Bankhaus C.L. Seeliger

Wolfenbüttel

Stammdaten

Register
Amtsgericht Braunschweig HRA 12824
Eingetragen
29.1.1864
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsInstitute für Factoring-GeschäfteBausparkassen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Helge von der Geest
seit 11.11.2025
Prokura
Sikander Shah
seit 30.10.2025
Prokura
Kirsten Ulrike Bosse
seit 11.2.2025
Prokura
Kommanditist
Vollhaftender Gesellschafter
Stefan Schrader
seit 9.8.2024
Prokura
Ann-Christin Haake
seit 9.8.2024
Prokura
Stefan Ludwig
seit 26.7.2023
Prokura
Andreas Kreuter
seit 4.2.2021
Kommanditist
Nicole Koch
seit 27.5.2019
Prokura
Marco Tospann
seit 27.5.2019
Prokura
Lars Kroschke
seit 22.6.2018
Kommanditist
Prokura
Adrian Seeliger
seit 7.7.2015
Kommanditist
Markus Eimecke
seit 9.1.2014
Prokura
Kommanditist
Vollhaftender Gesellschafter
Thorsten Behme
seit 26.3.2012
Prokura
Ingo Meier
seit 26.3.2012
Prokura
Axel Szybay
seit 19.11.2010
Prokura
Prokura
Jörg Dittmer
seit 12.5.2006
Kommanditist
Florian Rehm
seit 25.10.2005
Kommanditist
Alexander Heidebroek
seit 25.10.2005
Kommanditist
Kommanditist
Kommanditist
Hans Heinrich Seeliger
seit 25.10.2005
Kommanditist

Gesellschafter

14 Gesellschafter

Kommanditgesellschaft (KG)

1 von 14 angezeigt

Cosimo Freiherr von Dungern
Persönlich haftender Gesellschafter

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Bankhaus C.L. Seeliger

Wolfenbüttel

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht zum Jahresabschluss vom 31. Dezember 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

Meine Kerngeschäftsfelder sind das Kreditgeschäft und das Vermögensmanagement. Mein Schwerpunkt im Kreditgeschäft liegt in der umfassenden Finanzierung der Kunden aus der Landwirtschaft, der Kunden des Handwerks und des unternehmerischen Mittelstandes in der Region des südöstlichen und mittleren Niedersachsens sowie des westlichen Sachsen-Anhalts und der Landwirtschaft in Nordostdeutschland. In der Vermögensberatung betreue ich insbesondere Kunden in Norddeutschland. Seit Juli 2023 bin ich mit einer Repräsentanz in Hamburg vertreten. Hier steht das Vermögensmanagement im Fokus

Bei den Beratungsgesprächen stehen für mich immer die Bedürfnisse und Ziele meiner Kunden im Vordergrund. Die Mitarbeiterfluktuation im Bankhaus ist gering. Dies ermöglicht es, langjährige Kundenberaterbindungen zu etablieren. Darin sehe ich eine wichtige Voraussetzung für eine dauerhafte Zusammenarbeit mit meinen Kunden. Ich lege großen Wert auf die berufliche Weiterentwicklung meiner Mitarbeiter und unterstütze diese aktiv. Durch den von mir gesetzten Fokus ist es gelungen, in einem sich verändernden Bankensektor weiterhin Kunden von den Leistungen meines Hauses und meiner Mitarbeiter zu überzeugen und neu zu gewinnen.

Im Jahresdurchschnitt waren im Bankhaus C. L. Seeliger insgesamt 80 Mitarbeiter einschließlich der persönlich haftenden Gesellschafter und 8 Auszubildende bzw. Praktikanten beschäftigt. Damit sind 10 % meiner Mitarbeiter Auszubildende, die nach erfolgreicher Ausbildung und Eignung zu einem großen Teil übernommen werden. Für die Aus- und Weiterbildung meiner Mitarbeiter wurden TEUR 124 aufgewendet (Vorjahr TEUR 113). Mir ist wichtig, dass meine Mitarbeiter sich laufend weiterbilden. Ich unterstütze jede sinnvolle Weiterbildung. Neben individuellen Absprachen mit den jeweiligen Mitarbeitern unterstütze ich gerade für die jungen Mitarbeiter die Weiterbildung zum Bankfachwirt beziehungsweise Bankbetriebswirt.

2. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Kalenderjahr 2023 geprägt von der Energiekrise, dem signifikanten Zinsanstieg sowie der globalen Abkühlung1.

Nach einer mehr als einem Jahrzehnt anhaltenden Niedrigzinsphase stiegen im Herbst 2022 erstmals wieder die Zinsen. Im Kalenderjahr 2023 gab es insgesamt fünf Zinsschritte der Bundesbank. Seit September 2023 liegt der Hauptrefinanzierungssatz der Bundesbank bei 4,5 % und der Zinssatz der Einlagenfazilität bei 4,0 %. Ziel der Zinspolitik der Bundesbank ist die Stabilisierung der Wirtschaft im Euro- Raum, denn das vorrangige Ziel der Bundesbank ist die Gewährleistung der Preisstabilität.

1 Vortrag beim Zinsforum am 07. Dezember 2023 vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Nach Einschätzung des Sachverständigenrates der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vom 8. November 2023 verzögert sich die konjunkturelle Erholung in Deutschland. Nach dieser Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,4 % schrumpfen. Als Gründe für die "gebremste wirtschaftliche Erholung" nennt der Sachverständigenrat die Folgen der Energiekrise und Chinas wirtschaftliche Schwäche. Mit der Alterung der Gesellschaft und unzureichenden Investitionen drohe sich die Wachstumsmisere zu verstetigen und zu vertiefen. Der Rat mahnt verbesserte Anreize zur Aufnahme von Arbeit und vereinfachte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt an. Investitionen und Innovationen sollten steuerlich und durch weniger Bürokratie gefördert werden 2.

Der vom Sachverständigenrates der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufgezeigte Trend spiegelt sich auch in der Veröffentlichung des statistischen Bundesamtes zu den preis-, saison- und kalenderbereinigten Konsumausgaben im 4. Quartal 2023 wider. Im Vorjahresvergleich war das Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2023 preisbereinigt um 0,4 % niedriger als im 4. Quartal 2022 3. Der private Konsum nahm im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 % ab. Dies dürfte insbesondere auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Besonders stark haben sich die Ausgaben für langlebige Güter wie Haushaltsgeräte und Einrichtungsgegenstände reduziert (-6,2 %), Nicht nur der private Konsum ging zurück, sondern auch die Ausgaben des Staates waren erstmals seit fast 20 Jahren rückläufig. Die preisbereinigten Konsumausgaben des Staates lagen bei -1,7 %; dies lässt sich insbesondere durch den Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen erklären. 4.

Regionale Entwicklung gemäß der Industrie- und Handelskammer Braunschweig 5

Die Stimmung der Unternehmen im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg ist im Kalenderjahr 2023 nicht besonders positiv. Nach wie vor hat die regionale Wirtschaft mit hohen Energiekosten, gestiegenen Preisen für Vorprodukte und auch weiterhin wachsenden Arbeitskosten zu kämpfen. Auch die gewachsene Zinsbelastung ist nicht zu vernachlässigen und belastet die Unternehmen in der Region.

Die Auftragslage ist rückläufig und stellt immer mehr Unternehmen vor Herausforderungen. Hinzukommt der massive Fachkräftemangel in der Region und der gestiegene Aufwand für bürokratische Tätigkeiten und Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz fordert die Unternehmen heraus und führt zwangsläufig zu einem höheren Investitionsbedarf. Dies verdeutlicht der gemeinsame Konjunkturbericht der IHK Braunschweig und der IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW).

2 Situationsbericht 2023/24, Trends und Fakten zur Landwirtschaft, S. 166 f.
3 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 038 vom 30. Januar 2024
4 Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024.
5 IHK-Konjunkturumfrage 3. Quartal 2023 - Industrie- und Handelskammer Braunschweig.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator spiegelt die oben genannten Herausforderungen wider. Im vierten Quartal 2022 konnte noch ein deutliches Plus aufgezeigt werden. Im Jahresverlauf 2023 wurde stetig ein Abschwung aufgezeigt. Nach dem Anstieg zum Ende des Jahres 2022 wurde durch die Rückgänge in den ersten drei Quartalen des Kalenderjahres 2023 wieder ein sehr niedriger Wert ausgewiesen. Dieser Trend setzte sich auch im 4. Quartal 2024 fort 6. Letztmalig war dieser Wert mit Ausbruch des Ukraine-Krieges auf diesem niedrigen Wert. Sämtliche Wirtschaftsbereiche sind von dem Rückgang betroffen. Besonders stark sind laut Umfrage die Wirtschaftszweige Industrie und Großhandel betroffen.

Rund die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, dass das aktuelle Geschäftsniveau gehalten werden kann. Die andere Hälfte geht gar von einem Rückgang aus. Nur vereinzelte Teilnehmer der Umfrage gehen aktuell von einer Aufhellung der Geschäftstätigkeit aus. Die Industrie arbeitet aktuell ihre vor einiger Zeit noch recht komfortablen Auftragspolster ab.

Die Investitionsbereitschaft der befragten Unternehmen ist gedämpft. Nur rund 25 % der Unternehmen planen eine Ausweitung des Investitionsbudgets in der nahen Zukunft. Rund 33 % planen, das Budget zu verringern. Somit ist die Reduzierung des Investitionsbudgets in der dritten Umfrage in Folge rückläufig. Die rückläufige beziehungsweise stagnierende Investitionsbereitschaft resultiert aus den erheblichen Preis- und Zinsanstiegen sowie der schleppenden Marktnachfrage.

Auch im Personalbereich sind die Unternehmen in ihren Planungen vorsichtig. Mehr als jedes vierte Unternehmen rechnet mit Personalabbau. Nur noch rund 15 % der Betriebe plant eine Erhöhung des Personalbestandes. Gleichzeitig ist das Thema Fachkräftemangel in der Region präsent, sechs von zehn Unternehmen gelingt es nicht, die offenen Stellen mit geeignetem Personal zu besetzen.

