ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Kölner Landstraße 33, 40591 Düsseldorf, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Düsseldorf HRB 60360
Vorher
ProTec Verwaltungs-AGProTect Verwaltungs-AGProTect Versicherung AG
Eingetragen
2.2.2009
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernTätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Der Betrieb der Schaden- und Unfallversicherung sowie der nicht substitutiven Krankenversicherung, der Mitund Rückversicherung sowie die Vermittlung von Versicherungsverträgen auch in Zweigen, die es nicht selbst betreibt.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Stephan Reinarz
seit 15.10.2025
Vorstandsmitglied
Florian Knackstedt
seit 2.6.2025
Vorstandsmitglied
Christian Dr. Brandt
seit 21.10.2024
Vorstandsmitglied
Kristof Reich
seit 16.9.2024
Prokura
Torsten Sandkühler
seit 21.2.2024
Prokura
Hans-Joachim Pletsch
seit 14.6.2023
Prokura
Norbert Kalb
seit 14.11.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Provinzial Rheinland Versicherung AG
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Provinzial Rheinland Versicherung AG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Düsseldorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Geschäftsbericht 2023

Lagebericht des Vorstands

Grundlagen der Gesellschaft

Geschäftsmodell

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ist ein Spezialanbieter von produktakzessorischen Versicherungslösungen, insbesondere für Finanzierungs- und Zahlungsabsicherungen.

Dank der innovativen und maßgeschneiderten Deckungskonzepte, die sich speziell an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden von Kreditinstituten, dem Handel und der Konsumgüterindustrie ausrichten, konnte sich die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft in nur kurzer Zeit als ein bedeutender Anbieter von Konzepten zur Arbeitseinkommensabsicherung auf dem deutschen Markt etablieren. So konnte sie seit ihrer Gründung im Jahr 2009 ihren Versichertenbestand beständig und nachhaltig ausbauen.

Zu ihrem Produktangebot gehören u. a. Garantieversicherungen für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik, Reparaturkosten- und Gap-Versicherungen für Kraftfahrzeuge, Restkredit- und Zahlungsausfallversicherungen zur Absicherung von Finanzierungen und sonstigen regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen sowie die private Arbeitslosigkeitsversicherung.

Wir stehen damit nicht nur für zukunftsweisende Produktlösungen, sondern auch für ein Versicherungsunternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung bewusst ist und für das Kundennähe, Nachhaltigkeit und Diversität untrennbar miteinander verbunden sind.

Auf Seite 19 dieses Geschäftsberichts befinden sich die Angaben zu unseren einzelnen Versicherungszweigen und -arten.

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ist als Tochtergesellschaft der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft in den Provinzial Konzern eingebunden und damit ebenso Teil der Sparkassen-Finanzgruppe, die mit 353 Sparkassen in Deutschland und einem dichten Netz von über 11.000 Geschäftsstellen selbst in kleinen Gemeinden vertreten ist.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die deutsche Wirtschaft konnte im Jahr 2023 den Erholungskurs nach der Corona-Pandemie nicht fortsetzen. Eine weiterhin hohe, wenn auch unter dem Vorjahresniveau liegende Inflationsrate, die Auswirkungen der strafferen Geldpolitik sowie die geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland belasteten die wirtschaftliche Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt sank preisbereinigt um 0,3 Prozent.

Der Arbeitsmarkt verlor aufgrund der konjunkturellen Schwäche an Dynamik, erwies sich jedoch als robust. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm weiter zu. Höhere Tarifabschlüsse führten zu einem Anstieg der nominell verfügbaren Einkommen. Dennoch bedingten hohe Verbraucherpreise und die wirtschaftliche Unsicherheit einen Rückgang des privaten Konsums. Gleichzeitig war der staatliche Konsum deutlich rückläufig, nachdem dieser aufgrund staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen in den vergangenen Jahren massiv angestiegen war. Die Bauinvestitionen sanken aufgrund hoher Kredit- und Baukosten kräftig. Insbesondere im Wohnungsbau führte die Zinswende zu Stornierungen und ausbleibenden Neuaufträgen. Auch die Industrie konnte keine Wachstumsimpulse liefern, zumal sich die globale Nachfrage nach Investitionsgütern reduzierte. Vor allem energieintensive Wirtschaftszweige wie die Chemie- oder Metallindustrie litten weiterhin unter den Folgen der Energiekrise.

Zur Situation am Finanzmarkt

Im Jahr 2023 setzten die Notenbanken ihren geldpolitischen Straffungskurs aus dem Vorjahr zunächst fort und erhöhten die Leitzinsen mehrfach. Aufgrund des mittlerweile erreichten Zinsniveaus sowie des Rückgangs der Inflation verzichteten sie dann aber auf weitere Zinsschritte. So entschied die US-Notenbank im Sommer 2023 sowie die EZB im Oktober 2023, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Außerdem reduzierte die EZB im Laufe des Jahres den Bestand der in den Anleihekaufprogrammen erworbenen Vermögenstitel langsam. Infolgedessen stiegen die Kapitalmarktzinsen bis zum Herbst deutlich an, sanken dann aber unter das Niveau zu Jahresbeginn. So belief sich die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen zum Ende des Geschäftsjahres auf 2,02 (2,57) Prozent.

Insgesamt entwickelten sich die Aktienmärkte positiv. Zwar war im Herbst ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Seit November haben die Aktienmärkte aber diese Verluste wieder aufgeholt. Der DAX erreichte im Dezember sogar mit 16.794 Punkten einen historischen Höchststand und notierte zum Jahresende knapp darunter bei 16.752 (13.924) Punkten. Der EURO STOXX 50 schloss bei 4.522 (3.794) Punkten.

Zur Situation am Versicherungsmarkt

Nach Hochrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verzeichnete die Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2023 ein Beitragsplus von rund 6,8 Prozent auf ca. 84,5 Mrd. Euro. In der privaten Sachversicherung wuchsen die gebuchten Beiträge aufgrund von inflationsbedingten Summen- und Beitragsanpassungen um 13,5 Prozent. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung erhöhten sich die Beiträge sogar um 16,5 Prozent. Der Anstieg in der nicht-privaten Sachversicherung betrug insgesamt 12,0 Prozent. Neben den inflationsbedingten Anpassungen der Versicherungssummen wirkten sich die weiterhin steigende Nachfrage nach Elementardeckungen sowie die Absicherung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien positiv aus.

In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung nahmen die Beiträge aufgrund steigender Lohn- und Umsatzsummen sowie der Beitragsanpassungsmöglichkeit zum 1. Juli 2023 um 3,0 Prozent zu. In der Kraftfahrtversicherung erhöhten sich die gebuchten Beiträge um 4,8 Prozent. Die Beiträge in der Unfallversicherung stagnierten, weil sich der Bestandsabrieb auch im Jahr 2023 fortsetzte.

Inflationsbedingt wuchs der Schadenaufwand im Jahr 2023 mit hoher Dynamik. In der privaten Sachversicherung, insbesondere in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, verbesserte sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) dennoch gegenüber dem von mehreren Sturmereignissen geprägten Vorjahr. In der nicht-privaten Sachversicherung erhöhte sie sich dagegen. In der Kraftfahrtversicherung führten der starke Anstieg der Preise für Ersatzteile sowie Engpässe in Werkstätten und bei Mietwagen zu einem erheblichen versicherungstechnischen Verlust. Die Allgemeine Haftpflicht- und insbesondere die Allgemeine Unfallversicherung verzeichneten dagegen weiterhin eine gute Ertragslage.

Insgesamt verschlechterte sich die branchenweite Combined Ratio auf 99 (94,6) Prozent.

Geschäftsverlauf der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft konnte sich den zuvor beschriebenen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2023 nicht entziehen und den allgemeinen Branchentrends nicht folgen. Die nach wie vor bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten der Verbraucher, die inflationsbedingt gestiegenen Bau- und Lebenshaltungskosten und damit einhergehende Leitzinserhöhungen der Notenbanken sowie Rezessionstendenzen und nur geringfügig gesunkene Immobilienpreise führten zu teils kräftigen Rückgängen in der Neukreditvergabe unserer Kooperationspartner. Der abgeschlossene Kreditvertrag wiederum ist Grundlage unseres Neugeschäfts. Die geringere Neukreditvergabe intensivierte den Beitragsrückgang des Vorjahres daher deutlich. Wie erwartet gingen die gebuchten Bruttobeiträge im selbstabgeschlossenen Geschäft von 187,7 Mio. Euro um 40,1 Prozent auf 112,4 Mio. Euro zurück.

Neben der Inflations- und Zinsentwicklung im gesamtwirtschaftlichen Kontext waren aber auch unternehmensspezifische Besonderheiten für die Geschäftsentwicklung kennzeichnend. Tarifsenkungen von nahezu 30 Prozent beim Produkt "KreditSchutz" mit Wirkung ab dem 1. Januar 2023 wie auch die Beendigung einer wesentlichen Vertriebspartnerschaft hatten eine spürbare Auswirkung auf die Beitragseinnahmen. Verstärkt wird der Beitragsrückgang darüber hinaus durch generelle geschäftsmodelltypische Besonderheiten der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft in der Ausprägung eines hohen Anteils an Einmalbeitragsgeschäft. Im Vergleich zu einer laufenden Beitragszahlung ist ein hohes Einmalbeitragsgeschäft durch eine erhebliche Anfälligkeit vom Verlauf des Trägergeschäftes gekennzeichnet.

Zu dieser Entwicklung haben sowohl unsere Krankenversicherung wie auch die Sonstigen Versicherungen beigetragen. In der Krankenversicherung bündeln wir Produkte zur Absicherung der Risiken einer Arbeitsunfähigkeit und dauerhafter Einschränkung der Erwerbstätigkeit. Mit einem Beitragsanteil von 74,8 Prozent ist dieser Versicherungszweig dominierend. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 39,9 Prozent. Ein Beitragsrückgang um 43,7 Prozent stellte sich in den Sonstigen Versicherungen ein, in denen vor allem Produkte zur Risikoabsicherung einer Arbeitslosigkeit zusammengefasst werden. Mit einem Anteil von 21,6 Prozent haben diese Produkte aber nur einen deutlich geringeren Anteil als die Krankenversicherung.

Rückläufig entwickelten sich auch die Technischen Versicherungen mit einem Beitragsrückgang von 25,0 Prozent. Unsere Kredit- und Kautionsversicherung konnte jedoch mit einem Beitragszuwachs von 8,7 Prozent zulegen. Der Beitragsanteil beider Sparten am Gesamtbestand bleibt mit 2,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent jedoch weiterhin gering, konnte aber erfreulicherweise im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut werden.

Die Beitragsentwicklungen spiegeln sich naturgemäß auch in unseren wesentlichen Produkten wider. Bei der Absicherung von Baufinanzierungen (BaufiSchutz) gingen die Beiträge mit 33,9 Prozent weniger stark zurück wie diejenigen zur Versicherung von Ratenkrediten (KreditSchutz), bei denen sich ein Rückgang von 45,6 Prozent ergab. Neben einer Tarifsenkung aufgrund des gesetzlich eingeführten Provisionsdeckels im KreditSchutz erklärt sich der Rückgang zudem durch geringere durchschnittliche Kreditsummen in Folge der durch die Anhebung der Leitzinsen gestiegenen Zinskosten. Diese haben ebenso beim BaufiSchutz zu einer erheblich zurückhaltenden Nachfrage nach neuen Baufinanzierungen und damit zu einem starken Rückgang des notwendigen Trägergeschäfts geführt. Das Baufinanzierungsneugeschäft auf Monatsbasis lag durchgängig unterhalb des Neugeschäfts der letzten 10 Jahre.

Positiv hingegen entwickelte sich das im Berichtsjahr gestartete Produkt zur Mietkautionsversicherung. Hier konnten erstmals Beiträge in Höhe von 0,2 Mio. Euro erzielt werden, wenngleich noch nicht alle Vertriebspartner, Sparkassen wie Makler, angebunden waren. Die TechnikSchutz-Produkte mussten einen Beitragsrückgang von 25,4 Prozent hinnehmen.

