VR-Bank Memmingen eG

Memmingen

Stammdaten

Register
Amtsgericht Memmingen GnR 501
Vorher
Volksbank-Raiffeisenbank Memmingen-Unterallgäu eG
Eingetragen
12.6.1926
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Elmar Mack
seit 3.3.2023
Prokura
Ralf Gresser
seit 16.9.2022
Prokura
Eduard Steinle
seit 14.6.2016
Prokura
René Schinke
seit 20.1.2015
Vorstandsmitglied
Prokura
Prokura
Rudolf Bertele
seit 10.6.2003
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VR-Bank Memmingen eG

Memmingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Die VR-Bank Memmingen eG ist eine eingetragene Genossenschaft, die der amtlich anerkannten BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen ist. Organe sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Vertreterversammlung.

Zweck der Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder. Wir betreiben

grundsätzlich alle banküblichen Geschäfte. Dafür unterhalten wir insgesamt sieben Geschäftsstellen sowie unseren Hauptsitz in Memmingen.

II. Wirtschaftsbericht

II.1 Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der bayerischen Kreditgenossenschaften

Das Jahr 2023 war geprägt von weiterhin hohen Teuerungsraten und schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hohe Energiepreise und leere Auftragsbücher sorgten in Deutschland bereits zu Beginn des Jahres für eine Stagnation der konjunkturellen Entwicklung. Auch zum Jahresende hin blieben konjunkturbelebende Impulse aus. Trotz der Zunahme der Kaufkraft durch die gestiegenen Einkommen rutschte die deutsche Wirtschaft zuletzt in die Rezession. Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz allem weiterhin robust. Das globale Wachstum verlangsamte sich nur noch ein wenig.

Nachdem die deutsche Wirtschaft 2022 noch vom Abbau der Auftragsrückstellungen sowie den Nachholeffekten im Dienstleistungssektor nach der Corona-Pandemie profitiert hatte, überwogen im vergangenen Jahr

wachstumsdämpfende Faktoren. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2023 preisbereinigt um -0,3%.

Besonders stark betroffen war dabei die deutsche Industrie, die ihre Produktion um -2,0% zurückgefahren hat und damit einem anhaltenden Abwärtstrend gefolgt ist. Das verarbeitende Gewerbe, geprägt von energieintensiven Sparten, litt besonders unter der Teuerung der Energie. Zusätzlich wirkten sich eine schwache Konsumlaune der privaten Haushalte sowie eine verhaltene Auftragsentwicklung belastend aus. Die Neuaufträge gingen gegenüber dem Vorjahr um -5,9% zurück. Diese Entwicklung zeigte sich auch bei den Auftragsbeständen, die zuletzt -3,2% unter ihrem Vorjahresniveau notierten.

Schwach positive Impulse sendeten unterdessen das Baugewerbe sowie die Dienstleistungsbereiche. Ausgehend von einem 10-Jahres-Tiefstand konnte die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe preisbereinigt leicht um rund 0,2% gesteigert werden. Die Bruttowertschöpfung im Dienstleistungssektor nahm um 1,0% zu. Besonders positiv entwickelte sich dabei der Informations- und Kommunikationssektor mit einem Plus von 2,6%. Bremsend wirkte vor allem das Handels- und Gastgewerbe mit einem Rückgang um -1,0%.

Die Materialknappheit in der deutschen Industrie nahm zuletzt deutlich ab und näherte sich dem Vorkrisenniveau an.

Die deutsche Handelsbilanz hat sich 2023 gegenüber dem Vorjahr verbessert. Mit einem Exportüberschuss (Exporte abzüglich Importe) von 209,4 Mrd. Euro war der Außenhandelssaldo mehr als doppelt so groß wie im Vorjahr, verfehlte aber noch immer sein Vorkrisenniveau.

Mit über 45,8 Millionen Personen erreichte die Zahl der Erwerbstätigen 2023 im Durchschnitt einen neuen

Höchststand. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Zunahme von 0,7%. Zurückzuführen ist der anhaltende Wachstumstrend auf eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung vor allem im Teilzeitbereich sowie auf die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte. Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Dienstleistungsbereiche mit 0,9%. Im verarbeitenden Gewerbe stieg die Beschäftigungszahl zwar ebenfalls leicht um 0,1%, verfehlte jedoch ihr Vorkrisenniveau weiter deutlich. Insgesamt zeigt der Arbeitsmarkt trotz steigender Erwerbstätigenzahlen erste Anzeichen der geschwächten Konjunktur. So ist die Arbeitslosenquote 2023 im Jahresmittel von 5,3% auf 5,7% etwas gestiegen. Ein ähnlicher Trend auf deutlich niedrigerem Niveau zeigt sich für den Freistaat Bayern: Hier stieg die Arbeitslosenquote im Jahresmittel auf 3,4%, wobei sie 2022 noch 0,3 Prozentpunkte niedriger notierte. Damit hat Bayern aber weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im bundesweiten Vergleich.

Die Sparquote überstieg 2023 mit 11,3% ihr Vorjahresniveau leicht, nachdem sie 2022 deutlich gefallen war.

Haupttreiber dieser Entwicklung waren trotz anhaltender Preissteigerungen die gestiegenen Zinsen sowie die positive Entwicklung an den Aktienmärkten. Hier preisen Anleger bereits erste Senkungen der Leitzinsen für das Jahr 2024 ein.

Die Inflation, gemessen durch den Verbraucherpreisindex, betrug in der Gesamtjahresbetrachtung 2023 noch immer 5,9%. Das sind 1,0 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2022. Die Teuerung nahm im Jahresverlauf graduell ab, um im Dezember abermals einen leichten Aufwärtsschritt zu erfahren. Die Ursache war dabei eine staatliche Energiepreissenkung im Dezember 2022 durch die Bezuschussung von Gas- und Wärmerechnungen. Haupttreiber der anhaltenden Teuerung waren nach wie vor Energie und Lebensmittel mit einer jährlichen Preissteigerung von jeweils rund 13%. Die Nettokaltmieten stiegen 2023 um 2,1%.

Auch das Jahr 2023 war geprägt von geopolitischen Krisen. Zusätzlich zum Krieg zwischen der Ukraine und Russland kam im Nahen Osten ein weiterer Konflikt hinzu, der Unsicherheit an den Finanzmärkten schürte. Die weiterhin hohen Inflationsraten veranlassten die Zentralbanken zudem, ihren geldpolitischen Straffungskur konsequent fortzusetzen. Die US-Notenbank FED erhöhte ihren Leitzins bis in den Sommer hinein in vier Schritten auf einen Zielwert von 5,25% bis 5,5%. Durch den schnellen Zinsanstieg gerieten im Frühjahr mehrere mittelgroße US-Banken in Schieflage, was wiederum für Unruhe auf den Finanzmärkten sorgte. Auch die Europäische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins kräftig. Sie vollzog insgesamt sechs Zinsschritte von 2,5% auf 4,5%.

Die Zinsschritte der Notenbanken spiegelten sich in den Geldmarktsätzen wider. Der dreimonatige Euribor stieg im Jahresverlauf von knapp 2,2% Anfang Januar auf 3,9% Ende Dezember an. Der Rentenmarkt zeichnete 2023 ein weniger eindeutiges Bild. Ausgehend von rund 2,5% zu Jahresbeginn stieg die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen bis in den Herbst auf über 3,0% Anfang Oktober an. Dieser Trend kehrte sich jedoch zum Jahresende um. Per Ende Dezember notierte die Rendite der Wertpapiere noch bei 2,0%. Die Zinsstrukturkurve, die das Zinsniveau in Abhängigkeit von der Laufzeit zum Beispiel einer Staatsanleihe beschreibt, bleibt auch im Jahr 2023 tendenziell invers. Das bedeutet, dass Anleihen mit kurzer Laufzeit eine höhere Verzinsung haben als länger laufende Ausleihungen. Die Bundeswertpapiere folgten dem Trend am US-Markt. Insbesondere die steigende Unsicherheit über die künftige Zinsentwicklung ließ die Investoren bis in den Herbst vergangenen Jahres immer höhere Risikoprämien verlangen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasury Bonds stieg von 3,9% Anfang Januar bis auf 5,0% Mitte Oktober an. Nach den letzten Zinssitzungen der US-Notenbank FED überwiegt bei den Investoren jedoch der Glaube an die Zinswende in 2024, was zu einem Renditerückgang auf 3,9% Ende Dezember führte.

Der deutsche Aktienmarkt verzeichnete bis in den Sommer hinein einen positiven Trend. Nach einer Schwächephase im Herbst folgte eine ausgeprägte Jahresendrally. Unterm Strich legte der DAX von knapp 14.000 Punkten Anfang 2023 auf rund 16.800 Punkte zu. Das entspricht einem Kursgewinn von etwa 20%. Insbesondere die Erwartung einer baldigen Zinssenkung in den USA ließ die Aktienkurse in den letzten Wochen des Jahres 2023 steigen. Der europäische Index EuroStoxx stieg im Jahresverlauf ebenfalls an. Von rund 3.800 Punkten zu Beginn des Jahres kletterte das europäische Börsenbarometer auf etwa 4.520 Punkte. Der US-amerikanische S&P 500 schloss das Jahr mit knapp 4.770 Punkten ab. Gegenüber 3.850 Punkten zum Jahresanfang ist dies ein Plus von rund 24%.

In einem herausfordernden Umfeld haben die 184 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern das Jahr 2023 mit einem soliden Ergebnis abgeschlossen. Die Genossenschaftsinstitute erzielten im vergangenen Jahr ein Gesamtbetriebsergebnis in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro und übertrafen damit das Vorjahresergebnis um 14,9%. Die Bilanzsumme der Institute sank aufgrund der durch die EZB gekürzten Refinanzierungsgeschäfte um -0,5% auf jetzt 207,6 Milliarden Euro.

Bei der Kreditvergabe legten die Volks- und Raiffeisenbanken um 2,7%, beziehungsweise 3,7 Milliarden Euro auf einen Bestand von nun 140,5 Milliarden Euro zu. Kredite an Firmenkunden stiegen um 2,5 Milliarden Euro (plus 3,4%) auf 75,3 Milliarden Euro. Kredite an Privatkunden umfassen 61,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 1,0 Milliarden Euro (plus 1,7%) entspricht. Das private Wohnbaukreditgeschäft nahm im ersten vollen Jahr seit der Zinswende mit einem Plus von 1,6% auf 56 Milliarden Euro nur leicht zu. Das Neugeschäft im Wohnbausegment lag mit 11,3 Mrd. Euro deutlich unter den 19,6 Mrd. Euro des Vorjahres. Folglich diversifizierten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ihr Kreditportfolio weiter. Die zweitstärkste Gruppe bei der Darlehensausgabe ist der Bereich IT und Datenverarbeitung mit einem Kreditbestand in Höhe von 8,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme von fast 7% im Vergleich zum Vorjahr.