Vereinzelt beurteilen die befragten Unternehmen der unterschiedlichen Branchen (Industrie, Einzelhandel, Großhandel und Dienstleistung) die Investitionsabsichten sowie die Beschäftigungsabsichten als gleichbleibend. In Summe ist die Tendenz bei der Beurteilung der Geschäftslage, der Geschäftserwartung, den Investitionsabsichten sowie der Beschäftigungsabsichten schlecht beziehungsweise im Vergleich zu den Vorquartalen schlechter.

Entwicklung in der Landwirtschaft (Pflanzenanbau)

Die Historie zeigte, bis auf zwei Ausnahmen während der Milchkrise 2015/2016 und der Coronakrise, dass die konjunkturellen Trends in der Landwirtschaft und der Gesamtwirtschaft eng miteinander verknüpft sind. Dies ergibt ein Vergleich des Konjunkturbarometers Agrar mit dem ifo-Geschäftsklimaindex 7.

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2022/2023 erzielte die Branche sehr gute Betriebsergebnisse; der Situationsbericht der Landwirtschaft spricht von einem Allzeithoch. Wie bereits im letzten Jahr ist die Entwicklung des Getreidemarktes sehr positiv. Infolge der außergewöhnlichen Preissteigerungen für Nahrungsmittel aufgrund einer globalen engen Versorgungslage in Verbindung mit dem Anstieg der Erzeugerpreise sind die Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe gegenüber dem Vorjahr um 45 % gestiegen. Auch ist die Branche durch verschiedene politische Vorgaben gezwungen, zu investieren. Viele notwendige Investitionen sind als Existenz sichernde Neuinvestitionen zu bewerten. Festzuhalten ist, dass die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im Wirtschaftsjahr 2022/2023 mit durchschnittlich plus 23 % deutlich stärker als die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel (+ 16 %) gestiegen sind.

6 IHK-Konjunkturumfrage 3. Quartal 2023 - Industrie- und Handelskammer Braunschweig.
7 Situationsbericht 2023/24, Trends und Fakten zur Landwirtschaft, S. 168.

Nach den sich im November 2023 abzeichnenden Entwicklungen auf den Agrar- und Rohstoffmärkten ist im Wirtschaftsjahr 2023/24 mit einem preisbedingten Rückgang der Unternehmenserträge, aber auch mit einem verminderten Unternehmensaufwand zu rechnen. Wahrscheinlich ist, dass die Spitzenergebnisse des Wirtschaftsjahres 2022/23 im laufenden Wirtschaftsjahr 2023/24 nicht wieder erreicht werden können. Am stärksten dürften von dieser Entwicklung die Futterbaubetriebe, welche nicht zu unserem Kundenfokus gehören, betroffen sein. Auch die Ackerbau- und Veredlungsbetriebe dürften ihr Vorjahresergebnis nicht ganz erreichen. Dennoch zeichnet sich im aktuellen Wirtschaftsjahr (01.07.2023 bis 30.06.2024) ab, dass die Unternehmensergebnisse in der deutschen Landwirtschaft im Zeitvergleich noch als überdurchschnittlich bezeichnet werden können 8.

Geschäftsentwicklung

Die Geschäftsentwicklung 2023 war sehr erfreulich. Auf die wesentlichen Punkte wird im Folgenden eingegangen.

Mit Änderung der Zinspolitik konnte ich auch im Jahr 2023, durch das große Vertrauen meiner Kunden, einen erheblichen Anstieg der Kundeneinlagen in meinem Haus verzeichnen. Dies führt daher weiterhin zu einem hohen Liquiditätsüberschuss. Die überschüssige Liquidität lege ich täglich bei der Bundesbank an. Hieraus ergeben sich bemerkenswerte Auswirkungen auf meinen Zinsüberschuss. Im Kalenderjahr 2023 habe ich keine Strafzinsen an die Bundesbank zahlen müssen. In der Niedrigzinsphase war dies bis Mitte 2022 ein erheblicher Aufwand für mein Haus. Im Kalenderjahr konnte ich einen hohen siebenstelligen Zinsertrag aus der täglichen Anlage bei der Bundesbank erzielen.

Ich habe seit Beginn des Ukraine-Konfliktes die Überwachung und Analyse des bestehenden Kreditportfolios zielgerichtet verstärkt und führte die intensivere Überwachung auch im Jahr 2023 fort. Die im Kalenderjahr 2022 gebildete pauschalierte Einzelwertberichtigung für inflations- und krisenbedingte Steigerung der Energiekosten konnte im Kalenderjahr reduziert werden. Der wesentliche Grund war die Tilgung der betroffenen Engagements. Dadurch konnten das Volumen und die entsprechenden Blankoanteile reduziert werden. Eine vollständige Auflösung der pauschalierten Einzelwertberichtigung war zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sinnvoll.

Meine mittelständischen Unternehmenskunden fragten im Jahr 2023 wieder gezielt nach Finanzierungen. Festzuhalten ist allerdings auch, dass meine Kunden im Vergleich zum Jahr 2022 deutlich restriktiver bei ihren Finanzierungsvorhaben agierten. Dies habe ich insbesondere im Immobiliensektor gemerkt. Der angesetzte Planwert für Wertberichtigungen im Kalenderjahr 2023 wurde wesentlich unterschritten und liegt auf Vorjahresniveau.

8 Situationsbericht 2023/24, Trends und Fakten zur Landwirtschaft, S. 173 ff.

Im Anlagebereich führten das höhere Zinsniveau und die wirtschaftlichen Aussichten zu einer grundlegenden Veränderung des Anlageumfeldes. Mit Anleihen, Sparbriefen und auch mit Tagesgeld beziehungsweise klassischen kurzfristigen Kündigungsgeldern lässt sich wieder eine Rendite für den Kunden erwirtschaften, während die Ertragsaussichten bei Aktien volatil bleiben. Die oben genannte Veränderung im Anlageumfeld führt zu einem leicht rückläufigen Provisionsergebnis. Das Volumen im Bereich der Vermögensverwaltung konnte im abgelaufenen Kalenderjahr stetig gesteigert werden, wohingegen das Depotgeschäft rückläufig war. Das zeugt von dem Vertrauen meiner Bestands- sowie Neukunden in mein Haus und die angebotene Vermögensverwaltung.

Ich habe das geplante Ergebnis für 2023 weit übertroffen, welches wie oben beschrieben wesentlich durch den schnellen Zinsanstieg und dem daraus positiven Zinsertrag resultiert. Dies ist unter anderem durch den bewussten Verzicht auf Depot A-Anlagen in der langen Minuszinsphase zu begründen.

Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2023 hauptsächlich aufgrund erhöhter kurzfristiger Kundeneinlagen um TEUR 117.829 auf TEUR 944.030 (+ 14,26 %). Das erweiterte Geschäftsvolumen (inkl. Bürgschaftsverbindlichkeiten und unwiderruflichen Kreditzusagen) war am Bilanzstichtag mit TEUR 975.789 um TEUR + 93.180 (+ 10,56 %) höher als am 31. Dezember 2022.

Die Kundenforderungen erhöhten sich um TEUR 7.367 auf TEUR 547.555 (+ 1,36 %). Die Kundenverbindlichkeiten waren am Bilanzstichtag mit TEUR 683.132 um TEUR 109.715 (+ 19,13 %) höher als im Vorjahr. Der Bereich Festgelder erhöhte sich um TEUR 101.811 auf TEUR 194.864 zum Bilanzstichtag durch die Reaktivierung des Kündigungsgeldes.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel konnten um + 8,2 % gestärkt werden und lagen mit TEUR 51.924 um TEUR 3.944 höher als im Vorjahr. Die Eigenmittel setzten sich aus 39,1 Mio. EUR hartem Kernkapital, 4,8 Mio. EUR zusätzlichem Kernkapital und 8 Mio. EUR Ergänzungskapital zusammen.

Eigenanlagen

Die freie Liquidität wird hauptsächlich bei der Bundesbank gehalten. Darüber hinaus hält die Bank vereinzelt kurzfristige Termingelder bei anderen Banken.

3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Mein Bankhaus weist mit TEUR 9.140 (Vorjahr TEUR 4.793) ein über dem Plan liegendes positives Ergebnis aus.

Das Zinsergebnis erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 7.487 EUR auf 19.254. Der Anstieg ist durch den massiven Zinsanstieg der Einlagenverzinsung bei der Bundesbank zu erklären. Daneben konnten die Zinserträge in den Bereichen Kontokorrent und Darlehen im Laufe des Geschäftsjahres 2023 durch die Ausweitung des Volumens und die gestiegenen Konditionen erhöht werden.

Das Provisionsergebnis ist mit TEUR 4.225 (Vorjahr TEUR 4.622) im Kalenderjahr 2023 leicht rückläufig. Dies liegt insbesondere am Rückgang der Provisionen aus dem Immobilien-Kreditgeschäft und dem Wertpapierkommissionsgeschäft. Der Rückgang lässt sich durch das geänderte Zinsumfeld erklären. Meine Kunden investierten weniger in den Kauf von Wertpapieren, sondern mehr in Sparbriefe und Kündigungsgelder. Dem gegenüber konnte der Bereich Vermögensverwaltung im Vergleich zum Vorjahr ein positiveres Ergebnis ausweisen. Dies fußt auf einer gestiegenen Anzahl von Kunden und somit der damit einhergehenden Zunahme von verwaltetem Vermögen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen 9 sind im Geschäftsjahr auf TEUR 11.175 gestiegen (Vorjahr TEUR 9.666) Als wesentliche Gründe sind neben IT-Anpassungen und -Weiterentwicklungen, die gestiegenen Personalaufwendungen sowie die generellen Teuerungsraten in sämtlichen Bereichen zu identifizieren.

Der betriebliche Leistungsindikator Cost-Income-Ratio 10 (CIR) von 47,62 % (Vorjahr 58,41 %) spiegelt die positive Entwicklung wider und erreicht, wie in den Vorjahren die strategische Zielgröße von < 65 %.

