Stammdaten

Register
Amtsgericht Duisburg HRB 32303
Eingetragen
29.10.2019
Branche
Großhandel mit Blumen und PflanzenBetrieb von BaumschulenHerstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Gegenstand
die Herstellung von Spezialsubstraten für den Erwerbsgartenbau (Zierpflanzenbau, Baumschulen, Landschaftsbau und Gemüsebau) und Blumenerden, des Weiteren der Handel mit diesen und anderen dazu benötigten Erzeugnissen, der Erwerb und Vertrieb von Roh- und Hilfsstoffen, ferner der Erwerb und die Anpachtung von Produktionsmitteln, Vertriebsausstatttung und Forderungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Florian Overbeck
seit 27.3.2025
Prokura
Sören Affeld
seit 15.9.2020
Geschäftsführer
Lars Hengstermann
seit 14.7.2020
Prokura
Anja Grömping
seit 14.7.2020
Prokura
Ludger Pott
seit 14.7.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (2)

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
H.-G. Hengstermann GmbH
Germany
1.975.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Stender GmbH

Schermbeck

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2022 bis zum 30.09.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

Die Stender GmbH ist Teil der mittelständischen Unternehmensgruppe der H.-G. Hengstermann GmbH. Sie produziert an zwei eigenen Fertigungsstandorten in Deutschland Substrate für den Erwerbsgartenbau sowie hochwertige Hobbyerden für den Fachhandel.

Neben der Herstellung und Vermarktung des eigenen Sortiments ist die Stender GmbH auch Produzent von Blumenerden für weitere Konzerngesellschaften. Die Rohstoffversorgung erfolgt dabei zu einem erheblichen Teil konzernintern durch die von der H.-G. Hengstermann ab dem 01.10.2022 gepachteten Betriebstätten der ehemaligen Euflor Humuswerk GmbH, die auf eigenen Feldern in Norddeutschland Torfabbau betreibt. 

In der Unternehmensgruppe kommt dem Management und der Organisation der Stender GmbH eine zentrale Bedeutung zu. Alle operativen Gruppengesellschaften sind tief in die Verwaltungs- und Logistikstrukturen der Stender GmbH integriert. Die Stender GmbH stellt dabei für alle Gruppengesellschaften umfassende zentrale Serviceleistungen bereit.

II. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Berichtsjahr war weiterhin von den Auswirkungen der Ukraine-Krise geprägt. Die deutsche Wirtschaft wurde durch die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine besonders stark getroffen. Im ersten Halbjahr 2023 ließen sinkende Energiepreise die Inflation stärker zurückgehen als erwartet. Dennoch lag sie aufgrund gestiegener Erzeugerkosten und höherer Löhne im Dienstleistungssektor weiterhin auf hohem Niveau: Laut der Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsinstitute in Deutschland wird die Inflationsrate im Jahr 2023 im Jahresdurchschnitt rund 6,1 Prozent betragen.

Die Institute gehen für 2023 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von bis zu 0,6 Prozent aus. "Damit revidiert die Bundesregierung ihre Frühjahrsprojektion insgesamt deutlich nach unten; damals ging sie von +0,4% im Jahr 2023 und +1,6% im Jahr 2024 aus." Hinzu kommt die Schwäche der Weltwirtschaft, Chinas und damit auch der deutschen Exporte. Deutschlands Geschäftsmodell als exportorientiertes Land, mit günstiger Energie aus Russland und starken Absatzmärkten in China steht infrage.

Für die Verbraucher stand die Sorge um die Entwicklungen in der Ukraine und in Israel sowie die Rohstoff- und Energiepreisentwicklung, ausgelöst durch diesen Konflikt, weiterhin im Fokus. Gleichzeitig erlebte die Reise- und Tourismusbranche einen Boom. In den letzten Jahren stand der Markt für Reisen & Tourismus aufgrund der COVID-19-Pandemie unter großem Druck. Auslandsreisen waren wegen Lockdowns, Einschränkungen und Gesundheitsrisiken nicht mehr möglich. Seit der Neueröffnung der Märkte holen Verbraucher ausgefallene Reisen nach - in der Branche ist dieses Phänomen als "Revenge Travel" bekannt geworden.

Nach Angaben des IVG ist der Gesamtmarkt für Blumen und Zierpflanzen im Jahr 2023 noch einmal um ca. 4% auf rund 8,6 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen) zurückgegangen. Die aufgrund der Kostensteigerungen erheblich angehobenen Verkaufspreise führten zu einem Mengenrückgang in der Gartenbau- und Substratbranche. Der Kostendruck auf die fertigenden Unternehmen war unverändert hoch, gleichwohl stabilisierten sich die Kosten in vielen Bereichen auf hohem Niveau, so dass die Situation von höherer Planungssicherheit geprägt war. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Gartenpflanzen sind auf unter 49 Euro gesunken.

III. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. Umsatzentwicklung

Unser Geschäftsverlauf ist stark saisonal geprägt mit einem deutlichen Umsatzschwerpunkt im Frühjahr. Das Geschäft der Stender GmbH erlitt im Berichtsjahr deutliche, marktbedingte Mengenverluste. Hauptursachen sind die Reduzierung der Produktionsmengen durch den Erwerbsgartenbau aufgrund der Nachfrageunsicherheit, ungünstige Wetterbedingungen im Frühjahr, hohe Filialbestände im Handel aus dem Vorjahr, stark gestiegene Konsumentenpreise und eine geringere Nachfrage aufgrund erhöhter Reisetätigkeit der Endverbraucher. Die Umsatzerlöse sanken in der Folge um 7,3% auf 31.128T€. Die regionale Umsatzverteilung stellt sich dabei wie folgt dar:

Region: 2022/23 2021/22
Inland 59,8% 61,7%
EU 14,4% 16,3%
Drittländer 25,8% 22,0%

Hauptabsatzbereich der Stender GmbH ist weiterhin der Erwerbsgartenbau. Umsatzzugewinne im Bereich Export konnten die Verluste in Deutschland teilweise kompensieren. Der Handel mit Hobbyerden verlor aus genannten Gründen besonders stark. Die Dienstleistungen bilden im Wesentlichen die Shared Services für die Unternehmensgruppe ab:

Absatzbereich: 2022/23 2021/22
Profi (Erwerbsgartenbau) 75,5% 71,4%
Hobby (Handel) 20,4% 22,2%
Dienstleistungen 4,1% 5,6%

2. Darstellung der Lage

a. Ertragslage

Das geschäftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2022/2023 im Wesentlichen sehr herausfordernd. Die verhaltene Konsumentennachfrage in Deutschland und Westeuropa führte zu Einbußen bei den Umsatzerlösen. Der Rohertrag stellt sich positiv dar, bedingt durch eine gute Torfernte, die trotz widriger Wetterumstände erreicht werden konnte.

Zudem wurden im Overhead des Vertriebs, der Produktion und der Verwaltung Kosteneinsparungen erzielt, die sich positiv auf das Ergebnis auswirkten.

Mit -133 T€ wurde ein leicht negatives, aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessertes, operatives Betriebsergebnis erwirtschaftet. Darüber hinaus wurden nochmals außerordentliche Aufwendungen zur Vorbereitung der Produktionsoptimierung i. H. v. weiteren 83 T€ sowie 96 T€ für in diesem Zusammenhang anfallende Kosten für Rückbauverpflichtungen zurückgestellt. Das geplante Ergebnis konnte insgesamt übertroffen werden, sodass die Gesellschaft das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis vor Verlustausgleich von -244 T€ abschließt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge bestehen im Wesentlichen aus erhaltenen Schadenersatzleistungen sowie verrechneten Sachbezügen.

Das Zinsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verschlechtert. In den Einzelsalden der Zinserträge und Zinsaufwendungen drücken sich die intensiven Konzernverflechtungen aus.

Aufgrund des bestehenden Gewinnabführungsvertrages wurde der Jahresfehlbetrag vollständig von der H.-G. Hengstermann GmbH, Schermbeck, ausgeglichen.

b. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme sank im Berichtsjahr um 14 % auf 11.636 T€. Ursächlich dafür ist hauptsächlich die mit der Verschmelzung Euflor Humuswerke GmbH auf die H.-G. Hengstermann GmbH einhergehende Saldierungspflicht von Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Gegenteilig wirken sich die zum 01.10.2022 übernommenen Vorratsbestände der Euflor Humuswerk GmbH aus, deren operatives Geschäft per 01.10.2022 im Rahmen eines Betriebspachtvertrages von der Stender GmbH übernommen wurde. Das Eigenkapital wurde durch Zuführung einer weiteren Kapitalrücklage in Höhe von 500 T€ auf nunmehr 4.173 T€ aufgestockt. Die Eigenkapitalquote stieg infolge der Bilanzverkürzung von 27,2% auf 35,9%. Der einfache Cashflow aus dem um außerordentliche Effekte (179T€) bereinigten Jahresergebnis plus Abschreibungen steigt auf 534 T€ (Vorjahr: 504 T€). 

Beim Anlagevermögen standen den Abschreibungen in Höhe von 547 T€ strategiegeschuldete Ersatz- bzw. Modernisierungsinvestitionen in Höhe von 735 T€ gegenüber. Die Investitionen wurden vor allem in EDV-Hardware, in den Fuhrpark sowie in Anzahlungen auf das neue ERP-System getätigt.