Die bilanziellen Einlagen wuchsen um 0,6 Milliarden Euro auf nun 158,5 Milliarden Euro - ein leichtes Plus von 0,4%. Dabei stiegen vor allem die von Firmenkunden bei den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken angelegten Gelder auf 44,8 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr. Das entspricht einem Zuwachs von 1,1%, beziehungsweise 0,5 Milliarden Euro. Die Einlagen privater Haushalte blieben mit knapp 102 Milliarden Euro fast unverändert. Die Kunden der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken nahmen tendenziell längerfristige Anlagemöglichkeiten wahr und schichteten stark in Termineinlagen und Anlagen an den Kapitalmärkten um. So vergrößerte sich die Summe der in Termineinlagen angelegten Gelder auf 29,6 Milliarden Euro, mehr als das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Wertpapiere blieben wie schon in den vergangenen Jahren eine attraktive Anlageform. Das außerbilanzielle Kundenanlagevolumen stieg im Jahr 2023 kräftig auf 116,1 Milliarden Euro an. Absolut nahm das Volumen um 10,7 Milliarden Euro zu - ein Wachstum von über 10%. Das ist neben Wertzuwächsen in den Bestandsdepots im Wertpapier- und Fondsgeschäft auch auf reines Neugeschäft zurückzuführen. So stieg der Nettoabsatz um 2,8 Mrd. Euro auf insgesamt 8,2 Mrd. Euro. Im Rahmen dessen wurden im vergangenen Jahr fast 110.000 neue Depots bei einem genossenschaftlichen Verbundpartner im Wertpapier- und Fondsgeschäft eröffnet. Auch die Zahl der Ansparpläne blieb auf hohem Niveau. Mit 848.582 Stück hat sich der Bestand seit 2020 um 16% erhöht.

Das operative Ergebnis kletterte 2023 auf 2,1 Milliarden Euro und entspricht damit 1,01% der durchschnittlichen Bilanzsumme. Zu dem Plus trug insbesondere die Zinswende bei, durch die der Zinsüberschuss der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken um insgesamt 14,0% auf 3,6 Milliarden Euro gestiegen ist. Das Provisionsgeschäft blieb konstant bei 1,4 Milliarden Euro. Zudem konnten die Abschreibungen auf Wertpapiere aus dem Jahr 2022 durch gegenläufige Effekte im Geschäftsjahr vollständig revidiert werden. Das Bewertungsergebnis für Wertpapiere war im vergangenen Jahr positiv mit einem Plus von 330 Millionen Euro. Im Kreditbereich müssen die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken allerdings der allgemein schlechtere Wirtschaftslage sowie den eingetrübten Konjunkturaussichten Rechnung tragen. Daher erhöhten sie ihre Risikovorsorge um 247 Millionen Euro, nach 82 Millionen Euro im Vorjahr. Kostenseitig ist es den Instituten gelungen, die Aufwendungen nahezu konstant zu halten: Die Betriebskosten stiegen nur leicht um 152 Mio. Euro auf 2,9 Milliarden Euro. Ursachen sind vor allem die Aufwendungen für die Digitalisierung sowie ein leichter Anstieg der Personalkosten. Zusammengenommen verbesserte sich die Aufwand-Ertrags-Relation (CIR) um 1,4 Prozentpunkte auf 59,8%.

Das harte Kernkapital betrug zum 31.12.2023 19,9 Mrd. Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr spürbar gestiegen. Die Zunahme gegenüber dem Jahr 2022 beträgt 0,5 Milliarden Euro bzw. 2,6%. Die harte Kernkapitalquote lag zuletzt bei 16,3% und konnte damit ebenfalls sichtlich gesteigert werden.


II.2 Leistungsindikatoren

Definition unserer bedeutsamsten Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

- Als bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des Betriebsergebnisses vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme festgelegt. Betriebswirtschaftlich neutrale Erfolgsfaktoren und Ertragssteuern bleiben unberücksichtigt. Die Leistungskennzahl unterscheidet sich insofern

von der Gewinn- und Verlustrechnung.

- Als weiteren bedeutsamen Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit, Effizienz oder Produktivität unseres

Instituts haben wir die Cost Income Ratio (nachfolgend: CIR) bestimmt. Sie stellt das Verhältnis von Aufwendungen zu den Erträgen dar. In die Erträge fließen die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen saldiert ein. Das Bewertungsergebnis, betriebswirtschaftlich neutrale Erfolgsfaktoren und Ertragssteuern bleiben

unberücksichtigt.

- Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bank durch nachhaltiges Wachstum werden im Kontext steigender

Kapitalanforderungen angemessene Eigenmittel benötigt. Als weiteren bedeutsamen Leistungsindikator für die

Kapitalausstattung dient die harte Kernkapitalquote nach Art. 92 Abs. 2 CRR (Eigenmittel des Instituts in Prozent des Gesamtrisikobetrags). Die weiteren einzuhaltenden Kapitalanforderungen (Kapitalpuffer, SREP-

Zuschlag und Eigenmittelempfehlung) fließen in die Steuerung mit ein.

- Liquidity Coverage Ratio (LCR) als Liquiditätskennzahl nach den Verordnungen (EU) 2015/61 und 575/2013

(Bestand an liquiden Aktiva / Nettoabflüsse in den nächsten 30 Tagen).

In den nächsten Abschnitten des Lageberichts wird auf deren Entwicklung bei der Analyse und Beurteilung des

Geschäftsverlaufs und der Lage der Genossenschaft sowie im Rahmen des Prognoseberichts eingegangen.

Entwicklung unserer bedeutsamsten Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023

Die Entwicklung der von uns definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Unser Betriebsergebnis vor Bewertung verringerte sich leicht von 13,1 Mio. EUR auf 12,5 Mio. EUR. Die

Rentabilitätskennzahl (Betriebsergebnis vor Bewertung/durchschnittliche Bilanzsumme) fiel im Vorjahresvergleich leicht von 0,98 % auf 0,95 %. Die Vorjahresprognose trat insofern im Wesentlichen ein.

Die CIR lag im Geschäftsjahr bei 63,9 % und verschlechterte sich somit geringfügig (Vorjahr: 60,4 %). Die Vorjahresprognose von 64 % konnte damit erreicht werden.

Die harte Kernkapitalquote belief sich auf 13,81 %; eine Erhöhung von 0,10 %-Punkten gegenüber dem Vorjahr. Sie entwickelte sich somit etwas besser als prognostiziert.

Die Liquidity Coverage Ratio wurde im Geschäftsjahr jederzeit eingehalten.

Weitere wesentliche Abweichungen zu den im Vorjahr getroffenen Prognosen ergaben sich bei der Ertragslage, insbesondere beim Bewertungsergebnis. Zu den Details der Abweichungen vgl. Ausführungen im Abschnitt "Ertragslage".


II.3 Geschäftsverlauf der VR-Bank Memmingen eG

Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Bilanzsumme 1.340.884 1.347.373 - 6.489 0,5
Außerbilanzielle Geschäfte 121.931 144.381 - 22.450 15,5

Die Bilanzsumme verringerte sich um 6,5 Mio. EUR auf 1.340,9 Mio. EUR. Maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung hatte die geplante, vollständige Rückzahlung eines Offenmarktgeschäfts.

Die außerbilanziellen Geschäfte, die sich aus Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 25,8 Mio. EUR, anderen Verpflichtungen in Höhe von 70,1 Mio. EUR und derivativen Geschäften in Höhe von nominell 26,1 Mio. EUR zusammensetzen, bewegten sich aufgrund geringerer offener Kreditzusagen unter Vorjahresniveau.

Aktivgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Kundenforderungen 822.862 766.132 + 56.730 7,4
Wertpapiere 363.368 420.431 - 57.063 13,6
Forderungen an Kreditinstitute 77.144 96.476 - 19.332 20,0

Im Geschäftsjahr konnte das Kundenkreditgeschäft, insbesondere im Bereich der gewerblichen Immobilienkredite, um 7,4 % ausgebaut werden. Die Entwicklung blieb aufgrund geringerer Nachfrage leicht hinter der Erwartung von 9,6 % Wachstumsrate zurück.

Die Wertpapieranlagen haben sich infolge des geplanten Abbaus der Eigenanlagen deutlich reduziert.

Beim Rückgang der Forderungen an Kreditinstitute handelt es sich im Wesentlichen um täglich fällige Guthaben bei unserer Zentralbank.

Passivgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Verbindlichkeiten 261.762 304.502 - 42.740 14,0
gegenüber Kreditinstituten
Spareinlagen von Kunden 101.635 152.467 - 50.832 33,3
andere Einlagen von Kunden 819.398 738.991 + 80.407 10,9

Die Summe der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich um 42,7 Mio. EUR vermindert. Die Veränderung kommt hauptsächlich durch die Rückzahlung des Offenmarktgeschäfts von nominal 75,0 Mio. EUR sowie die Ausweitung der Bankenrefinanzierungen um 25,1 Mio. EUR zu Stande.

Weitere Veränderungen haben sich durch den Anstieg der Konsortialkredite und den Rückgang der Programmkredite ergeben.

Der Zuwachs bei den Kundengeldern fiel mit einer Steigerung von 3,3 % insgesamt erwartungsgemäß aus, wir gingen in unserer Prognose von einem leichten Zuwachs von 2,0 % aus.

In der Struktur der Kundeneinlagen sind aufgrund des veränderten Zinsniveaus im Berichtsjahr signifikante Umschichtungen aus den Spar- und Sichteinlagen zu Gunsten der befristeten Einlagen zu verzeichnen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- 2.282 2.308 - 26 1,1
und Depotgeschäften
andere Vermittlungserträge 7.423 9.732 - 2.309 23,7
Erträge aus Zahlungsverkehr 4.436 4.102 + 334 8,1

Die Erträge aus dem Dienstleistungsgeschäft entwickelten sich im Vorjahresvergleich, hauptsächlich durch verringerte Kreditvermittlungstätigkeit, stark rückläufig. Insgesamt fiel der Rückgang etwas geringer aus als wir in der Prognose erwartet hatten.

Immobiliengeschäft

Darüber hinaus investieren wir in Wohnimmobilien, Bürogebäude und einen Lebensmittelmarkt zur Erzielung

von Mieterträgen. Der Buchwert solcher Immobilien beläuft sich in 2023 auf 8,6 Mio. EUR (ohne im Bau befindliche Objekte) und bewegt sich somit auf Vorjahresniveau.

Investitionen

Im Mittelpunkt der Investitionen stand im Berichtsjahr weiterhin das Neubauprojekt in Memmingerberg. Das Verwaltungsgebäude nebst Geschäftsstelle sowie die zwei weiteren Gebäudekomplexe inkl. Tiefgarage befanden sich zum Bilanzstichtag weiter in der Bauphase.


II.4 Lage der VR-Bank Memmingen eG

II.4.1 Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten unserer Bank haben sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:

Gewinn- und Verlustrechnung Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Zinsüberschuss 1) 17.895 16.301 + 1.594 9,8
Laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 3.170 2.113 + 1.057 50,0
Provisionsüberschuss 2) 12.573 13.900 - 1.327 9,5
Sonstiges betriebliches Ergebnis 3) 1.117 943 + 174 18,5
Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwendungen 14.021 12.311 + 1.710 13,9
b) andere Verwaltungsaufwendungen 7.181 6.805 + 376 5,5
Bewertungsergebnis 4) -5.345 -2.763 - 2.582 93,4
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 8.010 11.110 - 3.100 27,9
Steueraufwand 2.303 2.674 - 371 13,9
Jahresüberschuss 907 986 - 79 8,0

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV - Posten 2.
2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV - Posten 6.
3) GuV - Posten 8 abzüglich GuV - Posten 12.
4) GuV-Posten 13 - 16

Im Berichtsjahr war erwartungsgemäß ein leichter Anstieg des Zinsüberschusses zu verzeichnen. Die Veränderung begründet sich hauptsächlich durch die veränderte Zinsstruktur mit gestiegenen Zinserträgen im Kreditgeschäft bei gleichzeitig höheren Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen.

