Karl Verwaltungs GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Denny Karl seit 19.7.2011 | Prokura |
Ronny Oliver Karl seit 19.7.2011 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 55.00% | |
| 35.00% |
| Name | Anteil |
|---|---|
Karl Verpackungen GmbHEigenbeteiligung | 10.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
3 Gesellschafter
GmbH-Struktur
2 von 3 angezeigt
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Karl Verpackungen GmbHKraftsdorfJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtI. Grundlagen des Unternehmens1. Geschäftsmodell des UnternehmensMit Gründung eines Handelsunternehmens für Folienverpackungen 1990 hat Jürgen Karl den Grundstein für das heutige von seinem Sohn Ronny Karl geführte mittelständige Familienunternehmen Karl Verpackungen GmbH gelegt. Heute besteht das Kerngeschäft der Karl Verpackungen GmbH aus der Herstellung von nachhaltigen Papier- und Kunststoffverpackungen. Die Verpackungsmittel werden hauptsächlich unter Verwendung nachwachsender, recycelter oder kompostierbarer Rohstoffe, vor allem vor dem Hintergrund eines ständig wachsenden Umweltbewusstseins der Endkunden, produziert. Beliefert werden Kunden aus unterschiedlichen Industriebereichen, vorwiegend in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in das europäische Ausland und Drittländer. Für uns als mittelständisches Familienunternehmen ist dies zum einen Unternehmensphilosophie aber auch Chance zugleich, im Wettbewerbsumfeld bestehen zu können. Unsere Erfolgsgrößen sind Innovation, die Tiefe der Wertschöpfung und die Breite der Produktpalette. Diese konnten wir in den letzten Jahren positiv weiterentwickeln. Mit unserem modernen Maschinenpark drucken wir mit bis zu zwölf Farben, kaschieren und konfektionieren Folien und Beutel verschiedener Ausführungen. Spezialisiert haben wir uns insbesondere auf die Bereiche Lebensmittelverpackungen, Werbeverpackungen, Logistik- & Sicherheitsverpackungen. Dabei erstreckt sich das Angebot von dem vorkonfektionierten Beutel bis hin zur Automatenrolle für automatische Verpackungsprozesse, in bedruckter sowie in unbedruckter Ausführung. In weiteren Produktionsprozessen können die Materialien beschichtet und kaschiert sowie mit einfachen oder sehr anspruchsvollen Verschlusstechniken versehen werden. Zudem sind unsere Produkte und Managementprozesse durch verschiedene Prüfsiegel und Umweltabzeichen, wie der DIN EN ISO 9001, BRC GS, der Blaue Engel, "made for recycling", FSC und weiteren zertifiziert. So werden durch die Vielfalt der angebotenen Materialien und der stetigen Weiterentwicklung der Prozesse den steigenden Anforderungen unserer Kunden und den sich unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit veränderten Anforderungen Rechnung getragen. Die Entwicklung geht dabei immer mehr in Richtung recycelter oder recyclingfähiger, nachwachsender (Papier-)Materialien. Die Qualitätsanforderungen unserer Kunden verpflichten uns, hochwertige Grundmaterialien einzusetzen und damit zur Zusammenarbeit mit ausschließlich qualitätsbewussten und qualitätssichernden Lieferanten. Auf diese Weise können wir unseren Kunden die Qualität bieten, mit welcher wir seit über 30 Jahren überzeugen. Mit kontinuierlichen Investitionen zur technologischen Anpassung unserer Fertigungs- und Produktionsanlagen, der Verbesserung der Energieeffizienz und der Emissionsreduktion tragen wir zur Umweltverbesserung im Sinne der Nachhaltigkeit an unserem Standort bei. Mit der Entwicklung innovativer technologischer Verfahren, der Gewinnung weiterer Kunden in zusätzlichen Industriebereichen und der Zertifizierung für diese Bereiche sichern wir die wirtschaftliche Marktfähigkeit unserer Produkte, verstetigen und verbessern die Wertschöpfung. Wir begegnen dem Wettbewerbsdruck und sichern unsere nachhaltige, wirtschaftliche Unternehmensentwicklung. Unter diesen Prämissen streben wir eine nachhaltige, wirtschaftliche Unternehmensentwicklung für Karl Verpackungen GmbH an und orientieren uns hierbei an den drei Säulen Wirtschaftlichkeit, Soziales und Ökologie, die wir gleichwertig gewichten. Daraus folgt, dass wir keinen grundsätzlichen Konflikt zwischen wirtschaftlichem Unternehmenswachstum und nachhaltiger Unternehmensentwicklung sehen, diese also miteinander vereinbar sind. Unsere wirtschaftliche Entwicklung orientiert sich an einer stetigen Entwicklung der für uns maßgebenden wirtschaftlichen Kenngrößen, da diese am ehesten alle entscheidenden Komponenten nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung aufzeigen. 2. ProduktentwicklungWir setzen uns seit Jahren mit nachhaltiger Produktentwicklung intensiv auseinander und konnten unser Produktrepertoire entsprechend ausbauen. Neben dem bisher bereits breiten Spektrum an nachhaltigen Folienalternativen unter Verwendung von recyceltem Material sowie Herstellung von kompostierbaren Folien haben wir uns im zweiten Schritt auch mit Lösungskonzepten aus Papier beschäftigt. Darüber hinaus passen wir über den branchenüblichen Umfang hinaus unsere Fertigungsanlagen an die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe und an den technologischen Fortschritt an, um die Produktion bereits vorhandener Verpackungsmittel sowie mit Kunden entwickelte nachhaltige Verpackungen zu sichern, die sich sowohl den sich verändernden Umweltanforderungen stellen als auch deren Entwicklung maßgeblich mitgestalten. Aktuell konzentrieren wir uns in der Produktweiterentwicklung auf unsere 3 Säulen der Rohstoffstrategie. Der Fokus liegt dabei auf Verpackung aus Kunststoff (1A Virgin) und Kunststoffe aus dem Recylingkreislauf mit entsprechenden Zertifikaten, Papierverpackungen mit vollflächigen oder partiellen wasserbasierten Beschichtungen sowie auf kompostierbaren Verpackungen. Abgestimmt auf diese Materialien erfolgt die weitere technologische Weiterentwicklung der Komponenten. II. Wirtschaftsbericht1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland war 2023 durch eine Rezession, ausgelöst durch einen starken Rückgang der privaten Konsumausgaben bereits aus dem Winterhalbjahr 2022/2023, geprägt. Die Inflation in Deutschland ist zwar im ganzen Jahresverlauf und auch im Vorjahresvergleich von 6,9 % auf 5,9 % gesunken1, sie liegt jedoch weiterhin weit über den Werten der Vorvorjahre. Aufgrund der dadurch gesunkenen Reallöhne, der Energiekrise sowie weiterhin hohen Zinsen war ein Kaufkraftverlust zu verzeichnen, der zu einer Abschwächung des privaten Konsums geführt hat.2 Die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP, preis- und kalenderbereinigt) im Vergleich zum Vorjahr betrug - 0,1 % und beendete somit die Erholung der deutschen Wirtschaft 2021 mit +3,2 % und 2022 +1,8 % nach dem Rekordtief im Corona-Jahr 2020 mit -3,8 %.3 Im speziellen war der deutsche Produktionsindex des produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) von einer über das Geschäftsjahr hinweg monatlich sinkenden Entwicklung geprägt. Im Vorjahresvergleich war