Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 403219
Eingetragen
16.3.1995
Branche
Wohnheime für Menschen mit BehinderungAmbulante Betreuungsdienste für Menschen mit BehinderungAmbulante Betreuungsdienste für ältere Menschen
Gegenstand
die Förderung des Wohlfahrtspflege, der Behinderten- und der Altenhilfe. Der Zweck der Gesellschaft wird insbesondere verwirklicht durch den Betrieb von Wohnheimen, ambulant betreuten Wohnformen und sonstigen Diensten und Einrichtungen für alte, behinderte und pflegebedürftige Menschen, sowie durch die Bereitstellung und Unterhaltung von Gottesdiensträumen und Kapellen für alte und behinderte Menschen. Der Satzungszweck wird ferner verwirklicht insbesondere durch die Erbringung von Kooperationsleistungen an andere steuerbegünstigte Körperschaften im Sinne von § 57 Abs. 3 AO, nämlich durch die Immobilienüberlassung an die Eichsfelder Werkstätten gGmbH, die Clarus Heiligenstadt gGmbH und die Raphael Gesellschaft gGmbH. Darüber hinaus wird der Satzungszweck verwirklicht unter Einbeziehung von Kooperationsleistungen von anderen steuerbegünstigten Körperschaften im Sinn von § 57 Abs.3 AO, nämlich durch die Immobilienüberlassung von der Raphael-Stiftung, durch Verwaltungsdienstleistungen in den Bereichen Management, Buchhaltung, IT-Service, Haustechnik, Mahlzeitenlieferungen, Pflegeleistungen, Gartenpflege- und Gebäudereinigungsleistungen von der Raphael Gesellschaft gGmbH, der Eichsfelder Werkstätten gGmbH und der Clarus Heiligenstadt gGmbH.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Fabian Hanske
seit 4.11.2021
Geschäftsführer
Benno Pickel
seit 25.11.2005
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
St. Raphael-Stiftung
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Raphaelsheim gGmbH

Heiligenstadt

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

a) Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Raphaelsheim gGmbH ist neben der Eichsfelder Werkstätten gGmbH, der Clarus Heiligenstadt gGmbH und der Seniorenwohnen Regia gGmbH eine Tochtergesellschaft der Raphael Gesellschaft gGmbH. Sie betreibt stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe in Heilbad Heiligenstadt, Dingelstädt und Leinefelde-Worbis, OT Beuren mit insgesamt 185 Plätzen, stationäre Altenhilfeeinrichtungen in Heilbad Heiligenstadt und Am Ohmberg, OT Neustadt mit insgesamt 96 Plätzen und eine teilstationäre Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung in Heilbad Heiligenstadt mit 15 Plätzen. Zusätzlich trägt sie Verantwortung für eine Förderschule für geistig behinderte Kinder in Dingelstädt mit rund 90 möglichen Schulplätzen. Außerdem bietet sie ambulant betreute Wohnformen für derzeit ca. 110 Personen an. Die Altenhilfeeinrichtung in Heilbad Heiligenstadt wird mit dem pflegefachlichen Schwerpunkt "Menschen mit geistiger Behinderung" betrieben und genießt damit ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Eichsfeld sowie den benachbarten Landkreisen. Außerdem arbeitet die Raphaelsheim gGmbH eng mit dem ambulanten Pflegedienst der Seniorenwohnen Regia gGmbH zusammen, wodurch Synergieeffekte zwischen Eingliederungshilfe und Pflege optimal genutzt werden können. Weitere Synergieeffekte werden durch die enge Verzahnung mit der Eichsfelder Werkstätten gGmbH erzielt, wo Menschen mit Behinderung Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kath. Kinder- und Jugendheim St. Josef (SGB VIII) in Heilbad Heiligenstadt besteht für Kinder an der Grenze zwischen geistiger Behinderung und Lernbehinderung kurzfristig die Möglichkeit, in die ihren Fähigkeiten entsprechende stationäre Einrichtung zu wechseln.

b) Ziele und Strategien

Ziel der Eingliederungshilfe ist es, Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung, mehrfachen Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Menschen passgenaue Leistungen zu gewähren, um ihre Selbstbestimmung und ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken. Die Raphaelsheim gGmbH setzt dieses Ziel um, indem sie Menschen mit Behinderung Wohnraum zur Verfügung stellt und die unterschiedlichsten Assistenzleistungen anbietet, die ein selbstbestimmtes Leben fördern. Dabei greift die Gesellschaft auf Assistenzleistungen aus der Eingliederungshilfe und auf Hilfe zur Pflege zurück.

Dem Fachkräftemangel im Bereich der Pflege und Eingliederungshilfe wirkt die Gesellschaft durch gezielte Ausbildung von Pflegefachkräften und Erziehern entgegen. Im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung zum Erzieher konnten in den vergangenen beiden Jahren 3 Auszubildende und im Rahmen der Ausbildung zu Pflegefachkräften eine Auszubildende gewonnen werden.