Vermögens- und Finanzlage

Die im Kundenkreditgeschäft angelegten Mittel entsprechen mit TEUR 547.555 (Vorjahr TEUR 540.188) 58 % der Bilanzsumme meines Hauses. Hiervon sind TEUR 107.622 (Vorjahr TEUR 114.061) dem Bereich täglich fällige Forderungen und TEUR 439.933 (Vorjahr TEUR 426.127) dem Bereich Darlehen zuzuordnen. Für die Refinanzierung der langfristigen Darlehen ziehe ich insbesondere die Landwirtschaftliche Rentenbank (LRB) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Partner hinzu. Mein Fokus liegt weiter auf kurz- bis mittelfristigen Finanzierungen.

9 Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen enthalten den Personalaufwand, andere Verwaltungsaufwendungen und die Abschreibungen auf Anlagegüter
10 Verhältnis von Verwaltungsaufwendungen zu den Erträgen aus Provisions- und Zinsüberschuss inkl. sonstigen betrieblichen Aufwendungen / Erträgen; neutrale Aufwendungen wurden nicht berücksichtigt

Die liquiden Mittel meines Bankhauses in Höhe von TEUR 360.334 (Vorjahr TEUR 255.170) werden auch aus Gründen der Risikoabwägung bei der Bundesbank angelegt. Durch die tägliche Anlage der Liquidität über Nacht bei der Bundesbank konnte hieraus ein hoher siebenstelliger Zinsertrag erzielt werden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden belaufen sich mit TEUR 683.131 (Vorjahr TEUR 573.417) auf 72,4 % der Bilanzsumme. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen TEUR 187.075 (19,8 %) und dienen als laufzeitkongruente Refinanzierung entsprechender Kundenkredite. Insbesondere erfolgt die Refinanzierung über die LRB und die KfW.

Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote liegt bei 13,28 % (Vorjahr 12,83 %).

Liquiditätslage

Wie im Vorjahr war im Berichtsjahr die Liquidität gesichert. Die Kennziffern der Liquidity-Coverage- Ratio (LCR) und der simple Net Stable Funding Ratio (sNSFR) spiegeln diese Tatsache wider. Die LCR schwankte zwischen 385,03 % und 801,17 % und beträgt bei einer Mindestanforderung von 100 % zum Bilanzstichtag 465,44 %. Die sNSFR schwankte zwischen 145,53 % und 171,14 % und beträgt bei einer Mindestanforderung von 100 % zum Bilanzstichtag 171,14 %.

Wie im Abschnitt zur Vermögens- und Finanzlage beschrieben, erfolgt die Refinanzierung meines Kundenkreditgeschäfts über Kreditinstitute bzw. über Einlagen meiner Kunden. Der das Kundenkreditvolumen übersteigende Anteil an Kundeneinlagen verbleibt mit entsprechend positiver Wirkung auf die aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen als hochliquide Aktiva auf dem verzinsten Bundesbankkonto.

Zusammenfassende Beurteilung der Lage

Die Vermögenslage meines Hauses ist geprägt von weiter gestiegenen kurzfristigen Kundeneinlagen und der Aufnahme weiterer zweckgebundener Refinanzierungsmittel bei Kreditinstituten. Die gebildeten Wertberichtigungen für die erkennbaren und latenten Risiken in den Kundenforderungen sind zum Bilanzstichtag angemessen. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen konnte ich keine merkliche Bonitätsverschlechterung meines Kreditportfolios im Jahr 2023 erkennen.

Die Finanz- und Liquiditätslage ist deutlich besser als die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse.

Aufgrund meiner Geschäftspolitik sowie der installierten Instrumentarien zur Risikosteuerung und Risikoüberwachung bewegen sich die derzeit erkennbaren Risiken der künftigen Entwicklung in einem überschaubaren und für mein Haus tragbaren Rahmen.

Insgesamt beurteile ich die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage meines Hauses im Vergleich zum Vorjahr und zur ursprünglichen Planung als weiterhin sehr erfreulich. Das Wachstum der für das Bankhaus wichtigsten Geschäftsbereiche, dem Kreditgeschäft und des Vermögensmanagements, setzte sich fort.

Beim Kreditgeschäft konnte ich ein Wachstum von 1,36 % verzeichnen. Meine Kunden waren auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Situation restriktiver bei neuen Kreditanfragen als im Vorjahr. Das Einlagengeschäft wuchs um 12,2 % an. Dies ist insbesondere durch das Vertrauen der Kunden in mein Haus und auf die Veränderung des Zinsumfeldes zurückzuführen.

Die Bank erzielte mit einem Gewinn vor Steuern von TEUR 10.871 (Vorjahr TEUR 5.703) ein sehr gutes Ergebnis, welches über meinem Plan von TEUR 6.608 lag.

Der Zinsüberschuss sowie der Provisionsüberschuss sind weiterhin meine Hauptertragsquellen. Die Leitzinserhöhung wirkte sich im Jahr 2023 für mein Haus positiv aus.

4. Risikomanagement

Risikobericht

Die vielfältigen Geschäftsaktivitäten, wie die umfassende Betreuung vermögender Privatkunden, des unternehmerischen Mittelstandes und der Landwirtschaft, erfordern die Fähigkeit zur effektiven Identifizierung, Messung und Steuerung der einzelnen Risiken sowie einer adäquaten Absicherung mit Kapital.

Das Risikomanagement meines Hauses beinhaltet die Festlegung, Überprüfung und Weiterentwicklung der Risikostrategie sowie deren operative Umsetzung durch die jeweils risikotragende Einheit. Ich überprüfe im regelmäßigen Turnus die strategischen und operativen Entscheidungen für die Bereiche Zinsrisikopositionierung, Liquiditätssteuerung und Eigenkapitalausstattung.

Das Risikocontrolling ist für die Überwachung und Kontrolle der Risikopositionen und der Berichterstattung gegenüber der Geschäftsleitung verantwortlich. Die Interne Revision überwacht im Rahmen eines mehrjährigen Prüfungsplans die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikoüberwachungssystems.

Im Rahmen der jährlichen Risikoinventur werden die wesentlichen Risikofelder identifiziert und im Risikomanagement-Prozess analysiert und gesteuert. Im Jahr 2023 haben wir erstmals explizit das Thema ESG in die Risikoinventur aufgenommen. Im Rahmen des Adressenausfallrisikos haben wir eine separate Analyse für die beiden Branchen des Hauses, die Landwirtschaft und den Bereich Immobilien, durchgeführt.

Grundlage der Geschäfts- und Risikosteuerung des Bankhauses sind die in meinem Risikohandbuch festgehaltenen Grundsätze der integrierten Gesamtbanksteuerung. Hier werden die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) abgedeckt. Diese integrierte Gesamtbanksteuerung hat die Aufgabe, nachhaltig zu gewährleisten, dass jederzeit ausreichende Liquidität, Profitabilität und Eigenkapitalausstattung der Bank unter Begrenzung der wesentlichen Risikoarten durch freie, jederzeit verfügbare Risikodeckungsmasse im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes gegeben ist.

Die wesentlichen Risiken des Bankhauses sind nachfolgend dargestellt:

a) Adressenausfallrisiko Kundenkredit-/Interbankengeschäft

Ich vergebe als Geschäftsbank Kredite und gehe hierdurch Adressenausfallrisiken ein.

Das Adressenausfallrisiko wird auf zwei Ebenen gesteuert. Auf der Mikroebene (Einzelkundensicht) steht das interne individuelle Risikoklassifizierungsverfahren zur Beurteilung der Bonität im Vordergrund. Neben diesem Rating ist eine genaue Kenntnis des Kreditnehmers Grundlage für eine qualifizierte Kreditentscheidung. Auf Makroebene (Portfoliosicht) nutzt die Bank ein Scoringverfahren zur Bestimmung der Ausfallswahrscheinlichkeiten.

Auf der Makroebene wird das Kreditportfolio regelmäßig analysiert, im Risikobericht mindestens vierteljährlich systematisch dargestellt und der Geschäftsleitung sowie dem Beirat vorgelegt. Der Risikobericht beinhaltet u.a. neben der Darstellung der Zusagen, Inanspruchnahmen und Blankoanteile nach Ländern, Branchen, Bonitäten, Kreditarten, Laufzeiten, Größenklassen und Neukunden auch zahlreiche weitere wesentliche Managementinformationen (z. B. Klumpenrisiken auf Branchenebene), die zur Steuerung des Kreditrisikos auf Portfolio-Ebene von entscheidender Bedeutung sind.

Die gestellten Sicherheiten werden regelmäßig bewertet und die zugehörigen Beleihungsrichtlinien überprüft.

Ausgewählte Darstellungen des Kreditrisikoberichtes werden aus einem Limitsystem abgeleitet und mindestens vierteljährlich analysiert. Im Berichtsjahr ergaben sich bei diesen Analysen keine besonderen Hinweise bzw. Limit-Überschreitungen.

Die Risikomessung im Kundenkredit-/Interbankengeschäft basiert auf dem bekannten und in der Praxis verbreiteten Modell Credit-Metrics in einer modifizierten Version, bei der per 31. Dezember 2023 die 100 größten Kredite detailliert und die volumensmäßig kleinen Kredite gruppiert als Cluster (Gordy- Modell) betrachtet werden. Die auf Basis von Scorings mit den o.g. Modellen ermittelten Risikobeträge werden vierteljährlich analysiert. Somit ist es möglich, kurzfristig auf Portfolioveränderungen zu reagieren.

