugeständnisse in Bezug auf Forderungen des Konzerns, die einem Schuldner unter normalen Umständen nicht gewährt worden wären, Anzeichen auf Insolvenz eines Schuldners sowie geänderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die mit Ausfällen bei den Vermögenswerten des Konzerns korrelieren. Als Zahlungsmittel werden Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und kurzfristige Einlagen mit einer Fälligkeit von bis zu drei Monaten ab dem Erwerbszeitpunkt Die Bilanzierung erfolgt zum Nennwert. 2.8. At-Equity Beteiligungen Konzern-Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen werden At-Equity bewertet und separat in der Konzern-Bilanz in der Posten At-Equity Beteiligungen ausgewiesen. Sie werden bei Zugang mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden entsprechend dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen angesetzt. Die Buchwerte werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Gewinnausschüttungen und die sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht oder vermindert. Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen werden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. 2.9. Steuerforderungen Der Posten Steuerforderungen enthält Ertragsteuerforderungen und sonstige Steuerforderungen, die zum Nennwert bewertet werden. 2.10. Latente Steuern Latente Steuern werden auf Grundlage von IAS 12 Ertragsteuern ermittelt. Demnach werden Steuerabgrenzungsposten auf sämtliche temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen der Einzelgesellschaften und auf Konsolidierungsvorgänge gebildet. Überdies sind aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen zu berücksichtigen, soweit eine Nutzung wahrscheinlich ist. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern wird bei Personengesellschaften der durchschnittliche Gewerbeertragsteuersatz berücksichtigt. Bei inländischen Kapitalgesellschaften werden zusätzlich die Körperschaftsteuer von 15 % und der Solidaritätszuschlag von 5,5 % zu Grunde gelegt. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt entsprechend IAS 12 Ertragsteuern nicht. Latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen, werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital verbucht. Eine Saldierung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerschulden wird vorgenommen, soweit die Ansprüche und Schulden sich auf Ertragsteuern für dasselbe Unternehmen und gegenüber der gleichen Steuerbehörde beziehen (IAS 12.74). 2.11. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen die Versorgungsverpflichtungen des Konzerns aus leistungsorientierten Altersversorgungssystemen. Die Pensionsverpflichtungen werden nach der so genannten Projected-Unit-Credit-Method (IAS 19 revised (2011) Leistungen an Arbeitnehmer) ermittelt. Hierzu werden jährlich versicherungsmathematische Gutachten, unter der Verwendung der aktuellen Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bzw. vergleichbaren ausländischen Richttafeln, eingeholt. Der verfallbare und unverfallbare Dienstzeitaufwand wird unter dem Personalaufwand des jeweiligen Funktionsbereichs in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Nettozinskomponente wird im Finanzergebnis erfasst. Im Jahr 2016 hat die AMANN GROUP bei den deutschen Gesellschaften eine weitere betriebliche Altersversorgung eingeführt, bei der die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Bezüge in einen Sparplan zu überführen. Für die Abzinsung der Amann Zukunftsvorsorge wurde ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. Erwartete Rentensteigerungen und die Fluktuation wurden nicht berücksichtigt. Bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, wird für das Amann Deferred Compensation Programm ein versicherungsmathematisches Gutachten in Auftrag gegeben. Bei diesem Programm haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Bonuszahlung in eine Versicherung zur Altersvorsorge einzuzahlen. Für die Abzinsung wurde ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. Bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, bestehen Pensionsverpflichtungen aufgrund einer allgemeinen Versorgungsregelung, die über die Gerling Unterstützungskasse für die gesamte Wirtschaft e. V. rückversichert sind. Für die Abzinsung wurde ebenfalls ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. 2.12. Sonstige Rückstellungen Sonstige Rückstellungen sind insoweit berücksichtigt, als sich eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis ergibt, der Abfluss von Ressourcen eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist und dieser zuverlässig geschätzt werden kann (IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen). Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage des Erfüllungsbetrages mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit. Rückstellungen werden nur für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet. Rückstellungen für Strukturmaßnahmen werden insoweit gebildet, als diese die Kriterien des IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen erfüllen. Eine Rückstellungsbildung erfolgt insbesondere nur, soweit ein detaillierter Restrukturierungsplan vorliegt und dieser den betroffenen Mitarbeitern vor dem Bilanzstichtag in seinen wesentlichen Punkten bekannt gemacht bzw. mit der Umsetzung bereits begonnen wurde. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden unter Zugrundelegung entsprechender Zinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Die zu Grunde gelegten Zinssätze sind abhängig von der Laufzeit der Verpflichtung. Bezüglich Details zu einzelnen Rückstellungen wird auf Abschnitt 4.9. Rückstellungen verwiesen. 2.13. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind nach IFRS 9 Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) passiviert. Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen werden in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Mindestleasingzahlungen passiviert. 2.14. Umsatzrealisierung und weitere Erträge Die AMANN GROUP erzielt Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Nähgarnen und Maschinenstickgarnen. Umsätze und Sonstige Erträge sind nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden zu erfassen. Der Standard ist für alle Verträge mit Kunden anzuwenden, Ausnahmen sind in IFRS 15.5 geregelt (bspw. Leasingverträge). Die Erlöse sind in Höhe der Gegenleistung zu erfassen, die das Unternehmen im Austausch für Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Für die Gegenleistung (Zahlung der Kunden) liegen bei der AMANN GROUP länder- und kundenspezifische Zahlungsvereinbarungen vor. Die Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs der versendeten Ware erfasst. Die im Geschäftsjahr ausgewiesenen Erlöse entsprechen den Leistungsverpflichtungen. Leistungsverpflichtungen in den Vertragsverhältnissen mit Kunden entstehen bei der AMANN GROUP im Regelfall zum Zeitpunkt der Kundenbestellung und werden innerhalb eines Jahres erfüllt. Für die Leistungsverpflichtungen aus dem Verkauf von Näh- und Stickgarnen gelten bei der AMANN GROUP im Regelfall die gesetzlichen Gewährleistungen. Umsatzerlöse und Sonstige Erträge werden abzüglich der allgemeinen Umsatzsteuer sowie etwaiger Preisnachlässe erfasst, wenn die Lieferung bzw. sonstige Leistung erfolgt und das wirtschaftliche Eigentum mit seinen Risiken übertragen worden ist. Zinserträge werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfasst. Dividenden werden mit der Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung erfasst. 2.15. Aufwandserfassung Die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen umfassen Kosten, die direkt oder indirekt den Umsatzerlösen zuordenbar sind. Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. 3. Erläuterung zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 3.1. Umsatzerlöse Umsatzerlöse durch Warenverkäufe an Kunden wurden im Geschäftsjahr in Höhe von TEUR 236.548 (i. Vj: TEUR 202.145) erwirtschaftet, welche sich wie folgt aufteilen:
Die Umsatzerlöse teilen sich auf die Geschäftsbereiche wie folgt auf:
Die Höhe der in den Umsatzerlösen enthaltenen Erlösschmälerungen beträgt TEUR 4.065 (i. Vj: TEUR 3.912). 3.2. Herstellungskosten des Umsatzes Der in den Herstellungskosten des Umsatzes von TEUR 168.822 (i.Vj: TEUR 138.762) enthaltene Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
3.3. Personalaufwand und Anzahl der Mitarbeiter Der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigte Personalaufwand ohne Restrukturierung gliedert sich wie folgt:
Die Aufwendungen für Altersversorgung umfassen den Aufwand für Versorgungsansprüche ohne den entsprechenden Zinsanteil, der im Finanzergebnis ausgewiesen wird. Die sozialen Abgaben beinhalten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland in Höhe von TEUR 1.972 (i. Vj: TEUR 1.902). Im Jahresdurchschnitt waren in der AMANN GROUP 2.360 (i. Vj: 2.218) Mitarbeiter beschäftigt. Diese verteilen sich wie folgt auf die Funktionsbereiche:
Am Bilanzstichtag waren 2.379 (Vj: 2.283) Mitarbeiter beschäftigt. 3.4. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Die Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Bei den Erträgen und Verlusten aus Anlageverkäufen handelt es sich um periodenfremde Erträge und Aufwendungen. 3.5. Finanzergebnis Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
3.6. Ertragsteuern Die effektiven und latenten Steueraufwendungen und -erträge betreffen in- und ausländische Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und setzen sich wie folgt zusammen:
Die latenten Steuern von TEUR -590 setzten sich zusammen aus TEUR -560 aus temporären Differenzen und TEUR -30 latenten Steuern auf Konsolidierungsvorgänge. Im Geschäftsjahr 2022 sind aktive latente Steuern nach IAS 19 revised (2011) in Höhe von TEUR 1.838 (Vj: TEUR 121) und aufgrund der Wertpapierbewertung in Höhe von TEUR 1 (Vj: TEUR 0) erfolgsneutral dem Eigenkapital verrechnet worden. Für in 2023 geplante Ausschüttungen von Tochtergesellschaften im Ausland in Höhe von TEUR 3.166 sind keine passiven latenten Steuern ermittelt worden, da keine wesentlichen Steuerbelastungen hieraus zu erwarten sind. Die aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus den nachfolgend dargestellten Sachverhalten:
