Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 66948
Vorher
Magan Holding Germany GmbH
Eingetragen
25.3.2002
Branche
Herstellung von Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und DesinfektionsmittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Maschinen und GerätenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von landwirtschaftlichen Grundstoffen, lebenden Tieren, textilen Rohstoffen und Halbwaren
Gegenstand
die Entwicklung, Registrierung und Zulassung von Chemikalien jeder Art und Gattung und von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, insbesondere Produkten auf Basis organischer und anorganischer Chemikalien in besonders reiner Form, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel - wie Pestizide, Herbizide, Insektizide, Fungizide und Waschstumgsregulierer -, und Saatgut. Weiterhin umfasst sind Produktion, Lagerung und Vertrieb dieser Produkte, einschließlich der zu deren Applikation benötigten Maschinen und Dienstleistungen, sowie auch die Tätigkeiten als Exporteur, Importeur, Handelsvertreter, Handelsmakler, Großhändler und Einzhelhändler für diese Produkte. Des Weiteren sind umfasst Diestleistungen im Bereich Marketing und Werbung, insbesondere für landwirtschaftliche Betriebsmittel und Chemikalien jeder Art und Gattung.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Arjan van Cruchten
seit 28.10.2025
Prokura
Johannes Bestman
seit 9.9.2022
Geschäftsführer
René Trienekens
seit 27.12.2021
Prokura
Norbert Dr. Schlang
seit 27.12.2021
Prokura
Thomas Dr. Stöber
seit 4.6.2020
Prokura
Prokura
Martin Vaupel
seit 18.7.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
ADAMA Agriculture B.V.NLD
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

ADAMA Agriculture B.V.
Netherlands
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ADAMA Deutschland GmbH

Köln

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht 2023

der Firma ADAMA Deutschland GmbH

Köln

1. Das Unternehmen

Kerngeschäft der ADAMA Deutschland GmbH (ADAMA oder ADD) ist der Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern für Getreide, Zuckerrübe, Raps, Mais und für Sonderkulturen. Im Jahr 2023 führte die ADD ihre neue Carboxamid-Lösung "AVAS-TEL-PACK" für die Getreidekulturen ein und ist damit wieder sehr breit aufgestellt im Getreidefungizid-Segment. Gleichzeitig gelang es mit "FOLPAN 500 SC" ein sehr wichtiges Produkt für die Landwirtschaft in der Gerste zu registrieren. ADAMA bietet damit das einzige Kontaktfungizid an, um die bedeutsame Krankheit "Ramularia collo-cygni" in der Gerste zu bekämpfen. Die Gesellschaft vertreibt die entsprechenden Produkte in Deutschland, Österreich und in begrenztem Umfang auch in der Schweiz. Die Zweigniederlassung in Bad Erlach (Österreich) besteht mit 2 Mitarbeitern (Vorjahr 2 Mitarbeiter) unverändert fort. Der Umsatz der Zweigniederlassung beträgt TEUR 3.223 und liegt unter dem Vorjahr mit TEUR 3.990, was auf hohe Handelsbestände, negative Witterungsbedingungen und hohen Wettbewerbsdruck zurückzuführen ist. Die ADD ist ein reines Distributionsunternehmen mit begrenztem Eigenrisiko. Sie fungiert als "Limited Risk Distributor".

2. Wirtschaftsbericht

Das Geschäftsjahr 2023 war von einem anhaltend hohen Inflationsniveau (5,9 %) 1 sowie weiteren Leitzinssteigerungen der EZB auf 4,5 % geprägt 2. Der deutliche Anstieg von Kapitalkosten und die nicht optimalen ackerbaulichen Rahmenbedingungen führten dazu, dass historische Lagerhöchstbestände auf den Handelsstufen aufgebaut wurden, die im Schnitt zu geringeren zusätzlichen Verkäufen der Industrie an den Handel führten.

Die ADAMA Deutschland GmbH schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von TEUR 133.607 ab. Damit liegen die Umsatzerlöse 2023 um 13,0 % unter den Umsatzerlösen des Vorjahres von TEUR 153.623, insbesondere durch Umsatzrückgänge in den Produktgruppen Glyphosat, Getreideherbizide (Frühjahr und Herbst) sowie Rapsherbizide aufgrund der ungünstigen Witterungsbedingungen und historischen Lagerhöchstbestände auf den Handelsstufen. Der Umsatz im Pflanzenschutzmarkt in Deutschland lag um 6,2 % unter dem Vorjahr (Zahlen IVA Jahresbericht 2023). Die ADAMA Deutschland GmbH hat sich im Direktgeschäft schwächer als der Markt entwickelt, was sich daran zeigt, dass der Share of Wallet der ADAMA Deutschland GmbH um 1,3 %-Punkte gegenüber Vorjahr gesunken ist.

