St. Carolus Krankenhaus GmbH

Carolusstraße 212, 02827 Görlitz, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Dresden HRB 32733
Vorher
Malteser Betriebsträgergesellschaft Sachsen gemeinnützige GmbHMalteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbHJohannes und Carolus GmbH
Eingetragen
4.6.2002
Branche
Sonstige teilstationäre PflegeeinrichtungenSonstige vollstationäre PflegeeinrichtungenStationäre Einrichtungen zur palliativen Pflege
Gegenstand
Betrieb von Einrichtungen der stationären und ambulanten Krankenpflege, Kindertagesstätten und sonstigen sozialen Einrichtungen sowie die Beteiligung an solchen Einrichtungen, insbesondere der Betrieb folgender Einrichtung: Krankenhaus St. Carolus, Görlitz.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Lutz Möller
seit 6.1.2022
Geschäftsführer
Daniela Kleeberg
seit 22.3.2021
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
200000
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

St. Carolus Krankenhaus GmbH (vormals: Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH)

Görlitz (vormals: Kamenz)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021

I. Grundlagen des Unternehmens

Geschäftsgrundlage und Organisation

Die Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH ist zum 31. Dezember 2021 eine 100%ige Tochtergesellschaft der Malteser Deutschland gGmbH, Köln.

Die Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH, Kamenz, bündelt als eine von insgesamt drei regionalen Betriebsgesellschaften der Malteser Deutschland gGmbH, Köln, die ambulanten und stationären Gesundheitsleistungen des Malteser-Ordens in Sachsen.

Die Gesellschaft ist zum Geschäftsjahresende an folgenden Standorten vertreten:

Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz (160 Betten)

Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz (120 Betten)

Malteser MVZ Görlitz

Malteser MVZ Kamenz.

Die für den Betrieb der Krankenhäuser notwendigen Grundstücke und Gebäude werden von der Valletta GmbH, Köln (Besitzgesellschaft), gepachtet. Die Valletta GmbH ist wie die Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH eine Tochter der Malteser Deutschland gGmbH, Köln.

II. Wirtschaftsbericht

II. 1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die wirtschaftliche Entwicklung des Jahres 2021 war erneut geprägt von der COVID-19-Pandemie. Der IWF ging in seiner Veröffentlichung vom 25. Januar 2022 davon aus, dass sich die Weltwirtschaft insgesamt weiter von der Corona-Krise erholen würde - allerdings ungleich auf die Staaten verteilt. Prognostiziert wurde ein Wachstum für 2021 von 5,9 %.

Auch in Deutschland war das Jahr 2021 stark von der Covid-19-Pandemie geprägt. Das reale Bruttoinlandsprodukt stieg nach der Rezession im Vorjahr preisbereinigt im Jahr 2021 um 2,7 %. Allerdings hat die Wirtschaftsleistung im Jahr 2021 noch nicht wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Das BIP lag um 2,0 % unter dem des Jahres 2019. Wachstumsimpulse kamen im Jahr 2021 erneut aus dem staatlichen Konsum, insbesondere wirkten sich die Beschaffung von Impfstoffen und Antigentests sowie der Betrieb von Impf- und Testzentren erhöhend aus. Außerdem erholte sich der Außenhandel wieder.

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie führten auch im Jahr 2021 wieder zu einem Haushaltsdefizit. Nach den bisherigen Berechnungen lag das Finanzierungsdefizit mit 153,9 Mrd. EUR noch über dem des Vorjahres (145,2 Md. EUR).

Die Zahl der Erwerbstätigen blieb gegenüber dem Jahr 2020 stabil, nachdem sie in 2019 gesunken war. Allerdings stieg die Zahl der Erwerbstätigen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Inflationsrate liegt im Jahr 2021 mit 3,1 % deutlich über der des Jahres 2020 (0,5 %).

Branchenspezifisches Umfeld

Die Gesundheitswirtschaft gilt in Deutschland unverändert als einer der größten Wirtschaftszweige. Die Bruttowertschöpfung der deutschen Gesundheitswirtschaft belief sich im Jahr 2020 auf 364,5 (Vorjahr: 378,7) Milliarden Euro, sie sank damit gegenüber 2019 um 3,7 %. Der Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft in Deutschland lag 2020 bei rd.

12,1 % und blieb damit gegenüber den Vorjahren stabil. Die Gesundheitsausgaben stiegen dagegen in 2020 gegenüber 2019 um 6,5% auf 440,6 Milliarden EUR. Ursache sind insbesondere die Ausgleichszahlungen für pandemiebedingte Einnahmeausfälle und Coronaprämien. Zudem verursachten Coronatest und die bereits im Dezember 2020 begonnene Impfkampagne weitere Ausgaben. Für das Jahr 2021 wird auf der Basis von aktuellen Schätzungen ein weiterer Anstieg der Gesundheitsausgaben um 5,7 % auf 465,7 Milliarden EUR erwartet. Ursache sind hier die Ausgaben für Testungen und die Impfkampagne.

Das weitere Wachstum des Gesundheitsmarktes ist insbesondere durch den demografischen Wandel mit der Zunahme älterer chronischer und multimorbider geriatrischer Patienten absehbar.

Die Roland Berger GmbH stellt in ihrer Krankenhausstudie 2021 fest, dass sich die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser durch die Covid-19-Pandemie wesentlich verschlechtert habe. Auf der anderen Seite erhielten die Krankenhäuser auch in 2021 verschiedene Zuschüsse zum Ausgleich der zusätzlichen Belastungen durch die Covid-19-Pandemie. Die Investitionsförderung blieb nach wie vor unzureichend im Hinblick auf den steigenden Investitionsstau und den Investitionsbedarf für den medizinischen und technologischen Fortschritt sowie erhöhte Qualitätsanforderungen.

Für die Fortentwicklung der stationären Versorgung sieht der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP für die neue Legislaturperiode eine moderne sektorübergreifenden Gesundheits- und Pflegepolitik vor. Es soll Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Gesundheitsberufe und Pflegekräfte geben. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen soll gefördert werden. Hier wurden schon in Vorjahren Fördermöglichkeiten nach dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) geschaffen und entsprechende Anträge von Krankenhäusern gestellt.

Verschiedene Studien kamen bereits vor der Covid-19-Pandemie zu dem Ergebnis, dass in Deutschland erhebliche Überkapazitäten bestehen. Weiterhin stehen damit Forderungen nach einer grundlegenden Strukturreform im Raum, die zu einem Abbau dieser Überkapazitäten führen sollen. Zudem soll mit Anreizen zu Leistungsausweitungen entgegengewirkt werden. Insgesamt wird sich nach Einschätzung der Roland Berger GmbH die Konsolidierung im Krankenhaussektor in Zukunft beschleunigen. Die Krankenhausbetreiber sind gezwungen Maßnahmen zu entwickeln, die diesen Entwicklungen Rechnung tragen.

Die Ausgleichszahlungen für Krankhäuser, die Betten für Covid-19-Patienten freihalten, wurden bis März 2022 verlängert. Zudem können Krankenhäuser, die Covid-19-Patienten behandeln, seit Anfang November 2021 einen fallbezogenen Versorgungsaufschlag beantragen. Wie bereits für 2020 wird es auch für diese Erlöse für 2021 einen Ausgleichsmechanismus geben.

Mit dem MDK-Reformgesetz wurden Prüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen in 2019 neu geregelt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden diese teilweise ausgesetzt. Ab 2022 werden diese Prüfungen gemäß der Prüfverfahrensvereinbarung vom 22.06.2021, in der die Durchführung und die Folgen der Prüfungen durch den Medizinischen Dienst geregelt sind, durchgeführt. Zudem werden die Regelungen zur Prüfquote ab 2022 umgesetzt, nach denen diese für die jeweiligen Krankenhäuser jeweils von der Anzahl der festgestellten Fehlabrechnungen abhängt.

