Pieris Pharmaceuticals GmbH

Carl-Zeiss-Ring 15a, 85737 Ismaning, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 221043
Eingetragen
29.9.2015
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von pharmazeutischen Spezialitäten und sonstigen pharmazeutischen ErzeugnissenGroßhandel mit pharmazeutischen Erzeugnissen
Gegenstand
Biotechnologische Forschung und Entwicklung und Vertrieb von Anwendungen dieser Forschungen insbesondere auf dem Gebiet der Anticaline, einer durch Protein-Design gewonnenen Klasse von Biomolekülen mit Einsatzmöglichkeiten in der Medizin, Bioanalytik, Lebensmitteltechnik und biowissenschaftlichen Forschung, sowie Beteiligung an anderen Unternehmen mit gleichem oder ähnlichem Gesellschaftszweck im In- und Ausland, Gründung solcher Unternehmen und Erwerb von sämtlichen oder einzelnen Wirtschaftsgütern, unabhängig davon ob materiell oder immateriell, oder Teilbetrieben von solchen Unternehmen. Die Gesellschaft wird keine Geschäfte vornehmen, die einer staatlichen Genehmigung bedürfen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Matthew Korenberg
seit 30.1.2025
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Pieris Pharmaceuticals Inc.
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Pieris Pharmaceuticals Inc.
United States
100.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pieris Pharmaceuticals GmbH

Freising

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Pieris Pharmaceuticals GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pieris Pharmaceuticals GmbH, Ismaning - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pieris Pharmaceuticals GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 14. Oktober 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Gallowsky, Wirtschaftsprüfer

Bilanz nach Handelsrecht zum 31.12.2023

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 23.045,99
II. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 187,50 8.915.676,06
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 46.855,00 190.169,64
47.042,50 9.105.845,70
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.015,26 4.015,26
Summe Anlagevermögen 51.057,76 9.132.906,95
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 253.852,58 756.029,15
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 52.000,42 21.492,67
3. sonstige Vermögensgegenstände 9.635.309,47 5.664.558,15
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (EUR 741.239,29)
9.941.162,47 6.442.079,97
II. Wertpapiere
sonstige Wertpapiere 0,00 932.277,63
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 14.113.909,16 22.163.756,46
Summe Umlaufvermögen 24.055.071,63 29.538.114,06
C. Rechnungsabgrenzungsposten 266.723,90 2.771.426,92
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 16.115.718,67
- 24.372.853,29 57.558.166,60

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 190.315.917,90 157.997.105,83
III. Verlustvortrag -174.212.824,50 -148.618.707,96
IV. Jahresfehlbetrag -13.692.827,04 -25.594.116,54
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 0,00 16.115.718,67
Summe Eigenkapital 2.510.266,36 0,00
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen 5.749.584,30 8.495.851,28
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.695.528,92 3.721.035,10
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 2.695.528,92 (EUR 3.721.035,10)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.174.807,84 10.398.103,13
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 482.706,43 (EUR 0,00)
3. sonstige Verbindlichkeiten 242.665,87 367.178,67
- davon aus Steuern EUR 210.843,56 (EUR 255.266,22)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 1.134,99 (EUR 57.734,14)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 242.665,87 (EUR 367.178,67)
16.113.002,63 14.486.316,90
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 34.575.998,42
24.372.853,29 57.558.166,60

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für 2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 43.788.122,67 21.758.562,43
2. sonstige betriebliche Erträge 3.898.374,50 9.148.763,40
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 187.941,16 (EUR 1.077.691,67)
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -376.110,97 -1.276.384,31
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -20.467.890,40 -32.069.037,42
-20.844.001,37 -33.345.421,73
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -14.869.426,29 -11.701.340,88
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.397.594,15 -1.635.066,29
-16.267.020,44 -13.336.407,17
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -7.039.239,47 -1.137.985,45
- davon außerplanmäßige Abschreibungen EUR -6.203.729,59 (EUR 0,00)
6. sonstige betriebliche Aufwendungen -17.322.032,57 -8.516.931,77
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR -183.853,86 (EUR -0,15)
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 527.333,70 132.585,55
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -434.364,06 -263.212,51
- davon an verbundene Unternehmen EUR -434.364,06 (EUR -249.542,10)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 -374,98
10. Ergebnis nach Steuern -13.692.827,04 -25.560.422,23
11. sonstige Steuern 0,00 -33.694,31
12. Jahresfehlbetrag -13.692.827,04 -25.594.116,54

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Pieris Pharmaceuticals GmbH, mit Sitz in Freising (Geschäftsanschrift: Carl-Zeiss-Ring 15a, 85737 Ismaning), ist im Handelsregister beim Registergericht München unter der Registernummer HRB 221043 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke teilweise ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übernommen werden. Ein grundlegender Wechsel von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr fand nicht statt. Die Gesellschaft bilanziert unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag niedrigere beizulegende Wert durch die Möglichkeit zur außerplanmäßigen Abschreibung angesetzt bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung.

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (zum Beispiel Patente) im Rahmen der Forschung und Entwicklung sind bilanzierungsfähig. Die Gesellschaft hat von der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenständen - wie in Vorjahren - zum Stichtag abgesehen.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag niedrigere beizulegende Wert durch die Möglichkeit zur außerplanmäßigen Abschreibung bei voraussichtlicher dauernder Wertminderung angesetzt.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände, die sich nach den steuerlichen AfA-Tabellen richten, linear vorgenommen. Im Jahr des Zugangs erfolgt die planmäßige Abschreibung im Übrigen zeitanteilig.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 Euro werden grundsätzlich im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben und ihr Abgang wird unterstellt. Für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Wert 150 Euro nicht aber 1.000 Euro überstieg, wurde bis zum 31. Dezember 2017 ein Sammelposten entsprechend § 6 Abs. 2a EStG gebildet. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p.a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Seit dem 1. Januar 2018 wurde auf die Bildung eines Sammelpostens verzichtet.

Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sind zu Anschaffungskosten angesetzt.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag beizulegende niedrigere Wert angesetzt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert - gegebenenfalls abzüglich der Pauschal- bzw. Einzelwertberichtigungen für erkennbare Risiken angesetzt.

Liquide Mittel werden mit dem Nennwert ausgewiesen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das Eigenkapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr und Vorjahre betreffende, noch nicht veranlagte Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Erträge für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Die Rechnungsabgrenzungsposten werden zu den jeweiligen Nennwerten bilanziert und gemäß der Nutzungsdauer weiterentwickelt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Umsatzerlöse werden im Wesentlichen durch begründete Auflösung erhaltener Vorauszahlungen (Upfront Payments) - ausgewiesen im passivischen Rechnungsabgrenzungsposten - bei Erreichen vertraglich vereinbarter Milestones und bei Vereinnahmung vereinbarter Zahlungen oder aufgrund eines durchsetzbaren Anspruchs auf Kostenerstattungen realisiert. Nicht zuletzt erfolgt wie Umsatzrealisierung, wenn vertragliche Verpflichtungen entfallen.

Zuschüsse aus Kostenerstattungen werden entsprechend dem HFA 1/1984 im Zeitpunkt der Bewilligung im sonstigen betrieblichen Ertrag auf Bruttobasis ausgewiesen.

III. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem Anlagespiegel zu entnehmen.

Anteilsbesitz

Die Pieris Pharmaceuticals GmbH ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

Name und Sitz des Unternehmens Anteile am Kapital 31.12.2023 Eigenkapital 31.12.2023 Jahresergebnis 2023
In % In TEUR In TEUR
Pieris Australia Pty Ltd., Sydney, Australien 100 142 -31

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Zum Geschäftsjahresende bestehen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 52 (Vj. TEUR 22).

Eigenkapital und Unternehmensfortführung

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert EUR 100.000,00 und ist vollständig einbezahlt. Die Kapitalrücklage wurde mit Gesellschafterbeschluss vom 23. Mai 2023, vom 5. Juli 2023 und vom 22. November 2023 durch die Gesellschafterin Pieris Pharmaceuticals Inc., Boston, MA, USA, (im Folgenden auch "Pieris Inc.") um TUSD 35.000 (umgerechnet um TEUR 32.319) auf TEUR 190.316 (Vj. TEUR 157.997) erhöht und ist vollständig einbezahlt. Zum Stichtag ist der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag des Vorjahres (TEUR 16.116) ausgeglichen.

Die Geschäftsführung geht von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Planungshorizont aus. Die Muttergesellschaft Pieris Inc. hat eine Patronatserklärung mit Wirkung bis zum 31. Dezember 2025 erteilt, in der sie sich verpflichtet, die Gesellschaft mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten, um eine Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Zudem sind die Verbindlichkeiten gegenüber der Muttergesellschaft nicht vor Ende 2027 rückzahlbar.

Aufbauend auf den jüngsten Kapitalzahlungen der Muttergesellschaft an die Gesellschaft im November und Dezember 2023 weist die Cashflow-Planung der Gesellschaft ausreichende Finanzmittel bis zur Fälligkeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Ende 2027 aus. Anschließend ist die Gesellschaft für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit von der weiteren finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft und damit auf die Verlängerung der Patronatserklärung über den 31. Dezember 2025 hinaus abhängig, soweit bis dahin nicht Meilensteinzahlungen von den Kooperationspartnern vereinnahmt werden konnten.

An dieser Stelle verweisen wir auf die Darstellung in den Abschnitten "I. Grundlagen des Unternehmens / Restrukturierung und veränderter Fokus ab 2023 / Merger Agreement unterzeichnet im Juli 2024", "II.3.2. Finanzlage", "III. Prognosebericht / Finanzprognose und Unternehmensfortführung" sowie "IV.1. Risikobericht" im Lagebericht.

Rückstellungen

Im Posten sonstige Rückstellungen sind im Wesentlichen die nachfolgenden nicht, unerheblichen Rückstellungsarten enthalten:

Rückstellungen für ausstehende Lieferantenzahlungen (TEUR 449; Vj. TEUR 1.127)

Rückstellungen für Aufwendungen im Zusammenhang mit Kooperationsverträgen (TEUR 193; Vj. TEUR 100)

Rückstellungen für Aufwendungen nicht abgerechneter Leistungen für Forschungs- und Entwicklungs- (F&E) Projekte (TEUR 778; Vj. TEUR 5.371)

Rückstellungen für freiwillige und vereinbarte Bonuszahlungen (TEUR 562; Vj. TEUR 1.048)

Rückstellungen für Personalkosten aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen (TEUR 3.457; Vj. TEUR 240)

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind nicht besichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betreffen im Wesentlichen erhaltene Leistungen im klinischen Bereich. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen - wie im Vorjahr - in voller Höhe solche aus Leistungen.

Restlaufzeit
Gesamt bis zu einem Jahr ein bis fünf Jahre über fünf Jahre
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.695.528,92 2.695.528,92 0,00 0,00
(3.721.035,10) (3.721.035,10) (0,00) (0,00)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13.174.807,84 482.706,43 12.692.101,41 0,00
(10.398.103,13) (0,00) (10.398.103,13) (0,00)
Sonstige Verbindlichkeiten 242.665,87 242.665,87 0,00 0,00
(367.178,67) (367.178,67) (0,00) (0,00)
Summe 16.113.002,63 3.420.901,22 12.692.101,41 0,00
(14.486.316,90) (4.088.213,77) (10.398.103,13) (0,00)

(Werte in Klammer sind Vorjahreswerte)

Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten wird für Vorauszahlungen von Kooperationspartnern für bestimmte Forschungsprojekte gebildet und nach Erreichung festgelegter Meilensteine erfolgswirksam aufgelöst, spätestens zu dem Zeitpunkt, wenn die aus den Kooperationsverträgen definierten Leistungsverpflichtungen der Gesellschaft entfallen. Aufgrund der Aufkündigungen der Kooperationsverträge bzw. der aktiven Teilnahme im abgelaufenen Geschäftsjahr ergeben sich zum Stichtag keine vertraglichen Verpflichtungen mehr, sodass die aus den Vorjahren vorgetragenen Umsatzabgrenzungen aufgelöst werden konnte.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nach einvernehmlicher Beendigung des Mietverhältnisses mit dem Vermieter bestehen zum Stichtag keine wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 43.788 (Vj. TEUR 21.759) bestehen im Wesentlichen aus Umsätzen in Höhe von TEUR 34.576 (Vj. TEUR 19.516) durch die Auflösung von erhaltenen Vorauszahlungen aus eingegangenen strategischen Kooperationspartnerschaften, aus Umsätzen im Zusammenhang mit dem Erreichen von Milestones TEUR 6.963 (Vj. TEUR 0,00) sowie Kostenerstattungen in Höhe von TEUR 2.249 (Vj. TEUR 2.243) im Rahmen der strategischen Partnerschaften.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus öffentlichen Zuschüssen aufgrund von Kostenerstattungen in Höhe von TEUR 3.346 (Vj. TEUR 6.834) sowie periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 192, Vj. TEUR 1.215). Grundlage für die Erfassung der Erträge aus Zuschüssen ist der im Juni 2021 erteilte Zuwendungsbescheid des Bayrische Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Mit dem Zuwendungsbescheid werden Förderungen für Forschungsprojekte für die Jahre 2021 bis 2024 mit einem Zuschuss bis zu einer Höhe von EUR 14,2 Mio. im Wege der Anteilsfinanzierung bewilligt. Die Bewilligung erfolgte unter dem Vorbehalt der endgültigen Festsetzung.

Die Personalaufwendungen enthalten Abfindungszahlungen an die Mitarbeiter und die Abschreibungen enthalten außergewöhnliche Abschreibungen auf einen verbleibenden Veräußerungswert für das Inventar inklusive der Laboreinrichtungen. Beide Aufwandsarten waren durch die Restrukturierung notwendig geworden.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 17.322 (Vj. TEUR 8.517) handelt sich im Wesentlichen um

Aufwendungen für Managementleistungen und die klinische Abteilung TEUR 616 (Vj. TEUR 880)

Aufwendungen für Kosten der Personalsuche TEUR 69 (Vj. TEUR 319)

Aufwendungen für Lizenzzahlungen/Royalties TEUR 357 (Vj. TEUR 381)

Aufwendungen für Softwarelizenzen TEUR 974 (Vj. TEUR 1.045)

Aufwendungen für Beratungskosten TEUR 687 (Vj. TEUR 672)

Raumkosten inkl. einer außerordentlichen Abfindungszahlung TEUR 12.658 (Vj. TEUR 2.778)

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten TEUR 434 (Vj. TEUR 250) Aufwendungen für die Verzinsung von Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

V. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Angestellte 100
leitende Angestellte 4

Die Gesamtzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer beträgt damit 104 (Vj. 133).

Geschäftsführung und Bezüge

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Stephen S. Yoder, J.D. (Vorsitzender der Geschäftsführung), CEO der Pieris Pharmaceuticals Inc., Boston, MA, USA

Dr. Hitto Kaufmann, Chief Scientific Officer (ausgeschieden am 21. September 2023)

Thomas Bures (Geschäftsführer Finanzen), CFO der Pieris Pharmaceuticals Inc., Boston, MA, USA (eingetragen am 23. Juli 2024)

Hinsichtlich der Angabe zu den Bezügen der Geschäftsführung machen wir von § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch, da die Geschäftsführung zum Teil im Geschäftsjahr ihre Bezüge von der Pieris Pharmaceuticals, Inc., Boston, MA, USA, erhielt.

Nachtragsbericht

In den Jahren 2022 und 2023 gab es Rückschläge im Rahmen unserer Entwicklungsprogramme und demzufolge Rückschläge bei den strategischen Kooperationspartnerschaften mit umfangreichen Auswirkungen.

Seit Juli 2023 fokussierte sich die Gesellschaft auf die Abwicklung der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen. Am 27. März 2024 verkündigte Pieris Pharmaceuticals Inc. ihre neue Strategie für die Pieris Gruppe wie folgt:

den Erhalt einer Lean aufgestellten Führungsmannschaft auf Konzern- und Gesellschaftsebene und die weitere Reduzierung des Personals,

die Einstellung aller eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme sowie

die Konzentration auf die Maximierung des Meilenstein- und Lizenzgebührenpotentials hinsichtlich der bestehenden Kooperationsverträge mit Pfizer (ehemals Seagen) und Boston Pharmaceuticals bezogen auf die immunonkologischen 4-1BB bispezifischen Mabcalin® (Antikörper-Anticalin-Fusion) Protein-Assets.

Am 24. Juli 2024 gab die Muttergesellschaft Pieris Inc. eine Fusionsvereinbarung mit der Palvella Therapeutics, Inc., Wayne, PA, United States (Palvella) bekannt.

Im September 2024 wurde die Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter, als nicht rückzahlbar vor dem Ende 2027 schriftlich bestätigt.

Des Weiteren verweisen wir auf die gemachten Angaben in unserem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023.

Konzernzugehörigkeit

Die Pieris Pharmaceuticals GmbH wurde in den Konzernabschluss der Pieris Pharmaceuticals Inc. einbezogen.

Die Pieris Pharmaceuticals Inc. stellt den Konzernabschluss für den kleinsten und zugleich größten Konzernkreis auf. Der offengelegte Konzernabschluss ist auf der elektronischen Seite der U.S. Securities und Exchange Commission (www.sec.gov) erhältlich.

Im Konzernabschluss der Pieris Pharmaceuticals Inc. - aufgestellt nach US-GAAP - wurde bezüglich der Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden von deutschem Recht abgewichen.

Zur Erstellung eines Konzernabschlusses war die Pieris Pharmaceuticals GmbH zum 31. Dezember 2023 selbst nicht verpflichtet, da sie die Befreiungsvorschrift des § 293 Abs. 1 HGB in Anspruch nimmt.

