Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 148411
Vorher
Bosch Software Innovations GmbH
Eingetragen
12.3.2013
Branche
Herstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieHerstellung von Mehrzweckindustrierobotern
Gegenstand
Die Entwicklung, die Herstellung, der Betrieb und der Vertrieb von Komponenten und Systemen für digitale Anwendungen, einschließlich Hardware, Software oder softwarebasierten Leistungen, sowie die Erbringung von geschäftsbezogenen Dienstleistungen, insbesondere Beratungsleistungen, die Durchführung von Veranstaltungen und Schulungen und Telekommunikationsleistungen im Bereich digitaler Anwendungen.

Finanzübersicht

Historie

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Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Stuttgart

Konzernabschluss 2022

Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2022

der Robert Bosch GmbH

Die Bosch-Gruppe hat die erheblichen und teilweise unerwarteten Herausforderungen des Jahres 2022 gut bewältigt. Der Umsatz übertraf mit einem Zuwachs von 12,0 % das erwartete Wachstum erheblich. Die operative EBIT-Rendite von 4,3 % lag über der Prognose. Das Geschäftsjahr 2022 hat dabei für die Bosch-Gruppe neben der andauernden Coronavirus-Pandemie und den fortgesetzten Halbleiterengpässen erhebliche zusätzliche Belastungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gebracht. Dazu gehören die stark gestiegenen Rohstoffund Energiepreise sowie das bis auf wenige Restaktivitäten ausgelaufene Geschäft in Russland. Alle Unternehmensbereiche konnten dennoch ihren Umsatz steigern und weisen für 2022 ein positives Ergebnis aus.

Gleichzeitig wurden viele strategische Projekte vorangetrieben und dazu erhebliche Vorleistungen erbracht. Zudem hat die zum Jahresanfang 2022 neu formierte Geschäftsführung intensiv an der Weiterentwicklung der langfristigen Strategie und Organisation mit Blick auf die teilweise tiefgreifenden Marktveränderungen gearbeitet. Schwerpunktthemen sind unter anderem die angesichts steigender Anforderungen an den Klimaschutz wachsende Elektrifizierung auf vielen Gebieten sowie eine noch breitere internationale Aufstellung. Hinzu kommen die Weiterentwicklung der Digitalisierungs- und der Nachhaltigkeitsstrategie sowie die Stärkung der Robustheit des Unternehmens. Ein bedeutendes Projekt ist die Neuaufstellung des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, um künftige Markt-, Kunden- und Technikanforderungen noch besser zu adressieren.

Das Geschäftsjahr 2023 wird voraussichtlich ebenfalls sehr anspruchsvoll. Wir erwarten eine weitere Verlangsamung des Wachstums der weltweiten Wirtschaftsleistung. Wir haben dennoch das Ziel, den Umsatz der Bosch-Gruppe zu steigern und die operative EBIT-Rendite gegenüber 2022 zu verbessern sowie gleichzeitig unsere Strategie weiterzuentwickeln und konsequent umzusetzen.

Grundlagen des Konzerns

Unternehmensgruppe

Die Bosch-Gruppe ist ein global aufgestelltes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Rund die Hälfte des Umsatzes wird außerhalb Europas erzielt. Zur Bosch-Gruppe gehören rund 470 vollkonsolidierte Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Muttergesellschaft ist die Robert Bosch GmbH mit Sitz in Stuttgart. Sie ging aus der "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" hervor, die 1886 in Stuttgart von Robert Bosch (1861 - 1942) gegründet wurde. Seit 1964 hält die Robert Bosch Stiftung GmbH die Mehrheit der Kapitalanteile an der Robert Bosch GmbH.

Die gemeinnützige Robert Bosch Stiftung GmbH hat trotz eines Kapitalanteils von rund 94 % keinen Einfluss auf die strategische und geschäftliche Ausrichtung der Bosch-Gruppe. Weitere rund 5 % der Anteile hält die von den Nachkommen des Firmengründers gegründete gemeinnützige ERBO II GmbH, 1 % die Robert Bosch GmbH selbst. Die Stimmrechte liegen zu rund 93 % bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG, von der die unternehmerische Gesellschafterfunktion ausgeübt wird und die einen Kapitalanteil von 0,01 % hält. Die restlichen Stimmrechte von rund 7 % entfallen auf die Nachkommen des Firmengründers. Diese gesellschaftsrechtliche Struktur sichert die unternehmerische Unabhängigkeit der Bosch-Gruppe.

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

Anteile in Prozent

Stimmrechte in Prozent

Organisation und Wettbewerbsumfeld

Die Bosch-Gruppe, die weltweit mehr als 420 000 Beschäftigte hat, ist in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology gegliedert, die auch den Berichtssegmenten entsprechen. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist geprägt von übergreifenden Trends wie der zunehmenden Elektrifizierung, der wachsenden Digitalisierung und Vernetzung, der erheblich gestiegenen Bedeutung der Nachhaltigkeit -speziell des Klimaschutzes - sowie einem intensiven globalen Wettbewerb. Dennoch unterscheiden sich die jeweiligen Markt- und Wettbewerbsumfelder der Unternehmensbereiche teilweise erheblich.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions stand die Bosch-Gruppe lange hauptsächlich in Konkurrenz mit wenigen großen Automobilzulieferern. Kunden waren überwiegend die weltweit operierenden Automobilhersteller und große regionale Produzenten. Doch dieser Markt verändert sich durch die zunehmende Elektrifizierung, Automatisierung, Vernetzung und Multimodalität der Mobilität sowie eine wachsende Softwareintensität und -wertschöpfung im Fahrzeug. Die Integration von Elektronik und Software in den Fahrzeugen und die wachsende Komplexität beeinflussen die Fahrzeugarchitekturen. Die Kunden in der Automobilindustrie kaufen Hardware und Software dabei oft nicht mehr als ein Paket, sondern unabhängig voneinander. Gleichzeitig erwarten sie in der Software die Kombination und Integration von Funktionen, die bisher voneinander getrennt waren. Gegenwärtig konzentrieren sich Fahrzeugarchitekturen auf die Angebote im Auto. Künftig wird es zusätzlich einen stärkeren Fokus auf Hardware und Software außerhalb des Fahrzeugs geben; hierbei wird auch die Cloud eine zentrale Rolle spielen. Dies ermöglicht Softwareaktualisierungen über den gesamten Lebenszyklus und eine Skalierung von Anwendungen in anderen Märkten. Die Folge sind kürzere Markteinführungszeiten, End-to-End-Architekturen sowie hardwareunabhängige Software und Services. Damit entstehen auch neue Geschäftsmodelle. Viele Automobilhersteller suchen bei Betriebssystemen für Fahrzeuge aufgrund der Komplexität Unterstützung bei Softwarelieferanten im Automobilbereich.

Diese Trends machen den Markt für zusätzliche Anbieter attraktiv, auch aus Branchen wie der Konsumelektronik und der Halbleiterindustrie, dem Dienstleistungs- und Internetsektor sowie für Anbieter von Mobilitätsplattformen. Zudem verfolgen die Automobilhersteller den Ausbau ihrer eigenen Wertschöpfung in den Zukunftsthemen Elektronik, Software und Elektromobilität. Weitere wichtige Einflussfaktoren für unser Geschäft sind der deutliche Rückgang des Anteils der Dieselfahrzeuge bei Personenwagen in den wichtigen Märkten Europa und Indien sowie die immer ambitionierteren gesetzlichen Vorgaben für den Verbrennungsmotor, die regional stark unterschiedlich ausgeprägt sind.

Bei Industrial Technology operiert der Geschäftsbereich Drive and Control Technology als Zulieferer von Komponenten und Systemen in den Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation in eher fragmentierten Märkten mit einer Vielzahl von Wettbewerbern und Kunden. Durch Trends wie die Elektrifizierung und durch den vermehrten Einzug digitaler Lösungen sowie durch Marktkonsolidierung -etwa in der Hydraulik -verändert sich auch hier die Wettbewerber- und Kundenlandschaft.

Im Unternehmensbereich Consumer Goods richten sich der Geschäftsbereich Power Tools und die Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte GmbH mit ihren Produktlösungen an den Bedürfnissen der Endanwender und Konsumenten aus. Hierbei stehen die Produktlösungen im Wettbewerb mit globalen wie auch regionalen Anbietern. Mitte 2022 ging die Sonderkonjunktur im Konsumgüterbereich durch die Coronavirus-Pandemie insbesondere in Europa und vor allem im Privatkundenbereich zu Ende. Bereits vor der Coronavirus-Pandemie hatte sich weltweit ein Wandel vom klassischen stationären Handel in Richtung Onlinehandel abgezeichnet. Dieser Trend hat sich durch die Pandemie verstärkt, auch wenn der stationäre Handel derzeit wieder Anteile gewinnt.

Bei Energy and Building Technology wird der Wettbewerb in den Geschäftsbereichen Building Technologies und Thermotechnology durch wenige internationale sowie eine Vielzahl regionaler Anbieter geprägt. Darüber hinaus wachsen die Domänen in der Gebäude- und Energietechnik zusammen. Ein bedeutender Wachstumsmarkt vor allem in Europa sind Wärmepumpen als Ersatz für bisherige fossile Technologien. Diese Entwicklung wird durch staatliche Förderprogramme wie beispielsweise in Deutschland und Italien gestützt. Der Trend wird durch die gestiegenen Preise bei fossilen Brennstoffen als Folge des Kriegs in der Ukraine weiter verstärkt. Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions ist mit seinen Dienstleistungen in einem fragmentierten Markt vertreten, dem sowohl große internationale Wettbewerber als auch kleinere lokale Anbieter angehören.

Bericht zur Unternehmensführung

Die Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH legen die Strategie für das Gesamtunternehmen fest und steuern es. Die Zuständigkeiten ergeben sich aus der Hauptgliederung. Mit dem Geschäftsjahr 2022 wurde, verbunden mit einem Generationswechsel, die Geschäftsführung auf sechs Mitglieder verkleinert. Mit Beginn des Jahres 2023 wurde durch das Eintreten von Tanja Rückert in die Geschäftsführung ihre bisherige Rolle des Chief Digital Officers in der Geschäftsführung verankert; sie hat zudem weitere Aufgaben übernommen. Markus Forschner ist neben seiner Rolle als Finanzchef seit Jahresanfang 2023 auch für den Unternehmensbereich Industrial Technology zuständig; der bisher zuständige Geschäftsführer Rolf Najork ist planmäßig zum Jahresende 2022 aus der Geschäftsführung ausgeschieden.

Der Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH bestellt, überwacht und berät die Geschäftsführung. Bei der Besetzung des Aufsichtsrats unterliegt die Robert Bosch GmbH dem deutschen Mitbestimmungsgesetz. Das Gremium besteht aufgrund der Größe des Unternehmens aus 20 Mitgliedern. Zehn Mitglieder werden durch die stimmberechtigten Gesellschafter benannt; die anderen zehn Mitglieder wählt die Arbeitnehmerseite. Die Robert Bosch Industrietreuhand KG hat als Gesellschafter die durch den Firmengründer Robert Bosch testamentarisch verfügte Aufgabe, für den langfristigen Bestand des Unternehmens und speziell für dessen finanzielle Unabhängigkeit zu sorgen. Letztere soll die jederzeitige unternehmerische Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit sichern.

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland hat der Aufsichtsrat einer Gesellschaft, die der Mitbestimmung unterliegt, für den Frauenanteil in Führungspositionen Zielgrößen festzulegen. Für die Robert Bosch GmbH hat der Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH im Dezember 2021 Zielgrößen für den Frauenanteil von 30,0 % für den Aufsichtsrat und von 16,67 % für die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH (entspricht einem weiblichen Mitglied bezogen auf sechs Geschäftsführungsmitglieder insgesamt) mit einer Frist für die Zielerreichung bis Ende 2025 beschlossen. Zum 31. Dezember 2022 waren sechs Frauen im Aufsichtsrat der Robert Bosch GmbH mit 20 Aufsichtsratsmitgliedern vertreten. Dies entsprach einem Frauenanteil von 30,0 %. In der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH sind seit dem 01. Januar 2023 mit Filiz Albrecht und Tanja Rückert zwei Frauen vertreten, woraus sich bei sechs Geschäftsführungsmitgliedern ein Frauenanteil von 33,3 % ergibt.

Im Dezember 2021 hat die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung Zielgrößen beschlossen, die sich auf die Robert Bosch GmbH in Deutschland beziehen: 10,0 % für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene und 17,0 % für den Anteil in der zweiten Führungsebene. Als Frist für die Erreichung beider Zielgrößen wurde der 31. Dezember 2025 festgelegt. Zum Jahresende 2022 erreichte der Anteil für die erste Führungsebene 9,7 % und derjenige für die zweite Führungsebene 14,6 %.

Zudem legen Tochtergesellschaften in Deutschland, die der gesetzlichen Mitbestimmung unterliegen, eigene Zielgrößen für den Frauenanteil in den jeweiligen Aufsichtsräten, Geschäftsleitungsorganen und in den jeweiligen beiden Ebenen unterhalb des Geschäftsleitungsorgans sowie eine Frist für deren Erreichung fest. Weltweit stieg 2022 der Anteil weiblicher Führungskräfte über alle Führungsebenen im Konzern auf 19,2 % (Vorjahr 18,4 %). Diesen Anteil wollen wir kontinuierlich weiter steigern. Unser Ziel, das wir bis 2030 erreichen wollen, liegt derzeit bei 25 %.

Beschreibung Unternehmensbereiche

Unternehmensbereiche der Bosch-Gruppe (Geschäftsbereiche)

Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods Energy and Building Technology
Powertrain Solutions Drive and Control Technology 1 Power Tools Building Technologies
Chassis Systems Control BSH Hausgeräte GmbH Thermotechnology
Electrical Drives Bosch Global Service Solutions
Cross-Domain Computing Solutions
Automotive Electronics
Automotive Aftermarket
Automotive Steering
Bosch eBike Systems

1 Bosch Rexroth AG (100 % Bosch)

Unternehmensbereich Mobility Solutions

Bosch hat als Automobilzulieferer in der Erstausrüstung ein breites Tätigkeitsspektrum, das organisatorisch durch sechs Geschäftsbereiche abgedeckt wird. Zum Unternehmensbereich Mobility Solutions gehören zudem die Geschäftsbereiche Automotive Aftermarket und Bosch eBike Systems. Hinzu kommen Aktivitäten bei Zweirädern, Nutzfahrzeugen und Off-Road-Fahrzeugen sowie Ingenieur- und Softwaredienstleistungen. Es wird an einer Neuordnung gearbeitet. Sie soll im Jahresverlauf 2023 bekannt gegeben und zum 1. Januar 2024 wirksam werden.

Powertrain Solutions

Der Geschäftsbereich Powertrain Solutions bietet Produkte und Lösungen für die Antriebstechnik von der Benzin- und Dieseldirekteinspritzung bis hin zu elektrifizierten Antrieben mit Batterie- und Brennstoffzellentechnologien für Personenwagen und Nutzfahrzeuge einschließlich Off-Road-Fahrzeugen an. Beim Verbrennungsmotor umfasst das Spektrum Lösungen und Systeme auf Basis von Diesel, Benzin, Gas, Ethanol, Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. Dazu gehören Motorsteuerungen, Module für die Kraftstoffversorgung, Kraftstoffinjektoren und -pumpen, Zündsysteme, Systeme zur Abgasnachbehandlung sowie Sensoren.

Für die Elektromobilität umfasst das Produktportfolio Lösungen für Personenwagen wie auch für Nutzfahrzeuge. Das Angebot betrifft Komponenten und Systeme für Benzin- und Diesel-Hybridfahrzeuge, für reine Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Die Produktpalette reicht von elektrischen Antriebsmaschinen, Leistungselektronik, Batteriesystemen wie der 48-Volt-Batterie und Getriebetechnik bis hin zur kompletten eAchse als kompakter Einheit von Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe. Für Brennstoffzellen bietet Powertrain Solutions sowohl Komponenten -wie elektrische Luftkompressoren, Wasserstoffinjektoren, Tankventile, Steuergeräte und Sensoren - als auch Stacks und komplette Power-Module an. Für Wasserstoffmotoren und -tanksysteme werden Wasserstoffinjektoren, Druckregler und Tankventile angeboten.

Chassis Systems Control

Der Geschäftsbereich Chassis Systems Control entwickelt, produziert und vertreibt Bremssysteme, Insassenschutz und Fahrzeugdynamiksensoren. Zu den Bremssystemen gehören vakuumbasierte (konventionelle) und vakuumfreie Bremskraftverstärker (iBooster und Decoupled Power Brake), Bremsregelsysteme (ABS, ESP ® ), kombinierte Systeme (Integrated Power Brake) und Aktuatoren für Brake-by-Wire. Vakuumfreie Bremskraftverstärker, Integrated Power Brake und By-Wire-Aktuatoren werden auch als "neue Bremssysteme" zusammengefasst, die unter anderem die großen Mobilitätstrends des elektrifizierten und automatisierten Fahrens oder neuer "By-Wire-Architekturen" unterstützen. Der Insassenschutz umfasst Airbag-Steuergeräte und die zugehörige Crash-Sensorik. Die Fahrzeugdynamiksensorik beinhaltet die Sensoren, die fahrzeugbezogene Signale als Input für aktive Sicherheitssysteme liefern. Darüber hinaus bietet der Produktbereich Brake Components (Buderus Guss GmbH, Breidenbach) Bremsscheiben für Personenwagen an.

Electrical Drives

Electrical Drives bietet eine Vielzahl elektromechanischer Komponenten und Systeme an. Das Angebot umfasst ein breites Spektrum an Komponenten und Systemen für das Thermomanagement in Fahrzeugen aller Antriebsarten. Es besteht aus Produkten für Kühl- und Kältemittelkreisläufe inklusive der dazugehörigen Regelungssoftware. Hinzu kommen leistungsstarke Stellmotoren für ABS und ESP ® , Antriebe für eBikes und eScooter sowie auch Anwendungen für die Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Zum Produktportfolio gehören außerdem Wischer-Systeme -inklusive Wischerblättern - sowie ein breites Spektrum von Motoren und Antrieben für Komfortanwendungen wie Fensterheber, Sitzverstellung und Schiebedach.

Cross-Domain Computing Solutions

Mit dem Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions stellt sich Bosch auf die veränderten Anforderungen im stark wachsenden Markt für softwareintensive Elektroniksysteme im Automobilsektor ein. Die Elektrik-/Elektronikarchitektur entwickelt sich hin zu einer domänenübergreifenden und zentralisierten Architektur mit wenigen, aber sehr leistungsstarken Fahrzeugcomputern anstelle vieler einzelner Steuergeräte. Der Geschäftsbereich bündelt seit Januar 2021 die entsprechenden Software- und Elektronikkompetenzen von Bosch und verantwortet Hard- und Software für Fahrzeugcomputer, Sensoren und Steuergeräte für zahlreiche Fahrzeugbereiche wie Fahrerassistenz, automatisiertes Fahren und Parken sowie Infotainment.

Automotive Electronics

Der Geschäftsbereich Automotive Electronics ist einerseits interner Fertigungs- und Entwicklungsdienstleister für elektronische Steuergeräte und Halbleiter (integrierte Schaltkreise und Sensoren), andererseits Hersteller von Halbleiterprodukten und Sensoren für den externen Markt. Das Halbleiter-Produktspektrum für automobile Anwendungen reicht von anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen und Leistungshalbleitern bis zu MEMS-Sensoren (MEMS: mikroelektromechanische Systeme). Im Bereich Konsumelektronik liefert die Bosch Sensortec GmbH, Kusterdingen, MEMS-Sensoren für unterschiedliche Anwendungen.

Automotive Aftermarket

Automotive Aftermarket bietet für Handel und Werkstätten Technik sowie Lösungen rund um den Werkstattprozess, Diagnose- und Werkstatttechnik sowie ein Ersatzteilsortiment für Kraftfahrzeuge -vom Neuteil über instandgesetzte Austauschteile bis hin zu Reparaturlösungen.

Das Produktportfolio besteht aus Erzeugnissen der Bosch-Erstausrüstung sowie aus eigenen und zugekauften Aftermarket-spezifischen Produkten und Dienstleistungen. Der Geschäftsbereich offeriert zudem Prüf- und Werkstatttechnik, Software für Diagnose, Servicetraining sowie technische Informationen und Serviceleistungen wie Werkstatt-Management-Systeme in Verbindung mit regionalen Marktplätzen sowie digitalen Katalogen. Zudem ist er verantwortlich für die Werkstattkonzepte Bosch Car Service und Auto-Crew, zwei unabhängige Werkstattketten.

Automotive Steering

Automotive Steering entwickelt, produziert und vertreibt Lenksysteme einschließlich Lenksäulen für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Im Bereich Personenwagen umfasst das Produktportfolio vor allem elektrische Lenkungen als Schlüsseltechnologie für teil- und hochautomatisiertes Fahren. Bei Nutzfahrzeugen dominieren zunehmend elektrohydraulische gegenüber hydraulischen Lenksystemen. Auch bei Nutzfahrzeugen werden elektrische Lenkungen als Schlüsseltechnologie für teil- und hochautomatisiertes Fahren entwickelt.

Bosch eBike Systems

Das Leistungsangebot von Bosch eBike Systems reicht von kompletten Antriebssystemen für Elektrofahrräder mit Batterien sowie Steuerungseinheiten und digitalen Angeboten über ein ABS bis hin zu Services für den Fahrradfachhandel.

Weitere Aktivitäten

Der Produktbereich Two-Wheeler and Powersports bietet für Zweiräder, Dreiräder und Powersport-Fahrzeuge Assistenzsysteme wie ABS, radarbasierte Assistenzsysteme wie die Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, die Motorradstabilitätskontrolle, Antriebstechnik sowie Anzeigeinstrumente und Vernetzungslösungen an. Die geschäftsbereichsübergreifende Einheit kann dazu auf die Produkte und Ressourcen im Unternehmensbereich Mobility Solutions zugreifen.

Die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH, Abstatt, entwickelt für ein breites Kundenspektrum individuelle Lösungen auf Basis erprobter Großserientechnik wie beispielsweise für Sportwagen und Off-Road-Fahrzeuge, aber auch für Schienenfahrzeuge und andere Anwendungen außerhalb des Automobilsektors. Bei Bosch Engineering sind zudem die Bosch-Aktivitäten im Motorsport angesiedelt.

Von Bosch Engineering gesteuert werden auch die Einheit Commercial Vehicles and OffRoad, die geschäftsbereichsübergreifend die Verantwortung für das Nutzfahrzeug- und Off-Road-Fahrzeug-Geschäft bei Systementwicklung, Produktmanagement und Vertrieb trägt, sowie die ITK Engineering GmbH, Rülzheim. Letztere bietet ergänzend zu den Dienstleistungen von Bosch Engineering unter einer eigenständigen Marke und mit von Bosch getrenntem Entwicklungsbereich kundenspezifische und maßgeschneiderte Dienstleistungen in der System- und Softwareentwicklung an.

Zum Portfolio der Tochtergesellschaft ETAS GmbH gehören Fahrzeug-Basissoftware, Middleware, Entwicklungswerkzeuge, cloud-basierte Services, Cybersecurity-Lösungen sowie End-to-End-Engineering- und Beratungsdienstleistungen zur Realisierung softwaredefinierter Fahrzeuge. Mit ihren Produktlösungen und Dienstleistungen versetzt ETAS Fahrzeughersteller und Zulieferer in die Lage, differenzierende Fahrzeugsoftware zu entwickeln, zu betreiben und abzusichern.

Unternehmensbereich Industrial Technology

Der Unternehmensbereich Industrial Technology umfasst den Geschäftsbereich Drive and Control Technology, Bosch Manufacturing Solutions als hauptsächlich intern ausgerichteten Bereich für Montageanlagen und den Produktbereich Bosch Connected Industry.

Drive and Control Technology

Die Tochtergesellschaft Bosch Rexroth AG, Lohr am Main, sorgt als Spezialist bei Antriebs- und Steuerungstechnologien für effiziente und leistungsstarke Bewegung in Maschinen und Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bündelt weltweite Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten mobile Arbeitsmaschinen, Maschinen- und Anlagenbau sowie Fabrikautomation. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für vollständig vernetzbare Anwendungen. Der Geschäftsbereich bietet seinen Kunden Hydraulik, elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins Internet der Dinge (IoT).

Weitere Aktivitäten

Der Systemanbieter für Automatisierungs- und Montagelösungen Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH, Stuttgart, stellt individuelle und intelligente Montage- und Prüfkonzepte bereit. Dazu gehören Fertigungsprozesse und -technologien sowie digitale und intelligente Lösungen und Services entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Zudem ist der Produktbereich Bosch Connected Industry Teil des Unternehmensbereichs Industrial Technology; er entwickelt für interne und externe Kunden Softwarelösungen mit Blick auf Industrie 4.0.

Unternehmensbereich Consumer Goods

Zum Unternehmensbereich Consumer Goods gehören zwei Geschäftsbereiche.

Power Tools

Die Robert Bosch Power Tools GmbH, Leinfelden-Echterdingen, ist ein Anbieter von Elektrowerkzeugen und Gartengeräten, Elektrowerkzeug-Zubehör und Messtechnik. Der Geschäftsbereich verfügt über ein umfangreiches Produktprogramm, das sich an professionelle Nutzer in Handwerk und Industrie sowie Heimwerker richtet. Zum Zubehörprogramm gehören insbesondere Schleifmittel, Bohrer und Sägeblätter, die global unter der Marke Bosch sowie regional und segmentspezifisch auch unter Marken wie Diablo, sia abrasives und Freud vertrieben werden. Unter der Marke Dremel werden zudem Präzisions-Rotationswerkzeuge für Heimwerker verkauft.

BSH Hausgeräte GmbH

Das Produktportfolio des Hausgeräteherstellers BSH Hausgeräte GmbH, München, reicht von Waschmaschinen und Wäschetrocknern über Kühl- und Gefriergeräte, Backöfen, Kochfelder, Dunstabzugshauben und Spülmaschinen bis hin zu Kleingeräten wie Staubsaugern, Kaffeevollautomaten oder Küchenmaschinen sowie als neuer Produktkategorie eine Spülbeckenlösung unter der Marke Solitaire. Der Hausgerätespezialist nutzt dazu als Globalmarken Bosch, Siemens (in Lizenz), Gaggenau und Neff. Darüber hinaus gibt es lokale Marken wie Balay in Spanien oder Thermador in den USA. Hinzu kommen die Marke Home Connect für das BSH-Ökosystem in der vernetzten Küche sowie verschiedene Servicemarken, darunter BlueMovement und Kitchen Stories.

Unternehmensbereich Energy and Building Technology

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology umfasst neben den Geschäftsbereichen Building Technologies, Thermotechnology und Bosch Global Service Solutions auch die Einheit Robert Bosch Smart Home.

Building Technologies

Der Geschäftsbereich Building Technologies hat zwei Geschäftsfelder: das globale Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationslösungen und das regionale Geschäft der Systemintegration, das in ausgewählten Ländern Lösungen und maßgeschneiderte Dienstleistungen für Gebäudesicherheit, Energieeffizienz und Gebäudeautomation bietet. Der Fokus beider Einheiten liegt auf gewerblich genutzten Gebäuden und Infrastrukturprojekten. Zum Portfolio des Produktgeschäfts gehören Systeme zur Videoüberwachung, Einbruchmelde-, Brandmelde- und Sprachalarmsysteme, Systeme für die Zutrittskontrolle sowie professionelle Audio- und Konferenzsysteme.

Thermotechnology

Der Geschäftsbereich Thermotechnology bietet seinen Kunden ein breites Sortiment für Heizung und Klimatisierung, das zunehmend auf nicht fossilen Energieträgern basiert. Im Produktbereich Well-Being bietet der Geschäftsbereich Produkte wie Luftreiniger an, die zusätzlich zum Wohlbefinden der Bewohner beitragen. Hinzu kommen vernetztes Energiemanagement und Warmwasserbereitung für Wohngebäude sowie das gewerbliche und industrielle Anlagengeschäft für Dampf, Warmwasser, Heizung und Klimatisierung. Zum Portfolio gehören damit Wärmepumpen, Hybridsysteme, Brennwerttechnik, Klimasysteme, Lüftungstechnik, Luftreiniger, Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung und Industriekessel. Der Bereich nutzt internationale und regionale Marken wie beispielsweise Bosch, Buderus, Vulcano und Worcester.

Bosch Global Service Solutions

Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions erbringt technologiebasierte Dienstleistungen vorrangig für Kunden der Automobil-, Finanzdienstleistungs-, Logistik- und Pharmabranche sowie der Kommunikationstechnik, zum Beispiel Notruf- oder Monitoring-Services.

Weitere Aktivitäten

Die Robert Bosch Smart Home GmbH, Stuttgart, bietet vernetzte Lösungen für private Haushalte an. Dazu gehören Anwendungen zur Optimierung des Raumklimas, zur Erhöhung des Komforts und für mehr Sicherheit auf Basis eines Portfolios aus Geräten wie vernetzten Kameras, Thermostaten, Rauchwarnmeldern, Rollladensteuerungen sowie Zugangssystemen.

Ausgewählte, nicht den Unternehmensbereichen zugeordnete Gesellschaften

Die Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions GmbH, Waiblingen, ist auf dem Markt für Medizintechnik mit Sensoren, Software und Services aktiv. Das Produktprogramm umfasst Geräte und Softwarelösungen für eine dezentrale Labordiagnostik und im Bereich der Atemwegsdiagnostik.

Die grow platform GmbH, Ludwigsburg, bietet innerhalb der Bosch-Gruppe eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und den Aufbau von internen Startups und unterstützt mit geschäftlichem Know-how unter anderem in den Bereichen Strategie, Organisation, Controlling, Personal, Infrastruktur, Marketing und Methoden.

Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH, Gerlingen, investieren wir weltweit in Zukunftstechnologien wie Lösungen für das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz oder Computerarchitekturen der Zukunft. Die Gesellschaft stellt dabei Kapital für Start-ups und branchenspezifische Venture-Capital-Fonds in Europa, den USA, Israel und China zur Verfügung. Zudem wird über das "Open Bosch"-Programm die Zusammenarbeit von Bosch mit externen Start-ups unterstützt.

Perspektiven für die Bosch-Gruppe
Grundlegende Ausrichtung und Ziele

Die Anfang 2022 neu formierte Geschäftsführung arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung der Strategie, um die Bosch-Gruppe mit Blick auf die sich verändernden Rahmenbedingungen und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken langfristig erfolgreich aufzustellen. Ausgangspunkt für die Ziele und Strategien ist dabei weiterhin der testamentarische Auftrag, die Zukunft des Unternehmens im Sinne des Unternehmensgründers Robert Bosch zu sichern - also das Unternehmen kraftvoll weiterzuentwickeln und seine finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Dabei haben wir auch künftig den langfristigen Anspruch, mit "Technik fürs Leben" Produkte anzubieten, die Menschen begeistern, ihre Lebensqualität verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen. Diese Produkte sind nicht nur physische Erzeugnisse und Dienstleistungen, sondern auch damit verbundene softwarebasierte Lösungen und Services.

Unser Anspruch ist es, vor diesem Hintergrund die Bosch-Gruppe als ein führendes Technologieunternehmen zu positionieren. Dieser Anspruch soll sich auch in den finanziellen Zielen widerspiegeln. Beim Umsatz streben wir im Durchschnitt bis 2030 ein jährliches Wachstum von 6 bis 8 % bei normalen Inflationsraten von 2 bis 3 % an. Hierbei orientieren wir uns am mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 %. Ein weiteres strategisches Ziel ist ein verstärktes Wachstum in aufstrebenden Märkten wie Indien, ASEAN und Afrika, aber auch in Nordamerika, wo wir unser Marktpotenzial -gemessen am Marktanteil des für uns jeweils erreichbaren Marktes -noch nicht ausgeschöpft haben. Wachstum wollen wir über Innovationen, die Erschließung zusätzlicher Märkte, aber auch durch Unternehmenszukäufe und über Partnerschaften erreichen. In unseren bestehenden Geschäftsfeldern wollen wir insgesamt eine operative EBIT-Rendite von mindestens 7 bis 7,5 % erzielen; durch den Ausbau angrenzender und neuer, margenstarker Geschäftsfelder soll die Rendite perspektivisch gesteigert werden.

Dies erfordert auch ein aktives Portfoliomanagement mit Blick auf Akquisitionen wie auch Desinvestitionen. Grundsätzlich halten wir aber an einer breiten Aufstellung in unterschiedlichen Geschäftsfeldern fest. Zudem setzen wir unser Performance-Programm zur Stärkung der EBITRendite fort, das alle Unternehmensbereiche sowie die Zentral- und Servicebereiche umfasst. Die Geschäftsbereiche haben zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auf Basis von Benchmarks Maßnahmen zu den wichtigsten Kostenkategorien definiert und setzen sie um. Für den Ergebnisbeitrag der Zentral- und Servicebereiche gelten Zielbudgets. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir begonnen, den zentralen Servicebereich Global Business Services auch in der Region Westeuropa neu aufzustellen. Servicefunktionen werden stärker regional gebündelt und Aufgabenprofile an neue Bedarfe angepasst. So können Prozesse schneller standardisiert, die Komplexität nachhaltig reduziert, die Digitalisierung ausgebaut und Synergien kontinuierlich besser genutzt werden.

Vielfältige Chancen

Die vielfältigen strategischen Analysen im Geschäftsjahr 2022 bestätigten erhebliche Wachstumschancen sowohl in den bestehenden Gebieten als auch in angrenzenden und neuen Gebieten. Grundvoraussetzung für einen Einstieg in neue Felder ist, dass die Aktivitäten zu unseren Kompetenzen passen. Diese sind insbesondere Industrialisierung und Fertigung in hoher Stückzahl und Qualität, breites Domänen- und Branchenwissen sowie Technologiekompetenzen auch bei komplexen und intelligenten Systemen, beispielsweise bei elektronischen und elektromechanischen Systemen mit eingebetteter Software. Treiber der zukünftigen Entwicklung sind weiterhin die Trends Vernetzung, Elektrifizierung, Energieeffizienz, Automatisierung und aufstrebende Märkte, die wir auch mit unserem Anspruch "Technik fürs Leben" verbinden.

Die Elektrifizierung ist von besonderer Bedeutung für unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions. Den Trend zur Elektrifizierung und Elektromobilität begünstigen Emissionsvorgaben zur Einhaltung der Klimaschutzziele und zur Verbesserung der Luftqualität in Städten, aber auch der Wunsch der Kunden nach Fahrspaß. Für unseren Unternehmensbereich Industrial Technology ergeben sich Chancen auf Basis neuer Lösungen durch die zunehmende Verbindung von Elektrik und Hydraulik. In der Gebäudetechnik, gerade bei Heizung und Klimatisierung, gewinnt die Nutzung von Wärmepumpen und regenerativen Energien stark an Bedeutung, woraus sich Marktchancen ergeben. Der Umstieg von fossilen auf regenerative Energien wird dabei gerade in Europa durch die 2022 stark gestiegenen Energiepreise sowie durch Förderprogramme forciert.

Die Automatisierung betrifft neben den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology insbesondere den Unternehmensbereich Mobility Solutions mit Blick auf teil- oder hochautomatisiertes Fahren; hier erwarten wir ein kräftiges Marktwachstum. In der Industrietechnik ergeben sich für uns vielfältige Chancen durch die zunehmende Flexibilisierung und Vernetzung der Produktion. Daraus resultieren zusätzliche Möglichkeiten für die Steigerung der Produktqualität und Produktivität sowie für die Ausweitung der Funktionalität und die Energieeinsparung. Zudem sehen wir hier Chancen für Dienstleistungen wie beispielsweise vorausschauende Fernwartung. Auch in den Unternehmensbereichen Consumer Goods sowie Energy and Building Technology ergeben sich durch die Vernetzung und zunehmende Intelligenz von Produkten zusätzliche Wachstumspotenziale aufgrund neuer Dienstleistungen wie beispielsweise Wartung.

Auf Basis unserer Expertise in vielen Produktbereichen und unserer Kompetenzen bei Software und Sensorik sehen wir ein großes Potenzial für die langfristige Weiterentwicklung des Geschäfts von Bosch, abgestimmt auch auf die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse in den verschiedenen Regionen. Zudem setzen wir auf unsere Fähigkeiten in den Bereichen Vernetzung und Künstliche Intelligenz, die wir als grundlegend für die Gestaltung intelligenter, nutzerfreundlicher Produkte, Dienstleistungen und Prozesse ansehen. Insgesamt sehen wir in nachhaltig produzierten Produkten Perspektiven für künftige Markterfolge. In den aufstrebenden Märkten in Asien, Südamerika, Mittelosteuropa sowie Afrika wollen wir die Präsenz in Vertrieb und Produktion weiter ausbauen. In diesen Regionen lebt ein Großteil der Weltbevölkerung. Gefragt sind häufig kostengünstige Produkte, die spezielle lokale Marktanforderungen mit Blick auf Lebensgewohnheiten, Robustheit oder Reparaturfähigkeit erfüllen.

Entsprechend haben wir unser Angebot erweitert beziehungsweise viele Grundlagen dafür gelegt. Beispiele im bestehenden Geschäft sind das eLION-Programm zur Elektronifizierung und Elektrifizierung der Hydraulik im Geschäftsbereich Drive and Control Technology, der starke Ausbau bei elektrischen Wärmepumpen im Geschäftsbereich Thermotechnology oder auch der Ausbau des Errichtergeschäfts in Europa und Nordamerika bei Building Technologies. Exemplarisch für den Ausbau der Aktivitäten in aufstrebenden Märkten steht der Range Cooker von BSH Hausgeräte. Dieser Herd ist mit seiner Vielzahl an Kochfeldern und seinem großen Ofen auf die Bedürfnisse in den aufstrebenden Märkten zugeschnitten. Wachstumsgebiete im Unternehmensbereich Mobility Solutions sind unter anderem Komponenten und Systeme im Bereich Elektromobilität sowie das Angebot bei Fahrerassistenzsystemen. Weitere Wachstumsfelder sind die Bereiche Halbleiter sowie Wasserstoffwirtschaft, sowohl auf dem Gebiet der Brennstoffzelle als auch dem der Elektrolyse. Außerdem befassen wir uns mit Themen in der Fabrikautomation und bei der Klimatisierung, mit zusätzlichen Kundensegmenten im Bereich Elektrowerkzeuge sowie mit dem Ausbau der Aktivitäten in der Medizintechnik.

Bei der Umsetzung unserer Strategie bauen wir weiterhin auf unsere hohe Innovationskraft -unter anderem gemessen an den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen - und auf Qualität, eine breite sektorale und globale Aufstellung sowie auf die Bosch-Kultur. Grundlage bilden die Bosch-Werte: Zukunfts- und Ertragsorientierung, Verantwortung und Nachhaltigkeit, Initiative und Konsequenz, Offenheit und Vertrauen, Fairness, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit, Legalität, Vielfalt.

Strategie und Innovation

Konzernweite Themen
Digitalisierungsstrategie

Wir digitalisieren unsere Produkte im Kerngeschäft konsequent, um vor allem den Kundennutzen zu erhöhen. Mit vernetzten Lösungen wollen wir zusätzliche Serviceumsätze generieren und die Effizienz erhöhen. Unter vernetzten Lösungen verstehen wir dabei unterschiedliche Kombinationen aus Hardware und Software sowie auch Dienstleistungen. Hierfür arbeiten wir an der Weiterentwicklung unserer Digitalisierungsstrategie. Die neu geschaffene Zuständigkeit in der Geschäftsführung für Digitalisierungsthemen unterstreicht die Bedeutung, die wir diesem Thema beimessen. Im Kern geht es uns um fünf Schwerpunkte: Nutzer und Kunden mit kundenzentrierten Lösungen zu begeistern, das Geschäftspotenzial durch Software und Service auszuschöpfen, unsere Wertschöpfung durch digitale Ökosysteme mit Partnern zu erhöhen, Bosch schneller und effizienter zu machen sowie Beschäftigte zu fördern und digitale Talente zu befähigen. Ein Kernelement zur Umsetzung der Strategie ist die Nutzung der Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz bezogen auf vernetzte, interne Prozesse wie Entwicklung, Produktion, Logistik oder Verwaltung sowie beim Ausbau des externen Geschäfts mit digitalen Lösungen. Dazu gilt es weiterhin, das Wissen über die Chancen und Anforderungen des digitalen Geschäfts im Unternehmen zu verbreitern.

Um die Fortschritte transparent zu machen, arbeiten wir an neuen geschäftsspezifischen Messgrößen. Diese können beispielsweise Softwareumsätze, Umsatz mit E-Commerce oder digitalen Services oder auch Kosteneinsparungen durch digitale Lösungen betreffen. Die neuen Messgrößen bauen auf den Kennziffern auf, mit denen wir in den vergangenen Jahren unter anderem den Kompetenzausbau verfolgt haben, zum Beispiel zur Vernetzbarkeit der elektronischen Produktklassen.

Darüber hinaus arbeiten wir an der Aufstellung im Bereich der Digitalisierung. Zum Jahresanfang 2023 haben wir den Bereich Zentrale Informationstechnologie und unsere Einheit Bosch.IO mit insgesamt rund 9 000 Beschäftigten in der neuen internen Einheit Bosch Digital zusammengeführt. Deren Ziel ist es, skalierbare und wettbewerbsfähige IT- und Software-Lösungen für die Bosch-internen Kunden auf Benchmark-Niveau anzubieten. Hier konnten wir bereits seit 2020 durch Lizenzneuverhandlungen, Strukturanpassungen und Effizienzsteigerungen signifikante Einsparungen erzielen. Dazu trägt auch die Erhöhung des Anteils von Aktivitäten an Niedrigkostenstandorten bei, wie der Transfer der Bosch-IoT-Suite nach Sofia, Bulgarien. Das Bosch Center for Artificial Intelligence wurde 2022 organisatorisch in unseren Forschungsbereich eingegliedert. Ein Kernelement der digitalen Transformation im Unternehmen ist die Einführung von SAP S/4 HANA. Die erste Produktivsetzung fand im Juli 2022 in Polen statt. Die weitere Umsetzung wird stufenweise über die nächsten Jahre erfolgen.

Weiterhin arbeiten wir intensiv am Aufbau zusätzlicher Kompetenzen bei Führungs- und Fachkräften im Bereich Digitalisierung. Dazu dienen umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen, gerade auch durch interne Webtraining-Angebote. Mit dem "Bosch-Club" haben wir eine weltweite Plattform für selbstständiges, informelles Lernen von Mitarbeitenden für Mitarbeitende geschaffen und erweitern unsere Zusammenarbeit mit E-University-Anbietern. Genauso wichtig sind attraktive Karrierepfade für Softwarefachleute. Nach der weitgehenden Umsetzung im Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions rollen wir diese Konzepte in weiteren Bereichen aus.

Nachhaltigkeit

Wir verstehen bei Bosch unter Nachhaltigkeit die Balance zwischen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimensionen unserer Geschäftstätigkeit als Teil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Mehr und mehr wirken wir über unseren direkten Einflussbereich hinaus und beziehen auch Lieferketten sowie die Nutzungsphase unserer Produkte ein. Wir haben den Anspruch, ein Vorreiter für den Klimaschutz zu sein. Die entsprechende Strategie umfasst, bezogen auf unsere eigene Wertschöpfung, vier Hebel: die Energieeffizienz steigern, mehr Energie regenerativ selbst erzeugen (New Clean Power), den Bezug von Grünstrom (Bezug von Strom aus regenerativen Energien) erweitern sowie - als letzte Option -unvermeidbare CO 2 -Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgleichen. Bereits seit 2020 wirtschaftet die Bosch-Gruppe auf diese Weise mit ihren weltweit mehr als 400 Standorten CO 2 -neutral (hinsichtlich Scope 1: direkte Emissionen sowie Scope 2: bezogene Energie).

Unser Ziel ist es, den Mix an Maßnahmen kontinuierlich zu optimieren und so das Klima weiter zu entlasten. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir die Qualität der CO 2 -Neutralstellung unter anderem durch den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung an unseren Standorten (New Clean Power) weiter erhöht. Zudem beziehen wir in immer mehr Ländern Grünstrom für unsere Standorte. So haben wir 2022 die Lieferverträge in der Türkei und Brasilien vollständig auf Grünstrom umgestellt, ebenso wie in Thailand und Vietnam, wo wir zuvor lediglich Graustrom (Strom aus fossilen Energien) genutzt hatten.

Zugleich weiten wir den Fokus der Aktivitäten aus und zielen auch auf die Verringerung von Emissionen ab, die außerhalb des direkten Einflussbereichs von Bosch entstehen, etwa bei Zulieferern, in der Logistik oder bei der Produktnutzung -dem sogenannten Scope 3. Diese vor- und nachgelagerten CO 2 -Emissionen wollen wir bis 2030 gegenüber dem absoluten Emissionswert des Basisjahres 2018 um 15 % verringern. Dieses Ziel wurde, wie auch die Zielsetzung zu Scope 1 und 2, von der Science Based Targets initiative (SBTi) für den 1,5-Grad-Pfad bestätigt. Wir waren der erste Automobilzulieferer mit "Targets set"-Status. Mit der Scope-3-Zielsetzung haben wir uns bewusst eine sehr ambitionierte Vorgabe gesetzt, denn die vor- und nachgelagerten Emissionen übertreffen diejenigen aus Scope 1 und 2 um ein Vielfaches. Zudem wurde der Zielwert unabhängig vom Umsatzwachstum festgelegt, so dass sich das Reduktionsziel mit dem künftigen Wachstum des Unternehmens erhöht.

Im Bereich Kreislaufwirtschaft wollen wir darüber hinaus zur Nachhaltigkeit unserer Produkte entlang des gesamten Lebenszyklus beitragen -von der Beschaffung und Fertigung über die Nutzung, Rückgabe und Aufarbeitung bis hin zum Recycling und zur Wiederverwendung. Dabei wollen wir den Materialeinsatz und den CO 2 -Fußabdruck unserer Produkte reduzieren. Ein Ziel ist es, den Kreislauf entweder direkt innerhalb von Bosch oder außerhalb unseres Unternehmens im Rahmen etablierter Recyclingkreisläufen zu schließen. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz recycelter Kunststoffe bei Elektrowerkzeugen oder Haushaltsgeräten.

In Deutschland tritt 2023 das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) in Kraft. Es soll der Verbesserung der internationalen Menschenrechtslage dienen, indem es Anforderungen für das verantwortungsvolle Management von Lieferketten und der eigenen Geschäftstätigkeit festlegt. Bosch hat sich auf die Umsetzung der neuen Regelungen vorbereitet. Im Rahmen eines neuen Managementsystems wurden Prozesse und Verantwortlichkeiten entsprechend angepasst.

Darüber hinaus ist die Arbeitssicherheit für Bosch von hoher Bedeutung. Unfälle zu vermeiden sowie die Sicherheit am Arbeitsplatz sehen wir als Teil unserer Verantwortung. Bis 2025 soll die Zahl der Arbeitsunfälle auf 1,45 pro eine Million Arbeitsstunden sinken.

Robustheit

Die Krisen der vergangenen Jahre haben die Bedeutung robuster Lieferketten unterstrichen. Die Coronavirus-Pandemie stellte uns dabei vor große Herausforderungen. Im Jahr 2022 sind die Coronavirus-Infektionen in vielen Regionen abgeklungen, oder die Krankheitsverläufe waren weniger schwerwiegend. Damit konnten wir auch bei Bosch die Hygienemaßnahmen und Verhaltensregelungen lockern oder aufheben. Die 2020 gebildete Task-Force wurde vor diesem Hintergrund Mitte des Jahres 2022 aufgelöst und die umfassenden Informationstools, die unter anderem für aktuelle Informationen zur Pandemieentwicklung in den unterschiedlichen Ländern und zu den Erkrankten bei Bosch, aber auch zur Kapazitätsauslastung der Werke und zur Absicherung der Kundenversorgung sorgten, wurden zunächst eingestellt, können aber bei Bedarf wieder aktiviert werden. Allerdings war China im zweiten Halbjahr 2022 von stark steigenden Infektionszahlen betroffen. Dies gilt auch für unsere Mitarbeitenden, die teilweise über längere Zeit von zuhause aus arbeiteten oder auch in unseren Fabriken gewohnt haben und dort versorgt wurden. Bis zum Jahresende 2022 haben sich die meisten von der Infektion erholt und sind an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt.

Die Halbleiterengpässe sind weiterhin eine große Herausforderung vor allem im Unternehmensbereich Mobility Solutions, auch wenn sich die Situation 2022 gegenüber 2021 verbessert hat. Wir haben auch hier früh auf die Engpässe reagiert und bereits 2020 mehrere Task-Forces gebildet, die unter anderem Einkauf, Logistik, Qualitätssicherung, Entwicklung und Kundenbetreuung umfassen und sich in besonderem Maße mit der Lage im Unternehmensbereich Mobility Solutions befassen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kunden die Folgen der Engpässe so weit wie möglich zu begrenzen. Wir haben 2022 insbesondere technische Maßnahmen forciert, um zusätzliche Bauteile verfügbar zu machen. Zudem sind wir weiterhin in intensiven Gesprächen mit den Lieferanten, um Kapazitäten zu sichern. In der Fertigung wurden in Reutlingen kurzfristig verfügbare Flächen in Reinraum umgebaut und der Hochlauf unseres 300-Millimeter-Halbleiter-Werks in Dresden beschleunigt. Dennoch werden auch 2023 in Teilbereichen Engpässe erwartet. Die Nachfrage im Automobilsegment steigt deutlich überproportional zum gesamten Halbleitermarkt. Die Halbleiterprodukte für dieses Segment werden aufgrund der Anforderungen in bewährten Technologien gefertigt, in die die Halbleiterhersteller allerdings unterproportional investieren.

Vor erhebliche zusätzliche Herausforderungen hat uns der Krieg in der Ukraine gestellt. Hierzu wurde bereits im Februar 2022 ein Krisenstab gebildet, der die erforderlichen Maßnahmen koordiniert hat. Dabei steht für uns die Unversehrtheit unserer Beschäftigten im Vordergrund. Trotz der schwierigen Umstände konnten die meisten Standorte in der Ukraine das Geschäft im Jahresverlauf wieder aufnehmen. Infolge der Sanktionen ist ein Großteil des Bosch-Geschäfts mit russischen Kunden und in Russland unterbrochen oder zum Stillstand gekommen. Vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden Lage und weiterer Einschränkungen durch Sanktionen, damit einhergehender Lieferengpässe und eines deutlich erschwerten Marktzugangs in Russland fahren wir die geschäftlichen Aktivitäten in Russland bis auf einen Rest zurück.

