Bode Chemie GmbH
Melanchthonstraße 27, 22525 Hamburg, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Florence Alexandra M. Harmel seit 7.10.2025 | Prokura |
Dennis Horstmann seit 7.10.2025 | Prokura |
Fabian Tim Böhlke seit 8.1.2025 | Prokura |
Björn Schwarz seit 8.1.2025 | Prokura |
Marcus Rudolf Dr. Götz seit 8.1.2025 | Prokura |
Arne-John Roettger seit 11.9.2024 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich BerechtigteBeta
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
GesellschafterBeta
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
PAUL HARTMANN AGHeidenheim an der BrenzKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2022Aktiva
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG zum 31. Dezember 2022
1 Entspricht dem EBIT der HARTMANN GRUPPE
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGzum 31. Dezember 2022
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
KONZERNANHANGAllgemeine AngabenDie PAUL HARTMANN AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Ulm unter der Nr. HRB 661090 eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Paul-Hartmann-Straße 12 in 89522 Heidenheim, Deutschland. Die Satzung besteht in der Fassung vom 16. Juni 2020. Die Firma der Gesellschaft lautet PAUL HARTMANN AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gegenstand des Unternehmens sind die Herstellung und/oder der Vertrieb von Produkten, die mit den Bereichen Gesundheit und Wohlbefinden im weitesten Sinne im Zusammenhang stehen, sowie das Erbringen von Dienstleistungen im Sozial- und Gesundheitswesen, ausgenommen solchen, die nur durch zugelassene Personen erbracht werden dürfen. Herr Eduard Schleicher, Ulm, hat uns im August 2014 gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihm eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Muttergesellschaft, der PAUL HARTMANN AG, zuzurechnen ist. Der Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Die PAUL HARTMANN AG macht von der Vorschrift des § 315e Absatz 3 HGB Gebrauch und erstellt und veröffentlicht einen Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Darüber hinaus werden alle nach deutschem Handelsrecht verlangten Angaben und Erläuterungen veröffentlicht. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Die Wertangaben erfolgen grundsätzlich in Tausend beziehungsweise in Millionen Euro. Alle Beträge sind kaufmännisch gerundet, was bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen kann. Folgende in den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG einbezogene deutsche Tochtergesellschaften machten im Geschäftsjahr 2022 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Absatz 3 beziehungsweise § 264b HGB Gebrauch:
Die Bilanz wird gemäß IAS 1.60 ff. in langfristige und kurzfristige Posten untergliedert. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Die Zusammensetzung einzelner Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wird im Anhang erläutert. Der Konzernabschluss ist auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt mit der Ausnahme, dass derivative Finanzinstrumente und erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente zum Marktwert bilanziert sind. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres beeinflussen. Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens, der Ermittlung der Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte, der Ermittlung der Höhe und Laufzeit einiger Verbindlichkeiten aus Leasing, der Bestimmung des Fair Value bei einigen Finanzinstrumenten sowie der Bildung von Rückstellungen für Rechtsverfahren, Pensionen und anderen Leistungszusagen, Steuern, Gewährleistungen und Garantien. Die von Annahmen und Schätzungen betroffenen Parameter umfassen vor allem die bei der Anwendung von Barwertmethoden verwendeten zukünftigen Cash-Flows und Abzinsungssätze. Bei der Bewertung von Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten besteht außerdem Unsicherheit in Bezug auf den Eintrittszeitpunkt und die Höhe des zu versteuernden Einkommens. Im Bereich der Rückstellungen werden Annahmen zur Bestimmung von Abzinsungssätzen, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und Rentensteigerungen sowie der Fluktuationsrate getroffen. Obwohl diese Schätzungen und Annahmen mit größter Sorgfalt auf Basis aller verfügbaren Informationen vorgenommen beziehungsweise getroffen wurden, können die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen. Die pandemische, konjunkturelle und geopolitische Entwicklung war im Berichtsjahr mit außergewöhnlicher Unsicherheit behaftet. Auf Grund des Russland-Ukraine-Kriegs, des Anstiegs der Energiepreise, der verschärften Lieferengpässe, des Fachkräftemangels und der weiterhin vorherrschenden Corona-Pandemie nehmen die Unsicherheiten bei der Prognose zu. Auswirkungen von neuen RechnungslegungsstandardsErstmals angewendete RechnungslegungsstandardsIm Geschäftsjahr 2022 fanden einige Änderungen an Rechnungslegungsstandards erstmals Anwendung. Keine der neuen Rechnungslegungsvorschriften hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Änderungen an IAS 16 "Sachanlagen" legen die Bilanzierung von Erträgen aus dem Verkauf produzierter Gegenstände, bevor die Sachanlage in betriebsbereitem Zustand ist, fest. Durch die Änderungen an IAS 37 "Rückstellungen" erfolgte eine Klarstellung der Definition der Erfüllungskosten im Rahmen von belastenden Verträgen. Die Verweise in IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" auf das Rahmenkonzept wurden aktualisiert. Im Rahmen seines Prozesses zur Vornahme von Verbesserungen von Standards veröffentlichte der IASB den Änderungsstandard "Annual Improvements to IFRS 2018-2020". Dieser enthält Klarstellungen bestehender Regelungen sowie weitere Angaben. Die betroffenen Standards sind IAS 41 "Landwirtschaft", IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards", IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 16 "Leasingverhältnisse". Noch nicht anzuwendende neue beziehungsweise geänderte RechnungslegungsstandardsVerschiedene neue und geänderte Rechnungslegungsstandards wurden veröffentlicht, sind jedoch für Berichtsperioden bis zum 31. Dezember 2022 nicht verpflichtend und wurden von der HARTMANN GRUPPE nicht vorzeitig angewendet. Die Auswirkungen dieser neuen Regelungen werden vom Konzern weder auf das laufende Geschäftsjahr noch auf zukünftige Geschäftsjahre und absehbare Transaktionen als wesentlich angesehen. Auswirkungen von IAS 29Die Türkei wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr als hochinflationäre Volkswirtschaft klassifiziert. Infolgedessen wurde im Konzern die Anwendung des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" untersucht. Auf Grund der geringfügigen Auswirkungen auf den Konzern wird auf die Anwendung des Standards im Geschäftsjahr verzichtet. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIm Folgenden werden die bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses angewendeten grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt: Konsolidierungskreis und KonsolidierungsmethodenTochterunternehmenTochterunternehmen sind alle Unternehmen (inklusive Zweckgesellschaften), bei denen der Konzern die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. Dies ist regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Bei der Beurteilung, ob der Konzern eine andere Gesellschaft beherrscht, wird das Vorhandensein und der Effekt von potenziellen jederzeit ausübbaren oder wandelbaren Stimmrechten berücksichtigt. Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung vorliegt, und werden nicht mehr voll konsolidiert, wenn das Beherrschungsverhältnis endet. Für Akquisitionen erfolgt die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 nach der Methode der vollständigen Neubewertung (Erwerbsmethode). Das bedeutet, dass Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten, soweit sie die Ansatzkriterien des IFRS 3 erfüllen, mit ihren Fair Values zum Erwerbszeitpunkt bewertet werden. Hierfür lagen entsprechende Zwischenabschlüsse vor. Ein verbleibender, auf den Konzern entfallender Unterschiedsbetrag wird als Goodwill im Anlagevermögen ausgewiesen und entsprechend IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 einem zumindest jährlichen Werthaltigkeitstest (Impairmenttest) unterzogen. Ein verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird sofort erfolgswirksam vereinnahmt. Beim sukzessiven Unternehmenserwerb erfolgt zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung eine erfolgswirksame Neubewertung der bereits gehaltenen Anteile an dem erworbenen Unternehmen zum Fair Value. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss der PAUL HARTMANN AG. Eine Aufstellung der vollkonsolidierten Tochterunternehmen ist bei den sonstigen Erläuterungen enthalten. Assoziierte UnternehmenAnteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode konsolidiert. Als assoziierte Unternehmen werden diejenigen bezeichnet, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss besitzt und in der Regel zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte hält, ohne das Unternehmen zu beherrschen. Die Erstbewertung der Anteile von assoziierten Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten. Die Beteiligungsbuchwerte enthalten den beim Anteilserwerb identifizierten Goodwill nach Abzug von Wertminderungen. Die Bilanzierung nach der Equity-Methode wird zum Zeitpunkt des Wegfallens des maßgeblichen Einflusses auf ein assoziiertes Unternehmen beendet. Wenn der Buchwert der Anteile an dem assoziierten Unternehmen den Wert Null erreicht, werden keine weiteren Verlustanteile erfasst. Es sei denn, der Konzern hat zusätzlich Verbindlichkeiten oder Garantien für das assoziierte Unternehmen übernommen. Eine Aufstellung der nach der Equity-Methode konsolidierten Unternehmen ist in den sonstigen Erläuterungen enthalten. Konzerninterne TransaktionenAlle konzerninternen Transaktionen und Salden sowie nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen innerhalb des Konzerns werden eliminiert. Es sei denn, der Verlust resultiert aus einer zuvor erfolgten Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. WährungsumrechnungFunktionale Währung und BerichtswährungDie im Jahresabschluss jedes Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden in der Währung ermittelt, welche die Währung des primären Wirtschaftsumfelds ist, in dem das Unternehmen tätig ist (funktionale Währung). Der Konzernabschluss wird in der Berichtswährung Euro dargestellt, die gleichzeitig die funktionale Währung der PAUL HARTMANN AG ist. Geschäftsvorfälle in FremdwährungGeschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Begleichung solcher Geschäftsvorfälle sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Umrechnung der Jahresabschlüsse der KonzerngesellschaftenDie Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres in die Berichtswährung des Konzerns umgerechnet. Die Bilanzposten werden zum Umrechnungskurs am 31. Dezember umgerechnet. Währungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung ergeben, werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Beim Abgang einer ausländischen Gesellschaft werden die kumulierten Umrechnungsdifferenzen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil des Veräußerungsgewinns beziehungsweise -verlusts berücksichtigt. Der Goodwill und Anpassungen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten an den Fair Value, die aus dem Erwerb einer ausländischen Gesellschaft resultieren, werden zu Stichtagskursen umgerechnet. SachanlagenSachanlagen werden zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Es bestehen keine wesentlichen Rückbau- oder Rekultivierungsverpflichtungen. Die planmäßige Abschreibung wird für jeden Vermögenswert linear auf Basis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet. Zugrunde gelegte Nutzungsdauer:
Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die aus Veräußerungen resultierenden Gewinne und Verluste werden als Differenz zwischen den Veräußerungserlösen und den Buchwerten ermittelt und erfolgswirksam als Ertrag beziehungsweise Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden als Bestandteil der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten aktiviert, sofern diese direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. LeasingverhältnisseLeasingverhältnisse werden grundsätzlich als Rechte und Verpflichtungen analog der zu Grunde liegenden vertraglichen Modalitäten in der Bilanz zum Zeitpunkt der Nutzungsüberlassung ausgewiesen. Hiervon ausgenommen sind Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte, welche nicht den Anwendungsbereich des IFRS 16 betreffen. Verträge können sowohl Leasing- als auch Nichtleasingkomponenten beinhalten. Nichtleasingkomponenten werden grundsätzlich von Leasingkomponenten getrennt und aufwandswirksam erfasst. Eine Ausnahme bildet die Anlageklasse Fuhrpark, bei der aus Vereinfachungsgründen gemäß IFRS 16.15 keine Trennung zwischen Nichtleasingkomponenten und Leasingkomponenten vorgenommen wird. Beide Elemente werden in der Bilanz entsprechend ausgewiesen. Für Leasingverhältnisse im Anwendungsbereich des IFRS 16 bilanziert der Leasingnehmer eine Verbindlichkeit für die Barwerte der in Zukunft zu leistenden Leasingzahlungen im Sinne des IFRS 16.27. Korrespondierend wird ein Nutzungsrecht am geleasten Vermögenswert zu Anschaffungskosten aktiviert. Dieses entspricht grundsätzlich dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen unter Abzug gewährter Anreize und zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten. Das Nutzungsrecht wird grundsätzlich über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Nutzungsdauer und vertraglich erwarteter Laufzeit abgeschrieben. Davon ausgenommen sind Leasingverträge, welche einen Eigentumsübergang oder eine Kaufoption beinhalten, deren Ausübung zu dem Zeitpunkt der Erstaktivierung des Vertrages als hinreichend sicher anzusehen ist. In diesem Fall ist auf die Nutzungsdauer des Leasingobjekts abzustellen. In einigen Leasingverträgen sind zur Erhöhung der Flexibilität Kündigungs- und Verlängerungsoptionen enthalten. Diese können überwiegend durch die Gesellschaften der HARTMANN GRUPPE, aber nicht vom jeweiligen Leasinggeber, ausgeübt werden. Bei der Bestimmung der Leasinglaufzeit werden neben der vertraglichen Grundlaufzeit sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, welche den wirtschaftlichen Anreiz der Ausübung einer Kündigungs- oder Verlängerungsoption hinreichend sicherstellen. Die Barwerte der Leasingverbindlichkeiten werden grundsätzlich unter Verwendung eines Grenzfremdkapitalzinssatzes des Leasingnehmers abgezinst. Im Wesentlichen werden diese Referenzzinssätze über einem Zeitraum von bis zu 20 Jahren aus länder- bzw. währungsabhängigen Zinssätzen abgeleitet und um eine individuell bestimmte Leasingrisikoprämie ergänzt. Eine Ausnahme hierzu bilden Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu maximal 12 Monaten, sowie Leasingverhältnisse die gemäß IFRS 16.5 als Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte anzusehen sind. Diese Leasingverhältnisse werden für alle Anlagenklassen über die Vertragslaufzeit linear in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die in der HARTMANN GRUPPE abgeschlossenen Leasingverträge beinhalten im Wesentlichen Nutzungsrechte von Immobilien, Geschäftswagen, sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Immaterielle VermögenswerteGoodwillDer Goodwill stellt die positive Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem Fair Value des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des Tochterunternehmens beziehungsweise des assoziierten Unternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs dar. Der Goodwill, der beim Erwerb von Tochterunternehmen am oder nach dem 1. Januar 1995 entstanden ist, wird unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Der Goodwill wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf "Cash Generating Units" (CGUs) verteilt. In der HARTMANN GRUPPE werden die Geschäftsbereiche als CGU definiert. Für den Goodwill wird eine unbestimmte Nutzungsdauer unterstellt. Er unterliegt dementsprechend nicht der planmäßigen Abschreibung. Der Goodwill wird vielmehr nach IAS 36 mindestens jährlich und zusätzlich bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Dabei wird der Buchwert der CGUs mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag, das heißt dem höheren Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, verglichen. Sofern der Buchwert der CGU höher ist als sein erzielbarer Betrag, liegt in Höhe der Differenz ein Wertminderungsbedarf vor. In diesem Fall wird zunächst ein allokierter Goodwill abgeschrieben. Bei einem verbleibenden Restbetrag werden auch die zugeordneten einzelnen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls wertberichtigt. Ein erfasster Wertminderungsaufwand für den Goodwill wird in den nachfolgenden Perioden nicht mehr aufgeholt. Forschung und EntwicklungAusgaben für Forschungsaktivitäten werden sofort als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden ebenfalls sofort als Aufwand erfasst, sofern die Voraussetzungen für eine Aktivierung nach IAS 38 nicht erfüllt sind. Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden die Entwicklungskosten aktiviert und linear über den erwarteten Produktlebenszyklus abgeschrieben. Andere immaterielle VermögenswerteErworbene Patente, Markenzeichen, Kundenbeziehungen und Lizenzen werden zu ihren Anschaffungskosten aktiviert und über ihre Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Zugrunde gelegte Nutzungsdauer:
Wertminderungen langfristiger nicht finanzieller VermögenswerteVermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Eine Prüfung auf Wertminderungsbedarf erfolgt für sie mindestens jährlich oder wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Vermögenswerte mit einer bestimmten Nutzungsdauer werden planmäßig abgeschrieben. Diese werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus dem Nettoveräußerungspreis und dem Nutzungswert. Wenn die Bestimmung des erzielbaren Betrags für einzelne Vermögenswerte nicht möglich ist, werden Vermögenswerte zur kleinsten Gruppe zusammengefasst, der unabhängige Mittelzuflüsse zugeordnet werden können (CGU). Sind die Gründe für eine zuvor bei planmäßig abgeschriebenen Vermögenswerten erfasste außerplanmäßige Wertminderung entfallen, werden diese Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben. Diese Wertaufholung übersteigt nicht den fortgeführten Buchwert, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine außerplanmäßige Wertminderung erfasst worden wäre. FinanzinstrumenteDie Bilanzierung und Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt gemäß den Vorschriften des IFRS 9. Der Ansatz erfolgt an dem Tag, an dem der Konzern Vertragspartei wird. Bei üblichem Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten gemäß der Ausnahmeregelungen des IFRS 9 erfolgt der Ansatz zum Handelstag. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden saldiert und mit dem Nettobetrag ausgewiesen, wenn die Aufrechnungsvoraussetzungen nach IAS 32 erfüllt sind. Finanzielle VermögenswerteDie Erstbewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum Fair Value. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgezeit nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, erfolgt die Erstbewertung unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten ist abhängig von der Zuordnung zu den Bewertungskategorien im Sinne des IFRS 9 und erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value. Finanzielle Vermögenswerte gliedern sich in Abhängigkeit davon, ob es sich um Fremd- oder Eigenkapitalinstrumente handelt sowie abhängig von den Zahlungsstrombedingungen und dem Geschäftsmodell, in welchem sie gehalten werden, in nachstehende Kategorien:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen verzinsliche Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen Forderungen ausgewiesenen weiteren finanziellen Forderungen sowie Zahlungsmittel. Bei erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumenten wird der Gewinn oder der Verlust aus der Bewertung im sonstigen Konzernergebnis angesammelt. Sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr hatte die HARTMANN GRUPPE keine erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte im Bestand. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen sonstige Beteiligungen sowie Wertpapiere und Derivate, welche nicht im Rahmen von Hedge Accounting designiert wurden. Änderungen des Fair Value finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertänderung erfolgswirksam erfasst. Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, sind bereits zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung des finanziellen Vermögenswerts zu berücksichtigen. Diese sind als erwarteter Verlust aus Kreditausfällen zu ermitteln, die in den folgenden zwölf Monaten eintreten können. Wenn ein finanzieller Vermögenswert eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos seit dem Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung verzeichnet, ist auf die erwarteten Kreditausfälle abzustellen, welche sich aus den Ausfallereignissen ergeben. Abweichend davon werden entsprechend dem vereinfachten Ansatz für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die über die jeweilige Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste als Wertminderung berücksichtigt. Im Konzern werden erwartete Kreditverluste auf finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, auf einer zukunftsgerichteten Basis in Kombination mit Erfahrungen aus der Vergangenheit und internen Einschätzungen ermittelt. Die Höhe wird zum einen durch das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts und zum anderen durch die Veränderung desselben bestimmt. Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen werden gemäß konzerninternen Vorgaben grundsätzlich auf separaten Wertberichtigungskonten erfasst. Sie werden zum selben Zeitpunkt wie die entsprechende wertberichtigte Forderung ausgebucht. In der HARTMANN GRUPPE erfolgt die Beurteilung des Kreditrisikos eines finanziellen Vermögenswertes sowohl anhand interner Informationen als auch externer Ratinginformationen in Bezug auf den jeweiligen Vertragspartner. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos wird unterstellt, wenn der finanzielle Vermögenswert einer schlechteren Ausfallrisikoklasse zugeordnet wird bzw. der Konzern Kenntnis über entsprechende finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners erlangt hat. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen des Konzerns kann die Vermutung nicht bestätigt werden, dass vertragliche Zahlungen, welche mehr als 30 Tage überfällig sind, ein erhöhtes Kreditrisiko aufweisen. Ebenfalls kann die Vermutung nicht bestätigt werden, dass vertragliche Zahlungen, welche mehr als 90 Tage überfällig sind, als ausgefallen gelten. Ein Ausfall eines finanziellen Vermögenswertes wird angenommen, wenn keine vernünftige Erwartung auf Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme mehr besteht. Ein Indikator dafür ist zum Beispiel ein erfolgloser Beitreibungsprozess. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken übertragen werden. Finanzielle Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden als langfristige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen gewähren einen unbedingten Anspruch auf den Erhalt einer Gegenleistung und werden beim erstmaligen Ansatz in Höhe des Fair Value unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bilanziert. Eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen wird erfasst, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über die Güter und Dienstleistungen erhält. Zu diesem Zeitpunkt ist der Anspruch auf Gegenleistung unbedingt, das heißt, dass die Fälligkeit ab diesem Zeitpunkt automatisch mit Zeitablauf eintritt. Die Folgebewertung wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich der Wertminderung durchgeführt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird der nach IFRS 9 vorgeschriebene vereinfachte Ansatz zur Risikovorsorge für erwartete Kreditrisiken angewendet. Dieser schreibt die Erfassung von Wertminderungen für erwartete Verluste auf die Lebenszeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor. Hierzu werden innerhalb des Konzerns bei dem Großteil der Gesellschaften die Kunden in Risikoklassen eingeteilt und individuell unter Beurteilung von externen Ratinginformationen sowie interner Beurteilungsmaßstäbe bewertet. Für einige wenige Gesellschaften erfolgt die Ermittlung der Wertberichtigungen portfoliobasiert, wobei die erwarteten Verluste auf Basis von historischen Ausfallraten ermittelt werden und um zukunftsgerichtete Elemente ergänzt werden. Zur Feststellung objektiver Hinweise auf eine Wertminderung erfolgt zusätzlich zum Jahresende eine Durchsicht aller ausstehenden Beträge. Bei der HARTMANN GRUPPE werden diese objektiven Hinweise, wie zum Beispiel Insolvenzen, kundenspezifisch beurteilt. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht, sobald der Zahlungsausfall feststeht. ZahlungsmittelZahlungsmittel werden in der Bilanz zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung enthält der Finanzmittelbestand Bargeld, jederzeit abrufbare Guthaben bei Kreditinstituten und andere kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen mit einer ursprünglichen Restlaufzeit von höchstens drei Monaten. Finanzielle VerbindlichkeitenFinanzielle Verbindlichkeiten enthalten insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und sonstige Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden, mit Ausnahme der Leasingverbindlichkeiten, entweder der Kategorie erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten oder den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten zugeordnet. Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten. Dieser Bewertungskategorie werden auch die in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Derivaten zugeordnet, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung stehen. Änderungen des Fair Values finanzieller Verbindlichkeiten dieser Kategorie werden zum Zeitpunkt der Wertänderung erfolgswirksam erfasst. Beim erstmaligen Ansatz werden diese zum Fair Value bewertet und ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten bilanziert. Die Fair Value-Option wird nicht genutzt. Alle weiteren finanziellen Verbindlichkeiten werden der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten zugeordnet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifiziert werden, werden bei Zugang mit ihrem Fair Value unter Berücksichtigung von Transaktionskosten bewertet. In den Folgeperioden werden diese finanziellen Verbindlichkeiten grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Differenzen zwischen dem Zugangswert und dem Rückzahlungsbetrag werden demnach über die Laufzeit des Kredits verteilt im Finanzergebnis erfasst. Darlehensverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeiten klassifiziert, sofern die Konzerngesellschaft nicht das Recht hat, die Begleichung der Verbindlichkeit auf einen Zeitpunkt mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag zu verschieben. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Derivative Finanzinstrumente und Hedge AccountingDerivateDerivative Finanzinstrumente, die nicht Teil einer Hedge Accounting-Beziehung sind, werden in der Bilanz bei der Ersterfassung sowie der Folgebewertung zu ihrem Fair Value bewertet. Wertänderungen auf derivative Finanzinstrumente werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Regelungen zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IFRS 9 werden angewendet, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Hedge AccountingIm Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit und im Finanzierungsbereich ist die HARTMANN GRUPPE insbesondere Zins-, Fremdwährungs- und Rohstoffrisiken ausgesetzt. Unternehmenspolitik ist, diese Risiken mithilfe von Zinsswaps, Devisentermingeschäften und Rohstoffswaps im Rahmen von Hedge Accounting (Cash-Flow Hedges) auszuschließen und zu begrenzen. Die HARTMANN GRUPPE dokumentiert bei Beginn der Transaktion die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft, die Risikomanagementstrategien und das Vorgehen für Sicherungsaktionen. Die Überprüfung der Effektivität der Sicherung wird ebenso dokumentiert. Die Volumina der Sicherungsgeschäfte für Devisen resultieren aus der Erstellung von Planung und Forecast, welche regelmäßig überprüft und angepasst werden. Die Volumina der Sicherungsgeschäfte für Rohstoffe resultieren aus der Planung und Beschaffung der jährlichen Rohstoffmengen, die ebenfalls regelmäßig überprüft werden. Die prospektive Effektivitätsmessung von Devisensicherungsgeschäften erfolgt mit Hilfe der Critical Term Match-Methode, für Rohstoffswaps anhand der Regressionsanalyse. Die Hedge Ratio wird im Einklang mit dem Risikomanagement definiert. Die Hedge Ratio ist definiert als Quotient aus dem Nominal des Sicherungsgeschäfts und dem Nominal des Grundgeschäfts. Da sich die Nominale entsprechen, kann in der Regel von einer konstanten Hedge Ratio in Höhe von 1 ausgegangen werden. Mögliche Quellen für Ineffektivität können aus dem Kreditrisiko entstehen, welches im Grundgeschäft nicht designiert wird, wohingegen das Sicherungsgeschäft inklusive Kreditrisiko designiert wird. Die retrospektive Effektivität bzw. Ineffektivität wird mit der kumulierten Dollar-Offset Methode nachgewiesen. Bei Währungen wird der dem Grundgeschäft zuordenbare Teil der Sicherungskosten sowie der effektive Teil von Änderungen des Fair Value von Derivaten, die für eine Absicherung des Cash-Flows bestimmt sind und als Cash-Flow Hedge eingestuft werden, im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Das Wahlrecht, die Kosten der Währungssicherung in einer separaten Komponente im Eigenkapital zu erfassen, wird genutzt. Bei Rohstoffen wird das gesamte Wertänderungsrisiko der Sicherungen im Eigenkapital erfasst. Eine Aufteilung des Fair Values in Kassakomponente und Terminkomponente findet nicht statt. Im Eigenkapital abgegrenzte Beträge werden grundsätzlich in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird (zum Beispiel zu dem Zeitpunkt, zu dem ein abgesicherter zukünftiger Verkauf stattfindet). Eine Ausnahme hierzu bilden Rohstoffsicherungsgeschäfte, bei denen das Recycling in die Anschaffungskosten erfolgt. Die Sicherungsbeziehung muss beendet werden, sobald zwischen dem Grund- und Sicherungsgeschäft kein wirtschaftlicher Zusammenhang mehr besteht, oder die Volumina des Grund- oder des Sicherungsgeschäftes reduziert werden. Die Veräußerung oder das Auslaufen des Sicherungsinstruments beendet die Sicherungsbeziehung. Wenn ein Sicherungsgeschäft ausläuft, veräußert wird oder nicht mehr die Kriterien zur Bilanzierung als Sicherungsgeschäft erfüllt, verbleibt der bis dahin im Eigenkapital kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital. Die erfolgswirksame Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung oder in den Anschaffungskosten erfolgt, wenn die ursprünglich gesicherte, zukünftige Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. VorräteVorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren werden auf Basis des gleitenden Durchschnittspreises ermittelt. Die Herstellungskosten von fertigen und unfertigen Erzeugnissen enthalten Rohstoffe, Fertigungslöhne, andere direkte Kosten und dem Produkt zurechenbare Gemeinkosten, die auf normaler Kapazitätsauslastung basieren. Finanzierungskosten sind nicht enthalten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der Kosten für die Fertigstellung und den Vertrieb. EigenkapitalStammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Dividenden für Stammaktien werden in der Periode vom Eigenkapital abgezogen, in der sie beschlossen wurden. Wenn die PAUL HARTMANN AG oder eines ihrer Tochterunternehmen eigene Aktien der PAUL HARTMANN AG kauft, wird die bezahlte Gegenleistung einschließlich zurechenbarer Transaktionskosten unter Berücksichtigung der Steuereffekte vom Eigenkapital abgezogen. Wenn solche Aktien später verkauft oder neu ausgegeben werden, wird die erhaltene Gegenleistung wieder im Eigenkapital erfasst. ErtragsteuernDie Ertragsteuern umfassen sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen für in- und ausländische Ertragsteuern. Diese umfassen sowohl das laufende Jahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren. Die Verbindlichkeiten werden auf Basis der steuerlichen Vorschriften in den Ländern unserer Geschäftstätigkeit berechnet und berücksichtigen alle uns bekannten Sachverhalte. Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf temporäre Differenzen, die aus Unterschieden zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und ihrem Buchwert im IFRS-Abschluss resultieren, sowie auf Konsolidierungsvorgänge erfasst. Die wesentlichen temporären Differenzen ergeben sich aus der Abschreibung auf Sachanlagen, derivativen Finanzinstrumenten und Rückstellungen sowie bei Unternehmenserwerben aus Unterschieden zwischen den Fair Values der erworbenen Vermögenswerte und deren steuerlichen Werten. Steuerliche Verlustvorträge, die wahrscheinlich zukünftig genutzt werden, werden in Höhe des latenten Steueranspruchs aktiviert. Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfolgt grundsätzlich mit der Maßgabe, dass ein künftiges zu versteuerndes Einkommen wahrscheinlich ist, mit dem die temporären Differenzen genutzt werden können. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit das Unternehmen ein Recht zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und -verbindlichkeiten hat und wenn sich die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten auf die gleiche Steuerbehörde beziehen. Zur Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze verwendet, die nach der derzeitigen Rechtslage gültig oder für den Zeitpunkt angekündigt sind, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich ausgleichen werden. Die latenten Steuern für Unternehmen im Organkreis der PAUL HARTMANN AG wurden mit einem Gesamtsteuersatz von 29,1 (2021: 29,1) % ermittelt. Hierbei wurden neben der Körperschaftsteuer von 15,0 % der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer von 13,3 % berücksichtigt. Für ausländische Gesellschaften werden die jeweiligen nationalen Steuersätze angewandt. Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen aus Beteiligungen an Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen gebildet. Soweit der Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in der näheren Zukunft nicht umkehren, werden keine latenten Steuern gebildet. Die HARTMANN GRUPPE ist in der Lage den zeitlichen Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern. Pensionsverpflichtungen und andere LeistungenPensionsverpflichtungenDie Konzerngesellschaften haben weltweit eine Reihe von beitrags- und leistungsorientierten Versorgungsplänen abgeschlossen. Das diesen Plänen zugeordnete Vermögen wird im Wesentlichen in unabhängige vermögensverwaltende Fonds oder bei externen Versicherern eingezahlt. Die beitragsorientierten Pensionszusagen werden durch Zahlungen von Arbeitnehmern und den entsprechenden Konzernunternehmen gedeckt. Die Zuwendungen von Konzernunternehmen zu beitragsorientierten Pensionsplänen werden in der Periode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, zu welcher sie zuzuordnen sind. Bei den leistungsorientierten Plänen handelt es sich sowohl um betriebliche Altersversorgung als auch um gesetzlich begründete Ansprüche nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Leistungen umfassen im Wesentlichen Zahlungen in Form von Altersrenten sowie Einmalkapital- und Ratenzahlungen. Die Form der Zahlung kann bei einigen Plänen frei gewählt werden, was die Höhe der Verpflichtung entsprechend beeinflusst. Der Pensionsaufwand für leistungsorientierte Pensionszusagen wird anhand der Projected Unit Credit-Methode ermittelt. Die Gesamtkosten für diese Zusagen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung über den Zeitraum, der von den Arbeitnehmern dafür zu erbringenden Arbeitsleistungen, verteilt. Die Pensionsverpflichtung und deren Sensitivität wird auf Basis versicherungsmathematischer Gutachten bewertet. Zur Abzinsung werden Zinssätze von hochwertigen Unternehmensanleihen verwendet, die eine vergleichbare Fälligkeit wie die zugehörigen Verpflichtungen besitzen. Die für die Sensitivitätsanalyse relevanten Parameter wurden in Abstimmung mit den Versicherungsmathematikern ermittelt. Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt entsprechend der Methode zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung, wobei jeweils der betreffende Parameter verändert wird. Die Neubewertung der Nettoverpflichtung und darauf entfallende latente Steuern werden erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Der Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen, während die übrigen Aufwendungen aus Pensionen im Personalaufwand erfasst werden. Die Beurteilung der Aktivierungsfähigkeit einer Überdeckung erfolgt gemäß IAS 19.64 in Verbindung mit IFRIC 14 anhand des Vergleichs zwischen dem künftigen Dienstzeitaufwand des Unternehmens und den zu erwartenden Mindestbeiträgen. AltersteilzeitFür Mitarbeitende, die im Rahmen tarifvertraglicher Bestimmungen die Möglichkeit der Altersteilzeit nutzen, wird eine Rückstellung gebildet. Diese enthält den bereits erdienten Erfüllungsrückstand und den anteiligen Aufstockungsbetrag. Jubiläen, Sterbegeld- und ÜberbrückungsgeldverpflichtungenEinzelne Konzerngesellschaften gewähren nach einer bestimmten Betriebszugehörigkeit den Mitarbeitenden Geldgeschenke sowie Sonderurlaubstage. Des Weiteren werden teilweise Sterbe- und Überbrückungsgelder geleistet. Über die Berechnung der Rückstellung liegen versicherungsmathematische Gutachten vor. Es werden Zinssätze herangezogen, die mit den Zinssätzen für die Berechnung von Pensionsverpflichtungen vergleichbar sind. Zuwendungen der öffentlichen HandStaatliche Investitionszuschüsse für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden als Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen und durch die verringerte planmäßige Abschreibung über deren Nutzungsdauer in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Steuerfreie Investitionszulagen werden passivisch abgegrenzt, in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und in der Gewinn- und Verlustrechnung linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte verteilt und erfasst. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag dargestellt, oder von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen. RückstellungenRückstellungen werden bilanziert, wenn dem Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen entstanden ist, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Wenn die Unternehmensleitung erwartet, dass eine Zahlungsverpflichtung von Dritten erstattet wird, zum Beispiel im Rahmen eines Versicherungsvertrags, wird der Erstattungsanspruch als eigenständiger Vermögenswert bilanziert, sofern die Erstattung überwiegend wahrscheinlich ist. GewährleistungsverpflichtungenDer Konzern bilanziert eine Rückstellung für den Austausch von Waren, die am Bilanzstichtag unter die Gewährleistungsverpflichtung fallen. Die Ermittlung basiert auf Erfahrungswerten der vergangenen Jahre in Bezug auf den Ersatz von Wirtschaftsgütern. DrohverlustrückstellungenDer Konzern bilanziert eine Drohverlustrückstellung, wenn die erwarteten Erträge aus einem Vertrag geringer sind als die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der Verpflichtung aus dem Vertrag. RestrukturierungsrückstellungenDiese Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Leistungen an Arbeitnehmer. Sie werden bilanziert, nachdem ein Beschluss über die detaillierten Bedingungen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer getroffen wurde und die entsprechenden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmervertreter über diesen Beschluss informiert worden sind. Für Kosten der künftigen Aktivitäten wird keine Rückstellung angesetzt. ErtragsrealisierungErlöse aus Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn durch Übertragung der zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden die Leistungsverpflichtungen erfüllt werden. Bei Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden, erfolgt dies bei Lieferungen von Waren bei Übertragung der Verfügungsmacht oder bei Dienstleistungen zum Zeitpunkt der Leistungserbringung. Bei Leistungsverpflichtungen, die über einen Zeitraum erbracht werden, erfolgt die Umsatzrealisierung über den vereinbarten Leistungszeitraum. Bei Verträgen mit mehreren separaten Leistungsverpflichtungen, die zu verschiedenen Zeitpunkten erfüllt werden, erfolgt die Umsatzrealisierung im jeweiligen Erfüllungszeitpunkt. Die Höhe der Erlöse aus Verträgen mit Kunden bemisst sich nach dem vertraglich vereinbarten Transaktionspreis. Variable Gegenleistungen wie Skonti oder Boni werden als Erlösschmälerungen, basierend auf Erfahrungswerten (Erwartungswertmethode), berücksichtigt. Erwartete Retouren werden erlösschmälernd abgegrenzt. Sofern werthaltig, wird zusätzlich ein Recht auf den Erhalt der Rücksendung aktiviert. Eine Rückstellung wird gebildet für die Verpflichtung, fehlerhafte Produkte im Rahmen von Garantiebedingungen zu reparieren oder zu ersetzen. Bei Verträgen mit mehreren separaten Leistungsverpflichtungen wird der gesamte Transaktionspreis nach relativen Einzelveräußerungspreisen allokiert. Die HARTMANN GRUPPE verzichtet aus praktischen Gründen, die Höhe der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen aus einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen, wenn bei Vertragsbeginn erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung von zugesagten Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden und der Bezahlung der Güter oder Dienstleistungen durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt. Die Zahlungsziele orientieren sich sowohl an der Bonität des Kunden als auch an den üblichen landestypischen Zahlungszielen. Wenn der Abschreibungszeitraum unter einem Jahr beträgt, werden die zusätzlichen Kosten einer Vertragsanbahnung bei Entstehen als Aufwand erfasst. Auf Angaben zu verbleibenden Leistungsverpflichtungen wird unter Anwendung des IFRS 15.121 verzichtet. Sonstige Erträge werden erfasst, wenn der Nutzenzufluss wahrscheinlich ist und dessen Höhe verlässlich ermittelt werden kann. Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Dividendenerträge werden erfasst, wenn ein Dividendenbeschluss vorliegt. Ermittlungsmethoden des Fair ValueDer Fair Value entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der Fair Value mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt. Gemäß IFRS 13 werden Kontrahentenrisiken berücksichtigt. Die Ermittlung des Fair Values folgt einer dreistufigen Hierarchie, die die Nähe der herangezogenen Bewertungsfaktoren zu einem aktiven Markt beschreibt (für Finanzinstrumente siehe hierzu zusätzliche Angaben im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen"). Der Fair Value von Derivaten basiert auf Mark-to-Market-Bewertungen am Bilanzstichtag, die durch Bankbewertungen verifiziert werden. Der Fair Value von Zinsswaps, Rohstoffswaps, Devisenswaps und Devisentermingeschäften wird dabei als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse mittels Marktdaten diskontiert. Die Ermittlung der Fair Values von sonstigen finanziellen Vermögenswerten und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, die im Anhang anzugeben sind, erfolgt durch Abzinsung der künftigen, vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu aktuellen Marktzinssätzen, die der Konzern für vergleichbare Finanzinstrumente erhalten würde. Das Kreditrisiko wird dabei berücksichtigt. Zur Ermittlung der Fair Values von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Kaufpreisallokationen werden je nach Art des Vermögenswerts, Komplexität der Wertermittlung und der Verfügbarkeit von Informationen unterschiedliche Bewertungstechniken herangezogen. Grundsätzlich kann nach kosten-, marktpreis- und kapitalwertorientierten Verfahren unterschieden werden. Dabei ist das kapitalwertorientierte Verfahren ("income approach"), das im Allgemeinen auf einer Prognose künftiger Zahlungsmittelflüsse beruht, hervorzuheben. So wird bei der Bewertung der Marken und Technologien die so genannte Lizenzpreis-Analogiemethode angewendet. Dabei werden die Kosteneinsparungen geschätzt. Diese resultieren daraus, dass die HARTMANN GRUPPE Eigentümer der Marken und Patente ist und keine Gebühren an einen Lizenzgeber zahlen muss. Nach Abzinsung ergibt die hieraus resultierende Ersparnis den anzusetzenden Wert für den immateriellen Vermögenswert. Die Bewertung der Kundenbeziehungen wird mittels der Residualwertmethode vorgenommen. Bei dieser Methode wird der Barwert ausschließlich durch den generierten Zahlungsstrom des zu bewertenden Vermögenswerts ermittelt. Da die betreffenden Vermögenswerte ihre Zahlungsströme regelmäßig nur im Verbund mit anderen Vermögenswerten generieren, werden bei der Ermittlung der relevanten Einzahlungsüberschüsse fiktive Auszahlungen für diese "unterstützenden" anderen Vermögenswerte (contributory asset charge) berücksichtigt. Die Bewertung der Grundstücke erfolgt auf Basis eines Marktpreisverfahrens. Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung werden auf Basis eines kostenorientierten Verfahrens bewertet. Die Vorräte werden auf Basis der retrograden Methode berücksichtigt. 1 Sachanlagen
Im Rahmen der im Vorjahr durchgeführten Impairmenttests wurden Wertminderungen bei Gebäuden, Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von insgesamt 2,3 Mio. EUR vorgenommen. Die Wertminderungen betrafen im Wesentlichen das Segment Inkontinenzmanagement.