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
2 https://www.ecb.europa.eu/press/pressconf/shared/pdf/ecb.ds230914~bfc89c4456.de.pdf

Im Winter 2022/2023 war das Wetter teils mild und zeitweise kalt. Die Ackerbaukulturen überstanden den Winter ohne signifikante Auswinterungsschäden. Der Frühling begann im März trocken und kalt, gefolgt von ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen bis April, bevor sich ab der zweiten Maihälfte wärmeres und trockenes Wetter durchsetzte. Der Sommer 2023 war im Gegensatz zu früheren Jahren insgesamt zu feucht, was in einigen Regionen zu Ernteausfällen führte. Die Ernte von Raps und Getreide lag insgesamt leicht unter dem Durchschnitt von 2022. Während im Schnitt der Kulturen Getreide, Raps, Mais und Zuckerrübe in den Segmenten Fungizide 1 %-Punkt und Herbizide 2 %-Punkte Marktanteil eingebüßt wurden, konnten im Segment Insektizide die Marktanteile um 2 %- Punkte auf insgesamt 13 % gesteigert werden. Aufgrund vorgezogener Käufe von Landwirten sowie der Witterung kam es im Jahr 2023 zu einem erheblichen Bestandsaufbau beim Handel um rund 16 %.

Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 300 auf TEUR 1.374. Dies ist in Anbetracht des rückläufigen Umsatzes kontraintuitiv. Dies liegt daran, dass es im Jahr 2022 einen Sondereffekt durch ein Impairment eines nicht mehr vermarktbaren Produktes in Höhe von TEUR 1.372 gab. Wenn das Ergebnis vor Steuern aus 2022 um diesen Betrag bereinigt wird, ergibt sich das erwartete Bild, dass das Ergebnis vor Steuern im Jahr 2023 niedriger als im Vorjahr ist. Eine detaillierte Beschreibung der Effekte findet sich im Bereich der Ertragslage im nächsten Kapitel.

Die interne Steuerung erfolgt anhand der für das konzerninterne Reporting ermittelten Kennzahlen nach IFRS, dabei stellt der Umsatz neben dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator dar. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren finden für die Unternehmenssteuerung keine Berücksichtigung und werden somit in diesem Lagebericht nicht erläutert.

3. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Der Geschäftsverlauf war im Jahr 2023 aufgrund nicht optimaler ackerbaulicher Rahmenbedingungen sowie historischer Lagerhöchstbestände auf Handelsebene und damit einhergehender Umsatzrückgänge insgesamt nicht ganz zufriedenstellend und lag unter den gesetzten Erwartungen.

Die Umsätze der ADD haben sich auf TEUR 133.607 (Vorjahr: TEUR 153.623) reduziert. Maßgeblich für die Reduktion ist der Umsatzrückgang bei Glyphosat, Getreideherbiziden im Frühjahr und Herbst sowie bei den Rapsherbiziden aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen und historischer Lagerhöchstbestände auf Handelsebene. Im Großhandelsgeschäft ist der Share of Wallet leicht gesunken. Die ADD hat sich damit leicht schwächer als der Markt entwickelt (IVA-Jahresbericht 2023).

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um TEUR 800 beruht im Wesentlichen mit TEUR 1.323 aus niedrigeren Erträgen aus den Auflösungen von Rückstellungen. Gegenläufig haben sich die Erträge aus Weiterbelastungen an Konzerngesellschaften in diesem Geschäftsjahr um TEUR 531 erhöht.

Der Materialaufwand ist im Berichtsjahr auf TEUR 109.479 gesunken (Vorjahr: TEUR 128.742), was insbesondere durch den niedrigeren Umsatz bedingt ist. Weiterhin war der Materialaufwand des Vorjahres in Höhe von TEUR 1.372 aus der Abschreibung eines nicht mehr vermarktbaren Produktes belastet.

Der Personalaufwand sank im Berichtsjahr auf TEUR 12.617 (Vorjahr: TEUR 13.143), insbesondere aufgrund von geringeren Bonusaufwendungen bedingt durch die Unternehmensperformance.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen betrugen TEUR 3.000 (Vorjahr: TEUR 2.967) und sind damit leicht gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 13.801 lagen über dem Niveau des Vorjahres (TEUR 13.583). Hierfür maßgeblich sind die gestiegenen Aufwendungen für den Forderungsverkauf infolge gestiegener Marktzinsen (Anstieg um TEUR 898) sowie höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (Anstieg um TEUR 493). Gegenläufig sind die Aufwendungen für Marketing (Reduktion um TEUR 375) und Logistik (Reduktion um TEUR 285) durch den Umsatzrückgang reduziert worden, ebenfalls sind die Aufwendungen im Bereich Verwaltung zurückgegangen (Reduktion um TEUR 252).

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) hat sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 1.374 gesteigert (Vorjahr: TEUR 1.074). Dies resultiert in der Summe aus den oben genannten Effekten. Das EBIT war mit TEUR -535 (Vorjahr: TEUR 744) negativ, da sich für das Geschäftsjahr 2023 ein deutlich höheres Zinsergebnis in Höhe von TEUR 1.909 (Vorjahr: TEUR 330) ergibt.

In Summe hat die ADD für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresüberschuss von TEUR 751 (Vorjahr: TEUR 587) erwirtschaftet.

Der Rückgang des Anlagevermögens auf TEUR 1.120 (Vorjahr: TEUR 3.631) ist im Wesentlichen auf die planmäßige Abschreibung auf entgeltlich erworbene Konzessionen im Geschäftsjahr (TEUR 2.509) zurückzuführen. Neuinvestitionen in Konzessionen gab es nicht.