Im Working Capital sind die Veränderungen zum Vorjahr situations- und strategiebedingt. Die unverändert hohen Kosten am Beschaffungsmarkt haben Auswirkungen auf die Inanspruchnahme interner und externer Kreditlinien. Die Lagerbestände sind aufgrund der Übernahme der Warenbestände aus der Euflor Humuswerk GmbH in der Menge erhöht. Angekündigte Erhöhungen der Stender Verkaufspreise im neuen Geschäftsjahr lösten eine gesteigerte Nachfrage im auslaufenden Geschäftsjahr zu alten Konditionen aus. Dies hatte zur Folge, dass Nachfrage und Produktion im letzten Geschäftsjahresmonat und den darauffolgenden Wochen erhöht waren. Dies in Summe begründet den hohen Lagerbestand sowie erhöhte Forderungen aus Lieferung und Leistung zum Bilanzstichtag. Am selektiven Einsatz des Factorings wurde festgehalten.

Die sonstigen Rückstellungen stiegen insbesondere durch strategiebedingte Rückstellungen für Personalaufwand und Rückbauverpflichtungen infolge einer zukünftigen Standortschließung an.

Die Gesellschaft ist weiterhin in der Lage, ihre fälligen finanziellen Verbindlichkeiten fristgerecht zu begleichen. Die Zahlungsfähigkeit ist durch zum 30. September 2023 nicht genutzte kurzfristige Kreditlinien in Höhe von 1.033 T€ gesichert.

Die Geschäftsführung beurteilt das abgelaufene Wirtschaftsjahr insgesamt als den Erwartungen entsprechend verlaufen.

3. Beschaffung, Produktion und Logistik

Die durch die Ukraine-Krise erschwerte Rohstoffbeschaffung stabilisierte sich im Geschäftsjahr 2022/23. Frachtkapazitäten waren besser verfügbar und Frachten normalisierten sich ab dem 2. Halbjahr. Im ernteabhängigen Beschaffungsmarkt für Torf herrschte durch die gebremste Nachfrage und eine durchschnittliche Ernte eine normale Versorgungssituation. Der Torfbedarf konnte durch die Beschaffung aus den bekannten Quellen im Baltikum und Skandinavien sowie durch die Versorgung aus den konzerneigenen, deutschen Torfernte-Standorten jederzeit gedeckt werden.

Die Übernahme der Erntetätigkeit der Euflor Humuswerk GmbH zum Beginn des Geschäftsjahres belastete wie erwartet die Kostenstruktur. Die sich im Auslauf befindliche Unternehmung deckte die nun in der Stender GmbH anfallenden Aufwendungen zur Torfernte nur unvollständig. Dies belastete das Ergebnis der Stender GmbH.

Marktabhängigkeiten nach Russland sind auf Absatz- sowie Beschaffungsseite kompensiert. Die im Vorjahr massiv gestörte Versorgung mit Düngemitteln konnte wiederhergestellt werden. Geringe Abverkäufe im Hobbymarkt (aufgrund enorm gestiegener Preise) sowie deutlich sinkende Absatzmengen im Substratbereich führten zu Herausforderungen beim Abbau von teils angelegten Sicherheitsbeständen.

In der Logistik entspannte sich die Verfügbarkeit von Frachtraum im mitteleuropäischen LKW-Verkehr leicht; gleichwohl herrschte vor allem bei Spezialfahrzeugen weiterhin beschaffungs- und absatzseitig begrenzte Kapazität. Der weltweite Containerverkehr des Exportgeschäfts lief wieder weitgehend ungestört und war gekennzeichnet von deutlich niedrigeren Frachtraten und ausreichend Verfügbarkeit und Planbarkeit von Seecontainern und Frachtraum. Die resultierenden Kostenvorteile wurden zu einem großen Teil an unsere Kunden weitergegeben.

Die Produktions- und Logistikkapazität zur Erfüllung der Aufträge war jederzeit gegeben.

IV. Prognosebericht

Nach den starken Reaktionen auf die direkten und indirekten Folgen der Ukraine-Krise erwarten wir in 2023/24 mit Ausnahme der unten genannten Aspekte eine weitere Stabilisierung der Märkte. Nach wie vor wenden die Verbraucher der Gestaltung ihres häuslichen Umfelds große Aufmerksamkeit zu. Allerdings bleiben wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen, die das allgemeine Konsumverhalten beeinflussen.

Angesichts der weltweiten, anhaltenden Krisen erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft erneut einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt werde auch im Jahr 2024 voraussichtlich um 0,5 Prozent zurückgehen. Zudem wird mit einer weiteren Stabilisierung der Kosten und einer Reduzierung der Inflationsrate auf maximal 3% gerechnet.