Unterschrift der Geschäftsführung

 

Ismaning, 11. Oktober 2024 Ort, Datum

Stefan Yoder

und

Thomas Bures

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

(Anlagenspiegel)

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge (+) Abgänge (-) Umbuchungen (+/-) Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 120.792,80 0,00 0,00 0,00 120.792,80
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.971.738,72 98.518,83 -770.343,57 179.999,00 14.479.912,98
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 190.169,64 81.954,00 -10.170,64 -179.999,00 81.954,00
15.161.908,36 180.472,83 -780.514,21 0,00 14.561.866,98
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.015,26 0,00 0,00 0,00 4.015,26
15.286.716,42 180.472,83 -780.514,21 0,00 14.686.675,04
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge (+) Abgänge (-) Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 97.746,81 23.045,99 0,00 120.792,80
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.056.062,66 8.998.871,67 -575.208,85 14.479.725,48
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 35.099,00 0,00 35.099,00
6.056.062,66 9.033.970,67 * -575.208,85 14.514.824,48
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
6.153.809,47 9.057.016,66 -575.208,85 14.635.617,28
Buchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 23.045,99
II. Sachanlagen
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 187,50 8.915.676,06
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 46.855,00 190.169,64
47.042,50 9.105.845,70
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 4.015,26 4.015,26
51.057,76 9.132.906,95

* - Dieser Betrag enthält eine Umgliederung der zur Veräußerung anstehenden Sachanlagen in die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 2,2 Mio.

Lagebericht 2023

Pieris Pharmaceuticals GmbH

Hallbergmoos

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Pieris Pharmaceuticals GmbH (kurz: Pieris GmbH), Hallbergmoos, als Ausgründung der TU München von Prof. Arne Skerra gegründet, ist seit 2014 eine 100%ige Tochtergesellschaft der Pieris Pharmaceuticals, Inc. (im Folgenden: Pieris Inc., Muttergesellschaft oder Pieris Gruppe zusammen mit der Pieris GmbH), Boston, MA, USA. Die Pieris Inc. wird an der Nasdaq gelistet und fördert den Geschäftszweck der Pieris GmbH durch den Zugang zum Kapitalmarkt und Arbeitsmarkt. Die Pieris Inc. hat keine weitere Geschäftstätigkeit. Zur Pieris Gruppe gehört ferner eine 100%ige Tochtergesellschaft der Pieris GmbH, die Pieris Australia Pty Ltd., Sydney, Australien, die jedoch kein operatives Geschäft hat.

Die Pieris GmbH ist ein Biotechnologieunternehmen, das Anticalin®- basierte Medikamentenkandidaten entwickelte. Anticaline® sind durch Proteindesign künstlich erzeugte Proteine, die zur Bindung von Antigenen befähigt sind. Dabei werden natürlich vorkommende Proteine, die Lipocaline, so verändert, dass sie sich an jedes beliebige Zielmolekül spezifisch binden können und viele andere vorteilhafte Medikamenteneigenschaften aufweisen. Ihre geringe Größe und stabile Struktur unterscheidet sie von therapeutischen Antikörpern, was diverse Vorteile beim Einsatz in der Medizin haben könnte. Die Partner von der Pieris GmbH nutzen diese Plattform, um Medikamentenkandidaten gegen unterschiedliche Krankheiten zu entwickeln.

Forschung und Entwicklung

Der Fokus unserer eigenen Entwicklungsprojekte lag auf der Krebs-Immuntherapie (oder Onkologie) und Atemwegserkrankungen, welche in 2023 eingestellt wurden. Außerdem haben wir die Anwendbarkeit von Anticalinen® in anderen Indikationen seit Jahren durch strategische Partnerschaften mit AstraZeneca, Boston Pharmaceuticals, Genentech und Pfizer (vormals Seagen) erforscht.

Die Kerntechnologie und Plattform Anticalin® wurde in Deutschland entwickelt, und basiert unter anderem auf Lizenzvereinbarungen mit Sichuan Kelun-Biotech Biopharmaceutical Co. Ltd sowie mit Prof. Arne Skerra, Lehrstuhl für Biologische Chemie der Technischen Universität München (TUM). Die Begriffe Pieris® und Anticalin® sind durch die Pieris Gruppe als "registered Trademark" registriert.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (kurz: F&E) für unsere Programme betrugen für das Jahr 2023 TEUR 43.290 (Vj. TEUR 50.249).

Im Bereich F&E arbeiteten zum 31.12.2023 noch 38 Mitarbeiter (Vj. 111). Leistungen von Dritten wurden in Höhe von TEUR 18.869 (Vj. TEUR 26.996) in Anspruch genommen.

Restrukturierung und veränderter Fokus ab 2023

In den Jahren 2022 und 2023 gab es Rückschläge im Rahmen unserer eigenen Entwicklungsprogramme und demzufolge Rückschläge bei den strategischen Kooperationspartnerschaften mit umfangreichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit. Dies beinhaltete die Kündigung der Kollaborationsvereinbarung und der Plattform-Lizenzvereinbarung durch AstraZeneca und die Rückübertragung von Elarekibep (PRS-060) an die Gesellschaft zusammen mit der Einstellung des verbliebenen Forschungsprogramms (PRS-270) im Juni 2023.

Im Juli 2023 kündigte die Muttergesellschaft sodann an, eine konzernweite Restrukturierung und eine strategische Analyse des Geschäftsmodels durchzuführen. In der Folge wurden die eigenen Entwicklungsaktivitäten sowie Investitionen in die strategischen Partnerschaften runter gefahren, was zu erheblichen Restrukturierungsaufwendungen bei der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 führte. Dies beinhaltete den Abbau von Personal, die Auflösung des langfristigen Mietverhältnisses für Büro- und Laborräume sowie den Abverkauf der Geschäftsausstattung inklusive der Laboreinrichtungen.

