Stammdaten

Register
Amtsgericht Bamberg HRB 3990
Vorher
Seniotel Pflegedienst gGmbH
Eingetragen
14.12.1999
Branche
Ambulante Betreuungsdienste für ältere MenschenErbringung von ergotherapeutischen DienstleistungenBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
1. Gegenstand der Gesellschaft ist a) der Betrieb von Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege im Sinne des SGB, insbesondere V, IX und XI, und von Einrichtungen des Betreuten Wohnens. b) die Überlassung von Pflege- und sonstigem Personal an Einrichtungen im Sinne von lit. a) oder an Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens. 2. Die Gesellschaft ist berechtigt alle Nebengeschäfte zu betreiben, die dem Hauptzweck der Gesellschaft dienen sowie im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften, der Bestimmungen dieses Gesellschaftsvertrages und unter Beachtung der Gemeinnützigkeit (§ 3) alle Geschäfte und sonstigen Maßnahmen vorzunehmen, die dieser Zweckbestimmung dienlich erscheinen. Sie darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art übernehmen, vertreten und sich an solchen Unternehmen beteiligen, sie kann auch Zweigniederlassungen errichten. 3. Die Gesellschaft kann mit einzelnen oder mehreren der nachstehend in § 3 Abs. 5 genannten Körperschaften zusammen kooperieren im Sinne von § 57 Abs. 3 AO durch das wechselseitige Erbringen von Verwaltungs- und Servicedienstleistungen, durch Nutzungsüberlassungen, durch Lieferungen (insbesondere Waren-, Wärmeund Stromlieferungen) oder durch die Beistellung von Personal zur Erfüllung ihrer jeweiligen gemeinsamen steuerbegünstigten Zwecke.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Harald Poßer
seit 25.4.2018
Prokura
Udo Kunzmann
seit 10.1.2018
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
LandkreisEigenbeteiligung
100.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH
Germany
50.000 €
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Seniotel gGmbH

Scheßlitz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Geschäftstätigkeit und Rahmenbedingungen

Die ursprüngliche Geschäftstätigkeit der Seniotel gGmbH bezieht sich auf den Betrieb der Seniorenzentren St. Kilian in Scheßlitz und in Lichteneiche.

Mittlerweile gehören zur Seniotel gGmbH die Seniorenzentren Schloss Baunach, Adelsdorf, Gundelsheim, Walsdorf und St. Bernhard in Ebrach.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 30.08.2021 und gem. den Beschlüssen der Gesellschafterversammlungen vom selben Tag ist die Mobile Dienste des Landkreises Bamberg gGmbH mit dem Sitz in Stegaurach (Amtsgericht Bamberg HRB 3484) rückwirkend zum 01.01.2021 auf die Seniotel gGmbH verschmolzen worden. In dieser Gesellschaft wurde und werden weiterhin ambulante Pflegedienstleistungen erbracht.

Die Seniotel gGmbH besitzt die Erlaubnis der Personalüberlassung. Die Gesellschaft ist als gemeinnütziges Unternehmen im Sinne der §§ 51 ff AO anerkannt. Ein wesentlicher Teil der Geschäftstätigkeit ist die Überlassung von Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an die Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH mit den dazugehörigen Konzerngesellschaften.

2. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.1 Gesamtwirtschaftliche Situation

Die deutsche Wirtschaft trat im ersten Halbjahr 2023 auf der Stelle. Die hohe Inflation zehrte an der Kaufkraft der privaten Haushalte und ließ die Europäische Zentralbank die Leitzinsen kräftig anheben. Darunter litten der Konsum- und die Baukonjunktur, da die realen Haushaltseinkommen gesunken und die Finanzierungskosten gestiegen sind. Aber auch der Industriekonjunktur ging die Luft aus. Zwar verloren die angebotsseitigen Engpässe, die die Produktion im vergangenen Jahr noch spürbar hemmten, zunehmend an Bedeutung. Allerdings machte sich nachfrageseitig zunehmend auch die Abkühlung der Weltkonjunktur bemerkbar. Denn vielerorts bremsten Notenbanken die Konjunktur durch rasche und kräftige Leitzinsanhebungen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Zudem ist eine merkliche Kehrtwende bei der Produktion in den energieintensiven Industriezweigen in Deutschland trotz kräftig gesunkener Energiepreise bislang ausgeblieben. Anders als bisher erwartet, dürfte die Erholung in der zweiten Jahreshälfte ausbleiben. Die Abkühlung hat sich fortgesetzt. In nahezu allen Branchen steht die Tendenz auf "Flaute".

Den Bauunternehmen, insbesondere im Bereich des Wohnungsbaus, dürften allmählich die Aufträge ausgehen, da sich die umfangreichen Stornierungen bestehender Aufträge und der Rückgang neuer Aufträge bis zuletzt fortgesetzt haben. Daher wird die Bauproduktion in den kommenden Quartalen wohl zurückgehen. Auch vom Verarbeitenden Gewerbe dürften zunächst keine konjunkturellen Impulse ausgehen. Die Nachfrage nach Industriewaren in wichtigen Absatzmärkten ist schwach geblieben und soll erst jetzt gegen Jahresende wieder anziehen. Der private Konsum dürfte sich allmählich erholen. Der Anstieg der verfügbaren Haushaltseinkommen wird kräftig bleiben und bei langsam sinkenden Inflationsraten auch zu einem Kaufkraftplus führen.

Insgesamt wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,4 % zurückgehen. In den kommenden beiden Jahren sollte die Wirtschaftsleistung dann um 1,4 % und 1,2 % zulegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September im Vergleich zum August nur leicht um 69.000 auf 2,627 Millionen gesunken. Die Quote sank im Vergleich zum August um 0,1 Punkte auf 5,7 %. Verglichen mit September 2022 stieg die Quote um 0,3 Punkte.

Die einsetzende Herbstbelebung fiel in diesem Jahr vergleichsweise gering aus. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nahmen zwar ab, jedoch weniger als üblich. Grundsätzlich ist der deutsche Arbeitsmarkt aber nach wie vor stabil.

Die momentanen konjunkturellen Schwierigkeiten sind u. a. ausgelöst durch die Nachwehen der Energiepreiskrise, die notwendige Inflationsbekämpfung der EZB und das Schwächeln wichtiger globaler Wirtschaftspartner. Geopolitische Konfliktherde erhöhen die Unsicherheit noch. Die Krise zieht sich daher länger hin als gedacht.

Der Weg für eine wirtschaftliche Erholung dürfte dann aber frei sein. Der Rückgang der Inflation ist deutlich und damit steigen auch wieder die Realeinkommen, was die Grundlage für eine binnenwirtschaftliche Belebung ist."

2. 2 Weltwirtschaftliche Situation

USA: Nach einer Abwärtsbewegung im ersten Halbjahr 2022 hat die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten neuen Schwung bekommen. Somit droht 2023 keine Rezession. Das US-Bruttoinlandsprodukt wird im laufenden Jahr gegenüber 2022 voraussichtlich um 0,75 % wachsen.

