Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 131098
Vorher
inheco Industrial Heating and Cooling GmbH
Eingetragen
9.5.2000
Branche
Herstellung von Heizkörpern für ZentralheizungenWärme- und KältehandelHerstellung von kälte- und lufttechnischen Erzeugnissen, nicht für den Haushalt
Gegenstand
Entwicklung, Produktion und Vertrieb von technischen Erzeugnissen, insbesondere von Baugruppen und Systemen zum Kühlen, Heizen und Temperieren, sowie Erbringung von Dienstleistungen in diesem Zusammenhang.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Steven James Williams
seit 28.11.2025
Geschäftsführer
Bernd Schwenk
seit 28.11.2025
Prokura
Christian George
seit 4.10.2001
Prokura
Günter Tenzler
seit 4.10.2001
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

11.98% identifiziert84.48% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
11.98%

Ungelöste Beteiligungen (3)

NameAnteil
42.52%
41.96%
INHECO Mitarbeiterbeteiligungs GBR II
0.00%

Gesellschafter
Beta

4 Gesellschafter

GmbH-Struktur

3 von 4 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
EGORA Ventures AG
Germany
264.500 €
42.52%
Blue Cap AG
Germany
261.000 €
41.96%
G***** T******
74.500 €
11.98%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

inheco Industrial Heating and Cooling GmbH

Planegg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die inheco Industrial Heating and Cooling GmbH (inheco) entwickelt, produziert und vertreibt technische Geräte und Systeme sowie zugehörige Software und Dienstleistungen zum Kühlen, Heizen und Temperieren von Festkörpern, Gasen und Flüssigkeiten. Die wichtigsten Produkte der inheco sind Instrumente für die Labor-Automation zum Heizen, Kühlen, Schütteln und Inkubieren von Proben sowie zugehörige Messtechnik für den Service.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Gemäß IMF[1] musste sich die Weltwirtschaft in 2023 von den Belastungen der Covid-19 Pandemie erholen. Der russische Invasionskrieg sowie die rückläufige aber immer noch hohe Inflation tragen ihr Übriges dazu bei. Im World Economic Outlook Update vom Jan 2024 gibt der IMF das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 nach ersten Schätzungen mit ca. 3,1% an. Trotz der schwierigen geopolitischen Lage ist das eine robuste Entwicklung.

Vor allem der widerstandsfähige Gesamtmarkt in den USA und weiterer weltwirtschaftlicher Industrie- und Entwicklungsländer haben ebenso wie die Stabilisierung des chinesischen Marktes positiv zu dieser Entwicklung beigetragen.

Finanzpolitische Maßnahmen, Lieferkettenprobleme und Preissteigerungen, ursächlich aus den Angriffen am Roten Meer, stellen neue Problemfelder dar.

Für das Jahr 2024 geht der IMF von einem weiteren Wachstum von 3,1% sowie von 3,2% in 2025 aus.

Die für inheco wichtigen Märkte wie USA (2,1%) und China (4,6%) bleiben hinter den für 2023 geschätzten Wachstumszahlen zurück, im Falle der USA jedoch auf einem weiterhin hohen Gesamtniveau. Der Markt in Deutschland soll sich gegenüber den rückläufigen Zahlen von -0,3% auf 0,5% erholen.[1]

Die USA wird in Zukunft exklusiv mit Hilfe eines Distributors bearbeitet. Auch für den chinesischen Markt wird eine vergleichbare Lösung angestrebt.

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Trotz des post-pandemischen Abschwungs in 2023 entwickeln sich Gesundheitswesen und Medizin schneller als je zuvor. Mit der erstaunlichen Anzahl von 1.500 neuen Prüfarzneimitteln, sogenannten "investigational new drugs" (IND), die auf Gen- und Zell-basierten Therapieansätzen aufbauen, wird die personalisierte Medizin unvermeidlich weiterwachsen, von einer innovativen Idee hin zu einer alltäglich angewandten Praxis[2]. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung bleiben wesentliche Eckpfeiler dieses Paradigmenwechsels im Human-Health-Sektor.

Die Kernmärkte von inhecos Kunden bleiben weiterhin Life Science Research und Diagnostik.

Der für Laborautomation adressierbare Life Science Research Markt wird mit ca. 4 bis 5 Milliarden USD bewertet[3], mit jährlichen Wachstumsraten von 3 bis 5 Prozent. Zwei Drittel des Umsatzes werden mit Instrumenten gemacht, ein Drittel mit Reagenzien und Disposables.

Der für Laborautomation adressierbare weltweite Markt für In-Vitro-Diagnostik wird mit ca. 4 Milliarden USD angegeben, mit einer Wachstumsrate von 3 bis 5 Prozent[4]. Die Diagnostik wird dominiert durch Recurring Sales mit Reagenzien und Disposables, die ca. 80 Prozent des Marktvolumens ausmachen; nur ca. 20 Prozent werden direkt durch Instrumente erzielt.

Damit ergibt sich eine geschätzte Gesamtgröße von 8 bis 9 Milliarden USD für den Markt der automatisierten Workflows.

Die Kunden von inheco sind vor allem in der Biotechnologie, aber auch in den großen Pharmaunternehmen, sowie in der Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungseinrichtungen zu finden. Sie teilen sich zudem auf in Integratoren, welche automatisierte Systeme entwickeln und herstellen, Assay-Owner, welche die zugehörigen Prozesse und bio-medizinischen Kits entwickeln und vertreiben, sowie die End-Nutzer, welche die Kombination aus Laborautomation, Workflow und bio-chemischen Kit für Forschung, Entwicklung und Diagnostik einsetzen.