Ab dem Jahr 2022 werden die Strukturprüfungen wirksam. Danach müssen Krankenhäuser bei insgesamt 53 Leistungen im Vorfeld nachweisen, dass sie bestimmte Strukturmerkmale aufweisen, um diese mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen zu können. Sind die Vorgaben nicht erfüllt, können die Leistungen nicht mehr mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Durch Verordnung durch das Bundesministerium für Gesundheit gelten ab 2022 auch in gynäkologischen, geburtshilflichen und orthopädischen Abteilungen Personaluntergrenzen, die bei der pflegerischen Besetzung der Stationen einzuhalten sind. Für die Pädiatrie gelten nun je nach Unterabteilung differenzierte Personalquoten.

In der Pflege wird insbesondere aufgrund der demographischen Entwicklung die Zahl Pflegebedürftiger weiter ansteigen, so dass die Nachfrage nach pflegerischen Angeboten steigen wird. Der BARMER Pflegereport 2021 prognostiziert eine Steigerung um 30% bis zum Jahr 2030. Damit liegt die Prognose über den bisher bestehenden. Damit geht einher, dass der Bedarf nach ausgebildetem Personal in der Pflege weiter steigt.

Die Bundesregierung sieht für diesen Bereich vor, innovative quartiernahe Wohnformen zu fördern. Auch soll die häusliche Pflege gestärkt werden. Für den Bereich der stationären Pflege ist vorgesehen, die Eigenanteile zu begrenzen. Zu erwarten ist, dass auch in Zukunft ältere Menschen Formen der Pflege jenseits der vollstationären Pflege bevorzugen. In den Strategien der Anbieter von Pflegeleistungen werden diese Prämissen zu berücksichtigen sein.

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in 2019 - das letzte Jahr, für das Zahlen vorliegen - gegenüber 2017 um insgesamt 21 % gestiegen. Ursache ist der Effekt aus dem seit 2017 weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriff. Die Steigerung hat sich damit fast ausschließlich in einer verstärkten Nachfrage nach ambulanter Pflege niedergeschlagen. In 2019 wurden von den 4,1 Mio. Pflegebedürftigen rd. 20 % in vollstationären Pflegeeinrichtungen versorgt. Ungefähr die Hälfte der Pflegebedürftigen wurde allein von Angehörigen zuhause versorgt.

Auch für die Pflege wurde der Pflege-Rettungsschirm bis Ende März 2022 verlängert. Die Leistungen des Pflege-Rettungsschirms umfassen insbesondere den Ausgleich zusätzlicher Aufwendungen sowie Mindereinnahmen, die den stationären und ambulanten Pflegeanbietern durch die Covid-19-Pandemie entstehen. Die Mehraufwendungen sind nachzuweisen.

Der vielfach diskutierte Fachkräftemangel insbesondere bei Ärzten und Pflegekräften verstärkt sich auch weiterhin und führt zu einem Wettbewerb um diese Fachkräfte. Durch das Pflegepersonalstärkungsgesetz nahm und nimmt die Konkurrenz zwischen Krankenhäusern und Pflege um qualifiziertes Pflegepersonal zu. Auf der anderen Seite werden von verschiedenen Seiten Maßnahmen diskutiert, um Gesundheitsberufe und speziell den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.

II.2 Geschäftsverlauf

Die Belegungs- und Leistungsentwicklung in den Betriebseinrichtungen sind vor dem Hintergrund der oben dargestellten Rahmenbedingungen als zufriedenstellend zu bezeichnen.

Über alle Einrichtungen konnte im Geschäftsjahr ein Ergebnis in Höhe von TEUR -2.277,0 (Vorjahr. TEUR 3.855,5) erzielt werden.

An beiden Standorten wurden die Medizinischen Versorgungszentren in den Vorjahren erweitert um die regionale Versorgung und damit auch die Einweiserbasis für die Krankenhäuser zu sichern. Anders als noch 2020, zeigte sich 2021 auch im stationären Bereich eine nicht ausreichende Ausgleichsleistung des Bundes für ausgefallene Krankenhausbehandlungen. Zusätzlich lagen die tatsächlichen Behandlungskosten für Patienten mit COVID-19 durch den gestiegenen Sachbedarf, die Kosten der Isolierung und den höheren Personalbedarf weit über den DRG-Erlösen für diese Leistungen. Diese Effekte machen sich umso deutlicher bemerkbar, da beide Krankenhausstandorte in Gebieten einer mit langer Zeit höchsten Inzidenz Deutschlands liegen, in denen die Einschränkungen durch Lockdown-Maßnahmen entsprechend hoch waren. Das Ziel der Wirtschaftsplanung 2021 konnte dennoch erreicht werden.

Trotz der Rahmenbedingungen wurden vor Ort viele Projekte zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Basis der Krankenhäuser im Jahr 2021 umgesetzt oder vorbereitet. Durch eine Fachkräftekampagne konnten alle offenen Stellen besetzt werden. In Kamenz wurde die Geriatrie nach der pandemiebedingten Schließung wiedereröffnet und das Projekt "Umbau Zentrale Notfallambulanz" befindet sich im zweiten Bauabschnitt. Der Förderbescheid wurde im Juni 2021 übergeben. In der Chirurgie wurde mit der Eröffnung eines Departments für Unfallchirurgie dem Trend zur Spezialisierung Rechnung getragen. In Görlitz wurde ein gastroenterologischer Schwerpunkt aufgebaut. Das Malteser Krankenhaus St. Carolus bietet hierdurch auf diesem Gebiet die beste Versorgung der Region. Ergänzend wurde auf Basis einer Marktanalyse ein Konzept für ein Darmkrebszentrum erarbeitet. In Bezug auf die Digitalisierung der Krankenhäuser wurden umfangreiche Projekte für Maßnahmen aus dem Krankenhausstrukturfonds entwickelt und vom Freistaat Sachsen nach Abstimmung an den Bund weitergeleitet.

Die Zusammenführung von Diensten und Optimierung von Verwaltungsprozessen wirkte sich auch 2021 positiv aus. Die Umstellung der Finanzierung auf Pflegebudgets führt ebenfalls zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Basis der Krankenhäuser, weil nun die durch AVR und KZVK gegenüber dem Wettbewerb höheren Personalkosten in der Pflege zu einem großen Teil anhand der Ist-Kosten refinanziert werden können.

Insgesamt ergibt sich für den Jahresabschluss 2021 ein gegenüber 2020 verschlechtertes Ergebnis der Krankenhäuser, aufgrund des Einmaleffektes aus Carve-Out der Pflegeeinrichtungen im Vorjahr. Das Jahresergebnis 2021 liegt auf Planniveau.

Das Geschäftsjahr 2021 war wie auch 2020 durch die Corona-Pandemie geprägt. Beide Krankenhäuser leisteten einen überproportionalen Beitrag bei der Versorgung der Corona-Patienten in Ostsachsen. Das elektive Geschäft wurde in dieser Zeit zurückgesetzt, es waren zeitweilig nur Notfallbehandlungen sowie die Behandlung mit hoher Dringlichkeit (z. B. von Tumorerkrankungen) möglich. Insgesamt wurden in der Pandemie von beiden Krankenhäusern über 1000 Corona Patienten stationär versorgt. Viele Patienten mussten intensivmedizinisch versorgt werden. Insbesondere in Kamenz war die Intensivabteilung über Wochen zu mehr als 100 % mit COVID-19 Patienten belegt. Es wurden zusätzlich die Bundeswehr und freiwillige Helfer in beiden Krankenhäusern eingesetzt.