China: Die Aussichten für das Reich der Mitte sind diffus: Auf der einen Seite belastet der angeschlagene Immobilienmarkt die Binnenkonjunktur und die schwache globale Nachfrage bremst die chinesischen Exporte. Auf der anderen Seite hellt sich die Stimmung in der Wirtschaft nach der abrupten Aufhebung aller Lockdowns zunehmend auf. Außerdem versucht der Staat, die Wirtschaft durch eine expansive öffentliche Investitionstätigkeit anzukurbeln. Die große Unbekannte ist der private Konsum. Dieser ist zwar nach wie vor durch den schlecht laufenden Arbeitsmarkt geprägt, könnte durch Nachholeffekte nach den Lockdowns nun aber Auftrieb erhalten. Insgesamt wird für 2023 ein reales Wachstum der chinesischen Wirtschaftsleistung von 4 % erwartet. Das ist höher als in vielen anderen Ländern - für China jedoch ein niedriger Wert.

Euroraum: Die europäische Wirtschaft schafft es 2023 wohl gerade noch in den Wachstumsbereich: Das reale Bruttoinlandsprodukt der Euroländer wird lediglich um 0,5 % zulegen.

2. 3 Weltpolitische Situation/Krieg in der Ukraine/Der Nahostkonflikt

Vor gut zwei Jahren, am 24.02.2022, begann die Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Seitdem dauert der Angriffskrieg Russlands mit zunehmender Härte an. Insgesamt sind zurzeit 6,3 Millionen Menschen in die europäischen Nachbarstaaten geflüchtet, mehr als 7 Millionen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Der Nahostkonflikt hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am 07.10.2023 hat die radikalislamische Terrorgruppe Hamas vom Gazastreifen aus Israel mit Raketen beschossen. Der Terror der Hamas bedeutet den Beginn eines weiteren Krieges im Nahen Osten. Israel hat als Reaktion auf die Terrorattacke eine massive Militäroperation gegen den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen begonnen.

(Quelle: Bilanzbuchhalter-Verband e.V., Schweinfurt, Rundschreiben Dezember 2023)

Der Krieg in der Ukraine sowie der Nahostkonflikt stellen einschneidende Ereignisse dar, die auch in der globalen Wirtschaft und damit in der Rechnungslegung der Unternehmen bereits deutliche Spuren hinterlassen haben. An den Güter- und Finanzmärkten waren und sind nach wie vor die Reaktionen stark spürbar, die demokratischen Staaten haben in großer Geschlossenheit scharfe Sanktionen gegen Russland verhängt - weitere werden vermutlich folgen. Deren Konsequenzen für Russland, aber auch für die verhängenden Staaten, zeigten sich bereits seit längerem unmittelbar, werden aber auch weitere erhebliche Auswirkungen für die Weltwirtschaft haben. Aussagen zur zeitlichen Erstreckung der Krisen sind gegenwärtig kaum möglich.

Wesentliche Risiken trafen die Realwirtschaft z. B. aus ihren Lieferketten (insb. hinsichtlich des Energiebedarfs), auf ihren Absatzmärkten, hinsichtlich der Kreditversorgung durch Banken oder aus Cyberangriffen. Solche Risiken wirken sich dann mittelbar auch auf den gesamten Finanzsektor aus (Werthaltigkeit von Investitionen in die Realwirtschaft, Inflation etc.). Übergreifend ist fraglich, welche Mittel die öffentliche Hand in Form von staatlichen Stützungsmaßnahmen weiterhin zur Verfügung stellen wird. Zudem zeigt sich deutlich, dass der Pfad zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft überdacht werden muss und wird.

3. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Laut Statistischem Bundesamt (Pflegestatistik) ist die Anzahl der Pflegeheime in Deutschland von 12.354 im Jahr 2011 auf 16.115 im Jahr 2021 gestiegen, was einem prozentualen Anstieg von 30,4 % innerhalb von zehn Jahren entspricht.

Auch die Anzahl der Ambulanten Pflegedienste ist in diesem Zeitraum um 24,5 % gestiegen, so waren es 2011 noch 12.349 Pflegedienste, in 2021 schon 15.376.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Pflegestatistik zum Jahresende 2022 mitteilt, lebten Ende des Jahres 2021 insgesamt 793.461 Pflegebedürftige in einem vollstationären Pflegeheim. Das waren 16 % aller 4,96 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland.

Gut 84 % (4,17 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden 2021 zu Hause betreut. Davon wurden 2,55 Millionen Pflegebedürftige vorwiegend allein durch Angehörige gepflegt und 1,05 Millionen Pflegebedürftige zusammen mit oder vorrangig durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt.

Ende 2021 waren 65 % der Pflegebedürftigen 75 Jahre und älter, ein Drittel (33 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die große Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (62 %). Zur künftigen Entwicklung der Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes zeigt die Pflegevorausberechnung mehrere Varianten auf. Sie beruht auf Ergebnissen der 15. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung und der Pflegestatistik und umfasst zwei Annahmen zu den Pflegequoten, also zum Anteil der Pflegebedürftigen in einzelnen Altersgruppen je Geschlecht.

Die erste Annahme geht von einer moderaten demografischen Entwicklung und konstanten Pflegequoten aus. Hier könnte die Zahl der Pflegebedürftigen allein durch die Alterung von 5,0 Millionen Ende 2021 über 5,6 Millionen Ende 2035 auf 6,8 Millionen Ende 2055 ansteigen und schließlich im Jahr 2070 bei 6,9 Millionen Pflegebedürftigen liegen. Wird angenommen, dass die Pflegequoten infolge des 2017 weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs noch bis 2027 zunehmen (zweite Annahme), so werden 2035 rund 6,3 Millionen und 2055 rund 7,6 Millionen Pflegebedürftige ausgewiesen.

In den insgesamt 16.115 Pflegeheimen in Deutschland (einschließlich Heime mit teilstationärer Pflege) waren Ende 2021 ca. 814.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In den 15.376 ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten arbeiteten Ende 2021 rund 443.000 Menschen.

In der Altenpflege gibt es wie im gesamten Pflegebereich einen hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten. Dieser war im Jahr 2019 mit 71 % deutlich höher als der Teilzeitanteil über alle Branchen mit 29 %. Dies ist unter anderem mit dem hohen Anteil an weiblichen Beschäftigten in der Pflege zu erklären (in der Altenpflege im Jahr 2019 85 %), die Teilzeitarbeit häufig als eine Möglichkeit zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachfragen.

Zum Jahresende 2022 befanden sich nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) insgesamt 146.500 Personen in der Ausbildung zum Beruf der Pflegefachfrau beziehungsweise des Pflegefachmanns. Davon hatten 52.300 Auszubildende im Jahr 2022 einen Vertrag zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann unterschrieben. Gegenüber dem Vorjahr waren das 7 % oder 4.000 weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (2021: 56.300 Neuverträge). Ende 2022 befanden sich insgesamt rund 110.800 Pflegefachfrauen und 35.800 Pflegefachmänner in Ausbildung. Das entsprach einem Frauenanteil von 76 %. Auch bei den Neuabschlüssen verzeichnete dieses Berufsbild mit 38.800 neuen Verträgen einen Frauenanteil von rund drei Viertel (74 %) - nur 13.500 Männer schlossen 2022 einen Ausbildungsvertrag als Pflegefachmann ab.

(Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis))

In Bayern ist die Anzahl der vollstationären Pflegeheime in den letzten zwölf Jahren um über 27 % gestiegen. So gab es im Dezember 2021 insgesamt 2.089 Einrichtungen mit 140.261 verfügbaren Plätzen, im Dezember 2009 waren es noch 1.633 Einrichtungen mit 125.538 verfügbaren Plätzen.

Im Landkreis Bamberg waren Ende 2021 38 Einrichtungen mit 1.607 Plätzen vorhanden, zwölf Jahre zuvor waren es 26 Einrichtungen mit 1.375 Plätzen. Auch hier liegt ein Anstieg mit fast 17 % zugrunde.

(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik (LfStat))

4. Analyse des Geschäftsverlaufs und der Lage

4.1 Ertragslage

Die Betriebsleistung beläuft sich auf TEUR 58.205 (Vorjahr TEUR 54.844). Der starke Anstieg ist u. a. auf die Erhöhung der sonstigen Umsatzerlöse (Verrechnung des Personalaufwandes an andere Einrichtungen) zurückzuführen.

Die Seniorenzentren der Seniotel gGmbH wiesen wie schon in den Vorjahren insgesamt eine nur mäßige Auslastung mit im Durchschnitt von rd. 88 % (Vorjahr 91 %) aus. Die Belegungssituation ist im Wesentlichen aufgrund der Nichteinhaltung der Fachkraftquote wegen Personalmangel in den Pflegeberufen zurückzuführen. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen ist jedoch auf einem sehr hohen Niveau.

Die Personalaufwandsquote lag bei 73,0 % (Vorjahr 69,5 %) und ist damit weiter angestiegen.

Der Betriebsaufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.583 auf TEUR 59.681 (Vorjahr TEUR 55.098) erhöht, was im Wesentlichen ebenfalls auf die Erhöhung des Personalaufwandes aufgrund der Verrechnung, aber auch aufgrund der vorgenannten Personalaufwandssteigerungen zurückzuführen ist.

Im Geschäftsjahr 2023 wird ein Jahresfehlbetrag von EUR 1.475.663,68 ausgewiesen (Vorjahr Jahresfehlbetrag EUR 252.292,06). Die Verschlechterung gegenüber der negativen Planung (Jahresfehlbetrag TEUR 1.154) ist im Wesentlichen auf die Belegungssituation aufgrund der Nichteinhaltung der Fachkraftquote wegen Personalmangel zurückzuführen.

4.2 Finanzlage

Die liquiden Mittel betrugen zum Stichtag TEUR 793 (Vorjahr TEUR 776). Die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens war im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet.

Unter den Zuweisungen und Zuschüssen der öffentlichen Hand mit TEUR 672 sind wie schon im Vorjahr mit TEUR 668 erhaltene Zuwendungen durch den Landkreis Bamberg enthalten, die als Unterstützung zur Umsetzung eines neuen Mitarbeiter- Vergütungssystems im GKG-Konzern eingesetzt werden.

Den Rückstellungen und kurzfristigen Verbindlichkeiten mit TEUR 5.742 (Vorjahr TEUR 4.588) stehen Umlaufvermögen und ARAP in Höhe von TEUR 3.108 (Vorjahr TEUR 3.556) gegenüber.

4.3 Vermögenslage

Bei Zusammenfassung der Bilanzposten ergibt sich folgendes Bild der Vermögens- und Kapitalstruktur (in TEUR):

31.12.2023 % 31.12.2022 %
Anlagevermögen 3.947 56 3.880 52
Umlaufvermögen 3.048 43 3.501 47
ARAP 60 1 55 1
Gesamtvermögen 7.055 100 7.436 100
Eigenkapital 777 11 2.252 30
Sonderposten 1 0 1 0
Rückstellungen 3.225 46 2.783 38
Fremdkapital 3.048 43 2.387 32
PRAP 4 0 13 0
Gesamtkapital 7.055 100 7.436 100

Die Bilanzsumme der Seniotel gGmbH beläuft sich zum Bilanzstichtag 31.12.2023 auf EUR 7.055.447,23. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um TEUR 380.877,14 oder 5,1 %.

Das Anlagevermögen erfährt unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung eine Erhöhung um TEUR 67 oder 1,7 %, was auf Investitionen mit TEUR 299 abzüglich Abgänge mit TEUR 67 und Abschreibungen mit TEUR 165 zurückzuführen ist.

Das Anlagevermögen wird in Höhe von 19,7 % (Vorjahr 58,0 %) durch eigene Mittel gedeckt.

Das Umlaufvermögen ist um TEUR 453 oder 12,9 % zurückgegangen, was im Wesentlichen auf eine Reduzierung der Forderungen im Verbundbereich zurückzuführen ist.

Die Eigenkapitalquote beträgt 11,0 % (Vorjahr 30,3 %) und hat sich damit stark verschlechtert.

Die Eigenkapitalstruktur setzt sich wie folgt zusammen:

Stammkapital 50 TEUR
Kapitalrücklagen 287 TEUR
Gewinnvortrag 1.915 TEUR
Jahresfehlbetrag -1.476 TEUR
Eigenkapital gesamt 777 TEUR

Die Kapitalrücklage resultiert aus der Verschmelzung mit der Ökon-Serv GmbH (übertragende Gesellschaft) zum 02.01.2019.

Noch ist die Vermögenslage geordnet und die Vermögens- und Kapitalstruktur solide, aber unter Berücksichtigung der zukünftigen Aussichten nicht zufriedenstellend.

4.4 Qualitätsmanagement

Die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements wurde im Rahmen der EFQM- Zertifizierung weiterverfolgt, die im Rahmen des Gesamtunternehmens Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH, zu welchem die Seniotel gGmbH gehört, als Teil der Unternehmensaufgabe behandelt wird.

5. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Wir ziehen für unsere Unternehmenssteuerung die Personalkostenquote und die Auslastung der Seniorenzentren heran. Die Personalkostenquote berechnen wir mit der Summe aus Gesamtumsatz und sonstigen betrieblichen Erträgen im Verhältnis zu den Personalkosten der Seniorenzentren.

Bei einer durchschnittlichen Belegung aller Seniotel-Einrichtungen von 88,1 % betrug die Personalkostenquote 73,0 % (Vorjahr 69,5 %).

Das Seniorenzentrum in Adelsdorf (95,7 %) und das Seniorenzentrum St. Bernhard in Ebrach (99,2 %) waren sehr gut ausgelastet. Die Auslastung in den Seniorenzentren in Lichteneiche (84,0 %), Gundelsheim (85,6 %), Walsdorf (85,8 %), Schloss Baunach (89,4 %) und St. Kilian in Scheßlitz (77,0 %) war zufriedenstellend bis mäßig.

Die Kennzahlen als auch die wirtschaftliche Lage können insgesamt als nicht zufriedenstellend bezeichnet werden.

6. Chancen- und Risikobericht

Nach den im Bayerischen Landesamt für Statistik im Januar 2023 von Innenminister Joachim Herrmann vorgestellten Ergebnissen der neuen rationalisierten Bevölkerungsvorausberechnung steigt die Einwohnerzahl Bayerns von 13,18 Millionen Personen Ende 2021 auf rund 13,89 Millionen im Jahr 2041 an. Das entspricht einem Wachstum der Bevölkerung des Freistaats um 714.000 Personen bzw. 5,4 %.

