byrd
technologies Germany GmbH
Berlin
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
byrd technologies Germany GmbH, Berlin
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023
1.
Grundlagen der Gesellschaft
byrd ist ein technologiegestütztes
E-Commerce-Fulfillment-Unternehmen, das einen
Kontraktlogistikdienst an der Schnittstelle
zwischen E-Commerce- und der Logistikbranche betreibt.
Unter Kontraktlogistik versteht man eine
langfristige Partnerschaft, die eine Vielzahl von
Dienstleistungen umfasst, von der Lagerung und dem
Transport von Waren bis hin zur Auslieferung der Waren an
den Endkunden. Auf der Grundlage der von der byrd-Gruppe
entwickelten Technologie betreibt das Unternehmen ein
Netzwerk von Drittlager-Partnern und Transportunternehmen,
um sicherzustellen, dass die Bestellungen seiner Kunden
ordnungsgemäß für den Versand vorbereitet
und an den Endverbraucher ausgeliefert werden. byrd ist
Tochterunternehmen der byrd Technologies GmbH, Wien,
Österreich.
1/ Kunden:Der Kundenstamm von byrd setzt sich aus
E-Commerce-Händlern zusammen, d.h. Unternehmen, die
ihre Produkte über einen Online-Shop verkaufen. byrd
schließt mit ihnen
Handelsvereinbarungen ab, um die
Abwicklung ihrer Verkäufe zu übernehmen. In der
Praxis bedeutet dies, dass die Kunden ihren Bestand an ein
Lager schicken, das Teil des Fulfillment-Netzwerks von byrd
ist, um ihn zu referenzieren und einzulagern. Jeder
Online-Verkauf des Kunden wird an das Lager
weitergeleitet und die Bestellung abgewickelt: Die
Lagerbetreiber übernehmen die Kommissionierung,
Verpackung und den Versand der vom Kunden verkauften
Produkte an den Endverbraucher.
2/ Partner-Lagerhäuser:Um seine
Fulfillment-Dienstleistungen zu erbringen, betreibt byrd
keine eigenen Lager, sondern arbeitet mit
Partner-Lagerhäusern zusammen, die den Großteil
der logistischen Aufgaben übernehmen. Dazu
gehören Inbound, Kommissionierung, Verpackung,
Versand, Retourenabwicklung usw.
3/ Spediteure:Der Transport und die Auslieferung der
Verkäufe an die Endverbraucher werden von externen
Spediteuren abgewickelt, die ebenfalls in die byrd-Software
integriert sind, um die Erstellung von Etiketten, die
Paketverfolgung usw. zu erleichtern.
2. Wirtschaftsbericht
2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf
2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig
hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten
geprägt.1 Für das Gesamtjahr 2023 ergibt sich ein
Rückgang des BIP um 0,3%. Insbesondere der private
Konsum ist im vergangenen Jahr aufgrund der nachwirkenden
Kaufkraftverluste und der Kaufzurückhaltung, auch im
Zuge der erhöhten Unsicherheit infolge der
geopolitischen Konflikte, zurückgegangen. Mit einem
rückläufigen Trend der Inflation, steigenden
Reallöhnen und einer allmählichen Belebung der
Weltwirtschaft dürften sich zentrale
Belastungsfaktoren für die deutsche Wirtschaft
aber im Verlauf dieses Jahres verringern und eine vor allem
binnenwirtschaftlich getragene Erholung einsetzen.2
Nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und
Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) beträgt der
Gesamtumsatz für online verkaufte Waren in Deutschland
im Jahr 2023 EUR 79,7 Mrd., ein starker Rückgang von
-11,8% gegenüber 2022 (EUR 90,4 Mrd.).
