ExB Finance GmbH
Selbe AdresseForschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jacob Brooks Bourgeois seit 19.1.2026 | Prokura |
Michael Wilhelm Dr. Rumberg seit 23.3.2022 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 12.49% | |
| 2.35% | |
| 1.70% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Volkswagen ClimatePartner GmbHMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Bilanz zum 31. Dezember 2024AKTIVA
PASSIVA
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024
Anhang für das Geschäftsjahr 2024Allgemeines Die Volkswagen ClimatePartner Gesellschaft mit beschränkter Haftung, München, ist beim Registergericht München unter der Handelsregisternummer HRB 274557 gemeldet. Der Jahresabschluss ist nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften und den ergänzenden Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt worden. In der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sind einzelne Posten zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst worden. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. 1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrieben. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, vermindert um die planmäßige nutzungsbedingte Abschreibung, angesetzt. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen linear und zeitanteilig. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden sofort abgeschrieben. Von dem Wahlrecht, die Nutzungsdauer von IT-Ausstattung auf 1 Jahr anzusetzen, wurde kein Gebrauch gemacht. IT-Ausstattung wird, wenn die Anschaffungskosten über EUR 800 netto liegen, über 3 Jahre abgeschrieben. Die geleisteten Anzahlungen auf Projektentwicklungen werden zu aktuellen Anschaffungskosten bewertet. Sofern ein Wertminderungstatbestand in der Gesamtschau der Projekte eintritt, wird dem entsprechend Rechnung getragen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind grundsätzlich zum Nennwert bilanziert. Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben ausgewiesen, die Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die Rückstellungen sind in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt worden, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Bilanzposten in ausländischer Währung werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Gewinne sind nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. Des Weiteren ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden. Fremdwährungsgeschäfte werden am Transaktionstag mit dem an diesem Tag gültigen Kurs umgerechnet. 2. Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens in Höhe von EUR 272.539,08 ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagenspiegel. (2) Umlaufvermögen
Die Forderungen gegen Gesellschafter sowie die restlichen sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Innerhalb des Postens "Bankguthaben" wird ein Guthaben bei einem Payment Service Provider (PSP) in Höhe von TEUR 17 (Vj. TEUR 45) ausgewiesen. (3) Eigenkapital Das Stammkapital in Höhe von EUR 25.100,00 wird zu 50,1 % von der ClimatePartner GmbH (Sitz: München) und zu 49,9 % von der VW Kraftwerk GmbH (Sitz: Wolfsburg) gehalten. Das Eigenkapital in Höhe von insgesamt EUR 43.040.845,60 ist durch den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 673.459,48 auf EUR 42.367.386,12 gesunken. (4) Rückstellungen Die Entwicklung der Rückstellungen in Höhe von EUR 163.478,72 ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Rückstellungsspiegel. (5) Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. 3. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (6) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse in Höhe von EUR 40.173.037,93 (VJ EUR 58.993.729,81) wurden überwiegend durch Spot-/Forward- und Projektentwicklungsverträge mit verbundenen Unternehmen in Deutschland erzielt. (7) Sonstige Erträge
(8) Materialaufwand Der Materialaufwand in Höhe von EUR 38.106.804,87 (VJ EUR 55.980.528,40) ist überwiegend durch Spot-/Forwardverträge entstanden und wird korrespondierend zu den Umsatzerlösen erfasst. Zudem werden hier Wertminderungen im Rahmen der Projektentwicklungsverträge buchhalterisch erfasst. (9) Abschreibungen Der im Berichtsjahr auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen entstandene Werteverzehr umfasst die planmäßigen Abschreibungen. (10) Sonstige betriebliche Aufwendungen