Die Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit von neuen gen-basierten Technologien, wie z.B. messenger-RNA (mRNA), wurde durch die Entwicklung der Covid19-Impfstoffe von BioNTec und Moderna bewiesen. Nachdem die Struktur des Virus durch Sequenzierung bekannt war, dauerte das Design eines Impfstoffes nur wenige Wochen. Die Kombination aus gen-basierten Technologie-Plattformen, wie u.a. die sogenannte Genschere CRISPR-CAS, sowie automatisierten Experimenten und digitalen Tools zur Analyse, Dokumentation und Kooperation werden eine starke Dynamik in den kommenden Jahren in inhecos Zielmärkten aufrechterhalten. Erstmalig wurde zudem mittels CAR-T[5]-Zelltherapie in ersten klinischen Studien solide Hirntumore verkleinert bzw. annähernd vollkommen abgebaut.

2.3 Geschäftsverlauf

2023 war ein Jahr mit größten Herausforderungen für inheco. Die durch die pandemischen Jahre 2020 bis 2022 hervorgerufene Sonderkonjuktur im Bereich Laborautomation konnte durch das Auslaufen der Pandemie nicht im Jahr 2023 fortgesetzt werden.

Während wir für das Jahr 2023 mit einem leicht steigendem Umsatz und leicht rückläufigen EBIT rechneten, brach unser Umsatz (-44%) und damit auch das EBIT (von TEUR 3.179 auf TEUR - 7.572) drastisch ein.

Die üblichen Kundenbefragungen für den Umsatz-Forecast 2023, die im Oktober 2022 starteten, ergaben ein weiteres prognostiziertes Wachstum für 2023 von 37,8 Mio. EUR (Ist 2022) auf 39,8 Mio. EUR (Budget 2023) (+2,6%). inheco plante entsprechend mit einer Erweiterung des Personals, um diesem weiteren Umsatzwachstum gerecht zu werden und um ein umfassendes Prozessverbesserungsprogramm umsetzen zu können. Die Notwendigkeit für neue Funktionen und optimierte Prozesse ergab sich durch die Be- und teilweise Überlastung des inheco-Teams während der Pandemie-Konjunktur. Die 2022 sehr angespannte Liefersituation bei inheco's Zulieferern führte des Weiteren dazu, dass das Unternehmen die Bevorratung von kritischen Komponenten wesentlich erhöhte, um den Kunden-Forecast mit erhöhter Sicherheit und angemessenen Lieferzeiten erfüllen zu können.

Nachdem das erste Quartal noch im Plan abgeschlossen werden konnte, kam es im April zu einem drastischen Umsatzeinbruch (0,8 Mio. EUR, -77,8% im Vergleich zum budgetierten Umsatz von 3,6 Mio. EUR). Bereits im darauffolgenden Mai 2023 beschloss inheco Kurzarbeit (60%) anzumelden.[6] Nachdem absehbar war, dass die erwartete Markterholung nicht kurzfristig eintreten würde und die Kurzarbeit nicht ausreichte, auflaufende Verluste auszugleichen, entschlossen sich das Unternehmen zu einer tiefgreifenden Restrukturierung, angepasst auf das sich tatsächlich realisierte Umsatzniveau von Mai bis Juni 2023. Der entsprechende Restrukturierungsplan (inheco Restart 2023) wurde in Abstimmung mit den Gesellschaftern und Finanzierern im August erstellt und ab dem 28. August gestartet. Durch einen signifikanten Personalabbau von 174 (Mai 2023) auf 98 Mitarbeitenden (Jahresende 2023)[7] und einer umfassenden Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (-48% ggü. Restart Plan 2024) wurde eine Kostenbasis angestrebt, die sich ebenso auf die gemittelten monatlichen Umsätze von Mai - August 2023 (durchschnittlich ca. 1,6 Mio. EUR) bezog.

Die Restrukturierung der inheco wurde in den wesentlichen Elementen Personal und Sachkosten in 2023 erfolgreich umgesetzt. Der Produktionsstandort inheco Taiwan ist von der Maßnahme nicht betroffen und fertigt weiterhin eine der strategisch bedeutsamen Kernkomponente, das VCM® (Vapor-Chamber-Mount).

Der Umsatzeinbruch ist mittlerweile durch das Zusammenspiel mehrerer negativer Faktoren erklärbar. Durch das weltweite Auslaufen des pandemischen Geschehens war ein verringerter Bedarf an Ausrüstung für Corona-Teststationen erwartbar. Dieser sollte aber überkompensiert werden durch den Modernisierungsbedarf der gesamten Pharmaindustrie in Richtung Digitalisierung und Automatisierung der Produktentwicklung. Nachdem die gesamte Welt Zeuge wurde, wie BionTech und Moderna innerhalb kürzester Zeit mit innovativen gentechnischen Technologien einen Impfstoff für Corona entwickeln konnten, gestützt auf automatisiertes und digitalisiertes Arbeiten im Labor, ging inheco und deren Kunden von einem entsprechenden Nachholbedarf der gesamten Pharmabranche aus. Dies hat sich auch in den entsprechenden Forecasts widergespiegelt. Zudem erfordern die neuen biotechnologischen Omics-Technologie-Plattformen Arbeitsabläufe und Prozesse, deren Qualität und Erfolg im manuellen Labor nicht mehr sichergestellt werden kann[8].

