KLS Martin International Holding GmbH
Kolbinger Straße 10, 78570 Mühlheim an der Donau, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Thomas Andreas Hipp seit 15.7.2024 | Geschäftsführer |
Michael Albert Martin seit 15.7.2024 | Geschäftsführer |
Christian Leibinger seit 21.11.2017 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Karl Leibinger GmbH & Co. KG.Mühlheim an der DonauKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021AKTIVA
PASSIVA
Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung
|
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| 2021 | 2020 | |
| EUR | EUR | |
| 1. Umsatzerlöse | 330.460.236,70 | 290.014.717,05 |
| 2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 5.763.436,88 | 2.797.040,29 |
| 3. Andere aktivierte Eigenleistungen | 2.528.184,32 | 2.360.005,74 |
| 4. Sonstige betriebliche Erträge | 14.495.434,08 | 9.847.272,26 |
| 5. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 69.008.752,39 | 57.428.995,19 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 7.693.176,63 | 6.326.928,99 |
| 6. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 128.064.692,89 | 108.358.121,32 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 16.784.111,10 | 15.521.646,50 |
| -davon für Altersversorgung EUR 2.421.446,75 (Vj. TEUR 1.881) | ||
| 7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 19.407.855,28 | 18.743.587,45 |
| 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 65.065.229,12 | 62.440.834,23 |
| 9. Beteiligungsergebnis an assoz. Unternehmen | -1.814.394,25 | -1.789.544,54 |
| 10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 62.586,38 | 11.590,26 |
| 11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 1.667.144,55 | 2.334.627,50 |
| 43.804.522,15 | 32.086.339,88 | |
| 12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 8.395.235,21 | 9.100.952,29 |
| 13. Ergebnis nach Steuern | 35.409.286,94 | 22.985.387,59 |
| 14. Sonstige Steuern | 180.048,23 | 150.859,24 |
| 15. Konzernüberschuss | 35.229.238,71 | 22.834.528,35 |
| 16. Nicht beherrschende Anteile | -6.712,11 | -8.660,32 |
| 17. Konzernüberschuss nach Abzug der Minderheitenanteile | 35.222.526,60 | 22.825.868,03 |
| 18. Konzernverlustvortrag | -22.434.046,09 | -13.558.427,64 |
| 19. Zuführung zu satzungsmäßigen Rücklagen | -49.802.232,45 | -29.165.367,56 |
| 20. Gutschrift auf Verbindlichkeitskonten | -4.330.628,91 | -2.536.118,92 |
| 21. Konzernbilanzverlust | -41.344.380,85 | -22.434.046,09 |
Konzernanhang für 2021
A. Allgemeine Angaben
Die Karl Leibinger GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Mühlheim an der Donau. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRA 450113 eingetragen.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Stichtag des Konzernabschlusses und der einbezogenen Tochterunternehmen ist einheitlich der 31. Dezember mit Ausnahme der KLS Martin India Pvt. Ltd.. Der Abschlussstichtag der KLS Martin India Pvt. Ltd. ist der 31. März. Aus diesem Grund wurde ein Zwischenabschluss zum 31. Dezember 2021 für die KLS Martin India Pvt. Ltd. erstellt und in den Konzernabschluss einbezogen.
Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit und Klarheit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Konzern-Bilanz bzw. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke, die wahlweise in der Konzern-Bilanz bzw. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder im Konzern-Anhang anzubringen sind, insgesamt im Konzern-Anhang aufgeführt.
Die Angaben im Anhang erfolgen, sofern nicht anders vermerkt, in TEUR. Rundungsdifferenzen sind aus diesem Grund möglich.
Konsolidierungskreis
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Karl Leibinger GmbH & Co. KG, Mühlheim (Mutterunternehmen), folgende Tochterunternehmen:
a) Inland
| Name und Sitz der Gesellschaft | Anteil am Kapital % | Konsolidierungsstatus |
| Direkte Beteiligungen | ||
| - Karl Leibinger Medizintechnik GmbH & Co. KG, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Karl Leibinger Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin GmbH + Co. KG, Freiburg | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Verwaltungsgesellschaft mbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Procurement & Trading GmbH & Co. KG, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Internationale Verwaltungsgesellschaft mbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Rudolf Buck GmbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Martin Verwaltungsgesellschaft mbH, Tuttlingen | 100,0 | voll konsolidiert |
| - PIT Production in time Zerspantechnik und Handels GmbH, Schramberg | 25,1 | at equity konsolidiert |
| Indirekte Beteiligungen | ||
| -KLS Martin International Holding GmbH, Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - MONDEAL Medical Systems GmbH; Mühlheim | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Gebrüder Martin GmbH & Co. KG, Tuttlingen | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Lawton GmbH & Co. KG, Fridingen | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Qualimed Instrumente GmbH, Fridingen | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Resuscitec GmbH, Freiburg | 31,0 | at equity konsolidiert |
| - Medical Magnesium GmbH, Aachen | 23,9 | nicht konsolidiert |
b) Ausland
| Name und Sitz der Gesellschaft | Anteil am Kapital % | Konsolidierungsstatus |
| Direkte Beteiligungen | ||
| - St. Johns Industrial Parkway South, L.L.C., Jacksonville, USA | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Malaysia sdn. Bhd., Penang, Malaysia | 100,0 | voll konsolidiert |
| Indirekte Beteiligungen | ||
| - KLS Martin L.P., Jacksonville, USA | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Inc., Jacksonville, USA | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Manufacturing LLC, Jacksonville, USA | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin IPS Service UK Ltd.; Cardiff, Großbritannien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin de Mexico S.A. de C.V., Ciudad de México, Mexiko | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin IPS Service S.L., San Sebastian, Spanien | 90,0 | voll konsolidiert |
| - Nippon Martin K.K., Tokio, Japan | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Martin Italia S.R.L., Agrate Brianza, Italien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - Marned B.V., VE Huizen, Niederlande | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin UK Ltd., Reading, Großbritanien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin RUS OOO, Moskau, Russland | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Australia Pty. Ltd., Artarmon, Australien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin SE Asia sdn. Bhd., Penang, Malaysia | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin do Brasil Equipamentos Medicos Ltda., Sao Paulo, Brasilien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin India Pvt. Ltd., Chennai, Indien | 100,0 | voll konsolidiert |
| - KLS Martin Medical (Shanghai) Industrial Trading Co. Ltd., Shanghai, China | 100,0 | voll konsolidiert |
| - PT THC Martin Indonesia, Jakarta, Indonesien | 50,0 | nicht konsolidiert |
| - KLS Martin Taiwan Ltd., Taipei, Taiwan | 60,0 | voll konsolidiert |
| - PT THC Martin Industri, Jakarta, Indonesien | 49,0 | nicht konsolidiert |
| - CADS GmbH, Perg, Österreich | 25,1 | at equity konsolidiert |
Die im Vorjahr vollkonsolidierte KLS Martin Medical GmbH & Co. KG wurde im Berichtsjahr auf die Karl Leibinger Medizintechnik GmbH & Co. KG verschmolzen. Die PT THC Martin Indonesia, Jakarta, Indonesien, die PT THC Martin Industri, Jakarta, Indonesien, und die Medical Magnesium GmbH, Aachen wurden aufgrund der untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung eines des tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auch weiterhin nicht in den Konzernabschluss einbezogen.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt.
Im Sinne einer verbesserten Darstellung der Vermögens- und Ertragslage wurden im Geschäftsjahr 2021 erstmals aktive latente Steuern auf abweichende Wertansätze zwischen Handels- und Steuerbilanz im Konzernabschluss angesetzt, die aufgrund des Ansatzwahlrechtes in den Einzelabschlüssen nicht gebildet wurden.
Die hieraus resultierenden aktiven latenten Steuern beliefen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 1.470.
Der Ansatz der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, sie werden sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (Software drei bis acht Jahre sowie Patente, Rechte und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände zwischen drei und 19 Jahren; lineare Methode) vermindert. Die Nutzungsdauern spiegeln hierbei die durchschnittlichen Produktlebenszyklen bzw. Kundenbindungsdauern wieder.
Der Ansatz der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von planmäßigen Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen erfolgen auf Basis der jeweiligen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern überwiegend linear. Abschreibungen auf Zugänge werden zeitanteilig vorgenommen. Für das bewegliche Anlagevermögen kommen Nutzungsdauern zwischen drei und fünfzehn Jahren zum Ansatz, Gebäude werden im Wesentlichen über fünfzehn bis dreiunddreißig Jahre abgeschrieben.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag werden grundsätzlich nur vorgenommen, wenn die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist.
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der at equity- Methode bilanziert. Bei Gründung oder zum Zeitpunkt der Erlangung des maßgeblichen Einflusses werden die at equity bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils am Konzern am Reinvermögen der Beteiligung und unter Berücksichtigung der beim Erwerb aufgedeckten stillen Reserven und Lasten angesetzt. Der mit einer Beteiligung verbundene Geschäfts- und Firmenwert (Goodwill) ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird planmäßig abgeschrieben. Der bilanzierte at equity-Wert wird in den Folgeperioden um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen des Beteiligungsunternehmens fortgeschrieben. In der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung fließt das anteilige Jahresergebnis des Beteiligungsunternehmens sowie die Effekte aus der Fortschreibung der aufgedeckten stillen Reserven und des Geschäfts- und Firmenwertes als Beteiligungsergebnis an assoziierten Unternehmen ein.
Vorräte werden zu (durchschnittlichen) Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. Die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse enthalten Material- und Fertigungseinzelkosten zuzüglich notwendiger Gemeinkosten; Zinsen für Fremdkapital werden nicht berücksichtigt. Das Bestands- und Vertriebsrisiko wurde durch entsprechende Abwertungen berücksichtigt. Es bestehen handelsübliche Eigentumsvorbehalte.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten abzüglich notwendiger Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bilanziert.
Liquide Mittel, die Barreserve und Forderungen gegen Kreditinstitute sind, werden zum Nominalwert ausgewiesen. Aufgrund einer bestehenden Aufrechnungslage wurden Forderungen gegen Kreditinstitute und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute in Höhe von TEUR 2.200 (Vj; TEUR 1.563) verrechnet.
Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtagangesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung der "Projected-Unit-Credit-Methode" ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018G von Klaus Heubeck verwendet. Zur Berechnung wurden Standort- und Personengruppen-spezifisch Gehaltstrends von 0,0 % p.a. bis 5,0 % p.a., Rententrends von 0 % p.a. bis 1,50 % p.a. sowie nach dem Lebensalter gestaffelte Fluktuationsraten von durchschnittlich 0 % bis 6,35 % zugrunde gelegt. Der Rechnungszins wurde mit dem von der Deutschen Bundesbank nach der Rückstellungsabzinsungsverordnung für Dezember 2021 bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelten Wert (zehnjähriger Durchschnitt) von 1,87 % (Vj. 2,30 %) angesetzt.
Es ergibt sich ein Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB aus der Abzinsung mit einem Zinssatz der vergangenen 10 Jahre und demjenigen der vergangenen 7 Jahre in Höhe von TEUR 2.280 (Vj. TEUR 2.355). Dieser Betrag ist ausschüttungsgesperrt.
Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Der Ansatz erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Langfristige Rückstellungen werden mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst (§ 253 Abs. 2 HGB). Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.
Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt.
Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen Zeitraum danach darstellen.
Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung wurde im Konzernabschluss nach den Vorschriften des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr.25 (DRS 25) dargestellt.
Auf fremde Währungen lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten werden zum Devisenkassamittelkurs angesetzt, soweit die Entstehungskurse nicht niedriger waren (bei Aktivposten) oder höher lagen (bei Passivposten).
Die Aktiv- und Passivposten der auf fremde Währung lautenden Bilanzen der einbezogenen Unternehmen wurden - mit Ausnahme des zu historischen Kursen umgerechneten Eigenkapitals - zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnungen der auf fremde Währung lautenden Gewinn- und Verlustrechnungen der einbezogenen Unternehmen wurden zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im Eigenkapital unter der Position "Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung" ausgewiesen (§ 308a HGB). Die jeweiligen Beträge und ihre Veränderungen ergeben sich aus dem Eigenkapitalspiegel.
Die Ermittlung der latenten Steuern wird anhand des bilanzorientierten Konzepts vorgenommen. Danach werden auf sämtliche Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände sowie Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen latente Steuern abgegrenzt, sofern sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder umkehren.
C. Konsolidierungsgrundsätze
I. Kapitalkonsolidierung
Die Kapitalkonsolidierung für Gesellschaften, die erstmals konsolidiert wurden, wurde für Unternehmenserwerbe vor dem 01. Januar 2010 nach § 301 HGB a.F. nach der Buchwertmethode zum Erwerbszeitpunkt oder zum Zeitpunkt der erstmaligen Konsolidierung vorgenommen. Die zu aktivierenden Beträge wurden den betreffenden Aktivposten zugeordnet.