Im Oktober wurde der Verkauf der Gesellschaft an die GGS Gesellschaft für Gesundheit und Versorgung Sachsen GmbH bekannt gegeben. Durch ein gut strukturiertes Change Management in den Einrichtungen konnte eine erneute Verunsicherung der Belegschaft vermieden werden. Der entsprechende Kaufvertrag wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2022 vollzogen.

Die Leistungsdaten des Geschäftsbereichs Krankenhäuser:

Die Gesellschaft betreibt im Malteser Krankenhaus St. Johannes 160 Betten und im Malteser Krankenhaus St. Carolus 120 Betten.

Die Fallzahlenstatistik inkl. Überlieger für 2021 hat sich über alle Standorte pandemiebedingt gegenüber dem Vorjahr auf 10.567 Fälle (Vorjahr 11.177 Fälle) verschlechtert. Der Casemix verminderte sich auf 7.141 (Vorjahr 7.187). Beide Krankenhausstandorte erhielten gemäß

§ 21 Abs. 2a KHG Ausgleichszahlungen aufgrund der Sonderbelastung durch COVID-19.

Der effektive Case-Mix-Index (CMI, Fallschwere nach DRG-System) hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 0,676 (Vorjahr 0,643) erhöht.

Die Baserate hat sich von 2020 zu 2021 leicht erhöht und betrug 2021 EUR 3.738,74.

Die Zahl der Belegungstage veränderte sich auf 54.786 Tage (Vorjahr 54.862 Tage). Die Verweildauer erhöhte sich auf 5,2 Tage (Vorjahr 4,9 Tage).

Für das Malteser Krankenhaus St. Carolus wurde der Abschluss des Budgets 2019 im Jahr 2021 mit den Kostenträgern geeint. Für das Malteser Krankenhaus St. Johannes wurde das Budget 2020 inkl. Pflegebudget vereinbart. Die Verhandlung des Budgets 2020 für Görlitz findet derzeit statt. Eine Einigung ist voraussichtlich bis Juli 2022 zu erwarten.

Die Budgetverhandlungen für 2021 und 2022 sind für beide Krankenhausstandorte noch nicht terminiert.

II.3 Lage

a) Ertragslage

Das Jahresergebnis hat sich um TEUR 6.132,5 auf TEUR -2.277,0 verschlechtert. Die Ergebnisse verteilen sich mit TEUR 1.976,2 auf den Krankenhausbereich sowie mit TEUR -299,0 auf die Medizinischen Versorgungszentren Görlitz und Kamenz. Das EBIT verschlechterte sich um TEUR 6.121 auf TEUR -2.240, das EBITDA stieg um TEUR 4.933 auf TEUR -1.131. Im Rahmen der Wirtschaftsplanung 2021 wurde ein negatives Jahresergebnis sowie ein negatives EBIT und EBITDA prognostiziert. Diese Entwicklung ist wie prognostiziert eingetreten.

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft entwickelten sich insgesamt negativ auf TEUR 47.796,7 (Vorjahr TEUR 52.918,7). Im Vorjahr wurden Erlöse aus Pflege- und Betreuungsleistungen der Pflegeeinrichtungen bis 31.03.2020 erzielt.

Die Umsatzerlöse der Krankenhäuser sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Im Krankenhaus St. Johannes hatte die Eröffnung der Geriatrie einen positiven Einfluss auf die Umsatzerlöse. Die Geburten sind gegenüber 2020 wieder gestiegen und liegen nun bei knapp 500 Geburten. Zusätzlich wirken sich zahlreiche beatmungspflichtige Patienten mit entsprechend hohem CMI auf die Erlöse aus. Im Krankenhaus St. Carolus konnten durch den Neuaufbau der chirurgischen Abteilung, das zusätzliche Angebot in der Unfallchirurgie und das konstante Leistungsniveau der Urologie die Erlöslage im St. Carolus stabilisiert werden. Zudem wirkten sich Ausgleichszahlungen gem. § 21 Abs. 2a KHG positiv auf die Erlösentwicklung aus.

Im Rahmen der Prognoseberichterstattung des Wirtschaftsplanes 2021 wurde ein Anstieg der Umsatzerlöse prognostiziert. Diese Entwicklung ist aufgrund sich aufhebender positiver und negativer Effekte wie prognostiziert eingetreten.

Von den Umsatzerlösen entfallen auf:

Position 2021
TEUR
2020
TEUR
Erlöse Krankenhausleistungen 43.411,0 44.590,1
Erlöse aus Wahlleistungen 43,0 43,2
Erlöse ambulante Leistungen 2.613,1 1.921,1
Nutzungsentgelt der Ärzte 36,1 57,0
Erlöse aus Pflegeleistungen 0,0 4.749,9
Erlöse aus Betreuungsleistungen 0,0 55,0
Übrige Erlöse nach § 277 (1) HGB 1.693,5 1.502,4
Gesamt 47.796,7 52.918,7

Die Personalaufwandsquote beträgt 73,7 % (Vorjahr 65,4 %). Die Zahl der Mitarbeiter der Gesellschaft veränderte sich um 7,7 Vollzeitkräfte (VK) auf 439,9. Demgegenüber sind Aufwandssteigerungen im Personalbereich aus Tariferhöhungen und Vergütungsveränderungen in einzelnen Dienstarten zu verzeichnen.

Die Materialaufwandsquote beträgt im Geschäftsjahr 20,7 % (Vorjahr 20,2 %). Die Entwicklung im Bereich der Materialaufwendungen auf TEUR 9.888,1 (Vorjahr TEUR 10.880,7) ist unter anderem auf die Ausgliederung der Pflegeeinrichtungen zurückzuführen.

b) Finanzlage

Die liquiden Mittel der Gesellschaft betragen TEUR 5.968,3 (Vorjahr TEUR 3.643,1), zudem bestehen Forderungen aus dem Cash-Pooling im Malteser Deutschland Konzern von TEUR 414,0 (Vorjahr Forderungen TEUR 5.239,1), damit ist die Zahlungsfähigkeit gegeben. Von diesen Mitteln sind TEUR 56,0 (Vorjahr TEUR 48,0), aufgrund Verpfändungen zur Absicherung von Altersversorgung sowie TEUR 16,8 insolvenzgeschütztes Wertguthaben für Altersteilzeit nicht frei verfügbar.

Die Forderungen gegen andere Konzernunternehmen betragen TEUR 566,8 (Vorjahr TEUR 7.096,7).

c) Vermögenslage

TEUR % TEUR %
Anlagevermögen = Langfristiges Vermögen 4.679 17,5 4.408 18,4
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.516 20,6 4.764 19,8
Sonstigekurzfristige Vermögensgegenstände/Übrige Aktiva 10.559 39,5 11.212 49,6
Liquide Mittel 5.968 22,3 3.643 15,2
Kurzfristiges Vermögen 22.043 82,5 19.619 81,6
Summe Aktiva 26.721 100,0 24.027 100,0
Eigenkapital 5.408 20,2 7.686 32,0
Sonderposten aus Finanzierung 3.157 11,8 3.384 14,1
Langfristige Schulden 552 2,0 578 2,4
Kurzfristige Schulden/Rechnungsabgrenzungen 17.604 66,0 12.379 51,5
Summe Passiva 26.721 100,0 24.027 100,0

Die Eigenkapitalquote des Geschäftsjahres beträgt inkl. der Sonderposten 32,1 %, im Vorjahr 46,1 %.