Die Vorräte erhöhten sich deutlich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 9.888 auf TEUR 42.797. Dies resultierte im Wesentlichen aus dem Effekt, dass aufgrund der nicht optimalen ackerbaulichen Rahmenbedingungen und der hohen Lagerbestände auf den Handelsstufen die bevorrateten Produkte nicht wie geplant verkauft werden konnten.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.549 auf TEUR 9.119, insbesondere durch den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 4.863). Der Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Entwicklung der Umsatzerlöse. Gegenläufig erhöhten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf TEUR 6.295 (Vorjahr: TEUR 3.061), insbesondere durch Intercompany-Produktaustausche zur Working-Capital-Optimierung.

Das Eigenkapital der Gesellschaft beläuft sich auf TEUR 32.855 (Vorjahr: TEUR 32.103). Die Eigenkapitalquote liegt zum Bilanzstichtag bei 54,6 % und hat sich im Vergleich zum Vorjahr (33,6 %) deutlich erhöht. Die Erhöhung des Eigenkapitals resultiert aus dem im Geschäftsjahr erwirtschafteten Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 751.

Die Rückstellungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 5.278 auf TEUR 17.343, was auf den Rückgang der Umsatzerlöse zurückzuführen ist und damit einhergehend auf Anpassungen in den Rückstellungen für Abnehmer.

Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich deutlich auf TEUR 9.999 (Vorjahr: TEUR 40.062), insbesondere durch den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund einer aus Working-Capital-Sicht optimierten Bevorratung für das kommende Frühjahrsgeschäft auf TEUR 8.076 (Vorjahr: TEUR 26.463) sowie durch den Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten auf TEUR 285, insbesondere durch Rückzahlungen von Verbindlichkeiten aus dem Forderungsverkauf (Vorjahr: TEUR 10.654).

Die Zahlungsfähigkeit der ADD im Geschäftsjahr 2023 war zu jeder Zeit gegeben. Dies wird nach derzeitiger Einschätzung auch im Geschäftsjahr 2024 der Fall sein. Forderungsverluste waren im Geschäftsjahr 2023 nicht zu verzeichnen, zudem sind die Forderungen über die bestehende Warenkreditversicherung abgesichert.

4. Forschung und Entwicklung

Die externen Aufwendungen für Forschungs- und Entwicklungskosten von Pflanzenschutzmittel betrugen TEUR 3.076 (Vorjahr: TEUR 2.583), ohne Berücksichtigung von Verwaltungs- und Personalkosten im Bereich Registrierung, Produktstrategie und Entwicklung. Insgesamt arbeiten im Durchschnitt 42 Personen in den Bereichen. Da die ADD als sogenannter "Limited Risk Distributor" (LRD) fungiert, werden die oben genannten Aufwendungen für neue Projekte an die entsprechenden Konzerngesellschaften weiterbelastet. Der Zulassungsstau bei den Registrierungsbehörden, der in der Vergangenheit zu einer starken Verzögerung bei der Zulassung von neuen Produkten führte, hat sich reduziert. Nach wie vor sind jedoch die Zulassungen nicht fristgerecht erteilt worden und oftmals sind juristische Auseinandersetzungen unausweichlich. Diese Prozesse (Gerichtsverfahren und Widerspruchsverfahren) sind außerordentlich langwierig und brauchen mindestens 12 Monate, führen aber letztlich zum Erfolg. Im Berichtsjahr wurden in Deutschland 4 neue Produkte zugelassen und in Österreich 3 Indikationserweiterungen.

5. Investitionen

Investitionen fanden im Wesentlichen zur Erneuerung der EDV-Ausstattung statt, sowohl im Bereich Hardware als auch Software; ebenfalls wurde in die Büroausstattung investiert (siehe I. Immaterielle Vermögensgegenstände und II. Sachanlagen im Anlagengitter). Sämtliche Anschaffungen wurden selbst finanziert.

6. Risikobericht

Bestandsgefährdende Risiken für die Unternehmensentwicklung werden im aktuellen Geschäftsjahr 2024 derzeit nicht gesehen. Die Energiepreise 3 entwickelten sich seit dem 4. Quartal 2021 nach oben und bewegten sich im Jahr 2023 auf einem immer noch hohen Niveau, auch wenn sich teilweise Entspannungen abzeichneten. Dieser Preisanstieg ist zugleich ein zentraler Faktor dafür, dass sich die Inflationsrate mit 5,9 % 4 weiterhin auf einem historisch hohen Niveau befindet. Infolgedessen haben sich auch die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel seit 2021 (+10,0 %) stetig erhöht, mit dem Höchstniveau im Jahr 2022 mit +29,0 % 5. Im Jahr 2023 hat sich das Bild erstmals gedreht. Die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel sind im Vergleich zu 2022 um 3,7 % zurückgegangen 6. Während sich die Energiekosten weiterhin, trotz positiver Entwicklungen im Jahr 2023, auf einem hohen Niveau bewegen, haben sich bei Düngemitteln deutlichere Preisverbesserungen ergeben. Ebenfalls zeichnen sich deutlichere Preisreduktionen im Bereich der Futtermittel ab. Die Preise für Pflanzenschutzmittel erhöhten sich ebenfalls deutlich, hier zeichneten sich im Durchschnitt keine Entspannungen ab 7 , was sich jedoch sehr unterschiedlich von Hersteller zu Hersteller und Segment darstellt.