Am 27. März 2024 verkündigte Pieris Inc. ihre neue Strategie für die Pieris Gruppe, nachdem Merger- und Reversed-Merger-Pläne zunächst nicht umgesetzt wurden. Die Strategie umfasst:

den Erhalt einer Lean aufgestellten Führungsmannschaft auf Konzern- und Gesellschaftsebene und die weitere Reduzierung des Personals,

die Einstellung aller eigenen Forschungs- und Entwicklungsprogramme sowie

die Konzentration auf die Maximierung des Meilenstein- und Lizenzgebührenpotentials hinsichtlich der bestehenden Kooperationsverträge mit Pfizer (ehemals Seagen) und Boston Pharmaceuticals bezogen auf die immunonkologischen 4-1BB bispezifischen Mabcalin® (Antikörper-Anticalin- Fusion) Protein-Assets.

Merger Agreement unterzeichnet im Juli 2024

Am 24. Juli 2024 gab die Muttergesellschaft Pieris Inc. sodann eine Fusionsvereinbarung mit der Palvella Therapeutics, Inc., Wayne, PA, United States (Palvella) bekannt. Palvella ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Therapien zur Behandlung von Patienten konzentriert, die an schweren, seltenen genetischen Hautkrankheiten leiden, für die es keine von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassenen Therapien gibt.

Das kombinierte Unternehmen wird sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Palvellas führendem klinischen Produktkandidaten, QTORINTM 3,9 % wasserfreies Rapamycin-Gel (QTORINTM Rapamycin), zur Behandlung von mikrozystischen lymphatischen Malformationen (mikrozystische LMs), kutanen venösen Malformationen und anderen schwerwiegenden, funktionell beeinträchtigenden Hautkrankheiten konzentrieren, die durch die Überaktivierung des mTOR-Signalwegs (Säugetierziel Rapamycin) verursacht werden. Nach Abschluss der geplanten Fusion wird das kombinierte Unternehmen unter dem Namen Palvella Therapeutics, Inc. firmieren, seinen Hauptsitz in Wayne, PA, haben und voraussichtlich weiterhin am Nasdaq Capital Market (Nasdaq) gehandelt werden.

Es wird erwartet, dass das kombinierte Unternehmen zum Zeitpunkt des Abschlusses der geplanten Fusion und der gleichzeitigen privaten Finanzierung über liquide Mittel in Höhe von etwa 80,5 Millionen USD verfügen wird, einschließlich der erwarteten Nettoerlöse aus einer gleichzeitigen privaten Finanzierung und nach Abzug der vor dem Abschluss angefallenen Betriebskosten und der geschätzten Transaktionskosten. Es wird erwartet, dass diese Barmittel verwendet werden, um Palvellas Produktkandidaten QTORINTM, Rapamycin, durch mehrere klinische Datenmeilensteine voranzutreiben, und es wird erwartet, dass sie die Geschäftstätigkeit des kombinierten Unternehmens bis in die zweite Hälfte des Jahres 2027 finanzieren werden. Die geplante Fusion und die gleichzeitige private Finanzierung werden voraussichtlich im vierten Quartal 2024 abgeschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen, der Wirksamkeit einer Registrierungserklärung, die bei der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht werden muss, um die im Zusammenhang mit der Fusion ausgegebenen Piris-Stammaktien zu registrieren, und die Erfüllung der üblichen Abschlussbedingungen.

Die Altaktionäre der Pieris Inc. erhalten außerdem ein bedingtes Werterecht (contingent value right oder CVR), das das Recht auf Zahlungen aus Erlösen darstellt, die das kombinierte Unternehmen im Rahmen der bestehenden Partnerschaftsvereinbarungen von Pieris mit Pfizer und Boston Pharmaceuticals auf der Ebene der Pieris GmbH erhält.

II. Wirtschaftsbericht 2023

1. Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF 1 ) verzeichnete die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 einen Zuwachs von 3,0%. Laut den meisten Branchenkennzahlen war 2023 ein Jahr der Expansion für den deutschen Biotech- Sektor. Während die Anzahl der Unternehmen um 3 % auf 996 leicht anstieg, wuchs die Belegschaft um starke 10 % und überschritt die Marke von 60.000 Personen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um 10 % auf 4,4 Milliarden Euro - ein sehr positives Zeichen für eine Branche, die grundlegend auf die Stärke ihrer eigenen Innovationsfähigkeit angewiesen ist.

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159798/umfrage/entwicklung-des-bip-bruttoinlandsproduktweltweit/

2. Geschäftsentwicklung und Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Geschäftsentwicklung der Pieris GmbH ist nur bedingt von den Schwankungen der Weltwirtschaftsleistung aufgrund des Einmarsches in der Ukraine und der damit verbundenen höheren Inflation betroffen, da es sich um ein biopharmazeutisches Unternehmen handelt, dass noch keine kommerziellen Umsätze verzeichnet.

Die Folgen der strategischen Neupositionierung der Pieris-Gruppe und des Unternehmens im Jahr 2023 haben zu einem fast sofortigen Stopp der F&E-Ausgaben in der Entdeckungsphase und zu einer Reduzierung der Kosten in den späteren Projektphasen geführt.

3.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 sind mit 43.788 TEUR höher als im Vorjahr (21.759 TEUR), wie im Lagebericht 2022 prognostiziert, ausgefallen, da die in der Vergangenheit gebildeten Umsatzabgrenzungen aus erhaltenen und nicht rückzahlbaren Zahlungen erfolgswirksam aufgelöst werden konnten, denn ab 2023 ergeben sich für die Gesellschaft keine weiteren Verpflichtungen aus den Kooperationen mehr.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Zuschüssen aufgrund von Kostenerstattungen in Höhe von TEUR 3.346 (Vj. TEUR 6.834). Grundlage für die Erfassung der Erträge aus Zuschüssen ist der im Juni 2021 erteilte Zuwendungsbescheid des Bayrische Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Der Höchstbetrag der Zuwendungsbescheid wurde im Juni 2023 erreicht. Zusätzlich sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 192 ausgewiesen (Vorjahr TEUR 1.215).

Gleichzeitig sind die Aufwendungen für bezogene Leistungen von TEUR 32.069 auf TEUR 20.468 gesunken. Der Rückgang resultierte vor allem aus weniger Aufwendungen aus dem Dienstleistungs- und Kostenverteilungsabkommen mit der Muttergesellschaft sowie im Bereich der Material Manufacturing & CMC Aktivitäten (TEUR 6.198 im Vergleich zum Vj. 11.233).