(11) Steuern Aufgrund des Jahresfehlbetrags fallen in 2024 keine Ertragssteuern an. 4. Zusätzliche Angaben Konzernzugehörigkeit Die Volkswagen ClimatePartner GmbH, München, ist ein verbundenes Unternehmen der ClimatePartner GmbH, München, und wird in den Konzernabschluss der Sustainable Partner GmbH, München, einbezogen. Dieser stellt den größten und kleinsten Konzernkreis dar und wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Am Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Forwarddeals und Anzahlungen für Projektentwicklungen in Höhe von insgesamt USD 124,0 Mio. (VJ USD 75,8 Mio.). Hiervon sind USD 60,5 Mio. (VJ USD 54,2 Mio.) innerhalb eines Jahres fällig. Darüber hinaus bestehen finanzielle Verpflichtungen aus einem Mietvertrag mit dem Gesellschafter i.H.v. insgesamt EUR 110.365,08. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis 28.02.2026. Jährliche Mietaufwendungen fallen in Höhe von EUR 94.598,64 an. Des Weiteren bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Leasingverträgen in Höhe von EUR 37.342,98 mit einer Laufzeit von bis zu 3 Jahren. Personal Die Gesellschaft hatte 2024 durchschnittlich 2 fest angestellte Arbeitnehmende im Sinne des § 285 Nr. 7 HGB. Das für die Gesellschaft tätige Personal wird überwiegend von der Muttergesellschaft gestellt. Mitglieder der Geschäftsführung Angelika Hilger - Geschäftsführung Michael Rumberg - Geschäftsführung Mitglieder des Beirats Olivia Henke - Vorsitz - Vorständin, Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima Sascha Lafeld - Head of Carbon Offset Services, ClimatePartner GmbH Klaus Rothhaar - Head of Trading, ClimatePartner GmbH Ergebnisverwendung Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
München, den 10. Februar 2025 Dr. Angelika Hilger Geschäftsführung Prof. Dr. Michael Rumberg Geschäftsführung Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2024
Entwicklung der Rückstellungen vom 01.01.2024 bis 31.12.2024Volkswagen ClimatePartner GmbH, München
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Volkswagen ClimatePartner GmbH Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Volkswagen ClimatePartner GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Volkswagen ClimatePartner GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 12. Februar 2025 Baker
Tilly GmbH & Co. KG
Merget, Wirtschaftsprüferin Rettenmayr, Wirtschaftsprüfer LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2024A. Grundlagen des Unternehmens 1.) Geschäftsmodell des Unternehmens Die Volkswagen ClimatePartner GmbH (VCP) ist ein Start-Up Joint Venture der Volkswagen Kraftwerk GmbH und der ClimatePartner GmbH. Die Gesellschaft wurde zum 23.03.2022 gegründet und hat zum 31.12.2024 20 Mitarbeitende (Vj. 20). Die Gesellschaft hatte 2024 durchschnittlich 2 fest angestellte Arbeitnehmende im Sinne des § 285 Nr. 7 HGB. Das für die Gesellschaft tätige Personal wird überwiegend von der Climate- Partner GmbH gestellt. Zusätzlich unterstützen 5 externe Experten in verschiedenen Zielregionen die Arbeit der VCP. Gegenstand der Geschäftstätigkeit der VCP ist die Entwicklung und Finanzierung von hochwertigen Klimaschutzprojekten. Zielregionen für diese Klimaschutzprojekte sind Europa, Afrika, Asien und Südamerika. Die Projektarbeit der VCP fokussiert sich insbesondere auf Wald- und Landnutzungsprojekte (u.a. Aufforstung von degradierten Waldflächen, nachhaltige Landwirtschaft, Erhalt von Savannenlandschaften und Schutz von Wäldern), Projekte zu erneuerbaren Energien, Projekte zur Vermeidung von Methanemissionen sowie innovative Mobilitätskonzepte. Die Projekte werden mit lokalen Partnern zusammen entwickelt. Allen Projekttypen gemeinsam ist das Ziel, die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre zu reduzieren und damit zum Schutz des Weltklimas beizutragen. Die Projekte werden nach anerkannten internationalen Standards (v.a. Verified Carbon Standard (VCS), Gold Standard) zertifiziert. Wichtige Grundlage der Projektarbeit ist dabei, nicht nur zum Schutz des Klimas beizutragen, sondern auf Basis der Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in