Gesellschaften, die erstmals nach dem 01. Januar 2010 in die Kapitalkonsolidierung eingingen, wurden zum Gründungs- oder Erwerbszeitpunkt nach der Neubewertungsmethode erstkonsolidiert. Hierzu zählen die KLS Martin Procurement & Trading GmbH & Co. KG, die KLS Martin Internationale Verwaltungsgesellschaft mbH, die KLS Martin International Holding GmbH, die KLS Martin Medical (Shanghai) Industrial Trading Co., Ltd., die KLS Martin UK Ltd., die KLS Martin RUS OOO, die Rudolf Buck GmbH, die KLS Martin Australia Pty. Ltd., die KLS Martin SE Asia sdn. Bhd., die KLS Martin Malaysia sdn. Bhd., die KLS Martin do Brasil Equipamentos Medicos Ltda., die KLS Martin India Pvt. Ltd., die KLS Martin Taiwan Ltd., die KLS Martin IPS Service S.L., die KLS Martin Manufacturing LLC, die KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, sowie die KLS Martin de Mexico S.A. de C.V. Bei Neugründungen ist eine Neubewertung nicht erforderlich. Eine Neubewertung wurde lediglich bei der Rudolf Buck GmbH, Mühlheim, der KLS Martin L.P., Jacksonville, der KLS Martin Inc., Jacksonville, der MONDEAL Medical Systems GmbH; Mühlheim und der Gebrüder Martin GmbH & Co. KG vorgenommen, da alle weiteren oben aufgeführten Unternehmen Neugründungen waren.
II. Bewertung von Anteilen an assoziierten Unternehmen
Anteile an assoziierten Unternehmen werden gemäß § 311 HGB im Konzernabschluss unter den Anteilen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen und gemäß § 312 HGB at equity nach der Buchwertmethode bewertet.
Als assoziiertes Unternehmen wird die Resuscitec GmbH zum 18. September 2012 erstmalig mit einem Anteil von 20 % at equity konsolidiert. Zum 31. Dezember 2013 wurde der Geschäfts- und Firmenwert sowie die Beteiligung auf 1,00 EUR abgeschrieben. Durch Kapitalerhöhungen wurden zum 22. Mai 2019 bzw. 4. Juli 2019 weitere Beteiligungen in Höhe von 3,97 % erworben. Der hieraus resultierende Firmenwert wird planmäßig über eine Dauer von 10 Jahren abgeschrieben und beträgt zum 31.12.2021 TEUR 652. Durch Kapitalerhöhungen zum 15. Juni 2020 wurden weitere Beteiligungen in Höhe von 0,53 % erworben. Der hieraus resultierende Firmenwert wird planmäßig über eine Dauer von 10 Jahren abgeschrieben und beträgt zum 31.12.2021 TEUR 104. Der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31.12.2021 beträgt in Summe TEUR 756.
Erstmalig zum 1. Januar 2018 wird die PIT Production in time Zerspantechnik und Handels GmbH, Schramberg, at equity mit einem Anteil am Kapital von 25,11 % konsolidiert. Die Gesellschaft ist nicht länger von untergeordneter Bedeutung für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf TEUR 510. Der negative Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 39 wurde aus Wesentlichkeitsgründen aufgelöst. Der Anteil am Kapital ist identisch mit den Stimmrechtsanteilen.
Zum 31. Dezember 2019 wurde die CADS GmbH, Perg; Österreich, at equity mit einem Anteil von 25,1 Prozent konsolidiert. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf TEUR 1.002. Der aus der Konsolidierung resultierende Geschäfts- und Firmenwert wird planmäßig über eine Dauer von zehn Jahren abgeschrieben. Der Geschäfts- und Firmenwert zum 31.12.2021 beträgt TEUR 569.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der mittels Equity-Bilanzierung einbezogenen Gesellschaften unterschieden sich nicht wesentlich von denen der in den Konzernabschluss der Karl Leibinger GmbH & Co. KG einbezogenen Unternehmen.
D. Erläuterungen zur Konzernbilanz
I. Anlagevermögen
Die Entwicklung und Aufteilung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.
Die Rudolf Buck GmbH, Mühlheim wurde 2013 erstkonsolidiert. Zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung und der damit verbundenen Neubewertung ergab sich aufgrund sukzessiver Anteilserwerbe ein Geschäfts- und Firmenwert. Dieser wird analog dem Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der abnutzbaren Vermögensgegenstände von 15 Jahren aufgelöst.
Die Buchwerte der Finanzanlagen liegen nicht über ihren beizulegenden Zeitwerten. Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrafen ein assoziiertes Unternehmen.
II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 54.802 | 48.188 |
| - davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 147 | 244 |
Die weiteren Posten haben allesamt Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr.
III. Latente Steuern
Aktive latente Steuerabgrenzungen in Höhe von TEUR 9.992 (Vj. 12.367) und passive latente Steuerabgrenzungen in Höhe von TEUR 18.268 (Vj. TEUR 21.597) werden saldiert als Passivüberhang mit TEUR 8.276 (Vj. TEUR 9.230) in der Konzernbilanz ausgewiesen.
Die aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:
Aktive latente Steuern wurden im Wesentlichen auf Differenzen in bilanziellen Wertansätzen von Vorräten, Rückstellungen für Pensionen und sonstige Rückstellungen gebildet.
Passive latente Steuern wurden im Wesentlichen auf Differenzen in den bilanziellen Wertansätzen von immaterielle Vermögensgegenstände, Sachanlagevermögen, Finanzanlagen und Vorräten gebildet.
Der Berechnung der inländische latente Steuern auf Ebene der Einzelabschlüsse wurde ein Steuersatz von 11,90 %, 12,78 %, 11,55 %, und 15,05 % zugrunde gelegt. Bei der Berechnung der latenten Steuern auf konsolidierungsbedingte Anpassungen kam ein einheitlicher Konzernsteuersatz von 22,65 % (Vj. 21,55 %) zur Anwendung.
IV. Eigenkapital
Die Entwicklung des Eigenkapitals nach den Vorschriften des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr.22 (DRS 22) ist im Konzerneigenkapitalspiegel dargestellt.
Die Kommanditanteile haben sich im Berichtsjahr nicht verändert und entsprechen dem bei der Karl Leibinger GmbH & Co. KG ausgewiesenen Bilanzposten.
Die Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Stand am 1. Januar | 118.477 | 97.004 |
| Einstellung in Rücklagen gemäß § 12 i.V.m. § 4 des Gesellschaftsvertrages | 49.802 | 29.165 |
| Weitere Veränderungen | -11.501 | -7.692 |
| Stand am 31. Dezember | 156.778 | 118.477 |
V. Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung
Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung aufgrund der Erstkonsolidierung und damit einhergehender Neubewertung der Beteiligung an der Rudolf Buck GmbH, Mühlheim, betrug TEUR 910 im Jahr 2013. Die Auflösung erfolgt planmäßig über die gewichtete durchschnittliche Restnutzungsdauer der abnutzbaren Vermögensgegenständen von 15 Jahren gemäß § 309 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. DRS 4.41a. Aufgrund der Erstkonsolidierung und Neubewertung der KLS Martin L.P., Jacksonville (USA), ergab sich aus der Kapitalkonsolidierung 2018 ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TUSD 27.989 (in 2018 umgerechnet TEUR 23.139). Aus der Erstkonsolidierung und Neubewertung der KLS Martin Inc., Jacksonville (USA), ergab sich aus der Kapitalkonsolidierung 2018 ebenfalls ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TUSD 100 (in 2018 umgerechnet TEUR 82). Die Unterschiedsbeträge haben für den Konzern Eigenkapitalcharakter und resultieren aus einem aus Konzernsicht günstigen Anteilserwerb. Das erworbene Vermögen besteht zu einem wesentlichen Teil aus nicht abnutzbaren Vermögensgegenständen, der Verbrauch des Unterschiedsbetrags wird daher im Einklang mit DRS. 23 Tz. 146 orientierend am Verbrauch dieser Vermögensgegenstände vorgenommen und somit zu wesentlichen Teilen degressiv über einen Zeitraum von 8 Jahren vereinnahmt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden unter Berücksichtigung des DRS 25 Rz. 60ff. TEUR 1.699 ergebniswirksam vereinnahmt. Aufgrund Währungskursveränderungen seit der Erstkonsolidierung wurde ein Betrag in Höhe von TEUR 572 in die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung eingestellt. Aufgrund der Erstkonsolidierung der MONDEAL Medical Systems GmbH; Mühlheim; ergab sich aus der Kapitalkonsolidierung 2019 ebenfalls ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 300. Der Unterschiedsbetrag wird degressiv über einen Zeitraum von 3 Jahren aufgelöst. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 75 ergebniswirksam vereinnahmt. Aus der anteiligen Neubewertung der Gebrüder Martin GmbH & Co. KG, Tuttlingen, ergab sich im Geschäftsjahr 2020 ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 3.335. Der Unterschiedsbetrag wird entsprechend dem Anfall der hierzu insgesamt identifizierten (oder zu erwartenden) Aufwendungen aufgelöst. Im Geschäftsjahr wurden TEUR 1.084 ergebniswirksam vereinnahmt. Aus der anteiligen Neubewertung der Martin Verwaltungsgesellschaft mbH, Tuttlingen, ergab sich ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1, der im Vorjahr vollumfänglich ergebniswirksam vereinnahmt wurde.
VI. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Personalverpflichtungen, Garantieverpflichtungen, ausstehende Rechnungen, Beratungs- und Abschlusskosten sowie Rechtsstreitigkeiten.
VII. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten, deren Laufzeiten und Sicherheiten werden im Verbindlichkeitenspiegel dargestellt.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden und Sicherungsübereignungen besichert.
Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen die handelsüblichen Eigentumsvorbehalte.
VIII. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verpflichtung aus Miet- und Leasingverträgen | 3.835 | 4.424 |
| Verpflichtung aus Bestellobligo | 27.640 | 20.286 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen | 3.799 | 2.239 |
| 35.274 | 26.949 |
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Fälligkeiten der Miet- und Leasingraten bis 1 Jahr | 1.831 | 1.785 |
| 1 bis 5 Jahre | 1.724 | 2.305 |
| über 5 Jahre | 280 | 334 |
| 3.835 | 4.424 |
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Fälligkeiten des Bestellobligos bis 1 Jahr | 27.590 | 20.279 |
| 1 bis 5 Jahre | 50 | 7 |
| über 5 Jahre | 0 | 0 |
| 27.640 | 20.286 |
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Fälligkeiten der sonstigen finanziellen Verpflichtungen bis 1 Jahr | 3.460 | 1.949 |
| 1 bis 5 Jahre | 339 | 290 |
| über 5 Jahre | 0 | 0 |
| 3.799 | 2.239 |
IX. Derivative Finanzinstrumente
Zur Absicherung von Zinsrisiken bei Darlehensgeschäften wurden derivative Finanzinstrumente in Form von mehreren Zinsswaps mit einem Gesamtvolumen von TEUR 27.500 und TUSD 15.000 eingesetzt. Die Marktwerte zum Bilanzstichtag wurden nach der Barwertmethode ermittelt und betragen TEUR -2.546 und TUSD -16. Die Zinsswaps und die Darlehen wurden jeweils zu einer Bewertungseinheit in Form von micro hedges zusammengefasst (§ 285 Nr. 23 a, b HGB). Ihre jeweilige Effektivität wird anhand der Critical Term Match Methode ermittelt.
Damit wurde eine vollständige Wirksamkeit festgestellt. Infolgedessen waren zum Bilanzstichtag keine Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden.
| Zinsderivate | TEUR | TEUR | TEUR | TUSD |
| Art | Swap | Swap | Swap | Swap |
| Volumen | 8.000 | 11.500 | 8.000 | 15.000 |
| Beizulegender Zeitwert | -163 | -1.346 | -1.036 | -16 |
Zur Absicherung von Währungsrisiken bei Forderungen/Verbindlichkeiten in USD wurden Devisenoptionsgeschäfte abgeschlossen. Die Option hat zum Bilanzstichtag einen beizulegenden Zeitwert von EUR 767.932,22. Sie wurde unter Anwendung des "Local Stochastic Volatility Model" bzw. dem "Black-Scholes Modell" bewertet. Der Buchwert der bezahlten Optionsprämien beträgt EUR 718.695,78 und ist unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.
X. Haftungsverhältnisse
Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften in Höhe von 216 TEUR, welche als Absicherung von Lieferverpflichtungen dienen. Die zugrunde liegenden Verpflichtungen können von den einbezogenen Gesellschaften auf Grund der derzeitigen Ertragslage und Liquiditätssituation erfüllt werden, so dass mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist.
E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
I. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
Umsatzerlöse nach Regionen
| 2021 | ||
| TEUR | % | |
| Europa (außer Deutschland) | 35.409 | 10,7 |
| Deutschland | 31.937 | 9,7 |
| Andere Länder | 263.115 | 79,6 |
| 330.460 | 100,0 |
Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen
Auf die Angabe wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 2 HGB verzichtet.
II. Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge
Im Geschäftsjahr 2021 sind periodenfremde Erträge aus Förderungen im Personalbereich in Höhe von TEUR 6.107 enthalten. Die Erträge betreffen das Geschäftsjahr 2020 und sind im Geschäftsjahr 2021 innerhalb der Position sonstige betriebliche Erträge erfasst. Zudem wurden periodenfremde Aufwendungen aus Lohn- und Gehaltszahlungen aus vorangegangenen Geschäftsjahren in Höhe von TEUR 1.560 erfasst. Diese sind im Geschäftsjahr 2021 unter der Position Löhne und Gehälter ausgewiesen.
Bei den in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltenen periodenfremden Erträgen von insgesamt TEUR 540 (Vj. TEUR 901) handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten TEUR 638 (Vj. TEUR 485) an periodenfremden Aufwendungen, wobei es sich größtenteils um Verluste aus Anlagenabgängen handelt. Erträge aus der Währungsumrechnung sind in Höhe von TEUR 3.645 (davon nicht realisierte Erträge aus der Währungsumrechnung TEUR 1.076) enthalten. Aufwendungen aus Währungsumrechnung sind in Höhe von TEUR 2.640 (davon nicht realisierte Aufwendungen TEUR 1.157).
III. Finanzergebnis
Enthalten sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 434 (Vj. TEUR 473), davon betreffen TEUR 418 (Vj. TEUR 460) Rückstellungen für Pensionen. Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen sind in Höhe von TEUR 2 (Vj. TEUR 1) enthalten, darin sind keine Erträge für die Pensionsrückstellungen enthalten.
IV. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Posten beinhaltet latente Steuererträge in Höhe von TEUR 1.535. Die latenten Steuern werden im laufenden Geschäftsjahr mit einem Satz von 22,65 % (Vj. 21,55 %) bewertet.
F. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Der Finanzmittelfonds wird definiert als Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten abzüglich negativer Fondsbestandteile, die zur kurzfristigen Disposition der liquiden Mittel gehören. Der Finanzmittelfonds setzt sich aus dem Bilanzposten "Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten" und den jederzeit fälligen Bankverbindlichkeiten zusammen. Die jederzeit fälligen Bankverbindlichkeiten wurden im Berichtsjahr erstmalig in den Finanzmittelfonds einbezogen, um ein aussagefähigeres Bild der Finanzlage zu erhalten.
Wesentliche zahlungsunwirksame Geschäftsvorfälle wurden als zahlungsunwirksame Erträge oder Aufwendungen dargestellt.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Zinsaufwendungen waren mit Ausnahme der oben beschriebenen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen im Wesentlichen zahlungswirksam.
G. Sonstige Angaben
I. Geschäftsführung
Im Geschäftsjahr 2021 war die KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Mühlheim, vertreten durch ihren Geschäftsführer Christian Leibinger, Diplom-Kaufmann, als Geschäftsführerin der Gesellschaft bestellt.
II. Organbezüge
Auf die Angabe der Bezüge wird gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6a und b HGB auf Grund der mittelbaren Schutzwirkung des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.
III. Komplementärin
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit Sitz in Mühlheim, Kolbinger Str. 10. Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 25.000,00.
IV. Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt wurden 1.677 Mitarbeiter (ohne Auszubildende) beschäftigt.
| 2021 | |
| Gewerbliche Arbeitnehmer | 276 |
| Angestellte | 1.401 |
| Auszubildende | 56 |
| 1.733 |
V. Gesamthonorar des Abschlussprüfers
Im Jahr 2021 sind Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von TEUR 218 für die Prüfung des Konzernabschlusses und der Jahresabschlüsse, TEUR 61 für Steuerberatungsleistungen sowie TEUR 102 für sonstige Leistungen im Aufwand erfasst.
VI. Ergebnisverwendung
Der Konzernüberschuss in Höhe von TEUR 35.223 wird nach Abzug des Konzernverlustvortrags des Vorjahres in Höhe von TEUR 22.434, Zuführung zu Rücklagen in Höhe von TEUR 49.802 und Gutschrift auf den Verbindlichkeitskonten der Kommanditisten in Höhe von TEUR 4.331 als Konzernbilanzverlust in Höhe von TEUR 41.344 vorgetragen.
VII. Befreiung von Tochterunternehmen
Der Konzernabschluss hat befreiende Wirkung für die Tochtergesellschaften KLS Martin International Holding GmbH, Mühlheim (§ 264 Abs. 3 HGB), Karl Leibinger Medizintechnik GmbH & Co. KG, Mühlheim, KLS Martin GmbH + Co. KG, Freiburg, KLS Martin Procurement & Trading GmbH & Co. KG, Mühlheim, Gebrüder Martin GmbH & Co. KG, Tuttlingen, KLS Martin Medical GmbH & Co. KG, Tuttlingen, Lawton GmbH & Co. KG, Fridingen (§ 264b HGB), sowie für den Einzelabschluss der Karl Leibinger GmbH & Co. KG (§ 264b HGB).
Mühlheim, 29. August 2022
KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH
Geschäftsführung
Dipl.-Kfm. Christian Leibinger
Konzern-Verbindlichkeitenspiegel 2021
| Restlaufzeit | ||||||
| bis 1 Jahr | 1-5 Jahre | über 5 Jahre | ||||
| 31.12.2021 | Vorjahr | 31.12.2021 | Vorjahr | 31.12.2021 | Vorjahr | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 41.358 | 54.692 | 4.694 | 6.312 | 3.379 | 4.391 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 20.095 | 15.001 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 21.514 | 21.921 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 18 | 25 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 5. sonstige Verbindlichkeiten | 11.036 | 11.337 | 1.842 | 1.842 | 0 | 0 |
| - davon aus Steuern | 2.540 | 2.147 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.257 | 1.105 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 94.021 | 102.976 | 6.536 | 8.154 | 3.379 | 4.391 | |
| gesamt | ||||
| 31.12.2021 | Vorjahr | gesichert | Art, Form der Sicherheit | |
| TEUR | TEUR | TEUR | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 49.431 | 65.395 | 11.253 | Grundschulden |
| 5.826 | Sicherungsübereignete | |||
| Vermögensgegenstände | ||||
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 20.095 | 15.001 | handelsübliche Eigentumsvorbehalte | |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 21.514 | 21.921 | ||
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 18 | 25 | ||
| 5. sonstige Verbindlichkeiten | 12.878 | 13.179 | ||
| - davon aus Steuern | 2.540 | 2.147 | ||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 1.257 | 1.105 | ||
| 103.936 | 115.521 | 17.079 | ||
Konzernanlagenspiegel 2021
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||||
| 01.01.2021 | Währungsdifferenz | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 31.12.2021 | |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 88.770.616,53 | 5.883.716,78 | 2.399.424,85 | 23.040,00 | 182.047,68 | 96.894.750,48 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 117.278,92 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 117.278,92 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 35.208,12 | 0,00 | 5.925,00 | -23.040,00 | 0,00 | 18.093,12 |
| 88.923.103,57 | 5.883.716,78 | 2.405.349,85 | 0,00 | 182.047,68 | 97.030.122,52 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten | 76.979.150,15 | 1.166.428,79 | 1.668.186,76 | 251.314,86 | 54.290,36 | 80.010.790,20 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 46.535.496,76 | 634.836,06 | 3.798.885,25 | 263.315,91 | 1.015.908,76 | 50.216.625,22 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 60.983.714,06 | 2.362.692,61 | 5.825.852,90 | 155.748,34 | 412.519,00 | 68.915.488,91 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 1.028.659,43 | 661,23 | 1.168.004,76 | -670.379,11 | 0,00 | 1.526.946,31 |
| 185.527.020,40 | 4.164.618,69 | 12.460.929,67 | 0,00 | 1.482.718,12 | 200.669.850,64 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 3.295.830,79 | 0,00 | 587.803,23 | 0,00 | 0,00 | 3.883.634,02 |
| 2. Beteiligungen | 757.853,00 | 0,00 | 129.420,16 | 0,00 | 0,00 | 887.273,16 |
| 3. sonstige Ausleihungen | 310.733,69 | 0,00 | 17.255,65 | 0,00 | 875,00 | 327.114,34 |
| 4.364.417,48 | 0,00 | 734.479,04 | 0,00 | 875,00 | 5.098.021,52 | |
| 278.814.541,45 | 10.048.335,47 | 15.600.758,56 | 0,00 | 1.665.640,80 | 302.797.994,68 | |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| 01.01.2021 | Währungsdifferenz | Zugänge | Umbuchungen | Abgänge | 31.12.2021 | |
| EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | EUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 22.895.824,11 | 1.184.927,64 | 5.448.798,55 | 0,00 | 151.366,22 | 29.378.184,08 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 70.278,90 | 0,00 | 13.972,87 | 0,00 | 0,00 | 84.251,77 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 22.966.103,01 | 1.184.927,64 | 5.462.771,42 | 0,00 | 151.366,22 | 29.462.435,85 | |
| II. Sachanlagen | ||||||
| 1. Grundstücke und Bauten | 26.210.864,35 | 304.079,57 | 2.522.481,27 | 0,00 | 28.508,36 | 29.008.916,83 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 31.477.501,72 | 345.582,33 | 4.590.000,47 | -6.015,72 | 392.421,15 | 36.014.647,65 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 40.223.669,23 | 1.537.132,93 | 6.832.602,12 | 6.015,72 | 297.216,11 | 48.302.203,89 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 97.912.035,30 | 2.186.794,83 | 13.945.083,86 | 0,00 | 718.145,62 | 113.325.768,37 | |
| III. Finanzanlagen | ||||||
| 1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 2. Beteiligungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3. sonstige Ausleihungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 120.878.138,31 | 3.371.722,47 | 19.407.855,28 | 0,00 | 869.511,84 | 142.788.204,22 | |
| Buchwerte | ||
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |
| EUR | EUR | |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 67.516.566,40 | 65.874.792,42 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 33.027,15 | 47.000,02 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 18.093,12 | 35.208,12 |
| 67.567.686,67 | 65.957.000,56 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten | 51.001.873,37 | 50.768.285,80 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 14.201.977,57 | 15.057.995,04 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 20.613.285,02 | 20.760.044,83 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 1.526.946,31 | 1.028.659,43 |
| 87.344.082,27 | 87.614.985,10 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen | 3.883.634,02 | 3.295.830,79 |
| 2. Beteiligungen | 887.273,16 | 757.853,00 |
| 3. sonstige Ausleihungen | 327.114,34 | 310.733,69 |
| 5.098.021,52 | 4.364.417,48 | |
| 160.009.790,46 | 157.936.403,14 | |
Konzern-Kapitalflussrechnung für 2021
| 2021 | 2020 | |
| TEUR | TEUR | |
| Konzernüberschuss (vor Abzug nicht beherrschender Anteile) | 35.229 | 22.835 |
| Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens | 19.408 | 18.743 |
| Veränderung der Rückstellungen | 18.023 | -883 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | -7.543 | -3.206 |
| Cashflow | 65.117 | 37.489 |
| Gewinne (-)/Verluste(+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 310 | -57 |
| Mittelbindung/Mittelfreisetzung aus Zunahme (Vj. Abnahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -19.937 | 2.613 |
| Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 5.813 | 860 |
| Zinsaufwendungen/Zinserträge | 1.186 | 1.850 |
| Ertragsteueraufwand | 9.931 | 8.801 |
| Ertragsteuerzahlungen | -12.221 | -10.006 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (= Mittelzufluss) | 50.199 | 41.550 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 484 | 132 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -12.460 | -21.015 |
| Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | -2.405 | -1.653 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen | -4.842 | -2.344 |
| Erhaltene Zinsen | 63 | 12 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit (= Mittelabfluss) | -19.160 | -24.868 |
| Auszahlungen an Unternehmenseigner und anderer Gesellschafter | -16.239 | -12.407 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Darlehen ausgeschiedener Gesellschafter | -1.843 | -7.055 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 7.084 | 26.759 |
| Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten | -22.161 | -26.973 |
| Gezahlte Zinsen | -1.249 | -1.862 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (= Mittelabfluss) | -34.408 | -21.538 |
| Veränderung der finanziellen Mittel | -3.369 | -4.856 |
| Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen | 727 | -1.295 |
| Finanzielle Mittel zum 01.01. | 469 | 6.620 |
| Finanzielle Mittel zum 31.12. | -2.173 | 469 |
| Die Zusammensetzung des Finanzmittelbestands: | 2021 | 2020 |
| Liquide Mittel | 8.629 | 8.098 |
| Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten | -10.802 | -7.629 |
| Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres | -2.173 | 469 |
KONZERNLAGEBERICHT
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR 2021
BIS ZUM 31. DEZEMBER 2021
I. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS
1. GESCHÄFTSMODELL DES UNTERNEHMENS
Es ist unsere Leidenschaft, neue Wege zu finden, die Menschen helfen und der Gesundheit dienen.