Zusätzlich mussten wir uns auf die angespannte Versorgungslage bei Gas in Deutschland und weiteren europäischen Ländern einstellen. Auch hierzu haben wir eine Task-Force gebildet. Wir haben umfangreiche Einsparmaßnahmen ergriffen und uns darüber hinaus auf mögliche Engpässe bei der Stromversorgung vorbereitet. Zudem haben wir uns die Aufgabe gestellt, Maßnahmen zum Umgang mit kontrollierter Leistungsreduzierung auch in Abstimmung mit den Netzbetreibern zu definieren.

Vor dem Hintergrund der verschiedenen Krisen in den vergangenen Jahren haben wir darüber hinaus Mitte 2022 die seit 2020 bewährte Krisenmanagement-Organisation "Corporate Crisis Management" durch eine Verankerung im Bosch-Regelwerk weiterentwickelt. Hierbei geht es um die unternehmerische Fürsorgepflicht, die Minimierung krisenbedingter Ergebnis-, Reputations- und Legalitätsrisiken sowie damit verbunden um die Regelung von Verantwortlichkeiten, Entscheidungsbefugnissen und Prozessabläufen in einem Krisenfall. Ziel sind die Sicherung der Krisenreaktionsfähigkeit zum Schutz von Leib und Leben sowie die Minimierung von Geschäftsrisiken durch schnell wirksame Krisenbewältigung mit den Aspekten Führung unter Unsicherheit, Kundenabsicherung und Lieferkette, Wiederanlauffähigkeit, Einhaltung von Sanktionen, Kompetenzbündelung, Vermeidung von Parallelaufwand und Krisenkommunikation. Die neue Richtlinie folgt der Logik des Industriestandards ISO 22361. Unter anderem verfügen wir über ein Stand-by-Leitungsteam, das aus den Leitungen der Bereiche Sicherheit, Umwelt und Gesundheit sowie Informationstechnologie besteht. Für dessen kurzfristige organisatorische wie auch personelle Arbeitsfähigkeit sorgt im Krisenfall ein zur Funktion Unternehmenssicherheit gehörendes Team.

Angesichts der Krisen in den vergangenen Jahren arbeiten wir an Konzepten, wie sich die Robustheit unseres Unternehmens gegenüber regionalen Belastungen weiter stärken lässt. Von besonderer Bedeutung ist die Sicherstellung unserer Lieferfähigkeit, was eine stärkere regionale Diversifizierung der Wertschöpfungskette erfordert, inklusive des Aufbaus zusätzlicher Lieferquellen. Darüber hinaus gilt es, unsere Marktdurchdringung in Ländern zu verbessern, in denen wir weitere Wachstumspotenziale haben. Dies umfasst insbesondere eine Stärkung unserer Aktivitäten in Amerika, vor allem den USA, aber auch in Ländern wie Indien oder Regionen wie ASEAN und Afrika.

Mobility Solutions

Strategische Weiterentwicklung

Ein wesentlicher Schwerpunkt bei der künftigen strategischen Ausrichtung ist die Aufstellung des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. Die Automobilbranche befindet sich seit längerem im Umbruch. Nachdem die weltweite Fahrzeugproduktion 2017 ihren Höchststand mit rund 98 Millionen Einheiten erreicht hatte, ist sie rückläufig. Bereits das Niveau von 2019, also vor der Coronavirus-Pandemie, betrug lediglich 93 Millionen Einheiten. Vorübergehende Fabrikschließungen in der Automobilindustrie aufgrund der Pandemie insbesondere im Jahr 2020 und der Höhepunkt der Halbleiterengpässe im Jahr 2021 führten zu einem weiteren deutlichen Rückgang der Produktionszahlen. Auch das Geschäftsjahr 2022 brachte nur eine partielle Erholung auf ein Produktionsvolumen von rund 85 Millionen Einheiten gegenüber rund 81 Millionen Einheiten im Vorjahr. Auch in den kommenden Jahren erwarten wir nur ein langsames Wachstum der weltweiten Fahrzeugproduktion. Unseren Planungen legen wir zugrunde, dass das Vorkrisenniveau von 2019 erst wieder gegen Ende dieser Dekade erreicht werden wird. Dennoch sehen wir für unser Unternehmen erhebliche Wachstumschancen durch einen steigenden Wertschöpfungsanteil. Allerdings stellen wir uns auf weitere Engpässe bei Halbleitern ein sowie auf weitere sehr schwierige Verhandlungen mit den Kunden über die erforderlichen Preiserhöhungen aufgrund der Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie, Halbleitern sowie zunehmend bei Löhnen und Gehältern.

Gleichzeitig müssen wir grundlegende Antworten auf geopolitische Entwicklungen, die wachsende Regionalisierung, die Digitalisierung und steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit auch im Bereich der Mobilität geben. Weitere wichtige Trends sind batterieelektrische Antriebe und die Brennstoffzelle. Darüber hinaus bieten Wasserstoffmotoren neue Möglichkeiten. Auch die Bedeutung von Software und Daten wird weiterwachsen; dabei zeichnet sich eine zunehmende Trennung von Hardware- und Softwaregeschäft ab. Bei den künftigen Software-Architekturen der Fahrzeuge müssen wir uns auf unterschiedliche Ansätze der Hersteller einstellen und flexibel positionieren. In Zukunft zeichnen sich Fahrzeugplattformen mit zentralisierten Elektrik-/Elektronikarchitekturen in mehreren Bereichen ab. Dabei erwarten wir, dass die Anzahl der Elektronikkomponenten und Halbleiter im Fahrzeug weiter steigen wird, assistiertes Fahren sich immer stärker zum teilautomatisierten bis hin zum autonomen Fahren entwickelt und sich der Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer verändert. Zudem wollen wir Anbieter von Lösungen und Services zum Betrieb von Herstellerplattformen für das softwaredefinierte Fahrzeug werden und bauen dazu die Aktivitäten unserer Tochtergesellschaft ETAS deutlich aus.

Das Ziel sind ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im Unternehmensbereich Mobility Solutions von 6 % von 2022 bis 2029 und eine sukzessive Verbesserung der operativen EBIT-Rendite, trotz weiterhin hoher Vorleistungen. Beim Wachstumsziel legen wir Inflationsraten von 2 bis 3 % zugrunde. Hierbei orientieren wir uns am mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 %. Wir erwarten Wachstumschancen gerade in den Bereichen batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzelle, Fahrdynamik, Fahrerassistenzsystemen, Fahrzeugrechner, Software sowie Halbleiter und Sensoren. Aber auch unsere Aktivitäten bei eBike, bei Two-Wheeler and Powersport, Commercial Vehicles and Off-Road sowie Automotive Aftermarket und Bosch Engineering bieten erhebliche Perspektiven.

Die Erreichung dieser Ziele erfordert auch eine konsequente Ausrichtung des Portfolios auf die Marktveränderungen und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu haben wir 2022 weitere Anpassungen angekündigt beziehungsweise umgesetzt, unter anderem an den Verbrennerstandorten Bari, Italien, und München sowie auch bei Electrical Drives am Standort Bühl. Darüber hinaus wurde das Vakuum- und Hydraulikgeschäft im Bereich Antriebstechnik an die Weifu High-Technology Group Co., Ltd. (Weifu), Wuxi, China, verkauft. Weifu erwirbt alle Anteile an VHIT S.p.A. in Offanengo, Italien, und seiner chinesischen Tochtergesellschaft VHIT Automotive Systems (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi, China. Außerdem wurden der Verkauf der Aktivitäten bei der Sortierung und Aufbereitung von gebrauchten Ersatzteilen zur Wiederverwendung im Geschäftsbereich Automotive Aftermarket und die Veräußerung des Produktbereichs Pumpe im Geschäftsbereich Automotive Steering abgeschlossen.

Mit dem 2022 gestarteten Programm Mobility Company wollen wir den Unternehmensbereich Mobility Solutions auf die veränderten Anforderungen des Markts und im Bereich Technologie ausrichten. Unsere Vision ist es, gemeinsam eine neue Ära der Mobilität zu gestalten -nachhaltig, sicher, begeisternd. Wir haben den Anspruch, die Rolle eines bevorzugten Partners für Fahrzeugsysteme und damit verbundener Hardware und Software zu wahren und ein führender Technologieanbieter für das Mobility-Life-Cycle-Business zu werden. Dabei wollen wir die sich immer kurzfristiger ändernden Bedarfe der Kunden mit maßgeschneiderten Technologien und Lösungen noch schneller aus einer Hand bedienen können. Ziel ist eine Organisation, die bestmögliche Antworten auf die Markt- und Technologieentwicklungen gibt. Derzeit wird die Neuaufstellung des Unternehmensbereichs Mobility Solutions ausgearbeitet. Ein Großteil der Geschäftsbereiche soll horizontalen und vertikalen Domänen zugeordnet werden, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Elektrifizierung, Fahrzeugdynamik, Fahrerassistenzsysteme, Fahrzeugrechner und Software zu stärken. Die Umsetzung soll zum Jahresanfang 2024 erfolgen. Bereits seit Jahresbeginn 2023 wird der Unternehmensbereich als Geschäftssektor Mobility Solutions von einem Sektorvorstand geführt.

Rahmenbedingungen in der Antriebstechnik

Ausgeprägt sind die Veränderungen in der Antriebstechnik durch die sich weiter verschärfenden Emissionsvorschriften. Wir stehen als Unternehmen zu den sehr ambitionierten Pariser Klimazielen. Dabei verfolgen wir weiterhin alle Technologiepfade und bieten unseren Kunden eine breite Angebotspalette. Wir wollen den erforderlichen Strukturwandel möglichst sozialverträglich gestalten und setzen uns bei der Transformation der Antriebstechnik für eine Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialen Interessen ein.

Grundsätzlich begrüßen wir den im Herbst 2022 vorgelegten Regulierungsvorschlag der Europäischen Kommission für die Abgasnorm Euro 7/VII. Der Vorschlag unterstützt die weitere Verbesserung der Luftqualität sowohl durch die Absenkung von Grenzwerten als auch durch die Einführung von Grenzwerten für Ammoniak und Bremspartikel bei Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen. In einzelnen Punkten bleibt er technisch anspruchsvoll. Wir sprechen uns für eine Euro-7/VII-Norm mit Augenmaß aus, die möglichst bald spürbare Effekte für die Luftqualität bringt. Das setzt voraus, dass die erforderliche Technik rechtzeitig umsetzbar ist und nötige Anpassungen bezahlbar sind. Außerdem sollte sich die Regulierung für die Tests im realen Straßenverkehr (RDE) auf repräsentative Fahrbedingungen konzentrieren und diese rechtssicher definieren.

Bei den Grenzwerten für Personenwagen machen die neuen Vorgaben der EU-Kommission zwar den Einsatz weiterer Technik erforderlich, der Aufwand bewegt sich aber in vertretbarem Rahmen, zumindest wenn nicht repräsentative Extremsituationen ausgeschlossen werden. Für Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen ist das Erreichen der neuen Abgasnorm Euro 7/VII technisch anspruchsvoll. Ursache hierfür sind die nochmals verringerten Stickoxid-Grenzwerte (NOx), die vor allem unter erschwerten Fahrbedingungen eine Herausforderung darstellen. Bei Nutzfahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen führt die geplante Regulierung zu wesentlichen Mehrkosten für die Fahrzeuge und damit auch für den Warentransport. So wird der Grenzwert für Lachgas (N2O) erhebliche technische Anpassungen notwendig machen. Zudem kann das Erreichen des anvisierten Grenzwerts für die Zahl der Partikelemissionen je nach Ausgestaltung der Testrahmenbedingungen mindestens einen weiteren Partikelfilter erfordern. An der zusätzlich erforderlichen Technik arbeiten wir.

Wir wollen zur CO 2 -neutralen Mobilität beitragen. Dazu gehören Komponenten und Systeme für das Elektrofahrzeug, betrieben mit regenerativ erzeugtem Strom. Für eine Übergangsphase und für zahlreiche Anwendungsfälle, vor allem im Schwerlast- und Langstreckenverkehr, wird der moderne Verbrennungsmotor weiter eine wichtige Rolle spielen, auch als Hybrid. Ziel ist es, durch einen effizienten Einsatz von Investitionen und Entwicklungsleistungen langfristiger Partner für Systeme und Komponenten zu bleiben und die Chancen im bestehenden Geschäft konsequent zu nutzen. Dennoch werden voraussichtlich die Umsätze im Verbrennergeschäft ab Mitte des Jahrzehnts zurückgehen, und es wird zu regionalen Verschiebungen kommen. Dies erfordert die Fortsetzung der Anpassung der Beschäftigung im Verbrennergeschäft vor allem in Europa. CO 2 -reduzierte oder komplett CO 2 -neutrale Kraftstoffe wie E-Fuels -auf Basis von regenerativer Energie hergestellte synthetische Kraftstoffe -können helfen, dass auch der weltweite Fahrzeugbestand einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leistet. Zudem können alternative Kraftstoffe die Elektromobilität dort ergänzen, wo rein batterieelektrische Antriebslösungen noch vor ökonomischen oder physikalischen Herausforderungen stehen -zum Beispiel im Schwerlastverkehr. Zudem könnten CO 2 -reduzierte/-neutrale Kraftstoffe in den Ländern eingesetzt werden, in denen die Elektromobilität aufgrund fehlender Ladeinfrastruktur noch etwas länger auf sich warten lässt. Darüber hinaus bieten wir Komponenten für Fahrzeuge an, die mit Erdgas oder Bio-Ethanol wie in Brasilien betrieben werden.

Elektromobilität und Brennstoffzelle

Die Marktdynamik im Bereich der Elektromobilität hat sich weiter beschleunigt. Nahezu alle Fahrzeughersteller weisen ambitionierte Verkaufsziele und Flottenanteile für Elektrofahrzeuge im Personenwagensektor aus. Wir erwarten, dass im Jahr 2030 jedes dritte Neufahrzeug elektrifiziert sein wird. Auch im Nutzfahrzeugsegment arbeiten die Hersteller an der Elektrifizierung sowohl bei batterieelektrischen Systemen als auch Brennstoffzellensystemen.

Im Bereich der Elektromobilität verfolgen wir weiterhin die Strategie, uns mit einem breiten Produktportfolio aufzustellen, um eine führende Marktposition auf diesem Zukunftsgebiet einzunehmen. Es umfasst Komponenten wie elektrische Maschinen, eAchsen (als gesamter Antriebsstrang), Leistungselektronik und 48-Volt-Batterien. Dabei besteht eine hohe Übereinstimmung sowohl zwischen rein batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden als auch zwischen Personenwagen und Nutzfahrzeugen. Im Geschäftsjahr 2022 sind wir mit einem neuen E-Antrieb für Kleinlaster gestartet, der gerade im innerstädtischen Verteilverkehr einen Beitrag zur besseren Luftqualität und zur Reduzierung der Geräuschbelastung leisten kann.

Ein wichtiger Markt für Elektromobilität und automatisiertes Fahren ist China. Im Januar 2023 haben unsere Tochtergesellschaft Bosch Automotive Products (Suzhou) Co., Ltd., Suzhou, und das Suzhou Industrial Park Administrative Committee eine Vereinbarung unterschrieben, in deren Rahmen wir unsere Entwicklungs- und Produktionsaktivitäten bei Komponenten im Bereich Elektromobilität und automatisiertes Fahren ausbauen.

Elektrische Maschinen und Inverter sind zudem nicht nur für batterieelektrische Fahrzeuge nutzbar, sondern grundsätzlich auch für Fahrzeuge mit Brennstoffzellen geeignet. Beim Brennstoffzellenantrieb wollen wir ebenfalls ein umfassendes Portfolio anbieten, von einzelnen Komponenten über den Stack bis hin zu kompletten Brennstoffzellensystemen. Der Hochlauf wird dabei auch vom Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur mitbestimmt. Dabei fokussieren wir uns im Automobilsegment bei der Brennstoffzelle mit Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM) zunächst auf den Nutzfahrzeugbereich. Wir haben weitere Meilensteine erreicht. Das Unternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems (Chongqing) Co., Ltd., Chongqing, mit dem Partner Qingling Motors (Group) Co. Ltd., das im Bosch-Konzernabschluss konsolidiert wird, konnte 2022 bereits rund 500 Fahrzeuge mit einem Bosch-System für den Einsatz auf der Straße ausrüsten, bis 2025 sollen es weltweit mehr als 40 000 sein. Der Anlauf mit Nikola Corporation im nordamerikanischen Markt ist für 2023 geplant. Zudem werden Fertigungskapazitäten in Kundennähe an unseren Standorten in Anderson, South Carolina, USA, in Wuxi, China, und in Bamberg aufgebaut. Darüber hinaus haben wir 2022 Tests bei Transportern mit Brennstoffzellen vorgenommen, um unser Systemverständnis zu erweitern. Dabei kann Wasserstoff nicht nur in Brennstoffzellen bei Nutzfahrzeugen eingesetzt werden, sondern auch in Wasserstoffmotoren. Dazu arbeiten wir sowohl an Systemen mit Saugrohr- als auch Direkteinspritzung sowie den erforderlichen Steuergeräten und haben in Indien bereits ein Serienprojekt gewonnen. Unter anderem bietet sich der Wasserstoffmotor bei Bau- und Landmaschinen an, die stationär unter hoher Last betrieben werden.

Mitte 2022 haben wir zudem die Geschäftstätigkeiten zur stationären Energieerzeugung auf Basis von Festkörperbrennstoffzellen (Solid Oxid Fuel Cell, SOFC) aus dem Geschäftsbereich Thermotechnology in den Geschäftsbereich Powertrain Solutions überführt, um hierdurch Synergien zu erreichen. Darüber hinaus befassen wir uns mit dem Markt für die PEM-Elektrolyse und investieren in die Entwicklung entsprechender Komponenten. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten und damit Wasserstoff erzeugt.

Fahrdynamik als Wachstumsgebiet

Die Markttrends in Richtung Elektrifizierung des Antriebsstrangs, zentrale und zonenorientierte Elektrik/Elektronik-Architekturen, software-definierte Fahrzeuge sowie By-Wire-Technologien eröffnen Potenzial für eine neue Fahrzeugbewegungsregelung in allen drei Raumachsen. Die neue Software-Systemlösung Vehicle Motion Management von Bosch integriert bisher unabhängige Regelungsstrategien für Fahrzeugführung, Fahrdynamik und Fahrbetrieb und erschließt das Systempotenzial der Aktuatoren in Bremse, Lenkung, Antriebsstrang und Fahrwerk. Einen spürbaren Mehrwert bietet dabei die Integration von By-Wire-Systemen für Bremse und Lenkung. Im Jahr 2023 geht die Fahrdynamikregelung 2.0 als erster Baustein des Vehicle Motion Managements in Serie. Die Fahrdynamikregelung 2.0 ist die neueste Generation der Fahrdynamik-, Traktions- und Antiblockierregelung von Bosch. Die Funktion antizipiert das zu erwartende Fahrzeugverhalten und greift vorausschauend ein. So entsteht ein Fahrerlebnis mit einem hohen Grad an Sicherheit, Agilität und Komfort.

Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren

Bis 2030 erwarten wir eine Verdopplung der Anzahl von Fahrzeugen, die mit Level-2-beziehungsweise Level-2-"hands-free"-Systemen ausgestattet sind (SAE-Level, Klassifizierung der Society of Automotive Engineers). Wir entwickeln unsere Fahrerassistenzsysteme der Automatisierungsstufen 1 bis 2 konsequent weiter und arbeiten auch an automatisierten Fahrfunktionen, die bei Autobahn- oder Stausituationen signifikant entlasten. Darüber hinaus entwickeln wir das automatisierte Fahren entlang der sogenannten SAE-Level 3 und SAE-Level 4. Im Herbst 2022 konnten wir bekannt geben, dass das "Automated Valet Parking" genannte fahrerlose Parksystem nach SAE-Level 4 von Bosch und Mercedes-Benz zum Einsatz in einem Parkhaus am Stuttgarter Flughafen die Genehmigung für den Serieneinsatz der Behörden in Deutschland erhalten hat. Das vollautomatisierte und fahrerlose Parksystem holt und bringt das Fahrzeug völlig selbstständig. Bosch und der Parkhausbetreiber APCOA haben inzwischen angekündigt, die Technik in 15 weiteren Parkhäusern in Deutschland einzuführen.

Unsere Entwicklungskraft stärken wir mit Partnerschaften und Zukäufen. Anfang 2022 hatten wir eine Entwicklungskooperation mit der Volkswagen-Konzerntochter Cariad bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, automatisiertes Fahren massentauglich und für jedermann verfügbar zu machen. Dabei handelt es sich um Level-2-"hands-free"-Systeme für Stadt, Land und Autobahn sowie um ein System, bei dem das Fahrzeug die komplette Fahraufgabe auf der Autobahn übernimmt (SAE-Level 3). Zudem haben wir den Kartenspezialisten Atlatec GmbH, Karlsruhe, übernommen, einen Hersteller von hochauflösenden 3D-Karten für automatisierte Fahrfunktionen der SAE-Level 3 und SAE-Level 4. Damit erweitern wir unsere Expertise beim hochautomatisierten Fahren über Aktorik, Sensorik und Software hinaus. Mit der Übernahme von Five AI Inc., USA, mit Hauptsitz in Cambridge, Vereinigtes Königreich, wollen wir die Entwicklung von Software für automatisiertes Fahren beschleunigen. Five AI verfügt über ein Team von Experten in den Bereichen Cloud-Services, Absicherung, Robotik und maschinelles Lernen und konzentriert sich vor allem auf eine cloudbasierte Entwicklungs- und Testplattform für die in selbstfahrenden Autos verwendete Software.

Investitionsschwerpunkt Halbleiter

Wir bauen unsere Kapazitäten im Bereich Halbleiter weiter aus, nachdem wir 2021 unser neues Halbleiterwerk in Dresden eröffnet haben, wo wir Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimeter prozessieren. Mehr als 250 Millionen Euro sollen außerdem in den Ausbau der Reinraumfläche in Reutlingen fließen, um ab 2025 die Fertigungskapazität für die Prozessierung der Wafer mit einem Durchmesser von 200 Millimeter zu erweitern. Mit der zusätzlichen Erweiterung des Standorts Reutlingen soll künftig vor allem der wachsende Bedarf an MEMS für den Automobil- und Konsumbereich sowie an Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern bedient werden. Die Serienproduktion der Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter startete im Dezember 2021. Sie kommen in der Leistungselektronik von Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz und helfen, unter anderem die Reichweite zu steigern. Unsere Halbleitersparte hat hierfür in Summe im Jahr 2022 rund 450 Millionen Euro in Fertigungsanlagen und Infrastruktur investiert. Allein im Rahmen des IPCEI-Förderprogramms Mikroelektronik und Kommunikationselektronik plant Bosch, vorbehaltlich der Bewilligung, bis 2026 rund 3 Milliarden Euro in die Entwicklung und Fertigung von Mikroelektronik und darauf aufbauenden Systemen zu investieren.

Wir haben unsere Tochtergesellschaft Bosch Sensortec mit zwei Akquisitionen gestärkt. In Finnland haben wir das Start-up Minima Processor Oy, Espoo, erworben, einen Spezialisten für extrem niedrigen Stromverbrauch bei digitalen Signalverarbeitungstechnologien für Sensoren. Mit der Übernahme der Arioso Systems GmbH, Dresden, erweitert Bosch Sensortec seine Kompetenz im Bereich MEMS-Mikrolautsprecher.

Zudem arbeiten wir an der Erschließung neuer Sensorfelder wie Quantensensoren. Dazu haben wir in einem internen Start-up Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre gebündelt und wollen sie in Produkte überführen, um an dem erwarteten starken Marktwachstum zu partizipieren. Zudem hat Bosch eine Partnerschaft mit dem US-Technologieunternehmen IBM im Bereich Quantencomputing angekündigt. Ein Ziel ist es, durch Materialsimulationen mittels Quantencomputing innerhalb der nächsten zehn Jahre Edelmetalle und Seltene Erden in CO 2 -neutralen Antrieben zu ersetzen -im Elektromotor genauso wie in der Brennstoffzelle.

Wachstum in weiteren Gebieten

Bosch eBike Systems profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach eBikes, wobei auch in diesem Segment die Halbleiterkrise das Wachstum verlangsamt. Treiber des eBike-Markts sind der Wandel der Mobilität in vielen Regionen sowie das veränderte Freizeitverhalten. Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist der europäische Kernmarkt. Aufgrund der hohen Nachfrage planen wir den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für eBike-Antriebseinheiten, die der Geschäftsbereich Electrical Drives für den Geschäftsbereich Bosch eBike Systems fertigt, in der slowakischen Region Presov. Daneben werden sie auch im 130 Kilometer entfernten Miskolc in Ungarn gefertigt. Weitere Wachstumspotenziale bestehen in Nordamerika und in ausgewählten Ländern in der Region Asien-Pazifik, wo wir bereits mit einer eigenen Vertriebsorganisation vertreten sind.

In den USA werden wir 2023 mit dem eBike-ABS auf den Markt kommen. Zudem bauen wir unsere Palette von Antrieben, Batterien und Steuerungseinheiten sowie digitale Angebote für eBiker und Services für den Fahrradfachhandel stetig aus. So lassen sich beispielsweise einige der angebotenen Displays durch das Herunterladen einer App um Navigationsfunktionen erweitern, durch die der Wegverlauf dargestellt wird.

Die Einheit Two-Wheeler and Powersports ist mit Innovationen der Vorjahre wie Motorsteuergeräten und Injektoren, dem Motorrad-ABS für kleine volumenstarke Motorradklassen, der Motorradstabilitätskontrolle oder dem Advanced Rider Assistance System (radarbasierte Funktionslösungen) auf Wachstumskurs. Neue vernetzte Displays bringen zusätzliche Funktionen für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer. Der Vorteil einer freien Programmierung bietet den Herstellern die Möglichkeit, sie ihren spezifischen Anforderungen anzupassen. Außerdem kann eine nur 5 Zoll große Variante auch in engen Einbauräumen verschiedener Fahrzeugsegmente verwendet werden.

Im Bereich Commercial Vehicles and Off-Road, in dem wir an Innovationen für Lastwagen, Busse und Off-Road-Fahrzeuge sowie für die digitalisierte Landwirtschaft arbeiten, erwarten wir für die kommenden Jahre einen erheblichen Wachstumsschub. Im neuen Geschäftsfeld Smart Agriculture, in dem wir mit BASF zusammenarbeiten, wurde in den USA ein erster großer Serienkunde akquiriert. Bei Nevonex (Plattform für digitale Dienste in der Landwirtschaft) hat die Suche nach Investoren zur Hochskalierung nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Daher wird das Wachstumsprojekt nicht weitergeführt.

Im Bereich der Digitalisierung haben Bosch und der US-Cloudanbieter Amazon Web Services (AWS) eine Zusammenarbeit zur Digitalisierung der Logistik vereinbart. Ziel ist es, gemeinsam mit Serviceanbietern aus dem Logistikumfeld die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Transport- und Logistikbranche zu erhöhen. Bosch entwickelt hierfür eine Logistikplattform für digitale Services auf AWS, die sich an Frachtführer und Spediteure richtet. Diese können künftig aus einer Hand unterstützt werden -angefangen bei der Auslastung ihrer Lkw-Flotten über die Überwachung des Warenflusses bis hin zur Auftragsabwicklung. Die Serviceplattform bündelt Mobilitäts-, Software- und Cloud-Kompetenzen. Ohne eigene, ressourcen- und kostenintensive IT-Projekte können Transport- und Logistikunternehmen damit die Möglichkeiten der Digitalisierung deutlich stärker für sich nutzen. Der Marktplatz steht zugleich allen Anbietern digitaler Logistikservices offen. AWS steuert seine umfassenden Cloudangebote sowie seine Expertise bei.

Erste digitale Services sollen sukzessive in Europa, Indien und den USA verfügbar sein; in Indien sind wir mit der L.OS Plattform bereits gestartet.

Industrial Technology
Drive and Control Technology

Im Unternehmensbereich Industrial Technology bauen wir im Geschäftsbereich Drive and Control Technology die Aktivitäten unserer Tochtergesellschaft Bosch Rexroth als Anbieter von Mobil- und Industriehydraulik sowie von Fabrikautomation und vernetzter Fertigung verstärkt weiter aus. Strategische Bausteine sind die Weiterentwicklung bestehender Angebote sowie Innovationen gerade auch bei softwarebasierten Produkten und Services, die Verbreiterung der internationalen Präsenz durch den Ausbau des internationalen Fertigungsnetzes sowie durch Akquisitionen und Partnerschaften. Mit Zukäufen erweitert der Geschäftsbereich darüber hinaus seine technologischen Kompetenzen. Gleichzeitig stärkt Bosch Rexroth seine Wettbewerbsfähigkeit und fokussiert dazu auch das Portfolio.

Im Geschäftsjahr 2022 hat Bosch Rexroth im Off-Highway-Bereich mit der Serienlieferung von Lösungen für die Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen begonnen. Die elektrische eLION-Plattform von Bosch Rexroth bietet Herstellern Gestaltungsfreiheit bei der Elektrifizierung bestehender und neuer Fahrzeugarchitekturen. Sie umfasst Motoren, Inverter, Getriebe, Software und Zubehör sowie abgestimmte Hydraulik. Darüber hinaus hat Bosch Rexroth eine Minderheitsbeteiligung an der BRUSA HyPower AG, Buchs, Schweiz, erworben und will dadurch die Zusammenarbeit im Off-Highway-Segment intensivieren. Die Gleichspannungswandler (DC/DC-Wandler) und On-Board-Ladegeräte von BRUSA HyPower werden künftig das eLION-Produktprogramm ergänzen. Dadurch können mobile Arbeitsmaschinen, die in der Bau- und Landwirtschaft, in der Logistik oder für kommunale Dienstleistungen eingesetzt werden, lokal emissionsfrei und leiser arbeiten.

Zudem haben Bosch Rexroth und die Weifu High-Technology Group, Wuxi, China, ein Unternehmen für Produkte der Mobil- und Industriehydraulik im mittleren Leistungssegment in China gegründet, das vom Gründungszeitraum an in den Bosch-Konzernabschluss einbezogen wird.

Gleichzeitig erweitert Bosch Rexroth im Bereich der Fabrikautomation und der vernetzten Fertigung sukzessive sein Angebot. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung der Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION. Das echtzeitfähige und Linux-basierte Betriebssystem ctrlX OS, das bislang exklusiv auf der Steuerung ctrlX CORE zum Einsatz kam, ist jetzt als separate Lösung für das industrielle Umfeld verfügbar. Es ist auf allen Ebenen, von der Feldebene bis in die Cloud, sowie für unterschiedliche Hardware einsetzbar.

Im unternehmenseigenen Online-Store können Software-Apps von Bosch Rexroth und Drittanbietern für jegliche Automatisierungsaufgaben heruntergeladen werden. Die Partnerwelt umfasst bereits mehr als 60 Teilnehmer. Dabei bietet Bosch Rexroth auch Tools und Modelle für Energie- und Leistungssimulationen, um Anlagen energieoptimal auszulegen. Um die Wettbewerbsfähigkeit in der Fabrikautomation auszubauen, will Bosch Rexroth seine vier Standorte im Automatisierungsgeschäft in Deutschland, Slowenien und China neu ausrichten. Die Produktion von Steuerungen und Motoren soll bis Ende 2025 schrittweise in Lohr am Main und im künftigen Werk in Brnik, Slowenien, gebündelt werden. Der Standort Erbach im Odenwald richtet sich stärker auf die Entwicklung und Fertigung von Prozesssteuerung für das Widerstandsschweißen aus. Zudem soll die Lieferkette mit einem neuen Logistikzentrum in Lohr gestärkt werden. Um den lokalen Bedarf in China zu decken, wird das bestehende Werk im chinesischen Xi'an ebenfalls die Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION produzieren.

Ein bedeutender Schritt zur Stärkung des Hydraulikgeschäfts in Nordamerika ist die Übernahme der HydraForce Inc., Lincolnshire, Illinois, USA, im Februar 2023. Gleichzeitig ermöglicht die Akquisition Wachstum in Asien. HydraForce entwickelt und fertigt in den USA, in Brasilien, im Vereinigten Königreich und in China kompakte Hydraulikventile und Hydrauliklösungen.

Zur Stärkung der Präsenz in Nordamerika und für eine größere Kundennähe will Bosch Rexroth darüber hinaus die Kapazitäten ausbauen. Das zusätzliche Werk in Queretaro, Mexiko, für Produkte und Komponenten für mobile Anwendungen und die Fabrikautomation soll Mitte 2023 eröffnet werden und nach seiner vollständigen Inbetriebnahme 2027 rund 900 Mitarbeitende beschäftigen. Insgesamt sollen rund 160 Millionen Euro in den neuen Standort investiert werden. Am bisherigen Standort Fountain Inn, South Carolina, USA, werden die Entwicklungsaktivitäten für die Elektrifizierung mobiler Maschinen und die damit verbundenen Softwareaktivitäten intensiviert. Zudem wird dort die Produktion von Verstellpumpen für den geschlossenen Kreislauf bei Anwendungen in der Mobilhydraulik ausgebaut. Der Geschäftsbereich plant darüber hinaus, sein Fabrikautomationsgeschäft in Nordamerika zu stärken und dafür die Fertigung von Linearund Montagetechnik innerhalb der Stadt Charlotte, North Carolina, USA, an einen neuen Standort zu verlegen sowie die Produktionsfläche zu erweitern.

Technologisch verstärkt sich Bosch Rexroth in der Fabrikautomation durch die Mehrheitsbeteiligung an der 2019 gegründeten Kassow Robots ApS, Kopenhagen, Dänemark, die vielfältig einsetzbare, kollaborative Leichtbauroboter für die industrielle Fertigung herstellt. Die sogenannten Cobots verfügen über eine hohe Traglast und Reichweite und können auf engstem Raum arbeiten. Der Kauf ist Teil der Strategie mit Blick auf die Fabrik der Zukunft. Zudem hat Bosch den Motion-Control-Spezialisten Elmo Motion Control Ltd., Petach-Tikva, Israel, übernommen. Elmo entwickelt und produziert elektrische High-End-Servoantriebe und Antriebssteuerungen für die industrielle Automation. Das Unternehmen hat rund 330 Beschäftigte. Mit der Akquisition will Bosch Rexroth sein Produktportfolio rund um die Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION ergänzen.

Gleichzeitig fokussiert sich Bosch Rexroth und hat sich 2022 unter anderem von seinem Projektgeschäft im Bereich Bühnentechnik getrennt. Laufende Projekte im Bereich Bühnentechnik werden vertragsgemäß abgeschlossen. Die Situation im Nischenmarkt für Bühnentechnik hat sich nicht zuletzt durch die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie in den vergangenen Jahren weiter verschärft. Zudem erfolgte auch hier ein technologischer Wandel bei den Antriebssystemen von der Hydraulik hin zu bühnenspezifischer Elektrik. Außerdem wurden 2022 der Verkauf des Großprojektgeschäfts in Boxtel, Niederlande, an die niederländische Van Halteren-Gruppe, Bunschoten, und die Übertragung des Standortes Boxtel abgeschlossen. Im Großprojektgeschäft entwickelte und produzierte Bosch Rexroth große Zylinder und setzte Großprojekte unter anderem in den Bereichen Schiffbau, Stahlwasserbau und Bewegungssimulation um.

Weitere Aktivitäten

Nach der Neuaufstellung 2021 ist unser interner Systemanbieter für Automatisierungs- und Montagelösungen, Bosch Manufacturing Solutions, 2022 deutlich gewachsen -sowohl mit Bosch-Werken als auch mit externen Kunden. Dabei nimmt der Umsatzanteil strategischer Zukunftsfelder wie Elektromobilität kontinuierlich zu, so dass der stetige Auftragsrückgang bei Fertigungsausrüstung im Bereich Verbrennungsmotor mehr als ausgeglichen werden kann. Gleichzeitig ist es das Ziel, die Kunden im Bereich des Verbrennungsmotors zu begleiten, auch im Hinblick auf Serviceleistungen und eine hohe Investitionseffizienz.

Der Produktbereich Bosch Connected Industry verantwortet das Geschäft für Softwarelösungen der vernetzten Industrie mit internen und auch externen Kunden. Neben den Produktfeldern Nexeed Automation, das im wesentlichen Entwicklungssoftware für Maschinenbauer sowie verschiedene, maschinennahe Softwarelösungen umfasst, und Bosch Semantic Stack, einer Software zur Strukturierung und Beschreibung von Daten, ist das Nexeed Industrial Application System eine zentrale Produktgruppe. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Entwicklung von Lösungen für digitale Zwillinge im Bosch Semantic Stack weiter vorangetrieben. Um den firmenübergreifenden Austausch von Daten zu ermöglichen, wurden ausgewählte Softwaremodule zum Erstellen digitaler Zwillinge als Open Source veröffentlicht. Der Bosch Semantic Stack wurde bei der "Bosch Connected World"-Veranstaltung 2022 dem externen Markt vorgestellt. Bosch Connected Industry arbeitet eng mit dem Geschäftsbereich Drive and Control Technology sowie dem Produktbereich Bosch Manufacturing Solutions zusammen.

Consumer Goods

Im Unternehmensbereich Consumer Goods setzen wir weiterhin auf unsere starken internationalen und regionalen Marken sowie Produktneuheiten und wollen mittel- und langfristig dadurch weiterwachsen. Die Marktentwicklung ist allerdings seit Mitte 2022 stark vom Ende der Sonderkonjunktur während der Coronavirus-Pandemie geprägt. Außerdem werden sowohl Power Tools als auch BSH Hausgeräte durch das Auslaufen des Russlandgeschäfts belastet. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren im Konsumgüterbereich erhebliche externe Effekte wie steigende Rohmaterialpreise, Fracht- und Energiekosten sowie Wechselkursveränderungen.

Power Tools

Power Tools verfolgt weiterhin die Strategie, in seinen Segmenten mit Produktneuheiten und -weiterentwicklungen sowie neuartigen Services zu wachsen. Dabei ist die "User Experience", also der Fokus auf Nutzerbedürfnisse bei der Produkt- und Serviceentwicklung, ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dies gilt im professionellen Bereich in Industrie, Baubranche und Handwerk wie auch für den Do-it-yourself-Bereich (DIY) in Haus und Garten. Da kabellose Geräte den Nutzern mehr Komfort bieten, baut der Geschäftsbereich das Portfolio bei Akkugeräten immer weiter aus. Zudem arbeitet Power Tools kontinuierlich an der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, einschließlich Verbesserungen auf der Kostenseite.

Allein 2022 wurden im gewerblichen Bereich mehr als 30 Akkugeräte auf den Markt gebracht. Eine ähnliche Anzahl soll 2023 folgen. In Summe sind das rund 100 neue Akkugeräte innerhalb von drei Jahren. Die Geräte dringen in Leistungsklassen vor, die bislang nur kabelgebunden erreicht werden konnten. Ein Beispiel hierfür ist ein neuer Akku-Winkelschleifer, der die Vorteile kleiner und großer Winkelschleifer in sich vereint. Er ist mit einer 180-Millimeter-Trennscheibe mindestens 30 % leichter und 30 % kleiner als ein herkömmlicher großer Winkelschleifer, bietet mit 61 Millimetern aber eine vergleichbare Schnitttiefe.

Im Fokus steht der durch die Öffnung der eigenen Batterietechnologie im Jahr 2020 begonnene Ausbau von Partnerschaften mit Herstellern anderer Marken. Verwender sparen Geld, Platz und Zeit durch Akkus und Ladegeräte, die mit verschiedenen Produkten zahlreicher Hersteller kompatibel sind. Darüber hinaus tragen sie auch zu mehr Nachhaltigkeit bei, denn in Summe benötigen sie weniger Akkus und Ladegeräte. Im Heimwerkersegment umfasst das entsprechende Akku-Portfolio der "Power for All Alliance" bereits rund 100 Geräte von zehn verschiedenen Marken. Allein Bosch hat das Produktsortiment 2022 um mehr als 40 Prozent auf rund 60 Geräte erweitert. Mit dem Ausbau des herstellerübergreifenden Akkusystems schaffen wir eine noch höhere Nutzerfreundlichkeit für ein breites Anwendungsspektrum im gesamten Zuhause: für Heimwerker-, Garten-, Reinigungs- und Haushaltsgeräte sowie für Produkte im Bereich Freizeit und Camping. Mit Innovationen wie unserer Akku-Druckluftpumpe und unserem Akku-Ventilator erschließen wir uns neue Segmente und steigern die Flexibilität unserer Verwender signifikant.

Ende Januar 2023 haben wir bekannt gegeben, dass Bosch insgesamt inzwischen den Erwerb von rund 12 % des Aktienkapitals des schwedischen Unternehmens Husqvarna AB vereinbart hat. Ziel des Aktienerwerbs ist die Stärkung der bestehenden Batteriekooperation zwischen den beiden Unternehmen. Zu Husqvarna gehören auch das Tochterunternehmen Gardena sowie dessen Marke Flymo, die beide ebenfalls Partner in der "Power for All Alliance" von Bosch Power Tools sind. Der Erwerb der Aktien steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung.

Im gewerblichen Bereich hat die gemeinsame Gründung der globalen AmpShare-Allianz mit Fein und Rothenberger unserer professionellen 18-Volt-Akku-Plattform einen Schub verliehen: Mehr als 25 Marken und damit ein noch breiteres Anwendungsspektrum stehen Verwendern aus Handwerk und Industrie damit zur Verfügung, und wir bieten bereits mehr als 200 Akku-Werkzeuge gemeinsam mit unseren Partnern an. Bis Ende 2023 wollen wir als AmpShare-Allianz auf mehr als 300 kompatible Geräte aufstocken. Gemeinsames Ziel der Partner ist es, gewerblichen Verwendern die Nutzung eines einheitlichen Akkus über viele Marken hinweg zu ermöglichen und ihnen dadurch maximale Effizienz zu bieten.

Als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Elektrowerkzeuge verfolgen wir die Ziele, Rohmaterial einzusparen, Ressourcen zu schonen und unsere Produkte so zu gestalten, dass ihre Recyclingfähigkeit bestmöglich ausgeprägt ist. Dazu entwickeln wir Maßnahmen, um zum Beispiel den Einsatz recycelter Materialien für Verpackungen und Elektrowerkzeuge zu erhöhen. Aktuelle Beispiele sind der 2022 neu aufgelegte Akku-Schrauber Ixo sowie ein Akku-Ventilator, dessen Produktgehäuse - also alle von außen sichtbaren Teile des Geräts ohne Akku -zu über 90 Prozent aus recyceltem Kunststoff besteht. Wir treiben außerdem kontinuierlich die Digitalisierung unserer Vertriebs- und Marketingprozesse voran. Ein wichtiger strategischer Schwerpunkt ist dabei der Onlinehandel. So erweitern wir nicht nur unsere strategische Zusammenarbeit mit Multi-Channel- und Onlinehändlern, sondern auch unser digitales Informations- und Interaktionsangebot. Darüber hinaus wird das Portfolio an Profigeräten für aufstrebende Märkte ausgebaut, so dass es sich zukünftig noch besser an den lokalen Bedürfnissen orientiert.

BSH Hausgeräte

Unsere Tochtergesellschaft BSH Hausgeräte will durch konsumentenorientierte Innovationen, ein wettbewerbsfähiges Angebot, den Ausbau des integrierten Produkt- und Dienstleistungsangebots, Lösungen für eine nachhaltige Zukunft und den direkten Zugang zu den Konsumentinnen und Konsumenten wachsen. Nach Rekordumsätzen in der Coronavirus-Pandemie ist allerdings das Marktumfeld der BSH Hausgeräte unter anderem durch Herausforderungen in der Wertschöpfungskette gekennzeichnet; dazu gehören insbesondere Lieferengpässe bei Elektronikbauteilen. Das Unternehmen setzt weiterhin auf einen starken Markenauftritt sowie innovative Produkteinführungen. So wurden in diesem Jahr zum Beispiel weitere Markenstores eröffnet, unter anderem in der Schweiz, sowie eine neue Premium-Backofenreihe und eine Neuheit bei Spülbeckenlösungen, die sogenannte Waterbase, unter der Marke Solitaire präsentiert.

Home Connect vernetzt seit 2014 Hausgeräte verschiedener Marken in einer App und erweitert sie um zahlreiche nützliche Funktionen, wie beispielsweise die Steuerung per Smartwatch oder über Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home. Als offene Plattform wird Home Connect in Zusammenarbeit mit neuen Smart-Home-Kooperationspartnern stetig um Funktionen und Services erweitert und die Interaktion mit anderen Smart-Home-Geräten sowie Diensten ermöglicht -beispielweise im Bereich Energiemanagement. Mit der App können Nutzerinnen und Nutzer ihre Hausgeräte aus der Ferne steuern, Status-Updates erhalten oder nutzungsbasierte Empfehlungen und Tipps bekommen. Aktuell können Home-Connect-fähige Hausgeräte in 64 Ländern, 30 Sprachen und mit knapp 60 Partnern komfortabel und personalisiert genutzt werden.

Die im Herbst 2022 neu in den Markt eingeführte Premium-Backofenreihe verfügt über eine integrierte Kamera und nutzt Künstliche Intelligenz. Die neuen Backöfen sorgen für den gewünschten Bräunungsgrad, und das Backofenprogramm schaltet sich automatisch ab, wenn das Gericht fertig ist. Zusätzlich schickt der Ofen eine Nachricht an das Mobilgerät der Konsumentinnen und Konsumenten. Darüber hinaus erschließt sich BSH Hausgeräte zusätzliche Marktpotenziale durch neue Geschäftsmodelle. Über die Servicemarke BlueMovement vermietet das Unternehmen Waschmaschinen, Trockner, Waschtrockner, Spülmaschinen, Staubsauger, Kühl- und Gefriergeräte, Küchenmaschinen sowie Kaffeevollautomaten. Aktuell ist dieses Geschäftsmodell in den Niederlanden und in Deutschland verfügbar.

Mit der Waterbase hat BSH Hausgeräte eine neue Gerätekategorie kreiert, die unter der neuen Marke Solitaire in Deutschland, Österreich und den Niederlanden eingeführt wurde. Die Waterbase verändert das Küchendesign rund um das Spülbecken durch eine geschlossene Oberfläche. Zudem bietet die Waterbase vielseitige Wasseraufbereitungsmöglichkeiten von kochendem bis heißem Wasser, von sprudelndem bis zu stillem Wasser, gekühlt oder bei Raumtemperatur. Dazu gehört auch ein integrierter Wasserfilter.

Im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit will BSH Hausgeräte weiterhin die Energieeffizienz von Produkten verbessern sowie das gesamte Produktportfolio für einen nachhaltigeren Lebensstil optimieren. Ein Beispiel dafür ist die neue Staubsauger-Generation. Der Motor des Geräts hat eine zehnjährige Garantie, und seine Filter lassen sich für eine längere Nutzung waschen. Das Gerät besteht zu rund einem Drittel aus recyceltem Kunststoff, die Verpackung ganz wesentlich aus recyceltem Papier. Das Verpackungsmaterial im Inneren ist recycelbar und kompostierbar.

BSH Hausgeräte hat darüber hinaus ihre Nachhaltigkeitsziele konkretisiert. Im Fokus stehen dabei die Materialbeschaffung und die Produktnutzung. Außerdem wird angestrebt, dass im Jahr 2030 fast das gesamte Material, das im Unternehmen für die Herstellung von Hausgeräten benötigt wird, wiederverwertbar sein wird. Im Jahr 2030 sollen die Produkte unserer Tochtergesellschaft zudem zur Hälfte aus recyceltem Material bestehen. Ein Beispiel dafür ist der Kräutergarten "SmartGrow Life", der zu etwa 60 % aus recyceltem Kunststoff besteht.

Gleichzeitig stärkt BSH Hausgeräte die internationale Präsenz weiter, speziell auch in Nordamerika. Im Jahr 2022 begannen die Bauarbeiten für eine neue Fabrik in Monterrey, Mexiko, in der ab 2024 Kühlgeräte für den nordamerikanischen Markt gefertigt werden. Auch hierbei setzen wir auf Nachhaltigkeit. Aufgrund einer eigenen Photovoltaikanlage und durch den Bezug von Grünstrom wird die Fertigung der Kühlgeräte CO 2 -frei (Scope 1 und 2) sein. Auch in der Region Asien-Pazifik und Afrika investiert BSH Hausgeräte. So plant das Unternehmen die Kapazitäten seiner Fabrik im indischen Chennai zu erweitern. Beschlossen ist auch eine Fabrik für Herde in Ägypten, um den Zugang zu den Märkten auf dem afrikanischen Kontinent zu verbessern und das dortige Geschäft weiter auszubauen.

Energy and Building Technology
Building Technologies

Der Geschäftsbereich Building Technologies bietet Systeme, Lösungen und Dienstleistungen an, um die Sicherheit von Menschen sowie Gebäuden und Sachwerten zu erhöhen und außerdem zu mehr Komfort und Energieeffizienz beizutragen. Wir bauen dazu das regionale Geschäft der Systemintegration weiter aus und stärken unser weltweit ausgerichtetes Produktgeschäft durch Weiterentwicklungen und Produktneuheiten.

Als Systemintegrator bietet Building Technologies vernetzte und integrierte Gesamtlösungen für Sicherheit, Komfort und Effizienz in kommerziellen Gebäuden an. Der Schwerpunkt liegt in den Märkten Europa sowie Nordamerika; daneben sind wir auch in Singapur tätig. Zum Ausbau sollen auch weitere Akquisitionen beitragen, wie der bereits Ende 2021 erfolgte Erwerb der Protec Fire Security Group Ltd., mit Hauptsitz in Nelson, Vereinigtes Königreich, eines Integrators für Brandmeldetechnik und Sicherheitslösungen im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden, sowie die im Geschäftsjahr 2022 übernommene Hörburger AG, Waltenhofen, mit den Schwerpunkten Gebäudeautomation und Energiemanagement.