2. Wirtschaftsbericht

a) Rahmenbedingungen

a.1) Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Entwicklung Bruttoinlandsprodukt

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt verringerte sich nach vorläufigen Berechnungen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % bzw. kalenderbereinigt um 0,1 %. Dabei verlief die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich. Die Wirtschaftsleistung im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 2,0 % zurück. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützen die Wirtschaft im Jahr 2023. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.

Lage der öffentlichen Haushalte und Sozialkassen

Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2023 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 82,7 Milliarden EUR. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich das Defizit um 14,2 Milliarden EUR. Im Jahr 2022 hatten die Entlastungspakete der Bundesregierung zur Abmilderung der Energiekrise und Stabilisierung der Wirtschaft zu hohen Ausgaben geführt. Im Jahr 2023 erfolgten zwar ebenfalls umfangreiche Zahlungen für Gas- und Strompreisbremse, es entfielen aber größtenteils die Ausgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Der Finanzierungsüberschuss der Sozialversicherungen verringerte sich um 3,03 Milliarden EUR auf 4,97 Milliarden EUR. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich für den Staat im Jahr 2023 eine Defizitquote von 2,0 %, die damit unterhalb des europäischen Referenzwertes des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts von 3 % liegt.

Arbeitsmarkt

Die Berechnungen des statistischen Bundesamtes zeigen einen robusten Arbeitsmarkt. Mit 45,9 Millionen Erwerbstätigen waren im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr 0,7 % mehr Menschen beschäftigt und so viele wie noch nie in Deutschland. Der Beschäftigungsaufbau fand 2023 fast ausschließlich in den Dienstleistungsbereichen statt.

a.2) Branchenbezogene Rahmenbedingen

Der Fachkräftemangel verschärfte sich in 2023 weiter in den Bereichen der Pflege und der Eingliederungshilfe. Stationäre Einrichtungen mussten ihre Kapazität reduzieren, kleinere ambulante Pflegedienste stellten ihre Tätigkeit ein. Die von der Politik beabsichtigte finanzielle Aufwertung der Pflegeleistung führt nicht zum gewünschten Erfolg. Sie verteuert allerdings die Heimentgelte, was zu neuen Problemen bei den Bewohnern führt.

Der Fachkräftemangel wird durch weitere Faktoren verschärft. In den vergangenen fünf Jahren wurden für die Tarifkommission Ost des Caritasverbandes die 39 Stunden Woche und vier mögliche Regenerationstage eingeführt. Außerdem haben die Mitarbeitenden in 2024 und 2025 für entgangene Entgelterhöhungen Anspruch auf je zwei weitere Urlaubstage. Für einen Mitarbeitenden der Caritas im Schichtdienst der Eingliederungshilfe bedeutet das 39 Urlaubstage (30 T Grundurlaub, 2 T Zusatzurlaub, 3 T Schichturlaub, 4 Regenerationstage). Hinzu kommt der Anstieg der durchschnittlichen Krankheitstage in Thüringen von 15 im Jahr 2018 auf 30 in 2023.

Insgesamt führt das zu einer Absenkung der Nettojahresarbeitszeit in den vergangenen fünf Jahren um 12,7%.

Gemäß § 27 Thüringer Landesrahmenvertrag sollte bis zum 31.12.2020 eine exakte Differenzierung zwischen existenzsichernden Leistungen und Fachleistungen der Eingliederungshilfe erfolgt sein. Diese Trennung der Leistungen ist jedoch bis heute nicht gelungen. Die Träger der freien Wohlfahrtspflege verhandeln mit den Leistungsträgern über eine mögliche Trennung der Leistungen in existenzsichernde Leistungen, Fachleistungen und Leistungen der Unterkunft und Betreuung. Die zuständigen Landesbehörden versuchen, die ihnen zustehenden Bundesmittel bei der Kostentrennung maximal auszuschöpfen, was den Prozess erschwert. Der ursprünglich geplante dreijährige Übergangszeitraum zur Leistungstrennung wurde bis zum 31.12.2026 verlängert.

b) Wettbewerbssituation

Die Raphaelsheim gGmbH ist ausschließlich auf Landkreisebene tätig. Sowohl in der Eingliederungshilfe als auch in der Pflege steht sie im Wettbewerb mit privaten Trägern und Trägern der freien Wohlfahrtspflege. Mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege besteht im Rahmen von Arbeitsgruppen und persönlichem Austausch eine angemessene Zusammenarbeit. Ein Verdrängungswettbewerb wird hier von allen Beteiligten nicht angestrebt.

Im 2. Quartal 2023 gründete ein privater Träger im Landkreis eine Gesellschaft, die im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens Leistungen der Eingliederungshilfe erbringt. Diese Gesellschaft umwirbt mit aggressiven Mitteln Mitarbeiter und Klienten der Raphaelsheim gGmbH.

c) Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen ergeben sich aus Bundes- und Landesgesetzgebung. Die Bundesgesetze finden ihre Berücksichtigung im SGB IX, SGB XI und SGB XII.