Die zuvor genannten Komponenten, in Verbindung mit einem durch Kundennähe gegebenen hohen Informationsstand in den Fachbereichen über die Kundenbeziehung, soliden Besicherungen und den kurz- und mittelfristigen Laufzeiten aus eigenen Mitteln, sorgen für einen im Zeitablauf vergleichsweise niedrigen Risikobetrag, zumal im Berichtsjahr keine auf geopolitische Entwicklungen zurückzuführenden Kreditausfälle zu verzeichnen waren. Aufgrund meiner Geschäftsstrategie bin ich nur unwesentlich in die aktuellen risikokritischen Branchen investiert, habe mein Gesamtportfolio aber laufend analysiert und eine ausreichende Risikovorsorge, auch für noch nicht erkennbare geopolitische Risiken, sofern erforderlich, gebildet.

b) Marktpreisrisiken (Zinsrisiken/Zinsüberschuss)

Ich gehe nur Risiken ein, die ich für vertretbar halte. Zusätzlich muss das zugrundeliegende Geschäft einen ausreichenden Ertrag generieren.

Das Zinsspannenrisiko wird mit der Szenariotechnik gemessen. Dabei werden auf Basis historischer Zinsentwicklungen die größten negativen Ergebnisänderungen des Zinsbuches zu einem vorgegebenen Sicherheitsniveau ermittelt.

Aufgrund meiner strategischen Ausrichtung bei der Vergabe von Zinsbindungen aus Kundeneinlagen mit kurzer Duration liegt auch im Berichtsjahr ein überschaubares Zinsänderungsrisiko vor.

c) Operationelles Risiko

Zu diesen Risiken gehören unerwartete technische Ausfälle, unvorhersehbare Probleme bei meinen Dienstleistern sowie andere Einflüsse von außen. Sie können erhebliche Mehrkosten verursachen. Um diesen Risiken strategisch zu begegnen, habe ich für die wesentlichen Bereiche Notfallpläne entwickelt. Für die technischen Anlagen bestehen umfangreiche Wartungsverträge. Zudem werden die IT- Prozesse und Verfahren ständig weiterentwickelt und verbessert. Zur Begrenzung rechtlicher Risiken wird die Bank von externen Juristen beraten. Darüber hinaus erfolgt eine jährliche Selbsteinschätzung der operationellen Risiken (inkl. Cyberrisiken) mit ausgewählten Mitarbeitern anhand eines Self- Assess-ments.

Eingetretene Risiken und Schäden werden unterjährig in einer Schadensfalldatenbank erfasst und mindestens vierteljährlich analysiert. Auch zum Berichtsstichtag ergaben sich aus der Auswertung der Datenbank keine besonderen Risiken für das Bankhaus.

Das IT-Risiko im Rahmen der Auslagerungen stellt ein spezielles operationelles Risiko für das Bankhaus dar. Über die IT-Risiken, die die wesentlichen Auslagerungen betreffen, erhalte ich regelmäßige Berichte von den IT-Dienstleistern, einschließlich Darstellungen der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen und deren Beseitigung. Diese Berichte würdige ich hinsichtlich der getroffenen Aussagen und habe geeignete Eskalationsstufen etabliert.

d) Liquiditätsrisiko

Eine jederzeitige Zahlungsbereitschaft zu gewährleisten, gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Bankhauses. Neben der vorhandenen Liquidität an Bargeld und den täglich fälligen Geldern, zum Großteil hochliquiden Bankengeldern steht noch eine Refinanzierungslinie bei der Deutschen Bundesbank zur Verfügung.

In Stressberechnungen wird vierteljährlich untersucht, wie sich größere Liquiditätsabflüsse auf die Zahlungsbereitschaft und die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen auswirken.

Die Ergebnisse der Stresstests ergaben keine erhöhten Risiken für das Bankhaus. Unsere Analysen der täglichen Liquiditätsentwicklungen ergaben keine Hinweise auf gefährdende erhöhte Abflüsse.

Das Liquiditätsrisiko, unter dem Blickwinkel des Refinanzierungsrisikos, wird mit der Kennzahl "Survival Period" gemessen. Dabei wird eine Liquiditätsablaufbilanz für den Risikofall erstellt und ermittelt, nach wie vielen Monaten ein externer Refinanzierungsbedarf besteht. Zum Stichtag weist die Survival Period eine Zahlungsfähigkeit von 62 Monaten aus. Zahlungsunfähigkeitsrisiken sind somit nicht erkennbar.

Die Liquidität wird täglich disponiert und überwacht.

e) Risikotragfähigkeitsberechnung

Die Risikotragfähigkeit erfolgt gemäß dem Risikotragfähigkeitsleitfaden "Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung ICAAP - Neuausrichtung" barwertnah. Die Risikotragfähigkeit ist in meinem Hause ein zentrales Instrument, um die Unterlegung der Adressenausfall-, Marktpreis -, Liquiditätsrisiken und Operationelle Risiken mit entsprechendem Risikodeckungspotential darzustellen. Hierzu werden für die einzelnen Risikoarten entsprechend angemessene Risikoobergrenzen festgelegt und regelmäßig überprüft.

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung beträgt die ökonomische Risikodeckungsmasse zum Berichtsstichtag TEUR 56.370 (Vorjahr TEUR 60.637), womit die Risiken hinreichend abgeschirmt werden. Die Risikodeckungsmasse setzt sich hauptsächlich aus dem Eigenkapital, dem Barwert sicherer Provisionserträge sowie den stillen Reserven im Zinsbuch zusammen.

Im Kalenderjahr 2023 habe ich für mein Bankhaus ein Gesamtlimit für alle Risiken in Höhe von 25 Mio. Euro festgelegt. Dieses teilt sich wie folgt auf die einzelnen Risiken auf:

Adressrisiken: 16 Mio. EUR

Marktpreisrisiken: 3,75 Mio. EUR

Liquiditätsrisiko: 3,25 Mio. EUR

Operationelles Risiko: 2 Mio. EUR

Das Liquiditäts-Spread-Risiko ist für mein Bankhaus gemäß Risikoinventur aus 12.2023 nicht relevant. Das wesentliche Zahlungsunfähigkeitsrisiko wird mit der Survival Period gemessen und gesteuert. Somit liegt die Auslastung des Liquiditätsrisikos bei 0 %.

Die Risikoauslastung wird stetig überwacht und beträgt zum Berichtsstichtag 40 %. Im Kalenderjahr wurde kein Limit überschritten. Die ökonomische Risikotragfähigkeit war im Jahr 2023 stets gegeben.

Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsberechnung war die normative Risikotragfähigkeit im Jahr 2023 ebenfalls gegeben.

Die Einhaltung und die Angemessenheit der Risikolimitierung überprüfe ich vierteljährlich und passe diese bei Bedarf an.

Die regelmäßige Durchführung von Stresstests für die zuvor beschriebenen wesentlichen Risikoarten dient der Überprüfung einer ausreichenden Kapitalausstattung der Bank unter außergewöhnlichen, aber plausiblen "Stressereignissen". Die als Ausgangspunkt für die Stresstests modellierten Szenarien werden jährlich neu beziehungsweise anlassbezogen von der Geschäftsleitung festgelegt. Dabei wird zwischen qualitativen und quantitativen Stresstests unterschieden. Bei den qualitativen Stresstests werden unterschiedliche Szenarien und deren Auswirkung auf das Risiko untersucht. Bei den quantitativen Stresstests dagegen untersuche ich die Auswirkungen von Parameterverschlechterungen auf das Risiko.

5. Ausblick und Chancen

Gesamtwirtschaftliche Lage aus Sicht der Bank

Alle nachfolgend getroffenen Annahmen stehen unter dem Vorbehalt der weiteren geopolitischen Entwicklungen.

Selten war der Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Lage so schwierig wie zu Beginn des Jahres 2024.

Die anhaltenden Konflikte in der Ukraine sowie im Nahen Osten sind für Europa und die Welt eine Herausforderung. Es ist aktuell schwer vorauszusagen, wie sich die Lage dort entwickelt und wie die wirtschaftliche Situation beeinflusst wird. Die Lieferketten reagieren zudem äußerst sensibel auf Veränderungen. Dazu kommt weiterhin die Verknappung von zahlreichen Rohstoffen sowie die enorme Preissteigerung insbesondere für Lebensmittel und Energie. So sind die Nahrungsmittelpreise im letzten Kalenderjahr um 5,5 % gestiegen. Für das Jahr 2024 wird ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0,7 % prognostiziert. Die Inflationsrate dürfte von 6,1 % im Jahr 2023 auf 2,6 % im Jahr 2024 zurückgehen.

Im Vergleich zum letzten Jahr müssen wir diesen Winter keine Angst haben, dass die Rohstoffe nicht ausreichen werden. Der Preisanstieg des letzten Jahres stellt Unternehmen unverändert vor enorme Herausforderungen und belastet auch die privaten Haushalte weiterhin.

Ich gehe auch im Jahr 2024 von einem geringen Wirtschaftswachstum aus. Die Diskussionen über den Bundeshaushalt mit den avisierten Sparmaßnahmen der Bundesregierung werden die Bevölkerung und auch der Mittelstand weiter verunsichern. Insbesondere der Mittelstand wird Investitionen aufschieben. Ich denke das Bruttoinlandprodukt wird im Jahresdurchschnitt weiter sinken; ich rechne mit einer ähnlichen Entwicklung wie im Kalenderjahr 2023. Somit wäre es das zweite schrumpfende Jahr hintereinander.

Nach diversen Zinserhöhungen der Notenbank bis September 2023 erwarte ich den nächsten Zinsschritt ab dem zweiten Quartal 2024. Ich gehe davon aus, dass die Notenbank die Zinsen langsam aber stetig senken wird. Dies wird sich positiv auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen auswirken. Von einer Erholung gehe ich allerdings erst im Kalenderjahr 2025 aus.

Auch die Deutsche Bundesbank geht von einer Erholung der Wirtschaft in den kommenden Jahren aus. Das geht aus der aktuellen Deutschland-Prognose der Deutschen Bundesbank hervor. Gegenwärtig bremst vor allem noch die schwache Auslandsnachfrage die Industrie, zudem zeigt sich der private Konsum zögerlich und die höheren Finanzierungskosten dämpfen die Investitionen. Ab Anfang 2024 erwartet die Bundesbank eine langsame aber eine positive Veränderung in der Nachfrage. Die Inflation in Deutschland ist auf dem Rückzug, aber für eine Entwarnung ist es, aus Sicht der Bundesbank, noch zu früh 11.