Neben der angespannten wirtschaftlichen Lage und
unsicheren Zukunftserwartungen vieler Haushalte bleiben
insbesondere die politischen Rahmenbedingungen für den
Onlinehandel herausfordernd. Es wird aber davon
ausgegangen, dass diese Effekte nahezu im
Ausgabenverhalten der Kunden eingepreist sind. Im
Verlauf des Jahres 2024 werden daher ein Ende des
Abwärtstrends und für das Gesamtjahr ein
nominales Umsatzwachstum im Gesamtmarkt von 2,0% erwartet.3
Der Trend des Online-Handelsmarktes in Deutschland
(d.h. post-covid) bleibt mit einem Wachstum von EUR 72,6
Mrd. auf EUR 79,7 Mrd. (+9,8%) gegenüber 2019
positiv.4
Der weltweite Logistikmarkt wird auf 8,4 Billionen
Euro geschätzt. Bis 2027 wird mit einem Wachstum von
63% gerechnet.5
2.2. Geschäftsverlauf und Lage des
Unternehmens
1. Ertragslage
Die Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum
Vorjahr im Rahmen der Erwartungen um EUR 2,2 Mio. auf EUR
23,8 Mio., was hauptsächlich auf (i) die Akquisition
neuer Kunden im gesamten Jahr 2023 zurückzuführen
ist, sowie auf (ii) das Wachstum der bestehenden Kunden,
die im Jahr 2022 (Auswirkungen auf das gesamte Jahr) und
(iii) davor gewonnen wurden (jährliches Wachstum der
Geschäftstätigkeit der Kunden). Hierdurch konnte
der Rückgang aufgrund einiger abgewanderter Kunden
mehr als ausgeglichen werden.
Die Materialaufwendungen betreffen im Wesentlichen
Kosten für Lagerhaltung und Transporteure von
Drittanbietern, und stiegen im Vergleich zu den
Umsatzerlösen leicht unterproportional von EUR 14,4
Mio. auf EUR 15,5 Mio., wodurch die Bruttomarge (definiert
als Umsatz minus Materialaufwand) leicht von
33,4% auf 34,9% gestiegen ist.
Löhne und Gehälter (EUR 8,0 Mio.) sowie
Lohnnebenkosten und Sozialbeiträge (EUR 1,5 Mio.)
sanken leicht von insgesamt EUR 9,9 Mio. im Vorjahr auf EUR
9,5 Mio. im aktuellen Geschäftsjahr, was auf die
unterjährige Reduzierung des Personalbestandes
zurückzuführen ist und sich erst im kommenden
Geschäftsjahr vollständig auswirken wird.
Entsprechend hat sich das EBITDA (Jahresergebnis vor
Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögensgegenstände) unterhalb der
Erwartungen des Vorjahres entwickelt und beläuft sich
auf EUR -7,5 Mio. (Vorjahr: EUR -9,0 Mio.).
Insgesamt verringerte sich der Jahresfehlbetrag von
EUR 9,2 Mio. im Jahr 2022 auf EUR 7,7 Mio. im Jahr 2023.
2. Vermögenslage
Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im
Vergleich zum Vorjahr von EUR 11,3 Mio. um EUR 1,2 Mio. auf
EUR 12,5 Mio. erhöht.
Bedingt durch das Wachstum des Geschäfts, haben
sich auf der Aktivseite die Forderungen gegen verbundene
Unternehmen um EUR 2,5 Mio. auf EUR 7,8 Mio. erhöht.
Dies beruht auf der anhaltenden
Internationalisierung bzw. auf dem
Wachstum neuer Absatzmärkte und der Erbringung und
Abrechnung von Leistungen an verbundene Unternehmen. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich
aufgrund weiterer Maßnahmen im Forderungsmanagement
um EUR 1,3 Mio. auf EUR 2,7 Mio. reduziert. Der Bestand der
Guthaben bei Kreditinstituten hat sich nur leicht um
EUR 0,2 Mio. reduziert.
Im Geschäftsjahr erfolgten weitere Zuzahlungen
der Gesellschafter in die Kapitalrücklage in Höhe
EUR 7,9 Mio. Zusammen mit dem Jahresfehlbetrag von EUR 7,7
Mio. hat sich das Eigenkapital um leicht um EUR 0,2 Mio.
auf EUR 7,0 Mio. erhöht. Die Eigenkapitalquote
beträgt 56,2% (Vorjahr 60,3%). Der Anstieg der
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um
EUR 1,0 Mio. resultiert vor allem aus gestiegenen
Weiterbelastungen von Gruppengesellschaften. Sämtliche
Verbindlichkeiten der Gesellschaft sind kurzfristig.
