Hugo Schmitz Beteiligungen GmbH
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Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
2 Gesellschafter
Kommanditgesellschaft (KG)
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Risse + Wilke GmbH & Co. KGHagen-HohenlimburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022der Risse + Wilke GmbH & Co. KGA. Grundlagen des Konzerns 1. Geschäftsmodell des Konzerns Der Risse + Wilke-Konzern ist eine Gruppe von mittelständischen Familienunternehmen. Persönlich haftende Gesellschafterin der Risse + Wilke GmbH & Co. KG ist die Eisen- und Stahl-Vertrieb Wilhelm Wilke GmbH. Ihr obliegt die Geschäftsführung der KG. Das umsatzstärkste Unternehmen, die Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG, betreibt ein mittelständisches Kaltwalzwerk in Iserlohn-Letmathe. Das Unternehmen produziert an diesem Standort Kaltband und kaltgewalzten Bandstahl für verschiedenste Anwendungsbereiche. Seit dem 01.01.2017 ist der Konzern erweitert um die vollständigen Gesellschaftsanteile an der Hugo Schmitz GmbH & Co. KG sowie der Hugo Schmitz Beteiligungen GmbH als Komplementärgesellschaft. Die Hugo Schmitz GmbH & Co. KG hat bis 2020 ein Kaltwalzwerk mit Härterei in Hagen-Hohenlimburg betrieben und fungiert inzwischen als Handelsgesellschaft. Seit dem 01.07.2017 ist die General Business Service S.r.l. (GBS), Desenzano/Italien, ein Stahlhandelsunternehmen für Steingattersägenmaterial, Teil des Konzerns. Daneben bietet der Konzern durch die Wilke GmbH am Standort Hagen-Oberhagen (Eilper Straße) warmgewalztes Spaltband in Ringen an, das auf Längsteilanlagen vor allem für Direktverarbeiter gefertigt wird. Hier entfallen etwa 79 % auf Inlandslieferungen. Das ehemalige Stammwerk der Risse + Wilke Gruppe wurde im Jahre 1920 am Standort in Hagen-Hohenlimburg gegründet und befindet sich in der dritten Generation im Familienbesitz. Im Jahre 1998 erfolgte die zunächst mehrheitliche und später vollständige Übernahme der Kaltwalzaktivitäten des ThyssenKrupp-Konzerns mit dem Erwerb eines kompletten Kaltwalzwerkes des Konzerns. In diesem in Iserlohn-Letmathe gelegenen Werk wurden in den Jahren zwischen 1998 und 2003 die Aktivitäten beider Werke schrittweise zusammengeführt. Die Außerbetriebnahme der Hauptaggregate des Hagener Werkes erfolgte Ende 2003. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Konzentration der Kaltbandfertigung auf das Werk in Iserlohn-Letmathe abgeschlossen. Neben dem Hauptproduktionsstandort in Iserlohn-Letmathe befindet sich am ehemaligen Gründungsstandort in Hagen-Hohenlimburg nach der Außerbetriebnahme fast aller Fertigungsanlagen noch ein Duo-Nachwalzgerüst, das bis zum 30.09.2021 zur Herstellung von Kaltbändern mit definierten Oberflächeneigenschaften und für Lohnwalzungen innerhalb der Risse + Wilke Gruppe maximal 1-schichtig betrieben wurde. Der Standort in Hagen-Hohenlimburg befindet sich im Eigentum der Risse + Wilke GmbH & Co. KG. Die freien Hallenflächen wurden im Jahr 2022 zum Großteil zu Lagerzwecken an Fremdfirmen vermietet. Eine kleine Teilfläche in der Größe von 1.350 m 2 wird weiterhin von der Hauptgesellschaft Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG (RWK) angemietet. Es handelt sich dabei um die Aufstellfläche des noch vorhandenen Walzgerüstes, das sich im Eigentum der RWK befindet, sowie um Flächen, auf denen die RWK Ersatzteile und andere Betriebsmittel aus dem eigenen Bestand einlagert. Für das Jahr 2023 ist der Verkauf und die Demontage des Walzgerüstes geplant. Der Prozess der Kaltbandfertigung besteht darin, aus Warmband durch einen mehrstufigen Fertigungsprozess und durch die Veränderung der mechanischen Eigenschaften sowie der Band- und Ringabmessungen Spezialkaltband zu fertigen, das in optimaler Weise von den Kunden zur Fertigung von Halb- und Fertigprodukten verwendet werden kann. Die Fertigung gliedert sich dabei in die klassischen Fertigungsschritte der Kaltbandherstellung. Hierbei werden ausgehend vom Warmbreitband oder vom Warmmittelband die folgenden Stufen durchlaufen: Spalten (Längsteilen des Warmbreitbandes), Vorwalzen (Erster Walzvorgang zur Dickenreduzierung) Glühen (Wärmebehandlung zur Einstellung der geforderten mechanischen Kaltband-Eigenschaften), Nachwalzen (Zweiter Walzvorgang zur Erzielung der Fertigdicke sowie der geforderten Oberflächeneigenschaften und der mechanischen Eigenschaften des Kaltbandes, Schneiden (Längsteilen des Kaltbandes zur Erzielung der Fertigbreite), Vergüten (Wärmebehandlung zur Herstellung von gehärtetem Band), Verpacken (Einbindung und Verpackung des Kaltbandes nach individuellem Kundenwunsch). Die Absatzmärkte für den Konzern liegen zu ca. 54% im Inland und zu 46% im Ausland. Neben einer Vielzahl europäischer Länder spielen zunehmend auch Absatzgebiete in Asien und Übersee eine immer wichtigere Rolle. Die Vermarktung des Produktes erfolgt dabei, bis auf wenige Ausnahmen über unsere Unternehmen direkt sowie über regionale Vertriebspartner. 2. Forschung und Entwicklung Alle Geschäftsprozesse bei Risse + Wilke werden einem ständigen Überwachungs- und gegebenenfalls einem notwendigen Veränderungsprozess unterzogen. Unterstützt wurde dieser Überwachungs- und Veränderungsprozess im Jahr 2022 weiterhin durch eine Vielzahl von Projekten, die zum Teil aus den Unternehmen heraus mit eigenen Mitteln oder mit externer Unterstützung durchgeführt wurden. Es geht bei diesen Projekten immer entweder um die Vereinfachung bzw. Digitalisierung bestehender interner Abläufe oder um die Verbesserung des Produkt- und Serviceangebots. So wird zum Beispiel in Zusammenarbeit mit wesentlichen Kunden und Lieferanten kontinuierlich an der Optimierung bestehender und vor allem an der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse gearbeitet. Hierbei werden in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten immer wieder anwendungsorientierte Lösungen zur Verbesserung der Produkteigenschaften gemeinsam gefunden. Außerdem wird in Form von Einzelprojekten mit externen Forschungseinrichtungen zusammengearbeitet, die entweder als Verbände oder an Hochschulen bzw. Fachhochschulen organisiert sind. Der zum Ende des Jahres 2021 begonnene Innovationsprozess wurde im Jahre 2022 konsequent fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Digital Hub Management GmbH (DHM) in Dortmund und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund haben wir in diesem Jahr eine Zukunftswerkstatt eingerichtet. Dazu wurde eine Innovationsmanagerin eingestellt, es wurde ein Innovationsteam gegründet und ein Innovationsraum eingerichtet, den wir "Freiraum" nennen. Außerdem ist Risse + Wilke seit Oktober 2022 Kooperationspartner der Digital Hub Management GmbH und Mieter in dem zum DHM gehörenden Co-Working-Space in Dortmund. Das Innovationsteam bearbeitet systematisch wichtige Themen der Erweiterung unseres Produkt- und Dienstleistungsangebots und bemüht sich darum, innovative Lösungen zur Gestaltung der Zukunft und zur Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells zu finden. Der Schwerpunkt der Innovationsarbeit liegt dabei auf der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und der digitalen Veredlung. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Weltkonjunktur hat sich im Verlauf des Jahres 2022 unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine, hoher Energiepreise und großer Unsicherheit deutlich abgeschwächt. Bremsend wirkt inzwischen auch die Geldpolitik, die angesichts eines auf breiter Front hohen Inflationsdrucks ausgesprochen rasch gestrafft wurde, indem die Leitzinsen schrittweise angehoben wurden. Die Produktion blieb bis in den Herbst hinein insgesamt zwar weiter aufwärtsgerichtet, wobei Impulse von nachlassenden Lieferengpässen und der weiter fortschreitenden Normalisierung der Aktivität in den von der Corona-Pandemie besonders getroffenen Wirtschaftsbereichen ausgingen. Zum Jahresende 2022 hin hat sich die wirtschaftliche Dynamik aber nochmals merklich verringert. Vor allem die großen fortgeschrittenen Volkswirtschaften stehen derzeit trotz erheblicher fiskalischer Stützungsmaßnahmen vor einer Phase schwacher Konjunktur. Gleichzeitig bleiben die Probleme für die chinesische Wirtschaft groß. Während die Weltproduktion (gemessen auf Basis von Kaufkraftparitäten) mit 3,2 Prozent im Jahr 2022 um 0,3 Prozentpunkte stärker zulegen dürfte als im September prognostiziert, wird für das Jahr 2023 unverändert ein Anstieg um nur 2,2 Prozent erwartet. Die Inflation dürfte derzeit ihren Höhepunkt überschritten haben und im Prognosezeitraum dank niedrigerer Rohstoffpreise und abnehmender konjunktureller Anspannungen deutlich zurückgehen. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahre 2022 von Engpässen bei der Versorgung mit Energie, Schwierigkeiten bei der Lieferung von Rohstoffen, Vorprodukten und Handelswaren, sowie einem sich verschärfenden Arbeitskräftemangel geprägt. Diese Einflussfaktoren belasteten die Herstellung von Waren und Dienstleistungen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Dadurch wurden nicht nur die Produktionsmöglichkeiten eingeschränkt, sondern auch die Produktionskosten als Folge der angebotsseitigen Knappheiten in die Höhe getrieben. Trotzdem war die Nachfrage nach Waren und Dienstleitungen noch auf einem relativ hohen Niveau, da auch die Löhne und Gehälter kräftig erhöht wurden. Insgesamt waren somit die Produktionskapazitäten der deutschen Wirtschaft, die durch die Angebotsschocks reduziert wurden, im Jahresverlauf überausgelastet. Auch in Deutschland stiegen die Preise im Jahre 2022 nicht nur, weil sich Energie, Rohstoffe und Vorprodukte, die Deutschland größtenteils aus dem Ausland importiert, spürbar verteuerten. In einigen Wirtschaftsbereichen stiegen sie auch, weil eine hohe Nachfrage auf relativ knappe Produktionskapazitäten stieß. Es ist davon auszugehen, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten aber leicht zurückgehen wird. Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahre 2022 um 1,9 Prozent gewachsen. Die deutsche Wirtschaft hat sich im Jahr 2022 gut behauptet, trotz der Energiekrise und der vorhandenen Lieferkettenprobleme. Die Industrieproduktion in Deutschland hat sich nach einem starken Rückgang im März 2022, dem ersten Monat nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, über das Jahr hinweg sehr gut erholt. Zum Jahresende fiel sie dann aber noch einmal ab. Deutschlands Industrieproduktion hat im Dezember 2022 einen deutlichen Rückgang verzeichnet. Die Produktion im produzierenden Gewerbe ging preisbereinigt um 3,1 Prozent im Vergleich zum November 2022 zurück. Obwohl viele Ökonomen lediglich mit einem Minus von 0,7 Prozent gerechnet hatten, ging im Gesamtjahr 2022 die Produktion um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 lag das Minus bei 5,0 Prozent. Die Bilanz der Stahlmengenkonjunktur in Deutschland für das Jahr 2022 ist nochmals negativ ausgefallen. Die Abschwächung mit Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte ist vor dem Hintergrund einer erneuten Industrierezession zu sehen, die ihre Ursachen im Krieg in der Ukraine, in der Energiekrise, in der Inflation und in fortgesetzten Lieferkettenproblemen hat. Nach einer kurzen Erholung von der Pandemie im Jahr 2021 ist die Rohstahlerzeugung in Deutschland im abgelaufenen Jahr wie bereits 2019 und 2020 wieder unter die 40 Millionen Tonnen-Grenze gefallen. Im Gesamtjahr 2022 wurde mit rund 36,8 Mio. t rund 8 % weniger produziert als im Vorjahr. Das Niveau von 2019 wurde um rund 7 % unterschritten. Die in der Fachvereinigung Kaltwalzwerke e. V. (FVK) erfassten Werke der deutschen Kaltwalzindustrie können hinsichtlich des Auftragseingangs und des Versands auf ein Jahr 2022 zurückblicken, das gegenüber dem Vorjahr deutlich schwächer verlaufen ist. Der Auftragseingang lag mit einem Wert von 1,142 Mio. Tonnen um satte 28,6% unter dem Vorjahr 2021 (1,60 Mio. Tonnen). Die Versandmenge erreichte im Jahre 2022 einen Wert von 1,226 Mio. Tonnen und lag damit in der Branche um 5,3% unter dem Wert Vorjahres 2021 (1,294 Mio. Tonnen). Das Jahr 2022 war also mengenmäßig eines der schwächsten Jahre seit dem Jahr 2009, dem Jahr der Finanzkrise. 2. Geschäftsverlauf Die Entwicklung des Auftragseingangs und des Versands im Risse + Wilke-Konzern entspricht im Jahr 2022 ziemlich exakt dem Branchenverlauf. Das Jahr 2022 war hinsichtlich der Absatzmengenentwicklung gegenüber dem Vorjahr nicht zufriedenstellend. Die Zahlen für den Auftragseingang und den Versand im Bereich Kaltband lagen jeweils deutlich unter den Werten des Vorjahres und unter den Planwerten. Der Auftragseingang lag bei rd. 84.600 Tonnen und damit gegenüber dem Auftragseingang des Vorjahres um fast 25% niedriger. Zum Jahresende 2022 lag der Auftragsbestand mit einem Wert von rd. 40.300 Tonnen auf einem sehr niedrigen Wert. Der durchschnittliche Auftragsbestand in 2022 lag mit einem Wert von ca. 50.000 to um 20.000 to unter dem Wert des Jahres 2021. Die Versandtonnage lag mit einem Gesamtwert von 100.350 Tonnen um 12,2% unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang im Versand wird allerdings im Branchenvergleich dadurch relativiert, dass in 2021 mit 8,3% ein überproportionales Wachstum der Versandmenge bei Risse + Wilke erreicht wurde. Das Geschäftsjahr 2022 ist also im Vergleich zum Vorjahr mengenmäßig, d.h. bei Betrachtung der Auftragseingänge und der Versandmengen, deutlich schlechter verlaufen. In dieser Beziehung können wir also mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Jahres 2022 nicht zufrieden sein. Allerdings entspricht die Entwicklung dem allgemeinen Trend der Weltwirtschaft, der Wirtschaft in Deutschland, der Stahlkonjunktur im Allgemeinen und der Branchenentwicklung im Besonderen. Trotz dieser schwachen Versandentwicklung können wir mit der Ergebnisentwicklung im Jahre 2022 allerdings wieder zufrieden sein. Die im Zuge der Restrukturierung in den Jahren 2020 und 2021 ergriffenen Maßnahmen und Veränderungen haben ihre positive Wirkung auch im Geschäftsjahr 2022 voll entfaltet. So ist es uns gelungen, pro verkaufte Tonne Kaltband höhere Deckungsbeiträge und Walzspannen zu erzielen, so dass ein deutlich über Plan liegendes Ergebnis vor Steuern (EBT) erreicht wurde. Unsere Analyse des Geschäftsverlaufs zeigt, dass durch eine deutliche Ergebnis- und Liquiditätsverbesserung der Turnaround geschafft wurde und dass Risse + Wilke sich wieder auf einem stabilen Kurs befindet. Insbesondere die erste Jahreshälfte ist sehr gut verlaufen. Ab der Jahresmitte 2022 zeigte sich allerdings, dass eine zunehmende Abschwächung der Nachfrage nach Kaltband einsetzte. Dies war eine Folge der allgemeinen Güter-Verknappung auf dem Markt