Diese Annahmen trafen zeitlich so nicht ein. Anstelle von signifikanten internen Modernisierungsprogrammen kam es zu einer starken Akquisitionstätigkeit von Big Pharma, bei der bevorzugt große Biotech-Firmen gekauft wurden, die nicht nur digitaler und automatisierter forschen und entwickeln, sondern auch bereits über marktreife Omics-Technologien und entsprechende neuartige Medikamente und Therapien verfügen[9]. Neben dem verzögerten Modernisierungsbemühen von Big Pharma selbst, geht inheco davon aus, dass Firmen, die gekauft wurden, ihre Investitionstätigkeiten während des Kaufprozesses verringerten.

inheco geht weiterhin davon aus, dass die oben beschriebene starke M&A-Aktivität in 2024 Schritt für Schritt weniger negativen Einfluss auf den Laborautomationsmarkt haben wird.

Ein weiterer negativer Faktor ist der Einbruch bei der Finanzierung von Biotech-Unternehmen, insbesondere in den USA und China. Dieser wurde verursacht durch die Funding-Übertreibung nach dem BioTech-Moderna-Erfolg, der durch branchenfremde Geldgeber gefüttert wurde, und in dessen Zuge weniger erfolgversprechende und risikoreichere Start-Ups finanziert wurden. Als deren Erfolge sich verzögerten bzw. ausblieben, kam es zu einer starken Gegenbewegung, so dass die Finanzierungstätigkeit im Biotechbereich insgesamt stark zurückging.[10]

Auch dieser Einbruch im Biotech-Bereich scheint im zweiten Halbjahr 2023 schrittweise seinen negativen Einfluss verloren zu haben, und es zeigen sich erste Anzeichen einer Erholung[11]. Marktanalysten sowie Biotech-Indizes zeigen einen positiven Trend, wie z.B. der Nasdaq Biotechnology Index, der seit seinem Tiefpunkt im November 2023 von 3.636,05 auf aktuell 4.427,65 gestiegen ist (+21,8%, Stand 21.03.2024).

Bild

Abbildung 1: Quelle: Google "Nasdaq Biotechnology Index" vom 21.03.2024

2.4 Ertragslage

In der Ertragslage stellen wir die Entwicklung von Umsatz und EBIT als unsere wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren dar.

2.4.2 Umsatz

Die Nachfrage nach inheco Produkten ist nach einem planmäßigen ersten Quartal im April 2023 signifikant eingebrochen. Der Umsatz hat sich im Vergleich zur Planung um 46,8% reduziert. Das Rohergebnis ist im Berichtsjahr um weitere 3,4% gesunken. Die Materialeinsatzquote erhöhte sich auf 47,3% (VJ 45,7%). Dieser Umstand ist hauptsächlich der Abwertung von Vorräten zuzuschreiben, welche im Jahr 2022 zu höheren Marktpreisen beschafft wurden. Diese Entwicklung war zum Jahresabschluss 2022 noch nicht absehbar.

2.4.2 EBIT, Nettoergebnis

Umsatz und Rohertrag haben im Berichtsjahr ein Niveau erreicht, welches vergleichbar ist mit dem Vor-Corona-Jahr 2019. Um einen Vergleich zum Vorjahres EBIT darstellen zu können, hat inheco alle Kosten, welche in Zusammenhang mit dem inheco Restart Programm zusammenhängen gesondert ausgewiesen und einen "EBIT adj." Ermittelt, welcher die operative Wirtschaftlichkeit der Unternehmung darstellen soll. Der EBIT adj. hat sich auf Grund des Umsatzeinbruches einerseits, und gleichzeitig starken Investitionen in Personal und Vorräten andererseits, deutlich negativ entwickelt und beträgt TEUR - 4.843. Das EBIT ohne Eliminierung der restrukturierungsbedingten Anpassungen beträgt TEUR - 7.572 (VJ. TEUR 3.180).

2.5 Vermögenslage

Die anhaltend schwierige Lage auf dem Beschaffungsmarkt aus den Jahren 2021/2022, sowie die stärkere Fokussierung auf Lagerlieferung und Reichweitenvergrößerung hatten eine deutliche Erhöhung der Vorratsbestände um ca. 45% von 2021 auf 2022 zur Folge. Die Bilanzsumme ist primär durch den i.W. fremd finanzierten hohen Vorratsaufbau in 2022 deutlich angestiegen. Auf Grund des in 2023 niedrigen Umsatzes, war ein Abbau des Vorratsvermögen (-1,6 Mio. EUR) lediglich in geringem Umfang möglich. Nichtsdestotrotz haben Maßnahmen in der Disposition erste Erfolge aufzeigen können. Folglich ist der Vorratsbestand von 13,3 Mio. EUR auf 11,7 Mio. EUR gesunken.

Im Berichtsjahr wurden Investitionen weitestgehend zurückgefahren. Neben der Reduzierung im Personal- und Sachkostenbereich, wurden bereits beschlossene Investitionen storniert oder verschoben. Das Gesamtvolumen an Investitionen (ohne Berücksichtigung der aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 811 sowie der umgebuchten Leih- und Demogeräte aus dem Umlaufvermögen in Höhe von TEUR 412) ist auf 0,4 Mio. EUR (Vorjahr 1,2 Mio. EUR) gesunken.