Bundesgesetzgebung

Der Bund hatte zur Bewältigung der Corona-Krise mit § 150 Abs. 2 SGB XI einen Rettungsschirm beschlossen. Dieser ermöglichte es allen Unternehmen, die nach dem SGB XI Leistungen abrechnen, sämtliche COVID-19 bedingte Mehraufwendungen und die Mindereinnahmen zum Vergleichsmonat Januar 2020 gegenüber den zuständigen Pflegekassen geltend zu machen. Diese Ersatzleistungen sind bereits zum 30. Juni 2022 ausgelaufen. Angefallen Kosten für Corona-Schnelltests wurden noch bis zum 28. Februar 2023 nach der Coronavirus-Testverordnung erstattet.

Pflegeeinrichtungen sind vom Anstieg der Gas-, Fernwärme- und Strompreise in Folge des Ukraine-Kriegs besonders getroffen. Der Gesetzgeber unterstützt die stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe zum Ausgleich der gestiegen Energiekosten daher für den Zeitraum Oktober 2022 bis April 2024 mit einem Hilfspaket (Härtefallfonds).

Darüber hinaus werden die Einrichtungen durch die Strom-, Wärmepreis- und Gaspreisbremse entlastet. Die Preisbremse trat am 1. März 2023 rückwirkend zum 1. Januar 2023 in Kraft und war bis zum 31. Dezember 2023 befristet.

Bereits vor dem Inkrafttreten des Hilfsprogramms bestand für Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit nach § 85 Abs. 7 XI bei unvorhersehbaren wesentlichen Veränderungen der Annahmen, die der Vereinbarung oder Festsetzung der Pflegesätze zugrunde lagen, die Pflegesätze auf Verlangen einer Vertragspartei für den laufenden Pflegesatzzeitraum neu zu verhandeln.

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Alten- und Langzeitpflege ist zum 1. Juli 2023 das neue Personalbemessungsverfahren nach § 113c Abs. 1 SGB XI mit bundeseinheitlichen Personalanhaltswerten für drei Qualifikationsstufen in Kraft getreten. Dieser qualifikationsorientierte Personaleinsatz soll perspektivisch die bisher länderspezifisch geltenden Fachkraftquoten ablösen.

d) Geschäftsverlauf

Das stationäre Kleinstwohnheim mit 11 Plätzen im Bergkloster, Friedensplatz 6 hat sich etabliert. Obwohl es durchschnittlich nur mit 10 Personen belegt war, ist für die gesamte Gesellschaft eine Bereicherung in der Hinsicht, dass Menschen mit geringem Assistenzbedarf hier die Möglichkeit erhalten, sehr selbständig zu wohnen und so den Schritt in die weitere Selbständigkeit in Angriff nehmen können.

Die Wohngruppe des ambulant betreuten Wohnens im Dachgeschoss des Bergklosters wurde dagegen nicht so angenommen, wie geplant. Eine Bewohnerin verstarb, ein anderer Bewohner zog aus. Neue Interessenten konnten nicht gefunden werden.

Durch die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten am Haus Gabriel zogen zwei Bewohner aus der Wohngruppe im Redemptoristenkloster wieder ins Haus Gabriel zurück, sodass in dieser Wohngruppe zum Jahresende zwei Wohnungen zu vergeben sind. Dennoch ist diese Anfang 2023 eröffnete Wohngruppe sehr gut angenommen worden.

Von den 93 Plätzen im Raphaelsheim waren ganzjährig vier Plätze nicht belegt, was zu Ertragsverlusten führte.

Im Pflegeheim Bonifatiusstift Neustadt gelang es nicht, den Fachkräftemangel durch Neueinstellungen auszugleichen. Die Kapazität des Hauses wurde von 50 auf 47 Plätze reduziert.

Die massiven Lohnsteigerungen u.a. durch die Einführung der SuE-Zulage im Bereich der Eingliederungshilfe wurden nicht durch eine entsprechende Anpassung der Finanzhilfe für die Schulen ausgeglichen. Die Gesellschaft kam daher nicht umhin, in der St. Franziskus-Schule 3,6 VZK-Personalstellen abzubauen.

Sehr gut waren das ambulant betreute Wohnen, das Pflegeheim Haus Tobias und das St. Joseph Kinder- und Jugendhaus ausgelastet.

Zu Jahresbeginn wurde das 12.300 m 2 große Areal des Redemptoristenklosters in Heilbad Heiligenstadt erworben. Dieses Gelände soll mittelfristig genutzt werden, um ein Inklusionshotel zu errichten und auf diese Weise Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen.

e) Ertragslage

Das Betriebsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 386 T€ auf 123 T€ verringert.

Die Umsatzerlöse entwickelten sich aufgefächert nach den Leistungsgebieten/Buchungskreisen wie folgt:

2023 2022 Veränderung
T€ T€ T€ %
Raphaelsheim 5.926 5.285 641 12,13
Haus Tobias 3.038 2.822 216 7,65
Wohnheim Kloster Beuren 1.709 1.701 8 0,47
Bonifatiusstift 2.088 2.123 -35 -1,65
St.Josef Kinderheim 2.230 1.913 317 16,57
St.Franziskus-Schule 2.070 2.146 -76 -3,54
Redemptoristenkloster 93 0 93

Insgesamt haben sich die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um rd. 1.164 bzw. 7,3 % erhöht.