Die Karl Leibinger GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen der Medizintechnikbranche mit einer über 125-jährigen Tradition, derzeit geführt in der vierten und fünften Generation. Das Unternehmen ist die Konzernobergesellschaft der KLS Martin Group. Die KLS Martin Group entwickelt, produziert und vermarktet medizintechnische Erzeugnisse und ist neben Europa auch in Nord- und Südamerika, in Ozeanien und Asien mit Tochtergesellschaften vertreten. Sie beschäftigt mehr als 1700 Mitarbeiter weltweit. Unter der Dachmarke KLS Martin Group sind unsere Produkte in über 130 Ländern auf der ganzen Welt im Einsatz. Ziel ist es, eine noch bessere Behandlung des Patienten zu erreichen und dies weltweit.
SURGICAL INNOVATION IS OUR PASSION
Mit diesem Versprechen widmet sich die KLS Martin Group seit über 125 Jahren der Chirurgie. Mit höchstem Anspruch entwickeln und vertreiben die Unternehmen der Gruppe leistungsfähige, innovative und qualitativ hochwertigste medizintechnische Lösungen wie Implantatsysteme, hochfrequenzchirurgische Geräte, chirurgische Laser, Operationsleuchten, chirurgische Instrumente, Sterilisationscontainer und sonstige Produkte.
Zusammenfassend gliedern wir unsere umfangreiche Produktpalette in die folgenden Tätigkeitsfelder:
a. Implantate und Implantatsysteme:
Ein erheblicher Anteil unserer Implantate und Implantatsysteme findet Anwendung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Das Gesicht ist es, was jeden Menschen einzigartig und unverwechselbar macht. Neben standardisierten Produkten, hergestellt unter Verwendung von Titan und verschiedenen resorbierbaren Materialien, entwickeln, produzieren und vertreiben wir auch Implantate, die an die speziellen Bedürfnisse der Patienten angepasste komplexe dreidimensionale Knochenstrukturen abbilden. Neben der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie finden unsere Produkte wachsende Anwendung in der Hand-, Fuß- und Schulterchirurgie. Wir bieten unseren Kunden neben individuellen Lösungen auch Baukastensysteme an.
b. Elektromedizinische Geräte (inkl. Operationsleuchten):
Im Bereich der Laserchirurgie sind wir anerkannter Partner. Unsere Geräte sind aus den Operationssälen nicht mehr wegzudenken. Sie setzen regelmäßig neue Maßstäbe und das nicht nur aufgrund ihrer bemerkenswerten Leistungs- und Ausstattungsdetails. Wir bieten unseren Kunden verschiedene Gerätetypen, die die moderne Medizin für eine erfolgreiche Behandlung benötigt, von Spezialgeräten für Zahnärzte über Geräte für kleine und große Praxen oder Ambulanzen bis hin zu High-End-Geräten für OP-Säle.
Unsere OP-Leuchten bieten immer das optimale Licht für kühle Köpfe. Innovative Lichttechnologie in einer kompakten Einheit verkörpern unsere OP-Leuchten der neuesten Generation dank individuell einstellbarer Lichtintensivität, Leuchtfeldgröße und Farbtemperatur. Sie schaffen somit perfekte Verhältnisse im OP-Saal. Das Leuchtensystem ist mühelos bedienbar dank moderner Touchscreens und bietet eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, die es dem Nutzer ermöglichen, sein "persönliches Licht" zu konfigurieren. Bei der Entwicklung stand neben einem designorientierten stromlinienförmigen Oberflächen- und Gehäusekonzept auch die Funktionalität aus Hygienegesichtspunkten im Fokus, denn die verwendeten Oberflächen ermöglichen eine schnelle und gründliche Reinigung.
c. Chirurgische Instrumente:
Neben einem großen Spektrum chirurgischer Standardinstrumente, gefertigt aus hochwertigen, langlebigen und pflegeleichten Materialien nach strengsten Qualitätsrichtlinien, wird eine Vielzahl an Spezialinstrumenten für die Anwendung in den Königsdisziplinen der Chirurgie, der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie aber auch der Neurochirurgie, entwickelt, hergestellt und vertrieben.
d. Containersysteme für Sterilisationszwecke:
Patientensicherheit und optimale Abläufe in der ZSVA werden durch unsere innovativen, funktionalen und designorientierten, unter dem Gesichtspunkt der ökologischen Nachhaltigkeit produzierten, Verpackungssysteme im Bereich der Sterilgutversorgung ermöglicht. Basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung in diesem Bereich entwickelten wir verschiedene Gesamtkonzepte für Sterilisationscontainer, deren Komponenten stets weiterentwickelt und individuell nach Kundenwunsch zusammengestellt werden.
e. Sonstige Produkte
Digitale OP- oder Bilddokumentation und Live-Operationen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wir sind kompetenter Partner in Sachen Telemedizin im Operationssaal: Ob Kamera, Monitore, Routing, Streaming oder Storage. Wir bringen Beobachter, Studenten, externe Berater direkt an den OP-Tisch, unabhängig davon, an welchem Ort der Welt sie sich gerade befinden.
2. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Bereich Forschung und Entwicklung nimmt in der KLS Martin Group einen großen Stellenwert ein. Investitionen in Forschung und Entwicklung sind Investitionen in die Zukunft. Wir forschen an innovativen Produkten, die unseren Qualitätsansprüchen genügen, aber dennoch bezahlbar sind. Das Patientenwohl steht für uns an oberster Stelle, weltweit. Neben höchsten Qualitätsansprüchen leisten unsere Neuentwicklungen einen Beitrag zur kosteneffizienten Behandlung, denn die Gesundheitssysteme stehen unverändert vor großen finanziellen Herausforderungen.
Die KLS Martin Group investierte 2021 über 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2021 umfasste das Patentportfolio der Gruppe über 560 Patente in über 70 Patentfamilien. Weltweit sind über 16% aller Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.
Der Großteil unserer Forschungs- und Entwicklungsteams ist in Deutschland tätig. Außer am Hauptsitz Mühlheim wird auch am Standort Freiburg intensiv geforscht und entwickelt. Beide Standorte bieten den Vorteil, dass Universitäten, Hochschulen und weitere Forschungsinstitute in unmittelbarere Nähe angesiedelt sind. Dies ermöglicht uns eine nachhaltige Zusammenarbeit durch Forschungskooperationen.
Unsere hoch qualifizierten Mitarbeiter sind über alle Standorte vernetzt und lassen strukturiert die Ideen aller Mitarbeiter weltweit in ihre Projekte einfließen. Zusätzlich nutzen wir die guten Kontakte zu Ärzten, Pflegekräften und Wissenschaftlern und arbeiten eng mit kompetenten Partnern zusammen.
Wir arbeiten an komplementären Dienstleistungen und modernen IT-Technologien. Innovationspotential sehen wir auch in der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung von Systemen im Bereich der Medizintechnik und richten auch hierauf einen Teil unserer Ressourcen im Entwicklungsbereich aus. Der Einsatz moderner Touchscreens und anwendungsbezogener Apps soll den Ärzten in den kommenden Jahren helfen, ihre Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.
3. NACHHALTIGKEIT
Durch Innovationen ein besseres Morgen schaffen. Für unser Familienunternehmen ist es selbstverständlich, langfristig ausgerichtete Entscheidungen zu treffen, welche ein gesundes und nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Dabei achten wir nicht nur auf unsere eigenen Interessen, sondern auch auf die unserer Kunden, ihrer Patienten, unserer Mitarbeiter und der Gesellschaft im Allgemeinen.
Wir pflegen einen bewussten Umgang mit Ressourcen und der Umwelt, ökologisch und ökonomisch, um negative Auswirkungen auf das Klima zu vermeiden und leisten so unseren Beitrag zum Umweltschutz.
Der Fokus in unseren Fertigungsbetrieben liegt auf einer energieeffizienten Produktion, einer nachhaltigen Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie auf dem Einsatz moderner Luftfilteranlagen. Wir leisten so unseren Beitrag zur Reduktion der Co 2 -Emission. Erneuerbare Energien kommen in Form von Photovoltaikanlagen zum Einsatz. Wir nutzen aber auch Wärmetauschsysteme. Im Neubau am Standort Mühlheim wurde eine Wärmerückgewinnungsanlage verbaut, die für einen effizienten Energiehaushalt des Gebäudes sorgt. An mehreren Standorten in Deutschland bieten wir zudem Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge an. Bei unserer Dienstwagenflotte achten wir darauf, dass wir den Treibstoffverbrauch Stück für Stück reduzieren können, und setzen hier vermehrt auf Elektromobilität.
Neben der Schaffung angemessener Arbeitsbedingungen engagieren wir uns im sozialen und kulturellen Umfeld durch Projekte, Aktionen und Spenden. In manchen Entwicklungsländern ist aus finanziellen Gründen die medizinische Versorgung eingeschränkt. Wir engagieren uns in diesen Ländern und ermöglichen Patienten dort eine bessere Lebensqualität. Wir achten auch in unserer Lieferkette darauf, dass die Menschenrechte geachtet werden. Zwangs- und Kinderarbeit lehnen wir ab.
Auch in unseren betrieblichen Abläufen berücksichtigen wir den schonenden Umgang mit Ressourcen und der Umwelt. Wann immer möglich stellen wir Prozesse auf digitale Abläufe um und vermeiden unnützen Papierverbrauch. Ebenfalls versuchen wir, Verpackungsmaterialien einzusparen und Rohstoffe effizient zu verwerten und damit Abfälle zu vermeiden.
Unserer Verantwortung gegenüber Kunden und Patienten, bei denen unsere medizintechnischen Produkte Anwendung finden, sind wir uns bewusst, denn unsere Produkte nehmen in der Regel direkt Einfluss auf Gesundheit und Leben. Höchste Qualitäts- und Sicherheitsmaßstäbe finden deshalb bei all unseren Produkten Anwendung. Ferner finden fortwährend Schulungsmaßnahmen für unsere Kunden statt, die die Handhabung unserer Produkte vermitteln. Unsere Ingenieure begleiten aber auch direkt oder per Videokonferenz Operationen.
Als Medizintechnikhersteller stellen wir uns der Verantwortung, eine nachhaltige Behandlung von Patienten sicherzustellen, die Kliniken bei der Schaffung neuer Ressourcen zu unterstützen und mit den vorhandenen Ressourcen schonend umzugehen.
II. WIRTSCHAFTSBERICHT
1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE, BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
Nach pandemie-bedingtem historischen Einbruch der Weltwirtschaft im Vorjahr erholte sich die Weltwirtschaft im Berichtsjahr wieder. Allerdings nahm die Dynamik zum Jahresende bereits wieder ab.
Globale Lieferkettenprobleme aufgrund der strikten "Null-Covid-Strategie" Chinas engen gegen Ende des Berichtsjahres die Handlungsfähigkeit europäischer Unternehmen ein. Beispielsweise war die Versorgung mit Halbleitern nicht mehr gewährleistet. Diese sind jedoch wesentlicher Bestandteil in fast allen technischen Anwendungen und werden auch in der Medizintechnik verbaut.
Gegenwärtig nimmt, neben dem aktuellen Pandemiegeschehen, der Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine großen Einfluss auf die Weltwirtschaft und verstärkt die Lieferengpässe weiter, denn die Ukraine ist ein wichtiger Lieferant für Metalle und andere Rohstoffe. Die Rohstoffpreise, aber auch Energiepreise steigen rasant an. Betroffen sind aber auch alle Transportwege. Deren Blockaden führen zu immensen Preissteigerungen in der Logistik. Der Euro büßt an Wert gegenüber dem US-Dollar deutlich ein. Infolgedessen verstärkt sich die ohnehin bereits kräftige Inflation. Als Konsequenz der steigenden Inflationsraten heben die Notenbanken die Zinsen seit Beginn des Jahres 2022 an.
Die Corona-Pandemie offenbart den weltweit hohen Modernisierungsbedarf der Gesundheitssysteme und rückt vor allem auch innovative Lösungen und digitale Technologien in den Vordergrund. In vielen Ländern wurde erkannt, dass zusätzliche Mittel bereitgestellt werden müssen, um das Versäumte nachzuholen und damit das Gesundheitssystem zu stärken. Auch von Seiten der EU wurden neue Hilfspakete und Programme verabschiedet, damit man für zukünftige Krisen besser vorbereitet ist.
Bereits im vorangegangenen Jahr hat man im Gesundheitswesen gesehen, dass es nicht genügend Fachpersonal gibt. Dieses Problem hat sich ausgeweitet und beeinträchtigt mittlerweile Unternehmen jeder Branche in Deutschland. Aber auch in anderen Staaten besteht Fachkräftemangel. Dies führt teilweise sogar dazu, dass Unternehmen ihre Geschäfte einschränken müssen.