Die Steigerung der laufenden Erträge ist auf die gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Ausschüttung aus unserem Spezialfonds zurückzuführen. Des Weiteren wurden Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 500 TEUR ausgeschüttet.

Der Provisionsüberschuss fiel, hauptsächlich durch verringerte Kreditvermittlungstätigkeit, mit einer Reduktion von 1.327 TEUR bzw. 9,5 % geringfügig niedriger als im Vorjahr aus. Unsere Prognose ging jedoch von bis zu -16,0 % aus. Insgesamt bewegte sich das Provisionsergebnis weiterhin auf überdurchschnittlich hohem Niveau.

Die Personalaufwendungen sind um 1.710 TEUR deutlich gestiegen. Die Erhöhung fiel stärker als ursprünglich geplant aus. Hauptsächlich waren Einmaleffekte sowie tarifliche Gehaltserhöhungen hierfür verantwortlich.

Die Erhöhung der anderen Verwaltungsaufwendungen um 5,5 % ist auf allgemeine Kostensteigerungen zurückzuführen. Der Aufwand von 7.181 TEUR bewegt sich innerhalb unserer Planung des Vorjahres.

Aufgrund der oben dargestellten Entwicklung der Erträge und Aufwendungen verschlechterte sich die Aufwands-/Ertragsrelation (Cost-Income-Ratio - CIR, vgl. Definition im Abschnitt II.2) von 60,4 % im Vorjahr auf

63,9 % leicht.

Im Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft wurde mit einem Aufwand von 5.050 TEUR eine deutlich höhere Risikovorsorge als im Vorjahr getroffen, der Anstieg fiel wesentlich stärker als geplant aus. Das negative Bewertungsergebnis des Wertpapier- und Beteiligungsbestands von 295 TEUR fiel insgesamt erwartungsgemäß aus.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hat sich aus den oben dargestellten Gründen im Vorjahresvergleich nennenswert um 3.100 TEUR reduziert.

Vom Jahresüberschuss wurden 200 TEUR den Rücklagen zugeführt. Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn in Höhe von 707 TEUR, 58 TEUR den Rücklagen zuzuweisen.

Die Entwicklung der ordentlichen Ertragslage (ohne neutrale Erfolgsfaktoren und Ertragssteuern) hat in Summe der in der Vorperiode berichteten Prognose entsprochen.

II.4.2 Finanz- und Liquiditätslage

Die vorhandenen liquiden Mittel reichten im Geschäftsjahr aus, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen

(Mindestreservebestimmungen und Bestimmungen der CRR) zu erfüllen.

Den Zahlungsverpflichtungen nach Art, Höhe und Fristigkeit konnte im Berichtsjahr stets nachgekommen werden.

Die monatlichen Meldungen der Liquidity Coverage Ration (LCR) wiesen im Berichtszeitraum einen Wert von

mindestens 125 % aus. Zum Bilanzstichtag lag die Stresskennzahl bei 126 %.

Die liquiden Mittel haben sich im Stichtagsvergleich zum Vorjahr um insgesamt 15,1 Mio. EUR reduziert. Dies ist auf die Verringerung der täglich fälligen Guthaben bei unserer Zentralbank zurückzuführen.

Neben den dargestellten liquiden Mitteln stehen uns kurzfristig verfügbare Kreditlinien bei unserer genossenschaftlichen Zentralbank (DZ BANK AG) und die Refinanzierungsfazilitäten der EZB zur Verfügung. Das Angebot der Deutschen Bundesbank, Refinanzierungsgeschäfte in Form von Offenmarktgeschäften (Hauptrefinanzierungsgeschäfte) abzuschließen, wurde im Geschäftsjahr 2023 nicht genutzt. Übernachtkredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität) wurden nicht in Anspruch genommen.

Mit einer Beeinträchtigung der Liquiditätslage ist auch in den folgenden Jahren aufgrund der vorhandenen Liquiditätsreserven sowie der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund nicht zu rechnen.

Bis zur Erstellung des Lageberichts liegen keine Anhaltspunkte für Umstände vor, die die Liquiditätslage der

Bank nachteilig verändern könnten.

Weitere Ausführungen finden sich unter III.4. Liquiditätsrisiken.

II.4.3 Vermögenslage

Eigenkapital

Das bilanzielle Eigenkapital stellt sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Eigenkapital Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Gezeichnetes Kapital 22.181 21.184 + 997 4,7
Rücklagen 44.105 43.621 + 484 1,1

Veränderungen beim Eigenkapital ergaben sich durch Ausbau der Geschäftsguthaben unserer Mitglieder sowie durch Gewinnthesaurierung. Daneben besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB in Höhe von 59.900 TEUR.

Der Anteil der bilanziellen Eigenmittel an der Bilanzsumme hat sich hierdurch von 9,84 % auf 10,40 % erhöht.

Die harte Kernkapitalquote beläuft sich auf 13,81 % und konnte leicht erhöht werden. Die wesentlichen Ursachen hierfür sind die Verbesserung der Eigenmittel-Ausstattung und die Ausweitung der Risikoaktiva. Die aufsichtsrechtlich geforderte Mindestgröße wurde jederzeit erfüllt. Eine weitere Stärkung der Eigenmittelausstattung ist weiterhin vorrangiges Ziel der Geschäftspolitik.

Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG (Quotient aus Nettogewinn (Nettogewinn = Jahresüberschuss nach Steuern) und Bilanzsumme) beläuft sich auf 0,07 %. Unter Berücksichtigung der Zuführungen

zum Fonds für allgemeine Bankrisiken würde sich eine Kapitalrendite von 0,43 % ergeben.

Ergänzend zu den Ausführungen im Rahmen des Geschäftsverlaufs zum Aktiv- und Passivgeschäft sind neben der Entwicklung des bilanziellen Eigenkapitals folgende wesentliche Aktiv-/Passivstrukturen im Rahmen

der Vermögenslage zu erwähnen.

Kundenforderungen

Der Anteil der Kundenforderungen an der Bilanzsumme beträgt 61,4 % (Vorjahr: 56,9 %). Die Steigerung des

Bilanzsummenanteils ist in erster Linie auf das gewerbliche Immobilienkreditgeschäft zurückzuführen

Vom Gesamtkreditvolumen entfallen auf Firmenkunden 64 %, auf Privatkunden 35 % und Sonstige 1 %.

Branchenschwerpunkte im Kreditbestand liegen bedingt durch unsere geschäftspolitische Ausrichtung im

Grundstücks- und Wohnungswesen.

Risiken im Kreditgeschäft sind in voller Höhe durch Einzelwertberichtigungen sowie Pauschalwertberichtigungen und Vorsorgereserven abgeschirmt.

Die aufsichtsrechtlichen Kreditgrenzen sowie die festgelegten Kreditbeschränkungen nach § 49 GenG wurden

im Berichtszeitraum bis auf eine vorgekommene Überschreitung stets eingehalten.

Wertpapiere

Die Wertpapieranlagen unserer Bank setzen sich wie folgt zusammen:

Wertpapiere Berichtsjahr Vorjahr Veränderung
TEUR TEUR +/- TEUR %
Anlagevermögen 328.400 348.402 - 20.002 5,7
Liquiditätsreserve 34.968 72.029 - 37.061 51,5

Die eigenen Wertpapieranlagen haben insgesamt einen Anteil von 27,1 % an der Bilanzsumme. Hiervon entfällt ein Anteil von 55,2 % auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5)

bzw. von 44,8 % auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6 - insbesondere Spezialfonds).

Die Veränderungen kamen neben den getätigten Käufen/Verkäufen auch durch Fälligkeiten von Wertpapieren

zustande.

Die Wertpapiere im Anlagevermögen werden überwiegend nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Dadurch wurden Abschreibungen in Höhe von 13.277 TEUR vermieden.

Strukturierte Finanzinstrumente wurden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Weitere wesentliche Aktiv- und Passivstrukturen

Das Sachanlagevermögen ist um 14,3 Mio. EUR angestiegen, da wir im Geschäftsjahr weiterhin in unser Bauvorhaben in Memmingerberg (Errichtung eines Verwaltungsgebäudes nebst Geschäftsstelle sowie zwei weitere

Gebäudekomplexe inkl. Tiefgarage) investiert haben.

Derivategeschäfte

Zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv-Passiv-Steuerung) wurden Zinsderivate in einem

Umfang von 26.100 TEUR eingesetzt. Diese Derivate werden in die verlustfreie Bewertung des Zinsbuches

einbezogen.


II.5 Zusammenfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs und der Lage

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zur ursprünglichen Planung unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als zufriedenstellend, da das Ergebnis eine adäquate Stärkung der Eigenmittelausstattung ermöglicht. Die in der Vorperiode berichteten Prognosen wurden überwiegend erreicht.

Die Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität wurden jederzeit eingehalten.

Die Ertragslage war geprägt durch eine deutlich verbesserte Zinsspanne bei gleichzeitigem spürbaren Anstieg der Betriebskosten. Im Bewertungsergebnis wirkte sich die dargestellte erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft aus.


III. Risiken der künftigen Entwicklung (Risikobericht)

III.1 Risikomanagementsystem

Die Ausgestaltung unseres Risikomanagements ist bestimmt durch unsere Geschäfts- und Risikostrategie, die

hieraus abgeleiteten operativen Zielgrößen/Plandaten sowie die Risikotragfähigkeit der Bank. Im Rahmen der

jährlichen Risikoinventur identifizieren, quantifizieren, beurteilen und dokumentieren wir unsere Risiken. Wir legen die für uns wesentlichen Risiken fest und entwickeln entsprechende Risikostrategien.

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von fünf Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Im Rahmen einer regelmäßigen Risikoberichterstattung bzw. Ad-hoc-Berichterstattung werden Vorstand und Aufsichtsrat informiert.

Die Funktionsfähigkeit und Angemessenheit aller Risikocontrolling- und Risikomanagement-Aktivitäten werden durch die Interne Revision geprüft.

Die Steuerung unserer Risiken erfolgt insbesondere im Rahmen der ökonomischen Risikotragfähigkeit. Aus dem Risikodeckungspotenzial leiten wir unser Gesamtbankrisikolimit ab, welches wir in festgelegte Teilrisikolimite für die wesentlichen Risiken untergliedern.

Nachfolgend stellen wir die Risikotragfähigkeit zum Bilanzstichtag dar:

Risikotragfähigkeit zum 31.12.2023 Ökonomische Perspektive
(Werte in TEUR)
Risikodeckungspotential 153.377
Gesamtbankrisikolimit 120.000
Marktpreisrisiko gesamt 43.727
Davon Zinsrisiko 37.471
Davon Aktienrisiko 6.256
Adressenausfallrisiken 40.415
Davon aus Kundenkreditgeschäft 4.721
Davon aus Eigenanlagen 35.694
Operationelles Risiko 4.436
Sonstige wesentliche Risiken 17.224
Anteil der Risiken am Gesamtbankrisikolimit in % 88
Anteil Risiken am Risikodeckungspotential in % 69

Unser Stresstestkonzept umfasst die beiden Steuerungsperspektiven der Bank (ökonomische und normative Perspektive) und fokussiert hierbei jeweils die Adäquanz der Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank. Im Rahmen des Stresstestkonzept ermitteln wir regelmäßig und anlassbezogen die Auswirkungen von Stresstests, adversen Szenarien und Sensitivitätsanalysen. Die Reflexion und kritische Würdigung dieser Auswirkungen ist ein zentrales Element unseres Risikomanagements.