Die langfristigen Rückstellungen sind mit TEUR 530,9 (Vorjahr TEUR 510,4) bewertet, die langfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit über ein Jahr) sind in Höhe von TEUR 21,0 (Vorjahr TEUR 68,3) ausgewiesen.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen TEUR 12.237,5 (Vorjahr TEUR 7.603,1), davon gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 170,0 (Vorjahr TEUR 223,9).

Im Geschäftsjahr wurden TEUR 1.229,8 (Vorjahr TEUR 1.516,8) in das Anlagevermögen investiert, die Anlagenquote beträgt 17,5 % (Vorjahr 18,4 %). Die Investitionen des Geschäftsjahres 2021 betreffen insbesondere Ersatzbeschaffungen im Bereich Medizintechnik und Bauinvestitionen.

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft beurteilen wir insgesamt als zufriedenstellend.

II.4 Finanzielle Leistungsindikatoren

2021 2020 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 47.797 52.919 -5.122 -9,7
EBIT -2.240 3.881 -6.121 -157,7
EBITDA -1.131 4.933 -6.072 -122.9
Jahresergebnis -2.277 3.856 -6.133 -159,1
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -4.121 3.435 -7.556 -220,0
2021 2020 Veränderung
Anzahl Anzahl TEUR %
Casemixpunkte 7.141 7.187 -36 -1,0

II.5 Nicht - finanzielle Leistungsindikatoren

Die Anwendung des Konzepts "Demenzsensibles Krankenhaus" erhöht die Attraktivität des Standortes in Görlitz. Mit der immer älter werdenden Bevölkerung in der Stadt und im Landkreis erhöht sich auch die Zahl der Patienten, welche als Nebendiagnose eine Demenz haben. Sie können mit ihren Grundleiden hier gezielt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt versorgt werden. Die Einrichtung ermöglicht eine spezielle personelle Betreuung durch den Einsatz von Klinikbegleitern, geschulte Mitarbeiter, eine gute Orientierung durch spezielle Beschilderung und bauliche Veränderungen sowie eine auf den individuellen Bedarf abgestimmte Behandlung.

In Kamenz konnte durch Gewinnung von Fachkräften die angestrebte 1:1 Betreuung durch Hebammen bei der Geburt mit einer hohen Quote erreicht werden. Es wurden erneut weitere Anstrengungen unternommen, um die hohe Mitarbeiterzufriedenheit weiter zu verbessern.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Chancen - und Risikobericht

Sowohl die regelmäßige Analyse und Bewertung unserer Chancen als auch das Management unserer Risiken sind fortwährende Aufgaben. Die Identifikation unserer Risiken, die Analyse und die Steuerung unserer Risiken sind wichtige Elemente unserer Unternehmensführung. Die wesentlichen Risiken werden regelmäßig mit diversen fest etablierten und standardisierten Instrumenten betrachtet und bewertet. Die Wettbewerbssituation wird mit Hilfe von internen und externen Benchmarks regelmäßig betrachtet, um auf Veränderungen unseres Umfelds rechtzeitig reagieren zu können. Auf Basis detaillierter monatlicher bzw. quartalsweiser Finanzberichte werden Abweichungen der Ertrags- und Vermögenslage von den Planwerten identifiziert und analysiert. Darüber hinaus werden Leistungszahlen und Produktivitätskennziffern regelmäßig untersucht. Die derzeit angewendete Form des Risikomanagements wird regelmäßig auf Funktionsfähigkeit hin überprüft und weiterentwickelt.

Die Implementierung und Einhaltung verschiedener vorhandener Komponenten des Internen Kontrollsystems (IKS) und interner Finanz- und Controllingberichte liegen in der Verantwortung der Gesellschaft und werden von der Geschäftsführung überwacht. Die Gesellschaft informiert die Malteser Zentrale regelmäßig über das aktuelle Chancen- und Risikoportfolio und die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung. In der Malteser Zentrale werden die Ergebnisse der beschriebenen Instrumente zur Geschäfts- und Risikosteuerung zusammengetragen und gesellschaftsübergreifend analysiert und bewertet.

Mögliche Auswirkungen durch das Coronavirus COVID-19 auf unser Geschäft durch Beeinträchtigung der Dienste und Leistungen sind derzeit noch nicht bestimmbar. Ausschlaggebend wird sein, wie schnell die Ausbreitung des Virus erfolgreich eingedämmt werden kann und inwiefern wir selbst in unseren betrieblichen Abläufen von etwaigen krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeitern oder Schwierigkeiten unserer Zulieferer betroffen sind. Im Bereich der Krankenhäuser erfolgen derzeit staatliche Eingriffe in die Leistungsprozesse, deren Auswirkungen nicht absehbar sind. Mit dem COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz sollen nach dem Willen des Gesetzgebers die pandemiebedingten ökonomischen Auswirkungen für Krankenhäuser ausgeglichen bzw. abgemildert werden. Inwieweit dies gelingt, ist derzeit für uns nicht beurteilbar. Wir analysieren kontinuierlich alle für unser Geschäft relevanten Risiken, um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen kurzfristig ergreifen zu können.

Umfeld - und Branchenrisiken/ - chancen

Die Einrichtungen befinden sich in einem stark ausgeprägten und sehr dynamischen Wettbewerbsumfeld.

Formale Prüfalgorithmen führen dazu, dass von Kostenträgern gezielt nach Fällen mit typischen Dokumentationsfehlern gesucht wird, und vollständig erbrachte Leistungen - aufgrund von formalen Mängeln in der Aktenführung - nicht oder nicht vollumfänglich vergütet werden. Hinzu kommt ab 2021 die Zahlung einer Strafe durch das Krankenhaus, wenn von Kostenträgern veranlasste Prüfungen zu Rechnungskorrekturen führen. Wie sich die neuen Prüfquoten auswirken, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Der Rückzug der öffentlichen Hand aus der Krankenhausfinanzierung macht für notwendige Investitionen eine zunehmende Darlehensfinanzierung erforderlich. Wachstum und Investitionen im Krankenhausbereich müssen teilweise aus eigener Kraft und damit über die Vergütung medizinischer Leistungen erwirtschaftet werden. Die Mittel fehlen in der Folge in diesem Bereich. Die erhaltenen Fördermittel des Landes sind derzeit nicht ausreichend, um die erforderlichen Investitionen zu finanzieren. Das Finanzierungssystem der Krankenhäuser benachteiligt auch weiterhin kleine Klinikstandorte. Hieraus besteht das Risiko, das notwendige Investitionen nur mit zeitlicher Verzögerung getätigt werden können.

Die älter werdende Gesellschaft mit einem Anstieg der Altersgruppen 60+ bietet für das Aufgabenfeld der Gesellschaft die Chance einer erhöhten Inanspruchnahme und damit einem Wachstum des Leistungsvolumens. Daneben besteht aber auch das Risiko, dass durch Wegfall ambulanter Kapazitäten Indikationen für eine Krankenhausbehandlung nicht rechtzeitig erkannt werden und somit auch keine Einweisung erfolgt. Die Chancen sollen ergriffen werden in dem eine stärkere Ausrichtung des Leistungsangebotes auf ältere Patienten erfolgt. Insbesondere im Bereich Geriatrie ist mit einem wachsenden Bedarf zu rechnen, so Kapazitäten im Bereich der Altersmedizin geschaffen werden. Die Risiken sollten vermieden werden indem zunehmend eigene ambulante Strukturen aufgebaut werden und so eine vollumfassende Versorgung der Patienten ermöglicht wird.