3 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Publikationen/Energiepreise/statistischer-bericht-energiepreisentwicklung-5619001241015.xlsx?__blob=publicationFile
4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html
5 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Landwirtschaftspreisindex-Forstwirtschaftspreisindex/Tabellen/Einkaufspreise-Landwirtschaft.html#241776
6 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Landwirtschaftspreisindex-Forstwirtschaftspreisindex/Tabellen/Einkaufspreise-Landwirtschaft.html#241776
7 https://www-genesis.destatis.de/genesis//online?operation=table&code=61221-0003&bypass=true&levelindex=0&levelid=1714296526300#abreadcrumb

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte stiegen seit Kriegsbeginn in der Ukraine deutlich an und unterliegen seitdem größeren Schwankungen, verharren aber weiterhin auf hohem Niveau 8. Die Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe wird sich aufgrund stark schwankender Preise auf der Verkaufs- und Inputseite sehr inhomogen entwickeln, da Ein- und Verkaufszeitpunkte oftmals nicht miteinander verbunden sind. Dennoch sind im mehrjährigen Vergleich steigende Betriebsergebnisse realisiert worden und weiterhin sind überdurchschnittliche Betriebsergebnisse zu erwarten, wenn auch der Druck steigt 9. Weiterhin wird die Ertragslage maßgeblich durch die geopolitische sowie die Klima- und Wettersituation der vergangenen Jahre und des Jahres 2023 für die Landwirtschaft sowie deren vor- und nachgelagerten Bereiche beeinflusst. Bedingt durch diese Inhomogenität wird die Konsolidierung auf Ebene der Landwirtschaft und auf der Kundenseite zu konzentrierten und größeren Nachfrageeinheiten konsequent weiter voranschreiten. Parallel steigt durch einen zunehmend generisch werdenden Markt der Wettbewerbsdruck auf der Anbieterseite. Im Ergebnis führen beide Tendenzen zu einem deutlich erhöhten Wettbewerbsdruck, welcher die Ertragsfähigkeit unseres Geschäftes weiterhin herausfordern wird.

Für das Jahr 2024 wird erwartet, dass die Erzeugerpreise, aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten und durch Wetterextreme, in deren Folge das Angebot unter Druck gerät, deutlicheren Schwankungen unterliegen, mit der Tendenz zu Preissenkungen. Vergleichbar gilt dies jedoch auch für die Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel (Energie, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel u.a.). Im Bereich Pflanzenschutzmittel zeichnen sich deutlichere Preissenkungen aufgrund von hohen Beständen auf Handelsebene und deutlichen Überkapazitäten in Produktionsländern wie China ab, sodass sich der Markt zu einem Käufermarkt dreht. Durch beide Effekte sollte sich die Rentabilität im Ackerbau, in Abhängigkeit von den Erträgen, vom Einkaufszeitpunkt der Betriebsmittel und vom Verkaufszeitpunkt der Ernteerzeugnisse dennoch auf überdurchschnittlichem Niveau bewegen, wobei die Entwicklung einzelbetrieblich deutlich variieren kann.

8 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/_Grafik/_Interaktiv/erzeugerpreisindexlandw-produkte.html
9 https://www.situationsbericht.de/5/52-buchfuehrungsergebnisse

Die zuvor angesprochenen Überkapazitäten in China und in anderen Produktionsländern im Bereich Fertigung von Pflanzenschutzmitteln und weltweit hohe Bestände auf den verschiedenen Handelsstufen führen zu einem intensivierten Wettbewerbsdruck bei der Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln. Engpässe, die im Jahr 2022 noch vorhanden waren, entlang der gesamten Supply Chain, stellen kein großes Thema mehr dar. Ein zunehmendes Risiko stellen jedoch geopolitische Einflüsse und Wetterextreme dar, die schwer eingeschätzt, aber das Geschäft maßgeblich beeinflussen können.

Daneben stellen die nach wie vor schwer kalkulierbaren Bearbeitungszeiten von Zulassungsanträgen durch die zuständigen Zulassungsbehörden ein Risiko für das in den nächsten Jahren geplante Wachstum dar. Insbesondere personelle Engpässe in der Rechtsabteilung des BVL führen zu einer erheblich verspäteten Ausstellung der Bescheide.

Allerdings haben die gerichtlichen Urteile zu nicht-EU-harmonisierten Bewertungspraktiken dazu beigetragen, für mehr Klarheit zu sorgen. Dieser Trend wird sich fortsetzen und für mehr Rechtssicherheit sorgen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass nun die Anforderungen geringer werden. Neue Guidance-Dokumente und Bewertungsansätze auf EU-Ebene setzen aktuelle Zulassungsprojekte unter Druck. Ferner wird der Verlust wichtiger Wirkstoffe in Zukunft zunehmen. Einige Anwendungsgebiete können kaum noch adäquat adressiert werden. Diese Versorgungslücken werden vermehrt durch Notfallzulassungen adressiert.

