car2go Group GmbHLiquidiert

70771 Leinfelden-Echterdingen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 753825
Eingetragen
27.8.2015
Branche
Vermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger mittels CarsharingTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenVermietung von Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t
Gegenstand
Die Entwicklung und der Betrieb eines automatisierten Auto-Vermietsystems, insbesondere die Entwicklung von Hardware, Software, Marketing- und Betriebskonzepten, Unterhaltung einer Fahrzeugflotte, Kauf, Verkauf und Vermietung von Fahrzeugen, technischen Komponenten und Konzepten sowie die Vergabe von Lizenzen für dieses Geschäft oder Teile davon, ferner die Erbringung von Planungs- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit den vorgenannten Tätigkeiten.

Historie

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Management

NameRolle
Christine Dr. Hahn
seit 4.3.2019
Prokura
Stefan Glebke
seit 4.3.2019
Geschäftsführer
Olivier Reppert
seit 27.10.2016
Geschäftsführer
Raphael Stange
seit 29.3.2016
Prokura

Konzern- und Jahresabschlüsse

car2go Group GmbH

Leinfelden-Echterdingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2018 bis zum 31.12.2018

Bilanz für das Rumpfgeschäftsjahr
vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018

Aktiva

31.12.2018 30.6.2018
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.369.784,98   6.237.175,74  
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 6.369.784,98 1.275.000,00 7.512.175,74
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 498.723,39   637.006,49  
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 498.723,39 0,00 637.006,49
    6.868.508,37   8.149.182,23
B. Umlaufvermögen        
I. Vorräte   538.316,60   260.980,02
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferung und Leistung 383.677,52   39.484,54  
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.092.851,81   23.178.270,11  
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.002.047,63 11.478.576,96 31.376,04 23.249.130,69
III. Guthaben bei Kreditinstituten   24.624,97   309.840,40
    12.041.518,53   23.819.951,11
C. Rechnungsabgrenzungsposten   982.784,43   1.512.084,47
    19.892.811,33   33.481.217,81

Passiva

       
  31.12.2018 30.6.2018
     
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital   25.000,00   25.000,00
II. Kapitalrücklage   21.475.000,00   5.975.000,00
III. Jahresfehlbetrag   -13.407.536,40   0,00
    8.092.463,60   6.000.000,00
B. Rückstellungen        
Sonstige Rückstellungen   5.601.889,91   4.620.938,21
C. Verbindlichkeiten        
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   1.607.618,63   583.863,01
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen   4.189.513,70   22.014.97277
3. Sonstige Verbindlichkeiten   401.325,49   261.443,82
    6.198.457,82   22.860.279,60
    19.892.811,33   33.481.217,81

Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018

1.7. - 31.12.2018 1.1. - 30.6.2018
1. Umsatzerlöse 14.296.130,64 12.417.556,41
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -18.316.197,83 -18.068.518,25
3. Bruttoergebnis vom Umsatz -4.020.067,19 -5.650.961,84
4. Vertriebskosten -3.173.776,44 -2.989.425,72
5. Allgemeine Verwaltungskosten -6.828.741,94 -5.867.702,95
6. Sonstige betriebliche Erträge 823.749,48 584.175,74
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -166.639,80 -456.386,22
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.210,19 867,19
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -22.848,53 -33.321,01
10. Ergebnis nach Steuern -13.384.114,23 -14.412.754,81
11. Sonstige Steuern -23.422,17 -38.663,94
12. Jahresfehlbetrag vor Ergebnisabführung -13.407.536,40 -14.451.418,75
13. Erträge aus Verlustübernahme 0,00 14.451.418,75
14. Jahresergebnis -13.407.536,40 0,00

Anhang für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018

1.1 Allgemeine Hinweise

Die car2go Group GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen, eingetragen im Handelsregister Stuttgart, HRB 753825, ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Gegenstand des Unternehmens ist die Entwicklung und der Betrieb eines automatisierten Auto-Vermietsystems, insbesondere die Entwicklung von Hardware, Software, Marketing- und Betriebskonzepten, Unterhaltung einer Fahrzeugflotte, Kauf, Verkauf und Vermietung von Fahrzeugen, technischen Komponenten und Konzepten sowie die Vergabe von Lizenzen für dieses Geschäft oder Teile davon, ferner die Erbringung von Planungs- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit den vorgenannten Tätigkeiten.

Der vorliegende Rumpfgeschäftsjahresabschluss der car2go Group GmbH ist unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes über die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt worden.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt unter Anwendung des § 266 Abs. 2 und 3 HGB. Die Gewinn-und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren in Staffelform gemäß § 275 Abs. 3 HGB erstellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke in diesem Anhang gemacht.

Das Rumpfgeschäftsjahr umfasst den Zeitraum vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2018.

Die Vergleichbarkeit zum Vorjahr ist nicht eingeschränkt, da es sich über den Zeitraum von 6 Monaten auch um ein Rumpfgeschäftsjahr handelte.

Zwischen der Gesellschaft und der Daimler Mobility Services GmbH, Leinfelden-Echterdingen, wurde am 29. Oktober 2015 ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag geschlossen. Demnach verpflichtete sich die Gesellschaft, ihren gesamten Gewinn für die Dauer des Vertrages entsprechend den Vorschriften des § 301 AktG an die Daimler Mobility Services GmbH abzuführen. Es galten die Vorschriften des § 302 Abs. 1 und 2 AktG, die in der jeweils aktuellen Fassung anzuwenden waren.

Durch Gesellschafterbeschluss vom 6. Juni 2018 wurde der Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit Wirkung zum 30. Juni 2018 durch die car2go Group GmbH gekündigt. Die letztmalige Übernahme des Ergebnisses der car2go Group GmbH durch die Daimler Mobility Services GmbH, erfolgte somit zum 30. Juni 2018. Die Daimler Mobility Services GmbH übernahm für das Rumpfgeschäftsjahr zum 30. Juni 2018 einen Verlust in Höhe von € 14.451.418,75 von der car2go Group GmbH.

1.2 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der generellen Bewertungsvorschriften der §§ 246 bis 256a HGB sowie unter Berücksichtigung der besonderen Ansatz- und Bewertungs- bestimmungen für Kapitalgesellschaften gemäß §§ 264 bis 277 HGB aufgestellt.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer von zwei bis fünf Jahren um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. Soweit erforderlich werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu den aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten angesetzt. Bei den Gegenständen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, erfolgen planmäßige lineare Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 2 bis 23 Jahren. Die Abschreibungen auf Zugänge des Anlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis zu € 1.000,00 werden im Jahr der Anschaffung sofort vollständig aufwandswirksam erfasst.

Die Vorräte werden mit Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten abzüglich gewährter Nachlässe bewertet. Die Folgebewertung erfolgt grundsätzlich mithilfe der FIFO-Methode. Im Falle eines am Stichtag niedrigeren beizulegenden Zeitwertes erfolgt eine Abschreibung der Vorräte.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt.

Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert aktiviert.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist in Höhe der Ausgaben des Berichtszeitraumes angesetzt, soweit diese Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die Posten des Eigenkapitals sind zu Nominalwerten angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages ermittelt. Allen erkennbaren Risiken wird Rechnung getragen. Künftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden nach § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

1.3 Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im Anlagenspiegel nach § 284 Abs. 3 HGB gesondert dargestellt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten abzüglich gewährter Nachlässe. Die Vorräte bestehen aus Fahrzeugersatzteilen/Fahrzeugteilen in Höhe von € 277.973,86 (i. Vj. € 255.584,72) und erworbenen und zur Veräußerung bestimmten Softwarelizenzen in Höhe von € 256.680,00 (i. Vj. € 0,00). Abschreibungen aufgrund eines am Stichtag niedrigeren beizulegenden Werts waren, wie im Vorjahr, nicht erforderlich.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen in Höhe von € 10.092.851,81 (i. Vj. € 23.178.270,11). Darin enthalten sind Forderungen gegen die Gesellschafterin in Höhe von € 1.230.078,09 (i. Vj. € 14.968.096,39), davon Umsatzsteuerforderungen in Höhe von € 378.877,68 (i. Vj. € 0,00). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Stand Davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2018 Bis zu einem Jahr Über ein Jahr
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 383.677,52 383.677,52 0,00
  (i. Vj. 39.484,54) (i. Vj. 39.484,54) (i. Vj. 0,00)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.092.851,81 10.092.851,81 0,00
siehe davon - Vermerke (1) und (2) (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 0,00)
Sonstige Vermögensgegenstände 1.002.047,63 1.002.047,63 0,00
  (i. Vj. 31.376,04) (i. Vj. 31.376,04) (i. Vj. 0,00)
  11.478.576,96 11.478.576,96 0,00
  (i. Vj. 23.249.130,69) (i. Vj. 23.249.130,69) (i. Vj. 0,00)
(1) davon gegen die Gesellschafterin 1.230.078,09 1.230.078,09 0,00
  (i. Vj. 14.968.096,39) (i. Vj. 14.968.096,39) (i. Vj. 0,00)
davon gegen andere verbundene 8.862.773,72 8.862.773,72 0,00
Unternehmen (i. Vj. 8.210.173,72) (i. Vj. 8.210.173,72) (i. Vj. 0,00)
  10.092.851,81 10.092.851,81 0,00
  (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 0,00)
(2) in folgender Zusammensetzung      
Forderungen aus Verlustübernahme: 0,00 0,00 0,00
  (i. Vj. 14.451.418,75) (i. Vj. 14.451.418,75) (i. Vj. 0,00)
Finanzforderung 567.082,83 567.082,83 0,00
  (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
Umsatzsteuerforderung VU 378.877,68 378.877,68 0,00
  (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
Forderungen aus dem Lieferungs- und 9.146.891,30 9.146.891,30 0,00
Leistungsverkehr (i. Vj. 8.726.851,36) (i. Vj. 8.726.851,36) (i. Vj. 0,00)
  10.092.851,81 10.092.851,81 0,00
  (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 23.178.270,11) (i. Vj. 0,00)

Eigenkapital

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt € 25.000,00 (i. Vj. € 25.000,00) und ist in voller Höhe eingezahlt.

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2018 € 21.475.000,00 (i. Vj. € 5.975.000,00). Mit dem Gesellschafterbeschluss vom 26. Oktober 2018 wurden € 15.500.000,00 im laufenden Geschäftsjahr in die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) eingestellt.

Zum Bilanzstichtag besteht ein Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von € 982.784,43 (i. Vj. € 1.512.084,47).

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von € 5.601.889,91 (i. Vj. € 4.620.938,21) betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich € 4.347.347,40 (i. Vj. € 2.902.210,78) und Rückstellungen für ausstehende Rechnungen für im Rumpfgeschäftsjahr bezogene Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 1.222.815,51 (i. Vj. € 1.627.977,43).

Verbindlichkeiten

Zusammensetzung und Restlaufzeit

Stand Davon mit einer Restlaufzeit
31.12.2018 bis zu 1 Jahr mehr als 1 Jahr mehr als 5 Jahre gesicherte Beträge
a. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leis- 1.607.618,63 1.607.618,63 0,00 0,00 0,00
tungen (i. Vj. 583.863,01) (i. Vj. 583.863,01) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
b. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen 4.189.513,70 4.189.513,70 0,00 0,00 0,00
Unternehmen (1) (i. Vj. 22.014.972,77) (i. Vj. 22.014.972,77) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
c. Sonstige Verbindlich- 401.325,49 401.325,49 0,00 0,00 0,00
keiten (i. Vj. 261.443,82) (i. Vj. 261.443,82) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
  6.198.457,82 6.198.457,82 0,00 0,00 0,00
  (i. Vj. 22.860.279,60) (i. Vj. 22.860.279,60) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
(1) davon gegen die 872.325,90 872.325,90 0,00 0,00 0,00
Gesellschafterin (i. Vj. 570.156,92) (i. Vj. 570.156,92) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
davon gegen andere 3.317.187,80 3.317.187,80 0,00 0,00 0,00
verbundene Unter- nehmen (i. Vj. 21.444.815,85) (i. Vj. 21.444.815,85) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)
  4.189.513,70 4.189.513,70 0,00 0,00 0,00
  (i. Vj. 22.014.972,77) (i. Vj. 22.014.972,77) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00) (i. Vj. 0,00)

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten belaufen sich auf € 1.607.618,63 (i. Vj. € 583.863,01).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen € 4.189.513,70 (i. Vj. € 22.014.972,77), die vollständig aus Lieferungen und Leistungen bestehen (i. Vj. € 4.084.851,82). Auf Grunde des positiven Cash Pools bestehen keine Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (i. Vj. € 17.930.120,95).

Zum 31. Dezember 2018 betrug die Lohnsteuerverbindlichkeit € 401.451,76 (i. Vj. € 251.753,77). Nach Berücksichtigung der sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Dritten in Höhe von € -126,27, betragen die sonstigen Verbindlichkeiten insgesamt € 401.325,49 (i. Vj. € 261.443,82).

1.4 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gesellschaft erzielte im Rumpfgeschäftsjahr zum 31. Dezember 2018 Umsatzerlöse in Höhe von € 14.296.130,64 (i. Vj. € 12.417.556,41).

Der Materialaufwand des Rumpfgeschäftsjahres gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB ergibt sich wie folgt:

31.12.2018 30.06.2018
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 219.469,18 660.289,00
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.419.013,75 3.010.300,29
Materialaufwand 3.638.482,93 3.670.589,29
Der Personalaufwand des Rumpfgeschäftsjahres gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 6 HGB beinhaltet:    
  31.12.2018 30.06.2018
 
Löhne und Gehälter 8.480.849,10 8.540.536,56
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung    
- davon für Altersversorgung: € 27.849,00 (i. Vj. € 21.790,77) - 1.109.441,23 990.011,92
Personalaufwand 9.590.290,33 9.530.548,48

In den im Rumpfgeschäftsjahr erfassten Herstellungskosten in Höhe von € 18.316.197,83 (i. Vj. € 18.068.518,25) sind im Wesentlichen Personalaufwendungen in Höhe von € 4.183.784,11 (i. Vj. € 4.479.289,93) sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen in Höhe von € 1.444.858,73 (i. Vj. € 1.464.114,37) enthalten.

Im Rumpfgeschäftsjahr sind insgesamt Vertriebskosten in Höhe von € 3.173.776,44 (i. Vj. € 2.989.425,72) angefallen, die im Wesentlichen aus Personalaufwendungen in Höhe von € 1.701.604,63 (i. Vj. € 1.786.165,04) sowie aus Aufwendungen für Werbemaßnahmen in Höhe von € 997.889,46 (i. Vj. € 638.176,03) resultieren.