Bankhauses C.L. Seeliger

Implikationen aus dem gesamtwirtschaftlichen Ausblick schlagen sich auch auf das Bankhaus nieder.

Mit dem Wegfall der negativen Zinsen im Kalenderjahr 2022 und den diversen Zinsschritten im Kalenderjahr 2023 konnte ich meinen Kunden auf diverse Passivprodukte wieder Zinsen zahlen. Die Zinserhöhung führte zu einer Renaissance von klassischen Passivprodukten wie Sparbriefen und Kündigungsgeldern. Auch im Jahr 2024 wird es mir möglich sein, durch die tägliche Anlage der überschüssigen Liquidität bei der Bundesbank einen guten Zinsertrag zu generieren. Gleichzeitig werde ich meinen Kunden eine angemessene Verzinsung anbieten können. Ich gehe davon aus, dass sich der Zinsüberschuss im Vergleich zum Kalenderjahr 2023 verringern wird, gleichzeitig rechne ich aber mit einem höheren Überschuss als 2022. Ich gehe auch davon aus, dass sich die Wirtschaft im Jahresverlauf stabilisieren wird und ich dies an der Investitionsbereitschaft meiner Kunden und der wieder ansteigenden Nachfrage nach Krediten spüren werde.

Eine große Herausforderung ist weiterhin die Digitalisierung. Das Bankhaus wird durch die sinnvolle Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftsmodells durch den sinnvollen Ausbau der technischen Unterstützung und der Weiterentwicklung im Bereich Digitalisierung seine Nische der hochwertigen Kundenberatung nutzen und strategisch ausbauen. Dabei werden bereits angedachte Entwicklungen bzw. Kooperationen mir helfen, mein Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.

Am 01. Juli 2023 eröffnete ich erstmals in meiner Unternehmensgeschichte eine Repräsentanz außerhalb meines Stammgebietes Wolfenbüttel. Die Entscheidung der geografischen Expansion habe ich aufgrund der steigenden Nachfrage nach individuellen Private-Banking Dienstleistungen getroffen. In Hamburg biete ich Vermögensverwaltungs- und Beratungsdienstleistungen an. Die Expansion ist im Kalenderjahr 2023 sehr erfolgreich gestartet. Ich konnte viele neue Kunden gewinnen und gehe davon aus, dass der Trend im Jahr 2024 weiterhin anhalten wird.

Die Steuerung von ESG-Risiken hat bei mir hohe Priorität und stellt mich und mein Team regelmäßig vor Herausforderungen. In den vergangenen Jahren habe ich begonnen, mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Der regulatorische Druck in dem Bereich ist enorm. Dies ist unter anderem der Grund dafür, dass ESG im Jahr 2024 noch mehr in meinen Fokus rücken wird. Ich plane in der Zukunft die Erstellung eines CO 2 -Fußabdruckes. Ich werde meine Aktivitäten bei der Analyse des Kundenbestands intensivieren, um hier Chancen zu ergreifen und Risiken zu minimieren. Im Bereich der Anlageberatung frage ich meine Kunden seit August 2022 nach ihrer Nachhaltigkeitspräferenz. Hierzu habe ich im vergangenen Jahr auch einen Vertrag mit einem externen Dienstleister geschlossen. Aktuell fokussiere ich mich intensiv auf die Erweiterung der Analysen im Kreditbereich. Des Weiteren bin ich bereits seit Jahren dabei, das Thema immer intensiver in die bestehenden Risikocontrollingprozesse zu integrieren. ESG wird in meiner jährlichen Risikoinventur berücksichtigt. Da ich in absehbarer Zeit verpflichtet bin, einen Nachhaltigkeitsbericht zu schreiben, habe ich bereits begonnen, mich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und diese zu strukturieren. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der aufsichtsrechtliche Fokus, der auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt wird, mich in den nächsten Jahren sowohl vor technische als auch personelle Herausforderungen stellen wird.

11 Deutsche Bundesbank, Deutschland-Prognose der Bundesbank: Sinkende Inflation, aber noch keine Entwarnung, Pressemitteilung vom 15.Dezember 2023.

Auch im Jahr 2024 rechne ich weiterhin mit Änderungen in der Regulatorik. Ich gehe davon aus, dass in den Bereichen Bankenregulierung, Steuern, Geldwäscheprävention, Nachhaltigkeit und Bankeninfrastruktur die Veränderung unvermindert anhält. Ich plane deswegen auch weitere Investitionen in die bestehende IT-Infrastruktur sowie den Ausbau meiner Personalausstattung im Bereich IT. Außerdem investiere ich in die Aus- und Weiterbildung meiner bestehenden Mitarbeiter, damit diese den neuen Anforderungen gerecht werden können.

Die Inflation macht mir weiter Sorgen. Zweitrundeneffekte, wie z. B. Lohnsteigerungen, setzen ein. Der Arbeitskräftemangel nimmt zu. Ich muss den Spagat zwischen Kosten und Weiterentwicklung gezielt angehen, um ein attraktiver Dienstleister und Arbeitgeber zu bleiben. Dies wird in der sich wandelnden Gesellschaft mit Investitionen verbunden sein.

Meine Planung für 2024 sieht einen weiterhin moderaten Ausbau der Forderungen an Kunden vor. Ich plane insgesamt mit einer Steigerung von 2,3 %.

Im Bereich des Vermögensmanagements plane ich den erfolgreichen Trend aus 2023 fortzusetzen; mein Ziel ist hier insbesondere der weitere Ausbau der Vermögensverwaltung.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Ausbau der Personalabteilung. Ich plane für das Jahr 2024 weitere Neueinstellungen und somit eine Erhöhung der Anzahl meiner Mitarbeiter. Dies gilt sowohl für Wolfenbüttel als auch für meine Repräsentanz in Hamburg. Hierdurch will ich das geplante Wachstum sichern und den regulatorischen Anforderungen gerecht werden.

Zum 30. September 2024 wird der langjährige persönlich haftende Gesellschafter Friedrich-Carl Heidebroek in den Ruhestand gehen. Als neuer persönlich haftender Gesellschafter ist der Generalbevollmächtige Cosimo von Dungern vorgesehen.

Wie auch in den letzten 230 Jahren gilt für das Jahr 2024: "Alles mit Bedacht!"

Vor diesem Hintergrund erwarte ich für das nächste Geschäftsjahr eine geordnete Vermögens- und Finanzlage. Im Jahr 2024 gehe ich von einem geringeren Betriebsergebnis vor Steuern als im Jahr 2023 aus. Das Ergebnis des Jahres 2023 ist, bedingt durch den massiven Leitzinsanstieg in Verbindung mit der Flexibilität des Bankhauses, ein außerordentliches Jahr gewesen. Gleichzeitig rechne ich mit einem höheren Betriebsergebnis vor Steuern als im Kalenderjahr 2022.

 

Wolfenbüttel, im März 2024

Bankhaus C. L. Seeliger

Friedrich-Carl Heidebroek

Christoph Schmitz

Jahresbilanz

AKTIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 1.732.071,99 1.670
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 6.483.956,03 5.170
darunter: bei der Deutschen Bundesbank EUR 6.483.956,03 8.216.028,02 6.840
(Vorjahr: TEUR 5.170)
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 360.603.510,64 251.726
b) andere Forderungen 20.252.083,33 20.028
380.855.593,97 271.754
3. Forderungen an Kunden 547.555.231,85 540.188
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert EUR 197.635.503,00
(Vorjahr: TEUR 256.887)
4. Beteiligungen 2.310,00 2
darunter:
an Kreditinstituten EUR 2.301,00
(Vorjahr: TEUR 2)
an Finanzdienstleistungsinstituten EUR 0,00
(Vorjahr: TEUR 0)
5. Treuhandvermögen 2.158.341,08 2.471
darunter: Treuhandkredite EUR 2.158.341,08
(Vorjahr: TEUR 2.471)
6. Immaterielle Anlagewerte
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7,00 0
7. Sachanlagen 4.747.730,50 4.454
8. Sonstige Vermögensgegenstände 474.102,56 461
9. Rechnungsabgrenzungsposten 18.782,95 25
10. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 2.000,00 5
Summe der Aktiva 944.030.127,93 826.201

PASSIVA

31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 3.607.281,89 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 187.074.782,29 192.712
190.682.064,18 192.712
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 9.968.013,71 12.996
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei M 505.370,64 690
10.473.384,35 13.686
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 431.388.197,53 457.748
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 241.270.250,32 101.982
672.658.447,85 559.730
683.131.832,20 573.417
3. Treuhandverbindlichkeiten 2.158.341,08 2.471
darunter: Treuhandkredite EUR 2.158.341,08
(Vorjahr: TEUR 2.471)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 1.341.014,11 492
5. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 0
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 793.045,00 850
b) Steuerrückstellungen 1.145.755,20 164
c) andere Rückstellungen 1.941.778,18 2.152
3.880.578,38 3.166
7. Nachrangige Verbindlichkeiten 9.955.355,34 6.609
8. Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals 5.088.000,00 5.088
9. Fonds für allgemeine Bankrisiken 250.000,00 250
10. Eigenkapital
a) Festkapital 25.650.000,00 24.450
Eingefordertes Kapital EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
b) Rücklagen 13.190.000,00 13.190
c) Bilanzgewinn 8.702.942,64 4.356
47.542.942,64 41.996
Summe der Passiva 944.030.127,93 826.201
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 11.352.300,98 11.327
2. Andere Verpflichtungen
a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 20.406.233,04 45.081

Gewinn- und Verlustrechnung

Vorjahr
EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 27.631.312,19 12.999
darunter: Negativzinsen auf Aktiva: EUR 0,00
(Vorjahr: TEUR -923)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 0,00 27.631.312,19 0
12.999
2. Zinsaufwendungen 8.376.850,94 1.232
darunter: Negativzinsen auf Passiva: EUR -32.005,65 19.254.461,25 11.767
(Vorjahr: TEUR -303)
3. Provisionserträge 4.587.998,54 5.134
4. Provisionsaufwendungen 363.456,72 513
4.224.541,82 4.622
5. Sonstige betriebliche Erträge 124.628,36 278
6. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.416.783,16 4.665
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.024.397,22 960
darunter: für Altersversorgung EUR 184.961,65 6.441.180,38 5.625
(Vorjahr: TEUR 198)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.304.793,12 3.649
10.745.973,50 9.274
7. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 429.418,42 392
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 137.513,38 117
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 1.420.104,30 1.180
10. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 10.870.621,83 5.703
11. Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 0
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.721.479,20 900
13. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 8 ausgewiesen 8.949,99 9
1.730.429,19 910
14. Jahresüberschuss 9.140.192,64 4.793
15. Vorabvergütung -437.250,00 -437
16. Gewinnvortrag 0,00 800
17. Bilanzgewinn 8.702.942,64 5.156

HRA 12824, Amtsgericht Braunschweig

Anhang

A. Allgemeines

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde nach den Bestimmungen der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) sowie der ergänzenden Regelungen des Gesellschaftsvertrags erstellt.