7. Chancenbericht

Chancen resultieren insbesondere aus einer weiterhin verstärkten Kooperation innerhalb der Syngenta Group. Hier wird die Kooperation insbesondere in den Bereichen Produktregistrierung, Beschaffung und Produktion intensiviert und positive Einflüsse sind sichtbar. Weiterhin ergeben sich Chancen aus den veränderten Marktgegebenheiten, da die aus verschiedenen Fusionen, Übernahmen und Umstrukturierungen entstehenden Veränderungen beim Wettbewerb zu Verunsicherungen auf Kundenseite führen, der wir als stabiler und verlässlicher Partner weiterhin positiv gegenüberstehen. Gerade in den letzten Jahren konnten wir hier durch sehr hohe Zuverlässigkeit in volatilen Märkten ein stabiles - auf Vertrauen gebautes - Fundament festigen.

8. Prognosebericht

Der Umsatz im Jahr 2024 wird sich nach der aktuellen Prognose mit TEUR 133.352 auf Vorjahresniveau belaufen (Geschäftsjahr: TEUR 133.607). Überdurchschnittliche Bestände auf den Handelsebenen und ein zögerliches Einkaufsverhalten sind weiterhin bestimmende Themen, genauso wie extreme Witterungsbedingungen, die regional ganz unterschiedlich ausfallen können.

Dies zeigt sich bereits in der aktuellen Entwicklung des bisherigen Geschäftsverlaufs im Frühjahr. Die Wasserspeicher wurden durch intensive Niederschläge im Frühjahr gut gefüllt, was sich aber regional ganz unterschiedlich darstellt. Insbesondere im Nord-Osten und im Süden zeichnen sich bereits erkennbar trockene Böden ab. Einhergehend mit den Niederschlägen und zugleich einer überdurchschnittlich hohen Durchschnittstemperatur wird die Verbreitung von Fungiziden im Getreide begünstigt. Hingegen ist die Aussaat im Bereich des wichtigen Segments der Zuckerrübe tendenziell um mehrere Wochen verzögert gestartet. Daher ist die Saison verspätet. Bei den Verkäufen bewegen wir uns, wie erwartet, hinter dem Vorjahr im Zeitvergleich, aufgrund vorsichtiger Bevorratung auf Handelsebene und weiterhin hohen Beständen, die zunächst abgebaut werden, was wir bereits im Budget berücksichtigt haben. Zugleich herrscht ein extremer Wettbewerb auf allen Stufen, da sich auch die Wirkstoffpreise durch Überkapazitäten auf sinkendem Niveau bewegen. Dies zeigt sich auch an den aktuellen IVA-Daten in den ersten vier Monaten des Jahres 2024, laut denen die Nettoinlandsumsätze der Industrie an den Handel deutlich gesunken sind. Die ADD hat ihren relativen Anteil hingegen leicht ausgebaut.

Weiterhin ist die ADD im Jahr 2024 in ihrem Kernmarkt breit aufgestellt. Die ADD startete im vergangenen Jahr wieder mit einem Carboxamid im Getreide ("AVAS- TEL-PACK") und ist damit im Getreidefungizid-Segment gut positioniert. Gleichzeitig gelang es im vergangenen Jahr mit "FOLPAN 500 SC" ein sehr wichtiges Produkt für die Landwirtschaft in der Gerste zu registrieren. ADAMA bietet damit das einzige Kontaktfungizid an, um die bedeutsame Krankheit "Ramularia collocygni" in der Gerste zu bekämpfen. Mit beiden Produkten ist es das Ziel, in 2024 Marktanteile zu gewinnen. Darüber hinaus ist 2024 ein wichtiges Jahr, um neue Produkteinführungen, die in 2025 gelauncht werden sollen, vorzubereiten.

Der Materialaufwand wird sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf TEUR 109.834 belaufen (Geschäftsjahr: TEUR 109.479). Als Limited Risk Distributor kaufen wir den Großteil unserer Produkte bei den Konzerngesellschaften zu Transferpreisen ein. Der geplante und sich parallel entwickelnde Umsatz im Jahr 2024 geht entsprechend mit vergleichbaren Materialaufwendungen einher.

Der Personalaufwand wird sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf TEUR 13.043 belaufen (Geschäftsjahr: TEUR 12.617) und damit leicht ansteigen, insbesondere durch Ganzjahreseffekte von Personaleinstellungen im Jahr 2023, aber auch durch Restrukturierungsmaßnahmen im Jahr 2024.

Der Abschreibungsaufwand wird sich voraussichtlich mit TEUR 400 (Geschäftsjahr TEUR 3.000) deutlich reduzieren, insbesondere durch die vollständige, aber planmäßige Abschreibung eines Anlagengutes im Bereich der gewerblichen Schutzrechte. Des Weiteren sind Erneuerungen der EDV-Ausstattung geplant, sowohl im Bereich Hardware als auch Software.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden sich im Jahr 2024 voraussichtlich auf TEUR 14.800 moderat erhöhen (Geschäftsjahr: TEUR 13.801), insbesondere durch höhere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und Aufwendungen aus dem Forderungsverkauf.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir als Residualgröße ein leicht positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Geschäftsjahr: TEUR -535), das sich aufgrund der zuvor beschriebenen Effekte über dem realisierten Ergebnis von 2023 bewegen wird.