der jeweiligen Projektregion gleichzeitig bessere sozio-ökonomische Bedingungen zu schaffen und zu einer lebenswerten Umwelt beizutragen. Damit sollen die Projekte die nachhaltige Entwicklung in der Zielregion unterstützen und im Einklang mit den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (UN SDGs) stehen bzw. diese umsetzen. Neben der Entwicklung und Finanzierung von eigenen Klimaschutzprojekten ist, insbesondere in den ersten 2-5 Jahren ab Gründung der Gesellschaft, die Auswahl und der Ankauf von Klimaschutzzertifikaten (auf Spot- und Forward-Basis) aus bereits existierenden Klimaschutzprojekten ein wichtiges Tätigkeitsfeld der VCP, um so den Zeitraum zu überbrücken, bis die eigenentwickelten Projekte eine Klimawirkung entfalten und Zertifikate generieren. Die bereits existierenden Projekte werden im Rahmen eines umfassenden Due Diligence-Prozesses vor dem Ankauf detailliert geprüft. Zielregionen und Projekttypen sind mit denen für eigene Projektentwicklung genannten identisch. Die von VCP durch die eigene Projektentwicklung und die Auswahl und den Ankauf von bestehenden Klimaschutzprojekten bereitgestellten Zertifikate werden anschließend an die beiden Gesellschafter Volkswagen Kraftwerk GmbH und ClimatePartner GmbH als Kunden veräußert. 2.) Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftlich war das abgelaufene Geschäftsjahr durch eine schwächelnde Konjunktur, internationale Krisenereignisse und Naturkatastrophen (u.a. andauernder Krieg in der Ukraine, Krise im Nahen Osten (Israel-Gaza), Überschwemmungen im Raum Valencia/Spanien) sowie eine ungewisse politische Lage (z.B. in Deutschland und den USA) gekennzeichnet. Die Bedeutung des Themas Klimaschutz hat sich für Regierungen wie auch Unternehmen verschoben bzw. reduziert, obwohl die Handlungsnotwendigkeit auch in 2024 durch zahlreiche im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehende Naturkatastrophen deutlich geworden ist. Inwieweit eine solche Entwicklung einen positiven oder negativen Einfluss auf das Thema Klimaschutzprojekte darstellt, die auch als Flexibilisierungsinstrument verstanden werden können, bleibt abzuwarten. Der Markt für Klimaschutzprojekte stagnierte 2024 im Vergleich zu 2023. Während die Emissionen von Verra und Gold Standard von 210 Millionen im Jahr 2023 auf 189 Millionen im Jahr 2024 weiter zurückgingen, stiegen die Gesamtemissionen der zwölf größten Register um fast 17 % von 261 Millionen auf 305 Millionen Tonnen (Climate Focus VCM Dashboard). 1 Die Stilllegungen und der Marktwert blieben jedoch mit 180 Mio. Tonnen bzw. 1,4 Mrd. USD stabil (MSCI). 2 Die negative Presse und das Fehlen einer unterstützenden Gesetzgebung dämpfen ein Marktwachstum weiterhin. Einzelne Projekttypen wie Waldschutz sehen sich mit einer stark reduzierten Nachfrage konfrontiert. Gleichzeitig gab es Ende 2024 eine Reihe von politischen Signalen, die auf eine größere Akzeptanz von Offsets, insbesondere von Compliance-Märkten, hindeuten. Dazu gehören die internationale Einigung über die Operationalisierung des Mechanismus nach Artikel 6.4 auf der 2024 UN Council of Parties (COP29), die Ankündigung der ersten genehmigten Standards und Methoden im Rahmen des Integrity Council for the Voluntary Carbon Market (ICVCM) und die aktualisierten Zulassungskriterien im Rahmen von Phase 1 von Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA), die zu einer erheblichen Nachfrage im Jahr 2027 führen dürften (MSCI). 3 Nichtsdestotrotz blieben die Preise auf dem VCM-Markt in der Nähe ihrer Tiefststände von 2023, wobei Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien weitgehend unverändert blieben, während naturbasierte Lösungen im Durchschnitt einen leichten Anstieg verzeichneten. Die o.g. Markttendenzen haben im Geschäftsjahr 2024 der VCP ihren Niederschlag gefunden. Die interne Steuerung der VCP erfolgt anhand finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren. Durch die Einbindung in den SustainablePartner-Konzern werden die Steuerungsgrößen auf HGB-Basis berichtet. Die finanzielle Steuerung erfolgt vornehmlich anhand des Ergebnisses vor Steuern. Das HGB-Ergebnis vor Steuern lag für 2024 bei einem Verlust in Höhe von - 674 TEUR (Vj. bei einem Gewinn in Höhe von +35 TEUR).