Aufgrund sich ändernder Kundenbedürfnisse und vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung entwickeln wir neue vernetzte Services, beispielsweise für den Gebäudebetrieb. Wir beschäftigen uns unter anderem damit, Technologien, Software, Systeme und Sensoren mit Gebäudeprozessen und Nutzerverhalten in digitalen Zwillingen abzubilden. Ziel ist hierbei, die Prozesse in Gebäuden effizienter zu steuern. Mit NEXOSPACE, einer Service-Suite für digitales Gebäudemanagement, wurde ein Angebot auf den Markt gebracht, das sämtliche Servicelösungen auf einer Cloud-Plattform vernetzt und integriert. Eigentümer und Betreiber von kommerziellen Gebäuden können diese somit komfortabler und ganzheitlicher digital steuern. Darüber hinaus zeigt die dadurch mögliche aggregierte Datenanalyse aus allen Systemen der Gebäudetechnik zahlreiche Verbesserungspotenziale auf und unterstützt eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie reibungslosere Betriebsabläufe.

Im Produktgeschäft wachsen vor allem die Märkte für Video-, Einbruchmelde- und Brandmeldesysteme. In diesen spielen Software, Vernetzung, Künstliche Intelligenz, intuitive Bedienung sowie cloudbasierte Services -zusätzlich zur Hardware -eine immer stärkere Rolle. Unsere Vision sind Sicherheitssysteme, die helfen, Schäden durch voraussagende Warnungen zu vermeiden. Wir arbeiten hier an einer Vielzahl neuer Produkte und Geschäftsmodelle, um uns auf diesem Zukunftsmarkt zu etablieren.

Zu den aktuellen Lösungen gehört eine neue Kamera, die mit einem 9-Millimenter-Objektiv und intelligenter Videoanalyse ausgestattet ist und speziell für den Perimeterschutz (Schutz eines Objekts durch Maßnahmen in dessen Umfeld) im Nahbereich entwickelt wurde. Sie liefert innerhalb von 30 Sekunden einen vollständigen 360-Grad-Rundumblick und wird beispielsweise zur Überwachung der Zaunlinie von Energie- oder Versorgungseinrichtungen, Rechenzentren oder anderen Hochsicherheitsstandorten eingesetzt. Eine Innovation ist zudem eine Kamerafamilie mit integrierter, auf Deep Learning basierender Videoanalyse. Diese unterstützt die präzise Erkennung unbefugter Personen sowie die genaue Personenzählung in belebten Bereichen, insbesondere in und um Gebäude. Betreiber nutzen Echtzeitdaten, um zu verstehen, was an einem bestimmten Standort passiert. So lassen sich beispielsweise Personenströme beim Betreten und Verlassen von Gebäuden oder Versammlungsbereichen sicher und effizient steuern.

Eine weitere Neuheit aus dem Bereich Kommunikationssysteme ist ein akkubetriebener, tragbarer, wetterfester Lautsprecher mit professionellem Sound, der sich für viele Anwendungen eignet -für Musikdarbietungen, Diskotheken, Fitnesstraining, egal ob Profi- oder Freizeitanwendung.

Thermotechnology

Für das Erreichen der Klimaziele spielt der Gebäudesektor eine entscheidende Rolle. Der Geschäftsbereich Thermotechnology richtet sich daran mit seinem neu formulierten Anspruch "Make. Home. Comfort. Green." aus. Ziel ist es, nachhaltige Lösungen für Heizung, Kühlung und Wohlbefinden zu schaffen, zu denen auch eine noch stärkere Vernetzung beitragen soll. Elektrifizierung und regenerative Energien gewinnen erheblich an Bedeutung. Zwei Technologien mit Nachhaltigkeitspotenzial sind Wärmepumpen und Hybrid-Heizsysteme, bestehend aus einer Wärmepumpe und einem Brennwertgerät. Während die Wärmepumpe Anwendung im Neubau und in gedämmten Bestandsgebäuden findet, bietet das Hybrid-Heizsystem Alternativen für die energetische Modernisierung in wenig gedämmten Bestandsgebäuden. Der Strom für Wärmepumpen wird dabei immer öfter aus nachhaltigen Quellen gewonnen. Darüber hinaus können die Geräte nicht nur heizen, sondern im Sommer auch kühlen.

In die Elektrifizierung haben wir in den vergangenen vier Jahren bereits rund 400 Millionen Euro investiert. Darüber hinaus unterstützen wir durch Schulungen die Fachkunden beim Ausbau dieses Geschäftsfelds. Im europäischen Markt für Heizungswärmepumpen, der den Großteil des Weltmarkts ausmacht, sind wir in Nord-, Mittel- und Südeuropa vertreten. In Nordeuropa, einem bereits sehr reifen Wärmepumpenmarkt, verfügen wir über einen Entwicklungsstandort und ein Fertigungswerk in Tranäs, Schweden. In Mitteleuropa steht bei den von uns angebotenen Lösungen der Systemgedanke im Vordergrund. In Systemkombinationen von Wärmepumpen, Lüftungsgeräten und Photovoltaik optimieren wir mithilfe unseres Energiemanagers die Effizienz und die Eigenstromnutzung. Mit dem Fertigungsanlauf von Wärmepumpen-Inneneinheiten im Januar 2023 am Standort Eibelshausen, an dem bislang Warmwasserspeicher produziert werden, erweitern wir unser bestehendes Produktionsnetzwerk von Wärmepumpen in Tranäs und Aveiro, Portugal. Außerdem wurde 2022 eine neue Wärmepumpengeneration mit dem Kältemittel Propan vorgestellt. Für den Süden Europas sind kostengünstige Produkte von großer Bedeutung. Dazu will der Geschäftsbereich 2023 eine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe auf den Markt bringen.

Wir bieten zunehmend Hybridlösungen an, die Wärmepumpen und Gas-Brennwertgeräte vereinen. Bereits hierdurch lassen sich umfangreiche CO 2 -Einsparungen erzielen; sie setzen mehr als 65 % erneuerbare Energien ein und entsprechen damit bereits den für die Zukunft geplanten Vorgaben in Deutschland. Wenn das Gebäude mittelfristig energetisch saniert ist, kann die bereits vorhandene Wärmepumpe es auch komplett klimaneutral versorgen. Perspektivisch kann das Erdgas für Hybridgeräte durch grünen Wasserstoff ergänzt werden.

Zudem wächst in Europa die Nachfrage nach Klimageräten. Dies gilt vor allem für den Einsatz in Wohngebäuden. In allen europäischen Märkten bietet Thermotechnology ein Portfolio unterschiedlicher Klimageräte für alle Arten von Wohneinheiten sowie für den gewerblichen Bereich an. Auch in Nordamerika wird das Geschäft konsequent ausgebaut, mit Fokus auf Wohngebäude. Zusätzlichen Komfort im eigenen Zuhause bieten auch die 2022 am Markt eingeführten Luftreiniger, die beispielsweise bei Verunreinigungen durch Pollen, Schimmelsporen, Hausstaubmilben oder Haustierschuppen helfen, und Infrarot-Heizsysteme, die nach dem Prinzip der Strahlungswärme arbeiten.

Darüber hinaus verfolgen wir auch im Geschäftsbereich Thermotechnology eine konsequente Digitalisierungsstrategie. Bis Ende 2022 haben wir rund 950.000 vernetzbare Geräte verkauft. Beispielsweise ermöglicht es der Energiemanager von Bosch, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen im Haushalt zu vernetzen. Er steuert die Wärmepumpe entsprechend dem verfügbaren Photovoltaikstrom und erhöht so die Eigenstromnutzung bei Heizen, Kühlen und Warmwasserbereitung.

Aber auch in anderen Bereichen der Digitalisierung setzt Thermotechnology Akzente. Beispielsweise hat Thermotechnology 2022 begonnen, die Zahl der eShops international zu erhöhen und die bestehenden Shops kontinuierlich im Sinne der Kunden zu verbessern. Bis 2025 sollen zusätzlich 20 neue eShops und damit insgesamt mehr als 30 Shops international für die Kunden zur Verfügung stehen. Zudem ist Anfang 2022 das "NExTT Frontier"-Projekt in die Umsetzungsphase gegangen. In seinem Mittelpunkt stehen die Produktbereiche und die Organisation der Lieferkette, die mit einem klaren Fokus auf Kundenorientierung und auf cross-funktionale Zusammenarbeit neu aufgestellt werden. In einem nächsten Schritt soll die Aufstellung der Vertriebsregionen angepasst werden.

Bosch Global Service Solutions

Im Fokus des Geschäftsbereichs Bosch Global Service Solutions stehen Services für Kunden in den Bereichen Mobilität, IoT und Monitoring sowie Dienstleistungen im Bereich der Endkundenkontakte. Der Notrufservice eCall für Fahrzeuge wurde im Jahr 2022 dabei bereits zehn Jahre alt. Einen strategischen Schwerpunkt stellt der Ausbau der Monitoring Services dar. In diesem Feld schloss Bosch Global Service Solutions im April 2022 die Übernahme der Elpro Group AG, Buchs, Schweiz, ab und stieg damit in den Bereich des Monitorings für pharmazeutische Erzeugnisse ein. Das Schweizer Unternehmen mit rund 220 Mitarbeitenden entwickelt Monitoring-Lösungen für die Pharma-, Biotech-, Life-Science- und Gesundheitsindustrie. Dazu zählt die lückenlose Überwachung der Kühlkette von Arzneimitteln. Darüber hinaus vereinbarte die Buchungsplattform für Lastwagen-Stellplätze Bosch Secure Truck Parking eine Kooperation mit der Buchungsplattform TRAVIS Road Services, Tilburg, Niederlande. Darin bündeln die beiden Partner ihre Parkplatz-Kontingente und stellen für Speditionen in Europa nun gemeinsam das größte Angebot an buchbaren Lkw-Stellplätzen zur Verfügung. Seit Anfang 2023 können Nutzer von Bosch Secure Truck Parking und TRAVIS Road Services an rund 400 Standorten in 14 europäischen Ländern auf insgesamt rund 15.000 Parkplätze zugreifen.

Weitere Aktivitäten

Die Vision unserer Tochtergesellschaft Bosch Smart Home GmbH, Stuttgart, ist es, den Nutzern das Leben in ihrem Zuhause mit Lösungen für mehr Komfort und Sicherheit zu erleichtern. Dazu weitet sie ihr Portfolio aus Eigen- und Partnerprodukten sukzessive aus, deren Vernetzung zudem zu Mehrwertfunktionen führt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde das Portfolio wesentlich überarbeitet mit einer neuen Indoor-Kamera, neuen Thermostaten, Rauchwarnmeldern, Rollladensteuerungen, Tür-Fenster-Kontakten und dem Smart Home Controller. Die Neuerungen betreffen Design, nachhaltige Verpackungen, neue Funktionen wie Personenerkennung in der Kamera und Verschmutzungskompensation in den Rauchwarnmeldern sowie das Serviceangebot beim Video-Speicherplatz.

Das Geschäft der Security and Safety Things GmbH, München, wird auf die Nutzung innerhalb von Bosch fokussiert und soll im Laufe des Jahres 2023 integriert werden. Die bestehende Plattform für externe Nutzer kann aber noch mehrere Jahre weiter genutzt werden. Grund dafür ist einerseits die langsamere Entkopplung von Hardware und Software in der Sicherheitsbranche und andererseits die Identifikation weiterer Nutzungsmöglichkeiten innerhalb der Bosch-Gruppe. Die damit verbundene Industrieallianz Open Security and Safety Alliance wird über ihre weitere Strategie im Laufe des Jahres 2023 entscheiden.

Ausgewählte, nicht den Unternehmensbereichen zugeordnete Gesellschaften

Unsere Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions GmbH, Waiblingen, bietet vernetzte Produkte und Dienstleistungen an und baut ihr Angebot in der Medizintechnik kontinuierlich aus. Das Analysegerät für patientennahe PCR-Schnelltests bietet neben verschiedenen SARS-CoV-2-Tests inzwischen weitere Tests zur Feststellung anderer Infektionen. Dazu gehört ein Test auf Infektionen mit multiresistenten Krankenhauskeimen. Zudem bietet unsere Tochtergesellschaft ein Portfolio an hochpräzisen Messgeräten zur Bestimmung eines Biomarkers in der Ausatemluft an, der bei Diagnose und Therapiemonitoring von Asthma, einer der häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen, zum Einsatz kommt. Mit den Messgeräten werden Ärzte und Patienten beim Management der Erkrankung unterstützt. Außerdem werden über eine Vernetzungslösung die Geräte im Feld verwaltet und die Software "over the air" auf dem aktuellen Stand gehalten. Darüber hinaus steht der neu entwickelte Monitor für die nichtinvasive Bestimmung des Hämoglobinwerts am Ort der Untersuchung kurz vor der Markteinführung. Entwickelt wurde er von der Tochtergesellschaft Bosch Global Software Technologies Private Limited, Bengaluru, Indien. Parallel wurde von der indischen Tochtergesellschaft an weiteren vernetzten Produkten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern gearbeitet sowie Softwareentwicklungsdienstleistungen im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung angeboten.

Seit 2013 bietet die grow platform GmbH, Ludwigsburg, innerhalb von Bosch eine Plattform für die Entwicklung und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und ist Teil eines globalen Bosch-internen Innovationsnetzwerks. In diesem werden neue Geschäftsmodelle evaluiert und in Startup-Teams erschlossen. Dazu gehört auch, andere Entwicklungsmöglichkeiten für die Start-ups, zum Beispiel durch die Einbindung externer Investoren oder die Weiterführung in einer neuen, eigenen Einheit, zu finden, wenn sich die strategische Übereinstimmung mit den Bosch-Geschäftsbereichen als nicht ausreichend erweist. Aktuelle Neuheiten sind eine Handelsplattform für Leiterplatten und digitale Zwillinge für das Management industrieller Anlagen.

Mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH, Gerlingen, investieren wir weltweit in externe Technologie-Start-ups und eröffnen uns damit einen frühzeitigen Zugang auch zu möglicherweise disruptiven Innovationen. Die Gesellschaft investiert schwerpunktmäßig in Projekte zu Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und Mobilitätslösungen sowie Computertechnologien der Zukunft. Im Berichtsjahr 2022 investierte Robert Bosch Venture Capital unter anderem in Startups im Bereich der Batterietechnologie, neuester Halbleiterentwicklungen (Galliumnitrid-Halbleiter, optoelektronische Datenverarbeitung), elektrifizierter Nutzfahrzeuge und des KI-basierten Logistikmanagements.

Wirtschaftsbericht

Im Geschäftsjahr 2022 hatte die Bosch-Gruppe erhebliche zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Zur noch nicht überwundenen Coronavirus-Pandemie und zu den Lieferengpässen bei Halbleitern kamen hohe Belastungen infolge des Kriegs in der Ukraine hinzu. So waren stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie der Auslauf des Russlandgeschäfts zu verkraften. Darüber hinaus wurde das Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung durch die Maßnahmen der Notenbanken zur Inflationsbekämpfung gebremst. Auch die weltweite Automobilproduktion blieb hinter den Prognosen zurück. Doch trotz der schwierigen Umfeldbedingungen konnte die Bosch-Gruppe die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis übertreffen. Sie steigerte den Umsatz um 12,0 % auf 88,2 Milliarden Euro, wozu neben Volumen- und Wechselkurseffekten auch die Weitergabe von Preissteigerungen beitrug. Alle Unternehmensbereiche bis auf Consumer Goods erzielten zweistellige prozentuale Umsatzzuwächse. Consumer Goods bekam das Ende der Sonderkonjunktur bei Produkten rund um das Zuhause in der Hochphase der Coronavirus-Pandemie zu spüren.

Vor dem Hintergrund dieser erheblichen zusätzlichen Belastungen werten wir den Anstieg der operativen EBIT-Rendite der Bosch-Gruppe auf 4,3 % vom Umsatz gegenüber dem Vorjahresniveau von 4,0 % als erfreulich. Damit haben wir unsere Ergebniserwartungen leicht übertroffen. Das operative EBIT stieg auf 3,8 Milliarden Euro gegenüber 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Verbesserung spiegelt auch die weiteren Anstrengungen im Rahmen des Performance-Programms wider. Gleichzeitig erbrachten wir hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, um unsere Zukunftsthemen voranzutreiben. Alle Unternehmensbereiche weisen ein positives operatives EBIT aus. Besonders günstig entwickelte sich die EBIT-Rendite erneut bei Industrial Technology. Zudem konnte der Bereich Mobility Solutions seine operative EBIT-Rendite deutlich stärker als prognostiziert verbessern sowie Energy and Building Technology die Prognose übertreffen. Die operative EBIT-Rendite bei Consumer Goods lag vor dem Hintergrund des starken Rückgangs der Nachfrage und aufgrund von Belastungen durch das auslaufende Russlandgeschäft unter Vorjahr und Prognose.

Entwicklung des Umsatzes und des EBIT
Bosch-Gruppe 2018 - 2022

Umsatz in Millionen Euro

EBIT in Millionen Euro

Kernsteuerungsgrößen

Für ein nicht börsennotiertes Unternehmen wie die Bosch-Gruppe sind Ertragskraft und Kapitaleffizienz entscheidend für die Finanzierung des zukünftigen Wachstums. Entsprechend sind die Kernsteuerungsgrößen die EBIT-Rendite (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern in Prozent vom Umsatz; entspricht grundsätzlich der operativen EBIT-Rendite der Berichterstattung im Konzernlagebericht), die interne Steuerungsgröße Net Working Capital (NWC) in Prozent vom Umsatz und das Umsatzwachstum.

Beim operativen EBIT bleiben im Vergleich zum EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung Ergebnisbelastungen durch die erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte als Folge der vollständigen Übernahme dieser früheren Gemeinschaftsunternehmen im Jahr 2015 außer Betracht. Das NWC errechnet sich aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten, jeweils vor Wertberichtigungen, und aktivierten abgegrenzten Gegenleistungen an Kunden abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsverbindlichkeiten. Aus den monatlichen Standwerten wird ein Durchschnittswert ermittelt. Das NWC wird in Prozent des Umsatzes gemessen. Ziel bei der NWC-Steuerung ist es, das kurzfristig gebundene Kapital möglichst gering zu halten.

Wesentliche Steuerungsbasis ist das interne Berichtswesen, das sich an den International Financial Reporting Standards (IFRS) ausrichtet. Ein monatlicher Geschäftsbericht, der einen zeitnahen Überblick über die Kennzahlen der Geschäftseinheiten gibt, ist das zentrale Berichtsmedium. Er bietet einen Vorjahresvergleich sowie für ausgewählte Kenngrößen einen Plan-Ist-Vergleich. Grundlage dafür ist der Wirtschaftsplan, der in eine längerfristige strategische Unternehmensplanung eingebettet ist. Die angewandte Planungsmethode ist stark ziel- und maßnahmenorientiert. Der Fokus liegt darauf, Maßnahmen zur Zielerreichung zu erarbeiten und umzusetzen.

Anhand wettbewerberorientierter Benchmark-Werte werden Ziele für die genannten Steuerungsgrößen ermittelt. Sie sind die Basis für den sogenannten Bosch Performance Bonus, den kurzfristigen variablen Vergütungsanteil für Fach- und Führungskräfte -von der Gruppenleitungsebene bis zur Geschäftsführung. Maßstab für den Bonus sind auch 2022 wie in den Vorjahren die EBIT-Rendite (zu 75 %), das organische Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr (zu 15 %) und das durchschnittliche NWC in Prozent vom Umsatz (zu 10 %). Bei einigen Geschäftsbereichen und Steuerungsgrößen waren die für 2022 relevanten Benchmark-Werte noch stark durch die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt und dadurch nicht als Vergleichsgröße geeignet. Hier wird temporär die eigene Planung als Maßstab für die Ermittlung des variablen Vergütungsanteils herangezogen. Ergänzt wird der Bosch-Performance-Bonus durch den sogenannten VALUE -eine variable Abschlussvergütung für den langfristigen Unternehmenserfolg auf Ebene der Direktoren und der Geschäftsführung -der sich aus dem durchschnittlichen Bosch Performance Bonus-Faktor der jeweils letzten drei Jahre ergibt.

Rahmenbedingungen

Der Krieg in der Ukraine, hohe Rohmaterial- und Energiepreise, die Inflation und steigende Zinsen bremsten 2022 die Konjunktur weltweit. Zudem belastete die zwar verbesserte, aber weiterhin herausfordernde Situation bei den Halbleitern. Darüber hinaus hat die Coronavirus-Pandemie 2022 erneut die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich beeinflusst, auch wenn die Beschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens vielerorts deutlich geringer waren als in den beiden Vorjahren. Insgesamt blieb das Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung mit knapp 3 % hinter dem prognostizierten Zuwachs von 4 % bis 41⁄2 % zurück. Allerdings hatten wir bereits bei unserer Prognose im Vorjahr auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Folgen des Kriegs in der Ukraine, des weiteren Pandemiegeschehens, der Lieferengpässe, der hohen Inflationsraten -global 2022 rund 7,5 % - und einer strikteren Geldpolitik wichtiger Notenbanken hingewiesen. Datenquellen für die Wirtschaftsleistung sind die Feri AG und der Internationale Währungsfonds.

Auch die Wirtschaftsleistung in Amerika entwickelte sich mit einem Zuwachs von 2,4 % langsamer als unsere Prognose von rund 4 %. Ein wesentlicher Grund war die geringere Konsumneigung aufgrund der hohen Inflation von rund 8 %. Ebenfalls hinter unseren Erwartungen blieb die Wirtschaft in Asien-Pazifik zurück, die um lediglich 3,4 % expandierte, statt der prognostizierten 41⁄2 %. Ein wesentlicher Faktor war die sehr schwache Entwicklung in China; dort blieb das Wachstum der Wirtschaftsleistung aufgrund der lange Zeit strikten Corona-Politik und der gegen Jahresende 2022 sehr hohen Infektionszahlen mit 3,0 % weit hinter unseren Erwartungen von 43⁄4 % zurück.

In Europa war das Wirtschaftswachstum mit 2,8 % ebenfalls deutlich geringer als ursprünglich von uns mit 4 % prognostiziert, da sich die Rohstoff- und Energiepreissteigerungen infolge des Kriegs in der Ukraine in besonderem Maße auswirkten. Dabei ist die Wirtschaft in Russland um etwa 2,1 % geschrumpft. In der Europäischen Union legte die Wirtschaftsleistung um 3,6 % gegenüber unserer Prognose von 4 % zu, in Deutschland um 1,8 % gegenüber dem prognostizierten Zuwachs von 31⁄2 %.

Die weltweite Automobilproduktion (inklusive schwerer Nutzfahrzeuge) stieg im Jahresverlauf deutlich an. Dennoch haben die Produktionszahlen im Gesamtjahr 2022 mit 85 Millionen Einheiten die Erwartungen von 88 Millionen Einheiten verfehlt. Die Entwicklung unterscheidet sich zudem regional. Während die Produktion in Indien und den ASEAN-Ländern zweistellig zulegte sowie in Nordamerika um mehr als 9 %, verzeichnete die Produktion in China mit 2,8 % nur ein schwaches Wachstum. In der Europäischen Union (EU-27) einschließlich des Vereinigten Königreichs stiegen die Produktionszahlen um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Produktionszahlen in Russland sanken um rund 59 % gegenüber dem Vorjahreswert. Als Datenquelle für die weltweite Automobilproduktion ziehen wir bei unserem internen Prozess zur Mobility Prognosis (MP) externe Prognosen von IHS Markit Ltd., London, und interne Bosch-Marktexpertisen aus den Regionen und der Zentrale heran.

Bei Personenwagen setzten sich die Veränderungen in der Antriebstechnik fort. Der Anteil reiner Elektrofahrzeuge bei Personenwagen erhöhte sich 2022 weltweit um rund 12 % gegenüber rund 7 % im Vorjahr, derjenige von Hybridfahrzeugen auf rund 13 % gegenüber rund 11 %. Die leichten Anpassungen bei den genannten Zahlen für 2021 gehen auf eine nachträgliche Revision nach Vorlage der endgültigen Marktzahlen zurück.

Der Anstieg bei reinen Elektrofahrzeugen resultiert erneut insbesondere aus einer Zunahme in China und Europa. Größter Markt bezogen auf die absolute Stückzahl für reine Elektrofahrzeuge und auch für Hybridfahrzeuge ist China, gefolgt von Europa. Der Anteil der Dieselfahrzeuge bei Personenwagen sank in der Europäischen Union (EU-27) einschließlich des Vereinigten Königreichs auf rund 19 % gegenüber rund 23 % im Vorjahr; in Indien stieg er leicht auf rund 19 % gegenüber rund 18 % im Vorjahr.

Die weltweite Produktion im Maschinenbau, einem weiteren für die Bosch-Gruppe wichtigen Marktsegment, zeigte sich 2022 vergleichsweise robust. Die Produktion in den wichtigsten Ländern konnte kontinuierlich gesteigert werden. Dabei reichte das Niveau in den USA und der Europäischen Union aber nur knapp über das vor der Pandemie hinaus. In China war die Dynamik im Jahr 2022 dagegen schwach; dennoch übertraf dort die Produktion das vor der Pandemie erreichte Niveau deutlich.

Der Bausektor, der die Entwicklung in den Unternehmensbereichen bei Consumer Goods und Energy and Building Technology beeinflusst, hat sich in für uns wichtigen Ländern abgekühlt, wie die Entwicklung der Bauinvestitionen zeigt. So sind in China die Bauinvestitionen aufgrund von Finanzierungsproblemen der Bauunternehmen sowie erheblichen Leerständen und in den USA als Folge der kräftig gestiegenen Zinsen massiv gefallen; in Europa bremsen steigende Energiepreise und Zinsen. Die Schwäche der Bautätigkeit dürfte zusätzlich die Nachfrage nach Haushaltsgeräten beeinflusst haben, bei denen die Sonderkonjunktur während der Hochphase der Coronavirus-Pandemie Mitte 2022 zu Ende ging.

Geschäftsverlauf

Umsatzentwicklung
Umsatz Bosch-Gruppe

In der Bosch-Gruppe erzielten wir 2022 einen Umsatz von 88,2 Milliarden Euro gegenüber 78,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Er liegt damit um 12,0 % über dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 9,4 %. Damit haben wir unsere Prognose eines Umsatzwachstums von 6 % übertroffen. Dabei spielten auch Preiserhöhungen eine Rolle. Für das Geschäftsjahr 2022 ergeben sich zudem gegenüber 2021 Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises von netto rund 130 Millionen Euro; hier stehen sich Effekte von 100 Millionen Euro durch Entkonsolidierungen und Effekte von 230 Millionen Euro durch Neukonsolidierungen gegenüber.

Veräußerungen im Unternehmensbereich Mobility Solutions bei Lenkungspumpen, bei Aktivitäten zur Aufbereitung gebrauchter Ersatzteile für die Wiederverwendung, beim Vakuum- und Hydraulikpumpengeschäft von Powertrain Solutions sowie des Großprojektgeschäfts unserer Tochtergesellschaft Bosch Rexroth in Boxtel, Niederlande, steht eine ganze Reihe von Erwerben gegenüber. Bei Mobility Solutions betrifft dies insbesondere Five AI und Atlatec im Gebiet automatisiertes Fahren. Bei Bosch Rexroth wird erstmals Kassow Robots konsolidiert. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology wurden erstmals die Hörburger AG sowie die Elpro Group in die Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen; zudem wirkte sich die erstmalige Konsolidierung der Ende 2021 erworbenen Protec Fire and Security Group Ltd., Nelson, Vereinigtes Königreich, in der Gewinn- und Verlustrechnung aus.

Die positiven Auswirkungen aus Wechselkurseffekten belaufen sich auf insgesamt rund 2 Milliarden Euro. Belastungen aus der Entwicklung des Euro gegenüber der türkischen Lira stehen positive Effekte insbesondere aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi gegenüber. Das Russlandgeschäft ist im Jahresverlauf sukzessive ausgelaufen. Davon waren alle Unternehmensbereiche betroffen, überproportional Mobility Solutions und Consumer Goods.

Umsatzentwicklung 2021/2022
Bosch-Gruppe

Umsatz nach Regionen in Milliarden Euro

1 Einschließlich sonstiger Länder, u. a. in Afrika

Umsatz nach Regionen

In allen Regionen konnte die Bosch-Gruppe 2022 ein deutliches Umsatzplus verbuchen. Am stärksten stiegen die Erlöse in Amerika. In Nordamerika erhöhte sich der Umsatz um 25,7 % auf 14,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 12,3 %. In Südamerika erreichte der Umsatz 1,8 Milliarden Euro; er legte damit um 26,0 % zu, wechselkursbereinigt um 16,7 %. In Europa lag der Umsatz im Gesamtjahr mit 44,3 Milliarden Euro um 7,3 % über dem Vorjahresniveau, wechselkursbereinigt um 9,8 %. Die negativen Wechselkurseffekte resultieren aus der Entwicklung der türkischen Lira. Der Umsatz in Deutschland stieg um 11,9 % auf 17,6 Milliarden Euro. In Asien-Pazifik (inklusive sonstiger Länder, unter anderem in Afrika) erhöhte sich der Umsatz um 12,8 % auf 27,7 Milliarden Euro; wechselkursbereinigt erreichte die Zuwachsrate 7,1 %. In China stieg der Umsatz in Euro etwas langsamer als in Asien-Pazifik insgesamt. Grund sind die zeitweise größeren Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

Regional gesehen sank der Umsatzanteil für Europa auf 50,3 % gegenüber 52,5 % im Vorjahr. Der Anteil von Asien-Pazifik (inklusive sonstiger Länder, unter anderem in Afrika) erreichte 31,4 % gegenüber 31,2 % im Vorjahr, während der Anteil von Amerika entsprechend auf 18,3 % gegenüber 16,3 % im Vorjahr stieg.

Umsatzstruktur 2022
Bosch-Gruppe

Umsatz nach Regionen in Prozent

1 Einschließlich sonstiger Länder, u. a. in Afrika

Umsatz nach Unternehmensbereichen

Alle Unternehmensbereiche steigerten trotz des weiterhin schwierigen Umfelds ihre Erlöse, teilweise deutlich stärker als prognostiziert. Unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions haben dabei die Lieferengpässe bei Halbleitern weiterhin am stärksten betroffen. Der Umsatz stieg dennoch um 16,0 % auf 52,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 12,1 %. Er liegt damit trotz der weiterhin schwachen Automobilproduktion über unserer Prognose eines Zuwachses von 8 %. Dazu hat auch die Weitergabe von Preissteigerungen beigetragen. In besonderem Maße konnten wir die Umsätze in den Geschäftsbereichen Chassis Systems Control, Cross-Domain-Computing Solutions und eBike Systems erhöhen. Aber auch eine Reihe weiterer Geschäftsbereiche konnte den Umsatz zweistellig steigern.

Umsatzentwicklung 2021/2022
Bosch-Gruppe

Umsatz nach Unternehmensbereichen in Milliarden Euro

1 Inklusive Sonstiges

Dem Unternehmensbereich Industrial Technology kam der robuste Maschinenbaumarkt zugute. Der Umsatz stieg um 13,9 % auf 6,9 Milliarden Euro; wechselkursbereinigt legte der Umsatz um 11,0 % zu. Für unsere Wachstumsprognose von 2 bis 3 % waren wir von einer deutlichen Abkühlung des Markts ausgegangen. Die Prognose wurde vor diesem Hintergrund deutlich übertroffen.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods spürte die stark nachgelassene Nachfrage nach Hausgeräten und Elektrowerkzeugen. Neben dem Ende der Sonderkonjunktur während der Hochphase der Coronavirus-Pandemie dürfte sich die zunehmende Zurückhaltung der Verbraucher aufgrund der gestiegenen Energiepreise und allgemeinen Lebenshaltungskosten auswirken. Der Umsatz (ohne Sonstiges) stieg um 1,5 % auf 21,3 Milliarden Euro, inklusive Sonstiges (siehe Grafik) ebenfalls um 1,5 % auf 21,7 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt ergibt sich jeweils ein Zuwachs von 1,6 %. Das Ende der Sonderkonjunktur gilt sowohl für den Geschäftsbereich Power Tools als auch für BSH Hausgeräte. Wir hatten allerdings für 2022 bereits vorsichtig geplant und waren für den Unternehmensbereich Consumer Goods lediglich von einem Umsatzwachstum von 2 bis 3 % ausgegangen.

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology konnte 2022 seinen Umsatz deutlich steigern. Die Erlöse erhöhten sich um 17,4 % auf 7,0 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 15,9 %. Hier waren wir lediglich von einem Umsatzplus von rund 4 % im Jahr 2022 ausgegangen. Ein wichtiger Treiber war erneut die steigende Nachfrage nach klimafreundlicher Heiztechnik. Auch die Geschäftsbereiche Building Technologies und Bosch Global Service Solutions konnten ihre Umsätze erfreulich steigern.

Umsatzstruktur 2022
Bosch-Gruppe

Umsatz nach Unternehmensbereichen in Prozent

1 Inklusive Sonstiges

Die unterschiedliche Entwicklung in den Unternehmensbereichen führt zu Veränderungen in der Umsatzstruktur. Der Anteil des Unternehmensbereichs Mobility Solutions stieg auf 59,6 % nach 57,6 % im Vorjahr. Der Anteil von Industrial Technology liegt bei 7,9 % gegenüber 7,7 % im Vorjahr. Der Anteil von Consumer Goods (inklusive Sonstiges) sank auf einen Umsatzanteil von 24,6 % nach 27,2 % im Vorjahr. Energy and Building Technology steuerte einen Anteil von 7,9 % bei gegenüber 7,5 % im Vorjahr.

Ertragslage
Ergebnis Bosch-Gruppe

In der Bosch-Gruppe weisen wir für 2022 ein verbessertes EBIT von 3,5 Milliarden Euro gegenüber 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr aus. Das operative EBIT verbesserte sich trotz erheblicher Belastungen durch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, weiterer Beeinträchtigungen durch Lieferengpässe bei Halbleitern, der Anwendung des IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) und des auslaufenden Russlandgeschäfts auf 3,8 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 3,2 Milliarden Euro. Die Anwendung von IAS 29 führte zu Ergebnisbelastungen von rund 0,3 Milliarden Euro. Die Belastungen bezogen auf das auslaufende Russlandgeschäft schließen auch außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und Nutzungsrechte ein. Die operative EBIT-Rendite erhöhte sich auf 4,3 % vom Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert von 4,0 %. Damit übertreffen wir unsere Prognose einer operativen EBIT-Rendite auf Vorjahresniveau leicht.

Gründe für die Ergebnisverbesserung sind die über der Prognose liegende Umsatzentwicklung, die Weitergabe von Preiserhöhungen, konsequente Kostenmaßnahmen sowie geringere Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen. Auch der Restrukturierungsaufwand ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der überwiegende Teil der Restrukturierungskosten entfällt weiterhin auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Anpassungen erfolgen aber auch in den anderen Unternehmensbereichen sowie in den Zentral- und Servicebereichen. Belastend wirken weitere erhebliche Vorleistungen für Zukunftsthemen, sei es in Bezug auf Forschungs- und Entwicklungskosten oder durch erhöhte Abschreibungen auf Investitionen.

Beim operativen EBIT bleiben im Vergleich zum EBIT gemäß Gewinn- und Verlustrechnung wie in den Vorjahren Ergebnisbelastungen durch die erhöhten Abschreibungen aus der Neubewertung der Vermögenswerte bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte als Folge der vollständigen Übernahme dieser früheren Gemeinschaftsunternehmen im Jahr 2015 von insgesamt rund 340 Millionen Euro im Jahr 2022 außer Betracht; die Belastungen hierdurch liegen auf Vorjahreshöhe.

Wichtigste Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung

in Millionen Euro 2022 2021
Umsatzerlöse 88.201 78.748
Herstellungskosten des Umsatzes -59.742 -52.933
Bruttoergebnis 28.459 25.815
Vertriebs- und Verwaltungskosten -17.812 -16.384
Forschungs- und Entwicklungskosten -7.224 -6.110
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 52 -504
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -1 -2
EBIT 3.474 2.815
Finanzergebnis -561 484
Ergebnis vor Steuern 2.913 3.299
Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.075 -800
Ergebnis nach Steuern 1.838 2.499

Die genannten Faktoren spiegeln sich in den unterschiedlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung wider. Die Herstellungskosten des Umsatzes stiegen im Jahr 2022 um 12,9 % auf 59,7 Milliarden Euro und damit etwas überproportional zum Umsatzwachstum von 12,0 %. Damit sank die Bruttomarge leicht auf 32,3 % gegenüber dem Vorjahresniveau von 32,8 %. Die Abschreibungen auf Sachanlagen summierten sich dabei auf 3,5 Milliarden Euro und übertreffen das Vorjahresniveau von 3,4 Milliarden Euro. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 8,7 % auf 17,8 Milliarden Euro.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen 2022 bei 7,2 Milliarden Euro gegenüber 6,1 Milliarden Euro im Vorjahr; damit hat sich die Entwicklungskostenquote bezogen auf den Umsatz mit 8,2 % gegenüber dem Vorjahreswert von 7,8 % trotz des kräftig gestiegenen Umsatzes erhöht.

Forschungs- und Entwicklungskosten
Bosch-Gruppe 2018 - 2022

Gesamtaufwand in Millionen Euro

Forschungs- und Entwicklungskosten
Bosch-Gruppe 2018 - 2022

Gesamtaufwand in Prozent vom Umsatz

Auch 2022 entfiel dabei der höchste Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions mit 73 % (Vorjahr 74 %). Wichtige Themen sind hier weiterhin Vorleistungen für Elektrifizierung, die Brennstoffzelle, Fahrerassistenzsysteme auch mit Blick auf das automatisierte Fahren, Fahrzeugelektronik sowie Halbleiter und Sensorik. Der Anteil von Industrial Technology stieg auf 6 % gegenüber 5 % im Vorjahr. Keine Veränderung bezogen auf die Anteile ergaben sich bei Consumer Goods mit 16 % und bei Energy and Building Technology mit 5 %. Die positive Veränderung bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen resultiert aus geringeren Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen und außerdem aus einem Sondereffekt durch ein Goodwill-Impairment im Vorjahr.

Wir weisen für 2022 einen negativen Saldo von 561 Millionen Euro beim Finanzergebnis aus gegenüber einem positiven Saldo von 484 Millionen Euro im Vorjahr. Wesentliche Faktoren sind ein geringeres Ergebnis aus Wertpapieren, vor allem durch die negative Wertentwicklung bei Investmentfonds sowie negative Auswirkungen aus der Zinsentwicklung. Das Ergebnis vor Steuern erreichte vor diesem Hintergrund 2,9 Milliarden Euro, was einer Rendite von 3,3 % vom Umsatz entspricht. Beide Werte liegen dabei unter den Werten des Vorjahres von 3,3 Milliarden Euro beziehungsweise 4,2 % vom Umsatz. Nach Steuern ergibt sich ein Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro gegenüber 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Neben dem negativen Finanzergebnis wirkt sich hier eine höhere Steuerbelastung aus.

Die interne Steuerungskennzahl NWC in Prozent vom Umsatz auf Ebene der Bosch-Gruppe liegt mit 28,7 % sowohl über dem vergleichbaren internen Vorjahreswert von 26,7 % als auch deutlich über unseren Erwartungen. Hauptgrund war die Entwicklung der Bestände, die im Geschäftsjahr 2022 durch hohe Unsicherheiten in der Lieferkette stärker als der Umsatz stiegen.

Ergebnissituation nach Unternehmensbereichen

Bei der Ergebnissituation ergibt sich ein differenziertes Bild nach Unternehmensbereichen, auch wenn alle ein positives EBIT ausweisen. Wesentliche Faktoren sind das unterschiedlich starke Umsatzwachstum und Unterschiede bei den Belastungen durch die Engpässe bei Halbleitern, im Hinblick auf die gestiegenen Rohstoffpreise und Energiekosten sowie durch das auslaufende Russlandgeschäft. Weitere Differenzierungen bestehen im Hinblick auf den Umfang der erforderlichen Restrukturierungen und auf die Intensität bei den Vorleistungen für Zukunftsfelder. Bis auf Consumer Goods haben alle Unternehmensbereiche ihre Prognosen bezogen auf die EBITRendite erreicht oder übertroffen. Für den Unternehmensbereich Mobility Solutions hatten wir für 2022 eine deutliche Verbesserung prognostiziert. Im Unternehmensbereich Industrial Technology hatten wir einen leichten Rückgang, bei Consumer Goods eine deutliche Abschwächung erwartet. Bei Energy and Building Technology waren wir von einer operativen Rendite auf Vorjahresniveau ausgegangen.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions weisen wir für 2022 ein EBIT von 1,7 Milliarden Euro aus gegenüber einem EBIT von 200 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative EBIT beträgt 1,8 Milliarden Euro gegenüber einem Vorjahreswert von 317 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine operative Rendite von 3,4 % vom Umsatz nach 0,7 % im Vorjahr. Damit ist die Verbesserung der Rendite in Folge des Zusatzumsatzes stärker ausgefallen als erwartet. Dabei ist auch der Restrukturierungsaufwand gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Der Ergebnisdruck ist aber weiterhin sehr hoch. Gründe hierfür sind insbesondere die hohen Vorleistungen für Zukunftsprojekte, die Kostensteigerungen bei Vorprodukten und die Belastungen durch Halbleiterengpässe.

Der Unternehmensbereich Industrial Technology erzielte nicht nur ein starkes Umsatzwachstum, sondern konnte auch sein Ergebnis auf ein EBIT von 683 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 513 Millionen Euro steigern, was einer EBIT-Rendite von 9,8 % entspricht (Vorjahr: 8,4 %). Damit wurde die Prognose deutlich übertroffen. Der Bereich profitierte von einer guten Nachfrage bei Hydraulik und Fabrikautomation.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods erreichte ein EBIT von rund 753 Millionen Euro gegenüber dem sehr hohen Vorjahresniveau von 1,9 Milliarden Euro. Das operative EBIT erreicht 970 Millionen Euro und ist damit ebenfalls erheblich geringer als das Vorjahresniveau von 2,1 Milliarden Euro. Damit sank die operative Rendite auf 4,5 % gegenüber 10,2 % im Vorjahr und somit stärker als prognostiziert. Bei Consumer Goods haben zum Ergebnisrückgang neben dem Nachfragerückgang auf den Märkten für Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeuge die Belastungen durch das auslaufende Russlandgeschäft eine größere Rolle gespielt. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte ein EBIT von 419 Millionen Euro gegenüber 305 Millionen Euro im Vorjahr. Die Rendite erreichte 6,0 % gegenüber 5,1 % im Jahr 2021. Damit wurden unsere Prognosen für diesen Unternehmensbereich übertroffen. So entwickelte sich der Geschäftsbereich Building Technologies besser als geplant.

EBIT
Bosch-Gruppe 2021/2022

Nach Unternehmensbereichen in Millionen Euro

Zum gegenüber dem Vorjahr gestiegenen durchschnittlichen NWC in Prozent vom Umsatz trugen alle Unternehmensbereiche bei. Bis auf Industrial Technology lag die Kennziffer zudem über der Prognose. Ein wesentlicher Grund für das hohe NWC im Jahr 2022 war die Sicherung der Lieferfähigkeit und damit der Kundenversorgung. Die NWC-Angaben nach Unternehmensbereichen beziehen sich auf den internen Umsatz, der den Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen einschließt. Der Vergleich zum Vorjahr erfolgt bezogen auf den vergleichbaren internen Vorjahreswert. Bei Mobility Solutions stieg das NWC in Prozent des Umsatzes auf 28,7 % gegenüber dem Vorjahreswert von 27,2 % und lag damit deutlich über unseren Planungen. Dafür sind unter anderem die Vorräte verantwortlich, die wegen erheblicher Unsicherheiten in der Lieferkette anstiegen. Im Bereich Industrial Technology stieg das NWC in Prozent des Umsatzes auf 33,1 % gegenüber dem Vorjahreswert von 32,1 % und lag damit leicht unter der Prognose. Bei Consumer Goods wurde die Prognose mit einem Wert von 28,9 % erheblich überschritten; der Vorjahreswert lag bei 25,6 %. Hier wirkte sich der unerwartet starke Rückgang der Nachfrage ab Mitte 2022 bei den Vorräten aus. Bei Energy and Building Technology erhöhte sich die Kennziffer auf 20,3 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert von 18,7 %, was einen deutlichen Anstieg gegenüber der Prognose bedeutet.

Vermögens- und Finanzlage
Eigenkapitalquote und Bilanz

Die Bilanzsumme der Bosch-Gruppe erreichte 100,2 Milliarden Euro zum Stichtag 31. Dezember 2022 und lag damit über dem Niveau des Vorjahres von 97,7 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 %-Punkte auf 46,6 %. Wesentliche Gründe für die gestiegene Bilanzsumme sind auf der Aktivseite der Anstieg der Vorräte und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf der Passivseite das höhere Eigenkapital und die gestiegenen kurzfristigen Schulden.

Bilanzstruktur
Bosch-Gruppe 2021/2022

Aktiva in Millionen Euro/in Prozent der Bilanzsumme

Passiva in Millionen Euro/in Prozent der Bilanzsumme

1 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
2 Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in direktem Zusammenhang stehende Schulden

Auf der Aktivseite verfügten wir zum Bilanzstichtag über eine auf 21,1 Milliarden Euro gesunkene bilanzielle Liquidität gegenüber dem Vorjahreswert von 26,8 Milliarden Euro. Die bilanzielle Liquidität umfasst neben den flüssigen Mitteln die Wertpapiere und die Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen. Hier wirken sich im Wesentlichen ein negativer Free-Cash-Flow und Kursverluste der Wertpapiere an den Finanzmärkten aus. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und damit in Zusammenhang stehende Schulden werden aufgrund der Anwendung von IFRS 5 separat ausgewiesen. Dazu gehören auch Vermögenswerte und Schulden russischer Tochtergesellschaften. Erste Verträge wurden hierzu unterzeichnet. Hintergrund der geplanten Veräußerungen der Tochtergesellschaften in Russland ist die aufgrund der sanktionsrechtlichen Rahmenbedingungen nur begrenzt mögliche Weiterführung der Produktion.

Auf der Passivseite ergaben sich Veränderungen vor allem durch die Aufnahme von Schuldscheindarlehen. Die Finanzierungsstruktur ist solide. Die Nettofinanzposition (definiert als bilanzielle Liquidität minus Finanzverbindlichkeiten sowie minus Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen) ist deutlich positiv und beträgt 5,3 Milliarden Euro, auch wenn sie gegenüber dem Vorjahreswert von 10,5 Milliarden Euro aufgrund der geringeren bilanziellen Liquidität gesunken ist. Stabilisierend wirkte die im Wesentlichen auf Änderungen der finanziellen Annahmen beruhende Reduzierung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 2,3 Milliarden Euro.

Mit einer Langfristbonität von A (Ausblick "stabil") der Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch verfügt die Robert Bosch GmbH über gute Ratings. Zu den finanziellen Verbindlichkeiten der Bosch-Gruppe gehören Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von 3,7 Milliarden Euro und Zinssätzen zwischen 0,582 % und 4,893 % sowie Anleihen mit einem Nominalwert von 2,0 Milliarden Euro und Zinssätzen zwischen 1,75 % und 2,979 %. Die durchschnittliche Verzinsung ist auf 2,353 % gegenüber einem Vorjahreswert von 1,746 % gestiegen. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen beträgt 5,27 Jahre gegenüber 5,99 Jahren im Vorjahr. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen beträgt 5,96 Jahre gegenüber 6,90 Jahren im Vorjahr.

Wir haben eine bestehende syndizierte Kreditlinie mit ESG-Komponente von 3 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro erhöht. Die Laufzeit wurde dabei um ein Jahr verlängert. Darüber hinaus bestehen bilaterale US-Kreditlinien mit einem Volumen von 950 Millionen US-Dollar. Eine Inanspruchnahme ist nicht erfolgt. Im Jahr 2022 wurden neue Schuldscheindarlehen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aufgenommen. Außerdem zahlten wir 25 Millionen Euro eines Schuldscheindarlehens zurück. Unter unserem Commercial Paper Program im Umfang von 2,0 Milliarden US-Dollar haben wir im Berichtsjahr revolvierend bis zu 350 Millionen US-Dollar begeben. Zudem wurde ein syndizierter Kredit in den USA in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, der 2022 jedoch nicht in Anspruch genommen wurde.

Investitionen

Im Jahr 2022 haben wir die Investitionen in Sachanlagen aufgrund zahlreicher Zukunftsprojekte auf 4,9 Milliarden Euro gegenüber 3,9 Milliarden Euro im Vorjahr erhöht. Die Investitionsquote beträgt 5,6 % vom Umsatz nach 5,0 % im Vorjahr. Damit erreichten die Investitionen 141 % der Abschreibungen. Der Umfang der zum Abschlussstichtag bestehenden Investitionsverpflichtungen aufgrund getätigter Bestellungen beträgt 1,3 Milliarden Euro nach 801 Millionen Euro im Vorjahr. Dafür stehen angesichts unserer komfortablen Liquiditätssituation ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. In immaterielle Vermögenswerte investierten wir 647 Millionen Euro gegenüber 455 Millionen Euro im Vorjahr. Ein Großteil betraf aktivierte Entwicklungsprojekte im Unternehmensbereich Mobility Solutions.

Nach Unternehmensbereichen entfiel mit 3,3 Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr der größte Anteil der Investitionen erneut auf Mobility Solutions. Schwerpunkte sind die steigenden Investitionen im Bereich Elektromobilität für die eMaschine, die eAchse, die Brennstoffzelle und die Leistungselektronik, Ersatzinvestitionen für neue Einspritzsysteme bei Verbrennungsmotoren, bei Chassis Systems Control bei ABS und ESP ® sowie neuen Bremsregelsystemen, bei Automotive Electronics Kapazitätserweiterungen im Bereich Halbleiter und Sensoren, bei Cross-Domain Computing Solutions im Bereich Fahrerassistenzsysteme, bei Automotive Steering der Neubau des Werks für elektrische Lenkungen in Maklar, Ungarn, sowie Kapazitätserweiterungen bei eBike Systems. Weitere Schwerpunkte waren das 2022 fertiggestellte Entwicklungszentrum in Budapest, Ungarn, und der Ausbau des IT-Campus in Adugodi, Indien.

Bei Industrial Technology stiegen die Investitionen auf 316 Millionen Euro nach 198 Millionen Euro im Vorjahr. Investitionsschwerpunkte bei Drive and Control Technology waren Kapazitätssteigerungen speziell im Bereich Mobilhydraulik, die Fortführung der Modernisierungskonzepte, die Lokalisierung in Regionen sowie die Neuausrichtung der Gießerei in Lohr.