Der Fachkräftemangel, der auch unsere Einrichtungen betrifft, bleibt unverändert hoch und führt zu einem anhaltenden Wettbewerb um hoch qualifizierte Fachkräfte, insbesondere im Bereich des Ärztlichen Dienstes und im Pflegedienst, aber auch zunehmend im Bereich Medizincontrolling. Der Markt für Mitarbeiter im Ärztlichen Dienst hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Er wird quasi von Personalvermittlungsagenturen dominiert. So werden bereits Studierende direkt von der Universität von Personalvermittlern unter Vertrag genommen. Umso wichtiger wird das Fördern von Netzwerken zwischen den im Krankenhaus tätigen Mitarbeitern und Potenziellen Bewerbern. Ergänzend werden strategische Partnerschaften mit Personalvermittlern gerade für kleinere Krankenhäuser wichtiger.

Die neuen gesetzlichen Regelungen zur Stärkung der Pflege verbessert zum einen die Refinanzierung, erhöht aber auch den Druck auf den Arbeitsmarkt für Pflegekräfte. Diesem Trend wird u. a. durch das Angebot der Facharztweiterbildung und einer attraktiven Gestaltung der Ausbildung von Pflegekräften entgegengewirkt. Durch die generalisierte Pflegeausbildung soll der Ausbildungsberuf an Attraktivität gewinnen. In den stationären Einrichtungen werden Plätze für FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) und BFD (Bundesfreiwilligendienst) vorgehalten, um Menschen den Einblick in den Pflegeberuf zu ermöglichen und Auszubildende zu gewinnen.

Für den Geschäftsbereich Krankenhaus besteht grundsätzlich das Risiko, dass auf Grund von Personaluntergrenzen in der Geriatrie, der allgemeinen Chirurgie und Inneren Medizin und Personalmangel Stationen vorübergehend geschlossen werden müssen und somit die Leistungserbringung beeinträchtigt wird.

Konkurrenz, marktwirtschaftliche Risiken und Chancen (Marktbeobachtung)

Neben dem steigenden Wettbewerb um geeignetes Personal aller Dienstarten setzt die erwartete Steigerung der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR-Tarife) in den kommenden Jahren kleine Krankenhäuser weiter unter Druck. Die erwarteten neuen Landesbasisfallwerte werden eine Refinanzierung nur zum Teil ermöglichen. Ein Lichtblick ist hingegen die Umstellung der Finanzierung der Pflegepersonalkosten außerhalb der DRG. Dadurch wird nach derzeitigem Stand eine vollständige Finanzierung der Pflege auf bettenführenden Stationen erreicht.

Der wachsende Bedarf an Pflegeleistungen bietet Wachstumschancen in der stationären und ambulanten Versorgung Pflegebedürftiger. Innovative, qualitativ hochwertige Konzepte, die auf die Förderung und Erhaltung der Selbständigkeit abzielen, ermöglichen eine Profilierung gegenüber dem Wettbewerb.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

Die Liquidität und die Zahlungsfähigkeit für die Betriebsführungen der Einrichtungen sind gesichert, so dass finanzwirtschaftliche Risiken nicht erkennbar sind.

Rechtliche Risiken

Besondere Schadens- und Unglücksfälle gegenüber Patienten sind versicherungstechnisch abgedeckt, so dass sich hieraus keine rechtlichen Risiken für das Unternehmen ergeben.

Risiken IT - Bereich

In den vergangenen Jahren wurden immer häufiger Angriffe durch Hacker auf IT-Landschaften von Unternehmen und Körperschaften - u. a. auch von Krankenhäusern - bekannt. Dieses Risiko besteht grundsätzlich auch für unsere Einrichtungen. Hieraus können Vermögensschadensrisiken sowie Reputationsrisiken entstehen. Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister mit einem kontinuierlich fortgeschriebenen Sicherheitskonzept sowie proaktiven Recherchen und Prüfungen von Sicherheitsprotokollen der Systeme. Es besteht ein kontinuierlicher Austausch mit Dienstleistern und Partnern zu aktuellen Themen, insbesondere zu möglichen Sicherheitslücken. Dem Schutz sensibler Daten kommt für uns eine besondere Bedeutung zu.

Sonstige Risiken

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichtes sind keine bestandsgefährdenden sonstigen Risiken ersichtlich.

Mögliche Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg auf unser Geschäft sind derzeit noch nicht bestimmbar. Ausschlaggebend wird sein, wie lange die Kriegshandlungen und die damit verbundenen Konsequenzen anhalten werden. Auswirkungen erwarten wir insbesondere auf die Entwicklung der Energiepreise/-kosten, Lieferanten/Lieferketten, Verfügbarkeit von Fachkräften, Entwicklung der Corona Unterstützungsmaßnahmen, Tarifverträge und AVR sowie die Bedrohungslage durch Cyber-Risiken. Treibende Faktoren neben dem Krieg selbst werden hier Finanz- und andere Wirtschaftssanktionen, die Flüchtlingssituation, die Inflation und die Entwicklung der Weltwirtschaft sein.

Wir analysieren kontinuierlich alle für unser Geschäft relevanten Risiken, um gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen kurzfristig ergreifen zu können.

Prognosebericht

Der Gesellschafter, die Malteser Deutschland gGmbH, hat im Oktober den Verkauf der Gesellschaft an die GGS Gesellschaft für Gesundheit und Versorgung Sachsen GmbH bekannt gegeben.

Für das Jahr 2022 wird an beiden Krankenhausstandorten der Weg in die neue Gesellschafterstruktur prägend sein. Zusätzlich wurde die HMG Hospital Management Group gewonnen, die das Management der beiden Krankenhäuser übernimmt. Hierdurch werden weitere positive wirtschaftliche Effekte erwartet.

Am Krankenhausstandort Kamenz werden im ersten Halbjahr 2022 durch den Ausbau der Geriatrie steigende Umsatzerlöse erwartet. Für die etablierten Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie werden stabile Umsätze erwartet. Durch den Ausbau der Notfallversorgung, des ambulanten Sektors und der Akutgeriatrie werden wachsende Patientenzahlen prognostiziert. Durch die erneute Umstellung des Finanzierungssystems für Krankenhäuser, kann bei Pandemie-bedingter Nicht-Belegung mit höheren Ausgleichsleistungen als zu Beginn des Jahres 2020 gerechnet werden. Zusammen mit Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Standortes werden im Planungshorizont der Wirtschaftsplanung positive Jahresergebnisse am Standort erwartet.

Am Krankenhausstandort Görlitz soll im Jahr 2022 durch den weiteren Aufbau und die Weiterentwicklung in der Gastroenterologie die Versorgung verbessert und das Umsatzniveau erhöht werden. Durch die Kooperation mit einer ambulanten Facharztpraxis auf dem Carolus Campus sollen stationäre und ambulante Versorgung der Patienten verzahnt werden. Weiterhin wird geprüft, in Zusammenarbeit mit der Abteilung Chirurgie und weiteren Kooperationspartnern ein Zentrum zu errichten und das Angebot zu spezialisieren. Die Urologie wird als überregionales Schwerpunktangebot weiter ausgebaut. Um die Auslastung der Intensivstation zu erhöhen, wird ein Konzept für die Behandlung von nichtinvasiven Beatmungspatienten geplant. Weiterhin ist längerfristig in Ergänzung zum demenzsensiblen Schwerpunkt die Etablierung einer geriatrischen Rehabilitation geplant. Hierzu werden Gespräch mit Kostenträgern geführt. Insgesamt wird durch die Summe der Maßnahmen im aktuellen Planungshorizont ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet.