Im Folgenden erläutern wir das Risikomanagement unserer wesentlichen Risiken.

III.2 Marktpreisrisiken

Zinsänderungsrisiken

Die Zinsrisiken messen wir monatlich mit dem Software Modul VR Control Zinsmanagement, wobei ein Konfidenzniveau von 99,9 % und eine Haltedauer von 250 Tagen zur Anwendung kommt. Die gemessenen Risiken werden in einem Limitsystem dem entsprechenden Teilrisikolimit gegenübergestellt, dessen Überschreiten die Anwendung bestimmter Maßnahmen auslöst. Im Geschäftsjahr bewegte sich das Zinsrisiko überwiegend innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Teilrisikolimits.

Zur Ermittlung der Auswirkungen von Zinsänderungen hat die Bank für die wesentlichen variablen Positionen Ablauffiktionen auf der Grundlage gleitender Durchschnitte und Elastizitäten ermittelt. Neben der Risikoermittlung im Rahmen der Risikotragfähigkeit werden die Zinsrisiken auch im Kontext des Zinsrisikokoeffizienten ermittelt.

Aufgrund des von uns eingegangenen Zinsänderungsrisikos ist ein Anstieg des Zinsbuchbarwertes nur bei fallenden Zinssätzen zu erwarten. Die Bank setzt bei ihrer Zinsrisikosteuerung auf Gesamtbankebene verschiedene Zinssicherungsinstrumente ein. Im Rahmen der Aktiv / Passiv-Steuerung haben wir dazu Zinsswaps im Bestand.

Sonstige Marktpreisrisiken

Daneben bestehen Risiken aus festverzinslichen Wertpapieren sowie Kursänderungsrisiken aus Investmentfonds. Diese weiteren für uns wesentlichen Marktpreisrisiken werden entsprechend den aufsichtsrechtlichen Regelungen bei der Gesamtbanksteuerung berücksichtigt. Für Fondsrisiken verwenden wir VaR-exante-Kennzahlen der Kapitalgesellschaften. Währungsrisiken spielen eine untergeordnete Rolle.

III.3 Adressenausfallrisiken

Forderungen an Kunden

Das Adressenausfallrisiko im Kundengeschäft messen wir mittels des Kreditportfoliomodells Kundengeschäft aus dem Software-Modul VR-Control KRM mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einer Haltedauer von 250 Tagen.

Der Risikoausweis umfasst den unerwarteten Verlust, welcher als barwertig ermittelter Credit Value at Risk (CVaR) ermittelt wird.

Die Überwachung und Steuerung des Kreditgeschäfts erfolgt auf der Basis von Limitierungen sowie Steuerungsvorgaben für das Neugeschäft. Unsere Auswertungen geben Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen, Sicherheiten und Risikoklassen. Risikokonzentrationen bestehen bei Blankokrediten (> 2 Mio. EUR) sowie der Branche Grundstücks- und Wohnungswesen.

Risikovorsorge wird auf Basis der handelsrechtlichen Vorschriften gebildet.

Das Adressenausfallrisiko bewegte sich im Geschäftsjahr innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitsys-tems.

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Rahmen der Darstellung von Geschäftsverlauf und Lage.

Eigenanlagen

Für die Identifizierung, Beurteilung und Überwachung der Risiken greifen wir auf die Ratingergebnisse von Ratingagenturen, eigene Analysen von Berichten, Veröffentlichungen und Beobachtungen der Spreadentwicklun- gen der Emittenten zurück.

Die Messung der Adressrisiken bei den Eigenanlagen erfolgt durch das Kreditportfoliomodell für Eigengeschäfte indem das zukünftige Verhalten definierter Risikoparameter auf Basis von Zufallszahlen in einer Monte-Carlo-Simulation abgebildet wird (Konfidenzniveau 99,9 %, Risikohorizont 250 Tage).

Der Risikoausweis umfasst den unerwarteten Verlust, welcher als barwertig ermittelten Credit Value at Risk (CVaR) ermittelt wird.

Diesen Risiken begegnen wir dadurch, dass wir keine Wertpapiere von Emittenten bzw. aus Emissionen erwerben, deren Rating von einer anerkannten Ratingagentur mit schlechter als "Investment Grade" beurteilt wurde.

Das Ausfallrisiko inländischer und ausländischer Emittenten begrenzen wir durch ein System interner Strukturlimite.

Risikokonzentrationen bestehen in der Anlageklasse Bankanleihen.

Das Adressenausfallrisiko bewegte sich im Geschäftsjahr überwiegend innerhalb des vom Vorstand vorgegebenen Limitystems.

Für weitere Ausführungen zu den Eigenanlagen verweisen wir auf unsere Darstellungen im Rahmen der Darstellung von Geschäftsverlauf und Lage.

Länderrisiken

Nennenswerte Länderrisiken bestehen im Bereich der Eigengeschäfte in Form von Staatsanleihen.


III.4 Liquiditätsrisiken

Da das Zahlungsunfähigkeitsrisiko aufgrund seiner Eigenart nicht sinnvoll mit Risikodeckungspotential begrenzt und somit nicht in die klassische Risikotragfähigkeit integriert werden kann, haben wir diesbezüglich einen weiteren Prozess (Liquiditätstragfähigkeit) in die Risikosteuerungs- und Controllingprozesse aufgenommen.

Die Überwachung der Liquiditätstragfähigkeit bzw. die Steuerung des Zahlungsunfähigkeitsrisikos erfolgt mit Hilfe entsprechender Liquiditätsablaufbilanzen (LAB), in welchen wir die szenariospezifischen Zahlungsmittelabflüsse den szenariospezifischen Zahlungsmittelzuflüssen an den jeweiligen Zahlungsmittelzeitpunkten gegenüberstellen. Sofern sich hieraus im Zeitverlauf ein kumulierter Zahlungsmittelbedarf entwickelt, prüfen wir, ob dieser mit dem jeweilig definierten Liquiditätsdeckungspotential (LDP) für einen zuvor definierten Zeitraum (Liquiditätshorizont bzw. Überlebenshorizont) im jeweiligen betrachteten Szenario abgedeckt werden kann. Der Überlebenshorizont von 60 Monaten im Standardszenario wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Weiter wird zur frühzeitigen Erkennung eines Liquiditätsengpasses die LCR-Kennziffer gemessen und gesteuert. Zum Bilanzstichtag belief sich die Kennziffer auf 126 %. Im Geschäftsjahr bewegte sie sich zwischen 125 % und 170 % und lag somit stets über dem geforderten Mindestwert von 100 %. Zusätzlich haben wir eine minimale Zielgröße in Höhe von 110 % definiert.

Im Zuge der Eckwertplanung erstellt die Bank einen Refinanzierungsplan für den jeweiligen Planungshorizont.

Darüber hinaus wird die Liquidität durch Fälligkeitslisten und Cashflow-Ermittlung überwacht.

Zur Sicherstellung der mittel- bis langfristigen strukturellen Liquidität beobachten wir regelmäßig die NSFR (Net Stable Funding Ratio). Damit beurteilen wir insbesondere die Abhängigkeit von kurzfristigen Refinanzierungen sowie unsere Stressresistenz insgesamt. Zum Bilanzstichtag lag die NSFR bei 123 % und damit über unserer Beobachtungsgrenze von 110 % und über der Mindestanforderung von 100 %.

In Hinblick auf unsere Refinanzierungsquellen verweisen wir auf Abschnitt II.4.2 Finanz- und Liquiditätslage. Das Refinanzierungskostenrisiko wurde im Rahmen der Risikoinventur als unwesentlich eingestuft.

In liquiditätsmäßig engen Märkten sind wir nicht engagiert. Die Gefahr, dass mangels ausreichender Marktliquidität Verkäufe erschwert werden, schätzen wir als gering ein.

Eine Liquiditätsmanagementfunktion wurde mit dem Ziel der Liquiditätssteuerung eingerichtet, um in Phasen eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses einschließlich eines Stressfalls die Zahlungsfähigkeit zu sichern und eine Unterschreitung der bankaufsichtlichen LCR-Mindestquote zu verhindern. Zudem wurde für den Fall eines Liquiditätsengpasses ein Notfallplan festgelegt. Im Rahmen der Eigenanlagen- und Liquiditätsstrategie streuten wir die Positionen der Liquiditätsreserve über Laufzeiten und Emittenten, um ein hohes Maß an Liquidierbarkeit zu erreichen, damit wir jederzeit kurzfristig auf unerwartete Zahlungsstromschwankungen reagieren können.


III.5 Operationelle Risiken

Wesentliche identifizierte operationelle Risiken werden in einer Schadensfalldatenbank erfasst, analysiert und überwacht.

Die operationellen Risiken werden anhand eines Self-Assessments aufgrund eigener Erfahrungswerte sowie

der Poolwerte des Verbandsgebietes nach Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der voraussichtlichen Schadenshöhe eingeschätzt. Die Verbarwertung erfolgt für ein Konfidenzniveau von 99,9% und wird über einen Multiplikatoren-Ansatzes errechnet. Zudem werden auch Worst-Case-Annahmen im Rahmen von regelmäßigen Stresstests berücksichtigt.

Den operationellen Risiken begegnen wir mit unterschiedlichen Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere Arbeitsanweisungen, die Einhaltung einer ausreichenden Funktionstrennung, die laufende Optimierung der Arbeitsabläufe, Mitarbeiterschulungen, der Einsatz von Sicherheits-, Compliance-, Datenschutz- und Geldwäschebeauftragten, laufende Investitionen in neue DV-Systeme über die von uns beauftragte Rechenzentrale,

Backup-Einrichtungen, Prüfung der Verfahren und Systeme durch die Interne Revision und Versicherungen

(z.B. Diebstahl- und Betrugsrisiken). Zusätzlich hat unser Haus eine Notfallplanung erstellt.

Dem Rechtsrisiko begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare. Bei Rechtsstreitigkeiten nehmen wir juristische Hilfe in Anspruch.

Im Geschäftsjahr sind keine operationellen Risiken mit spürbarer Ertragsauswirkung eingetreten.


III.6 Weitere Risiken

Wir führen derzeit im Wesentlichen Verbundbeteiligungen. Wir beurteilen Beteiligungsrisiken als wesentliche Risikoart. Die Risikomessung erfolgt mittels des im Tool BETRIS der parcIT ermittelten Value-At-Risk (VaR). Das ermittelte Beteiligungsrisiko wird auf das Teilrisikolimit angerechnet.

Die Risiken aus unserem Immobilienportfolio messen wir mittels des Immobilienrechners der parcIT. Wir beurteilen Immobilienrisiken als wesentliche Risikoart. Das ermittelte Immobilienrisiko wird auf das Teilrisikolimit angerechnet.


III.7 Gesamtbild der Risikolage

Zusammenfassend ist die Risikolage insgesamt als geordnet einzustufen, da die Risikotragfähigkeit im Geschäftsjahr 2023 unter den definierten Standard- als auch den festgelegten Stressszenarien gegeben war.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen haben wir im Jahr 2023 jederzeit eingehalten. Die zu ihrer

Deckung vorhandenen Eigenmittel belaufen sich auf 143,2 Mio. EUR. Wir verweisen hierzu ergänzend auf unsere Ausführungen bei der Vermögenslage.

Nach derzeitigem Planungsstand ist die Risikotragfähigkeit im Berichtszeitraum 2024 angesichts der laufenden

Ertragskraft und der Vermögens- und Substanzsituation der Bank gegeben.