Im Bereich Consumer Goods investierten wir 845 Millionen Euro nach 656 Millionen Euro im Vorjahr. Schwerpunkte waren bei BSH Hausgeräte eine neue Fabrik für Kühlschränke in Monterrey, Mexiko, sowie Investitionen mit Blick auf neue Gerätegenerationen für Kühlschränke in Qerkezköy, Türkei, für Geschirrspüler und Kühlschränke in Lodz und Wroclaw, Polen, für Kühlschränke in Giengen sowie bei Spülmaschinen in Chuzhou, China. Investitionsschwerpunkte bei Power Tools lagen im Ausbau der Fertigung im Produktbereich Accessories sowie bei kabellosen Elektrowerkzeugen und dazugehörigen Akkus an unterschiedlichen Standorten weltweit. Zudem erfolgt ein Ausbau des regionalen Verteilzentrums in Miskolc, Ungarn.

Bei Energy and Building Technology erreichte das Investitionsvolumen 123 Millionen Euro nach 85 Millionen Euro im Vorjahr. Schwerpunkte bei Thermotechnology waren die Fertigung von Wärmepumpen einschließlich Wärmepumpenspeichern sowie die Logistikinfrastruktur.

Hinzu kommen weitere Investitionen, die nicht den Unternehmensbereichen zugeordnet sind, wie für Energieeffizienzprojekte an diversen Standorten, die Fertigstellung des neuen Supply Chain Campus in Feuerbach, eine Fertigungserweiterung bei Bosch Healthcare Solutions und auch ein Neubau für die Regionalgesellschaft in Marokko.

Investitionen in Sachanlagen
Bosch-Gruppe 2018 - 2022

Investitionen in Millionen Euro

Investitionen in Sachanlagen
Bosch-Gruppe 2018 - 2022

Investitionen

in Prozent vom Umsatz

In regionaler Betrachtung entfielen auf europäische Standorte Investitionen von 3,1 Milliarden Euro gegenüber 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. In Deutschland gaben wir davon wie im Vorjahr 1,6 Milliarden Euro aus. In der Region Asien-Pazifik investierten wir 1,3 Milliarden Euro nach 875 Millionen Euro im Vorjahr. In Nord- und Südamerika investierten wir 519 Millionen Euro nach 368 Millionen Euro im Vorjahr.

Liquiditätsentwicklung

Die Bosch-Gruppe verfügt über eine hohe Finanzkraft. Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung (flüssige Mittel) stieg zum Jahresende auf 6,5 Milliarden Euro nach 6,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit sank allerdings im Jahr 2022 auf 1,9 Milliarden Euro beziehungsweise 2,1 % des Umsatzes; der Vorjahreswert lag bei 8,7 %. Wesentliche Gründe für den Rückgang sind die erhebliche zusätzliche Mittelbindung im Umlaufvermögen, insbesondere der umsatzbedingte Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie der im Vorjahresvergleich geringere Anstieg der Verbindlichkeiten.

Kapitalflussrechnung der Bosch-Gruppe

in Millionen Euro 2022 2021
Liquidität Jahresanfang (01.01.) 6.196 8.955
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit +1.859 +6.890
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -2.336 -7.379
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit +701 -2.560
Sonstiges +39 +290
Liquidität Jahresende (31.12.) 6.459 6.196

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf 2,3 Milliarden Euro und ist deutlich geringer als der Vorjahreswert von 7,4 Milliarden Euro. Wesentliche Ursachen sind die Mittelfreisetzung aus der Veräußerung von Wertpapieren und die Auflösung von Bankeinlagen größer 90 Tagen. Die sonstige Investitionstätigkeit stieg gegenläufig, im Wesentlichen aufgrund höherer Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Wirtschaftsgüter sowie Akquisitionen.

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit -einschließlich der Tilgungsleistungen für Leasingverbindlichkeiten -lag 2022 bei 0,7 Milliarden Euro, während wir im Vorjahr einen Mittelabfluss von 2,6 Milliarden Euro auswiesen. Während wir 2022 Finanzverbindlichkeiten aufgenommen haben, hatten wir im Jahr 2021 Finanzverbindlichkeiten in größerem Umfang getilgt.

Für 2022 weisen wir einen negativen Free-Cash-Flow von 4,0 Milliarden Euro aus gegenüber einem positiven Wert von 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Free-Cash-Flow berechnet sich als Summe von Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit, Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (ohne Beteiligungsmaßnahmen und sonstige Investitionen in Finanzanlagen) und der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten. Wesentliche Gründe für den negativen Free-Cash-Flow waren die umsatzbedingt deutlich gestiegenen Forderungen, die Entwicklung der Vorräte sowie die stark gestiegenen Investitionen in Sachanlagen.

Nichtfinanzielle Kennzahlen
CO 2 -Emissionen

Auch 2022 waren wir in der eigenen Wertschöpfung (Scope 1 und 2) CO 2 -neutral. Den Großteil dieser CO 2 -Emissionen unseres Unternehmens bestimmt dabei der Verbrauch von Energie. Diese wird bei Bosch vor allem als Strom für den Betrieb von Maschinen und Anlagen in der Fertigung benötigt, außerdem als Wärmeenergie zur Heizung und Klimatisierung von Gebäuden sowie beim Betrieb von Öfen beispielsweise in Gießereien.

Insgesamt verbrauchten die Unternehmen der Bosch-Gruppe im Jahr 2022 7.696 GWh Energie (Vorjahr: 8.042 GWh). Den trotz unserer vielfältigen Maßnahmen entstandenen Ausstoß von 0,7 Millionen Tonnen CO 2 haben wir im Rahmen unserer CO 2 -Neutralstellung kompensiert. Gegenüber dem Vorjahresniveau entspricht dies einem Rückgang von rund 0,2 Millionen Tonnen CO 2 beziehungsweise 21 %. Der Rückgang wurde vor allem durch die Umstellung von Grau- auf Grünstrom erreicht. Die Berechnung der Emissionen basiert auf den Standards der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Arbeitssicherheit

Die Unfallrate beträgt wie im Vorjahr rund 1,62 Unfälle pro eine Million Arbeitsstunden. Im Berichtsjahr gab es keinen tödlichen Arbeitsunfall zu beklagen. Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle lag im Geschäftsjahr 2022 bei 1.153 gegenüber 1.123 im Jahr 2021.

Beschäftigtenzahlen

Die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Bosch-Gruppe stieg zum Jahresende 2022 auf 421.338 gegenüber 402.614 Ende 2021 und damit unterproportional zum Umsatz. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 18.724. Veränderungen im Konsolidierungskreis spielen eine untergeordnete Rolle.

Beschäftigte
Bosch-Gruppe 2022, Stand 31.12.2022

Nach Unternehmensbereichen

1 Zentrale Funktionen und Forschung

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich dabei im Unternehmensbereich Mobility Solutions auf 233.077 gegenüber 223.592 Ende 2021. Im Unternehmensbereich Industrial Technology stieg die Zahl der Beschäftigten auf 34.143 gegenüber 32.686 zum Jahresende 2021. Im Unternehmensbereich Consumer Goods erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten auf 83.006 gegenüber 82.840 Ende 2021. Die Zahl der Beschäftigten im Unternehmensbereich Energy and Building Technology stieg auf 34.437 gegenüber 31.650 zum Vorjahresende. Auf Sonstige entfallen 36.675 Beschäftigte gegenüber 31.846 im Vorjahr.

Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung erhöhte sich weltweit über alle Bereiche weiter um 9.422 auf 85.543 zum Jahresende. Der Ausbau des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks betrifft fast alle Regionen, am stärksten Asien-Pazifik (inklusive sonstiger Länder, unter anderem in Afrika). Die Regionen außerhalb Deutschlands stellen damit 62 % der Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung, in Asien-Pazifik sind es 42 %. Die Anzahl der Beschäftigten im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung (Sonstige) lag weltweit zum Jahresende mit 1.536 in etwa auf dem Niveau der Vorjahreszahl von 1.524.

Beschäftigte
Bosch-Gruppe 2022, Stand 31.12.2022

Nach Regionen

1 Ohne Deutschland
2 Einschließlich sonstiger Länder, u. a. in Afrika

Die Beschäftigtenzahl ist in allen Regionen gestiegen, allerdings unterschiedlich ausgeprägt. Die prozentuale Verteilung der Beschäftigten der Bosch-Gruppe nach Regionen hat sich damit leicht gegenüber dem Vorjahr verändert. Während der Anteil von Deutschland und Europa (ohne Deutschland) um jeweils einen Prozentpunkt gesunken ist, hat er sich in Amerika und Asien-Pazifik jeweils um einen Prozentpunkt erhöht.

Ausblick

Auch 2023 erwarten wir ein anspruchsvolles Geschäftsjahr. Wir müssen von anhaltend hohen Preisen für Rohstoffe und Energie, steigenden Löhnen sowie daraus resultierenden weiteren Preissteigerungen ausgehen. Die hohe Inflation wird die Nachfrage der Verbraucher dämpfen. Zusätzlich werden die Maßnahmen vieler Notenbanken zur Inflationsbekämpfung die wirtschaftliche Entwicklung bremsen. Den Krieg in der Ukraine beobachten wir weiterhin mit großer Sorge. Zudem könnte es in einigen Ländern zu lokalen Einschränkungen aufgrund von Coronavirus-Infektionen kommen. Gleichwohl streben wir trotz des schwierigen Umfelds ein Umsatzwachstum in einem Korridor von 6 bis 9 % und eine deutliche Verbesserung der operativen EBIT-Rendite an.

Wir werden 2023 die Umsetzung unserer Wachstumsstrategie weiter vorantreiben. Dazu gehören erneut erhebliche Vorleistungen für unsere Zukunftsfelder in Form hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie von Investitionen. Darüber hinaus werden wir weiterhin unser Portfolio konsequent durch Akquisitionen und Partnerschaften wie auch gezielte Anpassungen stärken.

Rahmenbedingungen

Unseren Planungen liegt die Annahme zugrunde, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft erneut verlangsamt. Für 2023 prognostizieren wir auf dieser Basis einen Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung von 13⁄4 %. Dabei bestehen Unsicherheiten gerade mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung insbesondere in Nordamerika und Europa. So dürften die Maßnahmen der Notenbanken zur Inflationsbekämpfung neben dem Konsum auch verstärkt die Bauinvestitionen beeinflussen. Den Maschinenbaumarkt schätzen wir als relativ stabil ein. Wir gehen für 2023 von einer globalen Inflationsrate von 53⁄4 % aus. Den Prognosen liegen dabei als Referenz Datenquellen von Feri AG und IWF sowie eigene Einschätzungen zugrunde.

Für Amerika erwarten wir, dass 2023 die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr um 1⁄2 % steigen wird. Für Nordamerika gehen wir dabei von einem Zuwachs von 1⁄2 % aus, für Südamerika von 3⁄4 %. Für Europa prognostizieren wir auf Basis der aktuellen Daten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1⁄4 %. Dabei legen wir für die Europäische Union einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von ebenfalls einem 1⁄4 % zugrunde. Für Deutschland erwarten wir derzeit einen Rückgang um 3⁄4 %. Auf einem gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten Niveau von rund 4 % dürfte sich die Zuwachsrate in Asien-Pazifik (einschließlich sonstiger Länder) bewegen. In China dürfte dabei das Wachstumstempo aufgrund von Nachholeffekten auf 5% % anziehen, nachdem die Einschränkungen infolge der Coronavirus-Infektionen aufgehoben wurden.

Regionales Wirtschaftswachstum 2019 - 2023

Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts zum Vorjahr in Prozent

Vorjahreswerte teilweise revisionsbedingt gegenüber Geschäftsbericht 2021 verändert

Auf unserem wichtigsten Markt, der Automobilproduktion, rechnen wir bislang für 2023 lediglich mit einem Anstieg der gesamten Produktion von Personenwagen und Nutzfahrzeugen auf rund 87 Millionen Fahrzeuge gegenüber rund 85 Millionen Fahrzeugen im Vorjahr. Für die Prognose zur weltweiten Automobilproduktion ziehen wir bei unserem internen Prozess zur Mobility Prognosis (MP) externe Prognosen von IHS Markit Ltd., London, sowie interne Bosch-Marktexpertisen aus den Regionen und der Zentrale heran. Bei der globalen Verknappung bei Halbleitern erwarten wir 2023 eine weitere Entspannung, was temporäre Beeinträchtigungen aber nicht ausschließt.

Bosch-Gruppe und Unternehmensbereiche

Umsatzerwartung

Wir gehen davon aus, dass der Umsatz der Bosch-Gruppe 2023 nominal in einem Korridor von 6 bis 9 % steigt. Wechselkurseffekte weisen wir wie in den Vorjahren in der Prognose nicht aus. Zum Wachstum werden neben Volumeneffekten auch Preiserhöhungen beitragen.

Nach Unternehmensbereichen erwarten wir auch aufgrund von Produktanläufen und Preiserhöhungen bei Mobility Solutions ein Wachstum gegenüber 2022 von bis zu 12 %. Der Unternehmensbereich Industrial Technology will seinen Umsatz -inklusive der Effekte durch die 2022 erworbenen Gesellschaften HydraForce und Elmo Motion Control -um bis zu 10 % steigern. Bei Consumer Goods erwarten wir aufgrund des schwachen Marktumfelds lediglich ein leichtes Umsatzplus von bis zu 3 %. Bei Energy and Building Technology gehen wir vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Nachfrage nach effizienter Heiztechnik von einem Wachstum von bis zu 8 % aus.

Ergebniserwartung

Trotz aller Belastungen durch Lieferengpässe, hohe Inflationsraten und Vorleistungen für unsere Wachstumsfelder ist es unser Ziel in Anbetracht der geplanten Umsatzentwicklung, die operative EBIT-Rendite der Bosch-Gruppe deutlich zu steigern. Dabei erwarten wir auch im Unternehmensbereich Mobility Solutions eine deutliche Verbesserung der operativen EBIT-Rendite. Im Unternehmensbereich Industrial Technology gehen wir wieder von einem Niveau der operativen EBIT-Rendite von rund 8 % aus. Bei Consumer Goods erwarten wir eine leichte Verbesserung und bei Energy and Building Technology eine deutliche Verbesserung der operativen EBIT-Rendite.

Erwartung beim NWC

Das Verhältnis des durchschnittlichen Net Working Capital (NWC) zum Umsatz in Prozent (Kennzahl aus dem internen Rechnungswesen) soll 2023 wieder sinken. Dazu arbeiten wir intensiv an einer Normalisierung der Bestände, die im Geschäftsjahr 2022 durch hohe Unsicherheiten in der Lieferkette stärker als der Umsatz stiegen. Für die Bosch-Gruppe und die Unternehmensbereiche Mobility Solutions sowie Energy and Building Technology gehen wir gegenüber den Werten von 2022 von einem deutlichen Rückgang aus. Bei Industrial Technology erwarten wir ein NWC in Prozent vom Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, bei Consumer Goods eine erhebliche Verbesserung. Hintergrund bei Mobility Solutions ist die Rückführung von Vorräten, die aufgrund einer stabileren Lieferkette nicht mehr erforderlich sind. Bei Consumer Goods wollen wir die durch den Nachfragerückgang im Vorjahr erhöhten Vorräte auf ein normales Niveau senken.

Chancen- und Risikobericht
Chancenbericht

Insgesamt sehen wir für die Bosch-Gruppe gute Wachstumsmöglichkeiten. Für uns als Technologieunternehmen eröffnen sich mit den Veränderungen des Markt- und Technikumfelds gerade durch Vernetzung, Automatisierung und Elektrifizierung, durch die wachsende Bedeutung der Nachhaltigkeit sowie durch das Wachstumspotenzial in aufstrebenden Regionen wie ASEAN oder Afrika zusätzliche Absatzchancen. Zur besseren Verständlichkeit sind im Kapitel "Perspektiven für die Bosch-Gruppe" die Chancen und die jeweiligen Strategien, die wir daraus für das Gesamtunternehmen und die Unternehmensbereiche ableiten, ausführlich dargestellt.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement der Bosch-Gruppe ist auf das gesamte Unternehmen ausgerichtet und bezieht grundsätzlich alle wesentlichen betrieblichen Prozesse, Funktions-, Geschäfts- und Unternehmensbereiche ein. Es ist damit eine Kernaufgabe für das gesamte Management auf allen Ebenen der Bosch-Gruppe. Die Identifikation und die Steuerung der Risiken erfolgen soweit möglich am Ort des Entstehens, also vor allem in den Geschäftsbereichen und deren regionalen Vertretungen. Diese tragen auch in erster Linie die Verantwortung dafür, Maßnahmen zur Reduzierung beziehungsweise Beherrschung der Risiken einzuleiten.

Während die Zentralabteilungen für Compliance, Risikomanagement und interne Kontrollen die Governance für die jeweiligen Systeme ausüben, unterstützen, regeln und überwachen Fachabteilungen wie beispielsweise die Rechtsabteilung und die Steuerabteilung die Vorgaben und die Schwerpunktsetzungen. Die interne Revision unterstützt unter anderem bei der Bewertung der Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Aufgaben und macht bei Bedarf Vorschläge an die Geschäftsführung beziehungsweise die Fachverantwortlichen zur Einleitung entsprechender Verbesserungsmaßnahmen.

Das Risikomanagementsystem der Bosch-Gruppe orientiert sich an den Standards ISO 31000 und COSO III (ERM) sowie IDW PS 340. Es schließt die systematische Erfassung und Verfolgung relevanter Risiken sowie gegebenenfalls die Identifikation und Nachverfolgung von Maßnahmen zum Umgang mit diesen Risiken ein. Die zentrale Koordinierungsstelle für das Risikomanagementsystem hat dabei die Aufgabe, das System kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dazu gehören eine weitere Verfeinerung der Analysen hinsichtlich Risikotragfähigkeit und Maßnahmen zur Stärkung der Risikokultur.

Eine Konzernrichtlinie zum Risikomanagement legt die Grundsätze und Verantwortlichkeiten fest. Darüber hinaus hat ein funktionsübergreifendes Risikokomitee die Aufgabe, bereichsübergreifend Risikoschwerpunkte zu identifizieren und potenzielle disruptive technologische und strategische Risiken aufzuzeigen.

Gesamtbewertung der Risiken

Wir sehen derzeit keine Risiken, die 2023 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bosch-Gruppe wesentlich beeinflussen könnten und über die in diesem Bericht genannten Risiken hinausgehen. Es ergeben sich aus heutiger Sicht keine bestandsgefährdenden Risiken für die Bosch-Gruppe.

Risikobewertung auf Basis des Risikomanagementsystems

Grundsätzliche Aussagen

Bei der Risikobeurteilung auf Basis des Risikomanagementsystems, das Risiken mit einem Zeithorizont bis 2026 umfasst, gab es zum Vorjahr keine nennenswerten Änderungen. Auch die Risikolage hat sich nicht prinzipiell verändert. Die Zahl der gemeldeten Risiken ist dabei (Stand Jahresende 2022) gegenüber dem Vorjahr gesunken. Das finanzielle Risiko ("Monetary Risk") wird über eine Risikomatrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und potenzieller Schadenhöhe ermittelt und bildet damit den Erwartungswert der Schäden ab. Dieses Risiko hat sich bei gesunkener Eintrittswahrscheinlichkeit aufgrund einer deutlich gestiegenen potenziellen Schadenhöhe gegenüber dem Vorjahr um 22 % erhöht.

Basis für die Erhebung der potenziellen Schadenhöhe ist dabei eine Drei-Punkt-Einschätzung der Kategorien "schlechtestes", "realistisches" und "bestes" Szenario im Verhältnis von 1 : 4 : 1. Die Risikoberichterstattung erfolgt im Sinne einer Nettobetrachtung.

Risikomatrix zur potenziellen Schadenhöhe

Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mindestens 50 % verarbeiten wir weiterhin grundsätzlich in unserer jährlichen beziehungsweise in der unterjährigen Umsatz- und Ergebnisprognose. Die Bewertung erfolgt gegenüber unserer aktuellen Planung.

Zu den fünf Top-Risiken gehören wie im Vorjahr insbesondere die Cyberrisiken mit Blick auf IT-Kernprozesse, Risiken im Kontext vernetzter Produkte sowie die Gefahr der Unterbrechung von Geschäftsprozessen. Die beiden weiteren Risiken resultieren aus einer potenziellen Verschärfung internationaler Handelskonflikte insbesondere zwischen den USA und China sowie aus der Gefahr möglicher Insolvenzen oder Liquiditätsengpässen bei kritischen Zulieferern, die insbesondere den Unternehmensbereich Mobility Solutions betrifft. Die fünf Top-Risiken bewegen sich oberhalb eines finanziellen Risikos in Höhe von jeweils 330 Millionen Euro.

Durch die Digitalisierung ergeben sich für Bosch zunehmende Herausforderungen in den Bereichen Datenschutz und Cybersecurity sowie Konformität mit international heterogenen Gesetzen, Vorgaben und Zertifizierungen. Um auf das steigende Risiko von Cyberangriffen besser reagieren zu können, haben wir die verteilten Abteilungen im Bereich Cyber-Defense im Geschäftsjahr 2022 zusammengeführt sowie verstärkt. Dies ermöglicht uns, der weltweiten Bedrohungslage besser Rechnung zu tragen und durchgehende Abwehr- und Verteidigungskapazitäten vorzuhalten. Wir haben unsere Cybersecurity-Strategie entsprechend angepasst, um einerseits einen zielführenden Schutz in der gesamten Breite aller Systeme zu gewährleisten und andrerseits besonders geschäftskritische Systeme mit zusätzlichen Maßnahmen zu schützen. Ein Ausfall solcher kritischen Systeme infolge externer Angriffe oder interner Fehlerquellen könnte zu erheblichen Problemen bei der Produktentwicklung und -fertigung, dem laufenden Betrieb von softwarebasierten Produkten sowie bei der administrativen Abwicklung mit daraus resultierenden signifikanten finanziellen Einbußen führen.

Wir wenden umfassende, unternehmensweit gültige Vorgaben zum organisatorischen und technischen Schutz vor Systemausfällen sowie vor Datenverlust und Datenmanipulationen an. Für den Betrieb unserer Rechenzentren sowie der Cloud-Lösungen nutzen wir Sicherheitskonzepte, die wir kontinuierlich entsprechend dem Stand der Technik weiterentwickeln und deren Wirksamkeit wir unter anderem durch umfassende Sicherheitstests verifizieren. Die absehbaren gravierenden Veränderungen, die Technologien wie Quantencomputing oder Künstliche Intelligenz für die Cybersicherheit bedeuten werden, antizipieren wir dabei bereits in unseren Planungen und Vorgaben. Die erforderliche hohe Verfügbarkeit unserer IT-Infrastruktur erreichen wir durch eine redundante, standortunabhängige Systemarchitektur.

Risiken aus dem Einsatz softwarebasierter Erzeugnisse und Lösungen können sich aus einer missbräuchlichen oder fehlerhaften Verwendung von vernetzten Hardwareprodukten, Software und Daten ergeben. Bei vernetzten Produkten mit Künstlicher Intelligenz besteht das Risiko externer Angriffe. Wir adressieren dies mit einem konzernweiten Cybersecurity-Management-System, das laufend weiterentwickelt wird. Cybersicherheits-Gesichtspunkte werden bereits bei der Konzeption von Produkten berücksichtigt. Sicherheitsschwachstellen begegnen wir auch durch den Ausbau der Update-Fähigkeit von Bosch-Produkten sowie die Einführung von durchgehenden Prozessen zur Behebung von Schwachstellen.

Daneben erarbeiten wir eine konzernweite Datenstrategie, die die Verantwortlichkeiten und Prozesse beim Umgang mit Daten ganzheitlich regelt. Haftungsrisiken im Zusammenhang mit dem Ausfall oder der Störung von komplexen Systemen, in die unsere Erzeugnisse und Leistungen Eingang finden, wie beispielsweise Fertigungseinrichtungen oder Komponenten für das automatisierte Fahren, begegnen wir auf vertraglicher Ebene.

Geopolitische Konflikte können für die Geschäftstätigkeit von Bosch nachteilige Auswirkungen haben, wie aktuell der Krieg in der Ukraine zeigt. Seine Folgen, wie das weitgehend zum Erliegen gekommene Russlandgeschäft und die sich laufend verschärfenden Wirtschaftssanktionen, beschränken den freien internationalen Warenverkehr. Wir verfolgen die Entwicklungen eng und arbeiten auf Basis von Szenarien an Maßnahmen, auch mit Blick auf die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Dazu gehören Überlegungen, wie wir unsere Lieferketten robuster aufstellen oder kritische Abhängigkeiten vermeiden können. Parallel arbeiten wir daran, unser Geschäft international auszubalancieren und auch in bislang unterrepräsentierten Märkten stärker zu wachsen.

Risiken nach Unternehmensbereichen

Nach Unternehmensbereichen liegt das höchste finanzielle Risiko bei Mobility Solutions. Es betrifft in besonderem Maße das bereits genannte Top-Risiko der Insolvenz kritischer Lieferanten. Wir begrenzen es mittels eines umfangreichen Monitorings der wirtschaftlichen Situation der Lieferanten durch unsere Einkaufs- und Logistikbereiche sowie eine detaillierte Regelberichterstattung an den Finanzgeschäftsführer. Der Unternehmensbereich Mobility Solutions ist besonders von den weiterhin bestehenden Lieferengpässen bei Halbleitern betroffen. Hier ergreifen wir umfangreiche Maßnahmen, um die Auswirkungen auf die Belieferung von Kunden möglichst gering zu halten.

Zudem stellen wir uns auf weitere erhebliche Belastungen durch die Veränderungen in der Antriebstechnik ein. Die Europäische Kommission, das Europaparlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben sich im Oktober 2022 auf ein faktisches Aus von neuen Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2035 geeinigt. Es steht allerdings noch aus, inwieweit mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebene Verbrennungsmotoren auch nach 2035 in der EU zulassungsfähig sind. Der Ministerrat hat seine notwendige formelle Zustimmung von einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission abhängig gemacht. Auch bei der neuen Schadstoffnorm besteht weiterhin keine Planungssicherheit, da sich der Ende 2022 vorgelegte Legislativvorschlag für die Euro-7/VII-Regulierung noch in den Verhandlungen zwischen Europäischer Kommission, Rat der Europäischen Union und Europäischem Parlament befindet und noch nicht final ist.

Das finanzielle Risiko in den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology ist vergleichsweise gering. Das höchste Risiko geht bei Industrial Technology von Auswirkungen durch die Insolvenz kritischer Zulieferer aus. Bei Energy and Building Technology spielt als Risiko die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften die größte Rolle, da hierdurch die Wachstumschancen limitiert werden.

Im Unternehmensbereich Consumer Goods, bei dem das finanzielle Risiko unterproportional im Vergleich zum Anteil des Bereichs am Umsatz der Bosch-Gruppe ist, hat das Risiko von Beeinträchtigungen der Lieferketten und nachfolgender Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten eine hohe Relevanz. Zudem ergeben sich weiterhin Risiken aus den Marktveränderungen; dies gilt insbesondere im Hausgerätemarkt mit Blick auf die Digitalisierung.

Sicherungspolitik und finanzwirtschaftliche Risiken

Grundsätzliche Sicherungspolitik und Finanzderivate

Das operative Geschäft der Bosch-Gruppe ist insbesondere von Währungskurs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken betroffen. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken durch Sicherungsmaßnahmen zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden zentral gesteuert. Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Gemäß diesen Vorschriften dürfen derivative Finanzinstrumente nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage beziehungsweise bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Wesentliche Bestandteile der Richtlinien sind Händlerlimite. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt grundsätzlich über Banken mit guter Bonität nach dem Rating führender Agenturen und unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertungen der Finanzmärkte. Die Bonität der Bankpartner der Bosch-Gruppe wird eng verfolgt und das Risiko durch Kontrahentenlimite begrenzt.

Festgeldanlagen werden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Bank teilweise auch als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party-Repo-Geschäften abgeschlossen. Bei diesem Geschäft werden von der Bank zuvor definierte Wertpapiere als Sicherheit bereitgestellt. Die Geschäftsabwicklung sowie die Verwaltung und Bewertung der Wertpapiere werden von einer Clearingstelle übernommen. Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende Ausschüsse für Rohstoffe und Währungen sowie für Kapitalanlagen. Es besteht eine funktionale Trennung zwischen den Bereichen Handel, Abwicklung und Kontrolle. Der letztgenannte Bereich ermittelt vor allem Risiken nach der Value-at-Risk- sowie der Basis-Point-Value-Methode und kontrolliert laufend die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien.

Das Risiko der Finanzanlagen wird monatlich über ein Value-at-Risk-Konzept berechnet. Risiken für Finanzanlagen werden durch bedarfsorientiert durchgeführte Studien zur Anlagestrategie betrachtet und durch Anlagediversifikation begrenzt. Die Geschäftsführung wird monatlich über den Devisen- und Anlageausschuss über die Risikoanalysen und über die Ergebnisse von Anlage- und Sicherungsgeschäften informiert.

Währungsrisiken

Durch die zentrale Steuerung von Fakturierungs- und Einkaufswährungen werden Währungsrisiken aus Zahlungsströmen des operativen Geschäfts reduziert. Die Ermittlung des Währungsrisikos erfolgt auf Basis weltweit konsolidierter Cash-Flows in den jeweiligen Währungen. Dabei werden auf Basis des Wirtschaftsplans erwartete Zu- und Abflüsse in den verschiedenen Währungen für den Planungszeitraum in einer Devisenbilanz aggregiert erfasst und die resultierenden Nettopositionen ermittelt, die Gegenstand des zentralen Währungsmanagements sind.

Die größten Nettowährungspositionen des geplanten Cash-Flows bestehen in chinesischem Renminbi, US-Dollar, britischem Pfund und ungarischem Forint.

Kurssicherungen erfolgen im Wesentlichen über Devisentermingeschäfte, in geringerem Umfang werden auch Devisenoptionen und Währungsswaps eingesetzt. Für diese Geschäfte, die ausnahmslos mit Banken abgewickelt werden, sind Mindestanforderungen hinsichtlich Art und Umfang festgelegt. Das Risiko der wesentlichen operativen Fremdwährungspositionen wird mittels des Cash-Flow-at-Risk-Konzepts ermittelt. Diese Risikoanalysen sowie das Ergebnis der Sicherungen werden monatlich ermittelt und der Geschäftsführung ebenfalls über den Devisen- und Anlageausschuss vorgelegt.

Eine Sensitivitätsanalyse im Anhang gibt Auskunft über die Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern bei einer Veränderung des Euro um 10 %. Einbezogen sind die wichtigsten Währungen. Bezogen auf den chinesischen Renminbi, das britische Pfund, den ungarischen Forint und den japanischen Yen hätte eine solche Veränderung jeweils einen Effekt auf das Ergebnis vor Steuern im niedrigen zweistelligen Millionenbereich, bezogen auf den US-Dollar im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die bilanziellen Ergebniseffekte resultieren sowohl aus operativen Fremdwährungspositionen als auch aus Darlehensbeziehungen innerhalb der Bosch-Gruppe, wenn der Kredit ausnahmsweise in einer anderen als der lokalen Währung des Kreditnehmers gewährt worden ist, weil er zum Beispiel aus erwarteten Cash-Flows in dieser Währung zurückgezahlt werden kann. Das dargestellte bilanzielle Währungsrisiko weicht vom rein wirtschaftlichen Währungsrisiko ab, da letzteres ausschließlich auf Basis der geplanten operativen Cash-Flows ermittelt wird.

Zinsrisiken

Zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken aus Mittelanlagen und Mittelaufnahmen werden vereinzelt derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dies sind hauptsächlich Zinsswaps und Zinsfutures. In einer Sensitivitätsanalyse wurden die variabel verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die festverzinslichen Wertpapiere, Renten- und Geldmarktfonds sowie die Zinsderivate berücksichtigt. Eine Veränderung des Marktzinsniveaus würde Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern im einstelligen Millionenbereich haben.

Sonstige Preisrisiken

Zur Begrenzung der Risiken aus Schwankungen von Rohstoffpreisen werden Derivate eingesetzt. Für die Analyse des Rohstoffpreisrisikos wurden die zum Bilanzstichtag bewerteten Rohstoffpreisderivate berücksichtigt. Die Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern bei einer Veränderung des Terminkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Terminkurs zum Bilanzstichtag) liegen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Für die Bosch-Gruppe sind darüber hinaus zum Bilanzstichtag keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken bekannt.

Aktienkursrisiken

Die Bosch-Gruppe hält Aktien als Bestandteil der Finanzanlagen zur Deckung langfristiger Pensionsverpflichtungen sowie Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Für die Analyse des Aktienkursrisikos werden die Aktienbestände, die börsennotierten Beteiligungen, Aktienfonds sowie Aktienderivate berücksichtigt. Für den Jahresabschluss 2022 ergibt sich ein Buchwert von 4.863 Millionen Euro. Eine Veränderung des Aktienkursniveaus um 10 % nach oben oder unten (ausgehend vom Aktienkursniveau zum Stichtag) hätte auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital eine positive oder negative Auswirkung von rund 350 Millionen Euro, auf das Ergebnis vor Steuern von rund 130 Millionen Euro. Zur Verringerung der Aktienkursrisiken wird eine breit diversifizierte Anlagestrategie über verschiedene Regionen und Sektoren verfolgt.

Kreditrisiken

Das Kreditrisiko aus Kundenforderungen wird fortlaufend erfasst und überwacht. In einer internen Anweisung sind Zuständigkeiten und Aufgaben im Rahmen der Kreditverantwortung geregelt. Dies betrifft vor allem die Festlegung der Zahlungsbedingungen, die Festlegung des Kreditlimits, die Freigabe von Lieferungen sowie die Forderungsüberwachung.

Zur Verringerung des Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Rechnungen mit den entsprechenden Gutschriften in einem einzigen Arbeitsprozess verarbeitet, und in der Bilanz wird der Nettobetrag ausgewiesen. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und vom Kunden beabsichtigt ist, den Ausgleich der Forderung auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Forderung gleichzeitig mit der dazugehörigen Verbindlichkeit zu begleichen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert. Weiterhin liegen für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sicherheiten in Form von Bürgschaften, Grundpfandrechten und Hypotheken vor. Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen sehen wir kein wesentliches Ausfallrisiko.

Liquiditätsrisiken

Die Entwicklung von Finanzmitteln und -verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. In internen Richtlinien sind Aufgaben und Zuständigkeiten des Liquiditätsmanagements und der Liquiditätsplanung geregelt. Zur Verringerung des Liquiditätsrisikos werden Rechnungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit den entsprechenden erhaltenen Gutschriften in einem einzigen Abrechnungsprozess verarbeitet. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich der Verbindlichkeit auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Verbindlichkeit gleichzeitig mit der dazugehörigen Forderung zu begleichen. Darüber hinaus werden Sicherheiten in Form von Bürgschaften gestellt.

Aufgrund unserer komfortablen Liquiditätssituation, die im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage" dargestellt ist, stehen uns ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Wir schätzen das Liquiditätsrisiko daher als gering ein.

Risiken gemäß Compliance-Management-System

Wir haben 2022 keine besonderen korruptionsrelevanten Risiken innerhalb der Organisation festgestellt. Die allgemeinen korruptionsrelevanten Risiken betreffen insbesondere den Umgang mit Sonderzahlungen an unsere Kunden sowie Geschäftspartner mit einem erhöhten Risikoprofil. Dabei setzt sich die Regulierungsdichte und Verschärfung bei nationalen und internationalen Gesetzen und Behördenvorgaben hinsichtlich effektiver Compliance-, Datenschutz- und Informationssicherheits-Management-Systeme fort. Im Fokus stehen vor allem der Schutz von Hinweisgebern sowie die verschärfte Strafverfolgung von Unternehmen und natürlichen Personen.

Die zentrale Compliance-Organisation wurde auch 2022 inhaltlich und personell weiterentwickelt; dazu führen wir unter anderem die Digitalisierung unserer Compliance-Kernprozesse fort. Zur weiteren Risikominimierung haben wir ein neues IT-Tool zur Integritätsprüfung und zum Monitoring ausgewählter Geschäftspartner eingeführt. Im Bereich Datenschutz- und Informationssicherheit haben wir die Anbindung regionaler Datenschutzteams an die Zentrale weitestgehend abgeschlossen sowie unsere zentrale Regelung überarbeitet und auditiert. Wir haben damit begonnen, die europäischen Vorgaben in den Bereichen Hinweisgebersystem und -schutz umzusetzen. Um die Bekanntheit und Nutzung des Hinweisgebersystems zu steigern und das Vertrauen in die internen Untersuchungen zu stärken, haben wir eine konzernweite Kampagne zur Sensibilisierung gestartet. Ferner haben wir das webbasierte Pflichttrainingsprogramm erweitert und Schulungen überarbeitet.

Die geopolitischen Entwicklungen, wie zum Beispiel der Krieg in der Ukraine, führen international zu neuen beziehungsweise verschärften, den freien internationalen Warenverkehr einschränkenden Regularien. Dazu zählen exportkontroll- und sanktionsrechtliche Vorschriften in zahlreichen Ländern. Diese sind sanktionsbewehrt und könnten bei vergangenen oder künftigen Verstößen zu Sanktionen und Schadensersatzforderungen wie auch zu Nachteilen in Bezug auf die Reputation führen. Im Hinblick auf die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen und rechtlichen Risiken sowie Reputationsrisken entwickelt Bosch seine Exportkontrollorganisation kontinuierlich weiter.

Rechtsrisiken

Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen gibt es Ermittlungen in- und ausländischer Behörden gegen verschiedene Fahrzeughersteller, zum Teil auch gegen Bosch als Lieferant von Motorsteuergeräten. Gegen Bosch sind nach unserer Kenntnis 2022 keine neuen Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit Beklagte in zahlreichen zivilrechtlichen Sammel- und Einzelklagen. In den USA konnte Bosch 2022 unter anderem in einer Zivilklage des California Attorney General eine Einigung über 25 Millionen US-Dollar erzielen. Bosch erkennt damit weder den klägerseits vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein.

Aus den noch anhängigen und etwaigen weiteren Klagen resultieren Risiken, die wir jedoch insgesamt nicht als größer einschätzen als schon bisher. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Ermittlungen von Kartellbehörden im Automobilzulieferbereich, auch gegen Bosch, dauern in einzelnen Ländern an. Zudem hat die französische Kartellbehörde ihre Ermittlungen gegen die BSH Hausgeräte in Frankreich wegen eines möglichen Kartellrechtsverstoßes abgeschlossen und im Rahmen des laufenden Verfahrens der BSH Frankreich die erhobenen Vorwürfe mitgeteilt.

Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf 505 Millionen Euro. Aus dem Geschäftsjahr 2022 sind der Geschäftsführung keine weiteren rechtlichen Risiken bekannt, die nach heutiger Einschätzung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen könnten.

 

Stuttgart, den 15. März 2023

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Geschäftsführung

Dr. Stefan Hartung

Dr. Christian Fischer

Filiz Albrecht

Dr. Markus Forschner

Dr. Markus Heyn

Dr. Tanja Rückert

Konzernabschluss der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung zum 31. Dezember 2022

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

1. Januar bis 31. Dezember 2022

Werte
in Millionen Euro
Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse 7) 88.201 78.748
Herstellungskosten des Umsatzes 8) -59.742 -52.933
Bruttoergebnis 28.459 25.815
Vertriebs- und Verwaltungskosten 8) -17.812 -16.384
Forschungs- und Entwicklungskosten 8) -7.224 -6.110
Sonstige betriebliche Erträge 9) 2.634 2.336
Sonstige betriebliche Aufwendungen 10) -2.582 -2.840
Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -1 -2
EBIT 3.474 2.815
Finanzerträge 11) 3.829 2.728
Finanzaufwendungen 11) -4.390 -2.244
Ergebnis vor Steuern 2.913 3.299
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12) -1.075 -800
Ergebnis nach Steuern 1.838 2.499
davon nicht beherrschende Anteile 538 484
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 1.300 2.015

Konzern-Gesamtergebnisrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2022

Werte
in Millionen Euro
2022 2021
Ergebnis nach Steuern 1.838 2.499
Veränderung aus Schuldinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert -483 -216
in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert 169 -80
Währungsumrechnung ausländischer Tochtergesellschaften 23 808
in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert -289 -12
Reklassifizierbares Ergebnis -460 592
Veränderung aus Eigenkapitalinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert -985 608
Neubewertungen bei Pensionsrückstellungen 2.040 802
Nicht reklassifizierbares Ergebnis 1.055 1.410
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen der Periode 595 2.002
Gesamtergebnis 2.433 4.501
davon nicht beherrschende Anteile 478 690
davon Gesellschafter des Mutterunternehmens 1.955 3.811

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

Werte
in Millionen Euro
Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Kurzfristige Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 14) 6.459 6.196
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15) 16.528 14.034
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 16) 3.803 7.897
Vertragsvermögenswerte 17) 1.006 955
Ertragsteuerforderungen 267 450
Sonstige Vermögenswerte 18) 2.422 2.148
Vorräte 19) 16.528 13.652
47.013 45.332
Langfristige Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte 16) 14.021 15.864
Vertragsvermögenswerte 17) 567 434
Ertragsteuerforderungen 255 183
Sachanlagen 20) 23.014 21.404
Nutzungsrechte 32) 2.068 2.000
Immaterielle Vermögenswerte 21) 10.254 9.150
At Equity bewertete Beteiligungen 6) 66 24
Sonstige Vermögenswerte 18) 871 964
Latente Steuern 12) 2.003 1.756
53.119 51.779
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 6) 115 612
Bilanzsumme 100.247 97.723

Passiva

Werte
in Millionen Euro
Anhang 31.12.2022 31.12.2021
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22) 10.761 9.948
Leasingverbindlichkeiten 32) 532 510
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23) 2.210 1.370
Vertragsverbindlichkeiten 24) 1.644 1.359
Ertragsteuerverpflichtungen 12) 738 728
Sonstige Verbindlichkeiten 25) 8.506 7.802
Sonstige Rückstellungen 25) 4.850 6.521
29.241 28.238
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 23) 5.457 4.395
Leasingverbindlichkeiten 32) 1.635 1.556
Vertragsverbindlichkeiten 24) 806 614
Sonstige Verbindlichkeiten 25) 45 31
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 26) 9.384 11.663
Sonstige Rückstellungen 25) 6.316 6.056
Latente Steuern 12) 572 632
24.215 24.947
Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in direktem Zusammenhang stehende Schulden 6) 64 234
Eigenkapital 27)
Gezeichnetes Kapital 1.200 1.200
Kapitalrücklage 4.557 4.557
Gewinnrücklagen 38.483 36.180
Eigenkapital der Gesellschafter des Mutterunternehmens 44.240 41.937
Nicht beherrschende Anteile 2.487 2.367
46.727 44.304
Bilanzsumme 100.247 97.723

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Werte in Millionen Euro Anhang 27) Gewinnrücklagen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftete Ergebnisse Eigene Anteile
1.1.2021 1.200 4.557 37.632 -62
Ergebnis nach Steuern 2.015
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen
Gesamtergebnis 2.015
Dividendenzahlungen -67
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -2
Übrige Veränderungen 250
31.12.2021 1.200 4.557 39.828 -62
Anpassungen aus IAS 29 und IAS 37 228
1.1.2022 1.200 4.557 40.056 -62
Ergebnis nach Steuern 1.300
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen
Gesamtergebnis 1.300
Dividendenzahlungen -143
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -1
Übrige Veränderungen 380
31.12.2022 1.200 4.557 41.592 -62
Werte in Millionen Euro Anhang 27) Gewinnrücklagen
Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Währungsumrechnung Finanzinstrumente
1.1.2021 -1.937 2.141
Ergebnis nach Steuern
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen 604 391
Gesamtergebnis 604 391
Dividendenzahlungen
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen -285
31.12.2021 -1.333 2.247
Anpassungen aus IAS 29 und IAS 37 266
1.1.2022 -1.067 2.247
Ergebnis nach Steuern
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen 84 -1.470
Gesamtergebnis 84 - 1.470
Dividendenzahlungen
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen
Übrige Veränderungen -403
31.12.2022 -983 374
Werte in Millionen Euro Anhang 27)
Kumulierte ergebnisneutrale Eigenkapitalveränderung
Pensionen Summe Eigenkapital Mutterunternehmen Eigenkapital nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
1.1.2021 -5.302 -5.098 38.229 1.937 40.166
Ergebnis nach Steuern 2.015 484 2.499
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen 801 1.796 1.796 206 2.002
Gesamtergebnis 801 1.796 3.811 690 4.501
Dividendenzahlungen -67 -283 -350
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -2 2 0
Übrige Veränderungen 1 -284 -34 21 -13
31.12.2021 -4.500 -3.586 41.937 2.367 44.304
Anpassungen aus IAS 29 und IAS 37 266 494 494
1.1.2022 -4.500 -3.320 42.431 2.367 44.798
Ergebnis nach Steuern 1.300 538 1.838
Erfolgsneutral erfasste Wertänderungen 2.041 655 655 -60 595
Gesamtergebnis 2.041 655 1.955 478 2.433
Dividendenzahlungen 0 -143 -367 -510
Änderungen der Anteilsverhältnisse in Tochterunternehmen -1 -1
Übrige Veränderungen 21 -382 -2 9 7
31.12.2022 -2.438 -3.047 44.240 2.487 46.727

Konzernkapitalflussrechnung

Werte
in Millionen Euro
Anhang 28) 2022 2021
EBIT 3.474 2.815
Abschreibungen 1 5.045 4.995
Buchgewinne/-verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 17 61
Ergebnis aus at Equity bewerteten Beteiligungen 1 2
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -133 24
Veränderung Vorräte -2.256 -2.840
Veränderung Forderungen und sonstige Vermögenswerte -2.338 -186
Veränderung Verbindlichkeiten 887 2.117
Veränderung Pensions- und sonstige Rückstellungen -1.532 1.053
Gezahlte Zinsen -240 -208
Erhaltene Zinsen und Dividenden 507 451
Sonstige zahlungswirksame Finanzaufwendungen und -erträge -224 -140
Gezahlte Ertragsteuern -1.349 -1.254
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit (A) 1.859 6.890
Erwerb von Tochterunternehmen -1.152 -322
Veräußerung von Tochterunternehmen -21 103
Investitionen in das Anlagevermögen -5.985 -4.660
Erlöse aus Abgang von Anlagevermögen 743 487
Veränderung Wertpapiere und Termingeldanlagen (Laufzeit mehr als 90 Tage) 4.079 -2.987
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit (B) -2.336 -7.379
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen -1 20
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 2.042 232
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -240 -1.902
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -590 -560
Gezahlte Dividenden -510 -350
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit (C) 701 -2.560
Veränderung der Liquidität (A+B+C) 224 -3.049
Liquidität Jahresanfang (1.1.) 6.196 8.955
Wechselkursbedingte Veränderung der Liquidität 23 302
Konsolidierungskreisbedingte Veränderung der Liquidität 17 9
Veränderung der zur Veräußerung gehaltenen Liquidität -1 -21
Liquidität Jahresende (31.12.) 6.459 6.196

1 Nach Verrechnung von Zuschreibungen in Höhe von 2 Millionen EUR (Vorjahr 4 Millionen EUR).

Konzernanhang

Grundlagen und Methoden

1. Allgemeine Angaben

Die Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Amtsgericht Stuttgart, HRB 14000; kurz: Robert Bosch GmbH) hat ihren Sitz in Stuttgart, Deutschland. Die Geschäftsanschrift ist Robert-Bosch-Platz 1,70839 Gerlingen, Deutschland. Gesellschafter der Robert Bosch GmbH sind die Robert Bosch Stiftung Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart (93,99 % der Anteile), die ERBO II Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart (5,36 % der Anteile) sowie die Robert Bosch Industrietreuhand KG, Stuttgart (0,01 % der Anteile), die die unternehmerischen Gesellschafterfunktionen ausübt. Die Robert Bosch GmbH hält eigene Anteile in Höhe von 0,64 % des Kapitals. Zu weiteren Ausführungen über die Geschäftstätigkeit der Bosch-Gruppe verweisen wir auf den Konzernlagebericht.

Der Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH zum 31. Dezember 2022 ist in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und International Accounting Standards (IAS) sowie den entsprechenden Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards am Abschlussstichtag in der EU anzuwenden sind, aufgestellt. Ergänzend wurden die Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB beachtet. Die Angaben zum Vorjahr sind nach denselben Grundsätzen ermittelt.

Zur Klarheit und Übersichtlichkeit des Konzernabschlusses sind einzelne Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Die Konzernwährung ist der Euro (EUR). Alle Beträge werden in Millionen EUR angegeben, soweit nicht anders vermerkt.

Der zum 31. Dezember 2022 aufgestellte Konzernabschluss wurde am 15. März 2023 durch die Geschäftsführung zur Veröffentlichung freigegeben. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden beim Unternehmensregister eingereicht und dort bekannt gemacht.

2. Änderungen in der Rechnungslegung

Im Geschäftsjahr 2022 erstmals angewendete Rechnungslegungsstandards

Im Geschäftsjahr waren die folgenden Änderungen erstmals verpflichtend anzuwenden:

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (Verweis auf das Rahmenkonzept),

IAS 16 Sachanlagen (Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands),

IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen (Umfang der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen),

Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2018-2020.

Die Änderungen des IFRS 3, des IAS 16 und die jährlichen Verbesserungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH. Die Auswirkungen aus der Änderung des IAS 37 sind unter Punkt "Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von Rechnungslegungsstandards" in diesem Kapitel dargestellt.

Nicht vorzeitig angewendete Rechnungslegungsstandards

Bereits im November 2021 hat die EU IFRS 17 Versicherungsverträge in geltendes Recht übernommen.

Darüber hinaus hat die EU im Jahr 2022 Änderungen an folgenden Rechnungslegungsstandards in geltendes Recht übernommen:

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Angabe der Rechnungslegungsmethoden),

IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler (Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen),

IAS 12 Ertragsteuern (Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen),

IFRS 17 Versicherungsverträge (Vergleichsinformationen bei "Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9").

Alle genannten Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. In der Bosch-Gruppe erfolgt keine vorzeitige Anwendung der genannten Änderungen.

Aus der erstmaligen Anwendung der genannten Änderungen werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH erwartet.

Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von Rechnungslegungsstandards

Im Berichtsjahr wurden erstmals die Vorschriften des IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern bei der Erstellung der Abschlüsse der Tochtergesellschaften in Argentinien und der Türkei angewendet. In der Vergangenheit waren die Auswirkungen der Hochinflationsbilanzierung unwesentlich. Die Auswirkungen aus der Anpassung der nicht monetären Bilanzposten zum 1. Januar 2022 wurden ergebnisneutral in der Neubewertungsrücklage aus Währungsumrechnung erfasst, Vorjahreswerte wurden nicht angepasst.

Daneben wurden zum 1. Januar 2022 in Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften die Änderungen des IAS 37 hinsichtlich des Umfangs der Erfüllungskosten bei belastenden Verträgen erstmals angewendet. Die Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung führen zu einer Reduzierung der sonstigen Rückstellungen im Vertriebsbereich und werden zum Erstanwendungszeitpunkt in den Gewinnrücklagen aus erwirtschafteten Ergebnissen erfasst, Vorjahreswerte wurden nicht angepasst. Weitere Angaben sind in Kapitel 25 "Sonstige Verbindlichkeiten, sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten" enthalten.

Die Auswirkungen der genannten Änderungen auf die Bilanzpositionen zum 1. Januar 2022 sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Aktiva

Millionen EUR 31.12.2021 IAS 29 IAS 37 1.1.2022
Kurzfristige Vermögenswerte
Sonstige Vermögenswerte 2.148 1 2.149
Vorräte 13.652 54 13.706
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 21.404 290 21.694
Nutzungsrechte 2.000 6 2.006
Immaterielle Vermögenswerte 9.150 2 9.152
Sonstige Vermögenswerte 964 4 968
Latente Steuern 1.756 -63 -6 1.687

Passiva

Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 6.521 -124 6.397
Langfristige Schulden
Vertragsverbindlichkeiten 614 13 627
Sonstige Rückstellungen 6.056 -110 5.946
Latente Steuern 632 15 647
Eigenkapital
Gewinnrücklagen
Erwirtschaftete Ergebnisse 39.828 228 40.056
Kumulierte ergebnisneutrale
Eigenkapitalveränderung -3.586 266 -3.320

3. Währungsumrechnung

In den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährungen mit dem Stichtagskurs bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Kursgewinne und -verluste aus Umbewertungen werden ergebniswirksam erfasst.

Fremdwährungsabschlüsse werden gemäß IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen in Euro umgerechnet. Aktiv- und Passivposten werden mit dem Stichtagskurs, das Eigenkapital mit historischen Kursen umgerechnet. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Die hieraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden bis zum Abgang der Tochterunternehmen ergebnisneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen.

Für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe gelten folgende Kurse:

Stichtagskurs Durchschnittskurs
1 EUR = 31.12.2022 31.12.2021 2022 2021
Australien AUD 1,57 1,56 1,52 1,57
Brasilien BRL 5,64 6,37 5,44 6,38
China CNY 7,36 7,22 7,08 7,63
Indien INR 88,17 84,26 82,72 87,45
Japan JPY 140,66 130,44 137,99 129,89
Kanada CAD 1,44 1,45 1,37 1,48
Korea KRW 1.344,09 1.347,56 1.357,94 1.353,99
Mexiko MXN 20,86 23,24 21,20 23,99
Polen PLN 4,68 4,60 4,69 4,56
Russische Föderation RUB 75,66 84,89 72,50 87,16
Schweiz CHF 0,98 1,04 1,00 1,08
Tschechische Republik CZK 24,12 24,92 24,56 25,64
Türkei TRY 19,96 14,72 19,96 10,50
Ungarn HUF 400,87 369,00 391,37 358,57
USA USD 1,07 1,13 1,05 1,18
Vereinigtes Königreich GBP 0,89 0,84 0,85 0,86

Die Abschlüsse von konsolidierten Gesellschaften in Hochinflationsländern werden gemäß IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern aufgestellt. Das betrifft im Berichtsjahr die Tochtergesellschaften in Argentinien und in der Türkei. Bei der Bestimmung von Hochinflationsländern werden die Verlautbarungen der International Practices Task Force (ITPF) des Center of Audit Quality herangezogen. Gemäß IAS 29 werden nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, das Eigenkapital sowie die Positionen der Gewinn- und Verlust- sowie der Gesamtergebnisrechnung mit dem allgemeinen Preisindex des jeweiligen Landes indexiert. In der Türkei wird der Verbraucherpreisindex des Statistikinstituts TURKSTAT verwendet, der am 31. Dezember 2022 bei 1.128,45 lag (Vorjahr 686,95). Der in Argentinien verwendete, von der FACPCE festgelegte Verbraucherpreisindex lag am 31. Dezember 2022 bei 1.134,59 (Vorjahr 582,46). Monetäre Posten der Bilanz werden nicht angepasst. Das Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Bilanzposten wird im Finanzergebnis in den Aufwendungen und Erträgen aus Wechselkursveränderungen erfasst. Angaben zur erstmaligen Anwendung von IAS 29 sind in Kapitel 2 "Änderungen in der Rechnungslegung" im Abschnitt Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung von Rechnungslegungsstandards enthalten.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die für die Erstellung des Konzernabschlusses der Robert Bosch GmbH geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden innerhalb der Erläuterungen zu den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise der Bilanz dargestellt. Die für Finanzinstrumente geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden zusammenhängend in Kapitel 30 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" dargestellt.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind bis auf die in Kapitel 2 dargestellten Ausnahmen im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich unverändert.

5. Annahmen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass für einige Positionen Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Annahmen und Schätzungen wirken sich aus auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten in der Berichtsperiode. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit können die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu Anpassungen des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich insbesondere auf die folgenden Sachverhalte:

Die Ermittlung von Wertberichtigungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerte basiert auf Schätzungen und Annahmen hinsichtlich der Bonität einzelner Kunden. Die Bewertung von Vorräten erfordert Annahmen und Schätzungen, unter anderem in Bezug auf die Ermittlung des Nettoveräußerungswertes. Bei der Überprüfung der Werthaltigkeit der Firmenwerte, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sowie des Sachanlagevermögens werden diskontierte zukünftige Zahlungsströme zugrunde gelegt, die mit Schätzungen verbunden sind. Außerdem werden Annahmen bei der Ermittlung der verwendeten Diskontierungszinssätze sowie der Wachstumsfaktoren getroffen. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Leasingverhältnissen sind Annahmen und Schätzungen im Hinblick auf die Ausübungswahrscheinlichkeit von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen erforderlich. Die Bilanzierung aktiver latenter Steuern setzt voraus, dass ihre zukünftige Realisierung wahrscheinlich ist. Es sind deshalb Annahmen zu treffen in Bezug auf künftig erwirtschaftete steuerpflichtige Gewinne sowie den Zeitpunkt, an dem sich temporäre Bewertungsdifferenzen voraussichtlich umkehren werden. Weitere Annahmen sind erforderlich bei der Bestimmung der wirtschaftlichen Nutzungsdauern des abnutzbaren Sachanlagevermögens sowie immaterieller Vermögenswerte. Die Ermittlung des Wertansatzes von Beteiligungen setzt ebenfalls Annahmen und Schätzungen voraus. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit Hilfe versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Hierbei sind verschiedene Annahmen erforderlich, beispielsweise bezüglich der Lebenserwartung, der künftigen Gehaltsentwicklung, der Rentendynamik sowie des Abzinsungsfaktors. Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen beruhen auf Schätzungen hinsichtlich Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse. Diesen Schätzungen werden, wenn möglich, Erfahrungen aus der Vergangenheit zugrunde gelegt, und sie werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Makroökonomische Entwicklungen im Berichtsjahr, vor allem die Entwicklung der Inflation und der Anstieg des Zinsniveaus, wurden bei der Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und anderen Vermögenswerten des Anlagevermögens, aber auch bei der Bemessung von Rückstellungen in angemessener Weise berücksichtigt.

In Bezug auf die Berücksichtigung von klimabezogenen Sachverhalten bei der Erstellung des Konzernabschlusses wird die Gesetzgebung kontinuierlich verfolgt. Auswirkungen aus gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf den Verbrennungsmotor, aber auch die zunehmende Elektrifizierung in verschiedenen Bereichen, der Übergang zur Elektromobilität, die zunehmende Nutzung von regenerativen Energien und weitere aktuelle Entwicklungen werden bereits jetzt in der Mittelfristplanung berücksichtigt. Auswirkungen können sich dabei insbesondere auf die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten ergeben, da die Mittelfristplanung die Grundlage für die Ermittlung der künftigen Mittelzuflüsse (Cash-Flows) der Cash Generating Units ist. Im Berichtsjahr haben sich keine Auswirkungen aus der Berücksichtigung klimabezogener Sachverhalte auf die Bilanzierung und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden ergeben.

Im Berichtsjahr haben sich die Unsicherheiten aus der Coronavirus-Pandemie, die von 2020 an bestanden, deutlich reduziert. Wie in den Jahren zuvor ergaben sich in Bezug auf die Annahmen und Schätzungen, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses für die Bilanzierung und Bewertung herangezogen wurden, keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bosch-Gruppe.

Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen geltenden Sanktionsbestimmungen und Handelsbeschränkungen führten zu einer Neubewertung der Ausfallrisiken von Forderungen gegen Unternehmen mit Sitz in Russland, Belarus und der Ukraine, es wurden in der Folge Abwertungen in unwesentlichem Umfang vorgenommen. Weitere Auswirkungen haben sich im Hinblick auf die geplante Veräußerung einzelner Tochtergesellschaften mit Sitz in Russland sowie erforderliche Wertminderungen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens und Nutzungsrechte ergeben. Angaben hierzu sind in Kapitel 6 "Konsolidierung", Kapitel 20 "Sachanlagen" und Kapitel 32 "Leasing" enthalten.

6. Konsolidierung

Konsolidierungsmethoden

In den Konzernabschluss sind neben der Robert Bosch GmbH die Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Robert Bosch GmbH die Kriterien für Beherrschung gemäß IFRS 10 Konzernabschlüsse erfüllt. Diese Unternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen, von dem an die Möglichkeit zur Beherrschung besteht. Umgekehrt werden Tochterunternehmen dann nicht mehr vollkonsolidiert, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Das Kapital der im Berichtsjahr erstmals konsolidierten Gesellschaften ist gemäß IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode konsolidiert. Zum Zeitpunkt des Erwerbs werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem anteiligen neu bewerteten Eigenkapital verrechnet. Dabei sind Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten grundsätzlich zu Zeitwerten angesetzt. Verbleibende aktivische Unterschiedsbeträge werden als Firmenwerte bilanziert. Passivische Unterschiedsbeträge werden nach einer erneuten Beurteilung ergebniswirksam erfasst. Im Fall zugekaufter und abgehender nicht beherrschender Anteile wird der Unterschiedsbetrag mit dem Eigenkapital verrechnet.

Alle konzerninternen Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und sonstigen Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen werden eliminiert. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern angesetzt.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Robert Bosch GmbH weitere 468 (Vorjahr 440) vollkonsolidierte Gesellschaften. Er hat sich wie folgt entwickelt:

Inland Ausland Gesamt
Einbezogen zum 1.1.2021 84 355 439
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2021 3 19 22
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2021 -6 -14 -20
Einbezogen zum 31.12.2021 81 360 441
Zugänge/Neugründungen im Geschäftsjahr 2022 3 40 43
Abgänge/Fusionen im Geschäftsjahr 2022 -6 -9 -15
Einbezogen zum 31.12.2022 78 391 469

Im Konsolidierungskreis sind vier Spezialfonds sowie andere Anlageobjekte enthalten.

Im Geschäftsjahr 2022 werden folgende Gesellschaften erstmals konsolidiert:

Bosch (Shanghai) Smart Life Technology Ltd., Shanghai, China,

Bosch Building Technology B.V., Nieuwegein, Niederlande,

Bosch Charging Solutions GmbH, Stuttgart, Deutschland,

Bosch grow platform LLC, Wilmington, DE, Vereinigte Staaten,

BSH Home Appliances S.A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko,

Elmo Motion Control Ltd., Petach Tikva, Israel,

Elmo Motion Control Inc., Nashua, NH, Vereinigte Staaten,

Elpro Group AG, Buchs, Schweiz (der Teilkonzern umfasst neun Gesellschaften),

ETAS S.A.S., Saint-Ouen, Frankreich,

Five AI Inc., Wilmington, DE, Vereinigte Staaten,

Five AI Limited, Bristol, Vereinigtes Königreich,

Gas Alarm Systems Limited, Nelson, Vereinigtes Königreich,

Hacousto Group B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Hacousto Holland B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Hacousto Protec B.V., Amsterdam, Niederlande,

Hacousto Protec Projects B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Hacousto Security Systems B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Hacousto Videotechniek B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Halin Communication Technology B.V., Best, Niederlande,

Hörburger AG, Waltenhofen, Deutschland,

ItoM Services B.V., Eindhoven, Niederlande,

Kassow Robots ApS, Kopenhagen, Dänemark,

KB Wiper Systems Co., Ltd., Daegu, Korea,

Le-AutomatiX (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China,

Le-HydrauliX BoWei (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China,

Lynteck Limited, Nelson, Vereinigtes Königreich,

Minima Processor Oy, Oulu, Finnland,

MoTeC Holdings Pty Ltd., Docklands, Australien,

MoTeC Pty Ltd., Croydon South, Australien,

Protec Brandbeveiliging B.V., Berkel en Rodenrijs, Niederlande,

Protec Camerfield Limited, Nelson, Vereinigtes Königreich,

Protec Fire Detection Pty. Ltd., Sydney, Australien,

Protec Fire Detection (Export) Limited, Nelson, Vereinigtes Königreich,

S.C. Hörburger s.r.l., Sibiu, Rumänien,

United Automotive Electronic Systems (Liuzhou) Co., Ltd., Liuzhou, China.

Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises erhöhen sich die Umsatzerlöse im Berichtsjahr um 130 Millionen EUR und die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2022 erhöht sich um 1.038 Millionen EUR.

Zusammengefasste Finanzinformationen vollkonsolidierter Tochtergesellschaften mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Millionen Euro Bosch Powertrain Systems Co., Ltd., Wuxi, China United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, China
2022 2021 2022 2021
Kurzfristige Vermögenswerte 2.117 2.046 2.436 2.205
Langfristige Vermögenswerte 475 469 1.555 1.456
Kurzfristige Schulden 1.195 1.202 1.667 1.486
Langfristige Schulden 7 4 252 214
Umsatzerlöse 1.972 2.115 4.313 3.434
Ergebnis nach Steuern 426 445 476 406
Gesamtergebnis 397 564 431 615
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 406 285 582 559
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -73 -70 -353 -152
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -333 -215 -210 -276
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 34,0 % 34,0 % 49,0 % 49,0 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis nach Steuern 145 151 233 199
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 473 445 1.015 961
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 108 73 159 130
Millionen Euro Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, China Bosch Ltd., Bengaluru, Indien
2022 2021 2022 2021
Kurzfristige Vermögenswerte 1.204 1.287 1.032 964
Langfristige Vermögenswerte 627 601 951 979
Kurzfristige Schulden 1.058 1.103 558 559
Langfristige Schulden 1 12 40 39
Umsatzerlöse 1.836 1.529 1.695 1.303
Ergebnis nach Steuern 209 176 176 143
Gesamtergebnis 195 255 114 230
Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit 144 106 211 48
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit -110 -76 -49 -19
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit -168 -218 -96 -41
Kapitalanteil der nicht beherrschenden Anteile 49,0 % 49,0 % 29,5 % 29,5 %
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Ergebnis nach Steuern 102 86 52 42
Anteil der nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital 378 379 409 397
An nicht beherrschende Anteile gezahlte Dividenden 69 61 22 12

Die zusammengefassten Finanzinformationen der jeweiligen Gesellschaften entsprechen den Werten vor Durchführung von Konsolidierungsmaßnahmen.

Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftliche Tätigkeiten

Die Bilanzierung gemeinsamer Vereinbarungen im Sinne des IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen ist abhängig von der Einstufung als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen, die wiederum durch die vertraglich vereinbarten Rechte und Pflichten der Parteien bestimmt wird. Bei Vorliegen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit werden die der Bosch-Gruppe zustehenden Rechte an den Vermögenswerten, Schulden, Aufwendungen und Erträgen anteilig in den entsprechenden Posten des Konzernabschlusses bilanziert. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 werden gemäß IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Der Buchwert dieser Anteile wird entsprechend den auf die Bosch-Gruppe entfallenden Veränderungen des Eigenkapitals der gemeinschaftlich geführten Unternehmen fortgeführt, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen.

Die folgenden Gemeinschaftsunternehmen stehen gemäß IFRS 11 unter gemeinschaftlicher Führung und werden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert:

Bosch BASF Smart Farming GmbH, Köln, Deutschland (50 %),

BS Systems GmbH & Co. KG, Zusmarshausen, Deutschland (50 %),

MAGURA Bosch Parts & Services GmbH & Co. KG, Bad Urach, Deutschland (50 %),

North America Fuel Systems Remanufacturing LLC, Kentwood, MI, Vereinigte Staaten (50 %).

Die genannten Anteile am Kapital entsprechen den Stimmrechtsanteilen. BS Systems GmbH & Co. KG, MAGURA Bosch Parts & Services GmbH & Co. KG und North America Fuel Systems Remanufacturing LLC werden aus Wesentlichkeitsgründen erstmals zum 31. Dezember 2022 nach der Equity-Methode bilanziert. Die Buchwerte der Anteile an den drei genannten Gesellschaften wurden auf Basis der letzten verfügbaren Jahresabschlüsse zum 31. Dezember 2021 ermittelt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen

Millionen Euro 2022 2021
Buchwert der Anteile 27 3
Konzernanteil am Ergebnis nach Steuern 0 -2
Konzernanteil an den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Periode 0
Konzernanteil am Gesamtergebnis 0 -2

Der Buchwert der Anteile der genannten einzeln nicht wesentlichen Gemeinschaftsunternehmen entspricht dem anteiligen Eigenkapital dieser Gesellschaften.

Seit Beginn des Berichtsjahres besteht zwischen der Robert Bosch GmbH und der zum Volkswagen-Konzern gehörenden CARIAD SE, Wolfsburg, Deutschland, eine Kooperation auf dem Gebiet der Entwicklung einer Softwareplattform für das teil- und hochautomatisierte Fahren. Der Hauptgeschäftssitz der gemeinschaftlichen Tätigkeit befindet sich am Standort Ingolstadt, Deutschland. Die anfallenden Entwicklungsaufwendungen werden von den Kooperationspartnern zu gleichen Teilen getragen. Jede Partei erhält Nutzungs- und Vermarktungsrechte an den gemeinsam entwickelten Ergebnissen, eine gemeinsame Vermarktung der Entwicklungsergebnisse erfolgt nicht.

Assoziierte Unternehmen

Gemäß IAS 28 sind auch Beteiligungen, wenn ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einzubeziehen.

Die folgenden assoziierten Unternehmen werden zum 31. Dezember 2022 gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert:

ads-tec Energy plc, Dublin, Irland (21,4 %),

BOXT Limited, Leeds, Vereinigtes Königreich (20 %),

plc2 Design GmbH, Endingen am Kaiserstuhl, Deutschland (25 %),

ZF Steering Gear (India) Ltd., Pune, Indien (25,8 %).

BOXT Limited und ZF Steering Gear (India) Ltd. werden aus Wesentlichkeitsgründen erstmals zum 31. Dezember 2022 nach der Equity-Methode bilanziert, die Buchwerte der Beteiligungen wurden auf Basis der letzten verfügbaren Jahresabschlüsse zum 31. März 2022 ermittelt. Bei der Ermittlung des Buchwertes der ads-tec Energy plc wurde der letzte verfügbare Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 zugrunde gelegt.

Zusammengefasste Finanzinformationen der einzeln nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen

Millionen Euro 2022 2021
Buchwert der Anteile 39 21
Konzernanteil am Ergebnis nach Steuern -1 0
Konzernanteil an den erfolgsneutral erfassten Wertänderungen der Periode 0
Konzernanteil am Gesamtergebnis -1 0

Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse im Berichtsjahr

Am 31. März 2022 wurden 100 % der Anteile an der Elpro Group AG, Buchs, Schweiz, einschließlich ihrer acht Tochterunternehmen erworben. Der Kaufpreis der Anteile belief sich auf 198 Millionen EUR und wurde durch die Übertragung von Zahlungsmitteln entrichtet. Die Gesellschaft wird vom 1. April 2022 an in den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH einbezogen und dem Unternehmensbereich Energy and Building Technologies zugeordnet. Vom Zeitpunkt der Erstkonsolidierung an hat Elpro 37 Millionen EUR zu den Konzernumsatzerlösen und 2 Millionen EUR zum Konzernergebnis nach Steuern beigetragen.

Die Elpro Group AG entwickelt Überwachungslösungen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie. Mit der Übernahme steigt der Geschäftsbereich Bosch Service Solutions in den Bereich der Pharmaservices ein. Aus dem Erwerb ergab sich ein Firmenwert in Höhe von 122 Millionen EUR, der steuerlich nicht abzugsfähig ist und im Wesentlichen einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale sowie den Wert der Belegschaft repräsentiert.

Mit Wirkung zum 27. Juni 2022 wurden 100 % der Anteile an der Five AI Inc., Wilmington, DE, Vereinigte Staaten, erworben. Der Erwerb umfasst außerdem eine Tochtergesellschaft und eine Beteiligung mit Sitz im Vereinigten Königreich. Der Kaufpreis der Anteile lag bei 120 Millionen EUR und wurde durch die Übertragung von Zahlungsmitteln beglichen. Die Gesellschaft ist dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugeordnet und wird vom 1. Juli 2022 an in den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH einbezogen. Five AI hat vom Erstkonsolidierungszeitpunkt an einen Verlust in Höhe von 1 Million EUR zum Konzernergebnis nach Steuern beigetragen.

Five AI ist ein in Europa führendes Start-up für automatisiertes Fahren. Mit dem Erwerb werden die Kompetenzen im Bereich der Software-Entwicklung für das automatisierte Fahren gestärkt. Der sich aus dem Erwerb ergebende Firmenwert beläuft sich auf 103 Millionen EUR und ist für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig. Er ist dem Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions zugeordnet und repräsentiert im Wesentlichen den Wert der Belegschaft.

Am 30. November 2022 wurden 100 % der Anteile an der Elmo Motion Control Ltd., Petach Tikva, Israel, einschließlich ihrer neun Tochterunternehmen erworben. Der vorläufige Kaufpreis für die Anteile belief sich auf 661 Millionen EUR und wurde durch die Übertragung von Zahlungsmitteln entrichtet. Die erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH erfolgte aus Wesentlichkeitsgründen zum 31. Dezember 2022, die Gesellschaft ist dem Unternehmensbereich Industrial Technology zugeordnet. Elmo Motion Control entwickelt und produziert elektrische High-End-Servoantriebe und Antriebssteuerungen für die industrielle Automation. Mit der Übernahme soll das Geschäft mit der Fabrikautomation des Geschäftsbereichs Drive and Control Technology gestärkt werden.

Die Analyse und Bewertung der Vermögenswerte, insbesondere der immateriellen Vermögenswerte, und Schulden des erworbenen Unternehmens waren zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses noch nicht abgeschlossen. Deshalb liegt keine endgültige Kaufpreisallokation vor, und die beizulegenden Zeitwerte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden sind als vorläufig zu betrachten.

Der vorläufig erfasste Firmenwert in Höhe von 502 Millionen EUR ist für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig und repräsentiert einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale sowie den Wert der Belegschaft.

In der folgenden Tabelle sind die beizulegenden Zeitwerte dargestellt, die bei den oben beschriebenen Unternehmenszusammenschlüssen zugegangen sind:

Millionen Euro Elmo Motion Control Ltd. (vorläufige Werte) Elpro Group AG Five AI Inc. Summe der Zeitwerte
Kurzfristige Vermögenswerte 67 25 3 95
darunter Zahlungsmittel 19 7 1 27
darunter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14 11 1 26
Langfristige Vermögenswerte 670 195 146 1.011
Finanzielle Vermögenswerte 5 5
Sachanlagen 3 12 0 15
Immaterielle Vermögenswerte 662 183 146 991
darunter Firmenwerte 502 122 103 727
Kurzfristige Schulden 55 9 21 85
Langfristige Schulden 21 13 8 42
Rückstellungen 1 2 0 3
Verbindlichkeiten einschl. latenter Steuern 20 11 8 39

Im Berichtsjahr wurden weitere kleinere Unternehmenserwerbe abgeschlossen, die einzeln betrachtet unwesentlich sind. Es wurden kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 67 Millionen EUR (darunter Zahlungsmittel in Höhe von 9 Millionen EUR und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 30 Millionen EUR) und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 100 Millionen EUR erworben sowie kurzfristige Schulden in Höhe von 124 Millionen EUR und langfristige Schulden in Höhe von 47 Millionen EUR übernommen. Die Summe der Kaufpreise, die im Wesentlichen durch die Übertragung von Zahlungsmitteln beglichen wurden, belief sich auf 221 Millionen EUR. Es wurden Firmenwerte in Höhe von insgesamt 225 Millionen EUR erfasst, die für steuerliche Zwecke nicht abzugsfähig sind und überwiegend einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale, den Wert der Belegschaft sowie immaterielle Vermögenswerte in unwesentlichem Umfang repräsentieren.

In der folgenden Tabelle sind die einzeln betrachtet unwesentlichen Unternehmenserwerbe aufgeführt:

Unternehmen Tätigkeit Aufnehmender Unternehmensbereich Erstmalige Konsolidierung Stimmrechtsanteile
Arioso Systems GmbH, Dresden, Deutschland Mikrolautsprecher auf MEMS-Basis Mobility Solutions 1.6.2022 100 % 1)
Atlatec GmbH, Karlsruhe, Deutschland Hochauflösende Digitalkarten für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren Mobility Solutions 1.4.2022 100 % 2)
Hörburger AG, Waltenhofen, Deutschland Gebäudeautomation und Energiemanagement Energy and Building Technology 1.3.2022 100 %
ItoM Services B.V., Eindhoven, Niederlande Integrierte Hochfrequenz Schaltkreise Mobility Solutions 1.12.2022 100 %
Kassow Robots ApS, Kopenhagen, Dänemark Kollaborative Industrieroboter Industrial Technology 1.5.2022 100 %
KB Wiper Systems Co., Ltd., Daegu, Korea Systeme für die Reinigung der Front- und Heckscheibe Mobility Solutions 1.6.2022 100 % 3)
Minima Processor Oy, Oulu, Finnland Technologie zur Reduzierung des Stromverbrauchs bei Sensoren Mobility Solutions 1.7.2022 100 %
MoTeC Holdings Pty. Ltd., Croydon, Australien Motorsporttechnologie für den Kundenrennsport Mobility Solutions 1.9.2022 100 %

1) Die Gesellschaft wurde im Berichtsjahr auf die Bosch Sensortec GmbH verschmolzen.
2) Die Gesellschaft wurde im Berichtsjahr auf die Robert Bosch GmbH verschmolzen.
3) Sukzessiver Unternehmenserwerb.

Die in der Tabelle genannten Unternehmenszusammenschlüsse haben vom Erwerbszeitpunkt an insgesamt 137 Millionen EUR zu den Konzernumsatzerlösen beigetragen und ein negatives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 10 Millionen EUR erwirtschaftet.

Unter der Annahme, dass die genannten Unternehmenszusammenschlüsse bereits zum 1. Januar 2022 stattgefunden hätten, hätten sich die Umsatzerlöse der Bosch-Gruppe auf 88.517 Millionen EUR und das Ergebnis nach Steuern auf 1.853 Millionen EUR belaufen.

Im Juli 2022 wurde der Erwerb der HydraForce Inc., Lincolnshire, IL, Vereinigte Staaten, angekündigt, nach Zustimmung der Kartellbehörden wurde die Transaktion am 3. Februar 2023 abgeschlossen. Der vorläufige Kaufpreis für 100 % der Anteile beläuft sich auf 974 Millionen EUR, es wurden kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 188 Millionen EUR (darunter Zahlungsmittel in Höhe von 18 Millionen EUR und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 66 Millionen EUR) und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 458 Millionen EUR erworben sowie kurzfristige Schulden in Höhe von 147 Millionen EUR und langfristige Schulden in Höhe von 102 Millionen EUR übernommen. Die Bewertung der übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Kaufpreisallokation waren zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses noch nicht abgeschlossen, die genannten Werte sind deshalb als vorläufig zu betrachten.

Mit der Übernahme von HydraForce sollen die Präsenz des Geschäftsbereichs Drive and Control Technology (Unternehmensbereich Industrial Technology) in Nordamerika gestärkt und das weltweite Hydraulikgeschäft ausgebaut werden. Aus der Transaktion ergibt sich ein vorläufiger Firmenwert in Höhe von 577 Millionen EUR, der für steuerliche Zwecke teilweise abzugsfähig ist und einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale sowie den Wert der Belegschaft repräsentiert.

Unternehmenszusammenschlüsse im Vorjahr

Am 30. November 2021 wurden 100 % der Anteile an der Protec Fire and Security Group Ltd., Nelson, Vereinigtes Königreich, einschließlich ihrer 19 Tochterunternehmen erworben. Die Gesellschaft wurde zum 31. Dezember 2021 erstmalig in den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH einbezogen und ist dem Unternehmensbereich Energy and Building Technology zugeordnet. Der endgültige Kaufpreis belief sich auf 354 Millionen EUR und wurde im Wesentlichen durch die Übertragung von Zahlungsmitteln beglichen. Protec Fire and Security Group Ltd. ist als Systemintegrator für Sicherheits- und Brandmeldetechnik schwerpunktmäßig im Vereinigten Königreich und in den Niederlanden tätig. Mit der Übernahme wurde das europäische Geschäft des Geschäftsbereichs Building Technologies gestärkt.

Zum Zeitpunkt der Freigabe des Konzernabschlusses des Vorjahres waren die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Unternehmens sowie die Kaufpreisallokation noch nicht abgeschlossen. Die endgültigen Werte der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Millionen Euro Protec Fire and Security Group Ltd.
Kurzfristige Vermögenswerte 120
darunter Zahlungsmittel 20
darunter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15
Langfristige Vermögenswerte 288
Sachanlagen 18
Immaterielle Vermögenswerte 270
darunter Firmenwert 174
Kurzfristige Schulden 30
Langfristige Schulden 24
Rückstellungen 4
Verbindlichkeiten einschl. latenter Steuern 20

Der sich aus der Transaktion ergebende Firmenwert in Höhe von 174 Millionen EUR ist dem Geschäftsbereich Building Technologies zugeordnet und steuerlich nicht abzugsfähig. Er repräsentiert den Wert der Belegschaft sowie einen Teil der erwarteten Synergiepotenziale.

Im Vergleich zu den vorläufigen Wertansätzen ergaben sich folgende Anpassungen: Die Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum vorläufigen Wert im Wesentlichen aufgrund der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte um 90 Millionen EUR erhöht. Gegenläufig haben sich die Schulden um 29 Millionen EUR auf 54 Millionen EUR erhöht, im Wesentlichen durch den erstmaligen Ansatz passiver latenter Steuern. Unter Berücksichtigung der Erhöhung des vorläufigen Kaufpreises um 9 Millionen EUR auf 354 Millionen EUR ergibt sich ein Firmenwert in Höhe von 174 Millionen EUR im Vergleich zum vorläufigen Firmenwert in Höhe von 226 Millionen EUR.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch ein Veräußerungsgeschäft erlöst wird. Entsprechende Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen sind unmittelbar veräußerbar und der Verkauf ist höchst wahrscheinlich. Sie werden gemäß IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet, sofern nicht ein anderer Standard eine abweichende Bewertung vorschreibt. Ein den Bestand des langfristigen Anlagevermögens übersteigender Wertminderungsbedarf wird über die Bildung von kurzfristigen Rückstellungen erfasst.

Zum 31. Dezember 2022 erfüllen die folgenden Aktivitäten die Voraussetzungen einer Klassifizierung als Veräußerungsgruppe im Sinne des IFRS 5:

Bereits im Vorjahr wurde die geplante Veräußerung des dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugeordneten Geschäfts mit Bremsscheiben für PKW bekannt gegeben. Betroffen von der Veräußerung sind die Anteile an den Gesellschaften Buderus Guss GmbH, Breidenbach, und Robert Bosch Lollar Guss GmbH, Lollar, beide Deutschland. Entgegen der ursprünglichen Absicht wurde die Transaktion im Berichtsjahr nicht abgeschlossen, da vor allem die Auswirkungen der unerwartet gestiegenen Strom- und Gaspreise auf das energieintensive Geschäft beider Gesellschaften zu einer Verzögerung bei den Veräußerungsverhandlungen führten. Der Abschluss der Transaktion ist weiterhin höchst wahrscheinlich und für das zweite Quartal 2023 geplant.

Im Berichtsjahr wurde die Entscheidung getroffen, die Anteile an den russischen Tochtergesellschaften OOO Robert Bosch Samara, Samara, und OOO Robert Bosch Saratov, Engels, zu veräußern. In beiden Gesellschaften, die dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugeordnet sind, werden Komponenten für Kraftfahrzeuge produziert. Die Veräußerungen sollen im ersten beziehungsweise im zweiten Quartal 2023 abgeschlossen werden. Des Weiteren wurde im Berichtsjahr die Veräußerung der Anteile an der OOO Bosch Power Tools, Engels, Russland, beschlossen. Die Gesellschaft ist dem Unternehmensbereich Consumer Goods zugeordnet und in der Produktion von Elektrowerkzeugen für professionelle Anwendungen tätig. Der Abschluss der Transaktion soll im zweiten Quartal 2023 erfolgen. Die Verträge zur Veräußerung der Anteile an der OOO Robert Bosch Saratov und an der OOO Bosch Power Tools wurden am 8. Februar 2023 unterzeichnet. Hintergrund der geplanten Veräußerungen der Tochtergesellschaften in Russland ist die aufgrund der sanktionsrechtlichen Rahmenbedingungen nur begrenzt mögliche Weiterführung der Produktion.

Im Rahmen der Klassifizierung der oben genannten Aktivitäten als Veräußerungsgruppe wurde im Berichtsjahr ein Aufwand in Höhe von 162 Millionen EUR in den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Davon entfallen 48 Millionen EUR auf die Wertminderung des langfristigen Anlagevermögens und 114 Millionen EUR auf die Bildung von kurzfristigen übrigen sonstigen Rückstellungen.

Zum 31. Dezember 2022 setzen sich die Hauptgruppen der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und der damit im Zusammenhang stehenden Schulden wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 22
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19
Vorräte 56
Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte 18
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 115
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21
Sonstige Rückstellungen 17
Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 14
Mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in direktem Zusammenhang stehende Schulden 64

Die kumulierte ergebnisneutrale Minderung des Eigenkapitals, die in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten beziehungsweise Veräußerungsgruppen steht, beläuft sich auf 20 Millionen EUR. Davon entfallen 3 Millionen EUR auf die Neubewertungsrücklage aus Pensionen und 17 Millionen EUR auf Währungsumrechnungsdifferenzen.

Im Berichtsjahr abgeschlossene Veräußerungen

Am 31. Januar 2022 wurde die Veräußerung des zum Unternehmensbereich Mobility Solutions gehörenden Geschäfts mit Lenkungs- und Getriebepumpen abgeschlossen. Betroffen von der Veräußerung waren die Pump Technology Solutions PS GmbH, Berlin, Deutschland, die Pump Technology Solutions (US) LLC, Wilmington, DE, Vereinigte Staaten, die Tecnologia de Bombas Automotivas do Brasil Ltda., Sorocaba, Brasilien, sowie die Bosch Automotive Steering Jincheng (Nanjing) Co., Ltd., Nanjing, China.

Am 31. März 2022 wurde die Veräußerung der dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugeordneten Gesellschaft Robert Bosch Aftermarket Solutions GmbH, Göttingen, Deutschland, vollzogen. In der Gesellschaft werden gebrauchte Ersatzteile sortiert und aufbereitet sowie Komponenten wie Fahrzeugstarter und elektrohydraulische Bremsen produziert.

Am 1. Juni 2022 wurde die Veräußerung der Van Halteren Technologies Boxtel B.V. (vormals Bosch Rexroth B.V.), Boxtel, Niederlande, vollzogen. Das mit der Gesellschaft veräußerte Großprojektgeschäft war dem Unternehmensbereich Industrial Technology zugeordnet.

Am 2. November 2022 wurde die Veräußerung des dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugehörigen Vakuum- und Hydraulikgeschäfts abgeschlossen. Veräußert wurden die Gesellschaften VHIT S.p.A., Offanengo, Italien, sowie VHIT Automotive Systems (Wuxi) Co., Ltd., Wuxi, China.

Insgesamt wurden kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 309 Millionen EUR (darunter Zahlungsmittel in Höhe von 72 Millionen EUR) und langfristige Vermögenswerte in Höhe von 68 Millionen EUR veräußert sowie kurzfristige Schulden in Höhe von 215 Millionen EUR und langfristige Schulden in Höhe von 63 Millionen EUR übertragen. Der sich aus den Transaktionen ergebende Verlust in Höhe von 65 Millionen EUR wurde in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Summe der Kaufpreise in Höhe von 34 Millionen EUR wurde im Wesentlichen durch die Übertragung von Zahlungsmitteln beglichen.

Am 7. Dezember 2022 wurden die Beteiligungen an der Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, München, Deutschland, und der Knorr-Bremse Commercial Vehicle Systems Japan Ltd., Saitama, Japan, an die Knorr Bremse AG, München, Deutschland, veräußert. Die Beteiligungen waren dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zugeordnet. Im Rahmen der Veräußerung wurden 347 Millionen EUR von der Rücklage aus Finanzinstrumenten in die erwirtschafteten Ergebnisse umgegliedert.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7. Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden nach IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden realisiert, wenn die Verfügungsgewalt über Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden übergegangen ist und dieser somit die Nutzung bestimmen kann und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen aus diesen Waren oder Dienstleistungen zieht. Dies setzt voraus, dass ein Vertrag vorliegt, in dem durchsetzbare Rechte und Pflichten vereinbart wurden; es muss außerdem wahrscheinlich sein, dass die Bosch-Gruppe vom Kunden die Gegenleistung für die zu übertragenden Waren und Dienstleistungen erhält. Umsatzerlöse werden in Höhe des Transaktionspreises realisiert, das heißt in Höhe der Gegenleistung, die die Bosch-Gruppe im Austausch für die vereinbarte Übertragung von Waren und Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 enthält dabei ein einheitliches, fünfstufiges Modell zur Ermittlung der auszuweisenden Umsatzerlöse, das grundsätzlich auf alle Kundenverträge anzuwenden ist.

Bei der Veräußerung von Waren geht die Verfügungsgewalt in der Regel bei Lieferung auf den Kunden über. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt üblicherweise die Rechnungsstellung. Umsatzerlöse aus Dienstleistungen werden im überwiegenden Fall nach vollständiger Erbringung der Dienstleistung mit Rechnungsstellung realisiert. Bei Entwicklungsleistungen werden auch Meilensteinzahlungen oder nachgelagerte gesonderte Vergütungen vereinbart. Bei der Rechnungsstellung für Warenverkäufe, Dienstleistungen und Entwicklungsleistungen werden länder- und branchenspezifische Zahlungsziele gewährt, die im Durchschnitt bei 46 Tagen liegen. Für kundenspezifische Produkte, die dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zuzuordnen sind und bei denen keine alternative Verwendungsmöglichkeit besteht, wird die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung angewendet, ebenso wie bei Verträgen im Anlagengeschäft in den Unternehmensbereichen Industrial Technology und Energy and Building Technology. Umsatzerlöse werden entsprechend des Fertigstellungsgrades realisiert. Dieser kann mittels input- oder outputbasierter Methoden ermittelt werden. Bei outputbasierten Methoden entsprechen die zu erfassenden Umsatzerlöse dem Wert der bisher übertragenen Waren oder Dienstleistungen für den Kunden im Verhältnis zu den verbleibenden, vertraglich zugesicherten Waren oder Dienstleistungen. Bei Anwendung inputbasierter Methoden werden Umsatzerlöse basierend auf dem Verhältnis der bereits angefallenen zu den geschätzten Gesamtkosten realisiert. In der Bosch-Gruppe werden, je nach zugrundeliegendem Geschäftsmodell, sowohl input- als auch outputbasierte Methoden zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades eingesetzt.

Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 88.201 Millionen EUR (Vorjahr 78.748 Millionen EUR). Davon entfallen auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions 52.573 Millionen EUR (Vorjahr 45.319 Millionen EUR), auf Industrial Technology 6.946 Millionen EUR (Vorjahr 6.099 Millionen EUR), auf Consumer Goods 21.342 Millionen EUR (Vorjahr 21.022 Millionen EUR), auf Energy and Building Technology 6.964 Millionen EUR (Vorjahr 5.934 Millionen EUR) und auf Sonstiges 376 Millionen EUR (Vorjahr 374 Millionen EUR).

In den Umsatzerlösen sind in Höhe von 1.287 Millionen EUR Erlöse enthalten, die zu Beginn des Berichtsjahres im Saldo der kurzfristigen Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren (Vorjahr 1.093 Millionen EUR).

In Bezug auf zum Bilanzstichtag bestehende ganz oder teilweise nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen wird erwartet, dass 118 Millionen EUR (Vorjahr 11 Millionen EUR) innerhalb der nächsten zwei Jahre sowie 24 Millionen EUR (Vorjahr 4 Millionen EUR) nach Ablauf der nächsten zwei Jahre als Umsatzerlöse erfasst werden. Es handelt sich dabei um langfristige Fertigungsaufträge.

Von den Umsatzerlösen entfallen im Unternehmensbereich Mobility Solutions 44.484 Millionen EUR (Vorjahr 38.789 Millionen EUR), im Unternehmensbereich Industrial Technology 35 Millionen EUR (Vorjahr 39 Millionen EUR) und im Unternehmensbereich Energy and Building Technology 429 Millionen EUR (Vorjahr 225 Millionen EUR) auf zeitraumbezogene Umsatzrealisierung.

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen ist in Kapitel 29 "Segmentberichterstattung" enthalten.

8. Funktionskosten

Die Herstellungskosten des Umsatzes enthalten die Kosten der verkauften eigengefertigten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Zu den Herstellungskosten der eigengefertigten Erzeugnisse gehören die direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten, die zurechenbaren Teile der Produktionsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen und auf übrige immaterielle Vermögenswerte sowie die Abwertung von Vorräten. Ebenfalls in den Herstellungskosten des Umsatzes werden an Kunden direkt weiterverrechnete Entwicklungsleistungen sowie planmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen ausgewiesen.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten setzen sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
Vertriebskosten 13.374 12.492
Verwaltungskosten 4.438 3.892
17.812 16.384

Die Vertriebskosten enthalten insbesondere Personal- und Sachkosten, Abschreibungen des Vertriebsbereichs, Kundendienst-, Logistik-, Marktforschungs-, Verkaufsförderungs-, Versand-, Werbe- und Garantiekosten.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen neben den Forschungskosten auch die nicht aktivierungsfähigen Entwicklungskosten.

Millionen Euro 2022 2021
Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt 7.483 6.328
Im Geschäftsjahr aktivierte Entwicklungskosten -271 -219
Außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 12 1
7.224 6.110

Der Materialaufwand beläuft sich im Berichtsjahr auf 42.145 Millionen EUR (Vorjahr 36.622 Millionen EUR).

9. Sonstige betriebliche Erträge

Millionen Euro 2022 2021
Erträge aus Wechselkursveränderungen 1.172 1.032
Erträge aus Derivaten 441 215
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 58 72
Erträge aus Abgängen des Anlagevermögens 99 69
Erträge aus Vermietung, Verpachtung und Leasing 8 8
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 216 327
Übrige sonstige betriebliche Erträge 640 613
2.634 2.336

Den Erträgen aus Wechselkursveränderungen stehen Aufwendungen gegenüber, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

Die Erträge aus Derivaten enthalten die Erträge aus Devisen- und Rohstoffderivaten, die dem operativen Geschäft zugeordnet sind.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die entsprechenden Aufwendungen anfallen, die die Zuwendungen kompensieren sollen, und sie werden mit den jeweiligen Aufwendungen verrechnet. Sofern keine entsprechenden Aufwendungen bestehen, erfolgt der Ausweis in den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen. Im Berichtsjahr belaufen sich die erfolgsbezogenen Zuwendungen auf insgesamt 207 Millionen EUR (Vorjahr 206 Millionen EUR).

10. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Millionen Euro 2022 2021
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 1.245 931
Aufwendungen aus Derivaten 400 295
Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte 129 94
Aufwendungen aus Abgängen des Anlagevermögens 108 130
Sonstige Steuern 19 45
Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen 302 854
Außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte 108
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 379 383
2.582 2.840

Die Aufwendungen aus Derivaten enthalten die Aufwendungen aus Devisen- und Rohstoffderivaten, die dem operativen Geschäft zugeordnet sind.

11. Finanzergebnis

Millionen Euro 2022 2021
Zinsen und ähnliche Erträge 482 437
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -404 -299
Zinsergebnis 78 138
Erträge aus Beteiligungen 58 84
Erträge aus Wertpapieren 141 541
Aufwendungen aus Wertpapieren -802 -117
Erträge aus Wechselkursveränderungen 1.819 1.074
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen -1.130 -683
Erträge aus Derivaten 1.321 571
Aufwendungen aus Derivaten -2.002 -1.096
Übrige Erträge 8 21
Übrige Aufwendungen -52 -49
Übriges Finanzergebnis -639 346
Finanzergebnis gesamt -561 484
davon Finanzerträge 3.829 2.728
davon Finanzaufwendungen -4.390 -2.244

In der Position Zinsen und ähnliche Erträge sind Dividendenerträge aus Aktien in Höhe von 73 Millionen EUR (Vorjahr 67 Millionen EUR) sowie Erträge aus Investmentfonds in Höhe von 30 Millionen EUR (Vorjahr 27 Millionen EUR) enthalten. In der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind negative Zinserträge in Höhe von 7 Millionen EUR (Vorjahr 20 Millionen EUR) enthalten.

Die Erträge aus Beteiligungen umfassen neben den Dividendenerträgen auch die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Beteiligungen.

In den Erträgen und Aufwendungen aus Wertpapieren sind die Veränderungen des Zeitwertes von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren, die Erträge und Aufwendungen aus der Veräußerung von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewerteten Wertpapieren sowie die Wertminderungen und die Erträge aus der Auflösung der Wertminderungen auf diese Wertpapiere enthalten.

Die Positionen Erträge und Aufwendungen aus Derivaten enthalten Vorgänge zur Absicherung von Finanzanlagen, im Wesentlichen aus Devisenderivaten.

Von den Zinserträgen und -aufwendungen entfallen auf nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente folgende Beträge:

Millionen Euro 2022 2021
Zinserträge Zinsaufwendungen Zinserträge Zinsaufwendungen
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 135 7 105 20
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 167 152
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 176 125
302 183 257 145

12. Ertragsteuern

Die Ertragsteuerverpflichtungen umfassen Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern und unsichere Ertragsteuerschulden.

Aktive und passive latente Steuern werden gemäß IAS 12 Ertragsteuern für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz gebildet, es sei denn, diese resultieren aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst hat. Für steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften werden latente Steuern gebildet, soweit sie mit hinreichender Sicherheit genutzt werden können. Der Ansatz erfolgt in Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. -entlastung nachfolgender Geschäftsjahre. Als Grundlage gilt der zum Zeitpunkt der Realisation gültige Steuersatz. Wenn die Realisierung aktivierter latenter Steuern unsicher ist, werden sie entsprechend wertberichtigt.

Die Ertragsteuern gliedern sich nach ihrer Herkunft wie folgt:

Millionen Euro 2022 2021
Tatsächliche Steuern 1.478 1.149
Latente Steuern -403 -349
1.075 800

In den tatsächlichen Steuern sind periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 32 Millionen EUR (Vorjahr Steuererträge in Höhe von 139 Millionen EUR) enthalten.

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
Temporäre Differenzen -394 -434
Verlustvorträge und Steuergutschriften -9 85
-403 -349

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der Rechtslage in den einzelnen Ländern zum voraussichtlichen Realisationszeitpunkt gelten beziehungsweise erwartet werden. Für deutsche Unternehmen gilt ein Körperschaftsteuersatz von 15 %. Unter Berücksichtigung des Solidaritätszuschlags von 5,5 % und der für in Deutschland erzielte Gewinne zu entrichtenden Gewerbesteuer ergibt sich ein Gesamtsteuersatz von 30 % (Vorjahr 29 %). Die Steuersätze außerhalb Deutschlands liegen wie im Vorjahr zwischen 9 % und 35 %.

Zum 31. Dezember sind die in der Bilanz ausgewiesenen aktiven und passiven latenten Steuern folgenden Positionen zuzuordnen:

Millionen Euro 2022 2021
Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Forderungen, übrige Vermögenswerte und Vorräte 1.160 680 948 585
Wertpapiere und Beteiligungen 22 67 14 221
Sachanlagevermögen 229 673 219 646
Nutzungsrechte 424 415
Immaterielle Vermögenswerte 203 1.019 195 1.028
Übrige Aktiva 270 71 111 58
Verbindlichkeiten 1.194 132 1.152 142
Leasingverbindlichkeiten 446 412
Rückstellungen 1.164 90 1.351 51
Übrige Passiva 10 276 1 262
Steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften 165 129
Summe 4.863 3.432 4.532 3.408
Saldierungen -2.860 -2.860 -2.776 -2.776
2.003 572 1.756 632

Von den ausgewiesenen aktiven latenten Steuern entfallen 120 Millionen EUR (Vorjahr 42 Millionen EUR) auf Gesellschaften, die im Berichtsjahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschaftet haben. Es wird davon ausgegangen, dass in den Folgejahren zu versteuerndes Einkommen beziehungsweise zu versteuernde temporäre Differenzen in einer Höhe vorliegen werden, die eine Realisierung der latenten Steueransprüche ermöglichen.

Für die in der Tabelle dargestellten Sachverhalte wurde in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird:

Millionen Euro 2022 2021
Temporäre Differenzen 3.078 6.079
Verlustvorträge 10.745 9.289
Steuergutschriften 3 140
13.826 15.508

Aus der Nutzung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften, für die bisher keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden, ergibt sich im Berichtsjahr eine Minderung des tatsächlichen Steueraufwands in Höhe von 7 Millionen EUR (Vorjahr 23 Millionen EUR).