3. Finanzlage
Die Gesellschaft wird ausschließlich von der
österreichischen Muttergesellschaft finanziert. Die
Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr jederzeit
gegeben. Aufgrund des Wachstums der Gesellschaft und der im
Vergleich zu den Erträgen höheren Aufwendungen
beläuft sich der operative Cashflow des
Geschäftsjahres auf EUR -8,0 Mio. Der investive
Cashflow beträgt EUR 0,03 Mio. und betrifft
Investitionen in die Betriebs- und
Geschäftsausstattung. Aufgrund der Zuzahlungen der
Gesellschafter in die Kapitalrücklage beträgt der
Finanzierungscashflow EUR 7,9 Mio. Der Finanzmittelbestand
(Guthaben bei Kreditinstituten) hat sich im
Geschäftsjahr dadurch leicht von EUR 1,2 Mio. auf EUR
1,0 Mio. verringert.
4. Gesamtaussage zur Ertrags-, Vermögens- und
Finanzlage
Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse im Jahr 2023
weiter an, womit das im Rahmen der Kapitalbeschaffung
gesetzte Ziel teilweise erreicht wurde. Durch eine im
Geschäftsjahr erfolgte Anpassung der Kostenstruktur
und des Personalbestands konnten erste Erfolge auf der
Ausgabenseite verzeichnet werden. Der Jahresfehlbetrag
konnte um EUR 1,5 Mio. bzw. 16,2% reduziert werden.
Zusammenfassend wird die Entwicklung des
Geschäftsjahres daher als zufriedenstellend
eingeschätzt.
5. Finanzielle Leistungsindikatoren
Zu den für die Gesellschaft bedeutsamsten
finanziellen Leistungsindikatoren zählen die
Umsatzerlöse und das EBITDA. Die Umsatzerlöse
spiegeln die Gesamteinnahmen wider, die aus
Kerngeschäfts- und Gruppenaktivitäten erzielt
werden. Dieser Indikator unterstreicht zum einen die
Fähigkeit des Unternehmens, Kunden zu gewinnen und zu
binden, Marktanteile auszubauen und sich an die
veränderte Marktdynamik anzupassen. Zum anderen weist
er auf die eingenommene zentrale Rolle des Unternehmens bei
Gruppenleistungen hin.
Das EBITDA gibt Aufschluss über die betriebliche
Rentabilität, da es nicht-operative Aufwendungen
ausschließt. Diese Kennzahl zeigt die Leistung aus
dem Kerngeschäft vor Berücksichtigung der
Finanzstruktur, der steuerlichen Auswirkungen und der
Anlagenabschreibung.
3. Risiko-, Chancen- und Prognosebericht
3.1
Risikomanagement
Das Unternehmen ist den üblichen Risiken
ausgesetzt, die mit dem Betrieb eines Unternehmens im
derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld verbunden sind. Diese
Risiken können sich zwar auf die Gesamtleistung des
Unternehmens auswirken, stellen jedoch mit Ausnahme des
Liquiditätsrisikos keine wesentliche Bedrohung
für den Fortbestand des Unternehmens dar.
Die wichtigsten von der Geschäftsführung
identifizierten Risiken sind:
Liquiditätsrisiko: Aufgrund des Wachstums und
der aktuellen Ertragslage der Gesellschaft, ist die
Liquidität der Gesellschaft in hohem Maße
abhängig von Einzahlungen weiterer Finanzmittel durch
die Gesellschafterin, byrd Technologies GmbH, Wien,
Österreich. Zur Sicherstellung der Liquidität hat
die Gesellschaft mit der Gesellschafterin eine Patronats-
und Rangrücktrittsvereinbarung abgeschlossen, mit der
sich byrd technologies GmbH, Wien, Österreich,
verpflichtet, die Gesellschaft bis zum 31. Dezember
2025 finanziell so auszustatten, dass diese jederzeit in
der Lage ist, ihre fällig werdenden Verbindlichkeiten
zu erfüllen.
Kundeninsolvenzrisiko: Der aktuelle Außenstand
unserer Kunden beträgt EUR 2,7 Mio. Während die
Barmittel der Gruppe ausreichen, um dieses Risiko zu
decken, würde die Insolvenz eines unserer
Großkunden unsere verfügbaren Barmittel
erheblich beeinträchtigen und unser
Wachstumspotenzial behindern.