1 vgl. "Climate Focus VCM Dashboard" data:
https://climatefocus.com/initiatives/voluntary-carbon-market-dashboard/
Das von der Planung (neutrales Ergebnis in Höhe von 0,0 Mio. EUR) abweichende negative Ergebnis resultiert insbesondere aus Nachfrageausfällen, die zu einem wesentlich geringeren Volumen an Klimaschutzzertifikaten führten, die von der VCP angekauft und an die Kunden weiter veräußert worden sind. Insbesondere der Ankauf von großvolumigen Waldschutzprojekten durch die Kunden der VCP wurde nahezu vollständig eingestellt. Die Ursachen hierfür sind strategische Neuausrichtungen zum Thema Klimaschutzprojekte bei einzelnen Endkunden der VCP-Kunden. Aufgrund der geringeren Nachfrage nach Klimaschutzzertifikaten entstanden bei VCP auch geringere Personal- und Sachgemeinkosten, sowie ein geringerer Liquiditätsbedarf, so dass der versus Planung geringere Umsatz bei den Klimaschutzzertifikaten durch ein zielorientiertes Kosten- und Liquiditätsmanagement teilweise ausgeglichen werden konnte. Für die Steuerung des Unternehmens werden des Weiteren nichtfinanzielle Leistungsindikatoren mit einbezogen. Ein bedeutender Maßstab stellt die Ankauf- und Absatzmenge von Klimaschutzzertifikaten dar. Die Ankauf- und Absatzmenge lag im Jahr 2024 mit 5,4 Mio. Zertifikaten (Vj 7,8 Mio.) aufgrund der zuvor genannten Ursachen zwar unter dem prognostizierten Bereich, ist vor dem Hintergrund der Gesamtmarktentwicklung jedoch immer noch positiv zu beurteilen. B. Lage des Unternehmens 1.) Vermögenslage Die Bilanzsumme liegt bei 42,8 Mio. EUR (Vj. 56,5 Mio. EUR). Der wesentliche Effekt ist dadurch entstanden, dass zum Jahresende 2023 Verbindlichkeiten in Höhe von rd. 13,1 Mio. EUR bestanden, die zum Jahresbeginn 2024 ausgeglichen wurden. Das Eigenkapital beträgt 42,4 Mio. EUR (Vj. 43,0 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote liegt zum Jahresende bei 99,1 % und hat sich ebenfalls durch den Ausgleich der Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr (76,2 %) deutlich verbessert. Die VCP hat durch die Gesellschafter in 2022 und 2023 Einlagen in Höhe von 45,0 Mio. EUR erhalten. Die gegebene Kapitalstruktur ermöglicht es VCP, Projektentwicklungen ohne zusätzliche Kapitalbeschaffungsprozesse zeitnah anzuarbeiten und flexibel zu realisieren. 2.) Finanzlage Die Netto-Liquidität lag zum Jahresende bei 31,2 Mio. EUR (Vj. 51,7 Mio EUR). Folgender Effekt beeinflusste die Liquidität zum Jahresende im Wesentlichen: Durch den Ausgleich von Vorjahresverbindlichkeiten in Höhe von 13,1 Mio. EUR sowie Vorabinvestitionen in Höhe von zusätzlich 7,0 Mio. EUR für die Entwicklung von Klimaschutzprojekten (Vj. 2,8 Mio. EUR) ist die Liquidität gesunken. Durch die Vorabinvestitionen in Projektentwicklungen ist ein Teil des Umlaufvermögens längerfristig gebunden, da der Rückfluss sowie der daraus resultierende Erlös üblicherweise erst zeitverzögert zu erwarten ist. Aufgrund der üblichen Zahlungsziele gab es - wie in 2023 - auch in 2024 zu keinem Zeitpunkt Liquiditätsengpässe. Die zukünftige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist durch die vorhandenen Einlagen dennoch in der Höhe insofern begrenzt, als mit zunehmendem Fokus auf eigene Projektentwicklungen die zeitliche Lücke zwischen Pre-Invest/Ankauf und Rückfluss an Zertifikaten/Verkauf zum Teil erheblich sein kann. Die Inanspruchnahme einer Fremdfinanzierung durch Aufnahme eines Darlehens kann daher kurzfristig notwendig werden. 