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Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Manuel Sanchez-Bravo seit 8.7.2019 | Prokura |
Janna Mehrle seit 8.7.2019 | Prokura |
Ioan-Alexandru Rosca seit 6.10.2016 | Geschäftsführer |
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Kelvion Finance GmbHBochumKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017
Geschäftsjahr 2017
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| Konzernlagebericht | Grundlagen des Konzerns |
| Wirtschaftsbericht | |
| Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | |
| Erwartete Entwicklungen, Chancen und Risiken | |
| Für die Aufstellung des Konzernabschlusses maßgebliche interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme | |
| Erklärung zur Unternehmensführung | |
| Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten | |
| Konzernabschluss | Konzernbilanz |
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Gesamtergebnisrechnung | |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | |
| Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung | |
| Konzernanhang | Bilanzierendes Unternehmen |
| Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | |
| Finanzrisikomanagement | |
| Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung | |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | |
| Erläuterungen zur Konzernbilanz | |
| Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | |
| Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Rechtsstreitigkeiten | |
| Sonstige Erläuterungen | |
| Ereignisse nach dem Bilanzstichtag | |
| Beteiligungsliste | |
| Gemäß § 264 Abs. 3 HGB befreite Gesellschaften |
Kennzahlen Kelvion-Gruppe
| (in Mio. EUR) | 2017 | 2016 |
| Ertragslage | ||
| Auftragseingang | 798,5 | 814,1 |
| Umsatz | 815,9 | 787,3 |
| Auftragsbestand | 387,6 | 426,7 |
| EBITDA 1 ) | 50,7 | 34,5 |
| in % vom Umsatz | 6,2 | 4,4 |
| Bereinigtes EBITDA 2 ) | 70,0 | 76,4 |
| in % vom Umsatz | 8,6 | 9,7 |
| EBIT | -51,3 | -27,8 |
| in % vom Umsatz | - | - |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -115,5 | -76,6 |
| Vermögenslage | ||
| Bilanzsumme | 996,1 | 1.135,4 |
| Konzern-Eigenkapital | -317,0 | -192,8 |
| in % der Bilanzsumme | -31,8 | -17,0 |
| Working Capital (Stichtag) | 127,4 | 112,0 |
| Finanzlage | ||
| Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -12,1 | 92,2 |
| Free Cash Flow | -5,5 | 77,6 |
| Investitionen | 26,3 | 16,0 |
| Mitarbeiteräquivalente (Stichtag), ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse | 4.319 | 4.504 |
1) Die Finanzkennzahl EBITDA ist in den IFRS nicht definiert. Sie versteht sich als Gewinn vor Zinsen und Steuern ("EBIT") und Abschreibungen.
2) Der bereinigte EBITDA versteht sich als EBITDA nach Eliminierung bestimmter Einmaleffekte.
Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Die Betragsangaben sind kaufmännisch gerundet; in der Addition können sich infolgedessen Abweichungen ergeben.
Grundlagen des Konzerns
Wesentliche Angaben zur Kelvion-Gruppe
Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" oder "Unternehmen" genannt) ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 gegründet. Seine direkte Muttergesellschaft Galapagos BidCo S.à r.l. sowie seine indirekten Muttergesellschaften Galapagos S.A. und Galapagos Holding S.A. (bis 9. Oktober 2019, für Einzelheiten siehe den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag") wurden am 4. April 2014 gegründet; sie sind allesamt Gesellschaften luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Die Gründung sämtlicher vorgenannter Gesellschaften durch verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds erfolgte zu dem Zweck des Erwerbs des Geschäftsbereichs Heat Exchangers (im Folgenden auch "HX-Gruppe" genannt) von der GEA Group. Die Galapagos Holding S.A. (im Folgenden "Galapagos-Konzern" oder "Galapagos-Gruppe" genannt) stellt einen Konzernabschluss nach IFRS auf, in den die Kelvion Finance GmbH und ihre Tochtergesellschaften einbezogen werden.
Am 16. April 2014 haben die Kelvion Finance und die GEA Group den Anteils- und Kaufvertrag über den Erwerb der HX-Gruppe unterzeichnet. Das Closing war am 31. Oktober 2014. Der Geschäftsbereich Heat Exchangers (HX-Gruppe) wurde nach dem Erwerb wirtschaftlich in die Segmente "Kelvion", "DencoHappel" (im Folgenden auch als "DH" bezeichnet) sowie "ENEXIO" aufgegliedert. Jedes dieser Segmente wird durch eine eigene Geschäftsleitung geführt und jeweils durch ein "Shareholder Committee" operativ beraten. Das Segment ENEXIO wurde am 30. Oktober 2019 von der Kelvion-Gruppe übernommen (für Einzelheiten siehe den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").
Die fortgeführte Geschäftstätigkeit des Kelvion-Konzerns umfasst zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des wirtschaftlichen Kelvion Segments.
Nach dem Verkauf der DencoHappel-Gruppe im Jahr 2016 betrieben die Kelvion-Gesellschaften in Ungarn bzw. Indien bisher noch einige kleinere DencoHappel-Geschäfte, die 2018 bzw. 2019 geschlossen worden sind. Innerhalb der fortgeführten Geschäftstätigkeit des rechtlichen Konzerns ist zum 31. Dezember 2017 zudem ein laufendes Großprojekt (= langfristige Auftragsfertigung) bilanziell erfasst, dass wirtschaftlich dem ENEXIO Segment zuzurechnen ist, aber rechtlich über eine südafrikanische Kelvion-Gesellschaft abgewickelt wird.
Am 9. Oktober 2019 hat bei der unmittelbaren Muttergesellschaft der Kelvion-Gruppe, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, ein Gesellschafterwechsel stattgefunden. Seitdem gehört die Kelvion-Gruppe zur neu gegründeten Mangrove Gruppe, Luxemburg (für Einzelheiten siehe den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").
Geschäftsmodell
Wärmetauscher sind in vielen industriellen Anwendungen unverzichtbar. Sie leisten beispielsweise einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der optimalen Betriebstemperatur maschineller Anlagen und beugen so einer Überhitzung und kostspieligen Produktionsausfällen vor.
Die Kelvion-Gruppe besteht aus den vier Geschäftsbereichen Refrigeration Technologies (RT), Machine Cooling Systems (MCS), Project Engineered Solutions (PES) und Plate Heat Exchangers (PHE). Die Geschäftseinheit Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Geschäftseinheit Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Die Geschäftseinheit Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Die Geschäftseinheit Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an gelöteten, vollverschweißten und gedichteten Plattenwärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverage, Oil & Gas, Chemicals und Marine. Alle vier Business Units verfügen über starke Marktpositionen in ihren jeweiligen Märkten. MCS und PHE sind unter den TOP 3, RT unter den Top 5 und PES ist Nischenmarktführer.
Zur globalen Steuerung der Geschäfte der Kelvion Gruppe sind die Märkte einerseits in geografische Regionen und andererseits in Industrien unterteilt. Die geografische Einteilung besteht aus den Regionen West- und Osteuropa, Nord- und Lateinamerika, sowie Asien, Mittlerer Osten und Afrika. Die Industrien unterteilen sich in HVAC (Heizung, Lüftung, Klimatechnik), Öl und Gas, Energie, Chemie sowie Marine, Speisen- und Getränke und sonstige Industrien.
Die Kelvion-Gruppe deckt die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über Herstellung, Verkauf und Kundendienst bis hin zur Ersatzteilversorgung ab.
Strategie und Ziele
Die Kelvion-Gruppe stützt sich bei ihrer auf nachhaltiges und profitables Wachstum ausgerichteten Strategie auf eine Kombination aus Technikführerschaft, globalem Fertigungs- und Vertriebsnetz und breitem Produktportfolio.
Zentral gesteuerte Optimierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Kelvion-Gruppe in einem herausfordernden und dynamischen Marktumfeld erhöhen. Das Gesamtziel ist es, in den nächsten Jahren profitables und nachhaltiges Wachstum zu generieren und schließlich die Wertschöpfung für die Kelvion-Gruppe zu maximieren.
Das Unternehmen stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit durch Produkt-Neuentwicklungen, Optimierungsprojekte, die Reorganisation des Fertigungsverbundes, Wachstumsinitiativen und gezielte operative Restrukturierungsmaßnahmen. Diese Programme, die von der Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe gesteuert werden, zielen darauf ab, die Segmente an die anspruchsvollen und dynamischen Marktentwicklungen anzupassen.
Die regionale Organisation von Kelvion umfasst Frontline Sales Teams, die die internationale Expansion vorantreiben. Dazu werden die Vertriebsaktivitäten der Einzelgesellschaften zusammengeführt und global koordiniert. Beispielhaft sei hier die Vertriebsgesellschaft Kelvion Germany GmbH für Deutschland, Österreich und die Schweiz genannt, welche ausschließlich diese Vertriebsregion abdeckt und in welche die Vertriebsorganisationen der deutschen Kelvion Gesellschaften integriert wurden. Diese Vertriebsgesellschaft wickelt den kompletten regionalen Vertriebsprozess für das vollständige Kelvion Produkt-Portfolio ab. Frontline Sales wird von Application Engineering Teams unterstützt, die auf die definierten Industriemärkte spezialisiert sind und Support und Anwendungsexpertise mit einem starken Fokus auf Großkunden und Branchen anbieten. Diese Aufstellung ermöglicht es, die Vorteile einer lokalen Präsenz am Markt, wie den engen Kontakt zu den Kunden, die Kenntnis lokaler Gegebenheiten und technischer Spezifikationen, mit den Vorteilen einer zentralen Bündelung von spezifischem Marktsegment- und Anwendungs-Know-how zu kombinieren. Dadurch sind die Vertriebsteams in der Lage, das Produktangebot auch auf regionale "White Spots" (Marktgebiete, in denen Kelvion nicht oder nicht ausreichend vertreten ist) auszuweiten. Die Application Engineers mit ihrem branchenspezifischen Fokus optimieren kontinuierlich die Geschäftsprozesse, wie z.B. die Koordination der Key Accounts, die technische Prozessentwicklung, sowie die Unterstützung bei Projektaufträgen etc. und arbeiten auch Hand in Hand mit den Geschäftsbereichen.
Die Geschäftsbereiche Plate Heat Exchangers, Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems und Project Engineered Solutions sind für die Fertigung und das Produktlinienmanagement (z.B. Ladeluftkühler, Radiatoren usw.), die Optimierung des Fertigungsverbundes sowie für die gezielte Kosten- und Durchlaufzeitreduzierung durch Konsolidierung, Standardisierung und Modularisierung der verschiedenen Produktlinien verantwortlich. In enger Zusammenarbeit mit den Frontline Sales- und Application Engineering-Teams treiben die Geschäftsbereiche auch die Entwicklung innovativer Produkte voran.
Im Jahr 2017 wurden die Maßnahmen zur Reorganisation des Fertigungsverbundes fortgesetzt, um die Herstellung von Produkten verschiedener Produktlinien zu bündeln und gleichzeitig von Hochkostenländern zu kostengünstigeren Produktionsstandorten zu verlagern.
Ebenso wurde die Kelvion Service Strategie, die insbesondere auf eine Weiterentwicklung der Serviceorganisation sowie die Ausweitung der angebotenen Serviceleistungen abzielt, weiter umgesetzt und in Deutschland als auch in Brasilien neue Servicezentren eingerichtet. Für die Zukunft ist die Eröffnung mehrerer weiterer Servicecenter in Europa und China geplant.
Das übergeordnete Ziel ist es, Kelvion von einer multiregionalen Gruppe mit relativ hoher organisatorischer Fragmentierung und heterogener Marktbearbeitung in einen globalen Marktführer mit einer professionellen und agilen Organisation und optimierten Prozessen zu überführen.
Entwicklung innovativer Produkte
Die Kelvion-Gruppe verfügt über eines der breitesten Produktangebote auf dem Markt für Wärmetauscher und eine starke Pipeline von Produktinnovationen, um zukünftige Marktanforderungen zu erfüllen. Der Konzern wird das Geschäft auf der Grundlage eines starken Produktportfolios und einer langjährigen Innovationstradition mit vielen anerkannten Marken weiter ausbauen. Um die Technologieführerschaft zu erhalten, ist die Kelvion-Gruppe bestrebt, die gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit Kunden und Forschungseinrichtungen fortzusetzen.
Betriebliche Optimierung
Die Kelvion-Gruppe sieht weiteres Potenzial für innerbetriebliche Verbesserungen. Dabei soll der Schwerpunkt zunächst weiter auf Kostensenkungen in Fertigung und Verwaltung liegen. Die vorhandene Produktionskapazität und die neuausgerichtete Verkaufsorganisation bieten ferner ausreichend Spielraum für weiteres Wachstum sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern.
Forschung und Entwicklung
Als Hersteller von Spezialerzeugnissen und kundenspezifischen Produkten betrachtet die Kelvion-Gruppe eine weiterhin starke Gewichtung ihrer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit als unabdingbar für die nachhaltige Sicherung ihrer Rentabilität. Auch wenn das Innovationstempo in der Wärmetauscherindustrie niedriger ist als in manch anderer Branche, wendet der Konzern erhebliche Mittel für die Entwicklung neuer Produkte und Werkstoffe auf.
Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Kelvion-Gruppe ist in den Geschäftsbereichen angesiedelt. Sie orientiert sich am erwarteten Kundenbedarf und hat im Wesentlichen innovative Produkte und neue Werkstoffe sowie Neuerungen in Fertigungs-, Verbindungs- und Robotertechnik zum Gegenstand. Dabei arbeitet die Kelvion-Gruppe sowohl mit ihren Kunden als auch mit über 60 Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Darunter befinden sich so namhafte Partner wie die Fraunhofer-Gesellschaft in Deutschland, die Stellenbosch Universität in Südafrika und die staatliche Technologieforschungseinrichtung CEA (Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives) in Frankreich. Diese Partner führen für den Konzern Grundlagen- und Anwendungsforschung beispielsweise in der Thermodynamik durch.
Unser Horizont-2020-Projekt "MinWaterCSP", das im Januar 2016 gestartet wurde, verläuft weiterhin erfolgreich. Das MinWaterCSP Projekt wird durch ein Konsortium von zwölf Partnerunternehmen aus sechs unterschiedlichen EU- und Nicht-EU Ländern durchgeführt, wobei die Kelvion Holding GmbH (Deutschland) das Projekt koordiniert. Die Kelvion-Gruppe profitiert von einer europäischen Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen EUR. Diese Mittel werden zur Entwicklung weiterer Kompetenzen im Bereich Trocken- und Nasskühlsysteme, Axialventilatoren, Wärmeleistung sowie zur Optimierung von Software und weiteren Wärmetauscher-Technologien eingesetzt. Das Projekt hat eine Laufzeit von ca. drei Jahren.
System der Geschäftsführung
Führungsstruktur
Die Geschäftsleitung der Kelvion-Gruppe ist für die strategische Ausrichtung und den Geschäftsbetrieb zuständig. Der Gesellschafterbeirat setzt sich aus Vertretern der Anteilseigner der Kelvion-Gruppe und externen Fachleuten zusammen, überwacht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und unterstützt die Geschäftsleitung bei der Entwicklung von Strategien. Der Gesellschafterbeirat tritt regelmäßig zu Sitzungen mit der Geschäftsführung der Kelvion-Gruppe zusammen.
Informationsgrundlage
Die Erstellung von Konzernabschlüssen und Berichten der Kelvion-Gruppe erfolgt unter Anwendung allgemeiner Grundsätze, die dem Konzernbedarf entsprechend modifiziert und kontinuierlich optimiert werden. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wird auf der Grundlage einer konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinie dargestellt. Hinzu kommen Sonderanalysen sowie einzelne Unternehmen und strategische Maßnahmen betreffende Analysen und Berichte. Für die betriebliche Planung - sie umfasst das Budget für das laufende Jahr und drei weitere Jahre - und die Risikoberichterstattung kommt das gleiche Berichts- und Konsolidierungssystem zur Anwendung wie für die Zahlen der externen Berichterstattung.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Geschäftsjahr 2017
Als weltweit tätiges Maschinenbauunternehmen betrachtet die Kelvion-Gruppe die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in den verschiedenen Regionen der Erde und auch die Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) über das globale Wachstum als Maßstab für die eigene Entwicklung. Das Wachstum der Kelvion-Gruppe soll über dem der Weltwirtschaft liegen. Laut IWF betrug das globale Wachstum 2017 3,7 Prozent - das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als 2016 (IWF, Oktober 2018).
Das globale Wachstum 2017 von 3,7 Prozent übertraf die vom IWF Anfang 2017 abgegebene Prognose von 3,4 Prozent. Nach Angaben des IWF handelte es sich um eine Belebung der weltweiten Produktion auf breiter Front. Das Wachstum in den Industrieländern stieg von 1,7 Prozent im Jahr 2016 auf 2,3 Prozent im Jahr 2017. In den Schwellen- und Entwicklungsländern stieg das Wachstum von 4,4 Prozent im Jahr 2016 auf 4,7 Prozent im Jahr 2017.
Bei den Rohstoffen haben sich die Rohölpreise in der zweiten Jahreshälfte 2017 erholt, nachdem sie in den ersten sechs Monaten des Jahres gesunken waren. Zwischen August 2017 und Mitte Dezember 2017 stieg der Ölpreis um rund 20 Prozent auf über 60 US-Dollar pro Barrel, unterstützt durch die sich verbessernden globalen Wachstumsaussichten, Unwetter in den Vereinigten Staaten, die Verlängerung des OPEC-Abkommens zur Begrenzung der Ölförderung und geopolitische Spannungen im Nahen Osten.
Entwicklung auf Schlüsselmärkten
Nach dem Abschwung des Wärmetauschermarktes im Jahr 2016, der vor allem auf ein Überangebot an Seefrachtkapazitäten, geringere Investitionen in der chemischen Industrie, eine zunehmende Umstellung der Stromerzeugungsmethoden von thermischen auf erneuerbare Energien sowie eher niedrige Öl-, Kohle- und Erzpreise zurückzuführen war, wurden für 2017 moderate Verbesserungen in diesen Bereichen erwartet. Während die globale Nachfrage in den meisten Branchen, die 2016 schrumpften, ihren Tiefpunkt durchschritten hat und in bestimmten Regionen wieder auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt ist, blieb die Entwicklung im Jahr 2017 in Teilbereichen unbeständig und ohne klaren Trend für die Zukunft.
Die Marktentwicklung für die Bereiche Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung, HLK (Heizung, Lüftung und Klimatisierung) und Kälte war in den letzten Jahren eher positiv und die Aussichten sind ähnlich. Alle profitieren von einer globalen Urbanisierung und dem Trend zu Convenience Food. Auch die Nachfrage nach Kühltechnik für Rechenzentren steigt aufgrund des Trends zu Big Data und Cloud-Lösungen. Der Markt für langlebige Wärmetauscher, die sich durch einen geringeren Wartungsaufwand in Kombination mit speziellen Designs und einer hohen Wärmeübertragungsleistung auszeichnen, wächst mit der steigenden Nachfrage nach energieeffizienten HLK- und Kältetechnikprodukten erheblich.
Europa ist der größte Markt für Wärmetauscher weltweit. Die Nachfrage nach Wärmetauschern in Europa basiert auf dem steigenden Bedarf nach Energie, der insbesondere zu einer steigenden Nachfrage nach technologisch fortschrittlichen Wärmetauschern führt. Daher wird für den europäischen Wärmetauschermarkt ein moderates Wachstum erwartet.
Nordamerika, als zweitgrößter Markt für Wärmetauscher, verzeichnet ein moderates Wachstum, basierend auf einer kontinuierlich wachsenden Anzahl von Endverbraucherindustrien, z.B. Chemie und Petrochemie, HVAC und Kältetechnik.
In den Schwellenregionen, wie z.B. Asien-Pazifik, Indien oder im Nahen Osten, werden etwas höhere Wachstumsraten als in den reiferen Märkten, wie in den USA, Italien und Deutschland erwartet.
Der Wärmetauschermarkt unterliegt einem hohen Wettbewerb. Global aufgestellte Unternehmen stehen auf den lokalen Märkten auch mit einer Anzahl an kleineren Anbietern im Wettbewerb. Die Marktteilnehmer haben verschiedene Strategien entwickelt, um zu expandieren. Organische Wachstumsstrategien wie Expansion oder neue Produkteinführungen sowie Wachstumsstrategien durch Kooperationen und Joint Ventures sind in der Industrie weit verbreitet.
Geschäftsverlauf
Nachdem das Jahr 2016 für den Kelvion Konzern in den meisten Regionen durch Umsatzrückgänge, bedingt durch eine Verunsicherung unserer Kunden bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, geprägt war, hat sich der Auftragseingang bei Kelvion 2017 stabilisiert. Alle Branchen - mit Ausnahme von Öl und Gas - erreichen das gleiche oder ein höheres Niveau im Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der langsamen Erholung des Öl- und Gaspreises von einem niedrigem Ausgangsniveau blieb dieser Sektor auch 2017 ein Käufermarkt, der durch hohe Schwankungen sowie ungünstige Zahlungsbedingungen und Preisniveaus, insbesondere für das Projektgeschäft, gekennzeichnet war. Die Entwicklung der verschiedenen Regionen war heterogen und hing weitgehend von der Fähigkeit ab, große Projektaufträge zu sichern. Während der Auftragseingang für die beiden größten Kelvion-Märkte - Westeuropa und Asien-Pazifik - und auch Afrika gewachsen ist, sind die Rückgänge in Osteuropa, Nahost und Lateinamerika eng mit den Engpässen in der Öl- & Gas-Industrie verbunden. Der Umsatz von Kelvion stieg aufgrund der guten Fortschritte einiger größerer Projekte sowie des moderat wachsenden westeuropäischen Marktes, der das niedrigere Niveau in Nordamerika und den anhaltend schwachen Öl- und Gasmarkt in Lateinamerika ausgleichen konnte.
Going-Concern
Für das Geschäftsjahr 2020 sind weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u. a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft. Der Kelvion Teilkonzern wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen.
Mit dem Wechsel der mittelbaren Gesellschafter, der Gründung der Mangrove-Gruppe und der hiermit verbundenen Refinanzierung der Mangrove-Gruppe und damit auch der Kelvion-Gruppe ist das Fortbestehen und insbesondere die kurz-, mittel- und langfristige Liquidität des Konzerns gesichert. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung in Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Ertragslage
Auftragseingang und Auftragsbestand
Kelvion hat 2017 einen Auftragseingang von 798,5 Millionen EUR erzielt, der damit 1,9 Prozent unter dem des Vorjahres (814,1 Millionen EUR) lag. Dieser Rückgang ist auf einen außergewöhnlich großen Auftrag im Jahr 2016 im Bereich Öl und Gas zurückzuführen, da ein Projekt in dieser Größenordnung im Jahr 2017 nicht gewonnen werden konnte. Ohne diesen Großauftrag hätte der Auftragseingang 2017 von Kelvion 2,1 Prozent über dem des Vorjahres gelegen.
Der Auftragsbestand von Kelvion hat sich von 426,7 Millionen EUR Ende 2016 auf 387,6 Millionen EUR Ende 2017 vermindert (-9,2 Prozent). Die hauptsächlichen Gründe waren hierfür der im Vergleich zum Umsatz um 1,9 Millionen niedrigere Auftragseingang sowie Wechselkurseffekte.
Auftragseingang nach Industrien 2017 (in Millionen EUR)
Alle Branchen - mit Ausnahme von Oil & Gas und Food & Beverages - weisen 2017 im Vergleich zum Vorjahr den gleichen oder einen höheren Auftragseingang auf. Im Jahr 2017 blieb HVAC & Refrigeration die wichtigste Branche für Kelvion, gefolgt von Power.
Der Auftragseingang in der Sparte HVAC & Refrigeration, an dem Westeuropa traditionell einen großen Anteil hat, stieg um 3,8 Prozent. Wachstumsbereiche waren vor allem Osteuropa, Westeuropa und auch der Mittlere Osten, wo größere Aufträge im Bereich HVAC in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbucht wurden. In Nord- und Lateinamerika war der Auftragseingang im Vergleich zu 2016 rückläufig.
Der Auftragseingang bei Power blieb nahezu auf dem gleichen Niveau, während die Entwicklung in den verschiedenen Regionen unterschiedlich verlief. Größere Serviceaufträge für die Modernisierung mehrerer Kraftwerke wurden in Südafrika verbucht und trugen ebenfalls zum Anstieg des Gesamtauftragseingangs um 32,9 Prozent in Afrika bei. Nach dem Gewinn eines größeren Power-Projektes im dritten Quartal 2017 lag auch Westeuropa über dem Niveau des Vorjahrs. In Nahost und Nordamerika waren niedrigere Werte zu verzeichnen.
Der Bereich Oil & Gas, der typischerweise durch einen hohen Anteil am Projektgeschäft gekennzeichnet ist, erwies sich auch in 2017 als volatil, insbesondere im Downstream-Segment, bei Raffinerien und der Petrochemie. Auch wurden 2017 mehrere LNG-Projekte (Liquefied Natural Gas - verflüssigtes Erdgas), vor allem in Nordamerika und Asien, eingefroren, bei denen man einen Start in 2017 erwartet hatte. Der Auftragseingang blieb um 25,7 Prozent hinter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zurück. Ein wesentlicher Grund für die Abweichung ist auch, wie bereits oben erwähnt, dass 2016 ein außergewöhnlich großer Oil & Gas Auftrag gewonnen wurde und dieses in 2017 nicht wiederholt werden konnte. Darüber hinaus verfolgt Kelvion seit dem zweiten Quartal 2017 einen selektiveren Ansatz bei der Annahme neuer Projekte. Dies erfolgte vor dem Hintergrund des in 2017 ungünstigen Margenniveaus und Zahlungsbedingungen in dieser Branche. Lediglich in der Region Asien-Pazifik wurde der Auftragseingang von 2016 übertroffen, da einige Raffinerieprojekte in China verbucht wurden. Während Nordamerika in 2017 das Vorjahresniveau erreichte, erzielten die übrigen Regionen einen niedrigeren Auftragseingang, mit den größten absoluten Abweichungen in Osteuropa, Westeuropa und dem Mittleren Osten. Von dieser schwachen Marktentwicklung waren insbesondere die Märkte betroffen, in denen die Investitionen in zunehmendem Maße hätten erfolgen müssen, wie zum Beispiel Russland, wo aber viele Modernisierungsprojekte im öffentlichen und privaten Ölsektor im Wartezustand sind. Aber auch die reiferen Märkte in Westeuropa und dem Mittleren Osten waren von dieser Entwicklung betroffen.
Der Bereich Other Industries umfasst Wärmetauscher für verschiedene Sektoren der Schwer- und Leichtindustrie (z.B. Stahlwerke, Bergbau, Transport, Zellstoff und Papier). Dieser Bereich wuchs um 21,0 Prozent, vor allem in Nordamerika, Westeuropa und auch in Afrika, wo ein größerer Plattenwärmetauscher-Auftrag der südafrikanischen Bergbauindustrie gewonnen werden konnte.
Chemicals stieg um 26,4 Prozent. Alle Regionen mit Ausnahme von Nordamerika und Afrika trugen hier zum Anstieg bei. Größere Chemieaufträge gingen beispielsweise in Osteuropa und im asiatisch-pazifischen Raum ein und trugen dazu bei, die beschriebenen Defizite in diesen Regionen bei Oil & Gas zumindest teilweise auszugleichen.
Die Marine-Industrie, die nach wie vor unter erheblichen Überkapazitäten leidet, verharrte 2016 auf einem niedrigen Niveau. Im Jahr 2017 wurden erste Anzeichen einer Erholung im Schiffbau beobachtet, insbesondere im Gas- und Handelsmarkt. Dennoch schränkten anhaltende Überkapazitäten weitere Neubauinvestitionen ein. Leicht erholte Öl- und Gaspreise führten zu einer Belebung der Nachfrage für Schiffe für die Offshore-Industrie. Die Aufträge für Kreuzfahrtschiffe blieben 2017 auf hohem Niveau. Der Auftragseingang im Bereich Marine erhöhte sich 2017 um 3,4 Prozent.
Mit einer Abweichung von -0,2 Prozent blieb Food & Beverage im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nahezu auf gleichem Niveau. Westeuropa zeigte ein leichtes Wachstum, während Asien-Pazifik rückläufig war.
Auftragseingang nach Regionen 2017 (in Millionen EUR)
Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse von Kelvion haben sich 2017 im Vergleich zu 2016 um 3,6 Prozent auf 815,9 Millionen EUR erhöht.
Umsatzerlöse nach Industrien 2017 (in Millionen EUR)
Der größte Teil des Umsatzes entfiel auf die Bereiche HVAC & Refrigeration, Oil & Gas und Power.
Der Umsatz in der Sparte HVAC & Refrigeration stieg entsprechend dem steigenden Auftragseingang um 1,2 Prozent, getragen von den Regionen Mittlerer Osten und Osteuropa.
Aufgrund der typischerweise längeren Ausführungszeit des Oil & Gas Projektgeschäfts und des relativ hohen Auftragsbestands zu Jahresbeginn fiel der Umsatzrückgang hier mit 5,9 Prozent geringer aus als der Rückgang des Auftragseingangs um 25,7 Prozent. Die stärksten Rückgänge gab es in Nordamerika und insbesondere in Lateinamerika, wo unsere Aktivitäten in Brasilien von der politischen Situation und dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld beeinflusst wurden. Dies spiegelt sich auch im niedrigen Gesamtabsatz Lateinamerikas wider, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48,2 Prozent zurückging. Trotz des niedrigeren Auftragseingangs 2017 in Osteuropa & GUS und im Mittleren Osten können diese Regionen vom höheren Auftragsbestand Ende 2016 umsatzmäßig profitieren.
Der Umsatz im Power-Sektor stieg um 4,0 Prozent. Die Zuwächse in Afrika, Asien-Pazifik, Osteuropa und dem Mittleren Osten konnten die niedrigeren Niveaus in den anderen Regionen einschließlich Nordamerika, das den größten Rückgang darstellt, überkompensieren.
Other Industries stieg um 8,8 Prozent, was vor allem auf höhere Werte in Nordamerika und Westeuropa zurückzuführen ist. Hier entwickelten sich die Umsätze in Lateinamerika rückläufig.
Chemicals stieg um 48,7 Prozent, was durch Zuwächse in allen Regionen getrieben wurde, insbesondere in Westeuropa, Osteuropa und Nordamerika. Lediglich die Umsätze in Asien-Pazifik und Afrika waren leicht rückläufig. Das starke zweite Halbjahr 2017 trug wesentlich zum Anstieg bei.
Höhere Umsätze im vierten Quartal 2017 halfen Marine, den Umsatz von 2016 fast zu erreichen (-0,8 Prozent). Im Vergleich zu den Vorjahren liegt das Umsatzniveau auf einem niedrigen Niveau, was auf die Branchenschwäche zurückzuführen ist, die auch stark mit dem Abschwung in der Region Asien-Pazifik verbunden ist. Im Jahr 2017 lagen die Umsätze in der Region Asien-Pazifik unter und in Westeuropa über dem Vorjahresniveau.
Nach einem schwachen Start zu Beginn des Jahres 2017 stieg der Umsatz im Bereich Food & Beverage im Laufe des Jahres kontinuierlich an. Zum Jahresende war die Lücke zu 2016 fast geschlossen (-0,4 Prozent). Höhere Umsätze in der Region Asien-Pazifik trugen dazu bei, Abweichungen im größten Markt Westeuropa auszugleichen, wo der höhere Auftragsbestand noch nicht in höhere Umsätze umgesetzt wurde.
Umsatzerlöse nach Regionen 2017 (in Millionen EUR)
| (in Mio. EUR) | 2017 | 2016 |
| Umsatzerlöse | 815,9 | 787,3 |
| Umsatzkosten | -709,9 | -635,7 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 106,0 | 151,6 |
| Vertriebskosten | -89,2 | -93,4 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -9,1 | -9,5 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -72,1 | -85,1 |
| Sonstige Erträge | 51,0 | 58,0 |
| Sonstige Aufwendungen | -37,8 | -49,2 |
| Sonstige Finanzaufwendungen | 0 | -0,2 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -51,2 | -27,8 |
| Zinserträge | 8,7 | 9,9 |
| Zinsaufwendungen | -62,5 | -61,4 |
| Verlust vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -105,0 | -79,3 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -10,5 | 2,7 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -115,5 | -76,6 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 0 | -0,5 |
| Konzernverlust | -115,5 | -77,1 |
| davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH | -115,6 | -77,1 |
| davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 0,1 | 0,0 |
Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 151,6 Millionen EUR im Jahr 2016 auf 106,0 Millionen EUR im Jahr 2017 gesunken. Diese Entwicklung ist insbesondere durch die in den Umsatzkosten erfassten Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 44,8 Millionen EUR begründet. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist von 19,3 % in 2016 auf 13,0 % in 2017 gesunken.
Die Vertriebskosten in Höhe von 89,2 Millionen EUR (2016: 93,4 Millionen EUR) umfassen im Wesentlichen die Personalaufwendungen im Zusammenhang mit der Vertriebsorganisation sowie die planmäßigen Abschreibungen auf Marken. Der Rückgang der Vertriebskosten in Höhe von 4,2 Millionen EUR resultiert im Wesentlichen aus geringeren Abschreibungen (-6,5 Millionen EUR). Gegenläufig wirkt sich der Anstieg der Personalkosten aus (4,9 Millionen EUR), der durch den Aufbau einer einheitlichen, weltweiten Vertriebsstruktur bedingt ist.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung liegen bei 9,1 Millionen EUR und sind auf dem Niveau des Vorjahres (2016: 9,5 Millionen EUR). Die nahezu gleichbleibenden Aufwendungen unterstreichen die weiterhin starke Gewichtung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit für die nachhaltige Sicherung der Rentabilität.
Die allgemeinen Verwaltungskosten sind von 85,1 Millionen EUR auf 72,1 Millionen EUR deutlich gesunken (15,3 Prozent). Die Einsparungen resultieren insbesondere aus geringeren Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen (-6,2 Millionen EUR), gesunkenen Kosten für externes Personal (-3,9 Millionen EUR) und rückläufigen Beraterkosten (- 1,5 Millionen EUR).
Die sonstigen Erträge in Höhe von 51,0 Millionen EUR (2016: 58,0 Millionen EUR) beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 22,5 Millionen EUR (2016: 25,3 Millionen EUR), Erträge aus dem Abgang langfristiger Vermögensgegenstände in Höhe von 9,9 Millionen EUR (2016: 12,7 Millionen EUR) und Gewinne aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 5,8 Millionen EUR (2016: 10,9 Millionen EUR).
Die sonstigen Aufwendungen in Höhe von 37,8 Millionen EUR (2016: 49,2 Millionen EUR) beinhalten im Geschäftsjahr 2017 im Wesentlichen Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen in Höhe von 22,5 Millionen EUR (2016: 25,6 Millionen EUR) sowie Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten in Höhe von 8,1 Millionen EUR (2016: 8,4 Millionen EUR) und Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2,9 Millionen EUR (2016: 12,7 Millionen EUR).
Die Zinsaufwendungen (2017: 62,5 Millionen EUR / 2016: 61,4 Millionen EUR) stellen im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten dar.
Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen liegt mit -115,5 Millionen EUR im Geschäftsjahr 2017 um 38,9 Millionen EUR unterhalb des Vorjahres. Die operativen Verbesserungen im Geschäftsjahr 2017 bei den Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungs- und den Allgemeinen Verwaltungskosten sowie den sonstigen Aufwendungen in Höhe von 29 Millionen EUR werden durch die Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert (44,8 Millionen EUR) überkompensiert.
Beschäftigte * nach Regionen
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||
| Westeuropa | 2.256 | 52,2% | 2.308 | 51,3% |
| Asien/Pazifik | 772 | 17,9% | 923 | 20,5% |
| Osteuropa | 713 | 16,5% | 601 | 13,4% |
| Nord- und Lateinamerika | 460 | 10,7% | 551 | 12,2% |
| Afrika | 60 | 1,4% | 83 | 1,8% |
| Naher Osten | 58 | 1,3% | 38 | 0,8% |
| Summe | 4.319 | 100,0% | 4.504 | 100,0% |
* Mitarbeiteräquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse
Die zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter der Kelvion-Gruppe sind mehrheitlich in Westeuropa (2.256 Beschäftigte) und dort vorwiegend in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden tätig. In Deutschland üben die meisten Beschäftigten Produktions- und Verkaufstätigkeiten aus. Die Verminderung der Mitarbeiteranzahl in Westeuropa ist im Wesentlichen auf Kapazitätsanpassungen zurückzuführen.
Das Personal in der Region Asien-Pazifik ist überwiegend an Produktionsstandorten in China (556 Mitarbeiter) und Indien (182 Mitarbeiter) beschäftigt. Der Rückgang der Mitarbeiter in dieser Region um 16,4% ist vor allem durch den Personalabbau in China begründet.
Die 713 Beschäftigten in Osteuropa/GUS arbeiten überwiegend in Produktionsstätten in Polen und der Tschechischen Republik.
Die Mitarbeiter in Nord- und Lateinamerika teilen sich auf die Länder USA (320 Mitarbeiter) und Brasilien (140 Mitarbeiter) auf.
Überleitung von EBIT auf EBITDA und bereinigtes EBITDA
| 2017
(in Mio. EUR) |
Kelvion Gruppe |
| EBIT | -51,3 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 101,9 |
| EBITDA | 50,7 |
| Bereinigungen | 19,3 |
| Bereinigtes EBITDA | 70,0 |
| Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse | 8,6 |
|
2016
(in Mio. EUR) |
Kelvion Gruppe |
| EBIT | -27,8 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 62,3 |
| EBITDA | 34,5 |
| Bereinigungen | 41,9 |
| Bereinigtes EBITDA | 76,4 |
| Bereinigtes EBITDA in % der Umsatzerlöse | 9,7 |
Die Bereinigungen in Höhe von 19,3 Millionen EUR beinhalten Erträge (-) und Aufwendungen (+), die nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzurechnen sind und/oder nicht wiederkehrende Ereignisse darstellen. Die darin enthaltenen Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen betragen 7,8 Millionen EUR und umfassen im Wesentlichen Rückstellungen im Zusammenhang mit den eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen und den damit verbundenen Abfindungsleistungen, sowie Aufwendungen und Erträge aus der Veräußerung von nicht mehr benötigten Grundstücken. Des Weiteren umfassen die Bereinigungen maßgeblich außerordentliche Wertminderungen von Forderungen und Vorräten (8,7 Millionen EUR), Beratungsaufwendungen zur weiteren Verbesserung der Unternehmensleistung (3,8 Million EUR) sowie Wechselkursgewinne (-2,4 Millionen EUR).
Finanzlage
Eigenkapitalstruktur
Das Stammkapital der Kelvion Finance beträgt unverändert zum Vorjahr 25.000 EUR. Die Kapitalrücklage in Höhe von 62,5 Millionen EUR wurde in Barmitteln eingezahlt und besteht ebenfalls unverändert zum Vorjahr. Durch die Ausübung des Wahlrechts zur Buchwertfortführung aus den Unternehmenserwerben in 2016 wurde die Differenz zwischen den zu Buchwerten übernommen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis in Höhe von 10,9 Millionen EUR erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung erfasst. Die Gewinnrücklagen und der Bilanzverlust sind im Wesentlichen aufgrund des Jahresfehlbetrages in Höhe von 115,6 Millionen EUR von -248,5 Millionen EUR auf -364,3 Millionen EUR gesunken. Die Veränderung des sonstigen Konzernergebnisses von 2,4 Millionen EUR auf - 6,0 Millionen EUR ist maßgeblich durch Währungsumrechnungsdifferenzen geprägt.
Fremdfinanzierung
Zur Begleichung des Kaufpreises für die HX-Gruppe in Höhe von 1.059 Millionen EUR schloss Kelvion Finance mit seiner direkten Muttergesellschaft (Galapagos BidCo) einen Vertrag über ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von ursprünglich 1.004,5 Millionen EUR ab (einschließlich der bereits in 2014 zurückgezahlten Aufstockungsbeträge). Das Gesellschafterdarlehen ist in vier Tranchen aufgeteilt. Die einzelnen Tranchen (A bis D) folgen aus den Bedingungen der von den indirekten Muttergesellschaften zur Finanzierung der Transaktion emittierten Fremdfinanzierungsinstrumente. Im Rahmen der Abspaltung der DencoHappel GmbH von der Kelvion Finance GmbH auf die DencoHappel Holding GmbH wurden die einzelnen Tranchen der Gesellschafterdarlehen anteilig in Höhe von insgesamt 295,4 Millionen EUR übertragen. Die bilanzierten Gesellschafterdarlehen betrugen zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2015 insgesamt 685,5 Millionen EUR (nach Abzug der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten).
Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich hat die Galapagos BidCo die Gesellschafterdarlehen im Geschäftsjahr 2016 um 58,4 Millionen EUR erhöht. Gegenläufig wirkt sich die Rückführung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 40,9 Millionen EUR aus, sodass zum Ende des Geschäftsjahres 2016 die Gesellschafterdarlehen 706,8 Millionen EUR betragen haben. Nach Abzug der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 3,8 Millionen EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2016 ein Gesamtbestand an Gesellschafterdarlehen in Höhe von 703,1 Millionen EUR.
Im Geschäftsjahr 2017 wurde das Gesellschafterdarlehen um weitere 9,2 Millionen EUR reduziert. Nach Hinzurechnung der mittels Effektivzinsmethode bewerteten Transaktionskosten in Höhe von 724 tausend EUR und der nicht zahlungswirksamen Zinsen für das Gesellschafterdarlehen Tranche D in Höhe von 43,8 Millionen EUR ergibt sich zum 31. Dezember 2017 ein Gesamtbestand an langfristigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 738,4 Millionen EUR.
Da sich der Verschuldungsgrad im Vergleich zur Finanzstruktur der HX-Gruppe vor der Akquisition erhöht hat, hat sich das Finanzierungsrisiko zum Bilanzstichtag erhöht. Hinsichtlich der zum 9. Oktober 2019 erfolgten finanziellen Restrukturierung verweisen wir auf unsere Ausführungen im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".
Vermögenslage
Langfristige Vermögenswerte
Das Anlagevermögen besteht im Wesentlichen aus dem Geschäfts- oder Firmenwert, sonstigen immaterielle Vermögenswerten und Sachanlagen. Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Akquisition der HX-Gruppe durch die Kelvion Finance. Der Rückgang des Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 44,8 Millionen EUR auf 154,7 Millionen EUR resultiert aus dem Impairment gemäß IAS 36 für die beiden Kelvion-Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies und Project Engineered Solutions, da die erzielbaren Beträge aufgrund den Geschäftsentwicklungen in beiden Geschäftsbereichen niedriger waren als der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Wertminderungen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte betragen zum Abschlussstichtag 161,9 Millionen EUR und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Millionen EUR verringert. Ursächlich für die Verringerung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind im Wesentlichen die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 27,8 Millionen EUR. Gegenläufig wirken sich insbesondere die regulären Zugänge in Höhe von 10,5 Millionen EUR aus.
Die Sachanlagen betragen zum 31. Dezember 2017 insgesamt 157,9 Millionen EUR gegenüber 193,9 Millionen EUR im Vorjahr. Den Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 28,3 Millionen EUR stehen Zugänge in Höhe von 15,8 Millionen EUR gegenüber. Des Weiteren ergeben sich Abgänge in Höhe von 18,0 Millionen EUR, insbesondere im Zusammenhang mit der Veräußerung von nicht mehr benötigten Grundstücken und Gebäuden in Deutschland, den USA und Frankreich, zu verzeichnen.
Kurzfristige Vermögenswerte und kurzfristige Verbindlichkeiten
Das Umlaufvermögen zum 31. Dezember 2017 hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 39,2 Millionen EUR auf 458,0 Millionen EUR vermindert. Die Vorräte verringerten sich dabei um 3,6 Millionen EUR auf 88,9 Millionen EUR, was insbesondere auf einen im Vergleich zum Vorjahr geringeren Bestand and Fertigerzeugnissen zurück zu führen ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen haben sich im Vorjahresvergleich um 10,5 Millionen EUR auf 227,4 Millionen EUR reduziert. Das ist insbesondere durch das im Geschäftsjahr 2017 neu eingeführte Factoring begründet. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind insgesamt um 12,8 Millionen EUR auf 80,7 Millionen EUR zurückgegangen. Ursächlich für den Rückgang sind hier im Wesentlichen geringere Forderungen aus Umsatzsteuer und aus Sonstigen Steuern.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind von EUR 468,3 Millionen EUR auf 417,6 Millionen EUR zurückgegangen. Das ist insbesondere durch gesunkene Lieferantenverbindlichkeiten (-22,7 Millionen EUR) und geringere sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (-16,5 Millionen EUR) getrieben. Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten resultiert der Rückgang insbesondere auf den gesunkenen Cash Pool Verbindlichkeiten gegenüber dem Schwesterkonzern ENEXIO. Die Bankkredite sind hauptsächlich durch die Rückführungen der revolvierenden Kredit Fazilität in Höhe von 5 Millionen EUR gesunken.
I nvestitionen
Die Gesamtinvestitionen in Höhe von 26,3 Millionen EUR (2016: 16,0 Millionen EUR) umfassten mehrheitlich Ersatz- und Rationalisierungs- (9,7 Millionen EUR; 2016: 6,8 Millionen EUR), Erweiterungs- (6,6 Millionen EUR; 2016: 2,9 Millionen EUR), SAP- (EUR 5,9 Millionen) sowie Neuproduktinvestitionen (4,1 Millionen EUR; 2016: 5,3 Millionen EUR).
Der Großteil der Investitionen verteilte sich auf Projekte in Westeuropa (14,8 Millionen EUR; 2016; 11,7 Millionen EUR), Osteuropa/GUS (5,1 Millionen EUR; 2016: 1,5 Millionen EUR) und Nordamerika (2,2 Millionen EUR; 2016: 1,9 Millionen EUR).