Ausführungsrisiko: Das Unternehmen hat
aggressive Wachstumsziele für die nächsten drei
Jahre (2024-2026). byrd hat eine solide und kostspielige
Infrastruktur aufgebaut, um eine große Anzahl von
Kunden zu bedienen und ein großes Auftragsvolumen zu
erfüllen. Sollte das Unternehmen seine
Wachstumspläne nicht erfüllen, wäre es
gezwungen, die Größe seines Netzes und die
Gesamtkostenstruktur zu reduzieren, um den Mittelabfluss zu
begrenzen.
Personal- und Einstellungsrisiko: Obwohl byrd
derzeit über ein leistungsstarkes Team verfügt,
das sich aus hochqualifizierten Talenten zusammensetzt,
wird es von entscheidender Bedeutung sein, das gleiche
Maß an Engagement und Motivation zukünftig
aufrechtzuerhalten. Das zugrundeliegende
Risiko besteht darin, dass die Zahl der Kündigungen
zunimmt und Lücken in einem optimierten (schlanken)
Organigramm entstehen. Angesichts der derzeit im gesamten
Technologiesektor zu beobachtenden langen
Einstellungszyklen würde dies ein erhebliches
Umsetzungsrisiko darstellen. Glücklicherweise
unterhält das HR Talent Acquisition Team eine
Live-Pipeline aller geschäftskritischen
Funktionen, die dieses Risiko mindern würde, falls es
sich verwirklicht.
Langfristig hohe Inflation: Die angestrebte
Inflation liegt laut der Website der Europäischen
Kommission bei 2,0%.6 Sollte die Inflation auf dem wie
zuletzt erhöhten Niveau bleiben, müsste byrd die
Preise anheben und riskiert damit einen Anstieg der
Kundenabwanderung oder die Insolvenz seiner Kunden. Die
einzige Möglichkeit, das Risiko abzumildern,
bestünde darin, die Preiserhöhungen der
Lieferanten (Lagerhäuser und Spediteure) aufzufangen
und die Gewinnspannen von byrd zu verringern,
wodurch das Unternehmen für künftige Investoren
insgesamt weniger attraktiv würde. Dies hätte
zwar langfristige Auswirkungen, aber keine unmittelbaren
Folgen für byrd Germany GmbH.
Die wichtigsten Chancen, die das Management ermittelt
hat, sind:
E-Commerce, ein historisch wachstumsstarkes Segment:
Während sich das Umsatz- und Volumenwachstum des
E-Commerce in Deutschland nach dem Ende der Covid-Pandemie
verlangsamt hat (-9% im Jahr 2022 und nur +7,7% im Jahr
2023, verglichen mit einem zweistelligen positiven Wachstum
in den Vorjahren), wird für den E-Commerce im Jahr
2024 ein Umsatzwachstum von 2% erwartet. Insbesondere in
den von byrd bedienten Untersegmenten wie
Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegeprodukte
wird für die nächsten 4 Jahre ein CAGR von
über 7,2% prognostiziert.7
Innerhalb dieses Segments bedient byrd derzeit nur
einen Bruchteil des gesamten adressierbaren
E-Commerce-Marktes (weniger als 0,1% auf der Grundlage
eines gesamten E-Commerce-Marktes in Deutschland mit einem
in 2023 rückläufigen Jahresumsatz von ca. EUR 80
Mrd.).8 Mit seiner derzeitigen Aufstellung und seinem
effizienten Vertriebsteam ist byrd unserer Ansicht nach in
der Lage, diese Chance optimal zu nutzen. Die Talsohle
sollte im Laufe des Jahres 2024 überschritten sein.
Vereinfachung der Logistik durch Technologie: Das
Logistiksegment ist in Bezug auf Software,
Workflow-Automatisierung und technologische
Unterstützung nach wie vor weitgehend
unterausgestattet. Ausgehend von byrd-internen
Daten, die sich auf Umfragen unter unserer Basis
potenzieller Partner-Lagerhäuser stützen, halten
Lagerbetreiber Technologie und Automatisierung für den
wichtigsten Faktor für den künftigen Erfolg von
Lagerbetreibern.
Mit seiner in der byrd-Gruppe entwickelten
Lagerverwaltungssoftware ist byrd unserer Ansicht nach
strategisch positioniert, um die technologische Lücke
zu schließen und die freien Logistikkapazitäten
in ganz Europa zu sichern. Die Sicherung dieser
Kapazitäten gibt byrd die Möglichkeit, die Preise
zu senken und zusätzlichen potenziellen Kunden ein
besseres Angebot zu machen.