Der Personalaufwand ist im Wesentlichen aufgrund von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Umstrukturierung von TEUR 13.336 auf TEUR 16.267 angestiegen.

Die Abschreibungen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 6.204, die ebenso auf die Umstrukturierungsmaßnahmen bzw. auf die notwendige Abwertung des Sachanlagevermögens bis auf den zu erwartenden Veräußerungserlös enthält.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von TEUR 8.517 auf TEUR 17.322 gestiegen. Dies ist hauptsächlich auf die Kosten im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Mietvertrages in Hallbergmoos zurückzuführen. (TEUR 11.924)

Der Jahresfehlbetrag fiel mit TEUR -13.692 trotz der außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen niedriger aus als im Vorjahr (Vj. TEUR -25.594), was insbesondere auf die höheren Umsatzerlöse aus der Auflösung von Umsatzabgrenzungen zurückzuführen ist.

3.2. Finanzlage

Unser Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Wir überwachen unsere Liquidität regelmäßig im Rahmen einer Cashflow Planung, welche integriert mit der Cashflow Planung für die Pieris Gruppe erstellt wird.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit betrug in 2023 TEUR -40.188 nach TEUR-44.984 im Vorjahr. Im Investitionsbereich betrug der Cashflow TEUR 180 (Vj. TEUR -1.270) aufgrund der Einstellung der Investitionen in die Laborausstattung. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 32.319 (Vj. TEUR 17.832). Dies resultierte im Wesentlichen aus der Einzahlung in die Kapitalrücklage durch die Muttergesellschaft mit dem Beschluss vom 23. Mai 2023, 5. Juli 2023 sowie 22. November 2023.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestanden nicht.

Zum 31. Dezember 2023 weist die Gesellschaft ein positives Eigenkapital aus. Die Geschäftsführung geht von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit aus. Die Muttergesellschaft Pieris Inc. hat eine Patronatserklärung mit Wirkung bis 31. Dezember 2025 erteilt, in der sie sich verpflichtet, die Gesellschaft mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten, um eine Zahlungsunfähigkeit zu verhindern. Zudem sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen nicht vor Ende 2027 rückzahlbar.

Aufbauend auf weiteren durchgeführten Kapitaleinzahlungen bei der Gesellschaft, zuletzt im November und Dezember 2023, weist die Cashflow Planung der Gesellschaft ausreichende finanzielle Mittel bis zur Fälligkeit der Verbindlichkeiten gegenüber verbundene Unternehmen Ende 2027 aus. Anschließend ist die Gesellschaft für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit von der weiteren finanziellen Unterstützung aus einer zu verlängernden Patronatserklärung abhängig, soweit bis dahin nicht Meilensteinzahlungen von den Kooperationspartnern vereinnahmt werden konnten.

3.3. Vermögenslage

Der bedeutende Umstrukturierungsprozess des Unternehmens, der im Geschäftsjahr 2023 eingeleitet wurde, umfasste auch den Verkauf des gesamten Anlagevermögens. Das zum Geschäftsjahresende nach außerordentlichen Abwertungen verbleibende aber zum Verkauf stehende Anlagevermögen wurde zum 31. Dezember 2023 unter den sonstigen Vermögensgegenständen als zur Veräußerung bestimmtes Anlagevermögen ausgewiesen (TEUR 2.171).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind gegenüber dem Vorjahr von TEUR 756 auf TEUR 254 gesunken. Dies ist vor allem auf die Beendigung unserer strategischen Kooperationspartnerschaften und die daraus resultierenden Weiterberechnungen zurückzuführen.

Der Bestand der liquiden Mittel ist aufgrund des negativen operativen Cashflows von TEUR 22.164 im Vorjahr auf TEUR 14.114 zum Jahresende 2023 gesunken.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten verringerte sich von TEUR 2.771 auf TEUR 267 aufgrund der Nichtverlängerung von Softwarelizenzen und Wartungsverträgen.

Die sonstigen Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 2.746 gesunken. Dies ist hauptsächlich auf weniger nicht abgerechnete Leistungen im Bereich F&E zurückzuführen, die nur teilweise durch höhere Personalkosten im Zusammenhang mit der Umstrukturierung ausgeglichen wurden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr von TEUR 10.398 auf TEUR 13.175 und beziehen sich auf den Dienstleistungs- und Kostenumlagevertrag mit der Muttergesellschaft. Dieser Betrag ist nicht vor dem 31. Dezember 2027 zur Rückzahlung fällig.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist von TEUR 34.576 auf TEUR 0 durch die komplette Auflösung der Umsatzabgrenzung im Geschäftsjahr 2023 gesunken.

3.4. Gesamtaussage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 war geprägt und überlagert durch die im Juli 2023 durch die Muttergesellschaft angekündigte Durchführung einer konzernweiten Restrukturierung und einer strategischen Analyse des Geschäftsmodels.

Im Geschäftsverlauf wurden die eigenen Entwicklungsaktivitäten sowie Investitionen in die strategischen Partnerschaften runter gefahren, was zu erheblichen Restrukturierungsaufwendungen bei der Gesellschaft führte. Dies beinhaltete den Abbau von Personal, die Auflösung des langfristigen Mietverhältnisses für Büro- und Laborräume sowie die Vorbereitung des Abverkaufs der Geschäftsausstattung inklusive der Laboreinrichtungen Anfang 2024.

4. Finanzielle Leistungsindikatoren

Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung die Kennzahlen Umsatzerlöse, Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Verwaltungskosten heran. Diese stellen die bedeutsamsten finanziellen Leistungsfaktoren dar.

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 sind mit TEUR 43.788 höher als im Vorjahr (TEUR 21.759), wie im Lagebericht 2022 prognostiziert, da die in der Vergangenheit gebildeten Umsatzabgrenzungen aus erhaltenen und nicht rückzahlbaren Zahlungen erfolgswirksam aufgelöst werden konnten, da die Gesellschaft keine weiteren Verpflichtungen aus den Kooperationen mehr hat.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind im Jahr 2023 von TEUR 50.249 auf TEUR 43.290 erwartungsgemäß gesunken.