Die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland bleibt also nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Haushaltsstreits der Bundesregierung angespannt. Unternehmen sind bestrebt, Risiken zu vermeiden und die Kapitalbindung zu reduzieren. Die Themen Lieferfähigkeit und Verlässlichkeit haben durch die Krisenjahre zwar zunehmend Gewicht erhalten; gleichwohl bleibt der Preis in wirtschaftlich schwierigen Zeiten häufig wichtigstes Entscheidungskriterium.

Die Themen Nachhaltigkeit und verminderter Torfeinsatz gewinnen weiter an Bedeutung. Das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) hält unverändert an ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und der damit verbundenen Agenda des Torfausstiegs fest. Handelsunternehmen setzen sich aktiv Torfminderungsziele und fordern deren Einhaltung von Lieferanten. Der Anteil von torffreien und torfreduzierten Produkten wird kurzfristig weiter steigen. Die Marktaufmerksamkeit verschiebt sich sukzessive zu den Teilnehmern, die diese Themen glaubwürdig darstellen und umsetzen.

In der Folge wächst auch die Nachfrage nach alternativen Substratausgangsstoffen wie Kompost, Holzfaser und Rindenhumus. Es darf erwartet werden, dass die fehlende Verfügbarkeit an qualitativ hochwertigen Ausgangsstoffen der begrenzende Faktor zur Erreichung der ambitionierten Torfminderungs-Zielvorgaben der Bundesregierung werden wird.

Die internen und externen Anforderungen an die logistischen Prozesse steigen weiter und erfordern eine zunehmende Digitalisierung. Durch erhebliche, bereits veranlasste Investitionen in die IT wird diesen Anforderungen organisatorisch Rechnung getragen. Die erfolgreiche Einführung eines neuen, modernen Warenwirtschaftssystems bildet die Basis der zunehmenden Digitalisierung bei Stender.

Bestandteil des mittelfristigen Finanzierungskonzepts ist ebenfalls eine Standortschließung und -verlagerung und die damit verbundene Bereitstellung liquider Mittel durch externe Kapitalgeber. Im Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts ist das Konzept zwar final erarbeitet, die externe Finanzierung jedoch noch nicht abschließend umgesetzt. Die Geschäftsführung geht derzeit von einer erfolgreichen Umsetzung des Finanzierungskonzepts mit dem nach Ansicht der Geschäftsführung präferierten Investitionsszenario aus. Andernfalls bedarf es einer Anpassung der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft, die je nach gewähltem Szenario die weitere Entwicklung der Stender GmbH beeinflussen könnte. In diesem Fall wäre auch die finanzielle Unterstützung der Muttergesellschaft zur positiven Unternehmensentwicklung notwendig.

Die Übernahme der Abbautätigkeit für die Torfvorkommen der Euflor Humuswerk GmbH zu Beginn des Geschäftsjahres wird die Kostenstruktur der Stender GmbH auch weiterhin bis zu dem geplanten Torfausstieg belasten. Für das Geschäftsjahr 2023/2024 plant die Geschäftsleitung daher mit einer Verschlechterung des Ergebnisses von rd. 250 T€, gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/2023. 

Die geplanten Investitionen ermöglichen eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Gesellschaft und eröffnen die Chance zu einer nachhaltigen positiven Unternehmensentwicklung. Bei einer notwendigen Umsetzung alternativer Szenarien könnte sich eine zeitlich abweichende Unternehmensentwicklung ergeben. Mittelfristig erwartet die Geschäftsführung mit Hilfe des geplanten Strategiewandels sowie der Reduzierung der Ergebnisbelastung aus dem Torfabbau eine Erholung der Kostenstruktur sowie der Ergebnisse.

Bedingt durch den bestehenden Gewinnabführungsvertrag mit der H.-G. Hengstermann GmbH wird das geplante negative Jahresergebnis 2023/2024 vollständig mit der Muttergesellschaft verrechnet.

V. Wesentliche Chancen und Risiken

Die aktuelle Ukraine-Krise und der Krieg im Gaza sorgen weiterhin für Unsicherheiten in allen Bereichen. Unsere regionalen Absatzmärkte und -kanäle sind zwar immer weniger direkt betroffen. Gleichwohl können die inflationsbedingten Kaufkraftverluste der Verbraucher bremsend auf unseren Absatz wirken. Das hohe Niveau der Verkaufspreise kann besonders mengenstarke Kunden abschrecken und damit die Auslastung in den Werken beeinträchtigen.