In Deutschland unterliegen Kapitalgesellschaften, wie im Vorjahr, der Körperschaftsteuer in Höhe von 15 % des zu versteuernden Einkommens sowie einem Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % der Körperschaftsteuer. Zusätzlich unterliegt jede Gesellschaft der Gewerbesteuer. Diese ist regional unterschiedlich und beträgt im Jahr 2022 für die Gesellschaften der AMANN GROUP zwischen 12,25 % und 16,45 % des zu versteuernden Einkommens. Bei den Auslandsgesellschaften der AMANN GROUP betragen die Steuersätze zwischen 9 % und 27,82 %. Der Steuersatz der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, beträgt 14,39 % (Vj: 14,05 %), da die Gesellschaft als Personenhandelsgesellschaft ausschließlich der Gewerbesteuer unterliegt. Bei der Berechnung des Steuersatzes der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, wurde der durchschnittliche Hebesatz berücksichtigt. Ausgehend von diesem Steuersatz ergibt sich folgende Überleitung zum Ertragsteueraufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung:
Die in der AMANN GROUP vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge beziffern sich zum Bilanzstichtag, vorbehaltlich der Prüfung durch die Steuerbehörden des jeweiligen Landes, insgesamt auf ca. 17 Mio. EUR (Vj: 14 Mio. EUR). Die aktiven latenten Steuern, die auf den steuerlichen Verlustvortrag angesetzt wurden, berufen sich auf die zukünftigen zu versteuernden Ergebnisse, die sich auf Basis von Prognosen für die Folgejahre ergeben. Der Anteil der steuerlichen Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt werden, beträgt TEUR 9.254 (Vj: TEUR 7.797). Diese nicht werthaltigen Verlustvorträge sind unbegrenzt vortragsfähig. Die folgende Tabelle zeigt die auf die einzelnen Bestandteile des Sonstigen Ergebnisses entfallenden Ertragsteuern:
4. Erläuterung zur Konzern-Bilanz 4.1. Langfristige Vermögenswerte Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2022 und zum Vorjahr ist in der Anlage 3A und 3B zum Konzernanhang ersichtlich. Die Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Software betragen zum 31. Dezember 2022 TEUR 1.364 (Vj: TEUR 1.746). Der Posten Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich wie folgt zusammen:
Aufgrund des Erwerbs von Amann Oxley Threads Ltd., Manchester, wurde im Jahr 2008 ein Goodwill von TGBP 2.596 (TEUR 3.445) aktiviert. Die Grundlage auf der der erzielbare Ertrag bestimmt worden ist, ist der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Auf Basis der Unternehmensplanung wird für die zahlungsmittelgenerierende Einheit Amann UK für das Jahr 2023 von steigenden Umsatzerlösen um 23% ausgegangen, für die darauffolgenden Jahre werden Wachstumsraten zwischen 9 % -17 % prognostiziert. Bei einem Basiszinssatz von 3,3 % und einer Risikoprämie von 7,0 % * 1,20 (Beta Faktor) ergibt sich bei Anwendung des DCF-Verfahrens ein Ertragswert des erwarteten zukünftigen Cash-Flows der Einheit von ca. 12 Mio. EUR. Der Cash-Flow wurde über drei Jahre geplant. Die Planung spiegelt vergangene Erfahrungen wider, wobei Umsatz- und Kostenentwicklungsfaktoren und die Entwicklung des Ertragssteuersatzes berücksichtigt wurden. Der Beta Faktor wurde anhand vergleichbarer börsennotierter Unternehmen ermittelt. Zum 31. Dezember 2022 war keine Wertberichtigung erforderlich. Der WACC betrug 9,9 % (i. VJ. 8,00%). Des Weiteren wurde im Jahr 2006 der Geschäftsbereich "Frankreich" von Cousin Filterie S. A. S., Frankreich, zu einem Preis von TEUR 1.470 erworben und wird seitdem durch die Amann France SARL, La Chapelle d'Armentieres, genutzt. Der Geschäftswert ist mit den Anschaffungskosten angesetzt und mittlerweile vollständig abgeschrieben. Aus der Erstkonsolidierung der Amann Bangladesh Ltd., Dhaka, zum 01.01.2019 ergibt sich aus der Verrechnung des beizulegenden Zeitwertes und dem bisherigen Buchwert ein Firmenwert von TEUR 12. Im Berichtsjahr wurden unter anderem aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR 763 (Vj: TEUR 905) im Bereich der Immateriellen Vermögenswerte in Entwicklung für die Einführung von SAP S4 HANA aktiviert. Bei den Sonstigen langfristigen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 1.156 (Vj: TEUR 560) handelt es sich im Wesentlichen um langfristige aktive Rechnungsabgrenzung, Import- und Mietkautionen und Forderungen im Zusammenhang mit ZinsCaps. Dieses Absicherungsinstrument wurde im Berichtjahr 2022 erstmalig abgeschlossen. 4.2. Vorräte Der Vorratsbestand setzt sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Im Jahr 2022 wurden Wertaufholungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Vorräten in Höhe von TEUR 333 (i. Vj: TEUR 588) aufwandsmindernd erfasst. Gegenläufig wurden im Jahr 2022 Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.092 aufwandserhöhend erfasst. Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten bestehen keine als Sicherheit verpfändeten Vorräte in der AMANN GROUP. 4.3. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die kurzfristigen Forderungen setzen sich am Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die folgende Tabelle vermittelt Informationen über das Ausmaß der in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte enthaltenen Kreditrisiken:
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Buchwerte der überfälligen Forderungen TEUR 5.616 (Vj: TEUR 3.946); die gebildeten Einzelwertberichtigungen entsprechen ca. 12 % (Vj: 12%) der überfälligen Forderungen. 4.4. Wertpapiere Bei den Wertpapieren handelt es sich um Aktien im Wert von TEUR 101 (Vj: TEUR 104) im Besitz der Konzernmutter, die gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente als "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert wurden. Unrealisierte Verluste aus Änderungen der Marktwerte unter Berücksichtigung der latenten Steuern sind zum Stichtag kumuliert in Höhe von insgesamt TEUR 33 (i. Vj: TEUR 31) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. 4.5. Zahlungsmittel Die Zahlungsmittel setzen sich am Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
4.6. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte In den Sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 5.032 (Vj: TEUR 5.956) sind unter anderem TEUR 1.902 (Vj: TEUR 2.516) Vorauszahlungen sowie kurzfristige Einlagen TEUR 23 (Vj: 1.171) und Devisentermingeschäfte TEUR 32 (Vj: TEUR 0) enthalten. Des Weiteren enthält der Bilanzposten Aktive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 1.255 (Vj: TEUR 790), Debitorische Kreditoren TEUR 131 (Vj: TEUR 132), sowie Forderungen aus Urlaubs- und Gleitzeitansprüchen in Höhe von TEUR 36 (Vj: TEUR 23), die mit den durchschnittlichen Stundensätzen der Mitarbeiter einschließlich Sozialkosten bewertet sind. 4.7. Steuerforderungen Die Steuerforderungen betragen zum Bilanzstichtag TEUR 3.617 (Vj: TEUR 3.431) und beinhalten Ertragsteuerforderungen aus den Jahren 2021 und 2022 sowie sonstige Steuerforderungen. 4.8. Konzerneigenkapital Die Entwicklung der Eigenkapitalposten geht aus Anlage 5 hervor. Das Eigenkapital und die Bilanzsumme setzen sich wie folgt zusammen:
Das Kommanditkapital der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, wird zum Bilanzstichtag mit 43 % (Vj: 43,0 %) von der Verwaltungsgesellschaft Amann & Söhne mbH, Bönnigheim, mit 37,0 % (Vj: 37,0 %) von Frau Katja Pielenz und mit 20,0 % (Vj: 20,0 %) von Frau Maxi Klemm gehalten. Persönlich haftende Gesellschafterin ohne Kapitaleinlage ist die Amann Beteiligungen GmbH, Bönnigheim. Das Kommanditkapital ist zum Nennwert ausgewiesen. Die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, als Konzernobergesellschaft ist in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft organisiert, bei der der Gesellschafter durch Ausübung eines gesetzlichen Kündigungsrechtes, das durch den Gesellschaftsvertrag nicht ausgeschlossen werden kann, die Gesellschaft zur Rückzahlung in Höhe des Werts der Kapitalanteile verpflichten kann. Die Kündigung eines Kommanditisten führt zu dessen Ausscheiden aus der Gesellschaft. Der ausscheidende Gesellschafter hat Anspruch auf sein Kommanditkapital und sein gemäß Gesellschaftsvertrag geführtes Privatkonto jeweils in Höhe des Buchwertes. Bei Kündigung eines Gesellschafters wird die Finanzierung des Abfindungsanspruchs entweder durch Fremdfinanzierung oder durch Aufnahme eines neuen Gesellschafters erfolgen. Die Kapitalrücklage ist mit ihrem Nennwert ausgewiesen und besteht gemäß Gesellschaftsvertrag bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim. Die Gewinnrücklagen umfassen die in den Vorjahren erwirtschafteten Gewinne und die Konsolidierungseffekte von der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und den einbezogenen Tochterunternehmen. Die Erhöhung der Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 11.124 gegenüber dem Vorjahr ist auf die Einstellung eines Teils des Jahresergebnisses in Höhe von TEUR 2.749 (Vj: TEUR 4.281) und die Verringerung der Währungsrücklage in Höhe von TEUR 2.268 (Vj: Erhöhung TEUR 6.750) sowie die Erhöhung der Bewertungsrücklagen in Höhe von TEUR 10.643 (Vj: TEUR 1.661) zurückzuführen. 4.9. Rückstellungen Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Pensionsverpflichtungen aufgrund von allgemeinen Versorgungszusagen und Einzelzusagen bestehen bei den deutschen Gesellschaften Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und AMANN Handel GmbH, Bönnigheim. Des Weiteren bestehen hauptsächlich Pensionsverpflichtungen im Ausland bei Amann Threads UK Ltd., Manchester. Der größte Anteil der Pensionsverpflichtungen basiert auf den allgemeinen Versorgungszusagen der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim. Die Versorgungsordnung wurde zum 31. Dezember 1993 geschlossen. Die Versorgungsordnung sieht Zahlungen von Alters-, Invaliden-, Witwen-, Witwer- und Waisenrenten vor. Voraussetzung ist eine anrechnungsfähige Dienstzeit von zehn Jahren, ein Anspruch auf Altersrente besteht grundsätzlich bei Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres. Die Witwen- und Witwerrenten betragen zwischen 40 % und 60 % der Alters- oder Invalidenrente des Verstorbenen. Zusätzlich zu den allgemeinen Versorgungsordnungen bestehen Einzelzusagen an Mitarbeiter. Im November 2007 wurde für die Pensionsverpflichtungen bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, vereinbart, dass die Renten jeweils per 1. Juli eines Jahres um 1 % angehoben werden. Die Rückstellungen für Pensionen (ohne Amann Zukunftsvorsorge, ohne Amann Deferred Compensation Programm und ohne Unterstützungskasse) haben sich wie folgt entwickelt:
Nach IAS 19 revised (2011) sind versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort bei deren Entstehung erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen.