Die allgemeinen Verwaltungskosten sind von TEUR 8.517 auf TEUR 17.322 gestiegen. Dies ist hauptsächlich auf die Kosten im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung des Mietvertrages in Hallbergmoos zurückzuführen.

5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Es werden jährlich nichtfinanzielle Leistungsindikatoren festgelegt. Diese betreffen neben der Unternehmensentwicklung insbesondere den Bereich der Forschung und Entwicklung mit der Fortentwicklung der wichtigsten Programme als auch einzelne Forschungsgebiete.

Für jeden Bereich werden Einzelziele festgelegt und deren Erreichung jährlich beurteilt.

III. Prognosebericht

1. Makroökonische Rahmenbedingungen

Die Corona-Krise hat sich seit der Verfügbarkeit des Impfstoffes beruhigt, wobei die Auswirkungen auf die Gesellschaft begrenzt waren.

Durch die Invasion in die Ukraine im Frühjahr 2022 haben sich Unsicherheiten ergeben. Dies hat seit 2022 zu einer höheren Inflation und Preiserhöhungen bis zum heutigen Zeitpunkt geführt.

Die geopolitischen und pandemiebedingten Herausforderungen wirken sich auf die Einschreibung von Probanden bei den verbliebenen Forschungsprogrammen der Kooperationspartner aus, wobei die Verzögerungen in einem vertretbaren und überschaubaren Maße auftreten.

2. Forschung und Entwicklung

Im Jahr 2022 und 2023 gab es Rückschläge beim Fortschritt unserer Medikamentenkandidaten (vgl. I. Grundlagen des Unternehmens) mit der Folge einer umfassenden Restrukturierung und Einstellung von allen Projekten im Bereich Forschung- und Entwicklung (wie auch in den übrigen Unternehmensbereichen).

Die Pieris Gruppe ist weiterhin bestrebt, für die eingestellten Entwicklungsprogramme, einschließlich Cinrebafusp alfa (PRS-343) einen Wert zu erzielen.

3. Finanzprognose und Unternehmensfortführung

Unsere Gesellschaft ist von der Erreichung und Maximierung von Meilensteinzahlungen seitens der Kooperationspartner sowie gegebenenfalls von der finanziellen Unterstützung der Muttergesellschaft abhängig, wenn Ende 2027 die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen fällig werden und sich bis dahin keine Einnahmen realisiert haben.

Meilensteinzahlungen bis zu ca. 15,0 Mio. USD seitens der Kollaborationspartner werden fällig, sobald der erste Patient in der klinischen Entwicklungsphase 2, die von den Kollaborationspartnern durchgeführt werden, behandelt wird und weitere ca. 40,0 Mio. USD in späteren Phasen. Derzeit befinden sich die Kollaborationspartner in der Entwicklungsstufe 1.

Aufgrund der letzten veröffentlichten Prognose vom März und Juli 2024 ist die Muttergesellschaft der Ansicht, dass basierend auf der neuen Strategie (vergleiche I. Grundlagen / Restrukturierung und veränderter Fokus ab 2023 / Merger Agreement unterzeichnet im Juli 2024) die liquiden Mittel des Konzerns ausreichen, um die Geschäftstätigkeiten des Konzerns für mehr als 12 Monate und bis in das Jahr 2027 zu finanzieren. Der Finanzmittelbestand der Pieris Gruppe zum 31. Dezember 2023 wird mit 26,4 Mio. USD angegeben. Eine weitere notwendige Kapitalmaßnahme auf Ebene der Pieris GmbH bis zur Erreichung der Meilensteinziele aus den Partnerschaftsprogrammen wird nicht erwartet. Die Prognose des Konzerns wird quartalsweise aktualisiert und auf der eigenen Homepage publiziert (Press Releases: Pieris Pharmaceuticals, Inc.).

Die Pieris GmbH verfügt Ende Juni 2024 über einen Finanzmittelbestand in Höhe von TEUR 12.439 und prognostiziert für das Jahresende 2024 einen Bestand von TEUR 11.600. Um die verbliebenen Geschäftstätigkeiten der Gesellschaft in Bezug auf die strategischen Partnerschaften zu finanzieren, wird derzeit mit einem jährlichen Zahlungsbedarf von TEUR 250 bis 350 gerechnet.

Prognose für das Geschäftsjahr 2024 und 2025.

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnen wir aufgrund der bereits reduzierten Geschäftstätigkeiten lediglich mit TEUR 150 an Umsatzerlösen, einem negativen Jahresergebnis von ca. TEUR 5.500 und einem negativen Eigenkapital in Höhe von ca. TEUR 3.000. Der Bankbestand zum Jahresende 2024 wird mit TEUR 11.600 prognostiziert.

Für 2025 gehen wir von einem geringen Jahresfehlbetrag unter TEUR 500 aus, wobei potenzielle Umsätze und Einnahmen aus Sondereffekten wie den Meilensteinzahlungen und sonstigen Einkünften in dieser Prognose nicht berücksichtigt sind, da sie zum jetzigen Zeitpunkt schwer vorhersehbar sind.

IV. Chancen- und Risikobericht

1. Risikobericht

Wir ordnen die Risiken konzernweit in die unten dargestellten Kategorien. Unsere Darstellung beschränkt sich im Folgenden auf die Risiken, die wir in den Kategorien als moderat, beherrschbar und wesentlich/bestandsgefährdend einstufen.

Risiken in Bezug auf unsere Geschäftstätigkeit und die Kapitalanforderungen

Wir haben seit unserer Gründung erhebliche Verluste erlitten und gehen davon aus, dass wir auf absehbare Zeit weiterhin Verluste erleiden bzw. keine hohen Jahresüberschüsse erwirtschaften werden bis wir aufgrund des potenziellen Erreichens von Meilensteinen unserer Kooperationspartner Meilensteinzahlungen vereinnahmen. Die zum Berichtszeitpunkt vorhandene finanzielle Ausstattung der Gesellschaft und unsere Prognose von Ein- und Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2024 und 2025 führt zu einem positiven Zahlungsbestand zum Ende 2024 und darüber hinaus. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zum 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 13.175 sind nicht vor dem 31. Dezember 2027 rückzahlbar.