Im Rumpfgeschäftsjahr sind insgesamt allgemeine Verwaltungskosten in Höhe von € 6.828.741,94 (i. Vj. € 5.867.702,95) angefallen, die im Wesentlichen aus Personalaufwendungen in Höhe von € 3.704.901,59 (i. Vj. € 3.265.093,51) sowie aus Aufwendungen für externe Dienstleistungen in Höhe von € 2.832.546,22 (i. Vj. € 2.299.273,43) resultieren.

Die Gesellschaft erzielte im Rumpfgeschäftsjahr zum 31. Dezember 2018 sonstige betriebliche Erträge in Höhe von € 823.749,48 (i. Vj. € 584.175,74), die im Wesentlichen aus Erträgen durch die Auflösung von Rückstellungen resultieren. Erträge aus Währungsumrechnung sind in Höhe von € 12.843,92 (i. Vj. € 30.636,29) enthalten.

Im Rumpfgeschäftsjahr sind sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von € 166.639,80 (i. Vj. € 456.386,22) angefallen, die im Wesentlichen aus periodenfremden Aufwendungen resultieren. Zusätzlich sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von € 7.850,13 (i. Vj. € 74.002,71) enthalten.

Von den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen stammen € 4.210,19 (i. Vj. € 867,19) aus der Abzinsung langfristiger Personalrückstellungen.

Die Zinsaufwendungen in Höhe von € 22.848,53 (i. Vj. € 33.321,01) stammen im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten aus dem Intercompany-Verrechnungskonto der Daimler AG (verbundenes Unternehmen) im Rahmen des zentralen Cash-Managements. Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen sind in Höhe von € 2.872,71 (i. Vj. € 16.846,57) angefallen.

1.5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von € 5.588.636,49 (i. Vj. € 7.219.187,89), davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 1.789.688,33 (i. Vj. € 2.725.104,83). Die Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Zahlungsverpflichtungen für die Büromiete mit verbundenen Unternehmen in Höhe von € 1.068.495,00 und Dritten in Höhe von € 1.303.022,00.

1.6 Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Gemeinsam vertretungsberechtigte Geschäftsführer waren bzw. sind:

- Olivier Reppert, Chief Executive Officer
- Sebastian Dehnen, Chief Financial Officer (ab 1. März 2018 bis 31. Januar 2019)
- Stefan Glebke, Chief Financial Officer (ab 1. Februar 2019)

Der im Rumpfgeschäftsjahr erfasset Aufwand für die Geschäftsführungsvergütung, bestehend aus direkter Vergütung und aus Verrechnungen, beläuft sich insgesamt auf € 464.213,14.

Konzernverhältnisse

Alleinige Gesellschafterin der car2go Group GmbH war die Daimler Mobility Services GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Seit dem 15. November 2018 ist die car2go Deutschland GmbH mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen die alleinige Gesellschafterin der car2go Group GmbH. Die Gesellschafterin ist eine 100%- Tochter der Daimler Mobility Services GmbH, an der wiederum die LEONIE FS DVB GbmH mit Sitz in Stuttgart, 100 % der Anteile hält. Der Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis wird durch die Daimler AG aufgestellt.

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Hinsichtlich der Angabe des für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars des Abschlussprüfers nimmt die car2go Group GmbH die Befreiungsmöglichkeit gemäß § 285 Nr. 17 Halbsatz 2 HGB in Anspruch.

Anzahl der Mitarbeiter

Bei der Gesellschaft waren im Rumpfgeschäftsjahr zum 31. Dezember 2018 durchschnittlich 200 (i. Vj. 176) Mitarbeiter (davon 3 leitende Führungskräfte und 197 Angestellte) beschäftigt; zum 31. Dezember 2018 waren bei der Gesellschaft 203 (i. Vj. 177) Mitarbeiter beschäftigt (davon 3 leitende Führungskräfte und 200 Angestellte).

Nachtragsbericht

Im März 2018 haben der Daimler-Konzern und die BMW Group eine Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste unterzeichnet. Es ist beabsichtigt, den Kunden zukünftig ein ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten anzubieten, das intelligent, nahtlos vernetzt und auf einen Fingertipp zur Verfügung steht.

Nach Freigabe durch die Kartellbehörden im Dezember 2018 wurde die Transaktion am 31. Januar 2019 vollzogen. Die bereits bestehenden Angebote für On-Demand Mobilität in den Bereichen CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität wurden zusammengeführt und werden künftig in fünf Gemeinschaftsunternehmen strategisch weiter ausgebaut. Diese werden seitens Daimler und der BMW Group paritätisch gehalten. Aufgrund der Gleichartigkeit des Geschäftsmodells von car2go und DriveNow werden diese im Bereich SHARE NOW gebündelt geführt.

Seit dem Joint Venture ist die car2go Group GmbH im Daimler-Konzern Cash-Pooling- System nicht mehr eingebunden. Die Zahlungsfähigkeit ist allerdings durch Einzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Gesellschafterin sichergestellt. Mit Gesellschafterbeschluss vom 26. Februar 2019 wurden € 5.000.000,00 und mit Gesellschafterbeschluss vom 8. April 2019 wurden € 12.000.00,00 in die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) eingestellt.

Patronatserklärung

Die car2go Deutschland hat sich in einer Patronatserklärung vom 30. Juli 2019 dazu verpflichtet, die car2go Group dergestalt mit Liquidität auszustatten, dass die car2go Group stets in der Lage ist, ihre gegenwärtigen und zukünftigen Verbindlichkeiten gegenüber ihren gegenwärtigen und zukünftigen Gläubigern in vollem Umfang und fristgerecht zu erfüllen, wenn und soweit die car2go Group hierzu aus eigenen Mitteln nicht in der Lage ist. Die Vereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2020 und ist der Höhe nach auf € 50,0 Mio während der Laufzeit begrenzt.

 

Leinfelden-Echterdingen, 30. Juli 2019

Die Geschäftsführung

Olivier Reppert (CEO)

Stefan Glebke (CFO)

Entwicklung des Anlagevermögens und der Abschreibungen
für den Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018

Anschaffungskosten
1.7.2018 Zugänge Umbuchung Abgänge 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 13.016.987,88 210.000,00 1.275.000,00 0,00 14.501.987,88
2. Geleistete Anzahlungen 1.275.000,00 0,00 -1.275.000,00 0,00 0,00
  14.291.987,88 210.000,00 0,00 0,00 14.501.987,88
II. Sachanlagen          
1. Technische Anlagen und Maschinen 8.064,01 0,00 0,00 0,00 8.064,01
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.899.824,17 181.063,30 0,00 3.466.474,66 1.614.412,81
  4.907.888,18 181.063,30 0,00 3.466.474,66 1.622.476,82
Anlagevermögen 19.199.876,06 391.063,30 0,00 3.466.474,66 16.124.464,70
Abschreibungen
1.7.2018 Jahr Abgänge 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 6.779.812,14 1.352.390,76 0,00 8.132.202,90
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  6.779.812,14 1.352.390,76 0,00 8.132.202,90
II. Sachanlagen        
1. Technische Anlagen und Maschinen 8.064,01 0,00 0,00 8.064,01
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.262.817,68 270.354,95 3.417.483,21 1.115.689,42
  4.270.881,69 270.354,95 3.417.483,21 1.123.753,43
Anlagevermögen 11.050.693,83 1.622.745,71 3.417.483,21 9.255.956,33
Restbuchwerte
31.12.2018 30.6.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen 6.369.784,98 6.237.175,74
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 1.275.000,00
  6.369.784,98 7.512.175,74
II. Sachanlagen    
1. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 0,00
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 498.723,39 637.006,49
  498.723,39 637.006,49
Anlagevermögen 6.868.508,37 8.149.182,23

Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2018

Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen des Unternehmens
1.1 Unternehmen und Konzernstruktur
1.2 Geschäftsmodell
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
1.4 Steuerungssystem
2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf
3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
3.1 Ertragslage
3.2 Vermögens- und Finanzlage
4 Chancen- und Risikobericht
4.1 Risikobericht
4.2 Chancenbericht
5 Prognosebericht

1 Grundlagen des Unternehmens

1.1 Unternehmen und Konzernstruktur

Die car2go Group GmbH (car2go Group) mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen wurde im Geschäftsjahr 2015 gegründet. Sie war bis 14. November 2018 ein 100%-iges Tochterunternehmen der Daimler Mobility Services GmbH (DMS), Leinfelden-Echterdingen. Die DMS ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der LEONIE FS DVB GmbH, Stuttgart, ein Tochterunternehmen der Daimler AG, Stuttgart. In Vorbereitung auf die Fusion mit "DriveNow" wurde die car2go Deutschland GmbH zum 15. November 2018 Muttergesellschaft aller car2go Einheiten, einschließlich der car2go Group.

1.2 Geschäftsmodell

Die Geschäftstätigkeit der car2go Group besteht in der Entwicklung und dem Betrieb eines urbanen Mobilitätskonzeptes in Form eines vollautomatisierten Autovermietungssystems. Insbesondere die Entwicklung von Hardware, Software, Marketing- und Betriebskonzepten, Unterhaltung einer Fahrzeugflotte, Kauf, Verkauf und Vermietung von Fahrzeugen, technischen Komponenten und Konzepten, sowie die Vergabe von Lizenzen für dieses Geschäft oder Teile davon, ferner die Erbringung von Planungs- und Beratungsleistungen.

Die car2go Group stellt in ihrer Funktion als Headquarter den car2go Landesgesellschaften, die die Marktbearbeitung in Europa, Nordamerika und Asien durchführen, die Entwicklungen der Smartphone App, der Telematikeinheiten und Systeme im Rahmen des Mobilitätskonzeptes, sowie Dienstleistungen und die notwendigen Rechte zur Verfügung, die die Landesgesellschaften befähigen, das Konzept im jeweiligen Geschäftsgebiet erfolgreich zu betreiben. Die Geschäftsbedingungen dieser Zusammenarbeit, die einzelnen Dienstleistungen der car2go Group und die dafür an die Landesgesellschaften zu verrechnende Vergütung sind in den mit jeder Landesgesellschaft bestehenden Operator Agreements detailliert geregelt.

car2go ist Pionier im vollflexiblen Carsharing. Die Ursprungsidee hierzu ergab sich im Jahr 2007. Die erste Projektphase startete im Oktober 2008 im Stadtgebiet der Forschungs- und Wissenschaftsstadt Ulm. Im März 2009 begann dort der öffentliche Pilotversuch, worauf der offizielle Markteintritt im Jahr 2010 erfolgte. Heute ist car2go in Europa, Nordamerika und China verfügbar und baut seine Marktführerschaft im free-floating Carsharing-Segment weiter aus.

Free-Floating-Carsharing definiert sich dadurch, dass die Fahrzeuge von car2go stationsunabhängig und frei im gesamten Geschäftsgebiet angemietet und abgestellt werden können, ohne bereits vorab Mietbeginn und Mietende festlegen zu müssen. Start und Ende der Miete erfolgt für alle Fahrzeuge über die Smartphone App und wird minutengenau abgerechnet. Neben der Minutenmiete können auch Stundenpakete gebucht werden. Jedes Paket ist den lokalen Gegebenheiten angepasst und unterscheidet sich je Land und Fahrzeugmodell. Der Preis je Minute ist jedoch bei allen Stundenpaketen geringer als der vergleichbare reguläre Minutenpreis. car2go bietet damit eine nachhaltige Lösung für urbane Mobilität und trägt als Teil des Mobilitätsmix wesentlich zur Verkehrsentlastung in Städten bei.

Am 28. März 2018 wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, welche eine Fusion von car2go mit dem Carsharing-Anbieter von BMW "DriveNow" vorsieht. Nachdem die EU-Kommission und das US-Kartellamt im Dezember 2018 der Fusion zustimmten, wurde der Unternehmenszusammenschluss am 31. Januar 2019 vollzogen.

Weltweit hat car2go zum 31. Dezember 2018 insgesamt 3,6 Mio Kunden, inklusive China. Dies entspricht einem Anstieg um 0,2 Mio Kunden (6 %) im Vergleich zum 30 Juni 2018. Am 31. Dezember 2018 beläuft sich die gesamte car2go Flotte auf ca. 14.000 Fahrzeuge (davon rund 6.500 Mercedes und 7.500 Smart Modelle).

Die Registrierung des Kunden sowie das Finden und Buchen der Fahrzeuge erfolgt weltweit per Smartphone App. Der Mietvorgang selbst wird per Smartphone gestartet und beendet, die Abwicklung der Fahrt erfolgt durch die Telematikeinheit im Fahrzeug.

Die wesentlichen Merkmale von car2go sind:

Verfügbarkeit: Die Fahrzeugflotte ist über das gesamte Geschäftsgebiet verteilt und 24 Stunden am Tag verfügbar.
Flexibilität: Open-End und One-Way Mieten sind ohne Zusatzkosten möglich.
Einfachheit: Voll automatisierte Registrierung und Abwicklung des Mietvorganges über Smartphone.
Kostentransparenz: Minutengenaue Abrechnung und Stundentarife ohne Vertragsbindung, Monatsgebühr und Mindestmietdauer.
International: Registrierten car2go Kunden ist die länderübergreifende Nutzung von car2go innerhalb Europas, sowie innerhalb Nordamerikas, durch Freischaltung des Kundenkontos möglich.

1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

Unternehmensleitung

Die car2go Group ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Deutschland. Das Unternehmen wird gemäß § 4 der Satzung von einem oder mehreren Geschäftsführern geleitet und gegenüber Dritten vertreten. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Die Geschäftsführer haben die Geschäfte nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, des Gesellschaftsvertrages und der Gesellschafterbeschlüsse zu führen. Derzeit besteht die Geschäftsführung aus zwei Mitgliedern.

Unternehmensgegenstand, Satzungsänderung

Der Umfang der Tätigkeit, die das Unternehmen ausführen kann, ist in § 2 der Satzung definiert. Die Satzung kann gemäß § 53 GmbHG nur durch Beschluss der Gesellschafter geändert werden. Soweit nicht zwingende Vorschriften des Gesetzes etwas Abweichendes bestimmen, werden Beschlüsse der Gesellschafterversammlung nach § 47 GmbHG mit Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst.

Kapital

Das gezeichnete Kapital der car2go Group zum 31. Dezember 2018 beträgt € 25.000,00, die Kapitalrücklage beträgt € 21.475.000,00. Die Einlagen wurden voll erbracht.