Bestandsgefährdende Risiken sind aufgrund der Zugehörigkeit zur kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar.


IV. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (Prognosebericht)

Die Prognosen, die sich auf die voraussichtliche Entwicklung der VR-Bank Memmingen eG für das nächste

Geschäftsjahr 2024 beziehen, stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen und Planungsrechnungen getroffen haben. Wir weisen darauf hin, dass sich die Prognosen durch die Veränderungen der zugrunde liegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können.

Die Darstellung erwarteter Veränderungen unserer prognostizierten Leistungsindikatoren gegenüber dem entsprechenden Istwert des Berichtsjahres erfolgt auf Basis von Punktprognosen und qualifiziert-komparativen Prognosen (Richtung und Intensität der Veränderung). Unsere Einstufungen sind wie folgt zu interpretieren:

- stark / erheblich sinken bzw. steigen: Abweichung größer - 15 % / größer + 15 %

- geringfügig / leicht sinken bzw. steigen: Abweichung zwischen - /+ 5 % und - /+ 15 %

- konstant bleiben: Abweichung zwischen - 5 % und + 5 %

Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der bayerischen Kreditgenossenschaften

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts wird nach den Einschätzungen der Konjunkturexperten im Geschäftsjahr 2024 bei 1,25 % liegen, die Inflation wird allmählich zurückgehen (Quelle: BVR-Kompass 2024). Die Zinsstrukturkurve wird nach unseren Planungsannahmen im Jahresverlauf konstant bleiben.

Das geschäftliche Umfeld und die Entwicklung der bayerischen Kreditgenossenschaften werden nach unseren

Einschätzungen auch in den kommenden Jahren von dem verstärkten Wettbewerb, sich weiter entwickelnden

Kundenansprüchen, steigendem Margendruck und wachsenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen geprägt.

Voraussichtlicher Geschäftsverlauf und voraussichtliche Lage

In Erwartung einer leicht verbesserten Wirtschaftsentwicklung gehen wir auf Basis unserer vertrieblichen Planungen für das nächste Geschäftsjahr von einem Wachstum in Höhe von bis zu 9,8 % im Kundenkreditgeschäft aus. Diese Prognose basiert auf der Prämisse eines konstanten Zinsniveaus in 2024.

Im Einlagengeschäft gehen wir von einer moderaten Steigerung von 4,3 % aus.

Da das Kreditwachstum gemäß Prognose nur zum Teil aus dem Kundeneinlagenwachstum refinanziert wird, planen wir den weiteren Abbau von Eigenanlagen in Höhe von ca. 33 Mio. EUR. Im Übrigen nutzen wir Programmkredite und nehmen zur Schließung der passivischen Finanzierungslücke weitere Refinanzierungen über die genossenschaftliche FinanzGruppe auf.

Aufgrund der erwarteten Steigerungen im Kreditgeschäft bei gleichzeitig starker Erhöhung der Zinsaufwendungen, sehen wir, nach dem Stand unserer letzten Planung, einen leichten Anstieg der Zinsspanne.

Im Provisionsergebnis kann das Niveau aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gehalten werden. Wir gehen aufgrund des zurückgehenden Vermittlungsgeschäfts von einem geringfügigen Rückgang des Provisionsergebnisses in 2024 von bis zu 6 % aus. Die Provisionsspanne wird sich weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau bewegen.

Die Personalaufwendungen werden nach unseren Planungen im nächsten Geschäftsjahr konstant bleiben. Bei den Sachaufwendungen rechnen wir mit einem spürbaren Anstieg der Kosten um 8 %.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird neben der weiteren konjunkturellen Entwicklung auch erheblich

durch die regionale Wirtschaftsentwicklung beeinflusst. Wir gehen bei der Einzelrisikovorsorge für das

Kreditgeschäft von einem erheblich niedrigeren Aufwand in 2024 aus. Bei unserem Wertpapierbestand gehen wir von keinen wesentlichen Abschreibungen aus. Für die Wertpapiere des Anlagevermögens wird weiterhin das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet.

Erwartete Auswirkungen auf unsere bedeutsamsten Leistungsindikatoren

Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen und Annahmen erwarten wir für das nächste Geschäftsjahr die nachfolgend dargestellten Auswirkungen auf unsere bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren

(vgl. Definition Abschnitt II.2):

Das Betriebsergebnis vor Bewertung zur durchschnittlichen Bilanzsumme wird konstant bleiben.

Wir erwarten für das nächste Geschäftsjahr eine Cost Income Ratio von ca. 65 %.

Nach unseren Planungsrechnungen erwarten wir eine weitere Steigerung unserer Eigenmittel durch die voraussichtliche künftige Dotierung der Rücklagen und des Sonderpostens für allgemeine Bankrisiken nach

§ 340g HGB bei gleichzeitig steigenden Eigenmittelanforderungen. Wir planen für das nächste Geschäftsjahr eine gleichbleibende harte Kernkapitalquote von 13,8 %. Wir gehen davon aus, dass der aufsichtsrechtlich geforderte Mindestwert eingehalten wird.

Bei der Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR) gehen wir davon aus, dass der aufsichtsrechtlich geforderte Mindestwert jederzeit eingehalten wird.

Gesamtaussage

Insgesamt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein konstantes Betriebsergebnis vor Bewertung sowie die jederzeitige Einhaltung der Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität. Mit einer Beeinträchtigung der Liquiditätslage ist aufgrund der ausreichend zur Verfügung stehenden Refinanzierungsmöglichkeiten bei unserer Zentralbank auch im nächsten Geschäftsjahr nicht zu rechnen.

Risiken

Wesentliche Risiken für die Ertragslage bestehen im kommenden Jahr bei einer deutlich schlechteren Konjunkturentwicklung als prognostiziert, die zu einer rückläufigen Geschäftsentwicklung führen könnte sowie bei

einer unerwarteten Entwicklung der Zinsstrukturkurve, die zu einer Beeinträchtigung des geplanten Zinsergebnisses führen könnte.

Negative Entwicklungen an den Finanz- und Beschaffungsmärkten (insbesondere im Hinblick auf Zinsentwicklung und die Baukosten) können einen erheblichen Rückgang der Bautätigkeit und mithin des Finanzierungsbedarfs auslösen, der sich möglicherweise in wesentlich geringerer Nachfrage im Baufinanzierungsgeschäft

mit der Folge niedrigerer Zins- und Provisionserträge niederschlagen wird.

Chancen

Wesentliche Chancen für die Ertragslage sehen wir im Hinblick auf den voraussichtlichen Geschäftsverlauf im

nächsten Geschäftsjahr insbesondere, wenn entgegen unserer Annahmen die Nachfrage im Kreditgeschäft

deutlich stärker als erwartet zunimmt.

Wesentliche Chancen können sich zudem aus einer unerwartet guten Börsenentwicklung ergeben, die zu höheren Wertpapierumsätzen und Fondsvermittlungen als prognostiziert führen werden.

Des Weiteren sehen wir im stärkeren Ausbau unseres Vermittlungsgeschäftes Chancen.


V. Zweigniederlassungen

Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Memmingen, 21. Mai 2024

VR-Bank Memmingen eG

Der Vorstand

gez. Oliver Winter gez. René Schinke


Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und traf die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltete die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden. Bei zulässigen Nichtprüfungsleistungen lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genossenschaftsverband Bayern e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses - unter Einbeziehung des Gewinnvortrages - entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Memmingen, 12. Juni 2024
gez. Bernhard Kerler
(Vorsitzender des Aufsichtsrats)

Jahresabschluss der Kreditinstitute in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft

Bestandteile Jahresabschluss

1. Jahresabschluss (Formblatt 1)

2. Gewinn- und Verlustrechnung (Formblatt 3 - Staffelform)

3. Anhang

1. Jahresbilanz zum 31.12.2023

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1.Barreserve
a) Kassenbestand 7.055.543,06 6.040
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 7.055.543,06 0
2.Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen
sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen
Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3.Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 46.499.094,80 62.616
b) andere Forderungen 30.644.757,03 77.143.851,83 33.860
4.Forderungen an Kunden 822.862.401,51 766.131
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 437.722.559,07 (371.869)
Kommunalkredite 10.953.857,88 (11.529)
5.Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 52.014.273,09 57.290
darunter: beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank 52.014.273,09 (57.290)
bb) von anderen Emittenten 148.427.829,23 200.442.102,32 209.915
darunter: beleihbar bei der
Deutschen Bundesbank 82.590.294,72 (139.049)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 200.442.102,32 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6.Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 162.926.083,43 153.226
7.Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 1.530.705,89 1.520
darunter: an Kreditinstituten 825.075,02 (825)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 1.740.980,00 3.271.685,89 1.741
darunter: bei Kreditgenossenschaften 1.666.000,00 (1.666)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8.Anteile an verbundenen Unternehmen 2.328.488,13 4.801
darunter: an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9.Treuhandvermögen 2.593.312,38 2.762
darunter: Treuhandkredite 2.593.312,38 (2.762)
10.Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand
einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11.Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.893,00 13
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) Geleistete Anzahlungen 0,00 18.893,00 0
12.Sachanlagen 56.647.243,00 42.305
13.Sonstige Vermögensgegenstände 5.408.764,46 4.973
14.Rechnungsabgrenzungsposten 185.789,04 180
Summe der Aktiva 1.340.884.158,05 1.347.373


Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1.Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 12.587.555,96 627
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 249.174.615,57 261.762.171,53 303.875
2.Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von drei Monaten 101.635.235,22 152.467
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist
von mehr als drei Monaten 0,00 101.635.235,22 0
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 594.758.143,10 698.927
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder
Kündigungsfrist 224.639.357,41 819.397.500,51 921.032.735,73 40.065
3.Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter: Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel
im Umlauf 0,00 (0)
4.Treuhandverbindlichkeiten 2.593.312,38 2.762
darunter: Treuhandkredite 2.593.312,38 (2.762)
5.Sonstige Verbindlichkeiten 2.707.586,68 1.571
6.Rechnungsabgrenzungsposten 150.117,86 194
7.Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen 8.641.930,00 8.399
b) Steuerrückstellungen 166.720,00 688
c) andere Rückstellungen 3.046.199,98 11.854.849,98 4.084
8....................................... 0,00 0
9.Nachrangige Verbindlichkeiten 13.890.037,18 13.023
10.Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11.Fonds für allgemeine Bankrisiken 59.900.000,00 55.100
darunter: Sonderposten n. § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12.Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 22.180.750,00 21.184
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 16.600.000,00 16.500
cb) andere Ergebnisrücklagen 27.505.157,59 27.121
cc) 0,00 44.105.157,59 0
d) Bilanzgewinn 707.439,12 66.993.346,71 786
Summe der Passiva 1.340.884.158,05 1.347.373
1.Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Gewährleistungsverträgen 25.759.554,17 24.340
c) Haftung aus der Bestellung von Sicher-
heiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 25.759.554,17 0
2.Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten
Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und
Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 70.071.252,71 70.071.252,71 93.942
darunter: Lieferverpflichtungen aus
zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)


2. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2023

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1.Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 21.973.465,27 14.747
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 4.232.741,13 26.206.206,40 3.450
darunter: in a) und b) angefallene negative Zinsen 0,00 (1)
2.Zinsaufwendungen -8.311.232,54 17.894.973,86 -1.895
darunter: erhaltene negative Zinsen 5,09 (761)
3.Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 3.169.585,74 2.113
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 98.147,45 495
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 500.000,00 3.767.733,19 0
4.Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5.Provisionserträge 14.463.304,28 16.443
6.Provisionsaufwendungen -1.890.497,77 12.572.806,51 -2.544
7.Nettoertrag des Handelsbestands 0,00 0
8.Sonstige betriebliche Erträge 1.640.434,74 1.400
darunter: aus der Abzinsung von Rückstellungen 8.731,79 (6)
9............................ 0,00 0
10.Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -11.000.625,29 -9.784
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung -3.020.312,45 -14.020.937,74 -2.527
darunter: für Altersversorgung -1.094.435,78 (-703)
b) andere Verwaltungsaufwendungen -7.180.893,10 -21.201.830,84 -6.804
11.Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -769.447,48 -751
12.Sonstige betriebliche Aufwendungen -523.258,14 -457
darunter: aus der Aufzinsung von Rückstellungen -117.729,08 (-221)
13.Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen
und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft -4.655.056,39 -7.300
14.Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und
bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 -4.655.056,39 0
15.Abschreibungen u. Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere -690.333,57 0
16.Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen
an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren 0,00 -690.333,57 4.537
17.Aufwendungen aus Verlustübernahme -25.760,00 -13
18............................ 0,00 0
19.Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 8.010.261,88 11.110
20.Außerordentliche Erträge 0,00 0
21.Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22.Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.251.457,32 -2.620
24.Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen -51.365,44 -2.302.822,76 -54
24a.Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken -4.800.000,00 -7.450
25.Jahresüberschuss 907.439,12 986
26.Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
907.439,12 986
27.Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
907.439,12 986
28.Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage -100.000,00 -100
b) in andere Ergebnisrücklagen -100.000,00 -200.000,00 -100
29.Bilanzgewinn 707.439,12 786

3. Anhang

A. Allgemeine Angaben

Die VR-Bank Memmingen eG, Memmingen, ist beim Amtsgericht Memmingen unter der Genossenschaftsregister-Nummer 501 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

Die Bilanz wurde unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

In der Gliederung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung ergaben sich im Vergleich zum Vorjahr nachstehende Veränderungen aus folgenden Gründen:

Gemäß der neuen Klassifizierung des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) wurden Schuldverschreibungen des Emittenten EFSF in die Unterposition Aktiva 5 ba) ('öffentliche Emittenten') umgegliedert. Bislang erfolgte der Ausweis in dem Unterposten Aktiva 5 bb) ('andere Emittenten').


B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Bei der Aufstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden im Einzelnen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Sorten erfolgte zum Kassakurs am Bilanzstichtag.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden wurden mit dem Nennwert ausgewiesen. Unterschiedsbeträge zwischen Auszahlungsbetrag und höherem Nennwert wurden - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten bzw. Unterschiedsbeträge zwischen höherem Auszahlungsbetrag und dem Nennwert in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und zeitanteilig aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigem Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die in den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken haben wir durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Einzelrückstellungen in ausreichender Höhe abgedeckt.

Für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft werden Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 gebildet. Dies betrifft alle nicht akut ausfallgefährdeten Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden sowie die nach §§ 26, 27 RechkredV unter der Bilanz auszuweisenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (einschließlich widerruflicher und unwiderruflicher Kreditzusagen). Die ermittelten Teilbeträge für die Pauschalwertberichtigung werden von den Aktivposten Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden abgesetzt. Die Teilbeträge für das außerbilanzielle Geschäft werden unter den anderen Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften sowie den unwiderruflichen Kreditzusagen abgesetzt. Die Berechnung der Pauschalwertberichtigung erfolgt auf Grundlage des im Rahmen des internen Risikomanagements ermittelten erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien (Bewertungsvereinfachungsverfahren). Der erwartete Verlust wird unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt ermittelt. Als Berechnungsgrundlage wurde erstmals der modellierte Verlust (bisher Netto-Blankovol. RV) verwendet. Die Berechnungsmethode ist unverändert die sogenannte "vereinfachte Methodik".

Zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweiges haben wir ferner Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB im Bestand.

Wertpapiere

Die dem Umlaufvermögen zugeordneten Wertpapiere (Liquiditätsreserve) wurden nach dem strengen Niederstwert- prinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die Wertpapiere im Anlagevermögen wurden größtenteils nach dem gemilderten Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bewertet.

Bei den Wertpapieren des Anlagevermögens wurden im Geschäftsjahr und in den Vorjahren Anschaffungskosten über pari durch anteilige Abschreibungen des Agios an den niedrigeren Einlösungskurs angepasst.

Strukturierte Finanzinstrumente

Strukturierte Finanzinstrumente werden als einheitlicher Vermögensgegenstand bilanziert.

Auf eine getrennte Bilanzierung konnte verzichtet werden, weil gemäß § 253 Abs. 3 oder 4 HGB am Abschlussstichtag eine Bewertung zum niedrigeren aus beizulegendem Wert und fortgeführten Anschaffungskosten erfolgt und die Bewertung auf einer Notierung des strukturierten Finanzinstruments auf einem aktivem Markt basiert.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen bilanziert.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen die der geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibungssätze zugrunde, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffenlichten Abschreibungstabellen orientieren. Soweit hierbei Bandbreiten bestehen, wählen wir in der Regel die kürzest zulässige Nutzungsdauer.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von 250 EUR wurden als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Sie wurden in voller Höhe abgeschrieben, sofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Wirtschaftsgut über 250 EUR, aber nicht über 800 EUR lagen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert oder zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Die Unterschiedsbeträge bei Forderungen, deren Nennwert niedriger als der Auszahlungsbetrag ist, wurden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt. Die Unterschiedsbeträge wurden planmäßig auf die Laufzeit der Forderung verteilt.

Latente Steuern

Zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen bestehen zeitliche oder quasi-permanente Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen.

Passive Steuerlatenzen bestehen insbesondere in den Positionen Sachanlagen und dem Sonderposten mit Rücklageanteil (steuerfreie Rücklagen), denen aktive Steuerlatenzen in den Positionen Forderungen an Kunden, Wertpapiere, Anteile an verbundenen Unternehmen, Sachanlagen und Rückstellungen gegenüberstehen.

Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.

Der Berechnung der Steuerlatenzen wurde ein Steuersatz von 30 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zum jeweiligen Erfüllungsbetrag.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Wesentlichen Disagiobeträge und Bearbeitungsgebühren enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden. Die Unterschiedsbeträge werden planmäßig auf die Laufzeit der Forderungen verteilt.

Rückstellungen

Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen bzw. drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Den Pensions- und Altersteilzeitrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Laufende Rentenverpflichtungen und Altersversorgungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert. Die Berechnung der Rückstellungen aus Altersteilzeit erfolgte nach dem Barwertverfahren.

Es wurden langfristige Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 2 % und zusätzlich eine Rentendynamik in Höhe von 2 % zugrunde gelegt.

Die Abzinsung der Pensionsrückstellungen erfolgte unter Annahme einer Restlaufzeit von 15 Jahren (Vereinfachungsregel) mit 1,82 % (durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre auf Basis des von der Deutschen Bundesbank per Dezember 2023 ermittelten Zinssatzes). Im Vergleich zu einer Abzinsung mit einem entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 66.363 EUR. Die Abzinsung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte mit 1,74 %. Der Rechnungszinssatz wurde gem. § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB nach der Vereinfachungsregelung ermittelt. Hierbei wurde der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Zinssatz per Dezember 2023 verwendet.

Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungssatzes im Zusammenhang mit den Pensionsrückstellungen sowie den Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden analog zum Ab-/Aufzinsungseffekt im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebene positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert im Kundenkreditgeschäft sowie Eigengeschäft und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Bei den zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträgen werden im Wesentlichen Kontoführungsgebühren, Postenentgelte und Kartenentgelte, sofern die jeweilige Karte Bestandteil des Kontomodells ist, angesetzt. Gemäß einer internen Erhebung bzw. Schätzung wird der Anteil der Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte an den gesamten Verwaltungsaufwendungen ermittelt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt. Bei der Bemessung der voraussichtlich noch anfallenden Verwaltungskosten für die Bestandsführung der zinsbezogenen Geschäfte werden Overheadkosten anteilig berücksichtigt. Individuelle Refinanzierungsmöglichkeiten werden bei dieser barwertigen Betrachtung berücksichtigt. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Vermerke unter dem Bilanzstrich

Im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit übernehmen wir regelmäßig Bürgschaften.

Dabei ist es für uns erforderlich, Zahlungen an den Begünstigten zu leisten, wenn ein anderer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt oder Leistungen nicht vertragsgemäß erfüllt. Der Umfang der übernommenen Verpflichtungen ist aus den Angaben unter dem Bilanzstrich ersichtlich.

Die dargestellten Beträge zeigen nicht die künftig aus diesen Verträgen zu erwartenden Zahlungsströme, da die Mehrzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme ausläuft.

Von den unwiderruflichen Kreditzusagen zum 31. Dezember 2023 in Höhe von 70.071.253 EUR betreffen 65.101.523 EUR Zusagen von Buchkrediten an Nichtbanken. Die darüberhinausgehenden unwiderruflichen Kreditzusagen betreffen die Zeichnung von Investmentfonds im Cash-Call-Verfahren.

Wir gewähren unwiderrufliche Kreditzusagen, um den Finanzierungsbedürfnissen unserer Kunden zu entsprechen. Unwiderrufliche Kreditzusagen umfassen die nicht in Anspruch genommenen Anteile der gewährten Zusagen, welche nicht durch uns widerrufen werden können.

Die Kreditzusagen werden mit dem Nominalbetrag gezeigt. Im Falle der Passivierung einer Rückstellung für noch nicht in Anspruch genommene unwiderrufliche Kreditzusagen oder für Eventualverbindlichkeiten wird der jeweilige Posten unter dem Strich in Höhe des zurückgestellten Betrags gekürzt.

Die widerruflichen und unwiderruflichen Kreditzusagen werden bei der Überwachung der Kreditrisiken berücksichtigt.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses wird vor dem verbindlichen Eingehen sowie während der Laufzeit einer Verpflichtung das Risiko aus der Inanspruchnahme für Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen eingeschätzt. Dabei ist im Wesentlichen die Bonität des Auftraggebers bzw. Kreditnehmers sowie bei Credit Linked Notes die Bonität des Referenzschuldners ausschlaggebend. Im Falle der Verschlechterung der Bonität, die den Ausgleich der Inanspruchnahme ganz oder teilweise nicht mehr erwarten lässt, werden Rückstellungen gebildet. Den latenten Risiken der Positionen unter dem Bilanzstrich wurde durch die Bildung von Pauschalrückstellungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen.

Derivative Finanzinstrumente

Die zur Absicherung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos abgeschlossenen derivativen Geschäfte wurden in die Gesamtbetrachtung des Zinsbuchs einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten. Ausgleichszahlungen aus Zins-Swaps zur Absicherung von zinstragenden Geschäften werden zeitanteilig abgegrenzt.

Zinserträge/Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften werden im Zinsertrag erfasst (Reduktion des Zinsertrags). Negative Zinsen aus Passivgeschäften werden im Zinsaufwand erfasst (Reduktion des Zinsaufwands).

Im Falle von Zinsswaps werden die Zahlungsströme je Swapvertrag verrechnet und der verbleibende Saldo vorzeichengerecht als Zinsertrag bzw. -aufwand ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Sie umfassen täglich fällige Währungsguthaben und -verbindlichkeiten, für die die Voraussetzungen an eine besondere Deckung vorliegen. Als besonders gedeckt werden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich beitragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Die Ergebnisse aus der Währungsumrechnung dieser Positionen gleichen sich vollständig aus, so dass netto im sonstigen betrieblichen Ergebnis kein GuV-Ausweis erforderlich ist.