Die Medizintechnikbranche in Deutschland hat im Berichtsjahr ihre Chancen genutzt und konnte den Umsatz auf 36,4 Mrd. Euro Umsatz steigern. Allein auf dem deutschen Markt sind über 450.000 verschiedenen Medizinprodukte verfügbar. Dies zeigt, dass die Branche einen gewissen Stellenwert für die deutsche Wirtschaft hat. Aufgrund einer Exportquote von rund 66 Prozent ist sie aber auch wichtig für die weltweite Versorgung mit Medizintechnikprodukten. Mit ihrer Innovationskraft, Deutschland ist nach den USA das Land mit den höchsten Patenteinreichungen, stellt die Branche sicher, auch in Zukunft Wachstum generieren zu können.
2. GESCHÄFTSVERLAUF
In der Medizintechnik ist auch in der Zukunft großes Potential zu sehen. Medizintechnik aus Deutschland ist weltweit gefragt. Die KLS Martin Group unterhält ihre größten Produktionsstätten in Deutschland und exportiert ihre Produkte in die gesamte Welt.
Wir blicken auf ein weiteres erfolgreiches Jahr unter Pandemiebedingungen zurück. Die Umsatzerlöse konnten im Berichtsjahr trotz Pandemie um 40,4 Mio. EUR gesteigert werden. Dies entspricht einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Berichtsjahr betrugen die Umsätze 330,5 Mio. EUR. Trotz weiterer Lockdown- Maßnahmen im Jahr 2021 wurde in den Kliniken versucht, weitestgehend normale Abläufe zu gewährleisten und verschobene elektive Eingriffe zeitnah nachzuholen. Die Umsatzsteigerung der Branche wurde mit 6,3 Prozent ermittelt. Somit verzeichnete die KLS Martin Group eine deutlich stärkere Umsatzsteigerung als die Gesamtbranche. Die Umsatzrentabilität hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 11,8 auf 13,7 erhöht und liegt damit wieder auf dem Niveau von 2019 vor der Pandemie.
Im Berichtsjahr fiel der Startschuss für das richtungsweisende Projekt "KLS ONE". Durch eine neue Organisationsstruktur gepaart mit der Vereinfachung von Strukturen, möchten wir mit "KLS ONE" gemeinsam in die Zukunft gehen. Wir möchten unsere Kultur weiterentwickeln, miteinander sprechen, voneinander lernen und näher zusammenrücken, Kompetenzen bündeln und von uns selbst und den anderen als ein Team wahrgenommen werden, um gemeinsam die Märkte zu erobern.
AUFGLIEDERUNG DER UMSATZERLÖSE
Nach Regionen
| 2021 | 2020 | |
| in Mio. EUR | in Mio. EUR | |
| Inland | 32,0 | 34,1 |
| Ausland | 298,5 | 255.9 |
| 330,5 | 290,0 |
Die Umsatzentwicklung im Ausland insgesamt zeigt eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Ein deutlich differenziertes Bild ergibt sich jedoch bei der Betrachtung der verschiedenen Regionen. Die größten Steigerungen erzielten wir in Ländern Nordamerikas und Europas. In Deutschland hingegen verzeichneten wir Umsatzrückgänge.
BESCHAFFUNG, PRODUKTION, LOGISTIK
Unser Ziel ist es, durch eine effiziente Planung & Steuerung des gruppenweiten Produktions-, Lieferanten- und Logistiknetzwerkes die Anforderungen hinsichtlich Liefertermintreue und Produktqualität optimal zu erfüllen, ohne dabei die ständige Wettbewerbsfähigkeit aus dem Blick zu verlieren. Die Erfüllung umfangreicher regulatorischer Anforderungen, aber auch zunehmend individuelle Kunden- und Marktanforderungen sind wesentliche Einflussfaktoren, die im Berichtsjahr die Arbeit des operativen Bereiches stark beschäftigten.
Beschaffung
Die Einkaufsorganisation ist insbesondere für den Einkauf aller in der Produktion notwendigen Waren zuständig. Die kontinuierliche Anpassung des Lieferantenportfolios, die Sicherstellung der Gesamtkapazität sowie die Sicherstellung der Lieferantenperformance sind wesentliche Bestandteile der täglichen Arbeit. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr war, die Anforderungen der MDR über die gesamte Lieferantenbasis sicherzustellen. Des Weiteren haben sich durch die anhaltende Pandemie die Rahmenbedingungen weiterhin nicht entspannt. Marktpreise für zahlreiche Rohstoffe, Hilfs- und Betriebsmittel sind teilweise deutlich angestiegen. Besonders betroffen waren elektronische Bauteile für unsere elektronischen Apparate und Leuchten. Gleichzeitig haben sich Lieferzeiten dramatisch erhöht, was sich in einigen wenigen Fällen auf die Liefertermintreue auswirkte.
Produktion
Die Produktion lässt sich im Wesentlichen in fünf Bereiche gliedern. Implantate und Implantatsysteme, chirurgische Instrumente, elektromedizinische Geräte, Containersysteme für Sterilisationszwecke sowie Operationsleuchten und Deckenversorgungselemente. Die Produkte werden an unseren deutschen Produktionsstandorten in Mühlheim an der Donau, Freiburg im Breisgau, Fridingen sowie an unseren ausländischen Standorten in Penang (Malaysia) und Jacksonville (USA) gefertigt. Die Standorte arbeiten dabei eng zusammen, um gruppenweit einen gemeinsamen Standard bezüglich Prozesse und Qualität sicherzustellen. Vielfältige Anregungen zur effizienteren Gestaltung der Prozesse erhalten wir von unseren Mitarbeitern. Wir haben hierfür einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) implementiert, der die Mitarbeiter anregt, Verbesserungen vorzuschlagen und umzusetzen.
Logistik
Unsere Kunden werden global über die beiden Logistikzentren in Tuttlingen und Jacksonville, sowie die Läger bei unseren Vertriebsgesellschaften versorgt. Die Herausforderungen durch Pandemie und weitere aufkommende Krisen haben im Vergleich zum Vorjahr nochmals zugenommen. Fortwährend eingeschränkte Frachtkapazitäten, insbesondere im Bereich der Luftfracht, erfordern eine effektive und effiziente Planung. Durch unser effizientes Supply Chain Management haben wir alle Voraussetzungen, um auch zukünftig unsere Kunden termingerecht beliefern zu können.
MEDIZINPRODUKTE-VERORDNUNG
Die Umsetzung der Medizinprodukte-Verordnung (MDR) ist auch 2021 eine der großen Herausforderungen des Geschäftsjahres gewesen. Seit 26. Mai 2021 werden alle Medizinprodukte der MDR Risikoklasse I (im Wesentlichen Instrumente [HT1], OP-Leuchten und Sterilisationscontainer) auf Basis der Anforderungen der MDR in Verkehr gebracht. Die technischen Dokumentationen für diese Produkte wurden termingerecht fertiggestellt und die Konformität zur MDR wurde erklärt.
Die EG-Zertifikate nach der Medizinprodukterichtlinie (MDD, 93/42/EWG) für die Klassen der Medizinprodukte größer Klasse I wurden bis 26.05.2024 weitblickend verlängert. Die MDR-Anforderungen hinsichtlich eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) wurden implementiert.
Es gilt nun, alle höher klassifizierten Medizinprodukte, für die eine Beteiligung durch eine Benannte Stelle zwingend notwendig ist und die bereits unter der MDD (Medizinprodukte-Richtlinie) erfolgreich am Markt in Verkehr gebracht worden sind, neu unter MDR zu zertifizieren. Zur Steigerung der Flexibilität sowie zur Abdeckung des gesamten Produktportfolios hat die KLS Martin Group eine zweite Benannte Stelle involviert. Im Berichtsjahr wurden sämtliche Vorbereitungen für die beauftragten MDR Zertifizierungsaudits getroffen. Die MDR Audits wurden im ersten Halbjahr 2022 mit Erfolg abgeschlossen.
Für die Audits mussten neben einem vollständigen Qualitätsmanagementsystem auch die technischen Dokumentationen für ausgewählte Produktakten zur Prüfung eingereicht werden. Diese Dokumentationen wurden geprüft und die ersten Zertifikate sind eingetroffen. Der Grundstein für die technischen Dokumentationen, welche eingereicht werden müssen, ist gelegt.
Neben den sogenannten Alt-Produkten (Legacy Devices) werden auch Neuzulassungen unter MDR vorangetrieben und für die Zertifizierung vorbereitet. Auch hier wurde bereits eine technische Dokumentation erfolgreich geprüft und die Ausstellung des Zertifikats steht kurz bevor.
SACHINVESTITIONEN/ DESINVESTITIONEN
Wesentliche Sachinvestitionen erfolgten im Berichtsjahr vor allem an den Standorten in Mühlheim und Jacksonville. An beiden Standorten wurde maßgeblich in weitere technische Anlagen und Maschinen investiert, um zusätzliche Produktionskapazitäten zu schaffen. Maschinen mit neuesten technologischen Standards helfen uns unsere Produktionsprozesse effizient zu gestalten. Ebenfalls konnte an beiden Standorten weitere Grundstücke erworben werden.
FINANZINVESTITIONEN / -BETEILIGUNGEN
Nachdem im Vorjahr der wirtschaftlich relevante Teil des Geschäftsbetriebs der Firma Stuckenbrock Medizintechnik GmbH, Tuttlingen, übernommen wurde, erfolgte im Berichtsjahr die Integration in die vorhandenen Abläufe und Prozesse.
FINANZIERUNG
Eine solide Finanzstruktur ist Grundvoraussetzung für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.
Eine fortlaufende kurzfristige Liquiditätsplanung und eine revolvierende Finanzplanung bilden die Grundlage zur Ermittlung und Kontrolle unseres Finanzbedarfs. Gemeinsam dienen uns beide Instrumente zur Steuerung sowohl der langfristigen als auch der kurzfristigen Kapitalbedarfe.
Zum Bilanzstichtag wurden die zur kurz- und mittelfristigen Finanzierung des Working-Capitals eingeräumten Kreditlinien nur teilweise in Anspruch genommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr auf 49,4 (Vj. 65,4) Mio. Euro gesunken. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen in Deutschland wurden zinsgünstige KfW- Darlehen aufgenommen, die Laufzeiten dieser Kredite liegen zwischen 9 und 20 Jahre. Die sonstigen Bankverbindlichkeiten bestehen aus kurzfristigen Darlehen, deren Laufzeit in der Regel nicht mehr als 1 Monat beträgt und die flexibel im Rahmen der von den Banken bereitgestellten Kontokorrent-Linien genutzt werden können.
KUNDENBEZIEHUNGEN
Höchstes Ansehen bei Kunden und Verbrauchern möchten wir auch weiterhin genießen. Unser Augenmerk legen wir als KLS Martin Group auch weiterhin auf eine intensive Kundenbindung und den gemeinsamen Dialog, um neue Ideen sowie Innovationen zu entwickeln, die dem Patientenwohl dienen. Im Berichtsjahr beschränkten sich unsere Kontakte größtenteils auf virtuelle Interaktionen wie Videokonferenzen und Webinare im Rahmen unseres WEBucation-Programms. Der Austausch mit unseren Kunden, Ärzten, Pflegekräften und Wissenschaftlern ist uns auch in Pandemiezeiten wichtig. Der digitale Kontakt wird uns auch in Zukunft begleiten. Wir sehen diesen allerdings als Ergänzung an und freuen uns schon jetzt darauf, wieder an Messen und Ausstellungen in vielen Ländern teilzunehmen, Gäste bei uns begrüßen zu dürfen und den persönlichen Kontakt zu pflegen.
PERSONAL- UND SOZIALBEREICH
Ein gutes Arbeitsklima sowie faire Arbeits- und Vergütungsbedingungen sind uns wichtige Anliegen. Ein gutes Arbeitsklima sorgt für motivierte Mitarbeiter, die hoch produktiv sind, die mit ihrem Fachwissen, Engagement und ihrer Erfindungsgabe maßgeblich den Unternehmenserfolg beeinflussen. Unsere Unternehmensvision "SURGIVAL INNOVATION IS OUR PASSION" wird erst lebendig, wenn sie von unseren Mitarbeitern gelebt wird. Wir möchten, dass es unseren Mitarbeitern gesundheitlich gut geht und sind davon überzeugt, dass ein gutes Arbeitsklima dabei unterstützend wirkt. Die Gesundheit und die Gesunderhaltung unserer Mitarbeiter liegen uns sehr am Herzen. Die Pandemie prägte auch weiterhin unseren Arbeitsalltag und stellte unsere Mitarbeiter vor zusätzliche Herausforderungen. Auch hier reduzierten wir persönliche Kontakte, um unsere Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen. Die an allen Standorten etablierten Hygienekonzepte, neuen Arbeitsmodelle und durchgeführte Impfaktionen halfen uns, gut durch ein weiteres Corona-Jahr zu steuern. Die Flexibilität unserer Mitarbeiter hat uns geholfen, die diesbezüglich weiter andauernden Herausforderungen zu meistern. Die Pandemie erlaubte keine gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Aber eine kleine Auswahl an Onlineangeboten gab unseren Mitarbeitern dennoch Anregung, sich auch in Pandemiezeiten gesund und fit zu halten.