Die Personal- und Sachaufwendungen haben gleichzeitig um 1.249 T€ bzw. 7,8 % auf 17.335 T€ zugenommen.

Entsprechend der Entwicklung der Vollkräfte und aufgrund tariflicher Anpassung hat sich der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr um 335 T€ bzw. 2,8 % auf 12.225 T€ erhöht.

Die wesentlichen Sachaufwendungen im Einzelnen:

Die Aufwendungen für Wasser, Energie, Brennstoffe erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 68 T€ bzw. 20,2 % auf 405 T€ und die Instandhaltungsaufwendungen nahmen um 504 T€ auf 933 T€ zu.

f) Finanzlage

fa) Kapitalstruktur

Das Eigenkapital der Gesellschaft ist aufgrund der verbesserten Ertragssituation im Geschäftsjahr 2023 auf 7.059 T€ gestiegen. Die Eigenkapitalquote beträgt unverändert zum Vorjahr 36,6%. Unter Berücksichtigung der Sonderposten für Zuweisungen errechnet sich Kapital und ähnliche Mittel von insgesamt 65,2%.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen nicht. Die für Investitionen notwendige Mittel werden bei Bedarf von Konzerngesellschaften und der St. Raphael Stiftung bereitgestellt.

fb) Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 wurden insgesamt 2.508 T€ in das Anlagevermögen investiert. Davon werden 77 T€ mit Zuschüssen für Investitionen finanziert.

fc) Liquidität

Die Guthaben bei Kreditinstituten haben sich gegenüber dem Vorjahr vermindert. Aktuell werden in der Bilanz Guthabenbestände von 1.548 T€ ausgewiesen.

Die kurzfristige Liquiditätsreserve zum Bilanzstichtag ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Investitionen in das Anlagevermögen gesunken. Die Liquiditätsreserve deckt am 31.12.2023 den gewöhnlichen Finanzbedarf von 0,7 Monaten und ist damit als knapp zu bezeichnen. Die Liquidität reichte im Geschäftsjahr 2023 jederzeit aus, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu begleichen.

g) Vermögenslage

Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 weist die Bilanz der Gesellschaft eine Summe in Höhe von 19.309 T€ aus und liegt damit um 335 T€ über dem Vorjahreswert.

Das Deckungsverhältnis von Anlagevermögen zu mittel- und langfristigen Finanzierungsmitteln weist eine Überdeckung von 708 T€ bzw. 4,2 % aus.

h) Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

ha) Finanzielle Leistungsindikatoren

Die Gesellschaft erwirtschaftete im Jahr 2023 eine Umsatzrentabilität von 0,7 % sowie eine EBITDA Marge von 5,2 %.

hb) Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Arbeitnehmerbelange:

In sozialen, gemeinnützigen Einrichtungen sind engagierte Mitarbeiter das höchste Gut. Daher gilt der Mitarbeiterpflege ein hohes Augenmerk. Die Raphaelsheim gGmbH steht für Vereinbarkeit von Familie und Beruf und tragen dem durch familienfreundliche Dienstplangestaltung Rechnung. In einigen Bereichen werden "Mutti-Schichten" angeboten, die es jungen Müttern erlauben, ihre Kinder morgens in den Kindergarten oder in die Schule zu bringen und danach ihren Dienst zu beginnen. Geleistete Mehrarbeitsstunden werden auf Antrag ausgezahlt, können aber auch grundsätzlich durch Freizeit ausgeglichen werden.

Besonderen Wert legt die Raphaelsheim gGmbH auf Arbeits- und Gesundheitsschutz. Regelmäßige Begehungen durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit, durch Arbeitsausschusssitzungen und Gefährdungsbeurteilungen für alle Bereiche tragen dazu bei. Rückenschonendes Arbeiten wird durch eine große Anzahl von modernen technischen Hilfsmitteln ermöglicht.

Sozialbelange:

Die Raphaelsheim gGmbH versteht sich als Teil des Sozialraumes Eichsfeld. Sie trägt zur Stärkung dieses Sozialraumes bei, indem vorrangig Aufträge an örtliche Händler und Gewerbetreibende vergeben werden.

Die Nutzung der freien Räume im Berg- und Redemptoristenkloster unterstützt diese zur Stadt gehörenden Institutionen bei der Erhaltung ihrer Gebäude und ist sowohl für die behinderten Menschen als auch für die in den Klöstern lebenden Personen eine Bereicherung.

Der Zusammenhalt unter der Bevölkerung wird gefördert durch Veranstaltungen wie die Sankt Martinsfeier für den Ortsteil Beuren auf dem Wohnheimgelände und das Raphael Familienfest, zu dem jährlich tausende Menschen kommen.

3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Chancenbericht

Die starke Nachfrage der Unterstützung im ambulant betreuten Wohnen wird weiterhin anhalten, wobei der Bedarf an stationären Plätzen nicht rückläufig sein wird. Zum Ende des Jahres 2023 stehen in der Gesellschaft fünf freie Wohnungen für ambulant betreutes Wohnen zur Verfügung. Die Geschäftsführung rechnet mit einer raschen Belegung dieses Wohnraumes.