die Produktion 1,5 % niedriger als 2022, hauptsächlich waren energieintensive Industriezweige betroffen.4 Das preisbereinigte BIP-Wachstum der Eurozone betrug im Jahr 2023 ca. 0,5 % (2022 3,4 %).5 Ursächlich hierfür war der bereits in 2022 begonnene inflationsbedingte Kaufkraftverlust ausgelöst durch die Energiekrise. Die Inflation, gemessen an dem harmonisierten Verbraucherpreisindex ist im Jahresdurchschnitt von 9,2 % (2022) auf 6,4 % gesunken. Hauptsächlich sind die Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen.6 Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland war 2023 von den bereits beschriebenen Krisen ebenfalls betroffen. Die Umsätze von Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung sanken laut dem Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. um -6,0 % (Vorjahr: +12,6 %) auf 72,5 Mrd. Euro. In der Branche Verpackungen sanken die Umsätze noch stärker um -7,7 % (Vorjahr: +14,9 %).7 Die kunststoffverarbeitende Branche im Bereich Verpackungsmittelherstellung befindet sich weiterhin unter einem starken Druck, Teil der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft mit Recycling und Ressourceneffizienz als Faktoren für deren Zukunftsfähigkeit zu werden. Vor dem Hintergrund erhöhter Sensibilität für Umweltbelange sowie sich ableitender umweltpolitischer Maßnahmen, befindet sich die Branche in einem Wandel. Die papierverarbeitende Industrie hat im Geschäftsjahr 2023 einen Gesamtumsatz von 23,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 25,53 Mrd. Euro) erwirtschaftet und damit einen Rückgang von - 6,9 % verzeichnet. Unterscheiden kann man hier zwischen 16,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 18,2 Mrd. Euro) im Inland und 7,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,4 Mrd. Euro) im Ausland. Es bleibt anzumerken, dass die Rekordumsätze im Geschäftsjahr 2022 aufgrund massiver Preissteigerungen und nicht etwaiger Absatzsteigerung entstanden sind. Aufgrund geringer Preissteigerungen in 2023 konnten in Verbindung mit der schwachen Nachfrage die Umsätze nicht erwirtschaftet werden.8 2. GeschäftsverlaufIm Geschäftsjahr 2023 sind unsere Umsätze von 17.396 TEuro auf 14.505 TEuro und damit um 16,6 % gesunken. Strategisch richten wir uns darauf aus, unsere Kundenbasis für höherwertige, wenn auch weniger auflagestarke, nachhaltige Verpackungen auszuweiten. Jedoch ist bei den Endkonsumenten durch die stagnierende Wirtschaft und die hohe Inflation die Nachfrage gerade in den hochpreisigen Segmenten zurückgegangen. Entsprechend ist unsere Jahresergebnis von 295 TEuro auf -363 TEuro gesunken. Zusammenfassend lässt sich das schwache Ergebnis auf folgende Faktoren zurückführen: - Die Kunden aus unserer Produktgruppe "food" reagierten aufgrund der eigenen Kostenbelastung mit drastischen Sparmaßnahmen. Die hohe Inflation lässt den Endkunden von teureren Produkten, und damit in Verbindung von höherwertigen Verpackungen, zu Standardprodukten wechseln. Unsere strategische Ausrichtung in diesem Bereich hat folglich zu Auftragsrückgängen geführt. - Mit der Beendigung der Corona-Krise ist zum einem im Bereich "medical" ein großer Kundenmarkt weggefallen, zum anderen hatten unsere Kunden in ihren Lagern hohe Bestände aufgebaut, die sie erst aufbrauchen und somit auch hier die Nachfrage wesentlich zurück ging. Durch Neukundengewinnung konnten wir erst wieder im Folgejahr eine Stabilisierung in diesem Bereich herstellen. - Unsere 8-Farben-Druckmaschine ist aufgrund eines Maschinenschadens über 6 Wochen ausgefallen. Der Produktionsstillstand hat zu einem Ausfall von Lieferungen an Kunden geführt, wodurch wir in diesem margenstarken Bereich wesentliche Umsatzausfälle zu verzeichnen hatten. - Inflationsbedingte Kostensteigerungen führten zu weiteren zusätzlichen Belastungen, insbesondere im Technikbereich. In der Ersatzteilbeschaffung unserer Maschinen kam es aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Komponenten zu extremen Kostenanstiegen. Um die Produktion am Laufen zu halten, waren wir gezwungen diese Preise zu akzeptieren. - Aufgrund von Kundeninsolvenzen sind Forderungsverluste i. H. v. 71 TEuro entstanden. - Im Personalbereich waren wir im Geschäftsjahr 2023 mit der doppelten Besetzung von 3 Stellen für Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen, belastet. Wir haben die Stellen vorzeitig neu besetzt, um eine qualitative Einarbeitung von neuen Mitarbeitern gewährleisten zu können. - Die schwache Kundennachfrage und genannten Produktionshemmnisse hätten als Voraussetzung für Kurzarbeitergeld ausgereicht. Jedoch waren uns diese Einsparungen, die kurzfristig unser Jahresergebnis positiv beeinflusst hätten, das Risiko des Verlustes von qualifiziertem Personal nicht wert. Wir haben deshalb auf die Anmeldung von Kurzarbeitergeld verzichtet. Der Beschaffungsmarkt hat sich im Geschäftsjahr, ganz im Gegenteil zum Vorjahr, zu einem Käufermarkt entwickelt. Die Rezession der gesamten Wirtschaft hat zu einer geringen Nachfrage am Markt geführt. Die Einkaufspreise sind daher bis August 2023 stark gefallen, seitdem steigen sie stetig an. Unser Einkauf hat aufgrund begrenzter Lagerkapazitäten sowie zur Liquiditätssicherung keine exzessive Vorratsbewirtschaftung im Geschäftsjahr betrieben. Schaut man auf den Verlauf der letzten fünf Geschäftsjahre ist jedoch festzustellen, dass der prozentuale Anteil der Vorräte im Verhältnis zur Bilanzsumme von 16,0 % auf 25,0 % gestiegen ist. Der Anstieg ist bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen um 4,8 % und bei den fertigen Erzeugnissen um 3,6 % festzustellen. Ursächlich hierfür ist unsere strategische Ausrichtung auf hochwertige Verpackungen, die folglich auch hochpreisige Vorprodukte verlangt, der Anstieg unserer angebotenen Produktvielfalt sowie die erhöhten Mindestabnahmemengen unserer Lieferanten. Trotz des für uns deutlich spürbaren generellen Preisdrucks können wir durch die breite Aufstellung in den Kundenbranchen sowie in den Produktgruppen "food", "logistic & safe" und "sales & mailing" auf Nachfrageverschiebungen innerhalb der Segmente kurzfristig reagieren und gehen gleichzeitig davon aus, dass die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Qualitätsprodukten und nachhaltig produzierten Produkten generell den Absatz in all unseren Produktbereichen unterstützt. Bei den Standardsegmenten wird durch den Einsatz von Handelsware die Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt. Durch unsere kontinuierlichen Investitionen in unsere Fertigungsmaschinen sowie unsere Entwicklung innovativer, höherwertiger Produkte unter Nutzung nachhaltiger Rohstoffe sind wir in der Lage, die speziellen Verpackungen anzubieten, die unsere Marktposition ausmachen und somit diese auch zu erhalten. Im Geschäftsjahr haben wir deshalb eine weitere Maschine auf Papierkonfektion umgebaut, um einer steigenden Kundennachfrage nachkommen zu können. Wir beschäftigen qualifiziertes und engagiertes Fachpersonal, dem wir sozialpartnerschaftlich gegenübertreten und welchem wir unseren Erfolg seit Gründung verdanken. Die Gewinnung neuen Fachpersonals schätzen wir als zentral für die Zukunftsfähigkeit ein und gestaltet sich auf Grund des Fachkräftemangels zum Teil als schwierig. In diesem Sinne richten wir unser Hauptaugenmerk darauf, unser Fachpersonal langfristig an das Unternehmen zu binden und dafür Anreize zu schaffen. Dafür bieten wir neben zahlreichen Mitarbeiter-Benefits auch Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur fachlichen Qualifizierung unserer Mitarbeiter an, im Berichtsjahr insbesondere Brandschutz- und Ersthelferschulungen sowie Führungskräfteseminare. Unsere Auszubildenden bekommen zusätzliche Schulungen über den Bildungsträger Ostthüringer Ausbildungsverbünde. Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation und der fehlenden Fachkräfte konnten nicht alle offenen Stellen im Unternehmen besetzt werden. Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, bauen wir ein Employer Branding auf, um unseren Bekanntheitsgrad als Arbeitgeber zu erhöhen. Hauptsächlich versuchen wir uns über Veranstaltungen und Messen zu profilieren. Die Personalabteilung legt ihren Fokus auf die Mitarbeiterbetreuung und -gespräche, Mitarbeitergewinnung und Personalentwicklung. Wir bilden punktuell in den Bereichen aus, in denen wir zukünftig Personal benötigen werden. Im August 2023 fingen eine Auszubildende zur Maschinen- und Anlagenführerin sowie ein Auszubildender als Fachkraft für Lager und Logistik ihre Ausbildung bei uns an. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir 5, ab August 2024 insgesamt 8 Auszubildende. Der Personalaufwand hat sich nominal gegenüber dem Vorjahr um 30 TEuro und im Vergleich zur Gesamtleistung zum Vorjahr auf 25,0 % (Vorjahr: 20,7 %) erhöht. Die Ausgaben für Zeitarbeit wurden im Gegensatz zum Vorjahr von 227 TEuro auf 164 TEuro gesenkt und zum Jahresende völlig eingestellt. In Bezug auf den Krankenstand im Geschäftsjahr 2023 haben durchschnittlich 6,6 von 82,2 Mitarbeitern (Vorjahr: 7,54 von 84,8 Mitarbeitern) gefehlt. Dies entspricht einem Krankenstand von 8,0 %. Der thüringenweite Krankenstand 2023 betrug 7,6 %, im verarbeitenden Gewerbe 8,0 %9. Hinsichtlich der Entwicklung der Energiekosten haben sich diese wegen Investitionen in Energiesparmaßnahmen, wie der Wärmerückgewinnung im Werk I und II, nicht erhöht. So haben sich die Verbrauchskosten wiederum für Wasser, Gas und Strom von 361 TEuro im Vorjahr auf 332 TEuro 2023 reduziert. Für Strom hatten wir Anfang 2022 einen neuen Vertrag mit Festpreis für 3 Jahre abgeschlossen. Dieser hat uns bisher vor einer Strompreiserhöhung verschont. Der Geschäftsverlauf 2023 war grundsätzlich durch die inflationsgebeutelte gesamtwirtschaftliche Lage geprägt. Der Nachfragerückgang hat Umsatzerlöse unterhalb der Planvorgabe beschert, wodurch nur noch ein negatives Jahresergebnis erwirtschaftet werden konnte. Die strategische Ausrichtung mit einer breiten Aufstellung von Produkten sowie Branchen sehen wir als zukunftssicher an. 3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, Analyse und Beurteilunga.) Ertragslage Das abgelaufene Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 363 TEuro ab und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 223,5 % stark gesunken. Das EBIT fiel von 631 TEuro auf -177 TEuro. Die Gesamtleistung sank im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr von 17.578 TEuro um 2.942 TEuro auf 14.636 TEuro, ausgelöst durch die stark gesunkenen Umsatzerlöse zum Vorjahr mit -2.892 TEuro. Die Umsätze aus Drittländern i. H. v. 143 TEuro (32,3 %), aus Erlösen in EU-Länder i. H. v. 2.131 TEuro (17,6 %) und aus Erlösen Inland i. H. v. 12.127 TEuro (16,3 %) haben sich entsprechend der wirtschaftlichen Lage negativ entwickelt. Sonstige Umsatzerlöse wurden an dieser Stelle nicht betrachtet. Unser Planziel von 17.000 TEuro haben wir mit einer Abweichung von -2.495 TEuro um -14,7 % verfehlt. Zurückzuführen ist der Rückgang der Erlöse auf die gesunkene Nachfrage in den letzten zwei Quartalen des Geschäftsjahres. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Versicherungsentschädigungen i. H. v. 106 Teuro (Vorjahr: 11 TEuro). Der Materialaufwand fiel entsprechend den Umsatzrückgängen im Verhältnis zum Vorjahr von 9.692 TEuro auf 7.882 TEuro um -1.810 TEuro oder -18,7 %. Die Materialeinsatzquote sank leicht im Vergleich zum Vorjahr zur Gesamtleistung von 55,1 % auf 53,9 %. Das Planungsziel, die Materialeinsatzquote auf bis zu 52,5 % zu senken, wurde somit noch nicht erreicht. Der betriebliche Rohertrag fiel im Verhältnis zum Vorjahr von 7.886 TEuro auf 6.754 TEuro und verschlechterte sich somit zum Vorjahr um -1.132 TEuro. Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 3.633 TEuro auf 3.682 TEuro um +49 TEuro oder +1,3 % erhöht. Strukturell hat sich die Personalaufwandsquote aufgrund der gesunkenen Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr um 20,7 % auf 25,2% erhöht. Abschreibungen veränderten sich planmäßig im Verhältnis zum Vorjahr von 969 TEuro auf 935 TEuro um -34 TEuro oder -3,5 %. Im Geschäftsjahr wurden Investitionen von insgesamt 214 TEuro (Vorjahr: 499 TEuro) getätigt, im Wesentlichen beinhalteten diese Investitionen in neue Maschinen und die Geschäftsbauten. Der sonstige betriebliche Aufwand sank im Vergleich zum Vorjahr von 2.820 TEuro um -291 TEuro auf 2.529 TEuro. Senkungen der Kosten waren insbesondere bei Aufwendungen für Zeitarbeit, Werbekosten, Ausgangsfrachten sowie bei Aufwendungen für Reparaturen/Instandhaltung von technischen Anlagen und Maschinen zu beobachten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Kosten i. H. v. 77 TEuro enthalten, für die Versicherungsentschädigungen erfolgten, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten sind. Wechselkursrisiken bestehen auf Grund der Fakturierung mit ausländischen Lieferanten und Kunden in Euro nicht. Die Zinsaufwendungen einschließlich Aufwendungen aus Gewinnabführung mit der MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH) entwickelten sich von 232 TEuro auf 252 TEuro um +8,46 %. Hintergrund der Steigerung ist dabei die erhöhte Inanspruchnahme von Kreditlinien und das gestiegene Zinsniveau im Vergleich zum Vorjahr (vergleiche hierzu auch Aussagen zur Finanzlage). b.) Finanzlage Die Finanzierung von Karl Verpackungen GmbH ist auf Basis von Kontokorrentkrediten und langfristige Finanzierungen über Kreditinstitute sowie Finanzierungsleasing und einer stiller Beteiligung der MBG aufgebaut. Die Finanzlage ist als gesichert zu bezeichnen. Neu aufgenommen wurde in 2023 ein weiteres Betriebsmitteldarlehen i. H. v. 500 TEuro. Die Tilgung des Darlehens beginnt im September 2024. Die Neuaufnahme hat somit keinen Einfluss auf die Finanzlage. Somit sind die Zins- und Tilgungsleistungen 2023 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