Hinsichtlich der Altersstruktur der Bevölkerung in Bayern nimmt die Zahl der 65- Jährigen und Älteren in den kommenden 20 Jahren um 753.000 Personen auf 3,51 Millionen zu. Gleichzeitig sinkt im Freistaat die Zahl der Personen im Alter von 20 bis einschließlich 64 Jahren gegenüber dem Jahr 2021 um 205.000 Personen auf 7,77 Millionen. Somit kommen laut der Vorausberechnung im Jahr 2041 dann 45 Personen im Ruhestandsalter auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei etwa 35 zu 100 Personen. Entsprechend steigt auch das Durchschnittsalter der bayerischen Bevölkerung in den nächsten zwei Jahrzehnten von heute 44,1 auf dann 45,4 Jahre.

Bis zum Jahr 2041 wird die Bevölkerungszahl Oberfrankens nach der aktuellen Vorausberechnung um etwa 17.000 Personen auf 1,05 Millionen Einwohner zurückgehen. Ausgehend von 1,06 Millionen Personen Ende 2021 entspricht das einem Rückgang um 1,6 %, der sich noch im Korridor einer stabilen Bevölkerungsentwicklung bewegt.

Aufgrund dieser Entwicklungen sehen wir weiter Bedarf im Landkreis Bamberg beim Erhalt und Ausbau altenpflegerischer Angebote.

Die steigenden Ausgaben der Sozialhilfeträger führen dazu, dass diese nicht genügend finanzielle Spielräume haben, die Pflegesätze entsprechend der Steigerung im Personal- und Sachkostenbereich anzuheben. Dies führt auf Dauer zu einer Unterfinanzierung der Selbstkosten der Pflegeeinrichtungsträger.

Die Kostenträger der Bewohner in den Pflegeeinrichtungen der Seniotel gGmbH sind überwiegend die Pflegekassen bzw. die Sozialhilfeträger. Nach Abstimmung der Kostenträgerschaft bei Aufnahme von Bewohnern ergeben sich nur selten Schwierigkeiten hinsichtlich der Leistungsvergütung. Der Anteil der selbst zahlenden Bewohner liegt bei 8,6 % (Vorjahr 8,4 %).

Die Berufsausbildungen der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind zur generalistischen Ausbildung zusammengefasst worden. Die Ausbildung zum "Generalisten" dauert insgesamt drei Jahre und findet sowohl in der Schule als auch in den verschiedenen Einrichtungen statt, in der der Auszubildende die praktische Ausbildung absolviert. Die Pflichteinsätze finden in der stationären Akutpflege und Langzeitpflege, in der ambulanten Pflege, in der Pädiatrie und in der Psychiatrie statt. Kurzeinsätze stehen zur freien Verfügung. Der Vertiefungseinsatz findet entsprechend der eigenen Wahl statt. Im dritten Jahr erwirbt man den Abschluss zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Dieser Titel wird auch in anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union von Grund auf anerkannt. Der große Vorteil der generalistischen Pflegeausbildung ist, dass damit die Möglichkeit geschaffen wurde, den späteren Berufsweg in der Pflege frei zu gestalten. Die Auszubildenden lernen Menschen jeden Alters, vom Säugling bis zum alten Menschen, zu pflegen.

Die Ausbildung bei der GKG findet in Kooperation mit staatlich anerkannten Berufsfachschulen statt, u.a. mit den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe, der Caritas-Diakonie Berufsfachschule für Pflege sowie der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe Forchheim bfz gGmbH.

Seit 2020 sind neben den dezentralen Praxisanleitungen in den Kliniken bzw. Seniorenzentren zusätzlich zentrale Praxisanleitungen sowie eine zentrale Ausbildungskoordination etabliert. Die Ausbildungskoordination ist zentraler Ansprechpartner in allen Belangen der (pflegerischen) Ausbildung und wirkt in Abstimmung mit den jeweiligen Leitungen beim Bewerbungsverfahren mit. Sie plant und überwacht die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen im Rahmen der Ausbildung, ist für die Konzepterstellung der praktischen Ausbildung verantwortlich und koordiniert Einsatz- und Rotationspläne zwischen den Einrichtungen der GKG sowie den Berufsfachschulen und anderen Trägern.

Als einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Bamberg ermöglicht die GKG motivierten Menschen seit mehr als 25 Jahren eine hervorragende berufliche Perspektive in einem modernen Arbeitsumfeld. Neben der Ausbildung zur Pflegefachmann (m/w/d) bieten die GKG Bamberg und ihre Tochtergesellschaft Seniotel gGmbH auch die Ausbildung zum Pflegefachhelfer (m/w/d), zum Medizinischen Fachangestellten (m/w/d), zum Operationstechnischen Assistenten (m/w/d), zum Kaufmann für Büromanagement (m/w/d) und zum Fachinformatiker Systemintegration (m/w/d) an, so dass jährlich insgesamt rund 90 Schülerinnen und Schüler (30 pro Ausbildungsjahr) ausgebildet werden.

Infolge der Alterung der Gesellschaft werden in Deutschland bis zum Jahr 2049 voraussichtlich zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis einer neuen Vorausberechnung zum Pflegekräftearbeitsmarkt (Pflegekräftevorausberechnung) mitteilt, wird der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften ausgehend von 1,62 Millionen im Vor-Corona-Jahr 2019 voraussichtlich um ein Drittel (+33 %) auf 2,15 Millionen im Jahr 2049 steigen.

Zur Entwicklung der Zahl an Pflegekräften wurden zwei Varianten mit unterschiedlichem Fokus auf demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen vorausberechnet. Die sogenannte "Trend-Variante" berücksichtigt neben der demografischen Entwicklung auch die positiven Trends am Pflegearbeitsmarkt aus den 2010er Jahren. Sie verdeutlicht somit die Potenziale, die sich für das Angebot an Pflegekräften bei einer Fortsetzung dieser Entwicklung in den Pflegeberufen ergeben. Danach steigt die Zahl der erwerbstätigen Pflegekräfte bis 2034 auf 1,74 Millionen (+7 % gegenüber 2019) und anschließend bis 2049 auf 1,87 Millionen (+15 %). Nach dieser günstigsten Variante der Vorausberechnung läge die Zahl der verfügbaren Pflegekräfte bereits im Jahr 2034 um 90.000 unter dem erwarteten Bedarf. Bis 2049 würde sich diese Lücke weiter auf voraussichtlich 280.000 Pflegekräfte vergrößern, sodass knapp ein Fünftel (+17 %) mehr Pflegekräfte benötigt würden, als 2019 in diesen Berufen arbeiteten.