1.4 Steuerungssystem

Ziele und Strategien

car2go Group wird in Zusammenarbeit mit den Landesgesellschaften das Produktangebot durch die Bereitstellung neuer Fahrzeugmodelle noch attraktiver gestalten. Zudem wird der Mietprozess für den Kunden durch ständige technologische Weiterentwicklungen der App und deren Nutzerfreundlichkeit vereinfacht. Dabei setzt car2go weiterhin auf die Zukunft des mobilen Internets.

Um die Kundenzufriedenheit, die nach jedem Beenden einer Miete per Sterne-Rating in der App abgefragt wird, sowie die Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu verbessern, werden die Reloca-tion-Algorithmen in der App ständig verbessert. Unter Relocation versteht man das Versetzen der Fahrzeuge auf eigene Kosten, um eine optimale Verfügbarkeit im Geschäftsgebiet zu gewährleisten. Um den Umsatz, respektive Gewinn aus der Vermittlung der Fahrzeuge zu steigern, wurden im Kalenderjahr 2018 die folgenden Maßnahmen durchgeführt:

- Die Einführung einer flexiblen Preisgestaltung.
- Optimierung der Geschäftsgebiete.
- Die Verbesserung des Kundenbeziehungsmanagements durch die Optimierung von Marketingkanälen.
- Die Verbesserung der Kundenzufriedenheit mithilfe optimierter Reinigungsalgorithmen.
- Intensivierung der Verkaufsaktivitäten durch die Erweiterung des Angebots für Geschäftskunden.
- Kostenreduzierung durch die Optimierung und steigende Effizienz der internen Prozesse.

Für das Kalenderjahr 2019 hat sich car2go Group die Ausweitung und Intensivierung der Geschäftstätigkeit zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel wird durch die bereits beschriebenen Maßnahmen verfolgt.

Weiterhin führt die car2go Gruppe laufend Gespräche und Analysen durch, um die Eröffnung neuer Standorte zu prüfen. Im Januar 2019 wurden die Aktivitäten von car2go in Europa durch einen neuen Standort in Paris erweitert.

Definition von Steuerungsgrößen

Die zentrale Steuerung sowie die Messung des Unternehmenserfolges erfolgt über folgende Steuerungsgrößen:

Finanzielle Leistungsindikatoren

EBIT Ergebnis vor Zinsen und Steuern (nach IFRS)
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Anzahl der Kunden Alle registrierten Kunden.
Auslastung der car2go Flotte Anteil der Zeit, in der das Fahrzeug gemietet ist, im Verhältnis zur maximal möglichen Mietzeit.
Mietvorgänge Anzahl der Mietvorgänge von car2go Fahrzeugen, die im Geschäftsjahr stattgefunden haben.

Steuerungssystem

Die car2go Group übernimmt die wirtschaftliche und organisatorische Leitung der car2go Gruppe in Europa und Nordamerika, in welche die europäischen Landesgesellschaften über die car2go Europe GmbH, car2go NA LLC sowie car2go Canada Ltd. vollständig eingegliedert sind. Ab dem 15. November 2018 ist die car2go Deutschland GmbH die rechtliche Muttergesellschaft der car2go Gruppe in Europa und Nordamerika. Die car2go Group ist seitdem der car2go Deutschland GmbH untergegliedert.

Zur operativen Gesamtsteuerung werden die strategischen Ziele der car2go Gruppe in operative Ziele überführt und an die Landesgesellschaften weitergegeben. Die Umsetzung der Strategie erfolgt unter Beachtung ethischer Standards und in Übereinstimmung mit den gültigen Gesetzen und Regularien. Die Einhaltung wird durch regelmäßige Kontrollen unterstützt.

Systementwicklungen sowohl im Bereich der Back-End Systeme, als auch der car2go-App und am Internetauftritt, werden für die gesamte car2go Gruppe aus der car2go Group heraus gesteuert und umgesetzt.

2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Wachstum der globalen Wirtschaft wird im Jahr 2018 durch das "World Economic Outlook Update" trotz schwächerer Leistungen einiger europäischen und asiatischen Volkswirtschaften auf 3,7 % geschätzt 1.

Laut Schätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, stieg innerhalb der Europäischen Union und des Euroraumes das saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 %. Im Vergleich zum entsprechenden Quartal des Vorjahres nahm das saisonbereinigte BIP im vierten Quartal 2018 im Euroraum um 1,2 % und in der Europäischen Union um 1,4 % zu, nach +1,6 % bzw. +1,8 % im Vorquartal 2.

Die US-Wirtschaft beendete das Jahr 2018 mit einem Anstieg des BIP um 2,9 % im Vergleich zum Jahr 2017 3. Die kanadische Wirtschaft beendete das Jahr 2018 mit einem jährlichen Wachstum von 1,8 %. Im Vorjahr betrug die Wachstumsrate 3,0 %. Die sinkende Wachstumsrate im Vergleich zum Vorjahr ist bedingt durch die niedrigeren Preise für den Rohöl Export 4.

Seit Anfang der 2000er Jahre nahm das BIP Chinas rasant zu 5. Im dritten und vierten Quartal 2018 stieg es im Jahresvergleich um 6,5 % bzw. 6,4 %. Dies entspricht jedoch dem schwächsten Wachstumstempo seit der globalen Finanzkrise, bedingt durch die sich verschärfende Zollkonkurrenz mit den USA und Bemühungen, Schulden sowie finanzielle Risiken abzubauen 6. Chinas Regierung steht allerdings auch vor einigen Problemen: hohe Staatsschulden, der weitere Ausbau der Wirtschaft mit besseren Löhnen und das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerung stellen die Wirtschaft des Landes auf die Probe 7.

1 "World Economic Outlook", IMF, January 2019

2 "Pressemitteilung Euroindikatoren", Eurostat, 29/2019 - 14. Februar 2019

3 "GDP rises 2,9 % in United States", countryeconomy. com

4 "Gross domestic product, income and expenditure, fourth quarter 2018"

5 "Eine Grafik zeigt, wie gefährlich China 2018 für Europas Wirtschaft wird", businessinsider.de, März 2018

6 "China GDP Annual Growth Rate", tradingeconomics. com, Januar 2019

7 "Eine Grafik zeigt, wie gefährlich China 2018 für Europas Wirtschaft wird", businessinsider.de, März 2018

Carsharing Markt

Laut der aktuellen Analyse Ausblick auf die globale Mobilitätsindustrie" von Frost & Sullivan 2018, soll die Gesamtzahl der Carsharing-Fahrzeuge voraussichtlich von 983.000 im Jahr 2017 auf 1.237.000 im Jahr 2018 steigen. Für das Carsharing liegen die wesentlichen Entwicklungsmöglichkeiten in der erhöhten Akzeptanz von Elektrofahrzeugen, der verbesserten regulatorischen Unterstützung und der Integration von Carsharing-Maßnahmen in andere Mobilitätsformen. Die Elektrifizierung, die Konzentration auf Tier-2-Städte mit niedrigerer Dichte sowie Aggregation und Integration werden die treibenden Trends in der globalen Industrie 8.

Geschäftsverlauf

Im Berichtszeitraum entwickelte sich die car2go Group positiv. Die Umsatzerlöse fast aller europäischen und nordamerikanischen Landesgesellschaften konnten aufgrund der höheren Anzahl aktiver car2go Nutzer und des neuen Preismodels gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesteigert werden.