Im Gegensatz zur Beitragsentwicklung konnte der Versicherungsbestand im Geschäftsjahr jedoch um 0,6 Prozent auf 1.314.998 (1.307.650) Verträge ausgebaut werden. Der Zuwachs stammt hier vor allem aus den Technischen Versicherungen und der Kredit-/Kautionsversicherung. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft mit ihrem Geschäftsmodell gut positioniert ist, um auch in herausfordernden Zeiten zu bestehen.

Das im Vorjahr erstmals in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft steuerte Beitragseinnahmen von 0,1 Mio. Euro bei.

Im Folgenden geben wir einen detaillierteren Einblick in die verschiedenen Ergebniskomponenten des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts für das vergangene Geschäftsjahr.

Lage der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Ertragslage

Beiträge

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen verringerten sich um 40,1 Prozent auf 112,4 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr noch 187,7 Mio. Euro erzielt wurden. Ein deutlicher Rückgang entsprach zwar unseren Erwartungen, er fiel jedoch kräftiger aus als geplant. In der Beitragszusammensetzung entfielen 84,0 (139,7) Mio. Euro auf die Krankenversicherung und 2,8 (3,8) Mio. Euro auf die Technischen Versicherungen. Die Kredit- und Kautionsversicherung erzielte 1,2 (1,1) Mio. Euro und die Sonstigen Versicherungen gebuchte Bruttobeitragseinnahmen in Höhe von 24,3 (43,2) Mio. Euro.

Unter Berücksichtigung der Veränderung von Beitragsüberträgen sowie der abgegebenen Rückversicherungsbeiträge erhöhten sich die verdienten Nettobeiträge allerdings um 3,3 Mio. Euro auf 19,5 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist vor allem Folge des Beitragsrückgangs im Neugeschäft in Kombination mit der Auflösung von anteiligen Beitragsüberträgen aus den Vertragsbeständen vergangener Jahre.

Der Selbstbehalt änderte sich mit 14,8 (15,0) Prozent nur unwesentlich und lag auf Vorjahresniveau.

Leistungen

Als Folge des kontinuierlich wachsenden Vertragsbestandes haben sich die Schadenmeldungen für das Geschäftsjahr um 5,4 Prozent erhöht und entsprachen damit unseren Erwartungen. Erhöhte Schadenmeldungen zeigten sich sowohl in der Krankenversicherung (6,0 Prozent) wie auch bei den Sonstigen Versicherungen (9,7 Prozent). Unauffällig war die Schadenhäufigkeit im Falle der Arbeitsunfähigkeit in der Krankenversicherung. Sie lag leicht über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre und zeigte damit übliche Schwankungen. Die Versicherungsfälle wegen Arbeitslosigkeit in den Sonstigen Versicherungen waren erneut weniger häufig als im Schnitt der letzten fünf Jahre, zeigten aber im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg. Hier kam die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt zum Ausdruck.

Für unsere Kundinnen und Kunden wendeten wir im Berichtsjahr mit 54,2 Mio. Euro deutlich mehr für Entschädigungen auf als im vergangenen Geschäftsjahr (47,9 Mio. Euro). Neben den Leistungszahlungen führten wir weitere Beträge der Schadenrückstellung zur Stärkung der Risikovorsorge zu. Der Großteil dieser Schadenaufwendungen entfiel mit 47,5 (43,5) Mio. Euro dabei auf die Krankenversicherung. Im Zuge einer Analyse zur Reservedauer unterschiedlicher Schadenursachen bei Schadenfällen der Arbeitsunfähigkeit und deren Abwicklung wurden Schadenrückstellungen in diesem Versicherungszweig für Schadenfälle der Vorjahre entsprechend nachreserviert. Auch in den Sonstigen Versicherungen stieg der Schadenaufwand für Versicherungsfälle aufgrund von Arbeitslosigkeit und erhöhte sich von 3,5 Mio. Euro auf 5,8 Mio. Euro. Die Technischen Versicherungen zeigten einen konstanten Schadenaufwand von 0,9 Mio. Euro, während auf die Kredit- und Kautionsversicherungen aufgrund der Bestandsgröße nach wie vor nur ein geringer Anteil an den Leistungsaufwendungen entfiel.

Der um 6,3 Mio. Euro gestiegene Schadenaufwand verbunden mit einem deutlichen Beitragsrückgang führte in der Gesamtbetrachtung zu einer bilanziellen Brutto-Schadenquote von 47,5 (34,3) Prozent. Erwartet hatten wir lediglich eine leichte Erhöhung der Schadenquote. Nach Beteiligung der Rückversicherung und Abwicklung der Vorjahresrückstellung belasteten Schadenaufwendungen mit insgesamt 10,1 (6,9) Mio. Euro das versicherungstechnische Netto-Ergebnis.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Der Rückgang im Neugeschäft gepaart mit der Tarifsenkung führten zu deutlich geringeren Provisionszahlungen. Aber auch die weiteren versicherungstechnischen Betriebskosten verringerten sich durch einen effizienten Einsatz von Personal- und Sachressourcen. Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb reduzierten sich - unserer Prognose folgend - erheblich um 54,6 Prozent auf insgesamt 33,2 (73,1) Mio. Euro. Bezogen auf die gebuchten Beiträge fiel die Brutto-Kostenquote mit 29,6 (38,9) Prozent auf den niedrigsten Stand der Unternehmensgeschichte. Die Betriebsaufwendungen (brutto) verteilen sich mit 23,9 (53,4) Mio. Euro auf die Krankenversicherung und mit 6,3 (16,7) Mio. Euro auf die Sonstigen Versicherungen. Die verbleibenden Betriebsaufwendungen von 3,0 (3,0) Mio. Euro entfielen weitestgehend auf unsere Technischen Versicherungen.

Die nach Abzug der aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft erhaltenen Provisionen verbliebenen Nettobetriebsaufwendungen erhöhten sich leicht von 11,1 Mio. Euro auf 11,5 Mio. Euro.

Unter Berücksichtigung der besonderen Entwicklungen in den versicherungstechnischen Ergebniskomponenten betrug die Combined Ratio historisch niedrige 76,6 (86,5) Prozent. Ein Rückgang von bis zu zehn Prozentpunkten war im Vorjahr prognostiziert worden.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das Geschäftsjahr 2023 schloss mit einem versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung von 3,2 (5,1) Mio. Euro. Die Krankenversicherung wie auch die Sonstigen Versicherungen trugen hierzu mit einem positiven Ergebnis von 1,2 (2,4) Mio. Euro bzw. 2,6 (2,9) Mio. Euro bei. Bei den Technischen Versicherungen stellte sich ein leicht negatives Ergebnis von 0,6 (0,2) Mio. Euro ein. Die Kredit- und Kautionsversicherung wies ein geringes Ergebnis von unter 20 Tsd. Euro aus.

Kapitalanlagenergebnis

Das Nettoergebnis aller Kapitalanlagen erhöhte sich von 0,2 Mio. Euro auf 2,5 Mio. Euro.

Erwartungsgemäß erholten sich die laufenden Erträge aus den Kapitalanlagen. Insbesondere die Ausschüttungen aus Spezialfonds stiegen von 0,3 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro, während Zinserträge aus allen festverzinslichen Wertpapierklassen im Zuge des geringeren Kapitalanlagebestandes rückläufig waren.

Auch das außerordentliche Kapitalanlagenergebnis als Saldo aus Abgangsgewinnen und -verlusten trug mit 0,4 Mio. Euro zum positiven Ergebnis bei. Im Vorjahr war noch ein außerordentlicher Verlust von 0,4 Mio. Euro zu verzeichnen.

Wie im Vorjahr - wenn auch in deutlich geringerem Maße - bestanden zum Jahresende stille Lasten auf die gehaltenen Kapitalanlagen. Abschreibungen auf diese waren nicht erforderlich, da eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung der Kapitalanlagen nicht erkennbar war. Zuschreibungen ergaben sich im Geschäftsjahr ebenso nicht.

Unter Berücksichtigung der gesunkenen Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen ergab sich - bezogen auf den mittleren Kapitalanlagenbestand - eine Nettoverzinsung in Höhe von 1,9 (0,2) Prozent.

Die im Vorjahr erwartete Erhöhung der Nettoverzinsung stellte sich damit ein, fiel sogar stärker aus als erwartet.

Sonstiges Ergebnis

Der Saldo aus Sonstigen Erträgen und Sonstigen Aufwendungen sowie nahezu konstante Steueraufwendungen mit Auslandsbezug floss mit minus 1,1 (minus 1,4) Mio. Euro in das Gesamtergebnis des Geschäftsjahres ein. Hierin enthalten sind Aufwendungen von 0,6 (0,6) Mio. Euro, die den versicherungstechnischen Funktionsbereichen nicht zuzurechnen waren, sowie Aufwendungen in Höhe von 0,5 (0,7) Mio. Euro, die das Unternehmen als Ganzes betreffen.

Geschäftsergebnis

Insgesamt ergab sich so im Geschäftsjahr 2023 - wie im Vorjahr prognostiziert - ein signifikant erhöhtes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 4,6 (3,9) Mio. Euro.

Ergebnisabführung

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft führt das erwirtschaftete Jahresergebnis in Höhe von 4,6 (3,9) Mio. Euro im Rahmen des bestehenden Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages an die Muttergesellschaft Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft ab.

Finanzlage

Zum Geschäftsjahresende ergab sich ein laufendes Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von 1,3 (1,2) Mio. Euro. Die im Vorjahr getätigten Einlagen bei Kreditinstituten von 13,4 Mio. Euro wurden im Berichtsjahr aufgelöst.

Das Eigenkapital der Gesellschaft verblieb unverändert bei 20,0 Mio. Euro und wies einen Anteil von 12,4 (11,4) Prozent der Bilanzsumme aus.

Versicherungstypisch ist die Struktur der Passivseite der Bilanz durch einen hohen Anteil an versicherungstechnischen Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft geprägt. Diese umfassten 76,0 (77,4) Prozent der Bilanzsumme. Der Gesamtsaldo der versicherungstechnischen Verpflichtungen ging vor allem aufgrund des rückläufigen Einmalbeitragsgeschäfts und der damit einhergehenden Verringerung der Beitragsüberträge sowie des Abbaus von laufenden Abrechnungsverpflichtungen aus der Rückversicherung auf 122,2 (135,6) Mio. Euro zurück.

Der verbleibende Teil der Verpflichtungen von 11,6 (11,2) Prozent der Bilanzsumme entfiel auf Sonstige Rückstellungen und Verbindlichkeiten, die nicht unmittelbar aus dem Versicherungsgeschäft resultierten. Hierin enthalten waren Verbindlichkeiten von 18,1 (19,0) Mio. Euro gegenüber verbundenen Unternehmen, die im Wesentlichen konzerninterne Dienstleistungsbeziehungen beinhalteten.

Vermögenslage

Mit 118,3 (140,9) Mio. Euro bildeten Kapitalanlagen die wesentliche Position des Gesamtvermögens der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft. Sie dienen der Bedeckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen. Die Reduzierung des Kapitalanlagebestands war vor allem auf Abgänge bei Anteilen an Investmentvermögen und auch bei den Einlagen bei Kreditinstituten zurückzuführen.

Der Bestand an immateriellen Vermögensgegenständen erhöhte sich durch Zugänge aus Softwareanschaffungen und hierfür geleistete Anzahlungen. Für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ergab sich zum Geschäftsjahresende ein Gesamtvermögen von 160,8 (175,3) Mio. Euro.

Angesichts der Zinsdynamik wiesen die Kapitalanlagen zum Ende des Geschäftsjahres überwiegend stille Lasten in Höhe von 4,6 (10,2) Mio. Euro aus. Demgegenüber stehen stille Reserven von 0,2 (0,4) Mio. Euro, die auf eine Beteiligung entfallen. Die stillen Lasten verteilten sich auf Anteile an Investmentvermögen (1,6 Mio. Euro), Inhaberschuldverschreibungen (1,6 Mio. Euro), Namensschuldverschreibungen (1,3 Mio. Euro) und Schuldscheinforderungen (0,1 Mio. Euro).