In den Sachanlagen der Betriebs- und Geschäftsausstattung befinden sich ebenfalls die Sachanlagen der Anlageklasse Fuhrpark. Im Rahmen der in 2022 durchgeführten Impairmenttests wurden Wertminderungen in Höhe von insgesamt 0,9 Mio. EUR vorgenommen, die im Wesentlichen das Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe betreffen. Aufgrund reduzierter Profitabilität ergab sich im Rahmen des Werthaltigkeitstests ein Nutzungswert, der basierend auf den Planwerten, unter dem Buchwert der Sachanlagen zum Bilanzstichtag lag. In den letzten beiden Geschäftsjahren wurden keine Investitionszuschüsse bei Maschinen und technischen Anlagen von den Anschaffungskosten abgesetzt. Auf Sachanlagen sind, unverändert zum Vorjahr, keine Grundpfandrechte eingetragen. Es bestehen übliche Vereinbarungen über Eigentumsvorbehalte. Des Weiteren bestehen am Bilanzstichtag vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen in Höhe von 32,6 (2021: 41,9) Mio. EUR sowie für noch nicht begonnene Leasingverhältnisse in Höhe von 5,0 (2021: 12,9) Mio. EUR. In der Position Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau sind Anzahlungen in Höhe von 10,7 Mio. EUR enthalten. Im Berichtsjahr und im Vorjahr wurden keine wesentlichen Finanzierungskosten identifiziert, welche die Ansatzkriterien des IAS 23 erfüllten. Aufteilung des in den Sachanlagen befindlichen AnlagevermögensDie Aufteilung zwischen dem im Eigentum befindlichen Sachanlagen und aktivierten Nutzungsrechten stellt sich zum 31. Dezember wie folgt dar: 2021
2022
Veränderung beim Sachanlagevermögen aus LeasingDie Zugänge, Abschreibungen und sonstigen Veränderungen bei den aktivierten Nutzungsrechten verteilen sich zum 31. Dezember wie folgt auf die Anlageklassen: 2021
2022
2 Immaterielle Vermögenswerte
Am Bilanzstichtag bestanden vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten in Höhe von 2,7 (2021: 0,2) Mio. EUR. Die im Jahr 2022 angefallenen Entwicklungskosten erfüllten wie im Vorjahr nicht die Aktivierungskriterien nach IFRS. Insgesamt wurden Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 82,3 (2021: 72,5) Mio. EUR aufwandswirksam erfasst. Die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich gegenüber dem Vorjahreswert um 3,8 Mio. EUR auf 243,2 Mio. EUR. Der Goodwill wurde im Rahmen eines Impairmenttests gemäß IAS 36 auf Werthaltigkeit überprüft. Der Goodwill ist in Höhe von 84,4 (2021: 82,8) Mio. EUR der CGU Inkontinenzmanagement, 53,6 (2021: 53,6) Mio. EUR der CGU Desinfektion, sowie in Höhe von 25,3 (2021: 24,6) Mio. EUR der CGU Wundversorgung zugeordnet. Den weiteren CGUs ist ein Goodwill von insgesamt 17,3 (2021: 17,3) Mio. EUR zugeordnet. Der erzielbare Betrag der CGUs wurde auf Grundlage des Nutzungswerts bestimmt. Die Berechnung des Nutzungswerts basiert auf prognostizierten Cash-Flows, die aus der vom Vorstand verabschiedeten Fünfjahresplanung abgeleitet wurden. Dabei sind Erwartungen bezüglich der Marktentwicklungen in den einzelnen Produktsegmenten sowie Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung in den unterschiedlichen Absatzmärkten eingeflossen. Grundlage für diese Erwartungen sind sowohl Erfahrungen der Vergangenheit als auch externe Informationsquellen. Es wurde ein gewogener Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC) vor Steuern in Höhe von 7,2 (2021: 6,2) % zur Diskontierung der geplanten Free Cash-Flows festgesetzt. Für die Extrapolation der Cash-Flows über den Planungszeitraum hinaus wurden Wachstumsraten von bis zu 1,25 % verwendet, die das langfristige durchschnittliche Wachstum des Marktes nicht übersteigen. Aus der Prüfung der Werthaltigkeit des Goodwills ergaben sich keine Wertminderungen. Nach IAS 36.134 erfolgt bei CGUs mit einem signifikanten Goodwill eine Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen. Die durchgeführten Sensitivitätsanalysen ergaben keine Hinweise für eine Wertminderung des Goodwills. 3 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
Aufgrund untergeordneter Bedeutung der Equity-Beteiligungen wird auf die Angaben der zusammengefassten Finanzinformationen verzichtet. 4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristige Posten)
In den verzinslichen Ausleihungen und Wertpapieren sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Ausleihungen mit einem Buchwert von 0,1 (2021: 0,1) Mio. EUR enthalten. 5 Sonstige Forderungen (langfristige Posten)
In den langfristigen sonstigen Forderungen sind im Wesentlichen Rechnungsabgrenzungsposten, Mietkautionsforderungen sowie die Aktivwerte aus Versicherungen für Mitarbeitende enthalten. Die Aufteilung der sonstigen Forderungen in finanzielle und nicht finanzielle Forderungen befindet sich unter den zusätzlichen Angaben zu den Finanzinstrumenten im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen". Die Überleitung zu den Wertminderungen findet sich unter Tz. 9. 6 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (langfristige Posten)
7 Latente SteuernDie Bilanzierung und Bewertung der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt nach IAS 12 "Ertragsteuern". Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Maß berücksichtigt, in dem deren Verwertung durch zukünftige steuerbare Erträge wahrscheinlich ist. ENTWICKLUNG DER LATENTEN STEUERN (NETTOBETRAG AKTIVER LATENTER STEUERN NACH ABZUG PASSIVER LATENTER STEUERN)
DIE AKTIVEN UND PASSIVEN LATENTEN STEUERN VERTEILEN SICH AUF FOLGENDE BILANZPOSTEN
Von den bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen in Höhe von 128,8 (2021: 104,5) Mio. EUR sind 84,8 (2021: 59,0) Mio. EUR zeitlich unbegrenzt nutzbar, während 10,6 (2021: 14,0) Mio. EUR innerhalb der nächsten zehn Jahre und 33,4 (2021: 31,5) Mio. EUR innerhalb der nächsten 11 bis 20 Jahre zu verwenden sind. Von diesen Verlustvorträgen werden derzeit 106,3 (2021: 98,7) Mio. EUR als nicht realisierbar angesehen. Auf abzugsfähige temporäre Differenzen wurden Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 2,1 (2021: 1,5) Mio. EUR gebildet, da hierfür künftig voraussichtlich kein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Auf temporäre Unterschiedsbeträge aus Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen in Höhe von 19,5 (2021: 20,2) Mio. EUR wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten bilanziert, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden. 8 Vorräte
Fertige Erzeugnisse und Waren wurden in Höhe von 56,5 (2021: 37,4) Mio. EUR zum Nettoveräußerungswert bewertet. Die Abschreibungen auf den Nettoveräußerungswert beliefen sich auf 12,4 (2021: 13,7) Mio. EUR. Am Bilanzstichtag bestehen vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren in Höhe von 15,8 (2021: 4,0) Mio. EUR. 9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind analog zum Vorjahr keine nach Ablauf von mehr als einem Jahr fällig. Die Aufteilung der sonstigen Forderungen in finanzielle und nicht finanzielle Forderungen befindet sich unter den zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen". Entwicklung des Wertminderungsbestands für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenDer Wertminderungsbestand für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für die kurz- und langfristigen sonstigen Forderungen entwickelte sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt:
Der Wertminderungsbestand für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für die kurz- und langfristigen sonstigen Forderungen entwickelte sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt:
Der Gesamtbestand der Zuführungen zu den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 1,9 (2021: 1,2) Mio. EUR setzt sich zusammen aus Zuführungen aufgrund von Wertberichtigungen für erwartete Verluste von individuell bewerteten Kundenforderungen in Höhe von 1,0 (2021: 1,1) Mio. EUR und Zuführungen aufgrund von Wertberichtigungen für erwartete Verluste von portfoliobasierenden Wertberichtigungen in Höhe von 0,9 (2021: 0,1) Mio. EUR. Einzelwertberichtigungen wurden in Höhe von 1,6 (2021: 0,9) Mio. EUR verbraucht und in Höhe von 1,3 (2021: 2,0) Mio. EUR aufgelöst. Portfoliobasierende Wertberichtigungen wurden im Berichtsjahr nicht aufgelöst (2021: 0,4 Mio. EUR). Der Gesamtbestand der Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen beläuft sich auf 0,6 (2021: 0,6) Mio. EUR. Im Rahmen der Zuführung wurden Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,3 (2021: 0,0) Mio. EUR berücksichtigt. Einzelwertberichtigungen in Höhe von 0,2 (2021: 0,1) Mio. EUR wurden aufgelöst. Im Berichtsjahr erfolgte ein Verbrauch von Einzelwertberichtigungen in unwesentlicher Höhe. Es gab keine Änderungen des Kreditrisikos, welche zu einer Umbuchung innerhalb der einzelnen Kategorien geführt haben. Auf die sonstigen Finanziellen Vermögenswerte wurden keine Wertberichtigungen gebildet, da diese überwiegend zum Fair Value bewertet sind bzw. der zukünftig erwartete Wertminderungsaufwand am Bilanzstichtag als unwesentlich einzuschätzen ist. 10 Erstattungsansprüche aus Ertragsteuern (kurzfristige Posten)
11 Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurzfristige Posten)
In den verzinslichen Ausleihungen und Wertpapieren sind überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente enthalten. Der für die Zukunft erwartete Wertminderungsaufwand ist zum Bilanzstichtag als unwesentlich einzuschätzen. 12 Zahlungsmittel
Zahlungsmittel unterliegen den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9. Der für die Zukunft erwartete Wertminderungsaufwand ist zum Bilanzstichtag als unwesentlich einzuschätzen. 13 EigenkapitalDas Gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG beträgt 91,3 Mio. EUR. Es ist in 3.572.424 voll eingezahlte Namensstückaktien eingeteilt. Davon werden 20.682 Stücke als eigene Aktien von der PAUL HARTMANN AG gehalten. Diese sind mit den historischen Anschaffungskosten von 0,03 Mio. EUR vom Eigenkapital abgesetzt. Die Kapitalrücklage mit 48,9 (2021: 48,9) Mio. EUR stammt im Wesentlichen aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen der PAUL HARTMANN AG. In den Gewinn- und anderen Rücklagen ist eine Marktbewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS 9 mit -1,9 (2021: 9,6) Mio. EUR enthalten. Des Weiteren beinhalten die Gewinn- und anderen Rücklagen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen in Höhe von -32,3 (2021: -73,8) Mio. EUR. Im Berichtsjahr erfolgte keine Zuführung zu den anderen Gewinnrücklagen der PAUL HARTMANN AG gemäß § 270 Absatz 2 HGB (2021: 20,0 Mio. EUR). 14 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (langfristige Posten)
Die finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 132 Mio. EUR resultieren aus der Inanspruchnahme des syndizierten Kredits. Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten, unverändert zum Vorjahr, keine abgesicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Bei den Leasingverbindlichkeiten wurden mögliche zukünftige Mittelabflüsse nicht mit einbezogen, bei denen die Ausübung entsprechender Kündigungs- und Verlängerungsoptionen als nicht hinreichend sicher gilt. Die sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten den langfristigen Anteil einer gesetzlichen Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 2,2 (2021: 2,7) Mio. EUR für Mitarbeitende unserer französischen Gesellschaften. 15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Vermögenswerte befinden sich hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz. Eine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt besteht für verzinsliche Wertpapiere in Höhe von 30,0 (2021: 36,5) Mio. EUR, Aktien in Höhe von 29,1 (2021: 31,6) Mio. EUR sowie Immobilienfonds in Höhe von 31,0 (2021: 31,7) Mio. EUR. Bei den sonstigen Anlageformen, die hauptsächlich aus Versicherungsverträgen bestehen, liegt in Höhe von 2,3 (2021: 3,0) Mio. EUR eine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt vor. Für das Geschäftsjahr 2023 werden Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von 9,8 (2022: 9,6) Mio. EUR sowie Auszahlungen aus dem Planvermögen in Höhe von 6,9 (2022: 8,8) Mio. EUR erwartet. Die Pläne werden teilweise durch Gremien von Stiftungen und Vereinen verwaltet. Der gemäß IAS 19.57 (b) im Berichtsjahr nicht als Vermögenswert erfasste Betrag verteilt sich auf einen im Rahmen der Neubewertung der Nettoverpflichtung nicht als Vermögenswert erfassten Betrag in Höhe von 7,0 Mio. EUR und die dazugehörige Währungsumrechnung in Höhe von 0, 1 Mio. EUR. WESENTLICHE VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE ANNAHMEN (GEWICHTET)
Neben den angegebenen (langfristigen) Annahmen für erwartete Lohn- oder Gehaltssteigerungen und Rentensteigerungen wurden aufgrund der im Geschäftsjahr stark gestiegenen Inflationsraten und einer kurzfristig höheren Inflationserwartung teilweise einmalige Aufschläge auf die Löhne, Gehälter und Renten vorgenommen. Die Lebenserwartung wurde anhand der im jeweiligen Land üblichen Richttafeln (Sterbetafeln) ermittelt. Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit (Duration) der Verpflichtung beträgt 12,7 (2021: 15,8) Jahre. Der gewichtete Zinssatz für den Euroraum beträgt 3,70 (2021: 0,95) %. Die Pensionsverpflichtungen unterliegen den typischen Risiken aus Zinsänderungen, Langlebigkeit sowie Inflations- und Gehaltssteigerungen. Zur besseren Einschätzung dieser Risiken werden Sensitivitätsanalysen gemäß IAS 19.145 durchgeführt. SENSITIVITÄTEN
16 Sonstige Rückstellungen
AUFGLIEDERUNG DER RÜCKSTELLUNGEN NACH IHRER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHME
Rückstellungen für den VertriebsbereichDie Rückstellungen für den Vertriebsbereich enthalten im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistung, Garantien und Patentverletzungsrisiken. Rückstellungen für den PersonalbereichDie langfristigen Rückstellungen für den Personalbereich enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Zuwendungen für Arbeitsjubiläen, Altersteilzeit, Sterbegeld und Restrukturierung. Der kurzfristige Anteil betrifft überwiegend Verpflichtungen aus Restrukturierung, Abfindungen und Altersteilzeit. 17 Sonstige Verbindlichkeiten (langfristige Posten)Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen enthalten erkennbare Risiken in verschiedenen Bereichen der allgemeinen Geschäftstätigkeit. Insbesondere wurden Rückstellungen für Schadenersatzansprüche, Archivierung, Wiederherstellung und laufende Rechtsstreitigkeiten gebildet.
Insbesondere handelt es sich um passive Rechnungsabgrenzungsposten. 18 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Es sind keine Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen nach Ablauf eines Jahres fällig. Zu Beginn des Geschäftsjahres betrugen die Vertragsverbindlichkeiten 1,5 Mio. EUR. Diese wurden im Verlauf des Jahres durch die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen vollständig als Erlöse aus Verträgen mit Kunden erfasst. Neue Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 1,7 Mio. EUR führten zu einem Bestand in Höhe von 1,7 Mio. EUR. Der Bestand an Vertragsverbindlichkeiten ist vollständig in den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten gegen Fremde enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten gegen Fremde beinhalten keine steuerfreien Investitionszulagen. Die Aufteilung der sonstigen Verbindlichkeiten in finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten befindet sich unter den zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten im Abschnitt "Sonstige Erläuterungen". 19 Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern
20 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristige Posten)
Die sonstigen verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten den kurzfristigen Anteil einer gesetzlichen Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von 0,6 (2021: 1,0) Mio. EUR für Mitarbeitende unserer französischen Gesellschaften. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung21 UmsatzerlöseDie nachfolgenden Tabellen zeigen die Umsatzerlöse nach Segmenten und Sitz des Kunden:
22 Sonstige Erträge
Die übrigen sonstigen Erträge enthalten Zuwendungen der öffentlichen Hand in Höhe von 0,9 (2021: 0,5) Mio. EUR, sowie eine Vielzahl von Erträgen mit Wertansätzen, die im Einzelfall nur von untergeordneter Bedeutung sind. 23 Materialaufwand
24 Personalaufwand
Die HARTMANN GRUPPE beschäftigte im Jahr 2022 durchschnittlich 10.445 (2021: 10.654) Mitarbeitende. Im Berichtsjahr waren 205 (2021: 223) Mitarbeitende in Ausbildung. Im Personalaufwand sind 1,1 (2021: 0,5) Mio. EUR Zuwendungen der öffentlichen Hand berücksichtigt. 25 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle VermögenswerteDie Gesamtabschreibungen betragen 101,7 (2021: 97,5) Mio. EUR. Eine Aufteilung der Abschreibungen sowie der gemäß IAS 36 vorgenommenen Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ist den Erläuterungen der jeweiligen Posten zu entnehmen. 26 Aufwendungen aus Wertminderungen von finanziellen VermögenswertenDie Aufwendungen aus Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten enthalten Aufwendungen für Forderungswertberichtigungen in Höhe von 2,2 (2021: 1,2) Mio. EUR und Erträge aus der Auflösung von Forderungswertberichtigungen von 1,5 (2021: 2,5) Mio. EUR sowie Aufwendungen aus der Ausbuchung von Forderungen in Höhe von 0,1 (2021: 0,4) Mio. EUR. Bei den ausgebuchten Forderungen handelt es sich um uneinbringliche Forderungen, welche im Einzelnen jeweils unwesentlich sind. 27 Sonstige Aufwendungen
Im Aufwand für Miete und Leasing sind Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen in Höhe von 1,9 Mio. EUR (2021: 1,8 Mio. EUR) sowie Aufwendungen für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte in Höhe von 0,6 Mio. EUR (2021: 0,5 Mio. EUR) enthalten. Insgesamt betragen die Zahlungsmittelabflüsse aus Leasingverbindlichkeiten 32,7 (2021: 30,4) Mio. EUR. Die übrigen sonstigen Aufwendungen umfassen eine Vielzahl von Aufwendungen, deren Wertansätze im Einzelnen nur von untergeordneter Bedeutung sind. 28 Finanzergebnis
Die Finanzierungsaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,8 (2021: 1,6) Mio. EUR, die Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von 1,7 (2021: 0,9) Mio. EUR sowie Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1,5 (2021: 0,9) Mio. EUR. Bei den Finanzierungserträgen in Höhe von 1,1 (2021: 2,3) Mio. EUR handelt es sich im Wesentlichen um die Auflösung von Rückstellungen. Zinsaufwendungen und -erträge wurden nach der Effektivzinsmethode berechnet. 29 Ertragsteuern
Für die Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird für das Geschäftsjahr 2022 ein Gesamtsteuersatz von 29,1 (2021: 29,1) % zugrunde gelegt. Dieser ergibt sich auf Basis eines Körperschaftsteuersatzes von 15,0 (2021: 15,0) % des Solidaritätszuschlags von 5,5 (2021: 5,5) % und eines durchschnittlichen Gewerbesteuersatzes von 13,3 (2021: 13,3) %. 30 Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je AktieUm das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird das den Aktionären der PAUL HARTMANN AG zustehende Konzernergebnis durch die Anzahl (gewichteter Durchschnitt) der während des Jahres im Umlauf befindlichen Stammaktien geteilt. Von Konzerngesellschaften gehaltene Stammaktien werden dabei nicht berücksichtigt. Das Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis. Erläuterungen zur SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung wurde nach dem Standard IFRS 8 "Geschäftssegmente" aufgestellt. Im Wesentlichen weisen diese Geschäftssegmente vergleichbare wirtschaftliche Merkmale, sowie eine ähnliche langfristige Ertragsentwicklung im Sinne des IFRS 8.12 auf. Die vier Segmente sind: Wundversorgung, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Komplementäre Divisionen der Gruppe. Die Auswahl der Segmente erfolgte entsprechend der Unternehmenssteuerung der HARTMANN GRUPPE. Im Jahr 2022 hat die HARTMANN GRUPPE die interne Berichtsstruktur weiterentwickelt. Dementsprechend wurde in der Segmentberichterstattung die Allokation und die Vorjahreszahlen angepasst. Im Segment Wundversorgung konzentriert sich HARTMANN auf Verbandsmaterialien und Lösungen zur Wundheilung. Dabei bietet HARTMANN ein breites Spektrum an traditionellen und modernen Wundauflagen. Letztere umfassen u. a. eine neue Reihe silikonbeschichteter, hautschonender Wundauflagen, die superabsorbierenden Wundauflagen der Zetuvit® PlusFamilie, die post-operativen Wundverbände von Cosmopor® sowie das etablierte Behandlungskonzept HydroTherapy. Im Segment Inkontinenzmanagement liegt der Schwerpunkt auf körpernahen aufsaugenden Produkten für unterschiedliche Schweregrade der Inkontinenz. Hierzu zählen u. a. MoliCare® Mobile, MoliCare® Elastic und MoliCare® Premium Form. In dieses Segment fallen außerdem Produkte für Patientenhygiene und speziell auf Inkontinenz abgestimmte Hautpflege. Das Segment Infektionsmanagement umfasst die Divisionen Risikoprävention und Desinfektion. Für die Risikoprävention führt das Unternehmen neben kundenspezifischen, sterilen Komponenten-Sets (CombiSet®, MediSet®) auch ein breites Portfolio an Untersuchungshandschuhen (Peha-soft®) und Produkten für den OP-Bedarf. Letzteres beinhaltet unter anderem Einweginstrumente sowie Bekleidungs- und Abdeckmaterialien. In der Division Desinfektion entwickelt und produziert HARTMANN Produkte zur Hände- und Flächendesinfektion zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Zum Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe gehören die Konzerngesellschaften KNEIPP, CMC und KOB. Unter dem Markenkern "Glück, das wirkt" vermarktet die KNEIPP-Gruppe Körperpflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel. Über die CMC-Gruppe werden hauptsächlich Handelsmarken in den Bereichen Kosmetik, Baumwolle, Medikal, Baby und häusliche Pflege vertrieben. Die KOB-Gruppe ist Experte für medizinische Textilien. Hierzu zählen u. a. Kompressions-, Fixier-, Stütz- und Entlastungsverbände. Im Jahr 2022 sind wie im Vorjahr alle Kosten der Konzernführung, der Ergebnisbeitrag der Servicebereiche sowie Effekte aus Konsolidierungsvorgängen im bereinigten EBITDA enthalten. Die Segmentumsatzerlöse stammen ausschließlich aus Geschäftsvorfällen mit externen Kunden. Die Investitionen beziehen sich auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG NACH REGIONEN
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG NACH GESCHÄFTSSEGMENTEN
Sonstige ErläuterungenFinanzinstrumente und finanzielles Risikomanagement Finanzielle RisikofaktorenDurch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf ausgerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen. Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien der PAUL HARTMANN AG durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risikokomitee vorgegeben wird. Diese wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie steuert das Gesamtverlust-limit aus Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken im Verhältnis zum geplanten Ergebnis vor Steuern. Daraus werden für Einzelrisiken spezifische Sicherungsstrategien vorgegeben. Die PAUL HARTMANN AG identifiziert die Finanzrisiken, bewertet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungsquoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab. MarktpreisrisikenWährungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken werden durch eine Value-at-Risk-Berechnung gemessen. Auf Basis historischer Daten und Volatilitäten sowie einer Haltedauer von 252 Tagen wird eine Normalverteilung berechnet. Das Konfidenzniveau wird mit 95 % angesetzt. Dies bedeutet, dass der Wertverlust des entsprechenden Risikoportfolios im folgenden Geschäftsjahr mit dieser Wahrscheinlichkeit nicht über den folgenden Beträgen liegen wird:
Diese Werte werden dem bereinigten EBITDA der HARTMANN GRUPPE gegenübergestellt, um ihre Bedeutung für die Ertragssituation einzuschätzen. Es werden dabei Limits für Währungs- und Rohstoffpreisrisiken festgelegt, bei deren Überschreitung im Rahmen der Risikopolitik definierte Maßnahmen und Berichtspflichten ausgelöst werden. Gleiches gilt für etwaige Zinsrisiken, welche durch die Konzerngesellschaften rechtzeitig gemeldet werden und bei signifikanten Auswirkungen anschließend, durch im Rahmen der Risikopolitik festgelegten Maßnahmen, reduziert werden. WährungsrisikenDie HARTMANN GRUPPE ist international tätig und daher in verschiedenen Währungen einem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Die PAUL HARTMANN AG sichert die Währungsexposures im Rahmen der Risikostrategie durch den Abschluss von Devisentermingeschäften, -optionen und -swaps ab. Die HARTMANN GRUPPE hat zum Bilanzstichtag für das Geschäftsjahr 2023 50% (2022: 54%) ihres geplanten Nettobedarfs an US-Dollar durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Der Nettobedarf an US-Dollar besteht im Wesentlichen aus dem geplanten Bedarf an Rohstoffen und Handelswaren, sowie gegenläufigen US-Dollar Eingängen im Konzern. Darüber hinaus wurden Nettopositionen in weiteren Währungen abgesichert. ZinsrisikenDie HARTMANN GRUPPE hält keine wesentlichen variabel verzinslichen Vermögenswerte. Zum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 155,4 (2021: 2,8) Mio. EUR im Wesentlichen durch Inanspruchnahme des syndizierten Kredits. Davon sind 30 Mio. EUR durch Zinsswaps gesichert. RohstoffrisikenDas größte Einzelexposure betrifft den Rohstoff Flusen Zellstoff, der im Jahr 2023 zu 51% (2022: 83%) durch Vereinbarung von Fixpreisanteilen in den Lieferantenverträgen gedeckt ist. Rohstoffswaps auf den RISI-Index bestehen nicht. Für weitere Rohstoffe in der HARTMANN GRUPPE werden zum Teil ebenfalls Festpreiskontrakte mit Lieferanten und Rohstoffswaps abgeschlossen. Die Möglichkeiten sind jedoch aufgrund der hohen Illiquidität der entsprechenden Märkte stark begrenzt. AusfallrisikenDas theoretisch maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte entspricht grundsätzlich den Buchwerten der betreffenden finanziellen Vermögenswerte gegenüber den Vertragspartnern. Die in der HARTMANN GRUPPE größte Kategorie, welcher Ausfallrisiken unterliegt, sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Transaktionen mit Finanzderivaten werden nur mit Kernbanken oder vergleichbaren Partnerbanken geschlossen, deren Rating regelmäßig überprüft wird. Es liegt keine Konzentration von Ausfallrisiken vor. Für mögliche Ausfälle bei finanziellen Vermögenswerten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wurden in angemessenem Umfang Wertberichtigungen gebildet, welche unter Tz. 9 genauer erläutert werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 153,0 (2021: 159,8) Mio. EUR versichert. Im Geschäftsjahr wurden Zahlungskonditionen für Forderungen in Höhe von 1,5 (2021: 2,0) Mio. EUR neu verhandelt. Nach unserer Erwartung werden noch nicht bonitätsbeeinträchtige Forderungen von unseren Schuldnern ausgeglichen. Für einige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erlangt der Konzern Sicherheiten in Form von Bürgschaften und Garantien, auf die bei Zahlungsverzug zurückgegriffen werden kann. Die Ermittlung der Bruttobuchwerte nach Ausfallrisikoklassen wurde im Konzern zum einen aus systembasierten und mittels Scoring Cards definierten Risikoklassen übertragen. Zum anderen wurden Bruttobuchwerte mittels Überfälligkeiten unter Berücksichtigung erwarteter Kreditverluste den Risikoklassen zugeordnet. Hierbei wurde mit steigender Überfälligkeit eine sich erhöhende Ausfallrisikoklasse angenommen, sofern eine individuelle Kreditrisikobeurteilung keine besseren Erkenntnisse ergeben hat. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Bruttobuchwerte nach Ausfallrisiko-Ratingklassen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bewertet nach dem vereinfachten Ansatz, und der sonstigen Forderungen, bewertet nach dem allgemeinen Ansatz, zum 31. Dezember:
Bei sonstigen Forderungen der Stufe 1 wird das Kreditrisiko für die nächsten zwölf Monate bemessen, bei sonstigen Forderungen der Stufe 2 über die Gesamtlaufzeit. Sonstige Forderungen in der Stufe 3 gelten als bonitätsbeeinträchtigt. Im Rahmen des Kreditrisikomanagements wurden alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte und Zahlungsmittel bezüglich ihres Ausfallrisikos der Stufe 1 zugeordnet. Das Kreditrisiko wurde dabei für die nächsten zwölf Monate bemessen. Bruttobuchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 0,2 (2021: 0,2) Mio. EUR sind als gering risikobehaftet anzusehen, Bruttobuchwerte der Zahlungsmittel in Höhe von 107,8 (2021: 150,9) Mio. EUR sind ebenfalls als gering risikobehaftet zu beurteilen. LiquiditätsrisikenZu einem vorausschauenden Liquiditätsrisikomanagement gehören die Verfügbarkeit eines ausreichenden Bestands an Zahlungsmitteln, marktfähigen Wertpapieren oder von ausreichenden Kreditlinien sowie die Fähigkeit, Marktpositionen glatt zu stellen. Die HARTMANN GRUPPE hat die Flexibilität im finanziellen Bereich vor allem durch eine syndizierte Kreditlinie mit einem Gesamtvolumen von 250 (2021: 250) Mio. EUR gesichert. Der syndizierte Kredit wurde zum Bilanzstichtag mit 132 Mio. EUR in Anspruch genommen. Die Verbindlichkeiten aus dem syndizierten Kredit sind als langfristig zu klassifizieren. In Verbindung mit weiteren bilateralen Kreditlinien steht der HARTMANN GRUPPE damit ausreichend Liquidität zur Verfügung, um ihre finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten und der derivativen Finanzinstrumente mit negativem Fair Value ersichtlich:
KapitalrisikenDie Ziele der HARTMANN GRUPPE im Hinblick auf die Kapitalausstattung liegen zum einen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, um den Anteilseignern weiterhin Dividenden und den anderen Interessenten die ihnen zustehenden Leistungen bereitzustellen. Zum anderen soll die Aufrechterhaltung einer angemessenen Eigenkapitalquote gewährleistet sein. Die HARTMANN GRUPPE überwacht ihr Kapital auf Basis der Eigenkapitalquote, berechnet aus dem Verhältnis vom bilanzierten Eigenkapital zur Bilanzsumme. Auch zukünftig strebt die HARTMANN GRUPPE eine Aufteilung zwischen Eigen- und Fremdkapital an, die es ermöglicht, die Wachstumsstrategie (sowohl organisch als auch durch Akquisitionen) fortzuführen.
Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenIn den nachfolgenden Tabellen wird die Überleitung der Bilanzposten zu den Klassen nach IFRS 7 vorgenommen, unterteilt nach den Bilanzbuchwerten und Fair Values der Finanzinstrumente im Anwendungsbereich. Die Fair Values von den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten werden durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines im Risikoprofil und Laufzeit entsprechenden Marktzinses ermittelt. Bei den kurzfristigen Bilanzpositionen wird hierbei aus Wesentlichkeitsgründen der Fair Value dem Bilanzwert gleichgesetzt. Insofern erfolgt auch keine Zuordnung der kurzfristigen Bilanzpositionen zu Bewertungsstufen gemäß IFRS 13. Für Leasingverbindlichkeiten ist gemäß IFRS 7 kein Fair Value anzugeben. Umklassifizierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten wurden nicht vorgenommen.
In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Marktparametern ordnet die HARTMANN GRUPPE die Fair Values der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gemäß IFRS 13.93 den drei Stufen der Fair Value-Hierarchie zu. Diese Stufen sind wie folgt definiert: Stufe 1: Bewertungen anhand von notierten Marktpreisen für gleichartige Finanzinstrumente, die aus einem aktiven Markt bekannt sind. Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten Marktpreise aus aktiven Märkten handelt, die entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind. Stufe 3: Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Inputdaten zugrunde liegen. Treten Umstände ein, die eine veränderte Einstufung erfordern, werden die betroffenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten halbjährlich neu zugeordnet. In den Geschäftsjahren 2021 und 2022 erfolgten keine Stufentransfers von Finanzinstrumenten. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der zum Fair Value bewerteten Instrumente in Stufe 3 für das am 31. Dezember beendete Jahr.
Die Rohstoffabsicherung in der HARTMANN GRUPPE erfolgt auf Märkten mit geringer Liquidität. Sowohl die Grundgeschäfte als auch die Sicherungsgeschäfte basieren auf Indizes ohne beobachtbare Forwardkurven und werden deshalb der Stufe 3 zugeordnet. Zur Bewertung der Sicherungsgeschäfte ermittelt das Unternehmen die zukünftigen Zahlungsströme mithilfe einer flachen Forwardkurve und diskontiert sie mit der währungs- und laufzeitadäquaten Zinskurve. Eine unterstellte Änderung der Indizes von ±10 % würde eine Änderung des Fair Values in Höhe von ca. ± 4,5 (2021: 4,6) Mio. EUR hervorrufen. Die Zinssicherungen in der HARTMANN GRUPPE erfolgen über Zinsswaps, das Grundgeschäft bildet hier die Inanspruchnahme aus der syndizierten Kreditlinie über 250 Mio. EUR. Eine unterstellte Änderung der Zinskurve um ±150 Basispunkte würde eine Änderung des Fair Values in Höhe von ±0,9 (2021: n. a.) Mio. EUR hervorrufen. Die folgende Tabelle stellt die berücksichtigten Nettogewinne oder -Verluste von Finanzinstrumenten anhand der Bewertungskategorien des IFRS 9 dar (ohne derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind):
Die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten Fair-Value-Veränderungen bei Derivaten in Höhe von 1,8 (2021: 2,7) Mio. EUR. Die Nettogewinne bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhalten Nettoverluste aus Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 0,9 (2021: Nettogewinn in Höhe von 0,9) Mio. EUR sowie nach der Effektivzinsmethode ermittelte Gesamtzinserträge in Höhe von 1,8 (2021: 4,4) Mio. EUR. Des Weiteren sind Nettoverluste aus Währungsumrechnung in Höhe von 0,1 (2021: 0,0) Mio. EUR enthalten. Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind Nettogewinne aus Währungsumrechnung in Höhe von 3,9 (2021: Nettoverluste in Höhe von 0,2) Mio. EUR sowie nach der Effektivzinsmethode ermittelte Gesamtzinsaufwendungen in Höhe von 1,5 (2021: 1,0) Mio. EUR enthalten. Die folgende Tabelle zeigt die Angaben zur Saldierung für das am 31. Dezember 2021 beendete Jahr:
Die folgende Tabelle zeigt die Angaben zur Saldierung für das am 31. Dezember 2022 beendete Jahr:
Aufgrund des deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte in Verbindung mit ISDA-Agreements können Derivate im Insolvenzfall verrechnet werden. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten die Wertminderungen und werden mit Abgrenzungen für Kundenboni gemäß IAS 32 bilanziell saldiert. Derivative FinanzinstrumenteCash-Flow HedgesDerivative Finanzinstrumente werden in der HARTMANN GRUPPE zur Reduzierung des Währungs- und Rohstoffrisikos und seit dem Berichtsjahr 2022 auch zur Reduzierung des Zinsrisikos eingesetzt. Im Rahmen von Hedge Accounting werden eine Vielzahl von Derivaten als Sicherungsgeschäfte designiert. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Devisensicherungsgeschäfte im Rahmen von Hedge Accounting zum 31. Dezember 2021, wobei die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts als Basis für Ineffektivitäten betrachtet werden: Entscheidend für die Anwendung von Hedge Accounting ist ein maßgeblich wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen dem Grund- und Sicherungsgeschäft, sowie dem Grundsatz, dass die bilanzielle Hedge Ratio der wirtschaftlichen Hedge Ratio entspricht. Zum Zeitpunkt der Bewertung ist der Einfluss des Kreditrisikos nachweislich unwesentlich. Es bestanden, wie im Vorjahr, keine nennenswerten Ineffektivitäten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rohstoffsicherungsgeschäfte im Rahmen von Hedge Accounting zum 31. Dezember 2021, wobei die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts als Basis für Ineffektivitäten betrachtet werden:
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Devisensicherungsgeschäfte im Rahmen von Hedge Accounting zum 31. Dezember 2022, wobei die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts als Basis für Ineffektivitäten betrachtet werden. Die Wertänderung des Sicherungsgeschäftes entspricht der Änderung in der Cash-Flow Hedge-Rücklage:
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Rohstoffsicherungsgeschäfte im Rahmen von Hedge Accounting zum 31. Dezember 2022 wobei die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts als Basis für Ineffektivitäten betrachtet werden:
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Zinssicherungsgeschäfte im Rahmen von Hedge Accounting zum 31. Dezember 2022 wobei die Wertänderungen des Grund- und Sicherungsgeschäfts als Basis für Ineffektivitäten betrachtet werden:
Die Rohstoffsicherungsgeschäfte haben jeweils eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die PAUL HARTMANN AG hat zur Sicherung des Cash-Flow-Risikos von geplanten Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Termingeschäfte abgeschlossen. Ziel ist die Absicherung schwankender Währungskurse und dadurch die Begrenzung des Risikos schwankender zukünftiger Euro-Gegenwerte beim Kauf beziehungsweise Verkauf der Fremdwährung. Cash-Flow-Risiken aus schwankenden Preisen von geplanten Rohstoffeinkäufen werden mit Swaps oder Festpreisvereinbarungen mit Lieferanten abgesichert. Ziel ist die Absicherung schwankender Rohstoffpreise und dadurch die Begrenzung des Risikos schwankender zukünftiger Kaufpreise. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der Cash-Flow Hedges im Eigenkapital:
Ungewisse zukünftige EreignisseZum 31. Dezember 2022 bestanden im Konzern Eventualverbindlichkeiten in Form von Garantien und ähnlichen Verpflichtungen aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb. Es wird angenommen, dass daraus keine Zahlungsverpflichtungen entstehen. Angaben zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der HARTMANN GRUPPE im Laufe des Berichtsjahrs durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Dabei sind die Zahlungsströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der operative Cash-Flow reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 131,6 Mio. EUR auf -1,0 Mio. EUR. Dieser Rückgang resultiert aus dem im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Ergebnis sowie der höheren Kapitalbindung im Working Capital. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit lag bei 114,6 (2021: 176,9) Mio. EUR und reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 62,3 Mio. EUR. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf der im Vorjahr getätigten Auszahlung für den Erwerb der Anteile an der web care LBJ GmbH. Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit lag bei 69,6 (Vorjahr: Mittelabfluss in Höhe von 62,3) Mio. EUR. Die Erhöhung um 131,9 Mio. EUR ist größtenteils auf die gestiegenen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen. Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Entwicklung der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten mit Zahlungen im Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit:
Die Gesamtsumme des oben ausgewiesenen Cash-Flows entspricht dem Saldo der Zeilen Einzahlungen aus der Aufnahme und Auszahlungen für die Tilgung von kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie Auszahlungen für Zinsen in der Kapitalflussrechnung der HARTMANN GRUPPE. Die sonstigen nicht zahlungswirksamen Veränderungen betreffen im Wesentlichen die Leasingbilanzierung nach IFRS 16. Veränderung im Konsolidierungskreis sowie UnternehmenszusammenschlüsseZum 31. Dezember 2022 wurden in den Konzernabschluss neben der PAUL HARTMANN AG 15 (2021: 17) inländische und 61 (2021: 61) ausländische Tochterunternehmen einbezogen. Eine weitere Gesellschaft wurde nach der Equity-Methode bewertet. Bei dieser Gesellschaft handelt es sich um ein assoziiertes Unternehmen. An der IVF HARTMANN Holding AG, Neuhausen/Schweiz wurden für 17,9 Mio. EUR weitere 5,8% der bisher von den Minderheitsgesellschaftern gehaltenen Anteile erworben. Die Verminderung der nicht beherrschenden Anteile von bisher 33,7 % auf 27,9 % führt im Eigenkapital zu einer Reduzierung der Buchwerte der nicht beherrschenden Anteile um 7,5 Mio. EUR. Der Überschuss der gezahlten Leistung von 10,3 Mio. EUR wurde im Eigenkapital erfasst. Am 22. Januar 2021 hat die HARTMANN GRUPPE 100% der Anteile an der web care LBJ GmbH mit Sitz in Hamburg erworben. Für detaillierte Angaben zum Erwerb verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Es ergaben sich keine Änderungen der Vermögenswerte und Schulden im Vergleich zu der vorläufigen Kaufpreisallokation. Darüber hinaus erfolgten im Berichtszeitraum Verschmelzungen von Gesellschaften, welche für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung sind. Wesentliche BeschränkungenBeschränkungen der Möglichkeit des Zugangs zu Vermögenswerten der HARTMANN GRUPPE bestehen zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen im Zusammenhang mit lokalen Devisenverkehrsbeschränkungen in diversen Ländern. AUFSTELLUNG ÜBER DEN ANTEILSBESITZ
1 At-Equity konsolidierte Gesellschaft
Ereignisse nach dem BilanzstichtagIm Januar 2023 hat die HARTMANN GRUPPE sämtliche Anteile an der Zentral-Apotheke Neuhausen AG mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall, Schweiz, erworben. Dieses Ereignis hat keinen Einfluss auf den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022. Darüber hinaus ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 geführt hätten. Dividende je AktieAuf der Hauptversammlung am 28. April 2023 wird eine Dividende von 8,00 EUR je Stückaktie vorgeschlagen. Dividendenberechtigt sind 3.551.742 Aktien. Die Gewinnausschüttung beläuft sich damit auf 28,4 Mio. EUR. Diese Dividende ist im vorliegenden Konzernabschluss als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Erfassung der Dividendenverbindlichkeit erfolgt im Geschäftsjahr 2023. Die Dividende im Vorjahr betrug 28,4 Mio. EUR (8,00 EUR je Aktie). Transaktionen mit nahestehenden Personen und UnternehmenAls nahestehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24 ("Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen") müssen Personen und Unternehmen, welche die HARTMANN GRUPPE beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden. Die Angabepflicht erstreckt sich hierbei auch auf Personen, die unmittelbar oder mittelbar einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der HARTMANN GRUPPE ausüben, einschließlich deren engerer Familienangehörigen oder zuzurechnender Unternehmen. Ein maßgeblicher Einfluss auf die HARTMANN GRUPPE kann durch einen Anteilsbesitz von 20 % oder mehr beziehungsweise einen Sitz im Vorstand oder Aufsichtsrat begründet werden. Berichtspflichtige Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen, insbesondere Beratungs- und Vermittlungsleistungen, wurden nicht unterhalten. Im Zuge der Konsolidierung werden Geschäftsvorfälle zwischen den Konzerngesellschaften der HARTMANN GRUPPE eliminiert. Darüber hinaus existieren keine wesentlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen außerhalb des Konsolidierungskreises. Mit dem assoziierten Unternehmen, das nach der Equity-Methode bilanziert wurde, wurden Transaktionen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit vorgenommen. Die Auswirkungen bei diesen Gesellschaften im Berichts- und Vorjahr gestalten sich wie folgt:
Aufsichtsrat und VorstandBezüge des AufsichtsratsDie Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG beträgt 1,0 (2021: 1,0) Mio. EUR. Darüber hinaus haben Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat Vergütungen für die Ausübung ihrer hauptberuflichen Tätigkeit im Unternehmen in Höhe von 0,4 (2021: 0,5) Mio. EUR bezogen. Bezüge des VorstandsDie Höhe der Vorstandsvergütung richtet sich nach den Rollen des einzelnen Vorstandsmitglieds, der wirtschaftlichen Lage, seinen persönlichen Leistungen, der Entwicklung und der Zukunftsaussichten der HARTMANN GRUPPE sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Gesamtvergütung setzt sich aus einem fixen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die festen Vergütungen und noch bis einschließlich des Geschäftsjahres 2021 teilweise die auf eine mehrjährige Bemessungsgrundlage bezogenen variablen Vergütungsanteile weisen betragsmäßig Höchstgrenzen aus. Hinsichtlich der weiteren variablen Vergütungsanteile erfolgt eine Beschränkung des Anspruchs der Vorstandsmitglieder dadurch, dass eine Obergrenze des Zielwertes enthalten ist. Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Berichtsjahr beliefen sich im Konzern auf 4,9 (2021: 6,0) Mio. EUR. Davon beträgt der variable Anteil 2,1 (2021: 2,9) Mio. EUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind insgesamt 9,5 (2021: 11,1) Mio. EUR zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands betrugen für das Berichtsjahr 0,8 (2021: 0,9) Mio. EUR. Honorare des AbschlussprüfersDie Honorare des Abschlussprüfers betrugen im Berichtsjahr insgesamt 0,7 (2021: 0,5) Mio. EUR. Dabei entfielen0,5 (2021: 0,4) Mio. EUR auf Prüfungshonorare und 0,1 (2021: 0,1) Mio. EUR auf prüfungsnahe Dienstleistungen. Des Weiteren fielen im Berichtsjahr Steuerberatungshonorare in Höhe von 0,1 Mio. EUR an, während in 2021 Steuerberatungshonorare in geringfügiger Höhe anfielen. Freigabe des KonzernabschlussesDer Konzernabschluss wurde am 23. Februar 2023 vom Vorstand zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben.