Der ADAMA-Konzern hat seinen Hauptsitz in Israel und verfügt dort über drei Produktionsstätten. Nach dem 7. Oktober 2023 setzte das Unternehmen die Produktion in seinen weltweiten Produktionsstätten und in Israel fort, mit nicht signifikanten Einschränkungen. Diese Situation hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Fähigkeit des Unternehmens, seine Märkte zu bedienen, oder auf die konsolidierten Finanzergebnisse von ADAMA. 10

 

Köln, den 29. Mai 2024

Johannes Bestman,Geschäftsführer

10 https://s201.q4cdn.com/536806127/files/doc_financials/2023/q4/26/Q4_FY_2023-Financial-PR_FINAL_26-03-24.pdf

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte 177.501,20 202
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 519.915,01 3.049
697.416,21 3.251
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 422.815,65 380
1.120.231,86 3.631
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 42.796.777,17 32.909
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.961,50 4.863
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.294.743,21 3.061
3. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen 495.180,00 350
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.297.126,59 2.394
9.119.011,30 10.668
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.932.081,85 48.164
58.847.870,32 91.741
C. Rechnungsabgrenzungsposten 244.697,38 208
60.212.799,56 95.580

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25
II. Kapitalrücklage 55.436,51 55
III. Gewinnvortrag 32.022.974,09 31.436
IV. Jahresüberschuss 751.226,65 587
32.854.637,25 32.103
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.685,00 3
2. Steuerrückstellungen 129.929,12 349
3. Sonstige Rückstellungen 17.209.743,37 22.267
17.341.357,49 22.619
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.637.215,06 2.945
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.076.224,79 26.463
3. Sonstige Verbindlichkeiten 285.388,60 10.654
9.998.828,45 40.062
D. Rechnungsabgrenzungsposten 781,08 1
E. Passive latente Steuern 17.195,29 795
60.212.799,56 95.580

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 Vorjahr
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 133.606.684,64 153.623
2. Sonstige betriebliche Erträge 4.755.502,75 5.556
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Waren 109.478.827,11 128.742
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 10.942.762,84 11.517
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.674.670,51 1.626
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 2.999.968,35 2.967
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 13.801.204,86 13.583
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.912.396,68 334
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.578,45 4
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 549.928,17 406
10. Ergebnis nach Steuern 823.643,78 668
11. Sonstige Steuern 72.417,13 81
12. Jahresüberschuss 751.226,65 587

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde wie im Vorjahr nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) §§ 242 ff. und 264 ff. und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH-Gesetz) erstellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Köln und ist unter der Nr. HRB 66948 im Handelsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 ist nach dem Gesamtkostenverfahren des § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Vorschriften und Wahlrechte zur Bewertung wurden unverändert zum Vorjahr wie folgt angewandt:

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen, angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 800 werden aktiviert und im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben (gemäß § 6 Abs. 2 EStG).

Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern als Grundlage für die planmäßigen Abschreibungen betragen:

Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände: 10 Jahre
Erworbene Konzessionen 2-10 Jahre
Kundenbeziehungen 10 Jahre
Sachanlagen 3-13 Jahre

Die Vorräte werden zu Anschaffungskosten oder mit den niedrigeren Werten am Abschlussstichtag angesetzt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und Liquide Mittel sind mit dem Nennbetrag bzw. Barwert angesetzt.

Latente Steuern werden für zeitlich begrenzte Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes von 32,45 %. Passive latente Steuern werden in Höhe von TEUR 17 bilanziert. Diese ergeben sich aus dem Unterschied zwischen Handels- und Steuerbilanz bezüglich der Wertansätze von Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten, von Pensionsrückstellungen, von Rückstellungen für Altersteilzeit, Gewährleistungen und sonstigen Personalrückstellungen sowie aus Nachaktivierungen im Anlagevermögen.

Die Pensionsrückstellung wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und der Berücksichtigung der unternehmensindividuell bestimmten Fluktuationsrate und erwarteter Lohn-, Gehalts- und Rentensteigerungen ermittelt. Der Zinssatz entspricht dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen nach den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung.

Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung wurden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet, soweit deren Restlaufzeit ein Jahr oder weniger beträgt.

3. Erläuterungen zum Jahresabschluss

Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023 ist dem Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) zu entnehmen.

Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen TEUR 32 (Vorjahr TEUR 4.863).

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 6.295 (Vorjahr TEUR 3.061). Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen betragen TEUR 495 (Vorjahr TEUR 350). Bei diesen handelt es sich ebenfalls um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus Umsatzsteuerforderungen in Höhe von TEUR 2.122 (Vorjahr TEUR 2.182) und Steuerforderungen aus Körperschaftsteuer in Höhe von TEUR 140 (Vorjahr TEUR 151).

Das im Handelsregister eingetragene Stammkapital beträgt TEUR 25 (Vorjahr TEUR 25).

Der Gewinnvortrag beträgt TEUR 32.023 (Vorjahr TEUR 31.436).