Die Verfügbarkeit von Rohstoffen verbessert sich zwar zunehmend, und innovative Torfersatzstoffe erscheinen auf dem Markt und eröffnen neue Möglichkeiten. Durch Intensivierung der Forschung und Entwicklung im Bereich Torfersatzstoffe in den vergangenen Jahren sieht sich das Unternehmen in diesem Bereich gut aufgestellt. Die massiv gestiegene Nachfrage nach hochwertigen Torfersatzstoffen wird dennoch zu einem intensivierten Wettbewerb auf der Beschaffungsseite führen. Der bereits seit einigen Jahren zu beobachtende Trend der vertikalen Konsolidierung - sei es durch Firmenzusammenschlüsse oder strategische Partnerschaften - wird anhalten. Substratunternehmen versuchen so, das Risiko von Versorgungsengpässen zu vermeiden und die Qualität der Rohstoffe sicherzustellen.

Auf Grund der gesellschaftlichen Diskussion um mehr Nachhaltigkeit wird die Kundenforderung nach torffreien Produkten immer eindringlicher. Die Stender GmbH forciert deshalb weiterhin ihre Produktentwicklung mit dem Ziel, alle Produkte des Retailgeschäftes bis 2025 torffrei zu gestalten. Im Profi-Bereich wird die Torffreiheit bis zum Jahr 2028 angestrebt. Dieser branchenweite Umbruch birgt zwar Umstellungsrisiken, ist aber glei-chermaßen eine große Vermarktungschance.

Der innereuropäische Frachtenmarkt hat sich zwar im vergangenen Geschäftsjahr etwas stabilisiert. Der anhaltende Fahrermangel sowie die zum 1.12.2023 eingeführte, von den CO2-Emissionen der LKW abhängige Mautkomponente setzen die Speditionen weiter unter Druck. Stender rechnet mit deutlich steigenden LKW-Ausgangsfrachten, die zum Teil durch innerbetriebliche Optimierungen kompensiert werden können. Vor allem beim Einsatz von Spezialfahrzeugen sieht sich das Unternehmen mit Engpässen konfrontiert, die aufgrund von standortbedingten Anforderungen der Kunden zu Umsatzeinbußen führen könnten.

Dem Wachstum in den internationalen Wachstumsmärkten begegnet das Unternehmen unter anderem mit der Ausweitung der Zusammenarbeit mit weiteren, regionalspezifischen Warenkreditversicherern, so dass Risiken aus dem internationalen Handel minimiert und dieses Standbein weiter ausgebaut werden kann. Größtes Wachstumspotenzial resultiert aus den Substratausschreibungen für die ambitionierten Erschließungsprojekte in Saudi-Arabien.

Weiterhin besteht in unseren Märkten eine Tendenz hin zu größeren Marktteilnehmern mit entsprechender Nachfragebündelung. Diese suchen beständige und leistungsfähige Lieferanten. Die Stender GmbH wird dabei auf Grund ihrer Expertise, der Marktpräsenz und ihren Produktionsmöglichkeiten als relevanter und etablierter Anbieter insbesondere im Erwerbsgartenbau wahrgenommen. In dieser Marktpositionierung liegen weiterhin unsere Marktchancen.

Das Wetter stellt branchentypisch absatz- und beschaffungsseitig einen Risikofaktor dar. Durch regionale Streuung, variable Gestaltung von Wertschöpfungsketten, Vermeidung von Klumpenrisiken und risikoorientiertem Bevorratungsmanagement kritischer Güter wird dem aktiv entgegengewirkt.

Hohe Wettbewerbsintensität, technischer Fortschritt und anhaltender Kostendruck erfordern eine Modernisierung unserer Fertigungsanlagen sowie eine zunehmende Automatisierung und Digitalisierung unserer Prozesse. Durch das Outsourcen der Produktion von Hobby-Produkten mit einhergehender Sortimentsstraffung, durch die Verlagerung der Fertigung von Exportprodukten in das Baltikum und durch die Konzentrierung der Produktion neuer, torfreduzierter Profi-Substrate an einem modernisierten Standort in Schermbeck stellt sich das Unternehmen diesen Kernherausforderungen. Jede dieser Maßnahmen für sich birgt Chancen und Risiken, die die Organisation sowie die Gruppe inhaltlich aber auch wirtschaftlich langfristig beeinflussen werden und die durch das Management eng gesteuert werden müssen.

VI. Bestehende Zweigniederlassungen

Neben dem Stammwerk in Schermbeck, das zugleich Haupt- und Verwaltungssitz der Stender GmbH ist, besteht noch eine Zweigniederlassung in Papenburg mit einer eigenen Hafenanbindung.