Es konnten im Geschäftsjahr Verbindlichkeiten aus langfristigen Finanzierungen für Betriebsmittel und Anlagevermögen von 874 TEuro zurückgeführt werden. Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzierungen betrugen 554 TEuro. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (ohne Kontokorrent) sanken insgesamt um 5 TEuro auf 3.967 TEuro (Vorjahr: 3.972 TEuro). Verbindlichkeiten aus Kontokorrentmitteln stiegen insgesamt auf 1.392 TEuro (Vorjahr: 1.125 TEuro). Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten mit Finanzierungscharakter (Mietkaufverträge) sanken von 888 TEuro durch Neuaufnahmen i. H. v. 39 TEuro abzüglich Tilgungen von 354 TEuro (Vorjahr: 371 TEuro) auf 573 TEuro. Die Tilgungsleistung hat hier die Neuaufnahmen deutlich überstiegen. Die Aufwendungen für Zinsen für langfristige Verbindlichkeiten stiegen um 4 TEuro von 102 TEuro auf 106 TEuro. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 774 TEuro auf 979 TEuro. Der Anstieg der Verbindlichkeiten ist auf den letztjährig höchsten Auftragseingang Ende November 2023 mit 1,64 Mio. TEuro zurückzuführen. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten wird die stille Beteiligung gegenüber der MBG mit 200 TEuro (Vorjahr: 200 TEuro) ausgewiesen. Die Beteiligung der MBG stellt dabei für uns ein Finanzierungsinstrument dar. Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten innerhalb der mit den Lieferanten abgestimmten Zahlungsfristen zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Zur Sicherstellung werden monatliche Mahnläufe vorgenommen. Investitionen Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 214 TEuro wurden im Geschäftsjahr 2023 getätigt. Wir haben Investitionen in neue Maschinen und technische Anlagen von 50 TEuro vorgenommen, um unsere Maschinenausstattung auf einem hohen Niveau zu halten. Außerdem wurden in Software und deren Infrastruktur ca. 106 TEuro investiert sowie 58 TEuro in PKW/Transportmittel. Unsere Investitionsstrategie für die nächsten Jahre beinhaltet eine laufende Aktualisierung, um in technologischer Hinsicht auf dem aktuellen Stand bleiben zu können und den Bedarf des Marktes und die Entwicklung der Branche abbilden zu können. Liquidität Der Brutto-Cashflow sank von 1.217 TEuro auf 514 TEuro. Der Brutto-Cashflow ermittelte sich wie folgt:
Der Finanzmittelbestand schloss positiv mit 334 TEuro (Vorjahr: 208 TEuro) ab. Unter Berücksichtigung von Kontokorrentmitteln betrug der Finanzmittelstand -1.057 TEuro (Vorjahr: -1.070 TEuro). Kontokorrentlinien bestehen in Höhe von insgesamt 1.750 TEuro. c.) Vermögenslage Das Vermögen des Unternehmens gliederte sich zum 31. Dezember 2023 in Anlagevermögen mit 65,9% (Vorjahr: 68,8 %) und Umlaufvermögen mit 34,1 % (Vorjahr: 31,0 %) bei einer Bilanzsumme von 13.369 TEuro (Vorjahr: 13.853 TEuro). Die Vermögenslage unserer Gesellschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr um - 484 TEuro bzw. - 3,5 % von 13.853 TEuro auf 13.369 TEuro verändert. Durch die hohen Anforderungen unserer Kunden an die kurzfristige Fertigungs- und Lieferbereitschaft hatten wir im Berichtsjahr weiterhin eine hohe Kapitalbindung durch die Vorhaltung von Vorräten. Die Vorräte betrugen im Geschäftsjahr 3.342 TEuro (Vorjahr: 3.358 TEuro). Zukünftig wird ein effizientes Einkaufsmanagement die Grundvoraussetzung sein, um unser Unternehmen durch die anstehenden Krisen zu führen. Der Wettbewerbsvorteil durch die dann weiterhin mögliche kurzfristige Lieferbereitschaft wird uns von der Konkurrenz abheben. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen im Geschäftsjahr 578 TEuro (Vorjahr: 570 TEuro) und veränderten sich um + 8 TEuro. Ebenso stiegen die sonstigen Vermögensgegenstände von 146 TEuro auf 262 TEuro insbesondere beinhaltend Versicherungsentschädigungen, Körperschaft- und Gewerbesteuerrückforderungen aus dem Verlustrücktrag sowie Energie- und Stromsteuererstattungen. Unsere Kapitalstruktur hat sich im Vergleich zum Vorjahr durch die Veräußerung der Anteile der Gesellschafterin Fr. Sindermann zum 22. Juni 2023 an die GmbH selbst verändert. Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Bilanzgewinn ausgewiesen, die eigenen Anteile sind als einzelner Posten im Eigenkapital angegeben. Aus dem Erwerb eigener Anteile ergeben sich keine weiteren Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Eigenkapitalquote bezogen auf das wirtschaftliche Eigenkapital unter Einbeziehung des 60%igen Eigenkapitalanteils des Sonderpostens beträgt 38,4 % und hat sich im Verhältnis zum Vorjahr um -71 TEuro bzw. -3,8 % verändert. Ausschüttungen wurden im Geschäftsjahr nicht vorgenommen. 4. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatorena.) Finanzielle Leistungsindikatoren Finanzielle Leistungsindikatoren sind für uns die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis (EBIT) mit der EBIT-Marge. Die Umsatzerlöse entwickelten sich rückläufig und sind um 16,6 % von 17.396 TEuro im Vorjahr auf 14.505 TEuro gesunken. Das Betriebsergebnis (EBIT) zeigt an, inwieweit unser Kerngeschäft profitabel ist. Das im Geschäftsjahr erwirtschaftete Betriebsergebnis hat sich von 631 TEuro um -809 TEuro auf - 178 TEuro verringert. Der Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) ist durch den Rückgang der Umsatzerlöse einerseits sowie die gestiegenen operativen Kosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen andererseits begründet. Dies verdeutlicht auch die EBIT-Marge (EBIT zu Umsatzerlöse), die sich von 3,6 % aus dem Vorjahr auf -1,2 % verringert hat. Die Darstellung des Verhältnisses des Betriebsergebnisses zum Umsatz verdeutlich die gesunkene operative Rentabilität unseres Unternehmens, gegen die es gegenzusteuern gilt. b.) Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Fluktuationsrate: Die Kennzahl der Fluktuationsrate zeigt prozentual an, wie viele Mitarbeiter während einer Periode das Unternehmen verlassen haben. Für die Berechnung haben wir die Schlüter-Formel herangezogen. Dafür werden die Mitarbeiterabgänge in das Verhältnis zum Personalbestand zu Beginn eines Zeitraumes zuzüglich der Neuzugänge während der Periode gesetzt. Nicht mit in die Betrachtung einbezogen, haben wir die natürliche Fluktuation (z. B. Ruhestand, Todesfälle), Kündigungen, die noch während der Probezeit stattgefunden haben, sowie kurzzeitig Angestellte (z. B. Schülerarbeiter). Die sich aus dieser Berechnung ermittelte unternehmensfremde Fluktuationsrate für unser Unternehmen hat sich seit 2020 mit 10,4 % bis 2023 mit 12,4 % recht stabil gehalten. Wir als Arbeitergeber sind bestrebt, eine niedrige Fluktuationsrate in unserem Unternehmen zu erhalten, da eine hohe Mitarbeiterfluktuation oftmals mit Kosten für z. B. die Freistellung und Neueinstellung, Zeitaufwand für die Einarbeitung und einem Verlust an Know-how verbunden ist. Zusätzlich gilt es Mitarbeiter an unser Unternehmen langfristig zu binden, um der angespannten Situation am Arbeitsmarkt bezüglich Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Kundenzufriedenheit: Für das Geschäftsjahr 2022 wurde unter Verwendung der Software limesurvey eine Kundenzufriedenheitsanalyse durchgeführt. In der Kategorie Produkte ergab sich insbesondere bei der Einstufung der Produktqualität eine überdurchschnittlich gute Bewertung. Insgesamt 90 % der Umfrageteilnehmer haben die Qualität als gut bis sehr gut bewertet. Das Preis-Leistungsverhältnis wurde mit 70 % als durchschnittlich bewertet. Die Analyse hat zudem gezeigt, dass 88,3 % (2021: 86,1 %) der Umfrageteilnehmer zufrieden bis sehr zufrieden mit unseren Unternehmen im Allgemeinen sind. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Prozentsatz an Umfrageteilnehmern, welche das Unternehmen weiterempfehlen 86,7 % (2021: 98,8 %) bzw. unsere Produkte wiederkaufen 95,0 % (2021: 91,9 %) würden. Da das Thema der Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, haben wir unsere Kunden befragt, auf welche Aspekt sie bei einer nachhaltigen Verpackungslösung wertlegen. Mit 76,67 % wurde auf die Recyclingfähigkeit abgestellt, gefolgt von Zertifizierungen wie z. B. Der Blaue Engel. Kompostierbarkeit spielt eine eher untergeordnete Rolle. Die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsanalyse verdeutlichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um unsere Marktposition zu halten. Eine neue Kundenzufriedenheitsanalyse werden wir voraussichtlich im Geschäftsjahr 2027 erneut durchführen. Zertifizierungen: Die hohen Anforderungen an unsere Produktionsprozesse als ein Unternehmen, welches für die Lebensmittel- und Medizinindustrie tätig ist, stellen uns vor große Herausforderungen. Dafür haben wir diverse Unternehmens- und Produktzertifizierungen eingeführt, die in regelmäßigen Abständen von Externen überprüft und rezertifiziert werden müssen. Damit ist es uns möglich, uns von der Branchenkonkurrenz abzuheben und unsere Strategie der Nischenpolitik weiter zu verfolgen. Für die folgenden Label haben wir die Zertifizierung inne:
5. GesamtaussageMit den erreichten Umsatzerlösen für das Geschäftsjahr 2023 haben wir einen Jahresergebnis von -363 TEuro (Vorjahr: 295 TEuro) erzielt. Unsere Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr von 17.396 TEuro um 2.892 TEuro auf 14.505 TEuro gesunken. Unseren Planumsatz von 17.000 TEuro haben wir um -2.495 TEuro unterschritten. III. Risiko-Chancen-Prognose-BerichtWir sind verpflichtet eine Analyse der bestehenden Risiken und Chancen des Unternehmensumfeldes durchzuführen. Dabei werden Faktoren des Unternehmensumfelds kategorisiert und auf die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen hin bewertet. Die jährliche Aktualisierung der Analyse stellt sicher, dass wir als Unternehmen in der Lage sind, im Rahmen unserer Möglichkeiten, auf Veränderungen zu reagieren. 1. Risiko-Chancen Berichta.) Energiekrise Im Gegensatz zu den zwei Vorjahren hat sich im Berichtsjahr eine Entspannung für den Energiemarkt gezeigt. Mit Einführung der Preisbremsen für Gas, Fernwärme und Strom ab 1. Januar 2023 war eine Entspannung an den Märkten zu bemerken. Die Preisbremsen sind Ende 2023 ausgelaufen, die Senkung der Umsatzsteuer von 19 % auf 7 % für Gas, Flüssiggas und Fernwärme endete im März 2024. Trotzdem fallen die Strompreise am Jahresbeginn 2024 für Haushalte um knapp 8 %, für die Industrie um ca. 28 % gegenüber dem Jahresmittel 2023.1 Durch die Absicherung anhand eines Stromliefervertrages sind wir in diesem Bereich nicht von der Energiekrise betroffen. Der aktuelle Stromliefervertrag läuft Ende 2024 aus, ein neuer Vertrag mit Wirkung ab 2025 wurde bereits mit einer vergleichsweise geringfügigen Erhöhung des Strompreises auf 3 Jahre geschlossen. Dieser Faktor hatte uns in den letzten Jahren einen Wettbewerbsvorteil verschafft, den wir zur Stärkung unserer Marktsituation ausnutzen konnten. Wir schätzen die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt als nicht beunruhigend ein. Eine präzise Vorhersage über unvorhersehbare Ereignisse ist zwar nicht möglich, jedoch sind wir durch unseren festen Stromliefervertrag keinem wesentlichen Risiko ausgesetzt. b.) Generelle Marktentwicklung Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland und Europa hat deutliche Auswirkungen auf die Nachfrage von hochpreisigen nachhaltigen Verpackungen und Folien. Die hohe Inflation lässt den Endkunden von teureren Produkten zu den margenschwachen Standardprodukten wechseln mit Auswirkungen auf Umsatzerlöse und auf das EBIT. Karl Verpackungen GmbH ist damit abhängig von der wirtschaftlichen Erholung der Nachfrage in Deutschland und Europa. Wir schätzen jedoch ein, dass sich künftig die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen auf Grund des sich weiter verstärkenden Umweltbewusstseins in Gesellschaft und Politik (und damit gesetzlicher Maßnahmen) wieder verstärken wird. c.) Plastiksteuer Die vom Europäischen Parlament 2020 eingeführte Richtlinie 2019/904 über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt wird Auswirkungen auf unseren Geschäftsbetrieb haben. Die sogenannte Plastiksteuer wurde als finanzpolitisches Instrument eingeführt, die Höhe der Mitgliedsbeiträge ist seitdem abhängig von dem Recyclingaufkommen von Kunststoffprodukten. Aktuell wird diese Abgabe noch nicht an die deutsche Wirtschaft weitergegeben, sondern aus dem deutschen Bundeshaushalt getragen. Die deutsche Regierung hat mit dem Gesetzesentwurf vom 11. Januar 2023 vorgeschlagen, dass die europäische Plastikabgabe als Umlage des Beitrages auf die Privatwirtschaft erfolgen wird. Treffen wird es die Hersteller und Inverkehrbringer und somit auch uns als Unternehmen. Über die Höhe der Umlage ist noch nicht entschieden, diskutiert wird eine Abgabe i. H. v. 0,80 Euro/kg unrecycelten Kunststoff. Wir als Verpackungsmittelhersteller wären somit im Bereich der A1 Folien (unrecycelt) betroffen. Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur wären somit die Folge. Die Einführung der Plastiksteuer wurde mit Vereinbarung vom 15. Dezember 2023 zur Aufstellung des Bundeshaushalts 2024 vom 1. Januar 2024 auf den 1. Januar 2025 verschoben.2 d.) Standardsegmente Im Standardsegment sehen wir uns vor allem im internationalen Wettbewerb mit sehr starkem Preisdruck konfrontiert. Unter den aktuellen Gegebenheiten sehen wir weiterhin Absatzeinbußen als möglich an, denen wir durch den Einkauf von Vorprodukten und Handelswaren, durch Erschließung neuer Kunden, verstärkte Ausrichtung auf innovative Produktentwicklung mit unseren Kunden, mehrfarbige, kaschierte Produkte und Einsatz nachhaltiger Rohstoffe begegnen. Produkte mit weniger hohen Ausstattungsmerkmalen werden von uns durch höherwertige Produkte ersetzt. Zur Umsetzung dieses Prozesses werden wir auch Kooperationen mit im Markt etablierten Handelspartnern eingehen, mit denen wir die kundenspezifischen Wünsche hinsichtlich technologischer Produktentwicklung gemeinsam gestalten und zu beiderseitigem Nutzen im Markt umsetzen. Im Bereich "food" werden wir auf den Ausbau und Produktweiterentwicklung der Papierverpackungen mit Siegellack oder