sowie der Tatsache, dass die Beschaffungskosten wichtiger Rohstoffe, Zukaufteile und von Energie (Erdgas und Strom) deutlich angestiegen sind. In der ersten Jahreshälfte konnten die Planmengen leicht, d.h. zum Beispiel bis Mai 2022 um ca. 4.000 to überschritten werden. Dieser positive Trend hat sich dann aber im 2 Halbjahr 2022 umgekehrt, so dass ab August bis zum Jahresende ein Mengenminus gegenüber der Planung in Höhe von 13.300 to aufgelaufen ist. Das dritte und (vorläufig) letzte "Coronajahr" 2022 war hinsichtlich der Mengenentwicklung also zweigeteilt. Nach einem für die Rahmenbedingungen noch recht guten ersten Halbjahr, war der Beginn des zweiten Halbjahres durch die zunehmenden Einflüsse des Krieges in der Ukraine (Sanktionen, Verknappung von Rohstoffen und Energie, Inflation, Nachfrageschwäche) geprägt, so dass das zweite Halbjahr hinsichtlich der Mengenentwicklung sehr schwach verlaufen ist. Parallel dazu erreichten die Einstandspreise für unser Hauptprodukt (Warmband) zunächst historische Rekordwerte, die sich im Jahresverlauf danach wieder sehr stark reduzierten. Trotz dieser vor allem im 2. Halbjahr 2022 ungünstigen Bedingungen ist es uns gelungen, auch im Jahr 2022 ein wieder gutes Ergebnis für den Konzern zu erzielen, da es uns möglich war, die Preisveränderungen so an die Kunden weiterzugeben, dass uns kein Schaden entstanden ist, und da die Kapazitäten bereits auf die niedrigere Menge angepasst waren. Es ist weiterhin erfreulicherweise festzustellen, dass die aktuellen Versandmengen trotz der Mengenrückgänge und wegen der internen Struktur- und Kostenveränderungen (Right Sizing) nunmehr einen Wert erreicht haben, der es trotzdem ermöglicht, in der aktuellen Unternehmensstruktur positive Ergebnisse zu erzielen. Es ist weiterhin geplant, eine Auslastung der technischen Kapazitäten langfristig zu etablieren, die auch unterhalb einer 100%-Auslastung ermöglicht, dass positive Ergebnisse erzielt werden können, wenn der Produktmix in Richtung deckungsbeitragsstarker Produkte verändert wird. Die Direktläuferquote erreichte im Jahre 2022 einen Wert von 92,9% (Ziel: 94,45%, Vj: 94,5%) und die Reklamationsquote einen Wert von 1,88% (Ziel: 1,90%; Vj: 1,81%). Mit diesen Werten sind wir angesichts der gestiegenen Qualitäts- und Komplexitätsanforderungen zufrieden und stellen diese Zufriedenheit auch immer wieder bei unseren Kunden fest. Allerdings wurden Maßnahmen ergriffen, um den leicht negativen Trend bei der Direktläuferquote zu stoppen und umzukehren.Auch im Verlaufe des Jahres 2022 wurden wieder einige wichtige Investitionsmaßnahmen durchgeführt, die der Qualitätsverbesserung der Produkte, der Optimierung der Prozesse, der Arbeitssicherheit, der Energieeinsparung sowie dem Umweltschutz und der Verbesserung der Produktivität dienten. Allerdings ist die Gesamthöhe der Investitionsausgaben auch im Jahr 2022 gegenüber den Vorjahren etwas geringer ausgefallen, um die weitere Reduzierung der Verschuldung voranzubringen. Aufgrund der Stahlpreisentwicklung zum Jahreswechsel 2022/23 hatten wir diesmal relativ deutliche Abwertungen aufgrund von Vormaterialpreissenkungen bei unserem Bestand an Vorräten vorzunehmen, die sich ergebnismindernd ausgewirkt haben. 3. Wirtschaftliche Lage 3.1 Ertragslage Im Geschäftsjahr 2022 ist die wirtschaftliche Situation des Konzerns gegenüber dem Vorjahr in vielen Bereichen verbessert. Allerdings konnte das hervorragende Ergebnis des Vorjahres aufgrund des schwächeren 2. Halbjahres nicht erreicht werden. Operativ ist das Konzernbetriebsergebnis in Höhe von 7,7 Mio. Euro deutlich positiv, allerdings gegenüber dem Jahr 2021 um ca. 7,3 Mio. Euro verschlechtert. Mit einem Gesamtergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 7,6 Mio. Euro wurden die Ergebnisziele des Jahres 2022 nicht ganz erreicht. Dieses immer noch gute Ergebnis resultiert letztendlich aus den Maßnahmen der Restrukturierung in 2020 und 2021, die die Ertragslage des Konzerns, der in seiner Historie bereits über eine grundsätzlich stabile Ertragskraft verfügte, durch wichtige Weichenstellungen in strategischer und organisatorischer Hinsicht noch verbessert hat. Die erwirtschaftete Betriebsleistung stieg preisbedingt im Vorjahresvergleich noch einmal um 27,6 Mio. Euro auf 217,3 Mio. Euro. Der Betriebsaufwand stieg allerdings überproportional stark, nämlich um 34,8 Mio. Euro auf 209,6 Mio. Euro. Die Materialeinsatzquote erhöhte sich deutlich von 69,7 % im Vorjahr auf 76,0 %. Die Personalkostenquote sank von 14,2 % auf 12,6 %. Die Abschreibungen beliefen sich unverändert auf 3,3 Mio. Euro. Das Finanzergebnis verbesserte sich um 0,2 Mio. Euro auf -0,7 Mio. Euro. In einem neutralen Ergebnis wurden Erträge mit aperiodischem oder Einmalcharakter erfasst. Es beläuft sich auf 0,6 Mio. Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Mio. Euro besser. Das Ergebnis nach Steuern stellt mit 6,3 Mio. Euro (Vorjahr: 11,2 Mio. Euro) ein zufriedenstellendes Jahresergebnis dar. 3.2 Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme liegt mit 65,4 Mio. Euro um 3,3 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür ist insbesondere der Bestandsaufbau der Vorräte und der liquiden Mittel. Das Sachanlagevermögen hat sich leicht um rd. 0,1 Mio. Euro auf 19,5 Mio. Euro vermindert. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die letzte Großinvestition im Bereich Kaltband über die Finanzierungsalternative "Leasing" im Wesentlichen keine Berücksichtigung im Anlagevermögen findet. Das Vorratsvermögen wurde im Geschäftsjahr 2022 preisbedingt aufgebaut. Nach 28,9 Mio. Euro in 2021 beträgt der Bilanzwert 2022 nunmehr 30,7 Mio. Euro. Abwertungen aufgrund gesunkener Wiederbeschaffungspreise sind mit rd. 2,1 Mio. Euro bereits berücksichtigt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich sonstiger Forderungen belaufen sich zum Stichtag auf 7,8 Mio. Euro (Vorjahr 8,5 Mio. Euro) und liegen damit um 0,7 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Hierbei gilt es zu beachten, dass zum Jahresende rd. 8,6 Mio. Euro Liquidität durch Veräußerungen von Forderungen an eine Factoring Bank generiert wurden. Durch das neue Vorwalzgerüst im Bereich Kaltband (Gerüst 1) mussten im Geschäftsjahr 2019 Leasingsonderzahlungen geleistet werden. Zum 31.12.2022 waren hieraus noch 1,9 Mio. Euro als Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert. Die Finanzierungsstruktur der Passivseite hat im Jahr 2022 eine zur Aktivseite entsprechende Entwicklung genommen. Wesentlich ist die Abnahme der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 6,2 Mio. Euro. Gegenläufig ist die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 4,6 Mio. Euro und die Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern um 1,1 Mio. Euro. Die Pensionsrückstellungen sind um 0,5 Mio. Euro gestiegen, wobei hier im Wesentlichen der Zinseffekt aus der seit Jahren andauernden Niedrigzinsphase seinen Niederschlag gefunden hat. Die Pensionsordnungen sind nunmehr seit mehr als zwei Jahrzehnten geschlossen und der Peak der Belastungen ist in den nächsten Jahren überschritten. Die Steuerrückstellungen stiegen deutlich um 1,3 Mio. Euro. Das Eigenkapital hat sich zum Bilanzstichtag des Jahres 2022 deutlich um 4,2 Mio. Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote liegt am Bilanzstichtag bei 28,5 %. 4. Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2022 kann in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung im Jahresverlauf und bzgl. der Lage des Risse + Wilke Konzerns zum Jahresende als ein zufriedenstellendes Jahr und hinsichtlich des Ergebnisses als ein gutes Jahr bezeichnet werden. Operativ stellt der Jahresüberschuss in Höhe von 6,3 Mio. Euro eines der besten Ergebnisse der Konzernhistorie dar, das erreicht wurde, obwohl die Mengenentwicklung im Jahr 2022 eher enttäuschend war und obwohl wegen der Preisentwicklung auf dem Stahlmarkt zum Jahresende eine Abwertung auf die Lagerbestände nötig war. Nach den beiden Verlustjahren 2019 und 2020, in denen eine Restrukturierung begonnen wurde, waren die Jahre 2021 und 2022 erfolgreiche Geschäftsjahre, die dokumentieren, dass die Restrukturierung nachhaltig umgesetzt wurde. Die Effekte aus der Sanierung und aus den ergriffenen Maßnahmen haben ihre positive Wirkung auf das Ergebnis voll entfaltet, so dass auch bei schwacher Mengenentwicklung gute Ergebnisse erzielt werden können. Der Jahresüberschuss für 2022 für den Konzern in Höhe von 6,3 Mio. Euro liegt allerdings unter dem im letzten Lagebericht prognostizierten Jahresergebnis in Höhe von rd. 8,5 Mio. Euro. Wir können mit dem Verlauf und dem Ergebnis des Jahres 2022 insgesamt aber zufrieden sein. C. Prognosebericht Für das Jahr 2023 muss festgestellt werden, dass eine belastbare Prognose des Verlaufs und des Ergebnisses erneut nur schwer möglich ist, da es viele Imponderabilien und Einflussfaktoren gibt, die wir noch nicht genau genug überblicken können. Der Beginn des Jahres 2023 ist bezüglich der Auftragseingänge und Versandmengen noch eine Fortsetzung der sehr schwachen Entwicklung zum Jahresende 2022. Positiv ist sicherlich anzumerken, dass nach dem Winter 2022/23 die Corona-Pandemie endgültig ihre negative Wirkung auf die Wirtschaftsentwicklung verloren hat und keine entscheidende Rolle mehr spielt und davon kein wesentliches Risko mehr ausgeht. Negativ muss bei der Prognose des Verlaufs und des Ergebnisses des Jahres 2023 weiterhin der seit Februar 2022 laufende Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine bewertet werden. Obwohl Risse + Wilke keine direkten Wirtschaftsbeziehungen zu Russland oder zur Ukraine unterhält, sind die indirekten Auswirkungen erheblich. Weiterhin wirken sich die Sanktionsmaßnahmen der westeuropäischen Länder sehr stark auf die ökonomischen Rahmenbedingungen auch in Deutschland aus. Durch die wegen der Sanktionen ausgelöste Knappheitssituation auf vielen Gütermärkten sind die Preise nicht nur kurzfristig deutlich angestiegen. Das führte zu einer starken Zunahme der Inflation und zu einer Verteuerung von Zukaufteilen, Rohstoffen, Energie und Dienstleistungen. Wir müssen uns aktuell darauf einstellen, dass die Inflation, insbesondere die Kerninflation, auf einem hohen Niveau verharren wird. Eine andere negative Konsequenz der Verknappung betrifft die Tatsache, dass weitgehend die Lieferketten und die Versorgung mit wichtigen Gütern unterbrochen oder beeinträchtigt sind, was ebenfalls das wirtschaftliche Umfeld negativ beeinflusst. Auf der Lieferantenseite ist festzustellen, dass Risse + Wilke weiterhin direkt keine Stahlprodukte aus den am Krieg beteiligten Ländern bezieht, aber indirekt sehr wohl Konsequenzen spürt oder spüren wird. So ist z.B. davon auszugehen, dass die Einstandspreise für Produkte aus dem Stahlbereich weiterhin enormen Schwankungen unterliegen, die zudem auf einem grundsätzlich hohen Niveau stattfinden werden. Wir erkennen zwar, dass die politischen Gegenmaßnahmen teilweise wirken. Trotzdem wird es unsere Aufgabe sein, eine zufriedenstellende Versorgung abzusichern und die zu erwartenden Preis- und Kostensteigerungen in ausreichender Form durch Einsparungen oder durch die Weitergabe an unsere Kunden in der Lieferkette auszugleichen. Auf der Kundenseite gibt es zwar keine direkten Kundenbeziehungen in den am Krieg beteiligten Ländern, aber Abnehmer von Stanzteilen oder Zwischenprodukten, die ihr Abnahmeverhalten gegenüber unseren direkten Kunden erheblich reduzieren oder ihre Bestellungen möglicherweise sogar komplett stornieren werden. Auch generell wirkt sich die allgemeine Konjunkturabschwächung, z.B. durch nicht-funktionsfähige Lieferketten, oder durch die Effekte der Transformation im Automotive-Bereich negativ auf die Beschäftigung aus. So hat der Risse + Wilke Konzern im 1. Halbjahr 2023 die Plan-Absatzmengen relativ deutlich verfehlt, so dass wir aktuell davon ausgehen, dass es im Jahre 2023 eine Zielverfehlung der Absatzmengenziele geben wird. Wir prognostizieren aktuell eine Absatzmenge in Höhe von ca. 92.000 to Kaltband für das Jahr 2023. Insbesondere die Auftragseingänge warten in den ersten Monaten des Jahres 2023 noch auf eine Belebung der Beschäftigung. Die Nachfrage auf den nachgelagerten Stufen der Lieferkette ist grundsätzlich nur unterdurchschnittlich vorhanden, da auch die Konsumnachfrage wegen der hohen Inflation relativ schwach ist. Auf den verschiedenen Stufen der Supply Chain fehlen benötigte Rohstoffe und Zukaufteile oder Dienstleistungen, so dass die Produktionsmengen in den Werken reduziert werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung in der Wertschöpfungskette. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich die im ersten Halbjahr zu verzeichnende Ertragslage im Jahre 2023 nicht erheblich verbessern wird. Die Liquiditätslage wird im Jahre 2023 aber konstant und positiv bleiben. Bei der Prognose gehen wir davon aus, dass wir die Preisveränderungen von der Stahlseite in angemessener Form an die Kunden weitergeben können. Wir rechnen mit einem Konzernergebnis für 2023 in Höhe von rd. 0,5 - 1,0 Mio. Euro. D. Chancen- und Risikobericht 1. Angaben zu einzelnen Risiken und Chancen Die mittelfristige Entwicklung der Gesellschaft ist von einer Reihe von Einflussfaktoren abhängig, die jeder für sich eine erhebliche Wirkung auf den Fortbestand von Risse + Wilke haben können. Diese Risiken sollen im Folgenden beleuchtet werden. Wie in den Vorjahren wurde uns auch im Jahr 2022 deutlich aufgezeigt, dass es Ereignisse im Umfeld des Konzerns geben kann, die zu erheblichen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmensgruppe führen können. Für das Jahr 2022 ist insbesondere der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu nennen, der zu erheblichen Verwerfungen im ökonomischen Gleichwicht in Europa und Deutschland und in der wirtschaftlichen Entwicklung bei Risse + Wilke geführt hat. Jedenfalls ist festzustellen, dass die Umfeld-Bedingungen für das wirtschaftliche Handeln unserer Unternehmen schwieriger wurden. Obwohl wir eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen haben, um die negativen Auswirkungen auf unsere Geschäftsprozesse so klein wie möglich zu halten, müssen wir feststellen, dass es einen vollumfänglichen Schutz vor den Auswirkungen von externen Ereignissen nicht gibt. Vor diesem Hintergrund bemühen wir uns ständig, unser Risikomanagementsystem zu verbessern und immer ausreichend reaktionsfähig zu bleiben. Als wesentliche Maßnahmen als Reaktion auf den Krieg in Europa haben wir uns vor allem darum bemüht, die drohende Verknappung und Kostenexplosion im Bereich der Energieversorgung (Erdgas und Strom) zu beobachten und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Gegenmaßnahmen