Nettoumlaufvermögen
| 2017
(in Mio. EUR) |
Summe Gruppe |
| Vorräte | 88,9 |
| Forderungen aus Lieferungen & Leistungen | 183,6 |
| POC | 43,8 |
| Summe Aktiva | 316,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen | 145,7 |
| Erhaltene Anzahlungen inkl. passivischer Saldo POC | 43,2 |
| Summe Passiva | 188,9 |
| Nettoumlaufvermögen | 127,4 |
|
2016
(in Mio. EUR) |
Summe Gruppe |
| Vorräte | 92,5 |
| Forderungen aus Lieferungen & Leistungen | 199,8 |
| POC | 38,1 |
| Summe Aktiva | 330,4 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen & Leistungen | 168,4 |
| Erhaltene Anzahlungen inkl. passivischer Saldo POC | 50,0 |
| Summe Passiva | 218,4 |
| Nettoumlaufvermögen | 112,0 |
Das Nettoumlaufvermögen ist um 15,4 Million EUR auf 127,4 Millionen EUR gestiegen. Die Reduzierung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde dabei von den gesunkenen Lieferantenverbindlichkeiten überkompensiert.
Kapitalflussrechnung und Liquidität
|
Übersicht Kapitalflussrechnung
(in Mio. EUR) |
2017 | 2016 |
| Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -12,0 | 97,2 |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit | 6,7 | -14,4 |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | -7,4 | -76,4 |
| Cash-Flow nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | -0,2 | -5,0 |
| Effekte von Wechselkursschwankungen | -1,6 | 2,7 |
| Veränderungen frei verfügbare Zahlungsmittel | -15,9 | 4,0 |
| Frei verfügbare Zahlungsmittel zu Beginn des Geschäftsjahres | 67,3 | 63,3 |
| Frei verfügbare Zahlungsmittel am Ende des Geschäftsjahres | 51,4 | 67,3 |
| Nicht frei verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1,6 | 0,2 |
| Abzüglich als zur "Veräußerung gehalten" ausgewiesene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember | 53,0 | 67,5 |
Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt -12,0 Millionen EUR im Jahr 2017 und liegt damit deutlich unter dem des Vorjahres (+97,2 Millionen EUR). Während sich das EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Mio. EUR verbesserte, ist der Cashflow aus dem Working Capital (Bestandsveränderungen einschließlich noch nicht fakturierter Fertigungsaufträge, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige betriebliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) um 78,5 Mio. EUR von 65,0 Mio. EUR im Jahr 2016 auf -13,5 Mio. EUR im Jahr 2017 gesunken. Der Anstieg der Wertminderungen um 39,6 Millionen auf 101,9 Millionen EUR resultiert hauptsächlich aus der außerplanmäßigen Wertminderung des Firmenwertes. Die Veränderung der Rückstellungen hat sich um 23,1 Mio. EUR von + 15,0 Mio. EUR im Jahr 2016 auf - 8,1 Mio. EUR im Jahr 2017 verringert. Die Nettogewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen, die insbesondere aus dem Verkauf der nicht mehr benötigten Grundstücke in Deutschland, den USA und Frankreich stammen, liegen 2017 mit 9,7 Millionen EUR deutlich über dem Wert von 2016 (0,2 Millionen EUR). Die Steuerzahlungen sind um 6,1 Mio. EUR auf 11,3 Millionen EUR gestiegen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 Millionen EUR auf +6,7 Millionen EUR erhöht. Die Auszahlungen für den Kauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögens werden in Höhe von 26,3 Millionen EUR werden durch die Einzahlungen (32,6 Millionen EUR) insbesondere aus der Veräußerung der nicht mehr benötigten Grundstücke in Deutschland, den USA und Frankreich mehr als kompensiert.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um 69,0 Millionen EUR auf -7,4 Millionen EUR gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch die Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften von +33,7 Millionen EUR (in 2016: -47,5 Millionen EUR), geringeren Zinszahlungen in Höhe von 36,5 Millionen EUR (in 2016: 42,5 Millionen EUR) und Rückzahlungen der revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von 5,0 Millionen EUR (2016: keine Ein- oder Auszahlungen) geprägt. Eine (Netto-) Einzahlung aus der Erhöhung der Gesellschafterdarlehen hat es im Jahr 2017 nicht gegeben. (2016: 17,5 Millionen EUR für die Finanzierung der Erwerbe der österreichischen und tschechischen Kelvion-Gesellschaften von DencoHappel).
Der Bestand an Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 53,0 Millionen EUR enthält 1,6 Millionen EUR (Vorjahr: 0,2 Millionen EUR) beschränkt verfügbare Mittel.
Den Segmenten der Galapagos-Gruppe steht gemeinsam ein revolvierender Kreditrahmen in Höhe von 75 Millionen EUR zur Verfügung. Insoweit ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig von der Ergebnisentwicklung und vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Daher besteht für die Kelvion-Gruppe das Risiko von negativen Auswirkungen auf den eigenen Liquiditätsstatus, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Kelvion-Gruppe oder des Galapagos-Konzerns insgesamt erkennbar verschlechtert.
Die Kelvion-Gruppe hat ihre finanziellen Verpflichtungen im Geschäftsjahr 2017 stets erfüllt.
Finanzwirtschaftliche Kennzahlen
Der Konzern strebt als übergeordnetes Ziel die nachhaltige Steigerung seines Unternehmenswertes an, insbesondere durch Maßnahmen zur Verbesserung des Wachstums und der Wirtschaftlichkeit. Als diesbezüglich wichtigste finanzwirtschaftliche Kennzahlen wurden die Umsatzerlöse und der Ertrag bestimmt. Die wichtigste Kennzahl für den Ertrag stellt das bereinigte EBITDA dar. Zu dessen Ermittlung wird das ausgewiesene EBITDA um ihrem Wesen oder Ausmaß nach einmalige Effekte bereinigt. Zur Erlangung eines aussagekräftigen Bildes der Gesamtlage werden regelmäßig weitere Kennzahlen bestimmt und bekannt gegeben.
Die Umsatzerlöse werden monatlich nach Regionen und Abnehmerbranchen ausgewertet, um neue Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zur Ermöglichung einer raschen Reaktion auf Marktveränderungen werden regelmäßig Gesamtjahresprognosen für die relevanten Kennzahlen (finanzielle Leistungsindikatoren: Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA) sowie Prognosen für Auftragseingang und EBIT vorgelegt.
Der Unternehmenswert der Kelvion-Gruppe wird in erster Linie durch finanzielle Kennzahlen bestimmt. Der Einsatz von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ist von untergeordneter Rolle und erfolgt nicht auf kontinuierlicher Basis. Sollte die Kelvion-Gruppe zu dem Entschluss kommen, dass zukünftig ausgewählte nichtfinanzielle Leistungsindikatoren einen zunehmenden Bedeutungsgewinn haben, wird die Kelvion-Gruppe diese auch in die Performancemessung und Prognoseberichterstattung einbeziehen.
Steuerung des eingesetzten Kapitals
Die Mittelbereitstellung im Konzern erfolgt in erster Linie auf Grundlage der strategischen und der mittelfristigen Planung. Diese bildet den Rahmen für die Ausarbeitung wichtiger Beschlüsse über Kerntechnologien, Absatzmärkte und sonstige strategisch wichtige Einflussgrößen.
Akquisitionen und Erweiterungsinvestitionen bewertet der Konzern nicht nur auf ihr Renditepotenzial, sondern auch auf ihre Bedeutung für das Erreichen der strategischen Ziele hin. Die ausschlaggebende betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Bewertung von Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen ist der Nettobarwert. Als Gradmesser für das von gesamtwirtschaftlichen Veränderungen ausgehende Risiko wird zudem die Amortisationsdauer ermittelt.
Ein weiteres wichtiges Element in der Investitionskapitallenkung stellt das Nettoumlaufvermögen dar. Dessen Steuerung beginnt bereits vor der Auftragsannahme mit den angebotenen oder ausgehandelten Zahlungsbedingungen.
Projekt- und tätigkeitsbezogenes Management
Über die allgemeinen kennzahlengestützten Steuerungsmechanismen hinaus kommen bei der Kelvion-Gruppe für Kunden- und Investitionsprojekte individuelle, nach Hierarchieebenen gestaffelte Prüfungs- und Genehmigungsverfahren zur Anwendung. Die Bewertung von Kundenprojekten erfolgt in erster Linie auf Grundlage der erwarteten Gewinnspanne (Bruttospanne auf Vollkostenbasis) und der kaufmännischen und vertragsrechtlichen Risiken unter besonderer Berücksichtigung des Cashflows. Das Projektmanagement stützt sich ferner auf eine umfangreiche Projektkontrolle nicht nur auf betrieblicher Ebene, sondern je nach Projektgröße auch auf Konzernebene in Form eines gesonderten Berichtswesens für Großaufträge. Die Analyseergebnisse bilden vielfach den Ausgangspunkt für Vorschläge zur internen Prozessoptimierung, die sich bei Folgeprojekten verwirklichen lassen. Auf Konzernebene liegt der Analyseschwerpunkt auf Abweichungen zwischen der veranschlagten und der erwarteten oder realisierten Auftragsgewinnspanne.
Regelkonformität (Compliance)
Compliance - definiert als die Erfüllung rechtlicher und konzerninterner Anforderungen sowie als die Ergreifung entsprechender Maßnahmen - stellt bei der Kelvion-Gruppe eine wesentliche Führungs- und Kontrollaufgabe dar. Die Kelvion-Gruppe ist dabei eingebunden in die Compliance-Struktur des Galapagos-Konzerns. Zuständig für deren Wahrnehmung ist eine konzernweit tätige Compliance-Organisation unter Leitung des Chief Compliance Officers, der in dieser Funktion der Gesamtkonzernleitung direkt unterstellt ist. Der Chief Compliance Officer wird vom Corporate Compliance Officer unterstützt. Darüber hinaus sind für jede operative Gesellschaft ein Company Compliance Manager und für einige Regionen Area Compliance Coordinators ernannt und als Beratergremium für den Chief Compliance Officer ein Compliance-Ausschuss gebildet worden. Abgerundet wird das umfangreiche Konformitätsprogramm des Konzerns durch Präsenz- und Internetschulungen für die Konzernbelegschaft.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage
Nachdem das Jahr 2016 für den Kelvion Konzern in den meisten Regionen durch Umsatzrückgänge geprägt war, hat sich die Lage im Geschäftsjahr 2017 stabilisiert. Der Umsatz ist von 787,3 Millionen EUR auf 815,9 Millionen EUR gestiegen. Allerdings führten die außerplanmäßigen Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 44,8 Millionen EUR zu einem deutlichen Rückgang des Bruttoergebnisses von 151,6 Millionen EUR auf 106,0 Millionen EUR. Die Kostenreduzierungen in allen Bereichen konnten die außerplanmäßigen Abschreibungen nicht kompensieren, sodass das EBIT von -27,8 Millionen EUR auf -51,2 Millionen EUR gesunken ist. Insbesondere die Zinsaufwendungen in Höhe von 62,5 Millionen EUR tragen zum Konzernverlust des Jahres 2017 in Höhe von 115,5 Millionen EUR bei.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Änderung in der Geschäftsführung in den Geschäftsjahren 2017 bis 2019
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 hat die Geschäftsführung vertreten durch Herrn Dr. Robert Wassmer (CEO) sowie Frau Silke Hartmann (CFO) das Unternehmen verlassen. Mit Wirkung ab 1. Januar 2018 bestand die Geschäftsführung aus Herrn Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Frau Andrea Teutenberg (CFO).
Mit Bekanntmachung vom 19. Oktober 2018 hat Andrea Teutenberg, CFO der Kelvion-Gruppe, beschlossen, das Unternehmen aus persönlichen Gründen zum 31. Dezember 2018 zu verlassen. Marcus Mayer hat die Funktion des CFO ab dem 1. Januar 2019 übernommen.
Mit Wirkung ab 1. Januar 2019 besteht die Geschäftsführung aus den Herren Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Marcus Mayer (CFO).
Refinanzierung und Wechsel der mittelbaren Gesellschafterinnen im Geschäftsjahr 2019 am 9. Oktober 2019
Im Dezember 2018 haben die Gesellschafter und das Management des Galapagos-Konzerns beschlossen, einen Refinanzierungsprozess für die Gruppe (die "Refinanzierung") einzuleiten. Hauptziele waren die Verschuldung des Konzerns zu senken sowie die Fälligkeiten der Unternehmensanleihen und der Kreditlinien zu verlängern.
Hintergrund für die notwendig gewordene Refinanzierung waren mehrere Faktoren, von denen einige einen erheblichen negativen Einfluss auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Galapagos-Gruppe mit den Segmenten Kelvion und ENEXIO (im Folgenden auch "Kelvion-Gruppe" oder "ENEXIO-Gruppe" genannt) gehabt haben:
(a) Nachfragerückgänge in zwei wichtigen Endmärkten der Galapagos-Gruppe; konventionelle Stromerzeugung und Oil & Gas, verbunden mit einem Trend zu alternativen Formen der Stromerzeugung und dem damit einhergehenden gesunkenen Bedarf für Kühllösungen (vorrangig Segment ENEXIO).
(b) Zunehmender Wettbewerb und damit verbundener Preisdruck aus den Emerging Markets (China, Indien und Korea), die ähnliche Lösungen zu geringeren Kosten im Markt für Trockenkühltürme, insbesondere an lokale Kunden in diesen Ländern liefern können (vorrangig Segment ENEXIO, Produktlinie Trockenkühlung (ACC und Heller)).
(c) Nachfrageschwankungen im Oil & Gas Markt und insbesondere deutliche Nachfragerückgänge in den Jahren 2015 und 2016 und geringes Wachstum im Marine-Markt (beide Segmente).
(d) Verschiebung bedeutender Kraftwerksprojekte weltweit und in der Folge erhebliche Nachfragerückgänge mit einem historischen Tief beim Auftragseingang für Kühltürme im Jahr 2018 (Segment ENEXIO).
(e) Operative Herausforderungen, wie z.B. Probleme in der Lieferkette nach der Schließung mehrerer großer Produktionsstandorte (Segment Kelvion).
(f) Des Weiteren haben sich organisatorische und strukturelle Herausforderungen ergeben, die nicht zuletzt durch die komplizierte Führungsstruktur und die wiederholten Führungswechsel im Management begründet waren (beide Segmente).
Die oben genannten Faktoren führten zu einem Rückgang der Umsätze und Gewinnmargen sowie einem niedrigeren als dem ursprünglich angenommenen operativen Cashflow des Galapagos-Konzerns. In Folge dessen sowie des anhaltend hohen Schuldendiensts stieg die Verschuldung im Verhältnis zum Ertrag des Galapagos-Konzerns kontinuierlich weiter an.
Als Gegenmaßnahmen wurden vom Management des Galapagos-Konzerns insbesondere im Laufe des Jahres 2018 verschieden Maßnahmen eingeleitet, um gegen die genannten Herausforderungen anzugehen. Dazu gehörte bei der Kelvion-Gruppe u.a. die Initiierung und Umsetzung des Programms "Fit for 100" (kurz "FF100"). Im Fokus des FF100 Programms, das bis zum 100-jährigen Bestehens der Kelvion im Jahr 2020 abgeschlossen sein soll, stehen Maßnahmen zur Generierung von Wachstum, zur Verbesserung der operativen Exzellenz und zur Kostensenkung. Zusätzlich zum FF100 Programm wurde zur Stärkung der Kelvion-Gruppe die Akquisition der Rocore-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 beschlossen und umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurden vom Triton Funds IV zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Die Gegenmaßnahmen führten bei der Kelvion-Gruppe bereits im Verlauf des Jahres 2018 zu einer deutlichen Verbesserung des Aufragseingangs sowie des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA. Diese positive Entwicklung bei der Kelvion-Gruppe in den Geschäftsjahren 2018 und 2019 konnte aber nicht das in Folge des niedrigeren Umsatzes gesunkene Ergebnis der ENEXIO-Gruppe (siehe oben, insbesondere Zusammenbruch der Nachfrage nach Trockenkühltürmen im Jahr 2018) ausgleichen.
Im April 2018 konnte die Galapagos-Gruppe einen Financial Covenant (nEBITDA), der im Zusammenhang mit ihrer revolvierenden Kreditline ("Galapagos Revolving Credit Facility" oder kurz: "Galapagos RCF") vereinbart worden ist, nicht einhalten. Diese Vertragsverletzung wurde durch eine Bareinlage in Höhe von 22 Millionen Euro durch den Gesellschafter geheilt.
Die Galapagos-Gruppe sah sich im Hinblick auf ihre Finanzierungsverträge mit bevorstehenden Fälligkeiten in den Jahren 2020 (Galapagos RCF und "Galapagos Senior Guaranty Facility", kurz: "Galapagos SGF"), 2021 ("Senior Secured Notes", kurz: "SSNs") und 2022 ("Senior Unsecured Notes", kurz: "SUNs") konfrontiert und somit vor der Notwendigkeit eine Refinanzierung durchzuführen. Das angestrebte Ziel bestand darin, den mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarf zu decken und gleichzeitig eine Reduzierung der Gesamtverschuldung herbeizuführen, um die Galapagos-Gruppe in Zukunft auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Zu diesem Zweck wurden Verhandlungen mit den beteiligten Banken und den gesicherten (SSNs) und ungesicherten (SUNs) Anleihegläubigern geführt. Während mit den Banken und den gesicherten Anleihegläubigern ein "Lock Up Agreement" unterzeichnet wurde, konnte mit den ungesicherten Anleihegläubigern, trotz mehrerer Angebote seitens verschiedener von Triton Partners beratener Private Equity Fonds, keine einvernehmliche Lösung herbeigeführt werden. Im darauffolgenden so genannten "Enforcement" Verfahren haben die gesicherten Gläubiger die Verwertung der Sicherheiten veranlasst. Dabei hat der Security Agent Glass am 12. Juli 2019 Macquarie Capital (Europe) Limited beauftragt einen Verkaufsprozess für alle Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg (unmittelbare Gesellschafterin der Kelvion-Gruppe und der Galapagos-Gruppe) einschließlich aller bestehen Intercompany-Verbindlichkeiten und Preferred Equity Certificates (kurz: "PECs") der Gesellschaft gegen Galapagos S.A., Luxemburg durchzuführen. Die Galapagos BidCo-Gruppe wurden in einem Bieterverfahren einer hohen Zahl von potentiellen Interessenten zum Kauf angeboten. Obwohl eine zweistellige Anzahl an Interessenten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichneten und sich weitere Daten geben ließen, hat lediglich die neue mittelbare Gesellschafterin, die Mangrove LuxCo IV S.à r.l., ein Gebot im Rahmen des Bieterverfahrens abgegeben. Am 9. Oktober 2019 endete das Enforcement Verfahren mit Übertragung der Anteile einschließlich bestehender Intercompany Verbindlichkeiten und PECs an der Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove LuxCo IV S.à rl.l (Mangrove-Gruppe). Die Banken und die gesicherten Anleihegläubiger erhielten den Erlös aus dem Bieterverfahren. Die ungesicherten Anleihegläubiger konnten nicht befriedigt werden.
Die neue Mangrove LuxCo III S.à r.l. sowie deren direkte Tochtergesellschaft Mangrove LuxCo IV S.à r.l. wurden durch verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds gegründet. Diese Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Im Rahmen des Enforcement Verfahrens erfolgte der Übertrag der Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. (die direkte Muttergesellschaft der Kelvion Finance GmbH sowie der ENEXIO Management GmbH) auf die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Des Weiteren gingen die Preferred Equity Certificates sowie sämtliche konzerninterne Verbindlichkeiten von Galapagos BidCo S.à r.l. gegenüber Galapagos S.A. (zusammengenommen die "BidCo-Instrumente") auf die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. über. Durch die Refinanzierung wurde eine umfangreiche Entschuldung der Mangrove-Gruppe, bestehend aus der Kelvion-Gruppe und der ENEXIO-Gruppe, sowie deren Zugang zu neuen Kreditfazilitäten und Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten erreicht.
Die Refinanzierung umfasst folgende Kernpunkte:
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Verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds haben der Mangrove-Gruppe 140,0 Millionen EUR an Finanzmitteln (als Eigenkapital und nachrangige Anleihen) zur Verfügung gestellt. Diese Private Equity Funds halten nach der Refinanzierung eine Mehrheitsbeteiligung an der Mangrove-Gruppe und beherrschen diese. |
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Im Zusammenhang mit der Restrukturierung hat die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. vorrangig besicherte festverzinsliche Anleihen ("Mangrove SSN") mit Fälligkeit 2025 und einem Nominalbetrag von 356,2 Millionen EUR mit einem Zinssatz von 7,775% emittiert. |
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Die Galapagos RCF in Höhe von 99,8 Millionen EUR (die ursprüngliche RCF von 75.0 Millionen EUR plus 24.8 Millionen EUR aus der Zwischenfinanzierung im Rahmen der Restrukturierung) wurde zum Stichtag der Restrukturierung vollständig zurückgezahlt und eine neue Mangrove revolvierende Kreditline ("Mangrove RCF") in Höhe von 65,0 Millionen EUR durch Kreditgeber bereitgestellt. Die Laufzeit des Mangrove RCF verlängert sich dabei im Vergleich zum Galapagos RCF von 2020 bis 2023 bzw. bis 2024 (automatische Verlängerung bis 2024, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden). Die neue Mangrove RCF war zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernabschlusses nicht in Anspruch genommen und stand damit dem Konzern in voller Höhe zur Verfügung. |
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Die Galapagos Garantielinie ("Galapagos Senior Guarantee Facility" oder kurz: "Galapagos SGF") in Höhe von 375,0 Millionen EUR wurde im Zuge der Restrukturierung vollständig abgelöst. Dazu wurden im Rahmen eines neuen Kreditvertrages neue Darlehen (Cash Collateral Loans) in Höhe von bis zu 260,0 Millionen EUR bereitgestellt, die als Barsicherheiten für die Galapagos SGF dienen. Außerdem wurde eine neue Mangrove SGF in Höhe von 260,0 Millionen EUR, abzüglich des Betrages der jeweiligen Barsicherheiten, durch Garantiegeber bereitgestellt. Für die Mangrove Senior Guarantee Facility ("Mangrove SGF") gilt die gleiche Verlängerung der Laufzeit wie für die Mangrove RCF. Der Cash Collateral Loan wurde eingerichtet, um die Übertragung der unter der Galapagos SGF herausgelegten Garantien auf die neue Mangrove SGF zu ermöglichen. |
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Im Hinblick auf die Galapagos Senior Secured Notes in Höhe von insgesamt 333,5 Millionen EUR (Nominalwert der Anleihen, ohne Berücksichtigung von aufgelaufenen Zinsen) wurden 90% der fälligen Beträge für die 5,375 % Senior Secured Fixed Rate Notes mit Fälligkeit 2021 und die Senior Secured Floating Rate Notes mit Fälligkeit 2021 aus dem Verkaufserlös der BidCo-Instrumente zurückgezahlt, und die restlichen Garantieansprüche gegen die Mitglieder der Mangrove-Gruppe in Bezug auf die Galapagos Senior Secured Notes wurden freigegeben. Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen der Mangrove-Gruppe zum Ausgleich der ausstehenden Beträge aus den Galapagos Senior Secured Notes. |
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Für die Mangrove-Gruppe bestehen keine Verpflichtungen zum Ausgleich der ausstehenden Beträge aus den 7,000% Senior Notes in Höhe von 250,0 Millionen EUR (Nominalwert der Anleihe, ohne Berücksichtigung der aufgelaufenen Zinsen) mit Fälligkeit 2022, die von der Galapagos Holding begeben wurden. |
Für das Geschäftsjahr 2020 sind weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u.a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft. Der Kelvion Teilkonzern wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen.
Rechtliche Risiken aus der Refinanzierung
Es wurde eine Reihe von Klagen eingereicht, die sich aus der oben beschriebenen Refinanzierung ergeben. Wie bei jedem Streitfall kann der Ausgang dieser Verfahren jedoch nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die endgültigen Verpflichtungen, die sich aus solchen Ansprüchen ergeben, keinen wesentlichen Einfluss auf die konsolidierte Finanzlage der Gruppe haben werden. Es könnte aber möglich sein, dass der Abschluss der Verfahren zu künftigen Erträgen oder Aufwendungen führt, wenn die dafür zurückgestellten Beträge höher oder niedriger als erforderlich sind.
Eine Reihe international anerkannter Berater war an der Refinanzierung beteiligt und das Management ist davon überzeugt, dass die Refinanzierung vollständig rechtswirksam ist und alle Verpflichtungen, auch im Rahmen der zugrundeliegenden Finanzierungsdokumente, erfüllt hat.
Es wurden folgende Klagen eingereicht, die sich aus der Restrukturierung ergeben:
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Eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York wurde von einem wirtschaftlichen Eigentümer der Galapagos Senior Notes gegen inter alios Galapagos Holding S.A. (ehemalige indirekte Muttergesellschaft der Galapagos BidCo S.à r.l.) und einige ihrer Tochtergesellschaften (die jetzt Tochtergesellschaften der Mangrove Group sind) im Zusammenhang mit der Restrukturierung eingereicht. Der Kläger behauptet, dass die Restrukturierung ihn zu Unrecht seines Wertes beraubt habe, indem Vermögenswerte aus der Gruppe abgezogen und bestimmte Garantien freigegeben wurden. Der Kläger klagt auf: (i) Schadenersatz und (ii) die Rückgängigmachung der Schritte, die zur Beeinträchtigung seiner Position geführt haben. Darüber hinaus beantragt der Kläger die Erklärung, dass die Freigabe von Verbindlichkeiten unter dem Galapagos Senior Unsecured Notes gemäß den Bestimmungen der früheren Gläubigervereinbarung, die für bestimmte Verbindlichkeiten der Gruppe galten, ungültig war (mit anderen Worten, dass dieser Teil der Restrukturierung ebenfalls rückgängig gemacht wird). |
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Der angebliche Verwalter von Galapagos S.A., Luxemburg (ehemaliger 100%iger Anteilseigner von Galapagos BidCo S.à r.l.) hat eine Klage gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und die Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er seine Behauptungen detailliert darlegt, dass die Restrukturierung (d.h. die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf von Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove-Gruppe) eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Aktienpfandes beinhaltete und daher rückgängig gemacht werden sollte. |
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Galapagos BidCo S.à r.l. hat in England ein Verfahren gegen den Sicherheitstreuhänder, der die Restrukturierung durchgeführt hat, gegen den Treuhänder, der Rechte im Namen der vorrangigen Anleihen hält, und gegen jeden der Kläger in den oben beschriebenen Verfahren in New York und Luxemburg eingeleitet und das englische Gericht aufgefordert, eine Reihe von Erklärungen abzugeben, dass die Restrukturierung mit den Bedingungen der Gläubigervereinbarung übereinstimmt. Zweck der Klage ist es, dass das Gericht darüber entscheidet, ob die Restrukturierung mit den Bedingungen der Finanzierungsdokumente übereinstimmt. Das englische Verfahren enthält zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anspruch auf Schadenersatz. |
Basierend auf der Rechtsberatung führender internationaler Anwaltskanzleien mit Sitz in Großbritannien, Luxemburg, Deutschland und den USA bewertet das Management das Risiko aus den oben erwähnten laufenden sowie zukünftigen Rechtsstreitigkeiten wie folgt: 1) Das Risiko, dass die Restrukturierung rückgängig gemacht wird, wird als unwahrscheinlich eingestuft und 2) das Risiko, Schadenersatz an ehemalige Inhaber der Galapagos Senior Notes oder andere Dritte zahlen zu müssen, wird ebenfalls als unwahrscheinlich eingestuft.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Schadenersatzklagen gegen das Unternehmen oder eine seiner Tochtergesellschaften erfolgreich sein sollten, sehen die Vereinbarung über die RCF-Fazilität, die Vereinbarung über die SGF-Fazilität sowie die Vereinbarung über die Cash Collateral Loans und die Mangrove Senior Secured Notes vor, dass die Gruppe bis zu € 100 Millionen an neuen Schulden nur für diese Zwecke aufzunehmen kann und diese neuen Schulden gegenüber der Mangrove Senior Secured Notes vorrangig sind. Daher ist das Management zuversichtlich, solche Forderungen aus einer Neuverschuldung und/oder aus verfügbaren Barmitteln finanzieren zu können.
Erwerb der ENEXIO-Gruppe am 30. Oktober 2019
Mit Vertrag vom 30. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Hauptgrund für den Erwerb war, die ENEXIO-Gruppe mit deren Bereichen "Dry Cooling Systems" ("DCS"), "Service" und "Water" unter die Leitung des Managements der Kelvion-Gruppe zu bringen und damit die anstehenden Veränderungen in die Verantwortung des Kelvion Managements zu bringen. Der Bereich DCS soll entweder insgesamt oder in Teilen veräußert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist beabsichtigt noch im Jahr 2020 mit der Abwicklung des Bereiches DCS (so genannter "DCS wind down" zu beginnen. Die Bereiche Service und Water werden entweder veräußert oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden.
Erhebliche Erhöhung der Eigenkapitalposition der Mangrove Gruppe um EUR 140.000.000.
Die Mangrove LuxCo II S.à r.l., die alleinige Aktionärin der Mangrove Gruppe ist, hat am 9. März 2020 ihre Darlehensforderung in Höhe von EUR 140.000.000 in das Kapitaleinlagekonto der Mangrove LuxCo III S.à. r.l. eingebracht und dadurch die Eigenkapitalposition des Mutterkonzerns auf eine solide Basis erhöht. Von dieser Eigenkapitalstärkung wird auch die Kelvion Gruppe zukünftig profitieren.
Auswirkungen der globalen Ausbreitung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft
Am 11. März 2020 bezeichnete die WHO den Ausbruch des Coronavirus als globale Pandemie. Seit März 2020 sind die Folgen des Ausbruchs für die Weltwirtschaft sehr erheblich. Basierend auf den Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts erwartet die Kelvion-Gruppe, dass die Schlüsselkennzahlen Umsatz, und normalisiertes EBITDA innerhalb des Segments Kelvion im Großen und Ganzen mit dem Vorjahr übereinstimmen werden. Es wird erwartet, dass die negativen Auswirkungen der Inflation auf Personal- und Materialkosten durch verschiedene Gegenmaßnahmen, die bereits durchgeführt werden oder zur Durchführung bereit sind, ausgeglichen werden.
Ein Rückgang der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10% erscheint jedoch ebenfalls möglich und würde dazu führen, dass das normalisierte EBITDA hinter dem Niveau von 2019 zurückbleibt, aber immer noch über den normalisierten EBITDA-Vereinbarungen gemäß der Finanzierungsverträge zur RCF-Fazilität und anderen Finanzierungsvereinbarungen liegt. Im Vorgriff auf die Veräußerung/Abwicklung seines Trockenkühlgeschäfts plant ENEXIO ein EBITDA-Niveau, das sowohl im ursprünglichen Budget 2020 als auch nach derzeitigem Kenntnisstand nahezu ausgeglichen ist. Insgesamt wird erwartet, dass der Beitrag des Segments ENEXIO zum Umsatz und zum normalisiertem EBITDA der Gruppe für die Ertragslage der Gruppe nicht mehr signifikant sein wird. Das Management der Kelvion-Gruppe prognostiziert jedoch, dass der Umsatz und das normalisierte EBITDA der Gruppe im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau liegen werden. Im möglichen Fall eines 10%igen Umsatzrückgangs im Vergleich zum Vorjahr wird die Gruppe in der Lage sein, ein normalisiertes EBITDA im Einklang mit den Finanzvereinbarungen zu erzielen.
Nichtsdestotrotz ist die Fähigkeit, eine verlässliche Prognose der finanziellen Leistung der Gruppe zu erstellen, aufgrund der damit verbundenen inhärenten Ungewissheit, begrenzt, so dass die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung ihrer finanziellen Verpflichtungen und damit einem bestandsgefährdenden Risiko ausgesetzt ist. Obwohl das Management der Gruppe das Risiko einer Insolvenz aufgrund einer möglichen Verletzung der Mindest-EBITDA-Vereinbarung, der Mindestliquiditätsvereinbarung oder der Gesamtnettoverschuldungsvereinbarung als Folge der Krise zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts für unwahrscheinlich hält, bleiben die Auswirkungen der Krise auf unser Geschäft und die Weltwirtschaft insgesamt ungewiss.
Erwartete Entwicklungen, Chancen und Risiken
Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Jahr 2018 und im Jahr 2019
Wie im Abschnitt "Gesamtwirtschaftliches Umfeld" erläutert, betrachtet die Kelvion-Gruppe als global tätiger Industriekonzern das weltweite Wachstum des BIP und die entsprechenden Prognosen als einen wesentlichen Maßstab für den eigenen Erfolg.
Gemäß des im Januar 2020 aktualisierten "World Economic Outlook" des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde 2018 ein globales ökonomisches Wachstum von 3,6 Prozent erreicht und somit ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2019 wurde ein globales Wachstum in Höhe von 2,9 Prozent berechnet. Das Wachstum 2019 musste vom IWF bereits mehrmals nach unten korrigiert werden und ist nunmehr das niedrigste seit der globalen Finanzkrise. Laut IWF ist die starke und geografisch breit angelegte Verlangsamung des Verarbeitenden Gewerbes und des Welthandels ein wesentliches Merkmal des schleppenden Wachstums im Jahr 2019. Dafür sind einige Ursachen ausschlaggebend, u.a. höhere Zölle und anhaltende Unsicherheit über die Handelspolitik. Diese haben Investitionen und die Nachfrage nach Investitionsgütern beeinträchtigt. Die Automobilindustrie schrumpft auch aufgrund individueller Belastungen, wie z.B. Störungen durch neue Emissionsnormen im Euroraum und in China.
Das erwartete Wachstum (vor den Auswirkungen der Corona Krise) wird sich voraussichtlich in 2020 auf 3,4 Prozent beschleunigen, was vor allem auf eine erwartete Verbesserung der Wirtschaftsleistung in einer Reihe von Schwellenländern in Lateinamerika, im Nahen Osten sowie Europa zurückzuführen ist. Angesichts der Unsicherheit über die Aussichten für mehrere dieser Länder, einer prognostizierten Verlangsamung in China und den Vereinigten Staaten und erheblicher Abwärtsrisiken könnte sich jedoch auch ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum einstellen.
Wirtschaftswachstum in den Industrienationen
Die Industrienationen verzeichneten 2018 ein Rückgang des Wirtschaftswachstums gegenüber 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent um im Jahr 2019 einen weiteren Rückgang um 0,6 Prozent auf 1,7 Prozent. Für 2020 geht der IWF von einem niedrigeren Wachstum in den Industrienationen von 1,6 Prozent aus.
Das Wirtschaftswachstum in den USA ist von 2,4 Prozent in 2017 auf 2,9 Prozent in 2018 gestiegen. Für 2019 sieht der IWF bedingt durch das Auslaufen der Effekte der Steuerreform einen Rückgang des BIP auf 2,3 Prozent. In der Eurozone wird ebenfalls ein geringeres Wachstum von 1,2 Prozent in 2019 nach 1,9 Prozent in 2018 und 2,5 Prozent in 2017 erwartet. Begründet wird die Abschwächung mit einem Mix aus allgemein schwächerer Konsumnachfrage, dem Produktionsstau in der deutschen Automobilindustrie aufgrund neuer Emissionsrichtlinien für Dieselfahrzeuge und sinkender Investitionen im Euroraum sowohl aufgrund wachsender Bedenken über die Folgen eines Brexits als auch aufgrund von Zweifeln an der Haushaltspolitik Italiens. Aufgrund der konjunkturellen Auswirkungen von Erdbeben und starken Unwettern reduzierte sich in Japan das BIP von 1,9 Prozent in 2017 auf 0,3 Prozent in 2018. Für 2019 wurde für Japan wieder ein Anstieg des Wachstums auf 1,0 Prozent berechnet.
Der Expansionsrückgang in den Industrienationen spiegelt die große Unsicherheit der Wirtschaftsakteure durch politische Konflikte wie den andauernden weltweiten Handelsstreit, die geopolitische Lage in der Golfregion und die handelspolitischen Auswirkungen eines Brexits wider. Die US-Steuerreform und die damit verbundenen Steueranreize haben das Wachstum in den USA nur vorübergehend erhöht.
Wirtschaftswachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern
Gemäß IWF generierten die Entwicklungs- und Schwellenländer 2017 ein Wirtschaftswachstum von 4,8 Prozent und 2018 eines von 4,5 Prozent. In 2019 ist das Wachstum auf 3,7 Prozent gesunken, bevor es dann in 2020 wieder auf 4,4 Prozent ansteigt.
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer Asiens ist in 2019 ein geringeres Wachstum von 5,6 Prozent ermittelt. Es liegt 0,8 Prozentpunkte unter 2018 bzw. 1,0 Prozentpunkte unter 2017. Für China wird für 2019 ebenfalls ein niedrigeres Wachstum von 6,1 Prozent gegenüber 6,6 Prozent in 2018 und 6,8 Prozent in 2017 angegeben, da die Inlandsnachfrage die Auswirkungen der Zollerhöhungen nicht vollständig kompensiert hat. Indiens Wachstum ist für 2019 mit 4,8 Prozent berechnet, nach 7,2 Prozent in 2017 und 6,8 Prozent in 2018.
In Lateinamerika und der Karibik wurde für 2019 ein niedrigeres BIP von 0,1 Prozent (- 1,0 Prozentpunkte gegenüber 2018 und - 1,2 Prozentpunkte gegenüber 2017) berechnet. Der Rückgang wird durch verschiedene Länder verursacht. In Brasilien hat sich das Wachstum 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent abschwächt. In Mexiko führen niedrige Investitionen und ein sich verlangsamender privater Konsum zu einem starken Rückgang des Wachstums von 2,1 Prozent in 2018 auf 0,0 Prozent in 2019.
Das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern Europas verlangsamt sich in 2019 auf 1,8 Prozent, nach 3,1 Prozent in 2018 und 3,9 Prozent in 2017. Dieser Wachstumsabschwung wird im Wesentlichen mit der krisenhaften Entwicklung der türkischen Volkswirtschaft begründet.
Das Wachstum in 2019 für die Region Naher Osten und Zentralasien wird mit 0,8 Prozent deutlich niedriger angegeben (2,3 Prozent in 2017 und 1,9 Prozent in 2018).
Gesamtwirtschaftliches Umfeld für den Konzern
Die folgenden globalen Megatrends bilden die Säulen für den künftigen unternehmerischen Erfolg der Kelvion-Gruppe:
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das kontinuierliche Wachstum der Weltbevölkerung; |
| 2. |
das Wachstum der Mittelschicht in den Schwellenländern; |
| 3. |
das Wachstum des Energiebedarfs; |
| 4. |
das Wachstum des Bedarfs an umweltfreundlichen, nachhaltigen und energieeffizienten Produkten. |
Die Vereinten Nationen (UN) gehen von der Annahme aus, dass die Weltbevölkerung von derzeit 7,7 Milliarden Menschen (Stand Juni 2019) bis zum Jahr 2050 um rund 83 Millionen pro Jahr auf rund 9,7 Milliarden Menschen wachsen wird (Quelle: Weltbevölkerungsprognose 2012, Revision 2019). Als Folge des Bevölkerungswachstums wird sich die seit Jahrzehnten zu beobachtende Verstädterung fortsetzen. Den höchsten Verstädterungsgrad weisen gegenwärtig Nord- und Lateinamerika sowie Europa auf. Untersuchungen der UN zufolge wird die Stadtbevölkerung bis zum Jahr 2050 weltweit um 2,5 Milliarden Menschen zunehmen. Dieser Zuwachs wird zu knapp 90 % auf Afrika und Asien-Pazifik entfallen. Mit dem Bevölkerungswachstum wird auch der Bedarf an bezahlbarer Energie steigen. Zur Deckung dieses Bedarfs ist eine effiziente Energieerzeugung unter Einsatz von Wärmetauschern unverzichtbar. Daraus ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten für die Kelvion-Gruppe im Energiesektor.
Die zunehmende Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen bedeutet - wegen des Fehlens eines Dampfkreislaufs - in der Regel eine geringere Nachfrage nach Wärmetauschern pro installierte Einheit. Da im Verhältnis zu konventionellen Kraftwerken jedoch zahlenmäßig mehr dezentrale kleinere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie erstellt werden, wird in Summe eine höhere Anzahl an Wärmetauschern benötigt.
Ein weiterer wichtiger Markt für den Konzern ist der Öl- und Gassektor. Der in 2018 gestiegene Ölpreis hat dazu geführt, dass Unternehmen wieder in die Bereiche Upstream (Exploration und Förderung), Midstream (Ferntransport und Aufbereitung) und Downstream (Raffination und Vertrieb) investiert haben. Dabei wird die Realisation kostengünstiger Produktionsprozesse und die Einhaltung strengerer Umweltschutzbestimmungen durch den Einsatz effizienter Wärmetauscher unterstützt. Neben den - gemäß Prognose - jährlich um etwa 2 Prozent steigenden Investitionen erzeugt das zunehmende Alter der öl- und gasproduzierenden Anlagen einen höheren Instandhaltungsbedarf.
Branchen- und Geschäftsentwicklung der Kelvion-Gruppe in 2018
Entwicklungen auf den Schlüsselmärkten und Geschäftsverlauf
Nachdem sich der Auftragseingang bei Kelvion im Jahr 2017 stabilisiert hatte, war das Jahr 2018 das erste Jahr mit steigendem Auftragseingang seit der Gründung des Konzerns im Jahr 2014. Höhepunkte waren das Wachstum der Öl- und Gasindustrie, die Expansion in der Region Amerika (Nordamerika und Lateinamerika) sowie das Wachstum im Bereich von amerikanischen Rechenzentren, die zum Anstieg des Auftragseingangs beitrugen. Der wichtige westeuropäische Markt blieb stabil, während Regionen wie Osteuropa und Afrika einen Rückgang verzeichneten. Die Kelvion-Gruppe erzielte ab dem 2. Quartal 2018 im Vergleich zu den entsprechenden Quartalen 2017 höhere Auftragseingänge. Im Jahr 2018 wurden die Restrukturierungsprojekte in Sarstedt und Baierbrunn (Deutschland) sowie York (Pennsylvania, USA) abgeschlossen.
Prognosebericht
Prognostizierte finanzielle Leistungsindikatoren im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2017
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernlageberichts des Geschäftsjahres 2017 im Mai 2020 lagen die Finanzzahlen des Geschäftsjahres 2018 bereits vor und wurden bereits im Abschluss erwähnt. Im Folgenden werden daher vor allem die im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2016 getätigten Prognosen für das Geschäftsjahr 2018 hinsichtlich der finanziellen Leistungsindikatoren mit den tatsächlichen Beträgen des Konzernabschlusses zum 31.12.2018 verglichen.
Umsatzerlöse
Im Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2016 wurde für 2018 für die Kelvion-Gruppe ein leichter Umsatzanstieg gegenüber 2017 prognostiziert. Tatsächlich stiegen die Umsätze der Kelvion-Gruppe in 2018, trotz einer Ausweitung des Auftragseingangs (+9,0 Prozent), mit 0,3 Prozent nur geringfügig an. Der Zuwachs beim Auftragseingang war insbesondere durch Großaufträge getrieben, die über einen längeren Zeitraum abgewickelt werden. Dieser Umstand sowie der hohe Auftragseingang im vierten Quartal 2018 haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Anstieg des Auftragseingangs im Jahr 2018 noch nicht zu einem stärkeren Anstieg des Umsatzniveaus im Jahr 2018 geführt hat.
Erträge
Für das Geschäftsjahr 2018 wurde von einem leichten Anstieg des normalisierten EBITDA im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Jahr 2017 ausgegangen. Der normalisierte EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2018 74,3 Millionen EUR (2017 70,0 Millionen EUR) und lag somit 4,3 Millionen EUR oder 6,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Erwartungen wurden somit leicht übertroffen. Dabei waren die Normalisierungen in Höhe von 19,1 Millionen auf dem Niveau von 2017 (19,4 Millionen EUR). Ursächlich für das gestiegene normalisierte EBITDA waren insbesondere die verbesserten Margen aus dem operativen Geschäft.
Ausblick
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernlageberichts des Geschäftsjahres 2017 im Mai 2020 ist das Wirtschaftsjahr 2019 bereits abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund wird für den Ausblick auf das Jahr 2020 abgestellt.
Umsatzerlöse
Für das Geschäftsjahr 2019 wurde im Vergleich zum Jahr 2018 ein deutlicher Anstieg der Umsatzerlöse erwartet, der letztlich auch erzielt wurde. Die Erwartung für das Geschäftsjahr 2020 wurde im Dezember 2019 vor dem Ausbrauch der weltweiten Corona Krise wie folgt formuliert: Im Geschäftsjahr 2020 erwartet Kelvion im Vergleich zum Jahr 2019 einen Umsatzzuwachs im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.Wachstumsimpulse werden in den Folgejahren durch die Erschließung weiterer Märkte erwartet. Aufgrund der Auswirkung der weltweiten Corona Pandemie erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2020 zum Zeitpunkt dieses Berichtes Umsatzerlöse auf dem Niveau des Vorjahres 2019, kann aber auch einen Rückgang der Umsatzerlöse nicht ausschließen. Weitere Einzelheiten sind in den nachfolgenden Abschnitten dargestellt.