PAUL HARTMANN AG Fünfstück Georgelin Grote Müller KonzernlageberichtGRUNDLAGEN DES KONZERNSGeschäftsaktivitäten im ÜberblickDie HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Systemlösungen für Medizin und Pflege sowie unterstützenden Dienstleistungen. Konsumentennahe medizinische Sortimente, Pflege- und Kosmetikprodukte ergänzen das Kernportfolio. Entsprechend der internen Steuerung strukturiert HARTMANN seine Aktivitäten in Geschäftssegmente und Divisionen. Die übergeordneten Segmente sind nach den Schwerpunkten in "Wundversorgung", "Inkontinenzmanagement", "Infektionsmanagement" und "Komplementäre Divisionen der Gruppe" gegliedert. Im Segment Wundversorgung konzentriert sich HARTMANN auf Verbandsmaterialien und Lösungen zur Wundheilung. Dabei bietet HARTMANN ein breites Spektrum an traditionellen und modernen Wundauflagen. Letztere umfassen u. a. eine neue Reihe silikonbeschichteter, hautschonender Wundauflagen, die superabsorbierenden Wundauflagen der Zetuvit® Plus-Familie, die post-operativen Wundverbände von Cosmopor® sowie das etablierte Behandlungskonzept HydroTherapy. Im Bereich der traditionellen Wundversorgung ist HARTMANN marktführend in Europa. Im Segment Inkontinenzmanagement liegt der Schwerpunkt auf körpernahen aufsaugenden Produkten für unterschiedliche Schweregrade der Inkontinenz. Hierzu zählen u. a. MoliCare® Mobile, MoliCare® Elastic und MoliCare® Premium Form. In dieses Segment fallen außerdem Produkte für Patientenhygiene und speziell auf Inkontinenz abgestimmte Hautpflege. Das Segment Infektionsmanagement umfasst die Divisionen Risikoprävention und Desinfektion. Für die Risikoprävention führt das Unternehmen neben kundenspezifischen, sterilen Komponenten-Sets (CombiSet®, MediSet®) auch ein breites Portfolio an Untersuchungshandschuhen (Peha-soft®) und Produkten für den OP-Bedarf. Letzteres beinhaltet u. a. Einweginstrumente, Bekleidungs- und Abdeckmaterialien. In der Division Desinfektion entwickelt und produziert HARTMANN Produkte zur Hände- und Flächendesinfektion zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Hierzu zählt das mehrfach als Marke des Jahrhunderts ausgezeichnete Desinfektionsmittel Sterillium®. Sterillium® Protect & Care ist auch für Endverbraucher erhältlich. Zum Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe gehören die Konzerngesellschaften KNEIPP CMC und KOB. Unter dem Markenkern "Glück, das wirkt" vermarktet die KNEIPP-Gruppe Körperpflegeprodukte, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel. Über die CMC-Gruppe werden hauptsächlich Handelsmarken in den Bereichen Kosmetik, Baumwolle, Medikal, Baby und häusliche Pflege vertrieben. Die KOB-Gruppe ist Experte für medizinische Textilien. Hierzu zählen u. a. Kompressions-, Fixier-, Stütz- und Entlastungsverbände. HARTMANN GRUPPE weltweitDie Firmengeschichte von HARTMANN reicht mehr als 200 Jahre zurück. Heute ist das Unternehmen, wesentlich im europäischen Markt, einer der führenden Anbieter. Weltweit verfügt HARTMANN in 36 Ländern über eigene Gesellschaften. HARTMANN produziert und vertreibt sein vielfältiges Produkt- und Serviceportfolio an Dienstleister in mehr als 130 Ländern. Die Vertriebsregionen sind in der Finanzberichterstattung gegliedert in den Heimatmarkt Deutschland, EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika), Americas und APAC (Asien, pazifischer Raum). Die Produktionsstandorte befinden sich u. a. in Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien, Polen (Produktionsstart 2023) und der Schweiz sowie in Russland, Indien und der Türkei. Kundenzentrierte globale OrganisationsstrukturDie Organisationsstruktur von HARTMANN ermöglicht eine zielgruppenspezifische und kundennahe Gestaltung des Produkt-, Fortbildungs- und Serviceportfolios. Dies fördert nachhaltiges Wachstum. Die Konzernaktivitäten werden durch die PAUL HARTMANN AG und deren Funktionsbereiche gesteuert. Der Vorstand bestimmt die Konzernstrategie und übernimmt die Steuerung der Divisionen, Funktionen, Regionen und Gesellschaften. Die Divisionen legen das Produkt-, Fortbildungs- und Dienstleistungsportfolio fest. Zudem koordinieren sie die Produktionsaktivitäten ihres Bereiches. Generell wurden geschäftsnahe Funktionsbereiche strukturell noch stärker an den Divisionen ausgerichtet. Kundensegmente und VertriebskanäleDen Schwerpunkt der medizinischen Sortimente bilden zum einen Systemangebote für professionelle Anwender in Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflege- und Altenheimen sowie im Sanitätsfachhandel, zum anderen Produkte für die häusliche Pflege. Das Portfolio von HARTMANN basiert auf fundiertem medizinischem Wissen, langjähriger Erfahrung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse, Anforderungen und Arbeitsabläufe der unterschiedlichen Kunden. Um die umfassende und kostengünstige Versorgung mit Medizin- und Pflegeprodukten sicherzustellen, kooperiert HARTMANN mit den Trägern der Gesundheitssysteme, dem Sanitätsfachhandel und den Apotheken. Zusätzlich zu den medizinischen Sortimenten für professionelle Zielgruppen (Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser) führt HARTMANN Medizin- und Pflegesortimente für Endverbraucher. Diese vertreibt das Unternehmen vorrangig über Apotheken, den Sanitätsfachhandel, Online-Kanäle und vereinzelt über Drogerien. Damit trägt HARTMANN der gestiegenen Bedeutung des Markts für Selbstzahler Rechnung. Strategischer FokusHARTMANN hat 2019 die Strategie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Sicherung einer führenden Marktposition in den drei Kernsegmenten Wundversorgung, Inkontinenz- und Infektionsmanagement neu definiert und für deren Umsetzung ein Transformationsprogramm begonnen. Mit dieser Strategie adressiert HARTMANN die Herausforderungen und Opportunitäten der Märkte. Der strukturelle Wandel der Gesundheitsmärkte ist neben dem demografischen Wandel bestimmt von einem wachsenden Druck auf öffentliche Gesundheitsbudgets, einem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck, Konsolidierungen sowie erhöhten regulatorischen Anforderungen. Der Russland-Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie haben diese Trends teilweise verstärkt. Mit der konsequenten Umsetzung der Strategie stärkt HARTMANN seine Marktposition und schafft die Voraussetzungen dafür, die Chancen der Branchentransformation zum Vorteil für Kunden, Aktionäre und Mitarbeitende zu nutzen. Die Strategie verfolgt im Wesentlichen vier Ziele: eine erhöhte Innovationsrate, eine signifikante Verbesserung der Kostenposition entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die Entwicklung digitaler Services und Geschäftsmodelle sowie eine wesentlich stärkere Ausrichtung der Kerngeschäftsfelder auf attraktive Marktsegmente. HARTMANN investiert dabei gezielt in ein langfristig profitables Wachstum. Hierfür nimmt das Unternehmen vorübergehende Ergebnisbeeinträchtigungen in Kauf. Das Transformationsprogramm leistet bereits einen spürbar positiven Beitrag zum Konzernergebnis. Im Segment der Wundversorgung hat sich HARTMANN das Ziel gesetzt, seine Marktposition als einer der führenden Anbieter von traditionellen Verbandstoffen zu festigen und die Position im Bereich von Lösungen für moderne Wundversorgung weiter auszubauen. Dabei setzt das Unternehmen als Basis auf Silikon als zukunftsweisende Technologie. Die Akquisition des Silikon-Spezialisten Advanced Silicone Coating S.A.S., die Investition in neue Maschinen für silikonbeschichtete Wundauflagen sowie eine Reihe von Produkteinführungen unterstreichen diesen Anspruch. Im Segment Inkontinenzmanagement will HARTMANN im Kerngeschäft mit Pflegeeinrichtungen ebenso wie in der häuslichen Versorgung und dem wachsenden Markt der selbstzahlenden Endverbraucher nachhaltig wachsen. Das Unternehmen setzt auf digitale Geschäftsmodelle, die Modernisierung von Infrastruktur und Produktionsanlagen sowie Produktinnovationen, wie die 2022 eingeführte MoliCare® Premium Form mit neuer Saugkörpertechnologie. Im Segment Infektionsmanagement nimmt HARTMANN aufgrund seines umfangreichen Lösungs- und Produktportfolios eine führende Rolle bei der Infektionsprävention und der Krankenhaushygiene ein. Um diese Position europaweit auszubauen, arbeitet HARTMANN u. a. eng mit Kliniken und Hygieneinstituten zusammen. Ein Ergebnis aus dieser Zusammenarbeit ist die Initiative Mission: Infection Prevention. Damit unterstützt HARTMANN seine klinischen Kunden bei der Optimierung von Hygieneprozessen und Präventionsmaßnahmen. Darüber hinaus setzt die Division Risikoprävention verstärkt auf Lösungen, die sich an den Kundenanforderungen bei der Prozessoptimierung von Operationen und Behandlungen im stationären und ambulanten Bereich ausrichten. Die Division Desinfektion legt den Fokus auf den klinischen Sektor und intensiviert darüber hinaus die Zusammenarbeit mit Apotheken. Ziel ist es, die Chancen zu nutzen, die sich durch ein gestiegenes Hygienebewusstsein der Endverbraucher ergeben. Zudem steigern neue, moderne Produktionsanlagen und Gebäude am Standort Hamburg die Produktionskapazität und die Produktivität der Division. Produktentwicklung für effiziente und effektive LösungenIn Summe wendete das Unternehmen im Berichtsjahr 82,3 Mio. EUR für Forschung & Entwicklung (F&E) auf, gegenüber 75,2 Mio. EUR im Vorjahr. HARTMANN entwickelte die interne Berichtsstruktur bei F&E im Jahr 2022 weiter und ordnete die Kosten in diesem Bereich neu. Die Produktentwicklung zielt darauf ab, Kundenmehrwerte in den folgenden fünf Kategorien zu schaffen: klinisch, operativ (Arbeitsabläufe), geschäftlich, für Patienten und für den Umweltschutz. HARTMANN bietet Lösungen, die sich nach modernsten medizinischen Standards in der Patientenversorgung richten und gleichzeitig den Forderungen nach Kosteneffizienz in den Gesundheitssystemen gerecht werden. HARTMANN setzt auf ein breit gefächertes, internationales Kompetenznetzwerk und arbeitet dabei eng mit seinen Kunden in Medizin und Pflege zusammen, um deren Bedürfnisse hinsichtlich der Entwicklung von Produkteigenschaften und -anwendungen sowie für die berufliche Weiterbildung zu verstehen. Darüber hinaus steht das Unternehmen mit führenden Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen in engem Austausch, um in seinen Technologiefeldern richtungsweisende Lösungen zu erarbeiten und zu erproben. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENWeltweites Wirtschaftswachstum trotz KrisenDie deutsche Wirtschaft hat sich im Jahr 2022 gut behauptet. Trotz des Russland-Ukraine-Kriegs, des Anstiegs der Energiepreise, der verschärften Lieferengpässe, des Fachkräftemangels und der weiterhin vorherrschenden Corona-Pandemie ist das Bruttoinlandsprodukt laut Statistischem Bundesamt real um 1,9 % gewachsen. Stabilisierend wirkte vor allem der private Konsum. Die EU-Kommission geht für das Jahr 2022 von einem realen Wirtschaftswachstum von 3,2 % für die Eurozone aus. Weltweit rechnet der Internationale Währungsfonds für 2022 mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 3,4 %. Rohstoffpreise steigen im ersten HalbjahrNachdem die Rohstoffpreise infolge der Corona-Pandemie und der Unterbrechung globaler Lieferketten bereits 2021 Rekordhöhen erreicht hatten, kam es im Berichtsjahr zu erneuten Steigerungen. Die für die HARTMANN GRUPPE wichtigen Polymere werden insbesondere vom Ölpreis beeinflusst. Der Ölpreis der Sorte Brent startete zum Jahresbeginn mit 78 USD pro Barrel. Auf einen starken Anstieg im ersten Halbjahr folgte ein Rückgang des Preisniveaus im zweiten Halbjahr. Zum Jahresende lag der Preis bei 86 USD pro Barrel. Der Preis für Flusen-Zellstoff stieg 2022 erneut und erreichte ein Plus von mehr als 30 %. Polymere wie Polyethylen und Polypropylen verzeichneten einen Preisanstieg im ersten Halbjahr und einen moderaten Preisrückgang im zweiten Halbjahr. Der Baumwollpreis verharrte im ersten Halbjahr auf hohem Niveau und ging im zweiten Halbjahr zurück. Medizinproduktebereich unter DruckDie demographische Entwicklung führt global zu einer steigenden Zahl älterer und gleichzeitig an mehreren Krankheiten leidender Menschen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht weltweit von einem Anstieg des Anteils der Menschen ab 70 Jahre um jährlich knapp 3,7 % aus. Grundsätzlich steigt dadurch der Bedarf an Gesundheitsleistungen. Nach Angaben des Analyseinstituts Fitch Solutions ist der globale Markt für Medizintechnikprodukte im Jahr 2022 allerdings mit einem Wachstum um 3,6 % erheblich langsamer gewachsen als im Vorjahr. Neben dem Russland-Ukraine-Krieg hatte 2022 auch immer noch die Corona-Pandemie und insbesondere die Strategie der chinesischen Regierung einen erheblichen Einfluss auf die Marktentwicklung: Der globale Markt für medizinische Verbrauchsmaterialien ist mit einem Minus von 0,2 % leicht geschrumpft. Nach dem von einem hohen Bedarf an Schutzprodukten getriebenen zweistelligen Wachstum im Jahr 2021 schrumpfte der europäische Markt laut Fitch Solutions im Berichtsjahr um 7 %. Auch die Gewinne der Marktteilnehmer standen 2022 unter Druck: Laut Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) geht die Mehrheit der Medizintechnikunternehmen für das Berichtsjahr von einer verschlechterten Gewinnsituation aus. Die Gründe liegen im Wesentlichen in den steigenden Transport-, Rohstoff- und Energiekosten. Daneben nennen mehr als die Hälfte der Unternehmen auch Verwerfungen in den Lieferketten als belastenden Faktor. Als Herausforderung für die Branche hat sich auch 2022 die seit Mai 2021 verbindliche europäische Medizinprodukteverordnung (EU) 745/2017 (Medical Device Regulation, MDR) erwiesen: Vor dem Hintergrund des hohen regulatorischen Aufwands nehmen Medizintechnikunternehmen zahlreiche Medizinprodukte vom Markt - teilweise ohne bestehenden Ersatz für Patienten. Bei den zur Zertifizierung Benannten Stellen fehlen laut BVMed zudem Kapazitäten, was die Ablehnung von Anträgen zur Folge hat. Der Antragsstau führt u. a. dazu, dass Hersteller ihre Produkte nicht weiter optimieren, damit bestehende Zertifikate nicht vorzeitig ungültig werden. Die Europäische Union plant daher aktuell eine Fristverlängerung für die MDR. Krankenhäuser in der KriseKrankenhäuser sind eine wesentliche Kundengruppe von HARTMANN und diese standen 2022 unter erheblichem Druck. Der Grund dafür waren mehrere, sich gegenseitig verstärkende Krisen: die Auswirkungen der Corona-Pandemie, der zum Jahresende um 30 bis 40 % über den Vorjahren liegende Personalausfall durch Infektionserkrankungen, der Fachkräftemangel und die stark steigenden Betriebskosten. In diesem Marktumfeld erwarten laut einer Studie von Roland Berger 69 % der Kliniken in Deutschland einen Verlust für das Geschäftsjahr 2022. Den sich anbahnenden Defiziten versuchen mehr als die Hälfte der Klinik-Manager durch Einsparungen bei Medizinprodukten und -technik zu begegnen. In Folge der Personalnot kam es auch 2022 zur Verschiebung planbarer operativer Eingriffe und damit zu einem geringeren Verbrauch von Medizinprodukten. Wundversorgung: Marktwachstum bei steigenden KostenFür 2022 verzeichnet das Marktanalyse-Unternehmen Smart-TRAK bei Wundversorgungsprodukten einen Zuwachs des globalen Marktvolumens um 5,8 % (Vorjahr: 11,6 %). Als wesentlicher Wachstumstreiber erwies sich in Europa die moderne Wundversorgung, u. a. mit einem Plus von 7,2 % bei Produkten mit Superabsorber. Im ambulanten Bereich wurden im Vergleich mit den beiden Vorjahren wieder mehr Wundbehandlungsprodukte verordnet. Deutschlandweit sind nach Angaben des BVMed mehr als 2,7 Millionen Menschen auf eine Versorgung mit erstattungsfähigen Verbandmitteln angewiesen. So ist etwa bei der Behandlung chronischer Wunden der Einsatz von hochmodernen Verbandmitteln erforderlich. Das Wachstum war 2022 allerdings von Preisanpassungen beeinflusst: In den Marktvolumina spiegeln sich die deutlich gestiegenen Kosten für Rohmaterial, Transport und Energie wider. Der insgesamt steigende Kostendruck wird von den nationalen Gesundheitsbehörden in Europa zunehmend an die Hersteller weitergegeben. Gleichzeitig nimmt der Preisdruck auf den klassischen Ausschreibungsmärkten weiter zu. Vor allem Krankenhäuser, die teilweise bereits unter einem starken Finanzdruck stehen, sehen sich steigenden operativen Kosten ausgesetzt, die sie u. a. über geringere Einkaufspreise reduzieren möchten. Dies betrifft am stärksten traditionelle Wundprodukte. Inkontinenzmanagement: Beispiellose KostensteigerungenNachdem sich die Bettenbelegung in Krankenhäusern und Pflegeheimen laut Barmer Pflegereport im zweiten Halbjahr im Berichtsjahr auf dem Niveau von 2019 eingependelt hat, war das Marktumfeld für aufsaugende Inkontinenzprodukte 2022 maßgeblich durch hohe Energie- und Rohstoffkosten beeinflusst. Der BVMed sieht die Versorgungsqualität gefährdet, da die Kostensteigerungen für Hersteller und Versorger nicht durch Erstattungszuschläge der Krankenkassen gedeckt werden. Soweit es möglich war, haben Hersteller einen Teil der Kostensteigerung an ihre Kunden weitergereicht. Gleichzeitig führte die Belastung privater Haushalte durch erheblich gestiegene Preise in Europa, u. a. im Bereich der Energieversorgung, laut Marktforschungsunternehmen NielsenIQ Germany zu einer geringeren Zahlungsbereitschaft und verstärkter Nachfrage nach günstigeren Produkten. Insgesamt ist der Markt für Inkontinenzprodukte in Europa 2022 nur moderat gewachsen. Der Grund hierfür liegt in erhöhten Preisen. Infektionsmanagement bleibt im FokusNach der pandemiebedingten Nachfrageexplosion im Jahr 2020 und dem teilweise auch 2021 noch verbreiterten Markt für Infektionsschutzprodukte, kam es im Berichtsjahr zu einer Stagnation. Grund waren die vor dem Hintergrund der Pandemie und des grundsätzlichen und infektionsbedingten Personalmangels abgesagten oder verschobenen planbaren Operationen und Eingriffe. Diese führten zu einem reduzierten Einsatz von eingriffsspezifischen, sterilen Operations- und Pflegesets auf der Station. Durch den aktuellen Personalmangel wurden weniger Händedesinfektionsmittel benötigt. Im institutionellen Markt erwiesen sich im Bereich Desinfektion vor allem Desinfektionstücher als stabilisierend. Grundsätzlich stehen das Thema Infektionsschutz und damit die Desinfektions- und Barriere-Produkte in Krankenhäusern und Pflegeheimen stark im Fokus. Dafür sorgt nicht zuletzt die nach wie vor hohe Zahl an nosokomialen Infektionen, die eine der großen Herausforderungen in den Gesundheitssystemen bleibt. Abkühlung bei M&A-AktivitätenNach den Rekorden des Jahres 2021 hat sich das Geschäft mit Unternehmensfusionen und -übernahmen (M&A) im Berichtsjahr deutlich abgekühlt. Laut LBBW Research haben neben dem Russland-Ukraine-Krieg und den weit verbreiteten Lockdowns in China mit ihren Auswirkungen auf die Lieferketten und die Produktionskosten auch die deutlichen Anhebungen der Leitzinsen den M&A-Markt belastet. Vor diesem Hintergrund lagen Volumen und Anzahl der Transaktionen im dritten Quartal weltweit so niedrig wie zuletzt im Vergleichsquartal 2013. Im Teilmarkt für Ausstattungen und Produkte für das Gesundheitswesen verzeichnet LBBW Research eine analoge Entwicklung. HARTMANN unter den Top 50 im Bereich Medizin und PflegeDer Global Industry Classification Standard (GICS) ist eine international angewandte Taxonomie zur Gliederung der Industrie in Sektoren. Gemessen am Umsatz liegt HARTMANN im Segment "Ausstattungen und Produkte für das Gesundheitswesen" im Berichtsjahr auf Rang 38 (Vorjahr: Rang 31) und ist damit unter den Top 50 der öffentlich gelisteten Unternehmen in diesem Segment vertreten. ERTRAGSLAGEVielfältige Herausforderungen prägen GeschäftsverlaufDie vielfältigen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen hatten im Geschäftsjahr 2022 erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Insbesondere die gestiegenen Kosten für Material, Logistik und Energie hatten über alle Segmente hinweg einen negativen Einfluss. Das Transformationsprogramm leistete, wie geplant, einen spürbar positiven Beitrag zur Profitabilität, und adressiert damit Chancen und Herausforderungen des Gesundheitsmarktes ebenso wie Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung. Leichter organischer UmsatzrückgangDie gestiegenen Kosten hatten, zusammen mit Störungen in den Versorgungsketten und dem bereits bestehenden und zusätzlichen, infektionsbedingten Personalmangel in der Gesundheitsbranche, eine belastende Auswirkung auf die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr. Mit gezielten Preisanpassungen ist es HARTMANN gelungen, diese Entwicklung teilweise zu kompensieren. Positiv haben sich die Produkteinführungen im Rahmen des Transformationsprogramms ausgewirkt. EINFLUSSGRÖSSEN AUF DAS UMSATZWACHSTUM DER HARTMANN GRUPPEim Jahr 2022 in Prozent