2.6 Finanzlage

Aufgrund des hohen Jahresfehlbetrags ist die Eigenkapitalquote zum 31.12.2023 deutlich auf knapp 46% (Vorjahr 67%) gesunken.

inheco finanziert sich über den internen Cashflow, mittelfristige Darlehen sowie flexible Kontokorrentlinien. Diese werden regelmäßig mit der Unternehmensplanung abgestimmt und richten sich auf Finanzierungsspitzen aus. Die für Q1 2023 geplanten Fremdfinanzierungen i.H.v. 5 Mio EUR sind umgesetzt worden. inheco war jederzeit in der Lage, sämtliche Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.

Durch die Zusage einer Bank, die Darlehen nicht zu kündigen, ist die Finanzierung auch in den kommenden 12 Monaten gesichert.

2.7. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Im Geschäftsjahr beschäftigte die inheco durchschnittlich 25 Mitarbeiter (Vorjahr 22 Mitarbeiter) im Bereich der Entwicklung. Der Fokus in der Entwicklung lag dabei sowohl auf der Entwicklung des Nachfolgeproduktes unseres OEM-Kunden als auch der Ergänzung des Produktportfolios. Dazu gehört die Umsetzung der Anforderungen unserer Kunden an die IoT-Fähigkeit unserer Produkte sowie der zugehörigen Digitalisierung. In der Berichtsperiode investierte die Gesellschaft insgesamt 2,0 Mio. EUR in die Entwicklung ihrer Produkte (Gesamtaufwand der Entwicklungsleistungen), von denen 0,8 Mio. EUR aktiviert wurden. Abschreibungen wurden im Geschäftsjahr noch nicht vorgenommen, da die Entwicklung der aktivierten Projekte noch nicht abgeschlossen war.

3. Prognosebericht

3.1. Gesamtwirtschaftliche Situation

Laut der Prognose des IMF soll das Weltwirtschaftswachstum im Jahr 2024 ca. 3,1 Prozent[12] betragen. Die Covid-19 Pandemie spielt aktuell nur noch eine geringe Rolle, sowohl bei den Einschränkungen als auch bedarfsseitig für inheco Produkte. Bei den Lieferketten ist insgesamt eine gewisse Entspannung wahrnehmbar. Obwohl erwartet wurde, dass der Preisdruck in den meisten Ländern im Jahr 2024 nachlassen wird, befindet sich die Inflation aktuell immer noch auf hohem Niveau.

3.2 Unternehmensentwicklung

inheco geht nach dem Abschwung im April 2023 von einer in 2024 schrittweisen Erholung des Laborautomationsmarktes im Bereich Life Science & Diagnostics aus. Die zu Grunde liegenden Ursachen für die weitere Automatisierung von Laborabläufen jeglicher Art bleiben unverändert wirksam[13]. Die Nachfrage nach Geräten, welche die Laborautomation betreffen, schätzen wir deshalb als schrittweise wieder steigend ein und gehen davon aus, dass nach wie vor inheco-Produkte in diesen Prozessen eine wichtige Rolle spielen werden.[14]

3.3 Gesamtaussage

Für 2024 plant inheco mit einem wachsenden Umsatz von 23,0 Mio.EUR (+8,7%) sowie einem Plan-EBIT von TEUR 766. In 2025 soll der Umsatz dann weiter auf TEUR 24.246 und das EBIT auf TEUR 1.714 steigen. Durch die Kostensenkungsmaßnahmen des Restart 2023 Restrukturierungsplans wird die Kostenstruktur der inheco an das neue Umsatzniveau - nach der Pandemie - angepasst und soll, nach den Verlusten in 2023, wieder zu einem geplant positiven Geschäftsergebnis in 2024 führen. Ein bereits Anfang 2023 definiertes und begonnenes Programm zu internen Prozessverbesserungen, welches in der Kurzarbeit gestoppt werden musste, wird in 2024 Schritt für Schritt wieder aufgenommen, um die Kostenstruktur der inheco weiter zu optimieren.

4. Risikobericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Risiken

Die inheco unterliegt in ihrem Tätigkeitsfeld dem Risiko, dass durch allgemeine Konjunkturabschwünge die Nachfrage leiden kann, insbesondere auch durch die weltweit stark gestiegenen Staatsverschuldungen. Branchenspezifisch ist der Gesundheitsmarkt starken regulatorischen Eingriffen unterworfen. Kostenregulierungen können negative Folgen für die Pharmabranche und deren Forschungsausgaben und damit auch auf inheco haben.

Die weltpolitische Lage, obwohl insgesamt angespannt, hat sich unserer Einschätzung nach, im Berichtsjahr nicht weiter verschlechtert. Die Ukraine-Krise sowie die Krise in Nahost stellen weiterhin ein latentes Risiko dar, die inheco jedoch nach eigener Einschätzung nicht direkt betreffen.

4.2. Beschaffungsrisiken

In Vorjahren wurden in Erwartung eines weiteren signifikanten Wachstums wesentliche Lagerbestände aufgebaut. Gleichzeitig haben sich die Beschaffungsrisiken in 2023 schrittweise verringert. Zum großen Teil bestehen die aktuellen Lagerwerte der inheco aus produktspezifischen Komponenten, die eine hohe Werthaltigkeit aufweisen. Elektronikkomponenten, die Marktwertschwankungen ausgesetzt sind, wurden entsprechend abgewertet.