Die sogenannte "Status quo-Variante" zeigt dagegen ausschließlich die Auswirkungen der demografischen Entwicklungen auf die künftige Zahl an Pflegekräften. Sie berücksichtigt folglich keine Trends der Vergangenheit auf dem Pflegearbeitsmarkt. Nach dieser Variante würde die Zahl der Pflegekräfte von 1,62 Millionen im Jahr 2019 bis 2034 auf 1,48 Millionen (-9 % gegenüber 2019) und dann bis 2049 auf 1,46 Millionen (-10 %) sinken. Haupttreiber dieser Entwicklung ist das verstärkte Erreichen des Renteneintrittsalters der Babyboomer-Generation in den nächsten zehn Jahren, wodurch dem Arbeitsmarkt alleine aus Altersgründen benötigte Pflegekräfte fehlen werden. Nach dieser ungünstigsten Variante der Vorausberechnung würden im Jahr 2034 rechnerisch 350.000 Pflegekräfte fehlen. Bis zum Jahr 2049 würde sich diese Lücke sogar auf 690.000 fehlende Pflegekräfte ausweiten, was gut zwei Fünfteln (43 %) der im Jahr 2019 in Pflegeberufen tätigen Personen entspricht.

(Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 033 vom 24. Januar 2024)

Der Krieg in der Ukraine sowie der Nahostkonflikt stellen einschneidende Ereignisse dar, die auch in der globalen Wirtschaft und damit in der Rechnungslegung der Unternehmen bereits deutliche Spuren hinterlassen haben. An den Güter- und Finanzmärkten waren und sind nach wie vor die Reaktionen stark spürbar, die demokratischen Staaten haben in großer Geschlossenheit scharfe Sanktionen gegen Russland verhängt - weitere werden vermutlich folgen. Deren Konsequenzen für Russland, aber auch für die verhängenden Staaten, zeigten sich bereits seit längerem unmittelbar, werden aber auch weitere erhebliche Auswirkungen für die Weltwirtschaft haben. Aussagen zur zeitlichen Erstreckung der Krisen sind gegenwärtig kaum möglich.

Wesentliche Risiken trafen die Realwirtschaft z.B. aus ihren Lieferketten (insb. hinsichtlich des Energiebedarfs), auf ihren Absatzmärkten, hinsichtlich der Kreditversorgung durch Banken oder aus Cyberangriffen. Solche Risiken wirken sich dann mittelbar auch auf den gesamten Finanzsektor aus (Werthaltigkeit von Investitionen in die Realwirtschaft, Inflation etc.). Übergreifend ist fraglich, welche Mittel die öffentliche Hand in Form von staatlichen Stützungsmaßnahmen weiterhin zur Verfügung stellen wird. Zudem zeigt sich deutlich, dass der Pfad zu einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft überdacht werden muss und wird, gerade auch unter den Gesichtspunkten des Umwelt-, Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit.

Darüber hinaus sind derzeit keine weiteren Ereignisse erkennbar, die ein nicht abdeckbares Risiko für die Seniotel gGmbH im laufenden Geschäftsjahr darstellen.

7. Prognosebericht

Die Geschäftstätigkeit der Seniotel gGmbH bezieht sich im Geschäftsjahr 2024 weiterhin auf den Betrieb der Seniorenzentren St. Kilian in Scheßlitz, in Lichteneiche, Schloss Baunach, Adelsdorf, Gundelsheim, Walsdorf und St. Bernhard in Ebrach, des ambulanten Pflegedienstes sowie auf die Personalgestellung und auf die Abwicklung der Zentralverwaltung, der Zentralküche und der technischen Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften der Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH (GKG).

Die Seniotel gGmbH wird ihren Auftrag als Träger von Pflegeeinrichtungen weiterhin erfüllen. Die Belegung der Seniorenzentren wird aufgrund der geografischen Lage und der prognostizierten demographischen Entwicklung eine durchschnittlich 93%ige Auslastung erreichen. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung kann man eine Belegung mit 89,1 % feststellen. Es ist davon auszugehen, dass die Gesellschaft frühestens ab dem Jahr 2025 mit deutlich verbesserten Betriebsergebnissen arbeiten wird, sofern sich die Erlöse im Rahmen der Pflegesatzverhandlungen entsprechend der jüngsten Kostensteigerungen anpassen lassen können.

Das Seniorenzentrum in Walsdorf erwirtschaftet durch die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge ab dem 15.03.2022 zusätzliche Einnahmen. Der Beherbergungsvertrag wurde am 14.03.2022 mit dem Freistaat Bayern (vertreten durch das Landratsamt Bamberg) abgeschlossen.

Sollten die neu vereinbarten Personalschlüssel (Fachkraftquote) weiterhin nicht ausreichend umgesetzt werden können, so ist ggfs. mit einem weiteren Rückgang der Belegung/Auslastung trotz großer Nachfrage zu rechnen.

Die Beteiligungsgesellschaften der Seniotel gGmbH, die Seniorenzentrum Buttenheim gGmbH sowie die Seniorenzentrum Gundelsheim Besitz-GmbH weisen allesamt positive Verläufe für das Berichtsjahr 2023 aus. Die Beteiligungsgesellschaften St. Elisabeth Seniorenzentrum gGmbH in Scheßlitz und die St. Vitus Seniorenzentrum gGmbH in Burgebrach, sowie die Seniorenzentrum Stegaurach gGmbH weisen jedoch negative Ergebnisse für das Berichtsjahr 2023 aus.

Für das Jahr 2024 gehen wir bei der Seniotel gGmbH von einem negativen Ergebnis in Höhe von TEUR 1.096 aus, was neben Kostensteigerungen im Wesentlichen auf die Belegungssituation aufgrund der Nichteinhaltung der Fachkraftquote wegen Personalmangel zurückzuführen ist.

Neben den oben ausgeführten Faktoren und deren Auswirkung auf die Ergebnisse der jeweiligen Einrichtungen und trotz der erfolgreichen Verhandlungen in den letzten Jahren, bei denen zwischen 2017 und 2023 Steigerungen der Pflegesätze zwischen 30 % und 40 % erzielt werden konnten, spielen auch die Umsetzungsvorgaben der gesetzlich vorgeschriebenen "Tariftreue" eine Rolle. Seit dem 1. September 2022 gilt die tarifliche Entlohnung in der Pflege für alle (Tariftreuegesetz). Nur Pflegeheime und ambulante Pflegedienste, die ihre Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung nach Tarif bezahlen, können mit den Pflegekassen abrechnen. Somit gibt es folgende Optionen:

1.

selbst einen Tarifvertrag abschließen,

2.

die Entgeltbestandteile eines regional anwendbaren Tarifvertrags in den Arbeitsverträgen vereinbaren oder

3.

arbeitsvertraglich mit den Pflege- und Betreuungskräften vereinbaren, dass mindestens die Höhe des Durchschnitts aller Tariflöhne in der Region bezahlt werden.

Im September 2022 erfolgte die Umsetzung der Tariftreue in unseren Einrichtungen entsprechend der Variante 3. Aufgrund der Weiterentwicklung unserer Vergütungsordnung und der zunehmenden Anpassung an die TVöD-Vergütungstabellen liegt die tatsächliche Vergütung in unseren Einrichtungen inzwischen über dem "Durchschnitt aller Tariflöhne in der Region". Im Rahmen der jährlichen Pflegesatzverhandlungen werden allerdings nur die genannten (und jeweils zum 31.10. des Jahres veröffentlichten) Durchschnittswerte anerkannt, so dass eine vollständige Refinanzierung der Personalkosten über die Pflegesätze nicht möglich ist. Im Jahr 2024 sollen diese Probleme durch Gespräche und entsprechende Verhandlungen mit den Pflegekassen angegangen werden. Infolgedessen werden sich jedoch auch die Eigenanteile der Bewohner signifikant erhöhen.