Die stillen Lasten entfielen jedoch auf langfristig gehaltene Kapitalanlagen. Vom Unternehmen durchgeführte Werthaltigkeitsanalysen lassen im weiteren Zeitablauf die vollständige Wertaufholung der betroffenen Vermögenswerte erwarten.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Wesentliche Leistungsindikatoren der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft, die für die unternehmerischen Entscheidungen in den Blick genommen werden, sind die Beitragsentwicklung, die Combined Ratio des Versicherungsgeschäfts sowie die Ergebnisabführung.

Die Entwicklung dieser Steuerungsgrößen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

2023 2022
Beitragsentwicklung in Prozent - 40,1 - 3,1
Combined Ratio in Prozent 76,6 86,5
Ergebnisabführung in Mio. Euro + 4,6 + 3,9

Zu der Entwicklung dieser Kenngrößen wird auf die Erläuterungen in der Betrachtung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage verwiesen.

Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2023 war angesichts des makro-wie mikroökonomischen Umfelds für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft äußerst herausfordernd. Einerseits realisierte sich der erwartete Beitragsrückgang in aller Deutlichkeit. Andererseits aber erzielten wir das höchste Jahresergebnis der Unternehmensgeschichte. Vor dem Hintergrund der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen bewerten wir den Geschäftsverlauf im Berichtsjahr insgesamt als noch zufriedenstellend. Mit Blick auf die Finanz- und Vermögenslage ist die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft weiterhin gut aufgestellt.

Ertragsseitig ergab sich für unsere Gesellschaft daher zwar ein Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Geschäft von 40,1 (3,1) Prozent. Die verdienten Nettobeiträge hingegen stiegen um 20,2 (9,4) Prozent. Auch der Vertragsbestand konnte ausgebaut werden und erhöhte sich um 0,6 (6,5) Prozent.

Auf der Aufwandsseite sind die Schadenaufwendungen (brutto) spürbar, aber weniger stark als erwartet, gestiegen. Insbesondere die Schadenreserven haben wir zur Sicherung unserer Kundinnen- und Kundeninteressen ausgebaut. Rückläufige Betriebskosten (brutto) hingegen sorgten für eine Entlastung der versicherungstechnischen Aufwendungen.

Aus diesen versicherungstechnischen Entwicklungen stellte sich eine zum Vorjahr deutlich verringerte Combined Ratio (brutto) von 76,6 (86,5) Prozent ein.

Das versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung reduzierte sich im selbst abgeschlossenen Geschäft auf 3,2 (5,1) Mio. Euro. Das übernommene Geschäft liefert einen Ergebnisbeitrag von 0,1 Mio. Euro.

Zusammen mit dem gestiegenen Kapitalanlageergebnis und den sonstigen Ergebniskomponenten beträgt das Jahresergebnis 4,6 (3,9) Mio. Euro und wird an die Muttergesellschaft abgeführt.

Risiko-, Chancen- und Prognosebericht

Risikobericht

Das Risikomanagement der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ist in das Risikomanagementsystem des Provinzial Konzerns integriert. Die Übernahme und Steuerung der Risiken seiner Kundinnen und Kunden ist das Kerngeschäft des Provinzial Konzerns. Die gegebenen Versprechen zur Vorsorge und Risikoabsicherung müssen wir jederzeit erfüllen können, daher sind die Festigung der Finanzkraft und die Erhaltung der Sicherheitslage des Unternehmens von besonderer Bedeutung. Die unternehmerischen Risiken, denen die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft dabei selbst ausgesetzt ist, wie sie beispielsweise vom Kapitalmarktumfeld ausgehen, werden durch zielgerichtete Risikomanagementaktivitäten, die in einen umfangreichen Risikomanagementprozess eingebettet sind, gesteuert. Dieser Prozess wird nachfolgend detaillierter beschrieben.

Risikomanagementsystem

Die Risikostrategie stellt die Basis für die Risikomanagementaktivität der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft dar. Sie setzt den strategischen Rahmen für das Management von Risiken und beschreibt die Auswirkungen der Geschäftsstrategie auf die Risikosituation, den Umgang mit den vorhandenen Risiken und die Fähigkeit, neu hinzugekommene Risiken zu tragen.

Das darauf aufbauende ganzheitliche und in einer eigenständigen Leitlinie geregelte Risikomanagementsystem, das sich an den aufsichtsrechtlichen Vorgaben von Solvency II orientiert, besteht aus zentralen und dezentralen Komponenten. Zu den wesentlichen Komponenten gehört die Durchführung eines Own-Risk-and-Solvency-Assessment (ORSA)-Prozesses, der einen mehrjährigen Betrachtungshorizont für die Risikolage der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft beinhaltet. Dezentral werden in den zuständigen Fach- und Funktionsbereichen Einzelrisiken identifiziert, analysiert, bewertet, kommuniziert sowie individuell innerhalb der zulässigen Limite gesteuert. Durch diesen dezentralen Risikomanagementansatz werden die langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse der Fachbereiche bezüglich der Risiken ihres Geschäftsfeldes und ihrer Arbeitsprozesse in das Risikomanagementsystem integriert. Ergänzt wird diese wichtige Komponente durch das zentrale Risikomanagement, das die unabhängige Risikocontrollingfunktion (uRCF) bei der bereichsübergreifenden und konzernweiten Überwachung der Risikosituation unterstützt.

Kernaufgaben sind neben der Koordination und Integration der Risikomanagementaktivitäten insbesondere die Pflege, Aktualisierung und Auswertung der aus den Fachbereichen gemeldeten Risikoinformationen, die Risikoaggregation, ein regelmäßiges Maßnahmencontrolling sowie eine umfangreiche Berichterstattung an den Vorstand. Dieser kombinierte Ansatz soll es ermöglichen, Risiken frühzeitig zu erkennen, einzuschätzen und vorausschauend zu steuern, um dadurch eine bestandsgefährdende Situation zu vermeiden. Darüber hinaus prüft die Interne Revision die Funktionsfähigkeit der Systeme der gesamten Geschäftsorganisation in einem risikoorientierten Turnus, wobei auch Bestandteile des Risikomanagements risikoorientiert mitbetrachtet werden.

Das Risikomanagement stellt als integraler Bestandteil der Unternehmensführung einen kontinuierlichen Prozess dar. Es ist in die bestehende Organisation und die vorhandenen Berichtswege integriert. Auf diese Weise ist eine feste Verankerung mit allen Unternehmensbereichen und Geschäftsprozessen gewährleistet. Die Verknüpfung mit der operativen Planung sorgt für eine frühzeitige Identifikation und Erfassung der wesentlichen Risiken.

Der Risikomanagementprozess beginnt mit der Identifizierung der Risiken in den dezentralen Geschäftsbereichen. Im Anschluss daran erfolgt die Risikoanalyse. Hier werden die identifizierten Risiken bezüglich ihrer Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Bei der Risikobewertung werden bereits ergriffene Maßnahmen und vorhandene Steuerungsinstrumente berücksichtigt und, sofern notwendig, weitere Maßnahmen geplant. Ziel dieser Risikoinventur ist es, alle Risiken entsprechend ihrem Gefährdungspotenzial in eine Rangordnung zu bringen, um die Risikosteuerung effizient auszurichten. Die Risikoinventur mündet in regelmäßigen Berichten an die Unternehmensleitung mit dem Ziel einer zeitnahen und bedarfsgerechten Versorgung der Entscheidungsträger mit Risikoinformationen, um Transparenz und eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden in den dezentralen Einheiten regelmäßig die entsprechenden Risikoeinflussfaktoren (auch Risikoindikatoren genannt) beobachtet und bei kritischer Entwicklung der Einflussfaktoren das zentrale Risikomanagement und die Unternehmensleitung informiert.

Das Risikomanagementsystem sieht zudem ein umfassendes Berichtswesen vor. Dabei gibt es neben regelmäßigen Risikoberichten zur gesamten Risikosituation im Bedarfsfall auch die Sofortberichterstattung zur kurzfristigen Information über negative Risikoentwicklungen oder neue Risiken.

Weitere Bestandteile des Risikomanagementprozesses sind verschiedene Komitees, die sich mit der Würdigung, Koordination und Kommunikation risikorelevanter Themen befassen. Die Komiteestruktur des Provinzial Konzerns besteht aus dem Konzern-Risikokomitee, dem Asset-Liability (ALM)-Komitee, dem Komitee Methoden, Instrumente und Modelle (MIM), dem Investmentkomitee, dem Nachhaltigkeitsboard und dem Sanierungskomitee.

Das Konzern-Risikokomitee dient der Abstimmung und Steuerung der zentralen und dezentralen Risikomanagementaktivitäten. Daneben nimmt das Investmentkomitee die Aufgabe wahr, ein hohes Maß an Transparenz über die Kapitalanlagen zu schaffen und die Entscheidungsprozesse bei der Risikonahme bereichs- und ressortübergreifend zu verbessern. In dem Komitee werden alle wichtigen Entscheidungen in der Kapitalanlage besprochen. Es dient ferner dazu, zeitnahe und angemessene Reaktionen auf besondere, sich ad hoc ergebende Risiken oder Chancen sicherzustellen, insbesondere Maßnahmen im Rahmen der Asset Allocation.

Die ALM-Komitees, jeweils für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung, verknüpfen die Risikomanagementaktivitäten des zentralen Risikomanagements mit der in den Fachbereichen stattfindenden Risikosteuerung und dienen zudem der risiko- und ertragsorientierten Abstimmung von Aktiva und Passiva.

Des Weiteren befassen sich die sog. MIM-Komitees für die Kompositversicherung und die Lebensversicherung mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der im Provinzial Konzern verwendeten Modelle, die zur Unternehmenssteuerung wie auch für aufsichtsrechtliche Zwecke herangezogen werden.

Ferner ergänzt ein Sanierungskomitee auf Konzernebene die Komiteestruktur. Das Sanierungskomitee übernimmt eine koordinierende Rolle bei der Einhaltung, Pflege und Umsetzung des allgemeinen Sanierungsplans der Provinzial Gruppe.

Eine weitere, nicht institutionalisierte Möglichkeit zur Besprechung risikoorientierter Themen bilden Risikogespräche. Bei den Risikogesprächen handelt es sich um anlassbezogene Zusammenkünfte von Risikoverantwortlichen sowie Expertinnen und Experten zur Erörterung von Risiken und risikobehafteten Sachverhalten. Diese Gespräche sind je nach Themenstellung unterschiedlich besetzt, stets jedoch unter Beteiligung des zentralen Risikomanagements. Mit den Risikogesprächen sollen die Transparenz und die Risikokommunikation, die einen wesentlichen Beitrag zur Risikofrüherkennung leisten, weiter gefördert werden.

Die identifizierten Risiken der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft werden, angelehnt an den Deutschen Rechnungslegungsstandard für Versicherungsunternehmen, folgenden Kategorien zugeordnet: Versicherungstechnische Risiken, Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Kapitalanlagerisiken sowie operationelle und sonstige Risiken. Die identifizierten, spezifischen Risiken der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft werden im Folgenden dargestellt.

Versicherungstechnische Risiken

Innerhalb der versicherungstechnischen Risiken kommt dem Prämien-/ Schadenrisiko eine große Bedeutung zu. Unter diesem Risiko werden Änderungen der Risikoverhältnisse oder irrtümlich falsche Annahmen bei der Risikoeinschätzung verstanden, welche dazu führen können, dass die tatsächlichen Schadenaufwendungen für die vertraglich übernommenen Risiken die prognostizierten Schadenaufwendungen übersteigen. Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft begegnet diesem Risiko durch eine Vielzahl von Maßnahmen. Eine risikoadäquate Beitragskalkulation wird durch eine ständige Beobachtung und Analyse des Portefeuilles und der Schadenentwicklung ergänzt. Sofern erforderlich können somit eine differenzierte Nachkalkulation bestehender Produkte sowie eine zeitnahe Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in der Tarifierungs- und Zeichnungspolitik vorgenommen werden.

Eine weitere Risikokomponente im Prämien-/ Schadenrisiko ist das Kumulschadenrisiko, das durch die bestehende Rückversicherungsstruktur stark reduziert wird.