Die folgenden Beträge wurden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Die Pensionsverpflichtung verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Der Zeitwert des Planvermögens entwickelt sich wie folgt:
Den Bewertungen der Verpflichtungen der Gesellschaften liegen die folgenden Annahmen zugrunde:
Das Planvermögen zur Pensionsverpflichtung der Amann Threads UK Ltd., Manchester, ist in Versicherungspolicen der AEGON UK Group investiert. Die erwartete Rendite aus Planvermögen ist abgeleitet aus der Portfoliostruktur des Planvermögens in Verbindung mit den verfügbaren Investitionen. Der Zeitwert des Planvermögens teilt sich bei Amann Threads UK Ltd., Manchester, wie folgt auf:
Das Planvermögen zur Pensionsverpflichtung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, ist in Versicherungspolicen der HDI Lebensversicherung AG und der R+V Lebensversicherung AG investiert. Es bestehen keine Asset-Liability-Strategien. Die Sensitivität der Gesamtpensionsverpflichtung auf Änderungen in den gewichteten Hauptannahmen beträgt:
Die durchschnittliche Duration beträgt in Deutschland zwischen 9,3 und 10,8 Jahre und in Großbritannien 12,0 Jahre. Für 2022 werden Mittelabflüsse für Rentenzahlungen in Höhe von ca. 2,2 Mio. EUR erwartet. Darüber hinaus werden in 2022 TEUR 588 Mittelabflüsse für Beiträge zum Plan erwartet. Im Jahr 2016 hat die AMANN GROUP bei den deutschen Gesellschaften eine weitere betriebliche Altersversorgung (Amann Zukunftsvorsorge) eingeführt, bei der die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Bezüge in einen Sparplan zu überführen. Für die Abzinsung der Amann Zukunftsvorsorge wurde ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. Erwartete Rentensteigerungen und die Fluktuation wurden nicht berücksichtigt.
Die Pensionsverpflichtung in Höhe von TEUR 4.618 verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt, wie sich der Barwert der Pensionsverpflichtung bei einer möglichen Änderung des Rechnungszinses ändern würde.
Seit 2018 wird bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, für das Amann Deferred Compensation Programm ein versicherungsmathematisches Gutachten in Auftrag gegeben. Bei diesem Programm haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Bonuszahlung in eine Versicherung zur Altersvorsorge einzuzahlen. Für die Abzinsung wurde ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. Die Rückstellungen aus dem Amann Deferred Compensation Programm setzen sich wie folgt zusammen:
Die Pensionsverpflichtung hat sich wie folgt verändert:
Die für die Pensionszusagen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen sind im Sinne von IAS 19.8 als qualifizierte Versicherungspolicen anzusehen.
Die Pensionsverpflichtung verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Das Planvermögen verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Die Sensitivität der Pensionsverpflichtungen auf Änderungen in den gewichteten Hauptannahmen beträgt:
Bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, bestehen Pensionsverpflichtungen aufgrund einer allgemeinen Versorgungsregelung für 91 Mitarbeiter (Vj: 95 Mitarbeiter), die über die Gerling Unterstützungskasse für die gesamte Wirtschaft e. V. rückversichert sind. Für die Abzinsung wurde ein Zinssatz in Höhe von 3,68 % verwendet. Die Rückstellungen aus der Unterstützungskasse setzen sich wie folgt zusammen:
Die Pensionsverpflichtung hat sich wie folgt verändert:
Die für die Pensionszusagen abgeschlossenen Rückdeckungsversicherungen sind im Sinne von IAS 19.8 als qualifizierte Versicherungspolicen anzusehen.
Die Pensionsverpflichtung verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Das Planvermögen verteilt sich wie folgt auf die Kategorien der Anwärter:
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt, wie sich der Barwert der Pensionsverpflichtung bei einer möglichen Änderung des Rechnungszinses ändern würde.
Die Sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen bei inländischen Gesellschaften. Der Bewertung der Rückstellungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde. Bei den Jubiläumsverpflichtungen wurde ein Zinssatz von 3,68 % (Vj: 0,88 %) zugrunde gelegt, der Zinsanteil in den Zuführungen beträgt TEUR 23 (i. Vj: TEUR 5). Die Sonstigen kurzfristigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für folgende Sachverhalte:
Die Sonstigen kurzfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.657 beinhalten u. a. Rückstellungen für Handelsvertreter, Rechtsberatungsgebühren, Steuerstrafzahlungen, Gewährleistung sowie Rückstellungen für die Grundversorgung Energie. Es wird erwartet, dass der Mittelabfluss, der für das Geschäftsjahr 2022 gebildeten Sonstigen kurzfristigen Rückstellungen im Geschäftsjahr 2023 erfolgt. Die Ermittlung der Rückstellungen für Boni und Skonti erfolgt im Wege der Schätzung auf Basis von Erfahrungswerten. Die Auszahlungen für Boni sind in der Regel abhängig vom Umsatzvolumen einzelner Kunden und Vertretungen und beinhalten daher gewisse Unsicherheitsfaktoren. Die Rückstellungen für Personalkosten enthalten hauptsächlich variable Vergütungen an Mitarbeiter. Diese sind im Berichtsjahr aufgrund der gleichbleibenden wirtschaftlichen Entwicklung 2022 der Gesellschaften auf dem nahezu gleichen Stand geblieben. 4.10. Langfristige Verbindlichkeiten Die Langfristigen Finanzverbindlichkeiten betragen TEUR 30.671 (Vj: TEUR 15.783). Als Sicherheit für die Bankdarlehen wurden auf im Eigentum stehenden Grundstücken des Konzerns Grundschulden in Höhe von 12 Mio. EUR (Vj: 12 Mio. EUR) eingetragen. Diese langfristigen Darlehen valutieren zum 31.12.2022 mit TEUR 9.842 (Vj. TEUR 11.720). Die Langfristigen Leasingverbindlichkeiten betragen TEUR 2.477 (Vj: TEUR 2.426). 4.11. Kurzfristige Verbindlichkeiten Die Kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich am Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Die Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, betreffen mit TEUR 5.542 den kurzfristig fälligen Teil der langfristigen Bankfinanzierungen. Des Weiteren sind kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 11.000 aus Geldmarktkrediten enthalten. Zusätzlich bestehen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.065 bei Amann Bangladesh Ltd., Dhaka. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, in Form der entsprechend dem Gesellschaftsvertrag geführten Privatkonten der Gesellschafter. Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern enthalten laufende Ertragsteuern für die Jahre 2021 und 2022. Die Kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten betragen TEUR 1.597 (Vj: TEUR 1.670). Die Sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern TEUR 1.826 (Vj: TEUR 620), Sozialabgaben TEUR 447 (Vj: TEUR 354), Verbindlichkeiten für Gehalt und Lohn TEUR 2.151 (Vj: TEUR 1.770) sowie Urlaubs- und Gleitzeitansprüche von Mitarbeitern in Höhe von TEUR 1.041 (Vj: TEUR 1.084). Die Bewertung der Urlaubs- und Gleitzeitansprüche basiert auf den durchschnittlichen Stundensätzen der Mitarbeiter einschließlich Sozialkosten. Die Buchwerte der Schulden entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. 5. Konzern-Kapitalflussrechnung Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird in Anlage 4 dargestellt. Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird gemäß IAS 7 Kapitalflussrechnung getrennt nach Mittelzu- und -abflüssen aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit gegliedert. Die Ermittlung der Kapitalflussrechnung aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Die Zusammensetzung der Zahlungsmittel der Konzern-Kapitalflussrechnung ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge von TEUR 640 (Vj: TEUR 274) setzen sich hauptsächlich aus der Bewertung der At-Equity Beteiligungen in Höhe von TEUR -617 (Vj: TEUR -417), des latenten Steuerertrags in Höhe von TEUR 1.257 (Vj: TEUR 1.082) und dem Erlass des Kredites bei Amann USA LLC., Denver/CO, von TEUR 0 (Vj: TEUR -391) zusammen.