4.3. Personalrisiken

Durch den signifikanten Abbau von Mitarbeitern in 2023 hat inheco negative Bewertungen in Mitarbeiterportalen wie z.B. kununu[15] hinnehmen müssen. Die People&Culture-Abteilung von inheco reagiert auf alle Bewertungen offen, emphatisch und direkt, um auch in einer solch kritischen Phase eine wertbasierte Kommunikation zu zeigen. Bei der Nachbesetzung von Eigenkündigungen sowie bei erstem notwendigen Personalaufbau im Bereich Operation wurde ein zufriedenstellender Eingang von Bewerbungen festgestellt, was den positiven Einfluss einer offenen Kommunikation auf den Bewertungsportalen unterstützt.

In Q4-2023 wurde in der inheco ein Betriebsrat gegründet. Die Geschäftsleitung strebt eine enge, effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung an. Erste gemeinsame Beschlüsse wurden gefasst.

4.4. Finanzrisiken

In den letzten Jahren hat inheco - bedingt durch die erfolgreiche Geschäftsentwicklung - die positiven Cash-flows in den Aufbau des Working Capitals sowie Investitionen in neue Fertigungsbereiche gebunden. Der unerwartete und zudem schwerwiegende Umsatzeinbruch hat inheco in die Situation gebracht, die in 2023 erwirkte Kreditfinanzierung nicht wie geplant in die Wachstumsstrategie einzubringen, sondern die Darlehen zur Bewältigung der operativen Verluste zu verwenden. Alle Darlehensgeber und Gesellschafter stehen in engem Austausch mit inheco und sind jederzeit in die Entscheidungen der inheco eingebunden. Um bezüglich der Finanzierungsrisiken gegenüber Gesellschaftern und Banken auskunftsfähig zu sein, sind detaillierte, weitreichende und langfristige Unternehmensplanungen hinsichtlich Gewinn- und Verlustrechnung, Working Capital und Liquidität implementiert worden.[16]

4.5. Covenants

Die Gesellschaft hat einen hohen Jahresfehlbetrag erwirtschaftet. In der Folge wurde eine mit der kreditgewährenden Bank vereinbarte Kennzahl (Financial Covenants) in Bezug auf die Höhe des Eigenkapitals verfehlt. Mit der Bank wurde am 13.12.2024 eine Vertragsergänzung (Waiver) getroffen, in der sich die Bank einverstanden erklärt, die Eigenkapital-Covenants für das Geschäftsjahr 2023 einmalig auszusetzen.

Für die Zukunft besteht das Risiko des Verfehlens von Financial Covenants grundsätzlich fort. Bei Eintritt dieses Ereignisses steht der kreditgewährenden Bank ein Sonderkündigungsrecht zu. Dadurch wäre die Entwicklung der Gesellschaft beeinträchtigt, falls nicht ein weiterer Waiver gewährt würde oder die Gesellschafter unterstützend eingreifen.

Am 10.12.2024 wurden mit den Gesellschaftern Blue Cap AG und der Egora Ventures AG Gesellschafterdarlehen über je 200 TEUR abgeschlossen. Die Darlehen haben eine feste Laufzeit von zwei Jahren nach Unterzeichnung. Der Zinssatz liegt jeweils bei 10% p.a. und wird nachschüssig am Ende der Laufzeit bezahlt. Zudem wurde ebenfalls am 10.12.2024 zwischen den Parteien mit der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft eine Vereinbarung über eine Rangrücktritt und Darlehensbelassung abgeschlossen.

Im Rahmen der finanziellen Unterstützung der Gesellschaft wurden mit den Gesellschaftern Blue Cap AG und der Egora Ventures AG darüber hinaus am 10.12.2024 Garantieerklärungen über je 250 TEUR geschlossen. Die Laufzeit der Garantien ist zunächst auf den 31.12.2025 begrenzt

4.6. Marktrisiken

Die USA bleiben weiterhin der wichtigste Markt für inheco. Der Umsatzanteil am amerikanischen Markt liegt derzeit bei ca. 40% (30% ohne OEM Anteil). Der exklusive Distributor Tek-Matic übernimmt für inheco den Verkauf in Nordamerika. Für die aktive Bearbeitung des asiatischen Marktes sucht inheco einen zu Tek-Matic vergleichbaren Distributor. Die Bedeutung des Marktes in China bleibt weiterhin hoch, unterliegt aber einem politischen Risiko in der Beziehung zu den USA, und sich daraus ergebenden möglichen wechselseitigen Zoll- und Handelsbeschränkungen. Der Umsatzanteil von ca. 20% für 2023 entwickelt sich voraussichtlich zu 16-18% in 2024.

4.7. COVID-19

Der Rückgang des pandemiebedingten Testing manifestierte sich im Umsatzeinbruch im April 2023. Das sich danach ergebende wesentlich niedrigere Umsatzniveau spiegelt die Tatsache wider, dass COVID-19 für den Markt der Laborautomation auf den Umsatz bezogen keine Relevanz mehr besitzt.