3.) Ertragslage Die Ertragslage ist zunächst durch die Vermarktung von Klimaschutzzertifikaten gekennzeichnet, denen geringere Beschaffungskosten gegenüberstanden. Im Jahr 2024 haben die Personal- und sonstigen Aufwendungen den aus der Vermarktung von Klimaschutzzertifikaten resultierenden Ergebnisbeitrag vor dem Hintergrund des Nachfrageausfalls überstiegen. Im Jahr 2024 lagen die Umsatzerlöse bei 40,2 Mio. EUR (Vj. 59,0 Mio. EUR), der Materialaufwand betrug 38,1 Mio. EUR (Vj. 56,0 Mio. EUR). Insgesamt lag der Rohertrag bei 2,1 Mio. EUR (Vj. 3,0 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern betrug -674 TEUR (Vj. +35 TEUR). Der Schwerpunkt der ergebniswirksamen Tätigkeit der VCP lag im Jahr 2024 in der Auswahl und dem Ankauf von Zertifikaten aus existierenden Klimaschutzprojekten. Es wurden Zertifikate aus Projekten in Afrika, Nord- und Südamerika und Asien kontrahiert und weiter veräußert. 4.) Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage des Unternehmens Aus Sicht der Geschäftsführung hat sich die VCP im Geschäftsjahr 2024 unterhalb der prognostizierten Werte bezüglich des Ergebnisses vor Steuern entwickelt. Grund hierfür waren insbesondere Unsicherheiten und volatile Entwicklungen am Markt für CO 2 -Zertifikate und damit eine reduzierte Kundennachfrage. Die internen Prozesse zur Herstellung von Klimaschutzzertifikaten werden als effizient und funktional betrachtet und wurden in 2024, dem zweiten vollen Geschäftsjahr der VCP, weiter optimiert. Dennoch ist das wirtschaftliche Ergebnis als nicht zufriedenstellend einzustufen. C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht 1.) Prognosebericht Die VCP geht davon aus, dass es auch in den kommenden Jahren zu volatilen Entwicklungen und zu Preisschwankungen an den Beschaffungs- und Absatzmärkten für freiwillige Klimaschutzzertifikate kommt. Es wird erwartet, dass die Bedeutung des Themas Carbon Finance in Verbindung mit Dekarbonisierungsstrategien von Unternehmen mittelfristig weiter zunehmen, jedoch kurzfristig reduziert sein wird. Zum anderen sind die weitere Entwicklung der Kriterien für die Anrechenbarkeit von Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten in verschiedenen Initiativen (z.B. SBTi) und bei politischen Rahmensetzungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene und deren Auswirkung auf einzelne Projekttypen, aber auch des gesamten freiwilligen und verpflichtenden CO 2 -Marktes zu beobachten. Grundsätzlich wird jedoch davon ausgegangen, dass der Bedarf nach hochqualitativen Klimaschutzprojekten für Unternehmen - unter Beachtung der jeweils gültigen Rahmenbedingungen - auch weiterhin hoch sein wird. Dies setzt jedoch voraus, dass es den Institutionen des Marktes gelingt, die Regulierung und Qualitätssicherung nachhaltig zu verbessern. Es wird damit gerechnet, dass es 2025 angesichts der strategischen Neuausrichtung der Kunden der VCP, der hiermit verbundenen Vorlaufzeit in der Projektentwicklung und der schwierigen gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Lage nicht gelingen wird, die Ergebnisse der Gesellschaft von 2024 zu halten, sondern mit einer Ergebnisverschlechterung zu rechnen