Ein für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ebenfalls wesentliches Risiko ist das Reserverisiko. Es besteht darin, dass die gebildeten Rückstellungen zum Ausgleich bereits gemeldeter, aber noch nicht vollständig abgewickelter bzw. bereits eingetretener, aber noch nicht gemeldeter Schäden nicht ausreichen. Die Dotierung der Rückstellungen erfolgt deshalb verantwortungsvoll nach handelsrechtlichen Grundsätzen, insbesondere unter Beachtung des Grundsatzes der Einzelbewertung und des Vorsichtsprinzips. Die Reserveabwicklung wird jährlich bewertet und die Abwicklungsergebnisse laufend überwacht. Durch eine anhaltend hohe (Schaden-)Inflation kann sich dieses Risiko leicht verstärken. Die Gesellschaft ist hiervon aber kaum betroffen, da die wesentlichen Produkte der Kreditabsicherung im Falle von Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit von der hohen (Schaden-)Inflation nicht beeinflusst sind. Um möglichen Risiken aus den weiteren Produkten zu begegnen, werden die Entwicklungen laufend durch eine gegründete interdisziplinäre Arbeitsgruppe beobachtet und analysiert. Dieses Vorgehen dient dazu, erforderliche Maßnahmen frühzeitig ableiten und Inflationsszenarien betrachten zu können.

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Forderungen bestehen bei der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft vornehmlich aus Beitragsforderungen und, aufgrund des großen zedierten Geschäftsanteils, aus Forderungen gegenüber den Rückversicherungspartnern. Um Forderungsausfälle gegenüber Versicherungsnehmern zu vermeiden, wird eine adäquate Risikoselektion vorgenommen. Zum Bilanzstichtag betrugen die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, deren Fälligkeitszeitpunkt mehr als 90 Tage zurücklag, etwa 0,6 (0,5) Mio. Euro. Die durchschnittliche Forderungsausfallquote lag im Zeitraum von 2020 bis 2022 wie im Vergleichszeitraum 2019 bis 2021 aufgrund des hohen Einmalbeitragsgeschäfts und dem damit einhergehenden geringen Ausfallrisiko bei 0,0 Prozent.

Aus unseren Rückversicherungsbeziehungen resultierten am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von insgesamt 426,7 Mio. Euro. Forderungsausfälle waren in den letzten Jahren nicht zu verzeichnen. Aufgeteilt nach externen Ratingklassen gliedert sich dieser Forderungsbestand, wie in der folgenden Tabelle dargestellt:

Forderungen gegenüber Rückversicherern 31.12.203
Mio. Euro
Anteil
%
Ratingklasse gem. Standard & Poor's
A 94,4 22,1
BBB 6,2 1,5
Not rated * 326,1 76,4
Forderungen 426,7 100,0

* Die unter "Not rated" aufgeführten Forderungen betrafen überwiegend die Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft.

Risiken aus Kapitalanlagen

Bei den Risiken im Kapitalanlagenbereich ist hauptsächlich zwischen Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken zu unterscheiden.

Strenge Anlagevorgaben minimieren Marktrisiken

Marktrisiken entstehen vor allem durch Zins-, Kurs- und Währungsschwankungen. Hieraus kann ein dauerhafter Wertverlust der Kapitalanlagen resultieren. Ziel unseres Kapitalanlagemanagements ist eine Vermögensanlage, deren Qualitätsstandards gewährleisten, dass unter Berücksichtigung der Kapitalmarktrisiken und definierter Risikolimite die Kapitalanlagen zur Bedeckung der versicherungstechnischen Passiva ausreichen, so dass alle vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten jederzeit bedient werden können. Gleichzeitig sollen die Kapitalerträge dazu beitragen, den Unternehmenswert nachhaltig zu sichern und langfristig zu steigern. Zu diesem Zweck investieren wir in sorgfältig ausgewählte Anlagen unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung. Dem Sicherheitsaspekt wird auch durch spezielle Sicherungsstrategien Rechnung getragen.

Die Anlagen erfolgen vor allem in festverzinslichen Wertpapieren sowie Aktien und zu einem geringen Teil in Beteiligungen. Falls es bei entsprechenden Marktentwicklungen notwendig ist, nutzen wir Termingeschäfte zu Absicherungszwecken, zum Beispiel zur Absicherung von Fremdwährungsbeständen.

Regelmäßiges Risikocontrolling

Die Provinzial Holding Aktiengesellschaft hat auf der Grundlage eines Dienstleistungsvertrags das Marktrisikomanagement für ProTect Versicherung Aktiengesellschaft übernommen. Es ist damit organisatorisch vollständig vom Asset Management getrennt, das durch die Provinzial Asset Management GmbH vorgenommen wird. Das Marktrisikomanagement umfasst die laufende Beobachtung und Steuerung von Risiken und Erträgen aus den Kapitalanlagen. Es soll gewährleisten, dass die Risiken aus Kapitalanlagen stets in Einklang mit der Risikotragfähigkeit stehen. Sollte eine Kapitalmarktsituation drohen, deren Risiken das festgelegte Maximalniveau übersteigen, werden frühzeitig Maßnahmen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen eingegangenem Risiko und Risikotragfähigkeit ergriffen.

Ausführliche Szenarioanalysen

Einen Schwerpunkt bei der laufenden Risikobewertung bilden Szenarioanalysen. Die Berechnungen werden einerseits regelmäßig für den standardmäßigen Risikomanagementprozess mit fixierten Stressparametern eingesetzt. Andererseits werden zusätzliche Risikoanalysen durchgeführt, um die Risikotragfähigkeit in extremen Kapitalmarktszenarien sicherstellen zu können.

Ausgewogenes Chance-Risiko-Profil

Die Kapitalanlageziele sollen durch eine klar definierte Portfoliokonstruktion erreicht werden. Hierzu wird ein systematischer Risikosteuerungsmechanismus angewandt, der sowohl die Erreichbarkeit des Zielergebnisses im Erwartungswert als auch die Realisierbarkeit eines definierten Mindestergebnisses in einem adversen Kapitalmarktumfeld laufend überwacht.

Auch im Jahr 2023 hat die Europäische Zentralbank infolge der Inflationsentwicklung den Leitzins zunächst weiter erhöht, gegen Ende des Jahres jedoch auf weitere Zinsschritte verzichtet. Die Chancen und Risiken des volatilen Marktumfelds werden laufend überwacht. Bei der Portfoliozusammenstellung wird dabei vor allem auf eine breite Diversifikation der Risikoquellen sowie hohe Transparenz, Fungibilität und Steuerbarkeit geachtet.

Vor dem Hintergrund des veränderten Marktumfeldes hat der Vorstand im Herbst 2023 eine neue strategische Asset Allocation beschlossen. Dabei wurden ebenso Renten- und Aktienbausteine sowie ein Immobilienfonds zu Gunsten von Liquidität abgebaut.

Diversifizierte Aktieninvestments

Risiken aus Aktienanlagen resultieren für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ausschließlich aus den Aktien im Fondsbestand. Die Aktienbestände werden in speziellen Zielfonds gehalten, die jeweils spezifische Aktienkonzepte zur Erzielung von Kurs-, Dividenden- und Selektionserträgen sowie zur Vereinnahmung von Optionsprämien beinhalten. Der überwiegende Teil der Konzepte beinhaltet Sicherungsstrategien, die eine deutliche Risikobegrenzung bewirken.

Am Bilanzstichtag 31.12.2023 betrug das marktwertige Aktienexposure 11,8 Prozent. Das Aktienrisiko wird im Rahmen des Marktrisikomanagements regelmäßig anhand definierter Stressszenarien überwacht und insbesondere die bilanzielle Stabilität der Konzepte überprüft.

Inhabertitel mit gutem Rating vermindern Kreditrisiken

Kreditrisiken umfassen neben dem Ausfall von Schuldnern auch deren mögliche Bonitätsverschlechterung und Marktwertverluste aufgrund von Bewertungsabschlägen. Diese Risiken begrenzen wir durch eine breite Streuung und eine sorgfältige Auswahl der Emittenten unter Hinzuziehung von Ratings anerkannter Agenturen sowie auf Basis eines eigenen Ratingprozesses. So verfügten nahezu 100 Prozent der verzinslichen Inhaberpapiere der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft zum Bilanzstichtag über ein Investmentgrade-Rating (Kategorien AAA bis BBB-). Marktwertig waren rund 63 Prozent der Zinsträger in Unternehmensanleihen investiert, während 37 Prozent auf Pfandbriefe, Staatsanleihen und Anleihen mit Gewährträgerhaftung entfielen.

Zur Überwachung des Rentenbestands haben wir darüber hinaus einen Ausfall-Vermeidungsprozess implementiert, der die Vereinnahmung der Risikoprämien ermöglicht und gleichzeitig die negative Betroffenheit aus Ratingherabstufungen und Kreditereignissen minimiert. Neben der gezielten Analyse der Emittenten besteht ein Emittenten-Limitsystem, das über alle Assetklassen und Bilanzpositionen hinweg die Entstehung von Klumpenrisiken laufend überwacht und verhindert.

Zinsträger Marktwert 31.12.2023
Mio. EUR
Staatsanleihen / Gewährträgerhaftung 21,5
Pfandbriefe 14,3
Unternehmensanleihen 60,0
Summe 95,8

Anlageschwerpunkt Europa mindert Währungsrisiko

Die Währungsrisiken begrenzen wir, indem wir unsere Kapitalanlagen schwerpunktmäßig im Euroraum tätigen und für das Fremdwährungsexposure derivative Sicherungsinstrumente einsetzen. Das Management möglicher Wechselkursverluste von Anlagen in Fremdwährung wird durch ein monatliches Berichtswesen über eingegangene Währungsrisiken unterstützt.

Insgesamt betrug der Umfang der ungesicherten, in Fremdwährung notierten Kapitalanlagen am Jahresultimo 2023 6,6 Prozent des gesamten Marktwertbestands. Der Großteil der ungesicherten Fremdwährungsbestände entfällt auf US-Dollar, britische Pfund und Schweizer Franken.

Liquiditätsrisiken gut beherrschbar

Die Planung und Kontrolle der Liquiditätslage erfolgt über ein professionelles Liquiditätsmanagement, das die planmäßigen Ein- und Auszahlungen erfasst, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Das spezifische Cashflow-Profil mit dem zeitlichen Auseinanderfallen von Beitragsvereinnahmung und Leistungserbringung berücksichtigen wir bereits im Rahmen der Portfoliokonstruktion, indem wir ein separates Liquiditätsportfolio dotieren, das durch Geldmittel und Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten die Liquiditätserfordernisse bestmöglich abbildet.

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, das Zahlungsverpflichtungen nicht termingerecht oder nicht in voller Höhe bedient werden können. Für hoch exponierte Sparten enthalten unsere Rückversicherungsverträge deshalb Klauseln, die eine schnelle Bereitstellung liquider Mittel durch die Rückversicherer vorsehen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, unvorhergesehenen Liquiditätsbedarf im Konzernverbund auszugleichen.

Quantifizierung der Marktrisiken über Stresstests

Marktrisiken beinhalten die Gefahr möglicher Wertverluste der gehaltenen Kapitalanlagen aufgrund von Veränderungen von Marktpreisen. Der Messung und dem Controlling der gegebenen Marktrisiken kommt eine zentrale Bedeutung zu. Zur Quantifizierung der Marktrisiken aus Kapitalanlagen führen wir neben weiteren Szenariorechnungen folgenden Stresstest durch:

Stresstest 31.12.2023
Mio. EUR
Zeitwert der Aktien und der Aktien in Investmentfonds 13,5
Wertverlust durch 10-prozentigen Kursverfall -1,3
Wertverlust durch 20-prozentigen Kursverfall -2,7
Zeitwert der festverzinslichen Wertpapiere und Ausleihungen 95,8
Wertverlust durch Anstieg der Zinskurve um 1 Prozentpunkt -5,1
Wertzuwachs durch Rückgang der Zinskurve um 1 Prozentpunkt 5,1

Ein Marktwertrückgang aufgrund eines Zinsanstiegs hat lediglich unmittelbar bilanzielle Konsequenzen für Titel, die im Umlaufvermögen geführt und gemäß dem strengen Niederstwertprinzip bewertet werden. In der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft werden Zinsträger in einem gemischten Wertpapierspezialfonds (81,8 Mio. Euro) sowie im Direktbestand (32,0 Mio. Euro) nach den Bewertungsgrundsätzen des Anlagevermögens bilanziert. In dem vorgenannten gemischten Wertpapierspezialfonds werden überwiegend Zinsträger und sämtliche Aktien gehalten, so dass sich die in der Tabelle dargestellten Wertverluste nicht vollständig bilanziell niederschlagen würden. Im Umlaufvermögen werden weder Zinsträger noch Aktienbestände gehalten.