Der Casemix wird sich für beide Standorte durch die Etablierung der Geriatrie und der Gastroenterologie erheblich ansteigen. Die Umsatzerlöse werden sich durch diese Entwicklung wie auch aufgrund der Erhöhung des Landesbasisfallwertes gegenüber 2021 erheblich erhöhen.

Im Jahr 2022 wird für die Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH ein negatives Jahresergebnis erwartet. Auf Basis der Unternehmensplanung erwarten wir, dass die Gesellschaft in den Folgejahren ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2021 verbessertes, aber zunächst noch negatives Jahresergebnis ausweisen wird. Ab dem Jahr 2024 wird von einem strukturell positiven Jahresergebnis ausgegangen.

EBIT, EBITDA sowie der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sollten sich analog zum Jahresergebnis entwickeln.

Die Prognose berücksichtigt nicht die derzeitigen Unsicherheiten bezüglich des Ukraine-Krieges, die im Abschnitt Sonstige Chancen und Risiken dargestellt sind.

 

Kamenz, den 29. Juni 2022

Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH

gez. Lutz Möller, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
  133.100,00 111.997,00
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte u.ä. Rechte u.Werte, Lizenzen an solchen Rechten und Werten    
2. Firmenwert 295.750,00 334.750,00
3. Geleistete Anzahlungen 156.831,19 0,00
  585.681,19 446.747,00
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.528.145,31 3.779.968,31
2. Geleistete Anzahlungen u. Anlagen im Bau 564.593,39 180.306,11
  4.092.738,70 3.960.274,42
III. Flnanzanlagan    
Sonstige Ausleihungen 1.000,00 1.000,00
  4.679.419,89 4.408.021,42
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 356.095,24 307.530,05
2. Unfertige Erzeugnisse 230.212,10 327.638,22
  586.307,34 635.168,27
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.515.224,90 4.763.862,95
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 566.764,42 7.096.656,92
3. Sonstige Vermögensgegenstände 8.624.835,30 2.564.281,75
  14.706.824,62 14.424.801,62
III. Wertpapiere    
Sonstige Wertpapiere 14.022,00 14.022,00
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.968.276,88 3.643.100,02
  21.275.430,84 18.717.091,91
C. Rechnungsabgrenzungsposten 766.225,23 901.564,51
  26.721.075,96 24.026.677,84

Passiva

   
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 102.258,38 102.258,38
II. Kapitalrücklage 89.539,99 89.539,99
III. Gewinnrücklagen Andere Gewinnrücklagen 727.258,16 727.258,16
IV. Gewinnvortrag 6.766.064,08 2.910.529,35
IV. Jahresfehlbetrag (Vj. Jahresüberschuss) -2.276.982,32 3.855.534,73
  5.408.138,29 7.685.120,61
B. Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens 3.156.584,31 3.384.740,31
C. Rückstellungen    
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 363.500,00 350.000,00
2. Steuerrückstellungen 17.800,00 21.700,00
3. Sonstige Rückstellungen 5.499.420,56 4.898.286,10
  5.880.720,56 5.269.986,10
D. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 68.315,16 114.667,43
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5.947,11 5.563,11
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.019.443,69 1.098.913,58
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 169.959,13 223.895,05
5. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Körperschaften 16.576,52 10.090,79
6. Sonstige Verbindlichkeiten 10.978.299,51 6.218.300,86
davon aus Steuern: EUR 429.533,95 (Vj. EUR 393.259,32)    
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vj. EUR 3.972,03)    
  12.258.541,12 7.671.430,82
E. Rechnungsabgrenzungsposten 17.091,68 15.400,00
  26.721.075,96 24.026.677,84

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021
EUR
2020
EUR
1. Umsatzerlöse 47.796.740,44 52.918.722,57
2. Erhöhung (Vj. Verminderung) des Bestands an unfertigen Leistungen -97.426,12 97.394,58
3. Sonstige betriebliche Erträge 9.212.595,23 9.008.139,61
  56.911.909,55 62.024.256,76
4. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -5.197.824,11 -5.495.789,78
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -4.690.262,34 -5.384.942,80
  -9.888.086,45 -10.880.732,58
5. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter -28.781.740,45 -28.837.621,38
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -6.464.181,19 -6.428.925,62
davon für Altersversorgung: 'EUR 1.527.725,10 (Vj. EUR 1.623.549,38)    
  -35.245.921,64 -35.266.547,00
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagever- -1.100.863,67 -1.051.691,23
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -12.917.022,16 -10.929.586,40
  -2.239.984,37 3.895.699,55
8. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens 541,50 570,00
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.193,78 24.324,04
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 (Vj. EUR 23.109,27)    
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.374,26 -5.488,74
davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 (Vj. EUR 56,23)    
  -1.638,98 19.405,30
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -37.314,00 -44.768,70
12. Ergebnis nach Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.278.937,35 3.870.336,15
13. Sonstige Steuern 1.955,03 -14.801,42
14. Jahresfehbetrag (Vj. Jahresüberschuss) -2.276.982,32 3.855.534,73

Handelsregister B des Amtsgerichts Dresden, Handelsregisternummer HRB 32733

Sitz: Kamenz

Anhang für das Geschäftsjahr 2021

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wurde nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB gewählt.

Die Gliederung der Bilanz erfolgt in der für Kapitalgesellschaften vorgesehenen Form des § 266 HGB. Die Gliederung wurde ergänzt um den Ausweis von Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegen bzw. gegenüber nahestehenden Körperschaften. Als nahestehende Körperschaften werden der Malteser Hilfsdienst e. V., Köln, sowie dessen Tochtergesellschaften betrachtet. Die Erweiterung des Gliederungsschemas führt zu einer verbesserten Einsicht in die Vermögenslage der Gesellschaft.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögens - gegenstände Die Bewertung erfolgt mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Die Nutzungsdauer beträgt regelmäßig vier Jahre.
Sachanlagevermögen Die Bewertung erfolgt mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen. Den Abschreibungen liegt die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde. Diese beträgt für andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen fünf und sechzehn Jahre.
  Für abnutzbare bewegliche Anlagegüter, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind und deren Anschaffungskosten mindestens EUR 250,00 und maximal EUR 1.000,00 ohne Umsatzsteuer betragen, wurde ein Sammelposten gebildet, der im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel Gewinn mindernd aufgelöst wird. Scheidet ein solches Anlagegut aus dem Vermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert.
Finanzanlagen Die Bewertung erfolgt mit den Anschaffungskosten.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Die Bewertung erfolgt mit den Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Wiederbeschaffungs- oder Marktpreisen.
Unfertige Leistungen Die Bewertung erfolgt retrograd unter Berücksichtigung der krankenhausindividuellen Kostenstruktur, die unter Zugrundelegung des Landesbasisfallwertes sowie bestimmter Abschläge nach dem KHEntgG des Krankenhauses anhand der Kosten des InEK für das Jahr 2021 ermittelt wurde. Pflegekosten für die Pflege am Bett wurden ebenfalls retrograd aus den Pflegeentgelten hergeleitet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Bewertung erfolgt zum Nennwert; erkennbare Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
  Soweit feststeht, dass Forderungen endgültig nicht einbringlich sind, werden sie ausgebucht.
  Darüber hinaus wird dem allgemeinen Kreditrisiko durch die Bildung angemessener Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen.
Wertpapiere des Umlauf - vermögens Die Bewertung erfolgt mit den Anschaffungskosten.
Gezeichnete Kapital Bewertung zum Nennbetrag gemäß § 272 Abs. 1 HGB.
Flüssige Mittel Die Bewertung erfolgt zum Nennwert.
Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens Die Bilanzierung erfolgt entsprechend der zweckentsprechenden Verwendung der Fördermittel nach dem KHG, Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand und Zuweisungen Dritter für Investitionen in aktivierte Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Der Sonderposten wird entsprechend der Abschreibung des bezuschussten Anlagevermögens ertragswirksam aufgelöst.
Pensionsrückstellungen Die Bewertung mit dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwert (sog. "Projected-Unit-Credit-Methode") unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit einem Zinsfuß von 1,87 % (Vorjahr: 2,30 %) und auf Basis der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Sie berücksichtigen die gestiegene Lebenserwartung sowie erstmalig auch sozioökonomische Faktoren wie den Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebenserwartung, was tendenziell zu höheren Rückstellungen führt. Die Renten- und Einkommensdynamik beträgt unverändert je 2 % p.a. Die Abzinsung erfolgt damit wie im Vorjahr gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.
Steuer- und sonstige Rückstellungen Die Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Bei ihrer Bemessung sind alle erkennbaren Risiken und anderen ungewissen Verbindlichkeiten angemessen und ausreichend berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden fristadäquat abgezinst. Instandhaltungsrückstellungen wurden gemäß § 249 Abs. 1 Nr. 1 HGB gebildet. Weiterhin wurden Aufwandsrückstellungen gemäß § 249 Abs. 2 HGB in der bis zum 28. Mai 2009 geltenden Fassung fortgeführt.
Verbindlichkeiten Die Bewertung erfolgt mit ihren Erfüllungsbeträgen.
Rechnungsabgrenzungsposten Es werden Zahlungen vor dem Bilanzstichtag erfasst, die Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