3.2
Prognosebericht
Aufgrund der steigenden Nachfrage nach stärker
integrierten Dienstleistungen, Datenmanagement und der
Vorliebe für flexible Lösungen wird für den
Kontraktlogistikmarkt ein hohes Wachstum erwartet. Da die
Nachfrage nach spezifischen Prozessen entlang der
Wertschöpfungskette und umfassenden Dienstleistungen
steigt, wird die Kontraktlogistik zur idealen Lösung
für Unternehmen.9
Es wird erwartet, dass der E-Commerce eine wichtige
Triebkraft für das Outsourcing-Wachstum sein wird, und
mit dem raschen Wachstum des E-Commerce-Marktes steigen
auch die Erwartungen der Verbraucher an eine schnellere und
zuverlässigere Lieferung. Infolgedessen wird das
Outsourcing von Lagerhaltung und Auftragsabwicklung
voraussichtlich zunehmen. Die Kontraktlogistik bietet
E-Commerce-Unternehmen aller Größenordnungen
folgende Vorteile: Unternehmensführung,
fortschrittliche technische Lösungen,
Risikominderung und Skalierbarkeit.10
Die E-Commerce-Branche verzeichnete im Jahr 2023
einen Volumenrückgang (siehe Abschnitt 2.1), und im
ersten Quartal 2024 meldete das BEVH einen weiteren
Umsatzrückgang von -1,6% im Vergleich zum Vorjahr beim
Online-Verkauf von Waren. Im Verlauf des Jahres 2024 wird
jedoch ein Ende des Abwärtstrends und für das
Gesamtjahr ein nominales Umsatzwachstum im Gesamtmarkt von
2,0% erwartet.11
Trotz dieser Entwicklung ist es byrd gelungen, den
Umsatz weiter zu steigern. Parallel dazu arbeitet byrd
daran, seine Kostenbasis durch strikte Kostenkontrolle und
gezielte Umstrukturierung zu senken. Senkungen der
Fixkostenbasis werden dazu beitragen, die monatlichen
Betriebsverluste zu verringern, die das Unternehmen in der
Vergangenheit zu verzeichnen hatte. Insgesamt gehen wir
davon aus, dass wir 2024 in der Nähe der
Profitabilität abschließen werden, mit
ausreichend verfügbaren Barmitteln, um den Break-even
zu erreichen.
Wir erwarten für 2024 Umsatzerlöse auf ein
Niveau zwischen EUR18 Mio. und EUR 19 Mio. sowie eine
Verbesserung des EBITDA auf EUR -3 Mio. bis EUR -2 Mio.
Die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft
kann aufgrund der beschriebenen Chancen und Risiken oder
für den Fall, dass die Erwartungen und Annahmen nicht
eintreten, sowohl positiv als auch negativ von den
Prognosen abweichen.
Berlin, 30. August 2024
gez.
Alexander Leichter, Geschäftsführer
1
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20231213-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2023.html
2
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2024/20240115-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-januar-2024.html#:~:text=Die%20Zahl%20der%20beantragten%20Unternehmensinsolvenzen,dem%20Vor%2DCorona%2DNiveau.
3
https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle
4
https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle
5
https://www.statista.com/topics/5691/logistics-industry-worldwide/
6
https://www.ecb.europa.eu/ecb/orga/tasks/monpol/html/index.de.html
7 https://ecommercedb.com/markets/de/food-personal-care 8
https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-mit-waren-und-dienstleistungen-erneut-ueber-100-milliarden-euro
9
https://www.mordorintelligence.com/industry-reports/europe-contract-logistics-market/market-size
10
https://www.mordorintelligence.com/industry-reports/europe-contract-logistics-market/market-trends
11
https://bevh.org/detail/umsaetze-im-e-commerce-erreichen-talsohle
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
87.684,30 |
171.939,00 |
| I.
Sachanlagen |
87.684,30 |
171.939,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
12.398.392,03 |
11.133.047,15 |
| I.
Vorräte |
121.087,08 |
|
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
11.247.508,15 |
9.912.355,35 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
1.029.796,80 |
1.220.691,80 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
17.308,64 |
|
| Aktiva |
12.503.384,97 |
11.304.986,15 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
7.025.552,16 |
6.820.207,89 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
25.000,00 |
25.000,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
29.882.483,16 |
22.011.022,99 |
| III.