6. Sonstige Angaben 6.1. Leasingverhältnisse Die folgenden Überleitungen stellt die Buchwerte der Nutzungsrechte für Gebäude und Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung durch die Anwendung von IFRS 16 dar:
Die Nutzungsrechte von TEUR 3.931 (Vj: TEUR 3.909) teilen sich in TEUR 2.565 (Vj: TEUR 2.715) Gebäude und TEUR 1.366 (Vj: TEUR 1.194) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung auf. Des Weiteren sind Landnutzungsrechte in dem Bilanzposten Grundstücke und Bauten ausgewiesen. Der Buchwert beträgt am Geschäftsjahresende TEUR 2.059 (Vj: TEUR 2.134). Die Leasingverbindlichkeiten haben sich wie folgt verändert:
Bei der Bewertung der Leasingverhältnisse wurde Verlängerungs- und Kündigungsoptionen berücksichtigt, daher sind hier keine künftigen Zahlungsmittelabflüsse zu erwarten. Die Veränderungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aus IFRS 16 stellt sich wie folgt dar:
Durch die Anwendung des Wahlrechts zur Freistellung vom Ansatz nach IFRS 16.5 betragen im laufenden Geschäftsjahr die Aufwendung für kurzfristige Leasingverbindlichkeiten TEUR 142 und die Aufwendungen für Vermögenswerte von geringem Wert TEUR 8. Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen TEUR 165. 6.2. Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten für die AMANN GROUP und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzposten, die Finanzinstrumente enthalten. Die Marktwerte der finanziellen Vermögenswerte sowie der finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen aufgrund ihres überwiegend kurzfristigen Charakters den Buchwerten. Bei den langfristigen Verbindlichkeiten ergibt sich der Marktwert durch die Abzinsung der künftig zu entrichtenden Cash-Flows. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unterliegen einem gewissen Ausfallrisiko, das durch entsprechende Einzelwertberichtigungen abgedeckt ist. Bezüglich des Risikomanagements siehe Abschnitt 6.4 Risikomanagement. Gemäß IFRS 13.76, 13.81 und 13.86 sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wie folgt zu klassifizieren:
Die folgenden Tabellen stellen die Markt- und Buchwerte der Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben auf der Aktivseite der Konzern-Bilanz dar:
Die folgenden Tabellen stellen die Markt- und Buchwerte der Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben auf der Passivseite der Konzern-Bilanz dar:
Für die Erfassung der Wertminderungen wird das vereinfachte Verfahren gewählt. Es wurde angenommen, dass die über die Gesamtlaufzeit der Forderungen erwarteten Verluste durch die gebildeten Wertberichtigungen im ausreichenden Maße abgedeckt sind. Die Sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte betragen TEUR 5.032 (Vj: TEUR 5.956), davon sind TEUR 154 (Vj: TEUR 1.303) als finanziell zu kategorisieren. Die Sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 10.037 (Vj: TEUR 7.488) sind in Höhe von TEUR 3.521 (Vj: TEUR 2.274) als finanziell einzuordnen. Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten Die folgende Tabelle zeigt das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten nach IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben:
Im Vorjahr stellen sich die Nettoergebnisse wie folgt dar:
6.3. Finanzderivate Zur Minimierung des Fremdwährungsrisikos wurden Devisentermingeschäfte für Zahlungseingänge bzw. Zahlungsausgänge in CZK, CHF, GBP und RON abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag bestehen hieraus Kaufverpflichtungen in Höhe von TCHF 100 und TGBP 1.750. Die Nominalvolumen und die Marktwerte stellen sich wie folgt dar:
Während des Jahres 2022 hat Amann & Söhne GmbH & Co. KG einen CNY/EUR - Devisen-Swap abgewickelt. Der Swap hatte in Bezug auf die Short Transaktion ein Volumen in Höhe von TCNY 9.500 und in Bezug auf die Long Transaktion ein Volumen in Höhe TCNY 12.000. Beide Transaktionen wurden vor dem Bilanzstichtag abgewickelt und im Ergebnis 2022 verarbeitet. Der Nominalwert ist die Summe aller Kaufverpflichtungen aus derivativen Finanzinstrumenten. Die Bewertung der Finanzderivate erfolgt durch die emittierenden Banken nach anerkannten Berechnungsmethoden (z.B. Diskontierungsmethode). Die Marktwerte für die Devisentermingeschäfte werden auf Basis aktueller Marktdaten bestimmt. Die Devisentermingeschäfte sind innerhalb des kommenden Jahres fällig. Im Berichtsjahr wurden zur Minimierung des Zinsrisikos Zinsbegrenzungsvereinbarungen mit Nominalbeträgen von insgesamt 10 Mio. EUR und einer Laufzeit bis 2027 abgeschlossen. Sie weisen zum 31.12.2022 positive Marktwerte in Höhe von insgesamt TEUR 334 aus, die unter den langfristen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen werden. 6.4. Risikomanagement Bezüglich des Risikomanagements verweisen wir auf die Angaben im Konzernlagebericht. Kreditrisikomanagement: Das Kreditrisiko der AMANN GROUP ist aufgrund der Finanzierungsstruktur der Gruppe nicht von großer Bedeutung. Die AMANN GROUP schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Für wesentliche Neukunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, wird eine Bonitätsprüfung durchgeführt. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, ggf. werden Informationen über das Rating eingeholt. Im Rahmen der monatlichen Überprüfung der Top-25-Kunden werden Kundenratings abgefragt, geprüft und ggf. aktualisiert. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den Gesamtbestand der Bruttoforderungen aus Lieferungen und Leistungen auf TEUR 42.865 (Vj: TEUR 40.702) begrenzt. An Einzelwertberichtigungen sind auf diesen Forderungsbestand zum Bilanzstichtag TEUR 665 (Vj: TEUR 456) gebildet. Die einzelwertberichtigten Forderungen beziehen sich fast ausschließlich auf die seit mehr als 90 Tagen überfälligen Forderungen. Bezüglich der Zusammensetzung des Forderungsbestandes nach Fälligkeiten siehe Abschnitt 4.3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bei den Sonstigen finanziellen Vermögenswerten der AMANN GROUP, entspricht das maximale Kreditausfallrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. Wechselkursrisikomanagement: Bestimmte Geschäftsvorfälle im Konzern lauten auf fremde Währung. Daher bestehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Die Wechselkursrisiken werden täglich beobachtet und durch Devisentermingeschäfte gesteuert. Daneben wird ein permanentes Währungsmanagement zur Identifizierung und Quantifizierung der Währungsrisiken in der AMANN GROUP geführt. Die quantitative Risikomessung erfolgt dabei über Volatilitäten und Sensitivitäten als Value-at-Risk-Betrachtung. Das Verlustpotential gibt den Betrag an, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % bei einer Haltedauer von 21 Tagen nicht überschritten wird. Eine Kursveränderung von + / - 10 % zum Abschlussstichtag hätte das Konzerneigenkapital und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung mit den unten aufgeführten Beträgen erhöht oder vermindert. Bei dieser Analyse wurde unterstellt, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben. In der untenstehenden Sensitivitätsanalyse werden die Chancen und Risiken für die im Konzern bedeutendsten Währungen analysiert:
Zinsrisikomanagement: Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel zu festen und variablen Zinssätzen aufgenommen werden. Das Risiko wird durch die AMANN GROUP gesteuert, indem ein angemessenes Verhältnis zwischen fest und variabel verzinslichen Mittelaufnahmen eingehalten wird. Zinsrisiken aus lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten bestehen ausschließlich bei der Konzernmutter.
Der Zinsaufwand für die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Banken belief sich im Jahr 2022 auf TEUR 862 (i. Vj: TEUR 628). Die nachfolgende Tabelle zeigt die am 31. Dezember 2022 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten (Liquiditätsrisiko). Die dargestellten nicht diskontierten Mittelabflüsse basieren auf den zum 31. Dezember 2022 geltenden Konditionen.