Für die St. Franziskus-Schule konnte nach zweijähriger Stellenausausschreibung zum 01.01.2024 eine neue Schulleitung gefunden werden. Die Schule wird künftig von einer Doppelspitze geführt und wird neben einer weiteren Digitalisierung tiergestützte Pädagogik in den Unterricht einbeziehen. Die Geschäftsführung beabsichtigt damit eine Steigerung der Attraktivität der Schule eine entsprechende Erhöhung der Schülerzahlen.

b) Risikobericht

Die Finanzierung von Privatschulen in Thüringen erfolgt über eine pauschale Finanzhilfe durch den Freistaat. Bei einer nicht auskömmlichen Unterstützung wird ein Trägerzuschuss erwartet. Dieser wird für die St. Franziskus-Schule jährlich mit 70 bis 100 T€ kalkuliert, hängt jedoch von der Schülerzahl am 1. März und dem Personalbestand in der Schule ab.

Als weiteres Risiko für die Gesellschaft ist der Fachkräftemangel an Pflege- und Betreuungsfachkräften zu nennen. Der Fachkräftemangel macht sich vor allem im geografisch abgelegenen Bonifatiusstift Neustadt bemerkbar. Im Wirtschaftsjahr 2023 konnten nicht alle Planstellen im SGB XI-Bereich besetzt werden.

Die bisher bekannten Energiepreissteigerungen wurden im Wirtschaftsplan berücksichtigt. Es kann jedoch nicht abschließend eingeschätzt werden, in welcher Höhe sich die Preissteigerungen tatsächlich entwickeln.

c) Prognosebericht

Die Raphaelsheim gGmbH geht im Wirtschaftsjahr 2024 von einer 2 %igen Umsatzsteigerung aus. Es wird ein positives Gesamtergebnis auf gleichem Niveau wie im Vorjahr erwartet. Im Dezember 2023 wurden gemäß Landesrahmenvertrag durch den Caritasverband pauschale Verbandsverhandlungen durchgeführt, wobei eine geringe Entgeltsteigerung der Personalkosten in der Eingliederungshilfe erreicht werden konnte. Diese Steigerung reicht aus, um die Tarifsteigerungen aufzufangen.

Die Auslastung der Einrichtungen wird auf gleichem Niveau wie 2023 erwartet. Die Belegung des Bonifatiusstifts kann erst nach der Neueinstellung von Fachkräften angehoben werden.

Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2024 planen wir ein Jahresergebnis in Höhe von ca. 250 T€. Der Wirtschaftsplan berücksichtigt mögliche Auswirkungen des andauernden Ukraine-Krieges nicht. Da diese Auswirkungen zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts nicht hinreichend verlässlich prognostizierbar sind, wurde der Wirtschaftsplan dahingehend auch nicht angepasst.

Im Lagebericht für 2022 wurde für 2023 ein Jahresergebnis von 270 T€ vorausgesagt. Insbesondere höher ausgefallene Instandhaltungsaufwendungen haben zu einem geringeren Jahresergebnis geführt.

 

Heiligenstadt, 4. Mai 2024

Benno Pickel, Geschäftsführer

Fabian Hanske, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 16.245.557,56 14.514
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3,00 0
II. Sachanlagen 15.659.485,33 13.928
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.943.158,56 13.068
2. Technische Anlagen und Maschinen 90.046,00 105
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 558.885,00 662
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 67.395,77 93
III. Finanzanlagen 586.069,23 586
B. UMLAUFVERMÖGEN 3.055.261,74 4.447
I. Vorräte 14.604,57 18
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.492.648,64 935
- davon gegen verbundene Unternehmen: EUR 45.599,42 (Vorjahr: TEUR 30)
- davon gegen Gesellschafter: EUR 10.725,59 (Vorjahr: TEUR 8)
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.548.008,53 3.494
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 7.761,35 13
19.308.580,65 18.974

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. EIGENKAPITAL 7.058.754,25 6.936
I. Gezeichnetes Kapital 250.000,00 250
II. Kapitalrücklage 190.403,71 190
III. Gewinnrücklagen 6.618.350,54 6.496
IV. Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0,00 0
B. SONDERPOSTEN AUS ZUWENDUNGEN ZUR FINANZIERUNG DES ANLAGEVERMÖGENS 5.517.529,15 5.653
C. RÜCKSTELLUNGEN 1.458.341,30 1.676
D. VERBINDLICHKEITEN 5.026.234,84 4.446
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.270.784,34 (Vorjahr: TEUR 613)
- davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr: EUR 3.755.450,50 (Vorjahr: TEUR 3.833)
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 247.721,11 263
19.308.580,65 18.974

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023
EUR
2022
TEUR
1. Rohergebnis 14.661.762,77 14.001
2. Personalaufwand 12.224.683,59 11.890
a) Löhne und Gehälter 9.752.937,90 9.556
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.471.745,69 2.334
- davon für Altersversorgung: EUR 513.809,32 (Vorjahr: TEUR 484)
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 693.152,34 707
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.554.095,50 947
5. Erträge aus Finanzanlagen 9.742,95 14
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 666,64 0
- davon aus der Abzinsung: EUR 666,64 (Vorjahr: TEUR 0)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 73.942,39 81
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 16.620,95 (Vorjahr: TEUR 14)
- davon aus der Aufzinsung: EUR 4.844,60 (Vorjahr: TEUR 11)
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -448,37 0
9. Ergebnis nach Steuern 126.746,91 390
10. Sonstige Steuern 3.926,16 4
11. Jahresüberschuss 122.820,75 386
12. Einstellungen in Gewinnrücklagen -122.820,75 -386
13. Bilanzgewinn 0,00 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeines

Die Raphaelsheim gGmbH hat ihren Sitz in Heilbad Heiligenstadt und ist eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Jena; Reg.Nr. HRB 403219.