Die KLS Martin Group beschäftigte im Jahresdurchschnitt 1.733 (Vj. 1.626) Mitarbeiter.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es in der Gruppe im Jahresmittel 56 Ausbildungsplätze. Die Ausbildung erfolgt sowohl in diversen technischen Berufsgruppen als auch im kaufmännischen Bereich. Damit versuchen wir aktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und stellen uns den globalen Herausforderungen der Zukunft. Es ist uns eine Herzensangelegenheit junge Menschen auf ihrem Weg zu qualifizierten Mitarbeitern und reifen Erwachsenen zu begleiten und zu unterstützen.
3. DARSTELLUNG DER VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
Die vertikale Wertschöpfungskette decken wir in der KLS Martin Group vollständig ab. Wir entwickeln, produzieren und vertreiben Medizintechnik-Produkte und bieten komplementäre Dienstleistungen an. Die Funktionsbereiche werden allerdings nicht vollumfänglich von jeder Einzelgesellschaft abgedeckt. Grundsätzlich unterscheiden wir drei verschiedene Unternehmensformen in der Gruppe. Zum einen die Produktionsunternehmen, deren Kernkompetenzen liegen im Wesentlichen in den Bereichen Forschung & Entwicklung sowie Produktion. Zum anderen gibt es die Vertriebsgesellschaften, deren wesentliche Aufgabe im Vertrieb zu sehen ist. Unternehmen, die sich auf die Bereitstellung von Dienstleistungen spezialisiert haben, sind unser drittes Standbein, das wir in Zukunft auch weiter ausbauen werden, denn die Nähe zu unseren Kunden spielt eine wesentliche Rolle. Die drei Unternehmenstypen bilden eine Allianz und arbeiten Hand in Hand. Anforderungen unserer Kunden werden zunächst in unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit unternehmensübergreifend berücksichtigt, gehen danach in den Produktionsprozess und kommen erst dann zur Anwendung beim Kunden.
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Hinter uns liegt ein weiteres durch die Covid-19 Pandemie geprägtes Geschäftsjahr. Flexibilität wurde zu jeder Zeit von uns gefordert. Wir haben die Herausforderungen angenommen und sind teilweise neue Wege gegangen.
Das Vermögen der KLS Martin Group zum Bilanzstichtag erhöhte sich und beträgt 314,4 (Vj. 291,1) Mio. Euro.
Die Erhöhung der Bilanzwerte des Anlagevermögens um 2,1 Mio. Euro ist auf den Erwerb von weiteren immateriellen Vermögensgegenständen (+2,4 Mio. Euro) und die Erhöhung der Beteiligungsansätze an assoziierten Unternehmen (+0,6 Mio. Euro) zurückzuführen.
Das Umlaufvermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 20,0 Mio. Euro erhöht. Hierbei verzeichneten wir sowohl einen Anstieg der Vorräte (+8,5 Mio. EUR), als auch der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände (+10,9 Mio. Euro).
Auf der Passivseite gibt es zum Teil gegenläufige Effekte bei den einzelnen Positionen. Während sich das Eigenkapital, die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöht haben, konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, die sonstigen Verbindlichkeiten und Steuerrückstellungen abgebaut werden.
Für den Anstieg des Eigenkapitals ist im Wesentlichen das positive Jahresergebnis und die damit verbundene Erhöhung der Gewinnrücklagen verantwortlich. Das Eigenkapital erhöhte sich im Geschäftsjahr um 23,6 Mio. Euro auf 133,6 Mio. Euro, woraus eine Eigenkapitalquote von 42,5 (Vj. 37,8) Prozent resultiert.
Der Unterschiedsbetrag aus Kapitalkonsolidierung wurde planmäßig aufgelöst.
Die Höhe der Rückstellungen liegt über Vorjahresniveau. Der Anstieg ist auf höhere sonstige Rückstellungen zurückzuführen. Die Pensionsrückstellungen sind in Folge der Anpassung von Parametern bei der Berechnung angestiegen, werden aber durch geringere Steuerrückstellungen kompensiert.
Die Verbindlichkeiten sind im Berichtsjahr um 11,6 Mio. Euro gesunken. Dieser Betrag setzt sich aus unterschiedlichen Effekten zusammen, die zum Teil gegenläufig sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden im Vergleich zum Vorjahr um 16,0 Mio. Euro reduziert und betragen 49,4 Mio. Euro. Hingegen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gestiegen (+ 5,1 Mio. Euro).
ERTRAGSLAGE
Im Berichtsjahr wurde ein Konzernjahresüberschuss von 35,2 (Vj. 22,8) Mio. Euro erwirtschaftet.
Mit Zulassung verschiedener Impfstoffe, war eine Rückkehr zur Normalität möglich. Pandemiebedingt verschobene selektive Eingriffe wurden kurzfristig nachgeholt und die Kliniken konnten neben der Behandlung von Covid 19-Patienten sukzessive den normalen Klinikbetrieb wieder aufnehmen. Das ermöglichte uns eine Umsatzsteigerung im Berichtsjahr von 14 Prozent. Unsere Umsatzziele konnten vollumfänglich erreicht werden und der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr stieg von 290,0 Mio. Euro auf 330,5 Mio. Euro. Der relative Anteil der Implantate und Implantatsysteme ist weiter angestiegen.
Auch im Berichtsjahr wurde aufgrund der Volatilität der Wechselkurse das Ergebnis beeinflusst. Während im Vorjahr die Aufwendungen über den Erträgen lagen (- 1,6 Mio. Euro), verzeichnen wir im Berichtsjahr höhere Erträge als Aufwendungen (+1,0 Mio. Euro) aus Wechselkursänderungen.
Steigende Logistik- und Frachtkosten, höhere Rohstoff- und Energiepreise sind Ursache für den Anstieg der Materialaufwandsquote. Die weltweite Knappheit von Rohstoffen wie Stahl, Aluminium, Kunststoffen, aber auch Vorstufenprodukte wie Halbleiter führen zu immensen Preissteigerungen.
Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Mitarbeiterzahl in der KLS Martin Group um 107 Personen. Aufgrund der Erweiterung der Produktionskapazitäten und der intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit, aber auch durch umfangreiche gesetzliche Neuregelungen und Umsetzung der MDR-Richtlinie, wurde im Berichtsjahr weiteres qualifiziertes Personal eingestellt. Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr 144,8 Mio. Euro. Die Personalintensität steigt leicht im Vergleich zum Vorjahr auf 49,4 (Vj. 45,3) Prozent.
Die planmäßigen Abschreibungen im Berichtsjahr haben sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht (+0,7 Mio. Euro). Im Berichtsjahr wurde an den bestehenden Produktionsstandorten im Konzern in weitere technische Anlagen und Maschinen und auch immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Dies erhöhte den Abschreibungswert im Vergleich zum Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. Euro gestiegen. Verschiedene Effekte beeinflussen die Ausgaben an dieser Stelle. Wie bereits im Vorjahr fanden im Jahr 2021 die meisten Vertriebsaktivitäten pandemiebedingt virtuell statt und führten zu geringeren Ausgaben in diesem Bereich. Andererseits erhöhten sich die Kosten für Fracht und Verpackung sowie Dienstleistungen. Zudem hat die KLS Martin Group Beratungsleistungen für die neue strategische Aufstellung und die Optimierung von Prozessabläufen in Anspruch genommen.
Zinsgünstige kurzfristige Darlehen sowie der Abbau von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ermöglichten es uns im Berichtsjahr die Zinsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren.
Ziel ist es, an unsere Erfolge aus den vergangenen Jahren anzuknüpfen und diese durch ein gesundes Wachstum fortzuschreiben. Unsere Aktivitäten auf den internationalen Märkten werden wir forcieren und Produktinnovationen weiter vorantreiben. Wir setzen dabei weiterhin auf Wiederverwertbarkeit und Langlebigkeit unserer Produkte. Gerade in der Medizintechnik haben wir als Medizintechnikhersteller die Verantwortung ein besseres Morgen zu schaffen, die nachhaltige Behandlung von Patienten sicherzustellen sowie bei der Optimierung von Prozessen in Kliniken mitzuwirken.
4. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Wichtige Kennzahlen für unsere interne Steuerung sind Umsatzrentabilität, Umsatz pro Mitarbeiter und Cash Flow.
Die Umsatzrentabilität hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte erhöht und bewegt sich auf dem Niveau vor der Pandemie. Sie beträgt 13,7 Prozent. Der Umsatz pro Mitarbeiter erhöhte sich ebenfalls von 178,4 TEuro im Vorjahr auf 190,7 TEuro. Umsatzsteigerungen auf den internationalen Märkten werden unter Berücksichtigung von Kostengesichtspunkten forciert, so dass die Umsatzrendite auch in Zukunft gesteigert werden kann. Des Weiteren werden wir auch in Zukunft Kostensenkungspotentiale ermitteln und umsetzen, um auch von diesen profitieren zu können.
Die folgende Darstellung zeigt die Cash Flow Rechnung:
| TEUR | |
| Jahres-Cash Flow nach DVFA/SG | 65.117 |
| Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 50.199 |
| Cash Flow aus Investitionstätigkeit | -19.160 |
| Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | -34.408 |
III. PROGNOSEBERICHT
Die hier getroffenen Aussagen über die Entwicklung der KLS Martin Group sind zukunftsbezogen und basieren auf Erwartungen und Schätzungen. Abweichungen sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht sind daher möglich.
Die Systemrelevanz der Medizintechnik und ihre herausragende Bedeutung für die Gesundheitsversorgung wurde besonders deutlich seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Ausreichende regionale Fertigungsmöglichkeiten, Flexibilität in der Produktion sowie eine ausreichende Bevorratung sind Faktoren, die im Krisenfall helfen, eine schnelle Verfügbarkeit der Medizintechnik zu gewährleisten. Die Deckelung der Gesundheitsausgaben in Deutschland, die aufwendige Gestaltung der Zulassungsverfahren sowie stringent steigende regulatorische Anforderungen gehen zu Lasten der Medizintechnikbranche. Innovationen, die Leben retten können bzw. Therapieverbesserungen darstellen, brauchen oft Jahre bis zur Zulassung.
Russlands Krieg in der Ukraine verursacht, neben unfassbarem menschlichem Leid, gravierende Probleme für die Wirtschaft. Ein weiterer Stresstest ist die Folge für die weltweiten Lieferketten auf allen Transportwegen (Straße, Schiene, Wasser, Luft). Während Lufträume gesperrt sind, Landwege aufgrund militärischer Aktionen für den Transport auf Straße und Schiene ebenfalls nicht in Frage kommen, muss auf den Seeweg ausgewichen werden. Dabei standen die Häfen bereits aufgrund der Pandemie vor einer Belastungsprobe. Die Logistikkosten schnellen weiter in die Höhe und auch Preissprünge bei Energie und Rohstoffen wie Metallen sind gegenwärtig zu verzeichnen. Auch die Finanzmärkte bekommen die Auswirkungen zu spüren. Wechselkurssprünge, Zinssteigerungen und Inflation bestimmen aktuell das Marktgeschehen.
Den gegenwärtigen Herausforderungen treten wir als KLS Martin Group entschlossen entgegen Hierfür beobachten wir die Märkte intensiv, um im Bedarfsfall umgehend reagieren zu können. Trotz des derzeitigen Marktumfeldes planen wir für 2022 mit Umsätzen und einem Ergebnis über Vorjahresniveau. Diese Prognose kann allerdings jederzeit durch nicht absehbare externe Faktoren in positiver, als auch negativer Weise beeinflusst werden.
Die Sicherstellung der Lieferfähigkeit und die fristgerechte Versorgung unserer Kunden mit unseren medizintechnischen Produkten hat für uns höchste Priorität. Hierfür stellen wir entsprechende Ressourcen bereit, um unsere Lieferketten sicherzustellen und leiten entsprechende Schritte ein, um unsere Produktionsstätten mit Energie aber auch mit den benötigten Rohstoffen zu versorgen.
Die Digitalisierungsprozesse in der KLS Martin Group werden weiter vorangetrieben. Mit großem Augenmerk werden wir in den kommenden Jahren an unserer digitalen Transformation arbeiten. Essenziell für die digitale Transformation sind dabei neben mehr Sicherheit, mehr Stabilität und höherer Performance die Neuausrichtung der Systeme. Unsere IT-Landschaft ist für uns ein wesentlicher Baustein und stellt die Weichen für die Zukunft.
Auch 2022 planen wir verstärkt in die Zukunftsfähigkeit der KLS Martin Group zu investieren. Eine wesentliche Komponente sind unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung. Gemäß unserem Leitmotiv "SURGICAL INNOVATION IS OUR PASSION" arbeiten wir an neuen Produkten und neuen Technologien und werden diese zur Marktreife bringen.
IV. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
Unserer Rolle in einer global vernetzten Welt mit steigenden gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen nehmen wir bewusst an und richten unser unternehmerisches Handeln danach aus. Dabei steht unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Umwelt stets im Vordergrund.