Risiken durch extreme Kapitalmarktschwankungen

Der weiter anhaltende Krieg in der Ukraine, die sich im Jahresverlauf abschwächende Inflation und der seit Oktober herrschende Krieg im Nahen Osten waren prägende Ereignisse im Jahr 2023. Die Aktienmärkte zeigten sich davon weitestgehend unbeeindruckt und entwickelten sich auf Jahressicht deutlich positiv. Zusammen mit dem Zinsrückgang führte dies zu einem Anstieg der Bewertungsreserven. Der Kapitalmarktverlauf führte unter Einhaltung der internen Risikovorgaben zu einer positiven Entwicklung der Kapitalanlageergebnisse. Trotz aller Vorkehrungen lassen sich negative Auswirkungen von extremen Ausschlägen der Kapitalmärkte auch in der Zukunft nicht vollständig ausschließen.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken beinhalten insbesondere die Gefahr von Schäden, die infolge von Störungen oder Versagen von internen Abläufen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder technischen Systemen einschließlich der Informationssicherheit des Unternehmens oder durch externe Ereignisse wie Katastrophen eintreten. Hierunter fallen insbesondere auch Rechtsänderungs- und Cyberrisiken.

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft nutzt die Räumlichkeiten, die EDV- und die sonstigen Systeme des Provinzial Konzerns und ist somit in deren Katastrophen- und Notfallplanung direkt eingebunden, wodurch die diesbezüglichen Risiken begrenzt werden. Die IT-Sicherheit, der der Konzern einen hohen Stellenwert beimisst, wird über umfangreiche Weisungen und Maßnahmen gewährleistet. Zudem ist die Gesellschaft in das interne Kontrollsystem des Konzerns eingebunden, in dessen Rahmen u.a. Prozessrisiken analysiert und bewertet und durch entsprechende Kontrollmaßnahmen reduziert werden. Zur Reduktion möglicher Risiken der Informationssicherheit ist ein ordnungsgemäßes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) etabliert. Dazu gehören insbesondere Audit- und Überwachungsaufgaben und die Einbindung der zuständigen Organisationseinheiten in relevante Vorgänge und Projekte. Weiterhin ist ein Business Continuity-Managementsystem (BCMS) etabliert.

Den Umgang mit Rechts(änderungs)risiken und insbesondere Compliance-Risiken regelt die Leitlinie Compliance. Neben Gesetzen und Rechtsvorschriften gehören auch Verhaltensrichtlinien zu den einzuhaltenden Normen. Darüber hinaus werden die zahlreichen regulatorischen Änderungen fortlaufend konzernübergreifend beobachtet und ihre Auswirkungen auf die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft bewertet.

Die Revision überwacht in allen wesentlichen Unternehmensbereichen nach einem risikoorientierten Prüfungsplan die Funktionsfähigkeit der Systeme und die Gefährdung durch Betrugsrisiken.

Sonstige Risiken

Das Reputationsrisiko wird durch ständige Analyse der Berichterstattung über die Versicherungswirtschaft im Allgemeinen und der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft im Besonderen beobachtet. Zusätzlich wird mit Hilfe zahlreicher Maßnahmen der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft und der gesamten Unternehmensgruppe zu einer positiven öffentlichen Wahrnehmung des Unternehmensbildes beigetragen.

Nachhaltigkeitsrisiken

Nachhaltiges Handeln und die Berücksichtigung der drei ESG-Kategorien (Environmental, Social and Governance - Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) stehen in allen Unternehmensbereichen im Provinzial Konzern im Fokus. Dies verdeutlichen einerseits das Gremium des Nachhaltigkeitsboards auf Gruppenebene, das die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Handlungsfeldern Kapitalanlage, Digitalisierung, Versicherungsprodukte, Kundenbegeisterung, Arbeitgeberattraktivität sowie Ressourcenschonung vorantreibt, und andererseits die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die etablierten Risikoarten und -prozesse durch das zentrale Risikomanagement.

Als Nachhaltigkeitsrisiken werden Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung definiert, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation des Provinzial Konzerns haben können. Besonders im Fokus steht die Kontrolle und Steuerung der Klimarisiken, also physischer Risiken, wie beispielsweise Extremwetterereignisse, transitorischer Risiken, wie beispielsweise potenzielle Wertverluste von Kapitalanlagen in CO 2 intensiven Branchen, die durch den nachhaltigen, wirtschaftlichen Wandel an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, sowie der Reputationsrisiken durch klimaschädliches Handeln.

Aufgrund der globalen Erderwärmung ist zukünftig sowohl mit häufigeren als auch mit schwereren Überschwemmungsereignissen zu rechnen. Auch die Anzahl und Intensität schwerer Sturm- und Hagelereignisse wird voraussichtlich zunehmen. Dazu werden die Risikobewertungsmodelle für die Schaden- und Unfallversicherungsgesellschaften jeweils an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst, sodass die Folgen des Klimawandels in den Berechnungen des versicherungstechnischen Risikos der Schaden- und Unfallversicherer bestmöglich Berücksichtigung finden.

Zusätzlich bilden die mit dem Klimawandel verbundenen potenzielle Wertverluste der Kapitalanlage, die sich durch die Transformation zu einer CO 2 -neutralen Wirtschaft ergeben könnten, eine große Herausforderung insbesondere für die Lebensversicherungen des Konzerns. Das wesentliche Mittel, um diesem entgegenzuwirken, ist die eigene Dekarbonisierungsstrategie der Kapitalanlage. Der Beitritt des Konzerns zur Net Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) untermauert dieses Vorhaben. Zudem hat sich der Konzern zu den Principles for Responsible Investment (UN PRI) verpflichtet.

Der Provinzial Konzern berücksichtigt diese Risiken in der Geschäfts- und Risikostrategie und integriert sie sukzessive in die etablierten Risikoarten und -prozesse. Zudem werden Stress- und Szenarioanalysen im Rahmen der unternehmenseigenen Solvabilitäts- und Risikobeurteilung durchgeführt, um das Risiko des Klimawandels zu quantifizieren und um die Risikotragfähigkeit des Provinzial Konzerns zu jeder Zeit sicherzustellen. Zusätzlich arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Provinzial Konzerns aktiv in entsprechenden Arbeitsgruppen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mit, die sich intensiv mit diesen Problematiken beschäftigen.

Gesetzliche und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen

An das Risikomanagement wurden in den letzten Jahren durch Veränderung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen zunehmend erhöhte Anforderungen gestellt. Von besonderer Bedeutung ist dabei das seit dem 1. Januar 2016 EU-weit geltende Versicherungsaufsichtsrecht Solvency II, das zu wesentlich erweiterten Solvabilitäts-, Berichts- und Governanceanforderungen geführt hat.

Das Regelwerk zu Solvency II wurde einem umfangreichen Review durch EIOPA unterzogen. Die Umsetzung der daraus geplanten Gesetzesänderungen stellen die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft vor Herausforderungen. Der zum 1. Juli 2022 eingeführte Provisionsdeckel von 2,5 Prozent für Restschuldversicherungen stellte im Geschäftsjahr 2023 eine zusätzliche Belastung dar.

Des Weiteren hat der Bundestag im November 2023 das Zukunftsfinanzierungsgesetz beschlossen, das u.a. eine Änderung des für Restkreditversicherungen relevanten § 7a "Querverkäufe" des Versicherungsvertragsgesetzes beinhaltet. Die neuen Regelungen sehen vor, dass ab dem 01.01.2025 (Inkrafttreten des Gesetzes) den Kundinnen und Kunden eine 7-Tages-Frist zwischen Abschluss des Darlehens und Abschluss der Restkreditversicherung eingeräumt werden muss.

Diese Regelung kann zu einer deutlichen Reduktion der Nachfrage nach Produkten der Restkreditversicherung führen und somit zu einer spürbaren Verminderung der Beitragseinnahmen im KreditSchutz, die momentan ca. 50 Prozent der gesamten Beitragseinnahmen ausmachen. Die Gesellschaft arbeitete jedoch bereits vor der Gesetzesänderung an Produktoptimierungen im Sinne der Verbraucherfreundlichkeit sowie an Produktneueinführungen, um mögliche Verluste von Beitragseinnahmen abfangen bzw. abmildern zu können.

Insgesamt stellt die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft konsequent die Einhaltung der relevanten regulatorischen Anforderungen sicher.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Das vorhandene Risikomanagementsystem gewährleistet die rechtzeitige Identifikation, Bewertung und Kontrolle der Risiken, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft haben könnten.

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft kann den Verpflichtungen aus den bestehenden Versicherungsverträgen selbst bei unterstellten extremen Stressszenarien nachkommen. Bestandsgefährdende Risiken zeichnen sich derzeit nicht ab. Außergewöhnliche Entwicklungen im Unternehmensumfeld, etwa in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, könnten die Risikolage jedoch stark beeinträchtigen.

Bedeckung nach Solvency II

Auch die Solvenzanforderungen nach Solvency II werden von der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft erfüllt. Die Solvenzquote liegt dauerhaft oberhalb der aufsichtsrechtlich geforderten 100 Prozent.

Die Veröffentlichung der Solvenzquote zum 31.12.2023 erfolgt innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Frist im Solvency and Financial Condition Report (SFCR). Der SFCR ist nicht Bestandteil des Lageberichts und wird durch den Abschlussprüfer nicht geprüft.

Chancenbericht

Der demografische Wandel, die notwendige Nachhaltigkeitswende sowie die Digitalisierung verändern unser Umfeld genauso wie die makroökonomischen Entwicklungen, z. B. das inflationäre Umfeld. Diese Themen beeinflussen die unternehmerischen Tätigkeiten und stellen Herausforderungen dar, eröffnen aber auch neue Chancen. Die Chancen zu nutzen, ist ein wesentlicher Faktor für nachhaltiges Wachstum und die Steigerung der Profitabilität. Hierbei dürfen die mit der Nutzung von Chancen verbundenen Risiken nicht außer Acht gelassen werden.

Die Nutzung von Chancen setzt zunächst einmal die Identifikation der künftigen Handlungs- und Wachstumsfelder voraus. Mit dem Innovationsmanagement sollen innovative Produkt-, Dienstleistungs- sowie Geschäftsideen systematisch generiert, bewertet und erfolgreich implementiert werden. Im Provinzial Konzern ist der Bereich Innovation deshalb auch organisatorisch fest verankert und eng mit dem Digitalisierungs- und Projektmanagement verknüpft.

Wesentliche Chancen für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ergeben sich weiterhin durch die Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe. Auch die Kapitalausstattung ist durch die Integration in den Provinzial Konzern gesichert und macht die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft zu einem zuverlässigen Partner bei der Risikoabsicherung. Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft kann auf das dortige Wissen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und technischen Einrichtungen im Rahmen einer Funktionsausgliederungs- und Dienstleistungsvereinbarung zurückgreifen.

Die Kooperation mit den anderen öffentlichen Versicherern und weiteren Vertriebspartnern ist ein wichtiger Punkt in dem Konzept, die Kompositsparten der Restkreditversicherung bei der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft zu bündeln. Dabei wird auf die bekannte Kundennähe der öffentlichen Versicherer gebaut. Im Fokus steht hierbei auch besonders die Vertriebspartnerschaft mit den Sparkassen und weiteren Verbundunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe, die ihren Kundinnen und Kunden neben der Kreditgewährung zugleich den notwendigen und sinnvollen Versicherungsschutz aus einer Hand anbieten können. Die geplante Einführung weiterer und die Etablierung bestehender Produkte in die Angebotspalette folgt den Absicherungswünschen unserer Kundinnen und Kunden und Vertriebspartner. Gerade in derzeitig schwierigen Zeiten zeigt sich der Wert von Arbeitseinkommensverlustversicherungen. Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft geht davon aus, hierüber die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und den Vertragsbestand weiter ausbauen zu können.