Erträge
Für das Geschäftsjahr 2019 wurde erwartet, dass das normalisierte EBITDA für 2019 über dem des Geschäftsjahres 2018 liegen wird, da sowohl mit steigenden Umsatzerlösen als auch mit leicht verbesserten Margen gerechnet wird. Diese Erwartung an das Geschäftsjahr 2019 konnte auch realisiert werden. Die Erwartung für das Geschäftsjahr 2020 wurde im Dezember 2019 vor dem Ausbrauch der weltweiten Corona Krise wie folgt formuliert: Im Geschäftsjahr 2020 erwartet Kelvion im Vergleich zum Jahr 2019 einen Anstieg des normalisierten EBITDAs im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr 2019. Aufgrund der Auswirkung der weltweiten Corona Pandemie erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2020 zum Zeitpunkt dieses Berichtes nunmehr ein normalisiertes EBITDA auf dem Niveau des Vorjahres 2019, kann aber auch einen Rückgang des normalisierten EBITDAs nicht ausschließen. Weitere Einzelheiten sind in den nachfolgenden Abschnitten dargestellt.
Unsicherheiten durch die Auswirkungen des Coronavirus
Wie im Abschnitt über das makroökonomische Umfeld beschrieben, betrachtet die Kelvion Gruppe als globales Maschinenbauunternehmen das weltweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und die entsprechenden Prognosen als Maßstab für ihre eigene Leistung.
Die Gruppe hat ihre Finanzbudgets im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019 erstellt und genehmigte diese Mitte Dezember 2019. Diese ursprünglichen Budgets basierten auf den Wachstumserwartungen gemäß dem Weltwirtschaftsausblick des IWF vom 20. Januar 2020 sowie auf Schätzungen und Erwartungen einer der führenden strategischen Beratungsfirmen und weiterer externer Quellen.
Dieser Ausblick 2020 der Gruppe wurde jedoch im März 2020 revidiert und wird seither aufgrund der signifikanten und anhaltenden Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft fortlaufend überprüft.
Da die Gesamtsituation und die zukünftige Entwicklung aufgrund des Coronavirus schwer vorherzusagen sind, besteht zum Zeitpunkt der Berichtsunterzeichnung eine wesentliche Unsicherheit, die Zweifel an der Fähigkeit der Gruppe zur Einhaltung der Finanzvereinbarungen aufkommen lassen könnte. Für weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen auf die Finanzierung und die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Gruppe wird auf die "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" verwiesen. Weitere Informationen zu politischen und weltwirtschaftlichen Risiken finden Sie auch im Abschnitt "Risiken und Chancen".
Risikobericht
Risikomanagement
Für die Beurteilung der einzelnen Risiken wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.
Sämtliche Konzerngesellschaften sind in das Risikomanagementsystem der Kelvion-Gruppe sowie eingebunden. Mit vierteljährlichen und je nach Größe fallweise erstellten Risikoberichten wird gewährleistet, dass die Entscheidungsträger auf Segment- und Konzernebene unverzüglich über tatsächlich oder womöglich bestehende wesentliche Risiken für die zukünftige Entwicklung in Kenntnis gesetzt werden.
Die Grundsätze eines systematischen Risikomanagements werden in konzernweit gültigen Risikoleitlinien niedergelegt. Diese Leitlinien regeln zudem Risikomelde- und Risikobekämpfungspflichten.
Das Risikomanagement stützt sich zum einen auf Gremien wie etwa die Risikoprüfungs- und Risikoberatungsausschüsse und zum anderen auf Instrumente wie beispielsweise ein Berichtssystem mit Risikoberichten, Konzernfinanzprognosen, monatlichen Konzernabschlüssen und regelmäßigen Sitzungen des Gesellschafterbeirats und der Konzernführung.
Den besonderen Anforderungen des Projektgeschäfts des Konzerns wird durch Risikoausschüsse auf Ebene des Gesellschafterbeirats Rechnung getragen. Vor Unterbreitung eines verbindlichen Angebots oder Unterzeichnung eines Vertrages werden die kaufmännischen und vertraglichen Bedingungen potenzieller Kundenaufträge ausführlich von Spezialisten aus verschiedenen Abteilungen geprüft, damit nicht beherrschbare Risiken vermieden werden. Folglich greift das Risikomanagement schon, bevor Risiken überhaupt entstehen können, in Form einer kritischen Einschätzung des Chance-Risiko-Profils von Angeboten. Bei unangemessen hohem Risiko darf kein Vertrag zustande kommen.
Das Risikomanagementsystem dient nicht nur dem gesetzlich vorgeschriebenen frühzeitigen Erkennen von Risiken für den Fortbestand des Konzerns, sondern auch der Erfassung aller Risiken, die das Betriebsergebnis der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinträchtigen könnten.
Zur Ermittlung von Risiken, die den Fortbestand der Kelvion-Gruppe gefährden könnten, werden sämtliche relevanten Aspekte auf ihre finanzwirtschaftliche Wesentlichkeit (gesamtheitlich, d. h. ohne risikomindernde Maßnahmen) und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit hin geprüft.
Die Wesentlichkeit von Risiken bemisst sich anhand folgender Kriterien:
| Gering | Keine wesentliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage |
| Mittel | Merkliche Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage |
| Hoch | Wesentliche oder kritische Auswirkung auf Finanz- und Ertragslage |
Auf dieser Grundlage lassen sich sowohl Risiken als auch Chancen mit ihren Auswirkungen auf den Konzern einstufen.
Für Risiken, die aus der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns entstehen, sind in dem Zeitpunkt, in dem die Ansatzkriterien erfüllt sind, Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrags gebildet worden. Die bestehenden Risiken sind Gegenstand der Ausführungen des folgenden Abschnitts. Noch nicht bekannte oder gegenwärtig als unerheblich betrachtete Risiken können die Geschäftstätigkeit jedoch ebenfalls beeinträchtigen.
Risiken
Die Fähigkeit des Kelvion-Konzerns zur Steigerung des Wachstums und des Ertragspotenzials ist abhängig von den sich bietenden Chancen und den damit verknüpften Risiken. Kalkulierbare Risiken einzugehen ist daher Bestandteil der Konzernstrategie. Zur Gewährleistung einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts ist es wichtig, lediglich solche Risiken einzugehen, deren Wahrscheinlichkeit und Höhe kalkulierbar ist und die gleichzeitig eine größere Chance bieten. Dazu ist aktives Risiko- und Chancenmanagement notwendig, welches unangemessene Risiken identifiziert, Risiken überwacht und sicherstellt, dass daraus resultierende Chancen zeitnah genutzt werden.
Die strategische und mittelfristige Planung ist Kernbestandteile des Risiko- und Chancenmanagements des Konzerns. Diese Prozesse werden zur Entscheidungsfindung in Kerntechnologien und -märkten genutzt. Durch die Diversifizierung und Konzentration auf die Kernmärkte der Zukunft soll die Stabilität gewährleistet werden. Gleichzeitig können Entwicklungen, die das Fortbestehen des Konzerns gefährden, frühzeitig erkannt werden.
Chancen und Risiken resultieren aus zahlreichen betrieblichen Entscheidungen und werden daher aktiv durch die jeweiligen Abteilungen und Entscheidungsträger auf allen Konzernebenen überwacht. Im Rahmen dieses Entscheidungsfindungsprozesses werden ebenso Wesentlichkeitskriterien in Betracht gezogen.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Am 18. Mai 2014 hat der Galapagos-Konzern mit einem aus sechs Banken bestehenden Kreditkonsortium unter anderem eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität (Multi-Currency-Revolving-Facility) in Höhe von 75 Millionen EUR vereinbart. Der Vereinbarung gemäß muss das in der Kreditfazilität definierte EBITDA zu jedem Quartalsabschluss, an dem der Gesamtbetrag der Inanspruchnahme einen bestimmten Prozentsatz des Volumens der Kreditfazilität übersteigt, ein in der Vereinbarung bestimmtes Mindest-EBITDA erreichen. Zum Abschlussstichtag waren 15 Millionen EUR der Kreditfazilität in Anspruch genommen.
Der Galapagos-Konzern ist bei einer höheren Inanspruchnahme an kreditvertraglich definierte Financial Covenants gebunden. Zum Abschlussstichtag bestand für die Kelvion-Gruppe das Risiko, dass bei einer entsprechenden Inanspruchnahme der Kreditfazilität diese Financial Covenants nicht durch den Galapagos-Konzern eingehalten werden können, wenn ein in der Vereinbarung definiertes EBITDA auf Grund der wirtschaftlichen Lage nicht erreicht werden kann.
Da die revolvierende Kreditfazilität für sämtliche Segmente des Galapagos-Konzerns gemeinsam zur Verfügung gestellt wird, ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig von der Ergebnisentwicklung und vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Daher besteht für die Kelvion-Gruppe das inhärente Risiko von negativen Auswirkungen auf den eigenen Liquiditätsstatus, sofern sich die wirtschaftliche Lage der Kelvion-Gruppe oder des Galapagos-Konzerns insgesamt erkennbar verschlechtert. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe zum 31. Dezember 2017 wurde als mittel bis hoch eingestuft.
Im Rahmen der erfolgten Refinanzierung im Geschäftsjahr 2019 sind die Kreditverträge neu strukturiert und die Financial Covenants neu verhandelt worden. Dies hat zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Situation der Kelvion geführt. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
Erfolgswirksame Risiken
Die Risiken für den Geschäftserfolg des Konzerns können der Form nach höchst unterschiedlich sein. Daher ist die Kelvion-Gruppe im Rahmen ihres Risikomanagements bestrebt, Risiken bereits im Vorfeld zu erkennen, damit fallweise entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung negativer Effekte auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns getroffen werden können. In der Regel erfolgt eine Minderung möglicher Erfolgsrisiken mittels Vermeidung stärkerer Abhängigkeitsverhältnisse und Gewährleistung einer ausgewogenen Mischung aus unveränderlichen und veränderlichen Kapazitäten.
Die Märkte der Kelvion-Gruppe weisen ein diversifiziertes gefächertes Produkt- und Kundenspektrum auf. Diese Vielfalt dämpft den Einfluss von Schwankungen einzelner Märkte auf die Gesamtnachfrage. Der Konzern hält die Wahrscheinlichkeit eines globalen langfristigen Nachfragerückgangs für gering,sieht aber kurzfristig (d.h. 2020 und erste Hälfte 2021) ein Abwärtsrisiko durch das Coronavirus, wie im Abschnitt "Ausblick" und im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" beschrieben. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als mittel eingestuft.
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns besteht zu einem wesentlichen Teil aus Projekten, die von den Finanzierungsmöglichkeiten der Kunden abhängen. Eine allgemeine Nachfrageschwäche oder Kreditverknappung könnte die Realisierung derartiger Projekte erschweren. Aus dem gleichen Grund könnten bereits erteilte Aufträge verschoben oder sogar storniert werden. Sollten derlei Risiken weltweit eintreten, würden sie sich wesentlich auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken. Die Wahrscheinlichkeit eines globalen Eintretens derartiger Risiken wird als gering betrachtet. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird aufgrund der diversifizierten Abnehmerstruktur des Konzerns insgesamt als mittel eingestuft.
Länderspezifische Konfliktsituationen, die Risiken für den Konzern heraufbeschwören könnten, werden im Rahmen des Risikomanagements zwar kontinuierlich beobachtet, doch lassen sich die mit ihnen verbundenen Risiken nur schwer beziffern. Wesentliche Auswirkungen auf die Ertragslage des Konzerns werden allerdings nicht erwartet. Das von derlei Konfliktsituationen ausgehende Risiko wird insgesamt als mittel eingestuft.
Die Verkaufspreisentwicklung hängt maßgeblich vom Konjunkturverlauf ab. Jeder Auslastungsrückgang in der Industrie könnte erhebliche negative Folgen für das Preisniveau und somit auch für die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Fall langfristig eintritt, wird aufgrund der geographischen und industriellen Diversifizierung des Konzerns als gering erachtet. Kurzfristig (d.h. 2020 und erste Hälfte 2021) könnte sich aber ein Abwärtsrisiko durch das Coronavirus, wie im Abschnitt "Ausblick" und im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" beschrieben, ergeben. Das entsprechende Risiko für die Kelvion-Gruppe wird als mittel eingestuft.
In den Produktionsstätten der Kelvion-Gruppe werden zahlreiche Werkstoffe wie etwa Stahl, Kupfer, Aluminium und Titan verarbeitet. Deren Kaufpreis kann je nach Marktlage erheblich schwanken. Zur Festschreibung der als Kalkulationsgrundlage für Bestellungen dienenden Einkaufspreise werden mit ausgewählten Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen. Gleichwohl lässt sich das Kaufpreisrisiko nur schwer beziffern. Das Risiko für den Konzern insgesamt wird als mittel eingestuft.
Eine wichtige Grundlage für den Geschäftsbetrieb des Konzerns stellen Langzeitprojektaufträge dar. Sie bergen bisweilen besondere Risiken, weil die mit der Projektfertigstellung verbundenen Gefahren zu einem erheblichen Teil beim Konzern liegen. Darüber hinaus können derlei Aufträge mit Gewährleistungspflichten einhergehen, die noch mehrere Jahre nach der Projektabnahme fortbestehen. Technische Probleme, Qualitätsprobleme bei Zulieferern und Terminüberschreitungen können Mehrkosten verursachen. Daher besteht sowohl auf Ebene des Galapagos-Konzerns als auch auf Ebene des Kelvion-Konzernes ein umfassendes Risikomanagement zur konsequenten Kontrolle auftragsbezogener Risiken, das bereits vor der Unterbreitung verbindlicher Angebote greift. Für die vorhersehbaren Risiken auf diesem Gebiet sind Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden, was sich auf die Finanz- und Ertragslage sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Alles in allem wird das Projektrisiko als mittel eingestuft.
Engagierte und qualifizierte Beschäftigte sind für den unternehmerischen Erfolg des Konzerns von maßgeblicher Bedeutung. Die Kelvion-Gruppe begegnet der Gefahr eines Fachkräftemangels und dem Risiko, offene Stellen nicht adäquat besetzen zu können, mit unterschiedlichen personalpolitischen Maßnahmen. Der Konzern ist bestrebt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und seine Mitarbeiter langfristig zu halten. Die Wahrscheinlichkeit erheblicher nachteiliger Auswirkungen wird als mittel betrachtet. Das Personalrisiko für die Kelvion-Gruppe insgesamt wird als mittel eingestuft.
Die Auswirkungen des Coronavirus könnten zu Verzögerungen bei der Lieferung von Produkten oder ganzen Projekten an einige unserer Kunden führen. Alle Materiallieferungs- und Projektverträge enthalten Klauseln über "höhere Gewalt". Daher erwartet das Management der Gruppe keine materiellen Schadenersatzansprüche aus möglichen Verzögerungen bei der Lieferung von Produkten oder ganzen Projekten. Wo nötig hat die Gruppe ihre Kunden über den Ausbruch des Coronavirus als "höhere Gewalt" ("force majeure") informiert.
Rechtliche Risiken
Die rechtlichen Risiken der Kelvion-Gruppe könnten sich insbesondere aus schwebenden Verfahren ergeben. Da Angaben zur Wahrscheinlichkeit des Risikoeintritts die Stellung des Konzerns in derlei Verfahren erheblich beeinträchtigen würden, werden die rechtlichen Risiken hier nicht näher beziffert. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 bestehen jedoch keine für die Kelvion-Gruppe wesentlichen Auseinandersetzungen, Gerichtsverfahren oder amtliche Ermittlungen gegen Konzerngesellschaften, die aus deren Geschäftstätigkeit herrühren.
Für die aus den entsprechenden Gerichtsverfahren und aus sonstigen Rechtsstreitigkeiten der Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr herrührenden Risiken sind Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden. Da sich der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten jedoch nicht verlässlich vorhersehen lässt, besteht die Möglichkeit, dass sie Erträge oder Aufwendungen nach sich ziehen, falls die gebildeten Rückstellungen höher oder niedriger sind als erforderlich. Das davon ausgehende Risiko für die Kelvion-Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 wird als gering eingestuft.
Am 9. Oktober 2019 wurde mit den Banken und den gesicherten Anleihegläubigern eine neue Refinanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen der Refinanzierung konnte keine gütliche Einigung mit den ungesicherten Anleihegläubigern gefunden werden. Vor diesem Hintergrund erwartet die Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit diverse rechtliche Auseinandersetzungen. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
Umweltrisiken
Die Kelvion-Gruppe hat nur sehr wenige Betriebsgrundstücke im Bestand, von denen eine Gefahr für die Umwelt ausgehen könnte. Für die entsprechenden Risiken werden angemessene Vorkehrungen getroffen und Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Alles in allem werden die Umweltrisiken als gering eingestuft.
Steuerliche Risiken
Geltendes Steuerrecht kann sich sowohl auf die aktuelle Besteuerung wie auch auf die Nutzung von Verlustvorträgen und damit die Realisierung bilanzierter latenter Steueransprüche auswirken.
Darüber hinaus besteht in Deutschland und anderen Ländern aufgrund der angespannten Lage der Staatshaushalte, des daraus resultierenden Reformdrucks und der spürbar verschärften Steuerprüfungen erhebliche Unsicherheit über die weitere steuerrechtliche Entwicklung.
Im Rahmen der Refinanzierung, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurde, erfolgte die Übertragung der Galapagos BidCo Gruppe (zu der auch die Kelvion Gruppe gehört) auf die Mangrove Gruppe. In diesem Zusammenhang ist voraussichtlich ein Großteil der steuerlichen Verlustvorträge untergegangen. Wir verweisen auf den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".
Die steuerlichen Risiken könnten die Finanz- und Ertragslage der Kelvion-Gruppe wesentlich beeinflussen. Das Eintreten wesentlicher nachteiliger Effekte wird als relativ unwahrscheinlich betrachtet und deren Auswirkungen als moderat eingeschätzt. Daher wird das Risiko zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 wird als mittel eingestuft.
Chancen
Allgemeine Einschätzung der Chancen
Für die Beurteilung der einzelnen Chancen wurde ein jeweils adäquater Zeitraum zugrunde gelegt. Dieser entspricht mindestens dem verwendeten Prognosezeitraum.
Eine wichtige Aufgabe des Risikomanagements der Kelvion-Gruppe besteht in der systematischen Auswertung interner und externer Daten zu dem Zweck, Chancen frühzeitig zu erkennen und deren Potenzial richtig zu bewerten. In einem weiteren Schritt wird bestimmt, mit welchen konkreten Maßnahmen sich die erkannten Chancen in wirtschaftlichen Erfolg umwandeln lassen.
Der Konzern legt seiner geschäftlichen Planung bestimmte Annahmen in Bezug auf die im Folgenden erläuterten Erfolgsparameter zugrunde. Entwickeln sich diese Parameter insgesamt besser als erwartet, so könnte ein entsprechender Effekt auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns eintreten.
Marktbezogene Chancen
Durch die neue Vertriebsorganisation soll zusätzliches Geschäftsvolumen erzielt werden, indem die Marktreichweite erweitert und der wachsende Markt bedient wird. Durch verbesserte und standardisierte ERP- und Vertriebstools werden die Geschäftsprozesse weiter optimiert. Innovationen aus den internen Forschungs- und Entwicklungsprojekten können zu neuen Produkten und zu weiterer Profitabilität führen.
Erfolgswirksame Chancen
Im Geschäftsjahr 2017 und den folgenden Jahren wurde der eingeleitete Reorganisations- und Restrukturierungsprozess der Kelvion-Gruppe weiter fortgeführt. Dabei werden unter anderem Standorte weiter gebündelt und neu ausgerichtet, um konzerninterne Synergien zu heben. Die umgesetzten Maßnahmen werden sich nach Auffassung der Geschäftsleitung künftig durch eine verbesserte Kostenstruktur positiv auf den Unternehmenserfolg auswirken.
Der Auftragsbestand des Konzerns lag zu Beginn des Geschäftsjahres 2017 höher als zu Beginn des Vorjahres. Dies resultiert maßgeblich aus einem höheren Auftragseingang. Mit Hilfe der reorganisierten Vertriebsstruktur können zukünftig weiterhin mehr Aufträge akquiriert und die Auftragsbestände gesteigert werden.
Des Weiteren bietet die Standardisierung und Verbesserung der ERP-Systeme die Möglichkeit die Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und somit zusätzliche Potentiale zu heben.
Nach Auffassung des Konzerns besteht eine niedrige bis moderate Wahrscheinlichkeit, dass die erfolgswirksamen Chancen größer sind als in der Planung angenommen und somit einen wesentlichen positiven Beitrag zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage leisten werden.
Gesamtaussage zum Chancen- und Risikobericht
Das breit gefächerte und diversifizierte Produkt- und Kundenspektrum der Kelvion Gruppe biete viele Chancen und reduziert gleichzeitig Marktrisiken einzelner Branchen und Regionen. Allerdings kann die weltweite Corona Pandemie, wie im Abschnitt "Ausblick" und im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" beschrieben, temporär zu einem Nachfragerückgang führen, dessen Ausmaß nicht vorherzusagen ist.
Zum Abschlussstichtag bestand für die Kelvion-Gruppe das Risiko, das die Financial Covenants nicht durch den Mutterkonzern eingehalten werden können und damit das inhärente Risiko von negativen Auswirkungen auf den Liquiditätsstatus. Im Rahmen der erfolgten Refinanzierung im Geschäftsjahr 2019 sind die Kreditverträge neu strukturiert und die Financial Covenants neu verhandelt worden. Dies hat zu einer deutlichen Verbesserung der finanziellen Situation der Kelvion geführt. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
Für die Aufstellung des Konzernabschlusses maßgebliche interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme
Das interne Kontrollsystem (IKS) der Kelvion-Gruppe beruht auf dem COSO-Rahmenwerk und umfasst das Risikomanagementsystem (RMS) sowie weitere Grundsätze, Maßnahmen und Regeln (sonstige Bestandteile des IKS). Die Geschäftsführung ist verantwortlich für die bedarfsgerechte Einrichtung des IKS. Die interne Revision führt regelmäßig unabhängige Prüfungen der Funktion und der Effektivität des IKS durch. Des Weiteren erfolgt eine risikoorientierte Prüfung der Effektivität des für die Aufstellung des Konzernabschlusses relevanten IKS durch externe Prüfer. Das RMS dient zur Erkennung und Einstufung von Risiken. Die übrigen Bestandteile des IKS dienen vorrangig der Vermeidung oder Minderung von Risiken unter Ergreifung steuernder Maßnahmen. In das IKS des Konzerns sind neben der Kelvion Finance GmbH auch alle übrigen Konzerngesellschaften eingebunden.
Die Anwendung der folgenden Grundsätze des Konzern-IKS ist für alle Unternehmensfunktionen obligatorisch: eindeutige Zuständigkeitsregelung, Aufgabentrennung in allen Tätigkeitsbereichen, Vier-Augen-Prinzip bei Freigaben, Befolgung von Richtlinien, Anweisungen und Verfahrensvorschriften (Handbücher), Einholung von Vergleichsangeboten vor Auftragsvergabe, Schutz von Daten vor dem Zugriff Unbefugter und Durchführung von Schulungen zur Gewährleistung konzernweit einheitlicher Arbeitsverfahren.
Das auf die Finanzberichterstattung bezogene IKS der Kelvion-Gruppe umfasst sämtliche Grundsätze, Maßnahmen und Regeln für die ordnungsgemäße Genehmigung und Verbuchung von Geschäftsvorfällen für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse. Ziel des eingerichteten IKS sind eine verlässliche Rechnungslegung, die Erfüllung geltender Gesetze und Normen sowie kostengünstige Arbeitsabläufe.
Naturgemäß kann es - unabhängig davon, wie das einzelne IKS eingerichtet ist - keine absolute Garantie dafür geben, dass die definierten Ziele erreicht werden können. Bezüglich des auf die Finanzberichterstattung bezogenen IKS kann daher nicht mit uneingeschränkter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass wesentliche Fehlbuchungen vorgenommen oder entdeckt werden.
Die Zentralabteilung Konzernrechnungswesen ("Group Accounting") steuert die Prozesse für die Konsolidierung und die interne Berichterstattung. Gesetze, Richtlinien und sonstige Veröffentlichungen werden regelmäßig auf ihre Relevanz und ihren möglichen Einfluss auf die Berichterstattung der Kelvion Gruppe analysiert. Ein konzernweit verpflichtend anzuwendendes Bilanzierungshandbuch und der Finanzberichtskalender bilden die Grundlage des Prozesses zur Berichterstattung. Zusätzlich unterstützen Anweisungen zur konzernweiten Abstimmung, standardisierte Berichtsformate, IT-Systeme wie auch ein IT-gestützter Berichts- und Konsolidierungsprozess eine einheitliche und richtlinienkonforme Finanzberichterstattung. Falls notwendig, werden externe Dienstleister - zum Beispiel für die Berechnung der Pensionsrückstellungen - beauftragt. Group Accounting stellt sicher, dass diese Anforderungen gruppenweit befolgt werden.
Wesentliche Instrumente für die Finanzberichterstattung und zur Gewährleistung einer einheitlichen Rechnungslegung bei allen Tochtergesellschaften sind Bilanzierungs- und Kontierungshandbücher, ein einheitlicher Kontenrahmen, Konsolidierungs- und Kalkulationshandbücher, die Genehmigung von Buchungen nach dem Vier-Augen-Prinzip und die Vornahme bestimmter Buchungen ausschließlich durch ausgewählte Personen. Zur Fehlervermeidung kommen in den mit Rechnungslegung, Controlling und Finanzierung befassten Abteilungen aller Konzerngesellschaften standardisierte IT-Systeme zur Anwendung. Sämtliche Richtlinien und IT-Systeme werden fortlaufend an die gesetzlichen und geschäftlichen Anforderungen angepasst.
Zusammenfassend hat die Kelvion-Gruppe ein IKS eingerichtet, das eine verlässliche Rechnungslegung gewährleistet.
Erklärung zur Unternehmensführung
Das "Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG)" verpflichtet das Unternehmen dazu, sich eigene Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in den beiden Managementebenen unterhalb der Geschäftsführung zu setzen. Gleichzeitig sind Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen zu setzen.
Die Geschäftsführung der Kelvion Finance GmbH hat sich die Zielgröße von 20 Prozent für den entsprechenden Frauenanteil gegeben. Dieses Ziel soll bis zum Jahr 2020 erreicht werden. Der Frauenanteil in der Geschäftsführung beträgt im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 50% und in der ersten Managementebene unter der Geschäftsführung 33 Prozent.
Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten
Die nachfolgenden Ausführungen zur Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten der Kelvion-Gruppe beziehen sich primär auf die Struktur und organisatorische Ausgestaltung der Gruppe zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017.
In Bezug auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplante Transaktionen ist der Kelvion-Konzern Finanzierungs-, Liquiditäts-, Kredit-, Zins- und Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement des Galapagos-Konzerns (seit 9. Oktober 2019 des Mangrove Konzerns - Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung unter "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"), in welches die Kelvion-Gruppe bis zum 9. Oktober 2019 einbezogen wurde, verfolgte das Ziel, diese Risiken durch laufende betriebliche und finanzielle Maßnahmen zu minimieren. In Abhängigkeit von der Risikobeurteilung wurden ausgewählte derivative oder nicht-derivative Instrumente zur Risikominimierung verwendet. Gleichwohl nutzte der Konzern Derivate ausschließlich als Sicherungsinstrumente und nicht zu Handels- oder Spekulationszwecken. Die Risikobereiche der Liquidität, Wechselkurse und Kreditrisiken wurden analysiert und insgesamt als mittel eingestuft. Sicherungsbeziehungen wurden nicht gebildet.
Finanzierungsrisiken
Als weltweit tätiger Konzern ist die Kelvion-Gruppe im gewöhnlichen Geschäftsverkehr finanziellen Risiken wie beispielsweise einem Liquiditäts-, Wechselkurs-, Zinsänderungs-, Beschaffungsmarkt- und Kreditrisiko ausgesetzt, die Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nehmen können. Der Konzern ist grundsätzlich bestrebt, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken und den daraus resultierenden Finanzierungsbedarf durch den Einsatz von Derivaten zu mindern. Es werden keine Derivate zu Handelszwecken erworben.
Überdies bestehen Finanzierungsrisiken im Zusammenhang mit der Finanzierung des Kaufpreises für den Kauf der HX-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Hierbei haften festgelegte Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe mit ihren Vermögenswerten. Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2017 Vermögenswerte in Höhe von 2.037 Millionen EUR als Sicherheiten verpfändet. Für weitere Einzelheiten wird auf Kapitel 7.4 des Konzernanhangs verwiesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses und -lageberichts waren die Bedingungen zur Ziehung der Sicherheiten nicht eingetreten.
Das Risikomanagement erfolgte zentral auf Ebene der Galapagos-Gruppe. Die Ermittlung, Bewertung und Absicherung finanzieller Risiken nimmt die Konzernabteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung und den Werken des Kelvion-Konzerns vor. Dabei ist die Konzernabteilung Treasury an ein klares Regelwerk gebunden.
Liquiditätsrisiko
Unter Liquiditätsrisiko ist das Risiko zu verstehen, dass die Kelvion-Gruppe ihren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nicht nachzukommen imstande ist. Die Kelvion-Gruppe steuert ihr Liquiditätsrisiko auf Konzernebene vorrangig über den Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit sowie ergänzend mit Fremdkapital. Die Geschäftseinheiten melden ihren Barmittel- und Währungsbedarf bei der Konzernabteilung Treasury an. Die Galapagos-Gruppe hält im Wege einer Liquiditätssteuerung mittels automatischer Kontenübertragung, in die auch die Kelvion-Gruppe eingebunden ist, und revolvierender Kreditfazilitäten stets hinreichende Liquiditätsreserven vor. Die Liquiditätslage wird von Treasury täglich kontrolliert. Zudem wird fortlaufend eine Liquiditätsprognose erstellt.
Der Konzern hat am 18. Mai 2014 mit einem Bankenkonsortium, bestehend aus 6 Banken, eine revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 75 Millionen EUR ausgehandelt. Im Falle, dass am Quartalsende der gezeichnete Betrag einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Fazilität übersteigt, muss das bereinigte EBITDA einen bestimmten, vereinbarten Betrag übersteigen. Die Definition des bereinigten EBITDA entspricht nicht der Definition des Jahresabschlusses. Zum Bilanzstichtag wurden 15 Millionen EUR der revolvierenden Kreditfazilität gezeichnet.
Am 31. Dezember 2017 wurden die EBITDA-Vereinbarungen nicht eingehalten, was eine Reduzierung der revolvierenden Kreditfazilitäten auf weniger als 22,5 Millionen EUR zur Folge hatte. Dieser Betrag ist für den Liquiditätsbedarf bis Ende 2019 nicht ausreichend. Aus diesem Grund haben die Eigentümer der Galapagos-Gruppe entsprechend den Bestimmungen der Kreditvereinbarungen einen "Equity Cure" eingeleitet, um die revolvierende Kreditfazilität wieder für den vollen Betrag von 75 Millionen EUR freizugeben. Zusätzlich wurden im April 2018 Gespräche mit den Banken aufgenommen, um die Kreditvereinbarungen auszuweiten. Daraus haben sich Refinanzierungsverhandlungen ergeben, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurden und im Kern zu einer deutlichen Entschuldung des operativen Kelvion Konzerns und zu einer Verlängerung der Kreditlinien geführt haben. Unter Zugrundelegung der neuen Finanzierung vertritt der Konzern die Auffassung, dass der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit und die vorhandenen Guthaben zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs, des Nettoumlaufvermögens und der Zinszahlungen für die nächsten 12 Monate und die absehbare Zukunft ausreichen werden. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".
Aufgrund der gemeinsam für sämtliche Segmente von Galapagos zur Verfügung gestellten Revolver-Kreditlinie ist die Kelvion-Gruppe auch abhängig vom Liquiditätsbedarf der übrigen Konzerngesellschaften der Galapagos-Gruppe. Falls sich deren Liquiditätsentwicklung deutlich verschlechtern sollte, kann das auch negative Auswirkungen auf die Kelvion-Gruppe haben.
Gestärkt wird die Liquiditätslage des Kelvion-Konzerns durch das Fehlen kurzfristig fälliger Darlehensverbindlichkeiten und durch die Möglichkeit der Mittelaufnahme aus dem Cashpool mit anderen Gesellschaften der Galapagos-Gruppe. Sämtliche Kreditvereinbarungen (Schuldtitel und revolvierende Kreditfazilitäten) sind erst bei Fälligkeit frühestens in den Jahren 2021 bis 2022 bzw. bis 2044 (Tranche D) vollständig zu tilgen. Aufgrund der am 9. Oktober 2019 erfolgten finanziellen Restrukturierung wird nicht davon ausgegangen, dass das Gesellschafterdarlehen in voller Höhe zurückgezahlt wird.
Wechselkursrisiko
Die Erfolgsrechnung des Konzerns ist sowohl wechselkursbedingten Transaktions- als auch wechselkursbedingten Umrechnungsrisiken ausgesetzt.
Wechselkursbedingtes Transaktionsrisiko
Für den Konzern besteht bei Auslandsgeschäften ein Wechselkursrisiko vor allem im Britischen Pfund, im US-Dollar und im Chinesischen Renminbi Yuan. Es tritt ein, wenn bei Tochtergesellschaften Ausgaben oder Einnahmen in einer anderen Währung als der funktionalen Währung des Konzerns entstehen.
Zur Steuerung des Wechselkursrisikos aus zukünftigen Geschäftsvorfällen sowie aus bilanzierten Vermögenswerten und Verbindlichkeiten macht der Konzern Gebrauch von Terminkontrakten. Deren Abschluss erfolgt durch die Abteilung Treasury der Kelvion Holding GmbH. Wechselkursrisiken treten bei Geschäften auf, in denen die zukünftig bilanzierten Vermögenswerte oder Schulden in einer anderen Währung als der funktionalen Währung denominiert sind. Das Konzern-Treasury hat die Nettoposition jeder Fremdwährung durch den Einsatz externer Devisenterminkontrakte zu steuern.
Gemäß den einheitlichen Konzernrichtlinien der Galapagos-Gruppe bzw. der Kelvion-Gruppe für das zentrale Währungsmanagement haben alle Konzerngesellschaften Fremdwährungspositionen bei Entstehung so abzusichern, dass sich der Preis unter Anlegung des Absicherungskurses nicht verändert. Eine Absicherung von Wechselkursrisiken erfolgt bei bilanzwirksamen Grundgeschäften, bei nicht bilanzwirksamen festen Verpflichtungen und bei erwarteten Geschäftsvorfällen mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Absicherungszeiträume bestimmen sich anhand der Fälligkeitstermine der gesicherten Grundgeschäfte und betragen in der Regel bis zu zwölf Monate, in Ausnahmefällen auch deutlich mehr. Gleichwohl können Wechselkursschwankungen Einfluss auf die Absatzchancen außerhalb der Eurozone nehmen.
Verbundene Unternehmen mit Sitz in der Eurozone sind verpflichtet, dem Konzern-Treasury sämtliche offenen Risiken aus Waren- und Dienstleistungsgeschäften in wesentlichen Transaktionswährungen zu melden. Diese Risiken werden in Abhängigkeit vom Absicherungsziel der Derivate und der damit einhergehenden buchhalterischen Behandlung mehrheitlich direkt laufzeitkongruent an Banken weitergereicht. Sie können jedoch auch als Teil eines Portfolios abgesichert werden. Die Absicherung von Finanzgeschäften und Geschäften von Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone erfolgt ebenfalls in enger Abstimmung mit dem Konzern-Treasury.
Wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko
Der Konzern besitzt Anteile an ausländischen Geschäftsbetrieben, deren Reinvermögen einem wechselkursbedingten Umrechnungsrisiko unterliegt. Ein wechselkursbedingtes Umrechnungsrisiko tritt ein, wenn die in anderen Währungen als dem Euro bewerteten Ergebnisse von Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums unter Anwendung des jeweils gültigen Wechselkurses in Euro umgerechnet werden. Dieses Umrechnungsrisiko wird nicht abgesichert.
Zinsänderungsrisiko
Die Kelvion-Gruppe unterliegt einem Zinsänderungsrisiko insofern, als Marktzinsschwankungen Einfluss auf das variabel verzinsliche Gesellschafterdarlehen nehmen können. Zinsderivate dürfen nur vom Konzern-Treasury getätigt werden.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten besteht darin, dass die Gegenpartei eines Finanzkontrakts ihren Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommt. Das Konzern-Treasury ist bestrebt, dieses Kontrahentenrisiko fortlaufend zu prüfen und zu begrenzen. Für jeden Kontrahenten ist eine Risikoobergrenze festgelegt worden, die sich zumeist aus den Bonitätsnoten renommierter Kreditbewertungsagenturen und aus Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, Abk. "CDS") herleitet. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen.
Die Finanzlage potenzieller Kunden wird von einem internen Risikoausschuss bereits vor der Auftragsannahme geprüft. Darüber hinaus findet bei Bedarf ein aktives Forderungsmanagement über echtes Factoring, Forfaitierung und Kreditversicherungen statt. Bei Exportgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz. Zusätzlich zu den Kontrollen der betroffenen Tochtergesellschaft vor Ort überwacht der Konzern die wichtigsten Kreditrisiken auf Konzernleitungsebene, um einer Risikohäufung entgegenzuwirken.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht kein Konzentrationsrisiko, da sie sich für gewöhnlich auf zahlreiche Kunden in mehreren Branchen und Regionen verteilen. Konkreten Kreditrisiken wird im Wege von Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Derivatkontrakte werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, deren Kreditwürdigkeit im Rahmen des eingangs beschriebenen Kontrahentenlimitsystems als verlässlich eingestuft worden ist. Die Einstufung wird ebenfalls fortwährend kontrolliert.
Die maximale Risikobelastung für die finanziellen Vermögenswerte ist auf deren Buchwert begrenzt.
Bochum, 19. Mai 2020
Jürgen Vinkenflügel
Marcus Mayer
Aktiva
| (in T EUR) | Anhang * | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 6.1 | 154.667 | 199.487 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 6.2 | 161.855 | 179.720 |
| Sachanlagen | 6.3 | 157.868 | 193.867 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 6.4 | 35.793 | 34.961 |
| Latente Steueransprüche | 8.6 | 27.293 | 23.423 |
| Langfristige Vermögenswerte | 537.476 | 631.458 | |
| Vorräte | 6.5 | 88.861 | 92.527 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige, finanzielle Forderungen | 6.6 | 227.415 | 237.860 |
| Kurzfristige Ertragssteueransprüche | 7.967 | 5.790 | |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 6.4 | 80.739 | 93.471 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 6.7 | 52.969 | 67.515 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 457.951 | 497.163 | |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | 5 | 717 | 6.800 |
| Aktiva | 996.144 | 1.135.421 | |
|
Passiva |
|||
| (in T EUR) | Anhang * | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Gezeichnetes Kapital | 7.1 | 25 | 25 |
| Kapitalrücklage | 7.1 | 62.516 | 62.516 |
| Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung | 4 | -10.884 | -10.884 |
| Gewinnrücklagen und Bilanzverlust | 7.1 | -364.314 | -248.512 |
| Sonstiges Konzernergebnis | 7.1 | -5.973 | 2.418 |
| Gesamtes auf den Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital | -318.630 | -194.437 | |
| Nicht beherrschende Anteile | 7.1 | 1.664 | 1.619 |
| Eigenkapital | -316.966 | -192.818 | |
| Langfristige Rückstellungen | 7.2 | 54.634 | 54.347 |
| Langfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 7.3 | 35.302 | 39.850 |
| Gesellschafterdarlehen | 7.4 | 694.593 | 703.069 |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.6 | 54.518 | 11.601 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 7.8 | 151 | 158 |
| Latente Steuerschulden | 8.6 | 55.999 | 49.410 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 895.197 | 858.435 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | 7.2 | 48.566 | 49.014 |
| Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 7.3 | 33.307 | 34.674 |
| Kurzfristige Bankkredite | 7.5 | 16.642 | 21.100 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7.7 | 145.669 | 168.386 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.6 | 105.962 | 122.503 |
| Steuerschulden | 4.442 | 5.289 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 7.8 | 63.038 | 67.353 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 417.626 | 468.319 | |
| Zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | 5 | 287 | 1.485 |
| Passiva | 996.144 | 1.135.421 |
*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
| (in T EUR) | Anhang * | 2017 | 2016 |
| Umsatzerlöse | 8.1 | 815.889 | 787.307 |
| Umsatzkosten | -709.864 | -635.664 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 106.025 | 151.643 | |
| Vertriebskosten | -89.139 | -93.409 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -9.133 | -9.531 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -72.108 | -85.133 | |
| Sonstige Erträge | 8.2 | 51.079 | 57.952 |
| Sonstige Aufwendungen | 8.3 | -37.824 | -49.181 |
| Sonstige Finanzerträge | - | 37 | |
| Sonstige Finanzaufwendungen | -159 | -193 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -51.259 | -27.815 | |
| Zinserträge | 8.5 | 8.668 | 9.947 |
| Zinsaufwendungen | 8.5 | -62.479 | -61.423 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -105.070 | -79.291 | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 8.6 | -10.439 | 2.739 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -115.509 | -76.552 | |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | -74 | -533 | |
| Konzernverlust | -115.583 | -77.085 | |
| davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH | -115.677 | -77.113 | |
| davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | 94 | 28 |
*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
| (in T EUR) | Anhang * | 2017 | 2016 |
| Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -115.509 | -76.552 | |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | -74 | -533 | |
| Konzernverlust | -115.583 | -77.085 | |
| Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden: | |||
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 7.3 | -175 | -1.190 |
| Steuereffekt versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 50 | 340 | |
| Summe der Posten, die zukünftig nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | -125 | -850 | |
| Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen zukünftig erfüllt sind bzw. wurden: | |||
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -8.440 | 1.573 | |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | - | -18 | |
| Umgliederung des Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung aufgrund des Abgangs Enexios & DencoHappels | - | -675 | |
| Summe Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden, sofern zukünftig bestimmte Bedingungen erfüllt sind bzw. wurden | -8.440 | 880 | |
| Sonstiges Konzernergebnis | -8.565 | 30 | |
| Konzerngesamtergebnis | -124.148 | -77.055 | |
| davon Anteil der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH | -124.193 | -76.968 | |
| davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter | -45 | -87 |
*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
| (in T EUR) | Anhang ** | 2017 | 2016 |
| Konzernverlust | -115.583 | -77.085 | |
| Zu-/abzüglich Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 8.6 | 10.439 | -2.739 |
| zu-/abzüglich Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 74 | 533 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -105.070 | -79.291 | |
| Zinsergebnis | 8.5 | 53.811 | 51.476 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -51.259 | -27.815 | |
| Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungsaufwendungen auf langfristige Vermögenswerte | 6.2, 6.3 | 101.920 | 62.285 |
| Weitere nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 360 | -11.795 | |
| Zahlungen auf Leistungs-Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 7.3 | -457 | -468 |
| Veränderung der Rückstellungen | 7.2 | -8.075 | 15.030 |
| Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | -9.661 | 161 | |
| Veränderung der Vorräte inklusive noch nicht fakturierter Fertigungsaufträge * | 6.5 | -4.222 | 66.048 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6.6 | -3.262 | 29.272 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7.7 | -16.023 | -22.470 |
| Veränderung der sonstigen Vermögenswerte und Schulden | 6.4 | -10.019 | -7.830 |
| Gezahlte Steuern | 8.6 | -11.299 | -5.186 |
| Cash-Flow aus der laufenden Tätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche | -11.997 | 97.232 | |
| Netto-Cash-Flow aus der laufenden Tätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche | -104 | -5.071 | |
| Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -12.101 | 92.161 | |
| Einzahlungen aus Veräußerung langfristiger Vermögenswerte | 32.683 | 200 | |
| Auszahlungen für den Kauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte | 6.2, 6.3 | -26.323 | -16.019 |
| Auszahlungen für langfristige finanzielle Vermögenswerte | - | -15 | |
| Einzahlungen aus Zinsen und Dividenden | - | 1.703 | |
| Abgang von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus der Veräußerung nicht fortgeführter Geschäftsbereiche | 350 | -298 | |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche | 6.710 | -14.429 | |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche | -85 | -124 | |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit | 6.625 | -14.553 | |
| Auszahlungen an nicht beherrschende Gesellschafter | - | -18 | |
| Dividendenzahlungen | - | -58 | |
| Einzahlungen aus revolvierender Kreditfazilität | -5.000 | - | |
| Auszahlungen aus dem Finanzierungsleasing | 7.6 | -405 | -1.057 |
| Nettoein- bzw. auszahlungen an Banken | 7.5 | 744 | -2.866 |
| Veränderung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften | 33.742 | -47.455 | |
| Veränderung von Gesellschafterdarlehen | - | 17.500 | |
| Gezahlte Zinsen | -36.492 | -42.485 | |
| Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit fortgeführter Geschäftsbereiche | -7.411 | -76.439 | |
| Netto-Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit nicht fortgeführter Geschäftsbereiche | - | 152 | |
| Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -7.411 | -76.287 | |
| Wechselkursbedingte Änderungen des Zahlungsmittelbestandes | -1.659 | 2.726 | |
| Veränderung des frei verfügbaren Zahlungsmittelbestandes | -15.956 | 4.047 | |
| Zahlungsmittelbestand zum 1. Januar 2017 | 67.332 | 63.285 | |
| Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2017 | 51.376 | 67.332 | |
| Nicht frei verfügbarer Zahlungsmittelbestand zum 31. Dezember 2017 | 1.593 | 183 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 2017 | 6.7 | 52.969 | 67.515 |
*) Einschließlich erhaltener Anzahlungen
**) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
| Gewinnrücklagen und Bilanzverlust | ||||||
| Anhang * | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Führung | Gewinn oder Verlust | Versicherungs-mathematische Gewinne und Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | |
| Bilanz per 01. Januar 2016 | 25 | 62.516 | - | -170.295 | -254 | |
| Konzernergebnis | - | - | - | -77.113 | - | |
| Währungsumrechnung | - | - | - | - | - | |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto | 7.3 | - | - | - | - | -850 |
| Summe Sonstiges Ergebnis | - | - | - | - | -850 | |
| Summe Konzerngesamtergebnis | - | - | - | -77.113 | -850 | |
| Veränderung der Minderheitenanteile | - | - | - | - | - | |
| Dividendenzahlungen | - | - | - | - | - | |
| Anteilsbasierte Vergütung | - | - | -10.884 | - | - | |
| Eigenkapital per 31. Dezember 2016 | 25 | 62.516 | -10.884 | -247.408 | -1.104 | |
| Konzernergebnis | - | - | - | -115.677 | - | |
| Währungsumrechnung | - | - | - | - | - | |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto | 7.3 | - | - | - | - | -125 |
| Summe Sonstiges Konzernergebnis | - | - | - | - | -125 | |
| Summe Konzerngesamtergebnis | - | - | - | -115.677 | -125 | |
| Eigenkapital per 31. Dezember 2017 | 25 | 62.516 | -10.884 | -363.085 | -1.229 | |
| Sonstiges Konzernergebnis | ||||
| Wechselkurseffekte | Gesamtes auf den Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital | Nicht beherrschende Anteile | Summe Eigenkapital | |
| Bilanz per 01. Januar 2016 | 1.423 | -106.585 | 1.832 | -104.753 |
| Konzernergebnis | - | -77.113 | 28 | -77.085 |
| Währungsumrechnung | 995 | 995 | -115 | 880 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto | - | -850 | - | -850 |
| Summe Sonstiges Ergebnis | 995 | 145 | -115 | 30 |
| Summe Konzerngesamtergebnis | 995 | -76.968 | -87 | -77.055 |
| Veränderung der Minderheitenanteile | - | - | -68 | -68 |
| Dividendenzahlungen | - | - | -58 | -58 |
| Anteilsbasierte Vergütung | - | -10.884 | - | -10.884 |
| Eigenkapital per 31. Dezember 2016 | 2.418 | -194.437 | 1.619 | -192.818 |
| Konzernergebnis | - | -115.677 | 94 | -115.583 |
| Währungsumrechnung | -8.391 | -8.391 | -49 | -8.440 |
| Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne/Verluste, netto | - | -125 | - | -125 |
| Summe Sonstiges Konzernergebnis | -8.391 | -8.516 | -49 | -8.565 |
| Summe Konzerngesamtergebnis | -8.391 | -124.193 | 45 | -124.148 |
| Eigenkapital per 31. Dezember 2017 | -5.973 | -318.630 | 1.664 | -316.966 |
*) Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
1. Bilanzierendes Unternehmen
Die Kelvion Finance GmbH (im Folgenden "Kelvion Finance" genannt) ist eine Gesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in der Meesmannstraße 103, 44807 Bochum, und eingetragen unter Nr. HRB 15203 im Handelsregister des Amtsgerichts Bochum. Die Gesellschaft ist die Muttergesellschaft der in Deutschland ansässigen Kelvion-Gruppe (im Folgenden auch "Konzern" genannt). Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR gegründet. Seine direkte Muttergesellschaft Galapagos BidCo S.à r.l. sowie seine indirekten Muttergesellschaften Galapagos S.A. und Galapagos Holding S.A. (bis 9. Oktober 2019, für Einzelheiten siehe den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag") wurden am 4. April 2014 mit Sitz in Luxemburg gegründet. Alleingesellschafterin der Galapagos Holding S.A. ist die Galapagos MidCo S.à r.l., Luxemburg, die ein direktes Tochterunternehmen der Galapagos LuxCo S.à r.l., Luxemburg, ist. Sie sind allesamt Gesellschaften luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Die Gründung sämtlicher vorgenannter Gesellschaften durch verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds erfolgte zu dem Zweck des Erwerbs des Geschäftsbereichs Heat Exchangers (im Folgenden auch "HX-Gruppe" genannt) von der GEA Group. Die Galapagos Holding S.A. (im Folgenden "Galapagos-Konzern" oder "Galapagos-Gruppe" genannt) sowie die Galapagos S.A. stellen jeweils einen Konzernabschluss nach IFRS auf, in der die Kelvion Finance GmbH und ihre Tochtergesellschaften einbezogen werden, und in Luxemburg veröffentlicht werden.