Die Gesellschaft dient ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten, gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO. Die steuerbegünstigten Zweckbetriebe sind von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer befreit. Nicht befreit sind die steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe.

Es handelt sich um eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff., 264 ff. HGB sowie den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach dem Gliederungsschema des § 266 HGB unter Einfügung von Ergänzungen (Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens) gemäß § 265 Abs. 5 HGB. Für die Gewinn- und die Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die nachfolgend dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unverändert zum Vorjahr angewandt.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu den Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Ansatz des Sachanlagevermögens erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die bezüglich der abnutzbaren Sachanlagen um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert werden. Dabei richteten sich die Abschreibungssätze nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu 800 EUR (ohne Umsatzsteuer) werden im Jahr des Zugangs abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten (Nominalwert) bilanziert.

Hierzu im Einzelnen:

Buchungskreis Buchwert der Wertpapiere per 31.12.2023 Kurswert der Wertpapiere per 31.12.2023
Wohnheim Kloster Beuren 254.434,28 € 249,385,00 €
Bonifatiusstift Neustadt 301.417,55 € 275.793,73 €
Pflegeheim Haus Tobias 30.217,40 € 38.258,20 €
Gesamt 586.069,23 € 563.436,93 €

Die Geschäftsführer gehen davon aus, dass sich der Kurswert in den nächsten Jahren weiter erholen wird.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgt grundsätzlich zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Nominalbeträgen unter Berücksichtigung notwendiger Wertberichtigungen angesetzt. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko.

Der Ausweis der Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten erfolgt mit den Nominalbeträgen.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen.

Als Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens werden die zweckentsprechend verwendeten Zuschüsse aus öffentlicher und nichtöffentlicher Förderung von Investitionen ausgewiesen, vermindert um den Betrag der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Abschreibungen auf die mit diesen Mitteln finanzierten Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Die Sonderposten werden korrespondierend mit dem entsprechenden Anlagevermögen bewertet.

Die Gesellschaft hat im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 vom Wahlrecht nach Art. 28 Abs. 1 Satz EGHGB dahingehend Gebrauch gemacht, dass mittelbare Pensionsverpflichtungen gegenüber den Anspruchsberechtigten der KZVK vollständig bilanziert werden. Der Ansatz der entsprechenden Rückstellung erfolgt im Jahresabschluss 2023 mit dem annäherungsweise ermittelten notwendigen Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 2 HGB, wobei zur Ermittlung des Erfüllungsbetrags die für das Vorjahr ermittelte Unterdeckung linear bis zum Jahr 2040 verteilt wurde. Für die Abzinsung gemäß § 253 Abs. 2 HGB wurde der durchschnittliche Marktzins, der sich aus den letzten 10 Geschäftsjahren für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, berücksichtigt. Der Zinssatz beträgt zum Bilanzstichtag 1,82 %. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt 17 TEUR.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem mit ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Verbindlichkeiten werden mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen. Die Auflösung der abgegrenzten Beträge erfolgt linear entsprechend dem Zeitablauf.

Erläuterungen zur Bilanz

Zur Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den Anlagennachweis als Bestandteil dieses Anhangs.

In den Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens werden die passivierten Fördermittel zur Finanzierung der geförderten Anlagegüter ausgewiesen. Die Entwicklung der Sonderposten verläuft durch die vorgenommenen Zugänge, Abgänge und Auflösungen im Einklang mit der Entwicklung der entsprechenden Teile des Anlagevermögens.

Ergänzende Angaben zu den Verbindlichkeiten

Betrag
EUR
Davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
EUR
Davon mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr
EUR
Verbindlichkeiten 5.026.234,84 1.270.784,34 3.755.450,50
-davon gegenüber Gesellschaftern 48.864,34 48.864,34 0,00
-davon gegenüber verbundenen Unternehmen 2.871.014,11 786.014,11 2.085.000,00

Zu den Verbindlichkeiten in Höhe von 104.282,32 EUR bestehen die üblichen Eigentumsvorbehalte. Darüber hinaus sind zu den Verbindlichkeiten keine Sicherheiten und Pfandrechte bestellt (§ 285 Nr. 1b HGB).

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren beläuft sich auf 3.271.165,60 EUR.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gliederungsschema des § 275 HGB. Es wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Im Rohergebnis sind periodenfremde Erträge in Höhe von 2.873,65 EUR (Vorjahr 18 TEUR), Erträge aus der Auflösung von Sonderposten in Höhe von 212.115 EUR (Vorjahr 211 TEUR) und Zuschüsse für laufende Aufwendungen in Höhe von 35.017 EUR (TEUR 40 TEUR) Kloster Beuren enthalten.