Im Sinne einer transparenten Kommunikation und zur Steuerung verwendet das Unternehmen das organische Umsatzwachstum als zentrale Bewertungskennzahl für die Umsatzentwicklung. Im Berichtsjahr verzeichnete die HARTMANN GRUPPE insgesamt einen leichten organischen Umsatzrückgang um -0,8 %. Vor dem Hintergrund der erfolgreich an Kunden weitergegebenen Preiserhöhungen war der organische Umsatzrückgang nur leicht. In der Prognose des Geschäftsberichts 2021 wurde noch ein moderater Umsatzrückgang erwartet. Der Konzernumsatz der HARTMANN GRUPPE lag 2022 über alle Geschäftssegmente hinweg bei 2.311,6 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 0,4 %. Akquisitionen/Desinvestitionen haben sich dabei nicht und Währungseffekte mit +1,2 % auf das Gesamtwachstum der HARTMANN GRUPPE ausgewirkt. Bereinigtes EBITDA erwartungsgemäß rückläufigDa HARTMANN im Zuge des 2019 implementierten Transformationsprogramms Investitionen in signifikantem Umfang tätigt, dient seit 2020 das bereinigte EBITDA als zentrale Steuergröße für die Ertragsentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Die Bewertungskennzahl zeigt das EBIT vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminderungen/ Wertaufholungen sowie Anpassungen beim Ergebnis. Damit bildet das bereinigte EBITDA die operative Geschäftsentwicklung ab. Die Anpassungen beim Ergebnis beziehen sich dabei auf die Kategorien Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne bzw. Verluste aus Desinvestitionen und akquisitionsbezogene Aufwendungen sowie sonstige Anpassungen. Im Berichtsjahr lag das bereinigte EBITDA bei 190,8 Mio. EUR (Vorjahr: 240,6 Mio. EUR) und damit am unteren Rand des im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichten Rahmens sowie innerhalb des im Dezember 2022 konkretisierten Prognosekorridors. Die bereinigte EBITDA-Rendite sank von 10,5 % im Jahr 2021 auf 8,3 % im Berichtsjahr. Grund dafür waren vornehmlich die Material- und Frachtkostenerhöhungen, die nur in Teilen weitergegeben werden konnten, sowie Kosten aus erhöhten Vorräten und Lagerkosten. Das Transformationsprogramm hingegen, das u. a. Kostenreduktionen und Effizienzsteigerungen fokussiert, hat mit ca. 40 Mio. EUR zur Profitabilität im Geschäftsjahr beigetragen. HARTMANN verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 Anpassungen beim operativen Ergebnis. Im Zuge der strategischen Fokussierung sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 1,6 Mio. EUR entstanden. Diese sind im Wesentlichen durch die Verlagerung der Produktion im Segment Wundversorgung und Standortoptimierungen bei KNEIPP angefallen. Die Sonstigen Anpassungen in Höhe von 24,2 Mio. EUR sind u. a. vor dem Hintergrund digitaler Zukunftsinitiativen (SAP® S/4 HANA) sowie schwebender Rechtsstreitigkeiten aus Sachverhalten vergangener Geschäftsjahre entstanden. Das EBITDA der HARTMANN GRUPPE beträgt für das Berichtsjahr 165,0 Mio. EUR (Vorjahr: 232,9 Mio. EUR). Das Finanzergebnis ging von -0,2 Mio. EUR im Jahr 2021 auf -2,8 Mio. EUR zurück. Der Aufwand für Ertragsteuern betrug im Berichtszeitraum 21,1 Mio. EUR, während er 2021 bei 38,1 Mio. EUR gelegen hatte. Das Konzernergebnis ist im Jahresvergleich um 57,6 Mio. EUR auf 39,5 Mio. EUR zurückgegangen. Wachstum im Segment WundversorgungIm Segment Wundversorgung lagen die Umsatzerlöse mit 565,2 Mio. EUR um 72,8 Mio. EUR über dem Vorjahr. Das organische Umsatzwachstum lag bei 12,1 %. Dieses Wachstum ist das Ergebnis einer aktiven Preisstrategie, der erfolgreichen Entwicklung in der modernen Wundversorgung und der Erholung der traditionellen Wundversorgung u. a. nach der Corona-Pandemie. Im Jahresverlauf stiegen die Operationszahlen, Arzt- und Apothekenbesuche vor allem in Europa weiter an, was sich positiv auf die Nachfrage nach Wundprodukten auswirkte. Zu den Wachstumstreibern zählten insbesondere die neuen Sortimente der silikonbeschichteten sowie post-operativen Wundauflagen, nicht-klebende Fixierprodukte sowie die Vivano®-Produkte zur Unterdruck-Wundtherapie. Neben dem deutlichen Umsatzplus haben auch organisatorische Maßnahmen zur Effizienzsteigerung dazu beigetragen, die Profitabilität im Segment Wundversorgung weiter zu erhöhen. Das bereinigte EBITDA stieg im Berichtsjahr um 14,1 Mio. EUR auf 100,9 Mio. EUR. Umsatzplus im Segment InkontinenzmanagementDie Umsatzerlöse im Segment Inkontinenzmanagement lagen im Berichtsjahr bei 720,8 Mio. EUR. Grundlage für das organische Umsatzwachstum von 4,5 % sind insbesondere erforderliche Preisanpassungen als Folge der gestiegenen Kosten. Zudem stiegen die Volumina in Pflegeheimen aufgrund der höheren Bettenbelegung. Dies sorgt für eine gestiegene Nachfrage nach Inkontinenzprodukten. Zu den besonders umsatzstarken Sortimenten zählten im Berichtsjahr sowohl die unisex mit 8,6 % als auch die erst vor wenigen Jahren eingeführten geschlechtsspezifischen Einweghosen mit einem Plus von 17,7 % gegenüber dem Vorjahr, Einlagen mit einem Zuwachs von 5,8 % und das um 9,6 % gewachsene Vala® Einweg-Pflegesortiment. Das Berichtsjahr war von erheblichen Steigerungen bei Rohstoff- und Transportkosten geprägt. Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Preisanpassungen konnten diese Entwicklung nur teilweise kompensieren. Das bereinigte EBITDA im Segment Inkontinenzmanagement lag 2022 bei 68,6 Mio. EUR und damit 19,3 Mio. EUR unter dem des Vorjahres. Infektionsmanagement mit rückläufigen UmsätzenDas Segment Infektionsmanagement verzeichnet für 2022 einen Umsatz von 557,7 Mio. EUR. Dies entspricht einem starken organischen Umsatzrückgang um -18,8 % mit den Haupttreibern in den Sortimenten Untersuchungshandschuhe und Desinfektionsmittel. Im Sortiment für Untersuchungshandschuhe kam es vor dem Hintergrund des Übergangs der Corona-Pandemie in eine endemische Phase zu einem Nachfragerückgang. Der Umsatz mit Untersuchungshandschuhen war aufgrund des Preisverfalls rückläufig. In den OP-nahen Bereichen Sets und Abdeckungen machten sich durchgesetzte Preiserhöhungen und Volumenzugewinne positiv bemerkbar. UMSATZANTEILE NACH SEGMENTENin Mio. EUR und Prozent
Der deutliche Umsatzrückgang im Bereich Desinfektionsmanagement hat seine Ursache im Abebben der pandemiebedingten Sonderkonjunktur der Vorjahre. Aufgrund hoher Lagerbestände bei den Kunden ist die Nachfrage insbesondere nach Händedesinfektionsmitteln zurückgegangen. Preiserhöhungen konnten diese Entwicklung und die gestiegenen Rohstoffpreise im Ertrag nicht kompensieren. Vor diesem Hintergrund ist das bereinigte EBITDA im Segment Infektionsmanagement um 19,6 Mio. EUR auf 17,8 Mio. EUR gesunken. Rückläufige Ergebnisentwicklung bei Komplementären Divisionen der GruppeIm Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe lagen die Umsatzerlöse im Jahr 2022 bei 467,9 Mio. EUR. Dies entspricht einem organischen Umsatzplus von 4,4 %. In allen Bereichen führten deutlich gestiegene Kosten zu einer rückläufigen Ergebnisentwicklung. Das bereinigte EBITDA im Segment Komplementäre Divisionen lag im Berichtsjahr mit 3,6 Mio. EUR erheblich unter dem Vorjahreswert von 28,7 Mio. EUR. Die CMC-Gruppe erzielte, genauso wie die KOB-Gruppe, ein organisches Umsatzwachstum: bei CMC hauptsächlich durch eine Erhöhung der Verkaufspreise von Watteprodukten, bei der KOB-Gruppe durch eine positive Entwicklung bei Kompressionsverbänden. Die KNEIPP-Gruppe sah sich 2022 mit schrumpfenden Märkten in Europa und einem starken Preisdruck bei den Bad-Produktkategorien konfrontiert. Hier sind Konsumenten zunehmend auf preisgünstigere Produkte ausgewichen. Umsatzrückgang im HeimatmarktIn ihrem deutschen Kernabsatzmarkt erzielte die HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 720,4 Mio. EUR. Dies entspricht einem moderaten organischen Umsatzrückgang um -7,5 %, der in der zurück gegangenen Nachfrage nach Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln begründet ist. Die Umsatzerlöse in der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika) lagen mit einem organischen Wachstum von 2,0 % gegenüber dem Vorjahr bei 1.371,6 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse in der Region APAC (Asien, pazifischer Raum) betrugen im Berichtsjahr 144,8 Mio. EUR. Im Vergleich mit dem Vorjahr entspricht dies einem organischen Wachstum um 6,1 %. In der Region Americas verzeichnete HARTMANN ein organisches Umsatzplus von 7,2 % auf 74,8 Mio. EUR. Inlandsanteil am Umsatz gesunkenDie Relation der Umsatzerlöse im In- und Ausland hat sich bei HARTMANN im Berichtszeitraum leicht in Richtung Ausland verschoben: Vom Konzernumsatz entfielen 720,4 Mio. EUR und damit 31,2 % (Vorjahr: 33,8 %) auf Deutschland. Im Ausland erzielte HARTMANN 68,8 % des Konzernumsatzes. Dies entspricht einem Wert von 1.591,2 Mio. EUR. ANTEILE DER REGIONEN AM GESAMTUMSATZin Mio. EUR und Prozent
Rohstoffpreise weiter auf RekordniveauNach dem pandemiebedingten Anstieg im Vorjahr standen die Preise der wichtigsten Rohstoffe im Berichtsjahr unter dem Einfluss der Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs. Zellulose ist bei HARTMANN der Rohstoff mit dem größten Einkaufsvolumen. Bis Juli 2022 stieg der Preis für Flusen Zellstoff kontinuierlich und stagnierte dann auf dem hohen Niveau von 2.230 USD/mt, bevor er zum Jahresende auf 2.190 USD/mt zurückging. Damit lag der Jahresendkurs 550 USD über dem Vorjahresendkurs von 1.640 USD/mt. Auch die Preise für vom Ölpreis beeinflusste Polymere wie Polyethylene und Polypropylene erreichten im Jahr 2022 Rekordhöhen. Dabei unterlagen die Preise hohen Schwankungen: Bis Anfang des zweiten Quartals stiegen die Polymerpreise kontinuierlich. Danach erfolgte eine Gegenbewegung mit Preisrückgängen. Durch den im Jahresdurchschnitt deutlich stärkeren US-Dollar wurden die Preisrückgänge kompensiert und die Einstandskosten verblieben auf hohem Niveau. Unterstützend wirkten zudem Festpreisverträge sowie entsprechende Sicherungsgeschäfte. FINANZLAGEReduzierter Free Cash-FlowGegenüber 2021 ist der operative Cash-Flow der HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr um 131,6 Mio. EUR auf -1,0 Mio. EUR gesunken. Die Gründe für diesen Rückgang liegen im Wesentlichen im rückläufigen Ergebnis, den unverändert hohen Investitionen im Rahmen des Transformationsprogramms und einer erhöhten Kapitalbindung durch die höheren Vorräte. Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit ohne M&A-Aktivitäten beträgt für das Berichtsjahr 114,1 Mio. EUR und liegt damit um 13,0 Mio. EUR unter dem Vorjahr. Damit ergibt sich ein Free Cash-Flow von -115,1 Mio. EUR, ein Rückgang um -118,6 Mio. EUR gegenüber 2021. Dabei ist zu beachten, dass der Free Cash-Flow ab dem Jahr 2022 ohne M&A-Aktivitäten dargestellt wird, um eine bessere Transparenz auf den operativen Geschäftsverlauf zu ermöglichen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit liegt mit 69,6 Mio. EUR um 131,9 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Im Wesentlichen setzt sich der Wert aus Einzahlungen aus der Aufnahme sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten in Höhe von rund 157 Mio. EUR sowie Auszahlungen für Dividenden im Wert von 29,9 Mio. EUR und 17,9 Mio. EUR für den Erwerb von weiteren Anteilen an der IVF HARTMANN Holding AG zusammen. An die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG wurden im Berichtszeitraum 28,4 Mio. EUR ausgeschüttet. Die Dividendenzahlung an Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften lag insgesamt bei 1,5 Mio. EUR. Der Zahlungsmittelbestand lag zum 31. Dezember 2022 bei 107,8 Mio. EUR und damit um 43,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. DARSTELLUNG DES CASH-FLOWin Mio. EUR
Gezielte Investitionen in Optimierung der ProduktionDas im Folgenden erläuterte Investitionsvolumen der HARTMANN GRUPPE bezieht sich auf die bilanziellen Investitionen des Berichtsjahres in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Enthalten sind darin auch die Nutzungswerte von Leasinggegenständen gemäß IFRS 16, die im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit nicht berücksichtigt sind. Das Investitionsvolumen der HARTMANN GRUPPE umfasste im Berichtsjahr 181,0 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 26,8 Mio. EUR. Mit 170,6 Mio. EUR entfielen 94,3 % auf Investitionen in Sachanlagen. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte hatten einen Umfang von 10,4 Mio. EUR. Die Investitionsschwerpunkte lagen im Berichtszeitraum bei den Sachanlagen erneut auf der Erweiterung und Modernisierung der Produktionsanlagen und der Infrastruktur in den Kernsegmenten. Mit einem Anteil von 42 % und einem Volumen von 76,1 Mio. EUR entfiel der größte Teil der Investitionen auf Deutschland. An den Standorten in Frankreich, Polen, Spanien und der Tschechischen Republik hat HARTMANN 87,1 Mio. EUR investiert. Im Segment Wundversorgung investierte HARTMANN 2022 mit 62,2 Mio. EUR die höchste Summe. Der Schwerpunkt der eingesetzten Mittel waren Hochleistungsanlagen für die Produktion moderner silikonbeschichteter Wundauflagen in Frankreich sowie weitere Investitionen in den neuen Produktionsstandort in Polen. Der Fokus der im Segment Inkontinenzmanagement investierten 50,7 Mio. EUR lag auf der Erweiterung und Anpassung von Produktionsanlagen zur Adaption neuer Produkteigenschaften in Deutschland und Frankreich. Im Segment Infektionsmanagement investierte HARTMANN im Berichtsjahr 25,3 Mio. EUR, die vor allem bei der Erweiterung und Optimierung der Produktionsanlagen in der Tschechischen Republik angefallen sind. Im Segment Komplementäre Divisionen hat das Unternehmen 2022 insgesamt 42,8 Mio. EUR investiert. Die Investition diente hauptsächlich der Modernisierung und Optimierung von Produktion und Logistik bei KNEIPP in Deutschland. Reduzierter NettofinanzstatusZum Stichtag am 31. Dezember 2022 lag der Nettofinanzstatus der HARTMANN GRUPPE bei -140,9 Mio. EUR und damit 221,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. INVESTITIONEN NACH SEGMENTENin Mio. EUR
VERMÖGENSLAGEAnstieg der BilanzsummeZum 31. Dezember 2022 lag die Bilanzsumme der HARTMANN GRUPPE bei 2.006,5 Mio. EUR. Dies entspricht einem Plus von 181,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Der Anstieg resultiert vor allem aus den anhaltend hohen Investitionen in Sachanlagen, einem gestiegenen Vorratsbestand und dem daraus hervorgehenden Finanzierungsbedarf. Gestiegenes VermögenIm Geschäftsjahr 2022 ist das langfristige Vermögen des Unternehmens durch Investitionen in Sachanlagen um 65,2 Mio. EUR auf 900,8 Mio. EUR gestiegen. Der Strukturanteil des langfristigen Vermögens an der Bilanzsumme fiel von 45,8 % im Vorjahr leicht auf 44,9 %. Das Sachanlagevermögen betrug zum Bilanzstichtag 626,8 Mio. EUR und damit 81,5 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. Investitionen in Höhe von 170,6 Mio. EUR standen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 84,1 Mio. EUR und Wertminderungen in Höhe von 0,9 Mio. EUR gegenüber. Die Wertminderungen sind im Wesentlichen im Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe entstanden. Mit einem leichten Minus von 3,8 Mio. EUR gingen die immateriellen Vermögenswerte der HARTMANN GRUPPE auf 243,2 Mio. EUR zurück. Das Investitionsvolumen bei den immateriellen Vermögenswerten erreichte 10,4 Mio. EUR. Die annähernd gleichmäßig auf die Kernsegmente verteilten Wertminderungen betrugen 0,4 Mio. EUR. BILANZSUMME UND BILANZSTRUKTURin Mio. EUR
Das kurzfristige Vermögen der HARTMANN GRUPPE lag zum 31. Dezember 2022 bei 1.105,7 Mio. EUR und damit um 116,2 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch den Aufbau von Warenbeständen verursacht, der aufgrund der anhaltenden Störungen in den Lieferketten für die Sicherung der Lieferfähigkeit an Kunden vorgenommen wurde. Der Strukturanteil des kurzfristigen Vermögens an der Bilanzsumme stieg um 0,9 Prozentpunkte auf 55,1 %. Gestiegene VerbindlichkeitenVor dem Hintergrund weiterhin hoher Investitionstätigkeiten und der gestiegenen Kapitalbindung für Vorratsbestände sind die langfristigen Verbindlichkeiten der HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2022 um 99,4 Mio. EUR auf 375,3 Mio. EUR gestiegen. Dabei haben sich die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten, im Wesentlichen durch die Inanspruchnahme des syndizierten Kredits, um 160,7 Mio. EUR erhöht. Gegenläufig sind die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 61,8 Mio. EUR zurückgegangen. Wesentlicher Grund hierfür war das gestiegene Zinsniveau. Der Strukturanteil der langfristigen Verbindlichkeiten stieg um 3,6 Prozentpunkte auf 18,7 %. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten lagen zum Bilanzstichtag bei 502,5 Mio. EUR und damit um 46,4 Mio. EUR über dem Vorjahresniveau. Der Strukturanteil blieb mit 25 % stabil zum Vorjahr. Höheres EigenkapitalDas Eigenkapital der HARTMANN GRUPPE erhöhte sich im Berichtszeitraum um 35,7 Mio. EUR auf 1.128,7 Mio. EUR. Aus dem Konzernergebnis resultierte ein Anstieg des bilanziellen Eigenkapitals um 39,5 Mio. EUR. Währungsumrechnungen sorgten für einen positiven Effekt von 13,3 Mio. EUR. Die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre der PAUL HARTMANN AG und die Minderheitsgesellschafter von Tochtergesellschaften reduzierten das Eigenkapital um insgesamt 29,9 Mio. EUR. Durch erfolgsneutrale Bewertungsänderungen bei Pensionen und dem Hedge Accounting stieg das Eigenkapital um 30,7 Mio. EUR. Der Erwerb von bisher von Minderheitsgesellschaftern gehaltenen Anteilen reduzierte das Eigenkapital um 17,9 Mio. EUR. In Verbindung mit der erhöhten Bilanzsumme ging die Eigenkapitalquote der HARTMANN GRUPPE von 59,9 % im Vorjahr auf 56,3 % zum Bilanzstichtag 2022 zurück. MITARBEITENDELeichter Rückgang der BeschäftigtenzahlDie HARTMANN GRUPPE beschäftigte zum 31. Dezember 2022 weltweit 10.290 Mitarbeitende. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um insgesamt 338 Mitarbeitende (-3,2 %). Der Großteil davon entfällt auf Russland, wo wir die Herstellung von Inkontinenzprodukten eingestellt haben. Übergreifend konnte durch Effizienzsteigerungen die Zahl der Mitarbeitenden in den Bereichen Supply Chain und Vertrieb optimiert werden. Zudem gab es in Indien eine Anpassung bei Produktionsmitarbeitenden. In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten um 104 Personen. In den europäischen Kernmärkten außerhalb Deutschlands sank die Zahl der Beschäftigten um 152 und damit um 2,9 %. Außerhalb Europas lag die Zahl der Mitarbeitenden bei 890. Dies entspricht einem Rückgang um 8,4 %. Die HARTMANN GRUPPE gab sich 2021 neue Zielgrößen für Frauenquoten in Aufsichtsrat, Vorstand sowie in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands. Das Unternehmen konnte 2022 die angestrebten Werte in diesen Bereichen erreichen. Der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat liegt z. B. bei über 40 %, im Vorstand bei 25 %. Die regionale Vielfalt von Nationalitäten in der ersten und zweiten Führungsebene vergrößerte sich. Fast 40 % der Mitarbeitenden stammten hier aus einem anderen Herkunftsland. ANZAHL MITARBEITENDE IN DER HARTMANN GRUPPEjeweils zum 31. Dezember
Mitarbeitende engagieren sich im TransformationsprozessFür die Mitarbeitenden der HARTMANN GRUPPE war 2022 durch die Umsetzung des Transformationsprogramms, geopolitische Krisen, wie den Russland-Ukraine-Krieg, Rohmaterial- und Energiekostenexplosionen sowie die Corona-Pandemie geprägt. HARTMANN unterstützte zudem Menschen in der Ukraine und Flüchtende mit unterschiedlichen Hilfsmaßnahmen. Das bestehende Infektionsschutzkonzept hat HARTMANN stetig dem Verlauf der Pandemie angepasst und deshalb zur Jahresmitte deutlich gelockert. Auf freiwilliger Basis hat das Unternehmen weiterhin Schutzmaßnahmen angeboten. Insgesamt sind die Auswirkungen der Pandemie auf die Mitarbeitenden im Verlauf des Berichtsjahres ausgeklungen. Die allgemeinen Maßnahmen zur Mitarbeitergesundheit wie Impfungen oder neue Ansätze für das betriebliche Gesundheitsmanagement hat HARTMANN im Jahr 2022 weiter ausgebaut. Gleichzeitig setzte HARTMANN unternehmensweite Initiativen zur Förderung von Engagement und Entwicklung der Mitarbeitenden konsequent um. Ein Beispiel hierfür sind die 2021 eingeführten "Performance Development Practices" (PDP), die HARTMANN im Berichtsjahr unternehmensweit etabliert hat. Mit dem PDP werden Mitarbeitende gezielt gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt. Sie beinhalten einen global einheitlichen Ansatz für Ziele, Entwicklung, Talentidentifikation und Nachfolgeplanung. Im November 2021 führte HARTMANN die Folgeumfrage zu "VOICES OF HARTMANN" unter Mitarbeitenden durch. Diese zeigte eine deutliche Verbesserung bei der Teilnahmequote und dem Engagement. Die Ergebnisse sowie davon abgeleitete Maßnahmen wurden 2022 transparent kommuniziert. Die folgenden Teamworkshops dienten dazu, erkannte Stärken zu fördern und Verbesserungen mit konkreten Vereinbarungen umzusetzen. Mit einem einheitlichen Rahmen für die Führungskräfteentwicklung wird die positive Entwicklung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung weiter gestärkt. Weiterhin wurde die Digitalisierung von Prozessen vorangetrieben, die für Mitarbeitende relevant sind. Beispiele hierfür sind eine applikationsbasierte Online-Gehaltsplanung sowie die Umstellung auf elektronische Entgeltbelege mit einem persönlichen digitalen Postfach für alle relevanten Dokumente, auf welche zu jeder Zeit und von jedem Ort zugegriffen werden kann. Der Fachkräftemangel stellt eine der großen aktuellen und künftigen Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund hat HARTMANN im Berichtsjahr die Anstrengungen im Bereich Recruiting und Employer Branding verstärkt. Schwerpunkte lagen dabei u. a. auf gestrafften Prozessen, einer erweiterten Social Media Präsenz und einem globalen Mitarbeiterempfehlungsprogramm. CHANCEN- UND RISIKOBERICHTKonzernrisikomanagementsystemDie regelmäßige und detaillierte Betrachtung von Chancen und Risiken ist für die HARTMANN GRUPPE ein wesentlicher Teil der Corporate Governance. Der Vorstand der PAUL HARTMANN AG verantwortet ein angemessenes und wirksames Risikomanagementsystem und dessen kontinuierliche Verbesserung. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Wirksamkeit des Systems. Das zentral koordinierte Enterprise-Risk-Management-System der HARTMANN GRUPPE umfasst strategische und operative Risiken. Es legt einheitliche Regeln, Strukturen und Prozesse zur frühzeitigen Erkennung, Bewertung und Steuerung von Risiken fest. Das System basiert auf den gesetzlichen Anforderungen und orientiert sich an der ISO-Norm 31000 in ihrer aktuellen Form. Eine globale Risikomanagementorganisation sichert die Aktualität der Risikobewertungen und erforderlichen Maßnahmen. Ihr gehören Risikoverantwortliche in allen Organisationsteilen an. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Bereichen Compliance, Interne Revision, Versicherungsmanagement, dem Finanzbereich sowie weiteren systematisch eingebundenen Zentralfunktionen. Der Vorstand bewertet zusammen mit dem Enterprise Risk Manager regelmäßig strategische Chancen und Risiken und deren Steuerung auf Konzernebene. HARTMANN analysiert und bewertet Risiken systematisch. Das Unternehmen führt regelmäßige Erhebungen zum Gesamtrisikoportfolio auf Konzernebene und dem Stand der Maßnahmen durch. Ein separates System ermöglicht jederzeit Ad-hoc-Risikomeldungen. Soweit möglich werden Risiken quantifiziert. Bei erheblicher Risikorelevanz führen interne Risiko-Experten eine Zweitbewertung durch. Die quantifizierten Risiken werden mittels einer Monte-Carlo-Simulation aggregiert und anhand des geplanten Geschäftsergebnisses bewertet. Die nachfolgenden Angaben basieren auf der Nettobetrachtung nach Maßnahmen und beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2022. Strategische Chancen und RisikenDie Corona-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg wirken sich mittel- und unmittelbar auf HARTMANN aus. Die Pandemie erhöht den stetig steigenden Kostendruck in den Gesundheitssystemen und führte zu destabilisierten Lieferketten. Beides trägt zu einem erhöhten Risiko eines weiter steigenden Preis- und Margendrucks bei. Zudem steigen die Anforderungen an Kostenposition, Effizienz, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Der Russland-Ukraine-Krieg führt zu einer deutlichen Verteuerung von Energie und Rohstoffen. HARTMANN reagierte umgehend. Durch Investitionen in seine Infrastruktur konnte sich das Unternehmen weitgehend unabhängig von russischem Gas machen. Steigende Material-, Transport- und Energiekosten stellen jedoch weiterhin ein Risiko dar. Vor diesem Hintergrund hängt der Geschäftserfolg der HARTMANN GRUPPE entscheidend von der weiteren konsequenten Umsetzung des strategischen Transformationsprogramms ab. Dieses legt neben der Verbesserung der Kostenposition seinen Fokus auf eine erhöhte Innovationsrate und die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle sowie auf die Erschließung attraktiver Marktsegmente. Damit adressiert HARTMANN die Herausforderungen und Chancen des Gesundheitsmarktes. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass pharmazeutische, technische oder medizinische Entwicklungen zu einer geringeren oder ausbleibenden Nachfrage nach einzelnen Produktsegmenten des Konzerns führen können. Um solchen disruptiven Entwicklungen frühzeitig zu begegnen und sich dabei bietende Chancen zu ergreifen, beobachtet das HARTMANN Enterprise Risk Management systematisch das Unternehmensumfeld und erstellt Trendanalysen und Szenarien zur Unterstützung strategischer Entscheidungen. HARTMANN sieht sich durch seine Strategie für die zunehmenden Herausforderungen des Marktes gut aufgestellt. FinanzrisikenDie aktuellen ökonomischen Rahmenbedingungen führen zu einem latenten Bonitätsrisiko bei Geschäftsbanken. Ein Ausfall einzelner Institute könnte die dort bestehenden Guthaben gefährden. HARTMANN setzt zur Risikobegrenzung auf Maßnahmen wie die Auswahl von Kernbanken mit einem soliden Rating, eine Streuung von Guthaben auf verschiedene Institute und ein kontinuierliches Bonitätsmonitoring der Banken, mit denen Geschäftsbeziehungen bestehen. Das Unternehmen stuft das Risiko des Ausfalls von Kernbanken auf dieser Basis als gering ein. Die Preisänderungsrisiken für Energie, Rohstoffe und Ausgangsprodukte haben sich als Folge der Pandemie und des Russland-Ukraine-Kriegs massiv erhöht. Als weltweit operierendes Unternehmen ist HARTMANN zudem Auswirkungen von Währungsschwankungen ausgesetzt. Das Management von Währungs-, Zins-, Energie- und Rohstoffpreisrisiken erfolgt im Konzern durch das Corporate Treasury in enger Abstimmung mit den betroffenen relevanten Unternehmensfunktionen. Sofern möglich und wirtschaftlich sinnvoll, begrenzen das Corporate Treasury bzw. die relevanten Unternehmensfunktionen potenziell negative Auswirkungen durch Finanzinstrumente oder vertragliche Vereinbarungen. Detaillierte Informationen zu den Finanzinstrumenten und -risiken finden sich im Konzernanhang. Ausfallrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduziert HARTMANN durch ein enges Monitoring offener Positionen und eine Kreditausfallversicherung. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund einer zunehmenden weltweiten Verschuldungssituation. Insgesamt können diese Risiken dennoch als niedrig angesehen werden. Die potenziellen Auswirkungen der beschriebenen finanziellen Risiken betreffen alle Segmente und werden vom Management im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich eingestuft. Insgesamt ist das Unternehmen durch eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote und zugesagte offene Kreditlinien finanziell gut aufgestellt. UmfeldrisikenDie angespannte geopolitische Lage, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, die Corona-Pandemie, Naturereignisse sowie das Marktgeschehen in einzelnen Regionen wirken sich in vielfältiger Weise direkt oder indirekt auf den Konzern aus. Insbesondere der Russland-Ukraine-Krieg und die sich plötzlich geänderte chinesische Corona-Politik führen weiterhin zu Störungen der Versorgungsketten, massiven Verteuerungen und einer sich abzeichnenden Rezession. Dies beeinflusst die Rahmenbedingungen der Gesundheitssysteme und damit den Absatzmarkt von HARTMANN negativ. Zusätzlich könnten sich die politischen Differenzen zwischen der EU und Polen im Falle einer weiteren Verschärfung negativ auf den neuen polnischen HARTMANN-Produktionsstandort auswirken. Gegenwärtig geht HARTMANN, insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Kriegsgeschehens in der Ukraine, von einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Risiko durch sich verschlechternde Umfeldbedingungen aus. Über ihr etabliertes Risikofrüherkennungssystem ist die HARTMANN GRUPPE in der Lage, Umfeldrisiken frühzeitig zu erkennen und nach Möglichkeit gegenzusteuern. Ihre lokalen Vertriebsorganisationen ermöglichen der Unternehmensgruppe schnelle Reaktionen auf Veränderungen nationaler Gesundheitssysteme. Die globalen Aktivitäten des Konzerns reduzieren seine Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner regionaler Märkte. Die diversifizierte Produkt- und Kundenstruktur begrenzt Risikohäufungen zusätzlich. Compliance und rechtliche RisikenRechtliche Risiken können in allen Segmenten u. a. durch die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den relevanten Märkten oder Rechtsstreitigkeiten hervorgerufen werden. Im Einzelfall trifft HARTMANN ausreichende Vorsorge in Form von Rückstellungen. Aktuell liegt ein schwebender Rechtsstreit mit den spanischen Gesundheitsbehörden vor, an dessen juristischer Lösung HARTMANN aktiv arbeitet. Änderungen der steuerlichen Rechtsvorschriften, Rechtsprechung und Rechtsauslegung können zu Steuerbelastungen und Zinszahlungen, dem Untergang von steuerlichen Verlustvorträgen, Strafzahlungen oder sonstigen Strafen führen. Auch in Anbetracht des zunehmenden staatlichen Finanzierungsbedarfs geht HARTMANN hier aktuell von einem steigenden Risiko aus, das im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich einzustufen ist. Das Unternehmen begegnet diesen Risiken mit einer kontinuierlichen Überwachung und Einschätzung der steuerlichen Rahmenbedingungen, internen steuerlichen Kontrollsystemen sowie qualifizierter steuerlicher Beratung. Als global agierendes Unternehmen unterliegt der Konzern einer Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, die sich lokal teilweise stark unterscheiden. Um deren Einhaltung zu gewährleisten, prüft HARTMANN diese regelmäßig auf Änderungen und passt eigene Prozesse und Richtlinien gegebenenfalls an. In seinem für alle Mitarbeitenden verbindlichen Code of Conduct hat das Unternehmen zudem die Grundlagen korrekten Verhaltens bei geschäftlichen Aktivitäten festgeschrieben. Lieferanten verpflichtet HARTMANN dazu, diese Verhaltensgrundsätze zu akzeptieren oder vergleichbare Grundsätze entlang der Wertschöpfungs- und Lieferkette umzusetzen. Um Verstöße zu vermeiden und Reputationsrisiken zu minimieren, hat der Konzern ein unternehmensweites Compliance-Programm implementiert. Dieses wird durch eine zentrale Compliance-Abteilung gesteuert und stellt die Einhaltung von ethischen Standards, Gesetzen und relevanten internen Vorgaben sicher. Das Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt und umfasst regelmäßige Trainings für die Mitarbeitenden. Für Compliance-Verstöße steht ein Meldesystem zur Verfügung. Das Management sieht gegenüber dem Vorjahr einen Risikoanstieg und stuft potenzielle Compliance-Risiken aktuell im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ein. Die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns hängt u. a. vom Schutz technologischer Innovationen ab. HARTMANN sichert Produkt- und Technologieentwicklungen regelmäßig durch gewerbliche Schutzrechte und insbesondere Patente ab. Der Wegfall von Schutzrechten durch Ablauf, Einschränkung oder Widerruf von Patenten kann dazu führen, dass HARTMANN bestehende Technologie- und damit Wettbewerbsvorteile oder Lizenzeinnahmen verliert. Risiken resultieren außerdem aus der Gefahr, gewerbliche Schutzrechte Dritter durch Produkt- und Technologieentwicklungen zu verletzen. Die Patentabteilung prüft daher, ob fremde Rechte berührt werden. Sie entwickelt gegebenenfalls schutzrechtsfreie Lösungen, erwirbt notwendige Lizenzen und Rechte oder sucht andere vertragliche Lösungen. Insgesamt rechnet das Management im Bereich der Patente und des geistigen Eigentums mit keinen wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Einige HARTMANN-Produkte und -Systemlösungen bergen grundsätzlich das Risiko von Fehlfunktionen, die zu Verletzungen oder Beeinträchtigungen führen können. Dank des Einsatzes aller vertretbaren Maßnahmen des zertifizierten Qualitätsmanagements und der Beachtung aller gesetzlichen Vorschriften wurden bis heute keine bedeutenden Schadenersatzansprüche aus Produkthaftungen gegen das Unternehmen geltend gemacht. Für die Zukunft kann dies jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Unabhängig von einem tatsächlichen Schadenersatzanspruch könnte ein solcher Vorgang die Reputation des Konzerns schädigen und zu Kosten für juristische Unterstützung oder Rückrufaktionen führen. HARTMANN sichert sich hier durch eine Produkthaftpflichtversicherung ab. Aktuell bestehen in diesem Bereich nur geringe Risiken im unteren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Chancen und Risiken der AbsatzmärkteDer Konzern ist in allen Segmenten einem intensivierten Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie verschärften gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Weltweit zwingen die wirtschaftlichen Auswirkungen von drei Jahren Corona-Pandemie in Kombination mit steigenden Kreditzinsen Regierungen und Behörden, die öffentlichen Kassen schnell zu sanieren. Dies führt zur immer strengeren Auslegung von gesetzlichen Regelungen und neuen finanziellen Forderungen an Unternehmen. Diesen ist HARTMANN beispielsweise in Italien ausgesetzt. Gleichzeitig können die steigenden Kosten vor dem Hintergrund bestehender Verträge und eines hohen Wettbewerbsdrucks nur begrenzt an die Märkte weitergegeben werden. Sollten die Materialkosten weiter steigen und die Rückerstattungen nicht in gleichem Maße erhöht werden, kann dies die Innovationskraft von HARTMANN und der gesamten Branche negativ beeinflussen. HARTMANN hat bereits erfolgreich begonnen, die steigenden Kosten teilweise an die Kunden weiterzugeben. Weitere Preiserhöhungen müssen aus heutiger Sicht erfolgen. Hinzu kommen negative Effekte aus dem Personalmangel in der Pflege. Einerseits verließen viele Pflegekräfte ihren bisherigen Beruf aufgrund der massiven Arbeitsbelastung und fehlender Anerkennung während der Corona-Pandemie. Andererseits sorgten hohe Krankenstände im Gesundheitswesen für eine weitere temporäre Verschärfung der Personalsituation in den Krankenhäusern. Dies reduziert den Absatz von HARTMANN-Produkten. HARTMANN sieht die zahlreichen Herausforderungen auf den Absatzmärkten auch als Chance. Diese möchte das Unternehmen durch die Optimierung und Senkung von Kosten, gezielte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen sowie den Ausbau digitaler Services nutzen. In vielen Fällen erstatten Krankenkassen, Versicherungen oder staatliche Gesundheitsprogramme die Kosten für medizinische Behandlungen mit Hilfe von HARTMANN-Produkten. Hier besteht infolge des steigenden Kostendrucks das Risiko von Änderungen der Gesundheits- und Erstattungspolitik im In- und Ausland. Diese könnten zur Ablehnung oder Reduktion von Erstattungsleistungen führen und die Nachfrage nach HARTMANN-Produkten beeinträchtigen oder den Marktzugang von Innovationen reduzieren. Ein Rückgang der Kostenerstattung geht auch mit einer stärkeren finanziellen Selbstbeteiligung der Patienten einher. Diese Entwicklung greift HARTMANN in seinem Transformationsprogramm u. a. mit Konzepten zur Stärkung des digitalen Endkundengeschäfts auf. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass der Trend zur Bildung von regionalen und überregionalen Beschaffungsgemeinschaften über eine steigende Einkaufsmacht der Kunden zu sinkenden Absatzpreisen führt. Gleichzeitig sieht HARTMANN in der Alterung der Gesellschaft, den steigenden Anforderungen an Therapie und Pflege sowie dem insgesamt wachsenden Bedarf an Gesundheitsleistungen grundsätzlich wesentliche Marktchancen. Das bestehende Wettbewerbsrisiko kann durch den Markteintritt neuer Wettbewerber weiter steigen. Auch der Zusammenschluss von Wettbewerbern untereinander oder im Rahmen von Zukäufen durch Finanzinvestoren kann die Wettbewerbslandschaft verändern. In der Folge besteht das Risiko sinkender Absatzpreise, eines steigenden Margendrucks oder des Verlusts von Marktanteilen. HARTMANN führt in den Segmenten kontinuierliche Wettbewerbs- und Marktbeobachtungen durch, um hier frühzeitig handeln zu können. Insgesamt können markt- und wettbewerbsbezogene Risiken eine negative Auswirkung auf das Ergebnis des Konzerns im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich haben. Chancen und Risiken in UnterstützungsprozessenFür HARTMANN entstehen durch die Digitalisierung der Gesundheitssysteme wesentliche neue Chancen bei der Unterstützung von Kunden und der Entwicklung zusätzlicher Services. Dies geht jedoch mit dem Umgang mit sensiblen persönlichen, vom Gesetzgeber besonders geschützten Daten einher. Auch die Digitalisierung eigener Geschäftsprozesse bietet durch die Steigerung von Effizienz und Transparenz wesentliche Chancen. Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von einer reibungslos funktionierenden IT-Infrastruktur. Damit gewinnen Risiken an Bedeutung, die aufgrund von IT-Systemausfällen eine Unterbrechung der Geschäftsprozesse, den Verlust oder die Verfälschung von Daten zur Folge haben. Hierzu zählt die steigende Cyberkriminalität, deren Ausmaß durch den Russland-Ukraine-Krieg nochmals deutlich zugenommen hat. Um solche Risiken zu reduzieren, optimiert HARTMANN permanent seine bestehenden IT-Systeme sowie die Schutz- und Sicherheitseinrichtungen. Darüber hinaus modernisiert und standardisiert das Unternehmen die eingesetzten Softwarelösungen und das Zugangsberechtigungsmanagement kontinuierlich. Den strengen europäischen Datenschutzauflagen und den hohen Geldstrafen bei Verstößen trägt HARTMANN durch die Maßnahmen seiner Datenschutzabteilung Rechnung. Sofern externe Partner die IT-Systeme betreiben, definiert der Konzern Standards für die eingesetzte Hard- und Software sowie den Datenschutz. Die IT-Abteilung kontrolliert Umsetzung und Einhaltung dieser Vorgaben. Das Management sieht Cyber-Risiken als hochrelevantes Thema mit möglicherweise hohem einstelligen Millionen-Euro-Schadenspotenzial und treibt die entsprechenden Gegenmaßnahmen deshalb konsequent voran. Bei der Besetzung offener Stellen erweisen sich insbesondere der demografische Wandel, der Fachkräftemangel sowie der Personalwettbewerb zwischen den Unternehmen als Herausforderungen. Unbesetzte Positionen könnten geschäftliche Entwicklungen auf allen Ebenen behindern. HARTMANN steuert dem durch ein professionelles Personalmanagement auf Basis einer Rekrutierungsstrategie, gezielte Entwicklung der Mitarbeitenden und Nachfolgeplanung entgegen. Eine große Chance sieht das Unternehmen bei der Suche und langfristigen Bindung von Personal in seiner Positionierung als attraktiver Arbeitgeber. Durch dieses Maßnahmenpaket hält HARTMANN Personalrisiken niedrig und rechnet aktuell nur mit geringen negativen Auswirkungen auf das Ergebnis des Konzerns im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Bei Akquisitionen prüft das Unternehmen im Vorfeld über eine Due Diligence systematisch potenzielle Risiken und die erwartete Geschäftsentwicklung. Nach einer Akquise besteht das Risiko einer unerwarteten wirtschaftlichen Entwicklung des erworbenen Unternehmens. HARTMANN überwacht alle Neuerwerbe im Rahmen eines kontinuierlichen Beteiligungscontrollings, um Planabweichungen frühzeitig zu erkennen und Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Jenseits von nicht beeinflussbaren Themen wie Rückerstattungsänderungen schätzt HARTMANN die wirtschaftliche Auswirkung von Folgerisiken aus Akquisitionen deshalb als gering ein. Ein wichtiger Bestandteil der Risikofrüherkennung sind die zertifizierten Qualitätsmanagementsysteme des Konzerns. Strukturierte und eindeutig dokumentierte Prozesse sorgen für Transparenz und sind eine Vorbedingung für den Vertrieb von Produkten. Die HARTMANN-Qualitätsmanagementsysteme sind nach den Normen ISO 9001 und ISO 13485 sowie nach der Verordnung für Medizinprodukte (EU) 2017/745, die HARTMANN vor Fristende umsetzte, durch die Benannten Stellen zertifiziert und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Um Qualitätsrisiken rechtzeitig erkennen und angemessen reagieren zu können, überwacht die Gesellschaft Kundenreklamationen, regulatorische Entwicklungen und laufende Zulassungsverfahren äußerst genau. Verbleibende Restrisiken bewegen sich im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Chancen und Risiken in der WertschöpfungsketteHARTMANN nutzt für die Produktion in allen Geschäftssegmenten Rohstoffe, Komponenten, Handelswaren, Energie und Dienstleistungen von externen Lieferanten. Die aktuelle Verteuerung von Rohstoffen, Frachtkosten, Energie und Material, eine begrenzte Zahl qualifizierter Zulieferer oder mögliche Unterbrechungen der Lieferkette können sich negativ auf Produktion, Absatz und Qualität der Produkte auswirken. Insbesondere besteht weiterhin das Risiko, dass Zulieferer ausfallen oder nur eingeschränkt lieferfähig sind. Zudem stellen die Störungen in der Lieferkette die Logistik des Unternehmens vor Herausforderungen. Dieser außergewöhnlichen Situation begegnet HARTMANN mit einer engen Überwachung der Beschaffungsmärkte, der strengen Auswahl und Qualifizierung von Lieferanten, engmaschigen Qualitätskontrollen, einem Bestandsmanagement und Rahmenverträgen mit Zulieferern. Dabei nutzt der Konzern aktiv das Sparpotenzial der Bündelung von Beschaffungsaktivitäten. Der Konzern identifiziert und qualifiziert zudem kontinuierlich Zweitlieferanten, um die Abhängigkeit - sofern in der Gesamtbetrachtung sinnvoll - von einzelnen Zulieferern zu reduzieren. Der Ergebniseinfluss der Lieferantenrisiken liegt im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. In den HARTMANN-Produktionsstätten bestehen grundsätzlich Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Das Unternehmen begegnet diesen mit fortlaufend verbesserten Verfahren und kontrolliert die Erfüllung eigener, nationaler und internationaler Standards und Normen kontinuierlich. Nicht kontrollierbare externe Einflüsse könnten die Unterbrechung der Geschäftstätigkeiten an einzelnen Standorten zur Folge haben und das Unternehmen daran hindern, seine Produktions- und Dienstleistungen zu erbringen. HARTMANN hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um solche negativen Auswirkungen abzufedern. Zu diesen zählen eine Task Force sowie Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden und dem Erhalt der Liefersicherheit, insbesondere bei dringend benötigten Medizinprodukten. Obwohl sich die Hauptstandorte des Unternehmens in Europa und damit in einem Gebiet mit bislang überschaubarem Naturkatastrophenpotenzial befinden, können auch hier Extremereignisse nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen trifft Vorkehrungen, um mögliche Schäden zu minimieren. Dazu gehört vor allem die Absicherung der Standorte durch Versicherungen. Der Ergebniseinfluss der Risiken für die Produktion ist im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich anzusiedeln. Gesamtaussagen zur RisikosituationBei der Erstellung des Berichts waren keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Für die Gesamtbewertung ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch eine erhebliche Steigerung der Gesamtrisikoexposition durch externe Einflüsse, wie den Russland-Ukraine-Krieg und die nationalen Reaktionen auf die Corona-Pandemie. Dies führt insgesamt zu einer deutlich angespannteren und in vielen Bereichen nicht aktiv beeinflussbaren Risikosituation. Der Vorstand sieht jedoch trotz dieser Herausforderungen weiterhin eine solide Grundlage für die künftige Entwicklung des Konzerns. PROGNOSEBERICHTSchwierige Rahmenbedingungen bleiben bestehenDas weltweite reale Wirtschaftswachstum wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2023 bei 2,9 % liegen. Für die europäische Wirtschaft geht die EU-Kommission von einem realen Wachstum um 0,8 % aus. Laut Prognose des Internationalen Währungsfonds können die Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2023 eine Rezession vermeiden. Für Deutschland erwartet die Bundesbank einen Rückgang der Wirtschaft um -0,5 %. Die größten Unsicherheitsfaktoren bleiben der Verlauf des Russland-Ukraine-Kriegs und der Energiekrise sowie die Auswirkungen der hohen Inflation. Kostendruck belastet GesundheitssystemeDer Marktdatenanbieter Fitch rechnet für 2023 mit einem Wachstum der europäischen Medizintechnikmärkte um 4,8 %. Allerdings wird das reale Wachstum wegen der Preiserhöhungen in Folge der gestiegenen Material-, Energie- und Logistikkosten deutlich niedriger ausfallen. In der Ifo-Konjunkturumfrage gehen die meisten deutschen Branchenunternehmen deshalb von einer Verschlechterung der Geschäftslage im ersten Halbjahr 2023 aus. In einer Umfrage des europäischen Branchenverbands MedTech Europe zu den Auswirkungen der neuen EU-Medizinprodukteverordnung auf Unternehmen, gaben mehr als 50 % der Teilnehmer an, dass sich das Produktangebot in der EU verringern wird. Fast die Hälfte der Befragten wird Europa bei der Anmeldung von Innovationen weniger Beachtung schenken. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, des Fachkräftemangels und der steigenden Kosten stehen Krankenhäuser, Pflegeheime und Gesundheitssysteme weiterhin unter erheblichem Druck. In einer aktuellen Befragung der Unternehmensberatung Roland Berger gaben 96 % der Krankenhäuser in Deutschland an, dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer Einrichtung in den nächsten fünf Jahren weiter verschlechtern wird. Mit dem zunehmenden finanziellen Druck in den Krankenhäusern steigt die Wahrscheinlichkeit für Einsparungen bei den Sachkosten. Auch einzelne Pflegeheimbetreiber sind in finanzielle Schieflage geraten und die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen steigt. Das Fehlen qualifizierten Personals wird auch 2023 den wirtschaftlichen Betrieb mancher Einrichtungen erschweren. Gleichzeitig stärkt der fortschreitende Konzentrationsprozess bei den vollstationären Pflegeplätzen die Verhandlungsmacht der Betreiber und erschwert Preiserhöhungen für die Hersteller medizinischer Verbrauchsartikel. Trends zu ambulanter VersorgungZum 1. Januar 2023 ist die ambulante Versorgung in Deutschland weiter gestärkt worden. Damit wird die Infrastruktur der Kliniken besser genutzt, um ambulante Behandlungen zu erbringen. Der Trend zur ambulanten Versorgung und damit zur Verschiebung der Anzahl stationärer Behandlungen in den ambulanten Bereich wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Dies macht Standardisierungen der ambulanten Prozesse erforderlich und wird zu Nachfrageverschiebungen bei Verbrauchsmaterialien führen. Versorgungssicherheit der Kunden hat hohe PrioritätIm Markt für traditionelle und moderne Wundversorgungsprodukte stellen das weiter steigende Kostenniveau, Erstattungskürzungen und der verschärfte Preiswettbewerb Hersteller vor immer größere Herausforderungen. Vor dem Hintergrund einer erhöhten Prävalenz von chronischen Ulzera, Standardbehandlungen zur Vorbeugung post-operativer Komplikationen und dem demografischen Wandel besteht jedoch ein nachhaltiges Nachfrageniveau für Wundversorgungsprodukte. Dem Segment der modernen Wundversorgung prognostiziert das Marktanalyse-Unternehmen SmartTRAK für 2023 ein Wachstum von etwa 5,7 %. Stärkster Wachstumstreiber im Volumen sind dabei Schaumverbände und insbesondere silikonbeschichtete Produkte. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung taxiert die Unternehmensberatung Price Hanna Consultants die durchschnittliche jährliche Mengenwachstumsrate des europäischen Inkontinenzmarkts bis 2025 auf 5,6 %. Für Wachstum sorgen auch das Onlinesegment sowie die steigende Nachfrage nach vollstationärer Pflege. Neben der wachstumssichernden Nachfragesituation werden 2023 weiterhin die steigenden Kosten die Entwicklung in diesem Markt bestimmen. Weitere Preismaßnahmen sind nicht auszuschließen. Bei Herstellern und Leistungserbringern werden künftig über die reine Produktqualität hinaus verstärkt auch digitale Lösungen zur Verbesserung der Pflegeprozesse im Fokus stehen. Für die Produkte im Segment Infektionsmanagement geht HARTMANN bis 2024 in Europa von einem stabilen Markt aus. Dieser wird jedoch von den aktuellen Krisen gekennzeichnet sein: Aus steigenden Rohstoffkosten sowie Schwierigkeiten bei der Produktverfügbarkeit und innerhalb der Lieferketten resultieren Preissteigerungen, die sich nicht vollumfänglich an Kunden weitergeben lassen. Oberste Priorität für HARTMANN bleibt dennoch die Liefersicherheit für seine Kunden. Auf den deutschen Krankenhäusern lastet neben dem hohen wirtschaftlichen Druck auch eine weiterhin angespannte Personalsituation. HARTMANN begegnet dieser Entwicklung u. a. mit gezielten Initiativen zur Steigerung der Effizienz von Pflegeprozessen. Hierzu zählen auch digitale Lösungen und Produkte, die bei der Optimierung der Infektionsvermeidung unterstützen. Die erwartete Entwicklung im Gesundheitsmarkt bietet dem Unternehmen die Chance, seine Expertise im Infektionsschutz in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung, ambulant wie stationär, erfolgreich einzubringen. Marktsituation bleibt herausforderndMit ihrem gesamtheitlichen Angebot aus Produkten und Beratungsleistungen wird die HARTMANN GRUPPE ihre Positionierung als Lösungsanbieter weiter schärfen und auch im laufenden Geschäftsjahr ein verlässlicher Partner ihrer Kunden sein. Die Marktbedingungen verschlechtern sich dabei deutlich: Die Zahl der unprofitablen Krankenhäuser wird weiter steigen und die hohen Inflationsraten führen zu einem Nachfragerückgang bei Endverbrauchern, was u. a. das Geschäft der Komplementären Divisionen der Gruppe, speziell KNEIPP und CMC, beeinflussen wird. Gleichzeitig sorgen die wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen für steigende Kosten bei Material, Transport, Löhnen und Energie - insbesondere unter Berücksichtigung von bisherigen, teilweisen Preisabsicherungen, die zeitlich begrenzt waren und sich nun durch ihren Wegfall für HARTMANN negativ bemerkbar machen werden. Zusätzlich entstehen für einen Erhalt der Liefersicherheit Mehrkosten für höhere Bestände und damit verbundene Aufwendungen für Logistik und Lagerflächen. Auch und gerade in diesem herausfordernden Umfeld setzt HARTMANN sein Transformationsprogramm konsequent fort. Das Programm zielt auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Kerngeschäftsfelder. Dafür erhöht HARTMANN die Innovationsrate und verbessert die Kostenposition. Um die Preissteigerungen bei Material, Transport, Energie und Löhnen zu kompensieren, verstärkt das Unternehmen u. a. nochmals die Anstrengungen zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung. Vor diesem Hintergrund werden auch im laufenden Jahr Preisanpassungen erforderlich. Gleichzeitig bleiben die Investitionen auch künftig auf einem hohen Niveau. Auch wenn das Transformationsprogramm weiterhin einen signifikant positiven Ergebnisbeitrag leisten wird, können die zu erwartenden Mehrkosten im laufenden Jahr voraussichtlich nicht kompensiert werden. Vor diesem Hintergrund erwartet HARTMANN für 2023 eine Ergebnisbelastung. Für die Segmente geht HARTMANN für 2023 von unterschiedlichen Entwicklungen aus: In den Segmenten Wundversorgung und Inkontinenzmanagement rechnet das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mit einer organischen Umsatzsteigerung und einem rückläufigen Ergebnis. Anders als im Konzern und in diesen beiden Segmenten geht HARTMANN im Segment Infektionsmanagement für 2023 von einem Umsatzrückgang und einem steigenden Ergebnis aus. Sofern sich die aktuellen Annahmen als zutreffend erweisen, rechnet die HARTMANN GRUPPE nach Abwägung der aus den wesentlichen Einflussfaktoren resultierenden Chancen und Risiken für das Geschäftsjahr 2023 derzeit nach wie vor mit einem moderaten organischen Umsatzwachstum und einem rückläufigen bereinigten EBITDA von 145 bis 185 Mio. EUR. Die HARTMANN GRUPPE überprüft ihre Annahmen, Planungen und Prognosen fortlaufend und aktualisiert diese bei Bedarf. Die tatsächliche Entwicklung kann für den Fall, dass die Erwartungen und Annahmen nicht eintreten, sowohl positiv als auch negativ von der Prognose abweichen. BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der PAUL HARTMANN AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Stuttgart, den 14. März 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Petra Justenhoven, Wirtschaftsprüferin Kai Mauden, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,der Krieg Russlands gegen die Ukraine hatte im Berichtsjahr 2022 deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE. Vor allem die gestiegenen Kosten für Material, Logistik und Energie beeinflussten alle Segmente negativ Hinzu kamen Störungen in den globalen Lieferketten, ein nochmals verstärkter Personalmangel im Gesundheitswesen sowie Unsicherheiten in der Energieversorgung. Das Führungsteam und die gesamte Belegschaft von HARTMANN haben umgehend stringente Maßnahmen ergriffen. Gezielte Preisanpassungen gegenüber den Kunden konnten die Kostenerhöhungen teilweise kompensieren. HARTMANN investierte in die Energieinfrastruktur und hat sich damit weitestgehend von russischem Gas unabhängig gemacht. Es wurden Warenbestände erhöht, um die Liefersicherheit für die Kunden zu gewährleisten. Trotz der zahlreichen Herausforderungen setzte HARTMANN sein bereits 2019 gestartetes Transformationsprogramm weiter fokussiert um. Dessen bisherige finanzielle Beiträge helfen, die Ergebnisreduktion aus den steigenden Materialkosten zu mildern. Wir werden den Vorstand weiterhin engagiert bei der Umsetzung des Transformationsprogramms begleiten. Als Aufsichtsrat sind wir davon überzeugt, dass die damit verbundenen hohen Investitionen HARTMANNs Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft weiter stärken. Tätigkeitsschwerpunkte des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung der HARTMANN GRUPPE, die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Ukraine und dabei insbesondere die Kostenerhöhungen sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die globalen Lieferketten im Berichtszeitraum konsequent mit dem Vorstand behandelt und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Dabei hat er den Vorstand sorgfältig und regelmäßig überwacht und ihn bei wesentlichen Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Lage des Unternehmens und wichtige Geschäftsvorfälle unterrichtet. Zu den bereitgestellten Informationen zählten monatliche Berichte über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Liquiditätslage und die Wettbewerbssituation ebenso wie die Quartalsabschlüsse einschließlich der jeweiligen Plan-Ist-Abweichungen und unterjährigen Prognosen. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Alle Maßnahmen, die eine Entscheidung oder Zustimmung des Aufsichtsrats erforderten, wurden diesem zur Beschlussfassung vorgelegt. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem regelmäßigen Informationsaustausch mit der Vorsitzenden des Vorstands und ließ sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten. Überdies hielt er regelmäßig Rücksprache mit allen ordentlichen Mitgliedern des Vorstands, dem Chief Compliance Officer und dem Leiter Internal Audit & Enterprise Risk Management der HARTMANN GRUPPE. Im Vordergrund der Beratungen des Aufsichtsrats standen die Strategien in den Divisionen, wesentlichsten Ländern und verschiedenen Kundengruppen. Dabei hat der Aufsichtsrat die durch den Krieg in der Ukraine geänderten Rahmenbedingungen, die Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung, die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Finanzlage einbezogen. Der Vorstand hat dem Gremium Planabweichungen beim Geschäftsverlauf detailliert erläutert. Auch die Entwicklungen der Rohstoff-, Energie- und Währungsmärkte und deren Effekte auf den Geschäftsverlauf sowie die Ertragslage der HARTMANN GRUPPE waren Gegenstand der Besprechungen im Aufsichtsrat. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat ganzjährig näher mit der Entwicklung und den Marktperspektiven einzelner Konzerngesellschaften und Geschäftsfelder. Dabei hielt der Vorstand den Aufsichtsrat über mögliche Portfolio-Optionen auf dem Laufenden. Gegenstand intensiver Erörterungen war außerdem die konsequente Umsetzung des auf mehrere Jahre angelegten Transformationsprogramms, mit dem HARTMANN frühzeitig die sich beschleunigenden, marktbedingten Herausforderungen und Chancen adressiert hat. Über die Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeitsstrategie der HARTMANN GRUPPE wurde der Aufsichtsrat regelmäßig auf dem Laufenden gehalten. Im Berichtsjahr befasste sich das Gremium zudem mit den Chancen und Herausforderungen, die mit neuen digitalen Geschäftsmodellen und dem Fortschritt in der Digitalisierung der HARTMANN GRUPPE verbunden sind. Darüber hinaus war der Stand der IT-Sicherheit ebenso wie die Weiterentwicklung und Verbesserung von IT-Prozessen Gegenstand der Erörterungen. Im Rahmen einer praxisorientierten Produktpräsentation ließ sich der Aufsichtsrat zudem über neue Produkte und innovative Lösungsansätze der HARTMANN GRUPPE informieren. Da hochqualifizierte und motivierte Mitarbeitende eine zentrale Grundlage des Unternehmenserfolgs sind, hat sich der Aufsichtsrat neben der Unternehmens- und Führungsstruktur unter anderem mit der Personalstrategie und dabei im Rahmen des Diversity Managements auch mit der Frauenquote auseinandergesetzt. Im Rahmen einer separaten Sitzung zur Fortbildung beschäftigte sich das Gremium darüber hinaus mit New Work und dem damit einhergehenden strukturellen Wandel der Arbeitswelt. Daneben diskutierte das Gremium insbesondere Themen aus den Bereichen Compliance, Mergers & Acquisitions, Finanzen sowie Revision und befasste sich mit wesentlichen Prozessen innerhalb der HARTMANN GRUPPE. Zudem widmete sich der Aufsichtsrat der Vorbereitung der Hauptversammlung 2022 und beschäftigte sich mit den Neuerungen zur Durchführung von Hauptversammlungen. Mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens hat der Aufsichtsrat in Abwesenheit des Vorstands die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mit entsprechenden Schwerpunktbildungen überprüft und Festlegungen für seine künftige Arbeit und die Zusammenarbeit mit dem Vorstand getroffen. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat seine Geschäftsordnung überprüft und überarbeitet. Auf Basis der Vorberatung durch den Präsidialausschuss beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Vorstandsvergütung. Gegenstand der Erörterungen waren hierzu insbesondere die variablen Bestandteile für das Geschäftsjahr 2021 unter Berücksichtigung der Erreichung der Zielwerte für den Jahres- und Mittelfristbonus, die Überprüfung der Zielvorgaben für 2022 und den Mittelfristbonus, die Jahres-Zielvorgaben für 2023 sowie die Fortschreibung der Mittelfristziele bis 2025. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit den Dienstverhältnissen der Vorstandsmitglieder, dem Geschäftsverteilungsplan und der Geschäftsordnung des Vorstands. In den Sitzungen des Nominierungsausschusses wurde perspektivisch die Zusammensetzung des Aufsichtsrats erörtert, auch im Hinblick auf die Aufsichtsratswahlen im Jahr 2023. Für die Behandlung von Aktionärsangelegenheiten wurde im Geschäftsjahr 2022 ein eigener Ausschuss gegründet. Die Jahres- und Investitionsplanung für 2023 sowie die entsprechende Mehrjahresplanung hat der Aufsichtsrat nach Erörterung mit dem Vorstand genehmigt. Aufgrund der anhaltend hohen Planungsunsicherheit in Folge des Kriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden Auswirkungen auf die Energie- und Rohstoffmärkte nehmen die unterjährigen Prognosen weiterhin einen hohen Stellenwert ein. Der Prüfungsausschuss legte den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Prüfung des Jahresabschlusses der PAUL HARTMANN AG und des Konzernabschlusses der HARTMANN GRUPPE, die Vorbereitung der Bilanzfeststellungssitzung sowie die Beratung mit dem Vorstand in Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Außerdem waren die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Rahmen der Abschlussprüfung, die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und die Überwachung von dessen Unabhängigkeit Gegenstand ausführlicher Beratungen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der erwarteten Fortentwicklungen der maßgeblichen Rechtsgrundlagen und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Überdies waren der Risikobericht, die Erkenntnisse aus den im Berichtsjahr durchgeführten Revisionen, die ergriffenen und zukünftigen Maßnahmen im Bereich der IT-Sicherheit, die Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und steuerliche Fragestellungen Gegenstand eingehender Erörterungen. Über die Tätigkeiten der Ausschüsse wurde der gesamte Aufsichtsrat jeweils nachfolgend unterrichtet. Jahres- und KonzernabschlussIn Anwesenheit des Abschlussprüfers und zum Teil auch in Abwesenheit des Vorstands hat sich der Prüfungsausschuss zur Vorbereitung der Prüfung und Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat eingehend mit dem vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Jahresabschluss und Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, dem Konzernabschluss, dem Konzernlagebericht und dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns befasst. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben die Prüfungsberichte und die Bestätigungsvermerke mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Außerdem hat sich der Prüfungsausschuss mit dem vom Vorstand aufgestellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG beschäftigt. In der Bilanzfeststellungssitzung des Plenums hat der Abschlussprüfer über die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und die Prüfungsberichte ausführlich erläutert. Dies fand teilweise in Abwesenheit des Vorstands statt. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, den Konzernabschluss und Konzernlageberichtsowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Die Grundlagen dafür bildeten die Berichterstattung des Vorstands und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, die jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zugesandt wurden. Die von der Hauptversammlung gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Stuttgart hat unter Einbeziehung der Buchführung den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und in Anwesenheit der Abschlussprüfer hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer hat folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war." Die Berichte des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Vorprüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zu erheben. Der Aufsichtsrat hat daher den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG und den Konzernabschluss auf der Bilanzfeststellungssitzung gebilligt. Der Jahresabschluss 2022 der PAUL HARTMANN AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, einschließlich des Vorschlags zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8,00 EUR pro Aktie, schließt sich der Aufsichtsrat an. Er folgt dem Grundsatz der Kontinuität unter Berücksichtigung der durch das Transformationsprogramm und durch die entsprechenden Investitionen geprägten zukunftsfähigen Ausrichtung der HARTMANN GRUPPE. Der Aufsichtsrat hat im Ergebnis seiner Prüfung den Abhängigkeitsbericht gebilligt und schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat auch keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts. Besetzung von Aufsichtsrat und VorstandDie Zusammensetzung des Vorstands blieb im Berichtsjahr unverändert. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats änderte sich wie folgt. Herr Joachim Bader hat aufgrund seines Eintritts in den Ruhestand mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung am 29. April 2022 nach fast achtjähriger Zugehörigkeit sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt. Als gewähltes Ersatzmitglied und Vertreterin der Arbeitnehmer ist Frau Birgit Herm-Grimm nachgerückt. Herr Ralf Willeck schied aus persönlichen Gründen nach über neunjähriger Zugehörigkeit mit Wirkung zum 31. Juli 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. In seiner Nachfolge ist der von der IG Metall Heidenheim nominierte Herr Tobias Bucher vom Registergericht am 8. Dezember 2022 zum Mitglied des Aufsichtsrats der PAUL HARTMANN AG bestellt worden. Wir danken Herrn Bader und Herrn Willeck für ihre Mitwirkung und die gute Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und wünschen ihnen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute. Insbesondere vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen in Folge des Kriegs in der Ukraine und im Rahmen der konsequenten Umsetzung des Transformationsprogramms dankt der Aufsichtsrat der Unternehmensleitung und allen Mitarbeitenden der HARTMANN GRUPPE für ihr großes Engagement und ihre Leistungen im Geschäftsjahr 2022.
Heidenheim, den 14. März 2023 Mit freundlichen Grüßen Für den Aufsichtsrat Fritz-Jürgen Heckmann, Vorsitzender |
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