Zudem besteht eine Patronatserklärung der Muttergesellschaft, die zunächst bis zum 31. Dezember 2025 befristet ist und ggf. neu aufzulegen ist, wenn nicht bis 2027 Meilensteinzahlungen oder andere Einnahmen vereinnahmt wurden, die eine Rückführung der Darlehen an die Muttergesellschaft ermöglichen.

Risiken in Bezug auf rechtliche Compliance-Fragen

Wir sind einer Reihe von externen Compliance Risiken ausgesetzt, dazu zählen geltende Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsgesetze, insbesondere in den für uns relevanten Ländern Deutschland, USA und Australien, ferner die Auswirkungen durch allgemeine Änderungen und Steuergesetzen, der Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Währungsrisiken im internationalen Geschäft. Diese Risiken können sich auf unser Geschäft als auch auf unsere Finanzlage auswirken. Zum derzeitigen Zeitpunkt schätzen wir diese Risiken als moderat ein.

Unser Ergebnis kann durch die Volatilität der Wechselkurse und unsere Fähigkeit, Währungstransaktionsrisiken effektiv zu steuern, beeinflusst werden. Das Fremdwährungsrisiko wird nicht abgesichert, sodass die Auswirkungen von Wechselkursänderungen nicht beseitigt werden. Änderungen der Wechselkurse zwischen diesen Fremdwährungen und dem EUR wirken sich daher auf unsere Einnahmen und Ausgaben aus und können in einem bestimmten Berichtszeitraum zu Wechselkursverlusten führen. Zum derzeitigen Zeitpunkt schätzen wir diese Risiken als moderat ein.

Risiken bezogen auf die Entdeckung und Entwicklung von Medikamentenkandidaten

Aufgrund der Einstellung der eigenen Entwicklungstätigkeiten sind wir derzeit von der erfolgreichen Weiterentwicklung der verpartnerten Medikamentenprogramme durch die Partner Pfizer (vormals Seagen) und Boston Pharmaceuticals abhängig. Ein Rückschlag oder eine vollständige Einstellung der Entwicklungsprogramme bei den Partnern reduziert die Aussichten auf Meilensteinzahlungen an uns und kann bestandsgefährdend sein.

Risiken bezogen auf Dritte und exogene Faktoren

Wir haben in der Vergangenheit öffentliche Zuschüsse zu unseren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben erhalten. Der Zuwendungsgeber prüft die Abrechnungen unterschiedlich intensiv und behält sich vor, den Zuwendungsbetrag bis weit nach dem Ende der Zuwendungsperiode zurückzufordern, falls bestimmte Auflagen und Anforderungen aus Sicht des Zuwendungsgebers nicht erfüllt sind. Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um den Regeln des Zuwendungsbescheid zu entsprechen und die Anforderungen und Auflagen zu erfüllen. Wir schätzen das Rückforderungsrisiko daher als gering ein.

Risiken bezogen auf das geistige Eigentum

Unser geistiges Eigentum ist einer der Schlüsselfaktoren unserer zukünftigen Entwicklung. Deshalb ist es essenziell, dass wir den erlangten Patentschutz für geistiges Eigentum aufrechterhalten. Auf der einen Seite können Patente jedoch Einschränkungen unterliegen, wenn diese mit Partnern entwickelt wurden oder in anderer Hinsicht von Dritten abhängig sind. Auf der anderen Seite sind wir auch an Vereinbarungen zur Nutzung der Lizenzen der geistigen Eigentumsrechte oder Vermarktungsrechte Dritter gebunden, insbesondere unsere Lizenzverträge mit TUM, Enumeral und Kelun. Ein Verlust der Patente oder der Lizenzrechte könnte unsere Geschäftstätigkeit erheblich beeinträchtigen, daher ist das Risiko als wesentlich anzusehen.

Gesamtaussage

Die Gesellschaft hat Rückschläge im Bereich Forschung- und Entwicklung mit erheblichen Konsequenzen für den Geschäftsbetrieb erleiden müssen. Die Wiederaufnahme von eigenen Forschungs- oder Entwicklungstätigkeiten ist derzeit nicht geplant und nicht absehbar.

Auch wenn die Gesellschaft ausreichende finanzielle Mittel bis zur Fälligkeit der Verbindlichkeit gegenüber verbundene Unternehmen Ende 2027 aufweist, so ist sie für die Fortführung der Unternehmenstätigkeit vom Erfolg des verpartnerten bispezifischen 4-1BB-Proteins Mabcalin® und einhergehenden potenziellen Meilensteinzahlungen sowie ggf. von der weiteren finanziellen Unterstützung aus einer zu verlängernden Patronatserklärung abhängig. Diesbezüglich besteht eine wesentliche Unsicherheit über den Prognosezeitraum hinaus.

2. Chancenbericht

Das Management der Pieris Gruppe hat sich derzeit für eine Strategie zur Maximierung des Meilenstein- und Lizenzgebührenpotenzials entschieden. Das Unternehmen ist darüber hinaus bestrebt, den Wert seiner derzeit nicht weiterentwickelten Produkte, einschließlich Cinrebafusp alfa zu steigern, indem es potenzielle Auslizenzierungs- oder Verkaufstransaktionen verfolgt. Neben der Verfolgung einer möglichen Monetarisierung der prognostizierten Lizenz- und Meilensteinzahlungen zu attraktiven Bewertungen kann das Unternehmen von Zeit zu Zeit auch andere Optionen in Betracht ziehen, von denen es glaubt, dass sie den Wert für die Aktionäre steigern können.

 

Ismaning, 11. Oktober 2024

Stephen S. Yoder

und

Thomas Bures

Geschäftsführung

Datum der Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2023:

Mit Gesellschafterbeschluss vom 11. Oktober 2024

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