Der im November 2023 aufgestellte Wirtschaftsplan berücksichtigt die bereits jetzt bekannten Folgen des Krieges in der Ukraine sowie dem Nahostkonflikt. Aufgrund der derzeit schon auferlegten, und vermutlich darüber hinaus folgenden noch schärferer Sanktionen gegenüber Russland ist jedoch, auch unter den Auswirkungen der noch dazu ansteigenden Inflation sehr stark davon auszugehen, dass - insbesondere bei der Energie- und Investitionsgüterbeschaffung - weitere Preisanstiege zu erwarten sind, die das geplante Ergebnis nachhaltig negativ beeinflussen werden.

Der Landkreis Bamberg, als Alleingesellschafter der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH (GKG) und damit die Seniotel gGmbH als unmittelbar beteiligte Tochtergesellschaft hat in der Sitzung des Kreistages am 06.02.2023 beschlossen, die Kapitaleinlage der GKG in den Jahren 2023 und 2024 um jeweils 5,0 Mio. EUR zu erhöhen, um eine Sicherstellung der Liquidität zu gewährleisten.

 

Scheßlitz, 10. Oktober 2024

Dipl.-Kfm. Udo Kunzmann, Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.891,00 3.226,00
2. Geleistete Anzahlungen 7.329,21 7.329,21
18.220,21 10.555,21
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten einschließlich der Betriebsbauten auf fremden Grundstücken 174.472,00 164.495,00
2. Technische Anlagen 96.834,00 94.366,00
3. Einrichtungen und Ausstattungen ohne Fahrzeuge 421.097,00 429.558,00
4. Fahrzeuge 61.205,00 6.360,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 59.329,04 0,00
812.937,04 694.779,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.841.484,45 1.841.484,45
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.274.625,12 1.333.591,76
3.116.109,57 3.175.076,21
3.947.266,82 3.880.410,42
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 53.613,42 54.052,72
II. Forderungen und sonstige Vermögengegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.147.184,55 989.951,02
2. Forderungen an Gesellschafter 0,00 1.019.065,59
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 972.358,63 555.251,55
4. Sonstige Vermögensgegenstände 82.154,76 107.295,31
2.201.697,94 2.671.563,47
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 792.628,86 775.608,93
3.047.940,22 3.501.225,12
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 60.240,19 54.688,83
7.055.447,23 7.436.324,37

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 287.599,54 287.599,54
III. Gewinnvortrag 1.914.791,74 2.167.083,80
IV. Jahresfehlbetrag -1.475.663,68 -252.292,06
776.727,60 2.252.391,28
B. SONDERPOSTEN AUS ZUSCHÜSSEN UND ZUWEISUNGEN ZUR FINANZIERUNG DES SACHANLAGEVERMÖGENS
Sonderposten aus öffentlichen Fördermitteln für Investitionen 833,91 1.054,91
C. RÜCKSTELLUNGEN
Sonstige Rückstellungen 3.225.327,71 2.782.488,84
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 351.493,71 272.265,86
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 351.493,71 (Vj.: EUR 272.265,86)
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 584.271,71 636.508,31
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 53.344,11 (Vj.: EUR 54.886,24)
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.504.180,77 255.729,75
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 1.504.180,77 (Vj.: EUR 255.729,75)
4. Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen 74.965,52 709.356,18
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 74.965,52 (Vj.: EUR 709.356,18)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 532.547,42 511.113,63
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr: EUR 532.547,42 (Vj.: EUR 511.113,63)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 1.522,60 (Vj.: EUR 4.766,40)
- davon aus Steuern: EUR 439.093,22 (Vj.: EUR 427.748,80)
6. Verwahrgeldkonto 765,51 2.165,50
3.048.224,64 2.387.139,23
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.333,37 13.250,11
7.055.447,23 7.436.324,37

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Erträge aus ambulanter, teilstationärer und vollstationärer Pflege sowie aus Kurzzeitpflege 11.323.478,48 11.508.853,60
2. Erträge aus Unterkunft und Verpflegung 2.848.715,39 2.732.592,86
3. Erträge aus Zusatzleistungen und Transportleistung 230.241,19 233.450,65
4. Erträge aus gesonderter Berechnung von Investitionskosten gegenüber Pflegebedürftigen 1.450.765,44 1.508.241,10
4a. Umsatzerlöse nach § 277 Absatz 1 des Handelsgesetzbuchs, soweit nicht in den Nummern 1 bis 4 enthalten 40.997.476,20 37.565.304,19
5. Zuweisungen und Zuschüsse zu Betriebskosten 671.907,05 667.911,93
6. Sonstige betriebliche Erträge 682.493,28 627.806,93
58.205.077,03 54.844.161,26
7. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 43.447.608,67 39.519.051,07
b) Soziale Abgaben, Altersversorgung und sonstige Aufwendungen 8.021.444,31 8.019.068,69
davon für Altersversorgung EUR 252.348,20 (Vj. EUR 228.178,12)
51.469.052,98 47.538.119,76
8. Materialaufwand
a) Wasser, Energie, Brennstoffe 676.620,58 503.021,11
b) Wirtschaftsbedarf/Verwaltungsbedarf 4.117.927,80 3.672.624,68
4.794.548,38 4.175.645,79
9. Aufwendungen für zentrale Dienstleistungen 120.395,25 89.201,85
10. Steuern, Abgaben, Versicherungen 129.868,80 142.490,67
11. Mieten, Pacht, Leasing 1.800.154,50 1.783.080,21
Zwischenergebnis -108.942,88 1.115.622,98
12. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten 221,00 220,00
13. Abschreibungen
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 165.058,91 151.592,78
b) Abschreibungen auf Forderungen 2.523,33 14.932,50
167.582,24 166.525,28
14. Aufwendungen für Instandhaltung und Instandsetzung 410.669,30 344.031,12
15. Sonstige betriebliche Aufwendungen 788.979,41 859.156,71
16. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 30.120,77 28.780,97
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 29.982,40 (Vj. EUR 24.733,63)
17. Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 29.831,62 27.202,90
davon an verbundene Unternehmen EUR 7.500,00 (Vj. EUR 7.500,00)
18. Ergebnis nach Steuern -1.475.663,68 -252.292,06
19. Jahresfehlbetrag -1.475.663,68 -252.292,06

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Unternehmen

Die Seniotel gGmbH mit Sitz in Scheßlitz wird beim Amtsgericht Bamberg unter der Nr. HRB 3990 geführt.

II. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und unter Berücksichtigung der Pflegebuchführungsverordnung (PBV) aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i. S. v. § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode berechnet. Bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung wird eine Nutzungsdauer von 3 bis 15 Jahren zu Grunde gelegt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 100,00 netto und EUR 1.000,00 netto werden im Jahr des Zugangs in einem Sammelposten erfasst und über fünf Jahre abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bzw. bei Bedarf mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die Vorräte wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert, vermindert um erkennbare Einzelrisiken, bilanziert.

Flüssige Mittel werden zu Nominalwerten angesetzt.