C. Entwicklung des Anlagevermögens

(volle EUR)

Anschaffungs-/ Herstellungskosten 01.01. Zugänge Umbuchungen
(+/-)
a) Abgänge
b) Zuschüsse
Anschaffungs-/ Herstellungskosten
am Bilanzstichtag
Buchwerte am
Bilanzstichtag
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle
Anlagewerte
227.622 16.533 0 a) 37.799
b) 0
206.356 18.893
Sachanlagen
a) Grundstücke 49.812.159 15.511.749 0 a) 2.113.236
63.210.672 55.538.555
und Gebäude b) 0
b) Betriebs- und
Geschäftsaus-
stattung
6.181.997 437.998 0 a) 463.154
b) 0
6.156.841 1.108.688
a 56.221.778 15.966.280 0 a) 2.614.189
b) 0
69.573.869 56.666.136
Buchwerte
Vorjahr
EUR
Immaterielle
Anlagewerte
12.718
Sachanlagen
a) Grundstücke 41.254.758
und Gebäude
b) Betriebs- und
Geschäftsaus-
stattung
1.050.075
a 42.317.551
Abschreibungen (kumuliert) 01.01. Änderung der kumulierten
Abschreibungen aufgrund
Zugängen (ohne Abschreibungen
Geschäftsjahr)
(+)
Änderung der kumulierten
Abschreibungen aufgrund
Abgängen
(-)
Änderung der kumulierten
Abschreibungen aufgrund
Umbuchungen
(+/-)
Abschreibungen Geschäftsjahr Zuschreibungen Geschäftsjahr
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle
Anlagewerte
214.904 0 37.799 0 10.358 0
Sachanlagen
a) Grundstücke 8.557.401 0 1.270.954 0 385.670 0
und Gebäude
b) Betriebs- und
Geschäftsaus-
stattung
5.131.922 0 457.188 0 373.419 0
a 13.904.227 0 1.765.941 0 769.447 0
Abschreibungen (kumuliert)
am Bilanzstichtag
EUR
Immaterielle
Anlagewerte
187.463
Sachanlagen
a) Grundstücke 7.672.117
und Gebäude
b) Betriebs- und
Geschäftsaus-
stattung
5.048.153
a 12.907.733
Anschaffungskosten 01.01. Veränderungen (saldiert) Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des
Anlagever-
mögens
351.948.022 -24.705.323 327.242.699
Beteiligungen
und Geschäfts-
guthaben bei
Genossen-
schaften
3.312.502 -40.816 3.271.686
Anteile an
verbundenen
Unternehmen
5.136.410 -2.807.922 2.328.488
b 360.396.934 -27.554.061 332.842.873
Summe a und b 416.618.712 389.509.009

In den oben dargestellten Anschaffungs- und Herstellungskosten der Grundstücke und Gebäude sind zum 31.12.2023 "Anlagen im Bau" im Umfang von 42.261.107 EUR enthalten.


D. Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

In den Forderungen an Kreditinstitute sind 76.953.557 EUR Forderungen an die zuständige genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:

bis drei Monate mehr als drei Mo-
nate bis ein Jahr
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre mehr als fünf Jahre
EUR EUR EUR EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b)(ohne Bausparguthaben) 644.757 0 30.000.000 0
Forderungen an Kunden (A 4) 36.761.672 58.926.694 258.500.181 450.648.720

In den Forderungen an Kunden sind 18.025.135 EUR Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Die Zinsabgrenzung wurde aus Vereinfachungsgründen dem ersten Restlaufzeitenband zugeordnet.

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr 40.644.339 EUR fällig.

In den Forderungen und Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:

Forderungen an
Beteiligungsunternehmen
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 76.953.557 92.583.743
Schuldverschreibungen u. andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 80.997.975 113.033.625
Forderungen an verbundene
Unternehmen
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
Forderungen an Kunden (A 4) 274.871 1.528.636

Wir halten Anteile an Sondervermögen (§ 1 Abs. 10 KAGB) von mehr als 10 % (Bilanzposten A 6).

Anlageziele Buchwert Zeitwert Differenzen Erhaltene Tägliche
(Zeitwert/ Ausschüttungen Rückgabe
Buchwert)
EUR EUR EUR EUR Ja / Nein
Risikodiversifikation 138.616.144 139.215.748 599.604 2.992.985 Nein

Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen teilweise aufgrund Investments in illiquiden Vermögensgegenständen (Anteile an Immobilienfonds und Beteiligungsgesellschaften etc.).

Die Genossenschaft besitzt folgende Beteiligungen an anderen Unternehmen, mit denen ein Konzernverhältnis besteht:

Name und Sitz Anteil am Gesell- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vor-
schaftskapital liegenden Jahresabschlusses
% Jahr EUR Jahr EUR
a) VR-Memmingen Beteiligungs GmbH, Memmingen 100,00 2022 92.627 2022 5.703
b) Windkraft Hoppberg 2 GmbH & Co. KG, Memmingen 60,00 2022 1.205.936 2022 101.539
c) Windkraft Lohberg 2 GmbH & Co. KG, Memmingen 64,63 2022 753.796 2022 84.803
d) VR-Memmingen Energie GmbH, Memmingen 100,00 2022 168.081 2022 380.841
e) VR-Memmingen Erste Verwaltungs GmbH, Aitrach 100,00 2022 31.427 2022 3.575
f) VR-Memmingen Zweite Verwaltungs GmbH, Boos 100,00 2022 31.560 2022 3.581
g) VR-Memmingen 1. Baulandentwick- lungs GmbH & Co. KG, Aitrach 100,00 2022 2.544.178 2022 -4.777
h) VR-Memmingen 2. Baulandentwick- lungs GmbH & Co. KG, Boos 100,00 2022 1.251.376 2022 -8.070
i) VR.FinanzConsult GmbH, Memmingen 55,00 2022 67.321 2022 5.703

Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 290 Abs. 5 HGB i.V.m. § 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Weitere Beteiligungen wurden aufgrund der untergeordneten Bedeutung gem. § 286 Abs. 3 HGB nicht angegeben.

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig börsennotiert nicht börsennotiert nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 200.442.103 186.033.167 14.408.936 154.210.797

In der Wertpapieraufstellung sind die nicht mit dem Niederstwert bewerteten börsenfähigen Wertpapiere besonders gekennzeichnet. Die Abgrenzung erfolgte nach Wertpapiersegment und Ratingeinstufung.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit einem Buchwert (ohne Stückzinsen) von 153.096.870 EUR haben einen niedrigeren beizulegenden Zeitwert von 142.355.045 EUR.

Auf die im Anlagevermögen ausgewiesenen Wertpapiere wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 10.741.825 EUR nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB nicht vorgenommen. Die Wertminderungen werden von uns als voraussichtlich nicht dauerhaft beurteilt, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistung bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind. Des Weiteren besteht Dauerhalteabsicht.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit einem Buchwert von 24.309.939 EUR haben einen niedrigeren beizulegenden Zeitwert von 21.774.513 EUR.

Auf die im Anlagevermögen ausgewiesenen Investmentfondsanteile wurden außerplanmäßige Abschreibungen von 2.535.426 EUR nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB nicht vorgenommen. Die Wertminderung bei diesen Anlagen wird von uns als voraussichtlich nicht dauerhaft beurteilt, da für die in den Fonds enthaltenen festverzinslichen Wertpapiere eine Durchhalteabsicht besteht und die Rückzahlung zum Nennwert erfolgt. Die weitere Zusammensetzung und Risikopositionierung der Fonds lassen auf eine nicht dauerhafte Wertminderung schließen.

Im Bilanzposten 'Treuhandvermögen' (A9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen und für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen handelt es sich um Forderungen an Kunden.

In den Sachanlagen sind enthalten: EUR
- Im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Bauten 37.720.387
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.108.688

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind 112.358 EUR Agiobeträge auf Forderungen (Vorjahr: 140.447 EUR) enthalten.

In folgenden Posten und Unterposten der Aktivseite sind Vermögensgegenstände, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten - Unterposten Geschäftsjahr EUR Vorjahr EUR
A 4 Forderungen an Kunden 4.136 4.972
A 5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 30.929.208 25.895.115

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von 813.638 EUR enthalten.

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 230.930.075 EUR Verbindlichkeiten gegenüber der zuständigen genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

bis drei Monate mehr als drei Mo- mehr als ein Jahr mehr als fünf
nate bis ein Jahr bis fünf Jahre Jahre
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b)
6.119.757 8.501.586 84.071.371 150.481.902
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit
vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2bb)
95.115.017 73.171.773 51.807.290 4.545.277

Die Zinsabgrenzung wurde aus Vereinfachungsgründen dem ersten Restlaufzeitenband zugeordnet.

Im Bilanzposten 'Treuhandverbindlichkeiten' (P4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel ausgewiesen, die wir im eigenen Namen für fremde Rechnung halten. Bei diesen handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Disagiobeträge, die bei der Ausreichung von Forderungen in Abzug gebracht wurden, im Gesamtbetrag von 145.689 EUR (Vorjahr: 189.937 EUR) enthalten.

Angaben zum Posten Nachrangige Verbindlichkeiten:

Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen in Höhe von 200.506 EUR an.

Mittelaufnahmen, die 10 % des Gesamtbetrages der nachrangigen Verbindlichkeiten übersteigen, erfolgten zu folgenden Bedingungen:

Betrag Währung Zinssatz Fälligkeit
Nachrangige Einlage mit fester Laufzeit 5.000.000 EUR 1,15 04.05.2030
Nachrangige Einlage mit fester Laufzeit 2.500.000 EUR 1,45 07.04.2031
Nachrangiges Schuldscheindarlehen 5.000.000 EUR 1,95 22.01.2031

Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung ist ausgeschlossen. Die Nachrangigkeit der Verbindlichkeit ist wie folgt geregelt:

Die aufgeführten Verbindlichkeiten sind im Falle der Insolvenz oder der Liquidation der Bank erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückzuzahlen. Etwaige Ansprüche der nachrangigen Gläubiger sind untereinander gleichrangig.

Für die nachrangigen Verbindlichkeiten gelten die folgenden wesentlichen Bedingungen: Die mit den Gläubigern der nachrangigen Verbindlichkeiten getroffenen Nachrangabreden erfüllen die Voraussetzungen für die Anerkennung als Eigenmittel gemäß Art. 63 CRR. Die Restlaufzeit der nachrangigen Verbindlichkeiten liegt zwischen 2 und 8 Jahren. Die nachrangigen Verbindlichkeiten sind mit Zinssätzen von 0,71 % bis 3,5 % ausgestattet.