Das Eigenkapital enthält nicht ausschüttungsfähige Beträge in Höhe von TEUR 178 (Vorjahr TEUR 203) für aktivierte selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie TEUR 1 (Vorjahr TEUR 5) aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe eines pauschalen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe eines pauschalen Zinssatzes aus den vergangenen 7 Geschäftsjahren.

Der Bewertung der Pensionsrückstellungen lagen folgende Prämissen zu Grunde:

Rechnungszins (10-Jahres-Durchschnitt): 1,83 %

Erwartete Inflationsrate/Rententrend: 2,00 %

Der Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen gem. § 253 Abs. 2 HGB beträgt TEUR 146. Er wird mit Vermögensgegenständen (Ansprüche aus Rückdeckungsversicherung) mit einem beizulegenden Zeitwert von TEUR 144 verrechnet, die ausschließlich der Erfüllung der Pensionsrückstellungen dienen und daher als Deckungsvermögen gem. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB klassifiziert werden.

Nach Verrechnung der Pensionsrückstellungen mit den Ansprüchen aus Rückdeckungsversicherungen aus langfristigen Versorgungszusagen ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensberechnung in Höhe von TEUR 2 (Vorjahr passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 3).

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Jahresrückvergütungen an Abnehmer 14.314
Mitarbeiterbezogene Rückstellungen 1.630
Leergut-Rücknahmesysteme 42
Übrige Rückstellungen 1.224
17.210

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten und Besicherungen auf:

davon mit einer Restlaufzeit von
Gesamtbetrag 31.12.2023 bis zu 1 Jahr von 1 bis 5 Jahren über 5 Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.637 1.637 0 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.076 8.076 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 0 0 0 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 286 286 0 0
9.999 9.999 0 0

Die Verbindlichkeiten des Vorjahres hatten ebenfalls nur Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich ausschließlich um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 8.076 (Vorjahr TEUR 26.463).

Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen mit TEUR 180 (Vorjahr TEUR 191) Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer und mit TEUR 75 (Vorjahr TEUR 10.463) Verbindlichkeiten aus dem Forderungsverkauf.

Die passiven latenten Steuern resultieren primär aus den Unterschieden zwischen der handels- und steuerrechtlichen Bewertung des im Rahmen der im Geschäftsjahr 2014 erfolgten Verschmelzung übernommenen Nettovermögens. Der der Bewertung zugrundeliegende Steuersatz beträgt 32,45 %. Die passiven latenten Steuer betragen TEUR 17 (Vorjahr TEUR 795).

Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in 2023 betrugen TEUR 133.607 (Vorjahr TEUR 153.623):

• davon Inland TEUR 118.165 (Vorjahr TEUR 139.978)
• davon Ausland TEUR 15.442 (Vorjahr TEUR 13.645)
• davon EU TEUR 4.531 (Vorjahr TEUR 4.594)
• davon Drittland TEUR 10.911 (Vorjahr TEUR 9.051)
• davon Dienstleistungen TEUR 5.668 (Vorjahr TEUR 5.919)
• davon Warenlieferungen TEUR 127.939 (Vorjahr TEUR 147.704)

Der Posten sonstige betriebliche Erträge enthält periodenfremde Erträge in Höhe von insgesamt TEUR 14 (Vorjahr TEUR 5), sie betreffen Erträge aus Erstattungen von Gebühren und Ähnlichem.

Der Personalaufwand beinhaltet Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 53 (Vorjahr TEUR 106).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 2 (Vorjahr TEUR 0,2) sowie Kursverluste in Höhe von TEUR 8 (Vorjahr TEUR 2). Darüber hinaus enthalten sie Mindererlöse aus Anlagenabgang in Höhe von TEUR 32 (Vorjahr TEUR 8).

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten latente Steuererträge in Höhe von TEUR 778 (Vorjahr TEUR 866).

Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung ("Pillar Two") sehen eine Besteuerung der weltweiten Gewinne großer Unternehmen (mit mindestens Mio. EUR 750 Jahresumsatz) mit einem effektiven Steuersatz von mindestens 15 % vor. Technisch umgesetzt wird die globale Mindestbesteuerung über eine Primärergänzungssteuer, eine Sekundärergänzungssteuer sowie eine anerkannte nationale Ergänzungssteuer.

Das Gesetz zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz - MinStG), welches in Deutschland die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung beinhaltet, ist zum Bilanzstichtag bereits in Kraft getreten und grundsätzlich für alle Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2024 anzuwenden. Die ADAMA Deutschland GmbH fällt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen.

Die ADD hat auf Grundlage der aktuellen Informationen eine erste Analyse hinsichtlich der steuerlichen Auswirkung aus der globalen Mindestbesteuerungsregelung durchgeführt. Hieraus wurden nach aktuellem Verständnis der Rechtslage keine Effekte für die ADD identifiziert.

Im Geschäftsjahr wurden keine Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert. Insgesamt betragen die Forschungs- und Entwicklungskosten TEUR 3.076 (Vorjahr TEUR 2.583).

4. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung mit einem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unserer Gesellschaft haben sich nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht ergeben.