Verlustvortrag |
15.215.815,10 |
6.062.424,11 |
| IV.
Jahresfehlbetrag |
7.666.115,90 |
9.153.390,99 |
| B.
Rückstellungen |
395.458,87 |
322.023,50 |
| C.
Verbindlichkeiten |
5.082.373,94 |
4.162.754,76 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
5.082.373,94 |
4.162.754,76 |
| Passiva |
12.503.384,97 |
11.304.986,15 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
8.431.307,51 |
7.399.490,06 |
| 2.
Personalaufwand |
9.472.297,88 |
9.907.877,21 |
| a)
Löhne und Gehälter |
7.992.440,45 |
8.348.999,20 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
1.479.857,43 |
1.558.878,01 |
| 3.
Abschreibungen |
107.603,88 |
122.618,86 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
107.603,88 |
122.618,86 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
6.487.847,69 |
6.522.384,98 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
2.219,99 |
|
| 6.
Ergebnis nach Steuern |
-7.634.221,95 |
-9.153.390,99 |
| 7.
sonstige Steuern |
31.893,95 |
|
| 8.
Jahresfehlbetrag |
7.666.115,90 |
9.153.390,99 |
Anhang
byrd technologies Germany GmbH, Berlin
Anhang für das Geschäftsjahr 2023
Allgemeine Angaben zum
Jahresabschluss
Der vorliegende Jahresabschluss wurde nach den
§§ 242 ff. und 264 ff. HGB und nach den
einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die
Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft
im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem
Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 HGB
aufgestellt.
Die Gesellschaft ist unter der Firma byrd
technologies Germany GmbH mit Sitz in Berlin im
Handelsregister des Amtsgerichts Berlin (Charlottenburg)
unter der Nummer HRB 183363 eingetragen.
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
Das Unternehmen befindet sich in einer angespannten
Liquiditätssituation. Die Zahlungsfähigkeit der
Gesellschaft im Prognosezeitraum hängt insbesondere
von der Zuführung zusätzlicher Mittel durch den
Gesellschafter ab. Zur Sicherstellung der Liquidität
hat die Gesellschaft mit der Gesellschafterin, der byrd
technologies GmbH, Wien, Österreich, eine
Patronatserklärung und
Rangrücktrittsvereinbarung
abgeschlossen. Darin verpflichtet sich die byrd
technologies GmbH, Wien, Österreich, die Gesellschaft
bis zum 31. Dezember 2025 mit ausreichenden finanziellen
Mitteln auszustatten, um sicherzustellen, dass sie
jederzeit in der Lage ist, ihre fälligen
Verbindlichkeiten zu erfüllen. Darüber hinaus hat
die byrd technologies GmbH, Wien, Österreich,
erklärt, dass sie einem Anspruch gegen die
Gesellschaft aus der Inanspruchnahme der
Patronatserklärung nachstehen wird. Es wird daher
davon ausgegangen, dass die Gesellschaft fortgeführt
wird.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs-
oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen vermindert. Die
planmäßige Abschreibung erfolgte linear
über die voraussichtliche Nutzungsdauer der
Vermögensgegenstände.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.
Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung
angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu
niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind
zum Nennwert angesetzt.
Als Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem
Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für
eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.
Die sonstigen Rückstellungen
berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und
sind in Höhe des nach vernünftiger
kaufmännischer Beurteilung notwendigen
Erfüllungsbetrages angesetzt.
Die Verbindlichkeiten sind mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des
Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen
des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.
Sofortige Abschreibungen auf geringwertige
Wirtschaftsgüter werden unter den Zugängen und
Abgängen ausgewiesen.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Sämtliche Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine
Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.
In den sonstigen Vermögensgegenständen sind
Forderungen im Zusammenhang mit Kautionen und im Folgejahr
abzugsfähiger Vorsteuer enthalten.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen
Die Forderungen resultieren aus Liefer- und
Leistungsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen. In den
Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen
gegen Gesellschafter in Höhe von EUR 3.945.562,95
(Vorjahr: EUR 3.440.172,53) enthalten.
Eigenkapital
Im Geschäftsjahr betrugen die sonstigen
Zuzahlungen in das Eigenkapital EUR 7.871.460,17.
Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen betreffen im
Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen und
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.
Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr
eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die
Verbindlichkeiten sind nicht durch Pfandrechte oder
ähnliche Rechte gesichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen resultieren aus Liefer- und
Leistungsbeziehungen mit verbundenen Unternehmen. Sie
belaufen sich auf EUR 1.530.866,18 (Vorjahr: EUR
1.815.433,62) gegenüber Gesellschaftern.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die
periodenfremden Aufwendungen EUR 6.266,03 (Vorjahr: EUR
22.410,08). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
sind auch Wertberichtigungen auf Forderungen
in Höhe von EUR 1,6 Mio. (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.) und
Ausbuchungen von Forderungen in Höhe von EUR 0,3 Mio.
(Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) enthalten.
Sonstige Angaben
Durchschnittliche Zahl der während des
Geschäftsjahrs beschäftigten
Arbeitnehmer
Die durchschnittliche Zahl der während des
Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer betrug
130.
Namen der Geschäftsführer
Die Geschäfte wurden im laufenden Jahr von
Alexander Leichter, Berlin, geführt.
Gesamtbezüge der Geschäftsführer
Die Gesellschaft macht von der Befreiungsvorschrift
des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.
Ergebnisverwendung
Das Jahresergebnis von EUR -7.666.115,90 wird auf
neue Rechnung vorgetragen.
Konzernzugehörigkeit
Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der
byrd technologies GmbH, Wien, Österreich, einbezogen,
bei der dieser Abschluss erhältlich ist.
Haftungsverhältnisse
Zum Bilanzstichtag bestehen keine
Haftungsverhältnisse.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle
Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.651 von denen TEUR
824 eine Restlaufzeit von über einem Jahr haben.
Berlin, 30. August 2024
gez.
Alexander Leichter, Geschäftsführer
Entwicklung des Anlagevermögens 2023
|
|
|
|
|
|
|
|
Anschaffungs- und Herstellungskosten
|
Abschreibungen
|
Buchwerte
|
|
01.01.2023
|
Zugänge-
Abgänge
|
31.12.2023
|
Zugänge -
Abgänge
|
31.12.2023
|
31.12.2022
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
|
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
428.793,50
|
-16.648,04
|
412.145,46
|
67.606,66
|
87.684,30
|
171.939,00
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sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 30.08.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
Der vorstehende zur Offenlegung bestimmte und nach
§ 327 HGB verkürzte Jahresabschluss entspricht
den gesetzlichen Vorschriften. Zu dem vollständigen
Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde folgender
Bestätigungsvermerk erteilt:
BESTäTIGUNGSVERMERK DES UNABHäNGIGEN
ABSCHLUSSPRüFERS
An die byrd technologies Germany GmbH, Berlin
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der byrd technologies
Germany GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31.
Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31.
Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der
Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der byrd technologies Germany GmbH, Berlin, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31.
Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.
Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 und
· vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht
dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit
Wir verweisen auf die Angaben im Abschnitt
"Fortführung der Unternehmenstätigkeit" im Anhang
sowie die Angaben zum "Liquiditätsrisiko" im Abschnitt
"3.1. Risikomanagement" des Lageberichts, in denen der
gesetzliche Vertreter beschreibt, dass sich die
Gesellschaft in einer angespannten
Liquiditätssituation befindet. Wie im Abschnitt
"Fortführung der Unternehmenstätigkeit" im Anhang
sowie im Absatz "Liquiditätsrisiko" im Abschnitt "3.1.
Risikomanagement" des Lageberichts dargelegt, deuten diese
Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer
wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an
der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein
bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322
Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile
zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich
dieses Sachverhalts nicht modifiziert.
Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der
gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat
er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist der gesetzliche Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter
verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet
hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als
das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten
können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung
des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von
dem gesetzlichen Vertreter angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von
dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten
Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und
Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von
der Lage der Gesellschaft.
· führen wir Prüfungshandlungen
zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf
Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise
vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter
zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen
die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben
aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben
sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht
ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass
künftige Ereignisse wesentlich von den
zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, 30. August 2024
W+P Wagemann Baumgardt + Partner mbB
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez.
Jens Baumgardt, Wirtschaftsprüfer
gez.
Kai Kim, Wirtschaftsprüfer
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