Sonstige Angaben

Den Arbeitnehmern der Gesellschaft wird eine Zusatzversorgung gewährt, die über die Kirchliche Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands Anstalt des öffentlichen Rechts (KZVK), Köln, abgewickelt wird. Die Zusatzversorgung umfasst eine Alters-, Erwerbsminderungs- sowie eine Hinterbliebenenversorgung, für die eine Wartezeit von 60 Monaten erfüllt sein muss. Die Beiträge zur KZVK werden für alle ständig Beschäftigten der Gesellschaft entrichtet. Sie belaufen sich für das Jahr 2023 auf 6,0 % (Vorjahr 6,0 %) der zusatzversicherungspflichtigen Entgelte. Seit dem 1. Juli 2016 beteiligt die Gesellschaft ihre Arbeitnehmer, entsprechend dem Beschluss der AVR Bundeskommission vom 16. Juni 2016 an der Beitragserhebung. Die Hälfte des 5,2 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts überschreitenden Anteils des Beitrags wird dabei vom Bruttoarbeitsentgelt des Arbeitnehmers einbehalten. Die Summe der der Beitragserhebung zugrundeliegenden umlagepflichtigen Entgelte beträgt 9.207.038 EUR (Vorjahr 8.688 TEUR).

Bezüglich der Rentenansprüche und Rentenanwartschaften aus Zusagen, die vor dem 1. Januar 2002 (Umstellungsstichtag auf kapitalgedeckte Zusagen) von der Gesellschaft getätigt wurden, reicht das Vermögen der KZVK für eine vollständige Deckung nicht aus. Die Erfassung dieser Rentenansprüche und Rentenanwartschaften erfolgte ursprünglich in dem sog. Abrechnungsverband S der KZVK. Nach Zusammenlegung der bisher getrennten Abrechnungsverbände S und P der Pflichtversicherung mit Wirkung zum 1. Januar 2020 sind zur Angleichung der Kapitaldeckung der beiden Abrechnungsverbände für einen Zeitraum von voraussichtlich 7 Jahren bis zum Jahr 2026 von den Beteiligten zusätzlich zu den Regelbeiträgen Angleichungsbeiträge zu leisten, die von der KZVK unter Berücksichtigung des im Rahmen des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2019 ermittelten Angleichungsbedarfs jährlich neu festgesetzt werden. Im Berichtsjahr 2023 beläuft sich der von der Gesellschaft zu leistende Angleichungsbeitrag auf 31.715 EUR. Die dann jeweils noch verbleibende von der KZVK nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte und der Gesellschaft/Einrichtung mitgeteilte Barwertdifferenz als Bemessungsgrundlage für den Angleichungsbeitrag aus der ursprünglichen Zugehörigkeit zu dem Abrechnungsverband S beläuft sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt 545.008 EUR.

Die Gesellschaft hat vom Wahlrecht nach Art. 28 Abs. 1 S. 2 EGHGB dahingehend Gebrauch gemacht, mittelbare Pensionsverpflichtungen gegenüber den Anspruchsberechtigten der KZVK vollständig zu bilanzieren. Eine ertragswirksame (Teil-) Auflösung nach § 249 Abs. 2 Satz 2 HGB der in der Vergangenheit gebildeten Rückstellung aufgrund der Satzungsänderung bzw. Einführung des neuen Finanzierungssystems scheidet aufgrund der weiterhin bestehenden mittelbaren Altersversorgungsverpflichtung aus. Die Rückstellung muss auch im neuen Finanzierungssystem stetig auf Basis, der weiterhin bei der KZVK bestehenden Unterdeckung fortgeschrieben werden.

Der Ansatz der Rückstellung erfolgt mit dem notwendigen Erfüllungsbetrag gemäß § 253 Abs. 1 S. 2, Abs. 2 HGB. Die Ermittlung des Barwerts erfolgte dabei unter der Zugrundelegung eines geschätzten Ausgleichszeitraums von insgesamt 25 Jahren. Für das Jahr 2023 ist ein Abzinsungssatz gemäß § 253 Abs. 2 HGB von 1,82 % für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren zur Anwendung gekommen. Insgesamt wurde eine Rückstellung in Höhe von 541.740,80 EUR gebildet.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Raphaelsheim

Sonstige finanzielle Verpflichtungen resultieren aus:

einem Erbbaurechtsvertrag (Grundstück auf dem das Raphaelsheim steht), der am 25. Juli 2001 geschlossen wurde und eine Laufzeit von 99 Jahren hat. Der Erbbauzins beläuft sich auf 26.624 EUR p.a. für den Grund und Boden.

einer Ergänzung zum obigen Erbbaurechtsvertrag vom 25. Juli 2001 (Grundstück auf dem das Haus Tobias steht). Der zusätzliche Erbbauzins beläuft sich auf 6.850 EUR p.a. für den Grund und Boden.

einem Erbbaurechtsvertrag (Grundstück Bahnhofstr. 4), der am geschlossen wurde und eine Laufzeit von 99 Jahren hat. Der Erbbauzins beläuft sich auf 5.424 EUR p.a. für den Grund und Boden.