Schermbeck, 23. Januar 2024

gez. Sören Affeld

Bilanz

A K T I V A

30.9.2023 
EUR
30.9.2022 
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 2.841.247,73 2.691.597,67
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 955.546,15 678.999,95
II. Sachanlagen 1.885.701,58 2.012.597,72
1. Technische Anlagen und Maschinen 508.170,85 785.073,85
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 687.771,00 924.956,50
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 689.759,73 302.567,37
B. UMLAUFVERMÖGEN 8.730.815,94 10.772.772,49
I. Vorräte 3.370.619,81 2.450.020,03
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.356.552,36 8.319.563,67
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.270.302,47 1.786.209,54
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.796.772,15 6.065.390,36
3. Sonstige Vermögensgegenstände 289.477,74 467.963,77
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 3.643,77 3.188,79
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 63.790,00 62.663,00
11.635.853,67 13.527.033,16

P A S S I V A

30.9.2023 
EUR
30.9.2022 
EUR
A. EIGENKAPITAL 4.172.500,00 3.672.500,00
I. Gezeichnetes Kapital 1.975.000,00 1.975.000,00
II. Kapitalrücklage 2.000.000,00 1.500.000,00
III. Gewinnrücklagen 197.500,00 197.500,00
B. RÜCKSTELLUNGEN 2.001.768,00 1.948.970,00
C. VERBINDLICHKEITEN 5.461.585,67 7.905.563,16
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.902.042,15 2.417.035,05
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.378.401,99 1.513.417,33
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.936.372,28 3.564.069,58
4. Sonstige Verbindlichkeiten 244.769,25 411.041,20
- davon aus Steuern: EUR 54.898,16 (Vorjahr: EUR 72.179,90)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 16.352,93 (Vorjahr: EUR 18.027,41)
11.635.853,67 13.527.033,16

Gewinn- und Verlustrechnung

2022/23 
EUR
2021/22 
EUR
1. Rohergebnis 16.752.982,45 15.509.175,53
2. Personalaufwand -6.591.404,74 -5.835.560,54
a) Löhne und Gehälter -5.507.291,31 -5.058.443,30
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.084.113,43 -777.117,24
- davon für Altersversorgung: EUR 1.839,21 (Vorjahr: EUR 1.403,01)
3. Abschreibungen -546.979,34 -535.769,14
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -546.979,34 -535.769,14
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -9.747.743,31 -9.624.924,88
5. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 201.570,69 103.405,49
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 200.631,17 (Vorjahr: EUR 102.265,35)
- davon aus der Abzinsung: EUR 23,00 (Vorjahr: EUR 210,00)
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -273.840,78 -188.508,41
- davon an verbundenen Unternehmen: EUR 131.407,21 (Vorjahr: EUR 82.564,35)
7. Ergebnis nach Steuern -205.415,03 -572.181,95
8. Sonstige Steuern -38.675,51 -38.688,85
9. Erträge aus Verlustübernahme aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages 244.090,54 610.870,80
10. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang

I. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Berichtsfirma dieses Jahresabschlusses ist die Stender GmbH mit Sitz in Schermbeck. Die Gesellschaft wird im Handelsregister am Amtsgericht Duisburg unter der Handelsregisternummer HRB 32303 geführt.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften i.S.v. § 267 Abs. 2 HGB.

Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.

Das Berichtsjahr umfasst als Geschäftsjahr den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023.

Die Ausweis- und Gliederungsvorschriften wurden entsprechend den gesetzlichen Vorschriften befolgt.

Die Gliederung der Bilanz entspricht dem Gliederungsschema nach § 266 HGB.

Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB.

Mit der Alleingesellschafterin H.-G. Hengstermann GmbH, Schermbeck, besteht mit Wirkung seit 16. Dezember 2002 ein Ergebnisabführungsvertrag.

Mit Wirkung zum 01. Oktober 2022 hat die H.-G. Hengstermann GmbH das operative Geschäft der ehemaligen Euflor Humuswerk GmbH an die Stender GmbH verpachtet. Zum gleichen Stichtag ist die Euflor Humuswerk GmbH mit der H.-G. Hengstermann GmbH verschmolzen worden. Hierbei sind die Mitarbeiter der ehemaligen Euflor Humuswerke GmbH an die Stender GmbH übergegangen. Die Auswirkungen der Betriebspachtung zeigen sich innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung insbesondere im Bereich des Personalaufwandes sowie im sonstigen betrieblichen Aufwand aufgrund der zu leistenden Pachtaufwendungen. Innerhalb der Bilanz wirkt sich die Betriebspachtung in Form eines höheren Bestandes an unfertigen Erzeugnissen aus.