Am 9. Oktober 2019 hat bei der unmittelbaren Muttergesellschaft der Kelvion-Gruppe, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg, ein Gesellschafterwechsel stattgefunden. Seitdem gehört die Kelvion-Gruppe zur neu gegründeten Mangrove Gruppe, Luxemburg (für Einzelheiten siehe den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag").
Die Muttergesellschaft, die Kelvion Finance GmbH, ist nach dem nach deutschen handelsrechtlichen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 bilanziell überschuldet. In diesem Zusammenhang hat der Gesellschafter der Kelvion Finance GmbH einen Rangrücktritt in Höhe von EUR 110 Millionen gewährt, der jedoch nicht ausreicht die bilanzielle Überschuldung zu beseitigen. Allerdings geht die Gesellschaft aufgrund der aktuellen Informationen von einer positiven Fortbestehensprognose aus.
Am 16. April 2014 haben die Kelvion Finance und die GEA Group den Anteils- und Kaufvertrag über den Erwerb der HX Gruppe unterzeichnet. Das Closing war am 31. Oktober 2014.
Der Geschäftsbereich Heat Exchangers (HX-Gruppe) wurde nach dem Erwerb wirtschaftlich in die Segmente "Kelvion", "DencoHappel" (im Folgenden auch als "DH" bezeichnet) sowie "ENEXIO" aufgegliedert. Jedes dieser Segmente wird durch eine eigene Geschäftsleitung geführt und durch ein "Shareholder Committee" operativ beraten.
Die HX-Gruppe (Kelvion, DencoHappel und ENEXIO) ist breit im Geschäft mit Wärmetauschern aufgestellt und weltweit einer der größten Anbieter auf diesem Gebiet. Ihre umfangreiche Produktpalette reicht von Plattenwärme- und Rohrbündelwärmetauschern über luftgekühlte Wärmetauscher, Luftfilteranlagen, Trocken- und Nasskühlsysteme sowie Kunststoff-Füllmaterial bis zu Luftaufbereitungsanlagen für zahlreiche Anwendungen in den Branchen Energieerzeugung, Klima- und Umweltschutz, Öl und Gas, Petrochemie, Nahrungsmittel und Getränke, Chemie und Schifffahrt.
Im Geschäftsjahr 2015 wurde beschlossen, die wirtschaftlich bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO auch in gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreie Gesellschaftsstrukturen zu überführen. Zu diesem Zweck wurden folgende Transaktionen in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 getätigt:
DencoHappel Segment
Es wurde in 2015 mit der DencoHappel Holding GmbH eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des DencoHappel-Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet wurden. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen bzw. Übertragungen von DencoHappel-Gesellschaften bzw. DencoHappel-Geschäftsaktivitäten in Form von Abspaltungen bzw. Asset Deals an bzw. auf die DencoHappel Holding GmbH bzw. an durch die DencoHappel Holding GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend zum Ende des Geschäftsjahres 2015 (siehe Ziffer 4 des Konzernanhangs). Die veräußerten oder übertragenen DencoHappel Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Übertragungen der tschechischen und österreichischen Geschäftsaktivitäten, welche wirtschaftlich dem Kelvion Segment zuzurechnen, jedoch rechtlich zum Abschlussstichtag 2015 noch Teil der DencoHappel-Gesellschaften sind, wurden indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffer 5 des Konzernanhangs).
ENEXIO Segment
Mit der ENEXIO Management GmbH wurde in 2015 eine Holdinggesellschaft implementiert (als Schwestergesellschaft der Kelvion Finance), unter welcher die Geschäftsaktivitäten des ENEXIO Segments gesellschaftsrechtlich abgebildet werden sollen. Die hierzu erforderlichen Veräußerungen von ENEXIO Gesellschaften bzw. ENEXIO Geschäftsaktivitäten in Form von Share Deals bzw. Asset Deals an die ENEXIO Management GmbH bzw. an durch die ENEXIO Management GmbH gegründete Tochtergesellschaften erfolgten überwiegend mit Wirkung zum 31. Dezember 2015 (siehe Ziffer 4 des Konzernanhangs). Die veräußerten oder übertragenen ENEXIO Gesellschaften wurden im Dezember 2015 entkonsolidiert. Die Veräußerung der ungarischen ENEXIO Gesellschaft einschließlich Tochtergesellschaften an die ENEXIO Management GmbH wurde indes erst im Geschäftsjahr 2016 rechtlich umgesetzt (siehe Ziffer 4 des Konzernanhangs).
Mit Vertrag vom 29. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Weitere Einzelheiten sind im Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" dargestellt.
Die fortgeführte Geschäftstätigkeit des Kelvion-Konzerns umfasst zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 im Wesentlichen die Geschäftstätigkeit des wirtschaftlichen Kelvion Segments. Das Kelvion Segment wiederum besteht aus den vier Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies, Machine Cooling Systems, Project Engineered Solutions und Plate Heat Exchangers. Die Geschäftseinheit Refrigeration Technologies entwickelt und vertreibt Kompaktwärmetauscher für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Die Geschäftseinheit Machine Cooling Systems ist auf Wärmetauscher für die Kühlung von Diesel- und Gasmotoren, Generatoren und Elektromotoren spezialisiert. Die Geschäftseinheit Project Engineered Solutions betreibt das Projektgeschäft mit Rippenrohrwärmetauschern für diverse Anwendungen überwiegend für Kunden in der Öl- und Gasindustrie sowie in der chemischen und petrochemischen Industrie. Die Geschäftseinheit Plate Heat Exchangers vermarktet eine breite Palette an abgedichteten, vollgeschweißten und emaillierten Wärmetauschern für diverse Anwendungen unter anderem in den Industrien Climate & Environment, Power, Food & Beverages, Oil & Gas, Chemicals and Marine.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1 Grundlage für die Erstellung des Konzernabschlusses
Der Konzernabschluss umfasst den Zeitraum 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017. Somit entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr.
In den Konzernabschluss der Kelvion Finance, bestehend aus der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang, sind das Unternehmen sowie dessen direkte und indirekte Tochtergesellschaften (im Folgenden "Kelvion-Gruppe" oder "Konzern" genannt) einbezogen. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) und der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie im Einklang mit den entsprechenden Interpretations des Standard Interpretation Committee (SIC) und des International Financial Reporting Standards Interpretation Committee (IFRSIC), soweit sie von der EU gemäß Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards übernommen worden sind. Dabei wurden die IFRS-Standards und Interpretationen angewendet, welche für am 1. Januar 2017 oder später beginnende Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden sind. Die Offenlegung des Konzernabschlusses wird im elektronischen Bundesanzeiger (EBANZ) erfolgen.
Der Konzernabschluss wird in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Konzerns, aufgestellt. Die Betragsangaben erfolgen in tausend EUR, so dass rundungsbedingt Abweichungen in Höhe von eintausend EUR auftreten können.
Im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst worden. Sie werden im Anhang entsprechend erläutert. Aktiva und Passiva werden in langfristige und kurzfristige Posten unterteilt. Kurzfristige Posten beinhalten Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Rückstellungen, die innerhalb eines Jahres realisierbar bzw. fällig sind. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Umsatzkostenverfahren angewandt.
Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird unter Anwendung der indirekten Methode für Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und der direkten Methode für Cashflows aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgestellt.
Die zur Anwendung kommenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden in der Ziffer 2.5 des Konzernanhangs im Detail erläutert.
Der Konzernabschluss wurde am 19. Mai 2020 von der Geschäftsleitung zur Veröffentlichung freigegeben.
2.2 Going-Concern Annahme
Der konsolidierte Jahresabschluss der Kelvion-Gruppe wurden auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt, was voraussetzt, dass die Kelvion-Gruppe in der Lage sein wird, alle ihre Verbindlichkeiten und Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Da die Gesamtsituation und die zukünftige Entwicklung aufgrund des Coronavirus schwer vorherzusagen sind, besteht zum Zeitpunkt der Berichtsunterzeichnung eine wesentliche Unsicherheit, die Zweifel an der Fähigkeit der Gruppe zur Einhaltung der Finanzvereinbarungen aufkommen lassen könnte. Für weitere Erläuterungen zu den Auswirkungen auf die Finanzierung und die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Gruppe wird auf Abschnitt 11. "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" verwiesen.
Für das Geschäftsjahr 2020 sind weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u. a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft. Der Kelvion Teilkonzern wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen. Mit dem Wechsel der mittelbaren Gesellschafter, der Gründung der Mangrove-Gruppe und der hiermit verbundenen Refinanzierung der Mangrove-Gruppe und damit auch der Kelvion-Gruppe ist das Fortbestehen und insbesondere die kurz-, mittel- und langfristige Liquidität des Konzerns gesichert. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung in Abschnitt [11.] "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".
2.3 Erstmalige Anwendung neuer Standards und Interpretationen
Folgende Änderungen an Standards und Interpretationen, die erstmals für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2017 verpflichtend anzuwenden sind, wurden erstmalig durch den Konzern angewendet. Standards, Interpretationen oder Änderungen, die verabschiedet aber bisher nicht verpflichtend sind, wurden nicht vorzeitig angewendet. Sofern nicht konkret im Rahmen der nachfolgenden Absätze dargelegt, ergeben sich aus den neuen Standards, Interpretationen oder Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe.
2.3.1 Erstmalig im Berichtsjahr angewendete Standards
Änderungen des Standards IAS 7 "Kapitalflussrechnungen - Angabeninitiative"
Am 29. Januar 2016 veröffentlichte das IASB Änderungen an IAS 7 "Kapitalflussrechnungen", die für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind. Die Änderung erfordert eine Überleitung der Anfangs- und Endbestände für Vermögenswerte und Schulden aus Finanzierungstätigkeit getrennt nach:
| ― |
Veränderungen durch Cashflows im Bereich der Finanzierung |
| ― |
Veränderungen aufgrund der Übernahme oder dem Verlust der Beherrschung über Tochterunternehmen oder sonstige Geschäftseinheiten |
| ― |
Auswirkungen von Wechselkursänderungen |
| ― |
Veränderungen beizulegender Zeitwerte |
| ― |
Sonstige Veränderungen |
Die Angaben sind in Ziffer 10.1 zur Kapitalflussrechnung dargestellt.
Änderungen an IAS 12 "Ansatz latenter Steueransprüche für nicht realisierte Verluste"
Die Änderungen an IAS 12 verdeutlichen die Bilanzierung latenter Steueransprüche aus unrealisierten Verlusten bei zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerten.
Jährliche Verbesserungen an den IFRS: Zyklus 2014 bis 2016
Am 08. Dezember 2016 veröffentlichte das IASB im Rahmen der jährlichen Verbesserungen kleinere Änderungen an drei Standards, von denen nur eine verpflichtend auf Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen, anzuwenden ist.
IFRS 12 "Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen"
Die Änderungen stellen klar, dass sämtliche Angabepflichten des IFRS 12 auch für Anteile gelten, die nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert sind, mit Ausnahme der zusammengefassten Finanzinformationen nach IFRS 12.B10-B16.
2.3.2 Von der EU übernommene, aber noch nicht angewendete Standards und Interpretationen
Die folgenden Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards und Interpretationen wurden bereits veröffentlicht und durch die EU übernommen, sind aber noch nicht verpflichtend anzuwenden und wurden daher im Konzernabschluss 2017 nicht durch den Konzern angewendet. Sofern nachfolgend nicht unmittelbar dargestellt, werden die neuen Standards bzw. Änderungen an bestehenden Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben. Eine vorzeitige Anwendung wird nicht stattfinden.
IFRS 9 "Finanzinstrumente"
Am 24. Juli 2014 veröffentlichte das IASB die endgültige Fassung des Standards IFRS 9 "Finanzinstrumente", der an die Stelle des Standards IAS 39 "Finanzinstrumente" tritt. IFRS 9 enthält neue Bestimmungen für die Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, für die Verbuchung von Wertminderungen bei finanziellen Vermögenswerten und für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Die zwei Bewertungskategorien "fortgeführte Anschaffungskosten" und "beizulegender Zeitwert" bleiben erhalten. Ob ein finanzieller Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, hängt von zwei Faktoren ab: dem betriebswirtschaftlichen Modell des bilanzierenden Unternehmens zur Steuerung des Bestands, dem der finanzielle Vermögenswert zugeordnet ist, und den Merkmalen der vertraglichen Kapitalströme des finanziellen Vermögenswertes. Finanzielle Vermögenswerte werden dann zum fortgeführten Anschaffungswert bewertet, wenn sie ausschließlich zu festgelegten Terminen Anlass zu Tilgungsleistungen und Zinszahlungen geben und zum Zweck der Vereinnahmung der vertraglichen Kapitalströme gehalten werden. Alle übrigen finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Alle Kapitalbeteiligungen im Anwendungsbereich von IFRS 9 sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wobei Wertänderungen erfolgswirksam zu erfassen sind, mit Ausnahme jener Beteiligungen, für die das Unternehmen Wertänderungen im sonstigen Ergebnis vorgenommen hat. Auf Basis der aktuellen Zwischenergebnisse ist der Fair Value über dem aktuellen Buchwert. Die Bewertungseffekte aller anderen Beteiligungen sind unwesentlich.
Der Ansatz von Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte soll unter Zugrundelegung des erwarteten Wertminderungsaufwands erfolgen. In IAS 39 waren Wertminderungen nur für den tatsächlich eingetretenen Aufwand gestattet. Die Prüfung von Wertminderungen muss grundsätzlich unter Anwendung eines Dreistufenmodells erfolgen. Demnach hängt die zu erfassende Wertminderung vom Kreditausfallrisiko der Kontrahenten ab. Bei bestimmten Finanzinstrumenten wie beispielsweise Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gelten für den Ansatz von Wertminderungsaufwendungen vereinfachte Regeln. Die Effekte aus der erstmaligen Anwendung zum 1. Januar 2018 sind im Eigenkapital zu erfassen. Wir haben die Auswirkungen der Änderung vom Incurred-Loss-Modell auf das Expected-Loss-Modell basierend auf Daten der letzten drei Jahre bewertet und keine wesentliche Veränderung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen festgestellt.
Die überarbeiteten Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften zielen auf eine engere Anlehnung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an die Risikomanagementstrategie des bilanzierenden Unternehmens.
Der neue Standard wird auf Berichtsperioden anwendbar sein, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen.
Nach IFRS 9 muss der Konzern sicherstellen, dass das Hedge Accounting mit den Zielen und Strategien des Risikomanagements des Konzerns im Einklang steht. Obwohl innerhalb des Konzerns Devisenterminkontrakte zur Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung eingesetzt werden, wurde kein Hedge Accounting angewendet, so dass IFRS 9 keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss hat. IFRS 9 verlangt darüber hinaus umfangreiche neue Angaben, insbesondere im Hinblick auf das Kreditrisiko und die erwarteten Ausfälle, sowie das Hedge Accounting.
IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"
Am 28. Mai 2014 veröffentlichte das IASB mit IFRS 15 einen neuen Standard zur Erlösbilanzierung. Mit dem neuen Standard sollen vorrangig bereits bestehende Erlösbilanzierungsregeln vereinheitlicht und so die Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen verbessert werden. IFRS 15 ersetzt die Standards IAS 11 und IAS 18 sowie die Interpretationen IFRIC 13, IFRIC 15, IFRIC 18 und SIC 31.
Der neue Standard unterscheidet nicht nach Vertrags- und Leistungsarten, sondern stellt einheitliche Kriterien für den Zeitpunkt der Erlösrealisierung auf. Nach Maßgabe von IFRS 15 ist ein Erlös dann zu realisieren, wenn die Verfügungsgewalt über die vereinbarten Güter oder Dienstleistungen und den mit ihnen verbundenen Nutzen auf den Kunden übergeht. Aktuell sind je nach Vertragsart entweder die Wesentlichkeit des Übergangs von Gefahr und Nutzen aus dem Eigentum an der Ware oder der Fertigstellungsgrad maßgebend. Das Unternehmen setzt den Erlös in Höhe des für die übertragenen Güter und Dienstleistungen erwarteten Entgelts an.
Das neue Modell umfasst fünf Stufen. Als erstes ist der Vertrag mit dem Kunden und als zweites sind die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Als drittes ist der Transaktionspreis zu ermitteln. Als viertes ist der Transaktionspreis auf die Leistungsverpflichtungen aus dem Vertrag zu verteilen. Als fünftes ist der Erlös bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen in Höhe des zugeteilten Anteils des Transaktionspreises dann zu erfassen, sobald die vereinbarten Güter und Dienstleistungen geliefert bzw. erbracht worden sind. IFRS 15 regelt ferner, ob die Erlöserfassung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg erfolgen soll.
Der neue Standard ist auf Berichtsperioden anwendbar, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Bei der Erstanwendung soll IFRS 15 uneingeschränkt auf die laufende Periode zur Anwendung kommen, und zwar auch rückwirkend auf sämtliche Verträge, die zu Beginn der Periode noch nicht vollständig erfüllt waren. Für frühere Zeiträume besteht nach Maßgabe der Übergangsvorschriften die Wahl zwischen (i) der vollständigen Anwendung von IFRS 15 auf Vorjahre oder (ii) der Beibehaltung der aufgrund der älteren Standards ausgewiesenen Vorjahreszahlen unter Bereinigung des Eigenkapital-Eröffnungssaldos um den kumulativen Effekt der Anwendung von IFRS 15 am Erstanwendungsdatum (modifiziert retrospektive Methode).
Die Gruppe hat ihre Beurteilung der wichtigsten Änderungen der Rechnungslegung, die durch den neuen Standard ausgelöst wurden, abgeschlossen und hat die Bewertung der Übergangsanpassung im Eigenkapital für die modifizierte retrospektive Anwendung bis Ende 2018 abgeschlossen.
IFRS 15 betrifft hauptsächlich die Bilanzierung von separaten Leistungsverpflichtungen innerhalb eines Auftrages, die Darstellung von Drohverlusten aus Fertigungsaufträgen in der Bilanz, die Behandlung von Kosten der Auftragserlangung, Erlöslegung bei variablen Vergütungen und den Erlöslegungszeitpunkt bei auf die Baustellen verbrachte jedoch noch nicht verbaute Materialien im Rahmen von Fertigungsaufträgen. Die Anwendung von IFRS 15 führt zu höheren PoC-Forderungen und höheren Wertberichtigungen der Bestände bzw. Rückstellungen für drohende Verluste sowie abgegrenzten Erlösen. Die erstmalige Anwendung des Standards hat zu einer Reduzierung im Eigenkapital in Höhe von rund EUR 2 Millionen geführt.
Amendment to IFRS 15 - Klarstellungen zu IFRS 15
Die Änderungen enthalten zum einen Klarstellungen zu verschiedenen Regelungen des IFRS 15 und zum anderen Vereinfachungen bezüglich des Übergangs auf den neuen Standard.
Über die Klarstellungen hinaus enthält der Änderungsstandard zwei weitere Erleichterungen zur Reduzierung der Komplexität und der Kosten der Umstellung auf den neuen Standard. Diese betreffen Wahlrechte bei der Darstellung von Verträgen, die entweder zu Beginn der frühesten dargestellten Periode abgeschlossen sind oder die vor Beginn der frühesten dargestellten Periode geändert wurden.
Die Änderungen sind zum 1. Januar 2018 erstmalig anzuwenden.
IFRS 16 "Leasingverhältnisse"
Am 13. Januar 2016 veröffentlichte das IASB neue Grundsätze für den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Anhangangaben von Leasingverhältnissen, welche IAS 17 ersetzen werden. Zukünftig wird die derzeitige Klassifizierung als entweder operatives Leasing oder Finanzierungsleasing gemäß IAS 17 und IFRIC 4 aufgehoben. Bei Anwendung des neuen Standards erfasst der Leasingnehmer einen "Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht" sowie eine Leasingverbindlichkeit. Demnach ist der Leasingnehmer verpflichtet alle Vermögenswerte und Schulden aus Leasinggeschäften mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten zu bilanzieren, solange diese nicht unwesentlich sind. Die Einführung des IFRS 16 führt durch den Anstieg der Vermögenswerte und Finanzverbindlichkeiten bei Unternehmen mit wesentlichen außerbilanziellen Leasinggeschäften unter IAS 17 zu Veränderungen in zentralen Bilanzkennzahlen. Der Vermögenswert aus einem Nutzungsrecht wird in der Regel linear abgeschrieben, wohingegen die Leasingverbindlichkeit anhand der Effektivzinsmethode fortgeführt wird. IFRS 16 ist auf Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 anzuwenden.
Die Gruppe hat die möglichen Auswirkungen der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss bewertet. Die Einstufung aller Verträge, die potenziell von IFRS 16 betroffen sind, ist in 2019 erfolgt. Der Konzern hat die wesentlichsten Auswirkungen bei der Erfassung neuer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für seine Operating-Leasingverhältnisse festgestellt. Darüber hat sich die Art der Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Leasingverhältnissen geändert, da IFRS 16 die lineare Erfassung von Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch Abschreibungen auf Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen ersetzt. Die erstmalige Anwendung des Standards hat zum Ansatz von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund EUR 29 Millionen geführt.
Verbesserungen der IFRS 2014-2016
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS (ab 1. Januar 2018)
Die kurzfristigen Ausnahmen in den Absätzen E3-E7 des IFRS 1 wurden gestrichen, da sie nun ihren beabsichtigten Zweck erfüllt haben.
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (mit Wirkung zum 1. Januar 2018)
In IAS 28 wird klargestellt, dass das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung unterschiedlich ausgeübt werden kann.
Änderung des Standards IAS 40 "Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien"
Die Änderung von IAS 40 dient der Klarstellung, in welchen Fällen die Klassifikation einer Immobilie als "als Finanzinvestition gehaltene Immobilie" beginnt bzw. endet, wenn sich die Immobilie noch im Bau oder in der Entwicklung befindet. Durch die bisher abschließend formulierte Aufzählung in IAS 40.57 war die Klassifikation noch nicht fertiggestellter Immobilien bisher nicht klar geregelt. Die Aufzählung gilt nun explizit als nicht abschließend, sodass nun auch noch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelung subsumiert werden können. Die Änderung ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.
Änderungen des Standards IFRS 2 "Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung"
Die Änderungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich, die Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen sowie die Bilanzierung bei einer Änderung der Klassifizierung der Vergütung von "mit Barausgleich" in "mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente". Die Änderungen sind auf Vergütungen, die in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, gewährt bzw. geändert werden, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Eine rückwirkende Anwendung ist nur ohne Verwendung späterer besserer Erkenntnisse möglich.
Änderung des IFRS 9 Vorfälligkeitsmerkmale mit negativer Vergütung
Die Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung ("prepayment feature with negative compensation") dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.
Die Änderungen sind zum 1. Januar 2019 erstmalig anzuwenden.
IFRIC 22 "Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen"
IFRIC 22 adressiert eine Anwendungsfrage zu IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen. Klargestellt wird, auf welchen Zeitpunkt der Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen die erhaltenen oder geleisteten Anzahlungen beinhalten, zu ermitteln ist. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert oder Schuld, Ertrag oder Aufwand ist danach der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. die Schuld erstmals erfasst wird. Die Interpretation ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.
Änderung von IAS 28 Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures
Die Änderungen enthalten eine Klarstellung, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt. Die Änderungen sind zum 1. Januar 2019 erstmalig anzuwenden.
IFRIC 23 Unsicherheit über Einkommensteuerbehandlungen
Die steuerliche Behandlung bestimmter Sachverhalte und Transaktionen kann von der zukünftigen Anerkennung durch die Finanzverwaltung oder die Finanzgerichtsbarkeit abhängen. IAS 12 Ertragsteuern regelt, wie tatsächliche und latente Steuern zu bilanzieren sind. IFRIC 23 ergänzt die Regelungen in IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Sachverhalten und Transaktionen. Die Interpretation ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.
Verbesserungen zu IFRS 2015 - 2017 Änderungen zu IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23
Durch die Annual Improvements to IFRSs (2015-2017) wurden vier IFRSs geändert.
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
In IFRS 3 wird klargestellt, dass ein Unternehmen bei Erlangung der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, die Grundsätze für sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden hat. Der bislang vom Erwerber gehaltene Anteil ist neu zu bewerten.
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen
In IFRS 11 wird festgelegt, dass eine Partei bei Erlangung einer gemeinschaftlichen Führung (joint control) an einem Geschäftsbetrieb, an dem er zuvor im Rahmen einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, den bisher gehaltenen Anteil nicht neu bewertet.
IAS 12 Ertragsteuern
IAS 12 wird dahingehend geändert, dass alle ertragssteuerlichen Konsequenzen von Dividendenzahlungen in gleicher Weise zu berücksichtigen sind, wie die Erträge, auf denen die Dividenden beruhen.
IAS 23 Fremdkapitalkosten
Zuletzt wird im IAS 23 festgelegt, dass bei der Bestimmung des Finanzierungskostensatzes, wenn ein Unternehmen allgemein Mittel für die Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen hat, Kosten für Fremdkapital, das speziell im Zusammenhang mit der Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen wurde, bis zu deren Fertigstellung nicht zu berücksichtigen sind.
Die Änderungen sind erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.
Änderungen an IAS 19 - Planänderungen, Plankürzungen oder Settlement
Nach IAS 19 sind die Pensionsverpflichtungen bei Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen auf Basis aktualisierter Annahmen zu bewerten. Die Änderung stellt klar, dass nach einem solchen Ereignis der Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für den Rest der Periode auf Basis aktualisierter Annahmen zu berücksichtigen sind. Die Änderung ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.
2.4 Von der EU noch nicht übernommene neue Standards und Interpretationen
Die im Folgenden behandelten neuen Rechnungslegungsstandards und neuen Interpretationen sowie die im Folgenden behandelten Änderungen bestehender Rechnungslegungsstandards und bestehender Interpretationen sind vom IASB bzw. vom IFRIC bis zum Aufstellungszeitpunkt herausgegeben, aber in der EU noch nicht verpflichtend anzuwenden. Derzeit sind keine wesentlichen Auswirkungen zu erwarten. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant.
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Änderung von IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture (Zeitpunkt des Inkrafttretens noch nicht definiert) |
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IFRS 17 Versicherungsverträge (ab 1. Januar 2021) |
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Änderungen an IAS 1 in Bezug auf die Klassifizierung von Schulden (ab 1. Januar 2022) |
Diese neuen Standards und Änderungen zu bestehenden Standards werden von der Gruppe ab dem Geschäftsjahr 2018 oder später angewendet.
2.5 Konsolidierungsgrundsätze
Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt, mit Ausnahme der Posten Derivative Finanzinstrumente, Pensionsverpflichtungen und Planvermögen.
Konsolidierungskreis
Der Konzernabschluss umfasst die Jahresabschlüsse der Kelvion Finance sowie ihrer direkten und indirekten Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2017. Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung der IFRS-Rechnungslegungsgrundsätze prinzipiell für dieselbe Geschäftsperiode wie die des Mutterunternehmens erstellt. Ausgenommen hiervon ist das indische Unternehmen, dessen Geschäftsjahr jährlich am 31. März endet. Dieses Unternehmen wird auf Basis eines Zwischenabschlusses in den Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe einbezogen.
Sämtliche konzerninternen Salden und Geschäftsvorfälle sowie nicht realisierte Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäftsvorfällen werden eliminiert. Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, aber als Indikator für Wertminderungsaufwendungen für übertragene Vermögenswerte betrachtet.
Der Konzernabschluss der Kelvion-Gruppe beinhaltet die Kelvion Finance und alle wesentlichen Unternehmen, welche direkt oder indirekt durch die Kelvion Finance beherrscht werden. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Kelvion-Konzern die Beherrschung erlangt, konsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung nicht mehr besteht.
Der Konsolidierungskreis veränderte sich wie folgt:
| Anzahl Gesellschaften | 2017 | 2016 |
| Konzern am 1. Januar | 46 | 49 |
| inländische Gesellschaften | 11 | 12 |
| ausländische Gesellschaften | 35 | 37 |
| Neugründungen | - | 1 |
| Liquidationen | - | -1 |
| Verschmelzungen | -1 | - |
| Statusänderungen | 5 | - |
| Veränderung des Konsolidierungskreises durch Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung (der Galapagos BidCo S.à r.l.) | - | -3 |
| Konzern am 31. Dezember | 50 | 46 |
| inländische Gesellschaften | 11 | 11 |
| ausländische Gesellschaften | 39 | 35 |
Für die Veränderungen des Konsolidierungskreises durch Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung wird auf Ziffer 4 verwiesen.
Tochtergesellschaften
Eine Tochtergesellschaft ist eine vom Unternehmen beherrschte Beteiligungsgesellschaft. Ein Beherrschungsverhältnis liegt vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen erfüllt sind: (1) das Unternehmen besitzt die Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft; (2) das Unternehmen besitzt eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in der Beteiligungsgesellschaft; (3) das Unternehmen besitzt die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über die Beteiligungsgesellschaft dergestalt zu nutzen, dass die Höhe der Rendite der Beteiligungsgesellschaft beeinflusst wird. Die Erfüllung der Kriterien kann durch Instrumente der Corporate Governance und zusätzliche vertragliche Vereinbarungen nachgewiesen werden.
Ruhende Gesellschaften sowie Gesellschaften ohne wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden im Konzernabschluss nicht berücksichtigt.
Insgesamt werden 5 (im Vorjahr: 8) Gesellschaften nicht konsolidiert. Deren Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Aufwendungen und Erträge sind in ihrer Gesamtheit für den Konzernabschluss unwesentlich. Die Tochtergesellschaften werden zu Anschaffungskosten abzüglich unter Umständen relevanter Wertminderungen als sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte bilanziert. Da die Geschäftsleitung den Einfluss auf den Konzern als unwesentlich und somit das Wesentlichkeitskriterium der IFRS als nicht erfüllt betrachtet, sind keine weiteren Angaben gemäß IFRS 12 erfolgt.
Assoziierte Unternehmen
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Kelvion Finance maßgeblichen Einfluss ausübt, die aber weder eine Tochtergesellschaft noch eine Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen ist. Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung über ein gemeinschaftliches Beherrschungsverhältnis, aufgrund derer die Kelvion-Gruppe Rechte an den einer Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten besitzt und Verpflichtungen für deren Schulden hat. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert, unwesentliche Unternehmen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Erstansatz erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Transaktionskosten. Der Folgeansatz in späteren Abschlüssen berücksichtigt den Konzernanteil am Ergebnis und sonstigem Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder das gemeinschaftliche Beherrschungsverhältnis endet. Die Beteiligungen des Konzerns umfassen Anteile an zwei assoziierten Unternehmen (im Vorjahr zwei) und zwei (im Vorjahr drei) Gemeinschaftsunternehmen. Die assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zum 31. Dezember 2017 sämtlich zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, da sie nicht wesentlich sind.
Währungsumrechnung
Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe stellen ihre Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf und die entsprechenden Abschlussposten werden auf dieser Basis in Euro umgerechnet.
Transaktionen in Währungen abweichend von der funktionalen Währung von in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften werden mit dem zum Zeitpunkt der Transaktion gültigen Wechselkursen umgerechnet. Monetäre Forderungen und Verbindlichkeiten werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Wechselkurs umgerechnet. Daraus entstehende Wechselkursgewinne und -verluste werden als sonstiger betrieblicher Ertrag bzw. Aufwand erfolgswirksam erfasst. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertete nicht-monetäre Posten werden zu dem am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs umgerechnet. Zum beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertete nicht-monetäre Posten werden zu dem am Tag der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts geltenden Wechselkurs umgerechnet.
Jahresabschlüsse von Gesellschaften, deren funktionale Währung von der Darstellungswährung abweicht, werden in die Darstellungswährung des Konzernabschlusses umgerechnet. Die Vermögenswerte und Schulden der konsolidierten Gesellschaften werden zu dem am Abschlussstichtag geltenden Mittelkurs umgerechnet. Die Gewinn- und Verlustrechnungen der konsolidierten Gesellschaften werden zu den für die Berichtsperiode ermittelten Durchschnittskursen umgerechnet. Sollten diese Durchschnittskurse keine zuverlässige Schätzung für tatsächliche Transaktionskurse darstellen, erfolgt die Umrechnung zum Transaktionskurs. Sämtliche Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Konsolidierungsmethoden
Von Dritten erworbene Unternehmen werden nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Bewertung des geleisteten Entgelts erfolgt unter Zugrundelegung des beizulegenden Zeitwerts der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten für den Verkäufer sowie der zum Erwerbszeitpunkt emittierten Eigenkapitalinstrumente. Die identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden ungeachtet etwaiger nicht beherrschender Anteile zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Vereinbarte bedingte Entgelte werden zum beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam durch die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Der Überschuss der Gesamtgegenleistung über den Anteil am beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens des bzw. der Tochterunternehmen, wird der Unterschiedsbetrag nach erneuter Überprüfung des Werts des erworbenen Nettovermögens in der Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Konzerngesellschaften mit abweichendem Abschlussstichtag werden unter Zugrundelegung von Zwischenabschlüssen zum jeweiligen Konzernstichtag konsolidiert.
Entkonsolidierung
Sobald die Kelvion Finance GmbH als Muttergesellschaft des Kelvion-Konzerns infolge von Veräußerungs- oder Abspaltungsvorgängen die Kontrolle über die abgehenden Tochtergesellschaften oder Geschäftsbereiche verliert, endet die Beherrschung im Sinne des IFRS 10. Entsprechend erfolgt eine Entkonsolidierung dieser Tochtergesellschaften oder Geschäftsbereiche zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung jeweils endet. Das Abgangsergebnis aus der Entkonsolidierung wird als Unterschiedsbetrag zwischen dem Transaktionspreis und dem (anteiligen) übertragenen Eigenkapital in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" ausgewiesen.
Geschäfts- oder Firmenwert
Ermittlung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Ein beim Erwerb von Unternehmen entstehender Geschäfts- oder Firmenwert wird als immaterieller Vermögenswert angesetzt. Als Geschäfts- oder Firmenwert gilt der Überschuss des Gesamtkaufpreises über den beizulegenden Zeitwert des erworbenen Nettovermögens. Im Geschäfts- oder Firmenwert sind der Wert des Personals, die Zukunftsfähigkeit und technische Weiterentwicklung des erworbenen Unternehmens sowie ein strategisches Aufgeld berücksichtigt.
Wertänderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts
Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird bei der Kelvion-Gruppe auf Ebene der Business Units, welche als zahlungsmittelgenerierende Einheiten festgestellt wurden, getestet. Der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit auf die Business Units verteilt, bei denen Synergieeffekte aus dem Unternehmenszusammenschluss erwartet werden. Profitiert mehr als eine Business Unit von der Akquisition, wird der Geschäfts- oder Firmenwert anhand eines Verteilungsschlüssels umgelegt.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich und darüber hinaus bei Anzeichen für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests wird der Buchwert jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Eine Wertminderung reduziert den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts entsprechend. Ein den Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts übersteigender Wertminderungsbedarf wird proportional, unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge der Vermögenswerte, bei den Buchwerten des materiellen und immateriellen Vermögens in Abzug gebracht.
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Der Posten "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" umfasst sowohl selbst geschaffene als auch erworbene Vermögenswerte. Als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden aktivierte Entwicklungskosten bilanziert. Erworbene immaterielle Vermögenswerte sind in erster Linie vertragliche Rechte, Technologien, Markennamen und Kundenbeziehungen. Technologie, Markennamen und Kundenbeziehungen werden für gewöhnlich im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen erworben. Der Ansatz der selbst erzeugten und der erworbenen immateriellen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Lässt sich die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes bestimmen, so wird er nach seinem erstmaligen Ansatz linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Fremdkapitalzinsen werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- und Herstellungskosten berücksichtigt. In den Geschäftsjahren 2016 und 2017 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.
Der Buchwert eines immateriellen Vermögenswertes wird auf Werthaltigkeit überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet haben könnte. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft. Dazu muss der erzielbare Betrag des jeweiligen Vermögenswertes bestimmt werden. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird der Vermögenswert auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Liegt der Grund für einen Wertminderungsaufwand nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen zuzüglich Wertaufholungen angesetzt. Bezüglich der Abschreibungsmethode sowie der Nutzungsdauern wird auf Ziffer 6.3 verwiesen. Fremdkapitalkosten werden, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind, in den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2016 und 2017 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.
Kosten für größere regelmäßige Wartungsarbeiten werden, sofern diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, aktiviert und auf die Restnutzungsdauer der betreffenden Sachanlage oder auf den Zeitraum bis zum nächsten Wartungszeitpunkt abgeschrieben.
Der Buchwert von Gegenständen des Sachanlagevermögens wird überprüft, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sich eine Wertminderung ereignet haben könnte. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit wird der Buchwert mit dem erzielbaren Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert. Der beizulegende Zeitwert bestimmt sich vorrangig anhand des aktuellen Inlandsmarktpreises für gebrauchte Maschinen oder gewerblich genutzte Immobilien. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, so wird ein Wertminderungsaufwand angesetzt. Zur Bewertung der Wertminderung werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zu einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zusammengefasst, die unabhängig von anderen Vermögenswerten bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eigene Cashflows generiert. Liegt der Grund für eine verbuchte Wertminderung nicht mehr vor, wird eine Wertaufholung maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.
Leasingverhältnisse
Die Beurteilung, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis darstellt oder beinhaltet, ist abhängig von den wirtschaftlichen Bestandteilen des Vertrags. Es bedarf Auswertungen, ob die Erfüllung des Vertrags abhängig von der Nutzung eines spezifischen Vermögenswertes oder mehrerer Vermögenswerte ist oder ob der Vertrag das Recht zur Nutzung eines oder mehrerer Vermögenswerte beinhaltet.
Der Konzern als Finanzierungsleasingnehmer
Leasingverhältnisse werden als Finanzierungsleasing bilanziert, wenn die wesentliche Gefahr und der wesentliche Nutzen aus dem Gebrauch des geleasten Vermögenswertes und somit das wirtschaftliche Eigentum beim Leasingnehmer liegen. Dementsprechend setzen jene Konzerngesellschaften, die als Leasingnehmer die wesentliche Gefahr und den wesentlichen Nutzen aus einem geleasten Vermögenswert tragen, den Vermögenswert mit dem niedrigeren der zwei Beträge aus beizulegendem Zeitwert oder Barwert der Mindestleasingzahlungen an und schreiben den Vermögenswert dann auf den kürzeren der zwei Zeiträume aus Leasingdauer und geschätzter Nutzungsdauer des Vermögenswertes ab. Es wird eine entsprechende Verbindlichkeit bilanziert, die in den Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert wird. Die Zahlungen an den Leasinggeber werden in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgeteilt; der Zinsanteil wird für die Dauer des Leasingverhältnisses als fortlaufende Zinszahlung auf die Leasingrestschuld erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Alle übrigen Leasingverhältnisse mit der Kelvion-Gruppe als Leasingnehmer werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert.
Der Konzern als Operating-Leasingnehmer
Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden über den gesamten Zeitraum linear als Aufwand gebucht. Die Kelvion-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf.
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Der Posten "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" umfasst Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, sonstige Wertpapiere, finanzielle Forderungen (ohne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) und derivative Finanzinstrumente.
Anteile an nicht konsolidierten Tochtergesellschaften und sonstige Eigenkapitalinstrumente werden als "zur Veräußerung verfügbar" klassifiziert. Ihre Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten, da sie nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, ihr beizulegender Zeitwert sich nicht verlässlich bestimmen lässt und die Konzernleitung Änderungen des beizulegenden Zeitwerts derartiger Anteile als für den Konzernabschluss unwesentlich betrachtet. Der Grund dafür liegt in der Schwankungsbreite der Bewertungsparameter, so dass sich nicht verlässlich bestimmen lässt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein errechneter Marktwert eintritt. Ein verlässlicher Marktwert kann erst im Zuge von Verkaufsverhandlungen bestimmt werden.
Verbriefte Vermögenswerte, die der Konzern bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt, werden als "bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen" angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Alle übrigen Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, ihre Wertschwankungen direkt im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine Einstufung als "zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte" erfolgt nur, wenn keine andere Kategorie zutrifft.
Finanzielle Forderungen werden als "Kredite und Forderungen" angesetzt und unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Handelsgeschäften (und nicht im Sinne von IAS 39.85) verwendet, insbesondere zur Absicherung des aus Verkaufs- und Erwerbsgeschäften herrührenden Währungsrisikos. Sie werden stets zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente, die kein Bestandteil einer bilanzierten Sicherungsbeziehung sind, werden als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" angesetzt; Veränderungen ihres beizulegenden Zeitwertes werden erfolgswirksam erfasst. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente, die Bestandteil einer bilanzierten Sicherungsbeziehung sind und zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme dienen, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Eingebettete Derivate werden vom Basisvertrag getrennt, wenn die wirtschaftlichen Risiken und Merkmale des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind. Separierbare eingebettete Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert, der unter Anwendung eines Optionspreismodells ermittelt wird, bewertet und die Wertänderungen erfolgswirksam erfasst. Die Bilanzierung des Basisvertrags erfolgt nach dem jeweils gültigen Standard.
Finanzielle Vermögenswerte werden zu dem Zeitpunkt angesetzt, zu dem der Konzern eine Barzahlung erhält oder einen Zahlungsanspruch besitzt. Bei einem ordentlichen Verkauf nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte ist der Abwicklungstermin (d. h. der Liefertermin der finanziellen Vermögenswerte) maßgebend. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald infolge einer Zahlung, eines Verzichts, einer gesetzlichen Beschränkung, einer Aufrechnung oder einer sonstigen Gegebenheit der Anspruch auf Erhalt von Barzahlungen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten erlischt. Sie werden ferner ausgebucht, wenn der Zahlungsanspruch mit vollständiger Übertragung der mit ihm verbundenen Risiken abgetreten wird. Bei einem ordentlichen Verkauf nicht-derivativer finanzieller Vermögenswerte wird dem Bilanzierungsansatz entsprechend der Abrechnungstermin als Ausbuchungstermin herangezogen.
Der Erstansatz finanzieller Vermögenswerte erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Bewertung von nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten erfolgt unter Einschluss der Transaktionskosten.