Für Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag sind, werden Rechnungsabgrenzungsposten gebildet.

Die zur Finanzierung des Anlagevermögens bewilligten Fördermittel werden erfolgsneutral bilanziert. Die gewährten Fördermittel werden bei Auszahlung an die Gesellschaft in den Sonderposten aus Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens eingestellt und in Höhe der anteiligen verrechneten Abschreibungen auf die geförderten Anlagegüter erfolgswirksam aufgelöst.

Bei der Bemessung der Rückstellungen wird allen erkennbaren Risiken Rechnung getragen. Die Bewertung erfolgte nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung mit den notwendigen Erfüllungsbeträgen.

Die Verbindlichkeiten sind grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

IV. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Anlagepositionen im Geschäftsjahr 2023 ist im Anlagespiegel ersichtlich:

Anlagenspiegel zum 31.12.2023

Anschaffungs-/Herstellungskosten
am 01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 239.431,83 10.003,14 0,00 0,00 249.434,97
Geleistete Anzahlungen 7.329,21 0,00 0,00 0,00 7.329,21
246.761,04 10.003,14 0,00 0,00 256.764,18
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten einschließlich der Betriebsbauten auf fremden Grundstücken 447.914,94 30.699,06 0,00 0,00 478.614,00
2. Technische Anlagen 334.017,03 17.699,41 0,00 0,00 351.716,44
3. Einrichtungen und Ausstattungen ohne Fahrzeuge 2.375.706,14 111.845,80 0,00 3.060,92 2.484.491,02
4. Fahrzeuge 156.844,19 61.309,50 0,00 1.617,84 216.535,85
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 59.329,04 0,00 0,00 59.329,04
3.314.482,30 280.882,81 0,00 4.678,76 3.590.686,35
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.841.484,45 0,00 0,00 0,00 1.841.484,45
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.333.591,76 7.993,78 0,00 66.960,42 1.274.625,12
3.175.076,21 7.993,78 0,00 66.960,42 3.116.109,57
6.736.319,55 298.879,73 0,00 71.639,18 6.963.560,10
Abschreibungen
am 01.01.2023 Zugänge Abgänge am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 236.205,83 2.338,14 0,00 238.543,97
Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
236.205,83 2.338,14 0,00 238.543,97
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten einschließlich der Betriebsbauten auf fremden Grundstücken 283.419,94 20.722,06 0,00 304.142,00
2. Technische Anlagen 239.651,03 15.231,41 0,00 254.882,44
3. Einrichtungen und Ausstattungen ohne Fahrzeuge 1.946.148,14 120.303,80 3.057,92 2.063.394,02
4. Fahrzeuge 150.484,19 6.463,50 1.616,84 155.330,85
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
2.619.703,30 162.720,77 4.674,76 2.777.749,31
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00
2.855.909,13 165.058,91 4.674,76 3.016.293,28
Restbuchwerte
am 31.12.2023 am 31.12.2022
EUR EUR
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.891,00 3.226,00
Geleistete Anzahlungen 7.329,21 7.329,21
18.220,21 10.555,21
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Betriebsbauten einschließlich der Betriebsbauten auf fremden Grundstücken 174.472,00 164.495,00
2. Technische Anlagen 96.834,00 94.366,00
3. Einrichtungen und Ausstattungen ohne Fahrzeuge 421.097,00 429.558,00
4. Fahrzeuge 61.205,00 6.360,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 59.329,04 0,00
812.937,04 694.779,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.841.484,45 1.841.484,45
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.274.625,12 1.333.591,76
3.116.109,57 3.175.076,21
3.947.266,82 3.880.410,42

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen an Gesellschafter bestehen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 1.019) und resultieren aus Verrechnungen von Personalaufwendungen und Weiterverrechnungen. Bestehende Forderungen an Gesellschafter wurden mit den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter saldiert.

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 972 (Vorjahr TEUR 555) aus Verrechnungen von Personalaufwendungen sowie aus Lieferungen und Leistungen.

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Personal (noch nicht genommener Urlaub sowie Überstunden, Dienstjubiläen und SV-Beiträge externe Pflegekräfte) in Höhe von TEUR 3.134 (Vorjahr TEUR 2.589), Verwaltungskosten in Höhe von TEUR 82 (Vorjahr TEUR 58) und Rückstellungen für Corona-Ausgleiche in Höhe von TEUR 9 (Vorjahr TEUR 125). Steuerrückstellungen bestanden zum Stichtag keine (Vorjahr TEUR 0).

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind aus dem nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel ersichtlich:

Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
bis 1 Jahr zw. 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
2023 VJ 2023 VJ 2023 VJ 2023 VJ
EUR TEUR EUR TEUR EUR TEUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 351.493,71 272 351.493,71 272 0,00 0 0,00 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 584.271,71 637 53.344,11 54 235.833,41 234 295.094,19 348
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.504.180,77 256 1.504.180,77 256 0,00 0 0,00 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 74.965,52 709 74.965,52 709 0,00 0 0,00 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 532.547,42 511 532.547,42 511 0,00 0 0,00 0
6. Verwahrgeldkonten 765,51 2 765,51 2 0,00 0 0,00 0
Summe 3.048.224,64 2.387 2.517.297,04 1.804 235.833,41 234 295.094,19 348

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern resultieren aus Lieferungen und Leistungen TEUR 1.254 (Vorjahr TEUR 5) sowie dem Finanzverkehr TEUR 250 (Vorjahr TEUR 250). Die Forderungen gegenüber Gesellschafter aus Lieferungen und Leistungen wurden zulässigerweise mit den Verbindlichkeiten saldiert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferungen und Leistungen TEUR 75 (Vorjahr TEUR 709). Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen wurden zulässigerweise mit den Verbindlichkeiten saldiert.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht-, Leasing- und Wartungsverträgen in Höhe von zusammen TEUR 16.966 (Vorjahr TEUR 18.366); davon gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 16.097 (Vorjahr TEUR 17.670).

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

2023 2022
TEUR TEUR
Erträge aus ambulanter, teilstationärer und vollstationärer Pflege sowie Kurzzeitpflege 11.323 11.509
Erträge aus Unterkunft und Verpflegung 2.849 2.733
Erträge aus Zusatzleistungen und Transportleistungen 230 233
Erträge aus gesonderter Berechnung von Investitionskosten gegenüber Pflegebedürftigen 1.451 1.508
Umsatzerlöse nach § 277 Abs. 1 HGB 40.997 37.565
56.850 53.548

Die Umsatzerlöse wurden ausschließlich im Inland erzielt und gem. dem Dritten Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Drittes Pflegestärkungsgesetz - PSG III) mit fünf Pflegegraden abgerechnet. Sie beinhalten auch Corona-Ausgleichzahlungen in Höhe von TEUR 1.004.

Die Umsatzerlöse nach § 277 HGB enthalten im Wesentlichen die Erlöse aus der Weiterberechnung der Personalkosten an verbundene Unternehmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von TEUR 682 (Vorjahr TEUR 628) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 131 (Vorjahr TEUR 138), Weiterverrechnungen im Unternehmensverbund TEUR 131 (Vorjahr TEUR 114) und Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen TEUR 21 (Vorjahr TEUR 31).