Auf dieser Grundlage besteht Sicherheit, die sich bietenden Möglichkeiten nutzen zu können und die Stellung der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft als Spezialversicherer im Markt und speziell bei den öffentlichen Versicherern weiter zu verbessern.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage. Sollten sich die wirtschaftlichen Perspektiven für die Verbraucherinnen und Verbraucher stabilisieren bzw. verbessern, könnten hierdurch die Nachfrage nach Finanzierungen und damit Versicherungsprodukten und in der Folge unsere Beitragseinnahmen stärker steigen als geplant.

Im Prognosebericht geben wir einen Überblick darüber, wie sich unser Geschäft unter den genannten Rahmenbedingungen im laufenden Geschäftsjahr 2024 voraussichtlich entwickeln wird. Die Chancen, dass sich unser Geschäft in den verbleibenden Monaten des Geschäftsjahres besser entwickelt als prognostiziert, sind auf diese kurze Sicht naturgemäß begrenzt. So dürfte etwa eine positivere wirtschaftliche Gesamtentwicklung unser Versicherungsgeschäft erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung beleben.

Prognosebericht

Im laufenden Jahr 2024 wird sich die deutsche Wirtschaft kaum erholen. So geht die Bundesregierung von einem preisbereinigten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent aus. Die Prognose ist aufgrund der weltpolitischen Lage, aber auch der ungewissen Auswirkungen der Geldpolitik auf die Nachfrage weiterhin mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die Inflationsrate wird im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich zurückgehen. Dies führt zusammen mit dem Anstieg der Arbeitseinkommen und der monetären Sozialleistungen zu höheren Realeinkommen. Daher werden die privaten Konsumausgaben moderat steigen. Der Außenhandel kann dagegen kaum Wachstumsimpulse liefern.

Aufgrund der nachlassenden Inflation werden nach der deutlichen Straffung der Geldpolitik seit dem Jahr 2022 im laufenden Jahr stabile, ggf. sinkende Leitzinsen erwartet. Die Aktienmärkte setzten zu Beginn des Jahres den Aufwärtstrend fort. Geopolitische Krisen, wie beispielsweise in der Ukraine oder im Nahen Osten, könnten die Finanzmärkte aber erheblich belasten.

Für das laufende Jahr 2024 geht der GDV davon aus, dass es trotz nachlassender Inflation zu einem höheren Beitragswachstum als im Jahr 2023 kommt. Ursächlich dafür sind auch Versicherungszweige, in denen die bisherigen Beitragserhöhungen die gestiegenen Schadenkosten nicht kompensieren konnten.

Die Beitragsentwicklung in der privaten Sachversicherung wird weiterhin durch die Baupreis- und Lohnkostenentwicklung geprägt, sodass der GDV in diesem Geschäftszweig ein Beitragswachstum von 8,5 Prozent prognostiziert. In der Verbundenen Wohngebäudeversicherung wird aufgrund der nötigen Tarifanpassungen ein Anstieg von 10,0 Prozent erwartet. Die gebuchten Beiträge in der nicht-privaten Sachversicherung werden voraussichtlich um 10,0 Prozent steigen.

Insgesamt erwartet der GDV für die Schaden- und Unfallversicherung im laufenden Jahr 2024 einen Beitragszuwachs von 7,7 Prozent.

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft als Spezialversicherer wird die Branchenerwartung des GDV nach dem herausfordernden Jahr 2023 hinsichtlich der Beitragsentwicklung voraussichtlich übertreffen. Angesichts der erwarteten Belebung des privaten Konsums, der nachlassenden Inflation und der Aussicht auf sinkende Leitzinsen mit der Folge einer Erholung der Neukreditvergabe wie auch steigende Arbeitseinkommen werden im Vergleich zum Berichtsjahr zu einem spürbaren Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge führen. Dabei rechnen wir mit einem Zuwachs in allen betriebenen Sparten. Insbesondere aber die Technischen Versicherungen und die Kredit-/Kautionsversicherung wird hierzu überproportional beitragen. Die Gewinnung neuer Vertriebspartner und die Einführung neuer Produkte werden dazu beitragen, das Neugeschäft wieder zu beleben.

Unabhängig von der Beitragsentwicklung erwartet die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft bei den Schadenmeldungen keinen Rückgang. Der in Vorjahren gewachsene Versichertenbestand führt weiterhin zu steigenden Schadenzahlungen (brutto), jedoch werden die Abwicklungsergebnisse aufgrund der im Jahr 2023 durchgeführten Reservezuführungen im laufenden Jahr höher ausfallen. Der in Summe geringere Schadenaufwand (brutto) verbunden mit dem Beitragszuwachs, führt dazu, dass die bilanzielle Schadenquote im Geschäftsjahr 2024 um bis zu zehn Prozentpunkte sinken wird.

Im Zuge des erwarteten Beitragswachstums werden auch die Betriebskosten im Jahr 2024 ansteigen. Die Kostenquote dürfte sich dabei nur leicht erhöhen. Unter Berücksichtigung der erwarteten Schadenentwicklung gehen wir insofern im Ergebnis von einer um etwa zehn Prozentpunkte sinkenden Combined Ratio aus.

Steigende Beiträge und damit verbunden höhere Cashflows aus der operativen Tätigkeit werden zu einem Anwachsen des Kapitalanlagenvolumens führen. Verglichen mit dem Kapitalanlagenergebnis des Berichtsjahres wird sich insbesondere das laufende Nettoergebnis weiterhin moderat erholen. Wir rechnen daher mit einer leicht höheren Nettoverzinsung.

Sofern die Beitrags-, Kosten- und Schadenentwicklung den Erwartungen entsprechend verläuft und es am Kapitalmarkt keine unerwarteten negativen Verwerfungen gibt, gehen wir für das Jahr 2024 von einem positiven Jahresergebnis aus, das das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres erneut signifikant übertrifft.

 

Düsseldorf, 12. März 2024

Der Vorstand

Betriebene Versicherungszweige und -arten im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Krankenversicherung

Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Technische Versicherungen

Reparaturkostenversicherung

Sonstige technische Versicherungen

Kredit- und Kautionsversicherung

Kautionsversicherung Investitionsgüterkreditversicherung

Sonstige Schadenversicherung

Sonstige Vermögensschadenversicherung

Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Breuer

Vorsitzender Vorstandsvorsitzender der Provinzial Versicherungen, Münster

Patric Fedlmeier

Stellvertretender Vorsitzender Stv. Vorstandsvorsitzender der Provinzial Versicherungen, Münster

Sabine Krummenerl

Mitglied des Vorstands der Provinzial Versicherungen, Münster

Dr. Ulrich Scholten

Mitglied des Vorstands der Provinzial Versicherungen, Münster

Dr. Rainer Sommer (seit 01.09.2023)

Mitglied des Vorstands der Provinzial Versicherungen, Münster

Vorstand

Christian Koch

Mitglied des Vorstands Verantwortungsbereiche:

Unternehmenscontrolling/-planung, Vertrieb / Marketing, Recht, Personal, Produkte, Vertragsservice, Schaden, IT, Verwaltung

Volker Lambrecht (bis 30.06.2023)

Generalbevollmächtigter der Provinzial Versicherungen

Guido Schaefers

Mitglied des Vorstands zugleich Mitglied des Vorstands der Provinzial Versicherungen Verantwortungsbereiche:

Versicherungstechnische Steuerung, Rechnungswesen / Bilanzen / Steuern, Asset Management, Rückversicherung, Geldwäscheprävention

Nina Schmal (seit 01.07.2023)

Mitglied des Vorstands zugleich Generalbevollmächtigte der Provinzial Versicherungen Verantwortungsbereiche:

Versicherungsmathematische Funktion, Interne Revision, Compliance einschließlich Datenschutz, Risikomanagement

Jahresbilanz zum 31.12.2023

der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Aktivseite

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.787.522,92 1.954.482,00
II. Geschäfts- oder Firmenwert 65.400,00 130.800,00
III. geleistete Anzahlungen 1.426.569,30 4.279.492,22 1.003.518,64
B. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 0,00 0,00
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 83.373.484,95 90.376.334,96
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 12.547.421,29 12.591.612,47
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 17.416.693,09 19.534.844,10
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 5.012.065,57 22.428.758,66 5.034.830,99
4. Einlagen bei Kreditinstituten 0,00 118.349.664,90 13.400.000,00
C. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 4.419.701,10 4.150.808,28
2. Versicherungsvermittler 9.235.636,77 13.655.337,87 8.471.751,80
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft
davon an verbundene Unternehmen: EUR 1.907.763,02 (Vj.: EUR 9.900.992,51) 10.279.072,28 9.972.787,06
III. Sonstige Forderungen
davon an verbundene Unternehmen: EUR - (Vj.: EUR -) 12.661.770,13 36.596.180,28 7.191.679,19
D. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 283,50 567,00
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 1.267.137,12 1.267.420,62 1.167.189,65
E. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 261.385,75 274.573,95
II. Sonstige Abgrenzungsposten 3.987,97 265.373,72 52.360,00
Summe der Aktiva 160.758.131,74 175.308.140,09

Passivseite

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 10.100.000,00 10.100.000,00
II. Kapitalrücklage 9.771.000,00 9.771.000,00
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 129.000,00 20.000.000,00 129.000,00
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 453.148.287,22 454.930.693,67
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 366.562.832,38 86.585.454,84 365.479.958,76
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 78.819.728,16 67.849.476,73
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft 69.496.060,23 9.323.667,93 61.889.186,73
III. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 125.900,00 918.800,00
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft - 125.900,00 96.035.022,77 844.429,10
C. Andere Rückstellungen
I. Steuerrückstellungen 1.846,81
II. Sonstige Rückstellungen 355.505,54 357.352,35 445.804,50
D. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber
1. Versicherungsnehmern 922.839,06 1.065.546,30
2. Versicherungsvermittler 5.620.353,35 6.543.192,41 9.005.418,97
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 2.419.908,00 (Vj.: EUR 2.691.365,62) 19.608.165,79 30.077.058,63
III. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern: EUR 16.428,12 (Vj.: EUR 1.729,77)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR - (Vj.: EUR -)
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: EUR 18.069.083,98 (Vj.: EUR 18.987.400,32) 18.214.398,42 44.365.756,62 19.228.915,88
160.758.131,74 175.308.140,09

Gewinn- und Verlustrechung

der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft

Posten 2023 2022
EUR EUR EUR EUR
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 112.505.318,92 187.740.274,87
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge 95.702.883,07 16.802.435,85 159.572.224,66
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge 1.782.406,45 -47.890.393,15
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 1.082.873,62 2.865.280,07 19.667.715,92 35.965.381,82
2. Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 5.266.159,70 6.815.567,31
3. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 43.258.827,79 39.487.999,07
bb) Anteil der Rückversicherer 36.544.586,70 6.714.241,09 33.742.311,52
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag 10.970.251,43 8.413.400,73
bb) Anteil der Rückversicherer 7.606.873,50 3.363.377,93 10.077.619,02 7.308.533,08
4. Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen * -51.529,10 -15.204,17
5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 33.219.767,49 73.109.515,42
b) davon ab: Erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 21.711.796,59 11.507.970,90 62.009.433,24
6. Zwischensumme 3.296.756,60 5.092.764,64
7. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen * 0,00 0,00
8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 3.296.756,60 5.092.764,64
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 2.106.833,11 760.875,87
b) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 411.567,27 2.518.400,38 328.509,66
2. Aufwendungen für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen 47.932,68 151.398,85
b) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 0,00 47.932,68 2.470.467,70 743.614,17
3. Sonstige Erträge 64.464,71 34.807,98
4. Sonstige Aufwendungen 1.207.862,67 -1.143.397,96 1.443.666,20
5. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 4.623.826,34 3.878.278,93
6. Steuern vom Einkommen und Ertrag 17.837,30 17.106,86
7. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder eines Teilgewinnabführungsvertrages abgeführte Gewinne 4.605.989,04 3.861.172,07
8. Jahresüberschuss - -

* - = Erhöhung

Anhang zur Bilanz

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemein

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft mit Sitz in 40591 Düsseldorf, Kölner Landstr., ist im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Handelsregisternummer HRB 60360 eingetragen.

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der aktuellen Version in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt.