Die Verlustvorträge, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, haben die folgenden Fälligkeiten:

Millionen Euro 2022 2021
Fällig innerhalb eines Jahres 37 52
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 64 31
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 68 79
Fällig nach mehr als drei Jahren 440 464
Unbegrenzte Nutzbarkeit 10.136 8.663
10.745 9.289

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen werden passive latente Steuern angesetzt, wenn die Umkehr im Folgejahr aufgrund geplanter Dividendenausschüttungen zu erwarten ist. Auf weitere temporäre Unterschiede in diesem Zusammenhang werden keine passiven latenten Steuern angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass diese sich in absehbarer Zeit umkehren werden. Zum Bilanzstichtag bestehen bei Tochterunternehmen einbehaltene Gewinne in Höhe von 8.244 Millionen EUR (Vorjahr 7.331 Millionen EUR). Falls diese Gewinne ausgeschüttet werden, könnte dies zu einer steuerlichen Belastung bei der Robert Bosch GmbH oder auf der Ebene von Zwischenholdings durch Ertrag- beziehungsweise Quellensteuern führen.

In der folgenden Tabelle ist die ergebnisneutral im Eigenkapital erfasste Veränderung der latenten Steuern ersichtlich:

Millionen Euro 2022 2021
Rücklage aus Finanzinstrumenten (Eigenkapitalinstrumente) 20 24
Rücklage aus Finanzinstrumenten (Schuldinstrumente) 42 96
Rücklage aus Pensionen -27 -131
35 -11

Auf die ergebnisneutral erfasste Veränderung aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten, die im Berichtsjahr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde, entfällt ein latenter Steuerertrag in Höhe von 73 Millionen EUR (Vorjahr Steueraufwand in Höhe von 33 Millionen EUR).

Basis für den erwarteten Ertragsteueraufwand ist der deutsche Steuersatz von 30 % (Vorjahr 29 %). Der Unterschied zwischen erwartetem und ausgewiesenem Ertragsteueraufwand ist auf folgende Ursachen zurückzuführen:

Millionen Euro 2022 2021
Ergebnis vor Steuern 2.913 3.299
Erwarteter Ertragsteueraufwand 874 957
Steuersatzbedingte Abweichungen -178 -168
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 320 229
Steuerfreie Erträge -438 -294
Ansatz/Bewertung latenter Steuern 92 251
Periodenfremde Steuereffekte 81 -282
Sonstige Unterschiede 324 107
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 1.075 800
Steuerquote 37 % 24 %

In den steuersatzbedingten Abweichungen sind Auswirkungen aus geänderten Steuersätzen enthalten, die im Berichtsjahr zu einem latenten Steuerertrag in Höhe von 2 Millionen EUR (Vorjahr 11 Millionen EUR) führen.

Die sonstigen Unterschiede betreffen vor allem Quellensteuern und die Veränderung permanenter Differenzen.

13. Personalaufwand und Mitarbeiter

Angaben zum Personalaufwand

Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
Löhne und Gehälter 20.297 19.732
Kosten der sozialen Sicherheit 3.547 3.274
Kosten der Altersversorgung 978 760
24.822 23.766

Angaben zu Mitarbeitern

Jahresmittel 2022 Jahresmittel 2021
Länder der EU 217.499 218.679
Übriges Europa 33.666 26.691
Amerika 47.540 45.935
Asien, Afrika, Australien 115.106 108.398
413.811 399.703

Erläuterungen zur Bilanz

14. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Millionen Euro 2022 2021
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit bis 90 Tage) 6.459 6.195
Kassenbestand und Notenbankguthaben 0 1
6.459 6.196

Angaben zu Verfügungsbeschränkungen bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sind in Kapitel 28 "Kapitalflussrechnung" enthalten.

15. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind in Kapitel 30 "Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten" erläutert.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belaufen sich im Berichtsjahr auf 16.528 Millionen EUR (Vorjahr 14.034 Millionen EUR). Wie im Vorjahr bestehen keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Angaben zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Kapitel 31 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

16. Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle
Vermögenswerte

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Wertpapiere 2.365 11.602 3.888 13.138
Beteiligungen 2.003 2.235
Guthaben bei Kreditinstituten (Laufzeit mehr als 90 Tage) 636 83 3.454 76
Darlehensforderungen 95 14 93 15
Derivate 285 33 72 71
Forderungen aus Finanzierungsleasing 36 147 36 143
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 386 139 354 186
3.803 14.021 7.897 15.864

Bei den als kurzfristig klassifizierten Wertpapieren handelt es sich um börsennotierte Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr sowie um Wertpapiere, bei denen eine Veräußerungsabsicht innerhalb eines Jahres besteht.

Die langfristigen Wertpapiere umfassen verzinsliche und sonstige Wertpapiere, Investmentfonds sowie Aktien. Im Berichtsjahr wurden Aktien und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften mit einem beizulegenden Zeitwert von 1.256 Millionen EUR (Vorjahr 1.386 Millionen EUR) veräußert. In diesem Zusammenhang wurden 398 Millionen EUR (Vorjahr 285 Millionen EUR) von der Rücklage aus Finanzinstrumenten in die erwirtschafteten Ergebnisse umgegliedert. Die Veräußerungen von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften basieren auf geschäftspolitischen Entscheidungen.

Der Buchwert der verpfändeten Wertpapiere beträgt 1.366 Millionen EUR (Vorjahr 1.527 Millionen EUR). Die verpfändeten Wertpapiere dienen der gesetzlich vorgeschriebenen Absicherung von Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern sowie der Besicherung von Bankbürgschaften. Zur Verpfändung wurden Fondsanteile mindestens im Gegenwert der Ansprüche verwendet.

Das Guthaben bei Kreditinstituten wird teilweise als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party Repo-Geschäften angelegt. In gleicher Höhe werden vom Kreditinstitut Sicherheiten in Form von Wertpapieren bereitgestellt. Zum Bilanzstichtag bestanden keine Sicherungen in Form von TriParty Repo-Geschäften (Vorjahr 1.000 Millionen EUR).

Angaben zu Wertberichtigungen auf Darlehensforderungen, übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte und Forderungen aus Finanzierungsleasing sind in Kapitel 31 "Kapital- und Risikomanagement 4 " im Abschnitt zu den Kreditrisiken enthalten.

Weitere Angaben zu den Forderungen aus Finanzierungsleasing sind in Kapitel 32 "Leasing" enthalten.

17. Vertragsvermögenswerte

Gemäß IFRS 15 sind auf Vertragsebene bestehende Leistungsüberschüsse als Vertragsvermögenswert auszuweisen. Der Vermögenswert stellt den Anspruch der Bosch-Gruppe auf Gegenleistung für die bereits erfolgte Übertragung von Waren oder Dienstleistungen auf den Kunden dar.

Unter den Vertragsvermögenswerten aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung wird der Überhang der von der Bosch-Gruppe erbrachten Leistung, die als Umsatz ausgewiesen wird, über das vom Kunden bereits erhaltene Entgelt ausgewiesen. Vertragsvermögenswerte aus Entwicklungsleistungen sind zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt auf den Kunden für alle nach diesem Zeitpunkt vom Kunden zu erstattenden gesonderten Vergütungen für gesondert beauftragte Forschungs- und Entwicklungsleistungen auszuweisen.

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 562 9 581 1
Aus Entwicklungsleistungen 444 558 374 433
1.006 567 955 434

18. Sonstige kurzfristige und langfristige Vermögenswerte

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten 257 81 225 57
Forderungen gegen Finanzbehörden (ohne Ertragsteuerforderungen) 1.718 62 1.451 125
Abgegrenzte Gegenleistungen an Kunden 112 432 105 392
Übrige sonstige Vermögenswerte 335 296 367 390
2.422 871 2.148 964

19. Vorräte

Unter den Vorräten sind Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige Erzeugnisse und Leistungen, fertige Erzeugnisse und Waren sowie geleistete Anzahlungen ausgewiesen. Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode beziehungsweise zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten zurechenbare Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen, die direkt dem Herstellungsprozess zugeordnet werden können. Bestands- und Vertriebsrisiken, die sich aus der geminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Im Unternehmensbereich Mobility Solutions werden angefallene Entwicklungskosten für gesondert beauftragte und gesondert weiterberechnete Forschungs- und Entwicklungsleistungen bis zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsgewalt nicht ergebniswirksam unter den Forschungs- und Entwicklungskosten, sondern als unfertige Leistungen in den Vorräten erfasst (zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung). Die Bewertung dieser unfertigen Entwicklungsleistungen erfolgt grundsätzlich entsprechend der Bewertung der unfertigen Erzeugnisse, allerdings wird keine Abwertung für Bestands- und Vertriebsrisiken vorgenommen.

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.390 5.121
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.635 2.846
Fertige Erzeugnisse und Waren 6.378 5.591
Geleistete Anzahlungen 125 94
16.528 13.652

Vom Gesamtbetrag der Vorräte sind 1.665 Millionen EUR (Vorjahr 1.413 Millionen EUR) zum Nettoveräußerungswert bilanziert. Der Vorjahreswert wurde angepasst.

Im Berichtsjahr wurde die Veränderung der Wertminderungen in Höhe von 140 Millionen EUR als Aufwand erfasst (Vorjahr 255 Millionen EUR). Verpfändungen erfolgten nicht.

20. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf linear vorgenommen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Bandbreiten für die Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Gebäude 10 - 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 - 11 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 25 Jahre

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden gemäß IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind. Reparaturkosten werden erfolgswirksam erfasst.

Fremdkapitalkosten werden gemäß IAS 23 Fremdkapitalkosten aktiviert, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugerechnet werden können. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, aufwandswirksam erfasst. Die Abschreibungen auf die aktivierten Fremdkapitalkosten werden in den Herstellungskosten des Umsatzes ausgewiesen. Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 9 Millionen EUR (Vorjahr 7 Millionen EUR) aktiviert. Der zugrunde gelegte Fremdfinanzierungszinssatz beträgt 2,0 % (Vorjahr 1,5 %).

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Zuwendungen für Vermögenswerte werden bei der Ermittlung des Buchwertes der Vermögenswerte abgezogen.

Millionen Euro Grundstücke, Gebäude des Betriebsvermögens Als Finanzinvestition gehaltene Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, vermietete Erzeugnisse Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 1.1.2021 11.786 30 27.356 12.500 2.591 54.263
Konzernkreisänderungen 11 -6 19 2 26
Zugänge 234 872 804 2.039 3.949
Umbuchungen 443 8 1.104 401 -1.956
Abgänge -110 -4 -999 -643 -42 -1.798
Währungsanpassungen 216 1 504 188 50 959
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -79 -453 -127 -11 -670
Bruttowerte 31.12.2021 12.501 35 28.378 13.142 2.673 56.729
Abschreibungen 1.1.2021 5.026 9 18.991 9.454 32 33.512
Konzernkreisänderungen 3 -1 12 14
Zugänge 354 1.845 1.188 6 3.393
Umbuchungen 5 7 -12
Abgänge -59 -1 -861 -599 -1.520
Zuschreibungen -2 -1 -1 -4
Währungsanpassungen 67 325 150 542
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -62 -433 -109 -8 -612
Abschreibungen 31.12.2021 5.332 15 19.865 10.083 30 35.325
Buchwerte 31.12.2021 7.169 20 8.513 3.059 2.643 21.404
Millionen Euro Grundstücke, Gebäude des Betriebsvermögens Als Finanzinvestition gehaltene Grundstücke und Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, vermietete Erzeugnisse Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Summe
Bruttowerte 31.12.2021 12.501 35 28.378 13.142 2.673 56.729
Anpassungen aus IAS 29 181 1 810 70 20 1.082
Bruttowerte 1.1.2022 12.682 36 29.188 13.212 2.693 57.811
Konzernkreisänderungen 92 35 63 -1 189
Zugänge 319 2 961 921 2.693 4.896
Umbuchungen 426 -1 1.215 397 -2.037
Abgänge -143 -9 -1.235 -770 -40 -2.197
Währungsanpassungen 45 1 324 39 5 414
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -18 -54 -20 -7 -99
Bruttowerte 31.12.2022 13.403 29 30.434 13.842 3.306 61.014
Abschreibungen 31.12.2021 5.332 15 19.865 10.083 30 35.325
Anpassungen aus IAS 29 88 1 656 51 -4 792
Abschreibungen 1.1.2022 5.420 16 20.521 10.134 26 36.117
Konzernkreisänderungen 8 29 51 88
Zugänge 384 1.914 1.170 6 3.474
Umbuchungen 8 -51 44 -1
Abgänge -83 -6 -1.024 -728 -8 -1.849
Zuschreibungen -1 -1 -2
Währungsanpassungen 15 1 229 26 271
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -18 -54 -20 -7 -99
Abschreibungen 31.12.2022 5.733 11 21.563 10.677 16 38.000
Buchwerte 31.12.2022 7.670 18 8.871 3.165 3.290 23.014

In den Abschreibungen des Berichtsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten:

Grundstücke und Gebäude: 23 Millionen EUR (Vorjahr 7 Millionen EUR),

Technische Anlagen und Maschinen: 19 Millionen EUR (Vorjahr 64 Millionen EUR),

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anlagen im Bau: 17 Millionen EUR (Vorjahr 30 Millionen EUR).

Die entsprechenden Aufwendungen werden in den Funktionskosten erfasst.

Von den außerplanmäßigen Abschreibungen des Berichtsjahres entfallen 48 Millionen EUR auf Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Anlagen im Bau des Geschäftsbereichs BSH Hausgeräte (Unternehmensbereich Consumer Goods). Die Abschreibungen entfallen auf Vermögenswerte der Tochtergesellschaft in Russland und wurden aufgrund der geltenden Sanktionsbestimmungen und der damit einhergehenden Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld vorgenommen.

Die eingegangenen Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen betragen 1.325 Millionen EUR (Vorjahr 801 Millionen EUR), Verfügungsbeschränkungen bestehen im Berichtsjahr wie im Vorjahr nicht. Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte in Höhe von 25 Millionen EUR (Vorjahr 42 Millionen EUR) wurden von den Zugängen im Berichtsjahr abgesetzt.

Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um vermietete Immobilien, die gemäß IAS 40 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet werden. Bei Bewertung zu Zeitwerten ergibt sich ein Bestand von 24 Millionen EUR (Vorjahr 39 Millionen EUR). Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt durch die zuständige Fachabteilung in der Konzernzentrale. Die gemäß IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts der Stufe 3 zugeordneten Wohnimmobilien in Deutschland und Asien werden nach dem Ertragswertverfahren/Vergleichswertverfahren auf Grundlage der Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (ImmoWertV) unter Berücksichtigung der aktuellen Bausubstanz und der Marktwerte der einzelnen Objekte bewertet. Die Mieteinnahmen aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betragen 3 Millionen EUR (Vorjahr 3 Millionen EUR), die Aufwendungen zur Instandhaltung 2 Millionen EUR (Vorjahr 2 Millionen EUR).

21. Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden nach IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn mit diesen ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen verbunden ist und die Kosten der Vermögenswerte sich zuverlässig bestimmen lassen. Diese Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer für erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte beträgt in der Regel vier Jahre. Bei im Rahmen von Unternehmenserwerben bilanzierten immateriellen Vermögenswerten beträgt die Nutzungsdauer bis zu 50 Jahre.

Firmenwerte werden jährlich auf Werthaltigkeit getestet. Abnutzbare immaterielle Vermögenswerte werden nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte auf Werthaltigkeit überprüft. Außerplanmäßige Abschreibungen werden gemäß IAS 36 vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Entsprechende Zuschreibungen erfolgen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung aus den Vorjahren entfallen sind.

Millionen Euro Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) Erworbene Firmenwerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttowerte 1.1.2021 8.881 5.489 1.847 16.217
Konzernkreisänderungen 246 1 247
Zugänge 186 5 264 455
Abgänge -254 -419 -673
Währungsanpassungen 249 94 343
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -23 -23
Bruttowerte 31.12.2021 9.039 5.834 1.693 16.566
Abschreibungen 1.1.2021 5.022 698 1.209 6.929
Konzernkreisänderungen 1 1
Zugänge 689 108 224 1.021
Abgänge -254 -421 -675
Währungsanpassungen 155 2 157
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -17 -17
Abschreibungen 31.12.2021 5.595 808 1.013 7.416
Buchwerte 31.12.2021 3.444 5.026 680 9.150
Millionen Euro Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) Erworbene Firmenwerte Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttowerte 31.12.2021 9.039 5.834 1.693 16.566
Anpassungen aus IAS 29 2 1 3
Bruttowerte 1.1.2022 9.041 5.835 1.693 16.569
Konzernkreisänderungen 368 900 29 1.297
Zugänge 328 319 647
Abgänge -76 -295 -371
Währungsanpassungen 23 24 1 48
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Bruttowerte 31.12.2022 9.684 6.759 1.747 18.190
Abschreibungen 31.12.2021 5.595 808 1.013 7.416
Anpassungen aus IAS 29 1 1
Abschreibungen 1.1.2022 5.596 808 1.013 7.417
Konzernkreisänderungen 11 17 28
Zugänge 717 233 950
Abgänge -171 -293 -464
Währungsanpassungen 5 -1 1 5
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Abschreibungen 31.12.2022 6.158 807 971 7.936
Buchwerte 31.12.2022 3.526 5.952 776 10.254

Die Abschreibungen auf selbst erstellte und erworbene immaterielle Vermögenswerte werden in den Funktionskosten erfasst.

In den Abschreibungen des Berichtsjahres sind folgende außerplanmäßige Abschreibungen enthalten:

Erworbene immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte): 1 Million EUR (Vorjahr 1 Million EUR),

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte: 12 Millionen EUR (Vorjahr 1 Million EUR).

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte betreffen aktivierte Entwicklungsprojekte und sind den Unternehmensbereichen Mobility Solutions sowie Energy and Building Technology zuzuordnen. Sie werden in den Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. Die Wertminderung wurde vorgenommen, weil kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.

Der Firmenwert aus Unternehmenserwerben ist der Unterschied zwischen Kaufpreis einerseits und dem anteiligen mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzten Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs andererseits. Die Firmenwerte werden den Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) zugeordnet und einem jährlichen Werthaltigkeitstest unterzogen. Eine Wertminderung nach den Vorschriften des IAS 36 ist vorzunehmen, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Reinvermögens (einschließlich des zugeordneten Firmenwerts) einer Cash Generating Unit liegt. Als erzielbarer Betrag wird der höhere Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung angesetzt. Der erzielbare Betrag wird vom Berichtsjahr an für alle Cash Generating Units auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung ermittelt, der aus zukünftigen Mittelzuflüssen (Cash-Flows) abgeleitet wird. Der beizulegende Zeitwert wird maßgeblich durch den Barwert der ewigen Rente bestimmt, der wiederum vor allem vom anzuwendenden Diskontierungszinssatz sowie dem angenommenen Wachstumsfaktor beeinflusst wird. Hierbei werden insbesondere ein risikoloser Zins, eine Marktrisikoprämie sowie für den jeweiligen Unternehmensbereich spezifische Beta-Faktoren und Verschuldungsgrade zugrunde gelegt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung ist der Stufe 3 der Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13 zugeordnet. Den Cash-Flows liegen Planungsrechnungen mit einem Zeithorizont von fünf Jahren zugrunde, die auf einer vom Management verabschiedeten Mittelfristplanung basieren. Die Planungen beruhen auf Erwartungen im Hinblick auf zukünftige Marktanteile, das Wachstum der jeweiligen Märkte sowie die Profitabilität der Erzeugnisse und Dienstleistungen und basieren auf Erfahrungswerten und konzerninternen Einschätzungen sowie, soweit verfügbar, Marktstudien. Hieraus werden die für die Bestimmung der zukünftigen Mittelzuflüsse relevanten Faktoren wie EBIT, Veränderungen des Nettoumlaufvermögens und geplante Investitionen abgeleitet. Mittelzuflüsse jenseits des Planungszeitraums werden unter Berücksichtigung eines erwarteten nachhaltigen Wachstumsfaktors ermittelt.

Die für den Werthaltigkeitstest verwendeten Parameter sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

In Prozent Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Wachstumsfaktor 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
Diskontierungssatz nach Steuern 10,2 9,0 10,0 8,8 9,2 7,9
In Prozent Energy and Building Technology
2022 2021
Wachstumsfaktor 1,0 1,0
Diskontierungssatz nach Steuern 9,2 7,6

Aufgrund der Bestimmung des erzielbaren Betrags auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Kosten der Veräußerung werden vom Berichtsjahr an Diskontierungszinssätze nach Steuern angegeben. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Als risikoloser Zins werden 2,0 % (Vorjahr 0,3 %) und als Marktrisikoprämie 6,5 % (Vorjahr 7,0 %) angesetzt. Der verwendete typisierte Steuersatz beträgt 30 % (Vorjahr 29 %).

Der jährliche Werthaltigkeitstest ergab im Berichtsjahr keinen Wertminderungsbedarf bei Firmenwerten (Vorjahr Wertminderung in Höhe von 108 Millionen EUR). Die Wertminderung des Vorjahres entfiel in voller Höhe auf den Geschäftsbereich Automotive Steering (Unternehmensbereich Mobility Solutions). Hintergrund der Wertminderung waren Verzögerungen bei der Erreichung des Sanierungserfolgs aufgrund einer angespannten Wettbewerbssituation verbunden mit zusätzlichem Preisdruck sowie die gleichzeitig erforderliche kostenintensive Einführung innovativer Technologien im Rahmen von Portfolioerweiterungen.

Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse der Cash Generating Units, denen die Firmenwerte zugeordnet sind, wurden eine Erhöhung des Diskontierungssatzes nach Steuern um 1,0 Prozentpunkte, eine Verminderung des Wachstumsfaktors um 0,5 Prozentpunkte oder eine Reduzierung des EBIT um 5 % angenommen. Für den dem Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions (Unternehmensbereich Mobility Solutions) zugeordneten Firmenwert hätte sich aus der Erhöhung des Diskontierungszinssatzes ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 123 Millionen EUR und aus der Reduzierung des EBIT ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 119 Millionen EUR ergeben.

Die Firmenwerte von 5.952 Millionen EUR (Vorjahr 5.026 Millionen EUR) verteilen sich nach Geschäftsbereichen (Cash Generating Units) wie folgt:

Millionen Euro
Geschäftsbereich Berichtssegment 2022 2021
Powertrain Solutions Mobility Solutions 400 400
Automotive Aftermarket Mobility Solutions 371 350
Cross-Domain Computing Solutions Mobility Solutions 123
Drive and Control Technology Industrial Technology 2.074 1.550
Power Tools Consumer Goods 428 415
BSH Hausgeräte GmbH Consumer Goods 548 548
Building Technologies Energy and Building Technology 673 698
Thermotechnology Energy and Building Technology 997 1.000
Bosch Global Service Solutions Energy and Building Technology 137 9
Sonstige 201 56
5.952 5.026

Die Veränderungen bei den Firmenwerten sind auf Unternehmenserwerbe sowie auf Währungseffekte zurückzuführen. Weitere Angaben zu Unternehmenserwerben sind in Kapitel 6 "Konsolidierung" im Abschnitt zu den Unternehmenszusammenschlüssen enthalten.

22. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Millionen Euro 2022 2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.729 9.927
Wechselverbindlichkeiten 32 21
10.761 9.948

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 522 Millionen EUR (Vorjahr 521 Millionen EUR) enthalten, für die die Bosch-Gruppe Reverse Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen hat. Im Rahmen dieser Programme können Lieferanten ihre Forderungen gegen Gesellschaften der Bosch-Gruppe an die das Programm anbietende Geschäftsbank gegen einen Diskont abtreten und so frühzeitig den diskontierten Rechnungsbetrag erhalten. Die Gesellschaften der Bosch-Gruppe begleichen den Rechnungsbetrag zum ursprünglich vereinbarten Fälligkeitstermin an die Bank. Aufgrund des Bezugs zum operativen Geschäft wurde die Entscheidung getroffen, die entsprechenden Verbindlichkeiten nicht in die Finanzverbindlichkeiten umzugliedern.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen im Berichtsjahr wie im Vorjahr nicht.

Weitere Angaben zu Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Kapitel 31 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

23. Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Anleihen 1.992 21 1.990
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 500 3.198 25 2.200
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 328 75 227 8
Commercial Papers 328 132
Darlehensverbindlichkeiten 102 49 72 40
Derivate 182 6 230 9
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 770 137 663 148
2.210 5.457 1.370 4.395

In den übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind unter anderem finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern enthalten.

Weitere Angaben zu sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind in Kapitel 31 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

24. Vertragsverbindlichkeiten

Gemäß IFRS 15 sind auf Vertragsebene bestehende Leistungsverpflichtungen gegenüber Kunden als Vertragsverbindlichkeit auszuweisen. Die Vertragsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Aus zeitraumbezogener Umsatzrealisierung 35 53 23 0
Aus Entwicklungsleistungen 1.050 419 764 334
Aus sonstigen Sachverhalten 559 334 572 280
1.644 806 1.359 614

Die Vertragsverbindlichkeiten aus Entwicklungsleistungen enthalten Anzahlungen von Kunden für gesondert beauftragte Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Die Vertragsverbindlichkeiten aus sonstigen Sachverhalten enthalten im Wesentlichen Anzahlungen von Kunden für Warenlieferungen sowie sonstige noch ausstehende Leistungsverpflichtungen.

25. Sonstige Verbindlichkeiten, sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten

Sonstige Verbindlichkeiten

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Personalbereich 3.190 2.919
Abgegrenzte Verbindlichkeiten im Verkaufsbereich 2.809 2.532
Sonstige abgegrenzte Verbindlichkeiten 1.244 1.112
Steuerverbindlichkeiten (ohne Ertragsteuern) 824 819
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 73 17 81 8
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 366 28 339 23
8.506 45 7.802 31

Die abgegrenzten Verbindlichkeiten betreffen im Personalbereich im Wesentlichen Urlaubs- und Gehaltsansprüche sowie abgegrenzte Sonderzahlungen, im Verkaufsbereich vor allem Bonus- und Provisionszahlungen.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen dann gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht und diese wahrscheinlich zu einem künftigen Abfluss von Ressourcen führt. Außerdem muss deren Höhe zuverlässig geschätzt werden können. Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt zu Vollkosten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt, wenn der Effekt wesentlich ist. Die Abzinsung erfolgt mit einem aktuellen fristenkongruenten Marktzins vor Steuern. Ansatz und Bewertung einzelner Rückstellungen im Personalbereich erfolgen gemäß IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer.

Die Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Millionen Euro 2022 2021
bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 1 Jahr über 1 Jahr
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuern) 31 22 30 16
Rückstellungen im Personalbereich 1.008 2.720 1.243 3.239
Rückstellungen im Vertriebsbereich 2.178 1.452 2.416 1.710
Übrige sonstige Rückstellungen 1.633 2.122 2.832 1.091
4.850 6.316 6.521 6.056

Rückstellungen im Personalbereich betreffen Verpflichtungen aus Personalanpassungsmaßnahmen, Mitarbeiterjubiläen, Altersteilzeit und weitere Sonderleistungen. Rückstellungen im Vertriebsbereich berücksichtigen überwiegend Verluste aus Liefer- und Garantieverpflichtungen einschließlich der Risiken aus Rückruf-, Austausch- und Produkthaftungsfällen. Die übrigen sonstigen Rückstellungen werden unter anderem für Risiken aus Einkaufsverpflichtungen, Umweltschutzverpflichtungen, Prozessrisiken und rechtliche Risiken gebildet.

Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Millionen Euro 1.1.2022 Konzernkreisänderungen Verbrauch Auflösung Zuführung Sonstige Änderungen
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuern) 46 -16 -3 24 2
Rückstellungen im Personalbereich 4.482 -19 -959 -280 485 19
Rückstellungen im Vertriebsbereich 3.892 -12 -1.287 -616 1.649 4
Übrige sonstige Rückstellungen 3.923 -639 -347 794 24
12.343 -31 -2.901 -1.246 2.952 49
Millionen Euro 31.12.2022
Steuerrückstellungen (ohne Ertragsteuern) 53
Rückstellungen im Personalbereich 3.728
Rückstellungen im Vertriebsbereich 3.630
Übrige sonstige Rückstellungen 3.755
11.166

Von den Zuführungen entfallen 21 Millionen EUR (Vorjahr 11 Millionen EUR) auf Aufzinsungen. Gegenläufig wirken Zinssatzänderungen in Höhe von rund 613 Millionen EUR.

Der Bestand der Rückstellungen im Vertriebsbereich wurde zum 1. Januar 2022 in Anwendung des geänderten IAS 37 erfolgsneutral um 234 Millionen EUR reduziert.

In den sonstigen Änderungen sind Effekte aus Währungsumrechnung sowie aus der Umgliederung in mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten in direktem Zusammenhang stehende Schulden enthalten.

Mit Blick auf Dieselfahrzeug-Emissionen gibt es Ermittlungen in- und ausländischer Behörden gegen verschiedene Fahrzeughersteller, zum Teil auch gegen Bosch als Lieferant von Motorsteuergeräten. Gegen Bosch sind nach unserer Kenntnis in 2022 keine neuen Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Zudem ist Bosch im Hinblick auf die Ereignisse bei Dieselfahrzeug-Emissionen bei verschiedenen Herstellern auch weiterhin weltweit Beklagte in zahlreichen zivilrechtlichen Sammel- und Einzelklagen. In den USA konnte Bosch 2022 unter anderem in einer Zivilklage des California Attorney General eine Einigung über 25 Millionen USD erzielen. Bosch erkennt damit weder den klägerseits vorgetragenen Sachverhalt an, noch räumt Bosch Schuld ein.

Aus den noch anhängigen und etwaigen weiteren Klagen resultieren Risiken, die wir jedoch insgesamt nicht als größer einschätzen als schon bisher. Bosch wahrt in allen diesen Verfahren seine Rechte.

Mit Blick auf etwaige zivilrechtliche Risiken, die mit abgeschlossenen Kartellverfahren verbunden sind, führt Bosch zudem Gespräche mit Kunden über eine Kompensation. Ermittlungen von Kartellbehörden im Automobilzulieferbereich, auch gegen Bosch, dauern in einzelnen Ländern an. Zudem hat die französische Kartellbehörde ihre Ermittlungen gegen die BSH Hausgeräte in Frankreich wegen eines möglichen Kartellverstoßes abgeschlossen und im Rahmen des laufenden Verfahrens der BSH Frankreich die erhobenen Vorwürfe mitgeteilt.

Auf Basis der zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden und von der Geschäftsführung beurteilten Sachverhalte zu den Themen Kartellrecht und Motorsteuergeräte wurde nach Auffassung der Geschäftsführung ausreichende Risikovorsorge in Form von Rückstellungen für rechtliche Risiken gebildet. Für die verschiedenen genannten Rechtsrisiken beläuft sich der Bestand an Rückstellungen im gesamten Konzern auf 505 Millionen EUR (Vorjahr 606 Millionen EUR).

Der erhöhte Bedarf der Automobilindustrie und die hohe Nachfrage nach Halbleitern aus den Bereichen Unterhaltungselektronik, Computer und Kommunikation führten zu globalen Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie, die weiter verstärkt wurden durch Produktionsstörungen einiger Halbleiterhersteller. Das aus den globalen Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie erwartete kommerzielle Risiko wurde unter Berücksichtigung der erforderlichen Annahmen und Schätzungen bewertet und im Konzernabschluss bilanziell abgebildet. Unter Anwendung von IAS 37.92 wird auf weitere Angaben verzichtet.

Eventualverbindlichkeiten

Für folgende Eventualverbindlichkeiten werden keine Rückstellungen gebildet, da der Eintritt des Risikos als wenig wahrscheinlich betrachtet wird:

Millionen Euro 2022 2021
Eventualverbindlichkeiten aus der Begebung und Übertragung von Wechseln 12
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften 130 50
Sonstige Eventualverbindlichkeiten 11 13
141 75

26. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Pensionsrückstellungen werden nach IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer entsprechend dem Anwartschaftsbarwertverfahren gebildet, das unter anderem zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Der Aufwand aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen wird im Finanzergebnis unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen.

Mitarbeitern der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften stehen in Abhängigkeit von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes Ansprüche im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung zu. Die Versorgungsleistungen umfassen sowohl bereits laufende Leistungen als auch Anwartschaften aktiver oder ausgeschiedener Mitarbeiter.

Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern sowohl beitrags- als auch leistungsorientiert. Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Versorgungsbeiträge an staatliche oder private Versorgungs- oder Versicherungsträger. Über die Zahlung der Versorgungsbeiträge hinaus bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Für leistungsorientierte Versorgungssysteme (Defined Benefit Plans) gibt es rückstellungs-, fonds- oder versicherungsfinanzierte Durchführungen.

Die Anlage des Planvermögens ist an den zugrundeliegenden leistungsorientierten Versorgungszusagen ausgerichtet. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Asset-Liability-Studien durchgeführt. Eine wichtige Steuerungsgröße dabei ist der Finanzierungsstatus. Dieser wird von Bosch fortlaufend unter Beteiligung von externen Experten überwacht. Die Anlagestrategie ergibt sich aus entsprechenden Governance-Richtlinien. Für die Durchführung der Vermögensanlage sind externe Vermögensverwalter mandatiert.

Im Folgenden werden die für die Bosch-Gruppe bedeutendsten leistungsorientierten Altersvorsorgepläne sowie Pläne für die medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beschrieben. Diese Pläne unterliegen versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeitsrisiken, Zinsänderungsrisiken und Kapitalmarktrisiken.

Deutschland

Der am 1. Januar 2006 eingeführte Plan zur betrieblichen Altersvorsorge (Bosch bAV Plan) ist ein beitragsbasierter Vorsorgeplan mit gehaltsabhängigen Versorgungsbeiträgen zum Aufbau von Altersleistungen. Der Bosch bAV Plan ist zum Teil über einen externen Versorgungsträger, die Bosch Pensionsfonds AG, finanziert. Der Wert der Vermögenswerte des externen Versorgungsträgers wird mit der nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) ermittelten Pensionsverpflichtung verrechnet.

Während der Anwartschaftsphase werden Firmen- und Mitarbeiterbeiträge bis zur steuerlichen Höchstgrenze gemäß § 3 Nr. 63 EStG dem Vermögen der Bosch Pensionsfonds AG zugeführt. Versorgungsbeiträge, die die steuerliche Höchstgrenze überschreiten, werden der Direktzusage zugewiesen. Die Höhe der gesamten Anwartschaft, unabhängig davon, ob aus der Bosch Pensionsfonds AG zugeführten oder der Direktzusage zugewiesenen Versorgungsbeiträgen, entwickelt sich analog zur Wertentwicklung des Bosch Pensionsfonds. Anwartschaften aus Zusagen vor Einführung des Bosch bAV Plans wurden in den Bosch bAV Plan überführt. Für eine stetig abnehmende Anzahl von Mitarbeitern in der Anwartschaftsphase ist als Übergangsregelung eine feste Verzinsung der Anwartschaft garantiert.

Die erdienten Ansprüche werden bei Eintritt in den Ruhestand oder Tod nach Wahl des Anspruchsberechtigten in Form von Einmalzahlungen, Ratenzahlungen oder als lebenslange Rente ausgezahlt. Für Versorgungsfälle ab dem 1. Januar 2016 erfolgen die Rentenauszahlungen über die Bosch Pensionsfonds AG als fondsförmige Rente. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der Einstandspflicht von Bosch wird der Bosch bAV Plan von Rentenbeginn an wie ein beitragsorientierter Plan behandelt.

Japan

Die Mehrheit der Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus Versorgungszusagen (Corporate Pension Plans; CPPs) in Form kapitalgedeckter Karrieredurchschnittspläne. Die Leistungen resultieren aus gehaltsabhängigen Versorgungsbeiträgen, die verzinst werden. Die Verzinsung ist abhängig von der Versorgungsplangestaltung.

Weiterhin bestehen Pensionsverpflichtungen aus nicht kapitalgedeckten Versorgungszusagen (Retirement Allowance Plans), deren Leistungen auf Betriebszugehörigkeit und Endgehalt basieren.

Alle Leistungen werden in Form von Einmalzahlungen bei Kündigung, Tod oder Eintritt in den Ruhestand ausgezahlt. Rentenzahlungen sind für Mitarbeiter in einigen CPPs ab einer bestimmten Betriebszugehörigkeit möglich.

Schweiz

Bosch unterhält einen kapitalgedeckten Pensionsplan. Der Bosch Pensionsplan hat die Rechtsform einer Stiftung. Alle demographischen und finanziellen Risiken werden durch die Stiftung getragen und vom Stiftungsrat regelmäßig beurteilt. Im Falle einer Unterdeckung können Anpassungen wie die Veränderung der Verrentungsfaktoren oder die Erhöhung zukünftiger Beiträge vorgenommen werden.

Pensionspläne unterstehen dem schweizerischen Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG). Alle Leistungen sind gesetzlich definiert, das BVG bestimmt die Höhe der zu gewährenden Mindestleistungen. Der Bosch Pensionsplan erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.

Einzahlungen in den Bosch Pensionsplan erfolgen als Firmen- und Mitarbeiterbeiträge. Die Auszahlung der Leistungen erfolgt in Form von lebenslangen Renten oder Einmalzahlungen.

Vereinigtes Königreich

Bosch finanziert einen endgehaltsabhängigen leistungsorientierten Pensionsplan, der geschlossen ist. Die Pensionsverpflichtung ist über eine Treuhandgesellschaft finanziert, die rechtlich unabhängig von Bosch ist und nach gesetzlichen Bestimmungen geführt wird. Die Treuhänder sind verpflichtet, die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten. Der Pensionsplan weist ein Finanzierungsdefizit aus, das mittels eines Sanierungsplanes geschlossen wird.

Die erdienten Ansprüche werden bei Eintritt in den Ruhestand, Erwerbsminderung oder Tod ausgezahlt.

USA

Bosch unterhält den Bosch Pensionsplan und weitere kleinere leistungsorientierte Versorgungspläne, die alle kapitalgedeckt sind und den ERISA-Vorschriften genügen. Somit gelten die entsprechenden gesetzlichen Mindestfinanzierungsbestimmungen für diese Versorgungspläne. Der Bosch Pensionsplan ist ein Cash Balance Plan, dessen Versorgungsleistungen abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit und Gehalt sind. Versorgungsleistungen werden bei Eintritt in den Ruhestand oder Tod ausgezahlt. Der Bosch Pensionsplan ist für Neueintritte geschlossen.

Ebenfalls für Neueintritte geschlossen sind ungedeckte Versorgungspläne, die Leistungen für bestimmte Führungskräfte oder für Mitglieder des Bosch Pensionsplans bereitstellen, deren Einkünfte oberhalb der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrundlage liegen. Die Leistungen sind abhängig von Alter, Firmenzugehörigkeit sowie Gehalt und werden bei Eintritt in den Ruhestand oder Tod ausgezahlt.

Darüber hinaus finanziert Bosch Pläne für medizinische Versorgung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die nicht kapitalgedeckt sind. Mehrere Pläne sind bereits geschlossen. Das Niveau der Leistungen und die Beiträge für Rentner unterscheiden sich je nach Standort, Alter und Firmenzugehörigkeit. Zu den Unterstützungsleistungen gehören Gesundheitsfürsorgeleistungen und Lebensversicherungsleistungen für Rentner und deren Ehepartner.

Bei allen leistungsorientierten Versorgungssystemen erfolgen versicherungsmathematische Berechnungen und Schätzungen. Dabei spielen neben Annahmen zur Lebenserwartung die folgenden Rechnungsparameter unter Berücksichtigung dynamischer Entwicklungen eine Rolle, die von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes abhängen:

In Prozent Deutschland Japan Schweiz
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Abzinsungsfaktor 4,1 1,0 1,1 0,5 2,1 0,3
Gehaltstrend 3,0 3,0 2,9 2,9 1,9 1,6
Rententrend 2,6 1,5 n.a. n.a. 0,0 0,0
In Prozent UK USA Gesamt
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Abzinsungsfaktor 4,8 2,0 4,9 2,7 4,2 1,3
Gehaltstrend 3,1 3,2 3,5 3,5 3,1 3,0
Rententrend 2,9 2,9 n.a. n.a. 2,4 1,4
n.a. nicht anwendbar

Zur Ermittlung des Abzinsungsfaktors in der Eurozone wurden Unternehmensanleihen berücksichtigt, die am Bilanzstichtag von mindestens einer der führenden Ratingagenturen mit AA bewertet wurden.

Der Gehaltstrend enthält zukünftig erwartete Gehaltssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation und der Inflation geschätzt werden.

Der Rententrend für die inflationsabhängigen Rentenzahlungen orientiert sich an der Entwicklung länderspezifischer, anerkannter Indizes.

Die Bewertung der Pensionspläne erfolgt unter Anwendung der aktuellen Sterbetafeln zum 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres. Die zum 31. Dezember 2022 verwendeten Sterbetafeln sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2020 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2020 with CMI_2016 improvement factors, LTR of 1,5 %
UK 116 % for Males, 108 % for Females of S3PXA tables with 2019 CMI projections and 1,5 % long-term improvement
USA Pri-2012, projected by MP2021; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Zum 31. Dezember 2021 wurden in den wesentlichen Ländern folgende Sterbetafeln verwendet:

Deutschland Heubeck Richttafeln 2018G
Japan 2020 MHLW Standard Table
Schweiz BVG 2020 with CMI_2016 improvement factors, long-term improvement of 1,5 %
UK 116 % for Males, 108 % for Females of S3PXA tables with 2019 CMI projections and 1,5 % long-term improvement
USA Pri-2012, projected by MP2021; aggregate for some plans, collar adjustments for others

Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung kann für die wesentlichen Regionen wie folgt auf die Rückstellung übergeleitet werden:

Millionen Euro Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
31.12.2022
Deutschland 13.579 -4.825 8.754
Japan 188 -247 4 83 28
Schweiz 810 -1.002 26 168 2
UK 222 -272 50 0
USA 1.551 -1.443 85 -1 192
Sonstige 631 -237 12 2 408
16.981 -8.026 177 252 9.384
31.12.2021
Deutschland 16.094 -5.077 11.017
Japan 216 -298 9 104 31
Schweiz 915 -1.039 56 69 1
UK 353 -401 48 0
USA 1.869 -1.819 169 219
Sonstige 642 -259 12 395
20.089 -8.893 294 173 11.663

Die Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtung ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich:

Millionen Euro Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2022 20.089 -8.893 294 173 11.663
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 678 678
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand 0 0
Gewinne/Verluste aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen -1 -1
Zinsaufwand/-ertrag 252 -128 1 125
Sonstiges 0 5 5
929 -123 1 807
Neubewertungen
Gewinne/Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beträge 1.255 1.255
Gewinne/Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen 3 3
Gewinne/Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen -3.350 -3.350
Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste -66 -66
Sonstige Anpassungen 80 80
-3.413 1.255 80 -2.078
Beiträge
Arbeitgeber -421 -421
Begünstigte der Pensionspläne 16 -16
16 -437 -421
Rentenzahlungen 1 -830 326 -504
Sondereffekte (Planabgeltung) 0 0 0
Transfers 40 -10 30
Währungseffekte 119 -129 -2 -12
Änderungen im Konsolidierungskreis 31 -15 16
Änderungen sonstige Vermögenswerte -117 -117
31.12.2022 16.981 -8.026 177 252 9.384

1 Darunter 69 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

Millionen Euro Barwert der Verpflichtung Planvermögen Sonstiger Vermögenswert Nicht erfasster Vermögenswert Rückstellung
1.1.2021 20.562 -7.916 78 87 12.811
Nettoaufwand der Periode
Laufender Dienstzeitaufwand 561 561
Nachzuverrechnender früherer Dienstzeitaufwand 2 2
Gewinne/Verluste aus Planabgeltung, die nicht in Zusammenhang mit nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand stehen -6 -6
Zinsaufwand/-ertrag 157 -80 0 77
Sonstiges 1 5 6
715 -75 0 640
Neubewertungen
Gewinne/Verluste aus Planvermögen ohne bereits im Zinsaufwand/-ertrag erfasste Beträge -572 -572
Gewinne/Verluste aus der Änderung demographischer Annahmen -261 -261
Gewinne/Verluste aus der Änderung finanzieller Annahmen -886 -886
Erfahrungsbedingte Gewinne/Verluste 684 684
Sonstige Anpassungen 0 86 86
-463 -572 86 -949
Beiträge
Arbeitgeber -446 -446
Begünstigte der Pensionspläne 14 -14
14 -460 -446
Rentenzahlungen 1 -802 301 -501
Sondereffekte (Planabgeltung) -1 1
Transfers
Währungseffekte 173 -207 0 -34
Änderungen im Konsolidierungskreis -2 2
Änderungen sonstige Vermögenswerte 216 216
Veräußerungsgruppen -107 33 -74
31.12.2021 20.089 -8.893 294 173 11.663

1 Darunter 82 Millionen EUR für Übertragungen bei Rentenbeginn auf den Bosch Pensionsfonds zur Auszahlung einer fondsförmigen Rente.

Das Planvermögen setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

In Prozent Deutschland Japan Schweiz
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4 3 0 2 3 3
Eigenkapitalinstrumente 52 50 29 28 26 30
davon Europa 62 57 10 10 42 43
davon Nordamerika 18 22 38 41 36 35
davon Asien-Pazifik 11 12 52 49 5 6
davon Emerging Markets 8 8 13 13
davon Sonstige 1 1 4 3
Schuldinstrumente 41 44 66 66 29 30
davon Staatsanleihen 35 34 75 72 21 21
davon Unternehmensanleihen 64 63 22 24 55 56
davon sonstige Schuldinstrumente 1 3 3 4 24 23
Immobilien 3 3 37 33
davon selbst genutzt 97 76
davon nicht selbst genutzt 3 24 100 100
Versicherungen 5 4
Sonstige 5 4
In Prozent UK USA
2022 2021 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 1
Eigenkapitalinstrumente 24 40 10 10
davon Europa 27 34 14 12
davon Nordamerika 59 46 68 73
davon Asien-Pazifik 14 16 9 7
davon Emerging Markets 4 9 8
davon Sonstige
Schuldinstrumente 72 57 90 89
davon Staatsanleihen 94 44 42 39
davon Unternehmensanleihen 6 56 56 56
davon sonstige Schuldinstrumente 2 5
Immobilien
davon selbst genutzt
davon nicht selbst genutzt
Versicherungen 3 3
Sonstige

Für Eigenkapitalinstrumente liegen Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. Für die übrigen Anlageklassen liegen überwiegend keine Marktpreisnotierungen in einem aktiven Markt vor. In der Kategorie "Sonstige" werden im Wesentlichen Infrastrukturanlagen ausgewiesen.

Duration und erwartete Fälligkeiten der Pensionsverpflichtung

Zum 31. Dezember 2022 beträgt die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung 10,6 Jahre (Vorjahr 13,0 Jahre).

Erwartete Fälligkeiten der undiskontierten erwarteten Pensionszahlungen

Millionen Euro 2022 2021
Weniger als ein Jahr 874 892
Zwischen einem und zwei Jahren 929 911
Zwischen zwei und drei Jahren 998 1.031
2.801 2.834

Die voraussichtlichen Zuwendungen zum Planvermögen im Geschäftsjahr 2023 belaufen sich auf 439 Millionen EUR (Vorjahr 436 Millionen EUR).

Die voraussichtlichen direkt zu erbringenden Versorgungsleistungen im Geschäftsjahr 2023 betragen 539 Millionen EUR (Vorjahr 561 Millionen EUR).

Sensitivität der leistungsorientierten Verpflichtung in Bezug auf die versicherungsmathematischen Parameter

In Prozent Deutschland Japan Schweiz
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte -1,2 -2,0 -1,9 -2,0 -2,5 -3,1
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 1,3 2,1 1,9 2,1 2,7 3,3
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte n.a. n.a. 0,8 0,8 0,2 0,2
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte n.a. n.a. -0,7 -0,8 -0,2 -0,2
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,6 0,6 n.a. n.a. 2,6 2,5
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,6 -0,6 n.a. n.a. -2,5 -2,4
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 1,9 2,2 n.a. n.a. 3,1 3,0
In Prozent UK USA
2022 2021 2022 2021
Abzinsungsfaktor
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte -3,2 -3,7 -2,5 -3,0
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 3,3 4,2 2,6 3,1
Gehaltstrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 0,2 0,4 0,0 0,0
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -0,2 -0,4 0,0 0,0
Rententrend
Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 1,9 1,7 n.a. n.a.
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte -1,7 -1,7 n.a. n.a.
Lebenserwartung
Zunahme um ein Jahr 4,9 3,6 3,1 2,6
n.a. nicht anwendbar

Die Sensitivitätsanalysen der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung für die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen basieren auf dem gleichen Verfahren, das für die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses angewendet wurde (Anwartschaftsbarwertverfahren). Es wurde jeweils die Änderung einer Annahme angesetzt und die übrigen Annahmen unverändert gelassen. Mögliche Korrelationseffekte wurden somit nicht berücksichtigt.

Beitragsorientierte Versorgungspläne

Beitragsorientierte Versorgungspläne enthalten im Wesentlichen Arbeitnehmerbeiträge an staatliche Rentensysteme und Firmenbeiträge für Beitragszusagen des Unternehmens. Die Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne belaufen sich auf 1.642 Millionen EUR (Vorjahr 1.576 Millionen EUR).

27. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital von 1.200 Millionen EUR und die Kapitalrücklage von 4.557 Millionen EUR entsprechen den bei der Robert Bosch GmbH ausgewiesenen Bilanzwerten. Das gezeichnete Kapital verteilt sich auf die Gesellschafter wie folgt:

Gesellschafter der Robert Bosch GmbH

In Prozent Anteilsbesitz Stimmrechte
Robert Bosch Stiftung GmbH 93,99
Robert Bosch Industrietreuhand KG 0,01 93,17
ERBO II GmbH 5,36
Familie Bosch 0,00 6,83
Robert Bosch GmbH (eigene Anteile) 0,64

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, sowie die kumulierte übrige Eigenkapitalveränderung. Die im Berichtsjahr in der Position Finanzinstrumente erfolgsneutral erfassten Wertänderungen vermindern die Neubewertungsrücklage aus Eigenkapitalinstrumenten um 987 Millionen EUR (Vorjahr Erhöhung um 607 Millionen EUR) und die Neubewertungsrücklage aus Schuldinstrumenten um 483 Millionen EUR (Vorjahr 216 Millionen EUR). Die in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung ausgewiesenen übrigen Veränderungen enthalten im Berichtsjahr wie im Vorjahr im Wesentlichen die Effekte aus dem Abgang von Eigenkapitalinstrumenten.