Folienbeschichtung setzen, damit die Wertschöpfungstiefe erhöhen und unsere Strategie der nachhaltigen, also kompostierbaren und nachwachsenden, Verpackungslösungen verfolgen. Dafür haben wir neben der Maschine 21, auch Maschine 10 vollständig auf die Papierverarbeitung umgebaut. Im Bereich "logistik & safe" mit den Untergruppen Medical, Online Versandhandel, Geld und Wert, stehen wir aufgrund von zunehmender Konkurrenz aus In- und Ausland unter einem sehr hohen Wettbewerbsdruck. Der aktuelle Fokus in diesem Bereich liegt verstärkt auf dem Einsatz von Kunststoffverpackungen aus zertifizierten Rohstoffkreisläufen. e.) Zinsentwicklung und Kapitaldienst Bereits Ende 2022 hatte die EZB sich dazu entschieden deutliche Zinserhöhungen einzuleiten. Seit Juli 2022 hat sie in mehreren Schritten auf 2,50 % bis Jahresende 2022 sowie bis auf 4,50 % im September 2023 angehoben. Zum 12. Juni 2024 wurde die erste Senkung auf 4,25 % beschlossen.3 Das weiterhin hohe Zinsniveau wird Einfluss auf die Zinsen neuaufgenommener Finanzierung sowie die Nutzung der Kontokorrentlinien und damit auf die Ertragslage der Karl Verpackungen GmbH haben. Zum Stichtag wurden Kontokorrentlinien in einem Volumen von 1.392 TEuro in Anspruch genommen. Unser Schwerpunkt 2024 sowie für die folgenden Jahre wird auf der Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing liegen. Dabei sinken planmäßig die Tilgungen für Finanzierungen ab 2024 deutlich auf Grund des Auslaufens mehrerer Verträge. Ein entsprechendes Umsatzniveau und Betriebsergebnis mit einem ausreichend positiven operativen Cashflow ist hierbei Voraussetzung um Zins- und Tilgungsleistungen zu erbringen. f.) Nachhaltigkeit "Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht." (Marie von Ebner-Eschenbach) Das unternehmerische Handeln erfordert ein sorgsames und verantwortungsbewusstes Wirtschaften. Dieses Bewusstsein ist bereits in unserer Firmenphilosophie über die Anwendung des Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit fest verankert. Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, Geschäftspartnern und Kunden stellt einen wesentlichen Bestandteil unseres Unternehmenserfolges dar. Die Europäische Kommission hat zum 11. Dezember 2019 mit dem "European Green Deal" beschlossen, dass Europa der erste klimaneutrale Kontinent bis 2050 werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen wird die zukünftige europäische Politik ihren Fokus auf politische Maßnahmen setzen um eine Zielerreichung zu gewähren. Eine dieser Maßnahmen ist gemäß dem Corporate Sustainability Reporting Directive (EU) 2022/2464, kurz CSRD genannt, die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen. Inhaltlich sollen Unternehmen über die Berücksichtigung und den Umgang mit sozialen und ökologischen Herausforderungen berichten. Somit soll die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer verstärkt auf nicht-finanzielle Unternehmensleistungen gelenkt werden. Unternehmen sollen angeregt sein, ihre gesamte Strategie, von Investitionen bis hin zu Produktinnovationen auf Nachhaltigkeit auszurichten. Wir sind bereits heute strategisch darauf ausgerichtet, in die Entwicklung nachhaltiger Produkte zu investieren. Wir sind bestrebt, unsere Produkte, aber auch unsere Produktion, nachhaltig zu gestalten. So haben wir 2022 Wärmerückgewinnungsanlagen in Werk I und II in Betrieb genommen, um unseren Gasverbrauch für das Heizen der Druckhalle zu reduzieren. Außerdem haben wir eine Automatik für das Abschalten der Deckenheizung im Bereich der Beschichtungsanlage installiert, sobald diese am Laufen ist. Im Vergleich zum Vorjahr 2022 haben wir bereits 30 % Heizgas weniger verbraucht. Unsere Verpackungsprodukte sind auch in recyceltem Kunststoff, nachwachsendem Papier oder kompostierbarer Folie erhältlich. Wir bieten somit unseren Kunden eine nachhaltige Alternative zu Neuware an, mit der wir trotzdem in der Lage sind, unsere Produktvielfalt und Produktionstiefe erfüllen zu können. 2. Prognoseberichta.) Geschäftsverlauf 2024 Die Jahresplanung für das Geschäftsjahr 2024 erwartet ein Betriebsergebnis (EBIT) von ca. 768 TEuro mit einer EBIT-Marge von 4,7 % sowie einen Bruttocashflow auf entsprechendem Niveau. Die Umsatzerlöse planen wir aufgrund der generellen schlechten Markteinschätzung vorsichtig mit 16.500 TEuro im Vergleich zu den Ist-Werten 2023 i. H. v. 14.505 TEuro. Die Kosten für das Personal beruhen auf unserem Personalplanungskonzept, das den Personalaufwand sowie die entsprechenden Anpassungen (z. B. Lohnerhöhungen) beinhaltet. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben wir bei den verschiedenen Kostenarten entsprechende Steigerungen sowie auch Einsparungen berücksichtigt. Der Schwerpunkt der Investitionen für das Geschäftsjahr 2024 liegt hauptsächlich auf dem Umbau unseres Farblagers, der aufgrund des Genehmigungsbescheids nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetzes notwendig ist, aber auch zur Verbesserung bei der Produktsicherheit, Reduzierung der Rüstzeiten bei Andruck sowie die Reduzierung der Stillstandzeiten im Fortdruck führen wird. Um eine höhere Effizienz bei der Ausnutzung der Druckfarben erreichen zu können, haben wir im ersten Schritt unseren Farblieferanten gewechselt. Als nächstes wird im Geschäftsjahr 2024 eine neue Farbmischanlage des Farblieferanten angeschafft. Diese wird aufgrund einer spezifischen Software in der Lage sein, genauer den notwendigen Bedarf an Farbe für die jeweiligen Aufträge berechnen zu können. Somit ist nicht nur eine Einsparung beim Einkaufspreis, sondern auch beim Verbrauch der Farben zu erwarten. Zusätzlich wird eine Umstrukturierung des Maschinenparks im Konfektionsbereich notwendig, um Betriebskapazitäten zu gewinnen und unsere Auslastung steigern zu können. Dafür werden 2024 Maschinen stillgelegt und eine neue Wicketanlage angeschafft. Damit können Taschen, die thermisch geblockt und mit Aufhängelochung für Kunststoffclips oder Metallbügel versehen sind, produziert werden. Die sich bereits im Bestand befindliche Maschine mit Baujahr 2000 kann die stetige Nachfragesteigerung in diesem Segment nicht mehr bedienen. Außerdem werden Investitionen in den bestehenden Maschinenpark vorgenommen. Im Bereich Rollenschneider soll ein neues Kamerasystem zum Detektieren von Folienoberflächen angeschafft und Investitionen in neue Messer und Friktionsringe getätigt werden. In diesem Geschäftsjahr abschließen werden wir die Erweiterung der Löschwasserreserve am Werk I, die als Auflage unserer Versicherung notwendig geworden ist. Die Zielvorgaben aus der Umsatzplanung konnten wir bis Juli 2024 annähernd einhalten, jedoch mit sommermonats- und krankheitsbedingten Rückgängen im Juli. Auch für August rechnen wir mit geringeren Umsatzerlösen als geplant. Die Höhe der Auftragseingänge lässt für die Umsatzentwicklung bis Jahresende keine deutlich negative Entwicklung erwarten. Die Umsatzentwicklung liegt weit über Vorjahresniveau. Wir erwarten für das Jahr 2024 