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Beteiligungsunternehmen sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
Beteiligungsunternehmen
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 230.930.075 209.982.572
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.011.952 4.293.061

Die unter dem Passivposten Gezeichnetes Kapital ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

Geschäftsguthaben EUR
a) der verbleibenden Mitglieder 21.460.800
b) der ausscheidenden Mitglieder 624.700
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 95.250
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 0

Die Ergebnisrücklagen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage Andere Rücklagen
EUR EUR
Stand 1. Januar 2023 16.500.000 27.121.000
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 0 284.158
- aus Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 100.000 100.000
Stand 31. Dezember 2023 16.600.000 27.505.158

Der Vorstand schlägt vor, den Jahresüberschuss sowie der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vorwegzuweisungen in die gesetzlichen Rücklagen (100.000,00 EUR) und die anderen Ergebnisrücklagen (100.000,00 EUR) wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende auf Geschäftsguthaben von 3,000 % 649.119,29
Zuweisung zu den gesetzlichen Rücklagen 0,00
Zuweisung zu den anderen Ergebnisrücklagen 58.319,83
Insgesamt 707.439,12

In Bezug auf die Gesamttätigkeit der Bank

- sind die folgenden Eventualverbindlichkeiten (Vermerkposten 1 unter dem Bilanzstrich) von wesentlicher Bedeutung:

Art der Eventualverbindlichkeiten EUR
Bürgschaften gegenüber Nichtbanken (7 Kreditnehmer) 16.985.841

- sind die folgenden Anderen Verpflichtungen (Vermerkposten 2 unter dem Bilanzstrich) von wesentlicher Bedeutung:

Art der Verbindlichkeit EUR
unwiderrufliche Kreditzusagen gegenüber Nichtbanken (13 Kreditnehmer) 43.042.612

In den Schulden und Eventualverbindlichkeiten sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von 1.443.840 EUR enthalten.

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag liegt bei 66.363 EUR.

Termingeschäfte und derivative Finanzinstrumente Nichthandelsbestand

Zum Bilanzstichtag bestanden noch nicht abgewickelte Zinsswaps des Nichthandelsbestands mit einem Gesamtvolumen von 26.100.000 EUR (positiver Marktwert 563.560 EUR).

Die Zinsderivate wurden ausschließlich als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossen.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgte bei Zinsswap-Vereinbarungen durch Diskontierung der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme auf den Abschlussstichtag.

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Zur Sicherheit übertragene Gesamtbetrag
Vermögensgegenstände in EUR
1b. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Abtretung von Forderungen bzw. Sicherheiten 111.595.683

II. Gewinn- und Verlustrechnung

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung, die für die Gesamttätigkeit von wesentlicher Bedeutung sind, resultieren insbesondere aus der Vermittlung von Krediten, Immobilien und Versicherungsverträgen.

Wichtige Einzelbeträge, die für die Beurteilung des Jahresabschlusses bzw. der Ertragslage nicht unwesentlich sind, sind enthalten in den Posten:

Sonstige betriebliche Erträge EUR
Mieteinnahmen 694.659
Mehrerlöse aus Anlagenverkäufe - periodenfremd 605.528
Erträge aus der Auflösung von sonstigen Rückstellungen - periodenfremd 194.813
Sonstige betriebliche Aufwendungen EUR
Verluste aus Anlagenverkäufe - periodenfremd 205.155
Vermittlungskosten Vermietungen 148.421
Aufzinsung Pensionsrückstellungen 110.306

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind, soweit nicht vorstehend erläutert, folgende periodenfremde Erträge und Aufwendungen enthalten:

EUR
Zinserträge 317.944


E. Sonstige Angaben

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Im Geschäftsjahr beliefen sich die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats auf 57.666 EUR und der früheren Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene auf 769.664 EUR.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene bestehen zum 31.12.2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von 8.633.782 EUR.

Am Bilanzstichtag betrugen die gewährten Vorschüsse und Kredite sowie die eingegangenen Haftungsverhältnisse für

EUR
Mitglieder des Vorstands 2.847
Mitglieder des Aufsichtsrats 42.138

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten und nicht als Haftungsverhältnisse anzugeben, jedoch für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind bestehen in Form von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. (Garantieverbund) in Höhe von 3.005.060 EUR.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH. Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Die Zahl der im Jahr 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug:

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Kaufmännische Mitarbeiter 93,50 77,50
Gewerbliche Mitarbeiter 3,00 13,25
96,50 90,75

Außerdem wurden durchschnittlich 10,50 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr Anzahl der Anzahl der Ge-
Mitglieder schäftsanteile
Anfang 2023 20.396 409.035
Zugang 2023 478 35.098
Abgang 2023 905 14.917
Ende 2023 19.969 429.216
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 1.009.050
Höhe des Geschäftsanteils EUR 50 Höhe der Haftsumme EUR 0

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Türkenstraße 22 - 24

80333 München

Mitglieder des Vorstands:
René Schinke, Geschäftsleiter, Ressort Marktbereich
Jan Wanner, Geschäftsleiter, Ressort Betriebsbereich (bis 30.09.2023)
Oliver Winter, Geschäftsleiter, Ressort Betriebsbereich (ab 01.12.2023)

Mitglieder des Aufsichtsrats:

Bernhard Kerler (Vorsitzender), Erster Bürgermeister Gemeinde Bad Grönenbach

Thomas Vogt (stv. Vorsitzender), Steuerberater, Partner bei der Steuerkanzlei Ritter Vogt & Lindau

Brigitte Müller, Geschäftsführerin der Müller & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft mbH & Co. KG

Birgit Steinle, angestellte Sozialpädagogin B.A. bei der Regens-Wagner-Stiftung in Lautrach

Georg Paulus, Landwirtschaftsmeister

Wolfgang Zettler, Bauingenieur, Geschäftsführer der Zettler GmbH, Zettler Vermögensverwaltung Beteiligungs-GmbH, Zettler Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG und Transportbetonwerk Aitrach Memmingen GmbH & Co. KG
(bis 28.06.2023)

Maximilian Mai, angestellter Gesundheitsökonom (M.Sc.) am Klinkum Memmingen AöR (ab 28.06.2023)

 

Memmingen, 21. Mai 2024

VR-Bank Memmingen eG

Der Vorstand

gez. Oliver Winter gez. René Schinke

Bestätigungsvermerk des Prüfungsverbandes

An die VR-Bank Memmingen eG, Memmingen

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VR-Bank Memmingen eG (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse - entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und - vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegendie Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EUAPrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs.2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar: 1. Bewertung Kundenforderungen 2. Verlustfreie Bewertung des Bankbuchs Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: a) Sachverhalt und Problemstellung b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse c) Verweis auf weitergehende Informationen

Bewertung Kundenforderungen

a) Sachverhalt und Problemstellung Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 822,9 Mio. EUR. Dies entspricht 61,4 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 70,1 Mio. EUR sowie Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen in Höhe von 25,8 Mio. EUR. Innerhalb des Postens nimmt das gewerbliche Immobilienkreditgeschäft mit dem Branchenschwerpunkt Grundstücks- und Wohnungswesen eine bedeutende Rolle ein.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Wir haben zunächst beurteilt, ob die für die Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozesse der Genossenschaft derart ausgestaltet sind, dass akute Risiken mit hinreichender Sicherheit rechtzeitig erkannt werden und gegebenenfalls eine Risikovorsorge in ausreichendem Umfang gebildet wird. In Folge haben wir uns von der Funktionsfähigkeit der Regelungen bzw. Prozesse überzeugt. Hierbei stellen wir auf die eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft ab. Des Weiteren haben wir umfangreiche analytische Prüfungshandlungen bzw. Datenanalysen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft in Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden u.a. Auswertungen zur Datenqualität bei den Ratings, zu Forbearance-Maßnahmen sowie allgemeinen Auffälligkeiten (z.B. bei den Sicherheiten oder den Konditionen) sowie zu möglicherweise von den wirtschaftlichen Entwicklungen des Geschäftsjahres stark betroffenen Kreditnehmern durchgeführt. Hierauf aufbauend haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen. Bei der Auswahl haben wir insbesondere Kreditengagements berücksichtigt, die von den rückläufigen Konjunkturaussichten, von der die Zins- und der Preisentwicklung (z.B. Energie) und dem damit veränderten Konsumverhalten betroffen sind.

c) Verweis auf weitergehende Informationen Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden enthalten. Darüber hinaus enthält der Lagebericht Ausführungen zu den Kreditstrukturen und Verfahren der Risikoerkennung.

Verlustfreie Bewertung des Bankbuchs

a) Sachverhalt und Problemstellung Mit den Forderungen an Kreditinstitute sowie an Kunden, den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren auf der Aktivseite (insgesamt 1.263,4 Mio. EUR bzw. 94,2 % der Bilanzsumme) und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Kunden und nachrangigen Verbindlichkeiten auf der Passivseite (insgesamt 1.196,7 Mio. EUR bzw. 89,2 % der Bilanzsumme) gehören wesentliche Teile der Bilanz sowie die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate mit einem Nominalwert von 26,1 Mio. EUR zu den Finanzinstrumenten des Bankbuchs der Genossenschaft. Die Finanzinstrumente des Bankbuchs sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Bankbuchs nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n.F. von der Genossenschaft verlustfrei zu bewerten. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und vom Differenzbetrag die Risiko- und Bestandsverwaltungskosten abgezogen. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang ist eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (Drohverlustrückstellung) zu bilden, die unter den anderen Rückstellungen auszuweisen wäre. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Drohverlustrückstellung zu bilden. Der Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen einschließlich der zugrundeliegenden Annahmen und Parameter sind in einem hohen Ausmaß ermessensbehaftet. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass wesentliche Annahmen und Parameter nicht sachgerecht berücksichtigt werden bzw. Ermessenspielräume nicht sachgerecht genutzt werden. Daher waren diese Sachverhalte für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung sowie aus unserer Sicht für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse Im Rahmen unserer Prüfung der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir uns unter anderem mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Parametern sowie der Abgrenzung des Bankbuchs auseinandergesetzt. Schwerpunkt war die Würdigung der Annahmen zur Schätzung der direkt aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs resultierenden Provisionserträge, der zugrundeliegenden Kostenannahmen, insbesondere im Bereich der Verwaltungskosten, der Standard-Risikokosten im Eigen- und Kundengeschäft sowie der zugrundeliegenden Annahmen für Geschäfte mit unbestimmter Zins- bzw. Kapitalbindung. Des Weiteren haben wir die zutreffende Ableitung der laufzeitadäquaten Zinssätze aus Marktdaten nachvollzogen und haben uns von der Kongruenz der verwendeten Methoden, Steuerungsinstrumente und Parameter zur internen Risikosteuerung überzeugt. Das Berechnungsschema der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir anhand der einfließenden wesentlichen Annahmen und Parameter einschließlich der Diskontierung nachvollzogen. Dabei haben wir bestimmte von den gesetzlichen Vertretern angewandte Annahmen und Parameter einer Einzelfallprüfung unterzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen enthält der Anhang im Abschnitt "B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen - wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder - anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus - identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. - gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. - beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethode sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. - ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. - beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. - beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft. - führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht: - Prüfung des Depot- und Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 WpHG

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Tobias Blässing.

 

München, 12. Juni 2024

gez. Walter Friedrich, gez. Tobias Blässing

Genossenschaftsverband Bayern e.V.

Dieser Jahresabschluss wurde gemäß § 48 GenG in der Vertreterversammlung am 26. Juni 2024 festgestellt und die Ergebnisverwendung wie vorgeschlagen beschlossen.

BaFin - Instituts - Nummer: 101499


Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die VR-Bank Memmingen eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgenden Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der VR-Bank Memmingen eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die VR-Bank Memmingen eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 35.876 TEUR.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten zum Jahresende beträgt 151.

Der Gewinn vor Steuern beträgt 8.010 TEUR.

Die Steuern auf Gewinn betragen 2.251 TEUR und betreffen laufende Steuern.

Die VR-Bank Memmingen eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

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