Die Steuerungsgrößen der car2go Group entwickelten sich wie folgt:

- Das EBIT per 31. Dezember 2018 beträgt für das Kalenderjahr 2018 € -27,8 Mio und liegt damit € -1,8 Mio unter der Jahresprognose. Splittet man das EBIT auf die beiden Berichtszeiträume auf erhält man zum 30. Juni 2018 ein EBIT von € -14,5 Mio und zum 31. Dezember 2018 ein EBIT von € -13,3 Mio.
- Die Anzahl der Kunden der car2go Gruppe liegt zum 31. Dezember 2018 bei ca. 3,6 Mio Kunden, inklusive China; ein Anstieg um ca. 0,2 Mio Kunden (+6 %) gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 (ca. 3,4 Mio Kunden) und um 0,4 Mio Kunden gegenüber der Prognose.
- Die Auslastung der Flotte der car2go Gruppe ist aufgrund ihrer Vergrößerung im Berichtszeitraum von ca. 13,0 % auf ca. 12,8 % gesunken und liegt 2,1 Prozentpunkte über der Prognose.
- Die absoluten Mietvorgänge von car2go Fahrzeugen betragen 13,4 Mio (im vorherigen Halbjahr 13,0 Mio) und liegen damit 0,6 Mio unter der ursprünglichen Erwartung.

8 "Carsharing Fleet Size to Grow by 13.2 Percent Globally as Shared Mobility Becomes Mainstream", Frost & Sullivan, Mai 2018

3 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

3.1 Ertragslage

Im Rumpfgeschäftsjahr zum 31. Dezember 2018 belief sich der Umsatz aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf € 14,3 Mio. Dies entspricht einer Steigerung um 15,13 % gegenüber dem vorherigen Rumpfgeschäftsjahr (i. Vj. € 12,4 Mio). Der Anstieg der Umsatzerlöse im zweiten Halbjahr 2018 resultierte im Wesentlichen aus dem Remarketing von Fahrzeugen auf € 1,3 Mio (i. Vj. € 0,1 Mio). Die Remarketing-Aktivitäten stehen im Zusammenhang mit dem Umstieg auf das Leasinggeschäft sowie dem Verkauf der smart-Modelle im zweiten Rumpfgeschäftsjahr 2018. Die verbliebenen Fahrzeuge werden im Geschäftsjahr 2019 verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz im gesamten Kalenderjahr 2018 um 3 % gestiegen.

Die Umsatzerlöse aus Provisionen für Dienstleistungen der car2go Group für die europäischen Gesellschaften und Rückerstattungen aus SLAs betragen zum Jahresende € 3,3 Mio (i. Vj. € 2,6 Mio). Diese Umsatzsteigerung resultiert im Wesentlichen aus dem Abschluss neuer SLAs und steigenden Umsatzerlösen der europäischen Gesellschaften, welche eine Provisionserhöhung zu Folge haben.

Die Aufwendungen im operativen Bereich entsprechen € 18,3 Mio (i. Vj. € 18,0 Mio). Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Kalenderjahr 2018 auf € 36,3 Mio. Für das gesamte Kalenderjahr 2018 sind die Herstellungskosten im Vergleich zum Vorjahr um 4,17 % gesunken. Dieser deutliche Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den gesunkenen weiterzuverrechnenden Kosten aus der Geschäftsbesorgung des Standorts Stuttgart, sowie geringerer Kosten im Bereich der Beratung und IT.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz beträgt € -4,0 Mio (i. Vj. € -5,6 Mio). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von 28,6 %, welche im Wesentlichen auf die Steigerung der Umsatzerlöse um 15,13 % und die Steigerung der Herstellungskosten um 1,7 % zurückzuführen ist. Die Weiterverrechnung der IT und smart Services an die Daimler AG und DMS, sowie der Verkauf der Fahrzeuge an Dritte, erklärt den höheren Umsatzerlös im Vergleich zum Vorjahr. Das Bruttoergebnis für das Kalenderjahr 2018 beträgt € -9,6 Mio und hat sich im Vergleich zum Kalenderjahr 2017 um 19,71 % verbessert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge der Gesellschaft in Höhe von € 0,8 Mio (i. Vj. € 0,6 Mio) ergeben sich im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen für ausstehende Rechnungen.

Im Geschäftsjahr entstanden sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von € 0,2 Mio (i. Vj. € 0,5 Mio). Diese resultieren im Wesentlichen aus sonstigen periodenfremden Aufwendungen in Höhe von € 0,2 Mio (i. Vj. € 0,4 Mio). Aufwendungen aus Kursverlusten betragen T€ 8 (i. Vj. € 0,1 Mio).

Insgesamt ergibt sich im Rumpfgeschäftsjahr ein EBIT von € -13,3 Mio (i. Vj. € -14,5 Mio).

3.2 Vermögens- und Finanzlage

Zum 31. Dezember 2018 betrug die Bilanzsumme der Gesellschaft € 19,9 Mio (i. Vj. € 33,5 Mio). Dies entspricht einem Rückgang um € 13,6 Mio (-40,6 %) im Vergleich zum 30. Juni 2018.

Im Wesentlichen lässt sich der Rückgang auf Veränderungen der Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von € 11,5 Mio (i. Vj. € 23,3 Mio) zurückführen.

Der signifikante Rückgang in Höhe von € 14,5 Mio resultierte aus der Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags mit der Daimler Mobility Services GmbH zum 30. Juni 2018. Des Weiteren reduzierten sich die immateriellen Vermögensgegenstände um € 1,1 Mio und die Rechnungsabgrenzungsposten um € 0,5 Mio.

Das Anlagevermögen betrug zum 31. Dezember 2018 € 6,9 Mio (i. Vj. € 8,1 Mio) und bestand hauptsächlich aus immateriellen Vermögengegenständen in Höhe von € 6,4 Mio (i. Vj. € 7,5 Mio), sowie Sachanlagevermögen in Höhe von € 0,5 Mio (i. Vj. € 0,6 Mio). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Abschreibungen.

Das Umlaufvermögen belief sich zum Bilanzstichtag auf € 12,0 Mio (i. Vj. € 23,8 Mio) und setzte sich im Wesentlichen aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von € 10,1 Mio (i. Vj. € 23,2 Mio), sowie Vorräten in Höhe von € 0,5 Mio (i. Vj. € 0,3 Mio) zusammen. Der Rückgang im Umlaufvermögen ist im Wesentlichen auf die Kündigung des Ergebnisabführungsvertrags mit der Daimler Mobility Services GmbH (i. Vj. € 14,5 Mio) zurückzuführen, wohingegen die Finanzforderungen auf dem IC-Bankkonto im Rahmen des Cash-Pooling mit der Daimler AG auf € 0,6 Mio angestiegen sind.

Die Rückstellungen der Gesellschaft bestanden, wie auch zum 30. Juni 2018, ausschließlich aus den sonstigen Rückstellungen und Bonusrückstellungen. Sie sind im zweiten Geschäftsjahr von € 4,6 Mio auf € 5,6 Mio zum 31. Dezember 2018 gestiegen. Dieser Anstieg resultiert überwiegend aus den Personalrückstellungen für Tantieme und Boni in Höhe von € 3,7 Mio (i. Vj. € 1,7 Mio). Gleichzeitig haben sich die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen gegenüber dem Vorjahr von € 1,6 Mio auf € 1,2 Mio vermindert.

Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von € 22,9 Mio zum 30. Juni 2018, auf € 6,2 Mio im zweiten Rumpfgeschäftsjahr 2018. Sie betreffen insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 4,2 Mio (i. Vj. € 22,0 Mio) sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von € 1,6 Mio (i. Vj. € 0,6 Mio). Ausschlaggebend für den Rückgang sind im Wesentlichen die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Daimler AG. Zum 30. Juni 2018 bestand ein negativer Saldo des Cash-Pools der Daimler AG in Höhe von € 17,9 Mio, welcher zum 31. Dezember 2018 positiv ist und als Finanzforderung ausgewiesen ist. Der positive Saldo zum 31. Dezember 2018 resultierte aus der Zuzahlung in Höhe von € 15,5 Mio in die Kapitalrücklage.

Alle Verbindlichkeiten lauten auf Euro und sind innerhalb eines Jahres fällig.

Das Eigenkapital der Gesellschaft betrug zum Stichtag des Rumpfgeschäftsjahres € 8,1 Mio (i. Vj. € 6,0 Mio). Wesentlicher Bestandteil ist die Kapitalrücklage in Höhe von € 21,5 Mio (i. Vj. € 6,0 Mio), abzüglich des Jahresfehlbetrags in Höhe von € 13,4 Mio (i. Vj. € 0,0 Mio).

Das Fremdkapital der Gesellschaft belief sich zum 31. Dezember 2018 auf € 11,8 Mio (i. Vj € 27,5 Mio). Dies entspricht einer Minderung um € 15,7 Mio (57,1 %) gegenüber dem 30. Juni 2018. Die Verminderung des Fremdkapitals resultierte vorwiegend aus den gesunkenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um € 17,8 Mio auf € 4,2 Mio.

Die Fremdkapital-Finanzierung erfolgte über einen Kontokorrentkredit der Daimler AG, welcher über ein Cash-Pooling-Konto abgerufen werden kann. Die dafür von der Daimler AG eingeräumte Kontokorrentkreditlinie wird im Abstand von sechs Monaten entsprechend dem Finanzmittelbedarf angepasst. Im Vorjahr hatte die car2go Group eine Kontokorrentkreditlinie in Höhe von € 25,0 Mio. Diese Kreditlinie war zum Bilanzstichtag nicht erforderlich, da ein Kontokorrentguthaben in Höhe von € 0,6 Mio vorlag (i. Vj. € 17,9 Mio). Die durchschnittliche Verzinsung im zweiten Rumpfgeschäftsjahr 2018 betrug 0,4 %.

Zum Bilanzstichtag bestanden sonstige außerbilanzielle Verpflichtungen in Höhe von € 5,6 Mio (i. Vj. € 7,2 Mio). Die Verpflichtungen betreffen Zahlungsverpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von € 1,8 Mio (i. Vj. € 2,7 Mio), wovon € 1,1 Mio (i. Vj. € 0,2 Mio) für Büromiete waren.

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war aufgrund der Einbindung in das Cash-Pooling-System der Daimler AG bis zum Stichtag sichergestellt. Seit dem Joint Venture ist die car2go Group im Cash-Pooling-System nicht mehr eingebunden. Jedoch ist die Zahlungsfähigkeit der car2go Group durch eine Patronatserklärung vom 30. Juli 2019 der Gesellschafterin für einen Zeitraum bis zum 31. Dezember 2020 sichergestellt. Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2019 mit Gesellschafterbeschluss vom 26. Februar 2019 € 5,0 Mio und mit Gesellschafterbeschluss vom 8. April 2019 € 12,0 Mio in die Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) eingestellt, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern.

Aufgrund eines stabilen Umsatzniveaus, einer soliden Finanzstruktur und der weiteren strategischen Optimierung, schätzt die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der car2go Group als zufriedenstellend ein.

4 Chancen- und Risikobericht

4.1 Risikobericht

Das Risikoprofil der car2go Group ist unmittelbar mit den Risiken der einzelnen Landesgesellschaften verbunden. Auslastungsschwankungen sowie wirtschaftliche Veränderungen sind die wesentlichen Risiken der künftigen Geschäftsentwicklung. Gesamtkonjunkturelle Schwächephasen können ebenfalls negative Folgen auf die Nachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen haben.

Über die Landesgesellschaften ergibt sich für die car2go Group für das dem Berichtzeitraum folgende Jahr aufgrund der marktseitigen Entwicklung folgende Risikobewertung, wobei die car2go Group nur bedingt über die mögliche Auswirkung auf Ihre Umsatzerlöse betroffen ist:

- Wettbewerb der Automobilhersteller und anderen Anbieter auf dem Carsharing-Markt: In den vergangenen Jahren sind nahezu alle auf dem deutschen Markt vertretenen Automobilhersteller in das Carsharing bzw. in die Mobilitätsdienstleistung eingestiegen. Die Investitionen, die durch die Automobilhersteller in diesem Sektor getätigt werden, steigen kontinuierlich. Darüber hinaus zeigen andere große Carsharing-Anbieter ihr Interesse am Markt. Hierdurch entsteht ein sehr starker Wettbewerbsdruck im Mobilitätsmarkt. Dieser Wettbewerbsdruck könnte negative Auswirkungen auf das Preisniveau und damit auf die Profitabilität haben. Das Risiko wird durch das implementierte Risikomanagementsystem kontinuierlich analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen werden entwickelt, um die negative Auswirkung auf die Profitabilität der car2go Group zu vermindern. Momentan wird das Risiko als erhöht eingestuft.
- "Elektrifizierung der Städte": Starker Druck durch die zunehmende Elektrifizierung der Städte von wirtschaftlicher sowie politischer Seite. Hier besteht das erhöhte Risiko die Attraktivität der Flotte in Zukunft nicht mehr gewährleisten zu können. Derzeit sind nur wenige geeignete Elektrofahrzeuge verfügbar. Das Risiko wird durch das implementierte Risikomanagementsystem kontinuierlich analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen werden entwickelt. Momentan wird das Risiko als erhöht eingestuft.
- lT Verfügbarkeit: car2go ist sehr stark von der Verfügbarkeit seiner IT-Systeme (Backend, Headunit) und des Mobilfunknetzes abhängig. Beide IT-Systeme sind zur mobilen Anmietung der car2go-Fahrzeuge zwingend erforderlich. Fahrzeuge sind nur über das mobile Netz an- und abmietbar. Es muss stets gewährleistet sein, dass die IT-Systeme jederzeit verfügbar sind. Durch vorgenommene Gegenmaßnahmen, wie z.B. die Umstellung auf kleinere Serviceeinheiten (Micro-Services), wird das Ausfallrisiko des gesamten IT-Systems deutlich reduziert und damit als gering eingestuft.
- Risiko durch Diebstahl und Betrug: Aufgrund der hochwertigen Mercedes-Benz und BMW Fahrzeuge in der Flotte besteht ein erhöhtes Risiko von Diebstahl und Betrug bzw. von einem vermehrten Verlust von Fahrzeugen. Diesem wird durch stringentes Risikomanagement und Customer Relationship Management entgegengewirkt. Momentan wird das Risiko als erhöht eingestuft.
- Eintritt neuer Wettbewerber durch Deregulierung des Mobilitätsmarkts: Aufgrund der Deregulierung des Mobilitätsmarkts durch die Verkehrsministerien ist ein vermehrtes Eintreten von weiteren On-Demand-Mobilitätsdienstleistungen sowie Micromobility-Anbietern (Scooter, Roller, Fahrräder) zu erwarten. Durch die potenziellen neuen Wettbewerber wird der Wettbewerbsdruck auf dem Mobilitätsmarkt erhöht. Dieser Wettbewerbsdruck könnte negative Auswirkungen auf die Auslastung, die Anzahl der Fahrten sowie das Preisniveau und damit auf die Profitabilität haben. Momentan wird das Risiko als erhöht eingestuft.
- Zahlungsfähigkeit: Die Finanzierung der car2go Group erfolgt ausschließlich über Zuzahlungen in die Kapitalrücklage durch die Gesellschafterin. Die car2go Deutschland hat sich in einer Patronatserklärung vom 30. Juli 2019 dazu verpflichtet, die car2go Group dergestalt mit Liquidität auszustatten, dass die car2go Group stets in der Lage ist, ihre gegenwärtigen und zukünftigen Verbindlichkeiten gegenüber ihren gegenwärtigen und zukünftigen Gläubigern in vollem Umfang und fristgerecht zu erfüllen, wenn und soweit die car2go Group hierzu aus eigenen Mitteln nicht in der Lage ist. Die Vereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2020 und ist der Höhe nach auf € 50,0 Mio während der Laufzeit begrenzt. Vor diesem Hintergrund wird das Risiko als gering eingestuft.