4.8 Anpassung der Kostenstrukturen

Der Umsatz der inheco ist in 2023 um 44% eingebrochen. Es wurde noch im Geschäftsjahr ein Restrukturierungsprogramm gestartet. Bereits im 4. Quartal 2023 konnten die Personalkosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen deutlich reduziert werden. Wir arbeiten intensiv an der Optimierung und Automatisierung unserer Produktionsprozesse. Zudem sind wir dabei, unser Kostencontrolling noch weiter zu verbessern. Es ist für die Entwicklung der Gesellschaft entscheidend, dass es uns gelingt, die Kostenstrukturen dauerhaft auf den geringeren Umsatz anzupassen.

5. Chancenbericht

Das zukünftige Wachstum der inheco basiert im Wesentlichen auf den folgenden Faktoren:

1. Auf der weiterhin stabilen und positiven Entwicklung des Zielmarktes Labor-Automation mit einem, wenn auch verzögerten, post-pandemischen Wachstum durch neue Anforderungen an Digitalisierung und Automatisierung,

2. auf dem weiteren Wachstum der inheco-OnDeck-ThermalCycler-Produktreihe, die bereits in einer Vielzahl von Standard-Applikationen als auch in OEM-Lösungen integriert ist, letztere mit spezifischen Ramp-Up-Planungen für die kommenden Jahre,

3. auf der Einführung von neuen IoT-fähigen Produkten,

4. auf eine fokussierte Produktentwicklung in den Bereichen Reaktionssteuerung, Separation und Disposable Management,

5. Prozessverbesserungen in den Bereichen Operations, Customer Service und dem ERP-System

6. kontinurierliche Neukundenakquise durch die neu aufgebauten Distributoren und neue Key-Account-Akquise

Die Probenvorbereitung für NGS (NGS-Sample-Prep) ist ein Applikationsgebiet, bei dem verschiedene inheco-Produkte in diversen Kundenlösungen eingesetzt werden. Die Precision Medicine steht im Fokus großer Firmen der Bereiche Pharmazie, Diagnostik und Biotechnologie[17] und stellt auch einen Schwerpunkt in der akademischen Forschung dar[18].

inheco ist somit bestrebt, den bio-medizinischen Fortschritt mit seinen innovativen Automationslösungen an vorderster Front zu unterstützen.

 

Planegg, den 8. Januar 2025

Günter Tenzler, Geschäftsführer inheco Industrial Heating & Cooling GmbH

[1] IMF World Economic Outlook Update

[2] Tecan Annual Report 2023

[3] Tecan Annual Report 2023

[4] Tecan Annual Report 2023

[5] https://www.massgeneral.org/news/press-release/clinical-trial-results-show-dramatic-regression-of-glioblastoma-after-next-generation-car-t-therapy

[6] Anmeldung Arbeitsamt: Kurzarbeit

[7] Übersicht Mitarbeitende (Anhang)

[8] McKinsey Global Institute - From bench to bedside: Transforming R&D labs through automation

[9] https://www.drugdiscoverytrends.com/pharma-ma-activity-primed-for-another-high-flying-year-in-2024/

[10] McKinsey Global Institute: How biotechs can rethink their strategies after the market downturn

[11] https://www.pharmaceutical-technology.com/analyst-comment/biotech-funding-optimism-rises/?cf-view&cf-closed

[12] World Economic Outlook Update Jan 2024

[13] Automata - The journey to the fully automated labs of the future

[14] Tecan Annual Report 2023

[15] www.kununu.com

[16] inheco Management Report 12/2023

[17] Roche Annual Report 2019, Seite 44

[18] European Society of Medical Oncology ESMO, ESMO Patient Guide Personalized Cancer Medicine, Seite 1

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 138.620,00 231.871,00
2. unfertige selbst erbrachte Entwicklungsleistungen 811.414,86 0,00
950.034,86 231.871,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.647.288,00 2.890.730,00
2. technische Anlagen und Maschinen 617.965,00 789.168,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.055.558,59 1.016.796,00
4.320.811,59 4.696.694,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 293.216,44 271.871,61
5.564.062,89 5.200.436,61
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 11.711.853,58 13.296.977,66
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.384.564,60 4.742.495,83
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 6.181,87 9.748,48
15.102.600,05 18.049.221,97
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 161.667,11 226.916,43
D. AKTIVE LATENTE STEUER 818.180,44 0,00
21.646.510,49 23.476.575,01

PASSIVA

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 622.000,00 622.000,00
II. Kapitalrücklage 303.793,00 303.793,00
III. Gewinnvortrag 14.776.690,93 12.485.592,04
IV. Jahresfehlbetrag (Vj. -überschuss) -5.904.004,76 2.291.098,89
9.798.479,17 15.702.483,93
B. RÜCKSTELLUNGEN 1.807.091,10 1.187.078,03
C. VERBINDLICHKEITEN 10.040.940,22 6.587.013,05
(davon gegenüber Kreditinstituten € 7.776.479,16 (Vj. 3.857.898,45)
(davon gegenüber verbundenen Unternehmen € 0,00 (Vj. 36.000,00)
(davon aus Steuern € 296.173,85 (Vj. 338.093,75)
21.646.510,49 23.476.575,01

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. - 31.12.2023

01.01. - 31.12.2023 01.01. - 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
1. Rohergebnis 11.783.240,69 20.553.005,60
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -11.088.484,73 -9.960.313,98
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -2.127.840,91 -13.216.325,64 -1.922.997,84 -11.883.311,82
3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.236.703,78 -1.145.159,75
4. sonstige betriebliche Aufwendungen -4.902.107,23 -4.344.940,10
Betriebsergebnis -7.571.895,96 3.179.593,93
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 0,00 375,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -329.402,47 -48.338,76
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.001.742,67 -835.175,28
8. Ergebnis nach Steuern -5.899.555,76 2.296.454,89
9. sonstige Steuern -4.449,00 -5.356,00
10. Jahresfehlbetrag (Vj. -überschuss) -5.904.004,76 2.291.098,89

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Gliederung

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S.v. § 267 Abs. 2 HGB. Es wurden neben den Vorschriften des Handelsgesetzbuches die Vorschriften des GmbH-Gesetzes und des Gesellschaftsvertrags beachtet. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Der Jahresabschluss wird in Euro erstellt.