5. Sonstige Angaben

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer beträgt 111 (Vorjahr 111), davon ausgenommen sind Mitarbeiter, die sich im Erziehungsurlaub befinden. Die 111 Mitarbeiter im Jahr 2023 können in folgende Gruppen unterteilt werden:

davon 50 Frauen und 61 Männer

davon 33 in globalen Funktionen, 13 in EU-Funktionen und 65 in der Vertriebsorganisation

davon 100 in Vollzeit und 11 in Teilzeit beschäftigt

Am 1. September 2022 ist Johannes Bestman als alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Gesellschaft bestellt worden. Die Tätigkeit der Geschäftsführung entspricht der Organstellung.

Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wurde unter Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitglieder des Aufsichtsrates sind:

Herr Robert Williams, SVP Europe der ADAMA Agriculture BV, Amsterdam (NL), Niederlassung Schaffhausen, Schweiz, wurde mit Wirkung zum 16. März 2023 als Mitglied des Aufsichtsrats (Vorsitzender) der Gesellschaft abberufen.

Herr Sergio Dedominici Paz, EVP EAME der ADAMA Agriculture BV, Amsterdam (NL), Niederlassung Schaffhausen, Schweiz, wurde mit Wirkung zum 16. März 2023 als Mitglied des Aufsichtsrats (Vorsitzender) der Gesellschaft bestellt.

Herr Johannes Rupert, General Manager ADAMA Northern Europe B.V ., Leusden, Niederlande, seit 10. Februar 2017.

Herr Mark Sabine, Finance and Operations Director ADAMA Agricultural Solutions UK LTD., Reading, Berkshire, seit 10. Dezember 2018.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte werden in der Bilanz insoweit nicht angesetzt, als diese über einen Konzernvertrag an die Donegal Receivable Purchasing Limited, Irland, pauschal verkauft sind. Es handelt sich um eine revolvierende Transaktion. Das Veritätsrisiko verbleibt bei der ADAMA Deutschland GmbH. Zweck der Transaktion ist die Vorfinanzierung der saisonbedingt im Jahresverlauf stark schwankenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen einen Mietvertrag über bisher angemietete Räume in Köln (im Durchschnitt TEUR 43 pro Monat inkl. Nebenkosten für das Geschäftsjahr 2023 mit einer Endlaufzeit bis zum 31. Dezember 2026) und diverse Leasingverträge mit ARVAL Leasing und Deutsche Leasing über Kraftfahrzeuge (54 Verträge mit unterschiedlichen Restlaufzeiten, jedoch höchstens 63 Monate mit monatlichen Leasingraten von TEUR 29 pro Monat zum Bilanzstichtag).

Die Vergütung für Abschlussprüfungsleistungen für das Geschäftsjahr betrug TEUR 89.

Das direkte Mutterunternehmen der ADAMA Deutschland GmbH ist die ADAMA Agriculture B.V., Leusden/Niederlande. Insgesamt gehört die ADAMA Deutschland GmbH zur ADAMA-Gruppe. Seit Juni 2020 ist die ADAMA-Gruppe Mitglied der neu gegründeten Syngenta-Gruppe, eines weltweit führenden Unternehmens, das landwirtschaftliche Betriebsmittel, Pflanzenschutz, Saatgut, Düngemittel, zusätzliche landwirtschaftliche und digitale Technologien sowie ein modernes Vertriebsnetz in China anbietet. Seit August 2021 ist die Syngenta-Gruppe eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Sinochem, einem chinesischen Staatsunternehmen, das der Aufsicht der State-owned Assets Supervision and Administration Commission of the State Council (SASAC) untersteht. Als solches ist Sinochem der oberste kontrollierende Aktionär der ADAMA-Gruppe. Der ADAMA-Konzern hat seinen Hauptsitz weiterhin in Israel und wird weiterhin an der Börse von Shenzhen gehandelt, wobei er seine eigenständige Marke und Positionierung beibehält.

 

Köln, den 29. Mai 2024

Johannes Bestman, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte 251.721,72 0,00 0,00 251.721,72
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.631.347,23 217.149,97 26.775,27 18.821.721,93
3. Geschäfts- oder Firmenwert 10.207.308,62 0,00 0,00 10.207.308,62
29.090.377,57 217.149,97 26.775,27 29.280.752,27
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 964.460,63 303.852,07 118.579,55 1.149.733,15
30.054.838,20 521.002,04 145.354,82 30.430.485,42
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte 49.048,34 25.172,18 0,00 74.220,52
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.582.616,26 2.719.190,66 0,00 18.301.806,92
3. Geschäfts- oder Firmenwert 10.207.308,62 0,00 0,00 10.207.308,62
25.838.973,22 2.744.362,84 0,00 28.583.336,06
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 584.510,64 255.605,51 113.198,65 726.917,50
26.423.483,86 2.999.968,35 113.198,65 29.310.253,56
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte 177.501,20 202
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 519.915,01 3.049
3. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
697.416,21 3.251
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 422.815,65 380
1.120.231,86 3.631

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ADAMA Deutschland GmbH, Köln

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ADAMA Deutschland GmbH, Köln, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ADAMA Deutschland GmbH, Köln, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 29. Mai 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Martin Mißmahl, Wirtschaftsprüfer

Norbert Graetz, Wirtschaftsprüfer

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