Finanzielle Vermögenswerte oder Gruppen finanzieller Vermögenswerte werden jeweils zum Abschlussstichtag auf Wertminderungsanzeichen geprüft. Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Wert eines finanziellen Vermögenswertes ist gemindert, wenn nach Eintritt eines oder mehrerer Ereignisse nach dem Erstansatz des Vermögenswertes objektiv Anzeichen für einen Rückgang der erwarteten künftigen Zahlungsströme vorliegen. Objektive Wertminderungsanzeichen sind beispielsweise größere finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder ein Zahlungsausfall. Im Falle von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten (beispielsweise nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente) entspricht die Wertminderung der Differenz zwischen dem Buchwert des Finanzinstruments und dem Barwert der zum ursprünglichen Effektivzinssatz abgezinsten künftigen Kapitalströme.
Liegt der Grund für eine Wertminderung nicht mehr vor, wird außer bei Eigenkapitalinstrumenten erfolgswirksam eine Wertaufholung angesetzt. Wertaufholungen werden maximal in Höhe derjenigen fortgeführten Anschaffungskosten erfasst, die ohne Wertminderungsaufwand anzusetzen gewesen wären.
Vorräte
Vorräte werden im Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten angesetzt und nachfolgend zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bilanziert. Anschaffungskosten errechnen sich aus den Durchschnittskosten oder unter Anwendung der first in - first out ("FIFO") Methode. Herstellungskosten beinhalten die Fertigungseinzelkosten zuzüglich Material- und Fertigungsgemeinkosten, Abschreibungen und fertigungsbezogenen Verwaltungskosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten Verkaufserlös abzüglich noch ausstehender Fertigungs- und Vertriebskosten. Für gebuchte Wertminderungen sind Wertaufholungen anzusetzen, sofern die Gründe für die Wertminderung nicht mehr vorliegen. Wertaufholungen werden maximal bis zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten erfasst.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten keinen Zinsanteil und werden zum Nennwert abzüglich Wertminderungsaufwendungen auf voraussichtlich uneinbringliche Forderungen bilanziert.
Aufgrund von Factoringverträgen verkaufte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, sobald Nutzen und Gefahr mehrheitlich auf das Finanzdienstleistungsunternehmen übergangen sind.
Langfristige Fertigungsaufträge
Forderungen und Erlöse aus langfristigen Fertigungsaufträgen werden entsprechend dem Fertigstellungsgrad (Percentage of Completion) angesetzt.
Der Fertigstellungsgrad entspricht dem Verhältnis zwischen den aufgelaufenen Kosten und den kalkulierten Gesamtkosten (cost-to-cost-Methode). Die Bewertung von Fertigungsaufträgen erfolgt zu Herstellungskosten zuzüglich eines dem Fertigstellungsgrad entsprechenden Gewinnanteils. Verluste aus Fertigungsaufträgen werden ungeachtet des Fertigstellungsgrades direkt und vollständig in dem Geschäftsjahr angesetzt, in dem sie erkannt werden. Falls die entstandenen Auftragskosten und die bilanzierten Gewinne oder Verluste höher sind als die erhaltenen Anzahlungen, wird der darüberhinausgehende Betrag aktiviert und im Posten "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen" ausgewiesen. Falls die erhaltenen Anzahlungen am Abschlussstichtag höher sind als die aktivierten Kosten und die bilanzierten Gewinne oder Verluste, so werden sie im Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen auf Fertigungsaufträge werden als Verbindlichkeit ausgewiesen.
Lässt sich der Auftragsgewinn nicht verlässlich schätzen, so wird der Erlös lediglich in Höhe der entstandenen Auftragskosten angesetzt (Nullgewinnmethode). Ein Gewinn wird erst dann angesetzt, wenn der Auftragsgewinn verlässlich geschätzt werden kann.
Zahlungen für Differenzen im Gesamtauftrag, Ansprüche und Prämien werden im Auftragserlös insoweit berücksichtigt, als sie voraussichtlich Erlöse nach sich ziehen, die sich verlässlich schätzen lassen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel sind Kassenbestand und Sichteinlagen mit einer ursprünglichen Fälligkeit von drei Monaten oder weniger, die jederzeit beliebig in Zahlungsmittel umgewandelt werden können und nur geringen Wertschwankungen unterliegen.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte, zur Veräußerung gehaltene Schulden und nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
Der Ansatz langfristiger Vermögenswerte oder einer Gruppe von Vermögenswerten, die im Sinne von IFRS 5 als "zur Veräußerung gehalten" klassifiziert wurden, erfolgt zum Buchwert oder zum niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Klassifizierung als "zur Veräußerung gehalten" erfolgt, wenn der Buchwert eines langfristigen Vermögenswerts oder einer Veräußerungsgruppe überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird und insgesamt die in IFRS 5 definierten Kriterien erfüllt sind. Die entsprechenden Vermögenswerte sowie die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Schulden werden in der Konzernbilanz gesondert als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte zugeordnete Schulden" ausgewiesen. Bei erstmaliger Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden die langfristigen Vermögenswerte bzw. die zu einer Veräußerungsgruppe gehörenden Vermögenswerte und Schulden zunächst nach den für sie einschlägigen IFRS Standards bewertet. Danach erfolgt eine Bewertung zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Hierbei werden Veräußerungsgruppen als Ganzes bewertet. Da der Buchwert von zur Veräußerung gehaltenen abnutzbaren Veräußerungsgruppen überwiegend durch den Verkauf und nicht durch die Nutzung derselben realisiert wird, endet die planmäßige Abschreibung dieser Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Umklassifizierung.
Wenn eine Veräußerungsgruppe einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder einen geografischen Geschäftsbereich darstellt, qualifiziert diese als nicht fortgeführter Geschäftsbereich. Die Ergebnisse der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung separat als "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" ausgewiesen. Das Vorjahr wird entsprechend angepasst, um ebenfalls das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen abzubilden. In der Kapitalflussrechnung werden die cash flows aus fortgeführten Geschäftsbereichen separat von den cash flow aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen gezeigt; die Vorjahresdarstellung wurde entsprechend angepasst. Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung zwischen den fortgeführten Geschäftsbereichen und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen erfolgt dergestalt, dass die Eliminierung von Umsätzen, Erträgen und Aufwendungen unter Berücksichtigung der künftigen Liefer- und Leistungsbeziehungen zwischen beiden Bereichen jeweils dem leistenden Geschäftsbereich zugeordnet werden (wirtschaftliche Betrachtungsweise). Es erfolgt eine ausnahmslose Schuldenkonsolidierung.
Die Angaben im Konzernanhang beziehen sich grundsätzlich auf die in den entsprechenden Bilanzposten ausgewiesenen Vermögenswerte oder Schulden bzw. auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Soweit sich Angaben auch auf die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte bzw. Schulden bzw. die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche beziehen, wird an den entsprechenden Stellen darauf hingewiesen.
Verpflichtungen aus Pensionsplänen
Die Verpflichtungen aus Pensionsplänen betreffen Verpflichtungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Der Anwartschaftsbarwert dieser Verpflichtungen wird unter Berücksichtigung künftig erwarteter Gehalts- und Rentensteigerungen berechnet, da der bis zum Renteneintrittsalter erreichbare Leistungsanspruch von diesen abhängig ist. Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegen versicherungsmathematische Gutachten von unabhängigen Aktuaren zugrunde.
Um die Pensionsleistungen erbringen zu können, werden zum Teil finanzielle Vermögenswerte in langfristig ausgelegten Fonds außerhalb der Kelvion-Gruppe gehalten oder qualifizierte Versicherungspolicen abgeschlossen. Sofern die Leistungsansprüche durch solche externen Vermögenswerte (Planvermögen) gedeckt sind, wird deren beizulegender Wert mit dem Anwartschaftsbarwert der Verpflichtung saldiert. Der resultierende Saldo wird unter den langfristigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern oder unter langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Neubewertung auf Nettoschulden oder Vermögenswerten auf leistungsorientierten Versorgungsplänen werden im Jahr ihrer Entstehung im sonstigen Konzernergebnis erfasst und nach Bereinigung von steuerlichen Effekten in den Gewinnrücklagen ausgewiesen. Gleiches gilt auch für die Bilanzierung des Unterschieds zwischen den tatsächlichen Erträgen und den auf Basis des Diskontierungsfaktors rechnerisch ermittelten Erträgen aus Planvermögen. Ein Aufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtungen aus Pensionsplänen wird in den Zinsaufwendungen erfasst, ein Ertrag in den Zinserträgen. Der laufende und nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand der Periode sowie Gewinne und Verluste aus Abgeltungen werden in den jeweiligen Funktionskosten erfasst.
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern
Unter den sonstigen Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern werden sonstige langfristige Leistungen sowie alle kurzfristigen fälligen Leistungen erfasst. Bei den kurzfristigen Verpflichtungen aus fälligen Leistungen gegenüber Arbeitnehmern wird erwartet, dass diese spätestens zwölf Monate nach Ende der erbrachten Leistungen in voller Höhe abgegolten werden. Zu ihnen gehören unter anderem Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, bezahlter Urlaub sowie Erfolgsbeteiligungen. Sie werden zeitkongruent mit der vergüteten Arbeitsleistung aufwandswirksam verteilt. Am Bilanzstichtag wird der Teil des Aufwands, der die bereits geleistete Zahlung übersteigt, als abgegrenzte Schuld ausgewiesen. Sonstige langfristige Leistungen, wie z.B. Jubiläumszahlungen oder Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit dem versicherungsmathematisch ermittelten Barwert der Verpflichtung zum Bilanzstichtag angesetzt. Zur Insolvenzversicherung erdienter Altersteilzeitguthaben werden Wertpapiere an die Berechtigten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert dieser Wertpapiere wird mit der korrespondierenden Verpflichtung saldiert.
Rückstellungen
Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden angesetzt, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber einem Dritten besteht, der zukünftige Ressourcenabfluss wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann. Sofern der Zinseffekt wesentlich ist, wird der Barwert des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Abzinsung erfolgt zu den marktüblichen Zinssätzen für die entsprechende Fälligkeit und Währung. Der Aufwand aus der Aufzinsung wird als Zinsaufwand ausgewiesen.
Bei der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen wird der Aufwand zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung in den Herstellungskosten berücksichtigt. Die Bemessung der Rückstellung basiert sowohl auf dem tatsächlich angefallenen Gewährleistungsaufwand in der Vergangenheit als auch auf dem evaluierten Gesamtrisiko einer Anlage bzw. eines Produkts. Zusätzlich werden Rückstellungen gebildet, wenn ein Garantiefall bekannt und ein Verlust wahrscheinlich wird. Rückgriffs Forderungen gegen Zulieferer werden aktiviert, sofern deren Leistungen einer Garantie unterliegen und der Anspruch höchstwahrscheinlich durchgesetzt werden kann.
Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden angesetzt, wenn der aus dem Vertrag erwartete wirtschaftliche Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung notwendigen Kosten. Die notwendigen Kosten schließen auch die zur Vertragserfüllung notwendigen Gemeinkosten ein.
Restrukturierungsrückstellungen werden gebildet, wenn die Gruppe einen detaillierten Restrukturierungsplan erstellt und verabschiedet hat und die Restrukturierung entweder bereits begonnen oder den Beteiligten ausreichend detailliert bekannt gemacht wurde. Künftige betriebliche Verluste sind nicht in den Rückstellungen berücksichtigt.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Gesellschafterdarlehen, Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Galapagos-Gruppe und Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert abzüglich angefallener Transaktionskosten. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Zugangsbewertung von Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing erfolgt zum niedrigeren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des Leasingobjektes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen.
Sonstige Verbindlichkeiten
Der Ansatz und die Folgebewertung der sonstigen Verbindlichkeiten erfolgt mit Ausnahme erhaltener Anzahlungen sowie des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen analog zu den Finanzverbindlichkeiten. Die Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Hinsichtlich der Bewertung des passivischen Saldos aus Fertigungsaufträgen wird auf die Ausführungen zu der Bilanzierung von Fertigungsaufträgen verwiesen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten auch Verpflichtungen für noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen, da die Höhe der Verpflichtung hinreichend gewiss ist. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei innerhalb eines Jahres fällig werdenden Verbindlichkeiten entspricht dies dem Erfüllungsbetrag.
Ertragsrealisierung
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden erfasst, wenn die maßgeblichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Dienstleistungen verbunden sind, auf den Kunden übertragen wurden. Üblicherweise erfolgt dies mit Übergabe der Güter an den Kunden. Umsätze aus Dienstleistungen werden zeitanteilig mit der Erbringung der Dienstleistung ertragswirksam. Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der Gegenleistung bewertet. Kundenboni, Skonti, Preisnachlässe und Rabatte schmälern die Umsatzerlöse.
Erlöse aus Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage of Completion Methode realisiert, wonach die Umsätze entsprechend des Fertigstellungsgrades ausgewiesen werden. Der Fertigstellungsgrad ermittelt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten (Cost-to-cost-Method). Die Auftragskosten umfassen Einzelkosten, die durch die Produktion veranlassten Fertigungs- und Materialgemeinkosten, Abschreibungen, produktionsbezogene Verwaltungskosten sowie sonstige Kosten, die dem Kunden gesondert in Rechnung gestellt werden können. Auftragsänderungen, Nachforderungen oder Leistungsprämien werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich zu Erlösen führen, deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann.
Ausgewiesen werden die realisierten Umsatzerlöse unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter Abzug von Teilabrechnungen. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst. Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen. Ist absehbar, dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar als Aufwand erfasst.
Zinserträge werden unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes und des Forderungsrestbetrages anteilig zur Restlaufzeit angesetzt. Erhaltene Ausschüttungen auf Eigenkapitalinstrumente werden als Ertrag erfasst, sofern der Ausschüttungsanspruch gerichtlich geltend gemacht werden kann.
Erlöse aus Nutzungsentgelten werden unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Verträge periodengerecht erfasst.
Forschung und Entwicklung
Aufwendungen für Forschung werden unmittelbar aufwandswirksam berücksichtigt. Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produkts oder eines Prozesses abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar und ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügbar sind. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Aktivierte Entwicklungskosten eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts werden einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Erforderliche Entwicklungskosten im Rahmen von Fertigungsaufträgen werden als deren Herstellungskosten aktiviert.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, sofern die Kelvion-Gruppe die notwendigen Voraussetzungen zur Erlangung der Zuwendungen erfüllt. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden über den Zeitraum erfasst, in der die Aufwendungen entstehen, für welche die Zuwendung geleistet wurde. Öffentliche Zuwendungen für Investitionen werden von den Anschaffungskosten des korrespondierenden Vermögenswertes abgezogen.
Ertragsteuern
Die Position "Ertragsteuern" umfasst sowohl laufende als auch latente Steuern. Ertragsteuern werden - soweit sie keinen Unternehmenszusammenschluss betreffen - in Abhängigkeit von der Behandlung des sie auslösenden Geschäftsvorfalls erfolgswirksam oder aber direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.
Laufende Steuern
Die laufenden Steuern umfassen die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung aus dem steuerbaren Ergebnis des Geschäftsjahres und etwaige Korrekturen der Steuerschuld oder Steuerforderung für frühere Geschäftsjahre. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der am jeweiligen Abschlussstichtag geltenden Steuersätze. Die tatsächlichen Steuern beinhalten ferner Steuern auf Ausschüttungen.
Latente Steuern
Latente Steuern werden angesetzt für Verlustvorträge, noch nicht genutzte Steuergutschriften sowie für temporäre Differenzen zwischen dem IFRS-Buchwert und dem steuerrechtlichen Buchwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Latente Steuern werden nicht angesetzt,
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wenn die latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, welcher kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Periodenergebnis (vor Ertragsteuern) noch das zu versteuernde Einkommen beeinflusst, erwächst; |
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für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen sowie Anteilen an Joint Ventures, soweit der Konzern den Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen zu bestimmen in der Lage und deren Umkehrung in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist; und |
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für steuerbare Differenzen aus der erstmaligen Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten. |
Ein latenter Steueranspruch wird in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, noch nicht genutzte steuerliche Verluste und noch nicht genutzte Steuerguthaben verrechnet werden können. Latente Steueransprüche werden jährlich überprüft und gegebenenfalls auf den Umfang reduziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass der entsprechende Steuervorteil realisiert wird. Die Reduzierung wird zurückgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftiger steuerbarer Gewinne wieder erhöht.
Bislang nicht bilanzierte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag neu bewertet und entsprechend der Wahrscheinlichkeit bilanziert, dass zukünftige steuerbare Erträge zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen, Verlustvorträge oder Steuergutschriften verrechnet werden können.
Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, in dem jeweiligen Land erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) verwendet, die zum Bilanzstichtag gültig sind oder durch den Gesetzgeber bereits verabschiedet wurden.
2.6 Einschätzungen und Ermessensentscheidungen
Die Erstellung des Abschlusses erfordert, dass Einschätzungen und Ermessensentscheidungen durch die Konzernleitung getroffen werden, die sich auf Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, aktivischen und passivischen latente Steuern, Erträgen und Aufwendungen sowie den Ausweis von Eventualverbindlichkeiten auswirken.
Alle Annahmen werden auf Basis aktueller Umstände nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln. Alle im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung zugrunde gelegten Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend überprüft und gegebenenfalls für die Zukunft angepasst. Dennoch können die später tatsächlich eintretenden Verhältnisse von den Schätzungen abweichen und sich negativ auf den Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden auswirken. Faktoren, die eine negative Abweichung von getroffenen Einschätzungen verursachen können, können eine Verschlechterung der Weltwirtschaft, Entwicklungen der Währungskurse und Zinssätze sowie wesentliche Gerichtsverfahren und Änderungen von umweltrechtlichen bzw. sonstigen gesetzgeberischen Bestimmungen sein. Produktionsfehler, Verluste von wesentlichen Kunden sowie steigende Finanzierungskosten können gleichfalls den zukünftigen Erfolg des Konzerns beeinträchtigen.
Die wesentlichen Bereiche, in denen Einschätzungen und Ermessensentscheidungen bei Ansatz und Folgebewertung auftreten, werden im Folgenden beschrieben:
Wertminderung von Geschäfts- und Firmenwerten
Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens jährlich anhand des Vergleichs des Buchwertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit dem jeweiligen erzielbaren Betrag überprüft. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag besteht ein Wertminderungsbedarf in Höhe des Differenzbetrags.
Der erzielbare Betrag aller zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird auf Basis des Nutzungswertes berechnet. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist abhängig von der Wahl angemessener Bewertungstechniken und Annahmen. Diese Annahmen beinhalten die Wahl des Diskontierungssatzes, des Planungszeitraums und zukünftiger Ergebnisse und werden in Ziffer 6.1 weitergehend erläutert. Die Annahmen können aufgrund von wirtschaftlichen, markt- oder unternehmensbezogenen Bedingungen sowie des wirtschaftlichen Erfolgs der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Änderungen unterliegen. Daher analysiert die Kelvion-Gruppe fortlaufend die externen Bedingungen und den wirtschaftlichen Erfolg der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Darüber hinaus werden Sensitivitätstests hinsichtlich zentraler Werttreiber wie bspw. der prognostizierten Wachstumsrate oder der Diskontierungssätze durchgeführt.
Bewertung von Sachanlagen und von immateriellen Vermögenswerten
Der beizulegende Zeitwert von im Zuge von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten zum Erwerbszeitpunkt wird ebenso geschätzt wie ihre erwartete Nutzungsdauer. Die Grundlage dafür bilden die von der Geschäftsleitung getätigten Annahmen.
Ermittlung von Wertminderungen bei Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten
Zur Schätzung von Wertminderungen bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten werden unter anderem Annahmen zu Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung getroffen. Als Schätzungsgrundlage dienen vielerlei Faktoren wie beispielsweise Veränderungen der aktuellen Wettbewerbsbedingungen, die Wachstumserwartungen auf dem Wärmetauschermarkt, eine Veränderung der Kapitalkosten, Veränderungen bei künftigen Finanzierungsmöglichkeiten, technische Überalterung, der Wegfall von Leistungen, die aktuellen Wiederbeschaffungskosten und die gezahlten Preise bei vergleichbaren Geschäftsvorfällen sowie andere auf eine Wertminderung hinweisende Veränderungen. Die Ermittlung von Wertminderungsindikatoren, die Schätzung künftiger Zahlungsströme und die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes von Vermögenswerten oder Vermögenswertgruppen bedarf weitreichender Annahmen der Geschäftsleitung über Art und Nutzwert von Wertminderungsindikatoren, erwartete Kapitalströme, anwendbare Abzinsungssätze, Nutzungsdauern und Restwerte.
Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten
Die Kelvion-Gruppe greift bei Ansatz und Bewertung von Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit anhängigen Rechtsstreitigkeiten oder sonstigen offenen Ansprüchen, die Gegenstand von Verhandlungen, Mediationsverfahren, Schiedsgerichtsverfahren oder staatlichen Bestimmungen sind, in erheblichem Maße auf Annahmen zurück. Sie trifft beispielsweise Annahmen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein geltend gemachter Anspruch abgewehrt werden oder eine Verbindlichkeit nach sich ziehen kann, und wie groß deren mögliche Spanne ausfällt. Für Verluste aus schwebenden Verträgen werden Rückstellungen gebildet, sofern der Verlust als wahrscheinlich betrachtet wird und verlässlich eingeschätzt werden kann. Aufgrund der diesem Bewertungsprozess inhärenten Ungewissheit kann der tatsächliche Verlust höher oder niedriger ausfallen als die schätzungsbedingte Rückstellung. Auch Rückstellungen für Steuern und Prozessrisiken beruhen in hohem Maße auf Annahmen. Derlei Annahmen können sich infolge neuer Erkenntnisse ändern, die vorrangig mit Hilfe interner Fachleute oder aber mit Hilfe externer Berater wie beispielsweise Aktuaren oder Rechtsanwälten gewonnen werden. Sollten die Schätzungen für Verluste aus schwebenden Verträgen geändert werden, so kann dies die künftige Ertragslage erheblich beeinflussen.
Konsolidierung: Feststellung, ob eine faktische Beherrschung besteht
Die Abgrenzung des Konsolidierungskreises (siehe Abschnitt 2.5) der Kelvion-Gruppe beruht ebenso auf Annahmen der Geschäftsleitung wie die Entscheidung über die Nichtaufnahme von Tochtergesellschaften in den Konsolidierungskreis aufgrund des Wesentlichkeitsgrundsatzes.
Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen
Für erwartete Verluste aus der Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtung von Kunden bildet der Konzern Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Bei ihren Annahmen über Eignung und Höhe einer solchen Wertberichtigung zieht die Geschäftsleitung die Fälligkeit von Forderungen, frühere Forderungsabschreibungen, die Kreditwürdigkeit des Kunden und Veränderungen der Zahlungsbedingungen für den Kunden in Betracht. Sollte sich die Finanzlage von Kunden verschlechtern, könnten die tatsächlichen Abschreibungen höher ausfallen als erwartet (und umgekehrt).
Ansatz und Bewertung von latenten Steueransprüchen und ungewissen Ertragsteuern
Die Kelvion-Gruppe ist in einer Vielzahl von Ländern und somit in verschiedenen steuerrechtlichen Jurisdiktionen tätig. Zur Ermittlung der Steuerschuld sind dementsprechend unterschiedliche Annahmen zu treffen. Nach Auffassung der Geschäftsleitung hat der Konzern seine Steuerschulden realistisch eingeschätzt. Gleichwohl besteht keine Gewähr dafür, dass die tatsächlichen Steuern den berechneten Steuern entsprechen. Jede Abweichung kann eine Veränderung der tatsächlichen oder latenten Steuern im maßgeblichen Jahr nach sich ziehen.
Bei der Einschätzung der Werthaltigkeit eines latenten Steueranspruchs wird geschätzt, inwieweit die Realisierung des latenten Steueranspruchs hinreichend wahrscheinlich ist. Ob ein latenter Steueranspruch realisiert werden kann, hängt davon ab, ob zukünftig hinreichende steuerbare Erträge generiert werden können, gegen die sich die temporären Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträge verrechnen lassen. Ausgehend von einer Analyse des Zeitpunkts der Umkehrung der latenten Steuerschulden und der erwarteten künftigen steuerbaren Erträge trifft die Geschäftsleitung eine Prognose darüber, ob latente Steueransprüche auf Grundlage der erwarteten künftigen steuerlichen Erträge realisiert werden können. Die latenten Steueransprüche reduzieren sich, wenn der Schätzwert für die geplanten steuerlichen Erträge sinkt oder die infolge vorhandener Steuerguthaben sinken. Die latenten Steueransprüche reduzieren sich auch, wenn der Betrag oder die zeitliche Nutzung künftiger Steuerguthaben gesetzlich eingeschränkt wird (siehe Ziffer 8.6).
Bewertung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte und Schulden sowie Klassifizierung von Geschäftsbereichen als nicht fortgeführt
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte sowie Veräußerungsgruppen werden zum niedrigeren Wert aus Buchwerten und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. In die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten fließen auch Annahmen des Managements ein. Sofern ein Wertminderungsbedarf identifiziert wird, sind nach vollständiger Wertberichtigung eines etwaigen Geschäfts- oder Firmenwerts die anderen Vermögenswerte der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche unter Berücksichtigung der jeweiligen erzielbaren Beträge pro rata wertzumindern. Für die Ermittlung der erzielbaren Beträge der betreffenden Vermögenswerte wird unter anderem auf die Einschätzungen und Annahmen des Managements zurückgegriffen.
Ansatz und Bewertung langfristiger Fertigungsaufträge
Der Bilanzierung langfristiger Fertigungsaufträge nach der Percentage of completion Method liegen Schätzungen des Managements bezüglich der im Zusammenhang mit den Fertigungsaufträgen anfallenden Auftragskosten zugrunde. Schätzungsänderungen bzw. Abweichungen der tatsächlichen Kosten von den geschätzten Kosten haben unmittelbare Auswirkungen auf das realisierte Ergebnis aus Fertigungsaufträgen. Die operativen Einheiten überprüfen Schätzungen kontinuierlich und passen diese sofern erforderlich an.
Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen
Der Barwert von Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen bestimmt sich anhand versicherungsmathematischer Annahmen. Dazu gehören Diskontierungssätze, erwartete Lohn- und Gehaltserhöhungen, Rentenerhöhungen und Sterblichkeitsraten. Die angenommenen Werte können aufgrund der Markt- und Konjunkturentwicklung erheblich von den tatsächlich eintretenden abweichen und auf diesem Wege die Höhe der Verpflichtung und die entsprechenden Aufwendungen wesentlich beeinflussen.
Der Diskontierungssatz des Nettobuchwertes wird jeweils am Jahresende ermittelt. Er dient zur Bestimmung des Barwertes künftiger Kapitalabflüsse, die zur Abgeltung der Verpflichtung erforderlich sind. Als Abzinsungssatz verwendet der Konzern den Zinssatz erstklassiger Unternehmensanleihen in der Währung, in der die Verpflichtung bilanziert wird und die die entsprechende Fristigkeit der Altersversorgungsverpflichtungen aufweisen.
Weitere wesentliche Annahmen in Bezug auf Verpflichtungen aus Altersversorgungsplänen beruhen auf Marktbedingungen (siehe Ziffer 7.3).
Rechtsstreitigkeiten
Unternehmen der Kelvion-Gruppe sind in einigen Fällen Parteien von Rechtsstreitigkeiten. Der Ausgang dieser Rechtsstreitigkeiten könnte einen wesentlichen Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Das Management analysiert regelmäßig die aktuellen Erkenntnisse zu diesen Rechtsstreitigkeiten und bildet Rückstellungen für wahrscheinliche Verpflichtungen einschließlich der geschätzten Rechtskosten. Für die Beurteilung werden interne und externe Rechtsanwälte eingesetzt. Bei der Entscheidung der Notwendigkeit einer Rückstellung berücksichtigt das Management die Wahrscheinlichkeit eines ungünstigen Ausgangs und die Möglichkeit, die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich zu schätzen. Die Erhebung einer Klage oder die formale Geltendmachung eines Anspruchs gegen ein Unternehmen der Kelvion Gruppe bedeuten nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung für das betreffende Risiko zu bilden ist (siehe Ziffer 7.2).
Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten
Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten, für die auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird, bedarf es in der Regel nur geringfügiger Annahmen. Ebenfalls gering ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung branchenüblicher Bewertungsmodelle bewertet werden und für deren Berechnungsgrößen auf einem aktiven Markt ein Kurs notiert wird (z. B. Währungsderivate). Größer ist der Schätzungsbedarf bei Finanzinstrumenten, die unter Anwendung von Modellen und Methoden bewertet werden, deren Berechnungsgrößen sämtlich oder teilweise nur in geringerem Umfang oder gar nicht feststellbar sind. In diesen Fällen müssen für die Auswahl und Anwendung geeigneter Parameter, Modelle und Methoden Annahmen getroffen werden.
3. Finanzrisikomanagement
Die Kelvion-Gruppe wendet Regeln und Instrumente zur Steuerung und somit weitgehender Begrenzung oder Absicherung finanzieller Risiken im Konzern an.
Die Zielsetzung für die Vermögenssicherung, die Beseitigung von Sicherheitslücken und die Effizienzsteigerung bei Erkennung und Analyse von Risiken sowie die entsprechenden Organisationsformen, Zuständigkeiten und Kompetenzen sind klar definiert. Dabei wird den Prinzipien der Systemsicherheit, Funktionstrennung, Nachvollziehbarkeit und unverzüglichen Dokumentation gefolgt.
Die Kelvion-Gruppe ist im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Währungs-, Zins-, Rohstoffpreis-, Kredit- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Das Finanzrisikomanagement der Kelvion-Gruppe ist bestrebt, diese Risiken unter sachgerechtem Einsatz derivativer und nicht-derivativer Sicherungsinstrumente zu mindern und größere Risikokonzentrationen zu vermeiden.
3.1 Währungsrisiko
Für die Kelvion-Gruppe bestehen Risiken aus Fremdwährungstransaktionen, die vorwiegend aus Käufen und Verkäufen in anderen Währungen als der funktionalen Währung der jeweiligen Einheit herrühren. Um den Effekt von Wechselkursschwankungen im operativen Geschäft zu minimieren, haben alle Konzerngesellschaften eine grundsätzliche Sicherungspflicht von Fremdwährungspositionen im Zeitpunkt ihrer Entstehung, um Preise auf Basis von Sicherungskursen festzuschreiben. Die Sicherung von Währungsrisiken erfolgt für bilanzierte Grundgeschäfte, bilanzunwirksame feste Verpflichtungen sowie für erwartete und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Transaktionen. Die Sicherungszeiträume richten sich grundsätzlich nach der Laufzeit des Grundgeschäfts und betragen in der Regel bis zu zwölf Monate, können aber in Ausnahmefällen auch deutlich darüber hinausgehen. Hedge Accounting im bilanziellen Sinne wird zurzeit nicht angewandt.
Soweit gesetzlich zulässig, werden sämtliche Sicherungsgeschäfte von der Konzernabteilung Treasury abgewickelt. Die Konzerngesellschaften melden ihr Risiko der Treasury Abteilung, die wiederum für die Konzerngesellschaften entsprechende Sicherungsgeschäfte mit Banken abschließt. Die Sicherungsgeschäfte werden von der Treasury-Abteilung streng überwacht.
Von dem Absicherungserfordernis abgesehen, können Währungsschwankungen auch die Geschäftsmöglichkeiten außerhalb der Eurozone beeinträchtigen.
3.2 Zinsänderungsrisiko
Die Kelvion-Gruppe ist im Zusammenhang mit der Aufnahme von variabel verzinslichem Fremdkapital einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Zur Überwachung des Zinsrisikos wird die Sensitivität der Kapitalströme des Konzerns gegenüber variabel verzinslichen Krediten analysiert. Die Nominalzinsen des variabel verzinslichen Gesellschafterdarlehens waren zum 31. Dezember 2017 wie im Vorjahr nicht abgesichert.
3.3 Rohstoffpreisrisiko
Der Konzern erwirbt im gewöhnlichen Geschäftsverkehr Rohstoffe, deren Kaufpreise je nach Marktlage erheblich schwanken können. Zur Begrenzung des Rohstoffpreisrisikos hat der Konzern mit mehreren Lieferanten Langzeitlieferverträge abgeschlossen.
3.4 Kreditrisiko
Ein Kreditrisiko ergibt sich daraus, dass eine Gegenpartei ihren Vertragspflichten möglicherweise nicht nachkommt und dem Konzern dadurch ein finanzieller Verlust entsteht. Zur Begrenzung des mit Zahlungsausfällen verbundenen finanziellen Risikos tätigt der Konzern Geschäfte grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Kontrahenten und gegebenenfalls gegen Bereitstellung hinreichender Sicherheiten.
Der Konzern unterzieht die Risikobelastung und die Bonitätseinstufung seiner Gegenparteien und potenziellen Gegenparteien einer fortlaufenden Kontrolle. Im Komponentengeschäft tätige Konzerngesellschaften legen im Allgemeinen für jeden Kontrahenten eine Obergrenze für dessen Ausfallrisiko fest. Die Grenze leitet sich zumeist aus den Bonitätseinstufungen von Ratingagenturen und, falls vorhanden, den Preisen für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) ab. Bei Überschreitung der individuellen Obergrenze werden geeignete Maßnahmen ergriffen. Im Projektgeschäft tätige Konzerngesellschaften bestimmen die Finanzlage potenzieller Kunden von Fall zu Fall anhand der verfügbaren Finanzdaten. Die Bonitätseinschätzung wird vor der Annahme eines Projektauftrags zusätzlich von einem internen Risikoausschuss überprüft.
Zur Begrenzung des Kreditrisikos findet ferner ein aktives Forderungsmanagement unter Einbeziehung einer Delkredereversicherung statt. Bei Export- und Projektgeschäften kommen bestätigte und unbestätigte Dokumentenakkreditive sowie Bürgschaften, Garantien und Deckungszusagen auch von Ausfuhrkreditversicherern zum Einsatz.
Da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber einer Anzahl von großen Kunden aus unterschiedlichen Branchen und Regionen besteht, ist keine Konzentration von Risiken gegeben. Konkreten Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Derivate werden zur Eindämmung des mit ihnen verbundenen Kreditrisikos ausschließlich mit angesehenen Finanzinstituten geschlossen, denen international tätige Ratingagenturen eine hohe Kreditwürdigkeit bescheinigt haben.
Die Kelvion-Gruppe weist kein kritisches Kreditrisiko durch einen einzelnen Kontrahenten oder eine Gruppe merkmalähnlicher Kontrahenten auf. Das Ausfallrisiko aus Zahlungsmitteln ist begrenzt, da es sich bei den Gegenparteien um renommierte Banken handelt, die von internationalen Ratingagenturen mit einer hohen Bonität bedacht sind und zudem in der Regel Kreditgeber des Konzerns sind. Daher wird die Kreditqualität finanzieller Vermögenswerte, die weder überfällig noch im Wert gemindert sind, als gut betrachtet. Das mit finanziellen Vermögenswerten verbundene, nicht im Abschluss berücksichtigte Kreditrisiko entspricht maximal dem Buchwert.
3.5 Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko besteht darin, dass der Konzern aufgrund unzureichender Verfügbarkeit von liquiden Mitteln seinen finanziellen Verpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Zur Steuerung seines kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsbedarfs hat der Konzern ein geeignetes Regelwerk zur Begrenzung von Liquiditätsrisiken aufgestellt, das unter anderem einen mehrjährigen Finanzplan und eine rollierende monatliche Liquiditätsprognose vorsieht. Der Konzern steuert das Liquiditätsrisiko durch das Vorhalten hinreichender Rücklagen, Bankkreditfazilitäten und sonstiger Kreditfazilitäten sowie durch regelmäßige Kontrolle der erwarteten Kapitalströme.
Die wichtigste Quelle zur Generierung von Liquidität ist der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Zur Optimierung der Kreditaufnahme und der Barmittelnutzung findet in mehreren Ländern ein konzerninterner Liquiditätsausgleich (Cashpooling) statt, in dessen Rahmen die Konten der beteiligten Konzerngesellschaften täglich automatisch per Gut- oder Lastschrift ausgeglichen werden. Auf diese Weise werden eigenständige Geldanlagen oder Kreditaufnahmen einzelner Konzerngesellschaften weitgehend vermieden. Die Kelvion Holding GmbH sowie einige operative Kelvion-Gesellschaften im Ausland (bspw. USA und China) fungieren hierbei als Cashpool Führungsgesellschaften innerhalb der Galapagos-Gruppe. Das Cashpooling wird dabei nicht nur innerhalb des Kelvion Konzerns durchgeführt, sondern auch einheitlich mit dem Teilkonzern ENEXIO. Die Teilnahme am konzerninternen Cashpooling erfolgt im Wesentlichen nur in solchen Jurisdiktionen, die über keine Devisenhandelsbeschränkungen verfügen. Die Gesellschaften in Indien, Russland und Brasilien nehmen nicht am Cashpooling teil.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die nicht abgezinsten vertraglich vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit negativem beizulegendem Zeitwert.
| Liquiditätsströme | ||||
| (in T EUR) | Buchwert | < 1 Jahr | 1-2 Jahre | 2-3 Jahre |
| 2017 | ||||
| Bankkredite | 16.642 | 16.642 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 145.692 | 138.408 | 7.284 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 102.737 | 102.737 | ||
| Gesellschafterdarlehen | 694.593 | 33.905 | 34.756 | 35.451 |
| Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind | 1.520 | 1.470 | 50 | |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 10.929 | 1.059 | 1.127 | 1.036 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 45.205 | 1.397 | ||
| Liquiditätsströme | |||
| (in T EUR) | 3-4 Jahre | 4-5 Jahre | >5 Jahre |
| 2017 | |||
| Bankkredite | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | |||
| Gesellschafterdarlehen | 360.123 | 258.750 | |
| Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind | |||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 962 | 939 | 13.167 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 43.808 | ||
| Liquiditätsströme | ||||
| Buchwert | < 1 Jahr | 1-2 Jahre | 2-3 Jahre | |
| 2016 | ||||
| Bankkredite | 21.100 | 21.100 | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 168.386 | 158.952 | 9.434 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 84.959 | 84.959 | ||
| Gesellschafterdarlehen | 703.069 | 33.031 | 33.187 | 33.462 |
| Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind | 2.402 | 2.151 | 251 | |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 11.661 | 919 | 1.156 | 1.144 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 35.082 | 35.082 | ||
| Liquiditätsströme | |||
| 3-4 Jahre | 4-5 Jahre | >5 Jahre | |
| 2016 | |||
| Bankkredite | |||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | |||
| Gesellschafterdarlehen | 33.930 | 429.919 | 373.233 |
| Währungsderivate, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind | |||
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 991 | 961 | 14.497 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | |||
Die am 31. Dezember 2017 offenen finanziellen Verbindlichkeiten sind in der Tabelle im Umfang des erwarteten vertraglichen Cashflows berücksichtigt. Planzahlen für zukünftige Verbindlichkeiten sind nicht enthalten. Fremdwährungsbeträge sind zu Stichtagskursen umgerechnet. Bei finanziellen Verbindlichkeiten, die jederzeit zurückgezahlt werden können, wird unterstellt, dass sie innerhalb eines Jahres zurückgezahlt werden.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 102.737 tausend EUR (2016: 84.959 tausend EUR) resultieren hauptsächlich aus Cashpool- und Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der ENEXIO Gruppe. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten betreffen abgegrenzte Zinsverbindlichkeiten gegenüber der Galapagos BidCo in Höhe von 45.205 tausend EUR (2016: 35.082 tausend EUR).
3.6 Finanzkennzahlen, revolvierende Kreditfazilität und Haftungsverbund
Am 18. Mai 2014 hat die Kelvion Finance mit ihrer direkten Muttergesellschaft Galapagos BidCo und ihrer indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A. mit einem aus sechs Banken bestehenden Kreditkonsortium eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität (Multi-Currency-Revolving-Facility) in Höhe von 75.000 tausend EUR für die Galapagos-Gruppe vereinbart. Der Vereinbarung gemäß muss das in der Kreditfazilität definierte EBITDA zu jedem Quartalsabschluss, an dem der Betrag der Inanspruchnahme einen bestimmten Prozentsatz der Kreditfazilität übersteigt, das in der Vereinbarung bestimmte EBITDA überschreiten. Zum Abschlussstichtag war die Kreditfazilität mit 15.000 tausend EUR (2016: 20 tausend EUR) und damit zu weniger als 30 Prozent in Anspruch genommen.
Am 31. Dezember 2017 wurden die EBITDA-Vereinbarungen nicht eingehalten, was eine Reduzierung der revolvierenden Kreditfazilitäten auf weniger als 22,5 Millionen EUR zur Folge hatte. Dieser Betrag ist für den Liquiditätsbedarf bis Ende 2019 nicht ausreichend. Aus diesem Grund haben die Eigentümer der Galapagos-Gruppe entsprechend den Bestimmungen der Kreditvereinbarungen einen "Equity Cure" eingeleitet, um die revolvierende Kreditfazilität wieder für den vollen Betrag von 75 Millionen EUR freizugeben. Zusätzlich wurden im April 2018 Gespräche mit den Banken aufgenommen, um die Kreditvereinbarungen auszuweiten. Daraus haben sich Refinanzierungsverhandlungen ergeben, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurden und im Kern zu einer deutlichen Entschuldung des operativen Kelvion Konzerns und zu einer Verlängerung der Kreditlinien geführt haben. Unter Zugrundelegung der neuen Finanzierung vertritt der Konzern die Auffassung, dass der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit und die vorhandenen Guthaben zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs, des Nettoumlaufvermögens und der Zinszahlungen für die nächsten zwölf Monate und die absehbare Zukunft ausreichen werden. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung im Abschnitt "Ereignissen nach dem Bilanzstichtag".
Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu dem im Kreditvertrag bestimmten EBITDA stellt für den Konzern eine wichtige Finanzkennzahl dar (Verschuldungsgrad). Für die Zukunft wird eine Verringerung des Verschuldungsgrades angestrebt.
Zur Sicherung der Bankverbindlichkeiten bzw. den von der indirekten Muttergesellschaft Galapagos S.A. emittierten Anleihen haften zahlreiche Gesellschaften sowohl des Kelvion-Konzerns als auch seitens des ENEXIO-Konzerns mit vertraglich definierten Vermögenswerten. Der Haftungsverbund hat sich in 2017 nicht wesentlich verändert. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Kapitel 7.4.
3.7 Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse
Die Gesellschaften der Kelvion-Gruppe sind Fremdwährungsrisiken immer dann ausgesetzt, wenn ihre Kapitalströme nicht auf ihre funktionale Währung lauten. Das Wechselkursrisiko wird mit Hilfe geeigneter Instrumente so abgesichert, dass die aus dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsgeschäft entstehenden Schwankungen weitgehend ausgeglichen werden.
Das in der Sensitivitätsanalyse dargestellte Fremdwährungsrisiko resultiert aus den folgenden Geschäften:
| ― |
Währungsderivate, die zur Absicherung für bislang noch bilanzunwirksame Grundgeschäfte, d. h. für vertraglich vereinbarte sowie erwartete Transaktionen, eingebunden sind. Mit diesen Fremdwährungsderivaten ist ein erfolgswirksames wechselkursbedingtes Risiko verbunden; |
| ― |
ungesicherte Fremdwährungstransaktionen: Die Umrechnung von auf Fremdwährung lautenden Forderungen oder Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs wirkt sich unmittelbar erfolgswirksam aus. |
Die Kapitalströme in Fremdwährung werden mehrheitlich in den aus der folgenden Tabelle ersichtlichen Währungspaaren abgerechnet. Die Fremdwährungen werden als maßgebliche Risikogröße in der Fremdwährungs-Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Die Zahlenangaben beziehen sich auf einen Anstieg oder Rückgang der Fremdwährung um 10 Prozent gegenüber der Basiswährung.
| (in T EUR) | Nominalvolumen | Jahresergebnis | ||
| Basiswährung | Fremdwährung | 2017 | ||
| + 10% | - 10% | |||
| EUR | USD | 112.362 | -2.249 | 2.852 |
| EUR | CNY | 38.099 | 486 | -594 |
| USD | CNY | 16.071 | -992 | 1.216 |
| EUR | AED | 12.402 | -2.725 | -559 |
| EUR | CNH | 12.334 | -1.124 | 1.374 |
| EUR | GBP | 11.524 | -287 | 353 |
| (in T EUR) | Nominalvolumen | Jahresergebnis | ||
| Basiswährung | Fremdwährung | 2016 | ||
| + 10% | - 10% | |||
| EUR | USD | 85.751 | 659 | -719 |
| EUR | GBP | 21.544 | -298 | 365 |
| EUR | CNH | 17.679 | -1.653 | 2.020 |
| EUR | CZK | 11.286 | -836 | 1.022 |
Der Berechnung lag ein Nominalbetrag in Höhe von 202.792 tausend EUR zugrunde (2016: 136.737 tausend EUR).
Der Nominalbetrag bezieht sich auf die vertraglich vereinbarten Cashflows in Fremdwährung zum Abschlussstichtag, die zum Schlusskurs in Euro umgerechnet werden.