3. Erläuterungen zur Bilanz sowie zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagengitter, das diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben unverändert eine Fälligkeit von unter einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalteten mit TEUR 152,8 (Vj. TEUR 9,5) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit TEUR 0 (Vj. TEUR 1.848,0) Forderungen im Rahmen des Malteserinternen Finanzclearings und der Darlehensvergabe sowie mit TEUR 414 (Vj. TEUR 5.239,1) Forderungen aus Cash-Pooling.

Darin enthalten sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 0 (Vj. TEUR 1.848,0).

Die Forderungen gegen nahestehende Körperschaften bestehen ausschließlich aus Lieferungen und Leistungen.

Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich hauptsächlich um Forderungen aus öffentlicher Förderung.

Die Guthaben bei Kreditinstituten enthalten Guthaben aus noch nicht zweckentsprechend verwendeten Fördermitteln in Höhe von TEUR 5.968,3 (Vj. TEUR 3.643,1).

Als gezeichnetes Kapital wird das Stammkapital der Gesellschaft ausgewiesen. Das Stammkapital beträgt DM 200.000 (EUR 102.258,38).

In den Pensionsrückstellungen sind die mittelbaren Verpflichtungen aus Pensionszusagen enthalten, für welche eine Subsidiärhaftung gegenüber dem Malteser Versorgungswerk e.V., Köln, bzw. den Versorgungsberechtigten besteht (TEUR 363,5 Vorjahr: TEUR 350,3). Das Malteser Versorgungswerk e.V. ist eine Einrichtung für Arbeitgeber, die als Unternehmen des Malteser-Verbundes durch die überbetriebliche Unterstützungskasse betriebliche Altersvorsorgemaßnahmen durchführen. Der Zugang für Mitarbeiter zum Versorgungswerk ist seit 2003 geschlossen. Bei der Berechnung der Rückstellung wurden die entsprechenden auf die Gesellschaft entfallenden Verpflichtungen abzüglich des Guthabens der Gesellschaft beim Malteser Versorgungswerk e.V., Köln, berücksichtigt.

Die Pensionsrückstellungen betragen unter der Berücksichtigung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre (1,87%) zum 31. Dezember 2021 insgesamt TEUR 363,5. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des siebenjährigen (1,35%) und des zehnjährigen Durchschnittssatzes (1,87%) beläuft sich auf TEUR 31,6. Er unterliegt der Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB.

Mittelbare Versorgungszusagen gegenüber der Arbeitnehmerschaft bestehen bei der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Verbands der Diözesen Deutschlands (KZVK). Die KZVK ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Zweck der Anstalt ist es, Arbeitnehmern der Beteiligten im Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Alters-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung zu gewähren. Die Anstalt ist keine im Wettbewerb stehende Einrichtung. Auf eine Bilanzierung der mittelbaren Pensionsverpflichtungen wurde in Ausübung des Wahlrechts des Artikel 28 Abs. 1 Satz 2 EGHGB verzichtet. Die Altersversorgung durch die KZVK wird über Beiträge finanziert. Als Beitrag werden 5,8 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts erhoben. Im Berichtsjahr betrug die Höhe der verbeitragten Löhne und Gehälter TEUR 25.519 (Vj. TEUR 23.797).

Zur Deckung der weiterhin bestehenden Finanzierungslücke hat die KZVK auf ihrer Verwaltungsratssitzung am 6. September 2016 beschlossen, einen pauschalen Finanzierungsbeitrag zu erheben. Damit soll bis zum 31. Dezember 2040 die Finanzierungslücke dauerhaft geschlossen werden. Grundlage des Finanzierungsbeitrags ist ein Finanzierungsplan, der vom Verwaltungsrat der Kasse auf Vorschlag des verantwortlichen Aktuars beschlossen wurde. Auf die Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH entfällt hierbei insgesamt eine Barwertdifferenz von TEUR 2.243, welche die Bemessungsgrundlage für den durch die Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH zu zahlenden Finanzierungsbeitrag darstellt. Im Jahr 2021 wurden insgesamt Finanzierungsbeiträge an die KZVK in Höhe von TEUR 126 gezahlt.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
Personalverpflichtungen 2.059.941,93 2.068.834,35
Rückstellungen für Pflegesatzrisiken/ Prüfung durch Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) 2.208.422,87 1.493.010,60
Rückstellungen für Instandhaltungen 26.360,83 30.793,22
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 177.053,00 324.542,00
Übrige Rückstellungen 1.027.641,93 981.096,93
  5.499.420,56 4.898.286,10

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 170,0 (Vj. TEUR 223,9) Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten. Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Körperschaften bestehen wie zum Vorjahresstichtag unverändert aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus noch nicht zweckentsprechend verwendeten Fördermitteln sowie aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung gegenüber dem Finanzamt aus einbehaltenen Steuern.