bestanden darin, die Energieverbräuche zu reduzieren, die Preisentwicklung genauestens zu beobachten und - sofern möglich - die angebotenen staatlichen Hilfen in Anspruch zu nehmen. Da eine mittelständische Unternehmensgruppe des produzierenden Gewerbes immer abhängig ist von den ökonomischen Rahmenbedingungen, d.h. der Konjunktur- und Nachfrageentwicklung in Deutschland, in Europa und weltweit, besteht nach wie vor grundsätzlich ein Unternehmensrisiko, wenn es zu einer massiven Konjunkturkrise kommen sollte. Diesen Risiken im ökonomischen Umfeld versucht Risse + Wilke zu begegnen, indem grundsätzlich eine hohe Variabilität der Fertigungskapazitäten und der Kosten angestrebt wird. Es kann immer politisch bedingte Einflussfaktoren geben, die dazu führen, dass die Wirtschaftskraft sich mehr oder weniger spontan abschwächt, wovon wir immer sofort und direkt betroffen sind. Die Rahmenbedingungen haben sich mit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges am 24.02.2022 gegenüber dem Jahresbeginn 2022 für die deutsche Industrie deutlich verändert. Wie schon weiter oben dargelegt, wird es insbesondere durch den Krieg erhebliche zusätzliche Risiken (Protektionismus, Energiekostenanstieg, Inflation allgemein, Verknappung und Verteuerung wichtiger Industriegüter und Dienstleistungen, Konjunkturelle Dämpfung, Rezession, etc.) geben, die auch im Jahre 2023 die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland negativ beeinflussen können. Risiken im Bereich der Rohstoffversorgung können wegen der ungleichmäßigen Verteilung der Rohstoffvorkommen dann entstehen, wenn weltweite politische, kulturelle oder religiöse Konflikte oder Umweltkatastrophen zu einer Verknappung der Kohle-, Erdgas- oder Erdölreserven führen. Auf der Lieferantenseite besteht das vorhandene Angebotsoligopol mit der Tendenz zur weiteren Konzentration nahezu ausschließlich aus großen Konzernunternehmen, die der mittelständisch geprägten Kaltwalzindustrie eine hohe Marktmacht gegenüberstellen und somit Druck im Rahmen von Mengen- und Preisverhandlungen ausüben können. Für Risse + Wilke besteht durch die langjährige Partnerschaft zu den europäischen Stahlherstellern die Chance, durch ein hohes Maß an Versorgungssicherheit logistische und technologische Wettbewerbsvorteile im Markt bieten zu können. Zu Beginn des Jahres 2023 besteht kein wesentliches Risiko der Materialverfügbarkeit, weil die deutsche und europäische Stahlindustrie aktuell die relativ niedrige Nachfrage durch eine entsprechende Versorgung mit Stahl sicher begleiten kann. Generell erleben wir aktuell eine Transformation der Stahlindustrie, die gefordert ist, möglichst schnell klimaneutrale Produkte herzustellen und zu liefern. Diese Produkte sind aktuell noch sehr knapp und daher hochpreisig, da zur Umstellung auf klimaneutrale Stahlprodukte sehr aufwändige technische Umrüstungen nötig sind. Die Mengenziele des Jahres 2023 sind aber von der Lieferantenseite aus nicht gefährdet. Lediglich die anhaltend hohen Preise stellen ein Problem dar, da diese Preise in der Wertschöpfungskette weitergegeben werden müssen und über die Inflation zu einem Abbremsen der Nachfrage führen können. Weiterhin bemüht sich Risse + Wilke, die bestehenden Lieferkontakte zu pflegen und Kontakt zu alternativen Lieferanten zu halten bzw. neu aufzubauen. Seit 2015 verfügt Risse + Wilke über ein zertifiziertes Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50001 und arbeitet seitdem gemäß dem dort formulierten Ziel an Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Einsparung von Energiekosten. Seit 2022 gibt es außerdem ein neu eingerichtetes Team (Energie-Taskforce), das sich mit den Fragen der Energieversorgung und mit möglichen Einspar- und Effizienzmaßnahmen beschäftigt. Im ökologischen Bereich verfolgt Risse + Wilke das Ziel, mit Blick auf die bestehenden Umweltschutzbedingungen die notwendigen Anforderungen an ein produzierendes Unternehmen jederzeit zu erfüllen. Es existiert ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 14001 und für das Jahr 2022 ein Nachhaltigkeitsbericht, der primär auch das Ziel der Klimaneutralität beschreibt. Im Bereich der Anlagentechnik bemüht sich Risse + Wilke - im Rahmen der bestehenden Finanzmittel - durch gezielte Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen die Fertigungsanlagen auf einem modernen Stand der Technik zu halten. Trotzdem ist das Risiko von ungeplanten Anlagenstörungen - nicht zuletzt auch aufgrund einer schwierigen Ersatzteilversorgung - nicht gänzlich auszuschließen. Durch eine vorbeugende Wartung und zeitgerechte Instandhaltung der Anlagen sowie eine Bevorratung von kritischen Ersatzteilen wird dieses Risiko minimiert. Hierbei konnten in den letzten Jahren Fortschritte durch eine weitere Systematisierung und Standardisierung der Vorgehensweise in diesem Bereich erzielt werden, die aber noch weiter verbessert werden müssen. An nahezu allen Anlagen konnten die Störraten gesenkt werden, was in Summe zu einer Verbesserung der Produktivität geführt hat. Es existiert ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das ständig weiterentwickelt wird. Schon vor vielen Jahren konnte die Zertifizierung nach der neuen Norm für QM-Systeme, der sog. IATF 16949: 2016, erreicht werden. Es besteht also kein Risiko für die Fortsetzung der Lieferverbindung zu großen Kunden aus dem Bereich der Automobilindustrie, da die OEMs und TIER 1-Unternehmen die Zertifizierung nach dieser Norm fordern, um einen Lieferanten zu homologieren. In der Branche der Stahl- und Metallverarbeitung, zu der die Kaltwalzindustrie zählt, sind neben konjunkturbedingten Risiken zusätzliche Risiken durch ungünstige lagerzyklische Entwicklungen, Substitutionstendenzen, mögliche Überkapazitäten im Wettbewerb sowie mögliche ungünstige Entwicklungen auf der Lieferanten- und Kundenseite zu nennen. Risse + Wilke versucht, solche Risiken durch entsprechende Systeme der Fertigungssteuerung und Lagerhaltung weitgehend zu verringern oder zu vermeiden. Das in der Kaltwalzindustrie seit vielen Jahren vorhandene Risiko, dass klassisches Kaltband oder Kaltband-Fertigprodukte durch Substitutionsprodukte (Spaltband, Warmband, Kunststoff, Druckgussteile, Schmiedeteile, etc.) ersetzt werden, besteht weiterhin. Allerdings können auch Chancen durch Umkehrprozesse festgestellt werden, da Kaltband in vielen Fällen im Wettbewerb zu alternativen Anwendungen Marktanteile zurückgewinnt. In der Kaltwalzindustrie besteht ansonsten generell das Risiko von Überkapazitäten, da die großen Wettbewerber dazu neigen, ihre Fertigungen auszuweiten und neue Märkte zu beliefern. Risse + Wilke versucht solche Risiken dadurch auszugleichen, indem die Fertigung weitgehend flexibel und die Kosten variabel gehalten werden, soweit dies möglich ist. Risse + Wilke beachtet streng die eigenen Regeln an Compliance im Umgang mit den Wettbewerbern und mit den übrigen Stakeholdern. Erhebliche Anforderungen und Risiken ergeben sich auf der Abnehmerseite dadurch, dass insbesondere Kunden aus dem Automotivebereich von ihren Lieferanten erhebliche Anforderungen an die Flexibilität der Lieferungen und Verfügbarkeit von Lagerbeständen stellen, denen auf der Anbieterseite nicht immer entsprechende Organisationssysteme, die notwendige Liquidität und eine eigene Flexibilität gegenüberstehen. In diesem Punkt