Das Vermögen sowie die Schulden der ehemaligen Euflor Humuswerke GmbH verbleibt nach der Verschmelzung in der H.-G. Hengstermann GmbH.

II. ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

1. Anlagevermögen

a) Immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten bewertet und entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ab dem Monat der Anschaffung linear abgeschrieben.

b) Sachanlagen

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens wurden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erfasst und entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Im Geschäftsjahr zugegangene geringwertige bewegliche Anlagegegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 800,00 € (netto) werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

2. Vorräte

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Handelswaren erfolgte zu Anschaffungskosten. Falls der zum Abschlussstichtag beizulegende Wert niedriger als die Anschaffungskosten war, wurde der am Abschlussstichtag beizulegende Wert angesetzt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen berücksichtigt werden. Fremdkapitalzinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände wurden mit dem Nominalwert angesetzt.

Allen erkennbaren Einzelrisiken wurde durch Einzelwertberichtigungen angemessen Rechnung getragen. Bei den restlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde das allgemeine Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung berücksichtigt.

4. Liquide Mittel, Rechnungsabgrenzungsposten und Eigenkapital

Die liquiden Mittel, die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten und die Positionen des Eigenkapitals wurden zum Nominalwert bilanziert.

5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Sie wurden so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung tragen. Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und Entwicklung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen (Anlagespiegel gemäß § 284 Abs. 3 HGB) wird am Ende des Anhangs dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Gesellschaft hat im Jahr 2011 einen Factoring-Vertrag abgeschlossen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Erfüllung des Kaufvertrags an den Factor abgetreten. Es erfolgt eine Übernahme des Delkredererisikos durch den Factor. Zum 30. September 2023 waren aufgrund des Factoring-Vertrages Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. insgesamt 778.398,56 € (Vorjahr: 1.023 T€) verkauft und aus der Bilanz der Gesellschaft ausgebucht. In den sonstigen Vermögensgegenständen sind 169.426,72 € (Vorjahr: 316 T€) enthalten, die im Zusammenhang mit dem Factoring-Vertrag stehen und unter anderem Sperrkonten für nicht bevorschusste Beträge betreffen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen richten sich wie im Vorjahr vollständig gegen die Alleingesellschafterin H.-G. Hengstermann GmbH. Der Rückgang der Forderung gegen die Alleingesellschafterin ist auf die Verschmelzung der ehemaligen Euflor Humuswerk GmbH auf die H.-G. Hengstermann GmbH sowie die damit einhergehende Saldierungspflicht von Forderungen und Verbindlichkeiten zurückzuführen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen wie im Vorjahr in voller Höhe aus sonstigen Vermögensgegenständen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 44 T€ (Vorjahr: 46 T€). Alle sonstigen For-derungen haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

3. Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt 1.975.000,00 € und ist eingeteilt in 1.975.000 Geschäftsanteile im Nennwert von je 1,00 €. Es wird zu 100 % von der H.-G. Hengstermann GmbH gehalten.

Durch Gesellschafterbeschluss vom 31. August 2023 wurde der Gesellschaft durch ihre Gesellschafterin eine Kapitalrücklage i. H. v. 500.000,00 € zugeführt.

4. sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Personalkosten einschließlich Berufsgenossenschafts- und Insolvenzausgleichslastbeiträgen sowie Versicherungen und Schadenersatz (848 T€), für Standortkonsolidierung (759 T€), für Ablöseverpflichtungen gegenüber Handelsvertretern (252 T€), für Rabatte und ausstehende Gutschriften (104 T€) und für Abschluss- und Prüfungskosten (38 T€).

5. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:

davon mit einer Restlaufzeit
T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.902 1.347 455 100
2.417 1.732 485 200
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.378 1.378 0 0
1.513 1.513 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.936 1.936 0 0
3.564 3.564 0 0
sonstige Verbindlichkeiten 245 181 64 0
411 279 132 0
Summe 5.461 4.842 519 100
Vorjahr 411 279 617 200

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch gewährte Grundpfandrechte der Muttergesellschaft H.-G. Hengstermann GmbH gesichert.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen übliche Eigentumsvorbehalte aus der Lieferung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Waren.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen wie im Vorjahr in voller Höhe aus sonstigen Verbindlichkeiten. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist auf die durch die Verschmelzung der ehemaligen Euflor Humuswerk GmbH auf die H.-G. Hengstermann GmbH einhergehende Saldierungspflicht von Forderungen und Verbindlichkeiten zurückzuführen.

6. Haftungsverhältnisse

Die Stender GmbH, die Euflor GmbH für Gartenbedarf, die Gartenhilfe Gesellschaft m.b.H, Linz/Österreich, und die H.-G. Hengstermann GmbH haften für alle Ansprüche der Factorbank (siehe Abschnitt III.2.) als Gesamtschuldner.