Die Restlaufzeit der Verbindlichkeiten geht aus dem Verbindlichkeitenspiegel hervor:

Beträge mit Restlaufzeiten
bis zu einem Jahr
EUR
größer ein Jahr
EUR
davon mehr als fünf Jahre
EUR
Gesamtbetrag
EUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 47.239,25 21.075,91 0,00 68.315,16
(Vorjahr) (46.352,43) (68.315,00) (0,00) (114.667,43)
2. Erhaltene Anzahlungen 5.947,11 0,00 0,00 5.947,11
(Vorjahr) (5.563,11) (0,00) (0,00) (5.563,11)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.019.443,69 0,00 0,00 1.019.443,69
(Vorjahr) (1.098.913,58) (0,00) (0,00) (1.098.913,58)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 169.959,13 0,00 0,00 169.959,13
(Vorjahr) (223.895,05) (0,00) (0,00) (223.895,05)
5. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Körperschaften 16.576,52 0,00 0,00 16.576,52
(Vorjahr) (10.090,79) (0,00) (0,00) (10.090,79)
6. Sonstige Verbindlichkeiten 10.888.643,45 0,00 0,00 10.978.299,51
(Vorjahr) (6.218.300,86) (0,00) (0,00) (6.218.300,86)
davon aus Steuern 429.533,95 0,00 0,00 429.533,95
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 393,44 0,00 0,00 393,44
  12.147.809,15 21.075,91 0,00 12.258.541,12
(Vorjahr) (7.603.115,82) (68.315,00) (0,00) (7.671.430,82)

Sonstige Haftungsverhältnisse bestehen in Höhe von TEUR 3.000 gegenüber der Bank für Sozialwirtschaft AG, Köln. Aus der Vereinbarung über ein automatisches Cash-Management-System für den Malteser-Deutschland-Konzern resultiert eine gesamtschuldnerische Haftung aller eingeschlossenen Konzerngesellschaften zur Absicherung sämtlicher Ansprüche der Bank in Höhe von TEUR 3.000. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme wird als äußerst gering eingeschätzt, da zum Bilanzstichtag keine der angeschlossenen Gesellschaften eine Verbindlichkeit aus dem Cash-Management gegenüber der Bank für Sozialwirtschaft ausweist und zudem alle Gesellschaften positive Liquiditätsprognosen aufweisen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind, betragen TEUR 6.084,1 (Fälligkeit < 1 Jahr: TEUR 4.692,6; Fälligkeit > 1 Jahr: TEUR 1.335,5). Davon bestehen TEUR 1.881,1 gegenüber verbundenen Unternehmen. Hauptsächlich handelt es sich um Versicherungs-, Leasing-, Miet- sowie Wartungsverträge.

Von den vollständig im Inland erzielten Umsatzerlösen entfallen auf:

Position 2021
in TEUR
2020
in TEUR
Erlöse Krankenhausleistungen 43.411,0 44.590,1
Erlöse aus Wahlleistungen 43,0 43,2
Erlöse ambulante Leistungen 2.613,1 1.921,1
Nutzungsentgelte der Ärzte 36,1 57,0
Erlöse aus Pflegeleistungen 0,0 4.749,9
Erlöse aus Betreuungsleistungen 0,0 55,0
Sonstige Umsatzerlöse 1.693,5 1.502,4
Gesamt 47.796,7 52.918,7

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Sonderposten aus Fördermitteln nach SächsKHG (TEUR 880,8; Vj. TEUR 802,2), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 1.412,4; Vj. TEUR 758,4) sowie Erträge aus der Auflösung wertberichtigter Forderungen (TEUR 440,4; Vj. TEUR 190,6) und periodenfremde Zahlungen (TEUR 254,7; Vj. TEUR 143,8).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen (TEUR 154,6; Vj.: TEUR 810,4) enthalten. Hierbei handelt es sich um diverse Aufwendungen für das vorangegangene Geschäftsjahr.

4. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Vollkräfte 2021 Vollkräfte 2020 Köpfe 2021 Köpfe 2020
Ärztlicher Dienst 70,9 68,4 81,8 79,8
Pflegedienst 193,7 179,9 299,1 280,3
Sonstige Bereiche 175,3 174,9 227,7 231,9
Gesamt 439,9 432,2 608,6 592,0

Die Anzahl der durchschnittlich im Geschäftsjahr beschäftigten Arbeitnehmer betrug in Vollkräften 439,9. (Vj. 423,2 Vollkräfte), 608,6 Köpfe (Vj. 592,0 Köpfe).

Ereignisse nach dem Stichtag

Mögliche Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg auf unser Geschäft sind derzeit noch nicht bestimmbar. Ausschlaggebend wird sein, wie lange die Kriegshandlungen und die damit verbundenen Konsequenzen anhalten werden. Auswirkungen erwarten wir insbesondere auf die Entwicklung der Energiepreise/-kosten, Lieferanten/Lieferketten, Verfügbarkeit von Fachkräften, Entwicklung der Corona Unterstützungsmaßnahmen, Tarifverträge und AVR sowie die Bedrohungslage durch Cyber-Risiken. Treibende Faktoren neben dem Krieg selbst werden hier Finanz- und andere Wirtschaftssanktionen, die Flüchtlingssituation, die Inflation und die Entwicklung der Weltwirtschaft sein. Wir analysieren kontinuierlich alle für unser Geschäft relevanten Risiken, um ggf. erforderliche Maßnahmen kurzfristig ergreifen zu können.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Wir schlagen vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 2.276,9 zusammen mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR 6.766,1 zu verrechnen und auf das folgende Geschäftsjahr 2022 vorzutragen.

Geschäftsführer

Als Geschäftsführer sind bestellt:

Verena Hölken, Duisburg, Vorsitzende der Geschäftsführung, Geschäftsführerin Malteser Deutschland gemeinnützige GmbH, Köln (bis 31.12.2021)

Lutz, Möller, Plauen, Geschäftsführer (ab 01.01.2022)

Sven Heise, Potsdam, Geschäftsführer

Roland Niles, Emmerich, Geschäftsführer (bis 24.06.2021)

Entsprechend § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer verzichtet.

Die Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH ist als 100%ige Tochtergesellschaft eine Konzerngesellschaft der Malteser Deutschland gemeinnützige GmbH, Köln. Der Jahresabschluss der Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH wird in den Konzernabschluss der Malteser Deutschland gemeinnützige GmbH, Köln (kleinster und größter Kreis), einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Angaben bezüglich des Gesamthonorars des Abschlussprüfers erfolgen ausschließlich im Konzernabschluss der Malteser Deutschland gemeinnützige GmbH, Köln.

 

Kamenz, den 29. Juni 2022

Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH

gez. Lutz Möller, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2021

Bruttobuchwerte
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Software 1.088.915,27 75.659,19 0,00 0,00 1.164.574,46
2. Firmenwert 390.000,00 0,00 0,00 0,00 390.000,00
  1.478.915,27 75.659,19 0,00 0,00 1.554.574,46
II. Sachanlagen          
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.101.595,44 574.247,25 181.237,23 638.513,82 19.218.566,10
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 180.306,11 722.355,70 -181.237,23 0,00 721.424,58
  19.281.901,55 1.296.602,95 0,00 638.513,82 19.939.990,68
III. Finanzanlagen          
1. Sonstige Ausleihungen 1.000,00 0,00 0,00 0,00 1.000,00
  20.761.816,82 1.372.262,14 0,00 638.513,82 21.495.565,14
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Software 976.918,27 54.556,19 0,00 1.031.474,46
2. Firmenwert 55.250,00 39.000,00 0,00 94.250,00
  1.032.168,27 93.556,19 0,00 1.125.724,46
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.321.627,13 1.007.307,48 638.513,82 15.690.420,79
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
  15.321.627,13 1.007.307,48 638.513,82 15.690.420,79
III. Finanzanlagen        
1. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
  16.353.795,40 1.100.863,67 638.513,82 16.816.145,25
Buchwert
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Software 133.100,00 111.997,00
2. Firmenwert 295.750,00 334.750,00
  428.850,00 446.747,00
II. Sachanlagen    
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.528.145,31 3.779.968,31
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 721.424,58 180.306,11
  4.249.569,89 3.960.274,42
III. Finanzanlagen    
1. Sonstige Ausleihungen 1.000,00 1.000,00
  4.679.419,89 4.408.021,42

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH, Kamenz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH, Kamenz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 15. September 2022

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lars Müller, Wirtschaftsprüfer

ppa. Dennis Kaufholz, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde am 12.01.2023 festgestellt.

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