Aktiva

Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen den Firmenwert aus den im Geschäftsjahr 2009 übernommenen Restkreditversicherungsverträgen inklusive entsprechender Kooperationsvereinbarungen mit Aussicht auf Neugeschäftssteigerung sowie EDV-Software und Lizenzrechte und hierauf geleistete Anzahlungen.

Der Firmenwert wird ab dem Geschäftsjahr 2010 über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer leitet sich aus der erwarteten Bestandsdauer der übernommenen Vertragsbeziehungen ab. Die EDV-Software und Lizenzrechte wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfolgten, bewertet.

Die im Bilanzposten A.I. des Vorjahres enthaltenen geleisteten Anzahlungen sind in der Bilanz nunmehr im Bilanzposten A.III. ausgewiesen. Insoweit ergibt sich eine Ausweisänderung innerhalb des Bilanzpostens für Immaterielle Vermögensgegenstände. Gleiches gilt für die Entwicklung der Aktivposten im Anhang der Gesellschaft.

Beteiligungen wurden mit den Anschaffungskosten, ggf. vermindert um Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB, bzw. mit dem auf Dauer beizulegenden Wert bewertet.

Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, die nach § 341b Abs. 2 HGB dazu bestimmt waren, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen, wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet.

Diese Anteile an Investmentvermögen mit einem Buchwert von 83,4 Mio. Euro sowie einem Zeitwert von 81,8 Mio. Euro enthielten Lasten in Höhe von 1,6 Mio. Euro.

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die nach § 341b Abs. 2 HGB dazu bestimmt waren, dem Geschäftsbetrieb dauerhaft zu dienen, wurden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem zum Bilanzstichtag beizulegenden Wert bewertet. Diese Inhaberschuldverschreibungen mit einem Buchwert von 12,5 Mio. Euro sowie einem Zeitwert von 11,0 Mio. Euro enthielten stille Lasten in Höhe von 1,6 Mio. Euro. Inhaberschuldverschreibungen im Anlagevermögen wurden planmäßig linear amortisiert.

Sonstige Ausleihungen wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich ggf. bis zum Stichtag zu leistende Tilgungen, ggf. vermindert um Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB, bewertet. Sofern die Anschaffungskosten abweichend zum Nennwert waren, wurden Schuldscheindarlehen gemäß § 341c Abs. 3 HGB planmäßig nach der Effektivzinsmethode und Namensschuldverschreibung linear amortisiert.

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sowie Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt. Im steuerlich zulässigen Rahmen wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft Einzel- und Pauschalwertberichtigungen zur Deckung des allgemeinen Kreditrisikos vorgenommen.

Die Bewertung der sonstigen Forderungen erfolgte zum Nominalbetrag.

Sachanlagen wurden mit den Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen, die planmäßig über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erfolgten, bewertet.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis einschließlich 250 Euro wurden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben, Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro in einen Sammelposten eingestellt und über fünf Jahre linear abgeschrieben. Vorräte wurden mit den Anschaffungskosten bewertet.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und der Kassenbestand wurden mit Nominalbeträgen bilanziert.

Abgegrenzte Zinsen und Mieten und die Sonstigen Rechnungsabgrenzungsposten wurden mit Nominalbeträgen angesetzt.

Passiva

Die Beitragsüberträge des selbst abgeschlossenen Geschäfts wurden taggenau spartenabhängig nach der 1/360-Methode oder entsprechend des nicht-linearen Risikoverlaufs jeweils unter Berücksichtigung von Vertragsdauer, Warte- und Karenzzeiten bestimmt. Im Vorjahr erfolgte die Bestimmung ausschließlich nach der 1/360-Methode. Die Anteile der Rückversicherung wurden entsprechend den vereinbarten Vertragsbestimmungen ermittelt.

Bei der Berechnung der übertragsfähigen Beitragsanteile wurden 92,5 Prozent der abzugsfähigen Abschlusskosten korrespondierend zum Zeichnungsjahr des jeweiligen Vertrages in Abzug gebracht.

Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Geschäft wurden einzeln in Höhe des voraussichtlichen Bedarfs ermittelt. Saldiert wurden die zweifelsfrei zu erwartenden Erträge aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen in Höhe der zu erwartenden Zahlungseingänge.

Für am Bilanzstichtag noch nicht bekannte Schadenfälle wurde in Höhe des voraussichtlichen Bedarfs eine Spätschadenrückstellung eingestellt.

Die Rückstellung für Regulierungsaufwendungen wurde grundsätzlich nach Maßgabe des Erlasses der Finanzverwaltung vom 2. Februar 1973 berechnet.

Der Anteil der Rückversicherung an den Brutto-Schadenrückstellungen insgesamt sowie an den Teilrückstellungen wurde nach den vereinbarten Vertragsbestimmungen bemessen.

Zur Ermittlung der Stornorückstellung wurden aus dem beobachtbaren Stornoverhalten zukünftige Stornierungen, die zu einer rückwirkenden Vertragsaufhebung mit Wirkung im abgelaufenen Geschäftsjahr führen würden, prognostiziert.

Der Wertansatz der übrigen Rückstellungen orientierte sich in der Höhe an dem nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem der Restlaufzeit entsprechenden Zinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft und die sonstigen Passiva wurden mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Sie haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Aktiva

Entwicklung der Aktivposten A bis B I im Geschäftsjahr 2023

Bilanzwerte 2022
EUR
Währungskursveränderungen
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.954.482,00 - 4.403,00 1.173.836,20
2. Geschäfts- oder Firmenwert 130.800,00 - - -
3. geleistete Anzahlungen 1.003.518,64 - 1.596.886,86 -1.173.836,20
4. Summe A. 3.088.800,64 - 1.601.289,86 -
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 0,00 - - -
2. Summe B I. 0,00 - - -
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 90.376.334,96 - - -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 12.591.612,47 - 5.620,02 -
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 19.534.844,10 - 9.431,36 -
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 5.034.830,99 - - -
4. Einlagen bei Kreditinstituten 13.400.000,00 - - -
5. Summe B II. 140.937.622,52 - 15.051,38 -
Insgesamt 144.026.423,16 - 1.616.341,24 -
Abgänge
EUR
Zuschreibungen
EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten - -
2. Geschäfts- oder Firmenwert - -
3. geleistete Anzahlungen - -
4. Summe A. - -
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen - -
2. Summe B I. - -
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 7.002.850,01 -
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 49.811,20 -
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 2.127.582,37 -
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 22.765,42 -
4. Einlagen bei Kreditinstituten 13.400.000,00 -
5. Summe B II. 22.603.009,00 -
Insgesamt 22.603.009,00 -
Abschreibungen
EUR
Bilanzwerte 2023
EUR
A. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 345.198,28 2.787.522,92
2. Geschäfts- oder Firmenwert 65.400,00 65.400,00
3. geleistete Anzahlungen - 1.426.569,30
4. Summe A. 410.598,28 4.279.492,22
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen - 0,00
2. Summe B I. - 0,00
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere - 83.373.484,95
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere - 12.547.421,29
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen - 17.416.693,09
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen - 5.012.065,57
4. Einlagen bei Kreditinstituten - -
5. Summe B II. - 118.349.664,90
Insgesamt 410.598,28 122.629.157,12
Angaben gemäß § 54 RechVersV Buchwert 2023
EUR
Zeitwert 2023
EUR
Buchwert 2022
EUR
Zeitwert 2022
EUR
B I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 0,00 173.363,29 0,00 136.913,52
2. Summe B I. 0,00 173.363,29 0,00 136.913,52
B II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 83.373.484,95 81.759.536,23 90.376.334,96 84.951.272,76
2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 12.547.421,29 10.974.311,70 12.591.612,47 10.445.605,55
3. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 17.416.693,09 16.142.536,55 19.534.844,10 17.446.290,28
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 5.012.065,57 4.891.891,19 5.034.830,99 4.751.812,81
4. Einlagen bei Kreditinstituten - - 13.400.000,00 13.400.000,00
5. Summe B II. 118.349.664,90 113.768.275,67 140.937.622,52 130.994.981,40
Insgesamt 118.349.664,90 113.941.638,96 140.937.622,52 131.131.894,92
Saldo aus stillen Reserven / Lasten -4.408.025,94 -9.805.727,60

Bewertungsmethoden zur Ermittlung des Zeitwerts

Die Bewertung der Beteiligung erfolgte unter Ansatz des (anteiligen) Eigenkapitals. Für die Zeitwertermittlung der Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und anderer nicht festverzinslicher Wertpapiere wurde der Börsenkurs bzw. Rücknahmepreis am Bilanzstichtag herangezogen. Bei Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wurden als Zeitwerte die Kurse am Bilanzstichtag zugrunde gelegt. Waren für einzelne Wertpapiere keine Börsenkurse vorhanden, so wurde deren Zeitwert mittels finanzmathematischer Bewertungsmethoden unter Heranziehung von Zinsstrukturkurven ermittelt.

Die Zeitwerte der Namensschuldverschreibungen und Darlehen wurden anhand einer Barwertmethode unter Heranziehung von Zinsstrukturkurven zur Festlegung des Kalkulationszinssatzes ermittelt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 18 HGB

Zu Anschaffungskosten bilanzierte Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen wurden:

Buchwert 2023
EUR
Beizulegender Zeitwert 2023
EUR
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 83.373.484,95 81.759.536,23
Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 12.547.421,29 10.974.311,70
Sonstige Ausleihungen 22.428.758,66 21.034.427,74
118.349.664,90 113.768.275,67

Gründe für das Unterlassen einer Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB:

Da der dauerhaft beizulegende Wert bei den Investmentanteilen über dem Zeitwert liegt und eine Halteabsicht besteht, wurden außerplanmäßige Abschreibungen vermieden.

Die unterlassenen Abschreibungen bei den Inhaberschuldverschreibungen resultieren aus deren Bewertung nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften und der damit erklärten Halteabsicht. Bis zur Fälligkeit wird mit einer vollständigen Wertaufholung gerechnet.

Bei den Sonstigen Ausleihungen wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen, weil beabsichtigt ist, diese Anlagen bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten, und von einer nicht dauerhaften Wertminderung auszugehen ist.

Angaben gem. § 285 Nr. 26 HGB

Im Kapitalanlagenbestand befindet sich ein gemischter Fonds, an dem die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft im Sinne des § 1 KAGB mehr als 10 Prozent der umlaufenden Anteile hält. Die Anteile an dem Investmentfonds weisen zum Bilanzstichtag bei stillen Lasten von 1,6 Mio. Euro einen Zeitwert von 81,8 Mio. Euro aus. Ausschüttungen wurden im Berichtsjahr in Höhe von 1,5 Mio. Euro getätigt. Der Aktienfonds kann börsentäglich zurückgegeben werden. Die Bewertungsmethoden werden auf Seite 25 erläutert. Die aufgeführten Ausschüttungen wurden ertragswirksam vereinnahmt.

Passiva

A. Eigenkapital

2023
EUR
2022
EUR
Gezeichnetes Kapital 10.100.000,00 10.100.000,00
Kapitalrücklage 9.771.000,00 9.771.000,00
Gesetzliche Gewinnrücklage 129.000,00 129.000,00
20.000.000,00 20.000.000,00

Zum Bilanzstichtag teilt sich das gezeichnete Kapital insgesamt unverändert auf in 10.100 vinkulierte Namensaktien mit einem Nennbetrag von je 1.000 Euro, die der alleinigen Aktionärin zustehen.

B. Versicherungstechnische Bruttorückstellungen

- selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -

insgesamt
EUR
davon: für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
EUR
Geschäftsjahr 2023
Gesamtgeschäft 532.076.590,69 78.819.728,16
davon:
Kranken 416.164.086,38 72.173.731,34
Technische Versicherungen 2.474.827,63 333.086,37
Kredit- und Kaution 1.842.954,22 118.168,76
sonstige Versicherungen 111.594.722,46 6.194.741,69

C. Andere Rückstellungen

2023
EUR
2022
EUR
Ausstehende Rechnungen 16.881,84 90.571,43
Jahresabschlusskosten 168.500,00 169.000,00
Sonderzahlungen 37.123,70 35.233,07
Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen 133.000,00 151.000,00
Steuern 1.846,81 -
357.352,35 445.804,50

D. Andere Verbindlichkeiten

Besicherungen der Verbindlichkeiten waren zum Bilanzstichtag nicht begeben.