Darüber hinaus sind in den Gewinnrücklagen eigene Anteile in Höhe von 62 Millionen EUR (Vorjahr 62 Millionen EUR) berücksichtigt.

Die Geschäftsführung schlägt vor, eine Dividende in Höhe von 162 Millionen EUR auszuschütten.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen die konzernfremden Gesellschafter der United Automotive Electronic Systems Co., Ltd., Shanghai, der Bosch Powertrain Systems Co., Ltd., Wuxi, der Bosch HUAYU Steering Systems Group, Shanghai, alle China, sowie der Bosch Ltd., Bengaluru, Indien.

Sonstige Erläuterungen

28. Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung werden die Zahlungsströme aufgegliedert nach Mittelzu- und -abflüssen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Ausgehend vom EBIT werden die Cash-Flows indirekt abgeleitet. Beim EBIT handelt es sich um das Ergebnis vor Steuern und vor Finanzergebnis. Bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -im Wesentlichen Abschreibungen des Anlagevermögens - und unter Berücksichtigung von Veränderungen des Working Capital sowie unter Einbeziehung zahlungswirksamer Finanzaufwendungen, Finanzerträge und Steuern ergibt sich der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit.

Die Investitionstätigkeit umfasst im Wesentlichen die Zugänge des Anlagevermögens einschließlich vermieteter Erzeugnisse, den Erwerb und die Veräußerung von Tochterunternehmen sowie Veränderungen bei Wertpapieren und Termingeldanlagen mit einer Laufzeit von mehr als 90 Tagen.

In der Finanzierungstätigkeit sind Zahlungsmittelzu- und -abflüsse aus der Aufnahme bzw. Tilgung von Finanzverbindlichkeiten, der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten und aus Dividenden zusammengefasst.

In der Kapitalflussrechnung enthaltene Veränderungen von Bilanzpositionen sind nicht unmittelbar aus der Bilanz abzuleiten, da sie um Wechselkurseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises bereinigt sind.

In der Position Erhaltene Zinsen und Dividenden sind erhaltene Zinsen in Höhe von 464 Millionen EUR (Vorjahr 411 Millionen EUR) und erhaltene Beteiligungserträge in Höhe von 43 Millionen EUR (Vorjahr 41 Millionen EUR) enthalten.

Die in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Liquidität enthält Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 6.459 Millionen EUR (Vorjahr 6.196 Millionen EUR). Es bestehen im Berichtsjahr Verfügungsbeschränkungen für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 201 Millionen EUR (Vorjahr 26 Millionen EUR), darunter 185 Millionen EUR in Russland und in der Ukraine aufgrund jeweils geltender Kapitalverkehrsbeschränkungen.

Die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit während des Berichtsjahres und des Vorjahres sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

Millionen Euro Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
1.1.2022 Aufnahme Tilgung Konsolidierungskreisbedingte Änderungen
Anleihen 2.011 -21
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 2.225 1.497 -25
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 367 545 -194
Leasingverbindlichkeiten 2.066 -590 -5
6.669 2.042 -830 -5
Millionen Euro Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Wechselkursbedingte Änderungen Sonstige Änderungen
Anleihen 2
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 10 4
Leasingverbindlichkeiten -3 699
7 706
Millionen Euro
31.12.2022
Anleihen 1.992
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.698
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 732
Leasingverbindlichkeiten 2.167
8.589
Millionen Euro Zahlungswirksame Veränderungen Nicht zahlungswirksame Veränderungen
1.1.2021 Aufnahme Tilgung Konsolidierungskreisbedingte Änderungen
Anleihen 2.506 -500
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.495 -1.272
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 271 232 -130
Leasingverbindlichkeiten 2.032 -560
8.304 232 -2.462
Millionen Euro Nicht zahlungswirksame Veränderungen
Wechselkursbedingte Änderungen Sonstige Änderungen
Anleihen 5
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 2
Sonstige Finanzverbindlichkeiten -6
Leasingverbindlichkeiten 36 558
36 559
Millionen Euro
31.12.2021
Anleihen 2.011
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 2.225
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 367
Leasingverbindlichkeiten 2.066
6.669

In den sonstigen Änderungen der Leasingverbindlichkeiten sind im Wesentlichen die Auswirkungen aus neu abgeschlossenen oder geänderten Leasingverträgen enthalten.

29. Segmentberichterstattung

Angaben zu den Geschäftssegmenten

Millionen Euro Mobility Solutions Industrial Technology Consumer Goods
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Umsatz mit Dritten 52.477 45.319 6.944 6.099 21.342 21.022
Umsatz mit anderen Segmenten 193 2 664 270 507 197
Gesamtumsatz 52.670 45.321 7.608 6.369 21.849 21.219
Operatives EBIT 1.813 317 686 513 970 2.136
darunter: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -1 -2
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 2.506 4.074 255 331 710 757
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 3.411 3.339 224 214 995 934
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 18 179 70 32
Nicht zahlungswirksame Erträge 988 872 104 102 151 138
Zugänge zu Sachanlagen 3.270 2.900 316 198 845 656
Net Working Capital 15.125 12.412 2.522 2.128 6.310 5.511
Millionen Euro Energy and Building Technology Sonstiges Konsolidierung
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Umsatz mit Dritten 6.952 5.934 353 374
Umsatz mit anderen Segmenten 440 30 153 2 -1.957 -501
Gesamtumsatz 7.392 5.964 506 376 -1.957 -501
Operatives EBIT 422 305 -69 -118
darunter: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 278 393 50 94
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 229 207 78 78
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 8
Nicht zahlungswirksame Erträge 87 114 36 16
Zugänge zu Sachanlagen 123 85 342 110
Net Working Capital 1.502 1.193 -152 -102
Millionen Euro Konzern
2022 2021
Umsatz mit Dritten 88.068 78.748
Umsatz mit anderen Segmenten
Gesamtumsatz 88.068 78.748
Operatives EBIT 3.822 3.153
darunter: Ergebnis aus Unternehmen, die nach der Equity-Methode einbezogen werden -1 -2
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen (ohne Abschreibungen) 3.799 5.649
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 1 4.937 4.772
Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 96 211
Nicht zahlungswirksame Erträge 1.366 1.242
Zugänge zu Sachanlagen 4.896 3.949
Net Working Capital 25.307 21.142

1 Nach Verrechnung von Zuschreibungen in Höhe von 2 Millionen EUR (Vorjahr 4 Millionen EUR)

Die Bosch-Gruppe ist entsprechend der internen Management- und Berichtsstruktur in vier Unternehmensbereiche gegliedert. Diese stellen die berichtspflichtigen Geschäftssegmente dar und resultieren aus der Zusammenfassung von Geschäftsbereichen entsprechend den in IFRS 8 Geschäftssegmente genannten Kriterien. Das operative Geschäft innerhalb der Unternehmensbereiche liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche.

Der Unternehmensbereich Mobility Solutions umfasst im Wesentlichen die Geschäftsfelder Produkte und Lösungen in der Antriebstechnik, Systeme für die aktive und passive Fahrzeugsicherheit, Assistenz- und Komfortfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Konzepte, Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel, Lenkungstechnik für Personenwagen und Nutzfahrzeuge, vernetzte Mobilitätsdienstleistungen sowie ein umfassendes Portfolio für Elektrofahrräder.

Im Unternehmensbereich Industrial Technology sind folgende Aktivitäten zusammengefasst:

Automatisierungstechnik (Technologien zum Antreiben, Steuern und Bewegen),

Softwareaktivitäten und Projekte im Bereich Industrie 4.0.

Der Unternehmensbereich Consumer Goods umfasst die Herstellung und den Vertrieb von

Elektrowerkzeugen (Geräte für Handwerk, Industrie und Heimwerker, Zubehör, Gartenwerkzeuge sowie Industrie- und Messwerkzeuge),

Hausgeräten (Anwendungen für Kochen, Spülen, Waschen, Trocknen, Kühlen, Gefrieren, Bodenpflege usw.).

Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology umfasst die folgenden Aktivitäten:

Sicherheitssysteme (Videoüberwachung, Beschallung, Evakuierung und Zutrittskontrolle),

Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz in gewerblichen Gebäuden,

Thermotechnik (Heizungs- und Warmwassergeräte inkl. Regelungen und Steuerungen),

Servicelösungen (Business Solutions für interne und externe Kunden, Shared Services für die Bosch-Gruppe).

Geschäftssegmente, die nicht berichtspflichtig sind, werden in der Kategorie "Sonstiges" zusammengefasst und dargestellt. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Finanz-, Holding- und sonstige Dienstleistungsgesellschaften, Aktivitäten, die keinem Unternehmensbereich zugeordnet werden, sowie die verbleibenden Aktivitäten im Bereich Photovoltaik.

Die den einzelnen Unternehmensbereichen zugeordneten Geschäftsbereiche werden jeweils zu einem berichtspflichtigen Geschäftssegment zusammengefasst, weil sie vergleichbare wirtschaftliche Merkmale aufweisen. Dazu gehört vor allem die vergleichbare Abhängigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung aller zu einem Geschäftssegment zusammengefassten Geschäftsbereiche von jeweils den gleichen Kernmärkten (Automobilproduktion, Investitionsgüter, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik).

Positionen, die zur Finanzierungstätigkeit gehören, sind nicht Bestandteil der Segmentdarstellung, da sie nicht Bestandteil der berichteten Ergebnisgröße sind.

Wesentliche Steuerungsgrößen, die an die Geschäftsführung berichtet werden, sind das Umsatzwachstum, das operative EBIT in Prozent vom Umsatz (EBIT angepasst um ergebnisbelastende Effekte aus Kaufpreisallokationen aus dem Geschäftsjahr 2015) sowie das Net Working Capital in Prozent vom Umsatz als Kennziffer für das im Wesentlichen kurzfristig gebundene Kapital. Das Net Working Capital ist eine Durchschnittsgröße aus Vorräten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten, jeweils vor Wertberichtigungen, sowie aktivierten abgegrenzten Gegenleistungen an Kunden abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsverbindlichkeiten.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen sind Wertberichtigungen auf Forderungen, Zuführungen zu Rückstellungen sowie Verluste aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.

Wesentliche Posten unter den nicht zahlungswirksamen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Überleitungsrechnungen

Millionen Euro 2022 2021
Umsatz
Umsatz der berichtspflichtigen Segmente 89.519 78.873
Umsatz Sonstiges 506 376
Konsolidierung -1.957 -501
Unterschiede im Konsolidierungskreis 133
Konzernumsatz 88.201 78.748
Ergebnis
Operatives EBIT der berichtspflichtigen Segmente 3.891 3.271
Operatives EBIT Sonstiges -69 -118
Anpassungen aus Kaufpreisallokationen -342 -338
Unterschiede im Konsolidierungskreis -6
Finanzerträge 3.829 2.728
Finanzaufwendungen -4.390 -2.244
Ergebnis vor Steuern 2.913 3.299
Net Working Capital
Net Working Capital der berichtspflichtigen Segmente 25.459 21.244
Net Working Capital Sonstiges -152 -102
Überleitung der Durchschnittswerte auf die Standwerte zum 31.12. -976 -1.294
Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der Segmente -2.313 -2.132
Net Working Capital des Konzerns 22.018 17.716

Angaben nach wesentlichen Ländern

Millionen Euro Umsatz nach Sitz des Kunden Langfristige Vermögenswerte 1
2022 2021 2022 2021
Europa 44.334 41.337 22.590 21.003
darunter Deutschland 17.589 15.714 13.596 13.168
darunter Vereinigtes Königreich 3.563 3.444 719 532
darunter Frankreich 3.050 2.965 409 419
darunter Italien 2.596 2.406 566 564
Amerika 16.167 12.863 4.179 3.855
darunter Vereinigte Staaten 12.077 9.609 3.501 3.318
Asien 26.369 23.326 8.388 7.543
darunter China 17.580 16.031 5.476 5.448
darunter Japan 2.461 2.271 466 511
Übrige Regionen 1.331 1.222 179 153
Konzern 88.201 78.748 35.336 32.554

1 Die langfristigen Vermögenswerte umfassen immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen.

Die Kundenstruktur der Bosch-Gruppe weist im Berichtsjahr wie im Vorjahr keine Konzentration auf einzelne Kunden auf.

30. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Ein Finanzinstrument ist gemäß IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden bilanziell erfasst, wenn die Bosch-Gruppe Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag entscheidend. Zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes sind finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und entsprechend der Vorschriften des IFRS 9 Finanzinstrumente zu klassifizieren. Sofern die Folgebewertung nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, sind direkt zurechenbare Transaktionskosten beim erstmaligen Ansatz zu berücksichtigen. Die Fair Value Option nach IFRS 9 wird nicht ausgeübt. Hedge-Accounting wird in der Bosch-Gruppe nicht angewendet.

Finanzielle Vermögenswerte sind beim erstmaligen Ansatz entweder als zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC), erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu klassifizieren. Die Klassifizierung hängt ab von dem Geschäftsmodell, das den finanziellen Vermögenswerten zugrunde liegt, sowie von den Merkmalen der vertraglichen Zahlungsströme aus dem Vermögenswert. Entscheidend für die Klassifizierung ist

ob das zugrundeliegende Geschäftsmodell darauf ausgerichtet ist, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme zu halten (Geschäftsmodell "Halten"), ob Zahlungsströme auch aus der Veräußerung (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen") oder ausschließlich aus dem Verkauf (Geschäftsmodell "Verkaufen") erzielt werden sollen, und

ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen ("solely payment of principal and interest", SPPI).

Die Bestimmung des Geschäftsmodells erfolgt auf Basis der Unternehmenssteuerung der Bosch-Gruppe. Die Finanzinstrumente werden zu diesem Zweck in Gruppen zusammengefasst, denen jeweils ein einheitliches Geschäftsmodell zugrunde liegt. Die Überprüfung der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme wird auf Ebene des einzelnen Finanzinstruments durchgeführt.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf das eingesetzte Kapital sind und die im Rahmen des Geschäftsmodells "Halten" gehalten werden, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost; AC) zu bewerten. Es handelt sich hierbei um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Guthaben bei Kreditinstituten, Darlehensforderungen sowie übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte. Die Folgebewertung dieser Vermögenswerte erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode; Gewinne und Verluste aus Wertminderungen oder aus der Ausbuchung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wenn daneben die Absicht besteht, Zahlungsströme auch aus dem Verkauf der finanziellen Vermögenswerte zu vereinnahmen (Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen"), sind die finanziellen Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, with recycling; FVOCI wR) zu bewerten. In diesem Fall werden Gewinne und Verluste ergebnisneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Im Fall der Veräußerung werden die kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wertminderungen werden ebenfalls aus dem sonstigen Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam berücksichtigt. In der Bosch-Gruppe wird der überwiegende Teil der verzinslichen Wertpapiere entsprechend dieser Kategorie bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte, bei denen die Zahlungsstrombedingung nicht erfüllt ist, weil nicht nur Zins- und Tilgungszahlungen auf das eingesetzte Kapital vorliegen, sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss; FVPL) zu bewerten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts sowie Erträge aus diesen Vermögenswerten sind unmittelbar ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Diese Kategorie umfasst im Wesentlichen Beteiligungen an Personengesellschaften, Anteile an Investmentfonds, bestimmte verzinsliche Wertpapiere sowie Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert, die entsprechend des internen Risikomanagements zur Sicherung vor allem von Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken eingesetzt werden.

Für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, kann beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich entschieden werden, die Bewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, sondern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (at fair value through OCI, no recycling; FVOCI nR) vorzunehmen. In diesem Fall sind sämtliche Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Auch bei Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt keine Umgliederung der kumulierten Wertänderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung. Dividendenerträge werden jedoch erfolgswirksam erfasst. In der Bosch-Gruppe wurde entschieden, diese Option für Beteiligungen an Kapitalgesellschaften sowie für in den Wertpapieren ausgewiesene Aktien auszuüben, weil diese Bewertungsmethode zur sachgerechten Darstellung der Vermögens- und Ertragslage führt.

Für finanzielle Vermögenswerte (ohne Eigenkapitalinstrumente), die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 9 Wertminderungen für erwartete Kreditverluste zu erfassen. Der Umfang der Erfassung erwarteter Verluste richtet sich nach einem dreistufigen Modell, unterschieden danach, ob sich das Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte seit ihrem Zugang wesentlich verschlechtert hat. Die Stufe 1 umfasst alle finanziellen Vermögenswerte, bei denen keine wesentliche Verschlechterung des Ausfallrisikos vorliegt und die ausstehenden Zahlungen bis zu 30 Tagen überfällig sind. In diesen Fällen sind Kreditverluste bezogen auf die Ausfallwahrscheinlichkeit in den nächsten 12 Monaten zu erfassen. Bei einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos des Schuldners wird das Finanzinstrument der Stufe 2 zugeordnet, und die Wertberichtigung wird in Höhe der über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erwarteten Verluste vorgenommen. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos wird vermutet, wenn vereinbarte Zahlungen seit mehr als 30 Tagen überfällig sind oder Informationen über eine Verschlechterung der finanziellen Situation des Schuldners vorliegen. Kommen zusätzliche objektive Hinweise auf das Vorliegen einer Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten hinzu, erfolgt eine Zuordnung zur Stufe 3. Objektive Hinweise liegen vor bei Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen, Informationen über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner, bedeutende Veränderungen des technologischen, ökonomischen oder rechtlichen Umfelds oder des Marktumfelds des Emittenten.

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Leasingverhältnissen gilt das vereinfachte Wertminderungsmodell, wonach unabhängig von der Veränderung des Ausfallrisikos seit Zugang des finanziellen Vermögenswertes eine Wertberichtigung stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste vorzunehmen ist. Als praktische Vereinfachung findet in der Bosch-Gruppe eine Wertberichtigungstabelle für nicht bonitätsbeeinträchtigte Forderungen Anwendung, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Hierbei werden historische Ausfallwahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt, die um für das Kreditrisiko relevante Zukunftsparameter ergänzt werden. Liegen Informationen über finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners vor, erfolgt eine Einzelfallbetrachtung und eine Wertberichtigung für bonitätsbeeinträchtigte Forderungen wird berücksichtigt. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze bei Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Wertberichtigungen werden nicht vorgenommen, wenn Forderungen besichert sind oder eine Kreditversicherung besteht.

Finanzielle Verbindlichkeiten sind in der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu bewerten. Dies gilt in der Bosch-Gruppe für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Anleihen, Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Commercial Papers, Darlehensverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Ausgenommen von dieser Regelung sind im Wesentlichen finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden. Diese sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Dies betrifft in der Bosch-Gruppe Derivate mit negativem beizulegendem Zeitwert.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden die Inputfaktoren der Bewertungsverfahren gemäß IFRS 13 wie folgt kategorisiert:

Stufe 1: Nicht angepasste quotierte Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, wobei der Bilanzierende am Bewertungsstichtag Zugang zu diesen aktiven Märkten haben muss

Stufe 2: Direkt oder indirekt beobachtbare Inputfaktoren, die nicht Stufe 1 zuzuordnen sind

Stufe 3: Nicht beobachtbare Inputfaktoren

Bei kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird unterstellt, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht.

Die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt, wenn die Rechte auf Zahlungen erloschen sind, z. B. nach Beendigung eines Insolvenzverfahrens oder nach einer gerichtlichen Entscheidung. Zur Ausbuchung kommt es ebenfalls, wenn die Bosch-Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglich vereinbarten Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben sind oder auslaufen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein Rechtsanspruch auf Verrechnung besteht und entweder der Ausgleich auf Nettobasis beabsichtigt ist oder Vermögenswert und Verbindlichkeit gleichzeitig beglichen werden sollen.

Nettoergebnis nach Kategorien

In der folgenden Tabelle werden die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Auswirkungen aus Finanzinstrumenten, gegliedert nach Kategorien gemäß IFRS 9, saldiert dargestellt:

Millionen Euro 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 540 435
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 172 516
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) -922 -138
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 108 99
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) -325 -291

Im Nettoergebnis aus Eigenkapitalinstrumenten, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert, sind Dividendenerträge enthalten. In allen anderen Kategorien werden Fremdwährungsgewinne und -verluste sowie Zinserträge und -aufwendungen ausgewiesen. Das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, enthält darüber hinaus das Ergebnis aus Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von Beteiligungen, Wertpapieren und Derivaten. Im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten, ist außerdem das Ergebnis aus Forderungs- und Darlehensbewertung ausgewiesen. Das Ergebnis aus finanziellen Vermögenswerten, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert, enthält das Ergebnis aus der Auflösung der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital.

Die im Nettoergebnis aus Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente ausgewiesenen Dividendenerträge in Höhe von 108 Millionen EUR (Vorjahr 99 Millionen EUR) enthalten Dividendenerträge aus im Berichtsjahr ausgebuchten Eigenkapitalinstrumenten in Höhe von 4 Millionen EUR (Vorjahr 5 Millionen EUR).

Die nicht ergebniswirksam erfassten Bewertungsgewinne und Bewertungsverluste aus Wertpapieren und Beteiligungen werden in der Gesamtergebnisrechnung dargestellt.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach Kategorien

Millionen Euro 2022 2021
Aktiva Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente AC 6.459 6.196
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 16.528 14.034
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.803 7.897
Wertpapiere FVPL 2.003 2.003 3.434 3.434
FVOCI wR 362 362 454 454
Guthaben bei Kreditinstituten AC 636 3.454
Darlehensforderungen AC 95 93
Derivate FVPL 285 285 72 72
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 36 36
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 386 354
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 14.021 15.864
Wertpapiere FVOCI nR 2.821 2.821 3.396 3.396
FVOCI wR 4.521 4.521 5.119 5.119
FVPL 4.260 4.260 4.623 4.623
Beteiligungen FVPL 164 164 151 151
FVOCI nR 1.701 1.701 1.939 1.939
n.a. 138 145
Guthaben bei Kreditinstituten AC 83 83 76 76
Darlehensforderungen AC 14 14 15 15
Derivate FVPL 33 33 71 71
Forderungen aus Finanzierungsleasing n.a. 147 147 143 143
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 139 139 186 187
Millionen Euro 2022 2021
Passiva Kategorie gemäß IFRS 9 Buchwert Zeitwert Buchwert Zeitwert
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 10.761 9.948
Kurzfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.210 1.370
Anleihen AC 21
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen AC 500 25
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 328 227
Commercial Papers AC 328 132
Darlehensverbindlichkeiten AC 102 72
Derivate FVPL 182 182 230 230
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 770 663
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 5.457 4.395
Anleihen AC 1.992 1.916 1.990 2.317
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen AC 3.198 3.014 2.200 2.348
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten AC 75 75 8 8
Darlehensverbindlichkeiten AC 49 49 40 40
Derivate FVPL 6 6 9 9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 137 136 148 148
AC Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (at amortised cost)
FVPL Bewertung erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (at fair value through profit or loss)
FVOCI wR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert mit Reklassifizierung (at fair value through OCI, with recycling)
FVOCI nR Bewertung erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert ohne Reklassifizierung (at fair value through OCI, no recycling)
n.a. nicht anwendbar

Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, gegliedert nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9, stellen sich wie folgt dar:

Millionen Euro 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 24.340 24.408
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI wR) 4.883 5.573
Eigenkapitalinstrumente, bewertet erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI nR) 4.522 5.335
Finanzielle Vermögenswerte, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 6.745 8.351
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL) 188 239
Finanzielle Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) 18.240 15.474

Bei finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes entsprechend der in den Tabellen dargestellten Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13:

Millionen Euro 2022
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 251 5.550 462 6.263
FVOCI wR 53 4.830 4.883
FVOCI nR 2.808 13 2.821
Beteiligungen FVPL 164 164
FVOCI nR 714 987 1.701
Derivate FVPL 19 299 318
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 15 173 188
Millionen Euro 2021
Kategorie gemäß IFRS 9 Stufe 1 1 Stufe 2 2 Stufe 3 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere FVPL 163 7.623 271 8.057
FVOCI wR 400 5.173 5.573
FVOCI nR 3.380 16 3.396
Beteiligungen FVPL 151 151
FVOCI nR 1.082 857 1.939
Derivate FVPL 14 129 143
Finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate FVPL 4 235 239

1 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis notierter, nicht angepasster Marktpreise auf aktiven Märkten.
2 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis von Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren.
3 Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt auf Basis nicht beobachtbarer Marktdaten.

In den Beteiligungen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind unter anderem enthalten die Beteiligung an der Ceres Power Holdings plc (beizulegender Zeitwert 134 Millionen EUR, Vorjahr 401 Millionen EUR), an der Husqvarna AB (182 Millionen EUR), an der Nikola Corporation (14 Millionen EUR, Vorjahr 101 Millionen EUR), an der Powercell Sweden AB (63 Millionen EUR, Vorjahr 106 Millionen EUR) und an der Weifu High Technology Group Co., Ltd. (321 Millionen EUR, Vorjahr 391 Millionen EUR).

Der beizulegende Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird auf Basis von beobachtbaren Marktdaten wie Aktienkursen, Währungskursen oder Zinskurven ermittelt (Stufe 2).

Zum Ende des Geschäftsjahres wird überprüft, ob Umklassifizierungen zwischen einzelnen Stufen der Bewertungshierarchie vorzunehmen sind. Im Berichtsjahr wurden in geringem Umfang Umgliederungen von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Wertpapieren von Stufe 1 nach Stufe 2 vorgenommen, weil keine Bewertung zum Börsenkurs mehr vorgenommen wurde. Umgliederungen von Wertpapieren von Stufe 2 nach Stufe 1 erfolgten in geringem Umfang, da vom Berichtsjahr an eine Bewertung zum Börsenkurs möglich ist. Die Umgliederungen hinsichtlich der Stufe 3 sind in der Tabelle zu den Veränderungen der dieser Stufe zugeordneten finanziellen Vermögenswerte dargestellt.

Der Stufe 3 werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert sowie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Beteiligungen zugeordnet. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte werden verschiedene Methoden herangezogen, im Wesentlichen basierend auf Preisinformationen Dritter sowie im Berichtsjahr erfolgter Finanzierungsrunden, außerdem wird die Discounted Cash-Flow-Methode angewendet. Darüber hinaus werden in bestimmten Fällen die Anschaffungskosten als beste Schätzung für den beizulegenden Zeitwert verwendet.

Ebenfalls werden der Stufe 3 Anteile an einem geschlossenen Fonds zugeordnet (Ausweis unter den Wertpapieren). Der beizulegende Zeitwert der Fondsanteile wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft zur Verfügung gestellt, die Ermittlung erfolgt auf Basis des Nettovermögenswertes des Fonds. Der beizulegende Zeitwert ist abhängig von den Marktwertänderungen der jeweiligen Anlagen innerhalb des Fonds.

Die Veränderung der der Stufe 3 zugeordneten finanziellen Vermögenswerte während des Berichtsjahres und des Vorjahres ist aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

Millionen Euro 1.1.2022 Zugänge Abgänge Umgliederungen Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 857 203 -43 -8
Beteiligungen FVPL 151 11 -6 16
Wertpapiere 271 154 37
Millionen Euro Sonstige Änderungen 31.12.2022
Beteiligungen FVOCI nR -22 987
Beteiligungen FVPL -8 164
Wertpapiere 462
Millionen Euro 1.1.2021 Zugänge Abgänge Umgliederungen Erfolgsneutrale Veränderungen Erfolgswirksame Veränderungen
Beteiligungen FVOCI nR 1.015 165 -152 -9 184
Beteiligungen FVPL 100 20 -16 43
Wertpapiere 199 21 51
Millionen Euro Sonstige Änderungen 31.12.2021
Beteiligungen FVOCI nR -346 857
Beteiligungen FVPL 4 151
Wertpapiere 271

Die erfolgswirksamen Veränderungen werden im Finanzergebnis, die erfolgsneutralen Veränderungen werden in der Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital erfasst.

Aufgrund des Börsengangs von Unternehmen im Vorjahr wurden die entsprechenden Beteiligungen der Bosch-Gruppe an diesen Unternehmen von Stufe 3 in Stufe 1 umgegliedert. Im Berichtsjahr fanden keine Umgliederungen statt. Bei Wertpapieren, die der Stufe 3 zugeordnet sind, fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen statt.

31. Kapital- und Risikomanagement

Kapitalmanagement

Ziel der Bosch-Gruppe ist, über Innovationen nachhaltig zu wachsen und zugleich die finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren. Zur Erreichung dieser Ziele ist neben dem Erhalt einer hohen Selbstfinanzierungskraft ein uneingeschränkter Kapitalmarktzugang erforderlich, der durch mindestens ein solides A-Rating gewährleistet wird. Kapitalstruktur und andere Finanzkennzahlen, wie z. B. der Free Cash-Flow, werden im Zuge der Finanzplanung verfolgt. Die Eigenkapitalquote der Bosch-Gruppe gemessen an der Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2022 bei 47 % (Vorjahr 45 %). Abhängig von Marktgegebenheiten, angestrebtem Volumen oder bevorzugter Währung erfolgt die Aufnahme von Fremdkapital in der Bosch-Gruppe in der Regel über den Kapitalmarkt in Form von Anleihen, Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen oder Commercial Papers. Daneben bestehen bilaterale und syndizierte Kreditlinien bei Banken.

Sicherungspolitik und Finanzderivate

Das operative Geschäft der Bosch-Gruppe ist insbesondere von Währungskurs- und Zinsschwankungen sowie auf der Beschaffungsseite von Rohstoffpreisrisiken betroffen. Geschäftspolitisches Ziel ist es, diese Risiken durch Sicherungsmaßnahmen zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden zentral gesteuert.

Interne Vorschriften und Richtlinien legen Handlungsrahmen und Verantwortlichkeiten bei Anlage- und Sicherungsvorgängen verbindlich fest. Gemäß diesen Vorschriften dürfen derivative Finanzinstrumente nur im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft sowie der Geldanlage bzw. bei Finanzierungsvorgängen eingesetzt werden, Spekulationsgeschäfte sind nicht zulässig. Wesentliche Bestandteile der Richtlinien sind Händlerlimite. Der Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt grundsätzlich über Banken mit guter Bonität nach dem Rating führender Agenturen und unter Berücksichtigung der aktuellen Risikobewertungen der Finanzmärkte. Die Bonität der Bankpartner der Bosch-Gruppe wird eng verfolgt und das Risiko durch Kontrahentenlimite begrenzt.

Festgeldanlagen werden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Bank teilweise auch als besicherte Geldanlage in Form von Tri-Party Repo-Geschäften abgeschlossen. Hierbei werden von der Bank zuvor definierte Wertpapiere als Sicherheit bereitgestellt. Die Geschäftsabwicklung sowie Verwaltung und Bewertung der Wertpapiere werden von einer Clearingstelle übernommen. Weitere Angaben sind in Kapitel 16 "Sonstige kurzfristige und langfristige finanzielle Vermögenswerte" enthalten.

Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende Ausschüsse für Rohstoffe und Währungen sowie für Kapitalanlagen. Es besteht eine funktionale Trennung zwischen den Bereichen Handel, Abwicklung und Kontrolle. Letzterer ermittelt vor allem Risiken nach der Value-at-Risk- sowie der Basis-Point-Value-Methode und kontrolliert laufend die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien.

Das Risiko der Finanzanlagen wird monatlich über ein Value-at-Risk-Konzept berechnet. Risiken für Finanzanlagen werden durch bedarfsorientiert durchgeführte Studien zur Anlagestrategie betrachtet und durch Anlagendiversifikation begrenzt. Die Geschäftsführung wird monatlich im Devisen- und Anlageausschuss über die Risikoanalysen und über die Ergebnisse von Anlage- und Sicherungsgeschäften informiert.

Währungsrisiken

Durch die zentrale Steuerung von Fakturierungs- und Einkaufswährungen werden Währungsrisiken aus Zahlungsströmen des operativen Geschäfts reduziert. Die Ermittlung des Währungsrisikos erfolgt auf Basis weltweit konsolidierter Cash-Flows in den jeweiligen Währungen. Dabei werden auf Basis des Wirtschaftsplans erwartete Zu- und Abflüsse in den verschiedenen Währungen für den Planungszeitraum in einer Devisenbilanz aggregiert erfasst und die resultierenden Nettopositionen ermittelt, die Gegenstand des zentralen Währungsmanagements sind.

Die größten Nettowährungspositionen der geplanten Cash-Flows bestehen in CNY, USD, GBP und HUF.

Kurssicherungen erfolgen im Wesentlichen über Devisentermingeschäfte, in geringerem Umfang werden auch Devisenoptionen und Währungsswaps eingesetzt. Für diese Geschäfte, die ausnahmslos mit Banken abgewickelt werden, sind Mindestanforderungen hinsichtlich Art und Umfang festgelegt.

Das Risiko der wesentlichen operativen Fremdwährungspositionen wird mittels des Cash-Flow-at-Risk-Konzepts ermittelt. Diese Risikoanalysen sowie das Ergebnis der Sicherungen werden monatlich ermittelt und der Geschäftsführung ebenfalls im Devisen- und Anlageausschuss vorgelegt.

Zur Darstellung der Währungsrisiken gemäß IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben wurden für die wichtigsten Fremdwährungen der Bosch-Gruppe sämtliche monetären Vermögenswerte und monetären Verbindlichkeiten in Fremdwährung für alle konsolidierten Gesellschaften zum Bilanzstichtag analysiert und Sensitivitätsanalysen für die jeweiligen Währungspaare, bezogen auf das Nettorisiko, vorgenommen.

Eine Veränderung des EUR um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber den in der Tabelle genannten Fremdwährungen würde sich auf das Ergebnis vor Steuern wie folgt auswirken:

Millionen Euro Anstieg des EUR um 10
%
Rückgang des EUR um 10
%
2022 2021 2022 2021
AUD 0 -1 0 1
BRL -6 -7 6 7
CAD 5 5 -5 -5
CHF 2 13 -2 -13
CNY -23 35 23 -35
CZK -16 -15 16 15
GBP 33 28 -33 -28
HUF -24 -18 24 18
INR -12 -10 12 10
JPY -22 -8 22 8
KRW 2 1 -2 -1
MXN -9 -15 9 15
PLN -5 -8 5 8
RUB -7 -11 7 11
TRY -1 -13 1 13
USD -69 -32 69 32

Bei einer Veränderung des USD um 10 % (ausgehend vom Stichtagskurs) gegenüber der in der Tabelle genannten Fremdwährung würde sich folgende Veränderung des Ergebnisses vor Steuern ergeben:

Millionen Euro Anstieg des USD um 10
%
Rückgang des USD um 10
%
2022 2021 2022 2021
CNY -8 -7 8 7

Die bilanziellen Ergebniseffekte resultieren überwiegend sowohl aus operativen Fremdwährungspositionen als auch Darlehensbeziehungen innerhalb der Bosch-Gruppe, wenn der Kredit ausnahmsweise in einer anderen als der lokalen Währung des Kreditnehmers gewährt worden ist, weil er zum Beispiel aus erwarteten CashFlows in dieser Währung zurückgezahlt werden kann. Das dargestellte bilanzielle Währungsrisiko weicht vom rein wirtschaftlichen Währungsrisiko ab, da letzteres ausschließlich auf Basis der geplanten operativen CashFlows ermittelt wird.

Zinsrisiken

Zur Begrenzung der Zinsänderungsrisiken aus Mittelanlagen und Mittelaufnahmen werden vereinzelt derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Dies sind hauptsächlich Zinsswaps und Zinsfutures.

Gemäß IFRS 7 wurde eine Analyse des Zinsrisikos vorgenommen. In einer Sensitivitätsanalyse wurden dazu die variabel verzinslichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die festverzinslichen Wertpapiere, Renten- und Geldmarktfonds sowie die Zinsderivate berücksichtigt.

Eine Veränderung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte (ausgehend vom Zinssatz zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

Millionen Euro Anstieg des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte Rückgang des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte
2022 2021 2022 2021
Rücklage aus Finanzinstrumenten -220 -289 220 289
Ergebnis vor Steuern -8 0 8 0

Aktienkursrisiken

Die Bosch-Gruppe hält Aktien als Bestandteil der Finanzanlagen zur Deckung langfristiger Pensionsverpflichtungen sowie Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Für die Analyse des Aktienkursrisikos gemäß IFRS 7 wurden die Aktienbestände, die börsennotierten Beteiligungen, Aktienfonds sowie Aktienderivate mit einem Buchwert von insgesamt 4.854 Millionen EUR (Vorjahr 6.052 Millionen EUR) berücksichtigt.

Eine Veränderung des Aktienkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Aktienkursniveau zum Stichtag) hätte folgende Auswirkung auf die Rücklage aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Ergebnis vor Steuern:

Millionen Euro Anstieg der Aktienkurse um 10
%
Rückgang der Aktienkurse um 10
%
2022 2021 2022 2021
Rücklage aus Finanzinstrumenten 353 448 -353 -448
Ergebnis vor Steuern 132 157 -132 -157

Zur Verringerung der Aktienkursrisiken wird eine breit diversifizierte Anlagestrategie über verschiedene Regionen und Sektoren verfolgt.

Sonstige Preisrisiken

Zur Begrenzung der Risiken aus Schwankungen von Rohstoffpreisen werden Derivate eingesetzt. Für die Analyse des Rohstoffpreisrisikos gemäß IFRS 7 wurden die zum Bilanzstichtag bewerteten Rohstoffderivate berücksichtigt.

Eine Veränderung des Terminkursniveaus um 10 % (ausgehend vom Terminkurs zum Bilanzstichtag) hätte folgende Auswirkung auf das Ergebnis vor Steuern:

Millionen Euro Anstieg der Terminkurse um 10
%
Rückgang der Terminkurse um 10
%
2022 2021 2022 2021
Ergebnis vor Steuern 39 48 -39 -48

Für die Bosch-Gruppe sind zum Bilanzstichtag keine wesentlichen sonstigen Preisrisiken im Sinne des IFRS 7 bekannt.

Kreditrisiken

Das maximale Kreditrisiko entspricht für jede Kategorie von Finanzinstrumenten dem Buchwert der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte.

Das Kreditrisiko aus Kundenforderungen wird fortlaufend erfasst und überwacht. In einer internen Anweisung sind Zuständigkeiten und Aufgaben im Rahmen der Kreditverantwortung geregelt. Dies betrifft vor allem die Festlegung der Zahlungsbedingungen, die Festlegung des Kreditlimits, die Freigabe von Lieferungen sowie die Forderungsüberwachung.

Zur Verringerung des Kreditrisikos bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Rechnungen mit den entsprechenden Gutschriften in einem einzigen Arbeitsprozess verarbeitet, und in der Bilanz wird der Nettobetrag ausgewiesen. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und vom Kunden beabsichtigt ist, den Ausgleich der Forderung auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Forderung gleichzeitig mit der dazugehörigen Verbindlichkeit zu begleichen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise mit einem Eigentumsvorbehalt besichert. Weiterhin liegen für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sicherheiten in Form von Bürgschaften, Grundpfandrechten und Hypotheken vor.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Kreditrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Millionen Euro 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 17.410 14.894
Saldierung von Gutschriften -882 -860
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 16.528 14.034
Erhaltene finanzielle Sicherheiten -2.039 -2.060
Verbleibendes Kreditrisiko 14.489 11.974

In der folgenden Tabelle ist die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (bonitätsbeeinträchtigt und nicht bonitätsbeeinträchtigt) sowie auf Darlehensforderungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte (nach dem dreistufigen Wertminderungsmodell) für das Berichtsjahr und das Vorjahr dargestellt:

Millionen Euro Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Darlehensforderungen und übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte
Stufe 1 Stufe 2/3
1.1.2021 261 6 126
Konzernkreisänderungen 3 0 0
Zuführung 76 3 12
Inanspruchnahme -42 0 0
Auflösung -47 -3 -30
Währungsanpassungen -1 0 0
31.12.2021 250 6 108
Konzernkreisänderungen 0 0 0
Zuführung 79 1 9
Inanspruchnahme -20 0 0
Auflösung -13 -2 -5
Währungsanpassungen -6 0 0
31.12.2022 290 5 112

Zum 31. Dezember des Berichtsjahres beläuft sich der Bestand an Wertberichtigungen auf Vertragsvermögenswerte auf 16 Millionen EUR (Vorjahr 14 Millionen EUR) und der Bestand an Wertberichtigungen auf Forderungen aus Finanzierungsleasing auf 2 Millionen EUR (Vorjahr 2 Millionen EUR).

Die folgende Tabelle enthält die Bruttobuchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Millionen Euro 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.818 14.284
davon nicht ausfallgefährdet 5.123 4.538
davon bonitätsbeeinträchtigt 293 262
davon nicht bonitätsbeeinträchtigt 11.402 9.484
nicht fällig 10.096 8.679
bis 30 Tage überfällig 812 489
31-90 Tage überfällig 271 155
91-180 Tage überfällig 105 50
mehr als 180 Tage überfällig 118 111

Die Entwicklung des Bestands an Wertminderungen auf Wertpapiere, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Millionen Euro Stufe 1 Stufe 2/3
1.1.2021 16 66
Konzernkreisänderungen
Zuführungen 9 17
Inanspruchnahme
Auflösung -22 -43
Umgliederungen 10 -10
Währungsanpassungen
31.12.2021 13 30
Konzernkreisänderungen
Zuführungen 9 57
Inanspruchnahme
Auflösung -17 -31
Umgliederungen 7 -7
Währungsanpassungen
31.12.2022 12 49

Derivative Transaktionen werden nach dem Deutschen Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte oder ISDA (International Swaps and Derivatives Association) abgeschlossen. Diese erfüllen nicht die Aufrechnungsvoraussetzungen nach IAS 32, da die Saldierung nur im Insolvenzfall durchsetzbar ist.

Das Kreditrisiko für Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Fall der Insolvenz des Vertragspartners durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Millionen Euro 2022 2021
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert 318 143
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate -82 -34
Erhaltene Barsicherheiten -77 -13
Verbleibendes Kreditrisiko 159 96

Liquiditätsrisiken

Die Entwicklung von Finanzmitteln und -Verbindlichkeiten wird fortlaufend überwacht. In internen Richtlinien sind Aufgaben und Zuständigkeiten des Liquiditätsmanagements und der Liquiditätsplanung geregelt. Es bestehen Liquiditätsreserven in Form von kurzfristig verfügbaren Finanzmitteln in Höhe von 8.824 Millionen EUR (Vorjahr 10.084 Millionen EUR). Daneben steht ein US-Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von 2.000 Millionen USD zur Verfügung, unter dem im Berichtsjahr revolvierend bis zu 350 Millionen USD begeben wurden. Darüber hinaus bestehen bilaterale US-Kreditlinien mit einem Volumen von 950 Millionen USD. Eine bestehende syndizierte Kreditlinie mit ESG-Komponente wurde auf 5.000 Millionen EUR erhöht. Die Kreditlinien wurden nicht in Anspruch genommen.

Zur Verringerung des Liquiditätsrisikos werden Rechnungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit den entsprechenden erhaltenen Gutschriften in einem einzigen Abrechnungsprozess verarbeitet. Dieses Vorgehen erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch auf Saldierung besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich der Verbindlichkeit auf Basis des Nettobetrags vorzunehmen beziehungsweise die Verbindlichkeit gleichzeitig mit der dazugehörigen Forderung zu begleichen. Darüber hinaus werden Sicherheiten in Form von Bürgschaften gestellt.

Die folgende Tabelle zeigt das verbleibende Liquiditätsrisiko für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen:

Millionen Euro 2022 2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (vor Saldierung von Gutschriften) 11.643 10.808
Saldierung von Gutschriften -882 -860
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Buchwert) 10.761 9.948
Gestellte finanzielle Sicherheiten -8 -3
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 10.753 9.945

Das Liquiditätsrisiko für Derivate, die gegenwärtig nicht die Saldierungskriterien nach IAS 32 erfüllen, da die Aufrechnungsvereinbarung nur im Falle der Insolvenz durchsetzbar ist, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Millionen Euro 2022 2021
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert 188 239
Nicht in der Bilanz saldierte Beträge
Derivate -82 -34
Gestellte Barsicherheiten -1 -7
Verbleibendes Liquiditätsrisiko 105 198

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse der originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten sind aus den folgenden Tabellen ersichtlich:

Millionen Euro Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2022 2023 2024 2025 2026 2027
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.761 10.761
Anleihen 1.992 48 798 35 35 35
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 3.698 581 78 629 863 698
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 403 337 1 73 0 0
Commercial Papers 328 328
Leasingverbindlichkeiten 2.167 583 482 342 260 206
Darlehensverbindlichkeiten 151 102 27 8 8 4
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 907 771 31 10 1 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 145
Zahlungsabflüsse 5.271 22 10
Zahlungszuflüsse 5.127 21 10
Mit Nettoausgleich 43
Zahlungsabflüsse 38 3 2
Millionen Euro Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2028 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 1.387
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 1.370
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4
Commercial Papers
Leasingverbindlichkeiten 599
Darlehensverbindlichkeiten 6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 94
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse
Millionen Euro Buchwert Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2021 2022 2023 2024 2025 2026
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 9.948 9.948
Anleihen 2.011 69 48 791 35 35
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 2.225 51 524 23 151 818
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 235 230 2 2 2 1
Commercial Papers 132 133
Leasingverbindlichkeiten 2.066 551 443 324 279 196
Darlehensverbindlichkeiten 112 73 8 10 9 6
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 811 666 37 5 1 1
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich 212
Zahlungsabflüsse 8.125 59
Zahlungszuflüsse 7.917 55
Mit Nettoausgleich 27
Zahlungsabflüsse 22 1 0 4
Millionen Euro Undiskontierte Zahlungsabflüsse
2027 ff.
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Anleihen 1.418
Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen 856
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Commercial Papers
Leasingverbindlichkeiten 475
Darlehensverbindlichkeiten 7
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 105
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Mit Bruttoausgleich
Zahlungsabflüsse
Zahlungszuflüsse
Mit Nettoausgleich
Zahlungsabflüsse

In den undiskontierten Zahlungsabflüssen sind Zins- und Tilgungszahlungen enthalten. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind dem frühesten Zeitband zugeordnet. Die variablen Zinszahlungen wurden unter Verwendung des letzten vor dem jeweiligen Bilanzstichtag festgestellten Zinssatzes ermittelt.

32. Leasing

Verträge, die zur Kontrolle der Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum berechtigen, werden entsprechend IFRS 16 als Leasingverhältnis bilanziert.

Bosch als Leasingnehmer

Der Leasingnehmer bilanziert Leasingverträge grundsätzlich nach dem Nutzungsrechtsansatz. Danach sind, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, in der Bilanz Vermögenswerte für die gewährten Nutzungsrechte und Verbindlichkeiten für die Zahlungsverpflichtungen aus dem Leasingverhältnis zu erfassen. Auf kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert werden die vorgenannten Bilanzierungsregeln nicht angewendet, die Leasingzahlungen werden in diesen Fällen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses in den Funktionskosten erfasst. Die Vorschriften des IFRS 16 werden ebenfalls nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses angesetzt. In die Leasingzahlungen werden neben fixen Zahlungen für die Leasingkomponenten und die Nicht-Leasingkomponenten auch variable Leasingzahlungen einbezogen, soweit diese auf einem Index oder einem Zinssatz beruhen. Die Abzinsung der Zahlungen erfolgt in der Regel mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der der Währung und Laufzeit des jeweiligen Vertrags entspricht. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden auch Kündigungs- und Verlängerungsoptionen berücksichtigt, soweit deren Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wurde.

Nutzungsrechte werden zu Beginn des Leasingverhältnisses mit dem Wert der Leasingverbindlichkeit erfasst, zuzüglich anfänglicher direkter Kosten und abzüglich erhaltener Anreizzahlungen. Nutzungsrechte werden in der Regel über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben, die Abschreibungen werden in den Funktionskosten erfasst.

Leasingverträge, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe Leasingnehmer sind, betreffen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude sowie, in geringerem Umfang, Fahrzeuge, technische Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die in der Bilanz erfassten Nutzungsrechte und die darauf entfallenden Abschreibungen gliedern sich wie folgt:

Millionen Euro 2022 2021
Buchwert Abschreibungen Buchwert Abschreibungen
Grundstücke und Gebäude 1.696 435 1.700 397
Technische Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 162 40 87 30
Fahrzeuge 210 134 213 142
2.068 609 2.000 569

In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 24 Millionen EUR enthalten, die auf Nutzungsrechte der russischen Tochtergesellschaft des Geschäftsbereichs BSH Hausgeräte (Unternehmensbereich Consumer Goods) entfallen. Die Abschreibungen wurden aufgrund der geltenden Sanktionsbestimmungen und der damit einhergehenden Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld vorgenommen.

Die Zugänge zu den Nutzungsrechten belaufen sich im Berichtsjahr auf 856 Millionen EUR (Vorjahr 615 Millionen EUR).

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden des Weiteren die folgenden Beträge erfasst:

Millionen Euro 2022 2021
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 59 51
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 132 112
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert 86 63
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen 26 19

Die gesamten Zahlungsabflüsse aus Leasingverhältnissen belaufen sich im Berichtsjahr auf 893 Millionen EUR (Vorjahr 805 Millionen EUR). Die Fälligkeitsanalyse der künftigen Zahlungsabflüsse der Leasingverbindlichkeiten ist in Kapitel 31 "Kapital- und Risikomanagement" im Abschnitt zu den Liquiditätsrisiken enthalten.

Bosch als Leasinggeber

Leasinggeber haben Leasingverhältnisse entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasing einzustufen.

Bei Finanzierungsleasing werden im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen. In diesem Fall wird eine Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes bilanziert und unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Die Forderungen aus Finanzierungsleasing-Verträgen resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Erzeugnissen des Geschäftsbereichs Building Technologies. Die vereinbarte Laufzeit beträgt in der Regel zehn Jahre. Die Forderungen gliedern sich wie folgt:

Millionen Euro 2022 2021
Bruttoinvestitionen in Finanzierungsleasing, nicht diskontiert
fällig innerhalb eines Jahres 42 42
fällig zwischen einem und zwei Jahren 36 36
fällig zwischen zwei und drei Jahren 30 30
fällig zwischen drei und vier Jahren 26 25
fällig zwischen vier und fünf Jahren 21 21
fällig nach mehr als fünf Jahren 49 47
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen 204 201
fällig innerhalb eines Jahres 36 36
fällig zwischen einem und zwei Jahren 32 32
fällig zwischen zwei und drei Jahren 27 27
fällig zwischen drei und vier Jahren 23 22
fällig zwischen vier und fünf Jahren 20 19
fällig nach mehr als fünf Jahren 46 45
184 181
Noch nicht realisierter Finanzertrag 20 20

Im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing-Verträgen sind im Berichtsjahr Finanzerträge in Höhe von 6 Millionen EUR (Vorjahr 7 Millionen EUR) und Veräußerungsverluste in Höhe von 4 Millionen EUR (Vorjahr 3 Millionen EUR) angefallen. Es liegen keine nicht garantierten Restwerte vor.