Wohnheim Kloster Beuren

Mit Datum vom 30. August 1995 wurde ein Betreibervertrag zwischen dem Landkreis Eichsfeld und der Raphaelsheim gGmbH hinsichtlich des Wohnheims Kloster Beuren abgeschlossen. Der Vermieter vermietet an den Betreiber das Wohnheim für jährlich 1.023 EUR pro Platz bei zurzeit 35 Plätzen. Der Mietvertrag beginnt zum 1. September 1995 und läuft über 25 Jahre. Es wurde eine Jahresmiete von 35.017 EUR vereinbart.

Bonifatiusstift Neustadt

Mit Erbbaurechtsvertrag vom 4. November 1999 wurde das Erbbaurecht an dem Grundstück mit dem Bonifatiusstift für 99 Jahre zu einem Erbbauzins von 25.053 EUR p.a. bestellt. Über die hinterlegte Preisindexierung ergibt sich zurzeit ein Erbbauzins von 35.912 EUR p.a..

Mitarbeiteranzahl

In 2023 waren im Jahresdurchschnitt 244 (Vorjahr 236) Mitarbeiter (ohne Ordensschwestern) in der Gesellschaft beschäftigt. Hierzu folgende Aufteilung:

Dienstart Köpfe
Leitung 8
Betreuung/Unterrichtspersonal 210
Küche/Hauswirtschaft 26
Summe 244

Ergebnisverwendung

Gemäß § 4 Nr. 3 des Gesellschaftsvertrags wird ein etwaiger Überschuss, vorbehaltlich anderer gesetzlicher Vorschriften, einer Rücklage zugeführt, die zur Sicherung und Erfüllung des Gesellschaftszwecks verwendet wird. Daher wurde der Jahresabschluss unter Gewinnverwendung aufgestellt.

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2023 waren Herr Benno Pickel und Herr Fabian Hanske, als alleinvertretungsberechtigte Geschäftsführer bestellt.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung wird gem. der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Konzernabschluss

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt, ist die Raphael Gesellschaft gGmbH, Heilbad Heiligenstadt. Der von der Raphael Gesellschaft gGmbH aufgestellte Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

ENTWICKLUNG DER ANSCHAFFUNGSWERTE
Anfangsstand
EUR
Zugang
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgang
EUR
Endstand
EUR
Bilanzposten: 1 2 3 4 5 6
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 9.230,47 0,00 0,00 6.974,47 2.256,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 18.083.058,93 2.366.131,75 13.223,50 3.800,00 20.458.614,18
2. Technische Anlagen und Maschinen 434.586,98 2.950,01 0,00 0,00 437.536,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.324.279,73 71.580,08 0,00 86.441,65 2.309.418,16
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 93.350,58 67.395,77 -13.223,50 80.127,08 67.395,77
20.935.276,22 2.508.057,61 0,00 170.368,73 23.272.965,10
III. Finanzanlagen 586.069,23 0,00 0,00 0,00 586.069,23
21.530.575,92 2.508.057,61 0,00 177.343,20 23.861.290,33
ENTWICKLUNG DER ABSCHREIBUNGEN
Anfangsstand
EUR
Abschreibungen des Geschäftsjahres
EUR
Entnahme für Abgänge
EUR
Endstand
EUR
Bilanzposten: 1 7 8 9 10
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 9.225,47 0,00 6.972,47 2.253,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.014.926,37 500.529,25 0,00 5.515.455,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 329.647,98 17.843,01 0,00 347.490,99
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.662.161,73 174.780,08 86.408,65 1.750.533,16
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
7.006.736,08 693.152,34 86.408,65 7.613.479,77
III. Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
7.015.961,55 693.152,34 93.381,12 7.615.732,77
Restbuchwerte 31.12.2023
EUR
Restbuchwerte 31.12.2022
EUR
Bilanzposten: 1 11 12
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3,00 5,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.943.158,56 13.068.132,56
2. Technische Anlagen und Maschinen 90.046,00 104.939,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 558.885,00 662.118,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 67.395,77 93.350,58
15.659.485,33 13.928.540,14
III. Finanzanlagen 586.069,23 586.069,23
16.245.557,56 14.514.614,37

"Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Raphaelsheim gGmbH, Heilbad Heiligenstadt

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Raphaelsheim gGmbH, Heilbad Heiligenstadt - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Raphaelsheim gGmbH, Heilbad Heiligenstadt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

Münster/Westf., 13. Juni 2024

Beratungs- und Prüfungsgesellschaft BPG mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Matthias Kock, Wirtschaftsprüfer

Jürgen Groteschulte, Wirtschaftsprüfer

In der Gesellschafterversammlung vom 4. September 2024 wurde folgendes beschlossen:

1.

Feststellung des Jahresabschlusses 2023

2.

Der Jahresüberschuss von EUR 122.820,75 wird den Gewinnrücklagen zugeführt.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

2 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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