Angaben gem. § 51 Abs. 4 RechVersV

- gesamte Versicherungsgeschäft -

gebuchte Bruttobeiträge
EUR
verdiente Bruttobeiträge
EUR
verdiente Nettobeiträge
EUR
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle
EUR
Geschäftsjahr 2023
Gesamtgeschäft 112.505.319 114.287.725 19.667.716 54.229.079
davon:
Kranken 84.013.637 83.077.458 11.354.632 47.471.000
Technische Versicherungen 2.829.787 2.740.509 2.740.509 884.305
Kredit- und Kaution 1.198.566 746.700 122.230 80.234
sonstige Versicherungen 24.463.329 27.723.058 5.450.345 5.793.540
EUR EUR EUR EUR
Vorjahr 2022
Gesamtgeschäft 187.740.275 139.849.882 16.243.039 47.901.400
davon:
Kranken 139.677.978 100.336.646 8.546.933 43.488.760
Technische Versicherungen 3.772.367 3.276.809 3.276.809 886.313
Kredit- und Kaution 1.102.231 693.531 18.732 9.418
sonstige Versicherungen 43.187.698 35.542.897 4.400.565 3.516.908
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb
EUR
Rückversicherungssaldo
EUR
Geschäftsjahr 2023
Gesamtgeschäft 33.219.767 -28.756.752
davon:
Kranken 23.946.310 -14.095.733
Technische Versicherungen 2.472.329 -
Kredit- und Kaution 493.051 -157.595
sonstige Versicherungen 6.308.077 -14.503.424
EUR EUR
Vorjahr 2022
Gesamtgeschäft 73.109.515 -20.546.565
davon:
Kranken 53.429.155 -5.810.573
Technische Versicherungen 2.578.169 -
Kredit- und Kaution 410.242 -286.938
sonstige Versicherungen 16.691.949 -14.449.054
versicherungstechnisches Ergebnis f.e.R.
EUR
Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge Stück
Geschäftsjahr 2023
Gesamtgeschäft 3.296.756 1.314.998
davon:
Kranken 1.165.372 721.357
Technische Versicherungen -615.395 148.934
Kredit- und Kaution 19.806 7.631
sonstige Versicherungen 2.726.973 437.076
EUR Stück
Vorjahr 2022
Gesamtgeschäft 5.092.765 1.307.650
davon:
Kranken 2.380.092 724.556
Technische Versicherungen -185.557 128.571
Kredit- und Kaution -8.648 3.544
sonstige Versicherungen 2.906.877 450.979

Angaben gem. § 41 Abs. 5 RechVersV

In den versicherungstechnischen Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle sind Abwicklungsverluste in Höhe von 0,1 Mio. Euro enthalten, während im Vorjahr Abwicklungsgewinne von 10,6 Mio. Euro ausgewiesen wurden.

Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb

2023
EUR
2022
EUR
Abschlussaufwendungen 20.087.464,03 47.296.207,24
Verwaltungsaufwendungen 13.132.303,46 25.813.308,18
33.219.767,49 73.109.515,42

Die geleisteten Provisionszahlungen werden den Funktionsbereichen Abschluss und Verwaltung entsprechend ihrer Entstehung zugeordnet.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personalaufwendungen

2023
EUR
2022
EUR
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 22.008.642,84 58.920.733,68
2. Löhne und Gehälter 202.560,84 142.805,19
3. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 36.985,85 21.241,27
22.248.189,53 59.084.780,14

Sonstige Angaben

Angaben gemäß § 285 Nr. 3a HGB

An der VöV Rückversicherung KöR hat die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft im Berichtsjahr satzungsgemäß Anteile am Stammkapital gehalten. Die Anteile beliefen sich auf 13 (13) Tsd. Euro. Stammkapitaleinzahlungen wurden bisher nicht eingefordert.

Angaben gemäß § 285 Nr. 7 HGB

Im Geschäftsjahr waren drei (drei) Vorstandsmitglieder für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft und ein Generalbevollmächtigter für die geplante Niederlassung in der Schweiz bestellt. Weitere Mitarbeiter waren nicht tätig.

Angaben gemäß § 285 Nr. 9 HGB

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder betrugen 150.902,66 Euro. Im Berichtsjahr erhielten: Christian Koch 64.963,59 Euro fixe und 23.942,80 Euro variable Bezüge, Guido Schaefers 50.790,40 Euro fixe und 5.000,00 Euro variable Bezüge, Nina Schmal 6.065,84 Euro fixe und 140,03 Euro variable Bezüge. Die variablen Bezüge beinhalten nicht nur Tantiemezahlungen, sondern auch Sonstige Bezüge.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeit keine Vergütung.

Angaben gemäß § 285 Nr. 10 HGB

Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Kapitel "Vorstand und Aufsichtsrat" auf Seite 20 aufgeführt. Diese Seite des Geschäftsberichts ist Teil des Anhangs.

Angaben gemäß § 285 Nr. 14 HGB

Mutterunternehmen ist die Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Provinzial Holding Aktiengesellschaft, Münster, einbezogen. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Ergebnisabführungsvertrag

Die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft hat mit der Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft als herrschendem Unternehmen mit Datum vom 7. Dezember 2009 einen Ergebnisabführungsvertrag geschlossen. Diesem Vertrag hat unsere Aktionärin in der außerordentlichen Hauptversammlung am 17. Dezember 2009 zugestimmt. Die Eintragung des Vertrages in das Handelsregister erfolgte am 28. Dezember 2009.

Angaben gemäß § 285 Nr. 17 HGB

Die Angaben zu dem vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 berechneten Gesamthonorar sind in den Anhangangaben zum Konzernabschluss der Provinzial Holding Aktiengesellschaft enthalten. Die dort berücksichtigten Honorare für Abschlussprüfungsleistungen betrafen die Prüfung des Jahresabschlusses sowie der Solvabilitätsübersicht.

Angaben gemäß § 285 Nr. 21 HGB

Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die für die Beurteilung der Finanzlage wesentlich sind, wurden im Berichtsjahr nicht getätigt.

Angaben gemäß § 285 Nr. 30a HGB

Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für Unternehmensgruppen (Mindeststeuergesetz) und weiterer Begleitmaßnahmen trat nach Verkündung im Bundesgesetzblatt vom 27. Dezember 2023 innerhalb des Berichtsjahres am 28. Dezember 2023 in Kraft und ist seit 2024in Anwendung befindlich.

Die Provinzial Holding Aktiengesellschaft hat als verantwortliches Mutterunternehmen für den gesamten Provinzial Konzern den Sachverhalt geprüft und dahingehend eine Betroffenheitsanalyse vorgenommen. Die qualitative Betroffenheitsanalyse hat ergeben, dass der Konzern von dem Anwendungsbereich des § 1 MinStG umfasst wird, jedoch keine wirtschaftliche Betroffenheit besteht, da die Übergangsregelung bei untergeordneter internationaler Tätigkeit nach § 83 MinStG für den Provinzial Konzern greift und in Anspruch genommen wird. Auch für die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft wird die Übergangsregelung nach § 83 MinStG in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wird diese Kapitalgesellschaft von der Mindeststeuer befreit, es ergibt sich kein tatsächlicher Steueraufwand/-ertrag nach dem Mindeststeuergesetz.

Für alle weiteren Handlungen wird die Provinzial Holding AG als Verantwortliche für den gesamten Provinzial Konzern tätig werden.

Angaben gemäß § 285 Nr. 33 HGB

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind im laufenden Geschäftsjahr 2024 bislang nicht eingetreten.

 

Düsseldorf, 12. März 2024

Der Vorstand

Christian Koch

Guido Schaefers

Nina Schmal

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft (bis zum 23. April 2023 firmierend unter ProTect Versicherung AG) hat sich in zwei ordentlichen Sitzungen sowie drei schriftlichen Vorstandsberichten über die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie alle wichtigen Geschäftsvorgänge der Gesellschaft mündlich und schriftlich durch den Vorstand unterrichten lassen und die Geschäftsführung des Vorstands laufend überwacht. Ferner hat sich der Aufsichtsrat über die beabsichtigte Geschäftspolitik/Unternehmensplanung sowie über die Grundlagen des Risikomanagements und die Risikosituation informiert. Der Aufsichtsrat hat sich ebenso ausgiebig mit den aufsichtsrechtlichen Solvenzvorgaben (Solvency II) und deren Umsetzung im Unternehmen sowie mit dem jährlichen ORSA-Bericht befasst. Außerdem wurde der Jahresbericht der Internen Revision sowie der Compliance-Bericht zur Kenntnis genommen. Daneben befasste sich der Aufsichtsrat im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung mit der Geschäftsverteilung und Personalia im Vorstand.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 rechtzeitig erhalten. Die Abschlussunterlagen wurden in der Sitzung von Prüfungs- und Risikoausschuss und Aufsichtsrat am 29. April 2024 beraten. Die Beratung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 sind von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht wurde allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugeleitet.

An der den Jahresabschluss feststellenden Sitzung hat der Abschlussprüfer teilgenommen und über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Prüfungsausschuss hat sich mit der Qualität der Abschlussprüfung sowie mit den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen befasst.

Der Aufsichtsrat erhebt gegen das Ergebnis der Abschlussprüfung durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft keine Einwendungen. Bemerkungen zum Bericht des Abschlussprüfers sind nicht zu machen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 am 29. April 2024 gebilligt. Der Jahresabschluss der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft ist damit nach § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die Leistungen und den Einsatz im Geschäftsjahr 2023.

 

Düsseldorf, den 29. April 2024

Der Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Breuer, Vorsitzender

Patric Fedlmeier, Stv. Vorsitzender

Sabine Krummenerl

Dr. Ulrich Scholten

Dr. Rainer Sommer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ProTect Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB

[2] Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB

(1) Nach § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB können Versicherungsunternehmen bestimmte Kapitalanlagen, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, in das Anlagevermögen umwidmen und in der Folge nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften bewerten. Die Gesellschaft hat von der Regelung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB Gebrauch gemacht und Kapitalanlagen in Höhe von T€ 95.921 wie Anlagevermögen bewertet. In diesem Fall werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip) und nur vorübergehende Wertminderungen als stille Lasten in Höhe von T€ 3.187 in Folgejahre vorgetragen. Eine Bestimmung als dauernd dem Geschäftsbetrieb dienend setzt eine Dauerhalteabsicht und -fähigkeit für diese Kapitalanlagen voraus. Aufgrund des Umfangs der in Folge des gemilderten Niederstwertprinzips vorgetragenen stillen Lasten sowie den Ermessensspielräumen der gesetzlichen Vertreter bei der vorgenommenen Einschätzung hinsichtlich der Dauerhalteabsicht und -fähigkeit war die Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Umwidmung einschließlich der Einschätzungen hinsichtlich Dauerhalteabsicht und -fähigkeit für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Spezialisten für Kapitalanlagen die von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen der Zinsentwicklung auf die Bewertung der Kapitalanlagen gewürdigt. Hinsichtlich der Beurteilung vorhandener stiller Lasten haben wir gewürdigt, inwiefern die Voraussetzung zur Dauerhalteabsicht und -fähigkeit vorlagen und vorhandene Wertminderungen voraussichtlich nicht von Dauer sind. Dazu haben wir u.a. die Liquiditätsplanung der Gesellschaft, insbesondere hinsichtlich Großschäden, Fälligkeitsstruktur, Wiederanlage sowie Annahmen bezüglich Storno und Neugeschäft gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die Besonderheiten des betriebenen Rückversicherungsgeschäfts beurteilt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen zu den nach §341b Abs. 2 Satz 1 HGB als Anlagevermögen gewidmeten Kapitalanlagen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Anwendung des § 341b Abs. 2 Satz 1 HGB sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

[2] Bewertung der Schadenrückstellungen

(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von brutto T€ 78.820 (49,0 % der Bilanzsumme) bzw. netto T€ 9.324 (5,8 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der erheblichen Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der makroökonomischen und geopolitischen Einflussfaktoren einschließlich gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Mai 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. Oktober 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der ProTect Versicherung Aktiengesellschaft, Düsseldorf, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Christine Keller.

 

Düsseldorf, den 25. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christine Keller, Wirtschaftsprüferin

Patrik Bensch, Wirtschaftsprüfer

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