Größenabhängige Erleichterungen für mittelgroße Kapitalgesellschaften werden teilweise in Anspruch genommen.

Trotz eines hohen Jahresfehlbetrags im Geschäftsjahr wird der Jahresabschluss unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt (vgl. hierzu den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").

Bilanzierung und Bewertung

Im Jahresabschluss 2023 werden unter der Position "selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte" erstmalig selbst erbrachte Entwicklungsleistungen bilanziert. Die Bilanzierung erfolgt zu Herstellungskosten, in denen direkt zurechenbare Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten enthalten sind. Eine Abschreibung ist noch nicht erfolgt.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden entsprechend ihrer Nutzungsdauer von überwiegend 3 Jahren um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten, abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung bewertet. Die Bilanzierung erfolgt zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums.

Die Nutzungsdauern werden wie folgt geschätzt:

Bauten und Bauten auf fremden Grundstücken 10 bis 15 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3 bis 16 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 25 Jahre

Geringwertige Anlagegüter mit einem Wert von 250,00 € bis 1.000,00 € werden entsprechend den steuerlichen Regelungen über fünf Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Eine Abschreibung erfolgt nur bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung.

Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Marktwerten angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren werden mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Marktwert bewertet. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind, berücksichtigt werden.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Einzelrisiken werden durch entsprechende Einzelwertberichtigung berücksichtigt

Die liquiden Mittel werden mit den Nennwerten bilanziert.

Latente Steuern werden für temporäre Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden ermittelt. Vom Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs.1 S.2 HGB wird Gebrauch gemacht. Ein Ansatz aktiver latenter Steuer ist erfolgt.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken aus ungewissen Verbindlichkeiten / Drohverlusten und sind jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig erscheint. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit mehr als ein Jahr werden nach § 253 Abs. 2 HGB auf den Abschlussstichtag abgezinst. Für Gewährleistungen wurden pauschal 0,3 Prozent des Umsatzes des Geschäftsjahres zurückgestellt.

Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung in Euro für Anschaffungen von Anlagengüter und Umlaufvermögen wurde mit dem Kurs zur Zeit der Anschaffung vorgenommen. Die Währungsumrechnung für Forderungen und Verbindlichkeiten erfolgte mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag.

2. Erläuterungen und Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung.

Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in Anlagenspiegel dargestellt, der diesem Anhang als Anlage beigefügt ist.

In den Zugängen des Anlagevermögens sind in Höhe von TEUR 412 Demogeräte und Leihgeräte enthalten, die aus dem Umlaufvermögen (Vorräte) in das Anlagevermögen umgegliedert wurden.

Im Geschäftsjahr sind keine Forschungskosten angefallen.

Alle in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind, wie im Vorjahr, innerhalb eines Jahres fällig.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind in Höhe von TEUR 6 Forderungen gegenüber Gesellschaftern enthalten.

Die aktiven latenten Steuern ergeben sich aus folgenden Positionen:

Verlustvortrag für Gewerbesteuer aktive latente Steuer
Selbst erbrachte Entwicklungsleistungen passive latente Steuer
Sonstige Rückstellungen aktive latente Steuer

Aufgrund der aktivierten selbst erbrachten Entwicklungsleistungen in Höhe von TEUR 811 sowie der aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 818 ist ein Betrag von TEUR 1.629 ausschüttungsgesperrt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen sich wie folgt dar:

Laufzeit < 1 Jahr sowie Kontokorrent 5.009 T€ (VJ 3.502 T€)
Laufzeit über einem Jahr 2.767 T€ (VJ 356 T€)
Davon Laufzeit über 5 Jahren 0 T€ (VJ 0 T€)

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von weniger als 5 Jahren.

3. Gewinn- und Verlustrechnung

Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Währungskursgewinne von 32 T€ (Vj. 34 T€) ausgewiesen.

Die Position Löhne und Gehälter des Personalaufwands beinhaltet auch die bezahlte Vergütung für Leiharbeit 182 T€ (Vj. 503 T€).In den Löhnen und Gehältern sind Abfindungen in Höhe von TEUR 1.447 enthalten sowie weitere Sonderzahlungen aus laufenden Kündigungsschutzklagen in Höhe von TEUR 1.022.

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Währungskursverluste von 14 T€ (Vj. 65 T€) ausgewiesen. Die Währungsverluste werden bei der Kalkulation des USD-Verkaufspreises durch einen Risikoaufschlag kompensiert. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 190 enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind latente Steuererträge in Höhe von TEUR 818 enthalten.

4. Sonstige Angaben

Organe der Gesellschaft

Geschäftsführer: Günter Tenzler, Dipl.-Ingenieur

Die Angabe der Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung erfolgt gemäß § 286 Abs. 4 HGB nicht.

Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt wurden 145 Arbeitnehmer beschäftigt (Vorjahr 139), mit folgenden Ständen zum Ende des jeweiligen Quartals (Alle Angaben in FTE):

Datum Gewerbliche Mitarbeiter Büromitarbeiter Summe
31. Mrz 75 92 167
30. Jun 70 89 159
30. Sep 68 86 154
31. Dez 39 59 98

Anteilsbesitz

Die inheco Industrial Heating and Cooling GmbH ist zu 99 % am Kapital der INHECO Taiwan Co., Ltd. beteiligt. Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2022 beläuft sich auf NTD 8.352.085,00 (umgerechnet 255 T€). Der Jahresüberschuss 2022 beträgt NTD 352.085,00 (umgerechnet 11 T€). Der Jahresabschluss für 2023 liegt noch nicht vor.

Die inheco Industrial Heating and Cooling GmbH ist zu 100 % am Kapital der INHECO USA Inc. beteiligt. Die Gesellschaft wurde ohne Eigenkapital begründet. Der Geschäftsbetrieb wurde bisher nicht aufgenommen, sodass ein Jahresergebnis von TEUR 0 erzielt wurde.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen aus kurz-, mittel- und langfristigen Verpflichtungen

Mietverträgen 3,39 Mio € (bis 2030)
Leasingverträgen 0,42 Mio €

Ergebnisverwendungsvorschlag der Geschäftsführung

Der Gewinnvortrag aus den vergangenen Jahren wird um den Verlust in Höhe von 5.904.004,76 EUR reduziert.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Gesellschaft hat einen hohen Jahresfehlbetrag erwirtschaftet. In der Folge wurde eine mit der kreditgewährenden Bank vereinbarte Kennzahl (Financial Covenants) in Bezug auf die Höhe des Eigenkapitals verfehlt. Mit der Bank wurde am 13.12.2024 eine Vertragsergänzung (Waiver) getroffen, in der sich die Bank einverstanden erklärt, die Eigenkapital-Covenants für das Geschäftsjahr 2023 einmalig auszusetzen.

Am 10.12.2024 wurden mit den Gesellschaftern Blue Cap AG und der Egora Ventures AG Gesellschafterdarlehen über je 200 TEUR abgeschlossen. Die Darlehen haben eine feste Laufzeit von zwei Jahren nach Unterzeichnung. Der Zinssatz liegt jeweils bei 10% p.a. und wird nachschüssig am Ende der Laufzeit bezahlt. Zudem wurde ebenfalls am 10.12.2024 zwischen den Parteien mit der Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft eine Vereinbarung über eine Rangrücktritt und Darlehensbelassung abgeschlossen.

Im Rahmen der finanziellen Unterstützung der Gesellschaft wurden mit den Gesellschaftern Blue Cap AG und der Egora Ventures AG darüber hinaus am 10.12.2024 Garantieerklärungen über je 250 TEUR geschlossen. Die Laufzeit der Garantien ist zunächst auf den 31.12.2025 begrenzt.

 

Planegg, 8. Januar 2025

Günter Tenzler

Geschäftsführer inheco GmbH

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anschaffungskosten 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Anschaffungskosten 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 842.620,39 37.853,54 0,00 880.473,93
2. Unfertige selbst erbrachte Entwicklungsleistungen 0,00 811.414,86 0,00 811.414,86
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauen auf fremden Grundstücken 3.923.279,99 19.919,37 0,00 3.943.199,36
2. technische Anlagen und Maschinen 1.550.249,35 77.582,24 0,00 1.627.831,59
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.676.455,27 632.215,22 0,00 3.308.670,49
8.149.984,61 729.716,83 0,00 8.879.701,44
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 271.871,61 21.344,83 0,00 293.216,44
9.264.476,61 1.600.330,06 0,00 10.864.806,67
kumulierte Abschreibungen
Abschreibungen 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Abschreibungen 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 610.749,39 131.104,54 0,00 741.853,93
2. Unfertige selbst erbrachte Entwicklungsleistungen 0,00 0,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauen auf fremden Grundstücken 1.032.549,99 263.361,37 0,00 1.295.911,36
2. technische Anlagen und Maschinen 761.081,35 248.785,24 0,00 1.009.866,59
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.659.659,27 593.452,63 0,00 2.253.111,90
3.453.290,61 1.105.599,24 0,00 4.558.889,85
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
4.064.040,00 1.236.703,78 0,00 5.300.743,78
Buchwerte 31.12.2023
EUR
Buchwerte 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 138.620,00 231.871,00
2. Unfertige selbst erbrachte Entwicklungsleistungen 811.414,86 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauen auf fremden Grundstücken 2.647.288,00 2.890.730,00
2. technische Anlagen und Maschinen 617.965,00 789.168,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.055.558,59 1.016.796,00
4.320.811,59 4.696.694,00
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 293.216,44 271.871,61
5.564.062,89 5.200.436,61

Feststellung des Jahresabschlusses:

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 4. Februar 2025 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die inheco Industrial Heating and Cooling GmbH, Planegg

PRÜFUNGSURTEILe

Wir haben den Jahresabschluss der inheco Industrial Heating and Cooling GmbH, Planegg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der inheco Industrial Heating and Cooling GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS " unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, 9. Januar 2025

BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Frank Thomas Buchwald, Wirtschaftsprüfer

Claudia Klafs, Wirtschaftsprüferin

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