Aufgrund der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der derzeit angenommenen voraussichtlichen wirtschaftlichen Entwicklung der entsprechenden Unternehmen gehen wir derzeit nicht von einer Inanspruchnahme aus den oben genannten Haftungsverhältnissen aus.

7. sonstige finanzielle Verpflichtungen

Art und Zweck von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften (§ 285 Nr. 3 HGB):

Der Nutzung eines Teils des Anlagevermögens liegen Operating-Leasingverträge zu Grunde, die eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren haben. Die Leasinggeschäfte dienen der Schonung der Betriebsmittelkreditlinien.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind (§ 285 Nr. 3a HGB):

Die Gesellschaft hat sonstige finanzielle Verpflichtungen im Rahmen von Leasing-, Miet- und Pachtverträgen zur Nutzung von Betriebsmitteln und Produktionsstätten. Die zukünftigen Verpflichtungen aus längerfristigen Verträgen betragen (Nominalwerte):

30.09.2023
Fälligkeit: T€
- innerhalb eines Jahres 1.043
- zwischen einem und fünf Jahren 2.622
- nach mehr als fünf Jahren 0
3.665

Davon bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 2.700 T€.

IV. SONSTIGE ANGABEN

1. Arbeitnehmer

Die Gesellschaft beschäftigte durchschnittlich die folgende Anzahl von Arbeitnehmern:

2022/2023 2021/2022
gewerbliche Arbeitnehmer 47 31
Angestellte 53 52
Summe 100 83

2. Geschäftsführung

Zum alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer der Gesellschaft ist im Geschäftsjahr 2022/2023 Herr Sören Affeld, Kaufmann, Mettmann, bestellt. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 7. Juni 2021.

Auf die Angabe der Bezüge der Geschäftsführung nach § 285 Nr. 9a HGB wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

3. Konzernverhältnisse

Die Stender GmbH, Schermbeck, wird in den freiwilligen Konzernabschluss der H.-G. Hengstermann GmbH, Schermbeck, einbezogen.

Schermbeck, den 21. Feburar 2024

gez. Sören Affeld
Geschäftsführer
ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
1. Okt. 2022 Zugänge Abgänge 30. Sep. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 659.714,77 0,00 0,00 659.714,77
Geleistete Anzahlungen 616.351,95 294.850,20 0,00 911.202,15
1.276.066,72 294.850,20 0,00 1.570.916,92
II. SACHANLAGEN
1. Technische Anlagen und Maschinen 4.974.531,31 0,00 0,00 4.974.531,31
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.941.012,29 53.317,00 43.571,43 2.950.757,86
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 302.567,37 387.192,36 0,00 689.759,73
8.218.110,97 440.509,36 43.571,43 8.615.048,90
9.494.177,69 735.359,56 43.571,43 10.185.965,82
KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1. Okt. 2022 Zugänge Abgänge 30. Sep. 2023
EUR EUR EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 597.066,77 18.304,00 0,00 615.370,77
Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
597.066,77 18.304,00 0,00 615.370,77
II. SACHANLAGEN
1. Technische Anlagen und Maschinen 4.189.457,46 276.903,00 0,00 4.466.360,46
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.016.055,79 251.772,34 4.841,27 2.262.986,86
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
6.205.513,25 528.675,34 4.841,27 6.729.347,32
6.802.580,02 546.979,34 4.841,27 7.344.718,09
NETTOBUCHWERTE
30. Sep. 2023 30. Sep. 2022
EUR EUR
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 44.344,00 62.648,00
Geleistete Anzahlungen 911.202,15 616.351,95
955.546,15 678.999,95
II. SACHANLAGEN
1. Technische Anlagen und Maschinen 508.170,85 785.073,85
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 687.771,00 924.956,50
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 689.759,73 302.567,37
1.885.701,58 2.012.597,72
2.841.247,73 2.691.597,67

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 15.03.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

In dem vorstehenden zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang) wurden die größenabhängigen Erleichterungen nach § 327 HGB zutreffend in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Stender GmbH, Schermbeck

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Stender GmbH, Schermbeck, - bestehend aus der Bilanz zum 30. September 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Stender GmbH, Schermbeck, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30. September 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Die Website des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) enthält unter https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/bestaetigungsvermerk/hgb-ja-non-pie eine weitergehende Beschreibung der Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Diese Beschreibung ist Bestandteil unseres Bestätigungsvermerks.

 

Dortmund, 4. März 2024


Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Patrick Andexer Wirtschaftsprüfer gez. Jessica Eggert Wirtschaftsprüferin

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3 nahegelegene Organisationen

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