besteht zunehmend ein Risiko, weil vor allem die hohe Unverbindlichkeit von Rahmenvereinbarungen, Abrufplänen und Mengenzusagen der Kunden zu großen Problemen der Fertigungssteuerung und Kapazitätsplanung führt, mit der Konsequenz, dass teilweise hohe Kosten und kapitalbindende Lagerbestände nötig sind, um die vom Markt trotz der Imponderabilien geforderte Lieferzuverlässigkeit jederzeit zu gewährleisten. Risse + Wilke hat bereits vor einigen Jahren damit begonnen, dieses Grundsatzproblem der Lagerbestandsführung, der Durchlaufzeiten und der Termineinhaltung durch ein vollständig neukonzipiertes System der Fertigungssteuerung zu lösen. Außerdem wurde in der Fertigungssteuerung das FiFo-Prinzip und die Kampagnenfertigung an den Vergütelinien bei der Planung der Auftragsreihenfolge eingeführt. Die positiven Ergebnisse sind an den deutlich reduzierten Lagerbeständen, der Leistungssteigerung der Vergütelinien und einer wesentlichen Verkürzung der Durchlaufzeiten erkennbar. Die technischen Entwicklungen in der Automobilindustrie mit den sich immer mehr verstärkenden Trends im Bereich der Elektromobilität und der sukzessiven Verdrängung des Verbrennungsmotors müssen von der Gesellschaft beobachtet werden, um angemessen darauf reagieren zu können. Im Automobilbereich ist seit einigen Jahren ein Transformationsprozess erkennbar, der erhebliche Veränderungen mit sich bringen wird, die sich erheblich auf die Absatzerwartungen unserer Produkte auswirken werden. Durch die zu erwartende Zunahme der E-Mobilität bzw. Brennstoffzellenantriebe auf Wasserstoffbasis, der sich möglicherweise doch noch etablierenden Car-Sharing-Konzepte, der Vernetzung und des autonomen Fahrens werden sich die klassischen Antriebskonzepte teilweise stark verändern. Diese bestanden bisher darin, dass in PKW mit Verbrennungsantrieben (Benzin und Diesel) ein Verbrennungsmotor und ein Antriebsstrang (Getriebekomponenten) verbaut wurden, die in PKW mit reinen Elektroantrieben oder Brennstoffzellenantrieben nicht mehr zum Einsatz kommen. Wir beobachten intensiv diese Entwicklungen und diskutieren die Trends mit den entsprechenden Stakeholdern dieser Bereiche regelmäßig, damit frühzeitig genug ggf. durch eine veränderte Investitions- oder Produktpolitik reagiert werden kann. Aktuell gehen wir davon aus, dass dieser Transformationsprozess relativ schnell erfolgen wird, dass es aber trotzdem über viele Jahre noch PKW mit Verbrennungs- oder Hybridantrieben geben wird und insgesamt der Zuwachs an PKW weltweit den Rückgang durch die neuen Mobilitätsformen teilweise kompensieren wird. Besondere Aufmerksamkeit ist im Bereich des Gewährleistungs-Managements (GWL-M) erforderlich. Die Automobilfirmen und TIER 1-Unternehmen entwickeln zunehmend sehr restriktive und druckvolle Qualitätssicherungs-Vereinbarungen, die das Ziel verfolgen, im Falle von Reklamationen nach mangelhaften Lieferungen große Teile der Kosten auf den Lieferanten abzuwälzen. Daraus entsteht möglicherweise ein erhebliches Risiko, was im Extremfall existenzgefährdende Ausmaße annehmen kann. Risse + Wilke wird zu diesem Thema extern beraten, nimmt eine sehr genaue Prüfung der Vereinbarungen vor und verhält sich sehr restriktiv bzgl. der Zusage von Kostenübernahme-Garantien. Im internen Bereich sind aktuell und mittelfristig keine Erhöhungen der Risiken erkennbar, da Risse + Wilke über günstige Standortbedingungen, hoch qualifiziertes Personal, eine gute und sichere IT-Infrastruktur sowie eine ausreichende Managementkapazität verfügt. Es werden ständig Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes, des Umweltschutzes, der Arbeitssicherheit, der Produktqualität, der Produktivität sowie des Datenschutzes geplant und realisiert. Es existieren zertifizierte Managementsysteme für die Bereiche Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit und das Energiemanagement. Im IT-Bereich muss man allerdings feststellen, dass es einen 100%-igen Schutz vor Hackerangriffen und Schad-Software nicht gibt. Trotzdem bemühen wir uns darum, einen geeigneten Notfallplan zu erstellen und eine externe Unterstützung vorsorglich zu mandatieren. Die Finanzausstattung der Gesellschaft ist ausreichend. Der Finanzbedarf wird ständig beobachtet bzw. durch geeignete Maßnahmen sichergestellt. Die Ausstattung mit Eigenkapital wird durch entsprechende Maßnahmen der Gesellschafter unterstützt. Außerdem wurde in 2022 weiterhin das Finanzierungsinstrument Factoring genutzt. Das Forderungsausfallrisiko ist durch eine Warenkreditversicherung abgedeckt. In Einzelfällen wird das Forderungsausfallrisiko durch die Einstellung interner Limits von Risse + Wilke getragen, wenn dadurch der Absatz im Einzelfall stabilisiert oder ausgebaut werden soll. Die Gespräche mit unserer Warenkreditversicherung zeigen, dass wir auch bei den aktuell steigenden Preisen zumeist eine adäquate Risikoabsicherung erhalten können, ohne eigene Limite nutzen zu müssen. Bzgl. der Nachfolgeregelungen auf der Ebene der Gesellschafter und der Geschäftsführung wird der vor einigen Jahren begonnene Prozess fortgeführt, um unter Beachtung der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen sukzessive ein Nachfolgekonzept zu realisieren, durch das eine verbindliche und nachhaltige Nachfolgelösung für die Führung der Unternehmensgruppe und die Eigentümerstellung sichergestellt werden kann. In der Risse + Wilke Gruppe ist inzwischen die 4. Generation der Unternehmerfamilie Wilke aktiv tätig. Grundsätzlich bekennt sich Risse + Wilke zu den Grundsätzen der CSR-Richtlinie, also der Corporate Social Responsibility-Politik der Europäischen Union (EU) und zu der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die aus den 17 Zielen für Nachhaltigkeit der Vereinten Nationen (UN) abgeleitet wurde. Die Geschäftsführung ist sich der Risiken im Falle der Missachtung bewusst und etabliert entsprechende Instrumente in den Unternehmen, um solche Ziele nachhaltigen Wirtschaftens konsequent zu verfolgen. Auch für das Jahr 2022 gibt es einen Nachhaltigkeitsbericht, der sich insbesondere auch mit den Zielen der Klimaneutralität und der Beachtung von Arbeitnehmer- und Menschenrechten beschäftigt. Besonders hat seit einigen Jahren der Aspekt der unternehmerischen Sorgfaltspflichten in den Lieferketten an Bedeutung gewonnen. Diese Verpflichtung wird im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) geregelt und umfasst größere Unternehmen, zu denen Risse + Wilke vorläufig nicht gehört. Obwohl uns also diese Verpflichtung als "non-scope Unternehmen" nicht direkt betrifft, haben wir trotzdem in unserem Verhaltenskodex (Code of Conduct) eine Selbstverpflichtung übernommen, die Grundsätze der Menschrechte zu achten und zu wahren und uns zu bemühen, in diese Verpflichtung auch unsere Lieferanten einzubeziehen. 2. Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten Die Bankenfinanzierung des Konzerns wird weiterhin über vier Hausbanken und die Nutzung des Finanzierungsinstruments Factoring sichergestellt. Ergänzend wird von Risse + Wilke das Finanzierungsinstrument des Leasings für ausgewählte Investitionsmaßnahmen oder bestimmte Güter (Stapler, PKW) als ein Baustein im Rahmen der Gesamtfinanzierung eingesetzt. Erstmals wurde mit der Leasingfinanzierung des neuen Vorwalzgerüstes (Gerüst 1) aus dem Jahre 2018/19 auch eine Großinvestition über dieses Finanzierungsinstrument finanziert, welches sich in der Gesamtbetrachtung als die wirtschaftlich bessere Lösung für die Unternehmensgruppe herausgestellt hat. Aktuell verfügt der Konzern über keine klassischen Langfristdarlehen, lediglich die Leasingsonderzahlung zur Finanzierung des Vorwalzgerüstes 1 wurde über ein endfälliges Darlehen mit festem Zinssatz zu heute äußerst attraktiven Konditionen vorgenommen. Im Bereich des kurzfristigen Fremdkapitals wurden mit den beteiligten Banken zur Sicherstellung der Liquidität Universalkreditlinien und Eurokredite vereinbart. Der Ausschöpfungsgrad des zur Verfügung gestellten kurzfristigen Fremdkapitals lag im Jahr 2022 auf einem niedrigeren Niveau bzw. wir verfügten über Guthabenkonten bei den Kreditinstituten. Die Geschäftsführung schätzt die Zinsentwicklung aktuell als nahezu ausgereizt ein und rechnet mittelfristig, bei einer tendenziell sinkenden Inflation eher mit einer Entwicklung zu leicht fallenden Zinsen und setzt daher keine Sicherungsinstrumente ein. Die kurz- und mittelfristige Liquiditätssituation der Unternehmen ist aktuell als relativ entspannt anzusehen. Sie wird tagesaktuell überwacht und gesteuert. Für den Fall größerer Liquiditätsbelastungen, z. B. durch steigende Rohstoffpreise oder Großreparaturen, können geeignete Gegenmaßnahmen vorgenommen werden. In den kontinuierlichen Überwachungsprozess fließen die aktuellen Umsatzerlöse und Verbindlichkeiten sowie alle geplanten Umsatzerlöse und Zahlungsverpflichtungen ein. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind grundsätzlich im Rahmen einer Warenkreditversicherung gegen Ausfall gesichert. Die entsprechenden kundenspezifischen Limits der Warenkreditversicherung werden ebenfalls tagesaktuell überwacht, um Risiken aus Überschreitungen zu vermeiden. Im Einzelfall wird seitens der Geschäftsführung über die Bereitstellung eines zusätzlichen befristet höheren Limits durch den Warenkreditversicherer im Rahmen einer vertraglichen Speziallösung oder über die zusätzliche Bereitstellung eines internen Limits entschieden, sofern das Limit der Warenkreditversicherer für den Kunden nicht ausreichend ist und wir unseres Erachtens in der Lage sind, das Risiko einzuschätzen und dieses zur Stabilisierung des Absatzes bereit sind einzugehen. Die offenen Debitoren werden einem kontinuierlichen Forderungsmanagementprozess unterzogen, indem die Debitorenlaufzeit und der Anteil der fälligen Forderungen beobachtet werden, um bei Bedarf aktive Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Große Teile der Forderungen werden im Rahmen eines echten Factoring verkauft. Die übrigen offenen Debitoren werden einem kontinuierlichen Forderungsmanagementprozess unterzogen, indem die Debitorenlaufzeit und der Anteil der fälligen Forderungen beobachtet werden, um bei Bedarf aktive Steuerungsmaßnahmen einleiten zu können. Die Verbindlichkeiten des Konzerns aus Lieferungen und Leistungen beziehen sich zum größten Teil auf Vormateriallieferungen. Die Vormateriallieferanten von Risse + Wilke sind nahezu ausschließlich langjährige Partner, die über einen sehr hohen Qualitätsstandard verfügen und mit denen jeweils fixe, in der Regel wöchentliche, Fälligkeitstermine vereinbart werden. Bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Bereich von Investitionsmaßnahmen werden fällige Anzahlungen seitens der Unternehmen grundsätzlich nur gegen Stellung einer Anzahlungsbürgschaft der Lieferanten geleistet. Hier wird fallweise entschieden, ob es sich bei der gestellten Bürgschaft um eine Bankbürgschaft handeln muss oder gegebenenfalls auch eine Konzernbürgschaft akzeptiert werden kann. Abschließende Zahlungen werden im Regelfall erst nach einem längeren Probebetrieb und erfolgreicher Abnahme der Anlage gegen Stellung einer Gewährleistungsbürgschaft geleistet. Der Risse + Wilke Konzern verfügt weder über risikoreiche Finanzanlagen noch über Wertpapiere, so dass diesbezüglich aktuell kein Risikomanagementsystem implementiert ist. Überschüssige Liquidität wird derzeit auf Tagesgeldkonten angelegt. Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung vom 01. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalspiegel
Konzern-Anhang1. Rechnungslegung im Konzernabschluss 1.1 Grundlagen Die Risse + Wilke GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Hagen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hagen unter HR A 1844 eingetragen. Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 ist nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches unter Berücksichtigung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufgestellt worden. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung entsprechen im Wesentlichen den §§ 266 und 275 HGB unter Berücksichtigung weiterer Untergliederungen nach § 265 (5) HGB. Für die Gewinn- und Verlustrechnung ist das Gesamtkostenverfahren angewandt worden. 1.2 Kapitalkonsolidierung Die Kapitalkonsolidierung zum 31.12.2022 erfolgte nach der Neubewertungsmethode des § 301 (1) S. 2 Nr. 2 HGB. Hierbei werden die Wertansätze der Anteile an den zu konsolidierenden Tochterunternehmen mit dem auf diese Anteile entfallenden Eigenkapital verrechnet. Die Erstkonsolidierung nach § 301 Abs. 2 HGB ist zu dem Zeitpunkt durchgeführt worden, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen wurde. Dabei wird der Zeitwert der erworbenen Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten möglichst aus Marktpreisen oder aus Marktpreisen vergleichbarer Transaktionen abgeleitet. Die verbleibenden aktivischen Unterschiedsbeträge sind als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Sie werden ab dem Jahr der Erstkonsolidierung gemäß der individuell geschätzten Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. 1.3 Sonstige Konsolidierungsmaßnahmen Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung gemäß § 303 HGB werden die in den Einzelbilanzen ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Unternehmen eliminiert. Zwischengewinne, die sich aus Lieferungen und Beteiligungserträgen ergeben, sind nach § 304 HGB eliminiert worden. Umsatzerlöse und andere Erträge aus Lieferungen und Leistungen bzw. aus Darlehenszinsen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften werden im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung nach § 305 HGB mit den entsprechenden Aufwendungen aufgerechnet. 1.4 Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss der Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen werden folgende Unternehmen durch eine Vollkonsolidierung einbezogen: - Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen, - Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG, Iserlohn, - Risse + Wilke Kaltband u. Verwaltungs GmbH, Iserlohn, - Wilke GmbH, Hagen, - Hugo Schmitz GmbH & Co. KG, Iserlohn, - Hugo Schmitz Beteiligungen GmbH, Iserlohn, - General Business Service S.r.l., Desenzano del Garda/Italien. 1.5 Latente Steuern Im Jahr 2022 wurden aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 907 ausgewiesen. Diese betreffen im Wesentlichen Bewertungsunterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz bei den Pensionsrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sowie eliminierte Zwischengewinne bei den Vorräten. Der Steuersatz ergibt sich aus den Gewerbesteuerhebesätzen der Städte Iserlohn und Hagen, gewichtet nach den entsprechenden Lohnsummen, multipliziert mit der Gewerbesteuermesszahl. In 2022 beträgt der gerundete Prozentsatz 17 % (Vj.: 17 %). Die aktiven latenten Steuern aus den Bewertungsunterschieden bei den Pensionsrückstellungen betragen TEUR 883 und bei den sonstigen Rückstellungen TEUR 16. Auf Zwischengewinne entfallen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 8. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 2.1 Anlagevermögen Auf Seite 6 wird der Konzern-Anlagenspiegel beigefügt, aus dem sich die Anschaffungskosten, die Zu- und Abgänge des Jahres 2022, die kumulierten Abschreibungen, der Buchwert zum 31.12.2022, der Vorjahresbuchwert sowie die Jahresabschreibungen 2022 ergeben. Die immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen bewertet worden. Gebäude und Außenanlagen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten, allerdings ohne Verwaltungs- oder Vertriebsgemeinkosten, einbezogen. Beim abnutzbaren beweglichen Anlagevermögen werden die Abschreibungen planmäßig linear vorgenommen. Die grundsätzliche Nutzungsdauer der einzelnen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Konzern-Anlagenspiegel zum 31.12.2022
2.2 Umlaufvermögen Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren bzw. zu den niedrigeren Tageswerten angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten, allerdings ohne steuerlich nicht aktivierungspflichtige Kostenbestandteile, einbezogen. Kosten der Verwaltung sind bei der Ermittlung der Herstellungskosten nur angesetzt, soweit sie in den Fertigungskostenstellen angefallen sind. Lagerungs- und Gängigkeitsrisiken wird durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen sind mit den Nominalwerten unter Abzug gebotener Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen. Forderungen in Fremdwährungen werden im Entstehungszeitpunkt mit dem aktuellen Tageskurs umgerechnet. Zum Geschäftsjahresende werden die Forderungen gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. 2.3 Eigenkapital Das Kommanditkapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt. 2.4 Rückstellungen In den Rückstellungen sind alle erkennbaren Verpflichtungen und Risiken erfasst und in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags bewertet. Die Bewertung der Pensionsrückstellung wurde auf Basis des BilMoG nach der sog. PUC-Methode durchgeführt. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck verwendet. Der Berechnung wurde ein Rechnungszinssatz in Höhe von 1,78 % p.a. zugrunde gelegt. Als Rententrend wurde 1,8-2,0 % p.a. und als Fluktuationsrate branchenübliche Durchschnittswerte unterstellt. Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 610. Der Unterschiedsbetrag zwischen der Pensionsrückstellung zum 31.12.2009 und der nach neuem Recht (BilMoG) zu bewertenden Pensionsverpflichtung zum 01.01.2010 wurde in einer Gesellschaft unter Ausübung des Wahlrechts nach § 67 Abs. 1 EGHGB zu 1/15 zugeführt. Es ist insgesamt eine Zuführung in Höhe von TEUR 20 unterblieben. Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Rückstellungen sind ausreichend bemessen. Sie decken alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und Unwägbarkeiten ab. 2.5 Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bewertet. Aus dem folgenden Verbindlichkeitenspiegel ergeben sich die gesamten Verbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr, zwischen einem Jahr und fünf Jahren und mit einer Restlaufzeit über fünf Jahren gemäß § 285 Nr. 1 u. 2 HGB.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden und Sicherungsübereignungen gesichert. 3. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 7.900 (Vj.: TEUR 9.659). 4. Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse sind wie folgt nach geographischen Gesichtspunkten aufzuteilen:
Die Umsatzerlöse teilen sich wie folgt auf Inlands- und Auslandsumsätze auf:
5. Personalstatistik Die folgende Aufstellung zeigt den durchschnittlichen Personalbestand im Konzernverbund:
6. Aufstellung des Anteilsbesitzes Die Risse + Wilke GmbH & Co. KG hielt am Bilanzstichtag folgende Beteiligungen:
Die Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG ist an folgenden Unternehmen beteiligt:
7. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte Zur Erhöhung der Liquidität verkaufen zwei Konzerngesellschaften ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factoring-Unternehmen. Aus dem zum Bilanzstichtag erfassten Forderungssaldo flossen dem Konzern vor dem Bilanzstichtag TEUR 8.561 zu. 8. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente bestehen zum 31.12.2022 nicht. 9. Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung erfolgt gem. DRS 21. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen flüssigen Mittel, somit Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit diese innerhalb von drei Monaten verfügbar sind sowie kurzfristige Bankverbindlichkeiten. 10. Abschlussprüferhonorar Das Honorar des Konzernabschlussprüfers für den Konzernabschluss und für die Prüfung von Abschlüssen von Tochtergesellschaften einschließlich der Überleitung auf die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung wird für das Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich TEUR 82 betragen. 11. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahrs 31.12.2022 eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, liegen nicht vor. 12. Ergebnisverwendung des Mutterunternehmens Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss der Muttergesellschaft den Gesellschafterdarlehenskonten zuzuweisen. 13. Geschäftsführung Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Eisen- und Stahl-Vertrieb Wilhelm Wilke GmbH, Hagen, mit einem Stammkapital von EUR 26.250,00. Die Geschäftsführung der Gesellschaft wird durch die Eisen- und Stahlvertrieb Wilhelm Wilke GmbH wahrgenommen. Geschäftsführer dieser Gesellschaft war im Geschäftsjahr: Dr. Kai Wilke, Dipl.-Kfm., Alleingeschäftsführer, Herdecke. Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführer wird gemäß analoger Anwendung von § 286 (4) HGB verzichtet. Der Geschäftsführer hat stets Alleinvertretungsberechtigung und ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. 14. Befreiende Wirkung des Konzernabschlusses Dieser Konzernabschluss hat befreiende Wirkung nach § 264 b HGB für die folgenden Gesellschaften: - Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen, - Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG, Iserlohn, - Hugo Schmitz GmbH & Co. KG, Iserlohn.
Hagen, den 17.08.2023 Risse + Wilke GmbH & Co. KG Dr. Kai Wilke, Geschäftsführer Der Konzernabschluss wurde am 20.10.2023 von der Gesellschafterversammlung gebilligt. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Wir haben den Konzernabschluss der Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.12.2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Risse + Wilke GmbH & Co. KG, Hagen, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften. Der Konzernabschluss vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.12.2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und - vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. - holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. - beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hagen, den 18. August 2023 WUP
Treuhand GmbH
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