4.2 Chancenbericht

Durch die positive Entwicklung des Carsharing Marktes im Jahr 2018 und der weiterhin positiven Entwicklungsprognose rechnet die car2go Group auch für das dem Berichtzeitraum folgende Jahr mit einem Wachstum.

Mit folgenden Maßnahmen werden die Wachstumschancen im Geschäftsjahr 2019 verfolgt:

- Joint Venture: Durch das Joint Venture mit "DriveNow", welches zum 31. Januar 2019 gegründet wurde, erwartet man auf lange Sicht Synergien im operativen Bereich. Durch den Zusammenschluss von car2go und DriveNow wird einerseits die Flotte durch BMW-Fahrzeuge ergänzt und andererseits wird das Städteportfolio erweitert. Dadurch gewinnt die neue Marke an Strahlkraft und Wiedererkennungswert. Die zusätzlich erschlossenen Nutzergruppen könnten für eine höhere Auslastung der Fahrzeuge sowie für steigende Kundenzahlen sorgen. Die beiden Mutternehmen haben bereits für die kommenden Jahre Investitionen zugestimmt.
- Flottenmix: Im Geschäftsjahr 2019 wird der gesamte Flottenmix ausgeweitet und in den bereits eingeflotteten Ländern noch attraktiver gestaltet. Generell wird die Verfügbarkeit dieses Modells durch weitere Einflottungen an neuen Standorten gesteigert werden. Durch die Einführung der Mercedes-Benz Modelle und die Bereitstellung des durch car2go-Nutzer gewünschten Flottenmixes wird mit einer höheren Auslastung der Fahrzeuge und einer höheren Mietdauer je Mietvorgang gerechnet.
- Produktgestaltung: Durch eine Flexibilisierung der Preispolitik und die kontinuierliche Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten im Bereich Validierung wird ein neues Produkterlebnis für car2go-Nutzer geschaffen.
- Marketing: Durch die kontinuierliche Optimierung der Marketingkanäle werden ein höheres Kundenwachstum sowie eine höhere Kundenbindung erreicht. Des Weiteren erfolgt eine Weiterentwicklung des Customer Relationship Managements, um den Kunden noch effektiver und langfristig an den Service zu binden. Ein großes Wachstumspotential sieht das Management im Bereich der Geschäftskunden. Mit der weiteren Optimierung des Verkaufsmodells werden auch Angebote für Geschäftskunden entwickelt.
- Schadensfälle: Entwicklung eines sog. Damage Tools zur automatisierten Dokumentation und optimierten Abwicklung von Schadensfällen, Reparaturen und Versicherungsbeiträgen mit dem Ziel der Kostensenkung.
- car2go und Städte: car2go ist in ständigem Austausch mit den verantwortlichen lokalen Ansprechpartnern der europäischen Standorte, um sein Angebot für seine Nutzer zu optimieren.
- Erschließung zusätzlicher Märkte: Es wird erwartet, dass sich der starke Zuwachs des Carsharing-Markts in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Aus diesem Grund sieht car2go Chancen, durch einen Auftritt auf neuen lokalen Märkten ein höheres Wachstum zu erreichen.

Aufgrund der vorgenommenen Maßnahmen werden die Wachstumschancen als hoch eingestuft.

Die Stärken Bekanntheitsgrad, attraktive Fahrzeugflotte und kundenorientierter Service werden kontinuierlich ausgebaut und optimiert. Durch die Weiterentwicklungen wird eine positive Geschäftsentwicklung unterstützt.

5 Prognosebericht

Für die car2go Group wird ein EBIT von ca. € -26,0 Mio zum 31. Dezember 2019 erwartet.

Für das folgende Jahr hat car2go weiterhin den Kunden im Blick und möchte durch einen neuen Markenauftritt und ein gestärktes Marketing ein höheres Kundenwachstum und eine höhere Kundenbindung erreichen. Zudem wird der car2go Flottenmix entsprechend den Kundenbedürfnissen weiter optimiert. In Europa und Nordamerika, ohne China, wird ein Kundenwachstum auf ca. 3,6 Mio Kunden bis zum 31. Dezember 2019 erwartet. Bis Ende 2019 werden 31,4 Mio absolute Mietvorgänge angestrebt.

Der Ausbau der Marktführerschaft sowie die Ausweitung und Intensivierung der Geschäftstätigkeit sind die Zielsetzungen für das folgende Jahr. Die Auslastung der car2go Flotte soll bis Ende 2019 auf ca. 13,7 % ansteigen

Durch die Fusion mit "DriveNow", die im Dezember endgültig durch das US-Kartellamt bestätigt wurde, erwartet man positive Effekte auf zukünftige Umsatzerlöse bzw. EBIT aus Kosteneinsparungen und Bündelung von Kräften auf dem ständig wachsenden Carsharing-Markt. Durch die Erweiterung der Fahrzeugflotte und die Nutzung einer App, in welcher sowohl Fahrzeuge von Daimler als auch von BMW angeboten werden, wird die Verfügbarkeit der Fahrzeuge positiv beeinflusst. Durch die Kombinierung des technologischen und operativen Know-hows der zwei führenden Anbieter wird zudem das Reservieren sowie das Vermitteln optimiert und weiter verbessert.

Die im Zuge der Joint Venture Gründung getätigten Kapitaleinlagen von BMW und Daimler sichern nicht nur die Zahlungsfähigkeit der car2go Group, sondern ermöglichen der Gesellschaft darüber hinaus weitere zielgerichtete Investitionen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit und Marktposition. Zusammenfassend wird Carsharing durch den Zusammenschluss von car2go und DriveNow in der Zukunft noch attraktiver gestaltet.

Die Planung der car2go Group erfolgt ausschließlich nach IFRS. Da sich für die Planzahlen jedoch keine wesentlichen Unterschiede ergeben, wird sich das HGB Ergebnis gleichlaufend zum IFRS Ergebnis entwickeln.

 

Leinfelden-Echterdingen, 30. Juli 2019

car2go Group GmbH

Die Geschäftsführung

Olivier Reppert

Stefan Glebke

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die car2go Group GmbH, Leinfelden-Echterdingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der car2go Group GmbH, Leinfelden-Echterdingen - bestehend aus der Bilanz für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der car2go Group GmbH für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2018 und
- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 31. Juli 2019

KPMG AG
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