ist. Ab dem Jahr 2027 wird erwartet, dass die projektseitige Anpassung der VCP an die Neuausrichtung der Kunden sich positiv im Ergebnis der VCP niederschlägt und hier die Gewinnschwelle erreicht wird. Als wichtige Faktoren für eine solch positive Entwicklung werden insbesondere der Aufbau größerer eigener Projektentwicklungskapazitäten, die Etablierung von stabilen Lieferantenbeziehungen in ausgewählten Zielmärkten sowie stabile Kundenbeziehungen und eine enge Abstimmung mit den Gesellschaftern gesehen. Für die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wird unter den oben beschriebenen Annahmen von folgenden Prognosewerten ausgegangen:
Die tatsächlichen Ergebnisse können von den Erwartungen abweichen, wenn eine der genannten Chancen und Risiken, oder andere Entwicklungen eintreten oder sich die den Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen. 2.) Risikobericht Im Zuge der geschäftlichen Aktivitäten ist die VCP einer Reihe von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Um drohenden Schaden für das Unternehmen abzuwenden und eine Bestandsgefährdung auszuschließen, wurde ein Compliance Management System sowie ein Risikomanagementsystem aufgebaut. Das Compliance Management System wurde im März 2023 erfolgreich extern validiert und auditiert und in 2024 nochmals extern im Rahmen eines Überwachungsaudits re-zertifziert. Für 2025 ist geplant, die vorhandenen Systeme wieder weiterzuentwickeln und zu verfeinern und somit die externe Zertifizierung des Compliance Management System aufrecht zu erhalten. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten, um bei Bedarf geeignete Maßnahmen zur Limitierung der Risiken einzuleiten. Zur Aktualisierung findet regelmäßig eine Überprüfung bestehender Risiken und Maßnahmen statt. Weiterhin werden alle Beschäftigten im Rahmen regelmäßiger Compliance-Trainings über geschäftskritische Risiken geschult; zudem zeichnet ein Compliance Officer für individuelle Beratung und bei Bedarf für Prozessoptimierungen verantwortlich. Wesentliche, für das Geschäftsmodell der VCP spezifische Risiken sind zum heutigen Stand:
Den unterschiedlichen projektbezogenen Risiken begegnet die VCP durch im Rahmen der Vertragspartnerprüfung (KYC Supply) und Due Diligence-Prüfung vorgenommene detaillierte Untersuchungen von Partnerunternehmen, Projekt- und Rahmenbedingungen in den jeweiligen Gastländern. Marktrisiken und regulatorisch-politische Risiken werden im Rahmen der Marktbeobachtung kontinuierlich analysiert und falls notwendig mitigiert. Den genannten Risiken wird des Weiteren durch Planungs- und Controllingsysteme begegnet, die gewährleisten, dass eine rechtzeitige Bestimmung von Abweichungen erfolgt, die es erlaubt, Gegensteuerungsmaßnahmen einleiten zu können. 3.) Chancenberichterstattung Chancen werden insbesondere nach dem Abschluss der Start-Up-Phase in der Etablierung und Weiterentwicklung stabiler Partnerbeziehungen (auf Lieferanten- und Kundenseite, aber auch mit Projekt-, Vertrags- und Servicepartnern) und der Klärung offener klimapolitischer Fragen gesehen. Darüber hinaus ergeben sich im Einzelnen vielfältige Chancen aus:
München, den 10. Februar 2025 Dr. Angelika Hilger Geschäftsführung Prof. Dr. Michael Rumberg Geschäftsführung |
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