Die Aktiva und Passiva sind unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie der RechKredV bewertet.

Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform nach Formblatt 3 zu § 2 Rech- KredV gewählt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Das Bankhaus wendet unverändert folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze an:

Die Barreserve wird zum Nominalwert bilanziert.

Die Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind zum Nominalwert angesetzt, Zinsabgrenzungen werden separat ausgewiesen. Für Kreditrisiken bestehen Einzelwertberichtigungen, Pauschalwertberichtigungen, pauschalierte Einzelwertberichtigungen sowie Rückstellungen. Die Wertberichtigungen werden von den Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Rückstellungen werden für Avale und Kreditzusagen ausfallgefährdeter Engagements gebildet. Einzelwertberichtigungen werden jeweils für den Blankoanteil eines Engagements gebildet, welches vom Bankhaus als ausfallgefährdet eingestuft wird. Die pauschalierte Einzelwertberichtigung wurde im Kalenderjahr 2022 aufgrund der massiv gestiegenen Energiekosten gebildet. Hier wurden Engagements zusammengefasst, die von dem starken Anstieg der Energiekosten am stärksten betroffen waren. Auch hier wurde auf den Blankoanteil der jeweiligen Engagements die pauschalierte Einzelwertberichtigung gebildet. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt auf Grundlage der Bewertungsvereinfachung des IDW RS BFA 7. Die Ermittlung der pauschalen Risikovorsorge erfolgt auf Basis des Ein-Jahres-Expected-Loss unter Berücksichtigung einer Einbringungsquote in Höhe von 25 % auf Exposures mit bestellten Sicherheiten (ohne Abzug der Bonitätsprämie). Im abgelaufenen Kalenderjahr kann die Ausgeglichenheit weiter angenommen werden, hierfür wurde eine entsprechende Analyse auf den 31. Dezember durchgeführt. Kann eine Ausgeglichenheit nicht mehr angenommen werden bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, beurteilt das Bankhaus aufgrund definierter Kriterien, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist. Die Rückstellungen werden für latente Risiken aus Avalen gebildet.

Die Beteiligung wird zu Anschaffungskosten bilanziert.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert bilanziert. Abzugrenzende Zinsen werden bei den korrespondierten Posten ausgewiesen. Die Bewertung der immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen, wobei grundsätzlich die steuerlichen Abschreibungsdauern als ökonomisch angemessene Nutzungsdauern angesehen werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis EUR 800,00 werden sofort abgeschrieben. Die übrigen Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen passiviert.

Die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Zugrundelegung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck und eines Rechnungszinses von 1,83 % (Vorjahr: 1,80 %), sowie einer Anpassung der laufenden Renten von unverändert 1,83 % p.a. berechnet. Der Rechnungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB nach der Vereinfachungsregelung ermittelt. Der Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 HGB beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 3 (Vorjahr: TEUR 14). Der Aufzinsungsaufwand aus der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR18) wurde im Personalaufwand (Aufwendungen für Altersversorgung) erfasst.

Die Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken aus schwebenden Geschäften und ungewissen Verpflichtungen in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden nicht abgezinst. Die Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden grundsätzlich entsprechend § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Zur Ermittlung des Rückstellungsbedarfs zur verlustfreien Bewertung des Bankbuches wird die barwertorientierte Methode entsprechend IDW RS BFA 3 n.F. angewendet. Dabei wurden die bei den entsprechenden zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen vorhandenen stillen (Netto-)Zinslasten herangezogen, die sich aus der Gegenüberstellung und Diskontierung der Zinsverpflichtungen und -ansprüche bemessen. Der Barwert des Bankbuchs wurde dabei nach Abzug anteiliger Risiko- und Verwaltungskosten mit den Buchwerten verglichen. Eine Berechnung und Aufteilung der Verwaltungskosten erfolgt jährlich. Daraus ergab sich zum 31.12.2023 kein Verpflichtungsüberschuss und somit kein Rückstellungsbedarf.

Die begebenen Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals sind handelsrechtlich als Verbindlichkeiten zu qualifizieren und mit ihrem Erfüllungsbetrag beziehungsweise Nominalbetrag bewertet. Der Zinsaufwand wird auf Basis der erwarteten Zahlungen an die Inhaber der Instrumente abgegrenzt.

Positionen, die im aktuellen Jahr und im Vorjahr keinen Saldo aufweisen, werden nicht aufgeführt.

Nicht bilanzwirksame Geschäfte wie die unwiderruflichen Kreditzusagen wurden in die quartalsweise Risikoberechnung des Expected Loss einbezogen.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sind mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag gemäß § 340h i.V.m. § 256 a HGB bewertet.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute enthalten im Wesentlichen die tägliche Anlage bei der Deutschen Bundesbank i.H.v. nominal TEUR 354.000 sowie ein Termingeldgeschäft mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank über nominal TEUR 20.000. Das Termingeld ist an diese verpfändet und dient der Sicherung des Refinanzierungsgeschäfts mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden beinhalten zum Bilanzstichtag im Wesentlichen die Forderungen aus täglich fälligen Forderungen in Höhe von TEUR 107.034 (Vorjahr: TEUR 113.451), Forderungen aus Depotgebühren und der Vermögensverwaltung in Höhe von TEUR 588 (Vorjahr: TEUR 610) sowie aus Forderungen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von TEUR 439.933 (Vorjahr: TEUR 426.127).

Beteiligungen

Die Beteiligung (Beteiligungsanteil 0,06 %) besteht an der Niedersächsischen Bürgschaftsbank (NBB) GmbH, Hannover, die gemäß Jahresabschluss 2022 ein bilanzielles Eigenkapital von TEUR 35.022 sowie einen Jahresüberschuss von TEUR 2.328 aufwies.

Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten

Hierunter sind jeweils Treuhandkredite und -verbindlichkeiten von TEUR 2.158 (Vorjahr: TEUR 2.471) ausgewiesen. Die originären Bilanzposten wären auf der Aktivseite die Forderungen an Kunden und auf der Passivseite die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Der wesentliche Anteil der Treuhandkredite wurde im Rahmen der, bedingt durch die Corona-Pandemie, herausgelegten Programme der Investitionsbanken vergeben.

Immaterielle Anlagewerte, Sachanlagen

Die Entwicklung der Anlagenpositionen Beteiligungen, immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen ist im Einzelnen der Anlage zum Anhang zu entnehmen.

Das Sachanlagevermögen (Grundstücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung) dient vollumfänglich der eigenen Geschäftstätigkeit.

Die Sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten hauptsächlich Goldbarren und Goldmünzen (TEUR 352; Vorjahr: TEUR 352).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

In den täglich fälligen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von TEUR 2.953 (Vorjahr: TEUR 2.043) enthalten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen gegenüber der Stadt Wolfenbüttel wegen noch abzuführender Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 1.241 (Vorjahr: TEUR 371).

Laufzeitgliederung ausgewählter Bilanzpositionen

2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute
davon mit einer Restlaufzeit
bis drei Monate 0 20.028
mehr als drei Monate bis ein Jahr 20.252 0
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 0 0
über fünf Jahre 0 0
Forderungen an Kunden
davon mit einer Restlaufzeit
bis drei Monate 148.852 139.881
mehr als drei Monate bis ein Jahr 95.814 65.723
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 180.664 200.333
über fünf Jahre 122.226 134.251
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
davon mit einer Restlaufzeit
bis drei Monate 5.928 5.629
mehr als drei Monate bis ein Jahr 17.135 16.985
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 69.901 71.332
über fünf Jahre 94.111 98.766
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten
davon mit einer Restlaufzeit
bis drei Monate 22 13
mehr als drei Monate bis ein Jahr 14 6
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 405 645
über fünf Jahre 65 26
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
davon mit einer Restlaufzeit
bis drei Monate 190.134 81.783
mehr als drei Monate bis ein Jahr 20.699 14.221
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 25.674 5.723
über fünf Jahre 198 255

Forderungen mit unbestimmter Laufzeit betragen TEUR 107.622 (Vorjahr: TEUR 114.061).

Gegenüber Gesellschaftern betragen die Forderungen TEUR 369 (Vorjahr: TEUR 2.572) und die Verbindlichkeiten TEUR 30.213 (Vorjahr: TEUR 17.215).

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Rückstellungen im Kreditgeschäft TEUR 720 (Vorjahr: TEUR 750), Prüfungskosten TEUR 137 (Vorjahr: TEUR 295) und Überstunden/Resturlaub TEUR 160 (Vorjahr: TEUR 71) gebildet. Unter den sonstigen Rückstellungen befinden sich insbesondere Rückstellungen für Rechtskosten TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 0) sowie TEUR 650 (Vorjahr: TEUR 650) für gegebenenfalls entstehende Verpflichtungen aus Rechtstreitigkeiten mit Kunden. Die Rückstellungen haben weitestgehend eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Das Bankhaus hat nachrangige Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt nominal TEUR 9.775 (Vorjahr: TEUR 6.300) begeben.