Durch geeignete Maßnahmen werden wir auch zukünftig Chancen nutzen und unangemessene Risiken minimieren, um Werte zu schaffen und Wertverluste zu vermeiden. Hierzu beobachten wir ständig unser Umfeld sowie die relevanten Märkte, halten engen Kontakt zu unseren Kunden, Lieferanten, Banken, Interessensgemeinschaften, Wirtschaftsverbänden sowie Behörden, damit wir auf Veränderungen unseres Umfeldes zeitnah reagieren können.
Einflüsse, mit deren Hilfe wir unsere gesetzten Ziele übertreffen können, stellen für uns Chancen dar. Wirken Einflüsse negativ auf unsere operativen und strategischen kurz- und langfristigen Ziele oder gefährden das Erreichen dieser Ziele, so sprechen wir von Risiken.
Erfolgspotentiale sehen wir in neuen innovativen Produkten, unseren hochqualifizierten Mitarbeitern, moderner Produktionsorganisation, effizienten Geschäftsprozessen und dem Ausbau unserer Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Wertverluste können hingegen aufgrund der Veränderung des Marktumfeldes, z.B. durch den zunehmenden Preisdruck oder durch die weitere Bildung von Einkaufsgemeinschaften, aber auch durch die Veränderung des politischen, rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Umfeldes, z.B. durch Reglementierung der Branche durch neue Gesetze, auftreten. Unser Augenmerk richten wir weiterhin auf die Nutzung der Erfolgspotentiale und die Reduzierung der Wertverluste durch frühzeitiges Erkennen maßgeblicher Risiken und entsprechendem Entgegensteuern.
RISIKOMANAGEMENT
Aus allen unternehmerischen Prozessen können Risiken hervortreten, die Einfluss auf den Erfolg unseres Unternehmens haben. Ziel ist es, ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Risiken und Erfolgskomponenten zu schaffen und vor allem Risiken zu minimieren oder auszuschalten, die sich auf den Fortbestand des Unternehmens auswirken können. Aus diesem Grund haben wir ein integriertes Risikomanagementsystem als Bestandteil unseres Qualitätsmanagementsystems, welches nach den international anerkannten Qualitätsnormen EN ISO 13485:2016 und nach ISO9001:2015 zertifiziert ist, etabliert, das zur Früherkennung und Überwachung unserer unternehmensspezifischen Risiken dient. Neben den strengen FDA-Normen erfüllen wir auch weitere länderspezifische Anforderungen.
Um einstufen zu können, wie hoch der Gefährdungsgrad ist, wird ähnlich wie beim FMEA-Verfahren jeweils eine Risikoprioritätszahl ermittelt. Abhängig von der Höhe der ermittelten Zahl kommen verschiedene Ansätze zum Tragen: Risikovermeidung, -Eingrenzung, -Akzeptanz oder -Beseitigung. Je nach Ansatz werden vom Management daraufhin angemessene Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Zeitschienen festgelegt.
Grundsätzlich ist jeder einzelne Mitarbeiter zu risikobewusstem Handeln angehalten. Aber auch klar definierte Verantwortlichkeiten, unabhängiges Handeln des Risikocontrollings sowie die Implementierung interner Kontrollen und ein entsprechendes Berichtswesen an die Geschäftsleitung dienen der Risikominimierung. Unser internes Kontrollsystem sieht neben prozessintegrierten Maßnahmen, wie z.B. das Vier-Augen-Prinzip, auch prozessunabhängige Maßnahmen wie interne und externe Audits vor.
Das operative Controlling prüft laufend die operativen Risiken, erstellt Soll-Ist-Analysen und dokumentiert Planabweichungen. Die Geschäftsführung wird durch ein umfangreiches Berichtswesen kontinuierlich und, falls erforderlich, ad hoc informiert.
Die interne Überwachung erfolgt durch das Qualitätsmanagement. Dieses ist der Geschäftsführung direkt unterstellt. Es prüft und bewertet die Einhaltung interner Vorgaben und Verfahrensanweisungen.
Regelmäßige externe Revisionen prüfen und bewerten Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsabläufe. Ein Frühwarnsystem ist eingerichtet, das regelmäßig unverzüglich über gravierende Abweichungen zu den Planwerten berichtet.
1. RISIKOBERICHT
Neben den im Folgenden dargestellten Risiken mit Ihren Auswirkungen kann es weitere Risiken geben. Bei unserer Darstellung der Risiken beschränken wir uns auf Risiken, die uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts wesentlich erscheinen. Nicht aufgeführte Risiken können sich in der Zukunft ebenfalls auf unsere Geschäftsaktivitäten auswirken.
STRATEGISCHE RISIKEN
Sowohl wirtschaftliche als auch politische Rahmenbedingungen beeinflussen unsere zukünftigen Wachstumsaussichten.
Die Geopolitische Lage ist derzeit sehr angespannt. Neben dem Krieg in der Ukraine, der nach Ausbruch Anfang 2022 die Welt in einen Schockzustand versetzte, ist ein zentrales Thema die Entwicklung der Beziehung zwischen USA und China. Neben Spannungen aufgrund konventioneller militärischer Aktionen steigt die Bedrohung durch globale Cyberangriffe. Risiken, die aus geopolitischen Spannungen hervorgehen, können wir nur schwer vorhersehen und beeinflussen. Es gilt die Resilienz gegen solche externen Schocks zu stärken. Unsere Produkte werden über die Vertriebswege der KLS Martin Group auf vielen Märkten über den gesamten Globus verkauft. Damit versuchen wir die Risiken zu streuen, da die Veränderung eines Marktes nicht zwangsläufig die gleichen Veränderungen auf allen anderen Märkten hervorruft.
Neben Änderungen der politischen Landschaft eines Staates können sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen in einem Staat verändern. Dies kann das Investitionsverhalten öffentlicher Einrichtungen verändern und somit die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen, denn unsere Kunden sind oftmals öffentliche Krankenhäuser. Durch ständige Beobachtung der Märkte vor Ort durch unser weltweites Vertriebsnetz der KLS Martin Group bekommen wir so bereits im Vorfeld Informationen zu Gesetzesänderungen und erhalten so die Chance bereits vor Inkrafttreten reagieren zu können und mit unseren Kunden in Kontakt zu treten.
BRANCHENSPEZIFISCHE RISIKEN
Änderungen in den Erstattungssystemen, neue Produkte und Behandlungsmethoden von Wettbewerbern, verzögerte Aufnahmen neuer Produkte oder Behandlungsmethoden in den Leistungskatalog der Krankenkassen haben Auswirkungen auf die KLS Martin Group und sind mit Risiken verbunden. Wir beobachten die Veränderungen fortwährend, um gegebenenfalls rechtzeitig reagieren zu können. Wir sind auf vielen verschiedenen Märkten mit unseren Produkten präsent, um das erhöhte Risiko, das bei gesetzlichen Änderungen auf einem Markt entsteht, zu streuen. Des Weiteren stehen unsere Ingenieure in ständigem Kontakt mit Ärzten, Spezialisten und Wissenschaftlern, tauschen mit diesen Informationen zu Innovationen aus und passen, falls erforderlich, unsere Produkte bzw. die Entwicklung neuer Produkte an.
Um gut für die Zukunft gerüstet zu sein, benötigen wir auch in Zukunft gut ausgebildetes Fachpersonal. Die große Herausforderung des Fachkräftemangels hält auch in der Medizintechnikbranche Einzug. Wir bilden vor allem an unseren Deutschen Standorten Nachwuchskräfte aus. Die Nähe der Unternehmen zu Hochschulen, die Fachkräfte im Bereich der Medizintechnik ausbilden, bietet gute Voraussetzungen, um auch in Zukunft gut ausgebildete Spezialisten zu gewinnen.
Strenge, national unterschiedliche, Zulassungsbedingungen bergen Risiken, die sich auf unsere zukünftigen Umsätze und Erträge auswirken können. Werden Zulassungen später als erwartet oder gar nicht erteilt, so können Ziele unerreichbar werden. Wir begegnen diesen Risiken mit der stetigen Überwachung unter anderem durch unsere Regulatory Affairs Manager. Neue gesetzliche Regelungen können so frühzeitig eingeplant und umgesetzt werden.
OPERATIVE RISIKEN
Kurze Produktlebenszyklen und hohe Innovationskraft sind ein Kennzeichen der Medizintechnikbranche. In unseren Forschungs- und Entwicklungsabteilungen streben wir permanent danach neue innovative Produkte zur Marktreife zu bringen. Wir können dabei aber nicht gänzlich ausschließen, dass aufgrund von Projektverzögerungen die Produkte erst später als geplant zur Verfügung stehen, Wettbewerber ähnliche Produkte ebenfalls am Markt platzieren oder diese Produkte vom Markt nicht so angenommen werden wie ursprünglich erwartet. Diesen Risiken wirken wir entgegen, indem vor allem unsere Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen den fortwährenden Kontakt zu Ärzten und Wissenschaftlern halten und mit diesen eng zusammenarbeiten. Des Weiteren beobachten wir den Markt und die Marktfähigkeit unserer Produkte kontinuierlich und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor.
Für die hohe Innovationskraft der Branche spricht auch die hohe Anzahl der Patentanmeldungen. Unabhängig von unseren Patenten kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wettbewerber Produkte am Markt verkaufen, die unseren ähneln, da eine vollständige Überwachung schwierig ist. Zur Minimierung der wirtschaftlichen Einbußen würden wir in solch einem Fall rechtliche Schritte einleiten.
Rechtsstreitigkeiten mit Wettbewerbern, Geschäftspartnern oder Kunden können ebenfalls zu hohen Kosten und somit zu wirtschaftlichem Schaden führen. Durch die Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten tragen wir dem Risiko für ungewisse Ausgänge bei Rechtsstreitigkeiten Sorge.
Die Produktpalette der KLS Martin Group umfasst unter anderem auch Produkte, die zur Einbringung oder zum Verbleib im menschlichen Körper bestimmt sind. Eine Fehlfunktion dieser Produkte kann trotz aufwendiger qualitätssichernder Maßnahmen nicht völlig ausgeschlossen werden, so dass Schadensersatzansprüche, obwohl eine Produkthaftpflichtversicherung besteht, in der Zukunft geltend gemacht werden könnten. Schadensersatzansprüche können vor allem in den USA sehr hoch sein. Auch Rückrufaktionen sind in solchen Fällen denkbar. Neben dem wirtschaftlichen Schaden könnte auch ein Imageschaden als wesentliche Auswirkung resultieren.
Der Markt ist aktuell durch stark volatile Energie- und Rohstoffpreise gekennzeichnet. Aber auch Probleme bei den Logistikdienstleistern haben Einfluss auf die Versorgung unserer Produktion und auch unserer Kunden. Wir suchen aus diesem Grund den engen Kontakt zu unseren langjährigen Lieferanten und Logistikdienstleistern, um auch in Krisenzeiten eine pünktliche Versorgung mit unseren Produkten zu gewährleisten. Jedoch können wir temporäre Verzögerungen nicht gänzlich ausschließen. Ebenfalls besteht das Risiko, dass die Logistikkosten weiter auf hohem Niveau verharren bzw. noch weiter ansteigen werden.
Betriebsunterbrechungen oder Produktionsausfälle sind aufgrund von Elementarereignissen, Lieferunterbrechungen von Hauptrohstoffen oder Zwischenprodukten bzw. Unterbrechung der Energieversorgung möglich. Als Konsequenz kann dies dazu führen, dass vertraglich fixierte Lieferverpflichtungen nicht eingehalten werden können. Mit regelmäßigen vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen, aber auch fortwährenden Modernisierungsmaßnahmen, versuchen wir diese Risiken zu minimieren. Aufgrund der drohenden Gaskrise arbeiten wir derzeit an Konzepten zur Einsparung von Energie und ziehen alternative Möglichkeiten in Erwägung damit unsere Standorte auch im kommenden Winter reibungslos mit Energie versorgt sind. Ein Restrisiko bleibt aber auch hier bestehen.
Alle Geschäftsbereiche der KLS Martin Group erzeugen und verarbeiten Informationen unter Einsatz moderner Informationstechnik (IT). Verlust, Nichtverfügbarkeit, Verletzung der Vertraulichkeit der Daten oder Manipulation können großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Ein Ausfall der IT-Systeme würde die Geschäftsprozesse beeinflussen. So könnte es z.B. zu Unterbrechungen in der Produktion oder in der Auslieferung kommen. Um diese Risiken zu minimieren, führen wir regelmäßig Sicherheitsupdates durch, halten u.a. unsere Virenschutzprogramme und Firewall-Systeme auf aktuellem Standard, nutzen Back-up-Verfahren zur Datensicherung und prüfen routinemäßig in regelmäßigen Abständen Zugriffs- und Änderungsbestimmungen. Wir arbeiten dabei stetig an einer Verbesserung der Datensicherung und den zentralen Abläufen zur Sicherung. Aber auch das Thema Cybersecurity bei unseren Medizinprodukten rückt immer mehr in den Fokus, denn auch hier kommen zunehmend Apps zum Einsatz und die Vernetzung spielt eine immer größere Rolle. Aus diesem Grund lassen wir in unsere Geräte neue Erkenntnisse einfließen und setzen diese in stetiger Weiterentwicklung der Produkte um.