Im Vorjahr stellen sich die vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten wie folgt dar:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern werden in der Konzern-Bilanz unter den kurzfristigen Schulden ausgewiesen. Trotz des jederzeitigen Inhaberkündigungsrechts ist ein Mittelabfluss aufgrund der wirtschaftlichen Betrachtungsweise nicht wahrscheinlich. Die AMANN GROUP steuert ihre Liquidität durch ein zentrales Cash-Management. Die Finanzmärkte werden kontinuierlich mit dem Ziel beobachtet, die finanzielle Flexibilität zu sichern und Refinanzierungsrisiken zu begrenzen. Es werden in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorgehalten. Die AMANN GROUP verfügt über freie Kreditlinien bei Banken zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 54.059 (Vj: TEUR 42.858). 6.5. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Sonstige Vorgänge, die von besonderer Bedeutung für die Entwicklung und Beurteilung der Lage des Konzerns sind, haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr und nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ereignet. 6.6. Zuwendungen der öffentlichen Hand Im Berichtsjahr gab es einen Umweltbonus für E-Fahrzeuge bei Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, in Höhe von TEUR 33. 6.7. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen Gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen die folgenden Verbindlichkeiten:
Die Konten werden gemäß dem Gesellschaftsvertrag der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, geführt und verzinst. Bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, sind in 2022 Zinsaufwendungen für die oben genannten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 508 (i. Vj: TEUR 493) angefallen. Für die Tochtergesellschaften
hat die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, Letter of Support abgegeben, welche gewähren, dass sie die Gesellschaften mit finanziellen Ressourcen in der Weise ausstattet, dass diese ihren finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen können. Bei der Tochtergesellschaft Amann Twisting (Yancheng) Co. Ltd., Yancheng, hat sich die Muttergesellschaft gegenüber vier Lieferanten verpflichtet, für deren Forderungen gegen die Tochtergesellschaft einzustehen. Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 91 gegenüber diesen Lieferanten. Bei der Tochtergesellschaft Amann Sewing (Yancheng) Co. Ltd., Yancheng, hat sich die Muttergesellschaft gegenüber einem Lieferanten verpflichtet, für dessen Forderungen gegen die Tochtergesellschaft einzustehen. Zum Stichtag bestand keine Verbindlichkeit gegenüber diesem Lieferanten. Bei der Tochtergesellschaft Amann Romania S.R.L., Brasov hat sich die Muttergesellschaft gegenüber zwei Lieferanten verpflichtet, für deren Forderungen gegen die Tochtergesellschaft einzustehen. Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 18 gegenüber diesen Lieferanten. Bei der mittelbaren Tochtergesellschaft Amann (Vietnam) Co. Ltd., Vietnam, hat sich die Amann & Söhne GmbH & Co. KG gegenüber einem Lieferanten verpflichtet, für dessen Forderungen gegen die Tochtergesellschaft einzustehen. Zum Stichtag bestanden keine Verbindlichkeiten gegenüber diesem Lieferanten. Die Geschäftsleitung schätzt das Risiko einer Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnissen derzeit als nicht wahrscheinlich ein, da die Tochtergesellschaften ihren Verpflichtungen aus dem operativen Geschäft selbstständig nachkommen können. Die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, hat einen Beirat. Zu Mitgliedern im Beirat sind bestellt:
6.8. Gewinnverwendung Der handelsrechtliche Jahresüberschuss der Muttergesellschaft wurde entsprechend der Regelung im Gesellschaftsvertrag den Gesellschafterkonten gutgeschrieben. Die thesaurierten Gewinne der Tochterunternehmen und die Ergebniseffekte aus Konsolidierungen werden den Gewinnrücklagen zugeführt. 6.9. Persönlich haftende Gesellschafterin Persönlich haftende Gesellschafterin der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, ist die Amann Beteiligungen GmbH, Bönnigheim, mit einem gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 25. 6.10. Angaben zur Geschäftsführung Zur Geschäftsführung der Muttergesellschaft Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, ist allein die Komplementärin, Amann Beteiligungen GmbH, Bönnigheim, berechtigt und verpflichtet. Die Amann Beteiligungen GmbH, Bönnigheim, wird vertreten durch ihre Geschäftsführer:
6.11. Prüfungs- und Beratungsgebühren Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers beträgt für Abschlussprüferleistungen TEUR 168 (i. Vj: TEUR 162) und für Steuerberatungsleistungen TEUR 112 (i. Vj. TEUR 111). 6.12. Veröffentlichung und Freigabe Der Konzernabschluss nach IFRS der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, zum 31. Dezember 2022 wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Auf die Veröffentlichung des Jahresabschlusses der AMANN Handel GmbH, Bönnigheim, wird gemäß § 264 Abs. 3 HGB verzichtet. Die Geschäftsführung hat den Konzernabschluss am 27. April 2024 freigegeben. 7. Anteilsbesitz Der Anteilsbesitz der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, setzt sich aus folgenden Gesellschaften zusammen:
Bönnigheim, 27. April 2023 Die Geschäftsführung Wolfgang Findeis Ivo Herzog Peter Morgalla Arved Westerkamp Entwicklung des Konzernanlagevermögens der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, im Geschäftsjahr 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, im Geschäftsjahr 2021
Konzernkapitalflussrechnung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, für das Geschäftsjahr 2022
* Die Veränderungen ist im Gegensatz zu den
Angaben im Konzernanhang um Währungseffekte bereinigt.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, für das Geschäftsjahr 2022
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022Grundlagen des Unternehmens Geschäftsmodell des Unternehmens Die AMANN GROUP produziert und vertreibt weltweit Nähgarne und Maschinenstickgarne schwerpunktmäßig für den industriellen Bereich. Ihre Produkte werden überwiegend in der Textilindustrie (Konfektion, Schuhe, Wäsche), in der Automobilindustrie und im Einzelhandel eingesetzt. In Deutschland besteht ein Produktionswerk in Augsburg. Weitere Produktionswerke befinden sich im Geschäftsjahr 2022 in Tschechien, Rumänien, Großbritannien, China, Bangladesch und Vietnam. Mehr als 20 Tochtergesellschaften und Vertriebspartner in über 50 Ländern garantieren schnellen vor-Ort-Service und weltweiten Kontakt zu unseren Kunden. Forschung und Entwicklung In der Abteilung Forschung und Entwicklung sind in Deutschland derzeit 16 (Vj: 16) Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Aufgabenschwerpunkten der Abteilung gehören die Festlegung und Sicherstellung von Qualitätsstandards, die Festlegung von Produktionsverfahren sowie die Ausarbeitung neuer Konzepte zur Entwicklung und Optimierung von Näh- und Stickgarnen. Daneben besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den einschlägigen nationalen und internationalen Forschungsinstituten, Universitäten und Fachhochschulen. Im Berichtsjahr sind für Forschung und Entwicklung Kosten in Höhe von 1,3 Mio. EUR (Vj: 1,1 Mio. EUR) angefallen. Wirtschaftsbericht Geschäftsverlauf und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2022 unter dem Eindruck hoher Energiepreise und großer Unsicherheit deutlich abgeschwächt. Trotz Energiepreisschock, geldpolitischer Straffung und anhaltender brüchiger Lieferketten erwies sich die Wirtschaft in unseren Hauptabsatzmärkten insgesamt robuster als zunächst befürchtet. Dennoch war das gesamte Geschäftsjahr geprägt vom Russland-Ukraine Konflikt und dessen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen. Laut ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wuchs das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in 2022 um 1,9 %, wichtige Stütze war der private Konsum. Weltweit wird für 2022 mit einem BIP Wachstum von 3,1 % gerechnet, die Wachstumsprognose für den Euroraum liegt bei 3,5 %. Die strategische Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten ging weiterhin in Richtung Wachstumsmärkte in Asien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte ein globales Umsatzwachstum von 17 % erreicht werden. Diese positive Entwicklung entfällt mit 60,7 % zum größten Teil auf Umsatzsteigerungen in Asien. Die Regionen Amerika und Europa trugen mit einem Anteil von 19,7 % und 19,0 % zum gesamten Wachstum bei. Auch in Afrika konnte der Umsatz leicht gesteigert werden, was auf Grund des geringen Volumens lediglich einen Anteil von 0,6 % bedeutet. Die wertmäßig größten Umsatzeinbußen mussten in Dänemark, Russland, Belarus, Japan und Polen hingenommen werden. Demgegenüber standen positive Umsatzentwicklungen unter anderem in Vietnam, China, Bangladesch, USA und Mexiko. Insgesamt konnten die Umsatzziele der AMANN GROUP im Jahresverlauf übertroffen werden. Die Umsätze der Business Unit Apparel & Specialty sind um 13,8 % gestiegen. Der Automobilsektor konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls einen Umsatzzuwachs