Seit Mai 2023 wird monatlich allen Mitarbeitern ein freiwilliger, sozialversicherungsfreier Inflationsausgleich ausgezahlt. Der Gesamtbetrag für das Jahr 2023 mit TEUR 824 wird jedoch nur eingeschränkt refinanziert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 789 (Vorjahr TEUR 859) beinhalten im Wesentlichen den Repräsentationsaufwand TEUR 65 (Vorjahr TEUR 68) und Ausbildungskosten für Pflegefachkräfte TEUR 495 (Vorjahr TEUR 523). Die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 9 (Vorjahr TEUR 28) betreffen die Corona- Ausgleiche, für die eine Rückstellung gebildet wurde.

VI. Sonstige Angaben

Honorar für Leistungen des Abschlussprüfers

Die Angabe gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird im Konzernabschluss gemacht.

Organe der Gesellschaft

Seit 01.01.2018 ist Herr Dipl.-Kfm. Udo Kunzmann Geschäftsführer der Gesellschaft.

Hinsichtlich der Angabe des Geschäftsführergehalts macht die Gesellschaft von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch.

Dem Aufsichtsrat gehören/gehörten folgende Mitglieder an:

 

Herr Johann Kalb, Landrat - Vorsitzender -

 

Herr Bruno Kellner, stellv. Landrat, - stellv. Vorsitzender -

 

Herr Johannes Maciejonczyk, Kreisrat, Bürgermeister

 

Frau Susanne Böhm, Konzernbetriebsratsvorsitzende

 

Herr Dr. med. Christian Weghorn, Kreisrat

 

Herr Dr. med. Reinhold Muckelbauer, Kreisrat

 

Herr Roland Kauper, Kreisrat, Bürgermeister

 

Frau Helga Bieberstein, Kreisrätin

 

Herr Josef Thomann, Kreisrat

 

Herr Dr. Liebhard Löffler, Kreisrat

 

Herr Jonas Merzbacher, Kreisrat, Bürgermeister

 

Frau Lydia Köhler, Kreisrätin

Die pauschalen Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder des Aufsichtsrates betrugen für das Geschäftsjahr TEUR 2 (Vorjahr TEUR 2).

Angabe der Arbeitnehmerzahl

Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten unterteilt in Gruppen betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr:

Durchschnitt
Ärztlicher Dienst männlich TZ 7,90
männlich VZ 28,00
weiblich TZ 16,00
weiblich VZ 19,25
Gesamt 71,15
Funktionsdienst männlich TZ 0,50
männlich VZ 4,00
weiblich TZ 31,75
weiblich VZ 21,75
Gesamt 58,00
Hausw.Pflegehilfsdienst männlich TZ 1,75
männlich VZ 0,25
weiblich TZ 92,13
weiblich VZ 4,01
Gesamt 98,14
Küche männlich TZ 0,25
männlich VZ 5,75
weiblich TZ 21,54
weiblich VZ 4,80
Gesamt 32,34
Med.-techn.Dienst männlich TZ 6,35
männlich VZ 9,25
weiblich TZ 65,14
weiblich VZ 31,50
Gesamt 112,23
Pflegedienst männlich TZ 13,00
männlich VZ 51,00
weiblich TZ 285,47
weiblich VZ 183,81
Gesamt 533,28
Reinigung männlich TZ 3,00
männlich VZ 2,50
weiblich TZ 99,54
weiblich VZ 4,94
Gesamt 109,97
Sonstiges Personal männlich TZ 0,25
männlich VZ 0,00
weiblich TZ 15,23
weiblich VZ 5,09
Gesamt 20,57
Technik männlich TZ 3,00
männlich VZ 18,25
weiblich TZ 0,00
weiblich VZ 0,00
Gesamt 21,25
Verwaltung männlich TZ 1,00
männlich VZ 14,00
weiblich TZ 51,21
weiblich VZ 25,10
Gesamt 91,31
Gesamt 1.148,25

Konzernzugehörigkeit

Die Seniotel gGmbH, Scheßlitz, ist eine Tochtergesellschaft der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH, Bamberg. Den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis erstellt:

 

Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH

 

Sitz: Bamberg

 

Handelsregister B 2744 des Amtsgerichts Bamberg

Der Konzernabschluss wird unter der Nr. HRB 2744 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Beteiligungen

Die Gesellschaft ist an folgenden Unternehmen beteiligt:

St. Elisabeth Seniorenzentrum gGmbH Euro
Scheßlitz
Gezeichnetes Kapital 400.000
Beteiligungsquote 51 % 204.000
Eigenkapital 31.12.2023 1.246.626
Jahresfehlbetrag 2023 326.251
St. Vitus Seniorenzentrum gGmbH Euro
Burgebrach
Gezeichnetes Kapital 400.000
Beteiligungsquote 51 % 204.000
Eigenkapital 31.12.2023 600.300
Jahresfehlbetrag 2023 266.863
Seniorenzentrum Stegaurach gGmbH Stegaurach Euro
Gezeichnetes Kapital 400.000
Beteiligungsquote 51 % 204.000
Eigenkapital 31.12.2023 3.189.030
Jahresfehlbetrag 2023 295.882
Euro
Seniorenzentrum Buttenheim gGmbH Buttenheim
Gezeichnetes Kapital 400.000
Beteiligungsquote 51 % 204.000
Eigenkapital 31.12.2023 2.431.165
Jahresüberschuss 2023 213.871
Euro
Seniorenzentrum Gundelsheim Besitz-GmbH Gundelsheim
Gezeichnetes Kapital 350.000
Beteiligungsquote 92 % 322.000
Eigenkapital 31.12.2023 451.839
Jahresüberschuss 2023 64.302

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag 2023 in Höhe von EUR 1.475.663,68 soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

Nachtragsbericht

Der russische Angriff auf die Ukraine am 24.02.2022 sowie der radikalislamische Terrorangriff der Terrorgruppe Hamas auf Israel am 07.10.2023 wirken sich nach wie vor stark spürbar mit eklatanten Preiserhöhungen im Bereich Energie, Lebensmittel und Sachkosten aus, einhergehend mit einem hohen Niveau der Inflation. Weitere wesentliche Risiken treffen sämtliche Bereiche der Realwirtschaft z. B. aus ihren Lieferketten (insb. beim Energiebedarf), auf ihren Absatzmärkten, hinsichtlich der Kreditversorgung durch Banken oder aus Cyberangriffen. Zudem verursachen mittlerweile ansteigende Zinsen eine Zurückhaltung bzw. Verteuerung von Investitionen. Darüber hinaus wirken sich immer größer werdende Personalengpässe gerade in den Pflegeberufen auf die zu belegenden stationären Pflegeplätze aus.

Ich verweise auch auf die Ausführungen im Lagebericht unter dem Chancen- und Risikobericht.

 

Scheßlitz, 10. Oktober 2024

Dipl.-Kfm. Udo Kunzmann, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Seniotel gGmbH, Scheßlitz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Seniotel gGmbH, Scheßlitz - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Seniotel gGmbH, Scheßlitz, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolosen Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 15. Oktober 2024

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

Peter Schill, Wirtschaftsprüfer

Daniela Goecke, Wirtschaftsprüferin

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde am 13. Dezember 2024 festgestellt.

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

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