mit sich stabilisierenden Märkten und damit wieder ein Wachstum des EBIT. Ein EBIT in entsprechender Höhe ist dabei Voraussetzung für den Kapitaldienst der Gesellschaft. Planmäßige Tilgungen von Verbindlichkeiten zur Finanzierung von Anlagevermögen und ähnliche Finanzierungen betragen 874 TEuro. Mit unseren Verpackungsmitteln versorgen wir Kunden im Lebensmittelbereich (Segment Food ca. 35 %) mit leicht sinkender Tendenz, im medizinisch-labortechnischen Bereich (Segment Logistik & Safe ca. 20 %) mit sinkender Tendenz durch die Aufhebung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention der Corona-Pandemie, in verschiedenen weiteren Branchen (ca. 30 %) mit steigender Tendenz. Sowohl den Lebensmittelbereich als auch den medizinisch-labortechnischen Bereich schätzen wir dennoch stabil hinsichtlich der weiteren positiven Entwicklung ein, sodass wir in einer generellen Risikobeobachtung den sonstigen Branchen stärkere Bedeutung zumessen. In der Produktentwicklung haben wir deshalb unseren Fokus der Materialstrategie auf Kunststoffe aus zertifizierten Recyclingkreislauf und Papierverpackungen gelegt. Für kompostierbare Produkte gibt es so gut wie keine Nachfrage mehr, eine Weiterentwicklung wird hier nicht stattfinden. Die seit wenigen Jahren verstärkte Strategie auf Handelsware (ca. 6 %) zu setzen ist noch nicht zum Tragen gekommen, da die Qualifizierung der Lieferanten sich als langwierig erweist. Aktuell sind wir weiterhin in Verhandlungen mit potentiellen Zulieferern. b.) Gesamtaussage Durch unsere Marktsegmentierung sowie unsere systematische Investitionspolitik zur Verbesserung der Fertigungstechnologie und der Logistik, gepaart mit einer verstärkten Konzentration auf höherwertige Produkte unter Verwendung recycelbarer und nachwachsender Rohstoffe, einschließlich der Zusammenarbeit zur Produktentwicklung mit unseren Kunden und unseren Handelspartnern, sowie der Erschließung und Sicherung von Absatzkanälen durch strategische Handelspartnerschaften sehen wir optimistisch auf die zukünftige Entwicklung der Karl Verpackungen GmbH. Die aktuellen Marktbedingungen bleiben jedoch herausfordernd. Die gegenwärtige Marktzurückhaltung ist das Resultat verschiedener Krisen und der hohen Inflation, welche sowohl in Deutschland als auch in Europa Verbraucher überrascht haben. Dennoch bewerten wir die Rahmenbedingungen für nachhaltige Produkte weiterhin positiv und sehen sie als entscheidenden Faktor für die Zukunftsfähigkeit der Karl Verpackungen GmbH an. Das steigende Umweltbewusstsein auf der einen Seite und die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Rohstoffnutzung auf der anderen Seite unterstreichen die Bedeutung dieser Entwicklung aus unserer Perspektive. IV. Risikoberichterstattung über die Verwendung von FinanzinstrumentenUnser Unternehmen ist ausschließlich durch Eigenmittel, Beteiligungskapital und Kredite im kurz- und langfristigen Bereich finanziert. Darüber hinaus kommen keine Finanzinstrumente zum Einsatz. V. Bericht über ZweigniederlassungenDie Gesellschaft unterhält keine Niederlassungen.
Kraftsdorf, 30. August 2024 Ronny Karl, Geschäftsführer 1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html :~:text=WIESBADEN%20%E2%80% 93 %20Die%20Verbraucherpreise%20in%20Deutschland,aus%20als%20im%20Jahr%20zuvor. 2 https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2023/20231213-die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-dezember-2023.html 3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html 4 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_048_421.html 5 https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Konjunkturkompass/KfW-Konjunkturkompass-Februar-2024.pdf 6 https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Wirtschaft- Finanzen/Inflation.html :~:text=Die%20Inflationsrate%20in%20der%20EU,jedoch%20eine%20weiterhin%20angespannte%20Preisentwicklung. 7 https://www.gkv.de/de/service/presse/kunststoff-verarbeitende-industrie-fordert-wachstumsagenda.html 8 https://www.hpv-ev.org/index.php/aktuelles/branchendaten/ :~:text=Im%20Jahr%202023%20lag%20der,R%C3%BCckgang%20von%206%2C9%20Prozent. 9 https://www.aok.de/fk/plus/betriebliche-gesundheit/grundlagen/fehlzeiten/ueberblick-fehlzeiten-report/ 1 https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/ 2 https://www.verpackungsgesetz.com/bundesregierung-einigt-sich-auf-plastiksteuer-ab-2024/ 3 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/201216/umfrage/ezb-zinssatz-fuer-das-hauptrefinanzierungsgeschaeft-seit-1999/ BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangI. Allgemeine Angaben zum UnternehmenDie Karl Verpackungen GmbH hat ihren Sitz in Kraftsdorf. Sie ist im Handelsregister Jena unter HRB 505850 eingetragen. II. Allgemeine Angaben zum JahresabschlussDie Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Der Jahresabschluss wurde nach handelsrechtlichen Grundsätzen unter Einbeziehung der besonderen Regeln im GmbH-Gesetz sowie des Gesellschaftsvertrages aufgestellt. Größenabhängige Erleichterungen (§§ 266 Abs. 1, 276, 288 HGB) des Jahresabschlusses wurden teilweise in Anspruch genommen. Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätzen nach den für mittelgroße Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung sind Vermerke zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung im Anhang ausgewiesen. Aus dem gleichen Grund wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten der Bilanz ebenfalls an dieser Stelle gemacht. Der Jahresabschluss wurde unverändert unter der Annahme der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt. III. Angaben zu Bilanzierungs- und BewertungsmethodenErworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungskosten aktiviert und werden planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibungen erfolgen im Jahr des Zugangs pro rata temporis. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, planmäßig abgeschrieben. In den Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten erfasst. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die Abschreibung der Zugänge des Geschäftsjahres erfolgt linear pro rata temporis. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren Wert vorgenommen, der am Bilanzstichtag beizulegen war. Erhöhte Abschreibungen wegen der Nutzung im Schichtbetrieb werden berücksichtigt, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis 250,00 Euro werden aus Vereinfachungsgründen im Erwerbsjahr voll, solche mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von 250,01 Euro bis 1.000,00 Euro wurden in den Vorjahren zu einem Fünftel abgeschrieben, oder werden bis 800,00 Euro im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Bewertung der Vorräte erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (Einzelkosten, angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit durch die Fertigung veranlasst) unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Zinsen für Fremdkapital werden nicht einbezogen. Die Ermittlung wurde für die unfertigen Erzeugnisse und fertigen Erzeugnisse retrograd vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Erkennbaren Risiken wird durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch einen pauschalen Abschlag berücksichtigt. Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt. Die Rechnungsabgrenzungsposten umfassen im Geschäftsjahr 2023 im Voraus geleistete/erhaltene Zahlungen auf Leistungen, die Folgejahre betreffen. Das gezeichnete Kapital ist zum Nennbetrag angesetzt. Die Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse im Anlagevermögen korrespondiert anteilig in der Höhe mit den planmäßigen Abschreibungen. Die Rückstellungen erfassen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. IV. Erläuterungen zur BilanzAnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens sowie die Abschreibungen des Geschäftsjahres für die Einzelposten des Anlagevermögens ergeben sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeSonstige Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 84 (Vj.: T€ 87) betreffen Forderungen gegenüber Gesellschaftern sowie Körperschaftsteuererstattungen in Höhe von T€ 69 (Vj: T€ 30) aus dem Verlustrücktrag 2023. Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. EigenkapitalIm Geschäftsjahr 2023 wurden 20.000 eigene Anteile mit einem Nennbetrag von je 1,00 € von Gesellschaftern erworben, damit ausweisend insgesamt 20.000 (Vj.: 0) eigene Anteile zum Wert von 20.000,00 € (Vj.: 0,00€). Der Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und Anschaffungskosten wurde mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Mit Beschluss vom 1. Juni 2023 wurden 1 Mio. € in die Gewinnrücklagen eingestellt. In den Bilanzgewinn 2023 in Höhe von 2.042.309,71 € ist ein Gewinnvortrag in Höhe von 3.405.301,62 € enthalten. Die Überleitung auf den Bilanzgewinn ist nach dem Posten "Jahresüberschuss" in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie nachfolgend dargestellt.
Sonderposten für Investitionszuschüsse zum AnlagevermögenAusgewiesen werden die der Karl Verpackungen GmbH gewährten Investitionszuschüsse. Die Auflösung der Zuschüsse wurde unter dem Posten sonstige betriebliche Erträge erfasst. RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen umfassen insbesondere:
VerbindlichkeitenDie Restlaufzeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt:
Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherheiten in Form von Grundpfandrechten, Sicherungsübereignungen, Abtretungen von Versicherungen, Forderungsabtretungen, Bürgschaften sowie zu Sicherungszwecken eingegangene Schuldbeitritte. Für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte. Für sonstige Verbindlichkeiten bestehen Sicherheiten in Form von Sicherungsübereignungen und Ausfallgarantien der Bürgschaftsbank Thüringen. In den sonstigen Verbindlichkeiten enthalten ist die stille Einlage der Mittelständigen Beteiligungsgesellschaft Thüringen mbH in Höhe von insgesamt T€ 200. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten solche aus Steuern in Höhe von T€ 168 (Vj.: T€ 49) und aus sozialer Sicherheit von T€ 0,9 (Vj.: T€ 0). HaftungsverhältnisseEs bestehen keine zusätzlichen Haftungsverhältnisse. Sonstige finanzielle VerpflichtungenZum 31. Dezember 2023 bestanden aus langfristigen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von T€ 195, davon im Folgejahr in Höhe von T€ 60. Außerdem bestanden finanzielle Verpflichtungen für Lagerlogistik durch Dritte in Höhe von T€ 44. V. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungSonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten solche aus der Auflösung von Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen in Höhe von T€ 36 (Vj.: T€ 37) sowie aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von T€ 10 (Vj.: T€ 19) und Versicherungsentschädigungen in Höhe von T€ 106 (Vj.: T€ 11) Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge von T€ 42 (Vj.: T€ 89) enthalten. MaterialaufwandDer Materialaufwand enthält Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren in Höhe von T€ 7.831 (Vj.: T€ 9.620) sowie Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von T€ 51 (Vj.: T€ 72). PersonalaufwandDer Personalaufwand enthält Aufwendungen für Löhne und Gehälter in Höhe von T€ 3.002 (Vj.: T€ 2.929) sowie soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in Höhe von T€ 681 (Vj.: T€ 704), davon für Altersversorgung in Höhe von T€ 52 (Vj.: T€ 87). AbschreibungenAbschreibungen entfallen vollständig zu T€ 935 (Vj.: T€ 969) auf Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Abschreibungen auf Sachanlagen. Seit dem Geschäftsjahr 2022 wurde keine Schicht-Abschreibung mehr in Anspruch genommen. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 4 (Vj: T€ 23). VI. Sonstige AngabenAußerbilanzielle Geschäfte Zur Optimierung des Produktionsablaufs ist die Lagerorganisation zum Teil ausgelagert. Hierbei fallen monatlich Kosten von maximal T€ 2 an. MitarbeiterDurchschnittliche Zahl der während des Berichtzeitraumes beschäftigten Arbeitnehmer:
Geschäftsführer Als Geschäftsführer war im Berichtsjahr bestellt: • Herr Ronny Karl, Geschäftsführer und Kaufmann, alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Auf die Angabe der Geschäftsführerbezüge wird unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem StichtagNach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die nicht in der Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt sind. Verwendung des BilanzergebnissesEs wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn von 2.042.309,71 € auf neue Rechnung vorzutragen. sonstige BerichtsbestandteileAnlagenspiegel zum 31.12.2023
Kraftsdorf, den 30. August 2024 Ronny Karl, Geschäftsführer Angaben zur Feststellung:Der Jahresabschluss wurde am 08.10.2024 festgestellt. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Karl Verpackungen GmbH, Kraftsdorf Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Karl Verpackungen GmbH, Kraftsdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Karl Verpackungen GmbH, Kraftsdorf, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalts Ohne den Bestätigungsvermerk zu modifizieren, verweisen wir auf die Ausführungen im Prognosebericht sowie im Risikobericht des Lageberichts. Um planmäßige Tilgungsleistungen für bestehende Darlehensverpflichtungen nachhaltig zu erbringen, ist die Gesellschaft in folgenden Geschäftsjahren auf ein stabiles Betriebsergebnis und einen Brutto-Cashflow bzw. einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in entsprechender Höhe angewiesen. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter Anwendung der IDW Prüfungsstandards für weniger komplexe Einheiten durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Aachen, den 30.August 2024 FIDAIX
GmbH
Dipl.-Betriebsw. (FH) Roy-Arne Hecht, Wirtschaftsprüfer Dipl.-Kffr.(FH) Iris Heinen, Wirtschaftsprüferin |
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