3.8 Zinssensitivitätsanalyse
Die Zinssensitivitätsanalyse stellt die Auswirkungen von Marktzinsänderungen auf Zinszahlungen und somit auf die erfolgswirksamen Zinserträge und Zinsaufwendungen dar. Sie beruht auf den folgenden Annahmen:
| ― |
Nicht-derivative festverzinsliche Finanzinstrumente unterliegen nur dann einem bilanziellen Zinsänderungsrisiko, wenn sie zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Kelvion-Gruppe bewertet derartige Finanzinstrumente zu fortgeführten Anschaffungskosten. |
| ― |
Nicht-derivative variabel verzinsliche Finanzinstrumente, deren Zinszahlungen nicht als gesicherte Grundgeschäfte Bestandteil einer als Absicherung von Zahlungsströmen bilanzierten Sicherungsbeziehung sind, unterliegen sowohl einem ergebnis- als auch zahlungswirksamen Zinsänderungsrisiko. |
| ― |
Eingebettete Derivate, die vom Basisvertrag getrennt dargestellt werden, unterliegen einem wesentlichen Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen im beizulegenden Zeitwert, die durch verschiedene Möglichkeiten zur vorzeitigen Tilgung bedingt sind. |
| ― |
Währungsderivate unterliegen keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko und haben daher keinen Einfluss auf die Zinssatzsensitivität. |
Bei der Sensitivitätsanalyse wird für den 31. Dezember 2017 eine lineare Verschiebung in den Zinskurven aller Währungen von plus 100 oder minus 20 Basispunkten angenommen. Relativ wird also eine geringere Abwärtsverschiebung gegenüber einer größeren Aufwärtsverschiebung angenommen. Das zum Stichtag geringe Zinsniveau von nahe null Prozent verhindert eine Verschiebung hin zu einem Negativzinssatz. Daraus ergeben sich die folgenden Effekte:
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||
| (in T EUR) | + 100 Basispunkte | - 20 Basispunkte | + 100 Basispunkte | - 20 Basispunkte |
| Ergebniswirksame Zinsrisiken | -2.116 | 811 | -1.694 | 956 |
Die Berechnung basiert auf einem Nominalwert von 251.277 tausend EUR (2016: 251.277 tausend EUR).
3.9 Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des Konzerns erfasst sowohl das bilanzielle Eigenkapital als auch die Verbindlichkeiten. Ziel des Kapitalmanagements ist die Erhaltung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Fremd- und Eigenkapital. Aufgrund seiner breiten Produktpalette und globalen Präsenz erwirtschaftet der Konzern bei normaler gesamtwirtschaftlicher Lage planbare und nachhaltige Kapitalzuflüsse.
Die Kelvion-Gruppe unterliegt keinen externen Finanzierungsanforderungen an die Eigenkapitalausstattung. Jedoch haften die Konzerngesellschaften der Kelvion Finance GmbH im Rahmen der Finanzierung des Kaufpreises für den Kauf der HX-Gruppe durch die luxemburgischen Holdinggesellschaften mit ihren Vermögenswerten. Detaillierte Ausführungen zu den Haftungsverhältnissen aus dieser Gruppenfinanzierung enthält Ziffer 7.4.
4. Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung
Nach dem Erwerb der HX-Gruppe im Geschäftsjahr 2014 durch die Kelvion Finance GmbH wurde im Geschäftsjahr 2015 beschlossen, die bereits aus wirtschaftlicher Perspektive bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO auch in gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreie Gesellschaftsstrukturen zu transferieren. Zu diesem Zweck wurden im Vorjahr folgende Transaktionen getätigt:
Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung mit der DencoHappel Gruppe
Mit Kauf- und Anteilsübertragungsvertrag vom 24. Mai 2016 ("Ownership Interest Purchase and Transfer Agreement") hat die Kelvion Holding GmbH die Kelvion s.r.o. Nymburg (Tschechien) von der DencoHappel GmbH zu einem Kaufpreis von 54,5 Millionen EUR erworben. Die Kelvion s.r.o. ist im Wege der Abspaltung von der DencoHappel CZ a.s. zur Neugründung einschließlich sämtlicher dem Kelvion Segment zuzurechnender Vermögenswerte, Schulden und Vertragsverhältnisse als Gesamtheit, gegründet worden.
Zum 31. Dezember 2015 hielt die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH, Bochum (Deutschland), 47,69% der DencoHappel Austria GmbH. Die DencoHappel GmbH hielt 52,31% der Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft. In 2015 wurde die Kelvion GmbH, Gaspoltshofen (Österreich), durch die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH mit einem Stammkapital von 35 tausend EUR gegründet. Die Geschäftsanteile verteilen sich dabei auf die Gesellschafter analog zur DencoHappel Austria GmbH. Mit notariell beurkundetem Kauf- und Übertragungsvertrag vom 9. Dezember 2015 hat die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 52,31% der Geschäftsanteile an der Kelvion GmbH zu einem Kaufpreis von 18 tausend EUR von der DencoHappel GmbH erworben.
Mit notariell beurkundetem "Spaltungs- und Übernahmevertrag" vom 29. März 2016 hat die DencoHappel Austria GmbH als abgebende Gesellschaft im Wege einer Abspaltung zur Aufnahme ihren Teilbetrieb "Industrielle Wärmetauscher" einschließlich sämtlicher diesem Geschäftsbereich zuzurechnenden Vermögenswerte, Schulden und Vertragsverhältnisse als Gesamtheit an die Kelvion GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Mit "Kauf- und Übertragungsvertrag" vom 1. Juni 2016 erwarb die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 52,31% an der Kelvion GmbH von der DencoHappel GmbH zu einem Kaufpreis von 3,9 Millionen EUR. Mit notariell beurkundetem Kauf- und Übertragungsvertrag vom 1. Juni 2016 veräußerte die Kelvion Industriebeteiligungen GmbH 47,69% der Geschäftsanteile an der DencoHappel Austria GmbH zu einem Kaufpreis von 15,5 Millionen EUR an die DencoHappel GmbH.
Bei dem Erwerb von Unternehmen durch die ENEXIO Management GmbH im Geschäftsjahr 2016 handelt es sich nicht um Unternehmenszusammenschlüsse in Sinne von IFRS 3. Die Erwerbe der Unternehmen erfolgte als Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle (Beherrschung) über die beteiligten Unternehmen vor und nach der Transaktion bei der Muttergesellschaft, der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg verbleibt.
Das Management hat das im Rahmen von Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung bestehende Wahlrecht, die Buchwertmethode anzuwenden, in Anspruch genommen und bilanziert die Vermögenswerte und Schulden der zum 31. Dezember 2016 konsolidierten Tochterunternehmen jeweils zu den übernommenen Buchwerten. Die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Gesellschaften wurden gegen Zahlung eines Kaufpreises erworben. Etwaige Differenzen zwischen den zu Buchwerten übernommenen Vermögenswerten und Schulden im Erwerbszeitpunkt und dem Kaufpreis werden erfolgsneutral in einer separaten Rücklagenposition im Eigenkapital erfasst.
Die im Rahmen der Aufrechnung der Kaufpreise der erworbenen Unternehmen mit den jeweiligen Nettovermögen entstehenden Differenzbeträge werden in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen:
| (in T EUR) | 31.12.2016 |
| Übertragenes Nettovermögen zu Buchwerten | 47.516 |
| Kaufpreise der erworbenen Unternehmen | 58.400 |
| Rücklage für Unternehmenszusammenschlüsse aus Transaktionen zwischen Gesellschaften unter gemeinsamer Beherrschung | -10.884 |
Im Geschäftsjahr 2017 haben keine Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung stattgefunden.
5. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche
Zur Erzielung gesellschaftsrechtlich überschneidungsfreier Gesellschaftsstrukturen, bezogen auf die aus wirtschaftlicher Perspektive bereits bestehenden Segmente Kelvion, DencoHappel und ENEXIO, wurden im Geschäftsjahr 2015 seitens der Geschäftsführungen bzw. Gesellschafter der betreffenden Gesellschaften diverse gesamtkonzerninterne Transaktionen wie Abspaltungen, Share Deals und Asset Deals (jeweils: Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung) beschlossen. Einige dieser Transaktionen wurden bereits im Geschäftsjahr 2015 durchgeführt. Die verbleibenden Transaktionen wurden im Geschäftsjahr 2016 umgesetzt.
Umgesetzte Transaktionen im Geschäftsjahr 2016 ("Abgänge 2016"- siehe auch Kapitel 4)
(im Folgenden auch "Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche" bezeichnet)
Im Geschäftsjahr 2016 hat die Kelvion Finance die verbliebenen 47,69 % Anteile an der DencoHappel Austria GmbH, sowie die 99,74 % Anteile an der ENEXIO Hungary an den DencoHappel Holding Konzern bzw. den ENEXIO Konzern im Wege von Share Deals übertragen.
Darüber hinaus werden in den rechtlichen Kelvion Einheiten in China und Indien noch geschäftliche Aktivitäten unternommen, die in der Vergangenheit wirtschaftlich dem DencoHappel Segment zugerechnet wurden. Mit der Einstellung der Aktivitäten in Indien wurde im Geschäftsjahr 2016 begonnen. Die noch zu überführende Geschäftstätigkeit DencoHappel in China wird im Rahmen der Betriebsführung im Namen und für Rechnung DencoHappel betrieben. Der Gesellschaftsbetrieb der DencoHappel in China wurde mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 eingestellt. Für die entstandenen Kosten hat die DencoHappel Gruppe eine Kompensation an die Kelvion Gruppe gezahlt.
Unter Berücksichtigung der erfolgten Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung (d.h. innerhalb der Galapagos-Gruppe) sowie den noch zu übertragenden bzw. aufgegebenen DencoHappel Geschäftsaktivitäten in China und Indien ist die rechtliche Restrukturierung abgeschlossen.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung als "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" präsentierten Werte umfassen die Nachsteuerergebnisse der verbliebenen, wirtschaftlich zur DencoHappel Gruppe bzw. ENEXIO Gruppe gehörenden Gesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten.
ENEXIO Segment
Mit notariell beurkundetem "Share Purchase and Transfer Agreement" vom 30. Dezember 2015 hat die Kelvion Holding GmbH, Bochum (Deutschland), sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO Germany GmbH, Herne (Deutschland) einschließlich Tochtergesellschaften und Beteiligungen an die ENEXIO Management GmbH zu einem Kaufpreis von 14.000 tausend EUR veräußert.
Mit notariell beurkundetem "Share Purchase and Transfer Agreement" vom 30. Dezember 2015 hat die Kelvion Holding GmbH, Bochum (Deutschland), sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO Water Technologies GmbH, Wettringen (Deutschland), einschließlich Tochtergesellschaften zu einem Kaufpreis in Höhe von 3.600 tausend EUR an die ENEXIO Management GmbH veräußert.
Mit den Kaufverträgen vom 31. Dezember 2015 ("Sale and Purchase Agreement" und "Asset Sales and Purchase Agreement") hat die Kelvion Inc., Catoosa (USA), der in 2015 gegründeten ENEXIO Holding Inc., Wilmington (USA), ein unmittelbares Tochterunternehmen der ENEXIO Management GmbH, sämtliche Geschäftsanteile an der ENEXIO of Alabama LLC, Montgomery (USA), zu einem Kaufpreis in Höhe von 1 USD sowie der ebenfalls in 2015 gegründeten ENEXIO US LLC, Wilmington (USA), sämtliche der Geschäftstätigkeit des ENEXIO Segments zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden einschließlich aller vertraglichen Verpflichtungen zu einem Kaufpreis von 9.200 tausend EUR im Rahmen eines Asset Deals übertragen.
Mit Kaufvertrag vom 31. Dezember 2015 ("Asset Sales and Purchase Agreement") hat die Kelvion Limited, Fareham (Großbritannien), der in 2015 gegründeten ENEXIO UK Limited, Northampton (Großbritannien), ein unmittelbares Tochterunternehmen der ENEXIO Management GmbH, sämtliche Geschäftsanteile an der GEA Energietechnik UK Limited, Hereford (Großbritannien) sowie sämtliche der Geschäftstätigkeit des ENEXIO Segments zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden einschließlich aller vertraglichen Verpflichtungen zu einem Kaufpreis von 1.200 tausend EUR im Rahmen eines Asset Deals übertragen.
Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen stellt sich im Geschäftsjahr 2017 sowie in 2016 wie folgt dar:
| 2017
(in T EUR) |
Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche |
| Umsatzerlöse | 1.912 |
| Betriebliche Aufwendungen | -1.986 |
| Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -74 |
| Finanzerträge (+) / Finanzaufwendungen (-) | - |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -74 |
| Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) | - |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | -74 |
| 2016
(in T EUR) |
Enexio & DencoHappel Veräußerungsgruppe | Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche | Summe |
| Umsatzerlöse | 6.059 | 5.257 | 11.316 |
| Betriebliche Aufwendungen | -5.713 | -6.127 | -11.840 |
| Ergebnis aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 346 | -870 | -524 |
| Finanzerträge (+) / Finanzaufwendungen (-) | -36 | 14 | -22 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 310 | -856 | -546 |
| Steuerertrag (+) / Steueraufwand (-) | -6 | - | -6 |
| Gewinn aus dem Abgang der Enexio & DencoHappel Veräußerungsgruppe | 19 | - | 19 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen | 323 | -856 | -533 |
Der Verlust der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche im Geschäftsjahr 2017 bzw. im Geschäftsjahr 2016 ist den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuzuordnen.
Als zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche:
Im Vorjahr wurden die Geschäftsaktivitäten von zwei Kelvion Gesellschaften in China und Indien, die in der Vergangenheit wirtschaftlich dem veräußerten DencoHappel Segment zugeordnet waren, weiterhin den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen zugeordnet. Die Geschäftsaktivitäten der Kelvion Gesellschaft in China wurden zum 31. Dezember 2017 eingestellt.
Die zu der verbliebenen Veräußerungsgruppe gehörenden Vermögenswerte und Schulden werden in der Konzernbilanz unten den Posten "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" und "zur Veräußerung gehaltene Schulden" ausgewiesen:
| 2017
(in T EUR) |
Zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 501 |
| Ertragsteuerforderungen | 67 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 149 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 717 |
| Kurzfristige Rückstellungen | -201 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -59 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | -27 |
| Zur Veräußerung gehaltene Schulden | -287 |
| 2016 (in T EUR) | Zur Veräußerung gehaltene Geschäftsbereiche |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 4 |
| Sachanlagen | 620 |
| Vorräte | 725 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | 2.083 |
| Ertragsteuerforderungen | 15 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 59 |
| Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | 3.506 |
| Kurzfristige Rückstellungen | -396 |
| Kurzfristige Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | -85 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -982 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | -1.528 |
| Zur Veräußerung gehaltene Schulden | -2.991 |
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Im Rahmen des Umstrukturierungsprogrammes in Deutschland ist im vierten Quartal 2016 entschieden worden, das Verwaltungshauptgebäude in Bochum in 2017 zu veräußern. Daher sind Gebäude und Grund und Boden als "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umqualifiziert worden. Der fair value abzüglich Veräußerungskosten belief sich auf EUR 4,8 Millionen. In Vorgriff darauf wurde eine Wertminderung in Höhe von EUR 2,9 Millionen realisiert, um die Vermögenswerte zum fair value abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten. Im Geschäftsjahr 2017 wurde das Verwaltungsgebäude für EUR 5,0 Millionen veräußert. Bei Berücksichtigung der Transaktionskosten in Höhe von EUR 0,2 Millionen wurden keine weiteren Gewinne realisiert.
6. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Aktiva
6.1 Geschäfts- oder Firmenwerte
Der Geschäfts- oder Firmenwert bezeichnet den positiven Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens. Er wird als immaterieller Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer bilanziert und seine Werthaltigkeit wird jährlich am Ende des Geschäftsjahres sowie jederzeit bei Anzeichen für eine potenzielle Wertminderung überprüft. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Diese sind die kleinsten identifizierbaren Gruppen von Vermögenswerten, die einen eigenständigen Cashflow generieren und weitestgehend unabhängig von den Cashflows anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind und die kleinste Ebene innerhalb des Konzerns darstellen, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird. Daher wird der Geschäfts- oder Firmenwert (bezogen auf die fortgeführte Geschäftstätigkeit) auf die vier Business Units Refrigeration Technologies (RT), Machine Cooling Systems (MCS), Project Engineered Solutions (PES) und Plate Heat Exchangers (PHE) verteilt und auf dieser Ebene bewertet.
Die folgende Tabelle zeigt die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die vier zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Kelvion-Gruppe:
| Kelvion | |||||
| (in T EUR) | Refrigeration Technologies | Machine Cooling Systems | Project Engineered Solutions | Plate Heat Exchangers | Summe Kelvion |
| Buchwert per 31. Dezember 2016 | 34.942 | 127.895 | 28.809 | 7.841 | 199.487 |
| Wertminderungen in 2017 | 16.370 | - | 28.450 | - | 44.820 |
| Buchwert per 31. Dezember 2017 | 18.572 | 127.895 | 359 | 7.841 | 154.666 |
Der Firmenwert der Kelvion-Geschäftseinheiten Refrigeration Technologies und Project Engineered Solutions wurde gemäß IAS 36 aufgrund den Geschäftsentwicklungen in beiden Geschäftseinheiten teilweise wertberichtigt, da die erzielbaren Beträge niedriger waren als der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Wertminderungen werden in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit am 31. Dezember 2017 wurde durch Berechnung der individuellen Nutzungswerte im Rahmen der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wurden für das Geschäftsjahr 2018 die Ist-Werte zugrunde gelegt, wohingegen für die Jahre 2019-2021 die Planung "bottom up" sowie für das Geschäftsjahr 2022 die Planung auf einer "top down" Basis berücksichtigt wurde.
Die Planung des Budgets und die mittelfristige Planung der Kelvion-Gruppe basieren auf spezifischen Annahmen für die jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Diese beziehen Entwicklungen in zentralen makroökonomischen Kennzahlen, wie beispielsweise Bruttoinlandsprodukt, Marktanteil, Entwicklungen der Arbeitskosten sowie Entwicklungen der Kosten von Rohmaterial und regulatorische Rahmenbedingungen ein. Darauf aufbauend werden zentrale Plankennzahlen jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit für die Vierjahresperiode entwickelt, welche zur Ermittlung von Netto-Cashflows genutzt werden. Diese komplettieren den Planungsprozess der Geschäftsleitung und werden in Gesellschafterausschüssen (shareholder committees) diskutiert.
Der Abzinsungssatz der Nettozuflüsse an Zahlungsmitteln entspricht dem gewichteten Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten. Die verschiedenen Risiken und Ertragsstrukturen der Kelvion Business Units werden durch die separate Berechnung der Kapitalkosten nach Steuern für die jeweiligen Business Units und Kapitalstrukturen berücksichtigt. Dazu wird ein Vergleich mit ähnlichen Unternehmen desselben Industriebereichs durchgeführt. Die Eigenkapitalkosten entsprechen der erwarteten Rendite der Anteilseigner, wohingegen die Fremdkapitalkosten auf den Bedingungen beruhen, zu denen vergleichbare Unternehmen oder Kelvion selbst langfristige Finanzierungsinstrumente beziehen. Beide Angaben beruhen auf Kapitalmarktinformationen.
Der Nutzungswert basiert auf den folgenden wesentlichen Annahmen: Für die Perioden nach dem Detailplanungszeitraum wird eine Wachstumsrate der Cashflows von 1,0 Prozent p.a. angenommen. Diese zugrundeliegende Wachstumsrate übersteigt nicht die durchschnittliche langfristige Wachstumsrate der Märkte, in denen die Business Units tätig sind. Die Kapitalkosten der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welche der Abzinsung zugrunde gelegt werden, basieren auf einer risikolosen, langfristigen Zinsrate von 1,0 Prozent (2016: 1,0 Prozent) und eine Marktrisikoprämie von 7,0 Prozent (2016: 7,0 Prozent). Zusätzlich werden Beta-Faktoren, credit spread sowie Kapitalstrukturen für jede zahlungsmittelgenerierende Einheit von einer Vergleichsgruppe (peer group) abgeleitet. Des Weiteren werden spezifische Steuersätze verwendet.
Die folgende Tabelle zeigt die angewendete nachhaltige Wachstumsrate und den Kapitalkostensatz, der zur Diskontierung der erwarteten Cashflows genutzt wird:
| Nachhaltige Wachstumsrate | Kapitalkostensatz nach Steuern | |||
| 2017 | 2016 | 2017 | 2016 | |
| Refrigeration Technologies | 1,0% | 1,0% | 9,7% | 8,3% |
| Machine Cooling Systems | 1,0% | 1,0% | 9,9% | 8,5% |
| Project Engineered Solutions | 1,0% | 1,0% | 9,5% | 9,0% |
| Plate Heat Exchangers | 1,0% | 1,0% | 9,9% | 8,5% |
| Kapitalkostensatz vor Steuern | ||
| 2017 | 2016 | |
| Refrigeration Technologies | 12,3% | 10,4% |
| Machine Cooling Systems | 12,4% | 11,2% |
| Project Engineered Solutions | 12.1% | 12,2% |
| Plate Heat Exchangers | 12.4% | 11,6% |
Obwohl die Schätzung der diskontierten zukünftigen Cashflows als angemessen erachtet wird, könnten Änderungen der Annahmen oder andere Umstände eine Anpassung der Bewertung erfordern. Für die beiden Business Units Machine Cooling Systems und Plate Heat Exchangers wurden Sensitivitätsanalysen für die beiden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auf Basis einer Erhöhung der Nachsteuer-Diskontsätze um einen Prozentpunkt und auf Basis einer Reduzierung der nachhaltigen Wachstumsrate auf Null erstellt. Die Gesellschaft kommt zum Ergebnis, dass keine der beiden Änderungen zu einer Wertminderung des Firmenwerts in den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Machine Cooling Systems und Plate Heat Exchangers des Konzerns führen würde. Für die beiden wertberichtigten Business Units Refrigeration Technologies und Project Engineered Solutions wird jede Änderung der Annahmen zu weiteren Wertminderungen führen.
6.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Der Buchwert der immateriellen Vermögenswerte hat sich wie folgt entwickelt:
| (in T EUR) | Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte | Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte | Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte | Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte |
| 01.01.2016 | ||||
| Anfangsbestand | 10.611 | 38.061 | 1.788 | 150.856 |
| Veränderungen in 2016 | ||||
| Zugänge | 0 | 0 | 1.767 | 1.909 |
| Abgänge | 0 | 0 | -1 | -104 |
| Abschreibungen | -5.609 | -6.764 | -1.423 | -19.799 |
| Reklassifizierungen | 0 | 0 | 85 | -204 |
| Änderungen im Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 13 | 5.014 |
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | -5 | -21 |
| Nettobuchwert 31.12.2016 | 5.002 | 31.297 | 2.224 | 137.651 |
| 31.12.2016 | ||||
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | 70.589 | 49.668 | 6.310 | 180.729 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | -65.587 | -18.371 | -4.086 | -43.078 |
| Nettobuchwert | 5.002 | 31.297 | 2.224 | 137.651 |
| 01.01.2017 | ||||
| Anfangsbestand | 5.002 | 31.297 | 2.224 | 137.651 |
| Veränderungen in 2017 | ||||
| Zugänge | 0 | 0 | 2.881 | 5.363 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -6 |
| Abschreibungen | -281 | -6.236 | -1.219 | -18.796 |
| Wertminderungen | 0 | 0 | 0 | -869 |
| Reklassifizierungen | 0 | -300 | 762 | -576 |
| Währungsumrechnung | 0 | 0 | 1 | -53 |
| Nettobuchwert 31.12.2017 | 4.721 | 24.761 | 4.649 | 122.714 |
| 31.12.2017 | ||||
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | 70.588 | 49.368 | 8.953 | 185.869 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung | -65.867 | -24.607 | -4.304 | -63.155 |
| Nettobuchwert | 4.721 | 24.761 | 4.649 | 122.714 |
| (in T EUR) | Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | Summe |
| 01.01.2016 | ||
| Anfangsbestand | 3.161 | 204.477 |
| Veränderungen in 2016 | ||
| Zugänge | 449 | 4.125 |
| Abgänge | 0 | -105 |
| Abschreibungen | -583 | -34.178 |
| Reklassifizierungen | 583 | 464 |
| Änderungen im Konsolidierungskreis | 0 | 5.027 |
| Währungsumrechnung | -64 | -90 |
| Nettobuchwert 31.12.2016 | 3.546 | 179.720 |
| 31.12.2016 | ||
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | 4.978 | 312.274 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | -1.432 | -132.554 |
| Nettobuchwert | 3.546 | 179.720 |
| 01.01.2017 | ||
| Anfangsbestand | 3.546 | 179.720 |
| Veränderungen in 2017 | ||
| Zugänge | 2.306 | 10.550 |
| Abgänge | 0 | -6 |
| Abschreibungen | -1.309 | -27.841 |
| Wertminderungen | -73 | -942 |
| Reklassifizierungen | 603 | 489 |
| Währungsumrechnung | -63 | -115 |
| Nettobuchwert 31.12.2017 | 5.010 | 161.855 |
| 31.12.2017 | ||
| Anschaffungs-/ Herstellungskosten | 6.824 | 321.602 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderung | -1.814 | -159.747 |
| Nettobuchwert | 5.010 | 161.855 |
Die Zugänge der sonstigen immateriellen Vermögenswerte im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 10.550 tausend EUR resultieren im Wesentlichen aus dem Erwerb von vertrags- und technologiebasierten Nutzungsrechten an Software und Patenten sowie der Kapitalisierung von Eigenleistungen im Rahmen von Softwareentwicklungen.
Der Großteil der Zugänge in 2017 resultiert aus Projekten in Westeuropa.
Sonstige immaterielle Vermögenswerte weisen eine begrenzte Nutzungsdauer auf und werden wie folgt linear abgeschrieben:
|
Nutzungsdauer
in Jahren |
|
| Marktbezogene immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 20 |
| Kundenbezogene immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 10 |
| Vertragsbasierte immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 18 |
| Technologiebasierte immaterielle Vermögenswerte | 2 bis 25 |
Die Abschreibungen und Wertminderungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet.
Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer sind in der Konzernbilanz nicht enthalten.
Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden immateriellen Vermögenswerte finden sich in Kapitel 7.4.
6.3 Sachanlagen
Der Buchwert der Sachanlagen hat sich wie folgt entwickelt:
| (in T EUR) | Grundstücke und Gebäude (selbst genutzt) | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Anlagen im Bau | Summe |
| Bestand am 01.01.2016 | |||||
| Anfangsbestand | 112.924 | 79.641 | 12.492 | 7.515 | 212.572 |
| Veränderungen in 2016 Veränderungen durch Unternehmenszusammenschlüsse | 2.308 | 1.027 | 1 | 18 | 3.354 |
| Zugänge | 236 | 5.182 | 1.922 | 5.002 | 12.342 |
| Abgänge | 0 | -134 | -86 | -31 | -251 |
| Abschreibungen | -5.262 | -12.985 | -3.327 | -5 | -21.579 |
| Wertminderungen | -6.528 | 0 | 0 | 0 | -6.528 |
| Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | -4.800 | 0 | 0 | 0 | -4.800 |
| Reklassifizierungen | 2.237 | 3.752 | 704 | -6.274 | 419 |
| Konsolidierungskreisänderungen | 0 | -38 | 0 | 0 | -38 |
| Währungsumrechnung | -1.178 | -386 | 44 | -104 | -1.624 |
| Nettobuchwert 31.12.2016 | 99.937 | 76.059 | 11.750 | 6.121 | 193.867 |
| 31.12.2016 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 114.301 | 104.800 | 18.601 | 7.850 | 245.552 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | -14.364 | -28.741 | -6.851 | -1.729 | -51.685 |
| Nettobuchwert | 99.937 | 76.059 | 11.750 | 6.121 | 193.867 |
| Bestand am 01.01.2017 | |||||
| Anfangsbestand | 99.937 | 76.059 | 11.750 | 6.121 | 193.867 |
| Veränderungen in 2017 | |||||
| Zugänge | 2.118 | 2.363 | 11.292 | 0 | 15.773 |
| Abgänge | -16.393 | -1.438 | -191 | 0 | -18.022 |
| Abschreibungen | -4.998 | -10.565 | -5.446 | 0 | -21.009 |
| Wertminderungen | -790 | -6.506 | -20 | 0 | -7.316 |
| Reklassifizierungen | 991 | 3.632 | 958 | -6.072 | -491 |
| Währungsumrechnung | -1.965 | -2.776 | -144 | -49 | -4.934 |
| Nettobuchwert 31.12.2017 | 78.900 | 60.769 | 18.199 | 0 | 157.868 |
| 31.12.2017 | |||||
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 93.105 | 94.919 | 30.102 | 0 | 218.126 |
| Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen | -14.205 | -34.150 | -11.903 | 0 | -60.258 |
| Nettobuchwert | 78.900 | 60.769 | 18.199 | 0 | 157.868 |
Bei den Umgliederungen des Vorjahres "in die zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" handelt es sich insbesondere um das Verwaltungsgebäude in Bochum, das im Geschäftsjahr 2017 veräußert wurde. Der Buchwert zum Umgliederungszeitpunkt beträgt 4,8 Millionen EUR und spiegelt den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wider. Im Geschäftsjahr 2017 wurde das Gebäude für 5,0 Millionen EUR veräußert.
In der Berichtsperiode umfasst der überwiegende Teil der Zugänge Projekte in Westeuropa (6.078 tausend EUR), Osteuropa (5.042 tausend EUR) sowie Asien (4.135 tausend EUR).
Die Wertminderungen resultieren im Wesentlichen aus einer Maschine, die vor dem Verkauf des Gebäudes in York wertberichtigt wurde.
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben:
|
Nutzungsdauer
in Jahren |
|
| Gebäude und Gebäudebestandteile | 2 bis 50 |
| Technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen | 2 bis 30 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 bis 10 |
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen werden überwiegend den Umsatzkosten zugeordnet.
Die zugrunde gelegten Restbuchwerte und Nutzungsdauern werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft und, falls erforderlich, angepasst.
Der Konzern bedient sich mehrerer Verträge im Bereich des Finanzierungsleasings von Grundstücken und Gebäuden sowie technischer Anlagen und Maschinen. Die historischen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen stellen sich zum Abschlussstichtag folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anschaffungskosten - Aktivierte Leasingobjekte aus Finanzierungsleasing | 17.476 | 17.090 |
| Kumulierte Abschreibungen | -2.311 | -1.304 |
| Nettobuchwert | 15.165 | 15.786 |
Die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten sind unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (Ziffer 7.6) erläutert.
Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Sachanlagen finden sich unter Ziffer 7.4.
6.4 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige Beteiligungen | 117 | 850 |
| Derivative Finanzinstrumente | - | 903 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 35.676 | 33.208 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 35.793 | 34.961 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 39.047 | 50.240 |
| Derivative Finanzinstrumente | 1.130 | 2.152 |
| Bankwechsel | 3.408 | 5.417 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | 37.154 | 35.662 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 80.739 | 93.471 |
| Summe | 116.532 | 128.432 |
Ausführliche Angaben zu den derivativen Finanzinstrumenten finden sich unter Ziffer 7.9. Ergänzende Informationen zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Ziffer 10.3 zu entnehmen.
Der Rückgang der Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf der ENEXIO im Vorjahr sowie Finanzforderungen gegen nicht konsolidierte Unternehmen. Aus dem Cashpool Verbund, der gemeinsam mit ENEXIO besteht, und in dem Kelvion-Gesellschaften als Cashpool Master agieren, weist die Kelvion-Gruppe entsprechende Forderungen in Höhe von 16.528 tausend EUR (2016: 18.574 tausend EUR) aus.
Weiterführende Angaben zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen finden sich in Kapitel 10.3.
Die übrigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Übrige sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 35.676 | 33.208 |
| Übrige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 35.676 | 33.208 |
| Sonstige Forderungen gegen Finanzbehörden | 11.076 | 21.148 |
| Übrige sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 26.078 | 14.514 |
| Übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 37.154 | 35.662 |
| Summe | 72.830 | 68.870 |
Die Forderungen gegen Finanzbehörden resultieren je zur Hälfte aus der Umsatzsteuer und übrigen sonstigen Steuerforderungen.
Die übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen mit 3.519 (2016: 5.190 tausend EUR) tausend EUR auf aktivische Rechnungsabgrenzungsposten sowie mit 34.400 tausend EUR (2016: 32.822 tausend EUR) auf Erstattungsansprüche gegenüber dem Verkäufer der HX-Gruppe aufgrund einer Risikoteilungsvereinbarung im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt. Eine Rückstellung hierfür wurde unter den langfristigen Verbindlichkeiten bilanziert.
Die Fälligkeiten der übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
| Buchwert vor Wertminderungen | 61.754 | 47.722 | |
| Wertminderungen | - | - | |
| Buchwert | 61.754 | 47.722 | |
| davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig | 61.438 | 47.530 | |
| davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig | 316 | 192 | |
| Überfällig seit (Zeitspanne) | weniger als 30 Tage | - | - |
| zwischen 31 und 60 Tagen | - | - | |
| zwischen 61 und 90 Tagen | - | - | |
| zwischen 91 und 180 Tagen | - | - | |
| zwischen 181 und 360 Tagen | - | - | |
| mehr als 360 Tage | 316 | 192 |
Die überfälligen übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte betreffen größtenteils Dritte.
Angaben zu verpfändeten oder anderweitig als Sicherheit dienenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten finden sich unter Ziffer 7.4.
6.5 Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 47.983 | 47.842 |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 26.251 | 25.603 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 10.354 | 15.379 |
| Geleistete Anzahlungen *) | 4.273 | 3.703 |
| Summe | 88.861 | 92.527 |
*) Es handelt sich um Anzahlungen auf Vorräte, die wirtschaftlich den Vorräten zuzurechnen sind
Der Rückgang der Vorräte resultiert insbesondere aus um 5.025 tausend EUR niedrigeren Beständen an fertigen Erzeugnissen und Handelswaren. Gegenläufig sind um 648 tausend EUR höhere Bestände an unfertigen Erzeugnissen und um 570 tausend EUR höhere geleistete Anzahlungen zu verzeichnen.
Für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden im Berichtsjahr Wertberichtigungen in Höhe von 5,909 tausend EUR gebildet, die überwiegend aus einem Rückgang der Marktpreise resultierten. Bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen und Waren wurden Einschränkungen der Verwertbarkeit bilanzwirksam mit 2.071 tausend EUR berücksichtigt.
Angaben zu verpfändeten oder als sonstige Sicherheit gestellten Vorräten finden sich unter Ziffer 7.4.
6.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 183.598 | 199.781 |
| davon gegen Dritte | 181.919 | 191.485 |
| davon gegen verbundene Unternehmen | 1.679 | 8.296 |
| Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden | 43.818 | 38.079 |
| Summe | 227.415 | 237.860 |
Der Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus dem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Forderungsmanagement. Der Anstieg der Forderungen aus Fertigungsaufträgen mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden ist im Wesentlichen auf um ca. 17.000 tausend EUR erhöhte erhaltene Anzahlungen und gegenläufig um 8.729 tausend EUR erhöhtem PoC-Bruttogewinn zurückzuführen.
In der Berichtsperiode wurden Wertberichtigungen von 6.774 tausend EUR (2016: 12.707 tausend EUR) und Wertaufholungen in Höhe von 5.212 tausend EUR (2016: 2.221 tausend EUR) vorgenommen.
Im Jahr 2016 wurde eine Vereinbarung zum Verkauf von Forderungen abgeschlossen. Der Finanzierungsrahmen beträgt 22 Millionen EUR und wurde zum 31.12.2017 in Höhe von 12,1 Millionen (2016: 9,6 Millionen EUR) ausgeschöpft.
Die Fälligkeitsfristen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellen sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 | |
| Buchwert vor Wertminderungen | 193.774 | 211.333 | |
| Wertminderungen | -11.930 | -19.848 | |
| Buchwert | 181.844 | 191.485 | |
| davon zum Abschlussstichtag nicht überfällig | 130.293 | 167.364 | |
| davon zum Abschlussstichtag in den folgenden Zeitbändern überfällig | 51.551 | 24.121 | |
| Überfällig seit (Zeitspanne) | weniger als 30 Tage | 26.866 | 10.832 |
| zwischen 31 und 60 Tagen | 7.085 | 4.239 | |
| zwischen 61 und 90 Tagen | 3.030 | 3.012 | |
| zwischen 91 und 180 Tagen | 6.980 | 2.471 | |
| zwischen 181 und 360 Tagen | 2.958 | 2.852 | |
| mehr als 360 Tage | 4.632 | 715 |
Langfristige Fertigungsaufträge
Der von Kunden zu entrichtende Bruttobetrag für Fertigungsaufträge setzt sich folgendermaßen zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Aktivierte Herstellungskosten aus Fertigungsaufträgen | 468.614 | 471.616 |
| zuzüglich anteilig vereinnahmtes Ergebnis aus Fertigungsaufträgen | 37.092 | 46.175 |
| abzüglich antizipierte Verluste | -1.241 | -2.339 |
| abzüglich Teilabrechnungen | -485.695 | -510.223 |
| Summe | 18.770 | 5.229 |
| Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) | 43.817 | 38.079 |
| Fertigungsaufträge mit passivischem Saldo gegenüber Kunden (enthalten in sonstigen Verbindlichkeiten) | -25.047 | -32.850 |
| Summe | 18.770 | 5.229 |
Die Teilabrechnungen und erhaltenen Vorauszahlungen auf Fertigungsaufträge beliefen sich per 31. Dezember 2017 auf 485.695 tausend EUR (2016: 510.223 tausend EUR), die kundenseitigen Zahlungsrückbehalte auf 2.256 tausend EUR (2016: 565 tausend EUR). Die in der Berichtsperiode angesetzten Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen beliefen sich auf 224.490 tausend EUR (2016: 221.302 tausend EUR).
6.7 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Der Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" umfasst Bar- und Tagesgeldeinlagen. Die beschränkt verfügbaren Mittel umfassen Termin- und sonstige Bankeinlagen in Höhe von 1.593 tausend EUR (2015: 183 tausend EUR).
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Frei verfügbare Mittel | 51.376 | 67.332 |
| Beschränkt verfügbare Mittel | 1.593 | 183 |
| Summe | 52.969 | 67.515 |
7. Erläuterungen zur Konzernbilanz: Passiva
7.1 Eigenkapital
Stammkapital
Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2014 mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000 EUR (25.000 Anteile im Nennbetrag von je 1,00 EUR) gegründet. Mit Handelsregistereintragung vom 26. November 2015 wurde die Firma von Blitz F14-206 GmbH in Kelvion Finance GmbH umbenannt.
Kapitalrücklage
Am 30. Oktober 2014 beschloss die Gesellschafterversammlung der Kelvion Finance eine Erhöhung des Unternehmenskapitals um 62.500 tausend EUR in bar. Der Betrag wurde in Barmitteln eingezahlt und als Kapitalrücklage ausgewiesen.
In Südafrika wird ein anteilsbasiertes Vergütungsprogramm für Arbeitnehmer bilanziert, um bestimmte Bewertungskriterien des 2003 verabschiedeten Gesetzes "Broad Based Black-Economic Empowerment Act" zu erfüllen. Dazu hat die Kelvion-Gruppe bei ihrer südafrikanischen Tochtergesellschaft unter anderem einen anteilsbasierten Vergütungsplan für die Belegschaft eingeführt. Die den Planteilnehmern gewährten Geschäftsanteile werden indirekt über eine Treuhandgesellschaft gehalten, die wiederum Optionen auf die Anteile an die Belegschaftsmitglieder ausgibt. Die Optionen gehen nach Ablauf einer fünfjährigen Sperrfrist auf die Planteilnehmer über. Jährlich werden 20 Prozent der Optionen nach Ablauf der Sperrfrist ausgeübt. Der Ausübungspreis entspricht dem Marktwert der Geschäftsanteile zum Zeitpunkt der Optionsgewährung. Die Optionen eines Belegschaftsmitglieds verfallen, wenn es vor Ablauf der Fünfjahresfrist aus der Gesellschaft ausscheidet.
Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung
Bei dem Erwerb von Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 handelt es sich um Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung, da die ultimative Kontrolle über die erworbenen Unternehmen vor und nach den Transaktionen bei der Galapagos BidCo S.á r.l., Luxemburg, liegt.
Im Rahmen der Erstkonsolidierungen der erworbenen Unternehmen wurde das Wahlrecht in Anspruch genommen, die erworbenen Vermögenswerte und Schulden der einzubeziehenden Unternehmen nach der Buchwertmethode zu bilanzieren.
Im Rahmen der Konsolidierung wird das Nettovermögen der erworbenen Gesellschaften, welches zu Buchwerten bilanziert ist, gegen die Beteiligungsbuchwerte aufgerechnet. Die dabei entstehenden Differenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage aus Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung ausgewiesen.
Gewinnrücklagen und Bilanzverlust
Die Gewinnrücklagen umfassen den Fehlbetrag aus der laufenden Berichtsperiode und aus Vorjahren sowie versicherungsmathematische Verluste aus der Bewertung langfristiger Leistungsverpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern und darauf entfallende Steuern.
Sonstige Eigenkapitalposten
Effekte aus Wechselkursgewinnen oder Wechselkursverlusten aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften werden im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst.
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile stellen den auf andere Gesellschafter als den Eigentümer des Unternehmens entfallenden Anteil am Nettovermögen dar. Der auf Minderheitsgesellschafter entfallende Gewinn beläuft sich auf 94 tausend EUR (2016: 28 tausend EUR). Die übrigen Veränderungen sind im Wesentlichen auf Währungsschwankungen zurückzuführen.
7.2 Rückstellungen
Art und Entwicklung der Rückstellungen im Jahr 2016 und 2017 sind in der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| (in T EUR) | Garantien, Gewährleistungen | Prozessrisiken | Nachlaufende Kosten | Sonstige Rückstellungen | Summe |
| Buchwert 1.1.2016 | 30.523 | 53 | 51.105 | 14.750 | 96.431 |
| Zuführung | 10.264 | 2.529 | 8.322 | 7.202 | 28.317 |
| Verbrauch | -9.979 | 542 | -10.308 | -4.658 | -24.403 |
| Auflösung | -4.339 | -47 | -2.635 | -1.881 | -8.902 |
| Aufzinsung und Zinssatzänderung | - | - | 4.741 | 223 | 4.964 |
| Währungsdifferenzen | -157 | 4 | 7.113 | -6 | 6.954 |
| Bestand am 31.12.2016 | 26.312 | 3.081 | 58.338 | 15.630 | 103.361 |
| davon langfristig | 857 | - | 46.889 | 6.601 | 54.347 |
| davon kurzfristig | 25.455 | 3.081 | 11.449 | 9.029 | 49.014 |
| Veränderungen in 2017 | |||||
| Buchwert 1.1.2017 | 26.312 | 3.081 | 58.338 | 15.630 | 103.361 |
| Zuführung | 7.507 | 3.892 | 16.971 | 13.937 | 42.307 |
| Veränderungen durch Transaktionen unter gemeinsamer Beherrschung (Siehe Kapitel 4) | 0 | 0 | 215 | 245 | 460 |
| Verbrauch | -8.088 | -1.566 | -10.302 | -5.537 | -25.493 |
| Auflösung | -3.960 | 0 | -8.485 | -9.758 | -22.203 |
| Reklassifizierungen | -13 | 389 | -1.124 | 735 | -13 |
| Aufzinsung und Zinssatzänderung | 0 | 0 | 6.959 | 188 | 7.147 |
| Währungsdifferenzen | -505 | -15 | -1.614 | -232 | -2.366 |
| Bestand am 31.12.2017 | 21.253 | 5.781 | 60.958 | 15.208 | 103.200 |
| davon langfristig | 821 | 52 | 48.556 | 5.205 | 54.634 |
| davon kurzfristig | 20.432 | 5.729 | 12.402 | 10.003 | 48.566 |
Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführte Geschäftstätigkeit der rechtlichen Kelvion-Gruppe.
Rückstellung für Garantien und Gewährleistungen
Gewährleistungsrückstellungen werden für branchenübliche produktbezogene Mängel gebildet. Die vertragliche Gewährleistungsfrist beträgt für gewöhnlich ein bis zwei Jahre vom Zeitpunkt der Umsatzrealisierung an gerechnet. Zudem bestehen in vielen Ländern Produkthaftungsregelungen, die dem Hersteller eine über die vertraglich ausdrücklich vereinbarte Gewährleistungspflicht hinausgehende Haftung auferlegen können. Dem stehen teilweise Regressansprüche in Form von Versicherungserstattungen oder Lieferantengarantien gegenüber. Die Rückstellungsbeträge werden vom Management auf Basis von Erfahrungswerten gebildet.
Prozessrisiken
Prozessrückstellungen werden gebildet, wenn bei erwarteten oder schwebenden Verfahren gegen Konzerngesellschaften ein nachteiliger Ausgang für wahrscheinlich erachtet wird. Über die Wahrscheinlichkeit derartiger Rechtsstreitigkeiten entscheidet der Konzern aufgrund entsprechender Gutachten eigener Anwälte oder externer Sachverständiger. Die Rückstellungshöhe bemisst sich nach dem für wahrscheinlich erachteten Ausgang des Rechtsstreits.
Nachlaufende Kosten
Rückstellungen für nachlaufende Kosten werden für Restarbeiten gebildet, die nach der Abrechnung des entsprechenden Auftrags und der Umsatzrealisierung entstehen.
Der Konzern hat im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt in Südafrika eine Rückstellung in Höhe von 48.555 tausend EUR (2016: 46.889 tausend EUR). In diesem Zusammenhang hat die Gesellschaft auch einen Erstattungsanspruch gegenüber dem ehemaligen Anteilseigner bilanziert (Siehe Kapitel 6.4).
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen umfassen Rückstellungen für erwartete Verluste von 10.585 tausend EUR (2016: 11.652 tausend EUR), die maßgeblich aus unvorteilhaften Verträgen bestehen.
Bei kurzfristigen Rückstellungen wird eine Fälligkeit innerhalb von 12 Monaten, bei langfristigen Rückstellungen eine Fälligkeit von über einem Jahr bis zu fünf Jahren angenommen.