Operating-Leasing-Verträge liegen vor, wenn die mit dem Leasinggegenstand verbundenen wesentlichen Chancen und Risiken beim Leasinggeber verbleiben. Die jeweiligen Vermögenswerte werden im Sachanlagevermögen ausgewiesen und die erhaltenen Leasingzahlungen werden, soweit sie nicht als Umsatz ausgewiesen werden, in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die ausstehenden, nicht diskontierten Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen, bei denen Gesellschaften der Bosch-Gruppe als Leasinggeber auftreten, resultieren vor allem aus Aktivitäten der Geschäftsbereiche Building Technologies und BSH Hausgeräte GmbH. Sie gliedern sich im Berichtsjahr wie folgt:

Millionen Euro 2022 2021
Fällig innerhalb eines Jahres 41 32
Fällig zwischen einem und zwei Jahren 5 6
Fällig zwischen zwei und drei Jahren 3 4
Fällig zwischen drei und vier Jahren 2 2
Fällig zwischen vier und fünf Jahren 1 1
Fällig nach mehr als fünf Jahren 2 2
54 47

Die Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen belaufen sich im Berichtsjahr auf 51 Millionen EUR (Vorjahr 47 Millionen EUR).

33. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Die Robert Bosch Industrietreuhand KG übt als Gesellschafterin der Robert Bosch GmbH die Stimmrechtsmehrheit bei dieser aus. Außerdem obliegt der Robert Bosch Industrietreuhand KG die interne Revision der Bosch-Gruppe. Die dafür angefallenen Kosten von 20 Millionen EUR (Vorjahr 20 Millionen EUR) wurden von der Robert Bosch GmbH erstattet. Weitere Transaktionen sowie ausstehende Salden zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr nur in unwesentlicher Höhe.

Ein Teil der Pensionszusagen und -mittel ist in die Bosch Pensionsfonds AG ausgegliedert. Alleinige Gesellschafterin der Bosch Pensionsfonds AG ist die Robert Bosch GmbH. Im Geschäftsjahr erfolgten Zuwendungen in das Planvermögen der Bosch Pensionsfonds AG zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen. Weitere Einzelheiten sind in Kapitel 26 "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" enthalten.

Die Robert Bosch Stiftung GmbH, Stuttgart, ist Mieterin von mehreren Immobilien, deren Eigentümerin die Robert Bosch GmbH, Stuttgart, ist. Zum Bilanzstichtag besteht eine Verbindlichkeit der Robert Bosch GmbH gegenüber der Robert Bosch Stiftung GmbH in Höhe von 33 Millionen EUR (Vorjahr 11 Millionen EUR).

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen

Zu den nahestehenden Unternehmen der Bosch-Gruppe gehören die Gemeinschaftsunternehmen, die assoziierten Unternehmen sowie die Unternehmen, an denen eine Minderheitsbeteiligung besteht (Beteiligungsunternehmen). Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Millionen Euro Erbrachte Lieferungen und Leistungen Empfangene Lieferungen und Leistungen Forderungen
2022 2021 2022 2021 2022 2021
Gemeinschaftsunternehmen 84 10 1 4 10 9
Assoziierte Unternehmen und Beteiligungsunternehmen 116 130 76 465 8 32
Millionen Euro Verbindlichkeiten
2022 2021
Gemeinschaftsunternehmen 23 1
Assoziierte Unternehmen und Beteiligungsunternehmen 60 28

Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt.

Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements

Bei den Personen in Schlüsselpositionen des Managements handelt es sich um die persönlich haftenden Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG sowie deren Kommanditisten, soweit diese gleichzeitig Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH sind, die Mitglieder des Aufsichtsrats sowie die Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Die Gesamtbezüge der Personen in Schlüsselpositionen des Managements setzen sich wie folgt zusammen:

Millionen Euro 2022 2021
Kurzfristig fällige Leistungen 24 36
Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses 37 17
Andere langfristig fällige Leistungen 6 7
Leistungen aus Anlass der Beendigung von Dienstverhältnissen 0 4

Für Verpflichtungen aus Pensionen und Entgeltumwandlung sind insgesamt 59 Millionen EUR (Vorjahr 141 Millionen EUR) zurückgestellt.

Anteilsbasierte Leistungen werden nicht gewährt.

Darüber hinaus haben Unternehmen des Bosch-Konzerns mit Personen in Schlüsselpositionen des Managements keine berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen.

34. Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats

Die Gesamtbezüge der Mitglieder der Geschäftsführung belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 25 Millionen EUR (Vorjahr 42 Millionen EUR) und die der früheren Mitglieder der Geschäftsführung und ihrer Hinterbliebenen auf 26 Millionen EUR (Vorjahr 20 Millionen EUR). Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt 274 Millionen EUR (Vorjahr 362 Millionen EUR) zurückgestellt.

Die Vergütungen der Mitglieder des Aufsichtsrats betragen rund 2 Millionen EUR.

35. Honorare des Abschlussprüfers

Die Honorare des Konzernabschlussprüfers für Prüfungs- und Beratungsleistungen in Deutschland betragen:

Millionen Euro 2022 2021
Honorare für
Abschlussprüfungsleistungen 7 6
Andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 1 1
Sonstige Leistungen 7 4

36. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 3. Februar 2023 wurden 100 % der Anteile an der HydraForce Inc., Lincolnshire, IL, Vereinigte Staaten, erworben. Weitere Angaben sind im Kapitel 6 "Konsolidierung" im Abschnitt Unternehmenszusammenschlüsse enthalten.

Am 8. Februar 2023 wurden die Verträge zur Veräußerung der Anteile an der OOO Robert Bosch Saratov sowie der OOO Bosch Power Tools, beide Engels, Russland, unterzeichnet. Weitere Angaben sind im Kapitel 6 "Konsolidierung" im Abschnitt Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen enthalten.

Ebenfalls am 8 Februar 2023 wurde der Vertrag zur Veräußerung der Anteile an der Bosch Heating Systems LLC, Engels, Russland, unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite Quartal 2023 geplant.

Anteilsbesitz der Bosch-Gruppe zum 31. Dezember 2022

Region/Land Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
A. Tochterunternehmen
1. Vollkonsolidierte Gesellschaften
Deutschland AJNS New Media GmbH Berlin 100,0
AS Abwicklung Dritte Produktion GmbH i.L. Stuttgart 100,0
AS Abwicklung und Solar-Service GmbH Stuttgart 100,0 1)
AS Guss Beteiligungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
Bosch Access Systems GmbH Aachen 100,0 1)
Bosch Automotive Service Solutions GmbH Pollenfeld 100,0 1)
Bosch Building Automation GmbH Verl 100,0 1)
Bosch Charging Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Energy and Building Solutions GmbH Ditzingen 100,0 1)
Bosch Engineering GmbH Abstatt 100,0 1)
Bosch Global Software Technologies GmbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Healthcare Solutions GmbH Waiblingen 100,0 1)
Bosch Hilfe GmbH Stuttgart 100,0
Bosch Industriekessel GmbH Gunzenhausen 100,0 1)
Bosch KWK Systeme GmbH Lollar 100,0 1)
Bosch Pensionsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Rexroth AG Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Rexroth Vermögensverwaltung GmbH i. L. Lohr am Main 100,0 1)
Bosch Sensortec GmbH Kusterdingen 100,0 1)
Bosch Service Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1)
Bosch Service Solutions Leipzig GmbH Leipzig 100,0 1)
Bosch Service Solutions Magdeburg GmbH Magdeburg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme Engineering GmbH Nürnberg 100,0 1)
Bosch Sicherheitssysteme GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Sicherheitssysteme Montage und Service GmbH Weimar 100,0 1)
Bosch SoftTec GmbH Hildesheim 100,0 1)
Bosch Solar Services GmbH Arnstadt 100,0 1), 2)
Bosch Solar Thin Film GmbH Arnstadt 100,0 1)
Bosch Solarthermie GmbH Wettringen 100,0 1)
Bosch Technology Licensing Administration GmbH Gerlingen 100,0 1)
Bosch Telecom Holding GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Bosch Thermotechnik GmbH Wetzlar 100,0 1), 2)
Bosch Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Stuttgart 100,0 3)
Bosch.IO GmbH Berlin 100,0 1)
BSH Hausgeräte GmbH München 100,0 1) ' 2)
BSH Hausgeräte Service GmbH München 100,0 1)
BSH Hausgeräte Service Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Hausgerätewerk Nauen GmbH Nauen 100,0 1)
BSH Vermögensverwaltungs-GmbH München 100,0 1)
Buderus Guss GmbH Breidenbach 100,0 1)
COBI.Bike GmbH Frankfurt/Main 100,0 1)
Constructa-Neff Vertriebs-GmbH München 100,0
DAA GmbH Hamburg 100,0 1)
ELPRO Messtechnik GmbH Schorndorf 100,0
ETAS GmbH Stuttgart 100,0 1) ' 2)
EVI Audio GmbH Straubing 100,0 1)
Gaggenau Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
grow platform GmbH Stuttgart 100,0 1)
Holger Christiansen Deutschland GmbH Wilnsdorf 100,0 1)
Hörburger AG Waltenhofen 100,0
ITK Engineering GmbH Rülzheim 100,0
ITK Holding GmbH Rülzheim 100,0
Moehwald GmbH Homburg/Saar 100,0 1)
Neff GmbH München 100,0 1)
Pollux Solar-Service GmbH Arnstadt 100,0
Residential IoT Services GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Automotive Steering GmbH Schwäbisch Gmünd 100,0 1), 2)
Robert Bosch Elektronik GmbH Salzgitter 100,0 1)
Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH Arnstadt 100,0 1)
Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH Eisenach 100,0 1)
Robert Bosch Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
Robert Bosch Lollar Guss GmbH Lollar 100,0 1)
Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH Stuttgart 100,0 1), 2)
Robert Bosch Power Tools GmbH Leinfelden-Echterdingen 100,0 1)
Robert Bosch Risk and Insurance Management GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Sechste Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH Dresden 100,0 1)
Robert Bosch Siebte Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Smart Home GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Steering Columns GmbH Stuttgart 100,0 1)
Robert Bosch Venture Capital GmbH Gerlingen 100,0 1)
Robert Bosch Wohnungsgesellschaft mbH Stuttgart 100,0 1)
Security and Safety Things GmbH München 100,0
SEG Hausgeräte GmbH München 100,0 1)
sia Abrasives Deutschland GmbH Solingen 100,0
WeWash GmbH München 100,0 1)
WOGE Service- und Regiebetrieb GmbH Stuttgart 100,0 1)

1) Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gem. § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch.
2) Diese Gesellschaften machen von der Befreiung gem. § 291 Abs. 2 HGB Gebrauch.
3) Diese Gesellschaft macht von der Befreiung gem. § 264b HGB Gebrauch.

Region/Land Name der Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
in %
Europa
Belgien Bosch Rexroth N.V. Anderlecht 100,0
Bosch Thermotechnology N.V. / S.A. Mechelen 100,0
BSH Home Appliances S.A. Brüssel 100,0
Robert Bosch Produktie N.V. Tienen 100,0
Robert Bosch S.A. Anderlecht 100,0
sia Abrasives Belgium N.V. / S.A. Mollem 100,0
The KOBI Company B.V. Leuven 100,0
Bulgarien Bosch.IO EOOD Sofia 100,0
BSH Domakinski Uredi Bulgaria EOOD Sofia 100,0
Dänemark Bosch Rexroth A/S Hvidovre 100,0
BSH Hvidevarer A/S Ballerup 100,0
ELPRO NORDIC ApS Roskilde 100,0
Holger Christiansen A/S Esbjerg 100,0
Kassow Robots ApS Kopenhagen 100,0
Robert Bosch A/S Ballerup 100,0
Finnland Bosch Rexroth Oy Vantaa 100,0
BSH Kodinkoneet Oy Helsinki 100,0
Minima Processor Oy Oulu 100,0
Robert Bosch Oy Vantaa 100,0
Frankreich Bosch Automotive Service Solutions S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Bosch Rexroth DSI S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Rexroth S.A.S. Vénissieux 100,0
Bosch Security Systems France S.A.S. Drancy 100,0
BSH Electroménager S.A.S. Saint-Ouen 100,0
e.l.m. leblanc S.A.S. Drancy 100,0
ETAS S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Gaggenau Industrie S.A.S. Lipsheim 100,0
Holger Christiansen France S.A.S. Olivet 100,0
Robert Bosch (France) S.A.S. Saint-Ouen 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Marignier S.A.S. Marignier 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Vendôme S.A.S. Vendôme 100,0
Griechenland BSH Ikiakes Syskeves A.B.E. Athen 100,0
Robert Bosch S.A. Koropi (Athen) 100,0
Irland Robert Bosch Ireland Ltd. Dublin 100,0
Italien ARESI S.p.A. Brembate 100,0
Bosch Automotive Service Solutions S.r.l. Parma 100,0
Bosch Rexroth Oil Control S.p.A. Mailand 100,0
Bosch Rexroth S.p.A. Cernusco 100,0
Bosch Security Systems S.p.A. Mailand 100,0
BSH Elettrodomestici S.p.A. Mailand 100,0
Centro Studi Componenti per Veicoli S.p.A. Modugno (Bari) 100,0
EDiM S.p.A. Villasanta 100,0
Freud S.p.A. Mailand 100,0
Holger Christiansen Italia S.r.l. San Lazzaro di Savena 100,0
ROBERT BOSCH S.p.A. Società Unipersonale Mailand 100,0
Tecnologie Diesel S.p.A. Società Unipersonale Modugno (Bari) 100,0
Kasachstan TOO BSH Home Appliances Almaty 100,0
TOO Robert Bosch Almaty 100,0
Kroatien BSH kucanski uredaji d.o.o. Zagreb 100,0
Lettland Robert Bosch SIA Riga 100,0
Luxemburg BSH électroménagers S.A. Senningerberg 100,0
Ferroknepper Buderus S.A. Eschsur-Alzette 100,0
Niederlande Bosch Building Technology B.V. Nieuwegein 100,0
Bosch Power Tools B.V. Breda 100,0
Bosch Rexroth B.V. Boxtel 100,0
Bosch Security Systems B.V. Eindhoven 100,0
Bosch Thermotechniek B.V. Deventer 100,0
Bosch Transmission Technology B.V. Tilburg 100,0
BSH Huishoudapparaten B.V. Amsterdam 100,0
Digicontrol Benelux B.V. Apeldoorn 100,0
ELPRO Benelux B. V. s'-Hertogenbosch 100,0
Hacousto Group B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Hacousto Holland B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Hacousto Protec B.V. Amsterdam 100,0
Hacousto Protec Projects B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Hacousto Security Systems B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Hacousto Videotechniek B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Halin Communication Technology B.V. Best 100,0
ItoM Services B.V. Eindhoven 100,0
Nefit Vastgoed B.V. Deventer 100,0
Protec Brandbeveiliging B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Protec Netherlands B.V. Berkel en Rodenrijs 100,0
Robert Bosch Asset Managing C.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Finance Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Holding Nederland B.V. Boxtel 100,0
Robert Bosch Investment Nederland B.V. Boxtel 100,0
Security and Safety Things B.V. Eindhoven 100,0
Norwegen Bosch Rexroth AS Ski 100,0
BSH Husholdningsapparater AS Oslo 100,0
Robert Bosch AS Trolläsen 100,0
Österreich Bosch General Aviation Technology GmbH Wien 100,0
Bosch Industriekessel Austria GmbH Bischofshofen 100,0
Bosch Rexroth GmbH Pasching 100,0
BSH Finance and Holding GmbH Wien 100,0
BSH Hausgeräte Gesellschaft mbH Wien 100,0
Robert Bosch AG Wien 100,0
Robert Bosch Holding Austria GmbH Wien 100,0
Polen Bosch Rexroth Sp. z o.o. Warschau 100,0
BSH Sprzet Gospodarstwa Domowego Sp. z o.o. Warschau 100,0
ROBERT BOSCH Sp. z o.o. Warschau 100,0
SIA Abrasives Polska Sp. z o.o. Goleniow 100,0
Portugal Bosch Car Multimedia Portugal, S.A. Braga 100,0
Bosch Security Systems, S.A. Ovar 100,0
Bosch Termotecnologia S.A. Lissabon 100,0
BSHP Electrodomésticos, S.U., Lda. Carnaxide 100,0
Robert Bosch, S.A. Lissabon 100,0
Rumänien Bosch Automotive S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Rexroth Sales S.R.L. Blaj 100,0
Bosch Service Solutions S.R.L. Timisoara 100,0
BSH Electrocasnice S.R.L. Bukarest 100,0
ROBERT BOSCH S.R.L. Bukarest 100,0
S. C. Hörburger s.r.l. Sibiu 100,0
Russische Föderation Bosch Heating Systems LLC Engels 100,0
OOO "Construction & investments" Khimki 100,0
OOO Bosch Power Tools Engels 100,0
OOO Bosch Rexroth Moskau 100,0
OOO Bosch Thermotechnik Moskau 100,0
OOO BSH Bytowije Pribory St. Petersburg 100,0
OOO Robert Bosch Moskau 100,0
OOO Robert Bosch Saratow Engels 100,0
Robert Bosch Samara LLC Chernovskiy 100,0
Schweden Bosch Rexroth AB Stockholm 100,0
Bosch Thermoteknik AB Tranäs 100,0
BSH Home Appliances AB Stockholm 100,0
Robert Bosch AB Kista 100,0
Schweiz Bosch Rexroth Schweiz AG Buttikon 100,0
BSH Hausgeräte AG Geroldswil 100,0
Bosch Thermotechnik AG Pratteln 100,0
ELPRO-BUCHS AG Buchs 100,0
Elpro Group AG Buchs 100,0
Robert Bosch AG Zuchwil 100,0
Robert Bosch Internationale Beteiligungen AG Zuchwil 100,0
Scintilla AG Zuchwil 100,0
sia Abrasives Industries AG Frauenfeld 100,0
Serbien BSH Kucni Aparati d.o.o. Beograd Belgrad 100,0
Robert Bosch d.o.o. Beograd Belgrad 100,0
Slowakei BSH Drives and Pumps s.r.o. Michalovce 100,0
Robert Bosch spol. s.r.o. Bratislava 100,0
Robert Bosch Production Slovakia, s.r.o. Bernolakovo 100,0
Slowenien Bosch Rexroth d.o.o. Skofja Loka 100,0
BSH Hisni Aparati d.o.o. Nazarje 100,0
Spanien Bosch Rexroth, S.L.U. Madrid 100,0
Bosch Service Solutions, S.A.U. Madrid 100,0
BOSCH SISTEMAS DE FRENADO, S.L.U. Madrid 100,0
BSH Electrodomésticos España, S.A. Zaragoza 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA ARANJUEZ S.A.U. Aranjuez 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA CASTELLET S.A.U. Castellet 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA FÁBRICA MADRID S.A.U. Madrid 100,0
ROBERT BOSCH ESPAÑA, S.L.U. Madrid 100,0
sia Abrasives Espana S.A.U. Madrid 100,0
Tschechische Republik Bosch Powertrain s.r.o. Jihlava 100,0
Bosch Rexroth spol. s.r.o. Brno 100,0
Bosch Thermotechnika s.r.o. Prag 100,0
BSH domácí spotrebice s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch odbytova s.r.o. Prag 100,0
Robert Bosch, spol. s.r.o. Ceske Budejovice 100,0
Türkei Bosch Fren Sistemleri Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 84,5
Bosch Rexroth Otomasyon Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Sanayi ve Ticaret A.S. Bursa 100,0
Bosch Termoteknik Isitma ve Klima Sanayi Ticaret A.S. Manisa 100,0
BSH Ev Aletleri Sanayi ve Ticaret A.S. Istanbul 100,0
Ukraine MBT Trade T.B.O. Kiew 100,0
SC "Robert Bosch Production Ukraine" Krakovets 100,0
Robert Bosch Ltd. Kiew 100,0
TOV BSH Pobutova Technika Kiew 100,0
Zelmer Ukraine T.B.O. Kiew 100,0
Ungarn Automotive Steering Column Kft. Eger 100,0
Bosch Rexroth Kft. Budapest 100,0
BSH Háztartási Készülék Kereskedelmi Kft. Budapest 100,0
ELPRO Systems Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Kft. Maklár 100,0
Robert Bosch Elektronika Gyártó Kft. Hatvan 100,0
Robert Bosch Energy and Body Systems Kft. Miskolc 100,0
Robert Bosch Kft. Budapest 100,0
Robert Bosch Power Tool Elektromos Szerszámgyártó Kft. Miskolc 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Service Solutions Ltd. Brixworth 100,0
Bosch Lawn and Garden Ltd. Stowmarket 100,0
Bosch Rexroth Ltd. St. Neots 100,0
Bosch Service Solutions Ltd. Denham 100,0
Bosch Thermotechnology Ltd. Worcester 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Milton Keynes 100,0
ELPRO UK Ltd. Worthing 100,0
Five AI Limited Bristol 100,0
Gas Alarm Systems Limited Nelson 100,0
Lynteck Limited Nelson 100,0
Protec Camerfield Limited Nelson 100,0
Protec Fire and Security Group Limited Nelson 100,0
Protec Fire Detection Plc Nelson 100,0
Protec Fire Detection (Export) Limited Nelson 100,0
Robert Bosch Investment Ltd. Worcester 100,0
Robert Bosch Ltd. Denham 100,0
Robert Bosch UK Holdings Limited Denham 100,0
sia Abrafoam Ltd. Alfreton 100,0
sia Abrasives (G.B.) Ltd. Greetland 100,0
sia Abrasives Holding Ltd. Greetland 100,0
sia Fibral Ltd. Greetland 100,0
Worcester Group Ltd. Worcester 100,0
Amerika
Argentinien Bosch Rexroth S.A.I.C. Buenos Aires 100,0
Robert Bosch Argentina Industrial S.A. Buenos Aires 100,0
Brasilien Bosch Rexroth Ltda. Itatiba-SP 100,0
Bosch Soluçôes Integradas Brasil Ltda. Campinas 100,0
Bosch Telecom Ltda. Sào Paulo 100,0
Robert Bosch Direçào Automotiva Ltda. Sorocaba 100,0
Robert Bosch Ltda. Campinas 100,0
Chile Bosch Rexroth Chile S.p.A. Santiago de Chile 100,0
Robert Bosch S. A. Santiago de Chile 100,0
Costa Rica Robert Bosch Service Solutions - Costa Rica Sociedad Anonima Heredia 100,0
Kanada Bosch Rexroth Canada Corporation Welland, ON 100,0
BSH Home Appliances Ltd./ Électroménagers BSH Ltée Mississauga, ON 100,0
Freud Canada Inc. Mississauga, ON 100,0
ROBERT BOSCH INC. Mississauga, ON 100,0
Kolumbien BSH Electrodomesticos S.A.S. Bogotá 100,0
Robert Bosch Ltda. Bogotá 100,0
Mexiko Bosch Rexroth, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
BSH Home Appliances S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Frenados Mexicanos, S.A. de C.V. Aguascalientes 100,0
Robert Bosch México Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. San Luis Potosí 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Frenos, S. de R.L. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch México Sistemas de Seguridad, S.A. de C.V. Hermosillo 100,0
Robert Bosch México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Robert Bosch Sistemas Automotrices, S.A. de C.V. Juárez 100,0
Robert Bosch Tool de México, S.A. de C.V. Mexicali 100,0
Robert Bosch, S. de R.L. de C.V. Toluca 100,0
SPLT México, S.A. de C.V. Mexico City 100,0
Panama Robert Bosch Panama Colón, S.A. Colón 100,0
Peru BSH Electrodomésticos S.A.C. Callao/Lima 100,0
Robert Bosch S.A.C. Lima 100,0
Vereinigte Staaten Automotive Steering Column LLC Florence, KY 100,0
Bosch Automotive Service Solutions Inc. Warren, MI 100,0
Bosch Automotive Workshop Services LLC Wilmington, DE 100,0
Bosch Aviation Technology LLC Novi, MI 100,0
Bosch Brake Components LLC Oakbrook Terrace, IL 100,0
Bosch grow platform LLC Wilmington, DE 100,0
Bosch Rexroth Corporation Lehigh Valley, PA 100,0
Bosch Security Systems LLC Burnsville, MN 100,0
Bosch Thermotechnology Corp. Londonderry, NH 100,0
BSH Home Appliances Corporation Irvine, CA 100,0
Climatec, LLC Phoenix, AZ 100,0
Elmo Motion Control Inc. Nashua, NH 100,0
ELPRO Services, Inc. Marietta, OH 100,0
ETAS Inc. Wilmington, DE 100,0
FHP Manufacturing Company Fort Lauderdale, FL 57,0
Five AI Inc. Wilmington, DE 100,0
Freud America Inc. High Point, NC 100,0
Nimbus Holdings LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Automotive Steering LLC Florence, KY 100,0
Robert Bosch Battery Systems LLC Orion, MI 100,0
Robert Bosch Finance LLC Mt. Prospect, IL 100,0
ROBERT BOSCH FUEL SYSTEMS LLC Kentwood, MI 100,0
Robert Bosch LLC Farmington Hills, MI 100,0
Robert Bosch North America Corporation Oakbrook Terrace, IL 100,0
Robert Bosch Start-up Platform North America LLC Wilmington, DE 100,0
Robert Bosch Tool Corporation Mt. Prospect, IL 100,0
sia Abrasives, Inc. USA Raleigh, NC 100,0
Asien-Pazifik (einschl. sonstige Länder)
Ägypten BSH Home Appliances Holding LLP Neu-Kairo 100,0
BSH Home Appliances LLC Neu-Kairo 100,0
Australien Bosch Automotive Service Solutions Pty. Ltd. Clayton 100,0
Bosch Rexroth Pty. Ltd. Kings Park 100,0
Bosch Security Systems Pty. Ltd. Sydney 100,0
BSH Home Appliances Pty. Ltd. Heatherton 100,0
MoTeC PTY LTD Croydon South 100,0
MoTeC Holdings PTY LTD Docklands 100,0
Protec Fire Detection Pty Ltd Sydney 100,0
Robert Bosch (Australia) Pty. Ltd. Clayton 100,0
sia Abrasives Australia Pty. Ltd. Rowville 100,0
Botswana Bosch Rexroth Botswana (Pty) Ltd. Gaborone 100,0
China Bosch (Chengdu) Information Technology Service Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch (China) Investment Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Donghai) Automotive Test & Technology Center Co., Ltd. Donghai 100,0
Bosch (Hulunbeier) Automotive Test and Technology Centre Co., Ltd. Yakeshi 100,0
Bosch (Ningbo) e-scooter Motor Co., Ltd. Ningbo 100,0
Bosch (Shanghai) Digital Technology Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Investment Consulting Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Security Systems Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Smart Life Technology Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Shanghai) Venture Capital Investment Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch (Zhuhai) Security Systems Co., Ltd. Zhuhai 100,0
Bosch Automotive Aftermarket (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch Automotive Components (Changchun) Co., Ltd. Changchun 55,0
Bosch Automotive Products (Changsha) Co., Ltd. Changsha 100,0
Bosch Automotive Products (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Automotive Products (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Service Solutions (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch Automotive Steering (Jinan) Co., Ltd. Jinan 100,0
Bosch Automotive Systems (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Automotive Technical Service (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Connected Mobility Solutions Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Electronics Trading (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Nanjing) Co., Ltd. Nanjing 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems (Yantai) Co., Ltd. Yantai 100,0
Bosch HUAYU Steering Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Bosch Hydrogen Powertrain Systems (Chongqing) Co., Ltd. Chongqing 60,0
Bosch Innovation and Software Development (Wuxi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
Bosch Laser Equipment (Dongguan) Limited Dongguan 100,0
Bosch Power Tools (Chengdu) Co., Ltd. Chengdu 100,0
Bosch Power Tools (China) Co., Ltd. Hangzhou 100,0
Bosch Powertrain Systems Co., Ltd. Wuxi 66,0
Bosch Rexroth (Beijing) Hydraulic Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Rexroth (Changzhou) Co., Ltd. Changzhou 100,0
Bosch Rexroth (China) Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Rexroth (Xi'an) Electric Drives and Controls Co., Ltd. Xi'an 100,0
Bosch Security Systems Ltd. Hongkong 100,0
Bosch Thermotechnology (Beijing) Co., Ltd. Beijing 100,0
Bosch Thermotechnology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Bosch Thermotechnology (Wuhan) Co., Ltd. Wuhan 100,0
Bosch Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
BSH Electrical Appliances (Jiangsu) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Co., Ltd. Chuzhou 100,0
BSH Home Appliances Holding (China) Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSH Home Appliances Ltd. Hongkong 100,0
BSH Home Appliances Service Jiangsu Co., Ltd. Nanjing 100,0
BSW Household Appliances Co., Ltd. Wuxi 100,0
ETAS Automotive Technology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Gaggenau Home Appliances (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Guangzhou sia Abrasives Company Ltd. Guangzhou 100,0
Le-AutomatiX (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Le-HydrauliX (Suzhou) Co., Ltd. Suzhou 100,0
Le-HydrauliX BoWei (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 50,0
Robert Bosch Company Ltd. Hongkong 100,0
Shanghai Bosch Rexroth Hydraulics & Automation Ltd. Shanghai 100,0
Taixiang Vehicle Replace Parts (Shenzhen) Co., Ltd. Shenzhen 100,0
United Automotive Electronic Systems (Chongqing) Co., Ltd. Chongqing 65,0
United Automotive Electronic Systems (Liuzhou) Co., Ltd. Liuzhou 100,0
United Automotive Electronic Systems Co., Ltd. Shanghai 51,0
Ghana Bosch Rexroth Ghana Ltd. Accra 100,0
Indien Bosch Automotive Electronics India Private Ltd. Bengaluru 100,0
Bosch Chassis Systems India Private Ltd. Pune 100,0
Bosch Electrical Drives India Private Ltd. Chennai 100,0
Bosch Global Software Technologies Private Limited Bengaluru 100,0
Bosch Ltd. Bengaluru 70,5
Bosch Rexroth (India) Private Limited Ahmedabad 100,0
BSH Household Appliances Manufacturing Private Limited Mumbai 100,0
ETAS Automotive India Private Ltd. Bengaluru 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Private Limited Pune 100,0
Robert Bosch India Manufacturing and Technology Private Limited Bengaluru 100,0
Indonesien PT. Robert Bosch Jakarta 100,0
PT BSH Home Appliances Jakarta 100,0
Israel BSH Home Appliances Ltd. Herzlia 100,0
Elmo Motion Control Ltd. Petach Tikva 100,0
Japan Bosch Corporation Tokio 100,0
Bosch Engineering K.K. Tokio 100,0
Bosch Rexroth Corporation Tsuchiura-shi 99,9
Bosch Security Systems Ltd. Tokio 100,0
ETAS K.K. Yokohama 100,0
FA Niigata Co., Ltd. Niigata 100,0
Fuji Aitac Co., Ltd. Gunma 100,0
Gunma Seiki Co., Ltd. Gunma 100,0
Nippon Injector Corporation Odawara 50,0
Korea Bosch Electrical Drives Co., Ltd. Sejong 100,0
Bosch Rexroth Korea Ltd. Busan 100,0
ETAS Korea Co., Ltd. Seoul 100,0
KB Wiper Systems Co., Ltd. Daegu 100,0
Robert Bosch Korea Limited Company Daejeon 100,0
Malaysia Bosch Power Tools Engineering Sdn. Bhd. Penang 100,0
Bosch Rexroth Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
BSH Home Appliances Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
Robert Bosch (Malaysia) Sdn. Bhd. Penang 100,0
Robert Bosch Power Tools Sdn. Bhd. Penang 100,0
Robert Bosch Automotive Steering Sdn. Bhd. Penang 100,0
Robert Bosch Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,0
Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Penang Sdn. Bhd. George Town Pulau Pinang 100,0
Marokko BSH Electroménagers (SA) Casablanca 100,0
Robert Bosch Morocco S.A.R.L.-A.U. Casablanca 100,0
Mosambik Bosch Rexroth Mozambique Lda. Maputo 100,0
Bosch Rexroth Matola Lda. Matola 100,0
Namibia Bosch Rexroth Namibia (Pty) Ltd. Walvis Bay 100,0
Neuseeland BSH Home Appliances Ltd. Auckland 100,0
Philippinen Bosch Service Solutions, Inc. Manila 100,0
Robert Bosch Inc. Manila 100,0
Sambia Bosch Rexroth Zambia Ltd. Kitwe 100,0
Singapur AquaEasy Pte. Ltd. Singapur 100,0
Bosch Rexroth Pte. Ltd. Singapur 100,0
BSH Home Appliances Pte. Ltd. Singapur 100,0
ELPRO Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch (South East Asia) Pte. Ltd. Singapur 100,0
Robert Bosch Security Solutions Pte. Ltd. Singapur 100,0
Südafrika Bosch Rexroth South Africa (RF) (Pty) Ltd. Johannesburg 100,0
BSH Home Appliances (Pty) Ltd. Johannesburg 100,0
Corgam Property Investments (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Hydraulic and Automation Warehouse (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Engineering (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec Fluid Technology (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Bosch Rexroth Africa Development (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Hytec South Africa (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 75,0
Robert Bosch (Pty) Ltd. Midrand 100,0
Tectra Automation (RF) (Pty) Ltd. Kempton Park 100,0
Taiwan Bosch Rexroth Co. Ltd. Taipei 100,0
BSH Home Appliances Private Limited Taipei 100,0
Robert Bosch Taiwan Co., Ltd. Taipei 100,0
Thailand Bosch Automotive Thailand Co. Ltd. Rayong 87,9
BSH Home Appliances Ltd. Bangkok 100,0
Robert Bosch Automotive Technologies (Thailand) Co., Ltd. Rayong 100,0
Robert Bosch Ltd. Bangkok 100,0
Vereinigte Arabische Emirate BSH Home Appliances FZE Dubai 100,0
BSH Home Appliances General Trading LLC Dubai 100,0
Robert Bosch Middle East FZE Dubai 100,0
Vietnam Bosch Vietnam Co., Ltd. Dong Nai Province 100,0
Bosch Global Software Technologies Co. Ltd. Ho Chi Minh City 100,0
2. Nicht konsolidierte Gesellschaften
Deutschland AIG Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH Stuttgart 100,0
Bosch Climate Solutions GmbH Gerlingen 100,0
Bosch Management Support GmbH Leonberg 100,0
Bosch Pensionsfonds AG Stuttgart 100,0
BSH Altersfürsorge GmbH München 100,0
BSH Digital Ventures GmbH München 100,0
Circular Economy Solutions GmbH Göttingen 100,0
Coup Mobility GmbH Ludwigsburg 100,0
eAx solutions GmbH Stuttgart 100,0
ECP Energiecontracting GmbH Heidelberg 81,0
Elmo Motion Control GmbH Viernheim 100,0
for you Insurance Services GmbH Stuttgart 100,0
GFI Gesellschaft für Infrastrukturdienste mbH Reutlingen 100,0
Home Connect GmbH München 100,0
Joos MSR GmbH Spraitbach 51,0
Kassow Robots GmbH Ulm 100,0
Koller + Schwemmer GmbH Nürnberg 100,0
Mobility Media GmbH Gerlingen 100,0
NEVONEX GmbH Holzkirchen 100,0
Prüfzentrum Boxberg GmbH Boxberg 100,0
Service- und Betriebsgesellschaft Heidehof mbH Stuttgart 100,0
Europa
Belarus Robert Bosch OOO Minsk 100,0
Bulgarien Robert Bosch EOOD Sofia 100,0
Estland Robert Bosch OÜ Tallinn 100,0
Georgien Robert Bosch Ltd. Tiflis 100,0
Griechenland Bosch Rexroth S.A. Athen 100,0
Italien Elmo Italy S.R.L. Arese 100,0
Kroatien Robert Bosch d.o.o. Zagreb 100,0
Litauen UAB Robert Bosch Vilnius 100,0
Niederlande Semiconductor Ideas To The Market (ItoM) B.V. Eindhoven 100,0
ItoM Enschede B.V. Enschede 100,0
European Semiconductor B.V. Breda 100,0
Österreich ITK Engineering GmbH Premstätten 100,0
Polen Elmo Motion Control Poland Sp. z o.o. Warschau 100,0
Rumänien Bosch Servicii Termotehnica S.R.L. Bukarest 100,0
BSH Electrocasnice Manufacturing S.R.L. Bukarest 100,0
Schweiz Elmo Motion Control AG Biel 100,0
Slowakei Bosch Electrical Drives SK s.r.o. Bratislava 100,0
Slowenien BSH I.D. Invalidska druzba d.o.o. Nazarje 100,0
Robert Bosch d.o.o. Ljubljana 100,0
Spanien Bosch Automotive Service Solutions S.A.U. Madrid 100,0
ITK Systems Engineering, S.L.U. Barcelona 100,0
Tschechische Republik KR Soft s.r.o. Prag 100,0
Vereinigtes Königreich Bosch Automotive Training Limited Motherwell 100,0
Camerfield Limited Nelson 100,0
Elmo Motion Control UK Ltd. Crawley 100,0
ETAS Ltd. York 100,0
Face Macanda Limited Nelson 100,0
Firepro Systems Limited Nelson 100,0
LAGTA Group Training Limited Motherwell 100,0
MoTeC (Europe) Limited Oxford 100,0
XL Fire Detection Systems Ltd. Nelson 100,0
Amerika
Brasilien Bosch Management Support Ltda. Campinas 100,0
Metapar Usinagem Ltda. Curitiba-Paraná 100,0
Robert Bosch Centro de Comunicaçâo Limitada Joinville 100,0
sia Abrasivos Industriais Ltda. Säo José dos Pinhais 100,0
Ecuador Robert Bosch Sociedad Anónima - Ecuabosch Guayaquil 100,0
Kanada ETAS Embedded Systems Canada Inc. Waterloo, ON 100,0
Mexiko Bosch Management Services México, S.C. Mexico City 100,0
Paraguay Robert Bosch Sociedad Anonima Asunción 100,0
Peru Bosch Rexroth S.A.C. Lima 100,0
Urugay Robert Bosch Uruguay S.A. Montevideo 100,0
Venezuela Bosch Rexroth S.A. Caracas 100,0
Inversiones 421.10 (Venezuela Holding) Caracas 100,0
Robert Bosch S.A. Caracas 100,0
Skil Venezolana S.R.L. Caracas 100,0
Vereinigte Staaten Bosch Management Services Corporation Wilmington, DE 100,0
Bosch Solar Energy Corp. Detroit, MI 100,0
ITK Engineering, LLC East Lansing, MI 100,0
Asien-Pazifik (einschl. sonstige Länder)
Ägypten Bosch Rexroth Egypt LLC Kairo 100,0
RBEG LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Holding-Egypt LLC Kairo 100,0
Robert Bosch Ltd. Kairo 100,0
Angola Robert Bosch, Limitada Luanda 100,0
Australien Pacifica Group Pty. Ltd. Melbourne 100,0
Bangladesh Robert Bosch (Bangladesh) Ltd. Dhaka 100,0
China Elmo Motion Control Technology (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
Freud International Trading (Shanghai) Co., Ltd. Shanghai 100,0
ITK Engineering Technology (Wu Xi) Co., Ltd. Wuxi 100,0
KB Wiper Systems (JiangYin) Co., Ltd. Jiangyin 100,0
Shanghai Boyuan Jiacheng Venture Investment Partnership Shanghai 99,0
Ghana Robert Bosch Ghana Ltd. Accra 100,0
Indien Automobility Services and Solutions Private Limited Bengaluru 100,0
KB Wiper Systems India Private Ltd. Oragadam 100,0
MIVIN Engineering Technologies Private Ltd. Bengaluru 100,0
Newtech Filter India Private Limited Nalagarh 100,0
Precision Seals Manufacturing Ltd. Chakan 100,0
Indonesien PT Robert Bosch Automotive Jakarta 100,0
PT Bosch Rexroth Jakarta 100,0
PT KB Wiper Systems Indonesia Cikarang 100,0
Iran Bosch Tejarat Pars Teheran 100,0
Israel Robert Bosch Technologies Israel Ltd. Tel Aviv 100,0
Japan Atlatec Japan K. K. Tokio 100,0
Bosch Global Software Technologies Ltd. Tokio 100,0
Bosch Service Solutions Corporation Siki 100,0
ITK Engineering Japan, Inc. Tokio 100,0
Kanto Seiatsu Kogyo Co., Ltd. Honjo 92,9
Kambodscha Robert Bosch (Cambodia) Co., Ltd. Phnom Penh 100,0
Kenia Robert Bosch East Africa Ltd. Nairobi 100,0
Korea Elmo Motion Control APAC Ltd. Hwaseong 100,0
Laos Robert Bosch (Lao) Sole Co., Ltd. Vientiane Capital 100,0
Malaysia Robert Bosch (Penang) Sdn. Bhd. Penang 100,0
Marokko Bosch Rexroth Morocco S.A.R.L. Casablanca 100,0
Neuseeland Bosch Rexroth Ltd. Auckland 100,0
Robert Bosch Ltd. Auckland 100,0
Nigeria Robert Bosch Limited Lagos 100,0
Saudi Arabien BSH Home Appliances Saudi Arabia LLC Dschidda 51,0
Robert Bosch Saudi Arabia Ltd. Riad 100,0
Singapur Elmo Motion Control (Singapore) PTE Ltd. Singapur 100,0
WhatsEGG Pte. Ltd. Singapur 100,0
Sri Lanka Robert Bosch Lanka (Pvt.) Ltd. Colombo 100,0
Südafrika Hägglunds Drives South Africa (Pty) Ltd. Fourways 100,0
Thailand FMP Distribution Ltd. Bangkok 50,1
FMP Group (Thailand) Ltd. Rayong 50,7
Pacific BBA (Thailand) Ltd. Bangkok 100,0
WhatsEgg (Thailand) Co. Ltd. Bangkok 70,0
Tunesien Robert Bosch Tunisie S.A.R.L. Tunis 100,0
Vietnam BSH Home Appliances (Vietnam) Co. Ltd. Ho Chi Minh City 100,0
B. Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen
1. At Equity bewertete Gesellschaften
Deutschland Bosch BASF Smart Farming GmbH Köln 50,0
BS Systems GmbH & Co. KG Zusmarshausen 50,0
MAGURA Bosch Parts & Services GmbH & Co. KG Bad Urach 50,0
plc2 Design GmbH Endingen am Kaiserstuhl 25,0
Europa
Irland ads-tec Energy plc Dublin 21,4
Vereinigtes Königreich BOXT Limited Leeds 20,0
Amerika
Vereinigte Staaten North America Fuel Systems Remanufacturing LLC Kentwood, MI 50,0
Asien-Pazifik (einschl. sonstige Länder)
Indien ZF Steering Gear (India) Ltd. Pune 25,8
2. Aus Wesentlichkeitsgründen nicht at Equity bewertete Gesellschaften
Deutschland Alltrucks GmbH & Co. KG München 33,3
Blauhut & Partner Informationssysteme GmbH Egling 42,9
European Center for Information and Communication Technologies -EICT GmbH Berlin 20,0
Aranea Battery Solutions GmbH Heilbronn 50,0
MAGURA Bosch Parts & Services Verwaltungs-GmbH Bad Urach 50,0
Siliconally GmbH Dresden 38,8
SupplyOn AG Hallbergmoos 42,1
Europa
Italien BARI SERVIZI INDUSTRIALI Società consortile a r.l. Modugno 50,0
Oleodinamica Gambini S.r.l. Modena 20,0
Niederlande Euroradiators Holding B. V. Boxtel 49,0
Tradeplace B.V. Amsterdam 20,0
Polen Loos Centrum Sp.z o.o. Warschau 26,0
Vereinigtes Königreich Megasets Ltd. London 25,1
Amerika
Mexiko PartsTech S.A. de C.V. Guadalajara 49,0
Vereinigte Staaten Foldimate Inc. Wilmington, DE 39,6
Asien-Pazifik (einschl. sonstige Länder)
Australien FMP Group (Australia) Pty. Ltd. Ballarat 49,0
The Yield Technology Solution Pty. Ltd. Hobart 28,7
China HEFEI M&B Air Conditioning Equipment Co., Ltd. Heifei 40,0
Indien AMP Solar Infrastructure Private Limited Neu-Delhi 26,0
Autozilla Solutions Pte. Ltd. Hyderabad 26,0
Hinduja Renewables One Pvt. Ltd. Mumbai 26,0
Prebo Automotive Pte. Ltd. Pune 40,0
Simyog Technology Pvt. Ltd. Bengaluru 24,7
Israel Electra Industries Ltd. Rishon Le'Zion 40,0
Japan Advanced Driver Information Technology Corporation Kariya-shi 50,0
C. Sonstige Beteiligungen
Europa
Niederlande Intrinsic ID B.V. Eindhoven 28,2
Österreich RobArt GmbH Linz 24,8
Vereinigtes Königreich Sunlight.io Ltd. Cambridge 27,0
Amerika
Vereinigte Staaten Shop-Ware Inc. San Francisco, CA 21,0
Asien-Pazifik (einschl. sonstige Länder)
China Boyuan (Shanghai) Investment Management Co., Ltd. Shanghai 50,0
Israel Allegro Artificial Intelligence Ltd. Ramat Gan 20,4

 

Stuttgart, den 15. März 2023

Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die Geschäftsführer

Dr. Stefan Hartung

Dr. Christian Fischer

Filiz Albrecht

Dr. Markus Forschner

Dr. Markus Heyn

Dr. Tanja Rückert

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Stuttgart, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Robert Bosch Gesellschaft mit beschränkter Haftung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Bericht zur Unternehmensführung" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angabe zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere die Abschnitte: "Vorwort der Geschäftsführung", "Geschäftsführung", "Bericht des Aufsichtsrats", "Aufsichtsrat", "Industrietreuhand und internationaler Beirat", "Höhepunkte 2022", "Robert Bosch Stiftung" sowie "Zehnjahresübersicht der Bosch-Gruppe", nicht aber den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzern-Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, 15. März 2023

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Wollmert, Wirtschaftsprüfer

Somes, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Geschäftsjahr 2022 hatte die Bosch-Gruppe erneut anspruchsvolle Rahmenbedingungen zu bewältigen, die durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich verschärft wurden. Hierzu gehörten zeitweise enorme Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie. Die weitere Erholung der weltweiten Konjunktur blieb trotz der sukzessiven Eindämmung der Coronavirus-Pandemie aus. Umso höher ist das außerordentliche Engagement zu bewerten, mit dem Umsatz und operative EBIT-Rendite im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr gesteigert wurden. Der Aufsichtsrat dankt Geschäftsführung und Beschäftigten der Bosch-Gruppe für diese Leistung. Ihr engagierter Einsatz und ihre Kompetenzen geben die Zuversicht, dass die Bosch-Gruppe auch das voraussichtlich nicht minder herausfordernde Geschäftsjahr 2023 erfolgreich meistern wird. Trotz schwieriger konjunktureller Bedingungen und erheblicher Vorleistungen für Zukunftsthemen wird für 2023 das Ziel verfolgt, weiter zu wachsen und die operative EBIT-Rendite zu verbessern.

Unser Dank als Aufsichtsrat gilt zudem Rolf Najork, bis zum Jahresende zuständig für den Unternehmensbereich Industrial Technology. Es ist ihm in den vergangenen Jahren gelungen, den Bereich durch Innovationen und Zukäufe auszubauen. Einen Großteil seiner Aufgaben hat zum Jahresanfang Finanzchef Markus Forschner übernommen. Zudem freuen wir uns als Aufsichtsrat, mit Tanja Rückert in der Geschäftsführung dem Zukunftsthema Digitalisierung stärkeres Gewicht zu verleihen. Durch die neue Geschäftsführerin erhöhte sich zudem die Diversität auf oberster Führungsebene.

Auch im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat seine nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Das Aufsichtsgremium befasste sich ausführlich mit den schwierigen Rahmenbedingungen und der Geschäftslage der Bosch-Gruppe. Zudem ließ es sich über Maßnahmen mit Blick auf Compliance, das Risikomanagementsystem und bedeutende Risiken wie Cybergefahren, die Folgen des Kriegs in der Ukraine für Bosch, die Sicherheit der Energieversorgung sowie das Auslaufen der Geschäftsaktivitäten in Russland informieren. Zudem waren die Finanz- und Investitionsplanung sowie die Wirtschaftsplanung für 2023 wichtige Berichtsthemen. Einen großen Raum nahmen die Überlegungen der Geschäftsführung zur Weiterentwicklung der Strategie mit Blick auf Wachstumspotenziale in bestehenden, angrenzenden und neuen Geschäftsfeldern ein. Das Programm Mobility Company zur Weiterentwicklung der Organisation im Unternehmensbereich Mobility Solutions wurde intensiv besprochen. Der Aufsichtsrat informierte sich des Weiteren ausführlich über den Stand der Transformation im Geschäftsbereich Powertrain Solutions und Zukunftsprodukte wie die Brennstoffzelle. Darüber hinaus ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats außerhalb der Gremiensitzungen vom Vorsitzenden der Geschäftsführung regelmäßig über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Vorgänge im Unternehmen ins Bild setzen.

"Der Aufsichtsrat dankt Geschäftsführung und Beschäftigten der Bosch-Gruppe für ihre große Leistung in schwierigen Zeiten."

Den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der Robert Bosch GmbH zum 31. Dezember 2022 sowie die entsprechenden Lageberichte prüfte die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie erteilte jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich umfassend mit den Unterlagen und prüfte sie selbst; allen Mitgliedern des Gremiums lagen dazu die Prüfungsberichte vor. Außerdem erläuterte der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, die dann ausführlich besprochen wurden.

Das Gremium erhob nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen, stimmte den Ergebnissen der Abschlussprüfung zu und billigte den Jahresabschluss der Robert Bosch GmbH sowie den Konzernabschluss. Dem Vorschlag der Geschäftsführung über die Verwendung des Ergebnisses hat sich der Aufsichtsrat nach eigener Prüfung angeschlossen.

 

Stuttgart, im März 2023

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Vorsitzender

Nachrichten & Medien

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Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

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