Ein Nachrangdarlehen mit TEUR 1.000 übersteigt 10 % des Gesamtbetrags der Nachrangdarlehen. Es hat eine Laufzeit bis 13.12.2028. Der Zinssatz beträgt 3,00 %.

Die Darlehensbeträge werden im Falle der Insolvenz des Darlehensnehmers erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückerstattet.

Nachträglich kann der Nachrang nicht beschränkt sowie die Laufzeit nicht verkürzt werden. Die Darlehen sind für die gesamte Laufzeit durch den Darlehensgeber unkündbar.

Für die nachrangigen Einlagen werden Sicherheiten oder Garantien weder durch das Bankhaus noch durch Dritte gestellt.

Das Bankhaus behält sich die fristlose Kündigung der nachrangigen Einlagen für den Fall vor, dass sich die geltende steuerliche Behandlung der nachrangigen Einlagen ändert, insbesondere, aber nicht ausschließlich, wenn dies zu Zuzahlungen an den Anleger der nachrangigen Einlagen führt. Die fristlose Kündigung bedarf der vorherigen Erlaubnis der zuständigen Bankaufsichtsbehörde.

Das Bankhaus behält sich die fristlose Kündigung der nachrangigen Einlagen für den Fall vor, dass sich ihre aufsichtsrechtliche Einstufung ändert, so dass sie wahrscheinlich von den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln ausgeschlossen werden oder als Eigenmittel geringerer Qualität eingestuft werden. Die fristlose Kündigung bedarf der vorherigen Erlaubnis der zuständigen Bankaufsichtsbehörde.

Zinsaufwendungen für die nachrangigen Schuldscheindarlehen fielen im Jahr 2023 in Höhe von TEUR 295 (Vorjahr: TEUR 285) an. Die Abgrenzung für die aufgelaufenen Zinsen wird in der Position Nachrangverbindlichkeiten ausgewiesen.

Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals

Unter den Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals weist das Bankhaus AT1-Instrumente ("CoCo-Darlehen") in Höhe von insgesamt TEUR 4.800 (Vorjahr: TEUR 4.800) aus.

Das AT1-Instrument stellt eine unbesicherte Kapitalüberlassung dar. Die Zinszahlungen für das Instrument bemisst sich an deren Nominalbetrag. Die Zinszahlung der jeweiligen Kapitalüberlassung ist bis einschließlich zum Ende der ersten Zinsperiode (je nach Anlage Geschäftsjahr 2031 bis 2034) fix. Danach wird der Zinssatz in Abhängigkeit des 5-Jahres-Swapsatzes durch das Bankhaus für jedes Geschäftsjahr neu festgelegt. Die Bedingungen beinhalten Regelungen, nach denen das Bankhaus sowohl verpflichtet werden kann, die Zinszahlungen nicht zu leisten als auch das umfassende Recht zur alleinigen Entscheidung hat, jederzeit Zinszahlungen entfallen zu lassen.

Das Instrument hat kein Fälligkeitsdatum. Das Bankhaus kann den ausstehenden Kapitalbetrag vorbehaltlich der vorherigen Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unter Einhaltung einer Frist zur Ankündigung der (Teil-)Rückzahlung gegenüber dem Kapitalgeber ganz oder teilweise zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres zurückzahlen. Für einen Teil der Anlagen kann diese Option bereits gezogen werden, für andere Anlage kann dies erst mit Ende des Geschäftsjahres 2024 erfolgen. Jede vorzeitige Kündigung bedarf der vorherigen Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde.

Zinsaufwendungen für die CoCo-Darlehen fielen im Jahr 2023 in Höhe von TEUR 288 (Vorjahr: TEUR 288) an. Die Abgrenzung für die aufgelaufenen Zinsen wird in dem Bilanzposten Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals ausgewiesen.

Eigenkapital

Das Festkapital in Höhe von TEUR 25.650 (Vorjahr: TEUR 24.450) entfällt mit TEUR 2.180 (Vorjahr: TEUR 2.078) auf die Komplementäre und mit TEUR 23.470 (Vorjahr: TEUR 22.372) auf die Kommanditisten.

Eventualverbindlichkeiten

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungen 9.632 9.462
sonstigen Gewährleistungen 1.720 1.865

Für drohende Inanspruchnahmen wurde eine entsprechende Rückstellung gebildet.

Andere Verpflichtungen

Unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von TEUR 20.406 (Vorjahr: TEUR 45.081) betreffen ausschließlich Darlehenszusagen. Diese Zusagen sind Bestandteil des originären Kreditgeschäfts und unterliegen denselben Bewertungskriterien wie alle übrigen mit Adressenausfallrisiken behafteten Forderungen.

In Bezug auf die Verbindlichkeiten liegt ein zur Sicherheit übertragener Vermögensgegenstand in Form einer verpfändeten Termingeldanlage an die Landwirtschaftliche Rentenbank in Höhe von nominal TEUR 20.000 vor.

Fremdwährungsposten

Auf Fremdwährungen lautende Posten sind mit TEUR 106 (Vorjahr: TEUR 212) bei den Forderungen an Kreditinstitute enthalten und dienen als Gegengeschäft zu den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit TEUR 106 (Vorjahr: TEUR 212). Weiterhin werden Sortenbestände in Höhe von TEUR 13 (Vorjahr: TEUR 24) in der Position Barreserve geführt.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss liegt im Kalenderjahr bei TEUR 19.254 (Vorjahr: TEUR 11.767). Der deutliche Anstieg des Überschusses resultiert zum einen aus der täglichen Anlage der überschüssigen Liquidität, mit einem Zinssatz zum Bilanzstichtag von 4 %, bei der Bundesbank und zum anderen aus den gestiegenen Zinsen im Darlehens- und Kontokorrentbereich.

Sonstige betriebliche Erträge und sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 125 (Vorjahr: TEUR 278) setzen sich insbesondere durch den Ertrag aus Anlageverkäufen, den Erstattungen von Gerichtskosten sowie aus den Kursgewinnen, die aus dem Handel mit Devisen und Sorten stammen, zusammen. Die Erträge aus Anlageverkäufen belaufen sich auf TEUR 20 (Vorjahr: TEUR 28) und werden unter dem Posten 5. "Sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen. Die Erstattung von Gerichtskosten belaufen sich auf TEUR 46 (Vorjahr: TEUR 63). Daneben werden die Erträge aus der Fremdwährungsumrechnung TEUR 52 (Vorjahr: TEUR 85) und die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung TEUR 45 (Vorjahr: TEUR 80) saldiert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen primär mit TEUR 52 (Vorjahr: TEUR 81) Aufwendungen und Unterhaltung für die Verwertung von Sicherungsobjekten u.a. Rechtskosten sowie TEUR 64 (Vorjahr: TEUR 17) Aufwendungen für die Erstellung von Gutachten.

Jahresüberschuss

Der Jahresüberschuss des Vorjahres wurde im Jahr 2023 in Höhe von insgesamt TEUR 4.793 an die Gesellschafter ausgeschüttet, hiervon wurden TEUR 1.200 zur Erhöhung des Festkapitals wieder eingezahlt. Der Jahresüberschuss für das aktuelle Jahr soll in Höhe von TEUR 9.140 ausgeschüttet werden. Davon soll ein Anteil von TEUR 2.500 als Festkapitalerhöhung wieder eingelegt werden.

E. Nachtragsbericht

Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag i.S.d. § 285 Nr. 33 HGB waren nicht zu verzeichnen.

F. Sonstige Angaben

Latente Steuern

Aufgrund der Abweichungen zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen, den Pensionsrückstellungen sowie den Ergänzungsbilanzen ergibt sich zum 31. Dezember 2023 ein Aktivüberhang in Höhe von TEUR 259 (Vorjahr: TEUR 434). Unter Berücksichtigung eines Steuersatzes von 15 % resultiert daraus eine aktive latente Steuer in Höhe von TEUR 39 (Vorjahr: TEUR 65). Von der Inanspruchnahme des Wahlrechts der Aktivierung des Aktivüberhangs gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde kein Gebrauch gemacht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3a HGB bestehen im Wesentlichen aus Dienstleistungsverträgen im Verwaltungsbereich. Diese sind für die Beurteilung der Finanzlage weder einzeln noch insgesamt von Bedeutung.

Termingeschäfte

Am Bilanzstichtag bestanden keine Devisen- oder sonstigen Termingeschäfte.

Beschäftigte

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter ohne persönlich haftende Gesellschafter und Auszubildende/Praktikanten betrug 70 (Vorjahr: 68), davon sind 22 (Vorjahr: 20) Teilzeitkräfte.

Abschlussprüferhonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB betrifft (exkl. USt) mit TEUR 170 (Vorjahr: TEUR 158) Abschlussprüfungsleistungen und mit TEUR 40 (Vorjahr: TEUR 40) andere Bestätigungsleistungen, die wie im Vorjahr ausschließlich die Prüfung des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 WpHG betreffen.

Organe

Mit der Geschäftsführung waren im Berichtsjahr die persönlich haftenden Gesellschafter Friedrich-Carl Heidebroek, Bankkaufmann, und Christoph Schmitz, Bankkaufmann, betraut.

Die Gesamtbezüge der persönlich haftenden Gesellschafter werden unter Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB nicht angegeben.

Die Gesamtbezüge früherer Geschäftsleiter betrugen TEUR 137 (Vorjahr: TEUR 134).

Für frühere Mitglieder der Geschäftsleitung sind Rückstellungen für laufende Pensionen in Höhe von TEUR 793 (Vorjahr: TEUR 850) dotiert.