7.3 Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern
Die Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 24.954 | 23.518 |
| Sonstige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 271 | 172 |
| Altersteilzeit | 286 | 300 |
| Jubiläumsaufwendungen | 1.621 | 1.634 |
| Sozialplan und Abfindungen | 6.462 | 13.767 |
| Übrige Personalverpflichtungen | 1.708 | 459 |
| Langfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 35.302 | 39.850 |
| Sozialplan und Abfindungen | 12.759 | 9.176 |
| Rückständiger Urlaub und Guthaben Gleitzeit/Überstunden | 8.367 | 9.179 |
| Gratifikationen und Tantiemen | 9.722 | 12.257 |
| Übrige Personalverpflichtungen | 2.459 | 4.062 |
| Kurzfristige Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 33.307 | 34.674 |
| Summe Verpflichtungen gegenüber Arbeitnehmern | 68.609 | 74.524 |
Verpflichtungen aus Pensionsplänen
Die Beschäftigten der Kelvion-Gruppe haben teilweise die Wahl zwischen unterschiedlichen betrieblichen Versorgungsleistungen, insbesondere in Form der Teilnahme an leistungsorientierten und beitragsorientierten Altersversorgungsplänen.
Leistungsorientierte Altersversorgungspläne bestehen vor allem in Deutschland.
In Deutschland bietet der Konzern seinen Beschäftigten Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung an. Neu eintretende Arbeitnehmer erhalten grundsätzlich nur Leistungen gewährt, die sich auch aus Arbeitnehmerbeiträgen finanzieren.
Allen Beschäftigten steht im Rahmen der allgemeinen Versorgungsleistungen die Möglichkeit zur Entgeltumwandlung offen. Dabei wird ein vereinbarter Entgeltbetrag zuzüglich eines Arbeitgeberanteils von bis zu 100 Prozent auf den vereinbarten Entgeltbetrag in einen Altersversorgungsplan eingezahlt. Der entsprechende Tarifvertrag wurde im Jahr 2002 geschlossen und im Jahr 2008 modifiziert.
Führungskräfte erhalten Altersversorgungsleistungen in Form eines entgeltabhängigen Arbeitgebergrundbeitrags, eines vom Arbeitgeber finanzierten Aufstockungsbetrags und eines Angleichungsbetrags, der sich aus einer Entgeltumwandlung und einem Arbeitgeberanteil von bis zu 100 Prozent des Umwandlungsbetrages zusammensetzt. Die Zusatzbeiträge aus dem Aufstockungs- und Angleichungsbetrag werden jährlich neu bestimmt und vom Arbeitgeber rentenwirksam umgewandelt. Die entsprechenden Leistungspflichten erfolgen in Form identischer individueller Zusagen.
In beiden Fällen werden die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses um ein Prozent jährlich angepasst.
Über die aktuell offenen Pensionspläne hinaus bestehen im Unternehmen mehrere Betriebsrentenpläne aus früherer Zeit. Diese älteren Pläne sind für Neubeschäftigte in der Regel geschlossen, werden aber für jene Arbeitnehmer fortgeführt, die zum Schließungszeitpunkt Pensionsberechtigte waren.
Die Pensionsverpflichtungen werden zum Teil durch Rückversicherungspolicen gedeckt.
Sämtliche Pensionsverpflichtungen wurden zum 31. Dezember 2017 versicherungsmathematisch bewertet.
Die Kelvion-Gruppe betrachtet die Gewährung von Rentenleistungen als Mittel zur Förderung von Treue und Einsatzbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Sie ist daher in Verbindung mit einem entsprechenden Arbeitnehmerbeitrag fester Bestandteil des Vergütungskonzepts. Der Konzern beobachtet die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und kontrolliert regelmäßig, ob die von ihm gewährten Leistungen angemessen und marktkonform sind.
Pensionsrückstellungen und Finanzierungsstatus
Die Veränderung des Barwerts der Verpflichtung aus Pensionsplänen (Anwartschaftsbarwert), des Planvermögens und der Pensionsrückstellungen stellt sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres | 24.630 | 21.640 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.797 | 1.830 |
| Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Verpflichtung | 457 | 473 |
| Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust | 186 | 1.189 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der demografischen Annahmen | 5 | 10 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen | 482 | 1.648 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus Erfahrungsanpassungen | -300 | -469 |
| Auszahlungen ohne Abgeltungen | -458 | -504 |
| Vermögensübertragungen | -569 | 2 |
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 26.044 | 24.630 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zu Beginn des Geschäftsjahres | 1.112 | 1.124 |
| Zinserträge auf Planvermögen | 19 | 25 |
| Arbeitgeberbeiträge | - | 13 |
| Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aus Planvermögen | 11 | -1 |
| Auszahlungen ohne Abgeltungen | -52 | -49 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens am Ende des Geschäftsjahres | 1.090 | 1.112 |
| Finanzierungsstatus/Nettobuchwert | 24.954 | 23.518 |
Die Veränderung des Buchwerts der Verpflichtungen aus Pensionsplänen stellt sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Nettobilanzbetrag (Saldo) zu Beginn des Geschäftsjahres | 23.518 | 20.516 |
| Veränderungen über Gewinn oder Verlust | 2.235 | 2.278 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 1.797 | 1.830 |
| Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierter Verpflichtung | 438 | 448 |
| Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust | 175 | 1.190 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Planvermögen | - | 1 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der demografischen Annahmen | 5 | 10 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Änderung der finanzmathematischen Annahmen | 470 | 1.648 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) aus Erfahrungsanpassungen | -300 | -469 |
| Zahlungswirksame Veränderungen | -405 | -468 |
| Arbeitgeberbeiträge | - | -13 |
| Auszahlungen ohne Abgeltungen | -405 | -455 |
| Sonstige Veränderungen | -569 | 2 |
| Vermögensübertragungen | -569 | 2 |
| Nettobuchwert | 24.954 | 23.518 |
Die Aufteilung des Buchwerts nach Versorgungsplänen mit und ohne Planvermögen stellt sich wie folgt dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anwartschaftsbarwert der fondsfinanzierten Verpflichtungen | 12.683 | 3.528 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | -1.085 | -1.112 |
| Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der fondsfinanzierten Verpflichtung | 11.598 | 2.416 |
| Anwartschaftsbarwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtungen | 13.356 | 21.102 |
| Finanzierungsstatus/Nettobuchwert der nicht fondsfinanzierten Verpflichtung | 13.356 | 21.102 |
| Finanzierungsstatus/Nettobuchwert | 24.954 | 23.518 |
Die Aufteilung des Anwartschaftsbarwerts stellt sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Aktive Beschäftigte | 18.689 | 19.693 |
| Ehemalige Beschäftigte mit unverfallbaren Anwartschaften | 4.089 | 2.510 |
| Rentner | 3.266 | 2.427 |
| Gesamtverpflichtung | 26.044 | 24.630 |
Planvermögen
Am Abschlussstichtag bestand das Planvermögen zur Deckung der Pensionsverpflichtungen ausschließlich aus Versicherungspolicen, für die auf einem aktiven Markt kein Preis notiert wird.
Für das Geschäftsjahr 2018 hat es keine wesentlichen Zugänge zum Planvermögen gegeben.
Versicherungsmathematische Parameter
Die zur Ermittlung des Barwerts der Verpflichtung aus leistungsorientierten Plänen zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen werden im Folgenden erläutert. Die Annahmen dienen ferner zur Berechnung der Pensionsaufwendungen im Folgejahr.
| (in Prozent) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Abzinsungsfaktor | 1,80 | 1,90 |
| Inflation | 1,80 | 1,80 |
| davon abgeleitet: Lohn- und Gehaltssteigerungsrate | 2,80 | 2,80 |
| davon abgeleitet: Rentensteigerungsrate | 1,80 | 1,80 |
Die versicherungsmathematischen Bewertungsparameter für deutsche Altersversorgungspläne bestimmt Kelvion in Absprache mit Aktuaren. Die entsprechenden Annahmen für die wenigen außerhalb Deutschlands bestehenden Altersversorgungspläne werden unter Berücksichtigung länderspezifischer Gegebenheiten mit Hilfe inländischer Fachleute in Absprache mit Kelvion und ausländischen Experten beschlossen. Den Abzinsungssatz bestimmt der Konzern anhand des Zinssatzes erstklassiger Unternehmensanleihen am Abschlussstichtag unter Berücksichtigung der Währung und der Fälligkeitsfristen der zugrunde gelegten Verpflichtungen.
Sämtliche sonstigen Annahmen entsprechen den Langzeiterwartungen des Konzerns. Als Berechnungsgrundlage des nominalen Steigerungssatzes für Löhne und Gehälter dienen die erwartete Inflationsrate und ein realer Steigerungssatz. Das Rentenwachstum in Deutschland errechnet sich ebenfalls anhand der Inflationsrate, sofern die Anpassung der Rentenhöhe an den Anstieg der Lebenshaltungskosten gekoppelt ist. Ist eine verbindliche Rentenanpassungszusage gegeben worden, so findet sie entsprechend Berücksichtigung.
Zur Bewertung aller deutschen Altersversorgungspläne per 31. Dezember 2017 wurden die Richttafeln 2005 G von Professor Klaus Heubeck verwendet. Danach liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines 65 Jahre alten Mannes bei noch 19,3 und die einer 65 Jahre alten Frau bei noch 23,3 Jahren. Für Pensionsverpflichtungen außerhalb Deutschlands wurden länderspezifische Bewertungsgrundlagen verwendet.
Die im Folgenden dargestellten Sensitivitätsanalysen gelten für die versicherungsmathematischen Parameter Abzinsungssatz und Inflationsrate, die aus Sicht des Konzerns die Leistungsverpflichtungen erheblich beeinflussen. Da sich sowohl der Lohn- und Gehaltstrend wie auch der Rententrend aus der Inflationsrate herleiten, wurde zur Bewertung der Sensitivität dieser beiden Parameter die Inflationssensitivität herangezogen. Die gleiche Berechnungsmethode kam auf die angesetzten Rückstellungen zur Anwendung. Die Spannen zur Berechnung der Sensitivität der Annahmen richten sich nach den Veränderungen, die aufgrund von Erfahrungswerten als bis zum nächsten Abschlussstichtag als möglich erachtet werden. Mögliche Grenzen für diese Methoden ergeben sich aus der Frage, inwieweit Erfahrungswerte Aussagekraft für Prognosen haben und Schätzungen von aktuellen Gegebenheiten möglicherweise nicht angepasst worden sind.
Durch eine Absenkung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte steigt der Anwartschaftsbarwert um 9,4 Prozent. Sinkt die angenommene Inflationsrate um 0,25 Prozentpunkte, so verringert sich der Anwartschaftsbarwert um 0,3 Prozent.
Künftige Cashflows
Für die kommenden Jahre werden folgende Auszahlungen aus Altersversorgungsplänen erwartet (bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche):
| (in T EUR) | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023-2027 |
| Auszahlungen aufgrund von Altersversorgungsplänen | 359 | 333 | 548 | 659 | 667 | 4,664 |
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der Pensionsverpflichtungen beträgt:
| (in Jahren) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Laufzeit | 23,5 | 24,9 |
Beitragsorientierte Altersversorgungspläne
Bei mehreren Konzerngesellschaften werden beitragsorientierte Altersversorgungspläne angeboten. Die Pensionsverpflichtungen daraus liegen nicht beim Konzern, sondern bei den jeweiligen Pensionsfonds. Im Geschäftsjahr 2017 wurden zu diesen Plänen Beiträge in Höhe von insgesamt 2,135 tausend EUR (2016: 877 tausend EUR) geleistet. Die Beiträge zu staatlichen Rentenversicherungen beliefen sich auf 7,336 tausend EUR (2016: 8.066 tausend EUR). Diese Beiträge werden zum Zeitpunkt der entsprechend erbrachten Arbeitsleistung als Personalaufwand angesetzt.
7.4 Gesellschafterdarlehen
Am 29. Oktober 2014 schlossen die Kelvion Finance und Galapagos BidCo insgesamt vier Verträge über Gesellschafterdarlehen mit einem Nennwert von insgesamt 985.948 tausend EUR. Die einzelnen Gesellschafterdarlehen (Tranchen A bis D) werden im weiteren Verlauf erläutert.
Mit notariell beurkundetem "Abspaltungs- und Übernahmevertrag" vom 18. Dezember 2015 hat die Kelvion Finance GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der DencoHappel GmbH, Herne (Deutschland) sowie Gesellschafterdarlehen gegenüber der gemeinsamen Muttergesellschaft Galapagos BidCo. S.à r.l. anteilig in Höhe von insgesamt 295.400 tausend EUR als Gesamtheit an die DencoHappel Holding GmbH als übernehmende Gesellschaft übertragen. Unter Berücksichtigung einer Rückzahlung in Höhe von 1.191 tausend EUR reduzierten sich die Gesellschafterdarlehen zum 31. Dezember 2015 auf 689.357 tausend EUR.
Für den Erwerb von zwei Gesellschaften in Tschechien und Österreich im Geschäftsjahr 2016 hatte die Galapagos BidCo weitere Gesellschafterdarlehen der Tranchen A bis C an Konzerngesellschaften in Höhe von 58.400 tausend EUR vergeben. Gegenläufig wirkte sich in 2016 die Rückführung von Gesellschafterdarlehen aus dem DencoHappel Verkauf in Höhe von 40.900 tausend EUR aus. Des Weiteren wurden in 2017 EUR 9.200 tausend EUR zurückgeführt, so dass zum Ende des Geschäftsjahres 2016 die Gesellschafterdarlehen 697,657 tausend EUR (Vorjahr 706.857 tausend EUR) betragen haben.
| (in T EUR) |
Zinssatz
in % 31.12.2017 |
Buchwert 31.12.2016 | Abgang | Buchwert 31.12.2017 | Fälligkeit | Aufgelaufene Zinsen 31.12.2017 |
| Gesellschafterdarlehen, Tranche A | 7,000 | 193.291 | - | 193.291 | 15.06.2022 | 564 |
| Gesellschafterdarlehen, Tranche B | 5,375 | 154.632 | - | 154.632 | 15.06.2021 | 346 |
| Gesellschafterdarlehen, Tranche C | 4,421 | 251.277 | - | 251.277 | 15.06.2021 | 487 |
| Gesellschafterdarlehen, Tranche D | 10,000 | 107.657 | 9.200 | 98.457 | 29.10.2044 | 43.808 |
| Summe Gesellschafterdarlehen Bewertung nach IAS 39 | - | 706.857 | 9.200 | 697.657 | - | 45.205 |
| Transaktionskosten nach Anwendung der Effektivzinsmethode | - | -3.788 | - | -3.064 | - | - |
| Summe Buchwert | - | 703.069 | 9.200 | 694.593 | - | 45.205 |
Gesellschafterdarlehen (Tranche A)
Galapagos Holding hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2022 im Nennwert von 250.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde über Galapagos S.A. an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 7.228 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt.
Tranche A ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2022, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche A weist einen Zinssatz von 7 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 15. Juni und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 564 tausend EUR wird unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Gesellschafterdarlehen (Tranche B)
Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages festverzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 200.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 4.449 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 15. Dezember 2014 zurückgezahlt.
Tranche B ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche B weist einen Zinssatz in Höhe von 5,375 Prozent auf. Die Zinsen sind halbjährlich jeweils am 15. Juni und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 346 tausend EUR wird unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Gesellschafterdarlehen (Tranche C)
Galapagos S.A. hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Anleihevertrages variabel verzinsliche erstrangige Schuldtitel mit Fälligkeitstermin 15. Juni 2021 im Nennwert von 325.000 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde an Galapagos BidCo und von dort mit einem Aufstockungsbetrag in Höhe von 6.874 tausend EUR (Überdotierung) an das Unternehmen verliehen. Die Überdotierung wurde am 12. November 2014 zu 4.906 tausend EUR und am 15. Dezember 2014 zu 1.968 tausend EUR zurückgezahlt.
Die Tranche C ist fällig an dem Termin, an dem die Anleiherestschuld nach Maßgabe des Anleihevertrags fällig ist, d. h. am 15. Juni 2021, oder zum Zeitpunkt der vorzeitigen Tilgung des im Anleihevertrags bestimmten Nennwerts gemäß Artikel III des Anleihevertrags. Die Tranche C weist einen Zinssatz in Höhe des 3-Monats-EURIBOR zuzüglich 475 Basispunkte auf. Der Zinssatz am Abschlussstichtag beträgt 4,421 Prozent (2016: 4,434 Prozent). Die Zinsen sind vierteljährlich jeweils am 15. März, 15. Juni, 15. September und 15. Dezember zahlbar. Der Zinsanteil in Höhe von 487 tausend EUR wird unter den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Gesellschafterdarlehen (Tranche D)
Galapagos BidCo hat aufgrund eines auf den 30. Mai 2014 datierten Zeichnungsvertrages mit Galapagos S.A. 21.094.804.470 Stück Vorzugsgeschäftsanteile im Nennbetrag von je 0,01 EUR und somit im Gesamtwert von 210.948 tausend EUR emittiert. Der Emissionserlös wurde dem Unternehmen als Darlehen ausgereicht.
Die Tranche D weist einen Zinssatz in Höhe von 10 Prozent auf und wird am 29. Oktober 2044 fällig. Die Zinsen sind endfällig zum Ende der Laufzeit des Darlehens zu zahlen.
Im Geschäftsjahr 2017 wurde die Tranche D um weitere 9.200 tausend EUR reduziert
Nach Maßgabe der von Galapagos S.A. geschlossenen Anleiheverträge wurden zwischen den Banken und ausgewählten Konzerngesellschaften Verpfändungsvereinbarungen geschlossen, aufgrund derer die Vermögenswerte des Konzerns und die Anteile des Konzerns an Konzerngesellschaften komplett oder in wesentlichen Teilen als Sicherheit für die Anleihetilgung geleistet wurden. Die als Sicherheit dienenden Vermögenswerte sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Aufgrund der Tatsache, dass die Verkäufe der DencoHappel Gruppe bzw. der ENEXIO Gruppe innerhalb des Galapagos S.A.-Konzernverbundes stattgefunden haben, scheiden die bestellten ENEXIO-Gesellschaften nicht aus dem Haftungsverbund aus. Zur Refinanzierung verweisen wir auf die "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
Im Hinblick auf die Konzerngesellschaften der Kelvion-Gruppe wurden zum 31. Dezember 2017 die folgenden Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet (unkonsolidierte Posten):
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anteile an Konzerngesellschaften *) | 1.195.206 | 1.144.624 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 3.897 | 3.586 |
| Grundstücke und Gebäude | 10.553 | 45.947 |
| Technische Anlagen und Maschinen | 44.541 | 64.222 |
| Vorräte | 44.145 | 76.775 |
| Forderungen | 64.559 | 77.002 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen *) | 603.570 | 496.846 |
| Andere Finanzielle Vermögenswerte und Steuerforderungen | 41.664 | 41.956 |
| Finanzmittel | 28.467 | 49.463 |
| Summe | 2.036.602 | 2.000.421 |
*) jeweils auf unkonsolidierter Basis
7.5 Bankverbindlichkeiten
Die Fälligkeiten der Bankkredite stellen sich wie folgt dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| < 1 Jahr | 16.642 | 21.100 |
| Summe | 16.642 | 21.100 |
Die Kelvion Gruppe (gemeinsam mit der ENEXIO Gruppe) kann auf eine auf mehrere Währungen lautende revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 75.000 tausend EUR zurückgreifen, die zum Abschlussstichtag in Höhe von 15.000 tausend EUR in Anspruch genommen wurde (2016: 20.000 EUR). Die Fazilität weist einen Zinssatz von 3,25 Prozentpunkten über 3-Monats-EURIBOR auf.
Die übrigen Bankkredite wurden vorwiegend in Brasilien (2017: 1.520 tausend EUR; 2016: 875 tausend EUR) in Anspruch genommen.
7.6 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 43.808 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 10.639 | 11.350 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 50 | 251 |
| Andere langfristige Finanzverbindlichkeiten | 21 | - |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 54.518 | 11.601 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 102.737 | 120.041 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 290 | 311 |
| Verbindlichkeiten aus Derivaten | 1.470 | 2.151 |
| Andere kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.465 | - |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 105.962 | 122.503 |
| Summe Finanzverbindlichkeiten | 160.480 | 134.104 |
Derivative Finanzinstrumente sind unter Kapitel 7.9 erläutert.
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus dem CashPooling mit ENEXIO sowie in Höhe von 45.205 tausend EUR (2016: 35.082 tausend EUR) um abgegrenzte Zinsen gegenüber der Gesellschafterin.
Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 10.3.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen
Die zukünftigen Zahlungen aufgrund von Finanzierungsleasingverhältnissen stellen sich wie folgt dar:
| (in T EUR) | Mindestleasingzahlungen 31.12.2017 | Zinsen 31.12.2017 | Barwert der Mindestleasingzahlungen 31.12.2017 |
| Bis zu einem Jahr | 1.059 | 563 | 496 |
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 4.064 | 2.075 | 1.989 |
| Länger als fünf Jahre | 13.167 | 4.724 | 8.444 |
| Summe künftiger Zahlungen aus Finanzierungsleasing | 18.290 | 7.362 | 10.929 |
| (in T EUR) | Mindestleasingzahlungen 31.12.2016 | Zinsen 31.12.2016 | Barwert der Mindestleasingzahlungen 31.12.2016 |
| Bis zu einem Jahr | 916 | 605 | 311 |
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 4.252 | 2.262 | 1.990 |
| Länger als fünf Jahre | 14.490 | 5.130 | 9.360 |
| Summe künftiger Zahlungen aus Finanzierungsleasing | 19.658 | 7.997 | 11.661 |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen beziehen sich ausschließlich auf Grundstücke und Gebäude. Da sich die den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Zinssätze nicht verändert haben, ist der beizulegende Zeitwert von Leasingverbindlichkeiten möglicherweise einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Bei allen Leasingverhältnissen sind die Zahlungen vertraglich vereinbart.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen werden wirksam besichert, da die Rechte an den geleasten Vermögenswerten im Fall einer Verletzung der Leasingbedingungen an den Leasinggeber zurückfallen.
7.7 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 145.669 | 168.386 |
| davon gegenüber Dritten | 143.357 | 165.860 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.312 | 2.526 |
Von den bilanzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind insgesamt 7.284 tausend EUR (2016: 9.434 tausend EUR) erst nach Ablauf eines Jahres fällig. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren zum Stichtag nicht besichert (2016: 1.891 tausend EUR).
7.8 Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | 151 | 158 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge | 18.875 | 17.164 |
| Passivischer Saldo aus Fertigungsaufträgen | 24.324 | 32.850 |
| Sonstige Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.420 | 1.093 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 8.542 | 4.994 |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 9.877 | 11.252 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 3.718 | 4.419 |
| davon sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern | 2.338 | 2.472 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 63.038 | 67.353 |
| Summe sonstige Verbindlichkeiten | 63.189 | 67.511 |
Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen und Fertigungsaufträge und der im passivischen Saldo aus Fertigungsaufträgen enthaltenen Anzahlungen sind in Höhe von 54.355 tausend EUR (2016: 22.257 tausend EUR) besichert.
Weiterführende Angaben zu den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen finden sich in Ziffer 10.3.
7.9 Finanzinstrumente
Die Finanzinstrumente sind in der folgenden Tabelle nach Klassen im Sinne von IFRS 7 und nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 unterteilt. Darüber hinaus enthält die Tabelle auch Finanzinstrumente, die nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertet werden.
| Buchwert | ||||||
| 31.
Dezember 2017
(in T EUR) |
Beizulegender Zeitwert - Sicherungsinstrumente | Kredite und Forderungen | Zur Veräußerung verfügbar | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | Bewertung nach anderen IFRS | Summe |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Derivate | 1.130 | - | - | - | - | 1.130 |
| 1.130 | - | - | - | - | 1.130 | |
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | - | 183.598 | - | - | 43.817 | 227.415 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - | 52.969 | - | - | - | 52.969 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | - | 99.771 | 117 | - | 15.514 | 115.402 |
| - | 336.338 | 117 | - | 59.331 | 395.786 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Derivate | 1.520 | - | - | - | - | 1.520 |
| 1.520 | - | - | - | - | 1.520 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | 145.669 | - | 145.669 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - | 115.152 | - | 115.152 |
| Gesellschafterdarlehen | - | - | - | 694.593 | - | 694.593 |
| Bankkredite | - | - | - | 16.642 | - | 16.642 |
| - | - | - | 972.056 | - | 972.056 | |
| Buchwert | ||||||
| 31.
Dezember 2016
(in T EUR) |
Beizulegender Zeitwert - Sicherungsinstrumente | Kredite und Forderungen | Zur Veräußerung verfügbar | Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | Bewertung nach anderen IFRS | Summe |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Derivate | 3.055 | - | - | - | - | 3.055 |
| 3.055 | - | - | - | - | 3.055 | |
| Finanzielle Vermögenswerte, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | - | 199.781 | - | - | 38.079 | 237.860 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - | 67.515 | - | - | - | 67.515 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | - | 98.558 | 481 | - | 26.338 | 125.377 |
| - | 365.854 | 481 | - | 64.417 | 430.752 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Derivate | 2.402 | - | - | - | - | 2.402 |
| 2.402 | - | - | - | - | 2.402 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | 168.386 | - | 168.386 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - | 131.702 | - | 131.702 |
| Gesellschafterdarlehen | - | - | - | 703.069 | - | 703.069 |
| Bankkredite | - | - | - | 21.100 | - | 21.100 |
| - | - | - | 1.024.257 | - | 1.024.257 | |
Am Bilanzstichtag waren keine bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen vorhanden.
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind oder für die im Anhang zum Konzernabschluss ein beizulegender Zeitwert genannt ist, müssen nach Maßgabe der im Folgenden dargestellten dreistufigen Bemessungshierarchie für den beizulegenden Zeitwert kategorisiert werden. Maßgebend für die Einstufung sind die folgenden Inputfaktoren:
Inputfaktoren auf Stufe 1: auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise;
Inputfaktoren auf Stufe 2: andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar (als Preis) oder mittelbar (aus Preisen hergeleitet) zu beobachten sind;
Inputfaktoren auf Stufe 3: Inputfaktoren, die sich nicht aus beobachtbaren Marktdaten herleiten lassen.
Die Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Konzerns innerhalb der dreistufigen Bemessungshierarchie stellt sich folgendermaßen dar:
| Beizulegender Zeitwert | ||||
| 31.
Dezember 2017
(in T EUR) |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Total |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Derivate | - | 1.130 | - | 1.130 |
| - | 1.130 | - | 1.130 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Derivate | - | 1.520 | - | 1.520 |
| - | 1.520 | - | 1.520 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Gesellschafterdarlehen | - | 730.905 | - | 730.905 |
| - | 730.905 | - | 730.905 | |
| Beizulegender Zeitwert | ||||
| 31.
Dezember 2016
(in T EUR) |
Level 1 | Level 2 | Level 3 | Total |
| Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Derivate | - | 3.055 | - | 3.055 |
| - | 3.055 | - | 3.055 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Derivate | - | 2.402 | - | 2.402 |
| - | 2.402 | - | 2.402 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | ||||
| Gesellschafterdarlehen | - | 717.155 | - | 717.155 |
| - | 717.155 | - | 717.155 | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten weisen im Allgemeinen kurze Restlaufzeiten auf. Infolgedessen entspricht ihr beizulegender Zeitwert dem Buchwert.
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen einen Erstattungsanspruch gegenüber dem Verkäufer der HX-Gruppe aufgrund einer Risikovereinbarung im Zusammenhang mit einem laufenden Projekt. Der Buchwert entspricht dem Barwert der zum Bilanzstichtag erwarteten künftigen Cashflows.
Der beizulegende Zeitwert der Gesellschafterdarlehen entspricht dem Barwert der zum Bilanzstichtag erwarteten künftigen Cashflows. Die Abzinsung erfolgt mittels marktüblicher Zinssätze. Diese Bewertungsmethode entspricht Stufe 2 der Bemessungshierarchie gemäß IFRS 13. Aufgrund der am 9. Oktober 2019 erfolgten finanziellen Restrukturierung wird nicht davon ausgegangen, dass das Gesellschafterdarlehen in voller Höhe zurückgezahlt wird.
Der beizulegende Zeitwert von Derivaten errechnet sich mittels am Markt beobachtbarer notierter Wechselkurse und Renditekurven. Dementsprechend werden Derivate der zweiten Hierarchiestufe zugeordnet.
Den Stufen 1 und 3 der Bemessungshierarchie waren am Abschlussstichtag keine Finanzinstrumente zugeordnet.
Nich t-derivative finanzielle Vermögenswerte
Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie der sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die Gegenstand der Bewertungsvorschriften von IAS 39 sind, entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Die als zur Veräußerung verfügbar eingestuften finanziellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei ihnen handelt es sich um Anteile an nicht konsolidierten Gesellschaften und andere Beteiligungen, deren beizulegender Zeitwert sich nicht zuverlässig bestimmen lässt.
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt. Der beizulegende Zeitwert der Leasingverbindlichkeiten entspricht in etwa dem Buchwert.
Nich t-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Der Buchwert der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, die Gegenstand der Bewertungsvorschriften von IAS 39 sind, entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert festverzinslicher Verbindlichkeiten entspricht dem Barwert ihrer erwarteten künftigen Kapitalströme. Sie werden zu den am Abschlussstichtag geltenden Sätzen abgezinst. Der Buchwert variabel verzinslicher Verbindlichkeiten entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert.
Derivative Finanzinstrumente
Der beizulegende Zeitwert von Devisenterminkontrakten am Abschlussstichtag bemisst sich am Devisenkassakurs unter Berücksichtigung restlaufzeitabhängiger Terminaufschläge und Terminabschläge. Terminaufschläge und Terminabschläge werden aus den am Abschlussstichtag beobachtbaren Renditekurven abgeleitet. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle auf Basis der Restlaufzeit des Termingeschäfts, des aktuellen Wechselkurses, der Volatilität des Wechselkurses und der zugrunde liegenden Renditekurven ermittelt.
Kelvion setzt Devisenterminkontrakte als derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Währungsrisiken für bestehende oder geplante Grundgeschäfte ein.
Nennwert und beizulegender Zeitwert der am Abschlussstichtag in Gebrauch befindlichen derivativen Finanzinstrumente sind der folgenden Tabelle zu entnehmen. Der Nennwert derivativer Finanzinstrumente in Fremdwährung wurde zum jeweiligen Schlusskurs umgerechnet.
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||
| (in T EUR) | Nominalvolumen | Beizulegender Zeitwert | Nominalvolumen | Beizulegender Zeitwert |
| Aktiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 67.898 | 1.130 | 71.552 | 3.055 |
| Passiva | ||||
| Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung | 88.483 | 1.520 | 65.413 | 2.402 |
Beim Buchwert der bilanzierten Derivate handelt es sich um Bruttobeträge.
Kelvion erwirbt Finanzderivate im Zuge von Aufrechnungsvereinbarungen mit Banken auf der Grundlage des Deutschen Rahmenvertrags für Finanztermingeschäfte. Bei solchen Aufrechnungsvereinbarungen werden die von jedem Vertragspartner an einem bestimmten Tag für sämtliche unbeglichenen Geschäfte in derselben Währung geschuldeten Beträge zu einem einzigen Betrag saldiert, den ein Vertragspartner dem anderen zu zahlen hat. Unter bestimmten Umständen - etwa bei Eintritt eines Kreditereignisses wie beispielsweise einem Zahlungsverzug - werden sämtliche unbeglichenen Geschäfte vereinbarungsgemäß gekündigt, der Kündigungswert ermittelt und zur Abgeltung aller Geschäfte lediglich ein einziger saldierter Betrag fällig. Das potenzielle Aufrechnungsvolumen ist unbedeutend.
Erträge und Aufwendungen
Die Effekte aus der Bewertung von Finanzinstrumenten wurden erfolgswirksam erfasst. Die Nettoerträge aus Finanzinstrumenten sind, den Bewertungskategorien von IAS 39 entsprechend, in der folgenden Tabelle dargestellt.
| 31.12.2017 | 31.12.2016 | |||||
| (in T EUR) | Nettoergebnis | davon aus Zinsen | davon aus Wertminderung / -aufholung | Nettoergebnis | davon aus Zinsen | davon aus Wertminderung / -aufholung |
| Kredite und Forderungen | 17.784 | 8.668 | 6.793 | -539 | 9.947 | -10.486 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - | - | 37 | - | - | |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten | -2.281 | - | - | 2.502 | - | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -57.171 | -55.451 | - | -54.413 | -54.413 | - |
| Summe | -41.668 | -46.783 | 6.793 | -52.413 | -44.466 | -10.486 |
8. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Aufgrund der Anwendung von IFRS 5 werden in der Gewinn- und Verlustrechnung nur die relevanten Zahlen für die fortgeführten Geschäftsbereiche gezeigt. Das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche wird in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Postens "Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen" gezeigt. Eine detaillierte Erläuterung zu den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen erfolgt in Kapitel 5.
8.1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Aus Fertigungsaufträgen | 224.490 | 221.302 |
| davon gegenüber Dritten | 220.105 | 216.530 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.385 | 4.772 |
| Aus dem Verkauf von Komponenten | 482.880 | 471.411 |
| davon gegenüber Dritten | 480.887 | 452.805 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 1.993 | 18.606 |
| Aus Serviceleistungen | 108.519 | 94.594 |
| davon gegenüber Dritten | 107.634 | 93.010 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 885 | 1.584 |
| Summe | 815.889 | 787.307 |
8.2. Sonstige Erträge
Die sonstigen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Erträge aus Wechselkursveränderungen | 22.406 | 25.337 |
| Erträge aus der Bewertung von Währungsderivaten | 5.835 | 10.942 |
| Erträge aus Zahlungseingängen auf wertberichtigte Forderungen | 1.392 | 2.221 |
| Erträge aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten | 9.941 | 12.727 |
| Erträge aus Schadenersatz und Kostenerstattungen | 4.082 | 38 |
| Übrige Erträge | 7.423 | 6.687 |
| Summe | 51.079 | 57.952 |
8.3. Sonstige Aufwendungen
Die sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Verluste aus Wechselkursveränderungen | 22.482 | 25.541 |
| Verluste aus der Bewertung von Währungsderivaten | 8.116 | 8.440 |
| Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2.954 | 12.707 |
| Kosten des Geld- und Zahlungsverkehrs | 317 | 235 |
| Verluste aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte | 280 | 268 |
| Übrige Aufwendungen | 3.675 | 1.990 |
| Summe | 37.824 | 49.181 |
8.4. Darstellung ausgewählter Aufwendungen nach Kostenarten
Materialaufwendungen
Die unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens erfassten Materialaufwendungen stellen sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 396.127 | 353.814 |
| Bezogene Leistungen | 38.625 | 46.043 |
| Summe | 434.752 | 399.857 |
Personalaufwendungen
Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Löhne und Gehälter | 192.442 | 187.098 |
| Abfindungen | 5.475 | 3.753 |
| Sonstige Personalaufwendungen | 1.298 | 2.432 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 35.097 | 40.328 |
| Summe | 234.312 | 233.611 |
Die durchschnitte Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsjahr 2017 beträgt 4.378 (2016: 4.494). Die Aufteilung der durchschnittlichen Mitarbeiter * nach Regionen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:
| 2017 | 2016 | |||
| Westeuropa | 2.270 | 51,8% | 2.290 | 51,0% |
| Osteuropa | 670 | 15,3% | 607 | 13,5% |
| Nord- und Lateinamerika | 490 | 11,2% | 564 | 12,5% |
| Mittlerer Osten | 44 | 1,0% | 43 | 1,0% |
| Asien/Pazifik | 830 | 19,0% | 903 | 20,1% |
| Afrika | 74 | 1,7% | 86 | 1,9% |
| Summe | 4.378 | 100,0% | 4.494 ** | 100,0% |
* Vollzeitäquivalente ohne Auszubildende und ruhende Arbeitsverhältnisse
** Enthält DencoHappel Vollzeitäquivalente bis zum Verkauf der DencoHappel Gruppe
Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen
In der Berichtsperiode wurden auf Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 101.928 tausend EUR (2016: 62.285 tausend EUR) bezogen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche angesetzt. Sie wurden größtenteils in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Es bestehen Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 21.009 tausend EUR und auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 27.841 tausend EUR. Wertminderungsaufwendungen auf Sachanlagen bestehen in Höhe von 7.316 tausend EUR und auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 45.762 tausend EUR. Die Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte enthalten in Höhe von 44.820 tausend EUR Abschreibungen des Goodwills der Business Units Refrigeration Technologies und Project Engineered Solutions, die aufgrund der zu erwartenden zukünftigen Geschäftsentwicklungen in beiden Geschäftseinheiten im Geschäftsjahr 2017 vorgenommen wurden. Weitere Erläuterungen zu den Wertminderungsaufwendungen sind den Tabellen in den Ziffern 6.2 (sonstige immaterielle Vermögenswerte) und 6.3 (Sachanlagen) zu entnehmen.
Hinsichtlich der Abschreibungen und Wertminderungen der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche wird auf Kapitel 5 verwiesen.
Zinserträge und Zinsaufwendungen
Zinserträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Zinserträge aus Forderungen, Geldanlagen und Wertpapieren | 5.228 | 6.582 |
| davon gegenüber Dritten | 1.301 | 1.294 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.927 | 5.288 |
| Sonstige Zinserträge | 3.440 | 3.365 |
| davon gegenüber Dritten | 3.440 | 3.365 |
| Summe | 8.668 | 9.947 |
Die Zinserträge aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 sowie den nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewerteten Vermögenswerten setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Kredite und Forderungen | 8.668 | 9.947 |
| davon gegenüber Dritten | 4.741 | 4.659 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 3.927 | 5.288 |
| Summe | 8.668 | 9.947 |
Zinsaufwendungen
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen setzten sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten | 55.282 | 54.413 |
| davon an Dritte | 11.040 | 9.856 |
| davon an verbundene Unternehmen | 44.242 | 44.557 |
| Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 441 | 448 |
| Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen und sonstigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern | 4.859 | 4.971 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | 1.897 | 1.591 |
| Summe Zinsaufwendungen | 62.479 | 61.423 |
Die Zinsaufwendungen aus Gesellschafterdarlehen und Bankverbindlichkeiten in Höhe von 55.282 tausend EUR betreffen mit 44.242 tausend EUR (2016: 44.557 tausend EUR) die Gesellschafterdarlehen, 9.406 tausend EUR (2016: 7.422 tausend EUR) für Garantieverpflichtungen (einschließlich der Auflösung von aktivierten Finanzierungskosten), 1.211 tausend EUR (2016: 1.339 tausend EUR) für die revolvierende Kreditfazilität sowie 423 tausend EUR (2016: 1.095 tausend EUR) für Bankverbindlichkeiten.
Die Zinsaufwendungen aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien im Sinne von IAS 39 sowie den nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewerteten Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 55.282 | 54.413 |
| davon gegenüber Dritten | 11.040 | 9.856 |
| davon an verbundene Unternehmen | 44.242 | 44.557 |
| Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | - |
| Nicht wechselkursbedingte Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten | - | - |
| Nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | 7.197 | 7.010 |
| Summe | 62.479 | 61.423 |
Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten, die nach anderen Vorschriften als IAS 39 bewertet wurden, beziehen sich im Wesentlichen auf einen Rückstellungssachverhalt für nachlaufende Kosten.
8.5. Steuern vom Einkommen und Ertrag
Grundlage für die Berechnung des Ergebnisses aus Ertragsteuern im Berichtsjahr war die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2017.
Das Ergebnis aus Ertragsteuern setzt sich folgendermaßen zusammen (fortgeführte Geschäftsbereiche):
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Laufende Steuern | -8.276 | -10.554 |
| Deutschland | -1.781 | -658 |
| Ausland | -6.495 | -9.896 |
| Latente Steuern | -2.163 | 13.293 |
| Summe | -10.439 | 2.739 |
Aufgrund der Entstehung und Aufhebung zeitlicher Differenzen ergab sich ein latenter Steuerertrag in Höhe von 956 tausend EUR (2016: 12.737 tausend EUR Steuerertrag).
Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird der in Deutschland gültige Körperschaft- und Gewerbesteuersatz einschl. Solidaritätszuschlag von 29,25 Prozent (2016: 29,22 Prozent) herangezogen. Die Überleitung von der erwarteten Ertragsteuer zur erfolgswirksam erfassten effektiven Ertragsteuer (mittels Multiplikation des Gewinns vor Steuern mit dem in Deutschland gültigen nominalen Ertragsteuersatz) ist im Folgenden tabellarisch dargestellt.
| 2017 | 2016 | |||
| in T EUR | (%) | in T EUR | (%) | |
| Ergebnis vor Steuern fortgeführte Geschäftsbereiche | -105.070 | - | -79.291 | - |
| Ergebnis vor Steuern nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | 0 | - | -527 | - |
| Ergebnis vor Steuern | -105.070 | - | -79.818 | - |
| Erwartete Ertragsteuer (29,25%; VJ: 29,22%) | 30.733 | 29,25 | 23.323 | 29,22 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen/steuerfreie Ergebnisse | -10.479 | -9,97 | -4.323 | -5,42 |
| Steuermehrungen aufgrund nicht abzugsfähiger Wertminderungsaufwendungen für den Geschäfts- oder Firmenwert | -13.110 | -12,48 | - | - |
| Gewerbesteuerliche Hinzuzurechnungen und -kürzungen | -429 | -0,41 | -1.055 | -1,32 |
| Veränderung von Wertberichtigungen | -22.902 | -21,80 | -16.372 | -20,51 |
| Sonstige Ertragsteuern | - | - | -855 | -1,07 |
| Vorjahressteuereffekte | 336 | 0,32 | -176 | -0,22 |
| Effekte aus ausländischen Steuersätzen | 6.726 | 6,40 | 1.697 | 2,13 |
| Sonstige | -1.314 | -1,25 | 494 | 0,62 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz | -10.439 | -9,94 | 2.733 | 3,42 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz fortgeführte Geschäftsbereiche | -10.439 | -9,94 | 2.739 | 3,42 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag und effektiver Steuersatz nicht fortgeführte Geschäftsbereiche | - | - | -6 | - |
Die Differenzen aus ausländischen Steuersätzen sind auf außerhalb Deutschlands gültige Steuersätze zurückzuführen, die von 0,00 Prozent (Vereinigte Arabische Emirate) bis 39,74 Prozent (USA) reichen.
Die Herkunft der aktiven und passiven latenten Steuern ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Aktive latente Steuern | Passive latente Steuern | |||
| (in T EUR) | 2017 | 2016 | 2017 | 2016 |
| Goodwill | 86 | - | 3.821 | - |
| Immaterielle Vermögenswerte | 67 | 138 | 38.435 | 46.035 |
| Sachanlagen | 1.806 | 7.248 | 6.999 | 17.695 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | - | 30 | 9.060 | 9.502 |
| Langfristige Vermögenswerte | 1.959 | 7.416 | 58.315 | 73.232 |
| Vorräte | 3.045 | 3.882 | 315 | 358 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.693 | 2.031 | 11.394 | 3.810 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 193 | 856 | 652 | 2.155 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 4.931 | 6.769 | 12.361 | 6.323 |
| Summe Aktiva | 6.890 | 14.185 | 70.676 | 79.555 |
| Langfristige Rückstellungen | 14.467 | 14.842 | 94 | - |
| Langfristige Leistungen an Arbeitnehmer | 5.583 | 5.652 | 161 | - |
| Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 18 | 87 | 1.270 | 48 |
| Langfristige Schulden | 20.068 | 20.581 | 1.525 | 48 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 8.365 | 8.386 | 548 | 2.003 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 585 | 571 | 879 | 152 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.970 | 3.013 | 1.067 | 437 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.355 | 896 | 598 | 51 |
| Kurzfristige Schulden | 15.275 | 12.866 | 3.092 | 2.643 |
| Summe Passiva | 35.343 | 33.447 | 4.617 | 2.691 |
| Latente Steuern auf temporäre Differenzen | 42.233 | 47.632 | 75.293 | 82.246 |
| Steuerliche Verlustvorträge | 4.354 | 8.627 | - | - |
| Saldierung von latenten Steuern | -19.294 | -32.836 | -19.294 | -32.836 |
| Angesetzte latente Steuern | 27.293 | 23.423 | 55.999 | 49.410 |
Passive latente Steuern von 29 tausend EUR (2016: 340 tausend EUR passive latente Steuern) wurden unmittelbar eigenkapitalwirksam erfasst; sie resultieren im Wesentlichen aus unmittelbar eigenkapitalwirksam erfassten versicherungsmathematischen Verlusten und wurden in der Gesamtergebnisrechnung berücksichtigt.
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, sofern ein Rechtsanspruch auf die Saldierung aktueller Steueransprüche mit aktuellen Steuerschulden besteht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Steuern von derselben Steuerbehörde erhoben und im selben Zeitpunkt fällig werden.
Die Höhe und der zeitliche Verfall der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge sind nachfolgender Tabelle zu entnehmen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| < 1 Jahr | 632 | - |
| 1 - 2 Jahre | 513 | 10 |
| 2 - 3 Jahre | 639 | 153 |
| 3 - 4 Jahre | 699 | - |
| > 4 Jahre | 474 | 15.404 |
| Zeitlich unbegrenzter Verlustvortrag | 297.742 | 140.529 |
| Summe steuerlicher Verlustvorträge | 300.699 | 156.096 |
Zum 31. Dezember 2017 wurden keine aktiven latenten Steuern auf körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 278.952, davon Zinsvorträge in Höhe von TEUR 128.919 (2016: TEUR 123.876, davon Zinsvorträge 93.283), gebildet, da deren Nutzung nicht ausreichend sicher ist.
Die Nutzung von körperschaftsteuerlichen Verlusten aus Vorjahren in Höhe von 34.898 TEUR wird als nicht mehr ausreichend sicher angesehen.
Im Rahmen der Refinanzierung, die am 9. Oktober 2019 abgeschlossen wurde, erfolgte die Übertragung der Galapagos BidCo Gruppe (zu der auch die Kelvion Gruppe gehört) auf die Mangrove Gruppe. In diesem Zusammenhang ist voraussichtlich ein Großteil der steuerlichen Verlustvorträge untergegangen. Wir verweisen auf den Abschnitt "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag".
9. Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Rechtsstreitigkeiten
9.1. Eventualverbindlichkeiten
Eventualverbindlichkeiten stellen potenzielle Schuldverhältnisse dar, die dem Grunde und/oder der Höhe nach noch nicht hinreichend konkretisiert sind. Sofern eine entsprechende Konkretisierbarkeit gegeben ist, erfolgt der Ansatz einer Schuld in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2017 bestanden im Konzern keine wesentlichen Eventualverbindlichkeiten.
Durch den am 9. Oktober 2019 unterschriebenen Refinanzierungsvertrag haftet die Kelvion Gruppe gesamtschuldnerisch mit anderen Gesellschaften der Mangrove Gruppe für potenzielle Kosten, die dem Security Agent Glas im Rahmen von potentiellen Rechtstreitigkeiten mit den ehemaligen Anleihegläubigern entstehen können. Die Haftung ist auf 100 Millionen EUR begrenzt. Wir verweisen auf die Ausführungen zur Refinanzierung in den "Ereignissen nach dem Bilanzstichtag"
Mehrere Konzerngesellschaften haben zugunsten von Kunden oder Kreditgebern Bankgarantien ausgestellt oder ausstellen lassen. Diese Bankgarantien werden nicht als Eventualverbindlichkeiten betrachtet, da mit ihnen Erfüllungspflichten des Konzerns verbunden sind.
9.2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Konzerns zum 31. Dezember 2017 setzen sich wie folgt zusammen:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Künftige Miet- und Leasingverpflichtungen | 37.686 | 24.994 |
| Bestellobligo | 80.318 | 69.005 |
| Summe Gruppe | 118.004 | 93.999 |
Miet-, Pacht- und Leasingverhältnisse
Die Miet-, Pacht- und Leasingverpflichtungen von 37.686 tausend EUR (2016: 24.994 tausend EUR) betreffen überwiegend Grundstücke und Gebäude. Die Verträge enthalten weder Verlängerungs- noch Kaufoptionen. Die Restlaufzeiten der Verpflichtungen stellen sich folgendermaßen dar:
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Bis zu einem Jahr | 10.958 | 6.424 |
| Zwischen einem Jahr und fünf Jahren | 22.853 | 12.035 |
| Länger als fünf Jahre | 3.875 | 6.535 |
| Summe Gruppe | 37.686 | 24.994 |
Im Geschäftsjahr 2017 beliefen sich die Aufwendungen für Mietverträge auf 11.184 tausend EUR (2016: 9.513 tausend EUR).
Bestellobligo
Das Bestellobligo lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Vorratsvermögen | 78.800 | 68.247 |
| Immaterielle Vermögensgegenstände | - | - |
| Sachanlagen | 1.517 | 758 |
| Summe Gruppe | 80.318 | 69.005 |
Bankbürgschaften
Kelvion-Konzerngesellschaften haben zum 31. Dezember 2017 Bankgarantien in Höhe von 223,0 Millionen EUR (2016: 185,3 Millionen EUR; einschließlich nicht fortgeführter Geschäftsbereiche) in Anspruch genommen. Garantiegeber sind ein Bankenkonsortium (Gesamtvolumen der gesamten Galapagos-Gruppe 400 Millionen EUR in 2017 und 2016) und einzelne Banken im Rahmen bilateraler Verträge.
Die in der folgenden Tabelle dargestellten Garantieverpflichtungen betreffen Haftungsverhältnisse, deren Hauptschuldner in den Grundgeschäften (z. B. Lieferungen) nicht konsolidierte Konzerngesellschaften sind, und für die Bankbürgschaften zugunsten von Kunden in Anspruch genommen wurden.
| (in T EUR) | 31.12.2017 | 31.12.2016 |
| Anzahlungsgarantien | 0 | 1.741 |
| Gewährleistungsgarantien | 0 | 22 |
| Vertragserfüllungsgarantien | 0 | 1.132 |
| Sonstige Haftungserklärungen | 0 | 95 |
| Summe | 0 | 2.990 |
9.3. Rechtsstreitigkeiten
Für die aus den entsprechenden Rechtsstreitigkeiten des Konzerns im gewöhnlichen Geschäftsverkehr herrührenden Risiken sind Rückstellungen in Höhe des wahrscheinlichen Erfüllungsbetrages gebildet worden. Da sich der Ausgang der Rechtsstreitigkeiten jedoch nur schwer vorhersehen lässt, besteht die Möglichkeit, dass sie Erträge oder Aufwendungen nach sich ziehen, falls die gebildeten Rückstellungen höher oder niedriger sind als erforderlich.
10. Sonstige Erläuterungen
10.1 Konzernkapitalflussrechnung
Die nachfolgenden Ausführungen zur Kapitalflussrechnung beziehen sich ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche der Kelvion-Gruppe:
Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) ist im Vergleich zum Vorjahr von 34,5 Millionen EUR auf 50,7 Millionen EUR gestiegen. Insbesondere die Auszahlung für das gestiegene Working Capital in Höhe von -23,5 Millionen EUR, gezahlten Steuern in Höhe von -11,3 Millionen EUR, die Veränderungen der sonstigen operativen Vermögenswerte und Schulden in Höhe von - 10,0 Millionen EUR sowie die Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen in Höhe von- 9,7 Millionen EUR und die Veränderungen der Rückstellungen in Höhe von -8,1 Millionen EUR führen zu einem Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von -12,0 Millionen EUR
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 21,1 Millionen EUR auf 6,7 Millionen EUR. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen (+32,7 Millionen EUR) aus Einzahlungen im Rahmen der Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden, die durch die Reorganisation und die Restrukturierung nicht mehr benötigt werden. Demgegenüber sind die Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen um 10,3 Millionen EUR auf 26,3 Millionen EUR gestiegen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt -7,4 Millionen EUR und ist im Vergleich zum Vorjahr um 69,0 Millionen EUR gestiegen. Die Gründe hierfür resultieren im Wesentlichen aus der Veränderung der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Schwestergesellschaften in Höhe von 33,7 Millionen EUR (im Vorjahr -47,5 Millionen EUR). Während es im Vorjahr ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 17,5 Millionen EUR für die Finanzierung der Erwerbe der österreichischen und tschechischen Kelvion-Gesellschaften von DencoHappel gegeben hat, hat es im Geschäftsjahr 2017 keine weiteren Einzahlungen aus Gesellschafterdarlehen gegeben. Die revolvierende Kreditfazilität wurde im Geschäftsjahr 2017 mit 5,0 Millionen EUR (im Vorjahr 0,0 Millionen EUR) zurückgeführt.
Der Bestand an Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 53,0 Millionen EUR enthält 1,6 Millionen EUR (Vorjahr: 0,2 Millionen EUR) beschränkt verfügbare Mittel.
Die Angaben gemäß IAS 7.44 stellen sich wie folgt dar:
| (EUR tausend) | Verbindlichkeiten aus Gesellschafterdarlehen | Netto Finanzierung gegenüber der ENEXIO Gruppe | Bankverbindlichkeiten inkl. Zinsen für Garantien und andere Off Balance Sachverhalte | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | Gesamt |
| 01.01.2017 | 742.862 | -91.038 | 21.100 | 11.661 | 684.585 |
| Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen | -32.947 | 31.825 | -5.301 | -988 | -7.411 |
| - davon gezahlte Zinsen | -32.947 | -1.917 | -1.045 | -583 | -36.492 |
| - davon andere Finanzierungstransaktionen | 0 | 33.742 | -4.256 | -405 | 29.081 |
| Netto Zinsaufwand | 32.947 | 1.917 | 1.045 | 583 | 36.492 |
| Fremdwährungseffekte | 0 | 0 | -202 | -327 | -529 |
| 31.12.2017 | 742.862 | -57.296 | 16.642 | 10.929 | 713.137 |
10.2 Zuwendungen der öffentlichen Hand
Im Geschäftsjahr 2017 flossen dem Konzern ertragsbezogene Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 1.168 tausend EUR (2016: 422 tausend EUR) zu, wovon 621 tausend EUR auf Lohnsteuersubventionen und 201 tausend EUR auf Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entfielen.
10.3 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Nach Maßgabe von IAS 24 sind Geschäftsvorfälle und ausstehende Salden mit Unternehmen oder Personen anzugeben, die den Konzern beherrschen oder gemeinschaftlich beherrschen oder vom Konzern beherrscht oder gemeinschaftlich beherrscht werden, sofern solche Unternehmen oder Personen nicht im Konzernabschluss berücksichtigt sind.
Die Verpflichtung gemäß IAS 24 erstreckt sich ferner auf Geschäfte mit Personen, die maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns ausüben. Ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns kann insoweit ein Anteil von mindestens 20 Prozent an Kelvion Finance, ein Sitz in der Geschäftsleitung der Kelvion-Gruppe oder eine andere leitende Position bei der Konzernmuttergesellschaft oder bei einer Beteiligungsgesellschaft sein.
Nahestehende Unternehmen und Personen des Konzerns im Sinne von IAS 24 sind in erster Linie die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance und die dem Wesentlichkeitsgrundsatz gemäß nicht konsolidierten Tochtergesellschaften der Kelvion-Gruppe. Die unmittelbaren und mittelbaren Gesellschafter von Kelvion Finance sind die luxemburgischen Holdinggesellschaften. Die luxemburgischen Holdinggesellschaften werden indirekt von Fonds beherrscht, die von der Kapitalanlagegesellschaft Triton beraten werden.
Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden nach Fremdvergleichsgrundsätzen getätigt. Bezüglich der Gesellschafterdarlehen wird verwiesen auf Ziffer 7.4.
Erträge und Aufwendungen aus Geschäften mit Konzerngesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen oder nicht konsolidierten Tochtergesellschaften resultieren überwiegend aus der regelmäßigen Lieferung von Gütern und der regelmäßigen Erbringung von Dienstleistungen und setzen sich folgendermaßen zusammen:
| (in T EUR) | Umsätze | sonstige Erträge | sonstige Aufwendungen | Zinsertrag |
| 2017 | ||||
| Nicht-konsolidierte Gesellschaften | 3.732 | - | - | 14 |
| Joint Ventures und sonstige Beteiligungen | 1.747 | - | - | - |
| gegenüber Schwestergesellschaften | 1.784 | 53 | -54 | 3.913 |
| Summe | 7.263 | 53 | -54 | 3.927 |
| (in T EUR) | Umsätze | sonstige Erträge | sonstige Aufwendungen | Zinsertrag |
| 2016 | ||||
| Nicht-konsolidierte Gesellschaften | 10.032 | - | - | 200 |
| Joint Ventures und sonstige Beteiligungen | 1.874 | - | - | 11 |
| gegenüber Schwestergesellschaften | 13.056 | - | - | 5.077 |
| Summe | 24.962 | - | - | 5.288 |
Für Leistungen einer Triton nahe stehenden Beratungsgesellschaft sind dem Konzern Beratungskosten in Höhe von 638 tausend EUR (2016: 14 tausend EUR) entstanden.
Zum Abschlussstichtag bestanden aus Geschäftsvorfällen zwischen Konzerngesellschaften und verbundenen Unternehmen die folgenden offenen Posten:
| (in T EUR) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Sonstige finanzielle Vermögenswerte | Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten |
| 2017 | ||||
| Nicht-konsolidierte Gesellschaften | 76 | - | 321 | 34 |
| Joint Ventures und sonstige Beteiligungen | 1.489 | 301 | 87 | - |
| gegenüber Schwestergesellschaften | 114 | 2.011 | 54.080 | 104.117 |
| Summe | 1.679 | 2.312 | 54.488 | 104.151 |
| (in T EUR) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Sonstige finanzielle Vermögenswerte | Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten |
| 2016 | ||||
| Nicht-konsolidierte Gesellschaften | 5.614 | 11 | 3.443 | 521 |
| Joint Ventures und sonstige Beteiligungen | 1.460 | 299 | 425 | -12 |
| gegenüber Schwestergesellschaften | 1.221 | 2.314 | 46.483 | 85.308 |
| Summe | 8.295 | 2.624 | 50.351 | 85.817 |
Die von Galapagos BidCo S.à r.l. gewährten Gesellschafterdarlehen weisen einen Buchwert abzüglich Transaktionskosten von insgesamt 694.593 tausend EUR (2016: 703.069 tausend EUR) auf. Die hierauf abgegrenzten Zinsen belaufen sich auf 45.205 tausend EUR (2016: 35.082 tausend EUR). Die im Geschäftsjahr 2017 im Zinsaufwand erfassten Zinsen für die Gesellschafterdarlehen belaufen sich auf 43.080 tausend EUR (2016: 44.557 tausend EUR). Weitere Angaben dazu finden sich unter Ziffer 7.4 "Gesellschafterdarlehen".
Für die Transaktion in Verbindung mit den gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen mit der DencoHappel Gruppe und der ENEXIO Gruppe verweisen wir auf die Abschnitte "Unternehmenszusammenschlüsse" und "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden sowie nicht fortgeführte Geschäftsbereiche".
10.4 Bezüge von Führungskräften
Die Bezüge der Geschäftsführung des Unternehmens setzen sich folgendermaßen zusammen:
| (in T EUR) | 2017 | 2016 |
| Kurzfristig fällige Leistungen | 1.246 | 1.054 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | - | 290 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | 156 | 111 |
| Gesamt | 1.402 | 1.455 |
Die o.g. kurzfristig fälligen Leistungen stellen die im Geschäftsjahr 2017 gewährten Gesamtbezüge der Geschäftsführung nach § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB dar. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern der Geschäftsführung sind zum Abschlussstichtag 504 tausend EUR (in 2016: 1.070 tausend EUR) zurückgestellt.
Sonstige Geschäfte mit Führungskräften des Unternehmens oder mit ihnen nahestehenden Unternehmen oder Personen haben im Berichtszeitraum nicht stattgefunden.
10.5 Organe des Unternehmens
Nachfolgend sind die Mitglieder der Geschäftsführung aufgelistet:
| ― |
Silke Hartmann (CFO, bis 31. Dezember 2017), Mülheim an der Ruhr |
| ― |
Dr. Robert Wassmer (CEO, bis 31. Dezember 2017), Bad Säckingen |
| ― |
Jürgen Vinkenflügel (CEO, seit 1.Januar 2018), Mülheim an der Ruhr |
| ― |
Andrea Teutenberg (CFO, ab 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2018), Berlin |
| ― |
Marcus Mayer (CFO, seit 1. Januar 2019), Rotenburg (Wümme) |
10.6 Gesellschafterbeirat
Die Mitglieder des Gesellschafterbeirats sind:
| ― |
Manfred Eiden (bis 31. Dezember 2017, ab 1. Mai 2016 bis 31. Dezember 2017 Vorsitzender) |
| ― |
Martin Huth |
| ― |
Michael Gahleitner |
| ― |
Klaus Stahlmann (seit 1. Januar 2018 Vorsitzender) |
| ― |
Herbert Doleisch (bis 31. Dezember 2017) |
| ― |
Nizar Ghoussaini (seit 1. Dezember 2017) |
| ― |
Claus von Hermann (seit 1. Januar 2018) |
Die Aufwendungen für den Gesellschafterbeirat belaufen sich auf 355 tausend EUR im Jahr 2017 (2016: 595 tausend EUR).
10.7 Abschlussprüfungsgebühren
Dem Konzern sind Gebühren in Höhe von 753 tausend EUR (2016: 667 tausend EUR) für Abschlussprüfungsleistungen, in Höhe von 0 tausend EUR (2016: 48 tausend EUR) für prüfungsnahe Leistungen, in Höhe von 74 tausend EUR (2016: 10 tausend EUR) für Steuerberatungsleistungen und in Höhe von 121 tausend EUR (2016: 5 tausend EUR) für sonstige Leistungen an den Konzernabschlussprüfer entstanden.
11. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Änderung in der Geschäftsführung in den Geschäftsjahren 2017 bis 2019
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 hat die Geschäftsführung vertreten durch Herrn Dr. Robert Wassmer (CEO) sowie Frau Silke Hartmann (CFO) das Unternehmen verlassen. Mit Wirkung ab 1. Januar 2018 bestand die Geschäftsführung aus Herrn Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Frau Andrea Teutenberg (CFO).
Mit Bekanntmachung vom 19. Oktober 2018 hat Andrea Teutenberg, CFO der Kelvion-Gruppe, beschlossen, das Unternehmen aus persönlichen Gründen zum 31.Dezember 2018 zu verlassen. Marcus Mayer hat die Funktion des CFO ab dem 1. Januar 2019 übernommen.
Mit Wirkung ab 1. Januar 2019 besteht die Geschäftsführung aus den Herren Jürgen Vinkenflügel (CEO) und Marcus Mayer (CFO).
Refinanzierung und Wechsel der mittelbaren Gesellschafterinnen im Geschäftsjahr 2019 am 9. Oktober 2019
Im Dezember 2018 haben die Gesellschafter und das Management des Galapagos-Konzerns beschlossen, einen Refinanzierungsprozess für die Gruppe (die "Refinanzierung") einzuleiten. Hauptziele waren die Verschuldung des Konzerns zu senken sowie die Fälligkeiten der Unternehmensanleihen und der Kreditlinien zu verlängern.
Hintergrund für die notwendig gewordene Refinanzierung waren mehrere Faktoren, von denen einige einen erheblichen negativen Einfluss auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Galapagos-Gruppe mit den Segmenten Kelvion und ENEXIO (im Folgenden auch "Kelvion-Gruppe" oder "ENEXIO-Gruppe" genannt) gehabt haben:
(a) Nachfragerückgänge in zwei wichtigen Endmärkten der Galapagos-Gruppe; konventionelle Stromerzeugung und Oil & Gas, verbunden mit einem Trend zu alternativen Formen der Stromerzeugung und dem damit einhergehenden gesunkenen Bedarf für Kühllösungen (vorrangig Segment ENEXIO).
(b) Zunehmender Wettbewerb und damit verbundener Preisdruck aus den Emerging Markets (China, Indien und Korea), die ähnliche Lösungen zu geringeren Kosten im Markt für Trockenkühltürme, insbesondere an lokale Kunden in diesen Ländern liefern können (vorrangig Segment ENEXIO, Produktlinie Trockenkühlung (ACC und Heller)).
(c) Nachfrageschwankungen im Oil & Gas Markt und insbesondere deutliche Nachfragerückgänge in den Jahren 2015 und 2016 und geringes Wachstum im Marine-Markt (beide Segmente).
(d) Verschiebung bedeutender Kraftwerksprojekte weltweit und in der Folge erhebliche Nachfragerückgänge mit einem historischen Tief beim Auftragseingang für Kühltürme im Jahr 2018 (Segment ENEXIO).
(e) Operative Herausforderungen, wie z.B. Probleme in der Lieferkette nach der Schließung mehrerer großer Produktionsstandorte (Segment Kelvion).
(f) Des Weiteren haben sich organisatorische und strukturelle Herausforderungen ergeben, die nicht zuletzt durch die komplizierte Führungsstruktur und die wiederholten Führungswechsel im Management begründet waren (beide Segmente).
Die oben genannten Faktoren führten zu einem Rückgang der Umsätze und Gewinnmargen sowie einem niedrigeren als dem ursprünglich angenommenen operativen Cashflow des Galapagos-Konzerns. In Folge dessen sowie des anhaltend hohen Schuldendiensts stieg die Verschuldung im Verhältnis zum Ertrag des Galapagos-Konzerns kontinuierlich weiter an.
Als Gegenmaßnahmen wurden vom Management des Galapagos-Konzerns insbesondere im Laufe des Jahres 2018 verschieden Maßnahmen eingeleitet, um gegen die genannten Herausforderungen anzugehen. Dazu gehörte bei der Kelvion-Gruppe u.a. die Initiierung und Umsetzung des Programms "Fit for 100" (kurz "FF100"). Im Fokus des FF100 Programms, das bis zum 100-jährigen Bestehens der Kelvion im Jahr 2020 abgeschlossen sein soll, stehen Maßnahmen zur Generierung von Wachstum, zur Verbesserung der operativen Exzellenz und zur Kostensenkung. Zusätzlich zum FF100 Programm wurde zur Stärkung der Kelvion-Gruppe die Akquisition der Rocore-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 beschlossen und umgesetzt. In diesem Zusammenhang wurden vom Triton Funds IV zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Die Gegenmaßnahmen führten bei der Kelvion-Gruppe bereits im Verlauf des Jahres 2018 zu einer deutlichen Verbesserung des Aufragseingangs sowie des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA. Diese positive Entwicklung bei der Kelvion-Gruppe in den Geschäftsjahren 2018 und 2019 konnte aber nicht das in Folge des niedrigeren Umsatzes gesunkene Ergebnis der ENEXIO-Gruppe (siehe oben, insbesondere Zusammenbruch der Nachfrage nach Trockenkühltürmen im Jahr 2018) ausgleichen.
Im April 2018 konnte die Galapagos-Gruppe einen Financial Covenant (nEBITDA), der im Zusammenhang mit ihrer revolvierenden Kreditline ("Galapagos Revolving Credit Facility" oder kurz: "Galapagos RCF") vereinbart worden ist, nicht einhalten. Diese Vertragsverletzung wurde durch eine Bareinlage in Höhe von 22 Millionen Euro durch den Gesellschafter geheilt.
Die Galapagos-Gruppe sah sich im Hinblick auf ihre Finanzierungsverträge mit bevorstehenden Fälligkeiten in den Jahren 2020 (Galapagos RCF und "Galapagos Senior Guaranty Facility", kurz: "Galapagos SGF"), 2021 ("Senior Secured Notes", kurz: "SSNs") und 2022 ("Senior Unsecured Notes", kurz: "SUNs") konfrontiert und somit vor der Notwendigkeit eine Refinanzierung durchzuführen. Das angestrebte Ziel bestand darin, den mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarf zu decken und gleichzeitig eine Reduzierung der Gesamtverschuldung herbeizuführen, um die Galapagos-Gruppe in Zukunft auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Zu diesem Zweck wurden Verhandlungen mit den beteiligten Banken und den gesicherten (SSNs) und ungesicherten (SUNs) Anleihegläubigern geführt. Während mit den Banken und den gesicherten Anleihegläubigern ein "Lock Up Agreement" unterzeichnet wurde, konnte mit den ungesicherten Anleihegläubigern, trotz mehrerer Angebote seitens verschiedener von Triton Partners beratener Private Equity Fonds, keine einvernehmliche Lösung herbeigeführt werden. Im darauffolgenden so genannten "Enforcement" Verfahren haben die gesicherten Gläubiger die Verwertung der Sicherheiten veranlasst. Dabei hat der Security Agent Glass am 12. Juli 2019 Macquarie Capital (Europe) Limited beauftragt einen Verkaufsprozess für alle Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l., Luxemburg (unmittelbare Gesellschafterin der Kelvion-Gruppe und der Galapagos-Gruppe) einschließlich aller bestehen Intercompany-Verbindlichkeiten und Preferred Equity Certificates (kurz: "PECs") der Gesellschaft gegen Galapagos S.A., Luxemburg durchzuführen. Die Galapagos BidCo-Gruppe wurden in einem Bieterverfahren einer hohen Zahl von potentiellen Interessenten zum Kauf angeboten. Obwohl eine zweistellige Anzahl an Interessenten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichneten und sich weitere Daten geben ließen, hat lediglich die neue mittelbare Gesellschafterin, die Mangrove LuxCo IV S.à r.l., ein Gebot im Rahmen des Bieterverfahrens abgegeben. Am 9. Oktober 2019 endete das Enforcement Verfahren mit Übertragung der Anteile einschließlich bestehender Intercompany Verbindlichkeiten und PECs an der Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove LuxCo IV S.à rl.l (Mangrove-Gruppe). Die Banken und die gesicherten Anleihegläubiger erhielten den Erlös aus dem Bieterverfahren. Die ungesicherten Anleihegläubiger konnten nicht befriedigt werden.
Die neue Mangrove LuxCo III S.à r.l. sowie deren direkte Tochtergesellschaft Mangrove LuxCo IV S.à r.l. wurden durch verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds gegründet. Diese Gesellschaften mit beschränkter Haftung sind luxemburgischen Rechts und im luxemburgischen Handels- und Unternehmensregister eingetragen. Im Rahmen des Enforcement Verfahrens erfolgte der Übertrag der Anteile an der Galapagos BidCo S.à r.l. (die direkte Muttergesellschaft der Kelvion Finance GmbH sowie der ENEXIO Management GmbH) auf die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. Des Weiteren gingen die Preferred Equity Certificates sowie sämtliche konzerninterne Verbindlichkeiten von Galapagos BidCo S.à r.l. gegenüber Galapagos S.A. (zusammengenommen die "Bidco-Instrumente") auf die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. über. Durch die Refinanzierung wurde eine umfangreiche Entschuldung der Mangrove-Gruppe, bestehend aus der Kelvion-Gruppe und der ENEXIO-Gruppe, sowie deren Zugang zu neuen Kreditfazilitäten und Unternehmensanleihen mit längeren Laufzeiten erreicht.
Die Refinanzierung umfasst folgende Kernpunkte:
| ― |
Verschiedene von Triton Partners beratene Private Equity Fonds haben der Mangrove-Gruppe 140,0 Millionen EUR an Finanzmitteln (als Eigenkapital und nachrangige Anleihen) zur Verfügung gestellt. Diese Private Equity Funds halten nach der Refinanzierung eine Mehrheitsbeteiligung an der Mangrove-Gruppe und beherrschen diese. |
| ― |
Im Zusammenhang mit der Restrukturierung hat die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. vorrangig besicherte festverzinsliche Anleihen ("Mangrove SSN") mit Fälligkeit 2025 und einem Nominalbetrag von 356,2 Millionen EUR mit einem Zinssatz von 7,775% emittiert. |
| ― |
Die Galapagos RCF in Höhe von 99,8 Millionen EUR (die ursprüngliche RCF von 75.0 Millionen EUR plus 24.8 Millionen EUR aus der Zwischenfinanzierung im Rahmen der Restrukturierung) wurde zum Stichtag der Restrukturierung vollständig zurückgezahlt und eine neue Mangrove revolvierende Kreditline ("Mangrove RCF") in Höhe von 65,0 Millionen EUR durch Kreditgeber bereitgestellt. Die Laufzeit des Mangrove RCF verlängert sich dabei im Vergleich zum Galapagos RCF von 2020 bis 2023 bzw. bis 2024 (automatische Verlängerung bis 2024, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden). Die neue Mangrove RCF war zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernabschlusses nicht in Anspruch genommen und stand damit dem Konzern in voller Höhe zur Verfügung. |
| ― |
Die Galapagos Garantielinie ("Galapagos Senior Guarantee Facility" oder kurz: "Galapagos SGF") in Höhe von 375,0 Millionen EUR wurde im Zuge der Restrukturierung vollständig abgelöst. Dazu wurden im Rahmen eines neuen Kreditvertrages neue Darlehen (Cash Collateral Loans) in Höhe von bis zu 260,0 Millionen EUR bereitgestellt, die als Barsicherheiten für die Galapagos SGF dienen. Außerdem wurde eine neue Mangrove SGF in Höhe von 260,0 Millionen EUR, abzüglich des Betrages der jeweiligen Barsicherheiten, durch Garantiegeber bereitgestellt. Für die Mangrove Senior Guarantee Facility ("Mangrove SGF") gilt die gleiche Verlängerung der Laufzeit wie für die Mangrove RCF. Der Cash Collateral Loan wurde eingerichtet, um die Übertragung der unter der Galapagos SGF herausgelegten Garantien auf die neue Mangrove SGF zu ermöglichen. |
| ― |
Im Hinblick auf die Galapagos Senior Secured Notes in Höhe von insgesamt 333,5 Millionen EUR (Nominalwert der Anleihen, ohne Berücksichtigung von aufgelaufenen Zinsen) wurden 90% der fälligen Beträge für die 5,375 % Senior Secured Fixed Rate Notes mit Fälligkeit 2021 und die Senior Secured Floating Rate Notes mit Fälligkeit 2021 aus dem Verkaufserlös der BidCo-Instrumente zurückgezahlt, und die restlichen Garantieansprüche gegen die Mitglieder der Mangrove-Gruppe in Bezug auf die Galapagos Senior Secured Notes wurden freigegeben. Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen der Mangrove-Gruppe zum Ausgleich der ausstehenden Beträge aus den Galapagos Senior Secured Notes. |
| ― |
Für die Mangrove-Gruppe bestehen keine Verpflichtungen zum Ausgleich der ausstehenden Beträge aus den 7,000% Senior Notes in Höhe von 250,0 Millionen EUR (Nominalwert der Anleihe, ohne Berücksichtigung der aufgelaufenen Zinsen) mit Fälligkeit 2022, die von der Galapagos Holding begeben wurden. |
Für das Geschäftsjahr 2020 sind weitere gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungen geplant. Dabei ist u.a. vorgesehen, dass die Kelvion Finance GmbH ihr operatives Geschäft innerhalb der Mangrove-Gruppe verkauft und anschließend liquidiert wird. Der Kelvion Teilkonzern wird dann voraussichtlich mit der Kelvion Holding GmbH als Muttergesellschaft fortbestehen.
Rechtliche Risiken aus der Refinanzierung
Es wurde eine Reihe von Klagen eingereicht, die sich aus der oben beschriebenen Refinanzierung ergeben. Wie bei jedem Streitfall kann der Ausgang dieser Verfahren jedoch nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die endgültigen Verpflichtungen, die sich aus solchen Ansprüchen ergeben, keinen wesentlichen Einfluss auf die konsolidierte Finanzlage der Gruppe haben werden. Es könnte aber möglich sein, dass der Abschluss der Verfahren zu künftigen Erträgen oder Aufwendungen führt, wenn die dafür zurückgestellten Beträge höher oder niedriger als erforderlich sind.
Eine Reihe international anerkannter Berater war an der Refinanzierung beteiligt und das Management ist davon überzeugt, dass die Refinanzierung vollständig rechtswirksam ist und alle Verpflichtungen, auch im Rahmen der zugrundeliegenden Finanzierungsdokumente, erfüllt hat.
Es wurden folgende Klagen eingereicht, die sich aus der Restrukturierung ergeben:
| ― |
Eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof des Staates New York wurde von einem wirtschaftlichen Eigentümer der Galapagos Senior Notes gegen inter alios Galapagos Holding S.A. (ehemalige indirekte Muttergesellschaft der Galapagos BidCo S.à r.l.) und einige ihrer Tochtergesellschaften (die jetzt Tochtergesellschaften der Mangrove Group sind) im Zusammenhang mit der Restrukturierung eingereicht. Der Kläger behauptet, dass die Restrukturierung ihn zu Unrecht seines Wertes beraubt habe, indem Vermögenswerte aus der Gruppe abgezogen und bestimmte Garantien freigegeben wurden. Der Kläger klagt auf: (i) Schadenersatz und (ii) die Rückgängigmachung der Schritte, die zur Beeinträchtigung seiner Position geführt haben. Darüber hinaus beantragt der Kläger die Erklärung, dass die Freigabe von Verbindlichkeiten unter dem Galapagos Senior Unsecured Notes gemäß den Bestimmungen der früheren Gläubigervereinbarung, die für bestimmte Verbindlichkeiten der Gruppe galten, ungültig war (mit anderen Worten, dass dieser Teil der Restrukturierung ebenfalls rückgängig gemacht wird). |
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Der angebliche Verwalter von Galapagos S.A., Luxemburg (ehemaliger 100%iger Anteilseigner von Galapagos BidCo S.à r.l.) hat eine Klage gegen die Mangrove LuxCo IV S.à r.l. und die Galapagos BidCo S.à r.l. eingereicht, in der er seine Behauptungen detailliert darlegt, dass die Restrukturierung (d.h. die Refinanzierung der Galapagos-Gruppe und der Verkauf von Galapagos BidCo S.à r.l. an die Mangrove-Gruppe) eine betrügerische Ausübung eines luxemburgischen Aktienpfandes beinhaltete und daher rückgängig gemacht werden sollte. |
| ― |
Galapagos BidCo S.à r.l. hat in England ein Verfahren gegen den Sicherheitstreuhänder, der die Restrukturierung durchgeführt hat, gegen den Treuhänder, der Rechte im Namen der vorrangigen Anleihen hält, und gegen jeden der Kläger in den oben beschriebenen Verfahren in New York und Luxemburg eingeleitet und das englische Gericht aufgefordert, eine Reihe von Erklärungen abzugeben, dass die Restrukturierung mit den Bedingungen der Gläubigervereinbarung übereinstimmt. Zweck der Klage ist es, dass das Gericht darüber entscheidet, ob die Restrukturierung mit den Bedingungen der Finanzierungsdokumente übereinstimmt. Das englische Verfahren enthält zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Anspruch auf Schadenersatz. |
Basierend auf der Rechtsberatung führender internationaler Anwaltskanzleien mit Sitz in Großbritannien, Luxemburg, Deutschland und den USA bewertet das Management das Risiko aus den oben erwähnten laufenden sowie zukünftigen Rechtsstreitigkeiten wie folgt: 1) Das Risiko, dass die Restrukturierung rückgängig gemacht wird, wird als unwahrscheinlich eingestuft und 2) das Risiko, Schadenersatz an ehemalige Inhaber der Galapagos Senior Notes oder andere Dritte zahlen zu müssen, wird ebenfalls als unwahrscheinlich eingestuft.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Schadenersatzklagen gegen das Unternehmen oder eine seiner Tochtergesellschaften erfolgreich sein sollten, sehen die Vereinbarung über die RCF-Fazilität, die Vereinbarung über die SGF-Fazilität sowie die Vereinbarung über die Cash Collateral Loans und die Mangrove Senior Secured Notes vor, dass die Gruppe bis zu EUR 100 Millionen an neuen Schulden nur für diese Zwecke aufzunehmen kann und diese neuen Schulden gegenüber der Mangrove Senior Secured Notes vorrangig sind. Daher ist das Management zuversichtlich, solche Forderungen aus einer Neuverschuldung und/oder aus verfügbaren Barmitteln finanzieren zu können.
Erwerb der ENEXIO-Gruppe im Geschäftsjahr 2019
Mit Vertrag vom 29. Oktober 2019 hat die Kelvion Holding GmbH (eine 100% Tochtergesellschaft der Kelvion Finance GmbH) sämtliche Anteile an der ENEXIO Management GmbH, Herne, erworben und damit die ENEXIO-Gruppe übernommen. Hauptgrund für den Erwerb war, die ENEXIO-Gruppe mit deren Bereichen "Dry Cooling Systems" ("DCS"), "Service" und "Water" unter die Leitung des Managements der Kelvion-Gruppe und damit die anstehenden Veränderungen in die Verantwortung des Kelvion Managements zu bringen. Der Bereich DCS soll entweder insgesamt oder in Teilen veräußert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist beabsichtigt noch im Jahr 2020 mit der Abwicklung des Bereiches DCS (so genannter "DCS wind down" begonnen werden. Die Bereiche Service und Water werden entweder veräußert oder in die Organisation der Kelvion-Gruppe integriert werden.
Erhebliche Erhöhung der Eigenkapitalposition der Mangrove Gruppe um EUR 140.000.000.
Die Mangrove LuxCo II S.à r.l., die alleinige Aktionärin der Mangrove Gruppe ist (und in die nach der Refinanzierung auch die Kelvion Finance Gruppe einbezogen wird), hat am 9. März 2020 ihre Darlehensforderung in Höhe von EUR 140.000.000 in das Kapitaleinlagekonto der Mangrove LuxCo III S.à. r.l. eingebracht und dadurch die Eigenkapitalposition des Mutterkonzerns auf eine solide Basis erhöht.
Auswirkungen der globalen Ausbreitung des Coronavirus und seine Auswirkungen auf die Weltwirtschaft
Am 11. März 2020 bezeichnete die WHO den Ausbruch des Coronavirus als globale Pandemie. Seit März 2020 sind die Folgen des Ausbruchs für die Weltwirtschaft sehr erheblich. Basierend auf den Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts erwartet die Kelvion-Gruppe, dass die Schlüsselkennzahlen Umsatz, normalisiertes EBITDA innerhalb des Segments Kelvion im Großen und Ganzen mit dem Vorjahr übereinstimmen werden. Es wird erwartet, dass die negativen Auswirkungen der Inflation auf Personal- und Materialkosten durch verschiedene Gegenmaßnahmen, die bereits durchgeführt werden oder zur Durchführung bereit sind, ausgeglichen werden.
Ein Rückgang der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10% erscheint jedoch ebenfalls möglich und würde dazu führen, dass das normalisierte EBITDA hinter dem Niveau von 2019 zurückbleibt, aber immer noch über den normalisierten EBITDA-Vereinbarungen gemäß der Finanzierungsverträge zur RCF-Fazilität und anderen Finanzierungsvereinbarungen liegt. Im Vorgriff auf die Veräußerung/Abwicklung seines Trockenkühlgeschäfts plant ENEXIO ein EBITDA-Niveau, das sowohl im ursprünglichen Budget 2020 als auch nach derzeitigem Kenntnisstand nahezu ausgeglichen ist. Insgesamt wird erwartet, dass der Beitrag des Segments ENEXIO zum Umsatz und zum normalisiertem EBITDA der Gruppe für die Ertragslage der Gruppe nicht mehr signifikant sein wird. Das Management der Kelvion-Gruppe prognostiziert jedoch, dass der Umsatz und das normalisierte EBITDA der Gruppe im Großen und Ganzen auf Vorjahresniveau liegen werden. Im möglichen Fall eines 10%igen Umsatzrückgangs im Vergleich zum Vorjahr wird die Gruppe in der Lage sein, ein normalisiertes EBITDA im Einklang mit den Finanzvereinbarungen zu erzielen.
Nichtsdestotrotz ist die Fähigkeit, eine verlässliche Prognose der finanziellen Leistung der Gruppe zu erstellen, aufgrund und der damit verbundenen inhärenten Ungewissheit, die sie mit sich gebracht hat, begrenzt, so dass die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung ihrer finanziellen Verpflichtungen und damit einem bestandsgefährdenden Risiko ausgesetzt ist. Obwohl das Management der Gruppe das Risiko einer Insolvenz aufgrund einer möglichen Verletzung der Mindest-EBITDA-Vereinbarung, der Mindestliquiditätsvereinbarung oder der Gesamtnettoverschuldungsvereinbarung als Folge der Krise zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts für unwahrscheinlich hält, bleiben die Auswirkungen der Krise auf unser Geschäft und die Weltwirtschaft insgesamt ungewiss.
12. Beteiligungsliste
Die Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns der Kelvion Finance GmbH, Bochum, als Muttergesellschaft sind in der folgenden Aufstellung genannt.
| Vollkonsolidierte Gesellschaften | Sitz | Land |
Anteilsbesitz
(in %) |
| Kelvion Industriebeteiligungen GmbH | Bochum | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion Machine Cooling Systems GmbH (vormals: Kelvion Safety Heat Exchangers GmbH) | Monzingen | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion Machine Cooling Sp. z.o.o. | Swiebodzice | Polen | 100,00 |
| Kelvion PHE GmbH | Sarstedt | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion S.A.S. | Wingles | Frankreich | 100,00 |
| Kelvion Intercambiadores Ltda | Franco da Rocha | Brasilien | 100,00 |
| Kelvion S.r.l. | Monvalle | Italien | 100,00 |
| Kelvion Thermal Solutions S.A.U. | Igorre | Spanien | 100,00 |
| Kelvion Inc. | Catoosa | USA | 100,00 |
| Kelvion Thermal Solutions (PTY) Ltd. | Germiston | Südafrika | 74,999 |
| Kelvion Thermal Solutions S.A.S. | Nantes | Frankreich | 100,00 |
| Kelvion Refrigeration GmbH | Baierbrunn | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion GmbH | Bochum | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion B.V. | Doetinchem | Niederlande | 100,00 |
| Kelvion Sp. Z o.o. | Opole | Polen | 100,00 |
| Kelvion AB | Kalmar | Schweden | 100,00 |
| Kelvion PTE. Ltd. | Singapur | Singapur | 100,00 |
| Kelvion Heat Exchangers (China) Co. Ldt. | Wuhu | China | 97,39 |
| Kelvion SDN. BHD | Subang Jaya, Selangor | Malaysia | 100,00 |
| Kelvion Refrigeration B.V. | Sint Maartensdijk | Niederlande | 100,00 |
| Kelvion Holding B.V. | Sint Maartensdijk | Niederlande | 100,00 |
| Kelvion Brazed PHE GmbH | Nobitz-Wilchwitz | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion Services (PTY) Ltd. | Germiston | Südafrika | 74,833 |
| Kelvion Thermal Solutions (Jiangsu) Co. Ltd. | Changshu | China | 100,00 |
| Kelvion Thermal Solutions W.L.L. | Doha | Katar | 100,00 |
| Kelvion China Ltd. (Vormals: GEA Ecoflex China Co. Ltd.) | Shanghai | China | 100,00 |
| Kelvion India Private Ltd. | Pune | Indien | 100,00 |
| Kelvion Thermal Services S.A.S. | Nantes | Frankreich | 100,00 |
| Kelvion PHE BV | Belfeld | Niederlande | 100,00 |
| Kelvion BVBA | Zele | Belgien | 100,00 |
| Kelvion Serviços e Soluções Térmicas Ltda. | Franco da Rocha | Brasilien | 100,00 |
| Kelvion Radiator GmbH | Netzschkau | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion Thermal Solutions F.Z.C.O. | Dubai | Vereinigte Arabische Emirate | 100,00 |
| Kelvion Machine Cooling B.V | Almere | Niederlande | 100,00 |
| Kelvion Searle Ltd. | Fareham | Großbritannien | 100,00 |
| SCI Sartrouville | Sartrouville | Frankreich | 100,00 |
| Kelvion UK Ltd. (vormals: Bliss & Co. Ltd.) | Fareham | Großbritannien | 100,00 |
| Kelvion Holding (Pty) Ltd | Germiston | Südafrika | 100,00 |
| Kelvion Mashimpeks LLC | Moscow | Russische Föderation | 100,00 |
| Kelvion Holding GmbH | Bochum | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion Insurance Broker and Services GmbH | Bochum | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion K.K. | Tokio | Japan | 100,00 |
| Kelvion GmbH | Gaspoltshofen | Österreich | 100,00 |
| Kelvion s.r.o. | Nymburk | Tschechische Republik | 100,00 |
| Kelvion FZE | Dubai | Vereinigte Arabische Emirate | 100,00 |
| Kelvion OÜ | Tallinn | Estland | 100,00 |
| Kelvion Ibérica S.L. | Igorre | Spanien | 100,00 |
| Kelvion Central Europe Sp.zo.o. | Opole | Polen | 100,00 |
| Kelvion Germany GmbH | Bochum | Deutschland | 100,00 |
| Nicht konsolidierte Gesellschaften | |||
| Bloksma Asia Ltd. | Hong Kong | China | 100,00 |
| GHS German Heat Exchangers Spares GmbH | Sarstedt | Deutschland | 100,00 |
| Kelvion North America LLC | Delaware | USA | 100,00 |
| Kelvion Benelux B.V. | Sint Maartensdijk | Niederlande | 100,00 |
| Assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen | |||
| Wuhan Bloksma Heat Exchangers Co. Ltd. (vormals: GEA Wuhan Bloksma Heat Exchangers co. Ltd) | Wuhan | China | 50,00 |
| TANSA-CALDEMON UTE | Muriedas Ayuntam de Camargo | Spanien | 50,00 |
| Kelvion KOS Korea Ltd. | Seoul | Südkorea | 25,00 |
| TPK Mashimpeks OOO | Solnechnogorsk | Russische Föderation | 34,00 |
13. Gemäß § 264 Abs. 3 HGB befreite Gesellschaften
Nachfolgende inländische Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft haben die gemäß § 264 Abs. 3 HGB erforderlichen Bedingungen für die Inanspruchnahme der Befreiungsvorschrift erfüllt und verzichten deshalb auf die Erstellung eines Lageberichts und eines Anhangs, die Prüfung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer und auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2017:
Kelvion PHE GmbH
Kelvion Industriebeteiligungen GmbH
Kelvion Refrigeration GmbH
Kelvion GmbH
Kelvion Radiator GmbH
Kelvion Machine Cooling Systems GmbH (Vormals: Kelvion Safety Heat Exchangers GmbH)
Kelvion Brazed PHE GmbH
Kelvion Holding GmbH
Kelvion Insurance Broker and Services GmbH
GHS German Heat Exchangers Spares GmbH
Kelvion Germany GmbH
Bochum, 19. Mai 2020
Jürgen Vinkenflügel
Marcus Mayer
Wir haben den von der Kelvion Finance GmbH, Bochum, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, verweisen wir auf die Angaben in Abschnitt "3. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" des Konzernlageberichts und in Abschnitt 11 des Konzernanhangs, in denen die gesetzlichen Vertreter darlegen, dass die Ausbreitung des Coronavirus seit März 2020 erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat. Die gesetzlichen Vertreter legen ferner dar, dass die Schlüsselkennzahlen Umsatz, normalisiertes EBITDA innerhalb des Segments Kelvion im Großen und Ganzen mit dem Vorjahr übereinstimmen werden. Ein Rückgang der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 % erscheint jedoch ebenfalls möglich und würde dazu führen, dass das normalisierte EBITDA hinter dem Niveau von 2019 zurückbleibt, aber immer noch über den normalisierten EBITDA-Vereinbarungen gemäß der Finanzierungsverträge zur RCF-Fazilität und anderen Finanzierungsvereinbarungen liegt. Insofern ist die Gruppe einem erhöhten Risiko der Nichteinhaltung ihrer finanziellen Verpflichtungen und damit einem bestandsgefährdenden Risiko ausgesetzt. Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.
Düsseldorf, den 19. Mai 2020
KPMG
AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dr. Uhde, Wirtschaftsprüfer
Schilling, Wirtschaftsprüferin
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