Um langfristige Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auch weiterhin sicherzustellen, sind auch Veränderungsprozesse in der Organisation der KLS Martin Group erforderlich. Die Veränderungsbereitschaft jedes einzelnen Mitarbeiters ist neben der Erkennung von Potentialen zur effizienteren Gestaltung aller Geschäftsprozesse gefragt. Wir versuchen vor allem durch Stärkung der Veränderungsbereitschaft und Agilität die sich daraus bietenden Chancen zu nutzen. Der Erfolg ist aber abhängig von der Bereitschaft des Einzelnen. Die Digitalisierung spielt an dieser Stelle eine große Rolle.
Das operative Geschäft ist den üblichen Marktrisiken wie Absatz-, Zins- und Währungsunsicherheiten ausgesetzt. Einen Großteil unserer Umsätze generieren wir im Nichteuropäischen Ausland. Neben dem Einfluss der Währungskursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar, bringen auch unsere Aktivitäten in Schwellenländern erhöhte Risiken die Wechselkurse betreffend mit sich. In diesen Ländern sind die Wechselkurse in der Regel höheren Schwankungen ausgesetzt. Sowohl bestimmte Währungsrisiken als auch Zinsrisiken sichern wir durch derivative Finanzinstrumente. Die Gesellschaft sichert im Wesentlichen folgende Risiken teilweise ab:
| • |
Währungsrisiken, die sich aus Fremdwährungsfakturen ergeben, werden teilweise über Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen gesichert. |
| • |
Zinsrisiken, die sich aus Darlehensverträgen mit variablen Zinssätzen ergeben, werden teilweise über Zinsswaps gesichert (vgl. Anhang - Angaben unter Punkt derivative Finanzinstrumente). Damit tauschen wir variable Zinsverpflichtungen unserer Kredite in feste Zinsverpflichtungen zu einem maximalen Betrag. |
Akut auftretende Pandemien, wie die anhaltende Covid19-Pandemie, haben Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb. Eine solche Pandemie ist nicht vorhersehbar und ihre Auswirkungen treten erst nach und nach hervor. Aus der derzeitigen Situation sehen wir, welche Gefahren drohen können. Die weltweite Beeinträchtigung von Lieferketten. Krankenhäuser, die ihre komplette Organisation umstellen müssen und geplante Operationen auf unbestimmte Zeit verschieben. Ganze Länder werden durch Lockdown- Maßnahmen teilweise in einen Zustand versetzt, der einem Stillstand gleicht. Den Unternehmen wird in einer solchen Situation Flexibilität und Wandlungsfähigkeit abverlangt. Um Kontakte zu reduzieren besteht in einigen Gesellschaften die Möglichkeit den Geschäftsbetrieb kurzfristig auf ein Mehrschichtsystem umzustellen. Wo immer möglich, arbeiten viele Mitarbeiter im Homeoffice. Damit versucht man drohenden Produktionsausfallrisiken entgegenzuwirken. Neben einem verantwortungsvoll handelnden Management sind auch das Pflichtbewusstsein und die Flexibilität jedes einzelnen Mitarbeiters in solch einer Situation gefragt. Die vollständigen Auswirkungen der Pandemie sind derzeit aufgrund immer neuer Mutationen unklar.
2. CHANCENBERICHT
Neben den Risiken werden regelmäßig Chancen im Rahmen unseres Planungsprozesses in der KLS Martin Group identifiziert, Strategien festgelegt und deren Umsetzung berücksichtigt.
Erweiterungen des Produktportfolios durch neue innovative Produkte, die dem Patienten nutzen, ressourcenschonend sind und Prozesse effizienter machen, bringen neben Risiken auch vielfältige Chancen mit sich. Sie eröffnen uns die Möglichkeit, zukünftig neue Maßstäbe zu setzen, aber auch unsere Profitabilität zu steigern.
Kontinuierliche Prozessverbesserungen und Nutzung von Synergieeffekten können die wirtschaftliche Situation aufgrund von Kostensenkungen maßgeblich beeinflussen. Effiziente Kostenstrukturen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit in einem konkurrierenden Marktumfeld und bieten die Chance zur Ergebnissteigerung. Wir werden aus diesem Grund auch in Zukunft das Zusammenwachsen in der KLS Martin Group forcieren, um weitere Potentiale zu nutzen.
Die Nähe zum Kunden und damit eng korreliert unser Angebot an zusätzlichen Dienstleistungen möchten wir auch in Zukunft ausbauen. Eine langfristige Kundenbeziehung und die Zufriedenheit unserer Kunden sind uns sehr wichtig.
In vielen Ländern ist das Gesundheitssystem im Wandel. Kapazitäten werden ausgebaut. Im Pandemiefall hat sich gezeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem ist. Wir möchten auch in Zukunft unsere Möglichkeiten nutzen, an Ausschreibungsverfahren teilzunehmen und weiterhin größere Projekte ('Tender') realisieren.
Schwellenländer können bei entsprechender Entwicklung und Stabilisierung der Verhältnisse für die Medizintechnik weiteres Wachstum für die Branche hervorrufen. Die Zunahme des Wohlstandes bedingt in der Regel auch eine Zunahme der Ausgaben im Gesundheitssektor. Stabilisiert sich in den kritischen Schwellenländern die wirtschaftliche und politische Lage, so bieten diese Länder Möglichkeiten zu weiterem Wachstum durch die Bereitstellung entsprechender Mittel des öffentlichen Sektors zur Sicherung der Grundversorgung mit medizintechnischen Standardprodukten.
Chancen bieten sich aber auch aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und aus Veränderungen der Währungskurse. Entwickelt sich die Gesamtwirtschaft deutlich besser als erwartet, so können sich hieraus zusätzliche Gewinnaussichten ergeben. Dies ist ebenfalls der Fall bei einer günstigen Entwicklung der Währungskurse.
3. GESAMTAUSSAGE
Die KLS Martin Group verfolgt eine konservative Risikopolitik. Innerhalb der Organisation wurden für alle maßgeblichen Risiken Maßnahmen zur Begrenzung beziehungsweise Minimierung getroffen und im Rahmen der Risikovorsorge allen erkennbaren Risiken durch umsichtig gebildete Wertberichtigungen Rechnung getragen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich keine wesentlichen Änderungen im Risikoportfolio, sowohl bei den strategischen als auch bei den branchenbezogenen und operativen Risiken, ergeben.
Unser Ziel ist es, die Chancen, die sich aus der Entwicklung verschiedener Märkte ergeben können, optimal für uns zu nutzen und uns nachhaltig vorteilhaft strategisch zu positionieren. Hauptaugenmerk unserer Forschung und Entwicklung liegt auch weiterhin in der Suche nach neuen Technologien sowie innovativen Produkten und Materialien zur horizontalen Produktdiversifikation, um daraus resultierende Chancen optimal zu nutzen.
Globalisierung und Digitalisierung sind wesentliche Komponenten, die sich durch das komplette Unternehmen ziehen. Beides sind Risikoquellen deren Auswirkungen sich schwer prognostizieren lassen. Weiterhin werden wir daran arbeiten, die drohenden Gefahren zu minimieren und Unsicherheitsfaktoren so gering wie möglich zu halten. Die aus beiden Komponenten resultierenden Potentiale nutzen wir gezielt und werden davon auch zukünftig profitieren.
Wir beobachten die Märkte aufmerksam, um frühzeitig reagieren zu können. Des Weiteren versuchen wir die Risiken zu streuen, indem wir auf vielen verschiedenen Märkten agieren.
V. RISIKOBERICHTERSTATTUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN
Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten. Zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken setzt die KLS Martin Group marktgängige Devisentermin-, Devisenoptionsgeschäfte und Zinsswaps ein.
VI. BERICHT ÜBER ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Zweigniederlassungen werden von der Gesellschaft nicht unterhalten.
Mühlheim, im August 2022
KLS Martin Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH
vertreten durch die Geschäftsführung
Dipl.-Kfm. Christian Leibinger
Verzeichnisse
FORMELN ZUR KENNZAHLENBERECHNUNG
| Umsatzrentabilität in % = | (Jahresüberschuss + Ertragsteuern + Zinsaufwand ./.Zinsertrag) x 100 / Umsatzerlöse |
| Materialintensität in % = | Materialaufwand x 100 / Gesamtleistung |
| Personalintensität in % = | Personalaufwand x 100 / Gesamtleistung |
| Eigenkapitalquote in % = | Eigenkapital am Ende des Jahres x 100 / Gesamtkapital (=Bilanzsumme) |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Karl Leibinger GmbH & Co. KG, Mühlheim
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der Karl Leibinger GmbH & Co. KG, Mühlheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Karl Leibinger GmbH & Co. KG, Mühlheim, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| • |
entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und |
| • |
vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen, für Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a HGB geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| • |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| • |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme des Konzerns abzugeben. |
| • |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| • |
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| • |
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| • |
holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| • |
beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| • |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Tuttlingen den 29. August 2022
LFK
WPG mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Thomas Geyer, Wirtschaftsprüfer
ppa. Daniel Hartmann, Wirtschaftsprüfer
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2021
| Eigenkapital des Mutterunternehmen | ||||||
|
Kommandit-
anteile |
Gesamthänderisch gebundenen Rücklage | Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital |
Eigenkapitaldifferenz
aus Währungs- umrechnung |
Eigenkapital | ||
| Gewinnrücklagen | Konzernbilanz | |||||
| Gewinn/Verlust | ||||||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Stand am 31. Dezember 2019 | 2.500 | 15.507 | 97.004 | -13.558 | 2.304 | 103.757 |
| Veränderung der Kapitalanteile | 0 | |||||
| Entnahmen aus Rücklagen | -9.000 | -9.000 | ||||
| Einstellung in Rücklagen | 1.308 | 1.308 | ||||
| Konzernjahresüberschuss 2020 | 22.826 | 22.826 | ||||
| Gewinnverwendung | 29.165 | -29.165 | 0 | |||
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten (Fremdkapital) | -2.537 | -2.537 | ||||
| Währungsumrechnung | -6.352 | -6.352 | ||||
| Kapitalerhöhung | 0 | |||||
| Sonstige Veränderungen | 0 | |||||
| Stand am 31. Dezember 2020 | 2.500 | 15.507 | 118.477 | -22.434 | -4.048 | 110.002 |
| Veränderung der Kapitalanteile | 0 | |||||
| Entnahmen aus Rücklagen | -11.761 | -11.761 | ||||
| Einstellung in Rücklagen | 260 | 260 | ||||
| Konzernjahresüberschuss 2021 | 35.223 | 35.223 | ||||
| Gewinnverwendung | 49.802 | -49.802 | 0 | |||
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten (Fremdkapital) | -4.331 | -4.331 | ||||
| Währungsumrechnung | 4.239 | 4.239 | ||||
| Kapitalerhöhung | 0 | |||||
| Sonstige Veränderungen | 0 | |||||
| Stand am 31. Dezember 2021 | 2.500 | 15.507 | 156.778 | -41.344 | 191 | 133.632 |
| Nicht beherrschende Anteile | |||||
|
Nicht
beherrschende Anteile am Kapital |
Kumuliertes
Konzernergebnis |
Eigenkapitaldifferenz
aus Währungs- umrechnung |
Eigenkapital |
Konzern-
eigenkapital |
|
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Stand am 31. Dezember 2019 | 156 | -894 | 13 | -725 | 103.032 |
| Veränderung der Kapitalanteile | 0 | 0 | |||
| Entnahmen aus Rücklagen | 0 | -9.000 | |||
| Einstellung in Rücklagen | 0 | 1.308 | |||
| Konzernjahresüberschuss 2020 | 9 | 9 | 22.835 | ||
| Gewinnverwendung | 0 | 0 | |||
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten (Fremdkapital) | 0 | -2.537 | |||
| Währungsumrechnung | -1 | -1 | -6.353 | ||
| Kapitalerhöhung | 0 | 0 | |||
| Sonstige Veränderungen | -114 | 847 | -14 | 719 | 719 |
| Stand am 31. Dezember 2020 | 42 | -38 | -2 | 2 | 110.004 |
| Veränderung der Kapitalanteile | 0 | 0 | |||
| Entnahmen aus Rücklagen | 0 | -11.761 | |||
| Einstellung in Rücklagen | 0 | 260 | |||
| Konzernjahresüberschuss 2021 | 6 | 6 | 35.229 | ||
| Gewinnverwendung | 0 | 0 | |||
| Gutschrift auf Gesellschafterkonten (Fremdkapital) | 0 | -4.331 | |||
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | 4.239 | ||
| Kapitalerhöhung | 0 | 0 | |||
| Sonstige Veränderungen | 0 | 0 | |||
| Stand am 31. Dezember 2021 | 42 | -32 | -2 | 8 | 133.640 |
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