Dem gemäß § 5 des Gesellschaftsvertrages gebildeten Beirat gehörten im Berichtsjahr folgende Herren an:

Michael Papenfuß (Vorsitzender) Präsidiumsmitglied des Hamburger Sport-Verein e.V. (ehemaliges Mitglied des Vorstands der Schwäbische Bank Aktiengesellschaft)
Peter Müller Kronberg (ab 24. April 2023) Geschäftsführer der Friedrich Zufall GmbH & Co. KG
Dr. Marcus Lingel Dipl.-Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der MERKUR BANK KGaA
Dr. Johannes Waitz LL.M Rechtsanwalt, Göhmann Rechtsanwälte und Notare

Die Gesamtbezüge des Beirats betrugen TEUR 94 (Vorjahr: TEUR 104).

Angaben nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG

Das Bankhaus C. L. Seeliger mit Sitz in Wolfenbüttel hat zum 31. Dezember 2023 eine Repräsentanz in Hamburg und ist ausschließlich bankgeschäftlich tätig. Sämtliche im Jahresabschluss dargestellten Angaben beziehen sich auf die Bundesrepublik Deutschland.

Das Bankhaus erzielt als Kreditinstitut keine Umsätze i.S.d. § 275 HGB. Der dem Umsatz entsprechende Betrag wird als Summe aus Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss und sonstige betriebliche Erträge ermittelt und beträgt im Geschäftsjahr 2023 TEUR 23.603.

Am 31.Dezember 2023 hatte das Bankhaus 81 Lohn- und Gehaltsempfänger, in Vollzeitäquivalenten sind das 74.

Im Jahr 2023 hat das Bankhaus einen Gewinn vor Steuern in Höhe von TEUR 10.871, die Steuern auf den Gewinn betragen TEUR 1.730.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beträgt 0,97 %.

Das Bankhaus C.L. Seeliger hat im Jahr 2023 keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Die nach Teil 8 der CRR offengelegten Angaben, die nicht Bestandteil des Jahresabschlusses sind, werden im Offenlegungsbericht, der auf der Homepage veröffentlicht wurde, ersichtlich.

 

Wolfenbüttel, im März 2024

Bankhaus C. L. Seeliger Kommanditgesellschaft

Friedrich-Carl Heidebroek

Christoph Schmitz

Angabe zur Feststellung:

Der Jahresabschluss 2023 wurd am 22. April 2024 festgestellt

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anschaffungskosten
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
5. Beteiligungen 2.310,00 0,00 0,00 0,00 2.310,00
7. Immaterielle Anlagewerte 67.470,34 0,00 0,00 0,00 67.470,34
8. Sachanlagen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
Grundstücke 16.557,60 0,00 0,00 0,00 16.557,60
Bankgebäude 6.768.679,49 0,00 300.026,98 0,00 7.068.706,47
Anlagen im Bau 80.598,65 249.340,88 -324.945,98 0,00 4.993,55
6.865.835,74 249.340,88 -24.919,00 0,00 7.090.257,62
b) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Büromaschinen 519.022,58 35.711,69 0,00 3.600,00 551.134,27
Kraftfahrzeuge 679.912,41 323.801,32 182.397,12 821.316,61
sonstiges Inventar 494.973,91 29.519,75 24.919,00 4.044,55 545.368,11
EDV-Anlage 231.196,06 81.692,31 0,00 312.888,37
PC, Drucker und Zubehör 109.448,89 25.041,12 134.490,01
Geringwertige Anlagegüter 0,00 34.263,04 0,00 34.263,04
2.034.553,85 530.029,23 24.919,00 190.041,67 2.399.460,41
c) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
8.900.389,59 779.370,11 0,00 190.041,67 9.489.718,03
8.970.169,93 779.370,11 0,00 190.041,67 9.559.498,37
Abschreibungen
Stand 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
5. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
7. Immaterielle Anlagewerte 67.463,34 0,00 0,00 0,00 67.463,34
8. Sachanlagen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
Grundstücke 0,60 0,00 0,00 0,00 0,60
Bankgebäude 3.190.830,49 173.720,98 0,00 0,00 3.364.551,47
Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.190.831,09 173.720,98 0,00 0,00 3.364.552,07
b) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Büromaschinen 367.525,58 32.443,74 0,00 399.969,32
Kraftfahrzeuge 219.871,41 121.057,48 133.797,28 207.131,61
sonstiges Inventar 385.332,91 22.677,75 481,55 407.529,11
EDV-Anlage 199.678,06 24.461,31 0,00 224.139,37
PC, Drucker und Zubehör 83.608,89 20.794,12 0,00 104.403,01
Geringwertige Anlagegüter 0,00 34.263,04 0,00 34.263,04
1.256.016,85 255.697,44 0,00 134.278,83 1.377.435,46
c) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4.446.847,94 429.418,42 0,00 134.278,83 4.741.987,53
4.514.311,28 429.418,42 0,00 134.278,83 4.809.450,87
Nettobuchwerte
Stand 31.12.2023 Stand 31.12.2022
EUR EUR
5. Beteiligungen 2.310,00 2.310,00
7. Immaterielle Anlagewerte 7,00 7,00
8. Sachanlagen
a) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
Grundstücke 16.557,00 16.557,00
Bankgebäude 3.704.155,00 3.577.849,00
Anlagen im Bau 4.993,55 80.598,65
3.725.705,55 3.675.004,65
b) Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Büromaschinen 151.164,95 151.497,00
Kraftfahrzeuge 614.185,00 460.041,00
sonstiges Inventar 137.839,00 109.641,00
EDV-Anlage 88.749,00 31.518,00
PC, Drucker und Zubehör 30.087,00 25.840,00
Geringwertige Anlagegüter 0,00 0,00
1.022.024,95 778.537,00
c) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
4.747.730,50 4.453.541,65
4.750.047,50 4.455.858,65

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Bankhaus C. L. Seeliger Kommanditgesellschaft, Wolfenbüttel

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bankhaus C. L. Seeliger Kommanditgesellschaft, Wolfenbüttel, - bestehend aus der Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bankhaus C. L. Seeliger Kommanditgesellschaft, Wolfenbüttel, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU- Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchst. f) der EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 der EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir mit der Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

a)

Sachverhaltsbeschreibung (einschließlich Verweis auf zugehörige Angaben im Jahresabschluss)

b)

prüferisches Vorgehen

Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft

a) Im Jahresabschluss der Bank werden unter dem Bilanzposten "Forderungen an Kunden" Forderungen aus dem Kundenkreditgeschäft in Höhe von EUR 547,6 Mio. (das sind 58,0 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Für das Kreditportfolio existiert zum 31. Dezember 2023 eine bilanzielle Risikovorsorge bestehend aus Einzel- und Pauschalwertberichtigungen sowie pauschalierten Einzelwertberichtigungen. Die Höhe der Einzelwertberichtigungen entspricht der Differenz zwischen dem noch ausstehenden Kreditbetrag und dem niedrigeren Wert, der ihm am Abschlussstichtag beizulegen ist. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Kundenforderungen und damit verbunden die Bemessung der Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft wird insbesondere durch Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Kapitaldienstfähigkeit der Kreditnehmer und der Verität und Werthaltigkeit der hereingenommenen Sicherheiten bestimmt. Die Wertberichtigungen im Kundenkreditgeschäft sind zum einen betragsmäßig für die Vermögens- und Ertragslage der Bank von hoher Bedeutung und zum anderen mit erheblichen Ermessensspielräumen der gesetzlichen Vertreter verbunden. Darüber hinaus haben die angewandten, mit wesentlichen Unsicherheiten behafteten Bewertungsparameter einen bedeutenden Einfluss auf die Bildung bzw. die Höhe gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen. Vor diesem Hintergrund war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

Die Angaben der gesetzlichen Vertreter der Bank zur Risikovorsorge im Kundenkreditgeschäft sind in Abschnitt B. des Anhangs enthalten.

b) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst ein Verständnis über die prüfungsrelevanten Kontrollen im internen Kontrollsystem der Bank im Rahmen des Prozesses zur Identifizierung ausfallgefährdeter Kreditengagements verschafft, deren Angemessenheit beurteilt sowie die Wirksamkeit dieser Kontrollen getestet. Dabei haben wir die Geschäftsorganisation, die IT-Systeme und die relevanten Bewertungsverfahren berücksichtigt. Darüber hinaus haben wir die Bewertung der Forderungen im Kundenkreditgeschäft, einschließlich der Angemessenheit geschätzter Werte, auf der Basis von Stichproben und bewussten Auswahlprüfungen von Kreditengagements beurteilt. Dabei sind wir risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung der Kreditvolumina und der von dem Institut vergebenen Risikoklassen vorgegangen. Wir haben unter anderem die vorliegenden Unterlagen der Bank zu den Kreditnehmern bezüglich der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Werthaltigkeit der entsprechenden Sicherheiten gewürdigt. Bei Objektsicherheiten, für die uns die Bank Wertgutachten vorgelegt hat, haben wir uns ein Verständnis über die zugrunde liegenden Ausgangsdaten, die angewandten Bewertungsparameter und getroffenen Annahmen verschafft, diese kritisch gewürdigt und beurteilt, ob sie innerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen. Ferner haben wir zur Beurteilung der Einzelwertberichtigungen die von der Bank angewandten Berechnungsmethoden sowie die zugrunde liegenden Annahmen und Parameter gewürdigt und die Angemessenheit der Einschätzungen beurteilt. Darüber hinaus haben wir die Angaben der gesetzlichen Vertreter im Anhang zu der gebildeten Risikovorsorge sowie die Angaben zu den verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in Bezug auf die Risikovorsorgebildung auf Richtigkeit und Vollständigkeit beurteilt.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 der EU-APrVO

Wir wurden von der Gesellschafterversammlung am 24. April 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 3. Mai 2023 von den gesetzlichen Vertretern beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Bankhaus C. L. Seeliger Kommanditgesellschaft, Wolfenbüttel, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art. 11 der EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Matthias Rütten.

 

Hannover, den 27. März 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Matthias Rütten, Wirtschaftsprüfer

Lennart Spier, Wirtschaftsprüfer

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