von 30,9 % verzeichnen. Die Business Unit Consumer konnte das Vorjahresniveau stabilisieren. Das Branchenumfeld der AMANN GROUP ist nach wie vor entscheidend beeinflusst durch wenige global agierende Wettbewerber. Insgesamt ist das gesamtwirtschaftliche Umfeld stark geprägt durch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine Konflikt. Die Entwicklung in den strategischen Wachstumsmärkten ist unter den genannten Rahmenbedingungen jedoch nach wie vor sehr zufriedenstellend zu beurteilen. Ertragslage Das Management der AMANN GROUP steuert das Unternehmen mittels der Kennzahlen Umsatzerlöse und Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT). Die Absatzmenge des Konzerns ist im Geschäftsjahr 2022 um 3,7 % gestiegen. Die Umsatzerlöse sind um 34,4 Mio. EUR (17,0 %) auf 236,5 Mio. EUR gestiegen. Die Umsatzerlöse teilen sich auf die Geschäftsbereiche wie folgt auf: Apparel & Specialty 162,5 Mio. EUR (i. Vj: 142,8 Mio. EUR), Automotive 62,9 Mio. EUR (i. Vj: 48,1 Mio. EUR) und Consumer 11,1 Mio. EUR (i. Vj: 11,2 Mio. EUR). Die Herstellungskosten des Umsatzes sind um 30,1 Mio. EUR (21,66 %) gestiegen. Aus der, gegenüber der Umsatzentwicklung, überproportionalen Erhöhung der Herstellungskosten des Umsatzes ergibt sich ein Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 67,7 Mio. EUR, das 28,6 % der Umsatzerlöse entspricht (i. Vj: 63,4 Mio. EUR, 31,4 % der Umsatzerlöse). Der überproportionale Anstieg der Herstellungskosten des Umsatzes ist insbesondere auf gestiegene Rohstoffpreise, Frachtkosten und Energiekosten zurückzuführen. Die Materialkostenquote (Materialkosten mit Dritten / Umsatzerlöse mit Dritten) ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 %-Punkte auf 40,7 % gestiegen. Die Frachtkostenquote (Frachtkosten mit Dritten / Umsatzerlöse mit Dritten) konnte im Vergleich zum Vorjahr um -0,4 %-Punkte auf 5,0 % verbessert werden. Die Kosten der Allgemeinen Verwaltung sind gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Mio. EUR auf 33,1 Mio. EUR gestiegen. Die Erhöhung ist hauptsächlich auf gestiegene Kosten für IT und Personalkosten zurückzuführen. Die Vertriebskosten sind gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Mio. EUR auf 28,7 Mio. EUR gestiegen. Die Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen in Höhe von 2,6 Mio. EUR liegen auf Vorjahresniveau (i. Vj: Zunahme um 1,3 Mio. EUR). Diese setzen sich unter anderem aus der Aktivierung der Eigenleistungen für das SAP S4 HANA Projekt in Höhe von 0,8 Mio. EUR und Lizenzerträge in Höhe von 0,8 Mio. EUR bei der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und Erträgen aus dem Verkauf von Abfall und Schrott in Höhe von 1,0 Mio. EUR zusammen. Das EBIT ist in Summe um -3,0 Mio. EUR auf 8,2 Mio. EUR gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die überproportional zum Umsatz gestiegenen Herstellungskosten zurückzuführen. Das Finanzergebnis liegt mit 0,2 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Es wird positiv durch das Währungsergebnis in Höhe von 0,3 Mio. EUR (i. Vj: 1,4 Mio. EUR) und dem Ergebnis aus At-Equity Beteiligungen in Höhe von 0,6 Mio. EUR (i. Vj: 0,4 Mio. EUR) beeinflusst. Das Zinsergebnis hat sich um +1,0 Mio. EUR auf -0,7 Mio. EUR verbessert. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) ist, auf Grund der oben genannten Effekte, von 11,5 Mio. EUR auf 8,4 Mio. EUR gesunken. Den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet, liegt das Ergebnis des Geschäftsjahrs unter Plan. Der Ertragsteueraufwand beträgt -2,0 Mio. EUR (i. Vj: -3,0 Mio. EUR). Dieser setzte sich aus dem Aufwand für lokale Ertragsteuern in Höhe von -2,5 Mio. EUR (i. Vj: -2,1 Mio. EUR) und dem Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von 0,5 Mio. EUR (i. Vj: Aufwand -0,9 Mio. EUR) zusammen. Die Erhöhung der lokalen Ertragsteuern zum Vorjahr ist auf einen Sondereffekt bei der Amann Threads UK Ltd., Manchester, in Höhe von +0,5 Mio. EUR im Vorjahr zurückzuführen. Der Ertrag aus latenten Steuern resultiert im Wesentlichen aus der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, in Höhe von +0,9 Mio. EUR. Der Effekt begründet sich hauptsächlich aus latenten Steuern auf Fremdwährungseffekte in Höhe von 0,4 Mio. EUR, Veränderung der Bewertungsparameter von Rückstellungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR, der Bildung eines Verlustvortrags in Höhe von 0,1 Mio. EUR und der Bildung von latenten Steuern auf die Verlustvorträge 2021 und 2022 in Höhe von +1,0 Mio. EUR bei der Amann Threads UK Ltd., Manchester. Des Weiteren verursachte die Abschreibung des Verlustvortrags der Amann USA LLC., Denver/CO, einen zusätzlichen Aufwand von -0,2 Mio. EUR. Die AMANN GROUP erzielte in 2022 ein Ergebnis nach Ertragsteuern (Konzernergebnis) von rund 6,5 Mio. EUR (i. Vj: 8,5 Mio. EUR), damit wurde die Planung nicht erreicht. Den Minderheiten sind 2,0 Mio. EUR des Ergebnisses nach Ertragsteuern zuzurechnen. Das Sonstige Ergebnis nach Steuern beträgt 7,5 Mio. EUR, das hauptsächlich aus der Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 10,7 Mio. EUR und unrealisierten Gewinnen und Verlusten aus der Währungsumrechnung in Höhe von -3,2 Mio. EUR resultiert. Das Ergebnis nach Ertragsteuern (Konzernergebnis) und das Sonstige Ergebnis führen zu einem Gesamtergebnis von 14,0 Mio. EUR. Es liegt ebenfalls unter Plan. Vermögens- und Finanzlage Der Anteil der Langfristigen Vermögenswerte mit 117,5 Mio. EUR beträgt 45,7 % (Vj: 47,2 %) der Bilanzsumme. Absolut sind die Langfristigen Vermögenswerte um 4,0 Mio. EUR gestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung der Immateriellen Vermögenswerte in Entwicklung um 2,8 Mio. EUR. Demgegenüber steht die Verringerung der Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Software um -0,4 Mio. EUR. Die Sachanlagen haben sich in der Position Anlagen im Bau um 2,8 Mio. EUR, Technische Anlagen und Maschinen um 0,5 Mio. EUR und Anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung um 0,5 Mio. EUR erhöht, wohingegen sich die Grundstücke und Bauten um -2,4 Mio. EUR verringert haben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen die getätigten Investitionen um 6,2 Mio. EUR über den laufenden Abschreibungen. Die Aktiven latenten Steuern haben sich um -1,5 Mio. EUR verringert. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte haben sich um 0,6 Mio. EUR erhöht. Die Vorräte haben sich um 7,8 Mio. EUR auf 70,2 Mio. EUR erhöht. Dieser Zuwachs erklärt sich im Wesentlichen durch höhere Beschaffungspreise von Rohstoffen inklusive Anschaffungsnebenkosten, höhere Herstellkosten, sowie aus Wechselkursentwicklungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 2,0 Mio. EUR auf 42,2 Mio. EUR (Vj: 40,2 Mio. EUR) leicht gestiegen. Die Steigerung ist im Wesentlichen auf die Amann Threads UK Ltd., Manchester, in Höhe von 2,0 Mio. EUR und die Amann Trading Shanghai Co. Ltd., Shanghai in Höhe von 1,0 Mio. EUR in Zusammenhang mit den gestiegenen Umsatzerlösen zurückführen. Negativ beeinflusste Amann Bangladesh Ltd., Dhaka, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von -1,2 Mio. EUR. Der Bestand an Zahlungsmittel steigt in 2022 um 3,4 Mio. EUR. Die Sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind im Berichtsjahr um -0,9 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR gesunken. Die Verminderung ist auf Aktive Rechnungsabgrenzungen für IT-Systeme in Höhe von 0,4 Mio. EUR, gesunkene Geleistete Anzahlungen auf Lieferungen und Leistungen in Höhe von -0,6 Mio. EUR sowie auf den deutlichen Rückgang kurzfristiger Einlagen von -1,1 Mio. EUR zurückzuführen. Die Entwicklung der Eigenkapitalposten geht aus Anlage 5 hervor. Das Eigenkapital mit 84,7 Mio. EUR (Vj: 72,5 Mio. EUR) beträgt 33,0 % (Vj: 30,1 %) der Bilanzsumme zum Bilanzstichtag. Die Erhöhung des Eigenkapitals resultiert aus der Veränderung der Bewertungsrücklage gemäß IAS 19 inklusive latenter Steuern in Höhe von 10,6 Mio. EUR, dem erzielten Konzernergebnis in Höhe von 6,5 Mio. EUR und dem negativen Währungseffekt in Höhe von -3,2 Mio. EUR, sowie den ausbezahlten Dividenden in Höhe von -1,7 Mio. EUR. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind in 2022 um -13,2 Mio. EUR gesunken. Davon wurden, im Zusammenhang mit finanzmathematischen Effekten, 12,5 Mio. EUR ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Von den zum Stichtag bestehenden Finanzverbindlichkeiten der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, in Höhe von 45,5 Mio. EUR sind 29,0 Mio. EUR (Vj: 13,5 Mio. EUR) langfristige Tilgungsdarlehen. In 2022 hat Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, neue langfristige Darlehen in Höhe von 21,0 Mio. EUR aufgenommen. Die Tilgung dieser Darlehen beginnt in 2024. Die Darlehen haben Laufzeiten bis zum 30.06.2032. In 2020 wurden Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, KfW-Darlehen bewilligt, welche zum 31.12.2021 mit 10,3 Mio. EUR valutierten. Die KfW-Darlehen wurden in 2022 in Höhe von 6,7 Mio. EUR getilgt und valutieren zum Stichtag mit 3,7 Mio. EUR. Zum Stichtag bestehen kurzfristige Geldmarktkredite in Höhe von 11,0 Mio. EUR (Vj. 6,0 Mio. EUR). Von den langfristigen Tilgungsdarlehen sind im darauffolgenden Jahr 5,5 Mio. EUR fällig. Des Weiteren bestanden langfristige Finanzverbindlichkeiten von 1,7 Mio. EUR und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten von 1,1 Mio. EUR bei Amann Bangladesh Ltd., Dhaka. In Summe betragen die Finanzverbindlichkeiten 48,3 Mio. EUR (Vj: 31,9 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern betragen in 2022 1,0 Mio. EUR (Vj: 1,9 Mio. EUR). Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit der AMANN GROUP betrug 9,7 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Mio. EUR gestiegen. Der Rückgang des Vorsteuerergebnisses von 8,4 EUR Mio. auf 6,5 Mio. EUR wurde durch einen geringeren Anstieg des Working Capital im Vergleich zum Vorjahr kompensiert. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beinhaltet Ertragssteuerzahlungen in Höhe von 3,7 Mio. EUR. Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit in Höhe von -18,4 Mio. EUR (Vj: -10,7 Mio. EUR) war durch die Investitionen in das Sachanlagevermögen von rund -15,6 Mio. EUR (Vj: -7,8 Mio. EUR) in den Ländern Deutschland, Indien, China, Vietnam, Rumänien und Großbritannien geprägt. Die Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte verringerten den Cash-Flow um -3,4 Mio. EUR (Vj: -3,6 Mio. EUR). Dieser Mittelabfluss ist im Wesentlichen auf die Investitionen in das SAP S4 HANA Projekt zurückzuführen. Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug 11,4 Mio. EUR (Vj: -5,2 Mio. EUR). Im Berichtsjahr wurden Bankdarlehen in Höhe von 35,8 Mio. EUR getilgt. Demgegenüber wurden neue Darlehen in Höhe von 52,5 Mio. EUR aufgenommen. Des Weiteren gab es einen Mittelabfluss von den Gesellschafterkonten um -2,4 Mio. EUR. Der Finanzmittelfonds ist um 3,4 Mio. EUR auf 18,3 Mio. EUR gestiegen. Die Liquidität der AMANN GROUP wird durch das zentrale Cash-Management sichergestellt und war im Geschäftsjahr jederzeit ausreichend gewährleistet. Die Muttergesellschaft Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, übernimmt die Funktionen Finanzierung und Treasury für die gesamte AMANN GROUP. Die Sicherung der Liquidität, der Währungs- und Zinssicherung und der Anlage von liquiden Mitteln werden für alle Tochtergesellschaften zentral gesteuert. Dabei werden Währungs- und Zinssicherungen ausschließlich zu dem Zweck geschlossen, Kurs- und Zinsrisiken zu minimieren. Die AMANN GROUP hat Kreditlinien (incl. Amann Bangladesh Ltd., Dhaka) in Höhe von 71,7 Mio. EUR (Vj: 54,1 Mio. EUR), davon waren zum Stichtag 15,2 Mio. EUR (Vj: 11,2 Mio. EUR) ausgenutzt. Gesamtaussage Wirtschaftsbericht Der Umsatz lag über, das Ergebnis vor Ertragsteuern unter dem Vorjahr und den Erwartungen. Zusammenfassend war die Geschäftsentwicklung unter den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dennoch zufriedenstellend. Personal Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in der AMANN GROUP hat sich um 144 auf 2.360 Mitarbeiter (Vj: 2.218 Mitarbeiter) erhöht. Zuwächse gab es bei den Tochtergesellschaften in Vietnam, Rumänien, Großbritannien und China. Umwelt und Qualität Im abgelaufenen Jahr standen neben den jährlichen Überwachungsaudits für die etablierten ISO Standards 9001:2015 (Qualitätsmanagement) und 14001:2015 (Umweltmanagement) auch die Re-Zertifizierung des höchsten Qualitätsmanagementstandards im Automobilbereich IATF 16949:2016 für alle Standorte der Produktion automobiler Näh- und Stickfäden planmäßig an. Alle Audits konnten gemäß dem Stichprobenplan der Zertifizierungsstelle und trotz der teilweise durch Corona bedingten Reise- und Kontakteinschränkungen wie geplant im Zeitraum März bis Juni 2022 im Wesentlichen als Präsenzaudits durchgeführt und durchgängig erfolgreich abgeschlossen werden. Dies betraf die Produktionsstandorte Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Standort Augsburg, Amann Romania S.R.L., Brasov, Amann Threads UK Ltd., Manchester, Amann Bangladesh Ltd., Standort Mawna, Amann Twisting (Yancheng) Co. Ltd. und Amann Sewing Threads (Yancheng) Co. Ltd., Yancheng sowie deren Remote Locations Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, Erligheim und Augsburg. Die Audits in China und Bangladesch wurden als Remote-Audits (virtuell) durchgeführt, die Standorte in Tschechien, Vietnam und USA wurden stichprobenbedingt im Jahr 2022 nicht extern auditiert. Zusätzlich zu diesen weltweiten 3rd Party Audits unserer Zertifizierungspartner für System-, Prozess- und Produktzertifizierungen wurden weitere 9 Kundenaudits bzw. Kunden-Self- Assessments von namhaften internationalen Kunden aus den Bereichen Automobil und Bekleidung an verschiedenen Produktionsstandorten mit positiven Resultaten durchgeführt. Zur Unterstützung der AMANN Nachhaltigkeitsstrategie wurde in 2021 entschieden, alle automotiven Produktionsstandorte zusätzlich mit einem Umweltmanagementsystem zu ergänzen. Der Standort Amann Sewing Threads (Yancheng) Co. Ltd., Yancheng, hat in 2022 bereits zum zweiten Mal die Umweltauditierung erfolgreich bestanden. Am Standort Amann Romania S.R.L., Brasov, wurden neben dem Aufbau der personellen Ressourcen die Aufbauarbeiten des Umweltmanagements vorangetrieben. Ein Voraudit im ersten Quartal 2023 wird die Zertifizierungsbereitschaft des Standortes feststellen, die externe Zertifizierung ist für den Jahresbeginn 2024 vorgesehen. Am Standort Amann Threads UK Ltd., Manchester, werden im Laufe des Jahres 2023 die Aufbauarbeiten zum Umweltmanagementsystem beginnen. Um die Vorreiterrolle im Segment Näh- und Stickfäden für die weiter wachsenden Marktnachfragen nach Ressourcen schonenden Produkten und geschlossenen textilen Materialkreisläufen (Produktion - Gebrauch - Recycling - Wiederverwertung) weiter zu stärken, hat die AMANN GROUP den 2020 ausgeweiteten Zertifizierungsprozess für den "Global Recycled Standard (GRS)" und den "Cradle 2 Cradle" Standard konsequenten den Standorten China, Bangladesch, Vietnam, Rumänien und 2022 neu in der Zentrale in Deutschland (für GRS) bzw. China, Rumänien, Tschechien und Deutschland (für Cradle 2 Cradle) weitergeführt und den C2C Produktbereich "Lifecycle PA" im August 2022 erfolgreich re-zertifiziert. Zur weiteren Verbesserung der öffentlichen Transparenz aller AMANN Nachhaltigkeitsanstrengungen wurden neben dem 4. Nachhaltigkeitsbericht "Our Responsibility" im April 2022 und dem neuen Amann Video "50 German Leaders" im Oktober 2022 die Produktionsstandorte in Bangladesch und China erstmalig der Bewertung nach dem Higg Index unterzogen. Diese von 2022 an jährliche Bewertung nach dem "Higg Facility Environmental Module" an beiden Standorten ermittelt (grundsätzlich für das Vorjahr) den Stand aller Umweltaktivitäten für die Bereiche Umwelt- und Chemikalienmanagement sowie Energie-, Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement und zeigt konkrete Entwicklungspotentiale auf. Alle AMANN Aktivitäten in Bezug auf das zentrale Thema "umfassende Nachhaltigkeit unseres wirtschaftlichen Handelns" (Ressourcenschonung, Umweltschutz, Energie- und Prozesseffizienz, Kreislaufwirtschaft) wurden strategisch weiter gebündelt durch ein weiteres Geschäftsführungsmitglied in der Funktion des Chief Sustainability & Innovation Officer im Oktober 2022. Prognosebericht Vor dem Hintergrund einer möglichen Verbesserung der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen strebt die AMANN GROUP für das Geschäftsjahr 2023 steigende Umsätze im zweistelligen Prozentbereich im In- und Ausland an. Es wird insgesamt mit einem leicht überproportionalen Anstieg des EBT im Vergleich zu den Umsätzen gerechnet. Chancen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sieht die AMANN GROUP insbesondere in den Märkten Asiens, im Bereich Automotive und im Bereich Apparel & Specialty. Im Jahr 2023 sind Investitionen in den Produktionsaufbau am Standort Indien mit 11,5 Mio. EUR und am Standort Bangladesch mit 3,3 Mio. EUR geplant. Zudem sind Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in Höhe von 8,5 Mio. EUR vorgesehen. Die tatsächliche Entwicklung in 2023 kann auf Grund des prognostischen Elements auch von den oben genannten Ausführungen abweichen. Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung Risikomanagementsystem Ziel des Risikomanagementsystems ist die Erkennung, Bewertung und Steuerung der wesentlichen Risiken, um den Fortbestand der Unternehmensgruppe sicher zu stellen. Die Elemente des Risikomanagementsystems der AMANN GROUP bestehen aus der Internen Revision, dem Controlling, dem Beteiligungscontrolling sowie dem internen und externen Kontrollsystem. Die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und alle wesentlichen Tochtergesellschaften verfügen über ein integriertes EDV-System (SAP-R3). Das konzernweite monatliche Berichtswesen liefert umfangreiche und aktuelle Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und die wirtschaftliche Situation der AMANN GROUP. Das implementierte Risikomanagement-system ermöglicht damit die frühzeitige Erkennung von Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Die nachfolgende Darstellung bezieht sich auf Risiken nach Risikobegrenzung. Bestandsgefährdende Risiken Risiken, die den Bestand des Konzerns gefährden könnten, sind derzeit nicht ersichtlich. Risiken und Chancen im ökonomischen Umfeld Nach Einschätzung der OECD wird das globale Wirtschaftswachstum in 2023 voraussichtlich 2,1 % gegenüber dem Vorjahr betragen. Es wurde lange Zeit damit gerechnet, dass sich die Wirtschaft im Euroraum als auch in der EU auf eine tiefe Rezession einstellen muss. Das Risiko einer Gasmangellage, die harten Lockdown-Maßnahmen in China und die angespannten Lieferketten in Verbindung mit den hohen Inflationsraten belasten die Exporte, den Konsum und die Investitionen. Jedoch hat sich die Wirtschaftslage im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 entspannt. Die Gaslager sind gefüllt, Lieferketten wurden weitgehend wieder hergestellt, China hat seinen harten Corona Kurs gelockert und die Inflationsraten gehen langsam zurück. Das Exportklima hat sich laut Frühindikatoren des Ifo Instituts in den Monaten Januar und Februar 2023 leicht verbessert. Positive Einschätzungen der Konjunktur in China, Österreich und Frankreich spielten dabei eine Rolle. Die Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar und dem britischen Pfund wurde durch den Werteverlust gegenüber dem chinesischen Renminbi und dem japanischen Yen ausgeglichen. Die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure blieb so stabil. Trotz dieser positiven Tendenzen bleiben Unsicherheitsfaktoren bestehen. Die restriktive Geldpolitik der Notenbanken wird auch im kommenden Jahr die Konjunktur belasten. Die Leitzinserhöhungen aus 2022 dürften ihre dämpfende Wirkung auf die Konjunktur erst im Laufe des Geschäftsjahres 2023 entfalten, worin ein Risiko im Hinblick auf die Wachstumsstrategie der AMANN GROUP zu sehen ist. Auch für Europa sind die Aussichten verhalten optimistisch. Für 2023 wird für Europa von einem Wachstum von 0,9 % ausgegangen. Im Hinblick auf die Inflation sieht die Europäische Kommission einen geringeren Anstieg als befürchtet. Für die Euro-Zone wird die Teuerungsrate bei 5,6 % gesehen. Positive Arbeitsmarktdaten und eine Erholung des Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich schwächen laut Commerzbank Research Februar 2023 die Rezessionsgefahr für die US-Wirtschaft ab. Dennoch wird vor dem Hintergrund der massiven geldpolitischen Kehrtwende der Fed, mit einer Erhöhung des Leitzinses von 450 Basispunkten innerhalb von 12 Monaten und ein Wirtschaftswachstum in den USA erst im 2. Halbjahr 2023 erwartet. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird ein Wachstum von 1,5 % prognostiziert. Der größere Einfluss des Staates auf die Wirtschaft und das Streben nach Autarkie könnte die chinesische Wirtschaft, und damit auch die Erfolgschancen in einem der wichtigen Zielmärkte der AMANN GROUP, bremsen. Dennoch hat sich der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Januar 2023 deutlich verbessert, was im Einklang mit den positiven Daten zu den Konsumausgaben im Rahmen des chinesischen Neujahrsfestes steht. Angesichts der Erholung des Konsums sieht der Commerzbank Research für China ein Wachstumspotential von 5,2 % für 2023. Risiken und Chancen in der Beschaffung Die Beschaffungsrisiken, die aus der globalen Verteuerung von Rohstoffen resultieren, haben sich für 2023 abgeschwächt. Im Bereich der Energie- und Frachtkosten wird mit einer Stabilisierung der Marktsituation gerechnet, dennoch bleibt das Risiko eines insgesamt hohen Inflationsdrucks bestehen. Chancen in der Beschaffung bestehen weiterhin in der Bündelung von Einkaufsaktivitäten. Leistungswirtschaftliche Risiken und Chancen Nach wie vor sind insbesondere in den asiatischen und osteuropäischen Produktionsländern der AMANN GROUP Kostensteigerungstendenzen, beispielsweise im Personalbereich, zu erwarten. Die AMANN GROUP schätzt das Risiko als hoch ein. Die Produkt- und Marketingstrategie der AMANN GROUP ist darauf ausgerichtet, die Marktstellung zu erhalten und soweit möglich auszubauen. Steigenden Produktionskosten wird mit Anpassung der Verkaufspreisen Rechnung getragen. Chancen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sieht die AMANN GROUP insbesondere in den Märkten Asiens, im Bereich Automotive und in der Ausweitung unserer Geschäftsfelder auf neue Produkte im Bereich Apparel & Specialty. Dem weiteren Ausbau des Global Account Managements kommt dabei große Bedeutung zu. Auch eine erhöhte gesellschaftliche Anerkennung des Nachhaltigkeitsgedankens sowie der Bekanntheitsgrad des Unternehmens durch soziale Medien und Fachmessen wird als Erfolgsfaktor der Unternehmensgruppe für das nächste Geschäftsjahr gesehen. Währungsrisiken und -chancen und die Verwendung von Finanzinstrumenten Die Volatilität der Devisenmärkte bleibt weiterhin als allgemeiner Risikofaktor bestehen. Durch unterschiedliches geldpolitisches Handeln der Nationalstaaten bzw. der EZB ist von einer eher steigenden Volatilität auszugehen. Das Hauptwährungspaar EUR / USD hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Anstieg des USD gebracht. Die weitere Entwicklung des Währungspaars und die damit auch zusammenhängende Entwicklung von EUR / CNY wird im Moment nicht nur von dem geldpolitischen Handeln der Zentralbanken geprägt, sondern auch durch Risiken ausgelöst aufgrund des Russland-Ukraine Konflikts. Diese Faktoren wirken derzeit eher belastend auf den EUR gegenüber dem USD. Veränderungen in den für die AMANN GROUP wichtigen Währungsrelationen können Auswirkungen auf Umsatz und Ertrag haben. Die Beschaffungsrisiken, die aus der globalen Verteuerung von Rohstoffen resultieren, sind für 2023 etwas geringer einzuschätzen als im Vorjahr. In gleichem Maße wie die Volatilitäten an den Devisenmärkten Risiken bergen, bestehen auch Chancen, dass die Veränderung der Währungsparitäten zu Umsatzzuwächsen bzw. Erträgen aus Wechselkursgewinnen führen können. Den Währungsrisiken trägt die AMANN GROUP durch konservative Sicherungsinstrumente Rechnung. Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, betreibt ein aktives Risikomanagement für Währungsrisiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben. Zum Stichtag bestehen zur Absicherung von Währungsrisiken Devisentermingeschäfte mit einem Nominalwert in Höhe von 1,8 Mio. EUR (Vj. 2,2 Mio. EUR). Sonstige Risiken und Chancen Unsere weltweiten Geschäftsaktivitäten werden hauptsächlich durch über die Amann International GmbH, Bönnigheim, gehaltene mittelbare Beteiligungen geführt. Mit den verbundenen in- und ausländischen Unternehmen bestehen Liefer- und Leistungsbeziehungen. Die mit diesem Engagement verbundenen Risiken werden durch ein effizientes, gruppenweites Beteiligungs- und Forderungsmanagement kontrolliert. Die Risiken sind als niedrig einzustufen. Gesamtaussage Risiken und Chancen Aus heutiger Sicht sind die vorstehend beschriebenen Risiken gut beherrschbar und haben keine bestandsgefährdenden Auswirkungen. Dies sind jedoch nicht die einzigen Risiken, denen die AMANN GROUP ausgesetzt ist. Risiken, die noch nicht bekannt sind, oder solche, die jetzt als noch wenig signifikant eingeschätzt werden, könnten sich ebenfalls nachteilig auf die AMANN GROUP auswirken. Aus den vorstehend aufgeführten Chancen können sich zudem den Risiken gegenläufige Auswirkungen ergeben.
Bönnigheim, 27. April 2023 Die Geschäftsführung Wolfgang Findeis Ivo Herzog Peter Morgalla Arved Westerkamp Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Amann & Söhne GmbH & Co. KG, Bönnigheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung, mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss, zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Entgegen IAS 24.17 und § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) und b) HGB in Verbindung mit § 315e Abs. 1 HGB wurden im Konzernanhang die Gesamtbezüge der Geschäftsführer, der Beiräte sowie die Pensionsrückstellungen der ehemaligen Geschäftsführer bzw. deren Hinterbliebenen nicht angegeben. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) und Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, 24. Mai 2023 Ebner
Stolz GmbH & Co. KG
Dr. Volker Hecht, Wirtschaftsprüfer Katrin Wolfrum, Wirtschaftsprüferin Protokoll über die ordentliche Gesellschafterversammlung der FirmaAmann Handel GmbHmit Sitz in BönnigheimDie Gesellschafterin Amann & Söhne GmbH & Co. KG mit Sitz in Bönnigheim, vertreten durch ihre geschäftsführende Komplementärin Amann Beteiligungen GmbH mit Sitz in Bönnigheim, hält unter Verzicht auf die Einhaltung aller Form- und Fristvorschriften in den Geschäftsräumen der Firma Amann & Söhne GmbH & Co. KG in Bönnigheim ein ordentliche Gesellschafterversammlung ab und fasst folgenden Beschluss: 1). Der Befreiung der Gesellschaft nach §264 III HGB von der Pflicht zur Offenlegung für das Geschäftsjahr 2022 wird zugestimmt. 2). Zwischen der Amann Handel GmbH und der Amann & Söhne GmbH & Co. KG besteht ein Ergebnisabführungsvertrag. 3). Der Jahresabschluss der Amann Handel wird in den Konzernabschluss der Amann & Söhne GmbH & Co. KG einbezogen.
Bönnigheim, den 22.12.2023 Amann & Söhne GmbH & Co. KG vertreten durch die Amann Beteiligungen GmbH |
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